24. Oktober 2014

Paul Collier: Exodus – eine Rezension

von Felix Menzel / 19 Kommentare

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

Paul Collier_Exodus(Rezension aus Sezession 62 / Oktober 2014)

Man muß dem Siedler-Verlag unterstellen, daß er alles dafür tut, damit dieses Buch möglichst keine kontroverse Debatte auslöst. Nicht anders ist die verniedlichende Buchbeschreibung zu erklären, in der es heißt, Collier sorge sich vor allem um die Länder der ärmsten Milliarde und skizziere »gerechte Einwanderungsregeln«, »von denen möglichst viele Menschen profitieren und die keiner Gesellschaft schaden« sollen. Wer so etwas vernimmt, erwartet das x-te Plädoyer dafür, armen Afrikanern bei ihrer Flucht nach Europa zu helfen und bestehende Barrieren abzubauen.

Dabei ist dieses Buch eine echte Bombe, die, an der richtigen Stelle zur Explosion gebracht, mit den Blütenträumen der führenden Migrationsexperten aufräumen könnte. Collier ist Entwicklungsökonom an der Universität Oxford und beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der »untersten Milliarde« der Weltbevölkerung, über die er 2007 einen lesenswerten Bestseller geschrieben hat. Bereits darin beschäftigte er sich mit Migration und bezeichnete sie zum einen als ein »Sicherheitsventil« und zum anderen als große Gefahr, da der »Aderlaß von Fachkräften« es den ärmsten Ländern der Welt beinahe unmöglich mache, politisch und ökonomisch auf die Beine zu kommen.

Colliers neues Buch Exodus setzt hier an und ist allein schon aufgrund der Herangehensweise des Forschers ein Genuß. Anders als die meisten seiner Kollegen fragt Collier nicht nur individualistisch nach dem Wohl der Migranten, sondern analysiert auch auf der Basis unanfechtbarer empirischer Studien die Situation in den Herkunfts- und Aufnahmeländern.

Für die Aufnahmeländer stellt er fest, daß eine moderate Zuwanderung keine nennenswerten Probleme verursache. Der Westen habe jedoch mit einer sich beschleunigenden Masseneinwanderung zu kämpfen, die in den nächsten Jahrzehnten ihren Höhepunkt erreichen dürfte. Dies auch noch aufgrund eines angeblichen Fachkräftemangels oder der Überalterung der Gesellschaft zu begrüßen hält Collier für absurd. Die Politik der offenen Tür sei brandgefährlich, da sie zum einen Anreize für die Migranten schaffe, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um auf halsbrecherischen Wegen nach Europa zu gelangen. Zum anderen schade sie den Ländern der untersten Milliarde am allermeisten.

Diese stecken in einem schier unlösbaren Dilemma: Viele Bürger wollen weg, haben dazu aber nicht die finanziellen Mittel. Nach Europa auswandern kann folglich nur die perspektivlose Mittelschicht, die jedoch die einzige Kraft sein könnte, um das eigene Land voranzubringen. Aus dieser Konstellation ergeben sich eine Reihe von Problemen, die Collier wie kein zweiter in seinem Buch analysiert: So bewirken Entwicklungshilfe und das »Business der Barmherzigkeit« (Volker Seitz) in dem seltenen Fall sinnvollen Einsatzes, daß sich noch mehr Menschen eine Auswanderung leisten können. Diese Menschen fehlen wiederum dabei, politische und ökonomische Fortschritte zu stabilisieren. Das heißt, daß der Westen durch falsche Anreize der untersten Milliarde genau die soziale Vielfalt entzieht, die man sich hierzulande von den Zuwanderern verspricht.

Ökonomisch haben diese Länder somit niemals eine Chance aufzuholen. Auch politisch betrachtet sind die Folgen verheerend. »Menschen können protestieren, oder sie können auswandern«, bringt Collier es auf den Punkt. Man könnte sogar so weit gehen, die falsche Migrationspolitik des Westens mit dafür verantwortlich zu machen, daß sich korrupte Regierungen in Afrika an der Macht halten können.

Um diesen unbequemen Argumenten etwas entgegenzuhalten, wird häufig die individuelle Entscheidungsfreiheit des Migranten betont. Auch hier hat Collier genauer hingeschaut: Studien zeigen, daß selbst die Auswanderer, die in ihrem Zielland mehr verdienen als in ihrer Heimat, im Schnitt nicht glücklicher sind als zuvor. Jahre nach ihrer Auswanderung zeigen sie sich sogar weniger glücklich als zuvor. Trotzdem wird die Einwanderung aus den ärmsten Ländern der Welt in den Westen in den nächsten Jahrzehnten weiter zunehmen. Das habe einen einfachen, technischen Grund, erklärt Collier nüchtern: Die Ansiedlungskosten für die Nachzügler seien deutlich geringer als für die ersten Einwanderer.

Um das eigene Haus zu verteidigen, müßte Europa oder der Westen deshalb deutliche Zeichen setzen. »Jeder, der mit dem Boot kommt, sollte automatisch zurückgeschickt werden. Erst wenn das durchgesetzt wird, werden die Leute aufhören, es zu versuchen.« Mit diesem Vorschlag als Reaktion auf die Katastrophe von Lampedusa 2013 dürfte Collier viele Kollegen schockiert haben. Jedoch ist diese Maßnahme tatsächlich eine, die für alle Involvierten am besten wäre: Für Europa, weil die Aufnahme weniger Flüchtlinge möglich sein muß, die Integration einer großen Masse dagegen in neue Sackgassen führt. Für die Herkunftsländer, da jede Auswanderungswelle der Klugen weiteren Schaden anrichtet. Und sogar für die Migranten selbst wäre ein Verbot der Überfahrt nach Europa hilfreich, da zu viele diese Abenteuerreise nicht überleben und diejenigen, die es schaffen, in Europa häufig nur auf dem Abstellgleis Platz finden.

(Paul Collier: Exodus. Warum wir Einwanderung neu regeln müssen, München: Siedler 2014. 320 S., 22.99 € – hier bestellen)

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

Kommentare (19)

Marcus Junge
24. Oktober 2014 10:43
Wir brauchen keine Einwanderung und müssen daher dort auch nichts regeln. Asyl ist keine Einwanderung! Nur weil die Spezialdemokraten der BRD, samt ihrer politischen Justiz, dies seit Jahrzehnten anders machen, als vorgesehen und vorgeschrieben, muß und darf man dies jetzt nicht "regeln", sondern muß mit dem groben Besen diese Rechtsbrecher aus allen Posten und Ämtern fegen.
Außerdem müssen wir die Ausbürgerung und Ausreise der schon eingeschleusten Schätze und Talente endlich anpacken, regeln, durchführen.
Strogoff
24. Oktober 2014 10:44
Hier ist ein interessanter Artikel mit Colliers Thesen. Die liefern etliche Argumente für Gespräche.
http://www.blauenarzisse.de/index.php/rezension/item/4503-paul-collier-exodus


Allerdings:
Das Buch wird auch so nicht wie eine Bombe einschlagen.
Sarrazins Namen kannte man und das trieb sein Buch nach oben.
Collier wird bei den anderen Büchern zu diesem Thema enden, irgendwo eingeklemmt auf einem Büchertisch umgeben von Wirtschaft, Politik und Geschichte.
Die Menschen sind mit anderem beschäftigt. Lesen noch schnell den
Darm mit Charme
und nun auch bald das neue Buch von Hape Kerkeling.
Oder um es mit Wilhelm Schmid zu sagen: Gelassenheit.
Martin
24. Oktober 2014 11:20
Es gab eine Zeit, da musste man die Sklaven erst mühsam einfangen - Heute kommen sie freiwillig zu einem.

Die Auswirkungen der Migration auf die Herkunftsländer ist ein ganz gewichtiges Argument, welches man nicht oft genug bringen kann. Ebenso wäre es für viele Länder besser, wenn hier bereits tätige und lebende Migranten mit ihren hier erworbenen Kenntnissen und Ersparnissen nach einer gewissen Zeit wieder in ihre Heimatländer gehen würden, um dort dann ihr Kapital und ihre Kenntnisse für ihre Heimatländer zu verwerten.

Wenn man mit diesen Punkten in Diskussionen kommt, dann fällt dem durchschnittlichen Betroffenheitsmenschen, der alle zu uns lassen will, zumeist erst einmal gar nichts mehr ein.
eulenfurz
24. Oktober 2014 12:03
Man muß noch nicht einmal Migrationsexperte sein oder deren Bücher gelesen haben, um die katastrophalen Folgen der rein ökonomisch ambitionierten Menschenfleischtransporte für das gesellschaftliche Miteinander vorhersagen zu können. Und das ist es ja eben: Die westlichen Ökonomien profitieren von den Humanimporten: Billige Arbeitskräfte, welche im besten Sklavenalter zur Verfügung stehen, mit denen man Lohndruck ausüben kann, die zur Dekomposition störender Traditionen und Eigenheiten an den "Standorten" beitragen; von daher ist die moralisch verbrämte Propaganda der Mächtigen durch gekaufte Meinungsanstalten der Unterhaltungs- und Nachrichtenindustrie verständlich.

Unverständlich ist, daß so viele "Linke" auf diese kapitalistische Ausbeutungsstrategie hereinfallen. Oder sie spekulieren auf den zwangsläufigen Verfall des menschlichen Miteinanders, um mit den Trümmern ihre Ideologie und ihren Machtanspruch zu legitimieren.
Heinrich Brück
24. Oktober 2014 12:37
Wann hört man endlich auf von den Englischen etwas lernen zu
wollen.
Die Afrikaner kommen als Eroberer deutschen Landes, als
Überflüssige ihrer eigenen Länder haben sie einen Weg des geringsten
Widerstandes gefunden, und nicht als Sklaven.
Deutschland braucht keine Zuwanderung. Der westliche Teil Eurasiens
ist amerikanisch besetztes Gebiet, warum sollten also die Amis
der Collierschen Argumentation zugänglich sein.
Die Vermehrungswut vitaler Völker kann nur eine starke Armeepräsenz
unterbinden, anderen Argumentationswegen wird den Eroberern nur
ein höhnischen Lächeln abringen.
Wer seinen Lebensraum nicht verteidigen kann, ist nicht souverän.
gerdb
24. Oktober 2014 14:27
Da Afrika sich jede Generation verdoppelt (eine Milliarde Menschen), besteht natürlich kein Grund dorthin zurückzugehen.
Ein Staat der an eine übervölkerte Welt u.a. Kindergeld zahlt ist für genannte Zustände mitverantwortlich (boatpeople).
Ein Fremder aus Elea
24. Oktober 2014 18:24
Und Afrika entwickelt sich doch!

Google Maps ist wahrscheinlich zuverlässiger als derartige Studien.
Carsten
24. Oktober 2014 19:28
Nächstes Jahr kommen 300.000 neue. Dann gibt's Krieg.
quer
24. Oktober 2014 21:02
"...Oder sie spekulieren auf den zwangsläufigen Verfall des menschlichen Miteinanders, um mit den Trümmern ihre Ideologie und ihren Machtanspruch zu legitimieren."

Erkannt!! Das genau ist der Punkt. War schon immer so: Teile und herrsche.
Hartwig
24. Oktober 2014 21:22
Die Argumentation mit den Verheerungen durch Auswanderung in den Herkunftsländern ist und bleibt für mich ein Sekundärargument.
Für primär halte ich US-amerikanische Kriegführung und Kriegstiftung rund um den Globus, ebenso wie das Diktat des Westens bezüglich Welthandelsregeln. In beiden Fällen zieht die sogenannte dritte Welt stets den Kürzeren, nicht mmer selbstverschuldet. Wer Einwanderung ablehnt, muss sich konsequenterweise gegen solche Politik wenden.
Aber einen Linken links zu überholen, in dem ich meine Ablehnung von Einwanderung mit geheuchelter Anteilnahme am Schicksal der Auswanderungsgesellschaft begründe, geht viel zu weit.
Findling
24. Oktober 2014 21:44
Es gibt keine 1000%, das können uns die unsere Moral-Vögte noch so oft vorlügen.
Jeder Zuwanderer bedeutet das Gewicht eines Deutschen weniger.
Wir werden keine 100 Kanzler haben. Es wird ein Türke, ein Senegalese oder vielleicht auch wieder ein Biodeutscher sein.
Da uns nur die reine "Menschlichkeit" verbindet, werden wir ein Haufen losen Sandes sein, wie die Chinesen zu einem Nicht-Volk sagen. Diese haben es in Zeiten der Fremdherrschaft lange genug erfahren.
Der wirtschaftliche Abstieg und der finanzielle Bankrott Europas, gemischt mit einigen Millionen Flüchtlingen, wird uns ein Feuerofen werden.

Eine Integration ist bei Massenzuwanderung nicht möglich. Zum einen verweilen die Leute in ihren Ethnien, zum anderen gelingt Integration bei gutem Willen letztlich erst in der 3. Generation.

Steuerlüge, Eurolügen, Integrationslüge, Globalisierungslügen , Lügen über Lügen.
Die Lüge ist die einzige Wahrheit.
Nordlaender
24. Oktober 2014 23:05
@ Martin

"Es gab eine Zeit, da musste man die Sklaven erst mühsam einfangen – Heute kommen sie freiwillig zu einem."

Zu mir ist noch kein Sklave gekommen. Ich lehne Sklavenhaltung generell ab, habe noch nie einen Sklaven gehalten.

@ Heinrich Brück

"Wer seinen Lebensraum nicht verteidigen kann, ist nicht souverän."

So sieht es aus. Im Kleinen ist es immer so: Wer bei mir in meinen Räumen eine Silberscheibe von Herbert Grönemeier auflegt - freilich traute sich das niemand - müßte mit einer Menge Ärger rechnen.
Im Großen ist es aber so, daß´wir Deutschen keinen eigenen Lebensraum besitzen, keinen eigenen Staat. Und schon gar nicht überfallen uns hier Moslems oder Afrikaner. Diese werden von den Herren, die über unseren Lebensraum gebieten, als Zivilokkupanten gegen uns eingesetzt.
Ein Fremder aus Elea
25. Oktober 2014 09:10
Hartwig,

links?

Collier beklagt doch im Klartext, daß die Umsetzung der entwicklungspolitischen Vorgaben in Afrika zu wünschen übrig läßt.

Das ist, meines Erachtens, ein sehr interessanter Punkt.

1. Wie sehen diese Vorgaben aus?
2. In welchem Maße werden sie konkret verfehlt?

Daß ein solcher Mißstand, wenn er denn tatsächlich bestünde, ein gutes Argument gegen Einwanderung wäre, ist allerdings fraglich.

Denn zwischen den Zeilen sagt Collier dbzgl. ja, daß Europa erfolgreich das gute Erbmaterial für die eigenen Gesellschaften abzweigt und für jemanden, der dbzgl. keine Vorurteile hat, bestünde also überhaupt kein Grund damit aufzuhören.

Wie gesagt, das ist, was er sagt.
Johannes Schüller
25. Oktober 2014 10:22
Lesenswert dazu: Das Interview mit Paul Collier zu "Exodus" bei der BN: http://www.blauenarzisse.de/index.php/gesichtet/item/4599-es-kommen-noch-mehr-auslaender
Martin
25. Oktober 2014 12:23
So,
dem Herrn Nordlaender (Warum eigentlich ohne unseren deutschen Umlaut "ä"?) geht mal wieder jeglicher Sinn für Humor oder Stilmittel wie Übertreibung etc. ab.

Schwarz und Weiß sind nicht umsonst die Farben von Preußen. Ein Land, welches im Übrigen die Sklavenhaltung dadurch perfektioniert hat, in dem es die "Pflicht" zu einer großen Geltung brachte und damit sich die Transporte aus Afrika und all die unschönen Umstände, welche in gewissen Gegenden der USA unabdingbar zur Wohlstandsgenerierung waren, vermieden hat. Ob es einen echten qualitativen Unterschied zwischen Onkel Toms Hütte oder einer Tätigkeit als Knecht in Ostelbien oder als Gemeiner in einer brandenburgischen Kaserne gab, darüber könnte man jetzt trefflich streiten.

Zu den Wechselwirkungen von Freiheit/Unfreiheit, Wohlstand/Armut, Herrschaft/Untertan, Kultur versus Unfreiheit, gäbe es einiges zu schreiben, was den Rahmen hier sprengen würde und was die meisten Rechten, obwohl in den seltensten Fällen in der Position des "Oben", in treuer Pflichterfüllung als anthropologische Konstanten abtun würde.

Um einmal den Herrn Marilyn Manson zu zitieren, der es auf populäre Weise so zusammenfasst (aus dem Lied: "Irresponsible Hate Anthem"):

Everybody's someone else's nigger, I know you are so am I
Nordlaender
25. Oktober 2014 13:45
@ Martin

"Es gab eine Zeit, da musste man die Sklaven erst mühsam einfangen – Heute kommen sie freiwillig zu einem."

Welche Sklaven kommen heute (Präsens) zu wem?

"Zu den Wechselwirkungen von Freiheit/Unfreiheit, Wohlstand/Armut, Herrschaft/Untertan, Kultur versus Unfreiheit, gäbe es einiges zu schreiben, was den Rahmen hier sprengen würde"

Gäbe (Konjunktiv) - wie auch immer. Mir reicht der Kommentarbereich aus, um eine Aussage im Indikativ zu tätigen.

Bin ein Rechter. Welche konkreten Pflichten habe ich da? Die grundsätzliche Polarität des Lebens (Licht und Schatten, Geburt und Tod) als anthropologische Konstante?
Stil-Blüte
25. Oktober 2014 14:29
@ Martin

Preußen und seine Fahne in Schwarz-Weiß - abgeschafft, nicht aber Schwarz-Weiß-Denken ('Freiheit/Unfreiheit...'). Ich könnte Ihnen viel von preußischer Geschichte erzählen. Etwas in mir weigert sich, Ihnen zu antworten: Gegen Schwarz-Weiß-Denken ist kein Kraut gewachsen, das kenne ich aus, mehr und mehr muß ich sagen, s e i t DDR-Bonzen-Zeit.

'Warum eigentlich ohne unseren deutschen Umlaut?'


Könnte es sein, daß Nordlaender nicht nur ein Pseudonym ist, sondern Nordlaender eine Tastatur bedient, auf dem das 'ä' nicht präsent ist?
Hühnerbaron
26. Oktober 2014 11:19
Mit dem Anwerbeabkommen wurde die erste Einwanderungswelle "von oben" ausgelöst. Heute braucht es keinen politischen Überbau, um die Migrationswelle loszutreten. Durch die Überbevölkerung dort (Nigeria oder Somalia bei 6 und mehr Kindern pro Frau https://www.google.de/webhp?sourceid=chrome-instant&ion=1&espv=2&ie=UTF-8#q=Bev%C3%B6lkerungswachstum%20Nigeria) und den relativen Reichtum hier ist ein natürlicher Magnetismus in Gang gesetzt. Dieser wird lediglich (im physikalischen Sinne) durch die politische Linke und Arbeitgebervertreter katalysiert (bzw. in Ländern mit strikterer Einwanderungspolitik) moderiert. Anders als in einem richtigen Krieg, kommt keine geballte Macht, kein Heer von 300.000 auf einmal, denen auch größere Idioten entgegentreten würden, sondern kleine Gruppen friedlich ohne sich als Kombattanten zu erkennen zu geben oder auch nur sich als solche zu fühlen. Wegen der schleichenden Natur der Veränderung bleiben die Proteste lau. Das Gleichnis des Frosches, der sich bei langsame Temperaturerhöhung kochen lässt, obwohl er bei abrupter Steigerung aus dem Topf gesprungen wäre, trifft hier sehr schön und erklärt auch den graduellen Unterschied zwischen Einwanderung gewöhnten Westen und eher ungewöhnten Osten. In diesem Gang ohne Waffen ist jeder Tag eine weitere Kapitulation.
Ein gebürtiger Hesse
26. Oktober 2014 17:57
Hühnerbaron - das war brilliant. Ich habe mir Ihren Kommentar eben kopiert und ausgedruckt, damit er mir nicht abhanden kommt. Danke für Ihren klaren Geist.

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