10. August 2011

Vom Multikulturalismus zum Rassenkrieg

von Martin Lichtmesz / 0 Kommentare

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Unlängst erschien im Spiegel ein erheiternder Artikel von Georg Diez mit dem Titel "Realitätsverlust von rechts", in dem von "gefährlichen" und  "extremen rechten Ideologen" die Rede war, "die die Wirklichkeit bekämpfen", wogegen "die Pragmatiker auf der Linken stehen" würden.

Das war nicht satirisch, sondern ernst gemeint, und damit dürfte die in den letzten Wochen ohnehin auffällig galoppierende Demenz von "Deutschlands größtem Nachrichten-Magazin" wohl ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht haben. Man darf allmählich optimistisch sein, daß dergleichen zum letzten Aufgebot vor dem Zusammenbruch zählt,  so frappant erinnert es inzwischen an die DDR in ihrer Spätphase.

Wie sehr es um den Realitätssinn des Spiegels wirklich bestellt ist, zeigt aktuell die Berichterstattung über das nun heftig explodierende Multikultur-Pulverfaß von Großbritannien, das nach mehreren Stadteilen Londons nun auch auf Birmingham, Liverpool, Bristol, Nottingham, Leicester und andere Orte übergriffen hat. In einem Bericht über die Eskalation der kriminellen Gewalt in Manchester, die allem Anschein nach jene von Tottenham noch weit übertrifft, bringen es die Autoren fertig, nicht einen einzigen leisen Pieps über die ethnische Herkunft der Täter zu äußern, jene ominösen "Jugendlichen", die auch in Deutschland, Frankreich und anderen Ländern so wohlbekannt sind.  Dafür werden die Leser ein weiteres mal mit der kretinösen Ente des von der Polizei erschossenen "Familienvaters" Mark Duggan gefüttert, von dem wir zwar erfahren, daß er "dunkelhäutig", aber nicht, daß er in Drogenhandel verwickelt war, Neffe eines berüchtigten Gangsterbosses ist, und eine Waffe trug, als die Polizei ihn erschoß.

Bißchen mehr erfahren wir wenigstens hier:
Es kursiert aber eine Theorie in Hackney darüber, wie alles anfing. Am Montag Nachmittag wurden zwei Schwarze auf der Mare Street in der Nähe des pittoresken Rathauses von Polizisten kontrolliert. Sie fuhren mit einem Einsatzwagen vor, sprangen heraus und legten den beiden Handschellen an. So erzählen es Augenzeugen. Um sie herum bildete sich eine Menschentraube, die immer weiter wuchs. Einen der Männer ließ die Polizei dann frei, der andere blieb in Gewahrsam, als plötzlich die ersten Steine flogen. Die Polizisten stürmten vor, die Passanten versuchten sich zu retten und die, die jetzt noch nicht genug hatten, legten richtig los. Sie setzten zwei Polizeiautos in Brand, plünderten die Filialen der Supermärkte Tesco und Spar und irgendwann entdeckten sie den Eckladen von John Harris.

(...)

Yvonne Walker hat trotz ihrer 62 Jahre in der Nacht eine Matratze in den ersten Stock des kleinen Hauses an der Clarence Street gezerrt und eine Freundin eingeladen. Sie verriegelten die Tür, schlossen zweimal ab, legten sich im ersten Stock ein Kissen auf den Fenstersims und sahen hinab. "Das war wie im Krieg", sagt sie. "Meine Freundin und ich, wir haben gezittert wie die Hühner." Sie erzählt von den vielen jungen Männern, die sich am Flaschencontainer gegenüber nur bedienen brauchten. "Bisschen Benzin rein und - wums machte es", sagt sie und errötet ein bisschen, weil das Wums möglicherweise ein wenig zu begeistert klang.

Und wer waren die jungen Männer? "Ich will jetzt nicht rassistisch klingen", sagt sie, "aber die waren alle schwarz, Gott ist mein Zeuge."

Selbst inmitten des "Krieges" vor ihrer Haustür haben die Opfer und Bedrohten noch Angst, "rassistisch" zu klingen, und müssen Gott als Zeugen anrufen, daß sie nichts als die Wahrheit sprechen! Wieviel Gehirnwäsche und sozialer Druck geht einem solchen Affekt wohl voraus? Es ist indessen ganz offensichtlich, daß die Generallinie der Aggression entlang ethnischer Bruchlinien verläuft. Nahezu sämtliche Bilder, die durch die Presse gehen, zeigen schwarze Plünderer und Aggressoren, und das hat gewiß nicht mit einer besonderen Bosheit der Fotografen und Berichterstatter zu tun.

Zum Teil handelt es sich hier offenbar um nichts weniger als einen vor allem von den Schwarzen erklärten Rassenkrieg, der sich nun in voller, ungehemmter Wucht entlädt, auch wenn sich Abschaum aus allen möglichen Bevölkerungsgruppen an den Schandtaten beteiligt und niemand sicher ist.  Sogar die Daily Mail wagt es indessen nicht, den "Elefanten im Raum" zu benennen, der sich in diesem schockierenden Foto ausdrückt,  das aus Jean Raspails Apokalypse stammen könnte. Und das ist erst der Anfang.



Vor einigen Tagen, als die Ausschreitungen noch auf Tottenham beschränkt waren, brachte die taz einen launigen Artikel mit dem Titel "Vorbildlicher Wandel", was nicht sarkastisch gemeint war. Nach den ersten Unruhen in Tottenham im Jahre 1985, bei denen ein Polizist von Schwarzen, die nur vier Jahre später allesamt wieder auf freiem Fuß waren, mit einer Machete in Stücke gehackt wurde, hatte die britische Regierung massiv Gelder in das Problemviertel gepumpt:
Nach den Krawallen blieb das Viertel monatelang von der Polizei besetzt. Doch dann investierte der Staat 33 Millionen Pfund in die Verbesserung der Wohnqualität, der Infrastruktur und der Sicherheit. Heute leben in Broadwater Farm rund 4.000 Menschen mit 39 verschiedenen Nationalitäten. Wollte man früher die Leute schnellstmöglich umsiedeln, ist der Andrang der Wohnungssuchenden heute groß. Broadwater Farm ist eins der sichersten urbanen Viertel weltweit.

Gab es in den drei Monaten vor den Krawallen 1985 noch 875 Einbrüche, 50 Raubüberfälle und 50 tätliche Angriffe, so sind diese Delikte weitgehend unbekannt. Die Krawalle von Samstagnacht in unmittelbarer Nachbarschaft von Broadwater Farm trafen die Polizei deshalb unvorbereitet.


Mag sein, daß die"39 verschiedenen Nationalitäten" von Broadwater Farm seither im multidiversen Friedefreudeeierkuchen munter vor sich hin gevielfältelt haben, insgesamt sah es in Tottenham, das angeblich 113 (!) verschiedene ethnische Gruppen beherbergt, aber nicht so rosig bunt aus. Wikipedia informiert uns:
Tottenham hat die höchste Arbeitslosenrate von London und die achthöchste im Vereinigten Königreich und eine der höchsten Armutsraten des Landes. (...) Seit drei Jahrzehnten ist Tottenham einer der zentralen Brennpunkte von Banden- und Schußwaffenverbrechen im Vereinigten Königreich. Dies geschah infolge von sich ausweitenden lokalen Banden- und Drogenkriegen, besonders jenen, in die die Tottenham Mandem-Bande und andere Gangs aus Hackney und den umliegenden Bezirken involviert waren, sowie des Aufstiegs eines Verbrecherrings, der als die "türkische Mafia" bekannt wurde, und der 90% des Heroinmarkts des Königreichs kontrollieren soll.

Das muß man sich alles vor Augen halten, um die volle Komik eines weiteren Spiegel-Artikels zu dem Thema zu erfassen. Daß Tottenham ein Sumpf an Kriminalität ist, läßt der Autor nur am Rande durchscheinen, dafür schwelgt er umso ausgiebiger in Fällen von wirklichem und angeblichen Versagen der Londoner Polizei, bei dem Unschuldige zu Tode gekommen seien. Dann wird Bilanz über die Folgen der Krawallnacht gezogen:
Die Polizei nahm in der ersten Krawallnacht 56 Personen fest, in der Nacht zum Montag folgten weitere 100, Insgesamt erlitten 40 Polizisten Verletzungen; Experten schätzen die Schadenssumme auf bis zu 100 Millionen Pfund. Fast beschwörend verweisen Politiker und Experten darauf, es habe sich um "eine verschwindend geringe Minderheit" gehandelt.

Die Beschwörungen haben bekanntlich nichts geholfen: die "verschwindend geringe Minderheit" scheint inzwischen landesweit eine verschwindend geringe Verstärkung erhalten zu haben.

Und nun kommt's:
Doch was macht diese Wenigen derart aggressiv? Tottenhams Labour-Abgeordneter David Lammy wies auf das Offensichtliche hin: "Die Unruhen fanden nicht in wohlhabenden Stadtvierteln wie Kensington statt, sondern in den ärmsten Bezirken." Dort, wo die härtesten Sozialkürzungen seit 30 Jahren schon jetzt spürbar sind. Wo junge Leute kein Abitur mehr machen können, weil die Regierung den Zuschuss zum Lebensunterhalt von wöchentlich 30 Pfund gestrichen hat. Wo die Jugendarbeitslosigkeit bei 25 Prozent liegt, Tendenz steigend.

Diese armen Brandschatzer, Plünderer, Räuber, Schläger, Drogendealer haben also nur ihrer berechtigten Empörung Ausdruck verliehen, daß sie sich wegen der grausamen sozialen Kälte des Staates den Lebenstraum eines Abiturs nicht erfüllen können! Noch Fragen?

Es fragt sich, wieviel Millionen Pfund der britische Staat diesmal aufbringen muß, um die multikulturalistischen Brandherde wieder dauerhaft stillzulegen. Selbst wenn nun entsprechende Programme aus dem Ärmel geschüttelt werden, bleibt es zweifelhaft, ob sie überhaupt noch zu verwirklichen sein werden. Denn wie in Deutschland, Frankreich und Skandinavien muß es irgendjemanden geben, der die Remedur für all diesen selbst eingebrockten Schlamassel auch bezahlt. Folgt man der Logik von Spiegel und taz, und geht davon aus, daß die Kürzung von Sozialleistungen tatsächlich direkt zu bürgerkriegsartigen Exzessen führt, dann sind diese Sozialleistungen heute nichts anderes mehr als Schutzgelderpressungen auf höherer Ebene.

Das Problem daran ist leider, daß es bald niemanden mehr geben wird, der all das bezahlen kann. Die nächste globale Wirtschaftskrise hat eben erst begonnen, und schon jetzt brechen in den Multikulturalismussümpfen Unruhen aus, die alles zuvor Gewesene in den Schatten stellen. Man dachte, mit Geld ließe sich alles stopfen und flicken, und das Geld werde immer da sein. Niemand hat aus den Erfahrungen der Vergangenheit lernen wollen. Seit den ersten Unruhen in Tottenham im Jahre 1985 gibt es im Vereinigten Königreich mehr Einwanderer, mehr Slums, mehr Überfremdung, mehr Verbrechen, mehr Konflikte, mehr Spannungen, mehr Mißtrauen, mehr "diversity", mehr "political correctness", mehr "Antidiskriminierungs"-Maßnahmen, mehr soziales Herumgebastle als je zuvor. Die Folgen sind von dementsprechender Intensität und Brutalität.

England sollte eine Mahnung an Deutschland sein, den fatalen Weg in die multikulturelle Fragmentierung endlich zu bremsen. Mehr als je zuvor ist es nun notwendig, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, auch wenn sie häßlich und erschreckend und angsteinflößend ist. Es führt kein Weg daran vorbei. Jeder Versuch, nun den Kopf in den Sand zu stecken, wird zu nur noch schlimmeren Folgen führen.

Und trotzdem lügt, betrügt, vertuscht, verfälscht, verschleiert und verharmlost der überwiegende Teil der Massenmedien die Ursachen und die Folgen, was das Zeug hält. Ich möchte nun am liebsten jeden einzelnen Schreiberling da draußen, ob vom Spiegel oder sonstwo, fragen, persönlich fragen, wie lange er es noch mit seinem Gewissen vereinbaren kann, dieses fatale und gefährliche Spiel mitzumachen.

Auf der Netzseite der "Jungen Freiheit" haben sich zwei weitere "Sezessionisten" zu Wort gemeldet: Dr. Karlheinz Weißmann und Martin Böcker.

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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