Die Kosten der Einwanderung (I)

von Felix Menzel / 21 Kommentare

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

bereicherungsmythos_kosten-der-einwanderung_720x600Das Institut für Staatspolitik hat gerade eine Studie über den „Bereicherungsmythos“ und die „Kosten der Einwanderung“ vorgelegt. Es handelt sich hierbei um ein schwieriges Thema, weil vor jeder Berechnung erst einmal grundsätzliche Fragen geklärt werden müssen. Wer überhaupt das (finanzielle) Risiko einer Migration zu tragen hat, dürfte dabei der neuralgische Punkt sein.

Nahezu alle Politiker der etablierten Parteien suggerieren, Deutschland verfüge in naher Zukunft über zu wenige Arbeitskräfte und brauche deshalb Einwanderer, um den erreichten Wohlstand zu sichern. Das klingt nach einer „win-win-Situation“: Die Ausländer können in Deutschland höhere Löhne als in ihrer Heimat erzielen und die Deutschen erhalten auch in Zukunft eine Rente, weil die zugewanderten Arbeitskräfte die Sozialkassen füllen.

Noch traumhafter klingt diese Rechtfertigung für die derzeitige Masseneinwanderung nach Deutschland, ergänzt man sie um einige Prognosen zur internationalen Wirtschaftsentwicklung. Führende Wissenschaftler in diesem Feld betonen immer wieder, das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) könne in den nächsten Jahrzehnten um 50 bis 150 Prozent steigen, wenn denn nur endlich diese nervigen Staatsgrenzen eingerissen werden. Es geht hier um astronomische Zahlen: Ein Anstieg um 50 Prozent würde beim derzeitigen BIP der Welt von 77,6 Billionen Dollar fast 40 Billionen Dollar bedeuten, 150 Prozent würden eine Steigerung um mehr als 116 Billionen Dollar ergeben.

Die Rechnungen für solche Prognosen liefern Ökonomen wie der Amerikaner Michael Clemens vom Center for Global Development (CGD). Er erweckt den Eindruck, wir könnten sofort die Billionen-Dollar-Scheine vom Fußweg einsammeln, wenn wir nur endlich die größten Migrationsbeschränkungen aufheben würden. Das Kalkül dahinter wird deutlich, wenn wir die Welt einfachheitshalber in „reich“ und „arm“ aufteilen. Im reichen Teil, so die Erklärung von Clemens, verdient eine Milliarde Menschen im Durchschnitt 30.000 Dollar pro Jahr. Im armen Teil der Erde leben dagegen sechs Milliarden Menschen, die im Schnitt nur 5.000 Dollar pro Jahr verdienen. Wenn nun die Armen in die reichen Länder ziehen, erzielen sowohl sie als auch die Weltwirtschaft enorme Gewinne, auch wenn die Einwanderer nur 60 Prozent des Lohnniveaus erreichen sollten.

Den heimlichen Gewinner in dieser Rechnung erwähnt Clemens unterdessen nur indirekt: Es sind die Unternehmen in den reichen Ländern, die billige Arbeitskräfte gestellt bekommen und Lohneinsparungen realisieren können. Es ist dabei unvorstellbar, in welchem Ausmaß die Forscher Massenwanderungen von armen in reiche Länder prognostizieren oder sich sogar wünschen. Man ist sich relativ einig, daß 40 bis 60 Prozent der Bewohner der allerärmsten Länder auswandern möchten. Abgehalten werden sie bisher nur von den Kosten der Migration und einigen gesetzlichen Bestimmungen, die eine Auswanderung erschweren.

Bei einer weiteren Lockerung der Einwanderungsbestimmungen, die derzeit sowohl von der Wirtschaft als auch Politik nahezu aller westlichen Staaten vorangetrieben werden, könnte dies also bedeuten, daß 200, 300 oder vielleicht auch 500 Millionen Menschen in den „Kristallpalast“ (Dostojewski) des Westens eindringen wollen. Clemens und andere Forscher können sich dieses Szenario durchaus vorstellen und bestreiten, daß dies negative Auswirkungen auf die Herkunftsländer der Migranten habe.

Nur im Hinblick auf ein Problem spucken sie den Einwanderungsbefürwortern im wohlhabenden Westen in die Suppe. Es besteht kein Zweifel darüber, daß bei fortgesetzter Masseneinwanderung, die über den tatsächlichen Bedarf an Arbeitskräften hinausgeht, die Löhne der Einheimischen leicht sinken. Die Ökonomen haben übrigens auch dafür eine Lösung parat: Für den Fall, daß die Einheimischen gegen eine Lockerung der Einwanderungsbestimmungen protestieren, ist eine zusätzliche Steuer für Einwanderer vorgesehen, die diese zahlen sollen, damit die Nachteile der Einheimischen kompensiert werden können. Ideen für solche Steuern gibt es zahlreiche: Manche Wissenschaftler, die Nachteile für die Herkunftsländer durch die Massenmigrationen des 21. Jahrhunderts befürchten, wollen dieses Problem einfach damit lösen, daß die Migranten eine Abgabe an ihre Heimatstaaten entrichten müssen.

Alle diese Kosten-Nutzen-Analysen der weltweiten Massenmigrationen sind jedoch in erschreckender Weise menschenverachtend. Sie behandeln den Menschen lediglich als „Humankapital“, das an einem beliebigen Ort auf der Welt eingesetzt werden kann, und folgen einer fatalen Umverteilungslogik. Man kann dagegen zunächst recht einfach Argumente finden: Gemäßigte Einwanderungskritiker wie ifo-Präsident Hans-Werner Sinn, die noch in Talkshows auftreten und Kolumnen für die etablierten Medien verfassen dürfen, haben zu genüge auf die offensichtlichen Mängel der Berechnungen von Migrationslobbyisten hingewiesen. Dann kommt auf einmal heraus, daß in Deutschland Einwanderer keineswegs die Sozialkassen füllen, sondern den Steuerzahler unter dem Strich etwas kosten.

Doch mit Hilfe von Umverteilung, Steuern und kosmetischen Korrekturen ist es für einen Staat recht einfach, auf solche schlechten Nachrichten zu reagieren. In Kanada, das viele zu Unrecht als vorbildliches Einwanderungsland ansehen, läuft das übrigens genau in dieser Weise. Seit Jahren funktioniert das dortige Punktesystem nur unzureichend und die Reaktion ist immer dieselbe: Es wird an einigen Schrauben gedreht, um das System „effizienter“ zu machen. Die Frage aber, ob das System überhaupt gut ist, wird umgangen.

Worum müßte es also wirklich gehen, wenn über Kosten und Nutzen von Einwanderung gesprochen wird? De facto ist es schon heute jedem Menschen möglich, sich an fast jedem Ort der Welt niederzulassen, wenn er dies aus eigener Kraft schafft. Dazu braucht man in der Regel vor der Auswanderung eine Arbeitsstelle sowie ausreichende Sprach- und Kulturkenntnisse. Da nur ein kleiner Bruchteil der Menschen über den dazu nötigen Mut, die Intelligenz und das Quentchen Glück verfügt, können all jene Migrationen, die aus eigener Kraft erfolgen, auch tatsächlich als Bereicherung der Aufnahmegesellschaft angesehen werden.

Um die Akzeptanz dieser Migranten geht es jedoch in der Einwanderungsdebatte überhaupt nicht. Vielmehr wollen die Einwanderungsbefürworter, daß der Staat Anreize schafft, damit auch diejenigen einwandern, die dazu eigentlich nicht in der Lage sind. Und es kommt noch schlimmer: Sie fordern dann zusätzlich auch noch, daß der Staat das Risiko für die durch falsche Anreize entstehenden Massenmigrationen übernimmt. Er soll also im Zweifelsfall die Einwanderer und ihre Verwandten durchfüttern und alle Kosten übernehmen, die durch die Migration entstehen.

Wenn um den Nutzen der Einwanderung gestritten wird, geht es aus Sicht des Staates um die Frage, ob es sich gelohnt hat, dieses Risiko zu übernehmen oder nicht. Der Staat kommt bei dieser Bewertung gut weg, wenn er suggerieren kann, daß die bisherige Politik keine wirklich spürbaren Kosten verursacht hat und für die Zukunft große Gewinne zu erwarten sind.

Der Denkfehler liegt jedoch genau hier: Es ist vollkommen egal, ob Einwanderung einen volkswirtschaftlichen Nutzen oder Schaden hat. Die Aufgabe des Staates ist es immer, die damit verbundenen Risiken zu minimieren. Das heißt, er muß illegale Flüchtlingsströme bekämpfen, abgelehnte Asylbewerber konsequent in ihre Heimat zurückschicken, Einwanderung in die Sozialsysteme unmöglich machen und kriminelle Ausländer bis hin zur Abschiebung hart bestrafen.

Daß diese eigentlich selbstverständlichen Maßnahmen in Deutschland lediglich in den Parteiprogrammen rechter Parteien auftauchen, liegt am egalitären Freiheitsbegriff unserer Gesellschaft. Die Grundforderung hinter diesem egalitären Freiheitsbegriffs lautet, daß jeder vom Staat ein Wohlstandsniveau gestellt bekommen muß, das ihm ein Leben in Freiheit ermöglicht. Das ist eine schöne Utopie, aber leider unmöglich.

Sowohl praktikabel als auch ethisch vertretbar ist hingegen ein Freiheitsbegriff, der die Verantwortung des Individuums in den Mittelpunkt stellt. Nach diesem Verständnis muß jedes Individuum das Risiko für eigene Entscheidungen wie z.B. eine Auswanderung selbst tragen.

Teil zwei dieses Beitrags erscheint nächste Woche und beschäftigt sich nach diesen Vorüberlegungen intensiver mit der IfS-Studie über den „Bereicherungsmythos“. Mehr Artikel vom Autor zur Einwanderungskritik gibt es hier. Sein Buch Die Ausländer. Warum es immer mehr werden hier im Antaios-Laden.

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

Kommentare (21)

Belsøe
Zur tatsächlichen Arbeitsmigration kann man zudem noch feststellen, dass auch hier keineswegs alles so reibungslos läuft, und die akademisch ausgeheckten Probleme wiederum der realwirtschaftlichen Ebene aufgebürdet werden. Eine mir bekannte deutsche Krankenschwester, die in Schweden lebt und arbeitet, mokiert sich z.B. durchaus deutlich, dass manche orientalische und osteuropäische Importärzte sowohl fachlich oftmals andere, teils auch weniger Dinge können als das was man von einem nordeuropäischen Arzt erwarten kann, und worauf die Arbeitsabläufe zugeschnitten sind. Dass der Ton gegenüber dem Pflegepersonal (dass dort eine hohe Selbständigkeit und fachlichen Respekt gewohnt ist) dann noch teilweise die Selbstherrlichkeit des heimatlichen Berufsverständnisses spiegelt, führt zu einer subjektiven Verschlechterung von Produktivität und Arbeitsklima, auch wenn in der Statistik alles stimmt - gute Ausbildung, feste Stelle und Steuerzahler. Meine Tante hat während der (schwer belastenden und tödlichen) Tumorerkrankung ihres Mannes wochenlang kein anständiges Aufklärungsgespräch in der Klinik bekommen, nur Radebrech von einem ägyptischen Arzt, dem man ganz im Sinne von "alles kein Problem" nur rudimentärste Sprachkenntnisse hatte angedeihen lassen, und das auf einer sehr Angehörigen-lastigen Krebsstation.

Aus eigener Erfahrung (ebenfalls ein Bereich mit gewissen Freiheiten, aber auch hoher "Eigensteuerung") kann ich von Kollegen berichten, die es schlichtweg kulturell nicht gewohnt waren, den gewährten Freiheiten mit Verantwortung zu begegnen. Es gab auf Arbeit keinen Capo, die ersten zwei Krankentage waren auf Vertrauensbasis ohne Attest möglich - ratet mal, wer am ausgiebigsten schwänzte, Aufgaben einfach liegen liess/nicht sah und nicht gewährte Urlaubswochen einfach als Krankschreibung an die kulant gewährten Wochen dranhängte, weil sich die weite Heimreise sonst nicht lohnt. Ein Fünkchen Solidarität, da dann ja jemand anderes Doppelschichten fahren muss - Fehlanzeige. Andere waren (ebenfalls kulturell bedingt) nicht in der Lage, eigene Fehler zügig und offen zu melden und auf die Kappe zu nehmen, weil Mamas kleiner Pascha zum Familiengenie ernannt wurde. Dabei gibt es bei uns für sowas nicht mal Ärger, Ehrlichkeit vorausgesetzt.

Nun würde nur ein Idiot aus solchen Erlebnissen heraus alle über einen Kamm scheren. Ich habe selbst auch positive Gegenbeispiele parat. Trotzdem sind also selbst bei Fachkräften inhaltliche, fachliche, arbeitsmoralische und verhaltensmässige Unterschiede festzustellen, die sich keineswegs von selber in Wohlgefallen auflösen.

Von Leuten, die "Bäcker" oder "Mechaniker" sind weil sie entsprechende Arbeitserfahrung senegalesischen Standards haben, darum aber noch lange nicht wie ein deutschen Mechatroniker oder ein in allen Vorschriften kundiger deutscher Bäcker einsetzbar sind, wollen wir gar nicht erst anfangen. Selbst deren positive Bilanz liesse sich erst nach Investitionen in ihre Aus- und Weiterbildung realisieren.

Das ist dann wirklich alles nur noch Verschiebemasse, und die Leute sollten endlich mal begreifen dass die GEGEN UNS in Stellung gebracht werden, weil wir die unverschämte Erwartung hegen, für Vollzeitarbeit so etwas wie Mittelstand bleiben oder werden zu dürfen. Frei nach Brecht ist man wohl wirklich dabei, sich ein neues Volk zu wählen...und im Gegensatz zu früher ist es dem Geld der Wirschaft komplett schnuppe, wie die Rechnung für das Geld des Allgemeinwesens aussieht.
Holzfäller
Dieses ganze Gerede von den hohen Kosten die Einwanderung verursacht, ist mir völlig egal. Selbst wenn hier nur hochqualifizierte Kräfte und uns überlegenere Nationalitäten aus Indien oder Vietnam (mit denen es kaum bis gar keine Probleme gibt) zuwandern würden, wäre Massenzuwanderung selbstverständlich abzulehnen. Es sollte auch bei Konservativen nicht immer nur ums Geld oder das BIP gehen, für den Erhalt unserer Heimat und unseres Volkes (ohne Aufnordungsphantasien) im Ausgleich zu einem deutlich bescheideneren Lebensstil, dagegen wäre doch nichts einzuwenden.
Marcus Junge
"Es handelt sich hierbei um ein schwieriges Thema, weil vor jeder Berechnung erst einmal grundsätzliche Fragen geklärt werden müssen. Wer überhaupt das (finanzielle) Risiko einer Migration zu tragen hat, dürfte dabei der neuralgische Punkt sein."

Der "neuralgische Punkt" ist doch längst geklärt worden, die zum Aussterben befohlenen heimischen Völker bezahlen, auch bekannt als Steuerzahler. Also die gleiche Scheiße wie bei jedem Sozialismus, nur in verschiedenen Farben und Geschmacksrichtungen präsentiert. Egal ob EEG, Bankenrettungen, Eurorettung oder halt Umvolkung, es zahlt immer der "Staat" = Steuerzahler, mit Geld, Schuldscheinen und daher der Zukunft.

Und zur Berechnung der "Kosten"
FAZ 2007 50Mrd € jährlich;
Spiegel 1973 250.000 DMark pro Türke;
oder Dr. Proebstl letzte Woche 130Mrd € jährlich, immer bezogen auf die BRD. Und das sind nur Kosten an Geld, ohne die sonstigen Kosten, wie das Überleben des eigenen Volkes / der eigenen Kultur / von einem selbst, bei der nächsten Benutzung des öffentlichen Raumes ( http://www.pi-news.net/2015/03/dresden-eishockey-star-niedergestochen/ ).
Umvolkung von Tibet ist ganz böse, da rennt der westliche Depp auf die Straßen und will die Chinesen wieder rausjagen. Wenn der gleiche Mist im eigenen Land erfolgt, dann muß man es bejubeln, weil alles so schon islamisch-grün und negrid-schwarz wird. Und wehe einer sagt auch nur ein Wort dagegen oder greift gar zur Waffe und wehrt sich gegen diesen Völkermord (gemäß anerkannter Definition der UNO).
Peter Marselis
Ich war über die Simplizität der Argumentation des Herrn Clemens doch ein wenig erstaunt – er ignoriert elementarste wirtschaftliche Zusammenhänge.
Das Gehalt, das ein Arbeiter erzielen kann, hängt von seiner Produktivität ab. Diese wiederum ist hauptsächlich durch seine Fähigkeiten definiert. Ein Umzug in ein anderes Land ändert nichts an diesen – im Gegenteil, es ist anzunehmen, dass insbesondere bei Geringqualifizierten die wenigen vorhandenen Fähigkeiten im Heimatland besser einsatzbar sind als im Zielland: Ein afrikanischer Landarbeiter mag zu Hause einen bescheidenen Mehrwert erwirtschaften, in Deutschland wird er angesichts fehlender Sprachkenntnisse, Schulabschlüsse und Berufsausbildung fast unweigerlich arbeitslos. Diesen „skill gap“ kann man bei Erwachsenen Einwanderern – zumal aus einem kulturfremden Raum – auch nicht mehr schließen. Global gesehen wird so Wert vernichtet, da man eine Arbeitskraft aus dem Verkehr gezogen und zusätzlich Kosten erhöht hat – die Lebenshaltungskosten in Deutschland sind nun mal deutlich höher.
Ich bin mit Herrn Menzel einverstanden, dass die wirtschaftliche Betrachtungsweise längst nicht die einzige sein darf, aber wenn dies das Hauptargument der Gegenseite ist, dann sollte man sich auch damit beschäftigen – zumal wenn es so einfach zu zerpflücken ist.
Karl Martell
Einen langen Krieg ertragen wenige, ohne seelisch zu verderben; einen langen Frieden erträgt niemand. Diese Friedenszeit von 1945 bis heute hat alle weißen Menschen satt, begehrlich, urteilslos und unfähig gemacht, Unglück zu ertragen: die Folge sehen wir in den utopischen Vorstellungen und Forderungen, mit denen heute jeder Demagoge auftritt, Forderungen an die Zeit, die Staaten, die Parteien, vor allem »die anderen«, ohne an die Grenzen des Möglichen, an Pflichten, Leistungen und Entsagung auch nur zu erinnern.

Dieser allzu lange Friede über dem vor wachsender Erregung zitternden Boden ist eine furchtbare Erbschaft. Kein Staatsmann, keine Partei, kaum ein politischer Denker steht heute sicher genug, um die Wahrheit zu sagen. Sie lügen alle, sie stimmen alle in den Chorus der verwöhnten und unwissenden Menge ein, die es morgen so und noch besser haben will wie einst, obwohl die Staatsmänner und Wirtschaftsführer die furchtbare Wirklichkeit besser kennen sollten. Aber was für Führer haben wir heute in der Welt! Dieser feige und unehrliche Optimismus kündet jeden Monat einmal die »wiederkehrende
Konjunktur und prosperity an, sobald ein paar Haussespekulanten die Kurse flüchtig steigen lassen; das Ende der Arbeitslosigkeit, sobald irgendwo 100 Mann eingestellt werden, und vor allem die erreichte »Verständigung« der Völker. Und in allen Versammlungen und Zeitungen hallt das Wort Krise wider als der Ausdruck für eine vorübergehende Störung des Behagens, mit dem man sich über die Tatsache belügt, daß es sich um eine Katastrophe von unabsehbaren Ausmaßen handelt, die normale Form, in der sich die großen Wendungen der Geschichte vollziehen.


Denn wir leben in einer gewaltigen Zeit. Es ist die größte, welche die Kultur des Abendlandes je erlebt hat und erleben wird. Die Form der Welt wird heute aus dem Grunde umgeschaffen wie damals durch das beginnende Imperium Romanum, ohne daß das Wollen und Wünschen »der meisten« beachtet und ohne daß die Opfer gezählt werden, die jede solche Entscheidung fordert. Die feige Sicherheit vom Ausgang des vorigen Jahrhunderts ist zu Ende. Das Leben in Gefahr, das eigentliche Leben der Geschichte, tritt wieder in sein Recht.

Wer Geschichte nicht erlebt, wie sie wirklich ist, nämlich tragisch, vom Schicksal durchweht, vor dem Auge der Nützlichkeitsanbeter also ohne Sinn, Ziel und Moral, der ist auch nicht imstande, Geschichte zu machen. Hier scheidet sich das überlegene und das unterlegene Ethos des menschlichen Seins. Das Leben des einzelnen ist niemand wichtig als ihm selbst: ob er es aus der Geschichte flüchten oder für sie opfern will, darauf kommt es an. Die Geschichte hat mit menschlicher Logik nichts zu tun. Ein Gewitter, ein Erdbeben, ein Lavastrom, die wahllos Leben vernichten, sind den planlos elementaren Ereignissen der Weltgeschichte verwandt. Und wenn auch Völker zugrunde gehen und alte Städte altgewordener Kulturen brennen oder in Trümmer sinken, deshalb kreist doch die Erde ruhig weiter um die Sonne und die Sterne ziehen ihre Bahn.

Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung
Karl Martell
Die ständig ansteigenden Flüchtlingsströme aus den infolge der amerikanischen Machtpolitik destabilisierten Ländern Afrikas und des Nahen Ostens überschwemmen Europa. Das bedeutet den beabsichtigten Import künstlich durch Kriege erzeugten Elends nach Europa mit allen Auswirkungen auf das wirtschaftlich bereits in weiten Bereichen geschwächte und hoch verschuldete Abendland, siehe Griechenland, Spanien, Portugal und jetzt auch noch Frankreich. Leichter kann man einen mißliebigen Konkurrenten nicht aus dem Feld räumen. Wer das nicht sehen kann, ist blind oder er will es nicht sehen.

Die Einwanderung geschieht im Wissen um die unausweichliche Verdrängung der einheimischen Volksgruppen. Der systematisch gelenkten Überfremdung liegt der Hooton-Plan zugrunde.

Mit Wirtschaft hat das ganze deshalb nur insoweit etwas zu tun, als es der Vernichtung derselben dient. Die Zerstörung der Völker folgt daraus.

In seinem Buch „Capitalism and Freedom“ von 1962 stellte Milton Friedman, Galionsfigur der Chicagoer School, fest:

„Nur eine Krise – eine tatsächliche oder empfundene – führt zu echtem Wandel. Wenn es zu einer solchen Krise kommt, hängt das weitere
Vorgehen von den Ideen ab, die im Umlauf sind.
Das ist meiner Ansicht nach unsere Hauptfunktion: Alternativen zur bestehenden Politik zu entwickeln, sie am Leben und verfügbar zu
halten, bis das politisch Unmögliche politisch unvermeidlich wird.“
Stannis
Wenn man sich so ansieht wie die offene Grenzen-Fraktion den Einheimischen die Massenzuwanderung schmackhaft machen will, fragt man sich ob man es mit politischer Naivität, tiefer Unehrlichkeit oder Träumen aus dem akademischen Wolkenkuckucksheim zu tun hat.

Die vom Autor vorgestellten Sondersteuern für Migranten sind da nur das Sahnehäubchen. Da wird zum Beispiel gefordert Immigration (mit dem Ziel dauerhafter Niederlassung) und Arbeitsmigration strikt getrennt zu betrachten. Wie gut die Rücksendung von Gastarbeitern funktioniert kann man ja am Beispiel der Vietnamesen und Türken sehen. Andere gehen gleich weiter und meinen die westlichen Ländern sollen doch bitte die Gastarbeiterpolitik der Golfstaaten emulieren(!). Mann muss bei weitem kein Genie sein um sich zu fragen warum (in deren Selbstverständnis) moderate und klassisch liberale Ökonomen den Linken solche politischen Steilvorlagen liefern möchten.
Simon
Karl Martell: Danke für das tolle Spengler-Zitat.

Ich stelle mir gerade vor, wie der Stubengelehrte Spengler gemütlich in seinem Schaukelstuhl sitzt, ein warmes Deckchen über den Beinen, ein dickes Buch auf dem Schoß und versonnen in den Abendhimmel blickt und philosophiert:

"Und wenn auch Völker zugrunde gehen und alte Städte altgewordener Kulturen brennen oder in Trümmer sinken, deshalb kreist doch die Erde ruhig weiter um die Sonne und die Sterne ziehen ihre Bahn."

Das hat er wirklich sehr schön gesagt.
KW
Alles Normale beginnt, wenn die Wirtschaft, Politik und Medien begreifen würden, daß wir alle eben nicht gleich sind. Wir Menschen sind rassisch, kulturell, religiös, sprachlich und von der Intelligenz her völlig unterschiedlich. Daher hat dieser Verschiebebahnhof Mensch keine Zukunft.
Belsøe hat es in einem KH beschrieben. Dazu kommt noch die Käuflichkeit der Abschlüsse in vielen Ländern. Ich hatte schon vor 10 Jahren abgelehnt, von einer asiatischen Hautärztin behandelt zu werden. Ist aber doch biologisch völlig normal, daß man Fremdes ablehnt. Was uns künstlich aufgezwungen wird, ist menschenfeindlich.
Arkanthus
Guter Punkt, @Holzfäller. Der (zumal konservative) Diskurs sollte nicht in ökonomischen Fragen seinen Schwerpunkt finden. Wenn der Erhalt von Volk und Heimat schon kein öffentlichkeitsfähiger Punkt ist, dann sollten v.a. die sozialen Folgen grenzenloser Masseneinwanderung diskutiert werden, was nur ein anderes Etikett desselben Inhalts ist (schleichender Bürgerkrieg = schleichender Heimatverlust). Konservative Belange können durchaus zeitgeistgerecht verkauft werden, um eine größere Hörerschaft schamfrei anzusprechen.

Daher muß übrigens auch das Thema radikaler Islam und Terrorismus nicht so verdruckst gemieden werden, wie einige Rechte das tun, um nur ja nicht in die liberale Ecke gestellt zu werden.
Joachim
Auch mir ist es egal, welche Qualifikation und welches Vermögen fremde Siedler haben, die es in die BRD zieht. Ich will überhaupt keine Kolonisierung durch fremde Siedler.
Nemo Obligatur
Holzfäller
Montag, 16. März 2015, 10:23 (URL) | Kurz-URL

Dieses ganze Gerede von den hohen Kosten die Einwanderung verursacht, ist mir völlig egal. Selbst wenn hier nur hochqualifizierte Kräfte und uns überlegenere Nationalitäten aus Indien oder Vietnam (mit denen es kaum bis gar keine Probleme gibt) zuwandern würden, wäre Massenzuwanderung selbstverständlich abzulehnen. Es sollte auch bei Konservativen nicht immer nur ums Geld oder das BIP gehen, für den Erhalt unserer Heimat und unseres Volkes (ohne Aufnordungsphantasien) im Ausgleich zu einem deutlich bescheideneren Lebensstil, dagegen wäre doch nichts einzuwenden.


Dem ist nur wenig hinzuzufügen. Ich würde vielleicht sagen, das es vor allem bei Konservativen nicht immer nur ums Geld gehen sollte. Aber wenn schon, dann sollte man auch richtig rechnen. Diese Studien liegen ja fast immer falsch. Man erinnere sich nur an den Euro! Da wurde uns lang und breit vorgerechnet, was das bringt, in Prozentpunkten des BIP auf zwei Nachkommastellen. Inklusive des blödsinnigen Negativbeispiels eines Touristen, der die ganze EU bereits und an jeder Grenze aufs neue seine Währung in die Lanndeswährung tauscht. Um am Ende der Reise festzustellen, dass er ein Drittel der Summe nur durch den Umtausch verloren hat. Als ob es jemals solch einen Reisenden gegeben hätte. Von Griechenland und seinen 300 Mrd. Euro (das sind übrigens fast 600 Mrd. DM! - eine Wahnsinnsumme) war seinerzeit übrigens regierungsamtlich nicht die Rede. Von ähnlicher Qualität sind heutzutage die ganzen Hirnchirurgen, Softwareingenieure und Raketenwissenschaftler mit Migrationshintergrund, die uns die Presse weismachen will.

Welche Kosten gehen mit der Verbuntung der Gesellschaft einher.
Anschauungsunterricht gibt es weltweit zur Genüge. Deutschland ist bunt, gewiß. Aber der Libanon auch, ebenso wie Jugoslawien oder das, was davon noch übrig ist. Bunt ist außerdem nahezu jeder afrikanische Staat. Mit der Folge, dass die Stammesangehörigen die Loyalität zu ihrem Stamm über die Treue zum Staat stellen und dadurch die verfassungsmäßige Ordnung aushebeln. Wer rechnet einmal aus, was das kostet? Das Deutschland, das ich mir wünsche, ist im Durchschnitt etwas deutscher als heute, kennt seine Geschichte, lebt etwas bescheidener (vielleicht so auf dem Niveau der sechziger, siebziger Jahre - auch damals gab es keine Hungertoten hierzulande, die Familie ist aber nicht dreimal im Jahr verreist, sondern vielleicht nur einmal und dann auch nur an die Ostsee und nicht nach Thailand oder in die Karibik), aber es hält länger durch als die Bunte Republik Doitschelan.

Das ist verrückte ist, dass man in der heutigen Zeit mit so einem banalen Traum womöglich schon am Rande der Volksverhetzung entlangwandelt. Als anonyme private Meinung vielleicht gerade noch tolerierbar. Aber in der Öffentlichkeit ausgesprochen, etwa von einem Politiker oder einem Literaten, wäre dies der sichere Weg ins gesellschaftliche Abseits, die nachfolgende Vereinsamung und den wirtschaftlichen Ruin.
Urwinkel
"Das ist verrückte ist, dass man in der heutigen Zeit mit so einem banalen Traum womöglich schon am Rande der Volksverhetzung entlangwandelt. Als anonyme private Meinung vielleicht gerade noch tolerierbar. Aber in der Öffentlichkeit ausgesprochen, etwa von einem Politiker oder einem Literaten, wäre dies der sichere Weg ins gesellschaftliche Abseits..."

Das kann ich nicht bestätigen. Die Magie, die Anziehungskraft der Seenplatte Mecklenburgs hat uns Kinder nie losgelassen. Wir waren keine
Hetzer, sondern Angler, Wasserfreunde, Nudisten. Dieser Volksverhetzungsblödsinn, der immer wieder angebracht wird, interessiert
mich in diesem Zusammenhang gar nicht. Annekdote gefällig: Der Forstaufseher kam zum Wohnwagen, musste seiner Amtspflicht nachgehen: Wenn Sie morgen nicht weg sind, dann... Soweit so lustig. Dabei hatten wir Kinder nur Sommerferien. Das war die beste Zeit des Lebens. Mein besonder Dank gilt meinem Vater, der bis heute der Auffassung ist, sich den Raum zu nehmen, der einem zusteht. Jetzt bitte weiter sachlich.
Alfons
"Der Staat..."?????

Im Artikel stimmt die Argumentation nicht: der "Staat" sind wir Bürger; wir sind das Gemeinwesen, das Diener beruft, "hoheitliche" Aufgaben im Namen und zum Wohle von uns Bürgern zu exekutieren.

Im Artikel wird der "Staat" gleichgesetzt mit einer selbsternannten Obrigkeit.

Es ist also die Rede von dieser "Obrigkeit", die definiert, was zu IHREM Wohle und Machterhalt zu tun ist; diese -eigentlichen und ehemaligen- Diener unseres Gemeinwesens haben sich zu dessen Herren aufgeschwungen.

Diese Zustand ist unbedingt zu beenden, denn er ist nichts anderes als Tyrannei!
Karl Martell
@ Alfons

"Ich behaupte, daß die öffentliche Verwaltung in sämtlichen Ländern Europas nicht nur stärker zentralisiert ist als früher, sondern sich auch inquisitorischer um die Einzelheiten des staatlichen Lebens kümmert; allenthalben dringt sie weiter als früher in das Privatleben vor" - Alexis de Tocqueville, ca. 1840


Gleichheit und allzuständige Demokratie führen, einer inneren Dynamik folgend, zu mehr Staat und weniger Freiheit. - Wir haben nur die Wahl zwischen Gleichheit in Unfreiheit oder Ungleichheit in Freiheit.

"...wir finden im menschlichen Herzen auch einen verderbten Gleichheitstrieb, der bewirkt, daß die Schwachen die Starken zu sich herunterziehen wollen und daß die Menschen die Gleichheit in der Knechtschaft der Ungleichheit in der Freiheit vorziehen."

"Ich bin der Ansicht, die Art der Unterdrückung, die den demokratischen Völkern droht, wird mit nichts, was ihr in der Welt voraufging, zu vergleichen sein; ... die alten Begriffe Despotismus und Tyrannei passen nicht."

Alexis de Tocqueville
Unke
Bin mal so frei und zitiere im Folgenden aus dem Klassiker von Hans-Werner Sinn, Ist Deutschland noch zu retten? aus dem Jahr 2003.
Dazu 2 Vorbemerkungen:
1. Sinn ist Ökonom. Die Zuordnung als "neoliberal" soll verunglimpfen (schon Eucken wurde damit beschimpft); richtig ist:
A. Er denkt in ökonomischen Kategorien. Ein wenig Kenntnis in ökonomischen Denkschulen kann da nicht schaden. Aufmerksames Lesen reicht aber völlig.
B. Im Unterschied zu, beispielsweise, Roland Baader, einem ebenfalls eminent intellektuellen ökonomischen Publizisten, ist Sinn als Chef des ifo-Instituts ein tragender Bestandteil des Systems und stellt es folgerichtig nicht in Frage.
Trotzdem gilt wegen des Erkenntnisgewinns wenigstens für die Monographien von Sinn (für die von Baader sowieso): Lesebefehl!
2. Nachfolgend einige Textstellen. Wer mehr will möge es dort nachlesen. Hervorhebungen und Ergänzungen in eckigen Klammern von mir.
.
Die wichtigste Voraussetzung für die wohlfahrtserhöhenden Effekte der Wanderung ist die Lohnflexibilität. Nur dann, wenn die Löhne bei den Berufsgruppen nachgeben, in denen die Zuwanderung stattfindet, werden sich die Arbeitgeber veranlasst sehen, neue Arbeitsplätze für die Zuwandernden zu schaffen.
[Kurz: Einwanderer als Lohndrücker. Die Lohndifferenz "vor" und "nach" Zuwanderung zählt ebenfalls zu ihren Kosten! Ist dem verbeamteten Alpha-Ökonomen Sinn natürlich egal, dem arbeitenden Pöbel jedoch nicht!]
[...]
[D]ie [...] Zuwanderer haben in Deutschland reguläre Stellen angenommen, und stattdessen sind die Einheimischen in die Arbeitslosigkeit gegangen. Die Drehtür des deutschen Arbeitsmarktes dreht sich schnell.
Jedes Jahr werden etwa 7 Millionen Menschen in Deutschland entlassen, und fast genauso viele finden auch wieder eine Stellung, ohne dass dies auf den durchschnittlichen Bestand an Arbeitslosen einen Einfluss hat. Den Zuwandernden gelang es, in dieser Drehtür viele Plätze zu besetzen, die dann für die Einheimischen nicht mehr zur Verfügung standen. (Die Arbeitslosenquote unter den Ausländern ist zwar mit 19,1% doppelt so hoch wie die der Einheimischen, die bei 9,2% liegt, doch ist sie weit von den 100% entfernt, die sie erreichen müsste, wenn es nur eine direkte Zuwanderung in die Arbeitslosigkeit und die Arme des Sozialstaates
gegeben hätte.)
[...]
Qualifizierte Arbeitskräfte, die in Deutschland ein überdurchschnittliches Arbeitseinkommen verdienen würden, werden gleichsam mit einem Eintrittsgeld belegt, und weniger Qualifizierte, die in Deutschland ein
unterdurchschnittliches Einkommen verdienen, erhalten eine Art Wanderungsprämie, die die Anreize zur Zuwanderung über das Maß hinaus verstärkt, das durch die Lohn- und Produktivitätsdifferenzen erklärt wird. Der Sozialstaat wirkt aus diesen Gründen wie eine Art zweipoliger
Magnet für die wanderungsbereiten Menschen. Mit der einen Seite stößt er die reichen Nettozahler ab und mit der anderen zieht er die armen Kostgänger des Staates an.
[...]
[Auch diese Kosten müssen berücksichtigt werden: Schulden, Universitäten, sonstige mit Steuern=Zwangsenteignungen bezahlte Einrichtungen:]
[...] die Umverteilung [findet] nicht nur, und nicht einmal im Wesentlichen,
durch die Instrumente der Sozialversicherung statt, sondern vor allem über die normalen Budgetposten. Der Staat erhebt Steuern, deren Umfang mit dem Einkommen steigt, doch er lässt seine Mittel mehr oder weniger gleichmäßig allen zugute kommen. Auch über die freie Inanspruchnahme von Straßen und Brücken, von Parks und öffentlichen Ämtern, von Richtern und Polizisten oder von Schulen und Universitäten findet die Umverteilung statt. Alle können diese Leistungen in Anspruch nehmen, doch einige zahlen dafür mehr als andere. Wer meint, dies seien keine Wanderungsmotive oder im Hinblick auf die Egalisierung der Lebensverhältnisse Nebensächlichkeiten, dem sei empfohlen, sich eine Weile in einem Land der Dritten Welt oder auch nur in der Türkei aufzuhalten.
[...]
Eine türkische Familie, die 1997 mit drei Kindern nach Deutschland kam und zehn Jahre in Deutschland bleibt, erhält auf der Basis der
Verhältnisse des Jahres 1997 insgesamt 118.350 Euro als Wanderungsprämie.
[Wer mich, als libertären Reaktionär, kennt, der kennt meine Meinung: der ganze Sozialrotz gehört weg, die Staatsquote auf 10% (heute: 50% nach vorsichtiger Schätzung) reduziert. Fertig!]
Jacobi
Bei diversen Info-Veranstaltungen zu neuen Bewohnern (Asylbewerber) in Städten und Dörfern konnte ich teilnehmen. Die in einer Rede von GK beschriebene "Entfernung der Politiker zur Lebenswirklichkeit der Bürger" bestätigte sich erneut.

Worauf ich hinaus will:

Wenn man bei solchen Veranstaltungen Kritik ausübt und unangenehme Fragen stellt, abweichende Meinungen äußert (die Gott sei dank - noch - die meisten Anwesenden haben, sich aber einfach nicht trauen, sie auszudrücken; aus Angst vor gesellschaftlicher Ächtung und Repression) und sie sogar mit Fakten begründet, stößt man bei Politikern, Kirchenvertretern und "Wohlfahrtsverbänden" auf Beton, der so hart ist, dass man sich an ihm die Zähne ausbeißen kann.

So erwähnte ein mutiger Bürger das Thema "Wirtschaftsflüchtlinge" u.a. mit Verweis auf Anerkennungsquoten und Statistiken des BAMF. Was kam außer Gerede dabei heraus? Ein Mitarbeiter eines Wohlfahrtsverbands sagte, er würde es lieber "Armutsflüchtling" nennen. Auch diese Menschen hätten ein Recht, zu fliehen. Mit einer solchen moralischen Keule machen sie sich relativ unangreifbar. Sind sie es dennoch, wird die Diskussion einfach abgebrochen.

Was tun dagegen?
Karl Martell
@ Jacobi

Es sind nicht die Politiker, die nicht in der Lebenswirklichkeit leben! Der Bürger will anscheinend nicht wahrnehmen, was vor seinen Augen geschieht, und genau das die Wirklichkeit abbildet.

https://kulturstudio.wordpress.com/2014/02/09/der-letzte-akt-die-kriegserklarung-der-globalisierer-an-alle-volker-der-welt/

Die Zeit der "Debatte" ist schon längst vorbei. Freiheit bekommt man nicht geschenkt! Freiheit muß man sich erkämpfen!

Und mit Kampf meine ich keinen "Wahlkampf".
Unke
@Karl Martell
Genauso sieht es aus. Nur: man mache das mal einem degenerierten (West- bzw. Rest-) Deutschen klar. In Westdeutschland ist der Drops doch gelutscht. Da bekommen die eifrigsten Umvolker zur Belohnung auch noch (fast) absolute Mehrheiten!
Jacobi
@ Martell & Unke

Ihre Ansichten teile ich grundsätzlich.

Aber:

Der Bürger (noch die meisten, mindestens die Hälfte, nach meinen Erfahrungen) nimmt die Entwicklungen sehr wohl wahr. Doch befindet er sich, wie schon oft erwähnt, in einer angespannten Lage. "Mund aufmachen" und "Tritte kassieren", oder "Mund zu lassen" und Fäuste geballt in der Hosentasche lassen.
Götz Kubitschek
ende der debatte!
dank an alle.
kubitschek

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