09. Juli 2015

16. Sommerakademie „Machbarkeit“ – Jetzt anmelden!

von Erik Lehnert / 18 Kommentare

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

ifs_logo blauAm Anfang jedes Großprojekts steht eine „Machbarkeitsstudie“. Das zu erreichende Ziel muß mit den verfügbaren Mitteln in Einklang gebracht werden. Andernfalls muß die „Machbarkeitsstudie“ zu einem negativen Ergebnis kommen. Es ist die darin zum Ausdruck kommende Fähigkeit des Menschen, planerisch und gemeinschaftlich ein Projekt umzusetzen, das es ihm ermöglicht hat, die Welt zu verändern und nach seinen Bedürfnissen einzurichten. Trotz seiner „physischen Mittellosigkeit“ (Arnold Gehlen) konnte er sich auf diesem Weg die Natur Untertan machen und seine Kultur schaffen.

Daß dieser Fähigkeit Grenzen gesetzt sind, zeigen zum einen die unglaublichen Geschichten um die Großprojekte wie den Berliner Flughafen oder die Hamburger Elbphilharmonie, die deutsche Ingenieure und Architekten im 19. Jahrhundert wohl noch völlig geräuschlos durchgeführt hätten. Sie zeigt sich aber auch an Unternehmungen wie dem Umbau Deutschlands in eine multikulturelle Gesellschaft oder dem Projekt der sogenannten Klimarettung.

Doch hinter all den Unternehmungen steht die stillschweigende Überzeugung, daß alles dem menschlichen Gestaltungswillen unterworfen ist und er beliebig mit den Beständen verfahren kann und darf. Ernst Jünger hat diesem Problem im Arbeiter nachgespürt und in der Planbarkeit der Welt gleichzeitig ein unausweichliches Verhängnis gesehen. Martin Heidegger spricht von “Machenschaft”, für die alles, was ihr scheinbar Widerstand entgegensetzt, nur der “Stoff zur weiteren Arbeit und der Anstoß in den Fortschritt” sei.

Die “Machbarkeit” ist also noch lange nicht an ihr Ende gekommen, sondern beschreibt den Kern der aktuellen politischen Lage Deutschlands: Wie läßt sich dessen Gegenwart und Zukunft gestalten? Was ist machbar angesichts von Masseneinwanderung, Schuldkult und Vergreisung? Ist es möglich, eine multikulturelle Gesellschaft zu machen? Ist gegen dieses Vorhaben Widerstand möglich? Wo stößt die Machbarkeit auf Grenzen? Wo stoßen wir auf Grenzen?

Um diese und andere Fragen wird es auf der nächsten Sommerakademie vom 28. bis 30. August 2015 in Schnellroda gehen. Wir haben Platz für 70 Teilnehmer unter 35 Jahren. Wer sich ein Bild vom Charakter der Akademien machen möchte, kann das hier tun.

Es gibt wieder sieben Vorträge, einen Filmabend, Sport und ausreichend Gelegenheit zum Austausch und Verbindungen knüpfen. Die Hörerbeiträge sind nicht hoch (auch wenn wir sie nach zehn Jahren moderat anheben mußten). Wer Geld verdient, bezahlt für zwei Übernachtungen, Vollpension und alle Vorträge 100 €, alle anderen bezahlen 50 €.

Das Tagungsprogramm mit dem Anmeldebogen gibt es hier. Bitte melden Sie sich rasch an, die Hälfte der Plätze ist bereits belegt! Anmeldungen direkt per mail bitte an institut(at) staatspolitik.de, telefonisch an 034632-90942.

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

Kommentare (18)

DER GEKENKTE
09. Juli 2015 11:50
Kann mir jemand erklären, weshalb es diese Altersdiskriminierung gibt? 30 Jahre arbeite ich philosophisch und bekomme deswegen - wegen der 30 Jahre - gar nicht die Gelegenheit, an meinen ureigensten Themen mitzuarbeiten, weil man ... was will?
Gustav Grambauer
09. Juli 2015 12:29
Das Fräulein aus dem Beitrag von Herrn Lichtmesz hat bestimmt eine Liste mit "Antidiskriminierungsverbänden":

http://www.gesetze-im-internet.de/agg/__23.html

http://www.gesetze-im-internet.de/agg/__19.html
http://www.gesetze-im-internet.de/agg/__21.html

- G. G.
Weserlotse
09. Juli 2015 13:38
Ich finde die Alterbegrenzung verständlich, wenngleich sie leider auch mich trifft. Die räumlichen wie personellen Kapazitäten sind nun mal begrenzt, und die Entscheidung, daß junge Leute von dem Angebot profitieren sollen, erscheint mir nachvollziehbar.

Dennoch gibt es offenbar eine Nachfrage auch älterer Semster - vielleicht besteht ja eine Möglichkeit, auch die zu befriedigen, z.B. durch einen jährlichen Staatspolitischen Kongreß?
Eveline
09. Juli 2015 15:37
Das Programm liest sich gut.

Das Sie eine Altersbegrenzung einführen, finde ich gut. Wer selber Kinder im gehobenen Alter hat, weiß wie schwierig es für diese Altersgruppe ist, ohne Alte, (gemeint das Alter der Eltern und ihr Gedöns) die dann auch noch in der Mehrheit sind, irgendwo anzukommen.
Die ab 35 müssen in der nächsten Zeit ohnehin in die Puschen kommen. Sie sind nicht nur existentieller betroffen, somit ihr Radar ganz andere Botschaften filtert, sondern gehören auch ans Ruder.
Ich staune, das es so viele gibt, die sich dafür interessieren.
Auch das Prof.Schachtschneider referiert... sehr gut.
DER GEHENKTE
09. Juli 2015 16:00
Einen Kongreß zu initiieren oder andere Foren mit breiter Beteiligungsmöglichkeit wäre auf jeden Fall begrüßenswert … Die Frage zielte aber nicht nur auf die Möglichkeit meiner (oder älterer Semester) Teilnahme, sondern auch ein wenig weiter.

Man hat in Schnellroda Einmaliges aufgebaut: Die Sezession setzt bundesweit qualitative, stilistische und formale Maßstäbe, es gibt einen florierenden Verlag, das Institut bündelt Kräfte usw. … aber kann all dies nicht auch zu einer Art Selbstgerechtigkeit, ein Kreisen um sich selbst führen? Anders gesagt: Gibt es neben dem Lehr- auch einen Lernmodus?

Gerade lese ich – mit großer Freude – die „Tristesse Droite“ und höre da, neben vielen anderen angenehmen und faszinierenden Klängen, auch so einen Oberton der geschlossenen Gesellschaft heraus, ein Klirren der Gläser durch die Verandatür. Der besteht natürlich auch ganz zu Recht, denn schließlich haben die Damen und Herren ihren „Namen verbrannt“, haben das alles mit bewundernswürdiger Energie und Entschlossenheit und Klugheit hochgezogen, gegen alle Widerstände … man kann es nicht genug würdigen. Aber nun hat man seine acht oder zehn Hauptautoren, man hat sich über den Kanon vergewissert (und tut es im Buch noch einmal) und man könnte den Eindruck erlangen, daß man damit zufrieden ist. Wer noch dazu kommt, wird gerufen, berufen, herausgepickt (siehe Lutz Meyer), der Rest hat im Auditorium Platz zu nehmen … Täuscht meine Wahrnehmung oder gibt es solche Tendenzen? Bin ich zu sehr pluralistisch indoktriniert? Ich weiß es nicht. Eins muß man olle Popper lassen: das Kriterium der Falsifikation war ein Geniestreich – nur wo man bewußt den Widerspruch sucht, sich diesem aussetzt und ihn überwinden kann, nur dort ist geistige Lebendigkeit und das Wissen, auf der rechten Seite zu stehen, garantiert.

Zurück zum Ausgangspunkt: Akademie als Lehrort ist gut und schön und wichtig aber es muß auch einen Ort geben, an dem man in der Menge der Meinungen untergeht und sich diesen aussetzt - Grenzen kann man zuvor abstecken. Nur so, im aktiven Wechselgespräch, in der Diskussion, kann auch ich mich (wie jeder andere) abschleifen.
Der Gutmensch
09. Juli 2015 16:54
Ich kann mich nur über jeden wundern, dem solche Dinge wie den Berliner „Flughafen“ noch Rätsel aufgeben. Dabei haben die Anthropologen das zugrundeliegende Phänomen längst als „Cargokult“ beschrieben, eine millenaristische, politisch-religiöse Bewegung von Menschen, die einst mit dem Flugzeug herkamen, ohne sich einen rechten Reim darauf machen zu können, wie man so viel Wegstrecke in so kurzer Zeit zurücklegen kann.

Hier seht Ihr eine kurze Dokumentation, wer genau hinsieht, erkennt den Klaus: https://www.youtube.com/watch?v=qmlYe2KS0-Y

(...) They built a bamboo-dummy-plane and placed it on the edge of the landing strip, because they believe that the (real) planes come from paradies and their ancestors sent them. (...) You build your plane, too says the cargo-cult-doctrine, and wait with faith! Sooner or later your ancestors will discover the white mans trap and guide them on your landing strip. Then you will be rich and happy! (...)
lince
09. Juli 2015 18:58
"Machbarkeitsstudie" (feasibility study, étude de faisabilité) ist eine Abschätzung, ob ein Programm oder Projekt verwirklicht werden kann. Machbarkeitsstudien sind ein vernünftiger, wenn nicht unabdingbarer, Schritt bei komplexen und kostspieligen Vorhaben.

An Arnold Gehlen, den "menschlichen Gestaltungswillen" usw. denken diejenigen, die solche Studien beauftragen oder anfertigen, wohl kaum.

Das Problem der gängigen Machbarkeitsstudien ist, dass sie oft nicht "ergebnisoffen" sind, sondern diese Offenheit nur simulieren. Man weiß, was man schreiben und sagen soll und verhält sich entsprechend. Das ist ein organisationssoziologischer Tatbestand.

Der argumentative Schwenk hin zu Machbarkeit als dem "Kern der aktuellen politischen Lage" mag interessant sein, hat aber m. E. mit Machbarkeitsstudien wenig zu tun.
Reichsvogt
09. Juli 2015 19:20
Ist das wieder so eine "pseudointellektuelle" neu-rechte Veranstaltung vor denen Dieter Stein in der aktuelle JF auf Seite 2 warnt? Scherz beiseite. Aber Edgar Julius Jung Bücher von KHW in der Buchreihe "Erträge" der Bibliothek des Konservatismus herausgeben oder einen Band über Robert Hepp. Diese Schizophrenie verstehe wer will...
Reichsvogt
09. Juli 2015 20:17
Apropos "Neue Rechte": 1. Frage im Interviewband "Unsere Zeit kommt" an Karlheinz Weißmann: "Herr Dr Weißmann, Ihnen wird von Freund und Feind nachgesagt, Spiritus rector , Vordenker der Neuen Rechten zu sein." Antwort:"Keine Einwände. Aber "Neue Rechte" ist natürlich nur ein Hilfsbegriff, so wie jedes politische Etikett."
Nemo Obligatur
09. Juli 2015 20:31
Für die Teilnahme bin ich ja schon zu alt. Aber vielleicht kann ich ja noch bei der Finanzierung helfen. Wenn es wieder einen Spendenaufruf gibt, bin ich dabei.
Schlesische Fachkraft
09. Juli 2015 22:31
Für die Teilnahme bin ich leider auch zu alt. Aber ich würde gerne wieder einen kleinen "Unterstützungsbeitrag" leisten!
Gustav Grambauer
09. Juli 2015 22:36
Die Krux des Berliner Flughafens ist m. E. profan. Elsässer hat sie in seiner unnachahmlichen Art aufgezeigt:

https://www.youtube.com/watch?v=aGVd-neGtQU

Man muß nicht nach Berlin fahren, um das zu erfassen; es genügt, in diesen Film einmal hineinzuschauen, dessen Titel bereits 1997 alles vorweggenommen hat:

https://www.youtube.com/watch?v=JzhQ6sPmsNU

In Berlin ist die Floskel "... meine Baustelle" / "deine Baustelle ..." für alles und jedes gängig, zusätzlich wurde das Wort "wuseln" / "herumwuseln" zur Beschreibung aktiver Phasen erfunden .

- G. G.
Legionär
09. Juli 2015 23:04
Gute Idee das Ganze. Bin leider drei Jahre zu alt, sonst wäre ich dabei!
Aber ich kann schon verstehen, dass Sie sich auf die Jüngeren konzentrieren, man muss einfach Schwerpunkte bei einer Begrenztheit der Ressourcen setzen.
Spielhahn
09. Juli 2015 23:40
An alle, die sich über die Altersschranke erregen:

Hier geht es mE um Bildungsarbeit für die junge Generation. Wer mehr oder anderes will, kann dies gerne initiieren.

Als "alter Sack" wünsche ich der Akademie maximale Erfolge.
Arminius Arndt
10. Juli 2015 07:47
An alle, die sich über die Altersschranke erregen:

Hier geht es mE um Bildungsarbeit für die junge Generation. Wer mehr oder anderes will, kann dies gerne initiieren.


Cleverer wäre es aber, auch "Alters offene" Veranstaltungen abzuhalten, die dann entsprechend teuer sind, um damit die Sachen für die "Armen" quer subventionieren zu können.

Dann wären auch weniger Spenden notwendig.

@lince

Genau so sieht´s aus. Daumen hoch. So geht es im übrigen mit vielen Begriffen, die halb verstanden dann zum Luder für die eigene Meute umfunktioniert werden.

@Stein- Basher

Ich habe bislang auch kaum ein freundliches Wort über die Zeitung "Junge Freiheit" verloren - das war aber auch schon so, als sie noch keinen AfD Kurs hatte - meine aber, dass es an der Zeit sein sollte, Herrn Stein einmal diesbezüglich in Ruhe zu lassen. Nach all den Jahren weiß er halt eher, wie schwer es ist, auch nur wirklich wenig zu erreichen und um so verärgerter wird man dann, wenn auch das sich als erreichbar abzeichnende weniger als "Minimum" durch typisch kurzsichtige Streitereien zerstört wird, statt einfach mal in Deckung zu bleiben. Selbiges gilt für Frau Petry. Soll sie doch Herrn Lucke schimpfen und nachtreten lassen - der Ausscheidensprozess findet so oder so statt und wenn sie sich aufs Nachkarten einlässt, dann verliert sie noch mehr Mitglieder, als ohnehin gehen. Sie muss jetzt eher um den Markenkern der AfD kämpfen, damit die AfD nicht zur ostzonalen Sonderbewegung verfällt, was angesichts der sich abzeichnenden Vorgänge in vielen Westverbänden nicht mehr unrealistisch erscheint.
Eveline
10. Juli 2015 09:08
Beim Lesen des letzten Absatzes von A. Arndt kam mir das Bild - von gegen den Strom schwimmenden Lachse - , die zu ihren Laichplätzen schwimmen, um dann - nach dem Laichen - zu sterben.

Alles gute Leben ist schwimmen gehe den Strom. Gott prüft, treiben kann sich jeder lassen.

Und gegen den Mainstream, als Verleger, - finanziell anzukämpfen ist verlorene Zeit.

Zusammen gegen den Strom zu schwimmen ist sicher leichter, aber wenn Frau Petry nur ein Bündel Osten zu den Laichplätzen führt, ist schon viel getan.
Dann sterben?

Ich glaube, die dürfen und werden weitermachen, die eine Schule gründen. So scheint das Universum aufgebaut, ein lebenslanges Lernen und Lehren.
Simon
10. Juli 2015 11:59
Am 13./14. Juni gab es den Staatspolitischen Kongreß, welcher offen für alle Altersklassen war. Des Weiteren gibt ja auch den Staatspolitischen Salon des IfS. Das Angebot ist also auch für ältere Semester vorhanden. Wer darüber hinaus etwas möchte, muss sich eben selbst darum kümmern. Die Referenten stehen ja zur Verfügung, wenn man diese anfragt.
Thomas Wawerka
10. Juli 2015 12:39
Gegenüber dem "Gewachsenen" hat die "Machbarkeit" oft etwas Penetrierendes an sich - gegenüber dem "Gewünschten" bildet sie ein unbedingt notwendiges Korrektiv.

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