17. Januar 2015

Faulhaber exklusiv bei Antaios, Lichtmesz mit neuem kaplaken-Band

von Benedikt Kaiser / 11 Kommentare

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Theo Faulhaber_Abschied von Europa45_Lichtmesz_Charlie HebdoAls Theo Faulhaber "Zehn aktuelle Thesen zum Islam und Europa" publizierte, war das schon aufgrund des Publikationsortes etwas überraschend, denn die österreichische Tageszeitung Kurier gilt als dezidiert bürgerlich-linksliberal. Und: Der Autor war als deren Kolumnist nicht für konservative Programmatik bekannt.

Seine unvoreingenomme Beschäftigung mit dem Islam und den Herausforderungen moderner europäischer Gesellschaften verdichtete sich jedoch zu einem Buch, das der Verlag Antaios ab sofort exklusiv in der Bundesrepublik vertreibt: Abschied von Europa. Aus Abendland wird Morgenland.

Der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler sieht in Europa inneren Verfall und äußere Bedrohungen. Er konstatiert konkret - unter anderem - den Verlust des Maßes, den Verlust an Gemeinschaft, Wissen und Kultur. Dieses "Zeitalter der Verluste" münde in einem Abschied von Europa und bedeute nichts weniger als eine "welthistorische Wende". Faulhaber sucht aber auch Auswege aus der Misere, und verweigert sich dem gängigen Prozedere, nicht die Probleme zu bekämpfen, sondern deren Analysten:
These 10: Es geht demokratiepolitisch nicht an, den Islam zu immunisieren und Islamkritik mit der Nazi- und Faschismuskeule zu verfolgen. Dies ist ein Symptom jener Orientierungslosigkeit und tiefen Dekadenz, in der sich Europa befindet. Wenn sich Europa nicht auf seine Wurzeln und Identität besinnt, wird sich die im Gange befindliche Islamisierung beschleunigen, und dann könnte es bald Schluss sein mit der vielgerühmten Toleranz, wie viele Beispiele zeigen. Fazit: Die Wahrheit muss zumutbar sein – auch über den Islam …

Das Buch kann hier bestellt werden und erhält aktuelle Brisanz auch durch die jüngsten islamistischen Anschläge in Frankreich und Operationen in Belgien.

Vor allem die Ermordungen rund um Charlie Hebdo haben zum Teil merkwürdige Folgeerscheinungen hervorgerufen. Bei einer derartigen Ansammlung von Steilvorlagen ist es naheliegend, daß mit Martin Lichtmesz eine der brillantesten Federn alternativer Publizistik das Wort ergreift.

Nachdem er für diese Zeitschrift bereits von Anfang an die politischen und medialen Reaktionen auf den salafistischen Terror beobachtete, legt er nun vor, was in Deutschland nicht fehlen darf: eine explizit konservative, querliegende Deutung der Pariser Ereignisse und ihrer Folgen. Sie wird Teil der Reihe kaplaken, erscheint im März und trägt den Titel "Ich bin nicht Charlie". Lichtmesz untersucht im bereits 45. Band auch, wie es um die "Meinungsfreiheit nach dem Terror" bestellt ist. Hier geht's zur Vorbestellung! Und hier geht's zur Staffelabnahme (mit dem neuen Scheil und einem Nachdruck Kaltenbrunners.)

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Kommentare (11)

Meier Pirmin
17. Januar 2015 09:51
Es freut mich, dass der Band "Rekonstruktion des Konservatismus" meines einstigen Weggefährten Gerd-Klaus Kaltenbrunner wieder zugänglich gemacht wird. Ich erinnere mich beim Erscheinen der Erstauflage in Zürich an Lesetreffen von Lübbe-Schülern, u.a. auch mit dem späteren Schweizer Botschafter Widmer (Berlin) und dem Philosophen Rhonheimer, welche in einer Altwohnung in Zürich gemeinsam Kaltenbrunner lasen und diskutierten. Dass "Konservatismus" eine "Technik des nichtkatastrophischen Wandels" sei, war indes ein Ansatz, der keineswegs mit konservativer Revolution zu verwechseln ist. Noch interessant ist, dass Kaltenbrunner wie andere Konservative, etwa der Schweizer Nationalist James Schwarzenbach, seinerzeit noch viel mit dem Sufismus anfangen konnte und insgesamt bei der Kritik des linken Zeitgeistes über das Historische hinaus das Feinbild Islam nicht gepflegt hat. Meine eigene diesbezügliche Studie "Fundamentalismus - eine neue Bedrohung" (1989) war ihrerseits in einem konservativen Sinn islamfreundlich. Ich schlug damals noch eine Vereinbarung vor, gemeine Herabsetzung von Religionsstiftern und religiösen Symbolen zu ächten und sich bewusst zu machen, dass die Anerkennung von Blasphemie als Bestandteil der Meinungsfreiheit an den Grundlagen der Gesellschaft rühre. Im Sinn der Grundwerte nach Scheler, wozu das Heilige gehört, ist ja auch die juristisch geächtete Auschwitzlüge zumal eine Schändung des Andenkens der Opfer und primär Beleidigung einer Gläubigengemeinschaft. Die Verletzung des Grundwertes der Wahrheit zum Beispiel durch falsche Zahlen findet in fast allen Geschichtswerken statt, aber wirklich strafbar kann nur die Verletzung des Grundwertes des Heiligen sein, wenn man zum Beispiel die Zahl der Opfer in Auschwitz oder Dresden absichtlich nach unten verleugnet und so das Andenken von Toten schändet.


Aus konservativer Sicht neigte ich früher dazu, in den Muslimen langfristig Verbündete gegen die Linken zu sehen. Heute plädiere ich indes stärker für eine umfassende, auch nicht durch Blasphemieverbote eingeschränkte Meinungsfreiheit, welche aber trotzdem an das unbedingte ethische Postulat der Verantwortung gebunden sein sollte. Vor "Charlie"-Chefredaktor Charbonnier, gestern beigesetzt, sollte man, auch im Sinn von Carl Schmitts politischer Theologie, Achtung haben, weil er sich des absoluten Ernstfalls bewusst war, auf diesen hin lebte. Politische Überzeugungen sind so viel wert wie die Menschen, die dafür ihr Leben hinzugeben bereit sind. Diese Bilanz ist aber einigermassen erschreckend, weil terroristische Muslime diesen Grundsatz wohl auch unterschreiben würden. Unislamisch am Terror ist und bleibt aber die Selbstermächtigung zum Handeln. Es gibt für solche Taten keinen unmittelbaren Gehorsam dem Koran gegenüber, nur einen legitimierten Gehorsam. Beispielsweise wäre also die Ermordung von Salman Rushdie durch die Fatwa des Ayatollah Khomeini legitimiert, hingegen hatten aber nach dem gleichen Prinzip die Pariser Morde tatsächlich "nichts mit dem Islam zu tun", was aber nichts für den Islam beweist.
Monika
17. Januar 2015 09:51
Hallo, man kommt mit dem Lesen ja gar nicht mehr nach ! Und da fehlt noch die Werbung für " Kann nur ein Gott uns retten" und "Unterwerfung", die nächste Staffel.

Jetzt, wo PI immer mehr Konkurrenz durch die MSM ( vor allem durch originellere Kommentare) bekommt,
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/zeitungsleser-attackiert-wegen-mohammed-karikatur-auf-titelblatt-13373877.html
tobt die beste Party derzeit bei Sezession und SiN. Mit DJ Lightmesz und Djane Housewife ( mit de schöne Töschte).

Keine Angst PI-ler. Selbst wenn Kathrin Oertel ( das schöne Gesicht von Pegida) bei Günther Jauch einen Tourette-Anfall bekommt und Heil! Kräuter!
brüllt oder Je suis Adolphine haucht : die Bewegung wird überleben !
Siehe:
A) "Was Pegida und die 68-er gemeinsam haben" , weltonline 17.1.15
B) " Beginnt die Pegidisierung Europas ?"taz 1/15

Das läßt hoffen und braucht geistige Begleitung und Reflexion und anspruchsvolle Kommentare. Die Hochzeit der Sezessionisten ist angebrochen.
Apropos: DJ Götzi hatte einen Rezenionswettbewerb für das Lichtmesz Buch " Kann nur ein Gott uns retten" ausgerufen.
Einsendeschluss 20. Januar. Das schafft doch keiner !?

Zumal ein Folgeband zwingend erforderlich scheint: Natürlich kann nur ein Gott uns retten. Die Frage ist, ob es der Gott der Unterwerfung ist oder nicht doch ein anderer. Einer , der zu Deutschland und Europa gehört.
Der Götze Charlie ist jedenfalls nicht die Rettung, wie Herr Lichtmesz aufzeigt ( Hier Werbung einsetzen).
Und nun Adieu

Je suis Monique, eine Frau mit Geheimnis

P.S.Und nun seid ihr alle gemeint: Ich mache mir ernsthaft Sorgen um Raskolnikow !
Frenchman
17. Januar 2015 11:54
Ich bin fest davon überzeugt, dass die meisten AfDler, Pegidaisten usw. eine Menge Nachholbedarf an guten Büchern und Zeitschriften haben, jedoch kaum etwas über deren Existenz wissen.

Es ist jetzt an der Zeit, die Strömung weiter zu organisieren, zu vernetzen und mit dem nötigen geistigen Rüstzeug zu versehen.

Sezession und Antaios sind für die meisten wohl zu abgehoben und auf einem zu hohen Niveau. Was wir brauchen, sind zusätzliche, gut lesbare Bücher mit komprimierter Substanz. Die Kaplaken haben zwar in der Regel ein hohes Niveau, erfüllen aber ihren Zweck: Mehr als in einem Zeitungsartikel und weniger als in dicken Wälzern.

Jetzt gilt es auch die emotionale Seite zu bedienen: Dies sollte primär eine Sache der Belletristik sein, zumal es Leser gibt, die keine Sachbücher lesen. Raspail, Di Tullio, Houellebecq und hoffentlich noch viele andere, auch deutsche Autoren, können hier einen noch viel größeren Kreis ansprechen.

Wir haben ganze Bibliotheken voll qualitativ guter Bücher. Sorgen wir dafür, dass sie über unsere kleinen Kreise hinaus gelangen und verbreiten wir sie, schreiben wir Rezensionen und fügen wir sie offen oder weniger auffällig in unsere Leserbriefe und Kommentare in den MSM ein.

Antaios kann gar nicht genug gute und aktuelle Bücher produzieren. Es liegt jetzt an uns Lesern, diese geistige Schützenhilfe für die politischen Bewegungen und darüber hinaus verfügbar und interessant zu machen.

Und noch einmal: Ich wünsche mir mehr Verlagsinfos und ein professionelles Spendenmarketing.
Rainer Gebhardt
17. Januar 2015 14:40
Danke für die Lektüreempfehlung. Zum Reset der vernebelten Hirne verweise ich auf einen Artikel von Axel B.C.Krauss in "eigentümlich frei". Er beschreibt den bug im System Charlie (auch Demokratie genannt). Lesens- und nachdenkenswert. Und der Hinweis darauf, das es sich lohnt, die brisante Lage mit kühlem Kopf zu analysieren. Vor allem sollten jene geopolitisch geschaffenen Fakten nicht ausgeblendet werden, die Krauss hier benannt und näher beleuchtet hat. Es ist bekannt, dass nicht unerhebliche Teile/Gruppen/Gemeinschaften aus dem islamischen "Kulturkreis" erst von westlichen Geheimdiensten (insbesondere denen der US) radikalisiert bzw. aus der Taufe gehoben wurden um sie auf den geopolitschen Schachbrett gegen "bestimmte Gegner" wie z.B jetzt Russland, in Stellung zu bringen. Dass sie sich verselbständigt haben und nun auch den Gesellschaften in Europa zusetzen, wird wahrscheinlich noch als willkommener Kolateralschaden bilanziert. Zugleich, und das ist meine Einschätzung, wird der Islam - und hier v.a. die pauperisierten Massen unter den Einwanderern - in Westeuropa von Teilen der politischen Elite gegen jene soziale Schicht in der Gesellschaft mobilisiert, die dem Globalisierungsfuror kritisch bis ablehnend gegenüberstehen. Dem Beobachter sei dringend die Lektüre von Marx' "Der 18. Brumaire des Louis Bonaparte" empfohlen. Hier kann man nachlesen, wie die französische politische Elite des 19. Jahrhunderts sich des Lumpenproletariats bediente, um sich in einem Staatsstreich diktatorische Vollmachten gegen die Mittelschicht und das Proletariat zu verschaffen. Wem der Name Marx den Blutdruck in die Höhe treibt, sollte bedenken, das dessen methodischer Ansatz, die politische Lage ganz nüchtern aus der Analyse der Interessen aller Beteiligten abzuleiten - bis heute nichts an Aktualität verloren hat. Mit dem Fokus allein auf den Islam, auf die religiöse Verstocktheit und Radikalität bestimmter Mosleme, kommen wir nicht weiter, verschließt sich uns der größere globalstrategische Zusammenhang, von dem die Moslems nur ein Teil sind. Was wir erleben, ist die Errichtung eines Weltstaates unter der Dominanz führender Finanz- und Wirtschaftseliten. Das "alte Europa" wie wir es kennen, mit seinen noch bestehenden Traditionen, seinem kulturellen Selbstverständnis und seinen zum größten Teil noch traditionellem Familienmodell ist dem Globalstaat im Wege. Nichts leichter also als fremde Kulturen in diesen alten Gesellschaftskörper zu implantieren, um ihn zu schwächen und wehrlos zu machen gegenüber diktatorischen Maßnahmen von oben. Die Bürokratie in Brüssel, speziell unter der Ägide von Junker, zeigt, wie das geht: Nicht mit einem Gewaltakt, sondern langsam, Stück für Stück und unter Beihilfe der medialen Anästhesisten. In diesem Prozess ist dem Islam eine konkrete Funktion zugewiesen: Indem er quasi per ordre in die europäischen Gesellschaften einsickert, soll die Toleranz der "alten Europäer" bis zur Akzeptanz des Selbstverlusts ausgedehnt, die letzten kulturbedingten "Sentimentalitäten" ausgeräumt werden.
Frederick van Portshoven
17. Januar 2015 14:55
Dem Frenchman ist zuzustimmen. Die Masse braucht geistiges Rüstzeug, um die mitunter vorhandene Diffusität zu kanalisieren. Dadurch, dass der neue Houellebecq unweigerlich ein Bestseller werden wird (oder es bereits ist), ist zwar schon ein erster Schritt getan, aber da ist noch Luft nach oben. Ich denke, dass die Vermittlung unserer Standpunkte viel besser auf dem Wege der Belletristik funktioniert als über Sachbücher ("Skandaltitel" alá Sarrazin bilden hier die Ausnahme). Viel Hoffnung setze ich auf Das Heerlager der Heiligen, welches in der 1985 auf Deutsch erschienenen Version wohl nur schwer zu bekommen bzw. vergriffen ist. Dazu ein Feuilletonbeitrag in der FAZ aus dem Jahre 2005:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/das-schlechte-gewissen-koennen-wir-kaufen-1294555.html
Aufgrund seiner nicht abreißenden Aktualität und dem Umstand, dass es via Antaios endlich wieder auf Deutsch erhältlich ist, dürfte sich dieses Buch hoffentlich auch über den Kreis der Wissenden hinaus gut verkaufen.
Stil-Blüte
17. Januar 2015 18:44
@ an alle... an alle...
Ich fühle mich aufgerufen, zur Räson aufzurufen. Was heißt das?
(Vorausgeschickt sei, daß ich meinen Anspruchhier am allerbesten vertreten finde)

- Längere Texte durch gedanklich gegliederte Absätze (2 x schalten) anbieten
- Denglisch vermeiden
- Englisch u. a. Fremdsprachenzitate kennzeichnen (bestens durch Gänsefüßchen), am besten übersetzen oder vermeiden
- Bezugnehmend auf den jeweiligen Nutzer (@ plus Zitat)

Wir gehören zusammen.
Sara Tempel
17. Januar 2015 20:47
Martin Lichtmesz - begnadeter Autor!
Unsere Politiker denken, wir Deutsche, Franzosen, oder Ihr restlichen Europäer, wir ließen uns auf Dauer hinter´s Licht führen!
Alternativlos? Dummheit oder Heimtücke? "There is no alternative ... but to fight"
Jacobi
18. Januar 2015 10:22
Um Frenchmans Vorschläge aufzugreifen bzw. zu ergänzen:

Es ist jetzt an der Zeit, die Strömung weiter zu organisieren, zu vernetzen und mit dem nötigen geistigen Rüstzeug zu versehen.

Sezession und Antaios sind für die meisten wohl zu abgehoben und auf einem zu hohen Niveau. Was wir brauchen, sind zusätzliche, gut lesbare Bücher mit komprimierter Substanz. Die Kaplaken haben zwar in der Regel ein hohes Niveau, erfüllen aber ihren Zweck: Mehr als in einem Zeitungsartikel und weniger als in dicken Wälzern.

(...)

Antaios kann gar nicht genug gute und aktuelle Bücher produzieren. Es liegt jetzt an uns Lesern, diese geistige Schützenhilfe für die politischen Bewegungen und darüber hinaus verfügbar und interessant zu machen.


Besonders würde ich hier das "geistige Rüstzeug" und die "geistige Schützenhilfe" aufgreifen. "Wir", bzw. die SiN und Antaios, auch möglicherweise in Zusammenarbeit mit der Blauen Narzisse, könnten in diesem Bereich m.M.n. einen guten Beitrag leisten - und nur die genannten könnten dies vor dem Hintergrund ihres hohen Niveaus tun.

Ich persönliche könnte mir bspw. vorstellen, eine Art "Argumentationsleitfaden / -hilfe" zu veröffentlichen, der in "einfacher Sprache" verfasst ist und allen Interessierten zugänglich ist. Er könnte verschiedenste Themenbereiche, angefangen von Themen der Einwanderung, Multikultur, Wirtschaft bis hin zur einseitigen Berichterstattung der Medien reichen. Natürlich mit Fakten fundiert.

So konnte ich, um mal aus dem Nähkästchen zu plaudern, das ein oder andere Gespräch bezüglich der "tendenziösen Berichterstattung" der Öffentlich-Rechtlichen für mich gewinnen, als ich auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts hinsichtlich der Zusammensetzung des ZDF-Fernsehrats (bzw. der ZDF-Staatsvertrag) hinwies:

Im Einzelnen hieß es, dass „die Regelungen zur Zusammensetzung des Fernsehrats gemäß § 21 ZDF-StV [...] in verschiedener Hinsicht gegen Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG" verstoßen 2 . Betrachtet man den einschlägigen Gesetzestext, so stellt sich die Frage, wie es mit der vermeintlichen Pressefreiheit in Deutschland steht. Sogar das Bundesverfassungsgericht bestätigt, dass folgendes Grundgesetz missachtet wird: „Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet“.
Somit hat zumindest die höchste judikative Instanz in der Bundesrepublik die Zusammensetzung der Mitglieder im ZDF-Fernsehrat als unrechtmäßig erkannt. Deutlicher geht es wohl kaum. Im dazugehörigen Absatz steht weiterhin: „Eine Zensur findet nicht statt.“ Wenn aber die Freiheit der Presse und der Berichterstattung nicht existiert, existieren auch keine objektiven Darstellungen gesellschaftlicher, politischer oder wirtschaftlicher Sachverhalte. Und wo keine Objektivität herrscht, herrschen
Voreingenommenheit, Dogmen, Ideologien und politisch gefärbte Meinungseinfalt. Und wenn diese Meinungseinfalt eine undifferenzierte, politisch-ideologisierte Meinung in der Bevölkerung erzeugen soll, herrschen letztendlich Lüge und Zensur. Harte, aber wahre Worte. Und welche Farbe diese Einfalt trägt, ist nur unschwer zu erkennen: Schwarz-Rot-Grün.
Mit dem Zweiten sieht man besser: Oder mit dem Linken sieht man das, was man sehen will - finde ich recht amüsant diesen Satz.

- oder auf die ein oder andere Studie über die Einstellung von Politikjournalisten, die dann natürlich ihre Berichterstattung beeinflusst, z.B.:

Lünenborg M (2010): Politikjournalistinnen und –journalisten. Aktuelle Befunde zu Merkmalen und Einstellungen vor dem Hintergrund ökonomischer und technologischer
Wandlungsprozesse im deutschen Journalismus.
https://www.dfjv.de/documents/10180/178294/DFJV_Studie_Politikjournalistinnen_und_Journalisten.pdf
Waldschrat
18. Januar 2015 18:25
P.S.Und nun seid ihr alle gemeint: Ich mache mir ernsthaft Sorgen um Raskolnikow !


Bemerkenswert, ich habe auch dieser Tage festgestellt, daß ich den alten Kauz vermisse. Wirklich, vermisse! Seine Beiträge waren immer Leuchtfeuer für Herz und Hirn.

Wenn Du das liest, Raskolnikow, irgendwo im Niemandsland zwischen Pralinen und Likör: Du wirst gebraucht in diesen bewegten Tagen!
Sturmvogel
18. Januar 2015 23:04
In der letzten Zeit bekomme ich das Gefühl, dass viele Journalisten noch schnell mal was gegen den Islam gesagt haben wollen.
Es sind aber die selben, die seit Jahren gegen die Kassandrarufer anschreiben.
Es scheint, als wollen sie sich versichern: "Ich gehöre nicht zu denen die mit Mainstream, Lügenpresse, Presstituierten, Systemmedien etc gemeint sind. Denn ich habe ja mal einen Artikel geschrieben"
Es scheint als wollen die Zeitungen durch ein Schrotschussprinzip so viele Leser wie möglich binden - nie festlegen, nie eine Blattlinie, und zu allem mal alles gesagt. Der Grundtenor bleibt: Wir geben die Linie der Masse vor.

Zu Raskolnikow: Vllt. hat es ihn geschmerzt, dass es doch die Demos waren, die die Diskussionsstarre aufgebrochen haben, die für einen Zustrom zu Sezession, JF, BN gesorgt haben. Denn ich erinnere mich, dass er wegen der Verdammung von Demos sehr hart und unverhältnismäßig hier angegriffen wurde.
Hartwig
19. Januar 2015 08:27
Für Raskolnikow ist PEGIDA Kindergeburtstag mit Ringelpiez. Nicht ausgeschlossen, dass die Zeit ihm recht geben wird.

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