23. November 2015

Das war's. Diesmal mit: Multilingualem Gebet, Deutschlandlied im Unterricht, Asylanten in Schnellroda

von Ellen Kositza / 41 Kommentare

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

19. November 2015

Zum Punktspiel am Wochenende hatten sie in der Sporthalle die Terminzettel vom Whiteboard abgenommen und stattdessen alle Sportler & Zuschauer in großen Lettern aufgefordert: PRAY FOR PARIS! Die Tochter war aufgewühlt:



„Meines Wissens sind alle hier Atheisten. Und, ha, wenn, dann beten die doch nicht auf englisch! Was soll das? Aber jetzt werden sie alle halb ohnmächtig und weinen dreisprachig, vor allem aber darüber, daß nun die sogenannten Rechten daraus ihr Süppchen kochen. Dabei hätte das alles doch gar nichts mit dem Islam zu tun, dieser Verdacht sei ja das eigentlich Schlimme! In Wahrheit läge der Skandal darin, daß wir diese Leute nicht hätten partizipieren lassen. Ich mein: die Terroristen erschießen Leute und brüllen Allah ist groß, aber nee, schon klar, verrückte Einzelfälle, Täter, die rein gar nichts mit dem Islam zu tun haben. Regt mich so auf! Beten, logisch - aber jetzt, und zwar nur jetzt, kommen die mir so - ! Mit beten!“ Als ich heute die Tochter zum Training fuhr, waren die Terminzettel noch nicht wieder aufgehängt. Es stand dort: „PRAY FOR PARIS Hilton!“

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20. November 2015

(Andere) Tochter: „Heute haben wir im Unterricht das Deutschlandlied gehört. Also alle drei Strophen, zur Aufklärung. Kam echt der Rektor rein und meinte: ‚Ah, gut, kommt also nicht von der Straße, sondern im geschützten Raum, ich bin beruhigt.´“ -

„Und dann? Hat der Lehrer euch bestimmt erklärt, daß die erste und zweite Strophe verboten seien, oder?“ - „Nein, aber er hat gesagt, wenn wir je irgendwo die erste oder zweite Strophe hören sollten, dann gäbe er uns den dringenden Rat, die Beine in die Hand zu nehmen und schnell das Weite zu suchen. Hat er sehr ernst gemeint.“-

„Hm. Weil ihr euch dann mit nationalistischem Geist infizieren könntet, oder was?“ –

„Nein! Er sagte, dann sei die Gefahr groß, daß man aus diesem Umfeld Prügel kriegt und daß es richtig gefährlich wird.“

Wirklich: hm. Stelle mir vor, da sitzen so fiese, notorische gewalttätige Kameradschaftler zusammen - und brummen voll Ingrimm, Gewaltlust und mit „Wut im Bauch“: das Deutschlandlied… Der Lehrer muß ein krasser Innenseiter sein.

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21. November 2015
Zum Katzenthema hab ich hier schon ein paarmal geschrieben. In unserer Familie haben wir Katzenskeptiker und Katzenfreunde, 5:4. Wir haben etwa acht bis zehn Streuner in Stall, Scheune und Garten, die sich von Mäusen ernähren und von uns unbeachtet bleiben. Eine kleine weiße beherbergen wir als echte Asylantin. Sie wurde als minikleines Kätzchen von der Achtjährigen ins Haus getragen, wir hielten sie für eine zwar häßliche, doch bemitleidenswerte Riesenechse. Die Tierärztin beschied uns damals, daß man „einen solchen Zustand“ kaum durchkriegen würde. Wir haben weder Kosten noch Mühen gescheut und aus der Echse ein äußerst possierliches Katzentierchen gemacht.

Leider hat sie allen Freunden weitergesagt, daß hier Leute mit Herz für Katzen wohnen. Und nun hat sich mit zunehmender Kälte die Situation verschärft. Die Stallkatzen drängen ins Haus. Unsere Balkontür war mal rot, die Farbe wurde in den letzten Tagen völlig abgekratzt von den Kumpels unserer Weißen. Manchmal hängen sie paarweise an den Sprossen des Fensterteils der Tür und begehren Einlaß! Alle wollen rein. Bei jedem Öffnen einer unserer Türen (Fenster im Erdgeschoß können nicht mal gekippt werden) dringen die Invasoren ein, sie lauern schon. Nein, wir füttern nicht an.

Uns Katzenfreunden ist es etwas lästig, dauernd eingedrungene Frierkatzen (und: ihre Hinterlassenschaften) aus dem Haus zu entfernen. Die Katzenhasser der Familie hingegen toben! (Man muß auch wissen, daß bereits drei junge und sehr süße Kaninchen den hungrigen Streunern zum Opfer gefallen sind. Daß jüngst die von Kinderhand gemolkene, zentrifugierte und gestampfte Ziegenbutter von kätzischen Kücheninvasoren vertilgt wurde.)

Die härteste Katzengegnerin & zugleich scharfzüngigste Tochter setzte heute zu einer großen Wutrede an: „ Mama, das ist sowas von inkonsequent! Denk e i n m a l darüber nach! Das ist so unlogisch! Du läufst bei Pegida mit, und dann sowas! Wie naiv kann man sein??“ -

„Also hör mal: Da war eine arme, bemitleidenswerte, halbtote Kreatur. Der mußte ich mich annehmen. Alles andere wäre barbarisch gewesen. Ein klassischer Einzelfall. Wir müssen jetzt einfach drauf achten, daß die Türen und Fenster geschlossen bleiben.“ –

„Arme Kreaturen [mit höhnischer Stimme gesprochen] sind die doch alle. Die fühlen sich voll im Recht. Das spricht sich rum unter denen, im ganzen Dorf. Mama, das ist das Krokodilsyndrom, du begreifst es nur nicht: Du reichst den kleinen Finger und, schwupp, greifen sie nach der ganzen Hand! Wie ich das hasse, daß die dutzendfach lauern, sobald ich nach draußen gehe. Guck denen mal in die Augen: Gier! Nach meiner Ansicht bist Du ein Gutmensch!“

Sie übertreibt immer so.

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22. November

Karen Krüger schreibt in der FAS über ein seit Jahren im Netz kursierendes Handbuch der islamistischen Welteroberung. Ein ehemaliger Chefdenker von Al Qaida habe es verfaßt, und Terrorismusexperten seien davon überzeugt, daß die Führung des IS sich daran orientiere.
„Es ist ein Manifest der islamistischen Welteroberung, die mit „unzähligen kleinen Operationen“ erreicht werden soll. Die Gewalt soll zu Unsicherheit und zum Kollaps der Ordnung führen, die Menschen sollen das Gefühl bekommen, der Tod sei „immer nur einen Herzschlag entfernt“. (…) Oft ist in diesen Tagen die Rede davon, die Anhänger des IS seien nihilistische Verbrecher. Das greift zu kurz. Die Bereitschaft, systematisch Menschenleben auszulöschen, erfordert tiefe moralische Überzeugungen.“

Für Krüger ist der IS die „dynamischste Jugendbewegung der Gegenwart.“ Es sei eben „weitaus spannender, ein gefährlicher Krieger, ein Mujaheddin, zu sein, als ein rechtschaffener junger Erwachsener, der, wie man das heute eben so macht, aufgeklärt über Klimawandel, Flüchtlingskrise und Konsumterror spricht und sich mit Bio-Brot und Yogakurs auf Ich-bezogene Sinnsuche begibt. Wer hingegen beim IS mitmacht, ist Avantgarde. Und engagiert sich bei einem globalen Projekt, das sich als progressiv versteht.“

Natürlich spricht nichts dafür, daß Karen Krüger dieses kultige „Jugendprojekt IS“ gutheißt. Sie schildert nur und weist auf Plausibilitäten hin. Ist sie schockiert von diesem Trend? Als Leser merkt man es nicht.
Eine völlig schockierte, ja empörte Karen Krüger hingegen äußerte sich eine knappe Woche zuvor in der FAZ.
Sie beschreibt dort den schweren Gang eines Herren, der in Dresden am 9. November einen (seinen Paten-) Stolperstein polieren wollte.
“Neben ihm marschieren die Anhänger von Pegida. Was er über sich ergehen lassen muss, ist furchtbar.“

„Furchtbar“, ein Wort, das wie sämtliche seiner Synonyme in Krügers IS-als-Jugendkult-Artikel fehlt. Was also ist dem Stolpersteinpaten passiert? Eine Frau habe gelacht, eine andere eine wegwerfende Handbewegung gemacht. Ein Mann (dies der krasseste Vorfall des Abends) habe gebrüllt: „ An die ermordeten Kommunisten wird auch nicht erinnert!“. Avantgarde wie der IS: sicher nicht.

Was ist noch „ergangen“, in Dresden? Naja, das war’s schon.

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (41)

Gerd-Jürgen Scholz
23. November 2015 22:39
Liebe Frau Kositza, Ihre Impressionen lese ich gern! Aber wir haben auf unserem großen Anwesen überhaupt keine Katzen - dafür sieben brave Hunde.

Kositza: Als Katzen- u n d Hundefreund (u n d Freund der natürlichen Ordnung der Dinge...) find ich das natürlich sympathisch, will aber nachfragen: Mit Mäusen geben die sich nicht zufrieden, oder? Die vertilgen mehr als unsere menschliche Brut es tut, stimmt´s?
Ostler
23. November 2015 23:58
Krüger, 40, aufgewachsen in Istanbul (u. noch in B.-W.), Abitur in Istanbul, liiert mit?, Kinder?
Ich gebe zu, ich schreibe diese Zeilen voller Wut. Da ist es schon wieder, die Faszination, die das BÖSE auf bestimmte Menschen ausübt. Ähnliches ist auch bei vielen NS-Forschern festzustellen.
"Der IS ist die dynamischste Jugendbewegung der Gegenwart." Diese Feststellung Krügers muss man sich auf der Zunge vergehen lassen, vor allem, wenn man bedenkt, dass der Begriff "Jugendbewegung" im deutschen Sprachraum sehr positiv/positiv konnotiert wird. Dieser Satz hätte allein: "Der IS ist die dynamischste Mörderbande der Gegenwart" lauten dürfen!
Und so etwas zutiefst Menschenverachtendes erscheint in der letzten (angeblich) konservativen großen Tageszeitung Deutschlands. Pfui Teufel!
(Krügers andere Kernaussage: "Seinen Anhängern verspricht er Abenteuer, Ruhm und die Schaffung einer besseren Welt. Militärische Mittel allein werden dagegen nichts ausrichten" ist übrigens blanker Unsinn. Jeder Kenner oder auch auch halber Kenner weiß, dass der IS in der Konfrontation mit einer regulären, gut ausgebildeten u. motivierten Streitmacht (inkl. Panzer u. Luftwaffe, z.B. IDF) null Chancen gehabt hätte und pulverisiert würde. Man kann also durchaus mit "militärischen Mitteln" gegen diese Ausgeburt der Hölle etwas "ausrichten". Aber wo kein Wille ist (oder war), findet (fand) sich auch kein Weg. Krügers IS-Artikel habe ich darüber hinaus nicht gelesen. Das tue ich mir nicht an. Es reicht mir, was Sie, Frau Kositza, darüber berichten.
Dagegen habe ich den 'Stolperstein-Beitrag' von Krüger aufmerksam durchgelesen. Sie haben völlig Recht! Mein Eindruck war identisch. Bei der Lektüre habe die ganze Zeit daran denken müssen, wann 'endlich' dieses "furchtbare" Erlebnis kommt. Es kam aber nicht. Wie furchtbar und peinlich für die FAZ, dass solche Nieten dort schreiben dürfen.
Thylacin
24. November 2015 01:40
Liebe Frau Kositza, wir haben seit sechs Monaten ein Reh (eigene Flaschenaufzucht), das sowohl draußen wie drinnen lebt. Sie hält sich für einen Hund oder einen Menschen, so genau kann man das nicht sagen, für privilegiert hält sie sich auf jeden Fall. (Für die Prinzessin gab es heute wieder Cornflakes, Haferflocken, Knäckebrot, Walnuss, Banane und Sharonfrucht!) Da Sie eine Verfechterin der "natürlichen Ordnung der Dinge" sind, wäre das dann wohl nichts für Sie. Kositza: Nee, es hat sich mir nur gezeigt, daß die "natürliche Ordnung" sich durchsetzt. (Wir wollten bspw. immer, daß alle unsere Tiere freundlich zueinander sind - Hund bleibt aber halt Hund etc...) Rehkitz im Haus ist natürlich irre romantisch und erinnert mich an ein Lieblingsbuch der Kinder, "Das Rehkitz", nur, daß dort Sharon und Banane nicht vorkommen. "Wär dann wohl nichts für Sie" klingt, als hülfe das Reh gegen zudringliche Katzen?
En Passant
24. November 2015 02:36
Ich würd so gern das gut aus Gutmensch retten. Da's aber nicht vom
Menschen lassen will - und das erstaunt - bleibt nur der Wunsch, es
möge in dieser Verbindung nicht weiterhin sein Gegenteil bezeichen.

Nein, die Autorin ist hier nicht gemeint. Ernsthaft,
dieser Ausdruck verkennt das Wesen jener Leute. Seine schwache
Ironie arbeitet sich an einer absichtsvoll dargebotenen Fassade ab.
Nimmt man darauf auch nur Bezug, ist das Ma­nö­ver schon gelungen.
Gerd-Jürgen Scholz
24. November 2015 03:39
Arg verfressen sind die Hünd schon und zählen daher alle bis auf einen zur Rasse der Übergewichtigen. Sie haben sich geschickt an einen Metzgergesellen herangewanzt und sich ihn zum Freund gemacht, daher können sie die Mäuse großzügig schonen...
Reklof
24. November 2015 06:42
Erschütternd und furchtbar finde ich die Einlassungen des Rektors zum Deutschlandlied. Da kann ich nur rufen "Pray for more brain in germany".
Oder lieber: "Selig sind die Bekloppten, denn sie brauchen keinen Hammer" .
Joseph von Sternberg
24. November 2015 07:58
Daumen hoch für die "Das wars" Reihe... - verlegen Sie die doch Jahrgangsweise... Macht glaube ich Klonovsky auch so...

Ich hab um 2010 mal eine Zeit versucht den normalen Wahnsinn im Terminkalender schnell zu notieren. Nach zwei Wochen habe ich es wieder gelassen: Es war einfach viel zu viel - und ich daran mehr als übersättigt. Jetzt ist es fast 2016 und alles läuft schneller und schneller...

In diesem Zusammenhang fällt mir auf, daß im Dunkelnetz im Augenblick einerseits das Bedürfnis besteht wie hier empirische Daten über unsere ideologieinduzierte dementia praecox zu sammeln. Andererseits wird wie wild über die Psychologie der Verblödung nachgedacht. In der Anglosphäre kümmern sich besonders The Daily Shoah und Millenial Woes darum...
Heiner Müller
24. November 2015 08:36
Frau Kositza huldigt dem ß. Das gefällt mir. Weiter so!
Jakob Altenburg
24. November 2015 08:57
Es muß wohl die erwähnte Tochter gewesen sein, die sich, wenn ich es recht erinnere, als Mitstreiterin der Division Antaios zu erkennen gab und am Samstag oder Sonntag Nachmittag eines der durch Bücherraum und Café huschenden Kätzchen energisch packte und mit eiligem Schritt vor die Tür setzte, verfolgt von einer jüngeren Katzenfreundin, die mit der Ausschaffung (wie der Eidgenosse sagt) ganz und gar nicht einverstanden war!

Kositza: Nee, das (mit dem Divisionshemd) war unsere moderateste Katzenskeptikerin. Die härteste Katzenfeindin ist die mit den weißblonden Haaren.

Aus diesem Stoff könnte man mehr machen. Vielleicht "Schnellroda. Ein Felidae-Roman"?
Stil-Blüte
24. November 2015 09:53
Klonovsky würde es lapidar vielleicht so formulieren:
Halal: Katzengleichnis
Haram: Stolperstein

Eine Frage an Ellen Kositza: Haben die Draußenkatzen einen Namen bekommen
Kositza: so weit kommts noch-!
(wäre es doch das eherne göttliche Gesetz des Angenommenseins für das Einzelwesen, dergleichen man Tiere nur schlachtet, die namenlos sind)

In der Zeitung las ich vor einigen Tagen, daß der Berliner Senat für Gesundheit beschlossen (oder vorgeschlagen) hat, daß Katzenhalter die Pflicht haben sollen, freilaufende Katzen zu sterilisieren. Begründung: Immer mehr Katzen verwildern und gefährden durch Vermischung den natürlichen Wildkatzenbestand.

Zu den Stolpersteinen: Sie sind ein Paradoxum. Jeder kennt die Ehrfurcht, in Kirchen auf alte Grabplatten zu treten, geschweige denn auf Grabsteine, wo auch immer, wer auch immer draufzutreten; einfach darüber hinwegzugehen, ist Metapher genug.

@ Heiner Müller
Übrigens pflegt der Verlag Antaios in allen seinen Publikationen die Tugend der alten Dudenrechtschreibung.

Liebe Frau Kositza: Eine schöne Wortschöpfung: 'Innenseiter', congendial zu 'Außenseiter'. Fällt Ihnen auch eine zu 'Whiteboard' ein? (Früher hieß es, was ja heute evtl. rassistisch sein könnte - das 'Schwarze Brett').

Kositza: Der online-Anglizismen-Index bietet keine Alternative an, Weißtafel wär logisch. Hab´ "whiteboard" auch mit schlimmen Gewissenbissen geschrieben...
Arminius Arndt
24. November 2015 10:28
Was für Katzen sind das denn?

Normalerweise haben Katzen ihr Revier und verteidigen es gegen andere Katzen, so dass die einzige Belästigung durch andere Katzen, wenn man eine normale Katze zu Hause hat, nächtlicher Beiß- und Revierkampflärm zzgl. Tierarztrechnungen sind, wenn es mal zu heftig wurde.
Kositza: Kommt evtl. drauf an, wieviel Scheunen/Ställe Sie haben...?
Selbst unser über 12 Jahre alter Kater, auch wenn er langsam häuslicher wird, hält sein Revier frei (obwohl kastriert) ... gut, auf so Bauernhof-Ähnlichen Gebilden mag das anders sein, da gehen die Katzen ggf. wegen dem Überangebot an Mäusen etc. zur Rudelbildung alá Löwen über (gemeinsame Jagd auf größere Beutetiere habe ich aber noch bei keiner Hauskatze gesehen) ...

Im Übrigen mag ich Mensch/Tier Vergleiche nicht,
Kositza: Versteh ich, aber dann rate ich dringend von der Lektüre dieser meiner Kolumne ab, Sie werden gemerkt haben, daß die über ganze Strecke von solchen Anthropopmorphismen lebte!
da Tiere den Menschen ausgesetzt sind und Menschen nur ihresgleichen bei jeweils eigenem Willen und eigenen Handlungs- /Entscheidungsmöglichkeiten (gut, evtl. kommen ja noch ein paar Mikroben, denen wir wiederum schutzlos ausgeliefert sind, aber so ins klein- klein will ich jetzt nicht gehen). Ihre Tochter ist, wenn sie solche Vergleiche anstellt, daher eine Ziege, die meckert, um es einmal so auszudrücken oder auf dem Niveau Mensch/Tier zu bleiben (was selbstredend jetzt nicht persönlich gemeint ist, sondern nur auf die konkret geschilderte Story bezogen ist).

Tierliebe ist ein Ausdruck von höherer Kultur. Die, die zu uns kommen, kennen so etwas überhaupt nicht, also pflegen wir diese typische deutsche Art doch einfach weiter ... und wer ne Töle braucht, um sich wohl zu fühlen, der soll sich einfach eine halten, das gleich gilt für Katzen und anderes Getier.
Inselbauer
24. November 2015 10:54
Ich kann das alles gar nicht so witzig darstellen. Meine Kinder lernen Doppelwelt, zuhause wird anders gesprochen als in der Schule, die haben das schon richtig drauf. Ich muss sie in den eigenen vier Wänden sogar bremsen und erklären, dass Arabisch eine schöne Sprache ist und die arabischen Nationalisten nicht unsere Feinde sind. Hat aber wenig Sinn, die lachen mich nur noch aus...
Stephan
24. November 2015 11:06
Ernsthaft,
dieser Ausdruck ["Gutmensch"] verkennt das Wesen jener Leute. Seine schwache Ironie arbeitet sich an einer absichtsvoll dargebotenen Fassade ab. Nimmt man darauf auch nur Bezug, ist das Ma­nö­ver schon gelungen.


Ich mochte den Ausdruck auch nie. Er ist eine Steilvorlage für den "Schlechtmenschen" und die absichtlich missverstehende Erwiderung "Dann bin ich halt gut!" - dieses Manöver meinen Sie, oder?

"Heuchler" trifft's und funktioniert besser. Man kann damit gezielt die bezeichnen, die die Konsequenzen ihrer eigenen Forderungen und Haltungen nicht tragen möchten, die "konservativ leben und links reden" (Kubitschek). Wenn man den "Gutmenschen" auch etwa auf jene anwendet, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich in Asylunterkünften aufopfern, schießt man sich selbst ins Bein. Auch diese Leute kann man kritisieren, aber der "Gutmensch" ist zu böse, denn er steckt sie mit den "Heuchlern" unter eine Decke.

"Lügenpresse" ist übrigens auch nicht gut. "Lückenpresse", wie es mal ein Klonovsky-Leser vorgeschlagen hat, ist cleverer.
ulex
24. November 2015 11:20
Zur Katzenplage:

Wie wärs mit nem Hof-Hund?

;-)
Kositza: Ist in Planung.
marodeur
24. November 2015 11:39
Krügers Analyse wird erst durch die albernen Äußerungen zum schlecht inszenierten Pegida-Vorkommnis ins Absurde verzerrt. An und für sich ist dagegen nichts einzuwenden. Ihre Thesen zur islamischen Weltordnung hätten auch auf sezession erscheinen können. Wäre eine spannende Diskussion geworden.
Vor dem Trend zum Irrationalen scheint heute niemand mehr gefeit zu sein. Das System fördert die Schizophrenie in allen Lebenslagen. Exemplarisch ist der Umgang mit Menschen, die sich schlicht weigern bei all der Janusköpfigkeit mitzumachen - gutes Interview mit Viktor Orban heute auf welt.de.
Ein Fremder aus Elea
24. November 2015 11:43
Was wohl die tiefen moralischen Überzeugungen von Ted Bundy waren...

Sind schon Nihilisten, ansonsten würden sie wert darauf legen, daß ihre Strategie funktioniert.
Stil-Blüte
24. November 2015 13:00
Katerstimmung wegen der martialischen Terroristenjagd in Brüssel ODER die wundersame Heilung des Katzenjammers durch Kätzchen: (hashtagBrusselsLockdown) womit wieder einmal bewiesen ist, daß nicht die Engländer, sondern die Belgier ihrem Ruf als Weltmeister des skurrilen, absurden, surrealen Humors am ehesten gerecht werden und Katzen enorme (Über-)Lebenskünstler sind. Auch das nenne ich Widerstandsgeist, auch wenn es von der Obrigkeit sofort wieder für ihre Belange benutzt wurde.
Giselher
24. November 2015 14:32
IS als Jugendbewegung? Ja, das ist so, wenn man sein Wissen nur aus zweiter Hand schöpft und kein Quellenstudium betreibt. Sonst würde auch man schnell erkennen, daß der moderne "IS" eben eine Schöpfung von alten, aus den irakischen Streitkräften entlassenen, aber professionellen Baathisten und Geheimdienstlern ist. Beispiel Haj Bakr. Nur weil die Operativen jung an Jahren sind, muß das Konzept eben nicht das einer Jugendbewegung sein.

Zum Aufziehen von Rehen möchte ich mich als Jäger nicht äußern.

Horrido aus Kairo!
Thylacin
24. November 2015 15:56
@Kositza
Das Reh hilft glaube ich gar nicht gegen zudringliche Katzen. Sie vertreibt zwar manchmal den Kater aus "ihrem" Garten, von "ihrer" Wiese, aus "ihrem" Gebüsch etc.; der flüchtet dann allerdings ins Haus. Sie sehen man muss auch das potentielle Rückzugsgebiet des "Feindes" im Auge behalten.
Heidelberger Akif
24. November 2015 15:56
@ Giselher und Ostler:

Ich muss Ihnen leider widersprechen.
Der Artikel von Frau Krüger zum sog. "IS" ist sogar sehr gut, Sie haben den Kern nur einfach nicht erfasst.

Es ist für die Analyse der europäischen Struktur des "IS" vollkommen unerheblich, wie die militärische Lage des "IS" aussieht und ob Baathisten den Kern der operativen Führung bilden. Der Artikel redet mit keinem Wort von der Struktur oder Beschaffenheit der nahöstlichen Terrormiliz "IS".

Die Dynamiken der salafistisch-wahabitischen (und oft eben "IS"-sympathisierenden) Szene in Westeuropa hat der Artikel zum Thema, und diese hat er sehr, sehr gut erfasst.


Der Vergleich mit der Jugendkultur stimmt vollkommen, in jeder Hinsicht: Gemeinschaft, Abgrenzung, Provokation, das findet sich dort alles.
Wenn Sie wünschen kann ich Ihnen das in einem weiteren Kommentar noch genauer darlegen, was der "IS" mit Punks, McDonalds, und den Gedichten des Tyrtaios zu tun hat.

Sie müssen sich die Frage schon stellen wieso gerade junge europäische Frauen massenweise zum Islam konvertieren (schauen sie sich mal die einschlägigen Facebook-Seiten an wenn es Sie interessiert, in weiblichen Salafisten-Gruppen ist mehr als jedes zweite Profil als das einer Konvertitin zu erkennen).

Es gibt den ausgeleierten Spruch "Ideen kann man nicht erschießen", aber den meint Frau Krüger wenn sie schreibt der "IS" könne nicht militärisch besiegt werden, und damit hat sie ebenfalls Recht.

Was nützt es, das Kalifat zu zerstören wenn der Nebeneffekt des dazu notwendigen Krieges wäre, dass zehntausende in Europa lebende Menschen sich den Salafisten anschließen ? Und genau das ist doch auch das Kalkül der "Management of Savagery"-Schrift ! Und bisher hat es sich erfüllt !


Um die Perspektive mal etwas zu erweitern, hier:
http://derfunke.info/?p=189

Dieser (geniale) Essay aus der IBÖ sagt das gleiche wie Frau Krüger nur in "rechts". Das ist dann vielleicht für Sie verständlicher.
Jürg Rückert
24. November 2015 16:55
Gibt es für Katzen keine Obergrenzen? Doch, die setzt die Natur. Der Verkehr, das Kaloriendefizit über die Wintermonate, die Katzenseuche und so reduzieren die Zahl.
Wer das Katzenelend human eindämmen möchte muss sterilisieren, sterilisieren, ... Dann darf er füttern. Eines ohne das andere ist nur grausam.

Wie ist das bei den Menschen? Bisher war das wie bei den Katzen. Kriege könnte man in die Reihe der Regulatoren noch einfügen. Jetzt wird der Zeitpunkt der Reduktion aufgeschoben, nur aufgeschoben!
Barmherzigkeit ohne Vernunft ist grausam.
Ein Fremder aus Elea
24. November 2015 17:24
Heidelberger Akif,

ich muß Ihnen widersprechen, was die "managment of barbarism"-Schrift angeht, denn es geht in ihr gar nicht um Europa, sondern um die arabische Welt. Der Autor sagt sinngemäß: "Die Leute werden kleine Amerikaner. Aber wenn wir nur barbarisch genug sind, dann wird der Koran wieder relevant, denn er ist ja schließlich auch für eine barbarische Zeit geschrieben worden. Und sollten wir am Ende ein einziges Chaos anrichten, welches wir nicht unter Kontrolle kriegen: Was soll's! Nichts ist schlimmer als Amerikanismus!"

Ich habe mir das schon vor einigen Monaten durchgelesen - der REINE Zynismus. Adeln Sie ihn als Idee, wenn Sie's wollen, ich sehe darin nur einen negierenden Geist.
Der Gutmensch
24. November 2015 17:33
Ohne jedes Studium der Quelle, Heidelberger Akif: Danke, danke, danke, danke!!

Und "Ostler": Machen Sie uns keine Schande, suchen Sie einen neuen nik.

Der Gutmensch, und damit basta mit pasta!!
Miau
24. November 2015 18:47
»Und nun hat sich mit zunehmender Kälte die Situation verschärft. Die Stallkatzen drängen ins Haus.«


Ihr schafft das! :)
Monika
24. November 2015 19:06
Il y a deux moyens d' oublier les tracas de la vie:
la musique et les chats.

Albert Schweitzer

Dieses Zitat steht auf dem Novemberblatt meines französischen Katzenkalenders. Auch im Gasthof, in dem der Schnellrodaer Kongreß am Wochenende stattfand, streunte eine Katze herum. Eine schwarz-weiße. Keine schöne Zeichnung, aber auch keine ' cat that look like Hitler'.
Da kann ich die taz-Redakteure beruhigen.
Der Kongreß war aufwühlend.
Fazit: In Deutschland gibt es eigentlich nichts mehr zu verteidigen. Außer den Kindern und den Besitzständen. Hier sind die Deutschen vielleicht noch erreichbar.
Um wieder einen klaren Kopf zu bekommen, spazierte ich am Abend noch durch Dresden. Es schneite. Deprimierend. Hier krochen die Ratten aus den Bauzäunen. Im westlichen Teil des Neumarktes ( am Jüdenhof) werden exklusive Wohnungen gebaut. Und ein Vapiano-Restaurant. Diese Restaurant-Kette ist durch einen Gammelfleischskandal in Verruf geraten. Aber auch schon ohne vergammeltes Fleisch kriechen die Ratten an der Baustelle herum. Wo bleiben die Katzen ?
Der Neumarkt wird immer mehr zu einem schönen sterilen Freilichtmuseum mit den üblichen Ladenketten. Und Ratten.
Erfreulich die Inschrift auf einem Torbogen an der Kunstakademie, an der Seite zur Frauenkirche:
Dem Vaterland zu Zier und Ehr

Nebenan an einem eisernen Tor ein großes Spruchband:
Das Land, das die Fremden nicht beschützt,
geht bald unter.

Johann Wolfgang von Goethe ( 1749-1832), der persische Botschafter in Petersburg Mirza Aboul Hassan Khan in West-östlicher Divan, 1819

Noch ganz unter dem Eindruck des Kongresses las ich:
Ein Land, das die Grenzen nicht beschützt, geht bald unter.
Aber selbst, wenn Dresden noch einmal untergehen sollte, können die Chinesen dieses Kleinod in China wieder aufbauen:
http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article147906970/So-kopiert-China-ganze-europaeische-Staedte.html

Im Wilden Westen wieder angekommen, las ich auf einer Strassenlaterne auf einem Aufkleber der Antifaschistischen Aktion dann einen Spruch von Woody Allen:
Im Umgang mit Antisemiten bevorzuge ich den Baseballschläger


Auf dem Aufkleber sitzt ein schwarz vermummter Typ mit Baseballschläger bedrohlich über den Rücken gelegt.
Es gibt also noch andere "dynamische Jugendbewegungen" der Gegenwart.
Wobei ich wieder bei den Katzen wäre.
Sie lassen uns manchmal den täglichen Irrsinn der Politik vergessen.
von Steichen
24. November 2015 21:08
Lieber Ostler,

ich habe den Kommentar von Krüger dann doch mal lesen wollen. Ich finde, moralbehaftete Sichtweisen helfen bei einer Lagebeurteilung nur wenig. M.E. sind die Aussagen von Krüger leider zutreffend. Die Zusammenhänge zwischen der Wertefreiheit unserer westlichen, nihilistischen und gobaler Kultur und der dynamischen, jungen und brutalen Kraft des IS finde ich sehr zutreffend.

Kurz, die Brut, die entstanden ist, ist auf Meta- Ebene nur die logische Konsequenz unserer zerfallenden Gesellschaften. Es bleibt zu hoffen, dass dadurch eine Renaissance europäischer Werte wie Nation, Aufklärung und Streben zu selbstbestimmten Handeln als positive Seite der Medaillie eingeleitet wird. Die negative Seite wie Selbstaufgabe, Untergang und Dekadenz wird hoffentlich überwunden. Ansonsten, um es im ganz großen Rahmen zu bewerten, wird uns das Schicksal vieler untergegangener Hochkulturen erleiden, die irgendwann an ihrer eigenen Dekadenz erstickten. Doof daran ist nur, dass man mit im Boot sitzt.
limette
24. November 2015 21:35
Nun ja, Herr Nassehi fasst das Ergebnis des Schriftwechsels zusammen.
Das war erwartbar, was er sagt: "Rechtes Gedankengut ist "vor-empirisch" und eigentlich eine Farce. (siehe unten)

Wie lässt sich erklären, dass Nassehi so wohlwollend bisher erwähnt wurde?


http://www.sueddeutsche.de/kultur/was-ist-deutsch-wir-muessen-reden-1.2747060
deutscheridentitärer
24. November 2015 22:02
@Heidelberger Akif

Sie haben ihrem hier verfassten Beitrag Recht, wiewohl sie die Leistung des IS-Artikels zu hoch veranschlagen. Zwar trifft er den Kern der Sache, aber diesen Kern sieht wohl nun fast jeder. Natürlich ist der Islamismus eine, im Grunde DIE Alternative für Jugendliche, die dem Westen entkommen wollen. Man sieht das an der eigentümlich soghaften Wirkung, die von IS Propagandavideos auch auf den ablehnend gesinnten Zuschauer ausgeht. (Hiermit beziehe ich mich nicht auf die Hinrichtungsvideos etc.)
Aber was mich eigentlich zu meinem Kommentar veranlasst, ist ihre lobende Erwähnung des Funken. Nun ist dieser auf dieser Seite wohl kein Geheimtipp mehr, aber seine Leserschaft dürfte doch auch hier einen engen Kreis bilden, zu dem auch ich mich zähle, Sie aber anhand ihrer bisherigen Beiträge nicht vermutet habe. Zwar las ich Ihre Beiträge oft mit Sympathie aber ich dachte auch eine etho-zentralische Rückbindung ihrer Thesen wahrzunehmen. Das sollte mir nicht negativ auffallen - schließlich halte ich eine solche meiner eigenen Werteordnung gemäß nicht nur für Ihr Recht, sondern für Ihre Pflicht. Dennoch störte mich ihre Äußerungen, demzufolge das Deutsche nicht ethnisch definiert sei und daher prinzipiell auch jedem Eingewanderten offen stünde.
Ich will ihnen in diesem Punkt allerdings auch gar nicht per se widersprechen. Wie sich das nun genau verhält, darüber zerbreche ich mir seit Jahren erfolglos den Kopf. Wie auch immer, ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie Ihren allgemeinen politischen Standpunkt kurz skizzieren könnten; ich habe ihre Beiträge stets mit Interesse gelesen, doch nachdem sie sich nun als Anhänger des Funken geoutet haben, dessen zentrale Aussagen mit dem wie ich Ihre Beiträge teils verstanden habe, keineswegs problemlos zusammengehen, interessiert mich Ihr Standpunkt gewissermaßen als "Außenseiter" dieser Seite umso mehr.
Ich hoffe meine Bitte ist nicht zu allgemein gehalten.
Heidelberger Akif
25. November 2015 01:28
@ Ein Fremder aus Elsa:

Die Schrift "Verwaltung der Barbarei"، ist zusammen mit dem von Fouad Hossein zusammengestellten 7-Stufen-Plan bis zum Kalifat eine der luzideren Schriften der Jihadistischen Bewegung. Ja, sie behandelt nur den nahen Osten, aber die Idee der Stiftung von Chaos zur Polarisierung in Europa ist völlig im Geiste dieser Schrift.
Das sin die gleichen Kalküle, Motive, Methoden. Offensichtlich.

@ Deutscher Identitärer: Ja , Morgen gerne.
Jakob Altenburg
25. November 2015 06:59
Guten Morgen Frau Kositza und vielen Dank für die korrekte Zuordnung!
Erlauben Sie mir, Ihnen folgenden Link auf einen Artikel namens The Beastly Paradox zuzusenden, der direkt an die Stichworte natürliche Ordnung und Anthropomorphismus anknüpft, erschienen in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift First Things, die ich, falls unbekannt, samt Blog wärmstens empfehle.
Heiko Sprang
25. November 2015 08:42
limette, Link auf Nassehi-Artikel
Der Beitrag von Prof. Nassehi in der SZ bedarf m.E. einer ausführlichen Entgegnung.
Das Deutsche soll also sein "Hier zu leben"?
Die Globalisierung ist ein Naturgesetz…?
Bindungs- und Formlosigkeit, der "Inhaltslosigkeit" und Beliebigkeit der liberalen Gesellschaft wird das Wort geredet.
Wir würden bei der Frage nach dem Deutschen natürlich auch in die Geschichte und ins Transzendente gehen: Mythos, Dichtung, Seele, "Geheimes Deutschland" usw.; die Summe aller Erfahrungen unseres Volkes. Es ist klar, daß das nicht jeder spontan interviewte Pegidist gleich stringent und geschliffen in drei Sätzen auf den Punkt bringen kann.
Fragt sich: Kann man mit Liberalen wie Prof. Nassehi überhaupt zu einem Gespräch kommen oder läuft es nicht lediglich auf ein Hinstellen der jeweiligen Sichtweisen hinaus?
Ich bitte um Entschuldigung, das war nicht zum eigentlichen Thema.
Ein Fremder aus Elea
25. November 2015 09:20
Heidelberger Akif,

der wahrscheinliche Ausgang der "barbarism"-Strategie ist die offene Feindschaft des Westens, die Zerrüttung Arabiens, die nachhaltige Verunsicherung der Muslime... luzide... nun ja, wir hatten das alles schon in Deutschland. Wiederaufgewärmte Suppe. Einzig, daß bisher immer noch verhältnismäßig wenige Muslime anbeißen.
Gustav Grambauer
25. November 2015 10:05
"... stattdessen alle Sportler & Zuschauer in großen Lettern aufgefordert: PRAY FOR PARIS!"

Bis vor kurzem

http://www.sezession.de/30247/die-schweigeminute.html

noch undenkbar gewsen: der afterreligiöse NWO-Liturgie-Popanz mit seinen krächzenden Lautsprechern noch von Stalins Begräbnis fällt schmachvoll in sich zusammen:

https://www.youtube.com/watch?v=nCx4E8uK5O8

Was den Aufsatz aus dem "Funken" betrifft: es gibt Menschen, bei denen alles was sie berühren zu Gold wird - und es gibt Menschen, bei denen alles was sie berühren zu Kot wird - Minus-Seelen egal ob mit oder ohne Nietzsche, Heidegger, Bloch oder den IS.

Es inkarnieren zunehmend nur noch die Niedersten auf der Erde. Das ist das Problem, und es ist von dieser Stelle aus unlösbar.

Kein "Funken" nützt etwas außerhalb des alchemistischen "Settings". Soll es wieder was werden mit dem Abendland, dann müßte die Veredlung wieder gelehrt werden, die auf ihre Art das "schaumstoffgepolsterte Plastikleben" hinter sich läßt, aber dafür interessiert sich kaum jemand. Der Anspruch der Veredlung ist dazu auch zu sehr mißbraucht worden.

- G. G.
Jürg Rückert
25. November 2015 10:51
Nachtrag zu meinem Kommentar:
Wenn China keine Bevölkerungspolitik betrieben hätte, läge der 3. Weltkrieg schon hinter uns.
Afrika soll von einer Mrd Menschen in 80 Jahre auf 4 Mrd angestiegen sein.
Da kann kein Fortschritt Schritt halten. Die "Perspektivlosigkeit" in diesen Ländern wird erheblich ansteigen. Da kann Europa noch so CO2 sparen und Arme übernehmen, da kippt der Planet in vernichtende Kriege.
Nicht dass ich der "Methode Kaufman" das Wort redete. Dieser hatte die Endlösung der Deutschen in der Kastration aller Deutschen gesehen und sogar Roosvelt 1944 ein zustimmendes Nicken entlockt. Aber ein langsameres Anwachsen der Weltbevölkerung ist das Gebot der Stunde. Hat nicht sogar der Papst den Kurswechsel angekündigt mit den Worten: Ihr müsst euch nicht vermehren wie die Karnickel?
Ich füge für Frau Kositza hinzu: Ich habe selbst 4 Kinder. In schwindenden Populationen sollten die Familien mehr Kinder haben ...

Im Übrigen zeigt uns die Natur viel über unsere Zukunft: "Invasive Arten" bedrohen den Bestand der einheimischen Arten!
Winston Smith 78699
25. November 2015 10:58
Zum Lehrer: geht aus der Glosse hervor, wie er das mit den Prügeln gemeint hat - d.h. ob er auch gesagt hat, aus welcher Richtung denn die Prügel daherkommen, wenn irgendwo das Lied gesungen wird?

Zu Krüger: Der IS gibt männlichen Jugendlichen Bedeutung, Aufgabe, Wertschätzung. Das ist ihnen so wichtig, dass sie ihr Leben dafür riskieren. Jungs sind zehntausende Jahre lang gebraucht worden zum Hüten des Viehs. Man darf ja auch nicht mehr wirklich aus Fehlern lernen. Machte der Bengel einen Fehler, ging ein Stück verloren, aber es entstanden nicht gleich ein fünfstelliger Schaden oder Todesfolgen. Auto: mehr Schadenspotential als Füße. Computer: mehr als Brief ... Mähdrescher, Kettensäge usw. Unsere moderne Zivilisation demütigt die Jungs in einem Ausmaß, das durch Schule und Betreuung nicht einholbar ist - im Gegenteil. Die merken sehr wohl, dass sie das Überflüssigste überhaupt sind und durchschauen den pädagogischen Kleister. Im Grunde wird doch an einem 12jährigen Knaben ALLES verdammt: seine Interessen, sein Geschlecht, seine Eigenarten und so weiter. Andere mehr oder weniger gesteuerte Jugendbewegungen machten sich das auch schon zunutze. Der Grad der Erniedrigung war allerdings nie so hoch und ihre Qualität ging noch nie so sehr an die unvermeidliche Substanz, die condition humana des männlichen Jugendlichen, wie in den letzten Jahren.
Andreas Kammnagel
25. November 2015 11:10
Sie müssten mal Francis fragen, den Katzendetektiv. Der würde Ihnen schon erzählen, was diese Streuner von Ihnen halten. "Dosenöffner" nennen sie Euch Menschen. Diese eine Weiße wird ihre Beschützerin schon aufrichtig lieben, aber am Ende verachten Sie Euch doch - kein Wunder bei all' dem, was Ihre Gattung ihrer Gattung in Tierversuchen oder einfach nur so angetan hat.

(Nicht nur) hinsichtlich der Psychologie der Katze lohnt die Lektüre der Pirinçci-Romane.
Hugo Treffner
25. November 2015 13:42
Von Michael Klonovsky

Derselbe Spiegel online-Kolumnist, der jetzt die Ansicht vertritt, es sei grundfalsch, den IS militärisch zu bekämpfen, und man müsse mit den jungen europäischen Sympahtisanten bzw. Kombattanten des Terror-Kalifats vor allem reden, hat vor kurzem erklärt, die Pegida-Demonstrierer befänden sich außerhalb jeglicher Dialogwürdigkeit. „Vielleicht“, sinniert Kollege W., „müssen sie in Dresden statt symbolischer Galgen erst ein paar richtige hinstellen und Leute daran aufhängen, damit sie dialogwürdig werden.“

….

In der vergangenen Woche sind wieder 145 oder deutlich mehr verlorengegangene Brieftaschen von aufmerksamen Asylbewerbern gefunden und unter bisweilen großem Hallo dem dankbaren deutschen Volk zurückerstattet worden.
WahrerSozialDemokrat
25. November 2015 19:34
Ich möcht mich einfach bei Ellen Kositza für die immer wieder tollen Artikeln bedanken, mit kleinen und großen Einblicken einer/dieser Familienwirklichkeit!

Da ich selber keine Kinder habe und vermutlich permanent ausrasten würde, wenn LehrerInnen und Co auf meine Kinder ideologisch, religiös oder sexistisch, gegen meinen Willen einwirken würde, versöhnen mich diese Artikel immer wieder zu etwas mehr Gelassenheit und Selbstbewusstsein, auch ohne Kinder.

Danke.
Heinrich Brück
25. November 2015 19:47
Für das "Krokodilsyndrom" ein Bild des Schweizer Malers Albert Anker:
http://www.vontobel-art.com/resources/2048672.jpg

Kositza: Anker mag ich seit langem. Jüngst habe ich gelesen, Christoph Blocher habe die größte Privatsammlung an Ankergemälden.
Eckesachs
25. November 2015 22:29
Kositza: Ist in Planung.

Empfehlung:

Hovawart- geht wohl. Unbedingt auf Leistungszucht Wert legen.

http://www.hovawart-info.de/hovawart.htm#Hundeverhalten

Rottweiler- nicht mein Geschmack, jedoch ein guter Hund. Ein bißchen dumm, aber treu. Macht, was man ihm aufträgt.

http://unser-rottweiler.de.tl/Das-Wesen.htm

Weimaraner. Mein Hund. Der einzig wahre Hund. Und ich hatte viele Hunde. Kubitschek muß dann aber zügig den Jagdschein machen, ansonsten wird der Weimaraner sehr unzufrieden werden. Kein Hund für den Ersthundehalter, das ist bei Ihnen egal. Sie können das.

http://www.weimaraner-klub-ev.de/html/rasse.html


Der Lurcher, ein Exot:

https://www.youtube.com/watch?v=uiQSvI6KDQw

Sehr guter Hund. Hatte ich selber. Stummer Jäger, mannscharf und bringetreu. Empfindlich und nicht der Schlaueste. Muß jagen. Wenn man ihn nicht jagen läßt, jagt er allein. Apportiert Rehwild.


Kositza: Danke!! Weimeraner mag ich sehr. Allein, fürn Jagdschein ist dann eher erst dann Zeit, wenn K. in Rente ist..
Ellen Kositza
26. November 2015 08:55
Danke!

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