05. Mai 2015

Ganz Erlangen freut sich auf …

von Felix Menzel / 13 Kommentare

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

header_sez… die vierte Auflage des zwischentages am 4. Juli 2015. Sogar Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) hat sich bereits zu Wort gemeldet. Der Presse sagte er: „Ich finde es widerlich, wenn sich Rechte in unserer Stadt tummeln. Das passt nicht zum Image und zu den Inhalten unserer Stadt.“

Den Stein ins Rollen gebracht hatte Sebastian Krass von der Süddeutschen Zeitung. Ohne zu wissen, wer eigentlich ganz genau auf den zwischentag kommt, reimte er die Wörter „Rudolf Heß“, „islamfeindlich“, „Extremisten“, „Netzwerktreffen der Neuen Rechten“ sowie „Verfassungsschutzbehörden“ irgendwie zusammen, obwohl das alles wenig Sinn ergibt und überhaupt nicht paßt.

Wer ist dieser Sebastian Krass? Er hat sich darauf spezialisiert, Burschenschafter wie „Bernd K.“ abzuschießen. Seine Texte erscheinen dabei auch eins zu eins auf linksradikalen Seiten wie Indymedia. Wer es nicht weiß, dieses Portal ist dafür bekannt, z.B. Angriffe auf Ausländerbehörden zu rechtfertigen. Nun ist für mich Extremist, wer Gewalt anwendet oder gutheißt. Herr Krass steht also dem extremistischen Lager deutlich näher als wir.

Auf dem zwischentag werden jedenfalls wie in den letzten Jahren ausschließlich Argumente ausgetauscht. Aus aktuellem Anlaß gibt es ein Rahmenthema. Es lautet: „Geopolitik und Einwanderung“.

Die weiteren Rahmendaten in Kürze:
+ Die Freie Messe findet am Sonnabend, den 4. Juli 2015, von 11 bis 17 Uhr statt.
+ Es gibt ein durchgängiges Begleitprogramm mit Vorträgen. Die meisten davon orientieren sich am Rahmenthema.
+ Der Veranstaltungsort ist in Erlangen zentral gelegen. Wir werden ihn einige Wochen vor der Messe öffentlich bekanntgeben.
+ Die Aussteller stehen soweit fest und werden in wenigen Tagen auf der Internetseite des zwischentages präsentiert. Es kommen Verlage, Jugendinitiativen, Kulturvereine, Zeitschriften und ein Künstler. Parteien oder parteinahen Verbänden ist eine Teilnahme nicht gestattet.
+ Platz ist für 200 Besucher. Melden Sie sich also schnell an und sichern sie sich eine Messekarte!

Hier geht es zur Internetseite des zwischentages.

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

Kommentare (13)

Ein gebürtiger Hesse
05. Mai 2015 12:28
So hübsch der Anreißer "Ganz Erlangen freut sich auf die vierte Auflage des zwischentags ..." auch ist, er läßt sich von der (fraglos jämmerlichen) Schmähung durch den SPD-Bürgermeister womöglich etwas zu sehr provozieren. Freilich, eine kernige Übertreibung hat auch ihre Meriten, doch sollte man stets achtgeben, daß man sich von seinen Feinden nicht (oder so wenig wie möglich) in den Extremismus treiben läßt.

Davon jedoch abgesehen: Ihnen, Herr Menzel, und allen Teilnehmern alles Gute und bestes Gelingen bei Ihrer Veranstaltung!
Ordo
05. Mai 2015 13:02
Für die Begleitsmusik und die öffentliche Aufmerksamkeit sorgen dann die Antifa und die Krabbelgruppe das Bürgerbündnis "Erlangen ist bunt". Danke schon mal dafür.
Reichsvogt
05. Mai 2015 13:46
Seltsam. Beim 1. Zwischentag haben die Antifanten alle noch schön geschnarcht. Nur ein typischer "Lügenpressebericht" mit zusammengeschnipselten Videosequenzen (Füße von Springerstiefelhorden und glänzende, braune Lederschuhe zum Anzug waren einleitend zusehen), dazu eine selten dämliche Moderation. Alles irgendwann nach dem Zwischentag. Beim 2. Zwischentag: Eine kleine, harmlose Demonstration brüllte Parolen. Beide Zwischentage konnten in einer schönen, öffentlichen Mieträumlichkeit in einem bürgerlichen Viertel Berlins unweit des Kurfürstendamm stattfinden. Nun die sich im Vorfeld steigerne Hysterie der Provinzstadt-BRD-Spießer (Bonn, Erlangen). Ich finde das Zurückziehen auf Burschenschaftshäuser bedauerlich. Offensichtlich geht es nicht mehr anders. Erinnert irgendwie an die Flucht der 1. JF Sommerakademie 1994 in Ravensburg von einer Jugendherberge auf ein Burschenschaftshaus.

korrektur kubitschek:
das war 1992.
FdF!
05. Mai 2015 14:58
@ Reichsvogt

Umzug auf Burschenschafterhäuser nicht so toll?

Wo soll man denn dann noch hin?
shindy
05. Mai 2015 16:11
Felix Menzel, du hast den Sebastian Krass stringent auseinandergenommen. So muss das gemacht werden.
shindy
05. Mai 2015 16:13
"Ein Redakteur des Deutschlandfunks steht dem rechtsextremen Milieu nahe. Darf so jemand bei den Öffentlich-Rechtlichen arbeiten?"

So wendet sich ein Schwächling an seine Herde: Und was meint ihr? Schaffen wir es zusammen, seine Kündigung zu erreichen?
KarlHammer
05. Mai 2015 16:47
Vorschlag zur Stärkung der Souveränität

Statt:
"Herr Krass steht also dem extremistischen Lager deutlich näher als wir."

vielmehr:
"Herr Krass steht also dem extremistischen Lager recht nahe."
Johann Sebastian
05. Mai 2015 20:42
@ Reichsvogt und Kubitschek
Die erste Sommeruniversität der JUNGEN FREIHEIT fand vom 30.7. bis 5.8.1993 statt.

kommentar kubitschek:
wie immer hat die mitte recht ...
Carl Sand
05. Mai 2015 22:44
@FdF

Das Thema Korporationen ist heutzutage ein schwieriges.

Zunächst könnte man anführen, der Rückzug auf Verbindungshäuser bedeute auch den selbstgewählten Rückzug aus der Öffentlichkeit in ein "alte-Burschenherrlichkeit-Museum".

Jede Generation wird gesellschaftspsychologisch von ihren Frührentnern geprägt. Entsprechend stellt sich die Verbindungsszene analog der verschiedenen Charaktertypen der jetzigen Frührentner dar.

Man muss unter den Verbindungen zwischen verschiedenen Strömungen differenzieren:

Zunächst gibt es da die bösen Rechtsausleger. Grundsätzlich nicht schlecht, wenn sie nicht ständig vor der "Deutschlandkugel" davon schwadronieren würden, dass man "Russland von der Flanke hätte angreifen sollen", von angeblich (sehr angeb-lich) stattgefundenhabenden Säbelduellen in ungarischen Forsten drölften Grades schwallerten und sich unglaublich deutschnational vorkämen, wenn sie im Anzug grillen.

Weiterhin gibt es hamsterige Schmierfrisur-Bubis, eine Mischung aus Herrenmenschenattitüde und Neureichengehabe, die es für den Gipfel der Nonkonformität halten, wenn man mal ein bisschen Kotze säuft.
Trotz arrogantem Lümmeltum distanziert man sich stets von rechts, schliesslich war man stets so tolerant, dass einer der Altvorderen sogar dem Adolf seine Nationalhymne schreiben durfte.

Und die größte Gruppe stellen jene Clubs dar, gegen die die Henkel-Clique in der AfD eine wüste Horde von fanatisch todesmutigen Revolutionären darstellt. Deutsches Vereinsleben mit Satzungskomission und Kassenwart, dazu hält man sich eine Aktivitas zum Bierschleppen, wenn man sich einmal jährlich selbstbeweihräuchert. Derartige Clubs sagen das zugesagte Verbindungshaus aus Angst vor der Courrage gerne am Veranstaltungsabend ab, wie die Sezession schon erleben durfte.
Frederick van Portshoven
06. Mai 2015 08:22
@ Carl Sand:
[...] und sich unglaublich deutschnational vorkämen, wenn sie im Anzug grillen.

Made my day. :-D
Innerer Exilant
06. Mai 2015 14:00
Naja, der "Rechte" ist halt der schwul-jüdische Kommunist der Gegenwart, irgendwo auf einer Ebene mit dem Päderasten und dem Steuerhinterzieher, das letzte Tabu in einer Zeit in der man im Theater schonmal Kot verwenden darf.

Der aufrechte Deutsche von heute will mit solchem Gesindel halt nichts zu tun haben. Wollte er noch nie. Man muss ihm nur sagen, was gerade als Gesindel gilt.
Spielhahn
06. Mai 2015 19:56
@Carl Sand:

Wenn Korporationen alle so scheiße sind, frage ich mich als Alter Herr einer solchen ganz unbescheiden, warum "man" doch immer wieder gerne auf deren Infrastruktur und Kontakte zurückgreift. Solche schnoddrigen Beiträge wie die Ihrige werden die Bereitschaft dazu nicht unbedingt fördern. Aber das ist Ihnen vermutlich egal, Hauptsache mal nen flockigen Spruch gepostet.
Carl Sand
06. Mai 2015 20:55
"Wenn Korporationen alle so scheiße sind (...)" Oh, nicht alle. Definitiv. Und Sie werden die verschiedenen Typen von Verbindung und Blasen wohl erkannt haben, die ich durch den Kakao gezogen habe. Weiterhin haben sich weite Teile der Korporationszene bereits in den frühen Neunzigern peu a peu auf ihre Häuser zurückgezogen. Es kann nicht die Aufgabe einer notwendig revolutionären Bewegung sein, ihnen ins Exil zu folgen. Die peinliche Selbstvernichtung, die sich in letzter Zeit in der Deutschen Burschenschaft abgespielt hat, war - bei allem Verständnis für unterschiedliche Positionen - ein weiterer Sargnagel. Dies sage ich, obwohl ich inhaltlich immer eher ein Gegner der BG-Burschenschaften war. Ebenfalls nichts gegen fechten, randalieren und Exzess. Im Gegenteil. Wettsaufen von Erbrochenem, peinlichster Opportunismus und Menschenverachtende Arroganz gehören allerdings nicht dazu. Leider entwickelt sich die Korporationszene in weiten Zügen nicht gerade zu ihrem Vorteil - gesellschaftliche Verrohung, unglaublicher Konformismus und nicht zuletzt das Problem Frührentner, meiner Einschätzung nach. Schließlich und insbesondere die ausgeprägte Feigheit, Veranstaltungen knapp vor Beginn wieder abzusetzen - wegen Zeichen der Zeit und so, hat die Sezession bereits - wie ich aus eigener Anschauung weiß- erleben müssen. Um so positiver, das stehe ich Ihnen zu, sind die Beispiele gelungener Kooperation hervorzuheben. Nein, alle sind nicht sch...lecht

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