10. August 2015

Drei Wölfe beißen einen Chihuahua tot

von Lutz Meyer / 60 Kommentare

Lutz Meyer kommt aus der linksanarchistischen Szene, seine Themen findet er auf der Straße.

vomwolfEine kleine Meldung im Netz: „Der Wolf kehrt nach Deutschland zurück. Dabei macht er auch vor Wohngebieten nicht halt. Jetzt sollen drei Wölfe in der Lüneburger Heide in Niedersachsen einen Chihuahua getötet haben.“ Gut, so ist das eben im Tierreich. Das Recht des Stärkeren.

Eigentlich lese und höre ich ganz gern von den nach Mitteleuropa zurückkehrenden Wolfsrudeln, ich kann mich wider alle zivilisatorische Vernunft von romantisch-ökologischen Reflexen nicht ganz freimachen – ich will die Wölfe zwar nicht füttern und unterschätze sie auch nicht, denke aber, die Natur kehrt halt zurück. Wie schön. Und überhaupt:

Chihuahua, also bitte. Ich rufe mir Bilder dieser den Namen Hund kaum verdienenden Tierchen auf den Bildschirm – klarer Fall, entfernt es sich mehr als zwei, drei Meter aus dem sorgenden und schützenden Umkreis von Herrchen und Frauchen, ist es nur selten länger als fünf Minuten überlebensfähig.

Dann schieben sich andere Bilder vor das innere Auge. Bilder von Menschen, die den Wölfen gleich auch von weit her zu uns kommen und nun – ebenfalls analog zu den Wolfsrudeln – meist in Gruppen in unseren Wohngebieten auftreten und - - - ja, manchmal passiert dann wohl auch etwas, was einen an den Chihuahua denken lässt. Das Recht des Stärkeren halt. Er fragt nicht, bittet nicht, sondern nimmt sich mit großer Selbstverständlichkeit das, was er will. Da kann der Ortsansässige noch so sehr jammern: Aber das ist doch meins, was wollen die hier und warum von mir.

Man denkt an die Zeit der Völkerwanderung, als Vandalen und Goten binnen weniger Jahrzehnte kreuz und quer durch Europa zogen, teils sogar Nordafrika erreichten, getrieben von etwas anderem, das stärker war als sie selbst – doch wo sie ankamen, fand ohne zartfühlende Rücksicht auf die Ansässigen die Landnahme statt: brutal und von harter Notwendigkeit. Man fragte nicht.

Nicht anders einige Jahrhunderte später die Wikinger. Eine Handvoll Nordmänner, selten mehr als fünfzig oder sechzig, zog in drei, vier Drachenbooten die mitteleuropäischen Ströme hinauf und fiel raubend, plündernd, mordend und brandschatzend über die erste lohnenswert erscheinende Stadt am Ufer her, deren nach Zahlen stets weit überlegene Einwohnerschaft froh sein konnte, wenn es ihnen nur an die materiellen Dinge und nicht ans Leben ging.

Sie hätten sich bei mehr als hundertfacher Überlegenheit doch leicht wehren können. Warum taten sie es nicht? Sie gehörten schließlich einer weit überlegenen Zivilisation an. Diese paar Nordmänner – wilde Zausel, ungehobelte Kerle, gute Seeleute zwar, doch ansonsten unzivilisierte Schreckensgestalten, lebten daheim in ihren Förden und Fjorden in Einfachheit und Kargheit, waren Bauern und Händler, hausten mehr als daß sie wohnten, verbrachten die langen Winter vermutlich in Suff und Depression (kann man im Norden noch heute beobachten). Doch sobald es Frühling wurde, raffte man seine Expeditionsausrüstung (Helme, Schilder, Waffen) zusammen und stach in See.


Wer unter den zivilisierten Städten Europas dann von den Männern aus dem Norden aufgesucht wurde, hatte nichts zu lachen. Die Bewohner reicher Städte wie Hamburg, Paris oder Nantes ließen sich in Angst, Schrecken, Panik versetzen allein durch den Anblick einer Horde wild aussehender und wilder noch sich benehmender Männer (Frauen und Kinder waren nie darunter). Innere Lähmung setzte bei den Heimgesuchten ein – erst des Geistes und dann der Muskeln. Oder umgekehrt? Die Heimgesuchten verfielen in so etwas wie eine kollektive Duldungsstarre. Warum wehrten sie sich denn nicht?

So ähnlich wird es dem Chihuahua ergangen sein: Ein Blick auf die drei Wölfe und er wusste Bescheid. Ließ sich wahrscheinlich ohne Gegenwehr erledigen. Blickt man nochmals auf dieses arme Tierchen und was von ihm übrigblieb, fällt einem das Wortpaar Degeneration/Dekadenz ein. Negativer Zuchterfolg, negativ vor allem mit Blick auf die Überlebensfähigkeit.

Wie viel Chihuahua steckt eigentlich in uns? Man muss sich das fragen, wenn man sieht, wie schicksalsergeben wir alles hinnehmen, obwohl man doch eigentlich gar nicht mehr wegsehen kann. Nachrichten über weiter anschwellende Flüchtlingsströme jeden Tag, dazu – längst nicht mehr nur aus den Ballungszentren an Rhein und Ruhr – vermehrt Nachrichten über Gewalttaten, deren Urheber zwar in den halbamtlichen Medien nur selten genannt werden, die aufgrund bestimmter wiederkehrender Muster aber nahezu zweifelsfrei als Nicht-Einheimische identifiziert werden können. Als – bleiben wir im Vergleich – Wölfe also.

Doch darf man Vorgänge im humanen Raum vergleichen mit Vorgängen in der Tierwelt? Wenn ich das hier mache, geschieht dies nicht in der Absicht einer Herabwürdigung der einen oder anderen Seite der miteinander Verglichenen, sondern weil ich den Menschen in vielerlei Hinsicht von jenen Trieben und Instinkten gesteuert sehe, die auch im Tierreich walten. Damit macht man den Menschen nicht zum Tier, sondern weist auf einen bestimmten Teil der menschlichen Verfassung, der conditio humana, hin.

Zurück zu uns. Wir sehen Fremde nahen. Doch die meisten Einheimischen verfallen nicht etwa in Angst und Schrecken, nein, sie nähern sich zutraulich, öffnen ihre Herzen und Brieftaschen. Der Reflex: Fremde nahen – Bedrohung zieht herauf, dieser Reflex ist ausgeschaltet. Wie konnte das passieren? Hat die westliche Zivilisation, diese Mischung aus griechisch-römischer Antike und christlich-jüdischem Glauben, später angereichert durch Wissenschaft, Technik und soziale Lehren, über die Jahrhunderte das für alle Zeiten ausschalten können, was zuvor Jahrtausende ganz selbstverständlich dazugehörte? Oder ist das nur so eine Art Wackelkontakt – ist die Ausschaltung nur vorübergehend, kann der alte Strom der Instinkte wieder fließen, kann der Selbsterhaltungstrieb wieder angeregt werden?


Ich mache in letzter Zeit viele interessante Beobachtungen: Unbehagen breitet sich aus, unterschwellig, aber spürbar. Auch unter Leuten, die irgendwann mal grün gewählt haben. Leute, die vor zwei Jahren noch den Zustrom von draußen vielleicht tatsächlich als Bereicherung und Aufhellung ihres Daseins empfunden haben (schließlich kennt man den Orient und Afrika aus dort verbrachten Urlauben), konnten inzwischen die Schattenseiten kennenlernen, oft am eigenen Leibe. Leute, die sich ganz selbstverständlich in die Reihe der Helfenden eingereiht haben, sind von der Realität entsetzt: kaum eine Geste der Dankbarkeit, oft nur weitere Forderungen. Das Essen schmeckt nicht, die Kleidung gefällt nicht, die Unterkunft eine Zumutung – menschenunwürdig. Wo bleibt die erwartete Partizipation am Reichtum? Manch einer der gutwilligen Helfer, der selbst noch die Nachkriegszeit in Deutschland erlebt hat oder aus Erzählungen seiner Eltern kennt, fällt schier vom Glauben ab.

Und dann sind da noch jene, die sich vor allem um den drohenden Wertverlust ihrer Immobilie sorgen, wenn dreißig, vierzig Zuwanderer in der Nähe angesiedelt werden. Zuwanderer, die, so ahnt man es, bleiben wollen und bleiben werden. Man beginnt zu ahnen, daß es hier nicht darum geht, humanitäre Hilfestellung für einige Monate bis zur Rückkehr in die Heimatländer zu leisten.

Es wird immer klarer, daß sich hier uralte Geschichte wiederholt – Landnahme. Freilich gibt es Unterschiede – die Unterstützung der Landnahme durch die eigenen Landsleute, durch die in freier Wahl bestimmte eigene Regierung. Warum machen die das? Man sieht es, doch man versteht es nicht. Was geschieht da? In den Medien häufen sich, um die Stimmung wieder einzufangen, die Berichte über gelungene Integrationen von Zuwanderern – dabei fällt auf, daß es sich oft um Zuwanderer aus Ost- und Südostasien oder Südeuropa handelt, die in der Tat oft mustergültige Zuwanderer waren und sind.

Die heutige Realität freilich sieht anders aus. Wer da genauer hinschaut, ahnt: Es geht nicht um Integration im Sinne der Eingliederung. Es geht um Vorteilnahme. Immer mehr Hiesigen dämmert das. Folgt auf die Dämmerstunde das Erwachen? Wird es noch lange dauern, bis die uralten Panikinstinkte wieder wach werden? Doch was wäre dadurch gewonnen? Panik ist, wie wir anhand der Reaktionen mittelalterlicher Großstädte auf ein paar Wikinger gesehen haben, kein Ausweg. Panik hilft nicht, Panik schützt nicht.

Der Selbsterhaltungstrieb müsste sich mit aller Macht zu Wort melden – das Aufstehen, das Durchgreifen, der Gegenschlag. Doch einem armen Chihuahua würde wohl selbst das nichts nützen.

 

Lutz Meyer kommt aus der linksanarchistischen Szene, seine Themen findet er auf der Straße.

Kommentare (60)

donna_alta
10. August 2015 12:31
Noch zwei Chihuahuas, die gerne Wölfe wären.
Ach Gottchen!
Bei so viel Scheinheiligkeit, dreht sich mir der Magen um!

http://web.de/magazine/unterhaltung/stars/til-sigmar-maennerfreundschaft-fluechtlinge-30817788
contact high
10. August 2015 12:34
Ich bin mittlerweile skeptisch, was die oft erwähnte Diskrepanz zwischen dem Establishment (Politik, Medien, Künstler, im Westen auch Pfaffen) und der Volksmeinung anbelangt. Ich denke eine Volksabstimmung über weitere Aufnahme oder Aufnahmestop, würde sogar eine leichte Mehrheit für Ersteres bringen. Die Gegenwartsdeutschen, vor allem das so humanistisch gebildete Bürgertum, sind einfach so drauf. Die Eltern von Fuel, Jameston und Macy, über die man sich kürzlich in Kositza's Beitrag genüßlich amüsierte, sind dann die Leute die in Freital auf die Straße gehen. Aber deren Kinder tragen nicht nur lächerliche Namen, sie selbst sind auch noch schrecklich tätowiert. Nur sind die bürgerlichen Wolf, Rüdiger und Hannelore und deren Altruismus die Haupttriebfeder für unseren Untergang.
Heinrich Brück
10. August 2015 12:37
Wenn der Chihuahua ein Metapolitiker ist, sind die drei Wölfe wohl
ein Praxistest.
Andreas Vonderach
10. August 2015 12:37
Die Situation ist vergleichbar mit der im Römischen Reich vor seinem Untergang. Alexander Demandt beschreibt das in seiner "Geschichte der Spätantike" (die ist besser als sein politisch noch sehr korrektes Buch "Der Fall Roms" von 1984). Die römische Gesellschaft war extrem pazifiziert, der Wehrdienst sehr unpopulär. Der römische Plebs lebte von staatlichen Brot, Fleisch- und Weinspenden ohne zu arbeiten. Die römische Bevölkerung war schon seit Jahrhunderten zahlenmäßig zurückgegangen (Untersuchungen von Lothar Wierschowski). Gerade einmal ein Prozent der Reichsbevölkerung dient im Heer.

So kam es, dass die römischen Heere den Germanen sogar zahlenmäßig unterlegen waren. Die römische Zivilbevölkerung ergab sich, wenn sie keinen militärischen Schutz hatte, den Invasoren sofort. Manche begrüßten diese sogar, weil die weniger Steuern erhoben.
muotis
10. August 2015 13:33
Wir wissen, daß jede ansteigende Bewegung auch einen anschließenden Abfall kennt. Kulturen gehen auf wie Hefeklöße und platzen wie Seifenblasen. Mir scheint, die deutsche und europäische Kultur hat das Ende längst hinter sich, aus den Ruinen der Städte ist kein Volk mehr zurückgekehrt, sondern Einzelne, und jeder von ihnen Unterlegener. Wir sind längst an dünnem Blut gestorben, haben es aber noch gar nicht bemerkt und polieren in endlosen Debatten das Tafelsilber auf der Titanic. Auf der Bühne des Lebens, wo Trieb und Kampf die Handlung diktieren, haben wir nichts mehr zu melden. Es bleibt nur zu hoffen, daß die Einfallenden wieder gehen, wenn sie alles abgegrast haben. Wenn nicht, bleibt uns noch die Hoffnung eines Botho Strauß, zur militanten Minderheit im eigenen Land zu werden und so eine Art Neustart hinzukriegen.
Eveline
10. August 2015 13:41
Dr .Ulrich Mohr im Gespräch sagt:
Die heutige Welt besteht aus tiefmittelalterlichen Glaubensgemeinschaften, die allerdings von den Wenigsten also solche erkannt werden.
Man glaubt an die Nachrichten, an die Inhalte der Zeitung, an den Inhalt der Schulbücher.
Man glaubt an die Medizin und vertraut dem Therapeuten.
Man glaubt dem Politiker und gibt seine Stimme an der Urne ab.
Man glaubt an den Juristen und Richter, daß Recht gegeben werden möge.
Man glaubt an die Obrigkeit und Rechtfertigung eines Staates.

Die entscheidende Frage ist, woraus dieses kritiklose Folgen in einer angeblich so aufgeklärten Zeit entsteht?
Die Antwort liegt in der Kindheit des Menschen genauer in den ersten sechs bis zehn Lebensjahren. Schon die Jesuiten erkannten vor langer Zeit: Gib mir ein Kind die ersten sechs Lebensjahre und es gehört ein Leben lang der Kirche. Diesem Leitsatz sind sie konsequent gefolgt. Über Jahrhunderte bestimmten sie bis zum heutigen Tage das Bildungssystem in Europa, dem seit Menschengedenken aktiven Zentrum der Welt........

So geht die Mehrzahl der Deutschen noch heute zum Arzt, um sich die Symptome "wegmachen" zu lassen. Nur die Heilung läßt auf sich warten.

Gleiches wäre vom Chihuahua zu erwarten, es geht zur Polizei und sagt: Mach die Wölfe mal weg. Oder geht zum Arzt und sagt: Mach meine Angst weg.
Ich finde, Ulrich Mohr zeigt sehr interessante Glaubenszusammenhänge, zeigt die eigene anerzogenen Verdrehungen, denn Kinder gehören in die Natur, gehören zu den Eltern, zu einer Sippe, und nicht in eine Klasse Gleichaltriger (Parallelwelt) nicht in künstliches Licht, stundenlang auf Plastestühlchen sitzend.
Die Schwarzafrikaner haben so eine Sozialisation nicht durchmachen müssen, daher Durchsetzungskräftiger, sind sie klar im Vorteil.
Dieses Stillsitzen müssen in der Schule hat unsere Wut, unsere natürliche Durchsetzungskraft und Power arg zerfleddert.
Sie sieht so aus wie der Chihuahua.

Wir haben diese uns inneren liegenden Kräfte in Institutionen ausgelagert. (Polizei, Gerichte, Medizin, Lehrer, Pastor)

http://quer-denken.tv/index.php/mfv-tv/1604-die-aufzucht-des-orientierungslosen-weisungsempfaengers-schulpflicht-und-bildungssystem
Der Gutmensch
10. August 2015 14:06
Das sehe ich anders, Donna alta, das sind sehr wohl Wölfe, die gehören nicht zu uns. Dass sie die dämlichsten Töffen vorschicken, die die Massenmedien zu bieten haben, um ihre dreisten Raubzüge zu bemänteln, und hinterdrein das Unschuldslamm heucheln zu können (aber DAS stand doch nie in der Zeitung, das konnte doch keiner wissen, ich habe doch nie jemandem etwas Böses gewollt!! ... An welche Zeiten erinnert mich das nur??) ändert gar nichts daran; das soll bloß die ordnungsliebenden Hunde irritieren.

Fakt ist, dass derzeit keine dauerhaften Zustände im Land geschaffen werden. Jeder Vollidiot sieht, dass es so nicht weitergehen kann - gestern habe ich mich beispielsweise mit jemandem unterhalten, der eine hübsche Summe Kindergeld zurückzahlen musste. Nicht, weil es ihm an deutschen Kindern gemangelt hätte - nein, aber er hat im Ausland gearbeitet und gelebt und sie dort zur Schule geschickt; war jedoch von seinem deutschen Arbeitgeber aufgefordert worden, währenddessen hier gemeldet zu bleiben, damit Deutschland keine Einkommenssteuer entgeht. Solch hundsgemeiner Patriotismus reizte die deutschen Beamten, die andererseits keine rechtlichen Hemmschwellen kennen, deutsches Kindergeld an nichtdeutsche Weltenbummler auszukehren.

Natürlich hat derjenige bloß wegen einiger tausend Euro unerwartetem Verlust keine „unzivilisierte Haltung“ durchscheinen lassen. Er fand den Vorfall allerdings doch erwähnenswert, und das ist das Interessante daran. Darauf zu bauen, dass so jemand auf ewig auf Konsequenzen verzichtet, wäre jedenfalls einfältig - darauf vertrauen nicht mal die beiden „Wölfe“.
bernardo
10. August 2015 14:08
Meine Güte, als ob nun gerade die Wikinger ungehobelte Barbaren gewesen wären. Klingt nach ultramontaner Propaganda.

Wer sich näher damit beschäftigt, wird ziemlich schnell zum Schluß kommen, daß damals in Skandinavien eine filigrane Hochkultur existiert hat, die dann mit der Einführung des Christentums und des Feudalismus zusammengebrochen ist.

Ansonsten ein lesenswerter Beitrag - vielleicht ein bischen arg viel Hundemetapher.
Jim Knox
10. August 2015 14:22
Bei den meisten modernen Deutschen ist der Wolf ein gutartiges Tier, das unsere Vorfahren in totaler Unkenntnis und bodenloser Dummheit als Raubtier verfolgten. Zugewanderte Lebewesen sind eine Bereicherung der deutschen Natur.

Heute läßt man die Wölfe im hochzivilisierten Deutschland frei und unkontrolliert herumlaufen . Sie werden in der BRD begrüßt, als wären es Naturgötter . Meine Güte, wenn sie ab und zu eine Katze oder Hund oder ein Schaf reißen, so ist das ein seltener Einzelfall. Dass das wieder passiert, da ist die Wahrscheinlichkeit 0,0001 % , sagen uns die Experten.

Und wenn ein Wolf irgendwann einen Menschen anfällt und vielleicht noch in Einzelteile zerreißt , ja , - dann muß dieser Wolf doch glatt verrückt geworden sein und sofort in die Psychotherapie eines von einem grünen Gutmenschen geleiteten Tierheims. - Ziel : Er soll in Zukunft keine
Lebewesen genußvoll töten , es wäre besser, er wird ein Veganer.
Und da arbeiten gewisse Leute hierzulande mit großer Inbrunst dran , da bin ich mir sicher.
Kay-Uwe Klepzig
10. August 2015 15:46
Ich glaube, mit der Metapher ist der Sache kein Gefallen getan.

Denn das Überleben unserer Gesellschaftsform ist keine Frage der puren Masse von 'wehrhaften' Zuwanderern im Vergleich zu den noch ca. 80% autochtonen, wehrlosen Micheln. Das Betrachten über Individuen ist der Fehl.

Was sich verteidigen muß, ist unser Lebensmodell, unsere Gesellschaft, unsere Werte - hiermit sind nicht unbedingt Traditionen gemeint, sondern Errungenschaften des Humanismus. Das System "westeuropäische Gesellschaft" muß sich zu wehren wissen, nicht einzelne.

Daher muß sie sich ihrer Selbst, ihrer Schönheit, ihrer Bedeutung für die Menschheit, ihrer Differenz von anderen Gesellschaften etc. bewusst sein und sich dafür schätzen - was unheimlich schwer ist, in Anbetracht des offensichtlich doppelmoralisch-moralistischen Handelns in der Weltpolitik der letzten 70 Jahre.

Daher glaubt unsere Gesellschaft nicht mehr an sich selbst - und kann daher die Menge der Zugewanderten auch nicht von sich selbst überzeugen.
IMHO drückt da der Schuh.

Was ich allerdings befürchte ist, daß sehr wohl in den nächsten Jahren Individuen "wehrhaft" werden, weil es die Gesellschaft selbst nicht ward.
Mit anderen Worten: ich sehe Pogrome an Ausländern/Außerkulturellen aller Arten europaweit auf uns zukommen - die sich dann nicht mehr die Mühe machen, zwischen Asylsuchenden, Wirtschaftsillegalen und verschieden gut Integrierten zu unterscheiden.
Den "Selbsterhaltungstrieb" der da "Aufsteht und Zurückschlägt" kann ich irgendwie nicht sonderlich mit Begeisterung aufnehmen. Ich habe keine Mausche auf "militante Minderheiten" und deren Selbstjustiz und schon gar keine Pogrome.

So funktionieren (auch komplexe) Systeme: übe Kraft in irgend einer Form auf diese aus, verhindere das Ausweichen des Systems und alsbald erhälst du eine sprunghafte, destruktive Antwort.

Aus dieser Perspektive ist der Kulturpessimismus genau ein negativer, zersetzender Effekt. Wer sowohl unsere Gesellschaft, als auch Zugewanderte schützen will, muß nachgerade ein positive Selbstbild der Gemeinschaft herstellen und machtvoll vertreten.

Dieser Aufgabe könnte und sollte sich auch die Sezession, die Identitäre Bewegung, die konservative Revolution etc pp verschreiben.
Stattdessen beobachte ich hier auf der Sezession in letzter Zeit viel schwimmen im eigenen Saft und eben Pessismus, orakelt von einem Elfenbeinturm - hier kreist ein Berg und gebiert eine Maus. Ein Maus mit Pest.
Arminius Arndt
10. August 2015 15:50
Dass der Herr Meyer in seiner Polemik hier einige Klischees gedroschen hat (Wikinger, Vergleich Völkerwanderung - alles Punkte, die so natürlich nicht wirklich richtig sind) dürfte ihm selber und den meisten wohl klar sein. Was er grundsätzlich sagen wollte, wohl auch.

Ich frage mich nur, was denn jetzt von einem ganz persönlich erwartet wird. Soll ich mich jetzt mit irgendwelchen Asylanten prügeln, um nicht als Lusche dazustehen, oder mich entblöden und vor deren Heime ziehen, um davor herumzukrakelen?

Soll es das sein? Nur, damit ich mich nicht als "Opfer" fühlen muss? Was soll man also tun?

Die Wikinger kamen ja auch in der überwiegenden Anzahl der Fälle eher mit Fellen und anderen Waren, um zu tauschen, zu handeln und die bösen Germanen fielen auch erst ganz am Ende übers römische Reich her und wohl auch eher, weil sie von anderen zuvor eins aufs Näschen bekommen haben, also auch nicht ganz zu 100% aus reiner Eroberungslust ... also, was tun? Mein Kreuzchen auf irgendeine Wahlliste außerhalb des Etablierten setzen kann ich auch erst wieder, wenn schon zu viel faktisch gelaufen ist.

Daher nochmals: Was - legal! - tun?
Dag Krienen
10. August 2015 16:29
Eine kleine historische Anmerkung zu Beginn. So lange die Wikinger nur in kleinen Horden ausfuhren, waren Klöster und kleine Dörfer ihr Plünderungsziel, an die großen Städte wagten sie sich erst, als sie selbst große Expeditionen zu organisieren in der Lage waren. Ihr Erfolg erklärt sich nicht zuletzt durch ihre Mobilität, d.h. die Fähigkeit, mit ihren wendigen, auch zur Flußfahrt befähigten Booten schnell überall dort erscheinen zu können, wo sie nicht erwartet wurden. Ein numerisch überlegenenes Landheer hatte fast nie die Chance, sie auch nur zu stellen. Insofern ist nicht ganz fair, den mittelalterlichen Europäern Dekadenz und mangelnde Wehrfähigkeit und -bereitschaft zu unterstellen.

Beim heutigen Westeuropäer sieht es schon anders aus (die historische Parallele wäre da wohl das spätantike römische Imperium). Warum diesen der Wille zur Selbstbehauptung gegen den neue "Völkerwanderung" in seine Heimat abgeht, ist eine zentrale Frage. Eine plausible Teilantwort ergibt sich meines Erachtens aus einigen an die sogenannte Mem-Theorie angelehnte Überlegungen.
Der Biologe Richard Dawkins hat vor nun auch schon fast vierzig Jahren das Modell vom "egoistischen Gen" entwickelt, wobei er unter Gen eine biochemische Informationsträgern versteht, der sich selbst reproduzieren kann. In der biologischen Evolution erfolgreich seien nur solche "Gene", die ihre Träger zu einem Verhalten bewegen, das eine möglichst erfolgreiche Reproduktion des jeweiligen Gens in der Zeit sicherstellt.
Gleichzeitig hat Dawkins in seinem Buch aber auch die Möglichkeit der Existenz von nicht-biochemischen Informationsreproduzenten angedeutet, d.h. im menschlichen Gehirn angesiedelten geistigen Informationsträgern, von ihm "Meme" genannt, die er ebenfalls einem evolutionären Druck unterliegen sieht. Denn diese kleinen oder großen "Erzählungen", die sich wie die Gene auch, zu gigantischen "Mem-Komplexen" zusammen schließen können (Religionen sind für den militanten Atheisten Dawkins solche Memkomplexe) werden mit mehr oder weniger Erfolg weiterverbeitet , vom flüchtigen Gedanken, der schon nach wenigen Minuten im Kopf des Individiums untergeht, bis zum brillianten Einfall, aber auch zur komplexen "Großerzählung", die weiteste Verbreitung findet.
Der Erfolg von "Memen" im Sinne ihrer möglichst breiten Verbreitung hängt dabei nicht von ihrem Wahrheitsgehalt oder ihrer Fähigkeit zur möglichst genauen Beschreibung der Wirklichkeit ab, sondern von der Bereitschaft möglichst vieler Menschen, das gehörte, gelesene oder gesehene "Mem" zu reproduzieren, d.h. in ihren neuronalen Strukturen abzuspeichern und an andere weiter zu geben, so daß die entsprechende "Erzählung" immer wieder neu erzählt wird.
Bei Dawkins ist schon das biochemische "Gen" der eigentliche Akteur (mit potentieller Unsterblichkeit), die individuellen Lebewesen und ganze Spezies sind als "Genträger" nur ephemere, sterbliche Hüllen. Auf biologischer Ebene gilt aber noch, daß nur "Gene", die ihre Träger zu einem Verhalten bewegen (oder dem nicht im Wege stehen), das ihren Selbsterhalt zumindest bis zum Erreichen des Reproduktionsalters wahrscheinlicher macht, erfolgreich sein können. Insoweit tragen sie auch zum Überleben der jeweiligen "Hülle" bei.
Bei "Memen" ist die Koppelung von Verbreitungswahrscheinlichkeit und Überlebensdienlichkeit weitaus schwächer ausgeprägt. Bestimmte Memkomplexe, "große Erzählungen" bilden und stabilisieren zwar die politischen, sozialen und kulturelle Gemeinschaften. Sie sind aber nicht immun gegen die destabilisiernde Wirkung anderer Meme. Denn weitererzählt wird, was den "Hüllen" jeweils als erzählenswert erscheit, u.a. weil es ihnen besonders gut gefällt oder besonders bemerkenswert erscheint. Bei ihrer Verbreitung von Memen gilt eben auch das Gesetz der Gefälligkeit,und nicht das von Wahrheit, Wirklichkeit und Notwendigkeit. Nicht nur einzelne, sondern ganze Völker können sich so gesehen um Kopf und Kragen reden.
Offensichtlich haben wir in den westlichen Gesellschaften derzeit einen Zustand erreicht, in dem die die politischen und kulturellen Gemeinschaften stabilisierenden "Erzählungen", die immer auch unangenehme und harte Elemente enthalten, nicht mehr gerne gehört und weiterverbreitet werden. Statt dessen lieben die Leute jene Meme, die vor allem wohlklingende, harmonische und angenehme Botschaften enthalten, die sie gern glauben und weiterverbreiten, nicht zuletzt, weil sie ohne weitere größere eigene Anstrengung ihr Selbstwertgefühl als moralisch möglichst hochstehendes Subjekt fördern und bekräftigen. Sie bieten die Möglichkeit, sich fast mühelos als Pharisäer, Gesinnungsethiker, Gutmensch über andere Menschen überheben und das eigene Überlegenheitsgefühl pflegen zu können. Der Reiz, solchen Memen den Vorzug bei der Weiterverbreitung zu geben, ist offensichtlich dann besonders groß, wenn das erreichte Niveau des materiellen Wohlstand und der politischer Sekurität die elementaren Überlebensrisiken minimal erscheinen läßt und dabei die notwendigen Erhaltungsleistungen für so selbstverständlich gehalten werden, daß sie aus dem Blick geraten und nicht mehr als "erzählenswert" erscheinen.
Daß die derzeit in den westlichen Gesellschaften sich sehr erfolgreich verbreitenden Gutmenschen-Meme den Überlebensinteressen ihrer individuellen biologischen "Hüllen" sowie deren politischen und kulturellen Gemeinschaften nicht besonders zuträglichen sind, braucht an dieser Stelle nicht besonders betont zu werden. Den "Memen" ist das zunächst egal, weil sie auch über ganz andere Träger weitergegeben werden können.
Die entscheidende Frage ist vielmehr, ob und wann der Zerfall der von der überwiegenden Mehrheit als selbstverständlich genommenen politischen und sozialen Absicherungen ein Ausmass erreicht, daß die Reproduktionschancen der so angenehmen Gutmenschen-Meme deutlich vermindert wird. Anders ausgedückt, ob und bis ein frei sein wollendes Volk wieder bereit ist, die Botschaft zu hören, daß seine Existenz nicht ohne gewisse notwendige Grausamkeiten gesichert werden kann und zu seiner Freiheit unausweichlich gehört, daß es alle Anstrengungen und Mühen zur genauen Bestimmung und Durchführung der notwendige Grausamkeiten auf eigene Kosten zu tragen hat, einschließlich aller Mühen und Risiken, sie mit seinen moralischen Standards, seinem Gewissen noch irgendwie zu vereinbaren.
Wenn dieses harsche Mem im Westen nicht wieder mehr Anklang findet, verschwinden zwar, um Carl Schmitt zu paraphrasieren, nicht die notwendigen Grausamkeiten der politischen Existenz aus der Welt, wohl aber eine Reihe von schwachen Völkern.
Blomqvist
10. August 2015 16:57
Falls ich das mal so einschieben darf: auf Steve Sailers Blog las ich, daß die einwanderungskritische Partei DPP an Stimmen gewann.

Und laut einer Umfrage haben die Demokraten in Schweden ("Rape Capital of Europe") zugelegt, berichtet American Renaissance.

Als Informatiker mache ich zudem die Beobachtung, daß viele aus dem MINT-Bereich eher links und "fortschrittlich" eingestellt sind, was man ja auch an der Gender-Partei "Die Piratenpartei" sieht. Andererseits habe ich im linken Magazin "Telepolis", das über den heise-Verlag läuft und dadurch naturgemäß viele MINTler anzieht, auch schon Kritik an der Asylpolitik gelesen (im Kommentarbereich).

Was ich, als Einzelner, tun kann, weiß ich jetzt auch nicht auf die Schnelle. Da muß ich mich Arminius Arndt anschließen.

Nebenbei bemerkt: Was mir zur Zeit ein wenig Trost spendet, ist Frank Lissons "Nach den Kulturen". Zwar pessimistisch, hat es mich auf irgendeine Art aufgebaut und mir Kraft gegeben.
Mr. Kurtz
10. August 2015 17:14
Nur eine Bemerkung zum scheinbar sinnlosen Verhalten der Gutmenschen, die -anders als unsere Vorfahren- den Säbelzahntiger (zumindest aber das unbekannte, unberechenbare Tier) streicheln und knuddeln wollen.

Flucht oder Angriff sind nicht die einzigen Alternativen, die die biologische Natur bei einer existentiellen Bedrohung bereithält. Es gibt auch noch das Todstellen, in der Hoffnung, daß die Gefahr einfach verschwindet (oder andere betroffen sind). Kulturell würde man vom "Sankt Florians-Prinzip" sprechen.
Psychologisch handelt es sich (zumindest bei den zustimmend Passiven) um eine unterschwellige Angstabwehr. Die nagende, unterschwellige Angst nämlich, daß die schlimmsten Befürchtungen der verhassten Asylkritiker zutreffend sind. Das wäre furchtbar und darf deshalb nicht sein, weshalb man diesen Schuften (den Asylkritikern) immer aggressiver gegenübertreten muß. Schließlich wird die bedrückende Realität vor der eigenen Haustür auch immer deutlicher, und die Mühe, die Realität zu verdrängen, wird größer und nervenaufreibender.
Der Multi-Kulti-Kult wird auch deshalb immer unduldsamer, weil sein Zusammenbruch absehbar ist. Das spüren auch seine Anhänger deutlich.
Nordlaender
10. August 2015 18:02
@ Dag Krienen

"Die entscheidende Frage ist vielmehr, ob und wann der Zerfall der von der überwiegenden Mehrheit als selbstverständlich genommenen politischen und sozialen Absicherungen ein Ausmass erreicht, daß die Reproduktionschancen der so angenehmen Gutmenschen-Meme deutlich vermindert wird."

Der ganze Inhalt Ihres Betrages ist von enormer Bedeutung! Ganz vielen Dank.

BUNT ist behindert.

https://www.youtube.com/watch?v=HZxki9iC3LU

Kinder lieben es BUNT.

https://www.youtube.com/watch?v=3ynKcuqjggw

Und Erwachsene?
Westpreuße
10. August 2015 18:09
@ Arminius Arndt: "Daher nochmals: Was - legal! - tun?"

Vielleicht müßte nach der "Lügenpresse", dieses trefflich-treffende Wort, jetzt mal zur Sprache gebracht werden:

Die "Systemprofiteure", die "Asylprofiteure", und zwar die deutschen:

Das mal näher ausleuchten und benennen.
Die bleiben zu sehr im Schatten.
Diese ganzen Zuwanderungsbereicherer.
Ein unglaublich profitables Geschäfts - System:
Wer sind die Leute, wie gehen sie vor, was verdienen (!) sie dran...

Von einem, der etwas tun wollte und geheilt (?) wurde:

Heute vormittags, auf dem Marktplatz, nicht weit vom Kopernikus - Denkmal, einen Heimwehtouristen getroffen. Er ist auf der Suche nach den Wurzeln seiner Familie:
Bei einem Kaffee kamen wir ins Gespräch. Lebt in Schleswig - Holstein.
Ist in einer Helfergruppe für Asylbewerber.

Der Bürgermeister lud die Gruppe zu sich ein, bedankte sich artig für das Engagement, und benannte folgendes Problem:

Die Unterkunft für die Asylbewerber, so zwischen 15 - 20 Leute, müsse doch regelmäßig gereinigt werden. Insbesondere die Toiletten hätten es dringend nötig. Das könne man aber ihnen doch nicht zumuten.
Traumatisierung und so...

Ob, hier eierte er etwas herum, die Helfergruppe das nicht organisieren könne? Das Städtchen sei klamm bei Kasse und könne das nun nicht auch noch übernehmen...

Daraufhin der besagte engagierte Helfer:
Traumatisierung hin, Traumatisierung her.
Also, was er nun mal zu allererst immer alleine reinigen würde,
das sei sein eigenes Klo...

Nun würde es aber reichen...(zustimmendes Gegrummel).
Das Engagement hat spürbar gelitten. War nicht die erste Zumutung und Erfahrung der besonderen Art.
Es ist doch schön, wenn diese Leute von der Realität eingeholt werden.
Ansonsten war er aber nett: Ein guter Mensch, ohne Ironie, aber etwas fehlgeleitet...

Zum Wolf an sich UND vom Wolf in uns:
Da spielen ganz alte archaische Gedanken, Gefühle, von Mutter und "Omma" Tradiertes, Schule, Bilder in nicht mehr vorhandenen Kinderbüchern, Erzählungen im Familienkreis, früher früher...als Kind...hinein.
Rotkäppchen, Meister Isegrim, der Wolf im Schafspelz aus dem Matthäus-Evangelium, Der Wolf und die sieben Geißlein usw. und so fort...

Und das verbindet sich mit unseren eigenen tiefen Ängsten, den persönlichen. Heute nicht mehr so aktuell. Noch ist der Wolf bei uns ja nicht diesseits des Gartenzauns.
Es aber kann jederzeit "abgerufen werden" in uns...

Beispiel:
Vor etlichen Jahren wollte ich mal in Masuren im tiefen Winter eine gewisse Zeit verbringen. Alleine. Eine winterfeste Hütte. Hatte alles da. Lebensmittel, Wasser. Kaminofen. Genügend Holz. Kochplatte mit Propangas. Wunderschön. Aber ungewohnt. Nächster Weiler 5 km entfernt. Nächstes Städtchen 18 km.

Nachts hörte es sich so an. Und das war sehr gewöhnungsbedürftig:

https://www.youtube.com/watch?v=NzZnsCfQuwQ

Dann fiel bei minus 16 Grad der Strom aus. Dann das Handynetz. Ich wußte, daß irgendwo auch Nachbarn waren. Auf der Landstraße, eher ein Weg, kniehoher Schnee. Ich war alleine...
DAS war eine schöne Erfahrung. Aber "so ganz doll" nun auch wieder nicht.
Und nachts konnte ich nicht schlafen. Und war innerlich unruhig. Die Kerzen brannten und ich lauschte in die Nacht hinein...

Patriotische Grüße aus Thorn an der Weichsel
sakksa
10. August 2015 18:49
Wäre ich ein alter Seher in den Tiefen des germanischen Waldes, ich würde in der Rückkehr des Wolfes ganz sicher keine orientalischen Landnehmer sehen. Im Chihuahua sähe ich auch nicht uns.
Umgekehrt wird ein Jungscher Schuh draus ( vgl. "die Wiederkehr Wotans", altes Flußbett usw. )
Arkanthus
10. August 2015 19:04
Ich glaube eher, die Leute haben sich in einem neuen Biedermeyer eingerichtet, die "hippen" 20-35jährigen mehr noch als die älteren Semester. Seit wann gibt es in den Online-Ausgaben der Printmedien Kolumnen über Sonntagsessen ??

Unterbewußt gärt aber wohl was, überall in der westlichen Welt, warum bitte sonst ist das Horror-Genre plötzlich wieder so beliebt, insbesondere der Zombie-Film ? Massen abstoßender, Grunzlaute von sich gebender Untoter, die uns buchstäblich zerfleischen wollen. Ich glaube man liegt nicht völlig daneben, wenn man das als Verarbeitung eines subtilen Unbehagens versteht.
Annemarie Paulitsch
10. August 2015 19:22
Na ja, ob der Wolf sich hier wirklich wieder heimisch fühlen wird, sei dahin gestellt. Wovon soll er sich denn ernähren? Doch nicht nur von Chihuahuas oder Ratten? In den Wäldern sind die Hirsche bereits ausgerottet, die Rehe bald ebenfalls, Feldhasen findet man auch nicht mehr. Jetzt geht es den Wildschweinen an den Kragen, jedoch von Seiten der blutrünstigen Jägerschaft und nicht den hungrigen Wölfen.
Die Medien erzählen viel, wenn der Tag lang ist.
marodeur
10. August 2015 19:25
Ein paar Gedanken zu „Was – legal! – tun?“:
Ich glaube, dass sich bereits etwas bewegt. Man kann die linke Gedankenwelt nicht von heute auf morgen abstreifen. Wie von Dag Krienen richtig darstellt, hat die Gutmenschen-Ideologie ohne Zweifel eine Dominanz durch moralisches Sexappeal erlangt. Die grausame Welt der Rechten kommt daher mit einem gewissen Maß an Ausgrenzung, Ungleichheit und Ungerechtigkeit. Diese Zumutungen halten Staaten zusammen - das wissen wir. Leider weiß das sonst nur, wer es entweder erlebt hat oder wer sich mal ein paar Stunden unbefangen mit Geschichte beschäftigt. Auch wenn der deutsche Wohlstand auf tönernen Füßen steht, so ist bei vielen noch nichts zu spüren von den gewaltigen Umbrüchen dieser Gesellschaft. Es hat keinen Zweck, einem Blinden das Farbspektrum zu erklären. Leider ist erst die Krise unsere Chance. Ich würde erwarten, das wir bereit sind, die Welt zu erklären, wenn der Michel aus seiner Letargie erwacht. Entweder wir tun es, oder extremere Kräfte werden das übernehmen. Bis dahin ist Leidensfähigkeit gefragt. Ein paar rhetorische Übungen schaden bis dahin auch nicht.
Nordlaender
10. August 2015 19:32
@ Dag Krienen

"Bei ihrer Verbreitung von Memen gilt eben auch das Gesetz der Gefälligkeit,und nicht das von Wahrheit, Wirklichkeit und Notwendigkeit."

Als ein Mem stößt man immer wieder auf das "soziale" bzw. "gesellschaftliche Konstrukt". G. Haydar Aly klärt z.B. darüber auf, daß die Nation ein Konstrukt sei, bei Robert Menasse ist es das Volk, bei Judith Butler das Geschlecht, bei vielen, einem Franz Boas nachfolgenden Biologie- und Evolutionsleugnern die Rasse.

Hoch erfreut las ich erst kürzlich bei Kleine-Hartlage ("Die Sprache der BRD"), daß die entscheidende Frage sei, ob ein Konstrukt denn dienlich ist. Mit anderen Worten, ob es konstruktiv ist für unsere Gemeinschaft.
Selbstredend sind Konstrukte wie z.B. (DER) "Jugendliche" zunächst einmal kein Teil der Wirklichkeit. Reine Abstraktionen, denn wer bitte soll das konkret sein?

Konstrukte können sehr segensreich sogar dann sein, wenn sie mit Sicherheit nicht der Wirklichkeit entsprechen. Man wünscht dem Feind insgeheim die Pest an den Hals und deutlich vernehmbar einen "Guten Tag". Neben dem Konstrukt der Höflichkeit gibt es noch das der vorgeheuchelten Gleichheit vor dem Richter, die in Wirklichkeit nicht besteht zwischen dem Serienkriminellen und dem anständigen Bürger. Das frivole Konstrukt des vermeintlichen Wertes eines Geld-Scheines ist ambivalent, segenspendend, unverzichtbar und gefährlich zugleich.

Ein Paul Watzlawick hat so wunderbar unterhaltsam und allgemeinverständlich über Konstruktionen - der konstruktiven wie der destruktiven Art - aufgeklärt. Trotzdem scheint mir ein hochgradig massenwirksames Gegen-Mem gegen die Gehirnbakterie "gesellschaftliches Konstrukt" (negativ konnotiert) aus dem Giftschrank der Kulturmarxisten noch nicht gefunden zu sein.
Nordlaender
10. August 2015 19:34
@ Arminius

"Soll ich mich jetzt mit irgendwelchen Asylanten prügeln, um nicht als Lusche dazustehen, oder mich entblöden und vor deren Heime ziehen, um davor herumzukrakelen?"

Ihre eigene Entscheidung. Ich schlüge vor: nein.
Peter M. Messer
10. August 2015 20:02
Vielleicht sollte man das Thema der mangelnden Verteidigungsfähigkeit weniger anhand von natürlichen Instinkten und Dekandenz als anhand von Kultur und Konsequenz betrachten. Der Chihuahua ist dafür ein gutes Beispiel: In seiner Heimat Mexiko wird er nämlich als Rattenfänger mit Mut und starkem Jagdtrieb geschätzt. Zum Schoßhund wird er erst durch seine Versetzung in einen neuen kulturellen Kontext. Wenn er in diesem zum Opfer von Wölfen wird, dann liegt das nicht an seiner Dekadenz, sondern daran, dass die Konfrontation mit Wölfen nicht seine Sache ist, sondern die von Herdenschutzhunden.

In diesem Sinne müsste man fragen, ob die beobachtete Unfähigkeit zur Gegenwehr nicht darauf beruht, dass ursprünglich sinnvolle Verhaltensweisen durch eine Veränderung des kulturellen und politischen Kontextes sinnwidrig geworden sind. Der ganze, von Konservativen so hoch gehaltene Komplex Rechtstreue mit seiner Bereitschaft zur Unterordnung unter Regeln und Institutionen wird selbstmörderisch, wenn sich die Institutionen gegen einen selbst wenden. Der bürgerliche Habitus aus Selbstkontrolle, Zurückhaltung, Einfühlungsvermögen, Maß und Mitte ist ebenfalls von der Funktionsfähigkeit der Institutionen abhängig, die in einer Gesellschaft die Gewaltarbeit machen. Zur einer Verteidigung auf eigene Faust ist er nicht in der Lage. Und was sagt es über den tatsächlichen Stand der Verteidigungsfähigkeit unter Rechten aus, wenn ein Felix Menzel sich hier kürzlich dagegen wandte, angesichts der Migrassorenflut von Schmarotzern und Invasoren zu sprechen und ein Thorsten Hinz in der aktuellen JF zwar die Bezeichnung Invasoren gerechtfertigt nennt, dies aber nicht abwertend verstanden wissen möchte. Geht es noch? Da nehmen mit Menschen mein Land, und ich soll mich wertneutral ausdrücken? Wie oft wurde auf konservativer Seite beobachtbarer Widerstand als zu schmuddelig abgetan, bei Strafe der Distanzierung? Solche Hemmungen hat man auf der Gegenseite nicht, und indem manche Rechte sie haben, besorgen sie das Geschäft des Feindes.

Anstatt auf natürliche Instinkte zu hoffen sollte man lieber die Bestandteile des eigenen Diskurses suchen und beseitigen, die effektivem Widerstand entgegenstehen und die Äußerungen dieser Instinkte behindern. Davon gibt es reichlich, und zwar nicht nur im Bereich politischer Theorie, sondern auch im Emotionalen: einen Feind muss man hassen können - und dürfen. Es geht auch um so etwas wie Selbst- und Körperbilder. Recht amüsant war etwa die Klage Ellen Kositzas über Hooligans auf eine Legida-Kundgebung und ihr breitbeiniges und "uncharmantes" Auftreten (http://www.sezession.de/48243/legida-die-zweite.html/2). Nun, Herdenschutzhunde sind ebenfalls kräftiger gebaut und werden beim Drohen gegenüber Wölfen sicher auch mal uncharmant. Mit dünnarmigen Jünger-Jünglingen kann man sich gegen den berühmten türkischen Kickboxer jedenfalls nicht durchsetzen. Diejenigen, die das können, werden körperlich und mental anders gebaut sein als das, was der gebildete Konservative so schätzt. Es kommt also darauf an, das zu tun, was man kann, nämlich jene politisch erfolglosen Maßstäbe zu ändern, die den Instinkten, auf die man hofft, nur im Weg stehen.
jak
10. August 2015 20:40
@ Annemarie Paulitsch

Wie bitte? Also hier in Niedersachsen sind Rehe definitiv nicht am Aussterben. Ich laufe denen so gut wie jeden Morgen über den Weg. Die Bauern jammern auch noch genug über Wildschweine, die ihre Felder umpflügen. Hier gibt’s angeblich inzwischen mehrere freilebende Wölfe und die scheinen irgendwie satt zu werden. Hab noch keinen gesehen. Selten holen die sich mal ein Schaf. Oder einen Chihuaha...
Urwinkel
10. August 2015 20:40
Wo ist eigentlich Hachiko, wenn man ihn mal braucht? Als Sinnbild zur animalischen Gegenwehr kann man den Akita bemühen. Der würde sich nicht von drei Wölfen kaltstellen lassen. Hält auch länger als fünf Minuten ohne Herrchen aus. Wenn das Herrchen dazu kommt verschwinden die Wölfe eh. Lauern natürlich weiter, gehen nur auf Abstand. Dazu ist ein Wachhund da. Nicht jedermanns Sache, ein kein leicht zu führender Hund:

Wiki: "Der Akita ist ein intelligenter, ruhiger, robuster, starker Hund, der ein ausgeprägtes Jagd- und Schutzverhalten zeigt. Die Rasse wurde in ihrer Geschichte erst als Jagdhund gezüchtet, später kamen Wach- und Schutzaufgaben dazu. Die entsprechenden Verhaltensweisen sind bis heute erhalten und werden in der Zucht gepflegt. Akitas haben eine große Individualdistanz und mögen keine fremden Hunde in ihrer Nähe. Fremden Menschen gegenüber zeigen Akitas sich meist freundlich, auch zurückhaltend oder gleichgültig. Akitas sind eigenständiger und selbstbewusster als europäische Gebrauchshundrassen und verhalten sich nicht unterwürfig."

Obwohl es der Hachiko-Film mit Richard Gere in der Hauptrolle suggeriert, sind diese Tiere keine Knuddelbären. Also Wölfe: der Akita, egal ob männlich oder weiblich tut nur so, als wolle er nur spielen. Im Geiste hat er euch schon längst zerlegt. Nur die wesensartige Freundlichkeit, hält ihn/sie davon ab.

Für Sommerloch-Tierspezialisten: Riesiger Wels verschlingt Grauhaardackel. Googeln; das Thema ist um die zwei Jahre her.
Carl Sand
10. August 2015 21:09
Ich denke, das ist eine wichtige Information:


http//whois.domaintools.com/fluchthelfer.in

Domain ID:D9277273-AFIN
Domain Name:FLUCHTHELFER.IN
Created On:09-Mar-2015 15:52:23 UTC
Last Updated On:08-May-2015 19:21:09 UTC
Expiration Date:09-Mar-2016 15:52:23 UTC
Sponsoring Registrar:Enom Inc. (R46-AFIN)
Status:CLIENT TRANSFER PROHIBITED
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Registrant Name:Bernard C. Piqochet
Registrant Organization:The Ayn Rand Institute
Registrant Street1:2121 Alton Parkway, Suite 250
Registrant Street2:
Registrant Street3:
Registrant City:Irvine
Registrant State/Province:CA
Registrant Postal Code:92606
Registrant Country:US
Gardeleutnant
10. August 2015 21:27
An Annemarie Paulitsch:
Mich würde interessieren, wo Sie wohnen. Hier im Schwarzwald nämlich gibt es so viel Rehwild, daß die (zu wenigen) Jäger mit dem Schießen nicht hinterherkommen, und auf bestimmte Matten, Äcker und Weinberge am Waldrand (in der ganzen Gegend, nicht nur hier im Ort) kann man zu keiner Tages- und Jahreszeit gehen, ohne prächtige, große Feldhasen zu sehen.

Eine weitere Überdehnung der Wildtierallegorien spare ich mir im Hinblick auf das Politische.
Nemo Obligatur
10. August 2015 21:29
Eine große Geschichte mit einem kleinen Hund...

Abseits alles Wolfsphantasien dürfte aber doch wohl jedem klar sein, dass die Sache bereits gelaufen ist. Ein Spaziergang durch die Innenstadt einer beliebigen westdeutschen Großstadt, eine Fahrt mit dem ÖPNV sollte genügen. Die Frage ist eigentlich nur noch Vermischung oder Verdrängung? Wieviel bleibt am Ende noch "vom Eigenen"?

Im günstigen Fall wird es entlegene Regionen mit angestammter Bevölkerung geben und homogene Schichten in den Städten (so wie früher die deutsche Adelsschicht im Baltikum). Im zweitgünstigsten Fall gibt es noch die Reste der deutschen Kultur (Sprache, Religion, Sitten) bei überwiegender Vermischung von Einwanderern und Einheimischen. Daraus würde vielleicht ein neues Volk entstehen. Das muss nicht schlecht sein, auch dafür hält die Geschichte Beispiele bereit. Die Spanier sind so entstanden - immerhin das Volk der Seefahrer und Entdecker. Schließlich ist wohl auch denkbar, dass am Ende die Verdrängung steht. Die Überformung durch fremde Sprachen und Sitten, das Deutsche würde in den Untergrund gedrängt, vielleicht halten sich hier und da einzelne Volksinseln nach Art der Ladiner in den Alpen, vielleicht reicht es mangels Bergen und Wäldern nicht einmal mehr dazu. Dann wäre unsere Rolle in der Geschichte ausgespielt und wir hätten es "verzockt".

Altersbedingt wird wohl niemand von uns das Ende noch erleben. Aber die erste Generation, welche die Antwort kennen wird, ist vielleicht schon geboren. Wenn ich es mir aussuchen dürfte, dann würde ich übrigens die erste Variante bevorzugen. Die ist romantisch und lässt die Chance auf eine Renaissance. Für wahrscheinlich halte ich das zweite Szenario. In dem Falle gilt es, das Möglichste aus Sprache und Kultur zu bewahren und den "gesetzlichen Erben" zu hinterlassen. Allzu viel ist leider schon verloren.
der Kuckuck
10. August 2015 21:45
bitte den individuellen , phantasievollen Widerstand entwickeln . geringer Aufwand - großer Effekt ; hier sind nicht nur EDV Fachleute gefragt - auch im Bereich der Information / Desinformation kann man sehr viel Sand ins Getriebe kippen . Jede Großstruktur hat so ihre Macken .
Hiob
10. August 2015 22:07
@Arminius Arndt: 'Was-legal-tun?'

Der 'Final Countdown' zur Apokalypse hat begonnen!
Vielleicht sollte der Chihuahua zum Tierschutzverein gehen und sich über die bösen Wölfe beschweren...?!

Frage an alle neurechten Intellektuellen und Metapolitiker hier:
Sind wir einem System gegenüber, das sich selbst komplett delegitimiert hat, welches seine staatliche und volkliche Selbstauslöschung als oberstes Ziel ganz zweifelsfrei beschlossen hat, noch zu irgend einer Loyalität verpflichtet? Können die Gesetze dieses Unrechtsstaates noch Gültigkeit für einen vom Genozid bedrohten Volksangehörigen besitzen?

Meine persönliche Meinung steht fest:
Legal-illegal-scheißegal! O
Das Recht auf Rechtsbruch, welches sich die Eindringlinge nehmen, beanspruche ich auch für mich und die Unsrigen.
Das 'Gesetz der Straße' wird Jede und Jeden früher oder später
einholen, jedes Akademikersöhnchen und jede noch so gut erzogene und wohlbehütete Bürgerstochter früher oder später einholen.

Was tun?
Weiter fleißig arbeiten und das BSP steigern, Steuern zahlen, seine Bußgelder fristgerecht begleichen?
Ziviler Ungehorsam ist oberste Bürgerspflicht, auch viele kleine Nadelstiche hinterlassen ihre Narben, Unsicherheit unter den Unbelehrbaren verbreiten,
ALLES in Frage stellen, Destruktivität ist gewünscht und förderlich.

Und wenn der Tag gekommen ist:

"Stand your ground and fight!'
Meier Pirmin
10. August 2015 22:16
@Lutz Meyer.

"Der Reflex: Fremde nahen – Bedrohung zieht herauf, dieser Reflex ist ausgeschaltet."


Der Grundbegriff in Ihrem Aufsatz hat, gemäss Ihrem "biologistischen" Ansatz, ich verwende den Begriff wie an anderer Stelle vermerkt, wertneutral. Sie lassen nämlich richtig durchblicken, dass heute derjenige, der ein gutes Wort für den Reflex einlegt, schnell aus der Gemeinschaft der Sprecher zulässiger Meinungen ausgeschaltet wird.

Der von Ihnen legitimierte Reflex hat vermutlich damit zu tun, was mit dem umstrittenen, nicht gerade cartesianischen Begriff "kollektive Vernunft" gemeint sein könnte. Oder wie ich es mal beim amerikanischen Konservativen Russel Kirk und dem ebenfalls konservativen Autor Georges Santayana glaube nachgelesen zu haben: "Das Individuum ist töricht. Die Spezies ist weise." Der Satz ist natürlich übertrieben, behält aber sein Stück Teilwahrheit.


Mit @Nordländer stimme ich überein, dass wir uns um genaue Begrifflichkeiten kümmern sollten, kein Luxus, überdies, wie zu Arminius gesagt, bei unseren Entscheidungen die Nerven zu behalten.


Vgl. die letzte Lutz-Meyer Debatte mit weit über 100 Wortmeldungen, am Schluss noch Ekelbekundungen, warum einige von uns mit Zitierungen von Philosophen und dem Ringen um Begrifflichkeiten angeblich intellektuelle Onanie betreiben würden. Diejenigen, welche die unterdrückten Reflexe zu verteidigen gesinnt sind, brauchen keine komplexen Diskussionen um die Dialektik der Aufklärung. Man kann dabei nämlich, ob es den Protagonisten gepasst hätte oder nicht, den Grenznutzen des heutigen Mainstream in Sachen Auffassung von Vernunft und Aufklärung reflektieren.


Insofern ist der Begriff "Dialektik der Auflärung" aus der linken Frankfurter Küche der Horkheimer und Adorno eine unfreiwllige Rechtfertigung einiger Gedankengänge, die Lutz Meyer immer wieder mal vorträgt. Der Begriff scheint nach rechts expropriationsfähig zu sein. Es ist wohl kein Zufall, dass Lutz Meyer über eine linke Genealogie verfügt, natürlich geistig-sozial, wohl kaum biologisch zu verstehen.


Weil ich meinerseits dialektisch denke, bei Suhrkamp sogarmal ein paar Bücher herausgab, fällt mir mein Nachwort ein zu Reinhold Schneider "Macht und Gnade - Gestalten, Bilder und Werte in der Geschichte", erschienen 1977 im Rückblick auf die Erstausgabe im bürgerlichen Insel-Verlag im Frühjahr 1940. Vor 75 Jahren galt für Reinhold Schneider wie für den sonst ganz anders denkenden Ernst Jünger: Zensur verfeinert den Stil.


Weil der Zeitgeist in Deutschland zur Zeit der gern verdrängten damaligen kurzfristigen Siege, die auch Andersdenkenden wie dem von Nationalsozialisten oft verhöhnten Religionsphilosphen Leopold Ziegler, Eindruck gemacht haben: weil der Zeitgeist damals ganz anders war als heute, standen die "Reflexe" damals nun mal hoch im Kurs. Diese Feststellung möchte ich abermals wertneutral verstanden wissen, nicht als Rückgriff auf die Nazikeule.


Wer heute "unzeitgemäss" sein will, vielleicht im Sinn von Nietzsche, muss sich wohl mit mehr Veranlassung als früher zum Anwalt der Reflexe machen; dem Intellektuelen Nietzsche bedeuteten sie ohnehin sehr viel. Umgekehrt, wollte einer 1940 nicht mit den Wölfen heulen (die Grosshunde sind bei Lutz Meyer gegen eine im Verdacht der Degeneration stehende Zwerghunderasse abgegrenzt), so musste er wie Reinhold Schneider die Reflexe eher relativieren, wenn nicht zurückweisen. Kam dazu, dass der Badenser Schneider zu allen Zeiten glaubte, dem Mainstream widersprechen zu müssen. So relativierte er die Bundesrepublik 1958 als "Restdeutschland" und sah im "russischen Nihilismus" mehr Zustimmungsfähiges als im amerikanischen, wobei natürlich die Verwechslung des Stalinismus mit Nihilismus ein arges Missverständnis war.


1940 hingegen, also damals, und nicht 2015, brauchte es Mut, die Reflexe als angeblichen oder wirklichen Wert einer sogenannt höheren Vernunft in Frage zu stellen. Unter dem Regime der Reichsschrifttumskammer empfahl es sich, die Kritik dann und wann in einen Nebensatz zu verpacken, so im Essay: "Von der Bewertung des Genies."

Ich gestattete mir im Suhrkamp-Taschenbuch 423, Nachwort mit dem Titel "Aus der Welt Jahrbüchern Gerechtigkeit zu lernen", auf die dialektische Kritik des Katholiken Schneider an den "Reflexen" aufmerksam zu machen. Ehrlich gesagt spielten diese, abgesehen von der Lehre vom gerechten Zorn, bei Thomas von Aquin, im Gegensatz zur Hochscholastik bei der päpstlichen Soziallehre nie eine Rolle. Den gerechten Zorn findet man in anderem, linken Zusammenhang, am ehesten in der Befreiungstheologie. Es ist dies fast der letzte im christlichen Zusammenhang noch zugelassene Zorn.


Der Satz von Reinhold Schneider, welche die Theorie und Praxis der Reflexe an ihren wohl richtigen Platz zurückverweist, steht in der 1940 in den Essayband integriereten Abhandlung "Von der Bewertung des Genies". Es ging übrigens nicht nur um Künstler, durchaus auch um strategische und politische Genies. Dazu Reinhold Schneider lakonisch:

"Vergessen wurde von den Anbetern und unterwürfigen Gefolgsleuten des Genies, denen oft die Reflexe mehr waren als die Sonne, dass die Gaben des Geistes dem Menschen in keinem anderen Sinne verliehen werden als die irdischen Güter: damit er sich in ihrer Anwendung bewähre."


Die Reflexe werden uns nicht retten. Immerhin sah Thomas von Aquin in ihrem Mangel einen Fehler, war insofern kein Anhänger der Chihuahua-Ethik, also noch ältere theologische Schule. Thomas von Aquin sah im Mangel an abwehrbereitem Zorn eine der Natur nicht entsprechende "Insensiblitas" oder wie der Ausdruck lautet für Eigenschaften des aristotelischen "thymos", welche als Seelenkräfte grundsätzlich vorhanden sein sollten, um allerdings durch den Geist auf richtige Art und Weise, in der angemessenen Situation, mit Voraussicht und Planung, durch die Tugend des Masses beherrscht zu werden.


Es wurde in der sogenannt christlich-abendländischen Ethik (vgl. Josef Pierper) nie verlangt, mit abdressierten Reflexen sich auf Vorrat im Gutmenschentum zu üben und den Menschen, analog zum Wolf im Vergleich zu moderner Hundezucht, zum in der Natur nicht lebensfähigen Chihuahua zu domestizieren. Unter "Natur" verstand man menschliche Natur, etwa als "der Natur Arbeiter" (Paracelsus) im Sinne von Kultivierung, und nicht bloss Darwin-Wildnis oder Bio-Gemüsegarten.
Meier Pirmin
10. August 2015 22:29
Der erste Satz muss lauten: Der Grundbegriff "Reflexe" hat, gemäss Ihrem "biologistischen" Ansatz, ich verwende den Begriff wertneutral, wie an anderer Stelle noch früher bemerkt, eine hohe Brisanz. (Ich weiss, dass der Begriff "biologistisch" in herkömmlichern Debatten Schimpfwortcharakter hat. Wenn ich ihn im Zusammenhang mit dem geschätzten Eibl-Eibesfeld schon vor 30 Jahren verwendete, war es unpolemisch, aber nicht ohne eine gewisse Abgrenzung. Nach Carl Schmitt sind ohnehin alle politischen Begriffe und die Grundbegriffe kultureller Identitätsrepräsentation ohnehin polarisierend. Selbst in der Schweiz war 1750 "Demokrat" ein Schimpfwort, etwa so wie um 1956 "Kommunist". Es wird mutmasslich nicht immer ein Schimpfwort sein, "Biologist" genannt zu werden.)
Nordlaender
10. August 2015 23:22
@ Meier Pirmin

"Nach Carl Schmitt sind ohnehin alle politischen Begriffe und die Grundbegriffe kultureller Identitätsrepräsentation ohnehin polarisierend."

Gebe Ihnen, Herr Meier, in diesem Bezug vollkommen recht. Und darüber hinaus sogar ebenfalls diesem Herrn Schmitt.

Für mich - ich bin ein Rechter - besitzt "konservativ" einen überaus negativen Klang. Wenn ich dem aktuellen Szenario, der Bedrohung aller unserer weißen Völker, gründlich auf den Wiesengrund gehe, gibt es nach meinen - freilich subjektiven - Analysen kein wahres Leben unter dem falschen Möntschenrechtsregime der herrschenden WWG (westlichen Wertegemeinschaft).

Meine Empathie reicht aber spielend aus, um mir vorstellen zu können, daß Konservative allen Grund haben, um die Bewahrung ihrer Besitzstände zu kämpfen.

"Es wird mutmasslich nicht immer ein Schimpfwort sein, „Biologist“ genannt zu werden."

Das ist richtig. Die Trends der Zeitmoden kommen und sie gehen auch wieder. Manches, was gestern noch verpönt war, ist morgen schon wieder der letzte - angeblich neue - Schrei.

"Einszweidrei,
Im Sauseschritt
Läuft die Zeit;
Wir laufen mit."

Wilhelm Busch

(Heinrich Christian Wilhelm Busch (* 15. April 1832 in Wiedensahl; † 9. Januar 1908 in Mechtshausen) war einer der einflussreichsten humoristischen Dichter und Zeichner Deutschlands)

Was Ihre persönliche und bewundernswerte Humorbegabung nun aber keineswegs in den Schatten stellen sollte.
Waldgänger (e.B.) aus Schwaben
10. August 2015 23:24
Drum wenn zu schlafen sie scheint zu Zeiten des Jahrs
Am Himmel oder unter den Pflanzen oder den Völkern
So trauert der Dichter Angesicht auch,
Sie scheinen allein zu sein, doch ahnen sie immer.
Denn ahnend ruhet sie selbst auch.

Friedrich Hölderlin
Wie wenn am Feiertage ...

Rudelwölfe sind harmlos. Entschiedenes Auftreten verjagt sie. Gefährlicher sind einsame Wölfe, dringen sie in eine Schafsherde ein, reissen sie Dutzende und jagen Hunderte in Tod.

Am gefährlichsten aber sind einsame Leitwölfe, in den Wirrungen der Zeit vermögen sie verirrte Rudelwölfe zu sammeln zu einer städteverwüstenden Meute.
Doch manche Städte sind es wert verwüstet zu werden und wenn das Alte nicht stürzt kann nichts Neues wachsen.
Nordlaender
10. August 2015 23:32
@ Meier Pirmin

"Mit @Nordländer stimme ich überein"

Dann müssen mir aber wirklich gravierende Fehler unterlaufen sein, bei der Darlegung meiner Position hier auf der Netzseite der "sezession". Kann jetzt aber noch nicht viel dazu sagen, muß meine eigenen zuvor getätigten Aussagen erst einmal einer sorgfältigen Analyse unterziehen.

Mit der Bitte, dabei den Umstand zu beachten, daß ich als Nichtintellektueller mit Ihnen natürlich nicht die gleiche Startlinie einnehmen konnte bei diesem Rennen.
Bernhard
10. August 2015 23:51
Während wir hier diskutieren, kämpfen, siegen und sterben Millionen Deutsche Tag für Tag und Nacht für Nacht.

Sie gehen bis an ihre Grenzen, sie opfern Zeit, Geld, Familie, Partnerschaft und auch Schule und Beruf.

Sie leiden und sind frustriert, sie siegen aber auch und sinken oft genug erschöpft zusammen.

Sie schlagen die großen Schlachten und kämpfen bis zum Tod ....... mit Hilfe ihres Computers in virtuellen Traumwelten.
Andreas Walter
11. August 2015 03:13
Also ich brauche keine Wölfe hier in Deutschland. Denn ob ich ein Chihuahua bin oder nicht ist eine reine Frage des Alters und der Sicherheitsausrüstung, Bewaffnung, die ich mir für Geld leisten kann. Zumindest in vielen anderen Ländern ist das so, und darum hat man da auch Verständnis dafür. Intellekt und Selbstverteidigung, aber auch Intellekt und Gewaltbereitschaft schliessen sich ja nicht aus, wie man an der Welt sieht. Nur christliche Moral und Gewalt schliessen sich eventuell aus, sehr zum Leid der Christen. Das Leid Christi.

Kanadier haben beispielsweise Waffen und sind trotzdem friedlich, und sind Christen. Meine Familie besaß früher im Ausland Waffen, war auch friedlich, und ist auch christlich geprägt. Hat etwas mit Zufriedenheit zu tun, ob man jemand Waffen in die Hand drücken kann oder nicht. Steckt ja sogar schon im Wort: zu-frieden. Unsere überwiegend männlichen Neuen Mitbürger sind dagegen garantiert noch nicht zufrieden. Denn entweder haben sie bereits irgendwo eine Familie, die sie ernähren wollen, müssen, oder sie wollen Eine haben. Doch wie wollen sie Arbeit finden, sie ernähren, ohne die Sprache zu beherrschen. Auch die berühmten Fachkräfte, die Deutschland angeblich fehlen, sind das nicht. Doch gegen Wölfe gibt es ja zum Glück auch noch die Wolfsangel, wenn man sonst keine anderen Waffen haben darf, aus welchem Grund auch immer, hier in Deutschland. Für die Wölfe ist das allerdings alles andere als schön, doch schuld daran sind andere, und am wenigsten die Chihuahuas. Am meisten werden davon die Sicherheitsindustrie (nicht unbedingt ihr Personal) und die staatliche Überwachung profitieren. Könnte zu Veränderungen wie nach 9/11 in den VSA führen, oder wie mittlerweile auch in Spanien, Großbritannien und Frankreich.
Faber
11. August 2015 06:14
Lutz Meyer hat geschrieben:
Es wird immer klarer, daß sich hier uralte Geschichte wiederholt – Landnahme. Freilich gibt es Unterschiede – die Unterstützung der Landnahme durch die eigenen Landsleute, durch die in freier Wahl bestimmte eigene Regierung. Warum machen die das? Man sieht es, doch man versteht es nicht. Was geschieht da?

Das Problem von uns Chihuahuas ist, dass wir immer noch von "eigener Regierung" sprechen. Die Wölfe, die ans "Chappi" wollen, sind keine Wölfe, sondern stehen wie wir auf dem Speiseplan der Wölfe. Aber nicht einmal nur "eigene Regierung" bezeichnet das Gemeinte nicht, und bereits "Regierung" allein wäre unzutreffend. Spätestens seit Obama mit seiner first Wurst Michael glaubt doch wohl keiner mehr, der sei der mächtigste Mann der Welt?! Oder die ehemalige FDJ-Funktionärin für Agitation und Propaganda?! Ja, FDJ, das war mal. Der Rest aber beschreibt, was sie immer noch ist. In Ton und Bild erfahrbar, jeden Tag in ARD und ZDF. Zu denen, die gewählt werden, sowie zu denen, die etwas zu sagen haben, hat Horst Seehofer alles gesagt.

Wir sind die weißen Mäuse, und wenn der experimentelle Sozialwissenschaftler graue Mäuse in unseren Käfig schickt, nutzt es nichts, sich etwas gegen die grauen Mäuse zu überlegen, oder die Geschichte der Vorväter der weißen und/oder der grauen Mäuse zu studieren. Der Sozialwissenschaftler bzw. seine Geldgeber müssen studiert werden.

Frage: Ja, und wer ist das?
Antwort: Das Imperium der Milliardäre! Die, über die kein Sozialwissenschaftler schreibt, außer Hans-Jürgen Krysmanski. Meint zumindest letzterer, der sich damit beschäftigt hat: "KenFM im Gespräch mit: Hans-Jürgen Krysmanski". Sind zwar beides rote Mäuse, deren Hauptproblem keine grauen Mäuse sind, die sich aber sehr wohl empören, dass wir im Käfig sitzen.
Annemarie Paulitsch
11. August 2015 07:13
@jak
@Gardeleutnant

1. Die Bauern jammern immer, weil sie dann von den Pächtern Entschädigung verlangen können
2. Definitiv sind die Hirsche ausgerottet
3. Mit den Rehen ist es nur eine Frage der Zeit
Die Jäger sehen die heimischen Wildbestände natürlich nur durch ihre grüne Brille, die wollen schließlich weiter ballern dürfen

Vielleicht ist der Vogelsberg seiner Zeit voraus.
Rumpelstilzchen
11. August 2015 08:32
Mir wird von alledem so dumm,
Als ging mir ein Mühlrad im Kopf herum.


Betrachtungen zum Thema:

Drei Wölfe beißen einen hässlichen Köter tot oder
Wie drei Foristen einen ehemals interessanten blog totquatschen können.

1. Nicht jeder der politisch hinkt, sollte biologistische Vergleiche anstellen.

2. Oft genügt der gesunde Menschenverstand, gepaart mit etwas weiblicher Kühnheit ( audace trifft es noch besser). Die einfallenden Räuber kann man sogar mit einem Mühlrad besiegen:

https://m.youtube.com/watch?v=yiPtQRjxBsY

Da muß einem das Mühlrad nicht im Kopf herumgehen !

3. Was sollen wir tun ? Was auch noch legal sein soll ?
Statt eine neue Religion zu konstruieren könnte man etwas demütiger beginnen. Man braucht eigentlich nur fünf Jungfrauen:
http://www.clara-schwestern.ch/pages/home/klosteraufbau.php

Außerdem sollte man den guten alten Wolf nicht entzaubern ( "orientalischer Landnehmer") und die kühne Müllerstochter will nicht mit einem Wadenbeißer verglichen sein !

Apropos unheimlicher Wolf:
Weiß hier ein Schlaumeier oder Schlaumayer, wo man den französischen Film Der Wolfsziegel herbekommen kann ?
Da gruselt es einen.
Pommes
11. August 2015 09:06
Lieber Bernhard,

Während wir hier diskutieren, kämpfen, siegen und sterben Millionen Deutsche Tag für Tag und Nacht für Nacht.

Sie gehen bis an ihre Grenzen, sie opfern Zeit, Geld, Familie, Partnerschaft und auch Schule und Beruf.

Sie leiden und sind frustriert, sie siegen aber auch und sinken oft genug erschöpft zusammen.

Sie schlagen die großen Schlachten und kämpfen bis zum Tod ……. mit Hilfe ihres Computers in virtuellen Traumwelten.


Und wie sieht ihr Aktivismus aus?
Arminius Arndt
11. August 2015 09:14
Frau Paulitsch,

Sie beginnen ein Seitenthema (Jagd etc.), welches hier meiner Meinung nach nicht hin gehört, nur eines: In Punkto Wildschweine haben Sie hundertprozent keine Ahnung und ich werde jetzt bestimmt nicht zur Belehrung ausholen, um das Off-Topic fortzuspinnen (Do not feed the ...).

So,
zum Thema:

Es bleibt dabei, wir sind, um bei den Bildern aus dem Tierreich zu bleiben, wie die Eichhörnchen dem Zuzug der Grauhörnchen ausgeliefert - hoffen wir, dass, wie bei den Hörnchen, nicht auch noch Krankheiten mit zu unserer Verdrängung beitragen. Konkrete Ideen gegen diese Entwicklung habe ich jedenfalls bislang keine vernehmen können. Am fehlenden Beißreflex scheint es jedenfalls nicht zu liegen, denn der normale mitteleuropäische Mensch hat zumeist den "Sinnfragekomplex" dem Beißen vorangestellt und beißt nicht mehr, wenn er keinen Sinn darin oder keine Aussicht auf Erfolg sieht.
Nordlaender
11. August 2015 10:04
@ Rumpelstilzchen

"die kühne Müllerstochter"

Was habe ich damals gebangt, und was war ich doch erlöst und froh, als es noch gutgegangen ist. Denn früher ist es der armen Müllerstochter unter höchster Not und Pein schließlich gelungen, dem teuflischen Männlein den Garaus zu bereiten.

In unserer heutigen Informations- und Wissensgesellschaft ist ein Bildungsfrollein zehn Male gescheiter, als so eine Tochter aus dem Handwerkermilieu, die zur Königin avancieren konnte. Zu all seinen Fertigkeiten gehört es z.B., spielend den Nachweis erbringen zu können, daß dieses stigmatisierte und arg mißverstandene Männlein in Wirklichkeit ja gar nicht so heißt, sondern Hinz oder Kunz.
Nordlaender
11. August 2015 10:17
@ Arminius Arndt

"beißt nicht mehr, wenn er keinen Sinn darin oder keine Aussicht auf Erfolg sieht"

Es ist Krieg. Moralisch ist, was uns einen Stellungsvorteil bietet, unmoralisch ist, was unsere Position verschlechtert. Wenn einzelne von uns Deutschen beißen, sich grölend vor einem bewohnten Asylheim versammeln, ist das unmoralisch, weil es keine gescheite Strategie ist. Wenn deutsche Bildungsbürger sich über aus der Unterschicht stammende Beißer moquieren, die so eine Nestbeschmutzung ebenfalls unmoralisch.


Zutiefst unmoralisch ist das öffentliche Stellen von Fragen, wie ob es dennsinnvoll sei, wenn sich der Erdenball noch tausende von Jahren um die Sonne dreht oder wenn unser deutsches Volk in zwei- oder dreihundert Jahren noch existiert.

"Was ist Krieg eigentlich"? Hochinteressante Analyse:

https://www.youtube.com/watch?v=PqiSq8Vbq-c
Langer
11. August 2015 10:25
Um mal einen Kontrapunkt zu setzen: Mein Eindruck ist, dass die Deutschen nicht schlafen oder drucksen, sondern entweder das Thema vor lauter Beschaeftigtsein gar nicht mitbekommen oder sie es schlichtweg nicht interessiert. Das Thema gewinnt natuerlich an (tatsaechlicher, nichtmedialer) Oeffentlichkeit, aber das Gros der Leute ist noch sehr uninformiert.

Und ich glaube sogar, dass viele Deutsche vom Gefuehl dominiert sind, dass sie derleih Probleme mit Leichtigkeit stemmen werden koennen und sich entsprechend viel weniger Sorgen machen. Die Offenheit, mit der (auf abstrakte Weise) Fremde begruesst werden, haengt direkt mit der Einschaetzung der Ueberlegenheit der eigenen Lage zusammen. Man nimmt die "neuen Menschen" als schwach und hilfebeduerftig wahr, die Ausreisser ignoriert man goennerhaft. Und diese Haltung unterscheidet sich grundlegend von der der neuen Rechten, die vor Sorge ueberquillt und sich schon verloren sieht.

Und noch etwas: Es wird immer von den kraeftigen Jungen Burschen aus Afrika oder dem mittleren Osten gesprochen, die auf der Strasse dominieren. Aber wenn ich diese Leute persoenlich sehe, bin ich immer darueber erstaunt, wie unterdurchschnittlich klein und schmaechtig diese Maennlein sind. Entsprechend den Umwelt- und Versorgungsbedingungen ihrer Herkunftslaender. Die zucken eher zusammen, wenn sie mich da langlaufen sehen und in solchen Momenten korrigiert sich auch meine Wahrnehmung, was die Machtverhaeltnisse angeht.
So ist es vielleicht wie mit dem Vater, der eine Weile dem Treiben einer Kinderbande zuschaut. Wenn der offizielle Deutsche erst mal ein ernstes Wort an diese Leute richtet, werden die schon spuren oder sich gleich verziehen. Denn die inhaerente Ueberlegenheit der deutschen Kultur und ihrer Traeger ist den Fremden schon klar.
Arminius
11. August 2015 11:25
Da ist "Langer" ganz beizupflichten. Was hier laut und penetrant permanent Willkommenskultur und sondersgleichen fordert, ist eine kleine gut vernetzte Lobby, welche sich über die Maßen Gehör zu schaffen versteht. Ganz ähnlich und sicher oft mit Überschneidung zu den LGTB-Aktivisten. Dahinter eine mehr oder weniger große Gruppe an linksversifften und völlig eindimensional denkenden Heranwachsenden. Denen ist partout nicht beizubringen, dass Kultur aufgrund ihrer Vielschichtigkeit nicht technokratisch durchorganisierbar und durchplanbar, sondern äußerst persistent ist. Die meisten Menschen die hier in dem Land einigermaßen Leistung bringen hingegen, erkennen die Probleme sehr wohl, getrauen sich aber aus Angst von der penetranten Gruppe gebrandmarkt zu werden, nicht ihre Meinung zu äußern.
Der Gutmensch
11. August 2015 11:28
Ich habe zur "Chihuahua-Problematik" mal ein schönes Buch gelesen, und zwar "Mein ist die Rache" von Friedrich Torberg.

Es geht um einen religiösen Menschen (ich sag jetzt nicht, welcher Religion, sonst gibts gleich wieder Kloppe) der von einem Sadisten gequält und in die Situation gebracht wird, sich zur Vermeidung der Vernichtung durch den Sadisten lieber selber zu erschießen. Der Sadist ist so arrogant, dass er fest darauf baut, dass die es die innere Überzeugung dem Religiösen verbieten wird, die generös vom Sadisten selber überreichte Waffe zur Selbstverteidigung zu nutzen. Und wirklich plagt sich der Religiöse auch gräßlich mit dieser Alternative; das ist unfassbar spannend beschrieben und mir ist beim Lesen tatsächlich der Schweiß ausgebrochen. Remarque kommentierte dazu in etwa, dass die Welt nach dieser Lektüre noch ein paar Tintengrade schwärzer aussieht. Ich verrate den clou (denn hier wird das keiner mehr lesen, der es gegoogelt hat): Schließlich tut der arme Mann, was er tun muss - und rettet damit das Leben seiner Mitgefangenen. Er selber wird schizophren darüber; aber er hat das Richtige, nämlich das Menschliche getan und der Sadist ist tot.

Ich verorte den Sadisten, wie gesagt, eher unter den "unsrigen": Wer uns hier unbegrenzt Fremde aufzwingt, die wir ohne Papiere willkommen zu heißen und zu alimentieren haben, während er die deutschen Sozialbehörden weiter anhält, den deutschen Hartzern Detektive hinterdreinzuschicken um auszuspionieren, wieviele Zahnbürsten sich in deren bescheidenen Bleibe befinden, der ist nichts weiter als ein - Sadist.

Wer dafür sorgt, dass wir Bußgelder und Kurtaxen zahlen, während hier unregistrierte Fremde ins Land gelassen werden, die keine Sanktionen für beliebige Regelverstöße erwarten, weil sie nicht verfolgt werden können und deren fremde Kultur im Zweifel immer als übergeordnete Entschuldigung anerkannt wird - der ist ebenfalls ein Sadist.

Oder, wie es Lutz Meyer sagt: Ein Wolf, und zwar einer, der es geschickt versteht, andere Räuber zur Ablenkung vorzuschicken, damit er selber ungestört Beute schlagen kann.

Entschuldigungen für dieses abweichende, schädliche Sozialverhalten kann ich mir nicht denken. Aber ich denke darüber nach, welche Waffe uns da gerade in die Hand gedrückt wurde und wie man damit in die richtige Richtung zielen könnte.

Der Gutmensch.
Bausparer
11. August 2015 11:35
@KUCKUCK
"... auch im Bereich der Information / Desinformation kann man sehr viel Sand ins Getriebe kippen"
Dann kippen Sie mal, 'Kuckucksei', wir warten nur darauf ...

Auch an alle anderen "Aktivisten" hier, die Rechtsbruch fordern -- eine Position, die nebenbei bemerkt von den Betreibern dieser Netzseite ausdrücklich abgelehnt wird --: man wartet nur darauf.

@MESSER
Exzellent und messerscharf wie immer (auch wenn ich selbst als eher Liberaler natürlich auch getroffen bin). Bedenken Sie bitte, dass der (erwachende) Widerstand einkalkuliert ist. Einiges kennt man ja schon längst an selbsternannten "Schutzhunden" (Stichwort: Anti-Antifa), VS-mäßig wunderbar zersetzbar (ggf. auch radikalisierbar)
"Es kommt also darauf an, das zu tun, was man kann, nämlich jene politisch erfolglosen Maßstäbe zu ändern, die den Instinkten, auf die man hofft, nur im Weg stehen."
Das wäre doch gelegentlich einmal auszuführen. Unsere Regierungsparteien können das ohne Frage, wenngleich es ein wenig dauert, siehe z.B. den Wandel der CDU zur multikulturellen Einwanderungspartei. Selbst in der traditionell konservativen Hessen-CDU hat die ersichtlich erfolglose "Rote-Socken-Kampagne" zum Umschwung beigetragen. In unserem bereich war eigentlich nur die (von hiesigen bitteren Kommentaren begleitete) AfD erfolgreich. Man könnte hinzufügen, der Erfolg ist ihr dann zum Nachteil geraten. (Aber das führt nun vom Thema ab.)

@MEYER
"Der Selbsterhaltungstrieb müsste sich mit aller Macht zu Wort melden – das Aufstehen, das Durchgreifen, der Gegenschlag."
Dies wird in der Tat gefürchtet, denn der Deutsche traut dem Deutschen bekanntlich alles zu. Diese Befürchtungen sind freilich sehr irrational, aber man hört sie in Gesprächen nun häufiger. Wenn ich es richtig sehe, baut man allerdings darauf, dass die Schleuser bald nicht mehr genügend Schiffe zur Verfügung haben werden. Der Zustrom wird abebben. Bei einem rot-rot-grünen Wahlerfolg könnten aber andere Schleusen geöffnet werden.
Westpreuße
11. August 2015 11:43
@ Nemo Obligatur

Sie haben schon einmal einen Blick in die "Büchse der Pandora" getan,
also das Mögliche, was uns hier in Restdeutschland erwarten könnte, zur Sprache gebracht...:

https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCchse_der_Pandora#/media/File:Pandora.jpg

Ihre drei Möglichkeiten zukünftiger deutscher Existenz gehen mir nicht aus dem Sinn. Auf dem Hintergrund meiner Lebens- und Lerngeschichte liebe ich es immer anschaulich, konkret...

Da haben Sie mir nun reichlich Futter für meine Phantasie geboten.
Ich kaue noch dran herum...bin noch nicht fertig...

Ihre erste Variante wäre die edle. Würde mich dann anschließen.
Aber wir hier werden es (zum Glück) nicht erleben...
Oder aber: Es gibt noch eine vierte, fünfte... Variante!
Welche? Ich weiß es nicht...
Die, die dann erscheinen wird und in die Wirklichkeit einbricht.
Der "wehende Mantel der Geschichte"...

Wir befinden uns in einem Zeitenwechsel. Es gibt kein "zurück vor..." :

Es gab kein "zurück" vor 1989, weil es sich Menschen wünschten...
Und vor 1968 auch nicht, vor 1945 auch nicht, vor 1933 auch nicht,
vor 1918 / 1919 auch nicht, vor 1871 auch nicht usw. und so fort...

Ich habe in meinem Leben lernen müssen, daß das Leben häufig "um die andere Ecke" als erwartet kommt..: He, hier bin ich, hättest du nicht gedacht...

Und dann heißt es: Die Tatsachen zu akzeptieren. Und die Konsequenzen zu ziehen: Wenn man die Dinge des Lebens nicht ändern kann, dann muß man seine Einstellung zu den Dingen ändern...
Und aus der neuen Einstellung heraus denken und handeln.
(ich drücke mich noch drum herum...).

Patriotische Grüße aus Thorn an der Weichsel
Nordlaender
11. August 2015 11:43
@ Cosima van Tutte

"Das war sehr unflätig, fand ich."

Mich hat Ihre Wehrbereitschaft sehr positiv beeindruckt. Ich wünschte mir hier als Frauenversteher generell mehr weibliche Beteiligung. Wir Männer können doch heute schon alle selber den Kaffee kochen oder uns etwas in der Pfanne brutzeln.

Bitte mehr davon! Und bevor hier noch ein unnötiger Geschlechterkampf von den wichtigen Themen ablenkt, schlüge ich für die Beiträge auf der "sezession" eine gerechte Frauenquote vor.
Helgi Knartr
11. August 2015 11:54
@ Nordlaender

Sie zitieren Wilhelm Busch und bezeichnen ihn als einen der „einflussreichsten humoristischen Dichter und Zeichner Deutschlands“. Da sprechen Sie mir aus der Seele. Durch Sie inspiriert, wollte ich angesichts der Fülle von Tier-Sujets bei Busch eigentlich gleich mal nach einem Chihuahua-Text suchen, habe aber davon abgelassen, da ich Grund zu der Annahme habe, daß dem Busch dieser ausländische Hund völlig unbekannt war. Aber vielleicht tut’s ja stellvertretend auch ein schlichter deutscher Vogel?

Es sitzt ein Vogel auf dem Leim,
Er flattert sehr und kann nicht heim.
Ein schwarzer Kater schleicht herzu,
Die Krallen scharf, die Augen gluh.
Am Baum hinauf und immer höher
Kommt er dem armen Vogel näher.

Der Vogel denkt: Weil das so ist
Und weil mich doch der Kater frißt,
So will ich keine Zeit verlieren,
Will noch ein wenig quinqilieren
Und lustig pfeifen wie zuvor.
Der Vogel, scheint mir, hat Humor.

Vielleicht hätte Busch gern geschrieben: „hat schwarzen Humor“, aber das hätte rhythmisch ja nicht gepaßt. Wenn ich das Gedicht aber hierhersetze, dann genau aus diesem schwarzen Grunde. Wegen der vielen todernsten Menschen, die hier lesen, grübeln und kommentieren, weise ich darauf ausdrücklich hin.

Übrigens: Was schreiben Sie, Nordlaender, einem unserer bemühtesten Mitdiskutanten zu? „Eine persönliche und bewundernswerte Humorbegabung“? Der war gut. Volle Zustimmung.
marodeur
11. August 2015 12:12
Sehr gut beobachtet, Langer. Die schmächtigen Eriträer sind sicher nicht die neuen Herrenmenschen. Vorgestern kamen mir zwei entgegen - unter einem engen Baugerüst und natürlich wieder lässig nebeneinander. Ich hab in einem Anflug von Gereiztheit einen angerempelt. Mit ein bisschen mehr Wucht, hätte ich ihn von den Beinen gefegt. Die sind körperlich weit unterlegen und nur bewaffnet eine Gefahr.
Ich glaube auch, dass diese Gestalten bei den meisten nur Mitleid auslösen. Das Mitleid ist natürlich nur geheuchelt und kennt Grenzen. Diese Grenzen interessieren mich. Beim Lesen von Dag Krienens Theorie viel mir etwas auf. Vielleicht war Rassismus in der Vergangenheit eine Kulturtechnik (oder ein Mem) zum Schutz einer Gemeinschaft. Rassismus verhindert Mitleid durch pauschale Entwertung der fremden Ethnie. Rassismus scheint ein natürliches menschliches Phänomen zu sein. Die Gutmenschen haben das richtig erkannt. Die Frage wäre also, woran dieser lantente Rassismus hängt und warum auch die größten Moralisten nicht davor gefeit sind. In dieser Mechanik steckt womöglich der Schlüssel für die Selbstbehauptung einer Kultur.
der demograph
11. August 2015 12:52
die Wikinger sind ein gutes Beispiel. Immer dann wenn von links eine Expansion oder Aggression (sei es von Muslimen, von Afrikanern, von Schwarzen in den USA, von wen auch immer) interpretiert wird als zu erwartende, unausweichliche un moralisch gerechtfertigte Reaktion auf Unterdrückung, Ausbeutung und Leid verweise ich auf die Wikinger. Sie sind nicht losgezogen und haben Europa mit Gewalt überzogen weil es Ihnen zu Hause so besonders schlecht ging im Vergleich zu anderen, geschweige denn weil es Ihnen zu Hause schlecht ging weil andere sie ausbeuteten, sondern weil sie es konnten und weil es Ihnen Spaß machte. Die ganze Beute haben sie doch nur als Schlagoberst noch mitgenommen. Worum es Ihnen ging war die Gewalt, die Unterwerfung anderer, das Abenteuer. So sind Menschen halt.

Das Bild mit dem Chihuahua und den Wölfen ist auch sehr gut. Allerdings denke ich bei den Menschen ist es aktuell eher so, dass es Sogwirkung ist und weniger eine Schubwirkung. Europäer wollen die Zuwanderer, vor allem aus Afrika. Klar, der Zuwanderungsdruck besteht, immerhin spielt sich in Subsaharaafrika die vermutlich größte demographische Explosion der Menschheitsgeschichte ab. Aber das sie dann tatsächlich kommen hat mehr mit Europäern als mit Afrikanern selbst zu tun. Denn das Chihuahua-hafte, das Dekadente beim Europäer ist zwar deutlich bemerkbar, aber doch nur der Preis für etwas anderes, das damit erkauft wird, und das vermutlich noch wertvoller ist: dies ist die moderne Technologie, mit all ihren Errungenschaften von Antibiotikum bis atombetriebenem U-Boot. Mit dieser Technologie wäre es Europäern technisch ein leichtes den Ansturm so abzuwehren, dass es noch nicht einmal als Ansturm wahrgenommen würde. Ich kann deshalb an der Dekadenz und scheinbaren Schwächlichkeit des Europäers (oder allgemeiner: Nichtafrikaners) nichts Schlimmes finden. Seit Angbeginn des Lebens kam auf einen groben Klotz anderthalb, warum soll man es nicht ausnahmsweise mal anders versuchen? Alienhaft, mit verkümmerten Extremitäten und Riesen-Schädel.

Der Grund warum der Ansturm dann doch stattfindet, ist dass die Europäer in all ihrem Wohlstand und ihrer Selbstverwirklichung nicht zu sättigen sind, und noch MEHR wollen. Sie wollen all die Vorteile des gegenseitigen Gewaltverzichts und der Technologie genießen und verachten doch genau dies. Wonach sie sich sehnen ist ein Kampf, und zwar ist es Ihnen egal ob sie dabei nur die Rolle des Opfers spielen, Hauptsache Kampf. Sie bewundern und lieben, auf die einzige nachhaltige Art, nämlich Liebe aus Furcht, denjenigen der Gewalt anwendet und mit überbordender Fertilität auf elementere Art und Weise jeden Verzicht ablehnt. Sie wollen, dass derjenige der fertil ist und gewalttätig gewinnt. Deswegen lieben sie die Afrikaner, die diese Rolle gern übernehmen.

Das ist ein bisschen so wie in den alten Sagen, in denen es oft einen wahren König gab, und niedere Gestalten die seinen Thron zu Unrecht in besetzten. In der Sichtweise der meisten aktuellen Europäern ist der wahre Herrscher der Afrikaner, löwengleich. Der klassische Held: groß, stark, gewalttätig. Die niedren Gestalten, das sind die Schakale, klein, berechnend, hinterlistig. Der Antirassismus ist nichts anderes als die Bewunderung einer als richtiger, als urtümlicher empfundenen Stärke und die Verachtung der anderen, Chihuahua-Schakal-artigen Stärke. Der Antirassismus ist die Ideologie die zum Ziel hat, dem Helden und eigentlichen Herrscher, etwa den Afrikaner, dabei zu unterstützen das was ihm zusteht zurückzuerlangen. Dabei muss seinen Gegnern muss seine eine Schwäche, seine Achillesferse, die fehlende Intelligenz, Kooperationsfähigkeit und Eignung zur Zivilisation ausgeglichen werden. Zugleich muss seinen Gegnern die Waffen genommen werden. Die Gegner, körperlich schwächer haben nur die Möglichkeit sich zu wehren indem sie kooperieren, Strukturen aufbauen, Waffen entwickeln, Grenzen ziehen. All das wird Ihnen durch den Antirassismus verboten.
Nordlaender
11. August 2015 12:53
@ marodeur

"Rassismus verhindert Mitleid durch pauschale Entwertung der fremden Ethnie."

Warum sollte er das grundsätzliich? Der implizite (körperlich vorgeschaltete, vorbewußte) Rassismus ist bei jedem Lebewesen vorhanden, auch beim homo sapiens sapiens. Die Fremdenfeindlichkeit als Grundmodus ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Selbsterhaltungstriebes. Alles Fremde muß ja zunächst überprüft werden, ob es mir überhaupt dienlich ist oder gar zum Schaden gereichen könnte.
Aber wir sind doch keine Biomaschinen. Warum soll jemand nicht erst fremdenfeindlich den Exoten mustern und nach und nach Vertrauen zu ihm entwickeln, soll die Empathie nicht allmählich zunehmen, eine beiden Parteien dienliche ZUsammenarbeit enstehen?

Die kulturmarxistischen Nihilisten fordern nicht weniger als die Abschaffung von Fremdheit schlechthin. Wenn die besondere Gediegenheit des Fremden nicht mehr gesehen wird, wird damit seine Existenz geleugnet. Mehr Haß und Verachtung gehen nicht.

Das Mem "Suprematismus" ist eine Lüge. Wenn sich die Müllers um sich selber kümmern, müssen Sie die Kunzes überhaupt nicht werten, weder so noch so. Kein Organismus ist auf der Welt, um allen anderen Organismen gerecht zu werden, was immer Gerechtigkeit nun auch sein mag.

@ Helgi Knartr

"Will noch ein wenig quinqilieren
Und lustig pfeifen wie zuvor."

Ganz vielen Dank, herrlich! Hat mir eine Menge Freude beschert. Bei der Katz mußte ich gleich an den Artgenossen auf der Farm der Tiere denken. Der dem Vögelein auf dem Dach angeraten hat, sich doch vor dem Hintergrund der Gleichheit aller Tiere näher zu ihm zu gesellen.

Was besitzen wir Deutschen doch einen reichen Schatz an derartigen Gedichten und Moritaten. Öfter mal ein Griff in diese Hausapotheke, dann kurieren wir die unmusikalische, rationalistisch-dröge Nüchternheit unserer Tage auch nach und nach wieder damit aus.
Revolte
11. August 2015 13:14
Ich kann, Herr Meyer, Ihren romantisch-ökologischen Reflex gut verstehen. Auch ich hätte nichts gegen die Rückkehr der Wölfe.

Wölfe gehören zu Deutschland.
Kulturbereicherer nicht.
Der Gutmensch
11. August 2015 13:36
Auch an alle anderen „Aktivisten“ hier, die Rechtsbruch fordern – eine Position, die nebenbei bemerkt von den Betreibern dieser Netzseite ausdrücklich abgelehnt wird –: man wartet nur darauf.


Neulich haben Sie noch etwas ganz anderes behauptet, lieber Bausparer: Da vermeldeten Sie nämlich, Ihr Dienstherr bereite sich nicht auf Bürgerkriegsszenarien vor.

Was stimmt denn nun?

Ansonsten höre ich von Ihrem Dienstherr fortwährend Grundgesetzwidriges: Die Grenzsicherung (Aussetzen von Schengen) wird nämlich von der Bundespolizei mangels ausreichender Kapazitäten abgelehnt, habe ich gestern gelesen! Dann sollten wir aber mal schleunigst die Auskehrung von Bezügen und Pensionen der Bundespolizisten ablehnen, kann ich dazu bloß sagen, denn eine andere Existenzberechtigung als ausgerechnet die Grenzsicherung hat die Bundespolizei (sprich: der Bundesgrenzschutz!) ja leider nicht - soviel mal zum "Rechtsbruch"!

Wer sich im übrigen 2015 hinstellt und wie ein Mädchen heult, er könne die Grenzen nicht sichern - wo die DDR damals faktisch über Nacht das ganze Land mal eben eingemauert hat - macht sich lächerlich. Mal angenommen, ich hätte diese dummdreiste, gesetzeswidrige Dienstverweigerung auch noch ernst zu nehmen: Dann wie sollten solche Gestalten auch nur mit Oma Krause fertig werden?

Der Gutmensch.
Nordlaender
11. August 2015 13:51
@ Meier Pirmin

"Es ging im deutschen Staatsrecht generationenlang nicht ohne Carl Schmitt. Aber er repräsentiert, in weit höherem Ausmass als Heidegger oder Jünger, vermintes Gelände."

Zunächst dachte ich freihändig, Herr Meier. (Ihre Fehleinschätzung meines geistigen und vor allem auch sozialen Hintergrundes überrascht und erfreut mich, sie schmeichelt mir.) Dann, erst viel später, fand ich als Nichtintellektueller, der sich zunehmend Zeit für diese und jene Lektüre nahm, manches von meinem schon zuvor bestehenden rechten Gedankengut bei Schmitt wieder.

Einmal teilte mir ein Kamerad (ein Intellektueller, der Philosophie studiert hatte) nach einem ausgedehnten Diskurs über Gott und die Welt mit, ich bräuchte Max Stirner ("Der Einzige und sein Eigentum") nicht zu lesen. Neugierig wie ich bin, tat ich es dann sofort. Und siehe da: Stirners gnadenlose Dekonstruktion des Universalismus deckte sich ganz und gar mit den Analysen aus meinem eigenen subjektivistischen Ansatz heraus. Wobei wiederum Stirners libertäres Konstrukt des Vereines - als Ersatz für jede kollektive Anbindung - mir in tiefster Seele widersprach.

Die Deskription, daß man also Schmitt vermint hat, interessiert mich nicht die Bohne. Sie verstecken sich hinter vorgegebener Objektivität. Sie haben ein eigenes Interesse daran, dieses (Schmitt) und jenes (Biologie) zu verminen. Das ist soweit durch und durch ehrenwert. Es beeindruckte mich allerdings mehr, träten Sie mit offenem Visier auf, stünden Sie doch zu ihrem subjektiven Interesse, als ein Konservativer bestimmte Besitzstände wahren zu wollen.

"Differenzierung von Onanieren und Masturbieren"

Onan ist eine Figur in der Heiligen Schrift der Juden (Genesis). Wenn wir Ableitungen aus seinem Namen standardsprachlich für gewisse kreatürliche Übungen verwenden, besteht bei 10000 Verwendungen des Wortes bei 9999 keinerlei Bezug zu seinem biblischen Ursprung.

Darum sind mir Ihre weiteren Ableitungen bislang unverständlich.
Karl Eduards Kanal
11. August 2015 14:16
Wölfe sind zutiefst mißverstanden

*Das interessante Blatt 07.02.1901*Der strengste Winter seit 52 Jahren herrscht gegenwärtig in Ober- Ungarn und in Siebenbürgen. Die Quecksilberskala des Thermometers blieb wochenlang tief unter dem Nullpunkte. Da ereignete sich dann wieder ein Schauspiel, das der Schrecken der Dorfbewohner im strengen Winter ist. Vom Hunger gepeitscht dringen große Rudeln von Wölfen über die weiten Schneefelder bis in die Nähe der Dörfer und zu einzelnen Gehöften, und sonst feige und heimtückisch, treibt der Erhaltungstrieb sie nun an, nicht nur Thiere, sondern auch Menschen anzugreifen.

Am 12. Jänner d. J. überfiel eine stattliche Zahl von Wölfen im Marmaroser Comitat zwischen den Ortschaften Majdanka und Ökormezö den an diesem Tag früh 8 Uhr von dem ersten Orte abgegangenen Fahr-Postwagen und zerfleischte nicht nur die beiden Pferde, sondern auch den Postillon Theodor Kimpian.

Als dann einige Stunden später vorübergehende Holzschläger die im Schnee zerstreuten blutigen Körperteile fanden und dies dem Postmeister in Majdanka meldeten, machte sich derselbe mit mehreren bewaffneten Bauern auf den Weg und fand im Straßengraben den unversehrten Postwagen.

Am nächsten Tage überfielen Wölfe eine Gendarmerie-Patrouille auf der Straße von Tornya nach Priszton. Die Gendarmen hörten zwar bereits von weitem das Geheul der hungrigen Wölfe, kehrten sich jedoch nicht daran. Doch nach einigen Minuten gewahrten sie zu ihrem Erstaunen und Schrecken einen großen Rudel Wölfe, welche sich aus dem Walde von rückwärts an sie herangeschlichen hatte. Die Gendarmen gaben Feuer und konnten sich die wilden Bestien nur mit genauer noth 15 bis 20 Schritte vom Leibe halten.

Mit vierundzwanzig Schüssen töteten die Gendarmen acht Wölfe, aber das immer ungestümer angreifende Rudel zerstob erst, als eine Kugel den größten männlichen Wolf getödtet hatte. Der aufregende Kampf währte über eine Stunde und hätte unbedingt mit dem Untergange der Gendarmen geendet, wenn diese zufällig nicht ihren vorschriftsmäßigen Patronen – Vorrath bei sich gehabt hätten. …

Aus dem Kommentarbereich:

Liebchen1970. Vor 8 Minuten. Immer mal erfrieren Postillone oder fallen besoffen vom Kutschbock aber wegen der paar Wölfe machen sie gleich so einen Aufriss. Wieso war die Polizei überhaupt mit Waffen und Munition unterwegs? Was da hätte passieren können!

Hutschenreuter. Vor 6 Minuten. @Liebchen1970. Es geht nicht darum, ob Postmeister besoffen unter die Räder kommen, denk doch mal an die Pferde! Die waren ja nicht besoffen.

Salmonelle816. Vor 5 Minuten. @Hutschenreuter. Für die von Wölfen getöteten Pferde haben Sie bestimmt eine Statistik? Und nein, der Wald ist nicht gefährlich, wenn Ihnen das auch Jäger und andere Mordgesellen weismachen wollen. Glauben Sie nicht alles, was die Gebrüder Grimm geschrieben haben. Wölfe fressen keine Menschen. Pferde schon gar nicht. Mäuse vielleicht oder Salate und Müsli. Im Grunde sind es Vegetarier, die vom Menschen verteufelt wurden.

Pinoccio85. Vor 4 Minuten. Wölfe sind total scheu. Schaut euch mal diesen Film mit dem Costner an, wie der Mensch das arme Tier nur zum Spaß abknallt. Und natürlich war es der Ami wieder. Da kommt so ein Rudel aus dem Wald und die Polizisten schei**en sich in die Hosen und greifen gleich zum Gewehr, die Schwachmaten. *Bitte sachlich bleiben, die Redaktion* Aber das kennen wir ja. Erst schießen, dann fragen. Wie in Fergusson. Drecks – Amis.

Obamagimpel1988. Vor 3 Minuten. @Pinoccio85. Klar, Du Putintroll. Hast Du überhaupt den Artikel gelesen? Es ging da um ungarische Postillione, Holzfäller und Gendarmen. Aber natürlich geht es wieder gegen Amerika. Ohne uns würdet ihr immer noch “Heil!” rufen, Du Arsch. *Bitte sachlich bleiben, die Redaktion*

Waidmann88. Vor 2 Minuten. @Salmonelle816. Und das haben Dir die Wölfe gesagt, Hollywood oder die Wolfsbeauftragten, die vom Import von Wölfen leben?
Rosenkranz
11. August 2015 14:19
Was tun? Ich würde in Anspielung auf den Film 300 sagen: Deutschland wird Söhne brauchen.
Immer wenn ich verzweifelt bin, schaue ich mir diesen Film an. Ich frage mich nur, wie er es durch die Zensurabteilung Hollywoods geschafft hat.

Hiob (22:07) hat es ganz richtig beschrieben. Schwächen wir dieses System, welches uns Einheimische abschaffen will. Auch Verweigerung ist schon eine starke Waffe. "Jeden Tag eine kleine Gesetzesüberschreitung", sagte vor ein paar Wochen Raskolnikow.

Und noch was: Die da ungefragt in unser Land kommen, sind keine Übermenschen. Die Spartaner von damals hätten in einer Situation wie unserer, wahrscheinlich wirklich nur ihre Frauen geschickt. Entschlossenes Auftreten reicht und die meisten ziehen sofort den Schwanz ein.
Was aber wirklich ein Problem ist, ist unsere unberechenbare Justiz. Es ist leichter dem Kampf auf der Straße zu gewinnen, als dann anschließend den Gerichtsprozeß. Aber besser "judged by twelve, than escorted by six."

Ernst Jünger: Der Waldgang führt in schwere Entscheidungen. Die Aufgabe des Waldgängers liegt darin, daß er die Maße der für eine künftige Epoche gültigen Freiheit dem Levithian gegenüber abzustecken hat. ...... Der Widerstand des Waldgängers ist absolut, er kennt keine Neutralität, keinen Pardon, keine Festungshaft. Er erwartet nicht, daß der Feind Argumente gelten läßt, geschweige denn ritterlich verhält.
Götz Kubitschek
11. August 2015 14:54
so, schluß!
gruß aus schnellroda!
kubitschek

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