29. Oktober 2015

Wachstumskritik (VI): Asketische Ethik und Größenwahn

von Felix Menzel / 59 Kommentare

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

max_weberIm März forderte die Bertelsmann-Stiftung, wir bräuchten bis 2050 jährlich bis zu 500.000 Einwanderer von außerhalb Europas, damit wir unseren Wohlstand bewahren könnten. Nur weil die Bundesregierung ernsthaft von der Notwendigkeit dessen überzeugt ist, ließ sie den Asylansturm zu und verlor letztendlich die Kontrolle darüber.



Merkel wird nun bis zur Bundestagswahl 2017 dafür sorgen, dieses angeblich optimale Niveau der außereuropäischen Zuwanderung zu erreichen und dann aufrechtzuerhalten.

Dahinter steckt eine technokratische Logik, die mit mathematischer Genauigkeit ein Optimum an Arbeitskräften und Konsumenten anstrebt. Anfängliche Investitionen für die Integration dieser Neuankömmlinge von 30, 50 oder am Ende vielleicht auch 80 Milliarden Euro pro Jahr erachtet die Regierung deshalb als sinnvoll, weil sie an die beliebige Formbarkeit dieser Menschen glaubt, obwohl die Wirtschaftsgeschichte lehrt, daß weder diese Einwanderer noch ihre Vorfahren in den letzten Jahrhunderten in der Lage waren, auch nur annähernd so produktiv zu arbeiten wie die Europäer.

Für die tagespolitische Auseinandersetzung reicht es aus, dies in aller Kürze mit der Ergänzung zu schildern, daß wir – wenn es so weitergehen sollte wie derzeit – in zehn Jahren zur Minderheit im eigenen Land werden. Wer dies nicht glaubt, sollte einfach mal seinen Taschenrechner zur Hand nehmen. Nun stellt sich aber darüber hinaus die Frage, welche Kraft unsere Regierung, Öffentlichkeit und – so traurig das ist – Mehrheit des Volkes antreibt, ein so absurdes Experiment wie die Masseneinwanderung zum Zweck der Wohlstandsförderung, die scheitern wird, durchzuführen. Ist es Selbsthaß? Fremdsteuerung? Oder schlichtweg Inkompetenz, die ein Resultat der inhaltlichen Gleichgültigkeit unserer Politiker ist, die sich nur noch auf Machtkämpfe um Posten im System konzentrieren müssen?

Sicherlich spielen hier alle genannten Punkte eine Rolle, reichen aber nicht aus, um die Unbelehrbarkeit der Mehrheit der Deutschen in Bezug auf die Nachteile der Masseneinwanderung zu erklären. Ist es deshalb möglich, daß die Antriebskraft sehr viel tiefer in unserer europäischen Mentalität verankert ist, als wir dies selbst zugeben möchten? Europa gelangte zu seiner einzigartigen Stärke aufgrund eines kapitalistischen Geistes, der eine asketische Ethik voraussetzte. Grob vereinfacht lautete das Motto: Wir verzichten heute auf Reichtum, um morgen etwas Großes zu schaffen und wenn wir dieses Große erschafft haben, verprassen wir das Geld nicht einfach, sondern investieren es in das nächste riskante Vorhaben, weil wir eine Berufung zu unserem Beruf fühlen.

Wie der Wirtschaftshistoriker David Landes in seinem Buch Wohlstand und Armut der Nationen aufgezeigt hat, ist es bisher einzig und allein den Japanern gelungen, ein konkurrenzfähiges Äquivalent zu der von Max Weber so betonten protestantischen Arbeitsethik zu entwickeln. Für Migrationen ist ein solches Selbstverständnis nun von höchster Bedeutung, weil dann das Risiko des eigenen Wagnisses, in die weite Welt hinauszuziehen, selbst und nicht etwa von irgendeinem fremden Sozialstaat übernommen wird. Zum anderen haben die Migranten ein klares Ziel. Landes beschreibt dies so:
Menschen ziehen hinaus, um ihre Situation zu verbessern, und indem sie das tun, vergrößern sie zugleich die Wirtschaftskraft der Daheimgebliebenen; in ihrer neuen Heimat schaffen oder erbeuten sie Güter (Lebensmittel, Holz, Mineralien oder handwerkliche Produkte), die sie dann in die alte Heimat verschiffen oder mit denen sie dorthin zurückkehren.

Voll zum Tragen kamen diese Vorteile bei der Auswanderung unzähliger Europäer nach Nordamerika. Die Migranten waren bereit, sich den äußeren Bedingungen anzupassen, weil sie sonst untergegangen wären. Zugleich waren sie anspruchslos und ermöglichten so Massenproduktion und -konsum. Sichtbar geworden ist dies z.B. in der Architektur. Während sich die europäischen Auswanderer in den USA mit Häusern zufriedengaben, die alle gleich aussahen, gab es in Europa aufgrund architektonischer Traditionen viel größere Widerstände gegen diese Entwicklung.

Auch wenn es zu einem Kulturverfall kommt, können Massenmigrationen also zumindest funktionieren und zu einem enormen ökonomischen Fortschritt führen. Das wissen aufgrund ihrer Flexibilität gerade die Europäer, denen es lange Zeit gelang, ihre Fortschrittlichkeit auch tatsächlich in politische Macht umzuwandeln. Ihr effektives, eigennütziges Verhalten hat jedoch nicht – wie in der liberalen Theorie angenommen – zu gesellschaftlicher Harmonie geführt, sondern als Nebenprodukt der Geschichte immer Verdrängung und Unterdrückung mit sich gebracht. Klar sollte dabei sein, daß Europa durch andere Mächte unterdrückt worden wäre, hätte es nicht selbst die Macht zum Unterdrücken gehabt.

Vielleicht läßt sich so erklären, warum die Europäer der Gegenwart und dabei insbesondere die Deutschen der Masseneinwanderung so positiv gegenüberstehen. Zum einen haben sie Schuldkomplexe aufgrund ihrer früheren Überlegenheit, zum anderen aber halten sie es prinzipiell für machbar, sich an einem fremden Ort der Welt eine eigene Zukunft aufzubauen, weil sie selbst ein solches Abenteuer mit größtem Engagement und einer professionellen Einstellung angehen würden, die es als selbstverständlich erscheinen läßt, daß man die neue Sprache lernt, sich sofort in die neue Gesellschaft integriert, die erstbeste Arbeit annimmt und ansonsten bereit ist, auf den Luxus der eigenen Kultur und Traditionen zu verzichten.

Max Weber hat nun bereits vor 100 Jahren auf den letzten Seiten seines vielbeachteten Werkes Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus den Fortbestand des von ihm gesuchten religiösen Impulses bezweifelt, der die Europäer motivierte, aus einer traditionellen Bedarfsdeckungswirtschaft ein asketisches Fortschrittssystem zu entwickeln. Er befürchtete gerade mit Blick auf die Vereinigten Staaten ein „seines religiös-ethischen Sinnes entkleidete(s) Erwerbsstreben“, das dem „Charakter des Sports“ ähnlich sei.

Trotz aller Überlieferungs- und Herkunftsschwäche der „schrecklichen Kinder der Neuzeit“ (Peter Sloterdijk) dürfte sich Weber jedoch geirrt haben, was den Verlauf der Deformation der asketischen Ethik betrifft. Auch heute noch ist die europäische Mentalität geprägt durch ein irrationales Moment, das zu risikoreichen und manchmal größenwahnsinnigen Projekten und Gesellschaftsexperimenten verführt. Die positive Nachricht davon lautet: Die wirtschaftliche und technische Überlegenheit gerade des deutschen Volkes hat sich dadurch bis heute erhalten. Es dürfte deshalb, wie von Hans-Werner Sinn bereits vermutet, darauf hinauslaufen, daß nicht etwa die Flüchtlinge den Deutschen irgendwann die Rente bezahlen, sondern im Gegenteil die Deutschen länger arbeiten müssen, um die Flüchtlinge zu ernähren.

Zu diesem Verzicht sind wir durch unsere kulturell-religiöse Prägung selbstverständlich bereit. Auch in der Vergangenheit waren schließlich die größenwahnsinnigen Projekte der Europäer keineswegs durch die Bank rentabel. Gerade der Kolonialismus war für viele europäische Staaten unterm Strich ein Verlustgeschäft, weil am Ende die notwendigen Investitionen höher waren als die Einnahmen. Das, was hier fehlschlug, könnte nun mit der Masseneinwanderung eine weitere Eskalationsstufe erreichen. Ziel war die Anwerbung von Fachkräften. Resultat wird etwas völlig anderes sein.

Die europäische Mentalität bietet beste Voraussetzungen für Fortschritt. Diese pragmatische Veranlagung, bereit zu sein, hohe Risiken einzugehen, Probleme technisch lösen zu wollen und dabei kurzfristig große Entbehrungen in Kauf zu nehmen, kann allerdings auch sehr schnell zu Machbarkeitsfantasien führen, die – im günstigsten Fall – zulasten der eigenen Kultur gehen, im schlimmsten Fall jedoch zur eigenen Vernichtung führen könnten.

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

Kommentare (59)

ingres
29. Oktober 2015 12:34
Inhaltlich gut geschrieben.
Aber was die Politik antreibt den Massenzustrom zu initiieren vermute ich entweder eine Verschwörung im Sinne des Globalismus oder eine Befriedigung des Schuldkultes durch humanistisch getriebenen Moralismus. Warum auch die Schweden das mitmachen ohne speziellen Schuldkult? Nun die sind halt das sozialistisch geprägte Volksheim. Die EU macht das ja insgesamt nicht mehr mit. Australien und Übersee auch nicht, bzw. noch nie (jedenfalls nicht im Wahn wie Deutschland und Schweden).
Und auch die Bevölkerung, soweit ich die kenne, meint ebenfalls, dass wir eine moralische Verpflichtung haben diese Menschen aufzunehmen. Dass man annimmt, die seien wie wir ist nebensächlich, bzw. diese Argumentation kenne ich nicht, außer von exponierten "Anti-Rassisten", für die ist es ideologische Pflichtprogramm anzunehmen, dass alle Menschen gleich sind.

Insofern ist der Beitrag zwar eine inhaltlich gute Darstellung der Basis des westlichen ökonomischen Erfolges. Aber die Gründe für Multikulti liegen in einem psychopathologischen Wahn. Die Annahme, dass alle gleich sind, bzw. alle anderen sich diesem System anpassen können spielt zwar eine Rolle, die dominante Größte ist m. E. der Schuldkult. Es ist eher so, dass der Schuldkult auch der Annahme der Gleichheit zugrunde liegt, weil das Gegnteil halt rassistisch wäre.
Volker Spielmann
29. Oktober 2015 14:15
Vom Auftreten der Marktspinner in der VS-Amerikanerzeit

In der Franzosenzeit gingen deren hiesige Parteigänger ja bekanntlich damit hausieren, daß die Deutschen von den Franzosen befreit worden wären, während jedermann mit Schiller gegen diese ausrief: „Haltet ihr denn den Deutschen so dumm, ihr Freiheitsapostel! Jeglicher sieht: euch ist’s nur um die Herrschaft zu tun.“ In der gegenwärtigen VS-Amerikanerzeit erscheinen ebenfalls deren Mundstücke, die man gemeinhin die Marktspinner nennt, und predigen den Deutschen davon wie ganz furchtbar schlimmböse der Staat doch sei und daß nur der Markt den Menschen wirkliche Freiheit bringen könne; und dabei tun die Marktspinner so als wären sie urchristliche Missionare unter dem blutrünstigen Heidenvolk, obwohl sie den Staat auf jedwede Weise beschimpfen und verunglimpfen dürfen, es ihnen sogar erlaubt ist die Beamten als Schmarotzer zu betitulieren; was dann doch sehr an die lächerliche Darbietung der Anna Rand in den VSA erinnert, die sich als Mundstück der Herrschenden ebenso gebärdete.

Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!
Meier Pirmin
29. Oktober 2015 14:51
Max Weber, meines Wissens ein grosser Wissenschaftler aus nationalliberaler Tradition, ist nicht bloss zu beanspruchen, sondern muss als zu vertiefende Herausforderung gesehen werden. Er verdient eine abermalige auf unsere Zeit angepasste Rezeption. Kaum ein Deutscher hat tiefer über das Spannungsfeld zwischen Gesinnung und Verantwortung nachgedacht. Wiewohl er von allen Seiten beansprucht werden kann, muss er stärker als fast alle grossen Gelehrten Deutschlands als Denker des Bürgertums, als Bürgerlicher, gesehen werden. Allenfalls gibt es in Deutschland noch so etwas wie ein Bürgertum. Am Aussterben ist hingegen das Bildungsbürgertum, umgekehrt proportional zum Ansteigen der Bildungskosten der öffentlichen Hand. Ich glaube im Ernst, dass Max Weber noch nachhaltiger wirken könnte als etwa der antibürgerliche Ernst Jünger mit dem "Arbeiter", wiewohl dort einige Zusammenhänge des nihilistischen Zeitalters illusionslos und leider ihrerseits total richtig gesehen wurden.
eidgenosse mishima
29. Oktober 2015 14:51
"Klar sollte dabei sein, daß Europa durch andere Mächte unterdrückt worden wäre, hätte es nicht selbst die Macht zum Unterdrücken gehabt."

Auch hier ist der Vergleich mit Japan angebracht: Nach der Meiji-Restauration 1868 (und schon davor) hat Japan extrem schnell gelernt, dass es selber kolonialisieren muss um nicht selbst kolonialisiert zu werden.
Es gab genügend Anzeichen, dass Japan in dieser Zeit zum Brennpunkt in einem Stellvertreterkrieg zwischen Russland, GB, USA und Frankreich werden könnte. Gerade das Negativbeispiel China hat Japan die Augen geöffnet, was passieren kann und wird, wenn man nicht expansiv denkt und handelt: Unterjochung.
Reaktionär (Julius)
29. Oktober 2015 15:42
Hochinteressant, sehr gute Anknüpfungspunkte.
Die Erinnerung an Ideen Max Webers sind mir auch schon gekommen. Zum Artikel von Martin Lichtmesz "Historische Aufgaben für die Volksgemeinschaft (2)" habe ich am 2. September geschrieben:
"Der Zusammenhang des Helfersyndroms mit Leistungsethik bis zur Selbstaufopferung und einer Form des Auserwählheitsglaubens (vgl IfS, „Meine Ehre heißt Reue“: Der Schuldstolz der Deutschen) erinnert (neben Eric Voegelins gnostischen „innerweltlichen Glaubensbewegungen“) vor allem an Max Webers „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“, zumal dieser Wahnsinn tendenziell vor allem in (ehemals) protestantischen Ländern um sich greift, während (ehemals) katholische und orthodoxe Länder von diesem Irrsinn – nicht von den tatsächlichen Entwicklungen – (noch) einigermaßen verschont geblieben sind."
Eric Voegelins Werk wäre vor allem geeignet, die psychopathologischen Aspekte oder besser gesagt Krankheiten im geistig-spirituellen Bereich auszuleuchten.
KJ
29. Oktober 2015 15:50
Vielleicht braucht man mal so etwas wie Iraq Body Count
https://www.iraqbodycount.org/

um alle Vorfälle zu sammeln, die sich aus dem Fehlverhalten von Gästen unseres Landes ergeben. Es krankt ja zur Zeit daran, dass wir zwar immer wieder von Gewalttaten usw. erfahren, aber es keine offiziellen Statistiken geben darf. Und wenn es die gibt, dann sind die nicht zusammengeführt. Mit Zahlen kann man was erreichen, zum Beispiel bessere Profile zu ermitteln.
Ohne Führerschein
29. Oktober 2015 16:09
Es dürfte deshalb [...] darauf hinauslaufen, daß nicht etwa die Flüchtlinge den Deutschen irgendwann die Rente bezahlen, sondern im Gegenteil die Deutschen länger arbeiten müssen, um die Flüchtlinge zu ernähren.

Zu diesem Verzicht sind wir durch unsere kulturell-religiöse Prägung selbstverständlich bereit.


Das glaube ich nicht.

Herr Menzel, Sie haben einen grossen Bogen gespannt, nur scheint mir die Verankerung nicht sonderlich belastbar.

Gestern wurden Rentenerhöhungen von 4-5% bekannt gegeben - Rentner machen über den Daumen 1/3 der wahlberechtigeten Bevölkerung aus (25-30 Millionen- je nach Berechnungsart). Die Vehemenz mit der diese Personengruppe ihre Pfründe verteidigt steht derjenigen der Islamverbände in nichts (!) nach.

Der Deal läuft seit Jahrzehnten ab wie im Gleichnis mit den fünf Wölfen und einem Schaf, die darüber abstimmen was es zum Mittagessen gibt.

Diese 4-5% sind wohl die effektivste Absicherung der Machtbasis für die Etablierten.

Ich möchte hier nicht den Generationenonflikt mit Gewalt mit diesem Thema verbinden, solange aber 1/3 der Bevölkerung von den wirtschaftlichen Auswirkungen dieses Wahnsinns nicht nur ünberührt bleibt sondern sogar noch "Gewinne" einfährt, dann ist mit dieser "Belegschaft" kein Blumentopf zu gewinnen.

Sie werden es vielleicht selber wissen Herr Menzel: man muss nicht sonderlich konsumaffin sein um zu erkennen dass es unmöglich ist für die Rente der Elterngeneration einzustehen, die eigene staatliche Zwangsrente zu bezahlen (von der man nichts haben wird), dabei noch privat vorzusorgen (eben weil die staatliche Rente auf Grundsicherung "runtersolidarisiert" wird), dabei noch eine Familie zu gründen (2 Kinder sollten es ja mindestens sein) und - nun wirds gierig - sich vielleicht sogar noch ein eigenes Häuschen zuzulegen.

Es ist daher mMn extrem wichtig der älteren Generation klarzumachen dass es sie als erste treffen wird, wenn es Hart auf Hart kommt - und ich schäme mich nicht zu sagen, dass sie dies in der Form dann auch verdient hat - zumindest im statistischen Durchschnitt.

Die heutigen Rentern der 68'er Generation sollen gerne mal schmecken wie sich der Spruch "Wir haben die Erde nur von unseren Kindern geliehen" in der Praxis anfühlt. Wir sitzen alle in einem Boot - es kann nicht sein, dass die einen ausschliesslich am rudern sind, während graumelierte Kapitäne in rauen Mengen weiterhin jenen Kurs angeben, der uns erst zu diesem Eisberg geführt hat.

Es ist die eine Sache dass man belogen wurde und in gutem Glauben an Politik & Wirtschaft Systemparteien wählte - es ist aber etwas gänzlich anderes, darauf zu beharren dass dies richtig gewesen sei, heute noch ist und auch immer sein wird. Da müssen mal ein paar richtig dicke Zöpfe abgeschnitten werden.
Fritz
29. Oktober 2015 17:13
Ich gebe zu bedenken, daß Weber ausdrücklich nicht die deutsche protestantische, d.h. die lutheranische und die pietistische Arbeitsethik untersuchte, sondern die calvinistische und puritanische. D.h. er bezog sich auf Länder wie die Schweiz, Holland, England und Amerika, nicht aber auf das deutsche Reich.

Aus deutscher Sicht besteht der strategische Sinn seiner Analyse darin zu bestimmen, mit welcher Art von Wirtschaftsmacht es das deutsche Reich seinerzeit von außen, insbesondere seitens Amerikas zu tun hatte.

Es ist auch falsch, wenn behauptet wird, nur die Japaner hätten ein konkurrenzfähiges Äquivalent zur puritanischen Arbeitsethik entwickelt. Luther und der deutsche Pietismus werden in solchen Untersuchungen stets ignoriert. Beide laufen auf korporatistisch-ständische Arbeitsverhältnisse unter modernen Bedingungen (!) hinaus.

Für die vergleichende politische Ökonomie, die den angloamerikanischen Liberalismus mit seiner puritanischen Arbeitsethik für den Normalfall hält, bilden Japan und die alte, jetzt untergehende Bundesrepublik mit ihren sich politisch konservativ auswirkenden korporatistischen Wirtschaftsstrukturen unerklärliche Ausnahmen, ja Fremdkörper in der globalen Wirtschaft. Der eine korporatistische Fremdkörper wird ja nun etwa seit dem Jahr 2000 ("Eichel-Plan") systematisch beseitigt.
Hugo Treffner
29. Oktober 2015 17:16
"Gerade der Kolonialismus war für viele europäische Staaten unterm Strich ein Verlustgeschäft, weil am Ende die notwendigen Investitionen höher waren als die Einnahmen...."

Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren! Das ist keine Erfindung der Neuzeit, sondern findet seine besondere Ausprägung gerade in der Zeit der Kolonien. Die Finanzoligarchie hat Staaten schon immer als Werkzeug benutzt, wobei das Werkzeug auch für die Kosten aufkommen "durfte".

Bestes Beispiel ist England. Die Kriege (z.B. Opiumkriege) und Eroberungsfeldzüge (Indien usw.) führte der Staat auf Kosten seiner Bürger, die Gewinne gingen größtenteils allein an die City of London.

Und die Verantwortung für die Ausbeutung haben "natürlich" dann auch die Staaten, während die Finanzoligarchie so tut, als ginge sie das Ganze nichts an.
Beteigeuze
29. Oktober 2015 17:33
Die alte Bundesrepublik (ich gehe schon einmal vom Abschluß dieser Epoche deutscher Geschichte aus) war ein Schönwetterstaat, der nahezu jedes Problem mit dem Scheckbuch "löste". Dazu zählte auch die (seit den späten 70er Jahren) offentsichtlich mißlingende Integration kulturfremder Einwanderergruppen, die mit einem gut gefüllten Sozialsystem ruhiggestellt wurden.
Der Glaube, daß Vater (heute Mutti) (Sozial-)Staat das aus diesesmal richten wird, ist tief verankert, zumindest in der Mehrheit der westdeutschen Bevölkerung. Noch sind die Folgen persönlich kaum spürbar. Wer die Kapelle der sinkenden Titanic stört, gilt als geistiger Brandstifter.
Eine Ursache für den jetzigen Zustand -sicher nicht die einzige oder wichtigste- ist schlicht und einfach eine gut 50-jährige Wohlstandsdegeneration im Westen, die auch zur Unfähigkeit beigetragen hat, selbst existentielle Bedrohungen zu erkennen. Hierzu hat Spengler, unter anderen Vorzeichen und mit anderen Schwerpunktsetzungen, Bedeutendes gesagt.
KJ
29. Oktober 2015 17:45
"Die Annahme, dass alle gleich sind, bzw. alle anderen sich diesem System anpassen können spielt zwar eine Rolle, die dominante Größte ist m. E. der Schuldkult. Es ist eher so, dass der Schuldkult auch der Annahme der Gleichheit zugrunde liegt, weil das Gegnteil halt rassistisch wäre."


Es ist ja nicht so, dass es eine rein deutsche Debatte wäre. In allen Ländern Europas wurde das gleiche Skript gespielt.

Die Idee der Gleichheit meint "Gleichheit vor dem Gesetz", nicht Gleichheit der Person, oder zwischenmenschliche Gleichheit Und genau dieses Missverständnis führt natürlich zu einem Unterminieren von Staatsbürgerschaft und natürlichem Umgang, der dann immer im Widerspruch stehen wird und immer "rassistisch" oder benachteiligend sein wird. Es ist vollkommen normal, dass es Nähe und Ferne gibt, dass uns Freunde an mehr Stellen berühren dürfen als Fremde, es ist normal, eine psychologische Barriere gegen Fremde zu haben.

Bewusstseinsarbeit - Dazu meditieren wir Trochlodyten über folgende Sätze:
- Vorurteile sind immer falsch.
- Es gibt politisch korrekte Ausdrucksweisen.
- Wir müssen als rechtschaffende Bürger gegen gruppenbezogene Feindschaft vorgehen.
Coon
29. Oktober 2015 17:48
"500.000 Einwanderer von außerhalb Europas"
Wenn jemand die Annahmen der Bertelsmann-Studie genau anschaut, ist relativ schnell klar, dass gerade die anderen 500.000 kommen. Und steht da wirklich "ausserhalb Europas" drin?

"Nur weil die Bundesregierung ernsthaft von der Notwendigkeit dessen überzeugt ist, ließ sie den Asylansturm zu"
Daran zweifle ich. Ich sehe hier mehr Demonstration des Herrschaftsanspruches gegenüber innen (Ausbau der Legitimation durch Stärkung des Machtzentrums Sozialsektor und Arrondierung und Erweiterung der an ihn angeschlossenen Organisationen, Verbände, Firmen) und aussen (Ausweitung des Zustromes auch ins Ausland, erhöhte Zerstreuung, Stärkung Brüssels als antinationale Vertretung des neuen Bevölkerungsmixes mit DE als Führung). Ausserdem ist Angie ein totales Mädchen, das vermutlich ständig hinter den Kulissen heult. Sowas wie mit dem weinenden Mädchen (es können nicht alle bleiben, jaja) durfte sich nicht wiederholen. Merkel hält das ganz persönlich einfach nicht aus.

"Dahinter steckt eine technokratische Logik, die mit mathematischer Genauigkeit ein Optimum an Arbeitskräften und Konsumenten anstrebt."
Ich bin mir sicher, dass der Apparat zu derartig schrägen Ideen nicht mehr fähig ist. Im Übrigen hat sich der Begriff der optimalen Bevölkerungsgröße bereits seit Robert Malthus und bummelig 200 Jahren erledigt.

"Europa gelangte zu seiner einzigartigen Stärke aufgrund eines kapitalistischen Geistes, der eine asketische Ethik voraussetzte. ... Wir verzichten heute auf Reichtum ... das nächste riskante Vorhaben, weil wir eine Berufung zu unserem Beruf fühlen."
Ein Konglomerat gern kolportierter Irrtümer.
Europa eroberte die Welt mit Soldaten und überflügelte sie ökonomisch mit seiner Innovationskraft.
Das mit der Asketik scheint an Max Webers protestantischen Geist angelehnt zu sein. Nun, einfacher Fleiss ist noch keine Askese und der ganztägig arbeitende katholische französische Bauer des Mittelalters ist auch nicht protestantisch und trotzdem fleissig. Askese hin oder her.
Unser ökonomisches Wachstum der letzten 200 Jahre beruht nicht auf Verzicht, sondern folgt unmittelbar aus dem Regime der individuellen Freiheit, die Geld im modernen Sinne und die Notwendigkeit der Konkurrenz ums Geld erst hervorbringt. Und damit auch die Innovation.

"Ist es Selbsthaß?"
Definitiv. Menschen wollen Sicherheit in der Gemeinschaft und empfinden diese gerade nicht in der Identifikation mit den ewigen Verlierern. Es ist der Hass auf die Schwachen, die einen durch ihre Schwäche in Gefahr bringen.

"Kulturverfall"
Da haben sie recht. Die Amerikaner und die zu Amerikanern gewordenen Migranten haben zur Kultur der letzten 100 Jahre wirklich nichts beigetragen...

"Japan"
Und China, Südkorea, Vietnam, Malaysia, Singapur, Israel etc. etc.

"Vielleicht läßt sich so erklären, warum die Europäer der Gegenwart und dabei insbesondere die Deutschen der Masseneinwanderung so positiv gegenüberstehen."
Mal ja, mal nein. Tatsächlich stehen die Könner, Jungen und Flexiblen insbesondere der eigenen Auswanderung positiv gegenüber. Dann gibt es die unmittelbaren Profiteure aus dem Sozialsektor (viele Millionen Arbeitnehmer) und die Ängstlichen, die nicht wollen, dass sich was ändert, z.B. Rentner. Wenn man eine per se positive Gruppe hervorheben möchte, dann die Frauen. Diese stehen instinktiv positiv der Vergrösserung des Partnermarktes gegenüber, welche einen Kernpunkt der Globalisierung darstellt. Das mächtigste Instrument in der Agenda der Globalisten.

"Max Weber"
Die Bildungsforschung des Ifo-Institutes hat die Webersche These auf den Prüfstand gestellt (einige Jahre her). Dies wurde anhand der noch reichlich vorhandenen Verwaltungsunterlagen und Berichte aus preussischen Archiven gemacht. Ergebnis: Der preussische Erfolg war vor allem ein Ergebnis der protestantisch-kirchlichen und später staatlich-preussischen Bildungspolitik, die den regelmässigen Schulunterricht bereits vor vielen anderen Staaten etablierte und so die Voraussetzungen für die ökonomische Expansion in Preussen nach 1810 schuf.

"Irrationalität"
Tief verwurzelter Aberglaube - den anderen geht's gut, mir schlecht, also muss jemand anderes daran Schuld sein (z.B. Freimaurer, Hochfinanz, Juden).

"risikoreichen und manchmal größenwahnsinnigen Projekten"
Opferbereitschaft - siehe Aberglaube. Der Glaube an das menschliche Opfer für die Gemeinschaft ist das Gegenstück zur Opferablehnung der Juden, die die menschliche Freiheit erst begründet. Ein 3000 Jahre alter Zivilisationskonflikt und Urgrund des Antisemitismus.

"Die europäische Mentalität bietet beste Voraussetzungen für Fortschritt."
Die asiatische Mentalität der Gegenwart bietet dann die allerbeste Mentalität, nicht wahr? Die Mentalität, Askese und Ethik führen uns beim Verständnis des ökonomischen Fortschritts nicht weiter.

Mir fehlt eine Kritik der Wachstumskritik. Ich schneide die Bäume in meinem Garten im Herbst zurück und trotzdem wachsen die Schlingel jedes Jahr wieder von Neuem. Wie geht das? Und warum behauptet die Wachstumskritik, bezogen auf die Ökonomie, es ginge nicht?
Rainer Gebhardt
29. Oktober 2015 18:14
Ich glaube, Felix Menzel, hier haben Sie sich mächtig verrannt. Zweifelsohne stellt die protestantische Ethik spätestens seit der Neuzeit den idealen Überbau für die kapitalistische Produktions- und Erwerbsweise. Das geht soweit, daß diese Ethik sogar zum sittlich-moralische Gerüst derjenigen wird, die den Reichtum erwirtschafteten ohne den Profit einstreichen zu können. Fremd ist diesem Arbeitsethos allerdings die Alimentierung unproduktiver oder lumpenproletarischer Schichten und Parvenüs. Marx' extreme Abneigung gegen das Lumpenproletariat z.B. und konsumierende Egos Stirnerscher Prägung - man wundert sich eigentlich - ist diesem von ihm kritisierten Ethos geschuldet. Dieses protestantische Arbeitsethos finden wir von Anfang an und bis in die 20er Jahre des 20. Jahr. noch in der Sozialdemokratie (!). Ich kann nicht sehen, wie sich auf dieser Folie die Wurschtigkeit nachzeichnen läßt, mit der große Teile des deutschen Volkes die gegenwärtige Situation quittieren. Die Arbeitswelt, auch die deutsche hat sich völlig gewandelt. Die protestantische Ethik spielt im Arbeitsethos des 21. Jahrhunderts keine Rolle mehr - bei den Arbeitern nicht und beim größten Teil der Unternehmer nicht.
Egal, trotzdem eine spannende Diskussion. Vorschlag an die Redaktion: Stellen Sie als zusätzliche Diskussionsgrundlage doch noch einmal Thomas Hoofs Beitrag ins Netz: http://www.sezession.de/1420/letzte-ausfahrt-weiter-hinten-der-deutsche-sonderweg.html
UvH
29. Oktober 2015 18:14
Interesanter Ansatz und gut geschrieben, doch bin ich mir nicht sicher ob es das prostetentische Entbehrungsethos, welches Weber vor allem auf evangelische Sekten bezog, so noch gibt und ob dies der Grund ist, warum ein Grossteil der Deutschen die Masseneinwanderung noch begrüsst. Ich denke vielmehr, dass es vorwiegend an der deutschen Staatsgläubigkeit liegt.
Mit Weber ließe sich argumentieren, dass erst wenn große Teile der Bürgerschaft den Glauben an die Legitimität der herrschenden Ordnung verlieren, der Staat in seiner Existenz bedroht ist, denn die von Weber betrachteten sozialen Gebilde existieren in dem Maße, in dem Menschen nach den Maßgaben ihrer Ordnungen handeln. „Ein bestimmtes Minimum an Gehorchenwollen, also: Interesse (äußerem oder innerem) am Gehorchen gehört zu jedem echten Herrschaftsverhältnis“ (1972: 122).
Das Wesen der politischen Gemeinschaft zeichnet sich für Weber durch die Bereitschaft der Menschen eines territorialen Gebietes aus, dieses mittels Waffengewalt geordnet zu beherrschen. Weber sieht dies als etwas Urwüchsiges an. In der europäischen Geschichte waren für ihn daher auch alle politischen Gemeinschaften zugleich Gewaltgebilde, da sie für die Wahrung ihrer Interessen zur Gewalt gegriffen haben. Das Handeln der politischen Gemeinschaft, das sich durch die Gefährdung und Vernichtung von Leben auszeichnet und somit für Weber durch das spezifische Pathos des „Ernst des Todes“ geprägt ist, stiftet die dauernde Gefühlsgrundlage der politischen Gemeinschaft. Dies scheint in Deutschland immer weniger der Fall zu sein. Hedonismus ist hingegen weit verbreitet.
Der Hoheits- und Gehorsamsanspruch mit dem der Staat dem Einzelnen gegenübertritt, gilt als Prototyp institutioneller Gewalt, und wird immer noch anerkannt. Und dieser institutionellen Gewalt treten die Deutschen nicht entgegen, sondern folgen den Anweisungen der Regierung obwohl diese den Hoheitsanspruch an das eigene Territorium in Zuge der EU Integration und der ungeregelten Masseneinwanderung zunehmend aufgibt. Spannende Zeiten.
ingres
29. Oktober 2015 18:29
Also in dem Seminar welches ich vor 38 Jahren wurde die "Protestantische Ethik" von Max Weber als bürgerliche Ideologie behandelt. Sie widerspricht ja dem Diktum des Marxismus, dass das Sein das Bewußtsein bestimmt. Ich war gerade endgültig vom Marxismus abgefallen und da war die Gegenthese, dass das Bewußtsein noch dazu eine religiöse Ethik das Sein bestimmen könnte für mich natürlich sehr interessant (auch wenn ich nie religiös gewesen war, aber mir war schon klar, dass Religion eine Rolle spielt).

Im Seminar sollte max Weber natürlich niedergemacht werden, obwohl es ging einigermaßen fair zu, allerdings mit klarer Tendenz. Nichtsdestotrotz hatte man wohl nicht damit gerechnet, dass jemand im Seminar sein würde, der das marxstische Dogma anzweifeln würde. So dass dann schließlich doch festgestellt wurde, das soviel Agressivität doch nicht nötig gewesen wäre. Aber ich war wie befreit und nicht zu bremsen. Zum Glück war ein intelligenter Kommilitone dabei, der zwar noch nicht abgefallen war, aber mir doch teilweise beipflichten mußte.

Insofern war die "Protestantische Ethik" für mich immer das Argument, dass wirtschaftlicher Erfolg an der zugrunde liegenden Kultur liegen kann bzw. liegt. Deshalb wäre es für mich halt überraschend, wenn man auf Grundlage dieser Kultur nachdem man die protestantische Ethik gelesen hat auf die Idee kommen kann, dass die Kulturen gleich erfolgreich sein könnte. Max Weber zeigt ja genau das Gegenteil auf. Insofern wäre es in jedem Fall paradox, wenn die Ideologie die nach Webers Analyse die Verschiedenheit der Kulturen im wirtschatlichen Erfolg begründet, dafür verantwortlich wäre, dass man glaubt, die Kulturen seien dafrü gleich geeignet.
Keats
29. Oktober 2015 19:25
Deutsche Wirtschaftsinstitute fordern seit Jahren "500.000 Zuwanderer pro Jahr" (siehe Google). Wachstumskritik ist genau der richtige Ansatz, um die Motivation dahinter zu verstehen. Deutsche Beamte hören immer wieder, daß die in den kommenden Jahren zu erwartende Pensionierungswelle nicht zu finanzieren sein wird. Wollen sie darauf warten, beim Kollaps die eigenen Ansprüche im Abgrund verschwinden zu sehen, oder nicht doch lieber durch Masseneinwanderung das System noch - für sie genügend lange - am Laufen halten?

Die aus dem Christentum entstandene Eine-Welt-Ideologie, die Zivilreligion der Globalisten, schafft die realitätsblinden Lemminge. Viele Deutsche glauben tatsächlich, daß das Einzige, was Deutsche von Afrikanern oder Asiaten unterscheidet, die schon weiter fortgeschrittene Erleuchtung der Deutschen ist, und daß mit geduldiger Hilfe auch aus den Zuwanderern ebenso erleuchtete Anhänger der globalistischen Zivilreligion werden. Auf "1001Geschichte" läßt sich nachlesen, daß auch schlimmste persönliche Erfahrungen nicht ausreichen, um die betroffenen Frauen in ihrem Glauben zu erschüttern. Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen, gepriesen sei der Herr.

Am 30.11.2014 hat Michael Naumann, erster Kulturstaatsminister, verheiratet mit einer Frau aus dem Warburg-Clan, im ARD-Presseclub gegen den "Widerstand gegen die Ansiedlung" von Syrienflüchtlingen in Deutschland und die Vorstellung, Asylanten sollten unser Land irgendwann wieder verlassen, polemisiert. (Ab Minute 52: www.youtube.com/watch?v=K2-cNuizuG4). Ob es ein Ziel von "Aufbau Ost" war, dort dünn besiedelte Gebiete zu schaffen, in denen Palästinenser oder eben Syrer angesiedelt werden können?

Noch vor einem Jahr klang "500.000 Zuwanderer" wie eine Mondzahl, ohne das jetzige Katastrophenszenario wären die Pläne nicht durchzusetzen gewesen. Was jetzt passiert, ist genauso gewollt. Das Chaos und die Kriminalität werden als Vorwand für weitere Einschränkungen der Deutschen genutzt werden, auf die wiederum weitere Ansiedlungen folgen dürften.

Ökonomische und geopolitische Überlegungen sind einleuchtend, vermittelbar und damit zielführend. Die Beschäftigung mit Phantomen wie dem "Schuldkult" oder mit grünen Rummelplatzäffchen sind es nicht.
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@ KJ
Richtig! Jede Körperverletzung, vor allem jeder Mord eines Asylanten müßte übersichtlich auf einer eigenen Webseite dokumentiert werden, ohne Kommentare, nur Kurzberichte, Links und Screenshots von den Presseportalen der Polizei, etc. Vor etlichen Jahren hat ein PI-Leser etwas in der Richtung aufgebaut, der ist dann allerdings "in die USA ausgewandert" und hat die Seite gelöscht. So eine Seite wäre von zentraler Bedeutung, weil sie Einzelfälle zu einem Gesamtbild aneinander fügt. Das wäre ein Fulltimejob oder eine Aufgabe für eine NGO.
ingres
29. Oktober 2015 19:55
Übrigens, dass man vor ca. 40 Jahren noch von links angebotene Seminare über Max Weber besuchen konnte und als fast Einzelkämpfer bei Widerspruch nicht um Leib und Leben fürchten mußte, zeigt den Unterschied zur Jetztzeit auf. Ich weiß es entstand schon eine aggressive Stimmung (wobei es in diesem Seminar nicht die ganz hart gesottenen zugegen waren) weil eben Marx nicht im Alleingang wie gewünscht zu seinem Recht kam. Aber heute wäre ein solches Seminar mit abweichender Meinung wohl undenkbar. Obwohl wenn ich das damals nicht innerhalb eines Doppelstudiums gemacht hätte, wäre ich auch damals bereits untergegangen. So hätte man es jederzeit kippen können, das war schon die notwendige Absicherung.
Stil-Blüte
29. Oktober 2015 20:07
Vorzüglich!

Ich aber habe Defizite: Max Weber. Könnten Sie, Götz Kubitschek noch einmal das Angebot einer Rezension 'über die schrecklichen Kinder' (Sloterdijk) erneuern?

@ KJ
Fehlverhalten von Gästen

Da wir sie nicht wie Gäste behandeln, sie aber w i e Gäste eingeladen haben, benehmen sie sich eben 'daneben'. Gastsein ist temporär. So war es ursprünglich auch mit dem 'Gastarbeiter' gedacht. Nun bleibt er eben allhier.
Wenn Griechen, Spanier, Italiener, Russen, auch Jugoslawen, in unserem Land Gastgeber in ihrem Restaurant, bei ihnen zu Hause sein dürfen - grandios! Heikler ist es mit Türken. Orientalische Vorschriften.

Wie auch immer wir uns drehen und wenden, die Tür ist immer im Rücken. Spengler spricht von der statischen Geschichtslosigkeit der islamischen (und jüdischen)Welt. Zur Kenntnis nehmen: Sie sind anders und können nicht anders, als so zu bleiben: ihr Naturell.

Die ganze Chose hat lange vor unserer Zeit begonnen, expandiert ist sie -sofort nach Schengen. Um so verwunderlicher, der Widerstand erst jetzt.

@ KJ
Glauben Sie im Ernst, daß bessere Statistiken helfen?
Meier Pirmin
29. Oktober 2015 20:33
@An Alle. Nicht beachtet ist, dass Max Webers Ethik, etwa in gemischkonfessionellen Ländern, mit der Zeit auch die katholischen Teile ansteckte, oder sind die Bayern etwa fauler geworden als die Hannoveraner? Mit anderen Worten, zu den Ansprüchen von Max Weber, wenn ich ihn nur halbwegs verstanden habe, würde die volle Uebernahme der Arbeits- und Selbstverantwortungsmentalität der alten Protestanten durch die Einwanderer gehören.


Leider kann man nicht darauf wetten, dass Weber auf die oben angedeutete heutige Interpretation seines Gedankengutes hin sich im Grabe umdrehen würde. Was derzeit abläuft, hätte sich kein vernünftiger Intellektuteller zur Zeit Max Webers irgendwie träumen lassen oder sich sonstwie vorstellen können. Am wenigsten Max Weber. Er ist diesmal wohl endgültig nicht schuld!


Hingegen könnte wohl jeder, der derzeit den Begriff "Verantwortungslosigkeit" verwendet, sich auf Max Weber berufen. Die wichtigste Eigenschaft des Politiker ist nach "Politik als Beruf", Essay von Max Weber, Verantwortung. Das, was jetzt geschieht, wäre bei Weber nur als Gedankenexperiment sagen wir mal eines Hochschullehrers, unbedingt geschützt. Gemäss "Wissenschaft als Beruf" muss der Wissenschaftler von der vollen Verantwortung für seine Aussagen entbunden werden, sofern er nur im Hörsaal Gewagtes vorträgt. Das ist urliberal! Insofern sind wenigstens für Professoren noch mildernde Umstände in Rechnung zu stellen. In keinem Fall aber für Poltiker!
Zadok Allen
29. Oktober 2015 21:47
Dahinter steckt eine technokratische Logik, die mit mathematischer Genauigkeit ein Optimum an Arbeitskräften und Konsumenten anstrebt.


Ich lehne diese Sichtweise aufgrund ihrer die Herrschenden exculpierenden Tendenz ab. Nein, es ist keine Humanitätsduselei und auch kein technokratischer Machbarkeitswahn, der den überbordenden Einwanderungsirrsinn hervorgebracht hätte.

Man muß schon die Augen vor der Realität verschließen wollen, um das Zusammenspiel zwischen der allgemeinen Strategie des Chaos, die das angelsächsische Imperium derzeit fährt, und die nach Nordafrika und der Ukraine nun eben Mitteleuropa erreicht, und der großmaßstäblichen Staatskriminalität, die von Merkel und ihrer gewissenhlosen Entourage ausgeht, nicht zu sehen.

Eine hochintelligente, vollkommen kalte und berechnende Frau wie Merkel weiß sehr wohl, daß sie Tod und Elend provoziert. Sie hat doch selbst in früheren Wahlkampfreden bezeugt, daß sie um die Gefahren der Masseneinwanderung weiß ("Multikulti ist gescheitert" usw.). Es ist mir unbegreiflich, daß es in oppositionellen Medien immer noch so viele Analysten gibt, die sich der Einsicht in die böse Absicht der Herrschenden verweigern.
Fredy
29. Oktober 2015 21:59
@ohne führerschein

So sieht's aus. Die heutige Rentnergeneration hat uns diese Scheiße eingebrockt. Sicher, Ausnahmen existieren, sehe da nur meine eigenen Eltern und andere. Aber politisch pauschalisierend gilt: Die heutigen Rentner sind die Totengräber Deutschlands. Und die meisten aktiven Politiker gehören dieser Generation an, sind nur noch nicht in Rente, wie der gemein Arbeitende.

Ich kann nur hoffen, dass es möglichst viele von denen noch hart trifft. Keiner soll mir wohlhabend mit dem Rotweinglas und dem Grass-Buch in der Hand im Ohrensessel in der Toskana sterben.

Opfer haben wir genug für die eingewanderten Täter.
Pit
29. Oktober 2015 22:37
Grund für dieses Experiment ist die unausgesproche Frage im kollektiven Bewußtsein: spielt Ethnie eine Rolle? Können die Völker einfach gemischt zusammenleben oder nicht? Dieses Massenexperiment wird also unbewußt gewählt (das heißt: zugelassen; kein Widerstand dagegen geleistet), um sich ultimativ mit der ethnischen Frage zu konfrontieren und die Frage ein für allemal zu klären. Diese Frage war immer unterschwellig vorhanden und muß jetzt im Zeitalter des globalen Dorfes unweigerlich hochkommen und verlangt zwingend eine Antwort.

Meine Antworten:
1)die Frage ist bereits beantwortet dort wo verschiedene Völker zusammenleben: die Völker wollen NICHT zusammenleben. Sie trennen sich voneinander in Selbst-Segregation.

2)die Vielfalt durch verschiedene Völker ist erwünscht: in bestimmten Zonen halten sich alle Völker auf, es kommt zu fruchtbarem Zusammenwirken (Musik, Sport, Tanz, Gastronomie u.a.).

Europa und Deutschland könnte sich also dieses Massenexperiment sparen und einfach sagen: ja, Ethnie spielt eine Rolle, wir wollen unsere ethnische Identität als Gruppe behalten; zugleich bejahen wir, daß es Zentren, typischerweise Städte, gibt, in denen die Völker aufeinander treffen und den Raum gemeinsam zum gegenseitigen Vorteil nutzen.

Anknüpfend an den Artikel könnte man sagen, daß es Ausdruck europäischen Unternehmungsgeistes ist, diese Frage nun im ganz großen Stil für den gesamten Globus zu beantworten, eben durch Durchführung dieses Massenexperimentes.
Der wirkliche Grund aber wird fast nie genannt: das Geldsystem, welches neue Konsumenten braucht. Natürlich wird das Geldsystem trotzdem zusammenbrechen, zögert dies aber aus gutem Grund hinaus mittels dieses letzten Schrittes, Konsumenten zu erzeugen. Mit einem nachhaltigen Geldsystem (Währungspluralismus) wäre der jetzige Vorgang unmöglich, da die Enteignung der Bürger durch Gelddrucken zur Bezahlung der Invasorenmassen nicht möglich wäre.
Heinrich Brück
29. Oktober 2015 22:56
Wenn die meisten Deutschen für den Wucher der Banken (Geld, geschaffen aus dem Nichts) arbeiten, anstatt in die eigene Familie zu investieren (also zu leben), und der kulturelle Anspruch der Nation von den Zielen der Banken abhängt, leben wir in einem psychomonetären System.
Der Umgang mit Technik und Geld hat nicht mehr Freizeit (auch Freiheit) geschaffen, sondern weniger. Eigentlich unglaublich. Eine Renaissance Europas beginnt mit der Entmachtung der Banken, und nicht mit noch mehr Arbeit.
Wenn der Kampf um die Rückzahlungen der Schulden geführt wird, verliert im Endergebnis jeder Arbeitsethos, denn strategisch gesehen ist die asketische Ethik dann die Sklavin des Größenwahns.

"Zu diesem Verzicht sind wir durch unsere kulturell-religiöse Prägung selbstverständlich bereit."
Friedhelm
30. Oktober 2015 02:07
@coon

Da haben sie recht. Die Amerikaner und die zu Amerikanern gewordenen Migranten haben zur Kultur der letzten 100 Jahre wirklich nichts beigetragen…


Ach ja? Literarisch einiges: Poe, Faulkner, Thoreau, Whitman, Twain, Mencken, Lovecraft usw. usf.

Auch technisch: der Transistor (erfunden vom politisch inkorrekten William Shockley bei den Bell Labs), das Arpanet (ohne das es das heutige Internet nicht gäbe), Unix und die C-Programmiersprache (beides unerreicht und extrem weit verbreitet in Form von Klonen wie Linux [das in C geschrieben ist]), auch Java (Programmiersprache entwickelt bei Sun Microsystems, darin werden die meisten Android-Apps geschrieben); Mac OS X & Windows sollten auch genannt werden (überhaupt eine Menge Software); dann natürlich Voyager und die Saturn-V-Rakete, überhaupt die NASA. Auch die IQ-Tests wurden in Amerika weiterentwickelt (zum Stanford-Binet-Test, auch der Wechsler-Test kommt aus den USA).

Das soll keine Lobhudelei werden, denn auch ich stehe vielem, das aus Amerika kommt, kritisch gegenüber, nur haben sie uns auch (vor allem technisch) sehr berreichert, das muß man zugeben (insgesamt mehr, als sich moslemische und afrikanische Länder je träumen ließen, denn diese sind faul und technisch unbegabt.)

Was die Frauen betrifft: das ist meist die Unterschicht, die sich mit Fremden einlässt, denn diese Steinzeitmenschen dürften auf die meisten kultivierten Frauen eher abstoßend wirken. Vielleicht gibt es einige perverse Akademikerinnen, die ordentlich von einem Schwarzen rangenommen werden wollen, aber ob das die Mehrheit ist? Wahrscheinlich wittern eher ältere Frauen eine Chance. Schon ziemlich abartig, wenn man drüber nachdenkt.
Waldgänger
30. Oktober 2015 07:46
Auf mich wirkte Menzels Text deshalb interessant, weil er noch einmal recht gut jene Überlegungen beschreibt, die innerhalb der westlichen Eliten wohl tatsächlich eine Rolle spielen - so irrig oder anmaßend sie auch sein mögen:

- eine rein ökonomisch-technokratische Sicht der Dinge, bei vollständigem Ignorieren von Folgeerscheinungen, die uns beunruhigen,

- die Überzeugung, dass überhaupt nur durch Zuwanderung der lukrative Wirtschaftsstandort „Europa“ mit der bisherigen Zahl der Konsumenten und Beschäftigten zu halten sei - was wiederum diverse Investoren und Aktionäre interessiert,

- die voreilige Annahme, dass Europa ohne diese Zuwanderung ökonomisch stark an Bedeutung verlöre; Japan beweist das Gegenteil,

- die (unausgesprochene) voreilige Annahme, dass das demographische Defizit nicht durch eine Erhöhung der Geburtenzahlen, nicht durch eine bessere Qualifikation der Einheimischen und auch nicht durch eine höhere technische Effizienz ausgeglichen werden kann oder soll,


- der naiv-dumme Glaube an die beliebige Formbarkeit der Menschen und der Zerstörbarkeit von Kulturen und Religionen,

- die dümmliche pauschale Unterstellung einer protestantischen Arbeitsethik bei (allen) Zuwanderern, und zwar ungeachtet der Herkunft,

- der Glaube, dass Massenmigrationen dieses Arbeitsethos´ wegen grundsätzlich einen enormen wirtschaftlichen Impuls geben können – so, wie ihn die USA im 19. Jahrhundert erlebt haben;
die Völkerwanderung der Spätantike beweist das Gegenteil ... ,


- eine Art Schuldkomplex und Selbsthass angesichts der Kolonialgeschichte und der tatsächlich bestehenden Not in anderen Teilen der Erde; das Betätigungsfeld der vielen nützlichen Idioten.


Ergänzen könnte man, dass die USA und deren loyale Helfer vermutlich tatsächlich glauben, nur mit einem derart umgestalteten europäischen Vasallen das Lager des Westens so sehr stärken zu können, dass er in den kommenden Auseinandersetzungen mit den BRICS-Ländern die Oberhand behält. Außerdem käme man eben dem Ziel der „Einen Welt“ näher.
Auch diese Überlegung ist hoch spekulativ und riskant.


Hinzu kommt die Gewissheit, dass die angestrebte Bevölkerungsmischung uneins sein wird und zu keiner störenden demokratischen Willensbildung mehr fähig sein dürfte.
Hier dürften die Mächtigen einmal Recht behalten.
..... Vielleicht ist das dann auch noch so eine Art Schutzmechanismus für den Fall des eigenen Scheiterns ... ! Dann gibt es wenigstens kein Volk mehr, dass den Gangstern mit einheitlicher Willensbildung den Prozess machen könnte.


--------

Wie falsch oder wie autoritär-bevormundend die meisten Überlegungen der Eliten sind, wissen wir alle.

Falsche Überlegungen führen aber nicht deshalb zu richtigen Resultaten, bloß weil die mächtigsten und reichsten Leute der Welt sie anstellen ...

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Zurück zu Menzels Idee: Wenn man so will, kann man in der absurden Überinterpretation von Webers Gedanken tatsächlichen einen weiteren Grund für den Irrsinn der Gegenwart sehen.
Hühnerbaron
30. Oktober 2015 08:19
Die Wirkungen des Calvinismus sind doch auch recht zufällig. Die Hohenzollern waren seit 1613 reformiert, die Ansiedlung von Holländern und Hugenotten in Preußen bei einer lutherische Mehrheitsbevölkerung hatte durchaus ein religionspolitische Komponente -de Maiziere und Sarrazin wären ohne dies nicht hier.
Die reformierte Ethik ist jedenfalls in ihrer strengen Ausprägung paradox: Die Menschen sind durch Gott auserwählt oder verworfen. Das Schicksal ist danach vorherbestimmt. Wer auserwählt ist hat Erfolg, wer keinen hat, hat Pech. Als zweite Komponente kommt eine Durchdringung des Privaten durch das Religiöse hinzu. Man geht davon aus, dass man sich an die Gebote Gottes auch nach Dienstschluss hält. Daraus folgt eine insgesamt starke "Regelrigorosität".
Die katholische Vergebung der Sünden ist hingegen ein nicht so zentrales Anliegen des Calvinismus. Als Drittes: Effektivität. Der Religionsausübung wird auf das Wesentliche reduziert. In reformierten Kirchen ist alle Symbolik und jedes Ornament abgeräumt (man gehe einmal in eine reformierte Kirche in der Schweiz, in Ostfriesland, die franz. Kirche in Potsdam oder den franz. Dom in Berlin). Im Zentrum steht das Wort, alles andere ist danach Sünde. Auch das schlägt wieder auf das Private durch. Investive Ausgaben sind danach gut, rein konsumtive oder schmückende schlecht. Der Calvinist ist auf seine Askese stolz, aber das ist eine eigennützige Askese, insoweit hat Weber schon recht. Da der Calvinist aber nur sich und seine Sekte für wirklich gut und richtig hält, ist die Verschleuderung von Vermögen an Nichtchristen für Konsum und Barbarei mit seiner Lebenseinstellung nicht kompatibel, das sind Verworfene. Auch die bunten gesellschaftlichen Segnungen der Moderne sind eigentlich nichts für den strengen Calvinisten, der zum Lachen in den Keller geht und schon den rheinischen Karneval für ein heidnisches Götzenfest hält. Das Programm der Calvinistenpartei SGP in Holland ist etwa radikalreaktionär. Da wir echten Reformierten doch ein überschaubarer Haufen sind (Schottland, dt. Schweiz, Ostfriesland, Teile Hollands, naja, die amerikanischen Präsidenten waren von 1901 bis zum Ende der Amtszeit Reagens fast durchgängig reformiert oder Quäker...), würde ich unseren Einfluss auf das derzeitige Desaster doch als Verschwörungstheorie abtun :-)
ingres
30. Oktober 2015 08:40
Also der Text hat natürlich das große Verdienst, die beeindruckende Leistung Max Webers in Erinnerung zu rufen. Das war für mich damals eine enorme zusätzliche Befreiung zu sehen, wie sinnvoll über die Gesellschaft nachgedacht werden kann. Auch wird eben deutlich, dass möglicherweise tief liegende ideelle Vorstellungen (also eben eine Religion) so etwas profanes wie den Wirtschaftsprozeß bestimmen können. Heute denke ich zwar, dass es klar ist, warum z. B. islamische Länder technisch und kulturell nichts leisten, aber wer weiß wie meine Gedankenwelt wäre, ohne mit Max Weber konfrontiert worden zu sein.

Aber ich denke, dass man einsehen sollte, dass die Kausalitäten hier falsch interpretiert sind. Denn nochmal: die "Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus" beschreibt ja den Einfluß einer bestimmten Kultur und dern kausalen Einfluß´auf die Entwicklung der modernen Ökonomie.
Jeder der sie verstanden hat muß dann zu dem Schluß kommen, dass andere Kulturen eben den Kapitalismus nicht zufällig nicht hervorgebracht haben.

Daraus folgt zwar logisch nicht, dass man nicht der Ansicht sein kann, dass Angehörige anderer Kulturen nicht auch nach diesen Prinzipien handeln können, bzw. sich in die Prinzipien "protestantische Gesellschaft" einfügen können. Chinesen und Japaner beweisen ja das Gegenteil. Obwohl man sicherlich untersuchen könnte wie sich deren Kapitalismus kulturell bedingt vom westlichen Kapitalismus unterscheidet.
Aber die gegenteilige Annahme folgt nun auch nicht. Trotzdem kann es natürlich möglich sein, dass die "protestantische Ethik" eben nicht nur die ökonomischen Grundlagen des Westens gelegt hat, sondern tatsächlich auch aus irgendeinem spezifischen Grund zu dem Glauben geführt hat, dass salopp formuliert "alle gleich sind". Aber das müßte man dann im Einzelnen kausal nachweisen (ich denke eben nicht, dass die "Protestantische Ethik" die entscheidende Kausalität ist). Man müßte dann sehen warum Japan und China zwar in der Lage waren einerseits das westliche System zu übernehmen, und andererseits aber trotzdem nicht an die Gleichheit aller glauben. Eine Lebensaufgabe. Aber im Westen gibt es ja keine Sozialwissenschaft mehr, bzw. nur noch in Einzelfällen.
ingres
30. Oktober 2015 08:53
Zusatz: Folgt man Nietzsche, so wäre letztlich das Christentum die Ursache der Gleichheitswahns. Ich bin da kein Experte, aber nach dem, was ich sekundär über "Jenseits von Gut und Böse" gelesen habe, ist es ja die Ablösung der Herrenmoral durch die Sklavenmoral die Nietzsche moniert. Und die Vorstellung von der Gleicheit wäre dann der Sklavenmoral geschuldet. Für mich macht das sehr viel Sinn. Der kausale Einfluß unserer Religion auf den heutigen Zustand wäre dann sehr viel tiefer gelegt. Aber es wäre eine andere Komponente unserer Religion, die die heutigen Zustände hervorgebracht hat. Irgendwie ist es tragisch, das Christentum ist für mich immer eine "schöne" Religion gewesen (jedenfalls so wie ich sie in der Volksschule kennengelernt habe), aber sie könnte in einem sehr grundlegenden Sinn den Grundstein für das heutige Debakel gelegt haben.
Karin Pfeiffer
30. Oktober 2015 09:11
Sehr guter Beitrag. Mich beschäftigt dieses Thema bereits seit einiger Zeit:

Das Problem der Masseneinwanderung wird heruntergebrochen auf die Logistik: empfangen, registrieren, versorgen, verteilen, unterbringen, beraten, beschenken, beschulen. Pure Logistik eben, verwirklicht mit gewohnter Tüchtigkeit, beeindruckendem Fleiß, organisatorischem Geschick und der Bereitschaft, mehr zu geben als zu nehmen.

Die Tragik dieses Tuns begründet sich in der Ausblendung der zeitlichen Dimension. Die an und für sich beachtliche Leistung der Erstaufnahme von massenhaft hereinströmenden Fremden ist für den eindimensional denkenden, statisch urteilenden Geist gleichbedeutend mit der Bewältigung und Lösung des Problems. Ausgeblendet wird der prozessuale Charakter, die Eigendynamik jeden Vorgangs. Das menschliche Handeln entfaltet neben vordergründigen Ergebnissen immer auch unplanbare eigengesetzliche Fernwirkungen im zeitlichem Verlauf.

Das ungeprüfte, ja forcierte Hereinschleusen von täglich Tausenden Zuwanderern ist nichts anderes als kopfloses Tun, ein sinnleerer Aktionismus mit sportlichem Ehrgeiz: Seht her, wir schaffen das! Die Hilfstruppen im Wettbewerb um die ersten Plätze.

Strategisches Reagieren darf nicht mit Zukunftsplanung verwechselt werden. Das emsige Basteln an der Logistik unter Ausblendung der künftigen Nebenwirkungen ist fatal. Deutsche Arbeitsmoral: selbstlos und tüchtig schaffend beitragen zum eigenen Untergang.

Die einzige und sachlich angemessene Lösung wäre Kapitulation an ALLEN Fronten!
Hugo Treffner
30. Oktober 2015 09:12
@ Waldgänger

"....dass er in den kommenden Auseinandersetzungen mit den BRICS-Ländern die Oberhand behält."

Wir sollten endlich aufwachen und erkennen, dass auf beiden Seiten die gleichen Strippenzieher die Fäden in den Händen halten.

Wir sollten uns davon verabschieden die BRICS als Anti-Hegemon wahrzunehmen und akzeptieren, dass sie in der gleichen Liga spielen. Denn wenn man sich die jüngsten Ernennungen für das obere Management der Neuen Entwicklungsbank der BRICS anschaut, finden wir die gleichen Mitspieler wie beim IWF und der Weltbank (als Beispiel soll hier nur Paulo Nogueira Batista Jr. genannt sein, der sowohl Executive Director des IWFs ist, als auch Vizepräsident der BRICS-Bank).

Die People’s Bank of China, die Zentralbank Chinas, wird derzeit von Zhou Xiaochuan geleitet.

Ein Globalist wie er im Buche steht und das ostasiatische Pendant zu Janet Yellen. Schon vor dem Gold-Ausverkauf durch die „LBMA-Techniken“ wurde er Mitglied des Boards of Directors of the Bank of International Settlements (BIZ), wo er auch seine offiziele Position zu den chinesischen Edelmetallreserven und zum Yuan verlauten liess. Und zwar in dem BIZ-Papier Reform The International Monetary System. Einem Abziehbild der Ideen des Chatham House.

Zudem soll Zhou Xiaochuan nach Recherchen des Historikers Charles Savoie bereits zur Wende des Neuen Jahrtausends bei der „Liquidierung von Papiersilberkontrakten“ auf Geheiß der LBMA geholfen haben. Natürlich wird im Mainstream das ganze als Mythos abgetan. Wie beispielsweise durch die CPM Group, die zu Goldman Sachs gehört. Jenem Goldman Sachs, das schon 2003 den Begriff BRICS schuf und deren Aufstieg im Papier Dreaming With BRICs: The Path to 2050 vorhersah. Ein volles Jahr bevor die BRICS entstanden!

http://www.chinadaily.com.cn/bizchina/China-smart-city.htm
Karin Pfeiffer
30. Oktober 2015 09:33
@Ohne Führerschein

Es ist daher mMn extrem wichtig der älteren Generation klarzumachen dass es sie als erste treffen wird, wenn es Hart auf Hart kommt – und ich schäme mich nicht zu sagen, dass sie dies in der Form dann auch verdient hat – zumindest im statistischen Durchschnitt.
Die heutigen Rentern der 68′er Generation sollen gerne mal schmecken wie sich der Spruch „Wir haben die Erde nur von unseren Kindern geliehen“ in der Praxis anfühlt.


Wer von „Menschheit“ spricht, will betrügen. Das ist nicht von mir, die Quelle habe ich gerade nicht bei der Hand.
Wer ist denn das, die „ältere Generation“? Und wen meinen Sie mit den „heutigen Rentnern der 68er Generation“? Ich fühle mich jedenfalls nicht angesprochen. Ich beziehe eine Minirente, obwohl ich mein ganzes Leben fleißig gearbeitet und niemals staatliche Zuwendungen kassiert habe. Persönlich sind mir viele Rentner bekannt, die es bei vergleichbarem Arbeitsethos ebenfalls nicht üppig haben.
So wie es sich verbietet, Pauschalurteile über „Flüchtlinge“ zu fällen, so unpassend ist es, über „Rentner“ und „Achtundsechziger“ den Stab zu brechen, weil angeblich selbst verantwortlich für das eigene Elend. Sammelbegriffe dienen der Errichtung ideologischer Feindbilder, sind also der sachlichen Diskussionen abträglich.
gerdb
30. Oktober 2015 09:57
Man sollte doch darauf hinweisen dürfen, das die Soziologie nicht in der Lage ist die Biologie zu erstetzen.
Es kommt natürlich immer darauf an wer wo einwandert. Dazu sehe man sich nur Chicago Southside oder Detroit Innenstadt etc. an.
Nachdem Deutschland jetzt die künftigen Banlieues des "arabic youth bulge"
importiert, werden auch die zugehörigen Kulturen Einzug halten.
Die Biologie ist natürlich "pöhse". Aber wieso oft kommt das Verbotene der Wahrheit am nächsten.
Coon
30. Oktober 2015 11:06
Lieber Friedhelm, zur Kultur: Im Gegensatz zu Ihrer Annahme sind wir uns einig. Ich hätte das wohl noch deutlicher machen sollen, z.B. so: ;)
Martin Lichtmesz
30. Oktober 2015 11:38
Ach ja? Literarisch einiges: Poe, Faulkner, Thoreau, Whitman, Twain, Mencken, Lovecraft usw. usf.

Emily Dickinson, Henry James, Ezra Pound, T.S. Eliot, Jack London, Thomas Wolfe, Robinson Jeffers, Ernest Hemingway, Raymond Chandler, F. Scott Fitzgerald, Flannery O'Connor, Tom Wolfe, John Irving, Thomas Pynchon, Cormac MacCarthy...
Stil-Blüte
30. Oktober 2015 12:37
@ Zadok Allen
Oh weia, gerade ihr erstes Beispiel 'Treansistor' geht - auf Deutsch gesagt - mächtig in die Hosen. Der 'Erfinder' hat auf Patenten von Lilienthal (1925) u. a. Patenten aufgebaut, ohne sie zu benennen, er hat sich sozusagen mit fremden Federn geschmückt.

Nach 1945 war das in unglaublichem Maße möglich, da die Sieger 1000 Tonnen Patente mitgehen ließen, ganz abgesehen von den 'freien Kriegsgefangenen' (s. v. Braun). Auch die vor 1945 ins Exil geflüchteten, vor allem deutsch-jüdischen, Emigranten haben Amerikas Fortschritt in Forschung und Entwicklung einen unübersehbaren Schub gegeben.

Und heute? Warum wohl, fordert Deutschland, wenn auch kleinlaut, immer wieder von den USA, die permanente Industriespionage (NSA) bitte, bitte zu unterlassen? Und nie was gehört, wie deutsche Elite-Studenten/Absolventen von Amerika mit vielen Dollars an- bzw. abgeworben worden/werden?

Das hochentwickelte Know-how des Schnellen Brüters durften deutsche Ingenieure nicht weiterentwickeln. Andere Länder schon.

Abermillionen Dollar, so weiß man heute, hat die CIA eingesetzt, um die deutsche Kultur (Literatur, Film, Musik, Philosophie, Malerei), vor allem auch Linke im amerikanischen Sinne des, ich sag's mal so, des Beliebigen zu beeinflussen. Warum 'unterirdisch'? War sich Amerika seiner Größe nicht sicher? Es ging nicht gegen nationalsozialistische Restbestände, sondern gegen die gewachsene Tradition.

@ Martin Lichtmesz
Einige bedeutende Autoren, die Sie anführen, haben sich an und in Europa (Paris, Berlin, Italien) orientiert, sich dort eingerichtet, und erst in Europa durch Übersetzungen Welt-Erfolg gehabt. In diesem Zusammenhang Ezra Pound zu nennen, die ihn existentiell und künstlerisch vernichtet haben, hat Geschmäckle.
Monika
30. Oktober 2015 13:48
"Martin Lichtmesz
Freitag, 30. Oktober 2015, 11:38 (URL) | Kurz-URL
Ach ja? Literarisch einiges: Poe, Faulkner, Thoreau, Whitman, Twain, Mencken, Lovecraft usw. usf.
Emily Dickinson, Henry James, Ezra Pound, T.S. Eliot, Jack London, Thomas Wolfe, Robinson Jeffers, Ernest Hemingway, Raymond Chandler, F. Scott Fitzgerald, Flannery O‘Connor, Tom Wolfe, John Irving, Thomas Pynchon, Cormac MacCarthy…"


Nicht zu vergessen William James, der ältere Bruder von Henry James.
Seine "Vielfalt der religiösen Erfahrung" ist in der Postmoderne immer noch das Buch der Wahl, wenn man der Einfalt der Toleranzreligion und jedweder erfahrungs- und geschichtslosen Gesetzesreligion beikommen will. Aber das ist hier nicht das Thema.

Auch die Phantasien von Friedhelm über ältere Frauen und perverse Akademikerinnen sind voll daneben . Das hat der solide Grundlagenbeitrag von Herrn Menzel nicht verdient, dass ihn perverse Akakomiker nutzen, um sich darzustellen.
Ohne Führerschein
30. Oktober 2015 14:56
@Karin Pfeiffer

Niemand kann in die Zukunft schauen, auch die heutigen Rentner konnten es damals nicht. Ex ante betrachtet ist den heutigen Rentner nur bedingt ein Vorwurf zu machen - es waren einfach andere Zeiten: Vollbeschäftigung, soziale Sicherheit, weitgehend homogene Gesellschaft - alles passé.

Jedoch frage ich mich warum man aus einer Betrachtung ex post partout keine Konsequenzen ziehen will. Es ist evident dass Rentenerhöhungen ein nur schlecht kaschiertes Bestechungsgeld für die ältere Generation sind.

Ich pflege das Ritual des Sonntagsspaziergangs. Was ich dort sehe sind in der überwiegenden Mehrheit nette Häuschen aus der Zeit des Wirtschaftswunders die mal einen neuen Anstrich vertragen könnten, oftmals noch mit obligatorischem Rentner-Benz vor der Tür.

Folgt man der Logik von SPD/Grünen/Linke, gehöre ich zu den sog. "Reichen" - trotzdem sind Häuschen & Benz für mich Lichtjahre entfernt - und ich rede hier nur von den materiellen Aspekten.

In meinem Bekanntenkreis setzt langsam die Zeit ein, in der Eltern pflegebedürftig werden. Bisherige Bilanz: 1 zwangsverkauftes Geschäft & 2 ebensolche Häuser - ~2.500€/Monat wollen finanziert sein. Das war es dann mit dem Erbe - und wehe der Rentner lebt länger als das Finanzpolster reicht - dann wird der Fehlbetrag von den Kindern bis zur Pfändungsgrenze eingetrieben - das ist die Realität und diese Entwicklung wird sich noch verschärfen.

Es geht mir nicht um die Vergangenheit, diese zitiere ich nur um daraus die Grundlage abzuleiten um es in Zukunft besser zu machen. Heutige Rentner tun gerne so als ob sie ganze Ländereien zu vererben hätten - natürlich denken sie so, ist es doch ihr Lebenswerk. Sich einzugestehen dass dies massiv gefährdet ist käme einem Scheitern gleich.

Ich bin es nicht der die Solidarität zwischen den Generationen aufgekündigt hat. Wenn Rentner wirklich dynastisch denken, wie sie oft vorgeben, dann muss das Blut eben dicker sein als die nächste Rentenerhöhung.

Sich von der Politik eins ums andere mal bestechen lassen und dabei noch den dicken Larry raushängen lassen ist an selbstgerecht-verblendeter Hochnäsigkeit kaum zu überbieten. Diese Erfahrung mache ich immer und immer wieder, selten dass zumindest einmal Verständnis für die Situation "der Jungen" aufkommt.

"Jung & kräftig" kann "alt & gebrechlich" nur solange solidarisch stützen wie letztere ersteren nicht andauernd in den Rücken fallen. Das gilt es zu verinnerlichen - auch wenn u.U. mal wieder 60€ mehr im Monat winken.

Hier wird oft so getan als ob ein Volksaufstand organisiert wird, vernetzen solle man sich um eine politische Veränderung herbeiführen, sich einbringen, auch unter Inkaufnahme erheblicher persönlichen Risikien - und das alles während die Altvorderen daheim sitzen, Heute Journal schauen und munter weiter Tante Merkel wählen... logisch erscheint mir das nicht - insbesondere dann nicht, wenn man in Wählerstimmen rechnet. Das sind niedrig hängende Früchte... warum nur will sie keiner pflücken?

Es gilt im Grunde dasselbe wie für die Speckgürtelbewohner, die ja oftmals so furchtbar verständnisvoll bzgl. Ausländern sind - das aber nur solange bis das erste Flüchtlingsheim in der Nachbarschaft die Pforten öffnet. Man muss schon sehr guten Mutes sein hier nicht mit offener Häme zu reagieren.

Da Häme kein Gefühl ist auf das ich stolz bin würde ich mir das gerne ersparen und statt dessen respektvoll auf Augenhöhe kommunizieren - das ist aber aufgrund von Überheblichkeit der Gesprächspartner leider nicht immer möglich.
Langsax
30. Oktober 2015 15:07
@Pit
Grund für dieses Experiment ist die unausgesproche Frage im kollektiven Bewußtsein: spielt Ethnie eine Rolle? Können die Völker einfach gemischt zusammenleben oder nicht?


Man sollte zur Kenntnis nehmen, dass die ethnische Zugehörigkeit ein Teil unseres ICHs ist. Das ist angeboren! (nachzulesen in jedem Lehrbuch der Humanethologie).
Völker (=Nationen) sind Solidargemeinschaften. Nationenbildung war nicht das Werk von irgendwelchen "Nationalisten", sondern die Antwort der Evolution auf die Massengesellschaften! Das ist unter Humanethologen und Evolutionsbiologen unbestritten.

Noch etwas: Fremdenfurcht (Xenophobie) ist angeboren! Zu Fremdenhass muß erzogen werden.

Deweiteren sollte man in Bezug auf die gegenwärtige Masseneinwanderung noch bitte dieses zur Kenntnis nehmen:


Daraus ergibt sich folgendes Bild: Die Masseneinwanderung führt zu massivem IQ-Verlust in Deutschland und damit zum Verlust unseres materiellen Wohlstands. Die Wirtschaft wird in einigen Jahrzehnten (~ 30 bis 50 Jahre) so wie heute in Nordafrika/Nahen Osten dastehen.
Die Masseneinwanderung führt zur Verdrängung des deutschen Volkes. Uns wird es so gehen, wie den Neandertalern, den Indianern, ursprünglichen Hawaiianern u.a. verdrängten Völkern. Völkermord durch Verdrängung nennt so etwas sogar die UNO.

Die heutige Politik in Deutschland ist nicht nur größenwahnsinnig, sondern auch verbrecherisch!
Sascha
30. Oktober 2015 15:26
Die Idee, dass man irgendwelche Zuwanderer brauche, ist ökonomisch gesehen vollkommener Quatsch. Wenn wir weniger Nachkommen haben, ist das ja genau das, was langfristig notwendig ist, wenn die Bevölkerung konstant bleiben soll, denn solch ein Bevölkerungswachstum wie es die letzten paar hundert Jahre stattfand muss ja irgendwann zur Katastrophe führen. Wenn unser Leben dank Medizin länger wird, wird natürlich auch die Zeit, in der wir arbeiten können, länger. Ganz abgesehen davon, dass die Rolle körperlich schwerer Arbeit sowieso abnimmt, und damit eben auch das, wo junge, starke Leute besser sind.

Klar, das Rentenalter muss dann erhöht werden. (Wobei sowieso die Frage ist, ob man denn ein gleiches Rentenalter für alle braucht. Viel sinnvoller wäre beispielsweise folgendes System: Jeder zahlt jederzeit eine Summe in einen Rentenfond ein, und bekommt dann, mit einer Rentenformel, die von seinem aktuellen Alter abhängt, eine Sofortrente bis ans Lebensende. Wer älter ist, wird weniger arbeiten, und der Anteil der schon erarbeiteten Rente wird steigen. Wann er dann endgültig aufhört zu arbeiten, entscheidet er selbst.) Nur, als die Rente mal eingeführt wurde, war es eher Ausnahme als Regel, dass man sie überhaupt erreichte, und wenn die Leute heute älter und im Alter gesünder sind, ist es völlig natürlich, wenn das Rentenalter auch erhöht wird, und die Rente für die da ist, die wirklich aus Altersgründen nicht mehr arbeiten können. Und solange es darauf reduziert wird, kann es gar nicht zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem werden.
Stil-Blüte
30. Oktober 2015 16:46
@ Monika und @ Friedhelm
...die Phantasien von Friedhelm über ältere Frauen und perverse Akademikerinnen sind voll daneben.

Diese unglücklichen Formulierungen beweisen nichts oder, besser gesagt nur, daß nicht alles, was in Gottes weiter Erde zwischen Mann und Frau passiert, mit reflektierender Sprache zu erfassen ist.

Wer aber mit offenem Auge, mit offenem Ohr, mit eigenen Erfahrungen aufzuwarten hat, wird Differenzen und Affinitäten nicht nur zwischen Mann und Frau, sondern auch noch zwischen Kulturen wahrnehmen, begrüßen oder fürchten.

Wer wollte denn bestreiten, daß 'allein-stehende' ältere Damen wenig Möglichkeiten haben, wieder einen Partner zu finden, während in Vorzeiten eine ganz normale Gesinnung und Gesittung bestand, sich innerhalb des Freundes- bzw. Verwandtenkreises nach Trennungen, Tod oder Scheidung, wieder zusammenzutun.

Die Verlockung für Frauen, die lange allein gelebt haben, den einschmeichelnden Verlockungen Fremder als Versprechen für's Leben zu folgen, ist nicht gering zu schätzen. Das Aufwachen, weil der Mann nur eine Aufenthaltsberechtigung wollte oder weil eine Frau ein Kind haben wollte, um eben diese Aufenthaltsberechtigung zu erwirken, indem sie dem einsamen deutschen Mann Leidenschaft gegeben hat, ist tragisch.
waldgänger
30. Oktober 2015 17:25
Die Amerikaner hängen wirklich in erheblichen Teilen dem "Traum" (Alptraum !) von der beliebigen Formbarkeit des Menschen an.
Das Kind als tabula rasa, dem praktisch alles beigebracht oder andressiert werden kann. Der Behaviorismus und pädagogische Psychologen wie J.S. Bruner lassen grüßen.

Sie glauben auch tatsächlich an die allgemein Verbreitung jenes Willens zum wirtschaftlichen Aufstieg, den die nach Amerika auswandernden Europäer und Asiaten oft mitbrachten.
Stichworte: "protestantische Ethik" und "konfuzianische Leistungs- und Bildungsbereitschaft".

Dass die nach Mittelamerika eingewanderten katholischen Spanier aber sehr viel weniger auf die Beine gestellt haben, dürfte selbst für US-Amerikaner nicht ganz zu übersehen sein. Eines der besten Beispiele dafür, dass es eben nicht egal ist, wer einwandert!

Wie wenig die Amerikaner jedoch in der Lage sind, das Denken und Verhalten von andersartigen Kulturen zu verstehen und wie sie immer wieder auf die Nase fallen, das zeigt ja ihr regelmäßiges Scheitern auf bestimmten Feldern der Außenpolitik, z.B. Afghanistan, Irak.

Den Amerikanern fehlt in erschreckend hohem Maße die Empathie für andere Kulturen. Sie kennen nur sich selbst und die eigene gierig-materialistische Sicht der Welt innerhalb einer atomisierten Gesellschaft.

Bezeichnend auch die Art, wie das "Streben nach Glück" (Pursuit of Happyness) von ihnen verstanden wird - nämlich als materieller Wohlstand durch eigene Anstrengung (im Gegensatz zum Wohlstand gemäß dem sozialen Stand, wie es in der europäischen Ständegesellschaft um 1800 noch der Fall war.)
Dass manche Leute eben so etwas gar nicht anstreben und z.B. lieber nach Mekka pilgern oder sich wegen archaischer Ehrbegriffe die Köpfe einschlagen, das verstehen sie einfach nicht.

Und nur deshalb können sie und die von ihnen Umerzogenen auch auf die Idee kommen, dass die zahllosen nach Europa flutenden Angehörigen völlig fremdartiger und meist archaischer Kulturen mit Erfolg zu formen und zu bilden seien.
Das wird ebenso wenig klappen wie der Demokratieexport nach Afghanistan!
Desprecio
30. Oktober 2015 19:31
@ "Friedhelm"

"Vielleicht gibt es einige perverse Akademeikerinnen, die ordentlich
von einem .....................................
Wahrscheinlich wittern eher die älteren Frauen ein Chance ............."

Ich habe an dieser Stelle in diesem Zusammenhang vor Wochen be-
reits auf die bekannte italienische Journalistin und Schriftstellerin
Oriani Fallaci hingewiesen, die in ihrem Buch "Die Wut und der Stolz"
(2002)sich u.a. darüber lustig machte, "daß gerade emanzipierte Frau-
en der westlichen Welt sich angesichts der menschenunwürdigen Be-
handlunge der Frauen in islamischen Ländern sich eigenartig (mit ihrer
Kritik am Islam) zurückhalten".
Provokant fragt sie , ob sich besagte Damen womöglich lieber mit
dem Gedanken daran beschäftigen, was sich wohl unter dem Kaftan
der bärtigen Gotteskrieger verbergen mag.
Böe, böse - aber ob da am Ende etwas dran ist ?
Magnus Göller
30. Oktober 2015 19:39
"Im März forderte die Bertelsmann-Stiftung, wir bräuchten bis 2050 jährlich bis zu 500.000 Einwanderer von außerhalb Europas, damit wir unseren Wohlstand bewahren könnten. Nur weil die Bundesregierung ernsthaft von der Notwendigkeit dessen überzeugt ist, ließ sie den Asylansturm zu und verlor letztendlich die Kontrolle darüber."

"Nur weil die Bundesregierung ernsthaft von der Notwendigkeit dessen überzeugt ist..." : Soll das Ihr Ernst sein, Herr Menzel?

DAS glauben Sie?

Im Ernst?
Magnus Göller
30. Oktober 2015 20:11
Es ist schier unglaublich.

Nun wird hier behauptet, die Bundesregierung sei nur - ganz naiv und damit unschuldig - in das Asylchaos hineingeschlittert, weil sie der Bertelsmann-Stiftung geglaubt habe.

In der FAZ hieß es, Merkel regiere leider zu sehr mit dem Herzen (für die Scheinflüchtlinge) statt mit dem Verstand.

Die: Hat die überhaupt ein Herz?

Für Deutsche jedenfalls keines.

Dort wie hier werden die Banditen in Berlin auf schrägste Art entschuldigt.

Sie wüssten es nur nicht besser, die Armen.

Um die FAZ ist es mir nicht schade.

Hier aber bekomme ich Zweifel.

Andreas Walter
30. Oktober 2015 22:54
Peter Sloterdijk bleibt auch an der Oberfläche, falls folgende Rezeptionen aus Wikipedia seines Werkes dem allgemeinen Konsens entsprechen:

"Während die Religion des Judentums auf das eigene Volk begrenzt blieb, modifizierte das Christentum mit seiner apostolischen Botschaft auch vorhandene Naturreligionen und bezog sie in ihren universalen Verkündigungsgehalt mit ein. Der Islam verschärfte den offensiven Universalismus zum militärisch-politischen Expansionsmodus."

"Für das Judentum wurde ein souveränistischer Separatismus mit defensiven Zügen prägend, für das Christentum die Expansion durch Mission und für den Islam der Heilige Krieg."

Welches Judentum, welcher Islam, welche Naturreligion und welches Christentum? Zudem sind da noch zwei weitere "Supermächte" und Millionen, wenn nicht Milliarden Materialisten und auch unterschiedliche Kommunisten.

Alles also nur Ausreden, es geht und ging immer nur um Blut und Boden, meine Sippe, deine Sippe, dein Land, mein Land (Modern: Zugriff auf Ressourcen).

Ergo: Der der hat bereitet seine Flucht rechtzeitig vor und wer nicht hat muss kämpfen. Beziehungsweise hängt das auch mit der Art der Werte zu tun, die man sein Eigen nennt. Sind sie beweglich, transportabel, mobil, oder fest, unbeweglich und immobil, oder womöglich sogar "rein" geistiger Natur.

Hast du: Geld, Gold, ein sorgenfreies Leben?

Oder bist du: klug, clever u/o kreativ?

Oder musst du: jeden Tag kämpfen, am Arbeitsplatz, auf der Straße, im Krieg?

Was willst du, was macht dir Freude, was bist du gewohnt, was haben dir deine Eltern vorgelebt, beigebracht? Willst du so bleiben? Willst du dich verändern?

Kannst du dich ändern? Ja, du, nicht die Anderen. Dann tu es. Nach bestem Wissen und Gewissen. Denn nur Gott ist vollkommen, du aber bist ein Mensch.

Nur Selbstherrliche, Verblendete und Narzissten heucheln und verordnen Moral, Schuld und Anstand, Bescheidenheit und Zurückhaltung. Am liebsten Anderen. Bedienen sich der Täuschung und Lüge, der Intrige und Verwirrung um andere zu blenden. Ein wahrer Mann jedoch ist Philosoph und Krieger zugleich, ein Meister des Zen und der Kampfkunst, der Liebe und des Humors.

https://www.youtube.com/watch?v=eZhLCD4aTrY

Hahaha, Großinquisitor und Moralapostel zugleich. Ach die ist das, Anja Reschke.

Nein, Anja. Als die Alliierten kamen rauchten nirgendwo mehr Schornsteine. Dein Geschichtswissen ist wirklich erbärmlich.

Aber erklär' mir mal, Engelchen, warum schaust du dir solche Filme überhaupt an, wenn du danach nicht schlafen kannst? Bist du eine Masochistin? Oder machst du das beruflich? Denn dann kann ich dich beruhigen. Ich analysiere solche Filme regelmässig, habe mir manche sogar schon mehrmals angesehen, mit und ohne Ton, spule vor und zurück, und schaue mir alles ganz genau an. Mit der Zeit kennt man alle Szenen, alle Filmemacher, alle Auftraggeber, alle Regisseure, ja selbst die Kameramänner und die Darbietungsorte und es gibt irgendwann nichts mehr, was einen noch überraschen oder schockieren kann. Ganz im Gegenteil. Dann wird es für einen investigativen Journalisten überhaupt erst interessant. Wenn man sogar anfängt Dinge zu entdecken, von denen noch nie jemand öffentlich gesprochen hat. Nicht einmal die etablierten Historiker und auch noch keiner der unterdrückten und verfolgten Revisionisten.

Wenn du Geheimnisse entdeckst, die noch keiner vor dir entdeckt hat, und für die du auch noch die Beweise hast. Dann lachst du und weinst du zugleich.
Gustav Grambauer
30. Oktober 2015 23:41
"Die Amerikaner und die zu Amerikanern gewordenen Migranten haben zur Kultur der letzten 100 Jahre wirklich nichts beigetragen."

Na, sie haben Halloween erst zu dem gemacht was es heute ist. Es geht schon los, die Dorfjugend kratzt schon am Stall wie das Vieh vor Gewitter. Die ersten zwei haben bereits die Auspuff-Enden an ihren Amslers abgeschraubt, der Fußgänger-Tunnel ist schon mit frischer "Kunst" "verziert" worden, jetzt stehen sie auf Turkey an der Ecke, was aber nur die Einstimmung auf den eigentlichen Kick ist. "Wil s`lauft öppis, jetz` gahts ab."

Aber wer tolerant ist, wird sich nicht von zwei Versen bis auf`s Blut reizen lassen:

https://www.youtube.com/watch?v=f4nMh0J4Mf0

- G. G.
Hugo
30. Oktober 2015 23:49
Erich Honecker hat einmal gesagt: "Die Flüchtlinge, in ihrem Lauf, hält weder Gauck noch Merkel auf!" Recht hat er.
Wir sind die Indianer von morgen. Auf der Zunge zergehen lassen. Spanier, Franzosen, Iren usw. kommen und die Menschenopfer, die wir auf den Spitzen unserer Pyramiden darbrachten, sind in wenigen hundert Jahren vergeben und vergessen. Wir dann auch. Schwamm drüber.
Dabei hätte es am Anfang wohl genügt, Herrn Cortez mal die Spitze besagter Pyramide etwas näherzubringen. Tja.
Alle großen Niederlagen lassen sich letztlich mit zwei Worten zusammenfassen:
ZU SPÄT.
ingres
31. Oktober 2015 00:00
„Nur weil die Bundesregierung ernsthaft von der Notwendigkeit dessen überzeugt ist…“ : Soll das Ihr Ernst sein, Herr Menzel?
DAS glauben Sie?
Im Ernst?

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Vor einigen Tagen hätte ich eine solche Vorstellung auch noch für Unsinn gehalten. Aber wenn man kann zwar die Äußerung des Präsidenten der sog. "Agentur für .. " oder von Industriellen lediglich als der nachträglichen Rechtfertigung einer aus dem Ruder gelaufenen Wanderungsbewegung ansehen. Aber es kann gleichzeitig darin auch zum Ausdruck kommen, dass man die Gelegenheit als günstig erachtet die Dinge im Sinne der weiteren effizienten "Kapitalverwertung" zu richten. Ich blicke da zwar nicht durch wie diese skrupellosen sog. Eliten sich das im Gesamtpaket vorstellen. Aber 1933 sind sie am Ende auch ähnlich gescheitert.

Ich vermute seit einiger Zeit, dass diese sog Elite in einer eigenen Welt lebt, in der eben lediglich die Zahlen und eben das Wachstum zählen. Das heißt die sind nichts verpflichtet als eben Wachstum und der Erfüllung der Zahlen. Das sieht man ja z. B. daran, dass sie keinerlei gesellschaftliche Verantwortung tragen, obwohl sie als führende Personen eigentlich natürlicherweise dazu verpflichtet wären. So haben sie z. B. stillschweigend den Atomausstieg hingenommen und tragen den Wahn der erneuerbaren Energien mit. D. h. sie mischen sich zwar politisch nicht ein, aber versuchen ansonsten Wachstum zu erreichen. Das ist auch grundsätzlich nicht irrational, das ist das Prinzip von Adam Smith, dass der größtmögliche Nutzen entsteht, wenn jeder seinen eigen größtmöglichen Nutzen zu erzielen versucht. Und der größtmögliche Erfolg sind für die Manager halt die Zahlen und de Aktienkurs. Und da glauben sie momentan anscheinend, dass das Wachstum eben nur durch Zustrom aufrecht zu erhalten ist.

Einerseits muß ich zwar der These widersprechen, dass das Hurra für die Flüchtlinge der "protestantischen Ethik" geschuldet ist. Aber Herr Menzel könnte richtig damit liegen, dass man den Zustrom als notwendig für die Aufrechterhaltung von Unternehmenszielen erachtet. Und was wäre daran so außergewöhnlich. 1933 sollen die Industriellen doch auch mit der Führung paktiert haben. So habe ich es jedenfalls immer gehört, aber ich kenn mich da nicht tiefer aus. Allerdings weiß ich dass es Zwangsarbeiter gab. Und auch wenn ich es ablehne dieses Fakt im Schuldkult zu bewerben, war es charakterlich nicht in Ordnung. Und heute gibt es halt vom Charakter her dieselben Menschen wei damals. Das war übrigens zeitlebens meine Befürchtung dafür, dass sich 1933 irgendwie unter entsprechen Bedingungen halt wiederholen könnte. Wie es sich wieder ereignen würde, dafür hat meine Phantasie nicht ausgereicht. Aber nun wissen wir es. Wir isn dlive dabei!
Tobias
31. Oktober 2015 02:14
Die Argumentation Menzels erscheint mir nicht stringent und vermittelt im übrigen den Eindruck, einzig aus dem Anlass verfasst worden zu sein, die Klickzahlen einer anderen Internetseite (seiner eigenen) zu erhöhen.

Wie @fritz bereits bemerkt hat, zielt Webers Analyse nicht etwa auf Europa, sondern auf die speziellen Bedingungen in Nordamerika. Persönlicher wirtschaftlicher Erfolg galt hier als Ausweis dafür, dass man von Gott prädestiniert worden ist.

Indem sie erfolgreich waren, wollten die nordamerikanischen Kapitalisten gewissermaßen Gott überlisten... und aus ihren Unternehmungen als PRÄDESTINIERTE hervorgehen. Gott ist mit mir - spricht nicht alles dafür?

Im Übrigen: Bitte! Herr Menzel (und z.B. auch Herr Sellner) lassen Sie das Namedropping. Wenn die Rechte etwas zu sagen hat, dann sollte sie es selbst sagen.
Michael Schlenger
31. Oktober 2015 02:32
An Friedhelm:
Sie scheinen Kultur und Stand der Technik zu verwechseln.

Dank Internet schneller vergriffene Bücher aufspüren zu können, heißt nicht, auch bedeutende Gedanken in Buchform bringen zu können. Dank deutscher Starthilfe auf den Mond geflogen zu sein, heißt noch nicht, ein Gedicht über den Aufgang des Mondes verfassen zu können (wobei der Start einer Saturn V-Rakete auch deshalb so ergreifend ist, weil solches heute niemand mehr in den USA zuwegebrächte).

Klar: Steinbeck und Co. haben großartige Literatur verfasst, mag ich auch. Aber welchen eigenen, neuen, fruchtbaren Gedanken haben sie der Menschheit geschenkt? Etwas vom verstörenden Rang eines Lukrez (De Rerum Natura)?

Gewiss: Quellen des raschen Rausches gab und gibt es zahlreiche auf der anderen Seite des Atlantiks. Aber Dinge, die uns innehalten und nachhaltig unserer Begrenztheit gewahr werden lassen, die finde ich bereits zur Genüge im alten Europa. Warum also der amerikanischen Zivilisation huldigen?

Nennen Sie mir eine kulturell fruchtbare Idee, die wir Amerika zu verdanken haben.
Thomas Wagner
31. Oktober 2015 02:44
@ingres

"Warum auch die Schweden das mitmachen ohne speziellen Schuldkult? Nun die sind halt das sozialistisch gepraegte Volksheim".

Koennen Sie einmal erklaeren, was die ideologisch erhoehte Verherrlichung von Massenzuwanderung mit Sozialismus zu tun hat? Die mir bekannten, sich sozialistisch nennenden Staaten, hatten dies jedenfalls nicht in ihrem ideologischen Repertoire.
Der_Jürgen
31. Oktober 2015 08:09
Hat die Bertelsmann-Stiftung wirklich die Einwanderung von 500.000 Nichteuropäern verlangt? Da in der Führung dieser Stiftung wohl nicht lauter wirtschaftliche Analphabeten sitzen, müssten die Herrschaften doch wissen, dass die grosse Mehrzahl der afrikanischen und orientalischen Immigranten nicht nach Deutschland kommt, um zu arbeiten. Das Zeichen an der Wand sind Statistiken aus Dänemark, laut denen z. B. 69 % der eingewanderten Somalis noch nach einem Jahrzehnt von der Sozialhilfe leben. (Quelle kann auf Wunsch geliefert werden.)

Wenn die Wirtschaft billige Arbeitskräfte als Lohndrücker will, bieten sich als solche z. B. Ukrainer oder Rumänen (ethnische Rumänen, keine Zigeuner) an.

Die Vorstellung, die Bundesregierung könnte bei ihrer Politik der offenen Grenzen den Einflüsterungen der deutschen Wirtschaft erlegen sein, scheint mir aus diesen Gründen ausserordentlich naiv. Diesen Standpunkt vertrat z. B. auf Elsässers Blog mit beispielloser Penetranz der inzwischen gesperrte Marxist "Schnehen". In dieselbe Kerbe haut ein Mann, der einen eigenen Blog unterhält und sich "Ki11erbee" nennt.

Ich würde sehr hoch wetten, dass das Merkel-Gabriel-Regime seine Ratschläge (oder besser gesagt Anweisungen) nicht von Bertelsmann und Co., sondern von ganz anderen Leuten empfängt, die an der amerikanischen Ostküste zu suchen sind. Bei allem Respekt vor Felix Menzel und seinem Wissen kann ich also, wie @Magnus Göller, nur
ausrufen: "Soll das Ihr Ernst sein, Herr Menzel? DAS glauben Sie? Im Ernst?"
t.gygax
31. Oktober 2015 10:10
Literatur aus Amerika, zu Martin Lichtmesz Aufzählung:
Hemingway? Am 29.8.1949 schrieb dieser Mann an seinen Verleger Charles Scribner detailliert, wie er deutsche Kriegsgefangene verhörte und dann ermordete. " Einmal habe ich einen besonders frechen SS-Kraut umgelegt..." das ganze widerliche Zitat findet sich im Focus Nr.39 aus dem Jahr 2006. ( und ist im Netz vielfältig zu finden).
Ezra Pound? Die Verteidiger vn Freiheit und Demokratie sperrten den Lyriker und Sanskrit-Übersetzer in Italien erst in einen offenen Käfig (!), dann schafften sie ihn über ein Jahrzehnt in eine Psychiatrie. Soviel zu Amerikas Beitrag zur Literatur im Allgemeinen und Besonderen.......
Leute wie Poe etc. waren übrigens europäisch sozialisiert, denn deren düstere Visionen haben literarische Vorbilder, vor allem aus Deutschland, etwas , was man gemeinhin die Nachtseite der Romantik nennt.
Karl Blomquist
31. Oktober 2015 10:49
Aufbauen (konstruieren) kann das VSA-Imperium offensichtlich nichts mehr

Der oligarchische Staat ohne Volk VSA versinkt in permanenten gigantischen Defiziten. Die VSA haben den Ausweg gewählt, als ein Imperium des Chaos andere Länder, mögliche Konkurrenten, unbotmäßige Rohstofflieferanten, zu zerstören, um dann über das Chaos herrschen zu können. Der Höhepunkt dieser Strategie der Herrschaft durch Zerstörung ist nun, dass die VSA nun sogar ihre eigenen europäischen Kolonien, v.a. die wirtschaftlich stärkste Kolonie die BRD, per Flutung mit Mohammedanern in Brand setzen, damit diese sich nicht mehr auf eigene Beine stellen können sollen und mit China und Russland einen Wirtschaftsgroßraum schaffen (konstruieren). Das Ziel der VSA ist es dabei, noch eine Zeitlang die Oberhand zu behalten.

Nicht von ungefähr ist der Kulturmarxismus die Ideologie der VSA-Oligarchie, dessen Schlüsselwort „Dekonstruieren“ heißt, was nichts anderes als ein aufgeblasenes Fremdwort für „Kaputtmachen“ ist. Dieser Geist ist Verneinung und wurde bereits von Goethe benannt.
Mephistopheles:
"Ich bin der Geist, der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,
Ist wert, daß es zugrunde geht;
Drum besser wär's, daß nichts entstünde.
So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz das Böse nennt,
Mein eigentliches Element."
Desprecio
31. Oktober 2015 12:06
@ "Magnus Göller"

"Soll das Ihr Ernst sein, Herr Menzel ?

Vielen Dank !

Es war sehr wichtig, daß diese Frage an Herrn Menzel gestellt
wurde.
JensN.
31. Oktober 2015 16:53
@Menzel @Kubitschek und alle anderen


Sucht mal auf Google den Bericht:

"FLÜCHTLINGE in Spielfeld durchbrechen Sperre"

Das haben wir Merkel und ihrer gesamten Regierungsmischpoke zu verdanken. Seht euch die Bilder an. Der Vorhof zur Hölle. Wir stehen bald am Vorabend eines Bürgerkrieges. Und wir alle wissen, wem wir das zu verdanken haben. Mehr muss dazu nicht gesagt werden. Besser, wenn das Video auch hier verlinkt werden würde.

Merkel: Es gibt keine Obergrenze! Diese Aussage hat immernoch Gültigkeit. Ganz Europa wird dadurch in Mitleidenschaft genommen. Schande über all die, die den jetzigen Machthabern in Berlin hinterher gelaufen sind.!
Martin Lichtmesz
31. Oktober 2015 18:16
Hemingway? Am 29.8.1949 schrieb dieser Mann an seinen Verleger Charles Scribner detailliert, wie er deutsche Kriegsgefangene verhörte und dann ermordete. “ Einmal habe ich einen besonders frechen SS-Kraut umgelegt…“ das ganze widerliche Zitat findet sich im Focus Nr.39 aus dem Jahr 2006. ( und ist im Netz vielfältig zu finden).

Na und? Mit seinem Werk hat das nichts zu tun. Die Literaturgeschichte ist voll mit talentierten Kanaillen. Hemingway hat sich übrigens sehr entschieden für die Befreiung und Amnestie von Ezra Pound eingesetzt.
enickmar
31. Oktober 2015 21:31
DAS glauben Sie?
Im Ernst?


Zwei weit überdurchschnittlich kluge Köpfe haben mal sehr Grundlegendes zum Thema geschrieben. Beides wurde in einem einzigen Heftchen in der richtigen Reihenfolge abgedruckt:

Soft power – sanfte, flexible, subtile Macht
Karlheinz Weißmann

Handlungsanleitung für Putschisten
Manfred Kleine-Hartlage

Ich bin immer wieder davon beeindruckt, was für brilliante Artikel, in der Sezession offenbar geradezu schlummern.

Rechts unten in der Seitenleiste kann man (fast) alle alten Ausgaben als PDF runterladen.

Immer mal wieder reingucken. Es lohnt sich.

Ansonsten finde ich Felix These von der volkstümlich mentalitätsbedingten Akzeptanz der „unternehmerischen Herausforderung“ Masseneinwanderung sehr interessant und schlüssig. Darüber, welche Rolle der Protestantismus dabei spielt, kann man allerdings streiten.
Götz Kubitschek
31. Oktober 2015 22:11
feierabend.
dank an alle.
kubitschek

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