02. Juli 2013

Antifa und Polizei

von Felix Menzel / 23 Kommentare

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

zentrumGestern habe ich gemeinsam mit einigen Mitstreitern der Blauen Narzisse in Dresden das „Zentrum für Jugend, Identität und Kultur“ eröffnet. Wie nicht anders zu erwarten, gab es eine Gegendemonstration der Antifa mit ca. 50 Teilnehmern. Der Gegenwind kommt jedoch auch von anderer Stelle.

Ende der letzten Woche erhielten einige Leute aus unserer Nachbarschaft Besuch von der Polizei. Die Beamten diffamierten das Zentrum, obwohl dieses mit der Arbeit noch nicht einmal begonnen hatte, und warnten davor. Wie kam es dazu?

Solange sie nur friedlich demonstriert, stellt die Antifa für das neue Zentrum kein Problem dar. Jeder hat in diesem Land das Recht, für oder gegen irgendetwas in die Trillerpfeife zu pusten. Gerade diese Berufsdemonstranten, die heute gegen das und morgen gegen etwas anderes auf die Straße gehen, nimmt mittlerweile niemand mehr ernst. Dieser Protest ist so lächerlich, weil er zugleich die eigene Sorglosigkeit zur Schau stellt.

Wenn die Antifa nun aber, wie in Dresden, eine Kundgebung anmeldet, geschehen zugleich noch andere Dinge. In manchen Städten springen die etablierten Parteien bis hin zur CDU auf den Zug der Antifa auf. In Dresden war dies nicht der Fall.

Die Polizei hat jedoch ihre Aufgabe, rund um diese kleine Kundgebung für Sicherheit zu sorgen, sehr eigenartig interpretiert: Für die Antifa interessiert sich niemand, aber wenn die Polizei vor der Tür steht und klingelt, verheißt das nichts Gutes. Wie uns berichtet wurde, ging es bei diesen seltsamen Aufklärungsgesprächen auch mitnichten um die Antifa. Es ging um uns, die „Rechten“.

Die Polizei hat damit erst Aufmerksamkeit für das Anliegen der Antifa geschaffen. Was nun zu befürchten ist, hat A. Paul Weber sehr eindringlich in seiner Lithographie „Das Gerücht“ veranschaulicht.

War diese Strategie der Polizei nun einfach nur Dummheit, Übersensibilität oder haben wir hier ein Beispiel für eine versteckte Zusammenarbeit von Antifa und Polizei im „Kampf gegen rechts“ erlebt?

Für die Arbeit des Zentrums ist die Beantwortung dieser Frage erst einmal egal. Es geht so oder so weiter. Von Anfang an war klar, daß ein solches Projekt nur mit einer kämpferischen Haltung zum Erfolg geführt werden kann.

In den nächsten Wochen werden meine Mitarbeiter Johannes Schüller, Dirk Taphorn und Philip Stein also genau das machen, was wir uns vorgenommen haben: unsere publizistischen Projekte vorantreiben, einen Seminarbetrieb aufbauen und gegenhalten, wenn uns jemand ärgern will.

Wie Sie das „Zentrum für Jugend, Identität und Kultur“ unterstützen können, erfahren Sie hier.

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

Kommentare (23)

Unke
02. Juli 2013 09:40
Es ist hier von "Mitarbeitern" die Rede.
Werden die bezahlt? Mit Arbeitsvertrag, Lohnabrechnung und so? Oder wohnen die noch bei Mutti und machen das ehrenamtlich?
Denn, wie das so ist mit dem Lehm: "von irgend etwas muss man ja...!"
Felix Menzel
02. Juli 2013 09:49
An Unke: Ja, die Mitarbeiter müssen bezahlt werden. Die leben alle nicht mehr bei "Mutti".
Boris
02. Juli 2013 11:45
Und dann, Herr Menzel ? Dann leben Sie die brotlose Kunst eines Literaten ?
Karl Eduard
02. Juli 2013 13:06
Natürlich ist das eine Zusammenarbeit von Polizei und Antifa, denn wer glaubt, das tägliche Anti - Rechts - Gedöhns, ginge an den Staatsbürgern in Uniform spurlos vorbei, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.
Kreuzweis
02. Juli 2013 13:15
Gründen Sie eine Partei!

Dann genießen Sie den Schutz des Parteiengesetztes und kein gratismutiger Innenminister kann Sie einfach so verbieten!
Sie dürfen nun ohne Wenn und Aber Spenden sammeln, Bücher verkaufen. Jede Zuwendung wird zu 50% bei der Einkommenssteuer vergütet.
Vollversammlungen und Vorstandssitzungen machen Sie sowieso.
Ziele von Parteien müssen sein: (a) Teilnahme an der politischen Willensbildung (b) allgemeine politische Bildung.
Punkt (b) machen Sie auch sowieso und (a) ist eine gute Gelegenheit (kostenlose!) Infostände im Bahnhof und sonstigem öffentlichen Raum abhalten zu dürfen. Und als Krönung können Sie versuchen, den antideutschen Politgangstern einen Sitz im Stadtrat abzuluchsen ...

Ich sehe da nur Vorteile.
René-Lysander Scheibe
02. Juli 2013 13:45
Ich bin mir sicher, daß ein derartiges Vorgehen der Exekutive (Vorabwarnung an Anrainer) in Österreich unmöglich wäre.

Das Geschilderte erinert mich an den Film "Das Leben der Anderen", mit dem Unterschied, daß hier niemand den Hinweis erhielt, sein Kind könne den Studienplatz verlieren, so man sich nicht "wohlverhalte".

Niemand ist verpflichtet, Beamte zu empfangen oder mit ihnen in einer derartigen Situation zu sprechen.

In Österreich können Sie beispielsweise auch Polizisten abweisen, die die rechtskonforme Aufbewahrung Ihrer Fausfeuerwaffe kontrollieren wollen, Sie müssen aber einem Ersatztermin zustimmen.

Arme Bi-Ba-Bundesrepublik!
Bavarikus
02. Juli 2013 13:59
Das Verhalten der Polizei ist wirklich sehr befremdlich!
Vor einer Gruppe zu warnen, von der nachweislich keine Gewalt ausgeht, ist eigentlich Verleumdung.

Mich würde interessieren, ob die Polizei auch dann warnt, wenn irgendwo ein linksextremes Projekt gestartet wird, oder wenn ein Asylbewerberheim eröffnet wird. Im Umfeld solcher Einrichtungen geschehen ja bekanntermassen nachweislich recht viele Straftaten.

Ich wünsche Ihnen für Ihre Arbeit jedenfalls alles Gute!
Meyer
02. Juli 2013 14:35
Es ist mir ein Rätsel, weshalb keine rechtlichen Schritte eingeleitet werden.
rundertischdgf
02. Juli 2013 14:56
In Niederbayern gibt es eine Zusammenarbeit zwischen Kirche, örtlicher Zeitung, CSU und Linke, um unliebsame Meinungen zu verhindern. Man erpresst auch mal Gastwirte, damit die keine Versammlungsräume zur Verfügung stellen. So ist das heute auch in anderen Teilen Deutschlands, also nicht nur in Sachsen. Freiheit und Demokratie das war gestern.

http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/05/03/dingolfinger-anzeiger-die-presse-meinungs-und-versammlungsfreiheit/

und dazu noch eine Geschichte

http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/02/21/der-rasante-verfall-der-meinungs-und-versammlungsfreiheit-in-niederbayern/
Julius
02. Juli 2013 15:19
@ René-Lysander Scheibe
Grundsätzlich gebe ich Ihnen recht. In einem Punkt kann ich - ebenfalls Österreicher - Ihnen aber nicht uneingeschränkt zustimmen. Ich glaube keineswegs, dass ein solches Vorgehen der Exekutive in Österreich unmöglich wäre. Sie haben zwar Recht: Niemand muß ohne weiteres die Polizei hereinlassen, nicht einmal bei der unangekündigten Überprüfung der sicheren Verwahrung von Schußwaffen. Hier geht es aber im Kern um etwas völlig anderes: Die Polizei behandelt "Rechte" als Sicherheitsrisiko, weil deren Auftreten linke Gegendemonstrationen veranlaßt. Ich darf hier an die Geschehnisse beim letzten Wiener Akademikerball (vormals Ball des Wiener Korporationsrings, zuletzt 1000 Ballbesucher, 3000 linke, teils gewaltbereite Gegendemonstranten, 1000 Polizisten) und die Äußerungen des Polizeipräsidenten in diesem Zusammenhang erinnern:
http://www.unzensuriert.at/content/0011612-Zynische-Polizeif-hrung-macht-Ballbesucher-zu-Freiwild-f-r-linken-Mob
Nicht nur Medien, sondern sogar die Polizei stellen dies dann regelmäßig verkürzt und verfälscht so dar, dass die "Rechten" Gewalttaten gegen Personen und Sachen verursachen. Der Wiener Polizeipräsident hat sinngemäß erklärt, die "Rechten" seien selber schuld, wenn sie sich mit einer Veranstaltung zur Zielscheibe linker Gewalttäter machen und durch ihr offenes Auftreten linksextreme Aktivisten provozieren. Insofern war es konsequent, dass die Polizei dann den Mob fast ungehindert gewähren ließ. Andreas Mölzer hat daraufhin den Wiener Polizeipräsidenten bei der StA Wien wegen Missbrauch der Amtsgewalt angezeigt. Natürlich ohne Ergebnis. Daher ebenso: Armes Österreich!
Übrigens steht im Verfassungsschutzbericht, daß hinter den militanten Aktionen linksextremer Demonstranten teilweise weniger ein politisches Ziel, sondern „reine Erlebnisorientierung“ stehe. Diesen Eindruck eines linken Hooliganismus habe ich teilweise auch.
evola@gmx.net
Wahr-Sager
02. Juli 2013 17:45
Wie, nur 50 Antifanten? Mehr konnte diese Gurkentruppe nicht aktivieren?

Was im "Rechtsstaat" BRD abgeht, ist schon krass. Da wird mittels gleichgeschalteten Systemmedien und indoktrinierten (sowie teilweise finanzierten) Institutionen der Eindruck einer "lebhaften Demokratie" (in bunt) suggeriert, in der die Buntdemokraten die Mehrheit stellen und sich einer rot-grünen Ideologie unterordnen.
Carsten
02. Juli 2013 19:29
Halten wir fest:
1. Wir sind in ein neues Stadium eingetreten. Der Rechtsstaat ist tot, Gesinnungsjustiz und -verfolgung an seine Stelle getreten. Es wird auch kein Hehl mehr daraus gemacht.
2. Das "breite Bündnis" aus militanter Antifa-SA über Gewerkschafts-Kommunisten bis zur CDU hat alle Berührungsängste abgeworfen. Die "Scharnierfunktion", die Rechten gerne vorgehalten wird, funktioniert links bestens geölt.
3. Die Medien sind vollständig auf Linie getrimmt. Journalismus heißt nicht mehr Information, sondern Volkserziehung. Daher hat es überhaupt keinen Zweck mehr, ein Wort mit denen zu reden. Es wird einem sowieso im Mund umgedreht.

Was tun? Warten, bis durch Rassenunruhen zwischen Schwarzen, Orientalen, Osteuropäern und Restdeutschen der Bürgerkrieg ausbricht?

Gegenöffentlichkeit ist m.E. das Einzige. Nicht virtuell im www, sondern real in der Nachbarschaft. Die Flugblattverteilung an Anwohner durch die
Aktivisten in Karben ist das Richtige.
Rumpelstilzchen
03. Juli 2013 09:07
Habe mir das Gespräch mit Andreas Lichert auf blue-news angesehen und kann nur sagen:
" Sehr sympathischer, aufrechter, vernünftiger junger Mann".
Das gleiche gilt für Felix Menzel.
Wir sollten beide unterstützen und nicht unken, Herr Unke.
Das sage ich als Mutti.
Ansonsten könnte der Karbener Stadtrat Herr Biedermann Philipp von Lombardi sich vonschreiben, wenn er so aufrechte, antifaschistische junge Männer wie Lichert und Menzel in seinen Reihen hätte.
Er biedert sich den Falschen an. Und merkt nicht, dass er die Faschisten küßt:

Rosen auf den Weg gestreut (Tucholski)

Wenn sie in ihren Sälen ( moderne Erweiterung: Foren) hetzen,
Sagt:"Ja und Amen - aber gern!
Hier habt ihr mich - schlagt mich in Fetzen!"
Und prügeln sie, so lobt den Herrn.
Denn Prügeln ist doch ihr Geschäft!
Küsst die Faschisten, wo ihr sie trefft.


Wir sollten die Antifa nicht mehr so nennen, sondern sie nur noch Faschisten nennen, bis auch der letzte Biedermann spürt, wen er küsst.
Franz Schmidt
03. Juli 2013 09:12
Wenn man solche Projekte unter allen Umständen an vielen Orten durchziehen würde, könnte man sich sicherlich auf Dauer durchsetzen.

Dazu gehört aber mehr Standhaftigkeit, als in Karben. Karben ist für die Rechte bisher eher peinlich, das Verhalten des Organisators sehr schwach.

Herr Menzel hat das nötige Format und Rückgrat. Deshalb habe ich auch schon gespendet. Meine nächste Spende erhält er demnächst, wenn er standhaft bliebt.

Mit Geld kann man in der Politik (fast) alles machen. Also: Unterstützen wir dieses gute Projekt und seine mutigen Macher!

Spenden auch Sie und verharren Sie nicht in ohnmächtiger Wut!
KW
03. Juli 2013 10:36
Natürlich ist der Rechtsstaat tot, wo alles vernetzt ist, die Grenzen geöffnet, die Armee verkleinert wurde, das Volk ausgetauscht. Daher kann man mit rechtsstaatlichen Mitteln auch nichts verändern, Wahlen und Statistiken sind eine Farce. Abwarten, bis der modernde Rumpf implodiert.
Trotzdem ist das Zenrum nötig als Gegengewicht zu linksgrünen Mob.
Wahr-Sager
03. Juli 2013 17:53
Ich wollte vorhin per PayPal spenden, bekam aber folgende Meldung:

Wenn Sie einen Einkauf tätigen oder eine Zahlung senden wollten, prüfen Sie in ca. 30 Minuten Ihr PayPal-Konto und Ihren E-Mail-Posteingang auf Erhalt einer Transaktionsbestätigung.

Wenn Sie von einer anderen Website auf diese Seite gelangt sind, kehren Sie bitte zu dieser Website zurück (verwenden Sie dazu nicht die Browser-Schaltfläche "Zurück"), und starten Sie die Aktion erneut.

Wenn Sie von der PayPal-Website auf diese Seite gelangt sind, klicken Sie oben links auf das PayPal-Logo, um zur Startseite zurückzukehren und die Aktion erneut zu starten. Ggf. müssen Sie sich erneut einloggen.


Hoffentlich folgt schnell eine Korrektur!
Waldgänger
03. Juli 2013 23:14
Hoffe ALLE Kommentatoren haben gespendet!
Felix Menzel
04. Juli 2013 13:31
sie können per paypal einfach spenden, indem sie "geld senden" an: menzel@blauenarzisse.de
rundertischdgf
04. Juli 2013 18:23
Felix, Du hast bei uns in Niederbayern als Referent eine gute Figur abgegeben. Auch das muß mal gesagt werden. Damit gehörst Du in die Galerie der Vortragenden, wie der FDP Bundestagsabgeordnete Max Stadler (kürzlich verstorbener Parl. Staatssekretär), Prof. Dr. Porsch (PDS Fraktionsvorsitzender) , Hubert Aiwanger (Bundesvorsitzender der FW), Jürgen Elsässer (COMPACT), um nur mal einig zu nennen (zu finden bei www.runder-tisch-niederbayern.de). Dieser kleine politische Gesprächskreis steht aber auch für den Verfall der demokratischen Diskussionskultur. Meinungs- und Versammlungsfreiheit war gestern. Auf diese Wirklichkeit muß man sich einstellen.
Franz Schmidt
04. Juli 2013 18:27
Bei mir hat es geklappt. Herr Menzel hat sich am Dienstag per Email bedankt!

Ich werde es nicht bei einer Einzelspende belassen.

Wichtig ist, hier eine Kontinuität herein zu bringen.

Wir müssen raus aus dem Internet in die reale Welt und persönlich was tun! Was ist besser als solche Kristallisationspunkte?
Wahr-Sager
04. Juli 2013 18:40
@Felix Menzel:

Alles klar! Ich wusste gar nicht, dass eine E-Mail-Adresse ausreicht.
Novalis
05. Juli 2013 01:22
Der eigentliche Skandal liegt im Verhalten der (zur Neutralität verpflichteten) Polizei.
Hier würde ich Ross und Reiter nennen und juristische Schritte prüfen.
Eine derartige verleumdende Aktion muß (personelle) Konsequenzen nach sich ziehen... Es gilt hier einen Präzedenzfall zu schaffen.

Wer kämpft KANN verlieren, wer nicht kämpft HAT bereits verloren!
Kreuzweis
07. Juli 2013 10:23
Wer erinnert sich noch daran, daß die Polizei zumindes bis in die 70er auf ihren Plakaten mit "Die Polizei - Dein Freund und Helfer" für sich warb?
Heute kaum noch vorstellbar, denn die Realität spräche der Parole hohn.
Dafür macht die Polizei heutzutage also auf Blogwart und Denuntiant.
Der geschilderte Vorfall mit der Polizei schreit mach einer gepfefferten Flugblattaktion (und Anzeige natürlich). Ich würde den Wegfall der obigen wirklich schönen Parole nicht vergessen ...

Schönen Sonntag allen Freunden der Sezession!

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