15. Mai 2013

Neues in Sachen Landsmannschaft Ostpreußen versus Institut für Staatspolitik

von Erik Lehnert / 0 Kommentare

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

In die Auseinandersetzung scheint Bewegung zu kommen. Die Landsmannschaft Ostpreußen (LO) hat die Pressemitteilung vom 8. Mai kommentarlos von ihrer Netzseite entfernt (und jetzt, ca. 16.00 Uhr, wieder eingesetzt) und die Bad Pyrmonter CDU unterstreicht gegenüber der Jungen Freiheit noch einmal ihre gutmenschlich-intolerante Anhnungslosigkeit. Ich darf noch auf den Kommentar von Dieter Stein, Chefredakteur der Jungen Freiheit, hinweisen, der darin klar Stellung bezieht.

Wenn man sich bei der LO-Führung gedacht hat, daß man die Sache einfach aussitzen kann, so hat man sich getäuscht. Uns erreichen Schreiben wütender Mitglieder der LO, die mit dem Einknicken der LO-Führung vor dem linken Mainstream gar nicht einverstanden sind. Daß die Uhren bei der LO früher anders tickten, zeigt die Bemerkung des ehemaligen Sprechers Wilhelm von Gottberg.

Abschließend ein bekanntes Zitat eines großen Ostpreußen, der mit "seiner" Landsmannschaft ganz sicher nicht einverstanden wäre:
Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt usw., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen. Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte, dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperreten, wagen durften, so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen drohet, wenn sie es versuchen, allein zu gehen. Nun ist diese Gefahr zwar eben so groß nicht, denn sie würden durch einigemal Fallen wohl endlich gehen lernen; allein ein Beispiel von der Art macht doch schüchtern und schreckt gemeiniglich von allen ferneren Versuchen ab.

PS: Der ganze Vorgang wird noch merkwürdiger (vielleicht aber auch verständlicher), wenn man bedenkt, was dem Sprecher der LO, Stephan Grigat, schon so alles vorgeworfen wurde (Meldung vom 7.3. Mitte oder einfach nach Grigat suchen).

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

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