04. Dezember 2015

Endzeit und Bereitschaft

von Martin Sellner / 149 Kommentare

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Mein letzter „theoretischer“ Eintrag in den SiN-Blog liegt eine ganze Weile zurück. Er war Teil einer Serie hoffnungsvoller und optimistischer Lagebetrachtungen. Mit viel Überzeugung und noch mehr Pathos interpretierte ich den „Refugees welcome“-Wahn als willkommene Krise, als Verschärfung der Lage die von uns die „geistige Verschärfung“ verlangt.


Den historischen Zufall für unsere Generation, gerade am Zenit einer erwachenden patriotischen Bewegung mit dem Showdown von Multikulti konfrontiert zu werden, sah ich als Chance. Jetzt, so mein Appell, sei der Zeitpunkt für eine Wende und einen Wechsel, ein historisches Fenster für den Aufstand gegen den Großen Austausch. Danach ließ mir der Aktivismus kaum Zeit zum Bloggen.

Nach einem Monat, in dem fast jedes Wochenende eine Demonstration und/oder ein Seminar stattfand, nachdem wir am Sonntag erneut erfolgreich in Spielfeld demonstriert haben, ist es Zeit für ein Fazit. Und ich kann vorausschicken: An meinem Optimismus hat sich nichts geändert.

Ein langsames Dahinsiechen im schleichenden Bevölkerungsaustausch, bis er demographisch irreversibel zur endgültigen Islamisierung führt, ist tatsächlich kein wahrscheinliches Szenario mehr. Die Zuspitzung aller Problemfaktoren von Multikulti, von Kriminalität über finanzielle Belastung bis hin zum islamischen Terror, steigt ins Unerträgliche. Auch die islamischen Strategen des „langen Marsches“ und der friedlichen Dawa wie Pierre Vogel verlieren derzeit gegenüber den Apokalyptikern des IS an Strahlkraft. Dort, wo die Epizentren der Invasion liegen, ist die Bevölkerung tatsächlich schon in ein „revolutionäres“ Stadium versetzt und zu jedem Akt des zivilen Ungehorsams bereit. Überall in Deutschland gärt es und aus PEGIDA ist von Chemnitz bis Zwickau ein Massenphänomen geworden.

Der Terroranschlag von Paris und seine Verstrickung mit der „Refugees welcome“-Agenda hat alle Willkommensklatscher in eine unhaltbare Lage versetzt: Sie haben möglicherweise – die Wahrscheinlichkeit reicht – einen fremden Terroristen jubelnd willkommen geheißen, der Tage später in Frankreich europäische Jugendliche „geschlachtet“ hat.

Am Rande dieser Kardinalkatastrophe ergeben sich zahlreiche, teilweise tragikomische Entlarvungen der multikulturellen Lebenslüge.  Die Invasion Europas führt jedes einzelne Argument der Überfremder von der pensionssichernden Fachkraft bis zur bunten Bereicherung und dem friedlichen Islam blutig ad absurdum. Und es wird noch schlimmer kommen. Das Heerlager der Heiligen wird endgültig Realität: Auch aus dem fernen Bangladesch machen sich bereits die „Verdammten dieser Erde“ auf die Pilgerfahrt in den goldenen Westen, und der „Familiennachzug“ hängt wie ein Damoklesschwert über uns.

Der Schock vom Bataclan scheint mittlerweile verwunden zu sein, und man geht zur Tagesordnung des „weiter wie bisher“ über. Doch die Wirkung dieses „Tiefschlags“ der Realität gegen das hypermoralische Dogma der Linken geht tiefer und wirkt subkutan. Weitere Schläge werden folgen. Jeder bringt das Establishment zum Beben.

Neben den immensen Erfolgen unserer Aktionen, neben dem in Österreich historisch einmaligen Durchbruch „auf der Straße“ in Spielfeld, registrierte ich in den vergangenen Wochen eine gesteigerte „Kontaktaufnahme“ linksliberaler bis linksextremer Interessenten. Letztere verwandelten sich im Laufe der Wochen in zweifelnde Linksliberale, denen man den schmerzhaften geistigen Transformationsprozeß zwischen den Zeilen ablesen konnte. Die vorher schon zweifelnden Linksliberalen treiben, gleich dem Strom der Invasoren, zu uns. Das Lager der Multikultis wird langsam leerer.

„Refugees welcome“ hat die Gesellschaft bis in die Familien hinein polarisiert. Mit einem Schlag ist die Identitätsfrage, die drohende „Veränderung“, die uns unsere Politiker aufzwingen wollen, unübersehbar geworden. Sie zwingt zu identitären oder anti-identitären Stellungnahmen.

In dieser Spannung, die ebenso wie die Invasion alle gesellschaftlichen Kreise umfaßt, sind die Pole nicht gleich stark geladen. Der linke Pol, das Lager des „wir schaffen das“, wirkt zunehmend verkrampft, ausgelaugt und infantil. Er hat jede Strahlkraft verloren. Nach dem Bataclan drängte sich mir ein Bild auf: Eine junge Welcome-Aktivistin, ausgezogen im Sommer voll Enthusiasmus und Energie, sitzt in einer Lagerhalle am Bahnhof. Ausgezehrt und erschöpft von der Arbeit, den Anzüglichkeiten und Belästigungen der Refugees, zunehmend alleingelassen von anderen Helfern, immer weniger unterstützt von den zuvor stolzen Eltern, die um ihren Studienerfolg fürchten – sieht sie jetzt auch noch die Nachricht der Terror-Refugee aus Paris auf ihrem Handy. Die Motivation dürfte auf einem Tiefststand sein.

Der linke Pol erzittert bis in den harten Kern, der sich im selben Moment als sehr klein erweist. In der zunehmenden, einseitigen Spannung brechen immer mehr kleinere Bestandteile seiner Kruste weg und treiben ins konservative Milieu. Mit jedem größeren Schlag, jeder größeren Enthüllung werden die Brocken größer. Bald könnte der „tipping point“, von dem Malcolm Gladwell in seinem gleichnamigen, äußerst empfehlenswerten Buch spricht, erreicht sein. Erste Intellektuelle, Künstler und Politiker wagen den Schritt aus dem Bannkreis des Multikulturalismus und hinein in das Lager der Einwanderungskritik.

Diese Spannung haben die Multikultis selbst erschaffen. Sie haben durch Postulierung eines unhaltbaren Dogmas und reflexartigen Gebrauch der Rassismuskeule gegen alle „Ketzer“ diese für sie unheilvolle Dichotomie erzeugt, die sie nun stranguliert.

Die zentrale Lüge, daß es sich mehrheitlich um „Flüchtlinge“ handele, zu deren „Hilfe“ wir moralisch und rechtlich verpflichtet werden, muß ebenso wie die widerlegten „Sekundärlügen“ (daß keine Terrorgefahr bestünde, daß es uns „wirtschaftlich nützen“ würde etc.) bald fallen. Sie hat mit ihrer moralistischen Erpressung das obergrenzenlose „wir schaffen das“ getragen, hat die Multikultis Enttäuschung, ja Vergewaltigung, Terror, duldsam ertragen lassen. Die moralische „Verpflichtung“ kannte keine quantitative Belastungsgrenze.

Jeder verschämte Versuch, nun solche Grenzen einzuführen, ist – man muß es nur aussprechen und aufdecken – eine Widerlegung der gesamten Flüchtlingslüge, der gesamten Invasion und muß sofort mit der Forderung nach Remigration gekontert werden.

Die Multikultis haben sich an die Flüchtlingslüge gefesselt. Sie können nicht mehr abrücken, ohne dabei in die Zone des selbst herbeiphantasierten „Dunkeldeutschland“ zu geraten. Sie können nur noch abtreten. Die „Refugees welcome“-Lüge, die exemplarisch die gesamte Multikultilüge und das Verbrechen des Großen Austauschs entlarvt, muß zu einem massiven Legitimitätsverlust der herrschenden Elite, ihrer Parteien, Vertretern und Medien führen.

Es ist die Aufgabe einer angriffslustigen und frechen Rechten, sich jetzt Schritt für Schritt, Begriff für Begriff vorzuarbeiten. Der moralische und reale Rückenwind ist so stark wie nie. Wir müssen ihn nur spüren und selbst- und siegessicher unsere Segel setzen. Wie in einem Boxkampf ist die entscheidende Aufgabe, daß wir das Taumeln des Gegners für das KO ausnutzen. Und Taumeln werden sie. Gelingt es, die Flüchtlingslüge zu zerschlagen, würde der Wegfall dieser Illusion alle Ereignisse mit einem Schlag in ein anderes Licht tauchen. Die „Flüchtlingsströme“ würden als das erscheinen, was sie sind: eine Zivilokkupation und Invasion Europas durch islamische Siedler.

Jetzt ist die Zeit für Kampagnenarbeit, für das, was Lenin in Was tun? die „politische Enthüllung“ nennt. Es geht darum, das volle Ausmaß des Wahnsinns, die Verstrickung und unmittelbare Mitschuld der Multikultis am Terror klar zu benennen. Die Verstrickung in die Asyllüge und den Großen Austausch muß aufgedeckt werden. Aussagen und Dokumente müssen „geleaked“, massive und professionelle Informationskampagenen initiiert werden.

Eine überlegte „Aufrüstung der Worte“ kann dabei durchaus stattfinden. Das bedeutet natürlich kein billiges Gepöbel, ebensowenig sollte man sich durch überzogene Parolen unseriös machen,  aber: Die Rechten müssen jetzt Vorhut einer sich verschärfenden Sprache sein. „Festung Europa“, was wir in Österreich erstmals vor Jahren zum Grusel der Linken auf die Straße trugen, ist mittlerweile von unserer eigenen Innenministerin übernommen worden. Der Begriff der „Remigration“ der Einwanderungsströme, der seit rund einem Monat unser neues ceterum censeo geworden ist, hat sicherlich auch eine große politische Karriere vor sich. Die Forderungen nach dem Rücktritt oder gar der „Verhaftung“ der obersten Multikulti-Vertreter, erfreut sich als „Merkel muß weg/Faymann raus“ bei Demos im gesamten deutschen Sprachraum höchster Beliebtheit.

Neben der Kampagnenarbeit, der geistigen Verschärfung und Reconquista der Multikulti-Metapolitik mit unseren Bildern und Begriffen, ist jetzt die Zeit des Aufbaus einer handlungsfähigen Opposition auf der Straße. Sowohl in Österreich als auch in Deutschland müssen Kader nun den Schritt vom „selbst tun“ zum „machen lassen“ lernen und als Organisatoren und Vernetzer ihren Fokus auf Schulung und Leitung setzen. Der Zustrom an Interessenten, der vor allem in Südösterreich und Ostdeutschland eine neue Qualität angenommen hat, beweist: Die Identitäre Bewegung kam genau zur richtigen Zeit. Sie hat, wie ich in einem der Gründungstexte ankündigte, tatsächlich jenen neuen, unbesetzten Raum für patriotischen Aktivismus eröffnet, jene „Lichtung gerodet“, in die jetzt diese Interessenten strömen können, ohne dabei ins altrechte Sektenlager zu stolpern. Die Strukturierung und Schulung dieses Zustroms stellt uns vor neue Herausforderungen, die jedoch zu bewältigen sind. Das entscheidende „1 Prozent“ der großartigen neuen Initiative, ohne die unser jüngster Erfolg vielleicht nicht möglich gewesen wäre, liegt in erreichbarer Nähe.

Worauf zielt all diese Vorbereitung eigentlich ab? Götz Kubitschek bemerkte in seiner Rede auf dem IfS-Kongreß „Ansturm auf Europa“ in Schnellroda am 22. November, daß es in ganz Europa keine adäquate patriotische Reaktion auf den Terror in Paris gegeben hätte. Und er hat Recht. Die zentrale, entscheidende Reaktion auf der Straße hat noch nicht stattgefunden. Noch ist kein deutscher Maidan besetzt, keine Grenze dauerhaft geschlossen worden. Auch das Bataclan hat als scheinbar ultimative „Zuspitzung der Zuspitzung“ noch nicht den Anlaß dazu gegeben. Man kann das als „Versagen“ sehen. Ich sehe es als Herausforderung, unseren Einsatz zu verstärken.

Es ist, wie ich bereits beschrieben habe, falsch, zu glauben, daß die „materielle“ Verschärfung und Zuspitzung automatisch zum Bewußtseinssprung und tiefenpsychologischen Bruch der Bürger mit dem System führt. Wirft man jemandem ein Hantelgewicht zu, kann er es nur fangen, wenn er vorher die Kraft dazu aufgebaut hat. Der „aktivistische Muskel“ der europäischen Völker und auch der Deutschen ist auch nach einem Jahr PEGIDA noch nicht stark genug. Aber er wächst. Ich will aus diversen Gründen in diesem Text noch nicht auf die Frage des „Woraufhin“ eingehen, sondern weiter das naheliegende, die Bildung dieses „Muskels“, im Blick behalten.

Man kann PEGIDA als ein aufgeschlagenes Basislager, einen neuen Startpunkt auf hohem Niveau bezeichnen. Es war die erste, vergleichsweise einfache Übung des Parcours, den der aktive Teil des Volks bis zu seiner Bereitschaft durchlaufen muß. PEGIDAs Qualität ist seine Quantität. Es ist die ermutigende, schiere Masse. Der Akt selber, das oft stille Marschieren, das optisch Harmlose, die oft kasuistischen Reden, all das führt zu keiner geistigen Verschärfung mehr. Es ist ein „Plateau“ erreicht, das lange gehalten wurde (und wohl auch noch wird), das aber bald überstiegen werden muß, um nicht zur Stagnation und Atrophie, zum schleichenden Abbau zu führen. Das Ritualhafte des im Kreis Gehens gibt eine Stabilität, kann aber irgendwann zur repetitiven Routine werden. PEGIDA ist ein Basislager – der Gipfel liegt noch vor uns.

Die nächste Station des Parcours, Götz Kubitschek hat es mit dem zivilen Ungehorsam bereits benannt, muß erklommen werden. Hier wird sich die Quantität zur Qualität wandeln müssen. Nicht alle, aber einige Spaziergänger werden mitgenommen werden. Eventuell gibt es erste Rückschläge, und einige werden für das Abwarten im „Basislager“ plädieren. Aber: Die wachsende Zahl der Zentren regelmäßiger kreisender Aufmärsch sind kein Selbstzweck. Man muß sie eher als „Energieakkumulatoren“ sehen, die sich in einem gezielten Stoß entladen müssen. Ihr Kreisen muß ein Kreißen werden.

Die kommende Aktion, die nächste Stufe des Trainingsparcours und Station am Weg zum Gipfel muß die Masse zu einem „qualitativ“ bedeuteten Ort, einem Regierungssitz, einer Grenzstation etc. verlagern. Dort ergibt sich aus der Kundgebung die Möglichkeit zu zahlreichen symbolkräftigen, widerständigen Akten, die derzeit wohl eine Mehrheit der Bevölkerung hinter sich wissen können. Die Strahlkraft einer direkten Aktion, in der einfach genau das gemacht wird, worauf alle warten, in der gutgelaunt und frech die Grenze des Erlaubten friedlich ausgelotet wird, ist genau das, was das aktive, wachsende patriotische Lager zu seinem neuen Entwicklungsschritt braucht. Mit Zaunbau-Flashmobs und einem Grenzcamp zur Straßenblockade wurden in Österreich dazu erste tastende Schritte gesetzt, die wohl bald zu trittsicheren Aktionen werden.

Diese Steigerung des aktivistischen Muskels in der entfesselnden Kraft der direkten Aktion verbindet sich mit der geistigen Verschärfung in der Kampagnen- und Begriffsarbeit, in der Forderung nach der Festung Europa und Remigration, in der Anvisierung der obersten politischen Vertreter. Beides schafft das Bereitschaftspotential, im nächsten, entscheidenden Moment eines „Zufalls“ politisch reagieren zu können. Und dieser Zufall, die nächste Erschütterung wird kommen.

Wie ein Schlag in die Magengrube die Luft, so raubt sie den Multikultis zeitweise die politische Legitimation und Autorität und wirkt beflügelnd auf den widerständigen Bürger. Der Zorn übersteigt die Sorge und wird zum Mut – zur Tatbereitschaft. Für diesen Moment müssen wir uns aktivistisch, strategisch und theoretisch bereitmachen. Es ist die Möglichkeit eines deutschen Maidans, die uns motiviert. Es ist das Vorbild Ungarns und Orbans, das uns inspiriert.

Wir dürfen den Gegner nicht überschätzen und die Regierung nicht mit dem Staat verwechseln. Ein klares, geballtes „Ego non“ und ein Bruch der Spielregeln könnten bereits ausreichen, um die internen Widersprüche und Bruchlinien zwischen bürokratischen Systemerhaltern und dogmatisch-suizidalen Ideologen bemerkbar zu machen. Der mögliche Rücktritt einer Regierung oder eines Vertreters, die widerwillige Umsetzung einer patriotischen Zentralforderung, hätte in diesem Moment eine entscheidene psychologische Wirkung auf den patriotischen Widerstand (dabei ist belanglos, ob er dafür wirklich ursächlich war). In einem Bewußtseinssprung erkennt er sich selbst als eigentlichen Souverän und erreicht damit die letzte Station des aktivistischen Parcours.

Was aber, wenn eine neue Erschütterung ausbleibt? Wenn der Strom abflaut, die Realos still und heimlich siegen, in Hinterzimmern eine Obergrenze beschlossen, eine unsichtbare Festung Europa errichtet und der Islamismus radikal bekämpft würde? Was, wenn der Zenit der „materiellen Verschärfung“ hinter uns liegt? Alle Ereignisse sprechen derzeit dagegen, doch selbst dann – glaube ich – wäre das Ende von Multikulti nicht mehr aufzuhalten. Dafür sprechen zwei Argumente:
1. bedeutet jeder Versuch der Abschwächung, Einschränkung, der sich erst einmal gegen den ideologischen Block der Multikultis durchsetzen muß, einen sichtbaren Kurswechsel, ein Abrücken von der Flüchtlingslüge und damit einen totalen Legitimationsverlust. Es liegt zuletzt an uns, ob wir erlauben, daß die Spannung „abgebaut“ wird, oder ob wir in diesem Moment nachsetzen.
2. befindet sich bereits jetzt mit den illegalen Einwanderern ein unentschärfbares soziales Dynamit in Deutschland. Die Forderung und Umsetzung der Remigration, der Rückführung der illegalen Einwanderer, die bereits hier sind, ist das ausweichliche Menetekel, an dem dieses Multikultisystem zerbrechen wird.

Ich glaube, daß die hypermoralischen Schienen, in denen sich die herrschende Elite seit Jahrzehnten immer tiefer einschleift, nicht verlassen werden können, ohne daß der ganze Zug entgleist. Eine Weiche gibt es nicht. „Deutschland verrecke“, das ist die unweigerliche und unausweichliche Konsequenz der linken, ethnomasochistischen Politik des Großen Austauschs. Die einzige „freie Debatte“ fragt sich, wie schnell und brutal er geschehen soll. Die Politik ging vor den Refugees in dieselbe Schienenrichtung – nur langsamer. In den letzten Monaten jedoch wurde das gesamte CDU-Lager, auch gegen seinen Willen, von Merkel auf die raschestmögliche Abwicklung, vulgo „Veränderung“, Deutschlands eingeschworen.

Ich glaube nicht mehr an ein mögliches „Abbremsen“. Ich glaube nicht mehr an eine Renaissance der verlorenen Legitimation, an die Wiedergewinnung der politisierten PEGIDA-Gänger für den Multikulti-Mainstream. Gleichzeitig sehe ich, wie mich und viele andere Aktivisten der Einsatz der letzten Monate verändert. Wie wir belastbarer, routinierter und disziplinierter werden, wie sich aus der Sicherheit eine neue Möglichkeit zur Dynamik und Spontanität ergibt. Eine kritische Masse an Aktivisten hat ihren Lebensentwurf voll auf die Bewegung ausgerichtet. Alles passiert schneller und härter, als man es erwarten konnte. Aber auch wir sind schneller und härter geworden.

Ich glaube auch aus einer philosophischen Überzeugung heraus an die Unmöglichkeit der Einbremsung. Die Geistesgeschichte Europas zeigt es uns unerbittlich: Es gibt kein konservatives Zurück hinter die Entfaltung der Ideen und ihrer gesellschaftspolitischen Parallelen.

Nach Freud, Marx und Nietzsche gab und gibt es kein Zurück hinter ihre Denkschritte. Und was wir heute erleben, ist kein Zufall, ist kein „normales“ Ausscheiden einer altersschwachen Zivilisation aus einem neutralen geopolitischen Daseinskampf. Es ist der geheimnisvolle wie lustvolle Selbstmord, die fleischliche Negation der Völker, die in sich die abendländische Metaphysik vollendet und die Seinsvergessenheit festgestellt haben. „Refugees Welcome“ ist der notwendige Niederschlag einer nihilistischen Metaphysik, in der das Dasein jeden Sinn verloren hat, sowie einer universalistischen Hypermoral, in der die eigene Schuld die einzige, letzte, unantastbare Größe ist. In alldem verbirgt sich ein seltsames religiöses Fieber, etwas Geheimnisvolles, dessen Sinn wir vielleicht noch nicht ganz durchschauen können. „Refugees Welcome“ gewinnt in dieser stereoskopischen Sicht den Anschein eines seltsamen, religiösen Rituals. Ein Aphorismus eines "gescheiterten konservativen Poeten", dem ich auf Twitter folge, brachte es unlängst auf den Punkt:

Es betrifft Europa, doch es betrifft vor allem Deutschland. Die verzweifelten Hilferufe nach „Solidarität“ und „europäischer Verteilung“, die von dem Kreuz, an das es sich selbst genagelt hat, erklingen, bleiben ungehört. Es fehlt nicht an Spott und Häme. Aber keine trauernden Jünger scharen sich um Deutschland. Keiner beweint es. Es verblutet einsam auf seinem politisch korrekten Golgotha.

Wir befinden uns in einer Endzeit, einer postmodernen Nova Apocalypsis, in der sich, wie Dugin sagt, das Entsetzliche und das Banale surreal vermischen. Das psychedelische Video aus dem Bataclan, in dem sich die Schüsse der hollywoodesken Cyberdschihadisten mit den Riffs der „Eagles of Death Metal“ mixen, ist ein Zeitdokument. In den einrollenden Zügen, den klatschenden Antifaschisten, den verblutenden, zerfetzten Franzosen und der stolzen Leidensmiene von Merkel wirkt vielleicht etwas Größeres, das alle Tagespolitik weit übersteigt und unterläuft. (Auch in den USA spitzt sich, wie in einer seltsamen Achsenzeit, mit dem Wahnwitz von „critical whiteness“ und „blacklivesmatter“ die Identitätsfrage ganz ohne Terror und Refugees zu.)

Damit schließe ich an meinen ersten Artikel in diesem Blog an. Was wir heute erleben, ist ungesehen. Es ist eine Endzeit, der Zusammenbruch eines gesamten Verständnishorizonts, ein seinsgeschichtliches Ereignis. Wer einen Sinn dafür hat, spürt es. Es liegt etwas in der Luft. Ein seltsamer, größerer „Advent“ mischt sich dieser Tage in den seltsamsten, wärmsten, verzweifeltsten und doch hoffnungsvollsten Advent, den Deutschland seit '45 erlebt hat. Am klarsten spürt man das vielleicht – so geht es zumindest mir – am Gefühl der Unruhe, an der Angst, etwas zu verpassen, wenn man daheim bleibt. „Etwas“ ist los, und man hat den Drang, dabei zu sein. Seien wir dabei.

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Kommentare (149)

Arminius Arndt
04. Dezember 2015 12:57
Viel Wahres, aber auch alles etwas arg euphorisch ... (brauchen wir ernsthaft Stimmungsmacher und Motivationskünstler, wie die Bundesliga sie mit C. Daum oder Kloppo hatte? Tschacka! Oder was?).

Pegida ist keine Massenbewegung, wenn in einer 500tsd Einwohnerstadt gerade mal 2-3% auf die Straße gehen und davon kommen dann auch noch eine große Menge von auswärts. Dies, um nur einmal einen Punkt aufzugreifen.

Ohne jetzt den großen Spielverderber abzugeben zu wollen möchte ich anmerken, dass die absolute Masse der Bevölkerung auf Zuspitzungen dieser Art sehr gerne verzichten kann bzw. verzichtet hätte und das als Reaktion in einem Land wie Deutschland (da zähle ich jetzt mal Österreich einfach mit dazu) - und dies ließe sich historisch vermutlich auch untermauern - sicher nicht der Aufstand einer breiten Masse steht, sondern eher die Agonie des Erduldens und des es wird schon irgendwie vorbei gehen. Die Masse sieht den Kaiser mittlerweile nackt, dass mag zutreffend sein, aber sie bewegt sich nicht. Positiv betrachtet, kann darin die Chance liegen, dass sie sich aber auch nicht mehr groß für die Maschine bewegt (ausgenommen davon natürlich die tägliche Arbeit und die Steuerfrohn).

Um so mehr faszinierend ist der 1% Gedanke, auch wenn er mit der Webseite erst einmal in eine eher unterstützende Richtung weist.

Evtl. kann eine kleine Avantgarde die Themen setzten und damit etwas bewegen, wie es schon häufiger in der Geschichte vorgekommen war. Wir werden sehen.
Direkte Aktion
04. Dezember 2015 13:17
100% Zustimmung zu dem Artikel; es drückt das aus, was ich schon immer gesagt habe.

"ine kritische Masse an Aktivisten hat ihren Lebensentwurf voll auf die Bewegung ausgerichtet. Alles passiert schneller und härter, als man es erwarten konnte. Aber auch wir sind schneller und härter geworden."

Eine Beobachtung, die auch von mir vor Ort gemacht wurde. Dazu kommt noch eine solche Masse an neuen Interessenten und Mitläufern die einen hoffen lässt.

Man merkt, dass wirklich Revolution in der Luft liegt. Es ist als ob es nur noch eines Zündfunkens bedarf um die Dinge ins Rollen zu bringen. Und zwar nahezu überall wohin man auch guckt. Kaum eine Stadt in der es ruhig bleibt. Widerstand gegen die Umvolkung überall. Man kommt gar nicht mehr nach, die vielen positiven Nachrichten zu sichten.

Und jetzt heißt es immer nachtreten, dem Feind keine Atempause gönnen, ihn da angreifen, wo er sich verkrochen hat. Demonstrationen auch da, wo bislang noch "ruhiges Hinterland" war; das gilt auch für Großstädte. Und vor allem für Städte in Westdeutschland; der Funke muss endlich überspringen.

Und die Leute im Westen sind sehr wütend, allerdings sitzt der Reflex der Umerziehung dort viel tiefer. Seit 1945 politisch kastriert regt sich aber auch dort massiver Widerstand; weniger durch Straßenaktivitäten, aber man sieht es wenn man sich die Seitenaufrufe nationaler Netzseiten ansieht. Der Westen ist wissbegierig. Es brodelt.

Nur muss jetzt auch der Weg in den zivilen Ungehorsam geganen werden. Demos allein lassen uns auf der Stelle treten, die Dynamik muss "explosive" Formen annehmen; soll er die Bewegung nach vorn bringen.

WIR schaffen das. Merkel muss vor Gericht gestellt werden und mit ihr das ganze morsche volksfeindliche System.
Wir brauchen ein reinigendes Gewitter!
niekisch
04. Dezember 2015 13:26
Wir wehren uns gegen den Zustrom, andere leider gegen das staatlich angeordnete Verlassen unseres Landes:

http://www.derwesten.de/staedte/bochum/gegen-abschiebungen-formiert-sich-widerstand-id11325740.html

Fronten allüberall - hier im Ruhrgebiet stehen wir nur noch im Nachhutgefecht auf ziemlich verlorenem Posten!
Harald de Azania
04. Dezember 2015 13:35
Verehrter MS,

Ihr Wort in Gottes und vieler Menschen Gehoergang!!

A propos: Was ist Faymann ? Ein "Ostmerkler".

HdeA
contact high
04. Dezember 2015 13:47
"... und aus PEGIDA ist von Chemnitz bis Zwickau ein Massenphänomen geworden."
Naja, die beiden Städte sind 45 km voneinander entfernt. Ziemlich enger Aktionsradius. Ich sehe das alles weniger euphorisch. Es gärt doch maximal an den Stammtischen nach dem 5.Bier. Im Westen ja nicht einmal das. Dort ist jede Stadt ab 100k demographisch bereits verloren, die Rentnerlegionen sind ohne Bedeutung. Jeden Tag gibt es Meldungen von Vergewaltigungen, Körperverletzungen, Einbrüchen, Raub und als Antwort kommt nur Geschwafel. Mir wird hier nun bestimmt Defätismus vorgeworfen. Verlasst mal eure Büchertische und kommt in der Realität an. Nix für ungut...
Bernhard
04. Dezember 2015 14:27
Es ist gut, wenn hier Optimismus verbreitet wird. Es ist auch gut, wenn man versucht in die Offensive zu gehen. 1% ist ein weiterer guter Ansatz.

Ich bin auf unterschiedliche Art und Weise dabei, egal wie es ausgeht.

Dennoch muß man die Kräfteverhältnisse sehen. Die Übermacht des Gegners ist mindestens 1:100, vielleicht auch 1:1000 oder noch mehr. Wenn keine explosionsartige Vermehrung der Widerstandskräfte in kürzester Zeit erfolgt, ist alles vorbei. Erst später wird man dann feststellen können, wann genau sich das Zeitfenster geschlossen hat.

Wir sollten uns nicht so viel mit Analysen und Prognosen beschäftigen, sondern unser ganzes Gewicht auf die Planung und Durchführung konkreter Widerstandsakte legen. Wer dies aus guten Gründen nicht kann, sollte wenigstens anonym tätig werden: Z. B.: Abos, Buchkäufe, Buchgeschenke, Flyer, Aufkleber, Kommentare in der Lügenpresse und im Netz.

Vor allem aber gilt für alle: Sofort die Seite von 1% aufsuchen und mit einem Dauerauftrag unterstützen. Wenn noch nicht 800.000, so würden schon 80.000 monatliche 10-Euro-Spender garantiert mehr Dynamik in die Sache bringen.

Jede Tat befreit, jede Tat zählt.
Michael Kanther
04. Dezember 2015 14:41
Ich stimme Arminius Arndt und Niekisch zu und bin nach wie vor pessimistisch. Der größte Teil der Deutschen, übrigens auch sämtliche Geistliche beider Kirchen, hängt nach wie vor dem Multikulti-Wahn an. Pegida ist immer noch ein Minderheitenphänomen, das von allen Politikern links von der AfD und sämtlichen einflußreichen Medienleuten lächerlich gemacht wird. Wenn ein AfD-Parteitag von mehr als tausend Antifanten belagert wird und von einem Massenaufgebot an Polizei geschützt werden muss - wo bleibt der Aufschrei der Empörung darüber in Fernsehen und Presse links von der JF? Der patriotische Widerstandsgeist in Ostdeutschland wird nach wie vor von sämtlichen einflußreichen Medien als pathologisch hingestellt. Wenn wirklich immer mehr Leute zur Identitären Bewegung stoßen, ist das ein Grund zu großer Freude, aber zumindest da, wo ich lebe (Ruhrgebiet), merke ich nichts davon. Hier hebt Linksgrün unverändert frech das Haupt und findet keinen nennenswerten Widerspruch.

Um aus der Minderheiten-Ecke herauszukommen, müssten die intellektuellen Spitzenleute der Bewegung gegen den Großen Austausch und die Islamisierung einflußreiche Journalisten bei den Massenmedien (TV und Presse) für eine deutlich positivere Berichterstattung gewinnen. Bisher gibt es nur wenige rühmliche Ausnahmen bei der FAZ (Politik und Wirtschaft; das Feulleton kann man vergessen, dort schreiben Leute, die auch bei der taz oder der Jungen Welt arbeiten könnten), und die Junge Freiheit lesen zu wenige, sie zu zitieren traut sich fast niemand. Nur wenn unsere Anliegen in den Massenmedien besser wegkommen, werden sich vielleicht ein paar halbwegs bekannte, unentschlossene Politiker in CDU, FDP, vielleicht sogar SPD neu positionieren. Solange das nicht geschieht, wird man in Berlin bei der Haltung bleiben: Die Hunde jaulen, aber die Karawane zieht weiter.

Merkel vor Gericht? Welcher Staatsanwalt klagt sie an, welcher Polizist verhaftet sie? Bitte etwas realistischer.

Ziviler Ungehorsam wie? Durch Steuerstreik? Meine Steuern werden vom Bruttogehalt abgezogen, und welcher Selbständige wäre bereit, ins Gefängnis zu gehen?
muotis
04. Dezember 2015 14:42
@contact high @niekisch Sehe ich ähnlich, obwohl der Vorwurf des Büchertisches gegenüber dem Aktivisten Sellner sicher nicht zu halten ist. Aber eines sehr wohl: Sie, Herr Sellner und die übrigen Sezessionisten scheinen sich hauptsächlich in einem Milieu zu bewegen, in dem man ähnlich denkt und das Leben nach ähnlichen Fixpunkten ausrichtet. Das ist sicher nicht vorwerfbar, scheint aber zu unberechtigtem Optimismus zu führen. Aus meiner beruflichen wie privaten Erfahrung darf ich vermelden, daß der Benzinpreis und die betriebliche Altersvorsorge, die Zahlungsbereitschaft der Hausrat, das letzte Gerücht über diesen oder jenen Promi oder die anstehende Wochenendplanung noch immer sehr viel höheren Stellenwert in der Wahrnehmung der breiten Masse besitzt, als die - ich wiederhole mich - seit Jahrzehnten andauernde und seit Monaten nun auf höheren Touren laufende Überfremdung unseres Landes. PEGIDA ist hier im Westen entweder unbekannt oder unter der Rubrik "Ossiproblem" schnell erledigt. Daß Sie und ich und einige andere Umwälzungen spüren, zeichnet uns aus. Fatal wäre es aber, zu vermuten, daß diese Wahrnehmung anderen vermittelbar ist. Wahrnehmungselite wäre keine, wenn die Masse hier mit ins Boot geholt werden könnte.
Volle Zustimmung aber zur Analyse der tieferen Ursachen jener Endzeit, die unserer westlichen und deutschen Hemisphäre nun droht. Aber wie kämpft man an gegen höhere Mächte: Braucht es dafür, um Ihren Lieblingsphilosophen zu zitieren, nicht einen Gott? Und wenn der uns nicht zur Hilfe eilt: Wo liegt dann das letzte Heil?
Direkte Aktion
04. Dezember 2015 14:43
@Arminius Arndt und contact high:

Mal angenommen Ihre Analyen wären zutreffend. Was sollen solche Aussagen dann bringen? Wo ist da der Nährwert? Wie bringt das irgendwie unsere (ich hoffe es ist "unsere" gemeinsame) Sache/Bewegung voran?

Es liest sich ein bisschen wie Schicksalsgläubigkeit, Defätismus, Agonie und - ja auch ein bisschen Wehrkraftzersetzung.
Wir brauchen aber Motivation, Mut, Tatendrang.

Das ist jedenfalls meine feste Überzeugung. Bei Ihrer Einschätzung der Lage hätte ich wahrscheinlich schon "geschmissen". Das liest sich bei Ihnen so furchtbar traurig und zieht einen runter.

Aber genau diese Denke ist es, die die Zaghaften und Zweifelnden dazu bringt - nichts zu tun. Abzuwarten. Evtl. noch zu hoffen. Vielleicht die Wahlen 2017. Die AfD soll ja schon bei 12 % liegen; sind ja nur noch 2 Jahre (Moment: 2 Jahre = 2x 365 Tage. Pro Tag kommen mehrere Tausend Invasoren in die BRD. Mal kurz rechnen....Oh Gott!)
Aber nur nicht zu handeln. Und das nun schon seit Jahrzehnten.
WIE LANGE NOCH?!

Veränderung schreit aber nach Dynamik. Der Wille als Vorstufe zur Tat wird dann die Triebfeder des Handelns.
Nun gut - die Menschen ticken verschieden. Leider.
Gegendarstellung.
04. Dezember 2015 15:03
Wie Arminius Arndt scheint auch mir einiges zu euphorisch, selbst wenn ich nur über meine Umgebung, die zugegebenermaßen nicht zu den Epizentren der Invasion gehört, berichten kann. Der Pulverdampf der Revolution zieht hier gewiß nicht durch die Gassen. Und sofern man hier nicht ohnehin dem linksgrünen juste milieu entstammt, herrscht die Ansicht vor, daß die eigene übergoße ewige Schuld, d.h. Auschwitz und die deutschen Waffenexporte, für die illegalen Einwanderer verantwortlich ist. Der kleine Rest beißt die Zähne zusammen und bleibt fast ausnahmslos brav daheim. Pegida? Geht gar nicht, das sind doch die Nazis, wie man aus Funk und Fernsehen ja weiß. Also hoffen und beten, daß man selber von allem Übel verschont bleiben möge. Polarisierung bis in die Familien hinein? Ja, aber auch das läßt sich in der Weihnachtszeit trefflich bei Kaffee und Plätzchen beschweigen.

Das Ende von Multikulti, eines Massenwahns Bockelson’scher Güte, halte ich zu meinem größten Bedauern nicht für unabwendbar. Es scheint mir eher eine ökonomische Frage zu sein. Solange die EZB, heuer unter dem großen Vorsitzenden Mario Draghi, die Zinsen für Bankeinlagen im negativen Bereich hält, kann sich Deutschland quasi zum Nulltarif weiter verschulden. Außerdem stehen den Kommunen und dem Staat genügend Werkzeuge zur Verfügung, sich die Mittel zur Fortführung des großen Austausches zu beschaffen: Vermögenssteuer, Gewerbesteuer, Grundsteuer, Einquartierungen, Enteignung ...

Da können wir zwar gutgelaunt und frech nachsetzen, wenn wir denn noch gut gelaunt sind, aber dazu braucht es in Deutschland nicht nur die Meinungsmassen, die sich schreibend Luft verschaffen, sondern (so wie in Spielfeld) wirkliche Präsenzmassen, Leute, die auf die Straße gehen, den deutschen Majdan besetzen. Und derer haben wir hier noch viel zu wenig.

So wie Martin Sellner schreibt, muß zunächst die Lüge von den vermeintlichen Flüchtlingen (für die jetzt häufiger verbrämend der Terminus "Geflüchtete" verwendet wird) entlarvt werden. Ob sich dann patriotische Reaktionen zeigen, bleibt abzuwarten, steht doch das gute alte Vaterland derzeit nicht hoch im Kurs.

Zunächst bedarf es aber doch der Erkenntnis, was denn das Eigene ist, was es hier zu verteidigen gilt: es geht nicht um Biofleisch von glücklichen Kühen, es geht um die Wurst.
philos
04. Dezember 2015 15:11
Ich schätze ihren Enthusiasmus ebenswo, wie mir ihr Optimismus sympathisch ist, Herr Sellner. Teilen kann ich beides indes leider nicht. In meiner Stadt, deren Alltag stark von Studenten geprägt ist, verliere ich jede Hoffnung für die Zukunft, wenn ich bei Gelegenheit den Gesprächen junger Deutscher lausche. Deren Mehrheit scheint völlig unfähig oder -willig zur klaren Beurteilung der Lage. Man könnte darüber verrückt werden. Zwar erblickte ich vor kurzem an unerwartetem Ort das Feldzeichen der Division Antaios, freute mich darüber, daß es anscheinend auch hier noch andere Äxte im Walde gibt, wurde aber kurz darauf herb in die Realität zurück geholt. Davon unabhängig, stelle ich mir eine Frage: Blicke ich in meinen Bekannten- und selbst in den sehr viel kleineren Freundeskreis, sehe ich dort fast nur Menschen, die zwar weder dumm noch bösartig noch naiv sind, aber dennoch voll und ganz mit dem Austausch, den sie als solchen nicht (an)erkennen, konform gehen - und dabei sind Leute, die gerade Eltern geworden sind! Eine Erklärung dafür kann also nur noch in einer grausamen seelischen Versehrheit und Verheerung liegen, über die viel gesagt und geschrieben worden ist und die wir kurieren werden müssen. Aber wie? Nach der Katharsis wieder zu uns selbst zu finden, dafür fehlt möglicherweise die Zeit.
FFlecken
04. Dezember 2015 15:12
Ich unterstütze den Optimismus und Aktivismus des Autoren. Aber ich bin sehr viel pessimistischer was den Ist-Zustand und unseren Aussichten in absehbarer Zeit angeht.
gert friedrich
04. Dezember 2015 15:20
Das Vorbild ist Frankreich.
Hier hat der Front National momentan 28%.
Über 30% sind denkbar.
Und mit etwas Geduld schaft das auch die AfD in einigen Jahren.Nebenbei entsteht so etwas wie die rechten 68er.
Was damals der Protest gegen den Vietnamkrieg
und die Notstandsgesetze war, ist heute der Protest gegen
Massenzuwanderung und den Bundeswehreinsatz in Syrien und Afghanistan.
Hartwig
04. Dezember 2015 15:20
Da breitet der Sellner hier einen Bilderbogen aus, wo es JEDEM möglich wäre, sich zu platzieren: Sei es als Aktivist in der IB, sei es als Flugblattkleber in der Dunkelheit, als Klotürbeschrifter, als Quertreiber im Verein, als PEGIDA-Demonstrant, als AfD-Unterstützer ... oder eben als einprozent-Spender. Und dann dieses! Ja, Leute, wo hat denn der Sellner geschrieben, dass wir die Mehrheit sind? oder die Redaktionsstuben bereits erobert worden sind?
Machen! Gehen sie zur Not ins Büro ihres Bundes-, Landtagsabgeordneten und schreien sie den an. Irgendwas kann man immer machen. Denken sie nicht rational über das von Sellner verbreitete Pamphlet. Wenn ich erst dann aufstehe, wenn der Sieg absehbar wird, dann wird das nie etwas. Was ist denn die Alternative? Vor allem eine, die man vor sich selbst rechtfertigen könnte?
Fredy
04. Dezember 2015 15:26
Es gibt keinen Grund zur Euphorie. Nichts wird sich zum Guten ändern. Es wird aber schlimmer werden. Unfreiheit, Repression, und Kontrolle werden zunehmen. Dieses Regime gibt die Macht nicht freiwillig ab. Und die Mehrheit der Deutschen wird dieses Regime weiter mit seinem Kreuz bei jeder Wahl stützen. Das ist deutsch. Loyal, gegen jede Vernunft. Treu zur Führung, bis zum Ende. Nur dieses mal sieht das Ende anders aus. Deutschland ist nicht selbstbestimmt sondern Spielball fremder Mächte und Interessen. Überall wird alles gleich sein, ob NewYork, London, Paris oder Berlin. Dieselbe "Kultur", die selben Verbechenssümpfe, die gleichen Profiteure, überall dergleiche Mensch, der neue gesichtslose, weitgehend abhängige, fremdsteuerbare Verbraucher. So wird's kommen, irgendwann für jeden EU-Staat. Es gibt keinen Grund für Optimismus. Die aktuelle Lage dient im Gegenteil dazu, die angestrebten Ziele schneller, radikaler und mächtiger zu verwirklichen.
faserland
04. Dezember 2015 15:29
Etwas off-topic, aber ich bin gerade in den Staaten, wo nun eine ganze Nation ratlos vor dem Dschihadistenpaar aus dem Cubicle nebenan steht. Die Tatsache, dass sich ein junges Paar mit einem sechs Monate alten Säugling als Terroristen mit unvermeidlichem Selbstmord betätigt, ist in meinen Augen ein Menetekel, dass die Beschwichtigungsrethorik der Multikultis und des "Islam gehört zu Deutschland" auf eine Weise ad absurdum führt, wie es selbst die Attentate von Paris nicht konnten. Wenn das die Zukunft des islamischen Terrors ist, dann gnade uns Gott!
Fredy
04. Dezember 2015 15:34
@Direkte Aktion

Was ist denn Ihr Versuch denen das Maul verbieten zu wollen, die nicht in euren Euphorie-Chor einfallen, anders, als man heuer mit denen umgeht, die anderer Meinung sind als die, die sagen "wir schaffen das"?

Es gibt keinen Unterschied. Von den einen wird man als Nazi beschimpft, von den anderen als Wehrkraftzersetzer.

Ich halte beide für ideologische Spinner.
Eisenhans
04. Dezember 2015 15:35
§ Sellner: " ...doch selbst dann glaube ich, wäre das Ende
von Multikulti nicht mehr aufzuhalten".

Na, wer es glaubt. Ich nenne Ihnen mal ein Beispiel aus meiner
Gemeinde in NRW, wie es mit dem Widerstand der angeblich so
empörten Bürger aussieht: Im Ortskern wurde im Schnellverfahren
ein Betonfertigelemete- Viertel errichtet. Kapazität für die Fachkraft-
unterbringung ca. 120 Personen, unter gleichzeitigem Hinweis, das
2016 mit mind. 500 weitern Leuten zu rechnen ist. Die Reaktion der
nicht informierten Anwohner ? Keine ! Allenfalls Gemaule an der
Brötchentheke beim Bäcker. Gleichzeitig wurde bekannt, das der örtliche
Pastor der ev. Kirchengemeinde die Segnung von homosexuellen
Paaren in seiner Gemeinde strikt ablehnt. Die Reaktion ? Ein Riesengeschrei
der dörflichen Gutmenschenzunft, inklusive Beschwerdebriefen an
die Landeskirchenführung, überquellende Kommentarspalten in
der Onlineausgabe der Lokalzeitung, sowie Kirchenaustrittsdrohungen
im Dutzend.
Daran kann man deutlich erkennen, wo die domestizierten
Westbürger ihre Prioritäten setzen. Sie werfen ev. Pastoren
mittelalterlichkeit vor, nehmen importiertes Mittelalter aus dem Orient
scheinbar klaglos hin. Einen Umschwung kann ich bei diesen
Repräsentanten einer Narrenzunft beim besten Willen nicht erkennen.

Ich kann auch weder in meinem näheren, noch im weiteren Umfeld
Menschen ausmachen, die zu weitergehenden Widerstand bereit
wären. Die trauen sich doch nicht mal, das Lastschriftverfahren
für die GEZ zu kündigen.

Mein Fazit: Die Mehrheit der braven Micheldeutschen wird selbst bei
anhaltendem Zuzug von Orientalen von ihrem Widerstandsrecht
kein Gebrauch machen. Um so mehr allerdings glaube ich, dass eine
kleine Minderheit immer radikaler wird. Ob das Zielführend ist, dürfte
zum jetztigen Zeitpunkt wohl in den Sternen stehen.
Der_Jürgen
04. Dezember 2015 15:43
Obwohl ich alle Sezession-Autoren gut bis hervorragend finde, freue ich mich stets besonders über die Beiträge von Martin Sellner und Martin Lichtmesz, die eine saubere Analyse mit stilistischer Eleganz zu verbinden wissen. Das können nicht allzu viele.

Zum heutigen Beitrag von Sellner einige Bemerkungen.
Es spricht alles dafür, dass die im Sommer jäh zunehmende Flutung zumindest schon einige Jahre geplant war. Hierauf deuten nicht nur scheinbar belanglose Einzelheiten wie die im Frühling erfolgte massenhafte Eröffnung von Western-Union-Zweigstellen auf dem Balkan, sondern die gesamte weltpolitische Entwicklung der letzten Jahre verleiht diesem Verdacht Auftrieb.

Die Aggression gegen Libyen und der Mord an Gadafi verfolgten sicher mehrere Ziele zugleich – nicht zuletzt die Plünderung der gigantischen libyschen Wasserreserven -, doch scheint das unmittelbare Ziel darin bestanden zu haben, ein ernsthaftes Hindernis für die Überschwemmung Europas durch Schwarzafrikaner aus dem Weg zu räumen. Eine solche ist für die Verwirklichung des Coudenhove-Kalergi-Plans unabdingbar; Asiaten verschiedener Rassen reichen dazu nicht aus.

Im Oktober 2008 wurde ein von der französischen Sozialistin Françoise Castex formulierter Plan zum Import von 50 Millionen afrikanischen Arbeitern nach Europa bis zum Jahre 2050 bekannt. In Mali wurde damals das erste Rekrutierungsbüro eröffnet. (www.express.co.uk/65628/Seecret-plot-to-let-50-million-African-workers-into-EU) Wegen der hohen Arbeitslosigkeit in der EU musste dieser Plan ad acta gelegt werden; die Afrikaner mussten als „Flüchtlinge“ kommen, damit man ihre Aufnahme mit scheinheiligen pseudo-humanitären Phrasen rechtfertigen konnte.

Vor demselben Hintergrund ist die Entfachung des „Bürgerkriegs“ in Syrien anfang 2012 zu sehen, den Katar und Saudi-Arabien unter amerikanischer Schirmherrschaft mittels Einschleusung fundamentalistischer Halsabschneider provozierten. Vorher gab es ja nur wenige syrische Immigranten in Europa.

Die Drahtzieher im Hintergrund – zu ihren hochgestellten Knechten gehört der UN-Migrationsbeauftragte Peter Sutherland, der von der EU offen fordert, „die Homogenität ihrer Bevölkerungen zu untergraben“ –wollten offenbar so rasch wie möglich irreversible demographische Zustände schaffen, und zwar vor allem in Deutschland, wo Überfremdung und Islamisierung noch längst nicht dasselbe Ausmass erreicht hatten wie in Frankreich oder England. Sie wussten, dass ihr Marionettenregime in Berlin und die gleichgeschaltete deutsche Lügenpresse anstandslos mitspielen würden.

Es ist zwar denkbar, dass das BRD-Regime irgendwann im nächsten Jahr die Grenzen wenigstens halbwegs dichtmachen wird, aber die bis dann wohl zwei Millionen neuer Zuwanderer kann es nicht repatriieren, weil es im Netz seiner Lügen gefangen ist und die Linke mit der Antifa als Speerspitze Deutschlands Strassen sonst in Schlachtfelder verwandeln würde.

Da drei Viertel der Neuzugänge junge Männer mit verständlichen sexuellen Wünschen sind, wird man, um massenhafte Vergewaltigungen zu vermeiden, schon bald den legalen Familiennachzug bzw. den Import von Bräuten legalisieren, und dann kommen weitere Millionen binnen kürzester Zeit. Die Umvolkung, der Grosse Austausch, ist dann ein gewaltiges Stück näher gerückt.

In ihrer Arroganz gingen die Volksverderber davon aus, dass die Bundesdeutschen (aber auch die Österreicher) bis auf ein paar Querköpfe, die man notfalls mittels Sonderbehandlung aus dem Verkehr ziehen kann, ihre Verdrängung widerstandslos hinnehmen würden. Das Kalkül scheint, insbesondere dank den Deutschen in der Ex-DDR, nicht aufzugehen, zumal der Osten Europas, vor allem Ungarn, durch seinen energischen Widerstand ein Vorbild bietet.

Der Beitrag Martin Sellners mit seinem gedämpft optimistischen Tonfall macht Mut. Auf des „langen Tages Reise in die Nacht“, die Europa angetreten hat, wird vielleicht doch ein Morgen folgen. Ich werde Sellners Beitrag einem in rechten Kreisen wohlbekannten deutschen Freund im amerikanischen Exil empfehlen, der mir heute morgen ein Mail des Inhalts „alles aus, alles vorbei, Europa wird negroid und muslimisch“ geschickt hat. Vielleicht kann dem Manne mit diesem Artikel geholfen werden.


@Gert Friedrich
"und in ein paar Jahren schafft das auch die AFD."
Wir haben nicht mehr "ein paar Jahre" Zeit, denn bis dann hat Deutschland satte 10 Millionen "Neubürger". Es muss schneller gehen, und durch Wahlen ist die radikale Wende nicht zu bewerkstelligen. Uebrigens auch nicht in Frankreich, wo Marine Le Pen der Ideologie des Systems eine Konzession nach der anderen macht und im Falle ihrer Wahl zur Präsidentin gegen ein feindliches Parlament regieren müsste, was unweigerlich schiefginge. Nein, es geht nur über eine Revolution. Dass diese unblutig sein möge, darf hoffen, wer will.
Fredy
04. Dezember 2015 15:46
Nachtrag:

Wer an zuviel Euphorie leidet, der schwimmt eindeutig zu sehr im eigenen Saft. Geht mal raus, in die Arbeitswelt eines Konzerns, an einen Flughafen, in die Hotels, in die Städte der alten Bundesländer. Es ist alles in Ordnung. Genau so wie es sein soll. Wie das geplant ist.

Warum soll sich auch etwas ändern?

Die Masse der Deutschen sind abhängig von diesem Staat: Rentner, Beamte, in öffentlichen Diensten beschäftigte, Arbeitslose, Ausländer, Verbrecher, Kirchen, NGOs ... und die Jugend um ein anständiges Leben betrogen, aber zu blöd das zu kapieren.

Wer ist unzufrieden? Wir, die wir das bezahlen und zwischen 30 und 50 Jahre alt sind. Wir sind aber die Minderheit, und werden es bleiben. Und abgesehen davon sind die meisten zu feige. Wie oft habe ich hier schon gelesen, dass sie bei der Arbeit Ihre Denk- und Sichtweise verstecken. Wie soll sich mit solchen Leuten etwas ändern? Und wie macht man das eigentlich, sich verstecken. Das sind die Leute, die im Betrieb gegen mich argumentieren, in der Hoffnung, dass sie so andere überzeugen können selbst auf der richtigen Seite zu stehen. Was kann man mit solchen Leuten machen, die selbst die Achtung vor sich verloren haben und Gleichgesinnte verleugnen?

Konservative als Bewegung haben noch nie was gerissen. Es waren immer nur Einzelne.
Erzreaktionär
04. Dezember 2015 15:48
Ein großer Umbruch steht bevor - soweit würde ich Sellner zustimmen. Allerdings glaube ich nicht, daß er von der deutschen Rechten ausgehen bzw. von ihr maßgeblich beeinflusst/gesteuert werden wird. Noch immer mobilisiert das Regime ohne Probleme weitaus mehr Unterstützer, als alle rechten Projekte zusammen. Der Kollaps des Systems wird - so meine Vermutung - schneller und plötzlicher kommen, als viele erwarten. Die Krise spitzt sich weitaus rascher zu, als das "revolutionäre Potential" von rechts wächst.
Zuversichtlicher stimmen mich da die Entwicklungen im Ausland, v.a. in Osteuropa. Man wird in den kommenden Wochen und Monaten sehen, ob der Patriotismus der dortigen Machthaber authentisch ist, oder ob sie sich von der EU kaufen lassen. Werden sie der Umverteilung zustimmen (daß sie so oder so nicht stattfinden wird, spielt keine Rolle)? Wann folgen die übrigen Balkanstaaten dem Beispiel Ungarns und machen dicht? Was sich auf dieser Ebene abspielt, halte ich für weitaus bedeutsamer, als alles, was in Deutschland passiert. Über das Schicksal Syriens wird ja auch nicht in Damaskus entschieden...
Mathias Reuter
04. Dezember 2015 15:57
Ihr Optimismus ist wohltuend und wie soll man eine solche Situation auch anders angehen. Ich sehe allerdings in meinem weiteren Umfeld keinerlei Grund dafür. Die Menschen raunen, aber es gibt keinerlei Aktivität. Selbst die nächsten Wahlen werden wie immer ausgehen. Vielleicht schafft es die AfD mit 6% in irgendwelche Länderparlamente, wird dort aber allein am Schmuddeltisch sitzen müssen. Aus meinem Bekanntenkreis kennt niemand die JF, die Sezession, Metropolico, Achgut, Klonovsky, selbst PI-News verbleibt im Sektendasein. Man muss tun, was getan werden muss, unabhängig vom Ergebnis. Aber in den nächsten 2, 3 Jahren fährt der BRD-Zug mit Volldampf weiter in den großen Austausch und wer sich die Kohortenzahlen anschaut weiß, dass es kein zurück geben wird. Vielleicht machen Sie mal eine kleine Rundreise durch die westlichen Ballungszentren. Zwickau hat 104.000 Einwohner. Das ist im NRW-Maßstab ein größerer Fliegenschiss. NRW hat mehr Einwohner als die gesamte ehemalige DDR und hier werden aus dem ganzen Ruhrgebiet (deutlich mehr Einwohner als Sachsen insgesamt) Leute angekarrt, damit Stürzenberger seine ewige Anti-Islam-Platte wenigstens mal vor 600 Menschen abspielen kann.
Immer weitermachen, was kann man sonst auch tun. Auch wenn im Westen nicht einmal Haarrisse zu entdecken sind.
Tim
04. Dezember 2015 16:02
Wieder mal ein toller Eintrag Herr Sellner !
Ich kann die Kritik in den Kommentaren durchaus verstehen, doch brauchen wir gerade in diesen Zeiten nicht auch Optimismus und Euphorie.
Es ist zu einfach als Rechter dem Pessimismus und der Melanchie zu verfallen - ohne Ausgleich fast unmöglich sich zu erfreuen.
Da kommen solche Worte und Gedanken gerade richtig und schenken einem wieder die nötige Kraft, die es mehr als jemals zuvor auch braucht.

Grüße aus Westfalen
budda wayne
04. Dezember 2015 16:20
Die Versteifung auf den Begriff Multikultur halte ich für falsch. Deutschland war schon immer multikulturell. Das Deutsche Kaiserreich stand schon immer für eine "Einheit in Vielfalt". Wichtig war eben das Gemeinsame zum Zusammenhalt des Ganzen. Die Sprache. Die Musik. Die Traditionen in all ihren Facetten. Das UrDeutsche.
Wenn schon sollte man die Verzerrung des Begriffs Multikultur anprangern. Was wir heute erleben ist nicht eine neue Form von Multikultur, sondern die totale Entkultivierung von Gesellschaften mit dem Endziel Einheitsmensch.
Es muß die Front der Kultivierten sich zusammenfinden. Links, Rechts-alles nur Schnee von gestern...
Treverer
04. Dezember 2015 17:11
Die Versunsicherung selbst der "ganz normalen" Grünenwähler aus der Mittelschicht -nicht der suizidalen Ideologen, die den Parteiapparat beherrschen- ist mit Händen zu greifen. Jeder kann sie in den Alltagsgesprächen wahrnehmen. War das totale Multi-Kulti doch nur eine Illusion, fragt ein nagendes Bewußtsein.

In unserem bunten Stadtteil sind drei Turnhallen für die Neusiedler beschlagnahmt, der Sport für die einheimischen Kinder findet kaum noch statt. Nur eine Halle blieb offen. Hier durften die jungen, männlichen "Flüchtlinge" ab 19.00 h, nach dem Ende des Kindersports, Fußball spielen - wegen "Integration" uns so. Vor zwei Wochen hatten die Kinder die Halle noch nicht verlassen, als unvermittelt, ein massiver orientalischer Kickboxkampf ausbrach. Die Kinder waren geschockt, und die (zumeist grünen) Mütter haben viel dazugelernt. Die Refugees haben jetzt Hallenverbot.
Monika
04. Dezember 2015 17:17
TEIL 1

Raskolnikow
Montag, 16. November 2015, 6:56 (URL) | Kurz-URL

Ist was passiert?
.......
In Mitteleuropa haben fremde Narren einheimische Narren getoetet. Und in den Naechten darauf hat nirgends eine Moschee gebrannt. Angeblich wurde irgendwo „Imagine“ von John Lennon gesungen …



John Lennon

Imagine there's no countries
It isn't hard to do
Nothing to kill or die for
And no religion too
Imagine all the people
Living life in peace.....


Götz Kubitschek bemerkte.... daß " es in ganz Europa keine adäquate patriotische Reaktion auf den Terror in Paris gegeben hätte"...
Frage: Was wäre denn eine adäquate Patriotische Reaktion gewesen ?
Und warum patriotisch ?

Gottseidank hat keine Moschee gebrannt ! Allerdings wird es immer schwieriger, sich eine Welt ohne Länder und Religionen vorzustellen, in der ein Leben in Frieden möglich ist.

Das Bataclan war nicht die ultimative " Zuspitzung der Zuspitzung" !!!

Endzeit und Bereitschaft .
Das klingt wie eine jesuanische Proklamation.
In der Tat findet sich die Kernaussage der christlichen Botschaft in Mk 1,4
Und Jesus sprach:
"Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe,
Kehrt um, und glaubt an das Evangelium


Während der Kommunismus und der Nationalsozialismus das Reich inhaltlich auf die Erde verlegten und dafür ganzen Einsatz verlangten,
verlangt die Eschatologie des 21. Jahrhunderts nach totalem Einsatz,
ohne einen Inhalt benennen zu können.

Wie kommt Form und Inhalt zusammen ?
Heinrich Brück
04. Dezember 2015 17:20
Wer einmal gelernt hat wie ein Sklave zu leben, wird für immer seine Niederlage im Gepäck tragen.
Die Schande derer, die sich schon jetzt geschlagen geben, muß sich noch in Jahrhunderten in der Tapferkeit derer, die für ihr Land kämpfen,
widerspiegeln.
John Haase
04. Dezember 2015 17:39
Bei mir schwankte die Einschätzung unserer Chancen in den letzten Jahren häufig zwischen Optimismus und Pessimismus, mittlerweile neigt sie sich aber immer mehr der letzteren Seite zu. Ich fühle mich ein wenig "wehrkraftzersetzend", wenn ich hier so etwas schreibe, aber nun, dies ist ja ein Diskussionsblog, da ist das legitim, denke ich.

Naturgemäß bekommt man qua sozialem Umfeld eine Voreingenommenheit aufgedrückt. Bei Herrn Sellner sind das seine Aktivisten, die natürlich eine positive Grundstimmung vermitteln. Einige der anderen Kommentatoren hingegen sehen frustriert auf die trägen Menschen in ihrem Wohnort und rechnen diese auf das ganze Volk hoch. Die Wahrheit wird wohl irgendwo in der Mitte liegen, aber diese "Mitte" liegt, denke ich, deutlich näher bei den Pessimisten als bei den Optimisten.

Ich mache dieselben Erfahrungen. Wenn man einmal eine Weile nicht oder kaum mehr politisch aktiv gewesen ist, schärft sich erst der Blick dafür, wie klein unsere politischen Initiativen eigentlich sind. Sie werden von der Bevölkerung schlicht nicht wahrgenommen. Als Aktivist neigt man dazu, hinter jedem Ereignis immer das große Ganze zu vermuten: Was bedeutet dieser Demo-Erfolg? Kommt die Wende endlich? Bemerkt man nicht überall im unpolitischen Umfeld eine gewisse Erbitterung? Wann wird diese sich entladen?

Man nimmt als aktivistisch Betroffener alle Entwicklungen und Tendenzen gewissermassen mit Hebelwirkung wahr. Kleine, sehr kleine gesellschaftliche Veränderungen zeigen sich dann als riesige Ausschläge auf dem politischen Seismographen, obwohl die zugrundeliegende Entwicklung minimal ist, ja es sich ebensogut um einen rein zufälligen Ausschlag gehandelt haben mag.

Ich bemerke wie wohl alle hier ebenfalls einen Stimmungsumschwung bei letztlich unpolitischen Landsleuten. Auf ihr Wahlverhalten hat das allerdings nur geringe und auf ihre politische Ideologie gar keine Auswirkung, das große Narrativ von Vielfalt und Frieden bleibt intakt: "Ich bin auch dafür, die Grenzen dichtzumachen, aber ich würde niemals die AfD wählen, weil die rechtspopulistisch sind".

So oder ähnlich habe ich das oft genug gehört.
Exmeyer
04. Dezember 2015 17:47
Der positive Ausblick eines Aktiven.
Die Defaitismen von Sesselfurzern.

Zwar irrt sich Sellner über die Wahrscheinlichkeit einer deutschen Orbanisierung, dennoch hat er weitestgehend die zu erwartende Entwicklung aufgezeichnet. Aber zu Lasten der Sesselfurzer, die darauf warten, daß man ihnen einen Sieg bis vor die Fernseher trägt. Es wird nicht ihr Sieg. Sie sind die Verlierer der Geschichte. Immer. Und immer zurecht.

Sellner wird genauso recht behalten, wie die Defaitisten. Die Zukunft ist kein Schicksal. Noch nicht einmal der eigene Charakter. Lediglich die mangelnde Kraft ist es. Lieber Sklave als Tod, dürfte deren Motto lauten. Wie immer.

Die Macht der Gegner rührt nicht von ihrer tatsächlichen Stärke, sondern von deren Überschätzung. Nicht 1000:1, sondern 1:1. Advantage rechts. Die Restmenge der 998 sind scheißegal. Und zu der Menge gehören auch die Defaitisten und Hinternbreitsitzer.

Heute schon Liegestütze gemacht? Nein? Dann wissen Sie ja, zu welcher Gruppe sie gehören.
ingres
04. Dezember 2015 18:04
M. e. wird sich überhaupt nichts von unten bewegen. Außer dass die AfD in der Wählergunst steigt. Und dann muß man sehen wann die Wahlen abgeschafft werden um die Demokratie zu schützen.
Ich habe am Parteistand zwar einige Zustimmung bemerkt, aber tatsächlich beunruhigt schien niemand und niemand ist die Größe un Akutheit der Gefahr bewußt.
Allerdings war das vor den Anschlägen von Paris. Danach habe ich keine Stimmungen mehr mitbekommen.
Private Aufklärung scheint mach 3 Jahren etwas zu bringen,. Aber das ändert nichts. Und ich kann ja auch nichts tun. Nein, das muß über die AfD laufen und da muß man abwarten was das System da noch in Petto hat. Und das dauert, es sei denn Pegida oder (eine andere Organisation) machen mehr als Spaziergänge.
Und dann ist die Frage wieviel Terroristen sind eingesickert oder sickern ein.
Polizei und Militär sehe ich ab einer gewissen Zahl als machtlos an, zumal man annehmen muß, dass man denen in den Rücken fällt. Und ein Aufstand gegen Terroristen ist nicht möglich. Aber wenn ISIS noch auf sich warten läßt, dann gibt es eine Chance.
Siddharta
04. Dezember 2015 18:21
Es gibt Gesprächssituationen in denen eine Person einen bestimmten Begriff wählt oder eine eigenartige Betonung und sich damit selbst entlarvt. Der Zuhörer stolpert geradezu über die unbewusste Offenbarung. Er hat dann etwas mitgeteilt bekommen, das er gar nicht hätte wissen sollen. Das "Refugees Wellcome" scheint mir nicht solch ein Schlüsselbegriff der Flüchtlingslüge zu sein. Es handelt sich dabei eher über den gewöhnlichen Plakativ-Sprech des linksautonomen Lagers, der von den Propagada-Medien übernommen wurde. Wesentlich interessanter ist dieses "Wir schaffen das!" Man kann diesen Slogan drehen und wenden wie man will und wird nicht richtig schlau daraus. Auf den ersten Blick klingt er wie die Werbebotschaft eines Baumarktes - "Geht nicht, gibt's nicht!". Da die Aufgabe quantitativ nicht abgegrenzt ist, müsste es eigentlich heißen: "Wir schaffen alles!". Darin ist unübersehbar ein Element der Hybris enthalten. Mein Gefühl sagt mir jedoch, dass Merkel nicht spinnt. Dazu ist sie zu raffiniert. Und in ihrer Hinterhältigkeit steckt eine typisch frauliche Tücke, die ich einem Zähne kauenden Mauerblümchen wie ihr gar nicht zugetraut hätte.
ingres
04. Dezember 2015 18:25
Es geht schon los. Man will der AfD die finanziellen Mittel beschneiden. Wie ist egal, aber hab ich gerade gesehen.
Nein die Frage ist nur, wieweit ist ISIS vorangekommen. Für alles andere haben wir Zeit und müssen uns Zeit lassen. Das System wird routiniert weiter machen und nur terroristischer Krieg kann es aus dem Konzept bringen, aber das nutzt "uns" auch nichts.
Aber jeder kann diese Zeit mit eigenen Aktionen verkürzen. Nur langfristig kann was erreicht werden. Alles was sich jetzt schnell und asynchron ereignet wird nichts Positives sein.
Hazmat Modine
04. Dezember 2015 19:16
@Michael Kanther: Wow, Sie kennen "sämtliche Geistlichen beider Kirchen"? Da sag ich nochmal: wow!

@Martin Sellner: Und jenseits der Grenze liegt ein "weites Feld" ... Wie sieht es da aus? Wie lebt es sich da? Was blüht uns dort? Worauf können wir hoffen? - Ich fände es gut, wenn Sie über diese Grenze mal hinausdenken und -schreiben würden. Ich meine nicht, dass ich einen großen utopischen Wurf erwarte. Aber Hoffnungsbilder. Worauf können sich denn die Leute freuen, die sich uns anschließen? Bisher eint das große "dagegen". Die Analysen sind wichtig - aber wichtig ist auch, etwas fürs Herz zu haben. Das hat mir am Vortrag von Thor v. Waldstein gut gefallen: der Hinweis, dass wir Menschen nicht nur vernunftgeleitete Wesen sind, sondern etwas brauchen, das unsere Emotionen anspricht. Wenn Otto Normalverbraucher auf der Straße von Ihnen wissen will: "Was wird besser für mich?", was sagen Sie ihm dann?
calculus
04. Dezember 2015 19:17
@MS

Seht guter Text! Gerade in der Situation jetzt, wo sich ein gewisser Pessimismus breitzumachen scheint, tut eine Portion Optimismus Wunder! Lassen Sie sich nicht unterkriegen von all den Miesmachern!
OJ
04. Dezember 2015 19:45
Ganz stark! Bin gespannt, wann und wo das nächste Menetekel folgt.
Ewiggestriger
04. Dezember 2015 19:47
Ich glaube die Pessimisten sollen die Klappe halten und nuchtern an die Sache arbeiten. Vor ein Jahr bin ich auch so ein Pessimist hier in den USA gewesen - aber dann kam Donald Trump. Der öffentliche Diskurs hat sich rasch seit seinem Antritt zur Präsidentenwahl geändert. Das öffentliche Beispiel eben eines kleinen Handvolls Menschen, die den PC trotzten und unbeirrt die Wahrheit sagen, sich nicht von Bonzen und Fanatikern einschüchtern lassen, ist gewaltig. Das Establishment fürchtet Euch, seid darum sicher, die wissen doch ihre Tagen sind gezählt. Deshalb arbeiten sie so panisch und vorschnell. Euer Beispiel braucht Zeit, um im Volksgedächtnis zu gären. Entmutigte Kämpfer gewinnen keine Schlachten.
Arminius Arndt
04. Dezember 2015 20:13
Ich wollte mit meinem Beitrag wahrlich keinen Defätismus verbreiten - am Ende des Beitrage steht da ja auch die Hoffnung auf eine Avantgarde, wie man hoffentlich erkennen kann.

Dennoch sind Worte wie "Massenbewegung" einfach Fehl am Platze. Man darf sich nicht täuschen lassen, nur wenn mal ein paar tausend zusammen sind, heißt das erst einmal noch gar nichts.

Beispiel: Vor über 30 Jahren durfte ich ein bisschen Einblick in die sog. "evangelikale" Szene nehmen (ohne ernsthaft Anhänger gewesen zu sein). Damals wurde auch von Treffen zu Treffen gepredigt, alles wächst (es gab damals durchaus auch Kongresse mit 4-stelliger Teilnehmerzahl etc), es gäbe einen Mähdrescher Gottes in Afrika, Erweckung überall und wir alle werden bald Zeugen der Wiederkunft Christi werden oder entrückt werden etc. Wenn man sich zu lange in solchen Gruppen oder Sekten aufhält, kann man durchaus zur Einschätzung gelangen, dass das alles stimmt, da ja scheinbar das ganze Umfeld so zu denken scheint. Ich persönlich kann nach 30 Jahren sagen, dass davon recht wenig stimmte und die ganzen Evangelikalen, Pfingstler und Sonstige sind zumindest in Europa nie über eine Nische hinausgekommen, geschweige denn, es hätte eine Welle der Erweckung in Europa gegeben.

Dieses Schicksal möchte ich den Identitären nicht wünschen, aber dennoch sollte der Blick, gerade als Rechter, immer möglichst klar bleiben. Die kühle Analyse der Lage unter Beachtung eines realistischen Menschenbildes war und ist die Stärke der Konservativen und Rechten.

Deswegen muss man noch lange nicht aufstecken oder den Kopf in den Sand stecken - ich persönlich habe den Eindruck, dass eine vor allem auch stark via Internet publizierende und sich offen beteiligende Rechte zur Zeit durchaus Themen setzt (zunächst viral, dann verbreitet es sich etc.), denn über "Alles ist super" ist ja sogar bereits die öffentliche und offizielle Diskussion hinaus.

Die AfD ist außerdem auf sehr gutem Wege, dass zu werden, was G.K. als Resonanzraum bezeichnet hat. Von daher:

Die Lage ist besch..., aber noch lange nicht hoffnungslos und selbst dann hätte man als guter Deutscher gefälligst noch ein Apfelbäumchen zu pflanzen. Das große, heutige Drama besteht vor allem darin, dass tagtäglich durch den ungebremsten Zustrom Fakten geschaffen werden, die kaum mehr umkehrbar erscheinen. Um so wichtiger, dass deutsche Interessen schon im Vorfeld eines Vielvölkerzustandes formuliert und gebündelt werden.

Wers kann, leistet selbstverständlich auf seine Weise und mit seinen Möglichkeiten legalen Widerstand.
HX
04. Dezember 2015 21:05
Alles steht und fällt mit Merkel. Wenn sie abtritt, ändert sich die Politik. Die Machtarithmetik macht es derzeit unwahrscheinlich, dass sie gestürzt wird. Sie lebt von der Tatsache, dass die SPD mit im Boot sitzt. Aber nur Geduld! Ich habe an dieser Stelle im September die Aussage gemacht, dass Merkel in zwei Monaten zurücktreten muss. Das ist nicht passiert. Trotzdem glaube ich, dass es in mittlerer Zukunft passieren wird, denn "You can ignore reality but you cannot ignore the consequences of ignoring reality". Die Konsequenzen ihrer Politik der Einladung an alle Welt werden die Regierung und Opposition einholen. Es wird hart, aber am Ende wird Göring-Eckard den Grenzbaum persönlich schließen.
thotho
05. Dezember 2015 00:32
Widerstand jeden Tag höchst individuell zu leben, so man möchte, ist doch kein Problem. Es ergeben sich täglich bei jedem unzählige Gelegenheiten. Eine kritische(re) Wortmeldung dort oder da. Mal 50 Flugzettel "fallengelassen", ein paar Pickerl "versorgen", Twitter, Facebook, dem Politiker oder Journalisten geschrieben, ... mein Gott, es gibt so viele Möglichkeiten!
Nichts zu tun, da man glaubt, es "wird sich schon legen", ist das Schlimmste, was uns passieren kann.
Unter Gutmenschen
05. Dezember 2015 00:47
Bis auf ihren Optimismus pflichte ich Ihnen voll bei. Leider scheine ich mich im Auge des revolutionären Orkans zu befinden. Hier gehen die Willkommensjubler ihren gewohnten Tätigkeiten nach, Willkommensfeste für "Flüchtlinge", interkulturelle Damen-Treffs ausrichten, gemütliches Beisammensein, um das Deutsch zu verbessern, "Flüchtlinge" auf unserem Vereinsfußballplatz spielen lassen etc.. Demnächst wird ein Jugendzentrum in der Nachbarschaft eröffnet, da ahne ich die Mischung schon...Eine politische Debatte mit der Nachbarschaft? Die Kinder wagen in der Schule auch nicht zu widersprechen, es gibt ja kaum noch Deutsche in der Klasse, ausser der linken Lehrerin. Die Konsequenz ist in beiden Fällen soziale Isolation. Eine Debatte mit der Familie? Fatalismus von denen, die meiner Meinung sind und ich solle die Klappe halten. Plakate und andere Aktivitäten finanzieren, ja! Die richtige Partei unterstützen, ja! Auf Demos gehen, ja! Aber Massenbewegung seh ich auch keine, die Zahlen sind 3stellig, bestenfalls 4stellig, mit hysterischer Presse.
Ich bitte nicht falsch verstanden zu werden, ich fordere nicht dazu auf, den Kopf in den Sand zu stecken! Obwohl ich sehr pessimistisch bin, ist Widerspruch Pflicht und unsere Verantwortung gegenüber unseren Vorfahren und Nachfahren, auch wenn die Übermacht des Gegners erdrückend ist und die Erfolgsaussichten verschwindend gering sind.
Phobius
05. Dezember 2015 02:41
@HX
"Ich habe an dieser Stelle im September die Aussage gemacht, dass Merkel in zwei Monaten zurücktreten muss. Das ist nicht passiert."

Da kann man nachhelfen:

Jede Demonstration, von AfD bis Pegida, wird „von Merkel selbst eröffnet“. Der Veranstalter, nach der allgemeinen Begrüßung: „Bevor ich den ersten Redner auf die Bühne bitte, hat die Bundeskanzlerin das Wort.“ Dann die Eidesleistung, am besten die von 2013, die mit dem kleinen Holperer. 23 Sekunden, nur Ton, keine Bilder: „Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden …“

Woche für Woche, in Dresden, Erfurt etc.. Das steht sie nicht weitere acht Wochen durch - mit oder ohne Gottes Hilfe ...
https://www.youtube.com/watch?v=0Ousq3a3QRc
Pierre Aronnax
05. Dezember 2015 04:02
Großartiger Artikel - Wehrkraftzersetzung in den Kommentaren

Einem grundlegenden Gesetz der Massenpsychologie folgend, welches im Übrigen durch aktuelle psychologische Forschungsergebnisse gestützt wird, wirkt jede Lüge proportional zum Verhältnis ihrer Wiederholung mit der Zeit überzeugender.

Die Aufgabe der eigenen Wehrbereitschaft lässt sich so genauso herbeiführen, wie das Verpassen der Chance, selbst dieses Gesetz zu seinem Nutzen anzuwenden: Wenn schon eine Lüge durch Wiederholung zur inneren Überzeugung der Massen gemacht werden kann - wie schnell und wie einfach muss es dann einer Wahrheit gelingen, Lügengebäude zum Einsturz zu bringen, wenn man nur vehement genug an seiner eigenen Aufgabe arbeitet?

Ein Kommentator unter dem Text schreibt: "Wer an zuviel Euphorie leidet, der schwimmt eindeutig zu sehr im eigenen Saft." Ja, aber ist es denn ein "zuviel" an Euphorie beim Autor - oder nur ein zu wenig an Einblick in die Opposition beim Kommentator?

Wer angesichts der historischen Lage, in der sich unser Kontinent befindet, so unkreativ ist, dass ihm nichts besseres einfällt, als in der SiN zersetzenden Defätismus abzusondern, sollte sich einmal fragen, was er unter "Kampf" und "Widerstand" versteht, dem er sich vermeintlich zugehörig fühlt. Und vor allem sollte er seine West-Anekdoten für sich behalten und sich in die Phalanx einreihen, wenn es ihm tatsächlich um die Bewahrung unseres Volkes und unserer Kultur geht.

Wir brauchen alles mögliche: Geld, Material, Räume, Expertise. Wer all das nicht hat, kann sich als Aktivist betätigen - oder zumindest seine Schnauze halten, wenn andere Leute durch die Fokussierung ihres Lebensmittelpunktes auf unser aller gemeinsame Zukunft bereit sind, größte Opfer zu erbringen, die obendrein bereits reichlich Früchte tragen.

Diese Störpropaganda ist unerträglich. Der Freundeskreis hat nichts besseres zu tun, als seinen Wochenendhedonismus zu planen? Was macht er dann da - mit denen? Warum ist er nicht mit etwas Besserem befasst, als sich diese Degenerationserscheinungen reinzuziehen? Wenigstens mal dort das Maul aufzumachen, anstatt an Aktiven herumzumäkeln würde schon einen Unterschied machen.

Was glaubt man denn eigentlich, um was es hier geht? Titelbilder auf BRD-Gazetten? Die Zukunft unseres Kontinents steht auf dem Spiel - und alles, was diesen Herrschaften einfällt, ist einen der klügsten und aktivsten Streiter für diese Zukunft (#nohomo) mit seinem Müll bremsen zu wollen.

Die Kontodaten, die Emailadressen, die Betätigungsfelder, die Termine sind bekannt. Wo ist er? Der Internet-Held?
Werner H.
05. Dezember 2015 05:42
Europa ist nicht atheistisch, sondern imaginiert sich als Christus, der stirbt, um die Menschheit zu erlösen.

Das ist von Michael Bärnthaler nicht wirklich auf den Punkt gebracht. Die falschen Christen schämen sich heutzutage zu Ostern ob der "Auferstehungslüge" und inszenieren um die Zeit herum gerne ein jüdisches Paschamahl. Man imaginiert sich eher als Stolpersteinbrüche verdient habend.

Brigadegeneral der Bundeswehr a.D. Reinhard Günzel (KSK) nennt die Hauptursachen für das pathologische Verhalten: Das Rückgrat gebrochen, die Seele genommen, die Weichen gestellt für die Fahrt in ein bedeutungsloses Helotendasein.

https://www.youtube.com/watch?v=GkF3CQlufZU
Jens Schnell
05. Dezember 2015 07:02
Wie immer lustig, der harte Exmeyer, der ansonsten immer sofort anfängt rum zu flennen, wenn ein Beitrag von ihm nicht gleich veröffentlicht wird.
Wieviele Liegestütze machen wohl diejenigen, die in diesem Land über echte Macht verfügen? Die nie auf die Idee kommen würden, im Internet Kommentare zu schreiben, weil das für sie blödsinnige Zeitverschwendung wäre, da sie ja über echte Entscheidungsgewalt verfügen? Wie viele Liegestütze hat wohl Henry Kissinger in seinem Leben gemacht? Bestimmt sehr viel weniger als Sie!

Das ganze ist mal wieder nur ein Bsp dafür, wie unterschiedlich die Wahrnehmung von Menschen im gleichen Land ist. Das hat vor allem mit sozialem Umfeld, Wohnort und Stellung zu tun. Für die einen liegt Revolution in der Luft und der Umbruch ist zum greifen nah. Die anderen merken, daß in der Schulklasse die ihnen auf der Straße entgegen kommt, die einzigen Blondschöpfe irgendeine undefinierbare osteuropäische Sprache sprechen.
Wieder andere wissen, wer jetzt noch ein Flugblatt im Briefkasten braucht, um aufgeklärt zu werden, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen.
Waldgänger aus Schwaben
05. Dezember 2015 08:41
Diese Begeisterung.
Nur: Dass "wir gerade am Zenit *) einer erwachenden patriotischen Bewegung" stehen, glaube ich nicht. Wir stehen am Anfang, gell!

"Ach, wäre ich 40 Jahre jünger", dachte ich beim Lesen.

Aber jeder kämpfe an seinem Platz. Die politische Auseinandersetzung ähnelt dem Krieg und entscheidend ist die Fähigkeit zum Gefecht der verbundenen Waffen.

Aktivisten sind Stoßtrupps.

Ein Parteimitglied, jeder der seine Meinung im persönlichen Gespräch vertritt, ist ein Infantriesoldat.

Medien, auch Blogs und facebook-Seiten, sind die Luftwafffe.

Also Herr Sellner, achten Sie darauf dass Sie sich nicht zu weit vorwagen, rückt die Infantrie nicht nach, werden Sie aufgerieben. Und stimmen Sie Ihre Aktionen mit den Kameraden von der Luftwaffe ab. Luftangriffe und dann schnelle Vorstöße in das eben bombardierte Gelände.



*) Höhepunkt (im übertragenen Sinne);
ingres
05. Dezember 2015 09:04
Also ich halte die Aktionen der Identitären und Pegida usw. für völlig in Ordnung. Da bricht sich einfach natürlich etwas Bahn. Sicher gibts daran viel zu meckern, aber ich gehöre nicht zu denen, die das "reale" was sich in diesen Bewegungen widerspiegelt kleinlich nieder machen wollen. Leider mach das aber oft die, die sich damit mnicht ganz identifizieren können.

Das kann ich nicht ändern. Ich akzeptiere diesen Widerstand als natürliche Reaktion. Aber ich denke, dass dieser Widerstand eben auf den kleinen Kreis aus dem er kommt beschränkt bleiben wird. Wann in der Historie hat es denn mal eine breite Bewegung von "unten" gegeben, die die Verhältnisse positiv ideal umgewandelt hat. Die Auswirkungen des Sturms auf die Bastille und der Ermordung des Königs erleben wir heute. Bei aller Freiheit und Moderne die wir dem auch zu verdanken haben, die Wurzeln der französischen Revolution waren nicht "gut". Weder intellektuell, noch vom Volkswillen her.

Wenn es also noch nie ein Beispiel dafür gab (es sei denn jemand korrigiert mich; denn ich bin in Geschichte nicht bewandert) dass eine Volksbewegung einen echten positiven Umsturz bewirkt hat; dann wird da auch diesmal nicht der Fall sein. Deshalb muß ich auf Geduld und die AfD setzen (auch wenn ich angesichts der Probleme nicht sehr optimistisch sein kann). Aber gegen Sonder-Aktionen habe ich deshalb freilich nichts.
donna_alta
05. Dezember 2015 09:24
Ich möchte Herrn Sellner ausdrücklich danken, für seinen Optimismus, der mir Kraft gibt! Und das zählt in diesem oft zermürbenden Kampf.
Ja, die Realität ist schwer zu ertragen: Die Blindheit und Trägheit der Masse scheint unüberwindbar. Ich hatte erst gestern wieder sowohl im Büro, als auch beim geselligen Abend in freundschaftlicher Runde erschütternde Schlüssererlebnisse. Ich fühle mich in solchen Momenten so ohnmächtig, ärgere mich, offensichtlich nicht die richtigen Worte zu finden, um aufzuwecken. Meine mir verbliebenen Freunde tolerieren, daß ich "wohl nach rechts abgedriftet bin". Wenn die Debatte dann aber zu hitzig wird, schaltet man eben aus: "Ach, wir wollen uns doch nicht den Abend mit deiner Politik versauen!"
Dennoch, denke ich an die bleierne Zeit vor einigen Jahren, da ist – trotz aller Widerstände – soviel passiert! Unvorstellbar wäre noch vor fünf Jahren gewesen, auf die Straße zu gehen und mit Tausenden gegen die Politik zu demonstrieren. Eine Partei ist entstanden und kämpft sich durch, viele wenn auch meist kleine Bewegungen flammen auf. Das sollte uns doch Mut machen, daran anzuknüpfen.
Zudem: Welche andere Chance haben wir denn? Und wenn es meine letzten Zuckungen sein sollten!
Ich bin nicht in der Lage, vorherzusagen, wie und ob sich eine revolutionäre Situation ausbreiten wird. Ich glaube, dem wohnen Dinge inne, die niemand wirklich erfassen kann. Höchstens im Rückblick. Auch 1989 war lange eine große Trägheit spürbar und bei Gott nicht alles von revolutionärer Stimmung erfüllt. Und doch kippte irgendwann die Situation.
Weitermachen. Zusammenhalten. Nicht verzagen.
Inselbauer
05. Dezember 2015 10:26
Ich warne eindringlich davor, den "Terrorismus" zu einem tragenden Element der politischen Argumentation zu machen. Schon gar nicht darf das in einer ästhetisierenden oder metaphyselnden Absicht geschehen! Dieser Teil der symbolischen Politik ist vermintes Gelände, eine Domäne der Geheimdienste und ihrer Gegner und nichts für euch. Man braucht Jahre, um die Grundlagen dieser Vorgänge zu verstehen und ist fürs Leben verbrannt.
Denkt daran, wie es im Moment der deutschen Linken ergeht!
Man hat das Geschenk des Systems angenommen und den "NSU" als billige Möglichkeit angenommen, auf die Rechten einzuprügeln. Damit hat man sich erpressbar gemacht, weil alles doppelten Boden hat und vor allem die Zerstörung des Rechts mit sich bringt. Linke "Aufklärung" über den "Rechtsterrorismus" ist heute nichts anderes, als mit Zähnen und Klauen die Rechtsbrüche und Lügen des Staates zu verteidigen. Jemand wie Katharina König aus Jena muss sich derzeit sogar den Mund zukleben und sich verstecken, so erpressbar ist sie geworden.
Lasst euch nicht auf den faulen Zauber ein! Eure fröhlichen Gesichter und der bodenständige Aktivismus kommt ohne die Geschenke des Staates aus! Alles Gute!
Zadok Allen
05. Dezember 2015 10:40
In alldem verbirgt sich ein seltsames religiöses Fieber, etwas Geheimnisvolles, dessen Sinn wir vielleicht noch nicht ganz durchschauen können.


Dieser Satz ist wohl allzu wahr, jedoch, wie ich befürchte, in einem Sinne, der für uns alle nicht sehr angenehm sein wird.

Tscharntke spricht es seit einigen Wochen in seinen Predigten aus, und auch ich weiß mir unterdes kaum mehr einen anderen Rat, als die Offenbarung zu bemühen:

13.11 Und ich sah ein zweites Tier aufsteigen aus der Erde; das hatte zwei Hörner wie ein Lamm und redete wie ein Drache.
13.12Und es übt alle Macht des ersten Tieres aus vor seinen Augen und es m acht, dass die Erde und die darauf wohnen, das erste Tier anbeten, dessen tödliche Wunde heil geworden war.
13.13 Und es tut große Zeichen, sodass es auch Feuer vom Himmel auf die Erde fallen lässt vor den Augen der Menschen;
13.14 und es verführt, die auf Erden wohnen, durch die Zeichen, die zu tun vor den Augen des Tieres ihm Macht gegeben ist; und sagt denen, die auf Erden wohnen, dass sie ein Bild machen sollen dem Tier, das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war.


Der Text und seine komplexe, mäandrierend-verschachtelte Dramaturgie geht mir nicht mehr aus dem Sinn. Es fehlen eigentlich nur noch die kosmischen Zeichen, sofern diese nicht symbolisch gemeint sind. Fast wartet man schon täglich darauf, daß der Stern namens Wermut vom Himmel fällt.

So ist man dieser Tage hin- und hergerissen zwischen Eschatologie und nüchterner politischer Analyse; auch dies gehört zum endzeitlichen Charakter der Gegenwart.
Hajo Blaschke
05. Dezember 2015 11:09
@ Michael Kanther
Bei der Aufzählung der lesenswerten Publikationen fehlt die Preußische Allgemeine Zeitung. Sie ist patriotisch ausgerichtet, sehr sachlich und nicht tendenziös wie z.B. die Junge Freiheit.
Hajo Blaschke
05. Dezember 2015 11:20
Wie zufällig findet man bei Anschlägen in Paris einen syrischen Pass und Frankreich konstruiert daraus das Recht zur Selbstverteidigung und bombardiert in Syrien. Der von Flinten-Uschi kastrierte Verein namens Bundeswehr sendet Flugzeuge von seinen Schrottplätzen und 1200 Soldaten. Russische Zeitungen berichten, dass sich Flinten-Uschi weigert, die russische Luftwaffe über Flüge der BW zu informieren und auch nicht mit den Russen zusammenarbeiten wird. Lt. Deklaration ihres Einsatzes haben die russische und syrische Armeeführung dargelegt, dass nicht mit ihnen abgestimmte Flüge fremder Luftwaffen mit allen Mitteln unterbunden werden. Schauen wir mal, wann es den ersten BW-Tornado trifft und wie das dann auf die Raute des Grauens rückwirkend.
Hajo Blaschke
05. Dezember 2015 11:23
@Ewiggestriger
Ich befürchte, dass mit Trump, wenn er dann Präsident würde, der unselige und widerliche McCain wieder mehr Einfluss bekommt.
Meier Pirmin
05. Dezember 2015 11:33
@Martin Sellner. Offenbar behält Franz Josef Strauss mit seiner damaligen These recht, es müsse alles noch schlimmer kommen. Sonst könnten Sie, Herr Sellner, nicht von einer "willkommenen Krise" schreiben.

Ich schätze aber die Debatte auf dieser Seite nach wie vor, wiewohl man als Kritiker rein nationalistischen Denkens hier gelegentlich der Aussenseiter ist. Allein schon die Beiträge von @Monika, einer Schülerin von Oswald von Nell-Breuning, lohnen es, diese Seite aufzuschlagen, nicht zuletzt ihre neueste höchst bedenkenswerte Wortmeldung.

Natürlich ist die Lage ernst. Das neueste Heft von "Sezession" finde ich abermals schätzenswert, wobei einer der Beiträge, weil von einer Hochschuldozentin verfasst, ebenfalls wie hier viele Beiträge anonym erscheinen musste. Es war also kein Zufall, wurde im letzten Heft des Jahres Heinrich Manns Roman "Der Untertan" gewürdigt, als ein Hinweis zur geistigen Situation der gegenwärtigen Zeit. Sehr beeindruckend noch eine Foto aus Slowenien, wie Polizisten und Berittene den überschwappenden Völkerwanderungsfluss zu kontrollieren versuchen.

Neben dem Beharren auf der grossen Linie würde es einem Forum wie diesem trotzdem nicht schlecht anstehen, auch für Binnenkritik als Anlass zum Nachdenken Raum offen zu lassen. Der Hinweis auf die fünf neuesten Grundsätze der AfD, dass sie in dieser Einfachheit an die fünf Gebote in Orwells "Farm der Tiere" erinnern würden, hätte vor etwa zwei Wochen nicht gelöscht werden müssen. Natürlich bedarf der politische Erfolg der Vereinfachung. Doch sollte jeder kluge Vereinfacher sich jederzeit in die Lage versetzen, noch "aber" sagen zu können.

@HX. Es ist eine Illusion zu glauben, alles stehe und falle mit Merkel, wenn beispielsweise, wie oben genannt, eine Mitarbeiterin von Sezession, die Hochschullehrerin ist, selbstverständlich ihre Meinungsfreiheit nur anonym bzw. pseudonym äussern darf. Die Bundeskanzlerin, selber ein kluger Kopf, hat mehr Köpfe als die berüchtigte Schlange Hydra aus der griechischen Mythologie. "Merkel muss weg!", von Herrn Gauland, als Volksredner wenig geeignet, kürzlich vor einer Volksmenge vorskandiert, löst in der derzeitigen Koalition und bei den herrschenden Mehrheitsverhältnissen vorläufig noch kein Problem. Der Spruch eignet sich nur als Massenkristall zur Sammlung Gleichgesinnter.
Der Sachliche
05. Dezember 2015 11:37
Derartige Texte mögen geeignet sein, denjenigen zu Beifallsbekundungen zu bringen, der ohnehin schon die gleiche Position vertritt und diese nur nicht ganz so eloquent wie Herr Sellner auszudrücken vermag. Die Wirklichkeit allerdings, die hier dargestellt wird, erscheint mir doch reichlich konstruiert. Ich wurde in diesem Forum schon mehrfach massiv angegriffen, weil ich als Mitglied eines kommunalen Parlamentes und Leser der großen Hamburger Wochenzeitungen mich offensichtlich schon allein dadurch zu systemkonform und vom Mainstream geprägt offenbare. Vielleicht ist aber auch diese sehr einseitige Wahrnehmung von Herrn Sellner ein Ergebnis des Diskurses im geschlossenem Kreis.
An meinem Wohnort ist gestern vom Stadtrat einstimmig die Ehrenbürgerschaft an eine Frau vergeben wurde, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Integration von Flüchtlingen z.B. durch die Organisation von Sprachkursen einsetzt. Die Nachbargemeinde hat 125.000 € als freiwillige Leistung für Integrationsprojekte in den Haushalt eingestellt. Dennoch wurde die Flüchtlingsfrage in allen Haushaltsreden ausgesprochen kritisch und differenziert betrachtet. Die AfD ist hier kaum existent. Ihre wechselnden Vorstände setzten sich aus älteren Herren zusammen, die fast alle schon eine langjährige Karrieren in wechselnden Parteien aufweisen. Deutschlands ist doch größer als zwischen Zwickau und Dresden. Wenn die Neue Rechte -was ich durchaus in Teilen begrüße - an Einfluss gewinnen möchte, dann sollte sie die Situation in Gesamt-Deutschland realistisch ins Auge fassen.
Hajo Blaschke
05. Dezember 2015 11:43
Obwohl auf einem anderen Ufer stehend sei hier Lenin zitiert: Wenn eine Idee die Massen ergreift, dann wird sie zur materiellen Gewalt.
Das ist ein Wort, das bei jeder anzustrebenden Änderung der Situation zutrifft. Und die Idee, dass Deutschland von der Agonie der Merkeljunta befreit werden muss, wird die Massen ergreifen. U.a. dann, wenn man das Wochenende nicht mehr wie üblich planen kann.
Mathias
05. Dezember 2015 11:46
Bezogen auf Sachsen mag Pegida ein Massenphänomen sein, gesamtdeutsch gesehen ist sie es aber nicht.

Zum Stand und dem erreichbaren Maß des Zurückdrängens der Multikulti-Bewegung:
Die große Zeit der närrischen Willkommenskultur ist vorbei. Aber ein harter Kern von Befürwortern und Aktivisten bleibt erhalten, weil inzwischen viele Menschen an der mit der Migration verbundenen Mißwirtschaft verdienen. Das Milliardengeschäft für Versicherungskonzerne, Pharmaunternehmen und Sozialverbände geht auch nach dem Stimmungsumschwung in der Bevölkerung weiter.

Zu den anderen Zielen:

Die Krise muß dafür genutzt werden, die Macht der Parteienoligarchie zu brechen. Dies ist eine Voraussetzung für die Einführung direkter Demokratie. Um das zu erreichen und dauerhaft abzusichern, ist die Parteienfinanzierung auf Kosten der Allgemeinheit abzuschaffen. Das beeinträchtigt zwar auch die AfD, aber es geht nicht anders.

Nachdem diese Fortschritte erreicht sind, ist die Gesellschaft auch reif für eine neue Verfassung und die Wiederherstellung der Souveränität Deutschlands.
Peter Voit
05. Dezember 2015 12:51
Ja, wir dürfen den Gegner, wie Martin Sellner schreibt, nicht überschätzen. Auch wenn er seine Muskeln spielen läßt und wie Angela Merkel bezüglich des Terroranschlags in Paris verkündet: "Wir sind stärker als die Terroristen."

So stark etwa wie der Dorfrichter Adam in dem Lustspiel "Der zerbrochene Krug" von Heinrich von Kleist. Adam, der einigen Dreck am Stecken hat, steht das Wasser bis zum Hals, als Gerichtsrat Walter zur Visite anrückt. Dennoch gibt sich Adam souverän, als er aufgefordert wird, "Recht hier nach den Gesetzen zu erteilen". Adam: "Verlangt Ihr den Beweis? Wohlan, befehlt! / Ich kann Recht so jetzt, jetzo so erteilen."

Wie schwach im "wirklichen Leben" die Kämpfer "gegen Rechts" agieren, lese ich gerade in der Zeitung ("Augsburger Allgemeine"). Unter der dicken Überschrift "Warum man vor der AfD warnen muß", heißt es, dieser Partei müsse man argumentativ begegnen. Dieses "der AfD argumentativ begegnen", sieht dann so aus:

Die AfD Bayern, schreibt der Verfasser, habe im November ein Zitat von Angela Merkel geteilt, die 2011 sagte: "Wir müssen akzeptieren, daß die Zahl der Straftaten bei jugendlichen Immigranten besonders hoch ist." Merkels Satz, so der Verfasser, sei jedoch aus dem Zusammenhang gerissen. Merkel habe gemeint, daß man die Fallzahlen nicht schönreden dürfe.

Mein Gott! Die AfD teilte doch deshalb das Zitat der Kanzlerin, weil sie sich im Hinblick auf die besonders hohe Zahl der Straftaten bei jugendlichen Immigranten bestätigt sieht! Was man gegen die AfD "argumentativ"(!) allenfalls vorbringen könnte: Diese Partei scheint die kriminelle Energie der Frau Merkel nicht ausreichend zu erfassen. Wäre die Kanzlerin wirklich wegen der besonders hohen Zahl der Straftaten bei jugendlichen Immigranten besorgt, hätte sie sagen müssen, daß man das nicht "ignorieren" dürfe oder daß man das "zur Kenntnis" nehmen müsse. Wenn sie dagegen "akzeptieren"(!) sagt, läßt sie tief in ihr Inneres blicken. Oder in der Sprache des Märchens: Der Kaiser ist nackt.
niekisch
05. Dezember 2015 13:00
@ Arminius Arndt:

Vor einiger Zeit enttarnte ich einen hohen Funktionär des Verfassungsschutzapparates, der mir anempfohlen hatte, vom Pferd der Widerständler abzuspringen, weil der Staat a l l e Mittel besitze, j e d e Oppositon in Deutschland ins Leere laufen zu lassen bzw. durch Repression zu vernichten.

Das droht jetzt auch der AfD: http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/parteien/id_76323094/afd-das-ist-ein-anschlag-auf-unsere-existenz-.html

Dennoch bleibe ich trotz aller realistisch - kritischen Betrachtungsweise letztlich Optimist: Da der Tiger, den wir reiten, durch sein selbstgesuchtes, giftiges Futter schwächer werden wird, können wir den Schenkeldruck erhöhen und ihn irgendwann zu Tode reiten!
Carsten
05. Dezember 2015 13:12
"Rechte 68er" ist das Stichwort! Das müssen wir sein!
Sabotage, Wühlarbeit, Zersetzung, Propaganda - jeden Tag eine Tat gegen das System!
Mehr Sand ins Getriebe, mehr Zucker in den Tank!
Falke27
05. Dezember 2015 13:24
Ich schwanke auch immer zwischen Optimismus und Pessimismus. Jedoch muß man sehen, dass es in der Geschichte oft auf einmal sehr schnell ging. Wer hätte 1788 sagen können, was in den 2 Jahrzehnten danach im beschaulichen Frankreich passieren würde? Wer hätte 1913 erahnen können, was in den Folgejahren in Europa passieren würde? Wer 1916 glauben können, dass ein Jahr später Lenin in Russland an die Macht kommt? Die Masse ist immer träge und unpolitisch. Sie ist politisch irrelevant. Entschlossene Kleingruppen machen Geschichte. Avantgarde! Und dafür muss man den von Sellner beschriebenen Muskel trainieren.
Wechselwirkungen für DE wird es geben. Front national, Russlands steigende Bedeutung, die ersten Anschläge in DE, eine Weltwirtschaftskrise etc. Für diesen Tag muss man gerüstet sein.
nobody
05. Dezember 2015 13:51
Deutschland lebt. Deutschland kämpft.
Nur jene die für Deutschland kämpfen sind deutsch, dies ist eine Bedingung. Die passiven Anderen sind ein Anhängsel welches es überall gibt, oder der Rest Gegner. Erste haben nicht und hatten niemals Bedeutung. Deutschland lebt im Kopf und der Boden, das Land, zeigt nur seine Macht. Die BRD ist nicht deutsch. Sie ist ein transatlantisches Gebilde.
Herr Sellner ist Deutschland. Die Sezession ist Deutschland. Aus dieser Sicht heraus besitzt Sellner zu recht einen zukunftsgerichteten Optimismus.

Denn das Deutschland ist wieder auf der Straße. Und fällt die BRD unter der selbst auferlegten Last wird in den Wirren vielleicht etwas wiedererwachen. Etwas was es überall gibt, und was die Grundvoraussetzung für jegliche echte Toleranz ist: die Liebe zu dem was man selbst ist. Wir können nicht erobert werden - Deutschland ist eine Idee.

Deutschland mein Blut, Deutschland meine Ehre.
Max Bart
05. Dezember 2015 15:16
"Nach Freud, Marx und Nietzsche gab und gibt es kein Zurück hinter ihre Denkschritte."

Herr Sellner -- schon wieder zu viel "Ernst Krieck" in ihrem geist-politischen Getue. Koppeln Sie Ihren durchaus lobenswerten Aktivismus ab von Ihren verqueren geistigen Aktivitäten -- und: sie werden besser dastehen ...

Das richtige Verhältnis von Tat und Idee müssen Sie erst noch finden!
Bernhard
05. Dezember 2015 15:17
@ Ewiggestriger

Wie in der neuen Sezession nachzulesen ist, existiert in den USA eine Neue/Alternative Rechte auf hohem Niveau. Was mir daran persönlich gut gefällt, ist deren weltweite Vernetzung und die Bereitschaft, auch aus europäischen Erfahrungen zu lernen. Ein Beispiel ist CasaPound, zu dem Antaios den äußerst lesenswerten Band "Wer gegen uns" herausgebracht hat.

http://www.counter-currents.com/2015/11/courage-is-an-exercise-lessons-from-casapound/

CasaPound hat Unglaubliches geleistet und das gegen massiven Widerstand. Vielleicht können wir eine deutsche Variante gemäß unserer Mentalität und unter Berücksichtung unserer Besonderheiten gründen?

Es gibt viele Facetten des Widerstandes. Wir sollten uns zunehmend international vernetzen. Ein solcher Austausch kann uns allen nützen.
Der Gutmensch
05. Dezember 2015 15:58
@HX

Ja, ich befürchte, das glauben tatsächlich viele (Gauland sicher nicht, der will es nur andere glauben machen, um daraus eigennützig politisches Kapital zu schlagen). Da helfen nicht einmal mehr Belege, dass der Sturm auf Europa ein schon jahrzehntelang vorhergesagter war. Die Infos führt keiner zusammen, nein, die Kanzlerin ist schuld, das ist viel bequemer ...

Vor dem Hintergrund fällt es wirklich schwer, eine zielführende Debatte zu führen; einer öffentlichen Zensur bedarf es da gar nicht mehr. Wenn das einzige Interesse darin besteht, nicht das Problem zu analysieren - sondern "haltet den Dieb" zu gröhlen, möglichst lauter als der Rest?

Eigentlich sollte man von "rechts" zumindest die Disziplin erwarten, dass man sich in einer Situation, in der der Bundespräsident von einem "Krieg" spricht, lieber die Zunge abbeißt, als Rücktrittsforderungen zu skandieren; gleichviel, wer da gerade vorne steht, und sei es auch ein Stock mit Hut! So viel Schwarmintelligenz hat schließlich sogar der Bundestag aufgebracht, als Altkanzler Schröder damals scheinheilig fragte, ob man sich am Krieg auf dem Balkan eigentlich lieber mit - oder lieber ohne Neuwahlen stellen möchte; und das will schon etwas heißen.

Wäre ich Zyniker, würde ich mir wünschen, dass die Kanzlerin das einfach mal zur Kenntnis nimmt und von heute auf morgen so jemanden wie den Vizekanzler ans Ruder lässt, der nicht einmal den Unmut der kleinen Heidenauer aushält, ohne mit gleicher Münze zurückzuzahlen. Das ist nämlich der ranghöchste Mann, den der andere Teil zu bieten hat und offensichtlich bedarf es dieser Lektion ja mal in aller Deutlichkeit, nachdem man sich nicht mal zu blöde war, der Kanzlerin möglichst noch die Verantwortung für Duisburg-Marxloh überzuhelfen! Wenn Herr Gabriel dann genauso beherrscht an die außenpolitischen Probleme geht, haben wir ab morgen bestimmt keine Sorgen mehr; er wird den richtigen Ton den Terroristen gegenüber schon treffen.

Der Gutmensch.
niekisch
05. Dezember 2015 16:20
Eine Bestärkung für die Pessimisten, die Optimisten, die Cunctatoren und die Voranstürmenden:

"Deutschland ist mir das Heiligste, das ich kenne! Deutschland ist meine Seele! Mein Halt! mein Alles ist Deutschland..Es ist die Treue, die Ehrlichkeit, der Fleiß der stillen Tat, die Beständigkeit, der Ruhepunkt im ziellosen Herumsuchen! Deutschland ist das, was mich gutmacht!..Unsere Liebe ist deutsch, unser Zusammenhaltenmüssen, unser Aneinandergebundensein! Wenn Deutschland stirbt, sterbe auch ich."

Königin Luise
ingres
05. Dezember 2015 16:21
>> Wenn Otto Normalverbraucher auf der Straße von Ihnen wissen will: „Was wird besser für mich?“, was sagen Sie ihm dann?

Die Frage wurde nicht an mich gestellt und ich bin auch noch nicht in die Verlegenheit gekommen sie jemandem beantworten zu müssen.

Denn das Problem ist: defensiv kann ich sie überhaupt nicht beantworten. Offensiv kann ich nur sagen, dass das Risiko besteht, dass es zum Kollaps kommt wenn Merkel abgelöst ist. Denn momentan versorgt das System auf Pump und unter Auspressung der wenigen Netto-Steuerzahler die überwiegende Mehrheit (-> Akif Pirincii). Und wenn sich da was ändert, dann kann es existenzgefährdend werden für die meisten denen man auf der Straße begegnet.
Ich würde dem Betreffenden natürlich sagen, dass mit Merkel das alles auch mit Sicherheit für ihn kommen wird, aber vielleicht später.
Aber wie gesagt, diese Frage hat mir im Wahlkampf oder am Stand noch niemand gestellt. Nein die haben sich alle entweder für oder gegen Euroi oder Refugees positioniert. Und da habe ich halt gesagt, warum beides schlecht ist. Wobei ich froh bin, dass beim Euro auch niemand nachgefragt hat, denn ich wollte ja nur, dass der uns wählt, hätte er nachgefragt hätte ich ihm auch da sagen müssen, dass es natürlich eventuell eher bergab geht, wenn der Euro kippt, obwohl es eben mit Merkel mit Sicherheit kippen wird.
Fazit: die Laute fragen nicht was sie von der AfD erwarten können. Die geben entweder pro oder kontra. Ja und da versuch ich so zu argumentieren, dass wir gewählt werden. Und lügen mußte ich dafür bisher auch nicht.


PS.: Außerdem habe ich gerade einen Klartext Kommentar auf Spiegel online geschrieben. Endlich ergab sich mal eine Möglichkeit. Vermutlich wird der nicht veröffentlicht, sonst zerleg ich die da in ihre Einzelteile. Aber sie werden es nicht drauf ankommen lassen. Also das hab ich jetzt auch mal versucht. Denn was solls. Leben (also im ideellen Sinn) kann ich in diesem System nicht mehr. Also kann ich alles versuchen.
Monika
05. Dezember 2015 16:34
Dann wird es mit dem Himmelreich sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. Fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug.

Mt 25,1-2

Wir kommen nach dem Zeitalter des Vaters ( Patriarchale Gesellschaften) , des Sohnes ( Aufklärung, Liberalismus) in das Zeitalter des Geistes.
Das Zeitalter der göttlichen Weisheit.

Die Weisheit Gottes als " kulturpolitisches Programm" ( siehe Konrad Onasch) äußerte sich seinerzeit
a) im Bau von Sophienkirchen im byz. Kulturbereich ( Hagia Sophia)
b) im Bilderstreit im Sieg der Bilderfreunde ( als Sieg der Weisheit)

Ähnlichkeiten sind nicht ( !) zufällig:
a) Abgeordnete der russischen Duma forderten die Rückgabe der Hagia Sophia an die orthodoxe Kirche ( weltonline 1.12.15)
b) ein Moslem versenkt sich in die christliche Bilderwelt und kommt zu überraschenden Ein-sichten ( siehe Navid Kermani " Ungläubiges Staunen")

Die klugen Jungfrauen kommen heute aus dem islamischen Kulturbereich:
Wir finden leicht fünf kluge Jungfrauen:

1. Sabatina James - eine moderne Maria Magdalena

2. Necla Kelek, die der Islamkonferenz seinerzeit eine entscheidende Wendung hätte geben können, wenn Herr Schäuble nicht Islamfunktionäre bevorzugt hätte. Und damit die unsägliche " Der Islam gehört zu Deutschland " Bewegung ausgelöst hätte.
Ihr neuester Beitrag in weltonline 3.12.15 "Sie wollen alle nur weg aus ihren toten Ländern" beschreibt die bevölkerungsreichen islamischen Länder als geistig tot und sieht Europa zumindest geistig noch nicht am Ende. Den IS betrachtet sie als letztes Aufbäumen der Ideologie der islamischen Weltherrschaft.

3. Die muslimische Theologin Tuba Isik sieht als einen Nebeneffekt der Masseneinwanderung, daß " die deutschen Muslime geradezu mit der Nase darauf gestoßen werden, wie deutsch sie eigentlich sind" ( siehe Klonovsky , acta 30.11.15) Das erfreut doch den Patrioten.

4. Ayaan Hirsi Ali meint sowieso, daß die meisten Muslime einen christlichen Gott suchen würden.

5. und für Güner Balci ist es noch einfacher
http://www.welt.de/vermischtes/article149613850/Sexuelle-Unterdrueckung-ist-Hauptproblem-des-Islam.html

Fünf kluge Jungfrauen gegen den Jungfrauenwahn ?
Das könnte kulturpolitisch einiges zum Positiven bewegen.

Die Zeit der weisen Frauen ist gekommen.
Der weiße Mann sollte deshalb kein Nobody sein !!
Meier Pirmin
05. Dezember 2015 16:51
Konstruktiv-kritische Antworten auf contact high, Der Sachliche und nobody.



@contact.high. Ihre abschätzigen Bemerkungen über Büchertische konterkarieren die neueste Nummer der "Sezession" und meines Erachtens auch den Antaios-Verlag. Bedenkenswert beispielsweise ein Rezensions-Artikel im neuesten Heft über Ernst Jüngers Verhältnis zur Religion. Debatten zu solchen Themen waren sogar während des 2. Weltkriegs, etwa in den "Weissen Blättern", der damals besten konservativen Zeitschrift, kein Luxus. Dieses Niveau hat Sezession freilich noch nicht erreicht. Diverse Mitarbeiter der Weissen Blätter wurden trotz ihrer patriotischen Einstellung hingerichtet. Es brauchte damals nun mal mehr Mut als heute. Im Sinne des Horst-Wessel-Liedes gehörten sie wohl zur Reaktion.


Verhöhnung des Büchertischs. Wenn schon hätten Sie, @contact high, mit Hölderlin fragen sollen: "Leben die Bücher bald?" Wer aber liest schon Hölderlin im Bedenken, dass "fürs Vaterland keiner zuviel gestorben" sei, was heute wohl nicht mehr ganz stimmt, aber als Aufruf zu mehr Mut ernst genommen werden könnte. Sicher ist, dass schon 1942/43 alternative Publikationen den absoluten Ernstfall darstellten. "Zensur verfeinert den Stil", lässt sich zum Verständnis mit Ernst Jünger ergänzen.


@"Der Sachliche". Sie werden hier Widerspruch ernten, haben aber mit der Bemerkung betr. "Deutschland zwischen Zwickau und Dresden" trotzdem nicht ganz unrecht. Es ist für mich unvergesslich, dass ich kurz nach der Wende in Zwickau, in einer schon während des Krieges und zur DDR-Zeit wichtigen Hospital-Anstalt, über Paracelsus in Sachsen sprechen durfte, bin zwar wegen Stau auf der damals zu reparierenden Autobahn zu spät in Zwickau angekommen. Kontakte mit Christen in der DDR hatte ich schon seit den frühen Siebzigerjahre. Soviel als Vorbemerkung zur Kritik, die nun folgt.


Was Sie nämlich schreiben, entschuldigen Sie meinen Einwand als Historiker, geht auf ein mögliches Missverständnis des Asyl- und Flüchtlingsbegriffs zurück. Ich beschäftigte mich rund 30 Jahre lang mit der Schweizer Asyltradition. 1824 hatten wir die Griechen, 1831/32 die Polen, 1848 und später deutsche Liberale, später den Anarchisten Bakunin, zur Bismarckzeit deutsche Sozialisten, 1917 Lenin. Mag Lenin später auch ein heute noch falsch eingeschätzter Massenmörder geworden sein, so muss man ihm, wie den Griechen, Polen, Liberalen und Sozialisten den Revolutionär trotz allem abnehmen. Sein Bedürfnis nach Integration in der Schweiz war gleich Null. Ihn störte zumal die "deutsche Rechung", die es auch mal in Deutschland gab, nämlich dass man die Zeche selber bezahlt, besonders als Asylsuchender. Es ist schon grossartig vom Gastland, wenn sie einen als Asylbewerber wenigstens nicht ins Kittchen stecken oder ausliefern, es sei denn die Fahrt im plombierten Eisenbahnwagen nach Russland. Lenin war ein ernst zu nehmender Politiker, der übrigens nicht alles falsch gemacht hat und dessen Grausamkeit, ähnlich wie bei einigen Verbrechen der Nationalsozialisten, zum Teil aus der damaligen Zeit erklärbar wenn auch nicht entschuldbar ist. Als berühmtester Asylsuchender seiner Epoche sollte er heutzutage auch in Westdeutschland mit Denkmälern geehrt werden, damit alle, die hierher kommen, sehen, was im Sinne des kategorischen Imperativs die Pflicht eines Freiheitskämpfers wäre, wenn man sich selber schon als solcher versteht. Lenin war für mich das natürlich nur bedingt, so wie man auch Nelson Mandela nicht überschätzen sollte, der übrigens Lenin zeitlebens bewunderte. Auch Mandela hätte sich in Deutschland, so er es hierher geschafft hätte, nicht integrieren wollen, sich bei Ihrer Ehrenbürgerin für das Angebot bedankt. Bei aller Umstrittenheit interessierte er sich stärker für sein Heimatland als sogar für das persönliche Wohlergehen und die Chancen, die er allenfalls in Europa oder wenigstens in der Sowjetunion hätte wahrnehmen können.


Mit anderen Worten, Sie haben ein unsachliches Verhältnis zum Asyl- und Flüchtlingsbegriff, wobei man nun eben Flüchtlinge aus Ostpreussen wirklich nicht mit solchen aus Afrika und Kleinasien verwechseln sollte. Das entspricht nämlich nicht dem Solidaritätsbegriff von Oswald von Nell-Breuning, dem Chefideologen der katholischen Soziallehre im 20. Jahrhundert. Nach ihm setzt Solidarität einen gewissen, sicher nicht zu eng zu fassenden Gruppenbezug voraus, wir können, wie es auch der nicht dumme Sozialist Lafontaine völlig zurechnungsfähig festgestellt hat, nicht alle aufnehmen. Es gibt keine Solidarität mit der Menschheit im allgemein distributiven Sinn des scholastischen Logikunterrichts, was ich Ihnen hier aber nicht so ausführlich erläutern kann.

Es bleibt aber dabei, dass das Angebot der Integration von Asylbewerbern, welche die Voraussetzungen wirklich erfüllen, auf einem Denkfehler beruht und auch ethisch nicht vernünftig ist, sage ich Ihnen als langjähriger Ethiklehrer an einer Schule, die früher noch als katholisch galt und als Kritiker der Ideologie des Nationalismus seit 42 Jahren, u.a. auf der Basis des Denkens von Franz von Baader, der mir immer näher stand als der Marx der deutschen Rechten, Johann Gottlieb Fichte.

Wie Sie, @der Sachliche, stimme ich mit der deutschen Rechten nur partiell überein, finde jedoch den Dialog mit ihnen ungefähr so richtig, wie der Dialog mit Sozialdemokraten etwa zu fast allen Zeiten vernünftig war, wenn man gewisse Probleme sozialer Natur wirklich lösen wollte. Sofern die Einsicht in die Nichtintegrierbarkeit der derzeitigen Welle sogenannter und echter Flüchtlinge bei der deutschen Rechten eher fortgeschrittener ist als der von Ihnen genannten Ehrenbürgerin, deren Verdienste ich nicht pauschal in Abrede stelle, so erachte ich trotz meiner schon vor zweieinhalb Jahren formulierten Kritik an der Alternative für Deutschland eine solche Alternative für derzeit sinnvoll. Dabei muss man sich jedoch vor Fanatisierung jeder Art hüten. Aber es ist klar, dass Leute, die mit Berufsverbot rechnen müssen, zu fast allen Zeiten für politische Veränderungen wichtiger waren als diejenigen, die Ehrenbürgerschaften bekommen, weil sie das tun, was von denjenigen, die derzeit an der Macht sind, als vorbildlich bezeichnet wird. Es braucht zu allen Zeiten Mitbürgerinnen und Mitbürger, die bereit sind, für ihren Widerstand allenfalls ins Gefängnis zu gehen, damit ihre Heimat aus einer falschen Richtung wieder in eine bessere und fruchtbringendere sich zu wenden vermag. Dabei kann man sich freilich darauf verlassen, dass eine Opposition auf gar keinen Fall zu 100% recht bekommen muss oder kann oder darf. Das wäre nämlich ein Weg in den Totalitarismus. Das letztere Wort ist unterdessen, zur Manipulation der Bevölkerung bzw. des Volkes, durch "Antifaschismus" ersetzt worden, einen marxistisch-kommunistischen Kampfbegriff, der dem Bedürfnis entspricht, Andersdenkende mundtot zu machen bis hin zu Berufsverbot und Gefängnis oder bzw., wie kürzlich gehört, zur Empfehlung, Deutschland zugunsten von einigen hunderttausend jungen militärdienstfähigen privilegierten Einwanderern zu verlassen, die sich im Prinzip bloss auf ihr Menschsein berufen müssen, um statt als Invasoren als Flüchtlinge zu gelten. Letzteres, ein imponierend glaubwürdiger Flüchtlingsstatus, würde wohl für diejenigen vielleicht zutreffen, die im Hinblick auf ihr Herkunftsland ähnlich denken wie seinerzeit Nelson Mandela und dessen Vorbild Wladimir Uljanow genannt Lenin. Sie müssen dort, zu Hause, aber nicht unbedingt den gleich grossen Schaden anrichten wie beispielsweise Lenin, oder, einst nach Heimkehr von Paris, im Iran der Ayatollah Ruhollah Chomeini.

@nobody. "Deutschland mein Blut, Deutschland meine Ehre." Statt sich selber mit einer englischen Bezeichnung zu versehen, die Odysseus immerhin auf Griechisch verwendete, ou tis (niemand), würden Sie vielleicht doch besser mein oben erwähntes Gedicht von Hölderlin "Tod fürs Vaterland" lesen, welches freilich im Ersten und Zweiten Weltkrieg zu einer oft missbräuchlichen Verwendung kam. Man kann sich aber mit diesem Text und dieser Sprache gut in die Zeit von Napoleon zurückversetzen, ähnlich wie bei Kleists Anekdote aus dem letzten preussischen Kriege. Ihr für heute formulierter Schlusssatz wird wohl im kontraproduktiven Sinn verstanden. Es genügt, wenn Sie sich zu dem verpflichtet fühlen, was Sie als Angelegenheit des Gewissens im Sinn des kategorischen Imperativs Ihrem Lande schuldig zu sein glauben.
Siddharta
05. Dezember 2015 16:58
In dieser betrüblichen Zeit richte ich mich gern an optimistischen Einschätzungen auf, weiß aber auch um die Berechtigung der Einwände. Vielleicht speist sich die Hoffnung auch aus dem internationalen Kontext. Im Grunde genommen gibt es für die Nationen mit einer alternden Bevölkerung drei Optionen: Da ist einmal die Entscheidung, die Einwanderung, wie in Deutschland oder Schweden, ausschließlich nach humanitären Gesichtspunkten zu regeln und sich dadurch einer Flutung durch Migranten aus Gebieten mit einem durchschnittlichen Intelligenzquotienten auszusetzen, der ein bis zwei Standartabweichungen unter dem westeuropäischen Mittel liegt. Die zweite Option ist die Anwerbung qualifizierter Zuwanderer und gleichzeitigen Abwehr illegaler, wie etwa in Australien. Die dritte Möglichkeit besteht darin, auf Einwanderung ganz zu verzichten wie etwa in Japan und stattdessen Automatisierung, Digitalisierung und Robotik voranzutreiben. Deutschland und Schweden werden eine Spirale der Senkung des Wohlstands und der Abwanderung autochthoner Leistungsträger erleben. Eine Dynamik der Deindustrialisierung wird sich in Gang setzen, die von den osteuropäischen Staaten nicht mitgetragen wird. Es geht ein Riss durch die europäische Union und die bereits durch Griechenland angeschlagene Eurozone. Das Lager der Migrationskritiker wird außenpolitischen Beistand finden. Der Euro könnte durch sein Scheitern und die damit verbundene existenzielle Krise zu jenem Katalysator werden, der die Entscheidung erzwingt.
Kaliyuga
05. Dezember 2015 17:14
Das nicht bloß in der Moderne statthabende, darin aber erheblich gesteigerte, versuchsweise und fast schon blöde Zerreden des Urgrunds der Kraft, aus dem hier Herr Sellner jugendlich schöpft und aus dem sich sein Pathos begründet, ist: nichtig.

Nicht nur, dasz der Autor aus praller Wirklichkeit näherungsweise induktiv seine höheren, wenn auch aus jugendlichem Impuls geleiteten Ableitungen trifft; ihm Einseitigkeit des Milieus zu unterstellen, läuft doch nun vollkommen: ins Leere!

Wie tief Herr Martin Sellner ins linkisch Krankhafte der heute gar nicht mehr Hohen Schulen verwoben ist, sollte dem aufmerksamen Leser dieses Tagebuchs doch schon allein daran erkennbar sein, dasz er, ganz offiziell, an einer Universität, und wo nicht fleißig, so doch im Kern höchst ernsthaft: studiert, gar auf’s „Recht“ und, vor allem, darauf, was es denn nun heißt, dasz es gibt, was man Sein nennt.

Ein gewisser, wenn nicht größerer Teil des hier kommentierenden Publikums hat wohl selbst einmal: „studiert“. Können Sie denn so gar nicht ermessen, wie’s dort, ganz offiziell und nicht erst seit heute, nein seit fast Myriaden von Monden, mittlerweile ins Selbstverständliche, eingefleischt, zugeht? Wöchentlich mehrmals Vorträge zum „Gender Mainstreaming“ („Why gender matters“), die „Belegschaft“ wird „sanft“ unter Druck gesetzt, daran teilzunehmen (Ein prächtiges Jungweib, im dritten, sehr fruchtbaren Lebensjahrzehnt stehend, sagt drall: "Nein, da geh' ich hin, das interessiert mich tatsächlich!". Wie auch nicht, sie spürt's, dasz es hier ins Elementare, wenn auch vielfach und verwirrend seitenverkehrt, weist.). Ein Habilitierter, zutiefst männlich, weit im siebten Lebensjahrzehnt stehend, versteht im sehr persönlichen Gespräch nicht, warum er nun, an seiner "alma mater", als Mann "Professorin" genannt wird).

Wenn die Perversion ihr Maximum erreicht, schwenkt sie, im ausgetragenen Leid, notwendig um ins Heilsame.

Perció, signor’ studente Sellner: forza, vada avanti così! Unbedingt.

Man schalte hier doch je länger je mehr die Kommentarfunktion aus, auf dasz das dem „Kommentariat“ („R.“) im Schweigen Kräfte ins Wesentliche zuwachsen.

Im übrigen, dem Herrn Exmeyer: heut‘ wenigstens bin ich ganz bei Ihnen: Früh‘ schon vor sehr harschem Gericht gestanden: Fast jeden Morgen Liegestützen und Gewichte gewuchtet. Sollten Sie der Lyrik tatsächlich avers sein: Wie wär‘ das möglich im Angesicht, auch nur der Prosa, eines Friedrich Georg Jünger? Für Sie:

Taktisch klug gewonnen, wer hätte es damals geglaubt:

https://www.youtube.com/watch?v=55AasOJZzDE
Der Gutmensch
05. Dezember 2015 17:27
Und noch einmal zu Herrn Sellner selber: Es erschreckt mich, jemanden darüber jubeln zu hören, dass die Opportunisten jetzt in Scharen das Lager wechseln. Scheint ja fast, als sei es ihm egal, wer ihm da aus welchen individuellen Gründen zustimmt? Das geht selten gut, soviel hätte man mal lernen sollen. Und wenn man die Politik der Etablierten nicht einmal verstanden hat (nicht, dass das einfach wäre) ist das ein ganz schlechter Ausgangspunkt zu meinen, man selber könnte es besser und den wildentschlossen den Onkel Lenin zu mimen - während man sich mit Putin eben nicht einmal auf russisch verständigen kann. Was unser Land braucht, sind bestimmt keine Einpeitscher auf Stimmenfang, sondern Strategien gegen die Bedrohung durch den IS (der seinerseits im Zweifel natürlich auf schon länger hier ortsansässige Migranten zurückgreifen würde; aus sehr pragmatischen Gründen). Da wird das Verkriechen hinter eine Mauer und fröhliche Krawallieren gegen das Establishment wie einst die grünen Vorbilder (Die dann was genau zustande brachten? Genau - ihre persönlichen Schäfchen haben sie ins Trockene gebracht, aber die Weide ist nun abgegrast, meine Herren!) vermutlich nicht mehr so ganz ausreichen ...

Der Gutmensch.
Arminius Arndt
05. Dezember 2015 17:27
Wer in den entsprechenden Bundesländern wohnt, kann mit seiner Unterschrift etwas für die AfD tun:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-sorgt-sich-um-teilnahme-an-landtagswahlen-a-1066139.html

Für mich ein für die Repression bezeichnendes Phänomen:

Bei Umfragen und in der Wahlkabine trauen sich die Leute noch, eine Stimme für eine Partei abzugeben. Eine persönliche Unterschrift scheint hingegen für viele selbst bei der AfD schon zu "heiß" zu sein ...
Sugus
05. Dezember 2015 18:02
@ Der Sachliche
Ihre Argumente kann man auch umdrehen: der Stadtrat (der eben nicht die Bevölkerung ist), vergibt nach interner Kungelei die Ehrenbürgerschaft an diese Person, weil deren Tätigkeit gerade Mode ist. Fragen Sie sich doch mal, was das (Medien-)Echo wäre, wenn z.B. der Stadtrat die Ehrenbürgerschaft an Frauke Petry verliehen hätte...

Die Kommunen können nichts anderes, als zu exekutieren was ihnen von oben aufgedrückt wird. Ernsthafter Widerstand von kommunalen Funktionsträgern würde zu Mittelkürzungen führen - das ist vorweggenommene Logik der Gemeinderäte. Keine Gemeinde finanziert sich selbst. Und deshalb muckt niemand ernsthaft auf.
Peter M. Messer
05. Dezember 2015 18:20
Es geht hier weder um Optimismus oder Pessimismus sondern darum, dass Herr Sellner richtig einen Impuls feststellt, der bisher nicht da war. Es bedarf aber weiterer Schärfung, um diese Flamme nicht selbst wieder auszulöschen:

1. Auch wenn Herr Sellner einmal darauf hinweist, dass die Kenntnis von Tatsachen nicht notwendig das Bewusstsein ändere, dominiert der Glaube, dass Tatsachen irgendwann zu Handlungen führen. Aber Tatsachenkenntnis, Willensbildung und Willensvollzug sind getrennte Akte, und wenn ich auf der Vollzugsebene mit einer Handlungsnotwendigkeit konfrontiert werde, deren Umsetzung mir unerträglich ist, werde ich meine Willensbildung irgendwann daran anpassen. Empirisch werden gerade Konstruktivisten und Diskurstheoretiker wie Michel Foucault oder Timur Kuran bestätigt, die davon ausgehen, dass sich die Macht des Diskurses von der Tatsachengrundlage völlig lösen kann.

2. Die geringe Bedeutung der Tatsachen zeigt sich auch daran, wer in Deutschland den Widerstand auf der Straße trägt. Denn dann müssten Ostdeutsche oder Hooligans eine überlegene Tatsachenkenntnis besitzen. Umgekehrt zeigt das Verhalten der JUNGEN FREIHEIT, wie man trotz zutreffender Tatsachenanalysen zu oft auf die Seite des Systems steht, sei es ihr Verhalten gegenüber dem Zwischentag, Hogesa, Pegida oder der Entluckisierung der AfD. Für den ostdeutschen Schwerpunkt des Widerstandes wird man auch an die lange marxistische Prägung denken müssen, die Politik als Klassenkampf versteht, und nicht als Win-win-Situation für alle, als die sie im Westen gedacht wird. Noch klarer wird das an den Hooligans: Leute, die sich gerne gemeinsam prügeln, konnten sich sprunghaft politisieren (sicher nicht nach hiesigen Qualitätsmaßstäben), weil sie den Konflikt wegen seines Erlebniswertes pflegten, aber darum auch für das vorbereitet waren, was Politik im Kern ist: ein Konflikt von, mit und gegen Menschen.

3. Auf die Konfliktnatur von Politik sind nach meinen Erfahrungen Konservative nicht vorbereitet. Darum haben die Linken Erfolg damit, konservative Es-Diskurse („aber man muss doch!“) mit Ich-Diskursen zu konfrontieren („aber willst Du das auch?“). Und zu sagen, dass man seine Politik will, dass ich den Migrassoren nicht ertragen, nicht für ihn zahlen und nicht mit ihm leben will, fehlen ihnen die Aggressivität und der Egoismus.

4. Die von MS angegriffenen Linken sind darum ein Feind, aber nicht das alleinige Problem. Die Situation zum Kippen gebracht hat die Nachgiebigkeit der Konservativen, egal ob CDU, JF oder FAZ. Es war die JF, die die Aufnahme von Lampedusa-Invasoren durch den CDU-MdB Martin Patzelt in sein Haus nicht dazu benutzte, die CDU endgültig in die Tonne zu treten, sondern schrieb, dass „der gläubige Christdemokrat Patzelt“ mit gutem Beispiel vorangehe (https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2014/wenigstens-konsequent/). Merkels „Wir schaffen das“ zeigt, wie gut konservative Verhaltensweisen des Pragmatismus, des Gemeinschaftsgefühls und des Mitgefühls dazu benutzt werden können, die Selbstabschaffung als neue Aufgabe der Volksgemeinschaft auszurufen.

5. Es ist darum ein Irrtum, dass die Zeit für faule Kompromisse vorbei sei. Selbst auf Scheinzugeständnisse werden die FAZ- und JF-Konservativen aufspringen. Dazu trägt bei, dass sich die Wut auf Merkel konzentriert und kaum auf die CDU abfärbt, von einer Entlarvung der verhängnisvollen Rolle der Christdemokratie spätestens seit Kohl ganz zu schweigen.

6. Man wird darum nicht darum herumkommen, den deutschen real existierenden christelnden Konservatismus zu dekonstruieren, zu delegitimieren und verächtlich zu machen, und zwar nicht nur metapolitisch, sondern als Lebensform. Der anständige, gemäßigte Bürger als widerlicher Kriecher, der auch noch dafür bezahlt, dass er gef***t wird. Mit Angriffen auf die Linke alleine wird man wenig erreichen. Oder um es mit dem monumentalen Satz von Gilles Deleuze zu sagen: „Weder zu Verzweiflung noch Hoffnung besteht Anlass, sondern dazu, sich neue Waffen zu suchen.“

Der Mann ist, wie könnte es anders sein, ein Linker
jack
05. Dezember 2015 19:40
Mir scheint, dass die Mehrzahl der Foristen hier einiges über 50 ist, oder älter.
Man hat es vielleicht zu „etwas gebracht“, das man unter keinen Umständen riskieren will und kann. Wenn sich aus dieser Ecke Defätismus breit macht oder versucht wird, diesen zu verbreiten „weil man eh nichts ändern“ kann, sollte man einfach schweigen und jungen Leuten nicht den Wind aus den Segeln nehmen.
Die Alten haben ihre Vergangenheit gelebt, von der Gegenwart hoffen sie, dass sie sich noch fortsetzt in ihre vermeintliche Zukunft, bis zum Ende.

Herr Sellner, Hut ab vor Ihnen und den anderen Aktivisten. Man kann zwar scheitern, aber die Chancen stehen, wie Sie schreiben, besser denn je.


Gut verloren - etwas verloren!
Mußt rasch dich besinnen
Und neues gewinnen.
Ehre verloren - viel verloren!
Mußt Ruhm gewinnen,
Da werden die Leute sich anders besinnen.
Mut verloren - alles verloren!
Da wär es besser: nicht geboren.
J.W.v.Goethe

Danke für Ihren Mut!
Meier Pirmin
05. Dezember 2015 19:52
@Peter M. Messer. Ihr letztes Zitat ist voller Tiefsinn. Bei aller leicht nachvollziehbaren Kritik am realexistierenden Konservativismus scheinen Sie die Sache doch nicht tief genug analysiert zu haben mit Ihrem "christelnden Konservatismus", von dem Sie wohl mutmasslich weder Oswald von Nell-Breuning noch Gerd-Klaus Kaltenbrunner, letzterer ein radikal christlicher Rechtskonservativer, aufgearbeitet haben, der sich nie in Ihre Nomenklatur verloren hätte.
Meier Pirmin
05. Dezember 2015 20:04
@Sugus. Der Vergleich hinkt. Frauke Petry ist noch längst nicht so weit, um selbst in einer Stadt, wo das sogenannte Gedankengut der AfD mit den fünf Grundsätzen analog zur "Farm der Tiere" politisch in einer denkbaren Mehrheit wäre, mit dem Ehrenbürgerrecht ausgezeichnet zu werden. Die von "Der Sachliche" genannte Dame hat innerhalb des Systems, das sie auszeichnete, hohe Verdienste und einen hohen Grad von Integrität erworben, den ich ihr als kritischer Andersdenkender, siehe oben meine Antwort auf den Sachlichen, nicht absprechen würde. Selbst wenn man die AfD als wählbare Partei einschätzt, fehlt beim Personal mutmasslich noch die Grösse für eine wirklich verdiente Ehrenbürgerschaft. Das würde ich bei einigen wenigen deutschen Rechtsintellektuellen eher so sehen, würde mich aber nicht mit Nennungen von Namen exponieren wollen, schliesse sogar jeweils eine irrtümliche Einschätzung nicht aus. Nach G.-K. Kaltenbrunner würde ich jedoch jederzeit eine Strasse oder einen Platz benennen.
Der Gutmensch
05. Dezember 2015 20:26
Ich verstehe Meier Pirmins Antwort auf den Sachlichen nicht. Der Mensch möchte offenbar sagen: "Meine Welt ist ganz super wohlgeordnet, und wenn Ihr Probleme habt, dann seid Ihr bloß ganz alleine schuld." Diese Sorte Besserwisserei hört sich die "Region zwischen Zwickau und Dresden" aber schon seit 25 Jahren an und ist mittlerweile völlig taub auf dem Ohr.

Der Gutmensch.
Westpreuße
05. Dezember 2015 21:05
1)
Aus der nahen Ferne habe ich heute im Internet mitbekommen, daß es inzwischen Kräfte in Restdeutschland gibt, die Bodentruppen der Bundeswehr zu den Schlachtbänken in Syrien schicken wollen. Die Schamlosigkeit nimmt gar kein Ende mehr, setzt sich fort und fort...
Bundeswehrverband (?), erste CDU-Abgeordnete (?), sogenannte "Experten" (?); scheint ja nur noch solche zu geben...

Daher ist es hilfreich, noch einmal im Zusammenhang (in deutscher Übersetzung) den neuen polnischen Außenminister zu hören:
Hinsichtlich einer syrischen Flüchtlingsarmee UND hinsichtlich der
Unter-den-Linden-Kaffee-trinkenden-Syrer:

https://www.youtube.com/watch?v=S4bsQa374us
Polens Aussenminister schlägt syrische "Flüchtlingsarmee" vor
(Den "erklärenden Kontext" bitte einfach überhören...)

2)
Die neue stramm nationale polnische Regierung schmiedet zur Zeit ein Bündnis mit den Ungarn und den Slowenen (?) gemäß der Vorgabe der neuen Ministerpräsidenten Beata Szydlo: "Man kann den Export selbstgeschaffener Probleme anderer Länder nicht Solidarität nennen."

3)
Für die Deutschen und Deutschstämmigen im Staate Polen brechen erkennbar härtere Zeiten an: Steifer, kalter Wind aus Warschau...

4)
Und en passant zum Thema als kleines Mosaiksteinchen (zum Vergleich):
Welche ethnischen Gruppen lebten eigentlich im Deutschen Kaiserreich?
Einwohner:
Dezember 1871: 41.058.792
Dezember 1885: 46.855.704
Dezember 1910: 64.925.993
Dezember 1916: 62.272.185

Und wie setzten die sich zusammen?
Das kann man nur indirekt erschließen nach der angegebenen Muttersprachen. Anzumerken ist, daß NICHT alle ihre zu Hause oder in den sozialen Gruppen, in denen sie verkehrten, gesprochene Sprache angaben. Es ging nicht um eine mögliche "Verfolgung", sondern eher wegen des geringeren Sozialprestiges. Die Zahlen, insbesondere bei den polnisch Sprechenden, sind insgesamt höher einzuschätzen.
Polnisch: 3,1 Millionen (plus 0,2 Millionen, die dt. und poln. angaben)
Französisch: 0,2 Millionen
Masurisch: 0,14 Millionen
Kaschubisch: 0,10 Millionen
Dänisch: 0,14 Millionen
Wendisch (sorbisch): 0,093 Millionen
Litauisch: 0,106 Millionen
Zusätzlich befanden sich IMMER etwa 0,2 - 0,4 Millionen Menschen "im Reich", die die österreichisch-ungarische Staatsbürgerschaft besaßen...
(Quelle:Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, 1906).
So ganz unbekannt ist das Thema "sich fremd Fühlende im eigenen Haus" eigentlich gar nicht. Allerdings "Polen damals" und "Orientalen heute" ist nur bedingt vergleichbar. Es trat (Versailler Diktat) dann allerdings mit Wucht auf...
: Grüße aus Posen an der Warthe
Exmeyer
05. Dezember 2015 21:12
@ Kaliyuga
"Ein prächtiges Jungweib, im dritten, sehr fruchtbaren Lebensjahrzehnt stehend, sagt drall: „Nein, da geh‘ ich hin, das interessiert mich tatsächlich!“. Wie auch nicht, sie spürt’s, dasz es hier ins Elementare, wenn auch vielfach und verwirrend seitenverkehrt, weist." - Treffer.

"Wenn die Perversion ihr Maximum erreicht, schwenkt sie, im ausgetragenen Leid, notwendig um ins Heilsame." - Lagebeurteilung zutreffend. Ist. Jetzt.

"Man schalte hier doch je länger je mehr die Kommentarfunktion aus, auf dasz das dem „Kommentariat“ („R.“) im Schweigen Kräfte ins Wesentliche zuwachsen." - Einene Kommentar mit diesem Inhalt habe ich vorhin auch verfasst und nicht abgeschickt. SIE haben aber recht.

"Im übrigen, dem Herrn Exmeyer: heut‘ wenigstens bin ich ganz bei Ihnen: Früh‘ schon vor sehr harschem Gericht gestanden: Fast jeden Morgen Liegestützen und Gewichte gewuchtet. Sollten Sie der Lyrik tatsächlich avers sein: Wie wär‘ das möglich im Angesicht, auch nur der Prosa, eines Friedrich Georg Jünger? Für Sie:
- Taktisch klug gewonnen, wer hätte es damals geglaubt: https://www.youtube.com/watch?v=55AasOJZzDE "
Ich danke für den Link. Und werde Sie wohl kaum mit der Aussage überraschen, daß ich den Kampf schon unzählig gesehen habe. OHNE Sympathie-Überhang in eine Richtung. (Ohne taktische Klugheit wäre er anders ausgegangen, sage ich ohne Relevanz. Sagte auch mein alter Trainer. Mit Relevanz!)
Roald Amundsens kalte Strenge am Südpol. Hat eine ähnlich fesselnde Wirkung. Hunde essen. Logisch kalt hart! Ohne Lyrik? Ja, selbst ohne die minimalste Stahlgwitter-Lyrik des frühen Bruders.
Und dennoch beides "Werke", die nicht weit von der Heimkehr des Odysseus stehen.

Ob und in welcher Frage wir vielleicht inhaltliche Differenzen haben mögen (es sind mir grad keine bewußt), und selbst wenn diese völlig inkompatibel wären, sie sind im Vergleich dazu, keine Liegestütze (oder was auch immer) zu machen, völlig unbedeutend.
(Liegestützen (o.ä.) + Zink (Leber) + Cholesterin (Eier) + Vitamin-D (Sonne) => Testosteron = Innerer Antrieb und Durchsetzungsstärke. Als Erklärung für die Antriebschwachen. Vielleicht erkennen sie den Teufelskreis? Aber ich weiß. Erkennen ist das eine. Machen das andere. Antrieb eben.)

Ja, FGJ steht auf meiner Leseliste. Aber immer, wenn ich diese imaginäre Liste sehe, nehme ich meist DIREKT nützliches in die Hand. zum Glück nur meist. Weil die anscheinend unnützliche Literatur sich meist mittelbar als nützlich erweist.
Exmeyer
05. Dezember 2015 21:31
@ Peter M. Messer

Sie treffen es. Wie Dschingis Khan, der aus vollem Ritt den ersten Pfeil, der in einem Federwild steckte, mit dem zweiten spaltete.

Wissen Sie, ich kenne alte Leute, die sind nicht alt. Mir fällt da jemand ein, der mit 90 noch jemanden die Eier abgerissen hatte. Hier ist man nicht alt, sondern müde. 30 Jahre bis zum Ableben will man noch so angenehm wie möglich vor sich hin ... was eigentlich? Leben ist was anderes.


@ Meier Pirmin
Auf die Frage nach dem Katholizismus fallen mir drei Antworten ein, die alle die gleichen sind:
1. Chlodewich. Käme er um die Ecke und fragte, ich ließe mich "bekehren" und ritte mit ihm.
2. Luther: Er sprach für die nichtchristlichen Sachsen und gegen Karl.
3. Machiavelli: Welche Religion ist egal, so lange man sie so auslegt, wie man sie braucht. Ob Bibelsprüche, Hühnerfutter oder Delphis Orakel. Sie haben so zu lauten, wie man sie braucht.

Gegensätze? Null. Durch alle drei Antworten blitzt die Spitze des Gers. Oder das Blatt der Saufeder. Ganz nach belieben.
Meier Pirmin
05. Dezember 2015 21:34
@Gutmensch. Sie beachteten wohl nicht, dass ich im Gegensatz zum Sachlichen meine sehr guten Erinnerungen an Zwickau hervorgehoben habe, dem Sachlichen aber zugestand, es aus westdeutscher Sicht (nicht die meinige) anders zu sehen. Nein, nirgends, auch nicht in Oesterreich und nicht in der Schweiz, ist die Welt derzeit wohlgeordnet. Man hat in den relativ reichsten Landstrichen Europas weniger als vielleicht in Mitteldeutschland das Bewusstsein errungen, dass es so, wie es bisher war, wohl nicht weitergehen wird. Damit bestreite ich trotzdem nicht, dass sich die vom "Sachlichen" erwähnte Ehrenbürgerin ehrlich bemühte, wiewohl auf der Grundlage einer von mir weiter oben erläuterten Fehlanalyse. Und wir sollten für AfD-Leute nicht auf Vorrat Ehrenbürgerschaften vorschlagen, erinnert mich an Obamas Friedensnobelpreis. In der Schweiz wurde Herr Blocher gerade nur in einer winzigen Berggemeinde, wenn ich mich nicht irre, Ehrenbürger, notabene von der Erfahrung und Gesamtleistung her doch noch ein anderes Kaliber als die von der AfD und doch der Politiker seines Landes mit der höchsten Verhasstheitsquote; freilich mit wirklicher politischer Erfahrung, übrigens von mir mit gelegentlicher Kritik und kaum mit Verehrungseinheiten begleitet. Ich möchte Sie, Gutmensch, ermuntern, Ihrerseits den Mut nicht zu verlieren und erfahrungsgesättigte Skepsis nicht mit resignierter Altersweisheit zu verwechseln. Ich finde es richtig, sich einem Herrn wie dem Sachlichen, der sich immerhin dem Dialog stellt, ebenfalls zum Gespräch zu stellen und nicht auszuschliessen, dass er dann und wann mal recht haben könnte, wiewohl das politisch offizielle Programm, der gegenwärtige Masseneinwanderung, sofern es sich um Leute handelt, die hier nur ein Exil sehen, mit Integration zu begegnen, auf einem Missverständnis von Asyl und Exil beruht. Hier hat Lenin in der Schweiz tatsächlich Massstäbe gesetzt. Der Landesbrauch, dass man hier seine Rechnungen selber bezahlen muss, war unrussisch und unkommunistisch und widersprach auch dem Willen von Wladimir I. Uljanow, genannt Lenin, sein Land und die Welt wirklich zu verändern. Lenin hat für Flüchtlinge, vor allem Männer im dienstfähigen Alter, Standards gesetzt. Geht nach Hause und revolutioniert euer Land! Wenigstens Linke sollten das einsehen. Dass Lenin freilich in Russland die Erschiessung von Leuten vorschlug, die keine Ausweise haben, würde ich trotzdem nicht gutheissen. Brecht hat über Lenin noch ein interessantes Gedicht geschrieben, worüber ich im Jahre 1975 an einem Gymnasium einen Probelektion halten musste. Die Lekttion war zwar gut, mit über 40 Wortmeldungen von Schülern, für den Auftraggeber jedoch etwas zu Lenin-kritisch. Die Aufgabenstellung atmete den westlichen Geist von 1968, den ich immer verabscheut habe.

PS. Die Gemeinde, die Blocher zum Ehrenbürger machte, hatte 1992 bei einer Volksabstimmung null (0) Befürworter eines Beitritts zum Europäischen Wirtschaftsraum, dem Trainingslager zum EU-Beitritt, wie ein Regierungsmitglied sagte.
Andreas Törner
05. Dezember 2015 22:01
@Monika: Ihre fünf islamkritisch-feministischen "Leuchten" sind vielleicht klug, aber es handelt sich weder um "Jungfrauen", noch geht es dieser Klugheit um einen "himmlischen Bräutigam".

Falls wirklich diese und entsprechende verwestlicht-liberale "Bräute der Freiheit" die "Sophia" des kommenden "Zeitalters der göttlichen Weisheit" verkörpern sollten, gnade uns Gott!

(Nebenbei besteht die wahre "Torheit" im zitierten Bibelstück nicht darin, den "Ersatzkanister" vergessen zu haben; aber wir befinden uns ja nicht wirklich im Exegese-Seminar.)

@Martin Sellner: Gerne lasse ich mich von Ihrer demonstrierten Zuversicht streifen - und erinnere mich an die Tage, als ich damit selbst noch halbwegs zu glänzen vermochte.

Wenn ich länger darüber nachdenke, entsinne ich mich, welche Faszination gleichzeitig Persönlichkeiten wie Mishima und ähnliche Selbstopfer-Ikonen grandiosen Scheiterns auf mich ausstrahlten.

Man schwelgt in Fantasien vom "Sterben auf schneebedeckten Gipfeln", beschwört das Irrationale und die eigene Entschlossenheit, die "kalkulierende" Vernunft in die Schranken zu weisen.

Würde man anders empfunden, andere Helden erwählt haben, wenn die demonstrierte Zuversicht nicht eigentlich "Zweckoptimismus" gewesen wäre? Oder hatte man insgeheim vielleicht ein ganz anderes Ziel im Auge? Wer ist sich schon immer über seine innerste Motivation im klaren...

@ Fredy: Angst, daß Herr Sellner tatsächlich "unter Euphorie leidet", hab ich darum, schon seiner Sympathie für Mishima wegen, eher nicht.

@ Hazmat: "Leute", die erst durch "schöne Aussichten" und positive Kosten-Nutzen-Rechnung („Was wird besser für mich?“) zu gewinnen sind, werden derzeit schlicht nicht benötigt.

(Man kann sich das Problem für später vormerken, falls Wahlen noch mal eine entscheidende Rolle spielen sollten, was ich jedoch nicht annehme.)
Mortzeck, Manfred
05. Dezember 2015 22:33
Liebe Freunde, ich bin zerrissen, Sellner hat recht, auch einen übertriebenen Optimismus zu befeuern, aber aber... diese saturierte, herunterdemokratisierte Öffentlichkeit (Botho Strauß) wirkt so kraftlos, so unentschlossen und weich, können wir ihr einen gewaltigen Kraftakt, wie er unabdingbar nötig ist, zutrauen ? Müßte nicht längst alles um uns explodieren. Anderseits hat der mächtige Überbau noch lange nicht alle seine Möglichkeiten ausgespielt. Man meinte noch vor kurzem, sie sind nicht mehr handlungsfähig, jetzt zeigen sie jedoch neue Entschlußqualitäten. In wenigen Tagen wird Krieg beschlossen, kein Aufschrei, kein Widerstand. ich denke, es muß alles noch viel schlimmer kommen. wir werden wirklich auf eine harte Probe gestellt werden.
Hartwig
05. Dezember 2015 22:41
"Wieder andere wissen, wer jetzt noch ein Flugblatt im Briefkasten braucht, um aufgeklärt zu werden, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen."

@ Jens Schnell

Ich habe den Strang jetzt nicht in Gänze verfolgt: Nur so viel zu Ihnen:
Die Flugblätter, die Sie verteilen, kleben, einwerfen und zuvor herstellen, die sind nicht für DIE, sondern für SIE. SIE selbst sind es, der es nicht unterlassen kann, diese Flugblätter zu entwerfen, zu drucken, zu verstreuen. SIE stehen hier und können nicht anders.
Flugblatt steht hier synonym für Demonstrant, Querulant und Liegestütze; soviel sollte klar sein.
Aber SIE, Herr Schnell, Sie sind nicht gemeint mit dem SIE. Sie sind es nicht.
Anja
05. Dezember 2015 23:30
Wenn ich ein Rot-Grün-Linker oder Antifa wäre, der geistige Erbauung benötigt, würde ich jedem meiner Gesinnungsgenossen raten, doch auf diese Kommentarseite zu gehen und sie genüßlich zu lesen, auch zweimal, dreimal.

Was für die Kommentatoren pessimistisch wirkt, muß ja dem Antifa wie Öl runtergehen, ja wie eine verbale Aufbau-Kur sein! Aus diesen pessimistischen Kommentaren kann jeder Antifa seine Verjüngungs- und Kräftigungskur schöpfen. Aus diesem Forum geht er gestärkt hervor.

Offenheit im Forum ist ja das Eine, aber Sich-Gehen-Lassen meiner Meinung nach das Andere.

Aus eigener Erfahrung kann ich folgendes berichten:

In der DDR als Jugendliche lebend, bin ich durch meine Eltern politisch inkorrekt sozialisiert worden, war also nicht auf roter Linie. Damals war das Gefühl das gleiche, wie heute bei vielen der pessimistischen Kommentatoren.

Ich hatte das Gefühl, daß sich die wenigsten Menschen in der DDR für Politik interessieren, daß sie über ihr Schrebergarten-Denken nicht hinaus kommen, daß es ihnen in der Masse völlig gleichgültig ist, daß die Grenzen dicht sind für die eigene Bevölkerung, ja, daß man sich sogar damit abgefunden hatte!

Man mußte sich vorsehen, wem man seine politisch inkorrekten Gedanken weitergab, viele Menschen bezogen im Berufsleben und in der Öffentlichkeit keine klare Position gegen die verbrecherische 'DDR-Regierung, weil man ja von diesem System materiell und ideell abhängig war, weil man ggf. auch Karriere machen wollte.

Das Gefühl, daß einem bewußt wurde, daß Prominente schon mal gar nichts für die Freiheit ihres Volkes zu riskieren bereit sind... !

Diese Stimmung war haargenau die gleiche im Volke wie heute wieder. Deshalb ist es für in der DDR lebende Menschen wie ein Déjà-vu-Erlebnis, diese Situation und dieses Gefühl nun wieder zu erleben, bei dem alle inneren Alarmglocken schellen.

Damals dachten ich und viele andere ebenfalls, daß die DDR-Verhältnisse so unerschütterlich und einbetoniert sind, daß sich in unserem Leben niemals, in Worten: n i e m a l s etwas ändern würde. Wie auch?

Die Roten hatten ja bis ins kleinste Detail alles nur Erdenkliche zur "Sicherung" ihres Herrschaftssystems unternommen, Armee und Polizei schienen ihnen 100 Prozent ergeben, auf Gerichte und Anwälte, die gegen den zementierten Staatsapparat etwas ausrichten könnten, gab es nicht. Man war nicht inhaftiert, aber trotzdem eingesperrt. Vom eigenen politisch korrekten, lienientreuen Nachbarn konnte man jederzeit angezeigt werden...

Kurzum - wir wagten den Traum der Freiheit noch nicht mal zu träumen, weil er völlig unrealistisch schien und nur dazu führen würde, daß wir uns noch elender fühlten als zuvor.

Im übrigen dachten wir politisch Inkorrekten ohnehin, daß wir "allein auf weiter Flur" sind und einer Überzahl von Polit-Funktionären und Mitläufern gegenüber stehen, gegen die wir Null Chance haben. Außerdem war da auch noch der "große sowjetische Bruder", dessen Vasall die DDR-Regierung war. Es war genauso ein ernüchterndes, deprimierendes Gefühl wie das, was viele in diesem Forum heute beschleicht oder übermannt.

Aus dieser Erfahrung heraus kommt die Kraft und die unerschütterliche Hoffnung, die viele Mitteldeutsche beseelt und bestärkt. Aus der Geschichte lernen heißt Siegen lernen ;-))) - Packen wir´s an, Leute!
Richard Cobden
06. Dezember 2015 00:31
Den Pessimus, den hier eine gewisse Fraktion verbreitet, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Wir sind im Sommer auf der politischen Bedeutungslosigkeit in eine interessante Position zurückgerufen worden.

Merkels Politik ist wie ein aufgelegter Elfmeter für uns. Natürlich wird sich Deutschland dadurch verändern, es wird anders sein, weil andere Menschen darin leben werden, aber auch wir haben darin nun einen Platz. Es liegt an uns, was wir daraus machen.

Seit Jahren wird hier eine Kulturrevoluion gepredigt und die Stimmung schwankt manchmal zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Gibts keinen musikalisch begabten Menschen, der unsere Gefühlslage mal musikalisch verarbeiten kann? Ich sorge mich weniger darum, dass ein Terrorist mich abknallt, sondern, dass wir unser kreatives Potential nicht abrufen können. Gewonnen haben wir erst, wenn die hübschen Mädels mit schönen Stimmen und Kreativgeist an unserer Seite sind.

This time this is my fight song
Take back my life song
Prove I'm alright song
My powers turned on
Starting right now I'll be strong
I'll play my fight song
And I don't really care
If nobody else believes
Cause I've still got
A lot of fight left in me
A lot of fight left In me

Rachel Platten
Der_Jürgen
06. Dezember 2015 00:35
@Bernhard
Haben Sie Dank dafür, dass Sie Casa Pound Sezessions-Lesern nahebrachten, die diese Organisation bisher nicht kannten.

@Meier Pirmin
Alles, was Sie schreiben, ist gut formuliert und durchdacht, und Sie haben sicher in vielem recht. Dennoch las ich Ihren Text mit einem gewissen Unmut. Sie schreiben als Intellektueller von der hohen Warte aus, betonen gleich zweimal, dass Sie mit dem deutschen Nationalismus nur teilweise übereinstimmen, und warnen vor dem "Totalitarismus". Deshalb, meinen Sie, dürfe eine Opposition "niemals zu hundert Prozent recht bekommen". Sie erwecken, um ein chinesisches Sprichwort zu erwähnen, den Eindruck des klugen Affen, der von seinem Hügel aus gelassen zusieht, wie sich die beiden Tiger zerfleischen. Ihnen fehlt es gewiss nicht an Verstand, wohl aber an Herz.

Lieber Pirmin Meier, Pluralismus und Meinungsfreiheit sind gute Dinge, aber es gibt Zeiten, wo sie um des Ueberlebens der Nation willen in den Hintergrund treten müssen, zumal die Gegenseite zwar unermüdlich von Meinungsfreiheit und Pluralismus schwadroniert, in Wahrheit aber eine Diktatur eingeführt hat, in welcher sich, wie Sellner in seinem hervorragenden Text schreibt, die Debatten nur noch darum drehen, ob Deutschland schon gestern oder erst morgen abgeschafft werden soll.

Die dramatische Zuspitzung der Lage seit Sommer hat ihr Gutes. Sie klärt die Lage und führt dazu, dass es bald nur noch zwei Lager geben wird - das der Deutschlandabschaffer und das derjenigen, die Deutschland bewahren wollen. (Dasselbe gilt, mutatis mutandis, für viele andere europäische Nationen von Frankreich bis Schweden.) Natürlich wird es in jedem der beiden Lager viele Meinungsunterschiede geben, aber die werden zweitrangig sein. Was mein Mitstreiter über Hitler, über Stalin oder über den Assyrerkönig Assurbanipal denkt, mag mich im Prinzip interessieren, wird meine Einstellung zu ihm als Mitkämpfer jedoch nicht nennenswert beeinflussen. Desgleichen mag es im Feindeslager Menschen geben, mit denen wir in etlichen Fragen eine gemeinsame Sprache finden könnten, aber wenn sie die Invasion befürworten, sind sie Widersacher und müssen bekämpft werden. Hier verläuft die alles entscheidende Trennlinie.

Nehmen wir an, es kommt, unter welchen Umständen auch immer, eine deutsche Regierung ans Ruder. Wie Sellner treffend festhält, reicht das Schliessen der Grenzen nicht aus; es sind schon zu viele nicht integrierbare Kulturfremde im Land. Folglich müssen diese, um endlose Konflikte zu vermeiden, repatriiert werden, und zwar so human, wie es nur geht. Können Sie sich vorstellen, was in einem Deutschland, wo der Feind Bewegungsfreiheit geniesst, los wäre, wenn die Massenabschiebungen begännen? Die Linke mit ihrer Speerspitze, der Antifa, würde die deutschen Städte in Kampfzonen verwandeln. Schon heute ist es ja oft kaum mehr möglich, selbst kriminelle Ausländer abzuschieben - "fortschrittlliche" Pfarrer gewähren ihnen Kirchenasyl. Und die Lügenpresse von Spiegel bis Bild würde weiter hetzen.

Lügen wir uns doch nicht in die Tasche: Eine Rettung Deutschlands - und Frankreichs, und Hollands, und Englands, und Schwedens - ist nur unter einem autoritären Regime möglich. Demokratie mag künftig noch in Island funktionieren, einem homogenen Staat, wo jeder jeden kennt; die Schweiz ist ein Grenzfall.

Nehmen wir an, die nationale Regierung sitzt fest im Sattel, die Grenzen werden kontrolliert, die meisten Kulturfremden und Fremdrassigen sind repatriiert (Ausnahmen wird es geben; der türkische Arzt und der arabische Hochschulprofessor können bleiben und auch der eine oder andere Restaurantbesitzer oder Gemüsehändler). Damit ist aber die demographische Katastrophe, herbeigeführt durch die familienfeindliche Politik des Systems seit den sechziger Jahren, nicht behoben.

Die ganze Innenpolitik muss umgestellt werden: Verbot der Abtreibung ausser in präzis definierten Sonderfällen; Anerkennung der Mutterschaft als Beruf; Steuerfreiheit ab dem dritten Kind; hohe Sondersteuern für Kinderlose ab einem gewissen Alter, ob verheiratet oder ledig. Und diese Politik muss jahrzehntelang konsequent durchgezogen werden, um die Gefahr des Volkstods zu bannen. Wie, lieber Pirmin Meier, wollen Sie dies in einer Demokratie erreichen? Es geht nur in einem nationalen Staat, der die Medien strikt kontrolliert und die volksfeindliche Opposition ausschaltet. KZ oder Erschiessungskommando? Nein, ein Ticket nach Washington, ohne Möglichkeit der Rückkehr.
Anja
06. Dezember 2015 00:38
@Falke27

"Die Masse ist immer träge und unpolitisch. Sie ist politisch irrelevant. Entschlossene Kleingruppen machen Geschichte. Avantgarde! Und dafür muss man den von Sellner beschriebenen Muskel trainieren."

Das ist tatsächlich so! Die Masse ist politisch irrelevant, denn nach "der Wende" haben es plötzlich die meisten gewollt und gewußt, sogar Polit-Funktionäre!
Richard Cobden
06. Dezember 2015 00:41
Den Pessimisus, den hier eine gewisse Fraktion verbreitet, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Wir sind im Sommer aus der politischen Bedeutungslosigkeit in eine interessante Position zurückgerufen worden.

Merkels Politik ist wie ein aufgelegter Elfmeter für uns. Natürlich wird sich Deutschland dadurch verändern, es wird anders sein, weil andere Menschen darin leben werden, aber auch wir haben darin nun einen Platz. Es liegt an uns, was wir daraus machen.

Seit Jahren wird hier eine Kulturrevoluion gepredigt und die Stimmung schwankt manchmal zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Gibts keinen musikalisch begabten Menschen, der unsere Gefühlslage mal musikalisch verarbeiten kann?

Ich sorge mich weniger darum, dass ein Terrorist mich abknallt, sondern, dass wir unser kreatives Potential nicht abrufen können. Gewonnen haben wir erst, wenn die hübschen Mädels mit schönen Stimmen und Kreativgeist an unserer Seite sind.

This time this is my fight song
Take back my life song
Prove I‘m alright song
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I‘ll play my fight song
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Rachel Platten
Übeldenker
06. Dezember 2015 01:53
Nochmals sei der Versuch unternommen, auf den m.E. entscheidenden Punkt hinzuweisen:
Man kann zunächst einmal Revolution machen unter Ausnutzung der Gelegenheit und mit einem Negativprogramm, einem Programm des Abzuschaffenden.
Ob im Deutschland des Winters '15 solche revolutionäre Situation schon gegeben ist, das sei zunächst dahingestellt.

Dauerhaft Erfolg haben kann man aber nur mit einem Positivprogramm.
Das eben doch nicht bloß wenige Protagonisten, sondern einen nennenswerten Teil der Masse des Volkes zu packen vermag, sei es u.U. auch zunächst aus niederen Motiven.
Da reichen auch etwa die Punkte der JF oder die Punkte von Höcke/Gauland noch lange nicht aus.
Wir müssen einer materialistischen, hedonistischen, individualistischen Masse neue Ideale vermitteln, die alles in allem das Gegenteil der aktuellen Pseudo-Ideale beinhalten. Das muß doch das Ziel sein, die Invasoren sind dabei doch bloß ein Hebel.

Mein Gott: Will denn keiner begreifen, daß man hier von dem neuen Islam zu lernen versuchen muß?
Diese jahrzehntelang weitgehend apathisch vor sich hin dümpelnde Religion wurde offensichtlich so erfolgreich aufgemöbelt, daß sie für einen Großteil gerade auch der jungen Moslems so attraktiv zu werden vermochte, daß diese dafür alles über Bord kippen.
Und diese Bewegung stellt sich gegen genau die Geistesverfassung, gegen die auch wir uns stellen wollen.
Unsere Frage muß doch sein: Wie haben diese Ajatollahs die Leute packen können?
Nur so können wir einerseits sie bekämpfen -
und andererseits vielleicht auf einen Weg kommen, die dekadente Westwelt zu reformieren.

Wir brauchen ein positives, geistiges Programm für den echten Erfolg, das tatsächliche Kippen.
Wir brauchen dafür genau das, was hier manche verteufeln wollen, viel mehr:
Künstler, die die Sache in neue Form bringen, Wissenschaftler, die die Interpretation der Welt neu ausrichten oder zumindestens zurechtrücken, wir brauchen durchaus auch charismatische Redner etc.
Und, leider, hier sehe ich noch viel zu großen Bedarf.
Angesichts der Lage.
Und angesichts der islamischen Konkurrenz.
der Gehenkte
06. Dezember 2015 02:09
Martin Sellner, der Heideggerianer, zitiert Lenin. Warum auch nicht? Man kann von Lenin sehr viel lernen und in gewisser Weise ist dieses Traktat ein durchaus leninistisches - zumindest was den motivatorischen, den Agit-Prop-Anteil angeht. Viel mehr hätte man aber von Lenin - insbesondere aus "Was tun" - eines lernen müssen: glasklare, messerscharfe Analyse der politischen Kräfteverhältnisse, Realitätssinn, Mut zur Wahrheit!

Dazu muß man das Gesamtbild betrachten und nicht aus seiner Nische heraus urteilen. Aktion ist gut und richtig, Aktionismus - also Aktion um ihrer selbst willen - problematisch. Vor allem läuft der Aktionist Gefahr, sich in eine Blase zu begeben aus der heraus die Wirklichkeit nicht mehr zu erkennen ist. Selbstverstärkung unter seinesgleichen.

Daher auch alle "Defaitismus-Feinde" auf der falschen Spur. Wollen Sie in der ersten oder zweiten Welt leben? Der Wille zur freiwilligen Illusion ist fatal und wird "uns" letztlich teuer zu stehen kommen. Das hat mit Sesselärschen o.ä. gar nichts zu tun. Wir brauchen eine adäquate Beschreibung der Lage, unabhängig von Wünschen und Bedürfnissen - das ist jetzt die Aufgabe Schnellrodas!

Dies sagt einer aus dem "revolutionären Dreieck" Plauen - Zwickau - Dresden kommend. Hier ist die Aktion, aber die Aktion ist vergleichsweise irrelevant. Hier wollen viele - sicherlich im Unterschied zum Westen - aber die meisten k ö n n e n nicht. Angst, Dummheit, Trägheit, was auch immer. Es ist Sentiment, dumpfe Ahnung aber es fehlt das Fanal und die historische Figur/Partei, die die unterschwellige Energie binden könnte.

Realismus ist kein Pessimismus!

Wenn wir etwas erreichen wollen, dann müssen wir aufhören, uns etwas vorzumachen. "Erkenne die Lage - Rechne mit deinen Defekten" (Benn), rechne mehr noch mit den Defekten des Volkes, der Masse.

Geschätzter Sellner: Ich traue Ihnen mehr, wenn Sie über Heidegger reden ...
Lutz Meyer
06. Dezember 2015 08:46
@jack

Kommt mir bekannt vor. Früher sagte man: Trau keinem über 30, bei Ihnen heißt es heute: Trau keinem über 50.

Grundfalsch daran ist, daß Sie auf diese Weise unnötig polarisieren und Sie ausgerechnet den Teil der Bevölkerung ausschließen möchten, der nicht nur demographisch zahlenmäßig am stärksten vertreten, sondern wahrscheinlich auch am zahlungskräftigsten und dabei durchaus veränderungswillig ist.

Richtig daran ist, daß nicht nur das Besitzstandswahrertum, sondern auch wohl das Älterwerden als solches oft einher geht mit zunehmender Vorsicht und nachlassender Streitlust (außer vielleicht bei notorischen Terror-Opas und -Omas und im wahrsten Sinne des Wortes „Alt“-68ern). Doch auch viele Jüngere wissen genau, daß sie etwas zu riskieren und zu verlieren haben und halten sich lieber dezent raus.

Warum nicht lieber so:

Ganz gleich, wie alt ihr seid und was immer ihr zu verlieren habt – es gibt zwei Möglichkeiten, aktiv zu werden: Ihr könnt in den politischen Kampf einsteigen und Knochen und Karriere riskieren. Oder ihr könnt diejenigen, die es auch für euch tun, finanziell unterstützen – Möglichkeiten hierzu gibt es z. B. durch die Einprozent-Initiative. Natürlich könnt ihr auch beides tun. Doch wenn ihr keins von beidem macht, spart euch auch euren Applaus.
Arminius Arndt
06. Dezember 2015 10:54
„Meine Welt ist ganz super wohlgeordnet, und wenn Ihr Probleme habt, dann seid Ihr bloß ganz alleine schuld.“


Uns selbst wenn man damit keine persönlichen Probleme hat (wird vielen so gehen, dass sie derzeit erst einmal noch keine echten persönlichen Probleme damit haben), hat man als Deutscher das gute Recht, für sein Volk einzustehen. Man sollte sich einmal klar machen:

Völlig unabhängig vom Chaos und den Problemen, die mit der Masseneinwanderung zwangsweise mit einwandern, wäre es das gute Recht eines jeden Deutschen, auch ohne jegliche bzw. diese Not, sich gegen Zuwanderung auszusprechen.

Jedem x-beliebigen Yanonami Völkchen am Amazonas wird mehr Recht auf Integrität zugesprochen, als dem Volk, welches angestammt im Herzen von Europa lebt.

Sprich: Nie über die derzeitige Lage vergessen, dass man sich nicht nur über den negativen Input via Masseneinwanderung, Islamismus etc. abgrenzt und definiert, sondern völlig unabhängig davon positiv als eigener Kulturkreis.
nobody
06. Dezember 2015 11:05
@Meier Pirmin

Sie haben zurecht erkannt, dass mit dem letzten Satz meines vorhergehenden Eintrags es bei weitem nicht um eine Todessehnsucht geht (obwohl mir der Strohtod doch zuwieder ist).

Und um Ihrer höfflichen Bitte folge zu leisten möchte ich den Reflwxauslösenden Schlussatz einmal deuten.

Eigentlich hoffte ich darauf, gewiss provokativ, doch ein Liebesbeweis zum Leben auszudrücken, zum eigenen Blute (Kinder, Familie, Land) und zur "nichtkäuflichkeit" der eigen Prämissen (Ehre) z.B. in Zeiten vom Zins und fragwürdigen Geschäftsmodellen dem Geld als selbstrug zu gestatten als Handlungsmotiv zu dominieren.

Als Beispiel dafür das eben eine positive nicht todessehnsüchtige Kraft von eben diesem ausgeht möcht ich Albanien anführen, welches als schon beinahe Mikrokosmos in der Welt überraschend seinen Platz behaupten konnte. Und das gegen ungleich stärkere Gegner über hunderte von Jahren. Selbst gegen eine (starke) übergestülpte Religion.

In diesem Sinne teile ich Ihren Schlussatz, mit ein paar Ausnahmen...
Erik Sieven
06. Dezember 2015 11:08
das Problem ist heutzutage das alles mit allem zusammenhängt. Das ganze antirassistische System ist wie ein riesiges internationales Netz, und die verschiedenen Teilsystem stützen und halten sich gegenseitig. Es gibt solange keinen grundlegenden Wandel in Deutschland in Bezug auf Zuwanderung und Islam wie es keinen grundlegenden Wandel in der Wahrnehmung un Behandlung der Katastrophe die Südafrika in der 90er Jahren heimsuchte gibt. Oder keinen Wandel in Bezug auf die Katastrophe der nach der civil rights Bewegung bis heute Jahrzehnte lang andauernden Gewaltwelle durch African Americans in den USA. Keinen Wandel in Bezug auf die demographischen und gewalttätigen Expansion der sogenannten Palästinenser in Israel. Oder die Expansion des Islam innerhalb des nahen Ostens, d.h. die Vertreibung und Vernichtung der nicht-sunnitischen Minderheiten. Ebenso die Expansion des Islam in Südasien, Ostasien (Uiguren), Südostasien, Ostafrika, Zentralafrika, Westafrika. Und vor allem die demographische Expansion Subsaharaafrikas. Irgendwo muss das Netz einmal reißen, und wenn dies in Zentraleuropa passieren würde - das wäre ja tatsächlich einmal eine Ironie der Geschichte. Aber so wie ich das sehe muss dann entweder von da aus das Netz überall reißen - und wenn es das nicht tut wäre auch jede lokale Veränderung vorübergehend.
Luhmann hat es die Weltgesellschaft genannt, weil die Kommunikationsgrenzen keine nationalen mehr sind. Und so ist es doch heute: so sehr wie die Flüchtlingskrise alle aufregt - egal in welche Richtung - die meisten Menschen verbringen einen Großteil ihrer Zeit auf Facebook und beschäftigen sich mit irgendwelchen Ereignissen in Übersee.
Und international ist der Antirassismus nach wie vor extrem stark. Black Lives Matter in den USA wird stärker und stärker. Professoren am Inbegriff westlich-bürgerliche Macht, der Harvard Law School, lassen sich von jungen schwarzen Frauen zusammenschreien.
Lars Geier
06. Dezember 2015 11:37
Lieber Martin Sellner,

immer dann, wenn ich gerade in Gefahr gerate, mich damit abzufinden, dass der Untergang unvermeidlich ist, dass das einzig Verbleibende vielleicht die geringe Ehre ist, stehend statt kniend mit einem Lächeln auf den Lippen und ein paar wenigen Gleichgesinnten an meiner Seite in den unvermeidlichen Strudel des globalen multikulturellen Wahnsinns gezogen zu werden, erscheinen Sie und entfachen wieder die Flamme der Hoffnung, dass es doch noch die Chance auf ein Morgen für unser Volk und unser Land geben kann, wenn man nur bereit ist, den Kampf dafür nicht aufzugeben.

Danke für Ihre Beiträge und natürlich auch fur Ihre wegweisenden Aktionen.
Der Gutmensch
06. Dezember 2015 12:27
Das ist brav gesprochen, lieber Kaliyuga,

und ich bin in meinem Leben auch noch keinem Mann - insbesondere keinem Ingenieur - begegnet, den ich als solchen hätte identifizieren können und der mir nicht geschworen hätte, er habe die Katze durch den geschlossenen Deckel entdeckt und die betreffende Kiste bereits atombombensicher vergraben. Meine weiche Natur verbietet es mir, den Männern deswegen zu grollen; mein Verstand, ihnen ernsthaft Glauben zu schenken.

Fröhlichen Advent,

der Gutmensch.
Rainer
06. Dezember 2015 16:19
Europa ist nicht atheistisch, sondern imaginiert sich als Christus, der stirbt, um die Menschheit zu erlösen.

Wenn sich in die eingebildeten, bräsigen, selbstgefälligen Gesichter der Multikulti-Anhänger, der Refugees-welcome-Jubler, der Grünen-Funktionäre hier vor Ort schaue, vermisse ich darin jeglichen Zweifel über ihr Tun und Handeln, sondern sehe nur unglaubliche Arroganz, Borniertheit aber auch Zufriedenheit über ihr Werk. Ihre einzige Sorge besteht wahrscheinlich darin, dass die Afd auf über 5% kommt und es immer noch nicht genug "Flüchtlinge" hier in diesem kleinen Ort gibt.

Es ist ein Typus, der von Christus weiter entfernt ist als der fanatischste Antichrist, selbstherrliche, charakterlich und ethisch völlig verkommenene Menschen, schäbig im Aussehen, hinterfotzig im Verhalten.

So ähnlich muss sich Nietzsche die letzten Menschen vorgestellt haben.
W. Wagner
06. Dezember 2015 16:37
Lassen Sie sich nicht entmutigen, Herr Sellner, von den Worten aus Westdeutschland! Man darf nicht vergessen, dass man dort denkt, im besten Deutschland aller Zeiten zu leben. Noch gibt es Haltungen, wie die meiner Mutter (studiert, FAZ-Leserin): AFD kann man nicht wählen, weil die mit Pegida zusammenarbeiten. Ein Gespräch ist da nicht möglich, aber die Verunsicherung ist gewaltig. Hingegen meine Schwester (auch sie wie ihr Mann in den besten Positionen und in den besten Gegenden am Rhein lebend), auch sie meidet alles "Abseitige", sagt aber erstmals: Niemand in unserer Umgebung teilt diese Politik, aber man kann nicht darüber sprechen, man meidet jedes Gespräch dazu!
Das also ist mittlerweile das freieste Deutschland selbst für die, die es noch glauben!
Also, Herr Sellner, nicht entmutigen lassen, Sie sind die Vorhut!
P.s. Ihr Kaplaken-Band ist großartig, ich hoffe er findet Verbreitung! Dank!
Alberta
06. Dezember 2015 17:18
Nein, das ist nicht leerer Optimismus. Die Meinung ist schon definitiv und unaufhaltsam umgekehrt. Schweden schliesst die Grenzen, Daenemark schliesst die Grenzen, Frankreich will dicht machen, und dann rollt der Ball weiter bis nach Griechenland. Es ist eine Frage einiger Wochen. Dann werden die meisten zurueckgeschickt da wo sie herkamen. Familien zu holen, wird nicht passieren.

Deutschland kann nicht als erstes Land, wohl aber Schweden: Lest ihr keine internationalen Nachrichten??? Es gibt nicht nur Deutschland auf dieser Welt.
Dazu ein Tip: ganz genau auf Schweden schauen. Erst Schweden, dann Deutschland. So wird es sein.

Ist ueberall zu spuehren. Schaut ihr euch die Daenen.

Wir waren dabei, in die Schweiz auswandern, jetzt bleiben wir aber.
Simplicius
06. Dezember 2015 17:28
Solche (deutschnationalen?) Ich weiß nicht was-Charaktere hier auf diesem Blog sind mir ein Rätsel,

die auf solch einen geistig-energiegeladenen Artikel bzw. Aufruf eines kreativen Charakters, wie ihn Martin Sellner vorlebt und in Worte fasst, ihre eigene Energie doch tatsächlich dafür(!) aufwenden, Kontra zu geben.

Denen möchte ich nur sagen: Maulhalten oder mitspielen! Oder wenigstens Geld spenden.

Sowas! Gleich der erste Kommentar unter Sellners „Lasst uns mit Mut und Hoffnung den Kampf aufnehmen-Artikel“ traut sich und zieht wieder nach unten, - aber natürlich, klar: „Ohne jetzt den großen Spielverderber abzugeben zu wollen…“

Meine Meinung: Natürlich brauchen auch wir „Stimmungsmacher“ und Spielführer mit einer Strategie nach vorne! Das Multikulti-Herrschaftssystem würde zusammenbrechen, sobald es die Kontrolle über Fernsehen, Radio und Presse verlieren würde. Damit würde es auch die Kontrolle über die Köpfe und das Verhalten der Untertanen verlieren.
ingres
07. Dezember 2015 00:01
>>Das Multikulti-Herrschaftssystem würde zusammenbrechen, sobald es die Kontrolle über Fernsehen, Radio und Presse verlieren würde. Damit würde es auch die Kontrolle über die Köpfe und das Verhalten der Untertanen verlieren.

Und dann?? Dann machen die Menschen es endlich mal richtig? Die die jetzt Tagesschau sind?
Gerhard Vierfuß
07. Dezember 2015 01:04
Wieder einmal ein guter und wichtiger Artikel von Martin Sellner (ich schließe mich hiermit ausdrücklich der Pro-Fraktion an)! Besonders interessant: die philosophische Grundierung am Ende. Aber hierzu nun eine Frage: Wie läßt sich aus der seinsgeschichtlichen Einordnung Hoffnung herleiten? Wenn wir uns in der Endphase der abendländischen Metaphysik befinden, wenn wir gerade die nihilistische Selbstzerstörung Europas erleben, und wenn der Weg zurück - zu den Ursprüngen - verbaut ist: Woraus speist sich dann die Zuversicht? Gelassenheit scheint in dieser Phase nicht zu helfen. Nur ein Gott könne uns helfen, sagte Heidegger; doch es ist keiner in Sicht.
ingres
07. Dezember 2015 01:11
>> Unsere Frage muß doch sein: Wie haben diese Ajatollahs die Leute packen können?

Ich meine es hat mit Khomeini begonnen. Als ich damals vom "Aufstand" gegen den Schah hörte hatte ich von nichts Ahnung und war dem studentischen Zeitgeist gemäß gefühlsmäßig gegen den Schah. Dann aber erlosch meine Sympathie; denn es ging ja um Religion und eben um eine die ich mit Gewalt gegen Andersgläubige in Verbindung brachte.

Man müßte also ganz einfach fragen, wie Khomeini es geschafft hat und sich die Eereignisse im damaligen Iran ansehen. Das wird der Schlüssel sein. Ich habe nur immer gehört, dass Khomeini die "Linken" dort aufknüpfen ließ und gegen den großen Satan die USA war. Letyteers wirds dann wohl in Yusamenhan gmit einer fanatischen Ideologie (für mich keine Religion) namens Islam gewesen sein. Fanatismus pro real existierendem Sozialismus hatte ich ja parallel erlebt. Daher weiß ich, dass der Auslöser für Begeisterung ganz schlicht und einfach eine Ideologie sein kann oder ist

Und wenn man seine Ideologie dann auch noch von Allah legitimieren lassen kann, was will man mehr. Für mich war das nie was. Aber für viele der damaligen Kommilitonen (bezüglich Sozialismus) eben schon. Wieso dann nicht für gewöhnliche Menschen die halt lediglich ansonsten Moslems waren?
Olaf
07. Dezember 2015 07:39
"Das Multikulti-Herrschaftssystem würde zusammenbrechen, sobald es die Kontrolle über Fernsehen, Radio und Presse verlieren würde. Damit würde es auch die Kontrolle über die Köpfe und das Verhalten der Untertanen verlieren."
Ganz eindeutig. Die Masse der Multi-Kulti-Propaganda ist Goebbels hoch tausend, und das ist keine Übertreibung. Wo es früher einen Volksempfänger mit gelegentlichen Reden des Hinkefusses gab, dort steht heute der 50 Zoll Bildschirm mit 24/7 grüner Hetze auf 100 Kanälen. Da muß der klarste Germane verstrahlt werden, nach so einer Überdosis. Die kognitive Dissonanz, oder wie Kubitschek meinte, die faustische Dissonanz, verleiht dem grün gegrillten Hirn hoffentlich wieder genügend Frische, um zu handeln.
Arminius Arndt
07. Dezember 2015 08:05
@Simplicius

Wenn Sie die großen Stimmungsmacher brauchen, bitte ... aber ab einem gewissen Alter, welches ich sogar früher als die hier von anderer Seite gescholtenen 50 ansetzen würde, hat man auf Trommler eigentlich nur noch ein müdes Gähnen übrig, da man einfach schon zu viele davon erlebt hat und weiß, dass langfristig man entweder echte, eigene Überzeugungen hat, die einen voran bringen, oder aber man braucht Motivation, welche wie eine Wunderkerze nur ein kurzes Dasein hat.

Wer sich zudem von einem Schuss Realismus oder einem Hauch Gegenwind aus den eigenen Reihen gleich die Motivation nehmen lässt, der sollte sich aus Bereichen des Politischen ohnehin ganz raus halten. Hier ist das Terrain der dicken Bretter und da hilft ein Hurra beim Ansetzen des Bohrers wenig. Er will an der richtigen Stelle angesetzt werden und mit Ausdauer und Ernsthaftigkeit bedient werden. Hurra wird dann geschrien, wenn das Brett durch ist oder man nur noch ein paar Windungen zum Durchbruch braucht.

Aber Genug dazu - dieses kindische, alle halten jetzt mal die Klappe, reihen sich ins Glied oder haben gefälligst zumindest ordentlich was abzulatzen kann man evtl.bei Schnellrodaer Turnübungen predigen aber in einem offenen Forum, welches Beiträge ausdrücklich zur Debatte stellt .... ?

Merkt denn keiner, dass er mit seinen "bitte nicht den Animateur bei der Arbeit stören"- Argumenten den Herrn Sellner, einen Mann mit Überzeugungen, dem ein langer Atem zuzutrauen ist, genau zu einem solchen Animateur, einen kleinen Prediger, reduziert?

Dass hat er nun wirklich nicht verdient ... und schadet dem Ernst der Sache. Nach außen demonstrativ gezeigter Schneid ist sicherstes Indiz für einen Hosen... Um zu dieser Lebensweisheit zu gelangen, muss man aber ein paar Monde mehr auf dieser Erde verbracht haben, als die jungen Krieger meinen.
Exmeyer
07. Dezember 2015 08:26
"Mein Gott: Will denn keiner begreifen, daß man hier von dem neuen Islam zu lernen versuchen muß?
Diese jahrzehntelang weitgehend apathisch vor sich hin dümpelnde Religion wurde offensichtlich so erfolgreich aufgemöbelt, daß sie für einen Großteil gerade auch der jungen Moslems so attraktiv zu werden vermochte, daß diese dafür alles über Bord kippen.
Und diese Bewegung stellt sich gegen genau die Geistesverfassung, gegen die auch wir uns stellen wollen.
Unsere Frage muß doch sein: Wie haben diese Ajatollahs die Leute packen können?
Nur so können wir einerseits sie bekämpfen -
und andererseits vielleicht auf einen Weg kommen, die dekadente Westwelt zu reformieren."

MEIN GOTT: WILL DENN KEINER BEGREIFEN? DASZ MAN HIER VON DEM NEUEN ISLAM ZU LERNEN VERSUCHEN MUSZ!
Exmeyer
07. Dezember 2015 08:47
Hier geht es um den unüberbrückbaren Gegensatz veschiedener Charaktere: Dynamiker vs. Statiker. Letztere auch: Statisten.

Die Statisten verstecken sich hinter Pseudorealitäten. Pseudo deshalb, weil die Statisten aus bauartbedingten Gründen BEWEGUNGEN nicht wahrnehmen, sondern nur einzelne Sequenzen dieser Bewegung als Stopbild. Realität? Die Welt besteht aber njicht aus Stopbildern auch nicht aus unendlichen Vielen. Die Welt existiert nur in Bewegungen.

Skepsis und Realitätssinn in Religionsfragen verneinen hier wohl die meisten und würden wohl gerne ein Stopbild um die Zeit Otto des Großen bis in alle Ewigkeiten einfrieren.
Aber alle Kraft, Bewegung und forsche Richtungsangabeogen.
Im im Gegenstz zum eigenen erträumten Wunschbild, das keinerlei Skepsis unterliegt, mit wird die Dynamik, die Bewegung das SELBSTTUN mit vernichtenden Zweifeln überzogen.


In diesem Strang geht es NUR um Charakterfragen.
Typ A: Skepsis im Denken möglich; im Handeln dynamische Gradlinigkeit.
Typ B: Skepsis, Unsicherheit, Zögerlichkeit, Bedenken im Handeln. Im Denken: statische Standbilder; keine Skepsis.
Scipio
07. Dezember 2015 09:01
In Dir muss brennen, was Du in anderen entzünden willst!
horst
07. Dezember 2015 09:13
Werter Gutmensch,

wenn ich versuche zu verstehen, was da gerade über uns hereinbricht, komme ich immer auf drei grundsätzliche Möglichkeiten:

a) Merkel ist, in verschiedenen Varianten, eine durchgeknallte linksgrüne Zonentussi (nicht übelnehmen, abgesehen davon glaube ich ja auch, daß die Ossis die besseren Deutschen sind);
b) Merkel wollte in gut bundesrepublikanischer Manier folgenlose Symbolpolitik treiben – und jetzt schlägt die Wirklichkeit zurück;
c) Merkel wird von tückischen Hintergrundmächten ganz mörderlich erpresst.

Sie freilich legen nahe, daß etwas ganz anderes das richtige ist, nämlich:

d) Merkel hat einen Plan! Und sie trägt ganz gekonnt gewissen Umständen Rechnung.

Aber das ist anscheinend eine ganz heikle Sache, die nur fragmentarisch und raunend angedeutet, keinesfalls explizit dargelegt werden darf, zumal doch jeder, der mindestens so klug ist wie Gutmensch, es von alleine verstehen müsste.

Nun, ich gebe zu, schlichten Gemüts und dem Orakel, das Sie verkünden, nicht gewachsen zu sein, sondern nur Bahnhof zu verstehen.

Deshalb, lieber Gutmensch, seien Sie bitte ein guter Mensch und helfen mir auf die Sprünge. Entwickeln Sie doch einmal in geordneter, übersichtlicher, ausführlicher und meinetwegen auch pedantischer Weise, worauf Merkel Ihrer Meinung hinaus will, und worum es eigentlich geht. Die Redaktion wird Ihnen sicher gegebenenfalls auch Platz für einen eigenen Beitrag einräumen.

(Und wenn Sie sich obendrein noch diesen, … wie soll ich's nennen, geringschätzigen Ton gegenüber uns Dummerchen für einmal verkneifen könnten, wäre das dem Nachvollzug Ihrer erleuchteten Gedanken gewiß hilfreich.)

Ich denke, Sie schaffen das.
Monika
07. Dezember 2015 10:08
Endzeit und Bereitschaft Teil 3

1. Bei der Überschrift "Endzeit und Bereitschaft" mußte ich sogleich an das wunderschöne Adventslied Wachet auf ruft uns die Stimme denken, in dem es von den klugen Jungfrauen heißt, sie sollen sich bereit machen.

2. Es herrscht in der Tat eine Aufbruchsstimmung. Die sensibleren Zeitgenossen fühlen ganz deutlich das Ende einer Geschichts- und Kulturzeit. Das macht nicht nur Hochgestimmtheit, sondern auch Angst.
( Neuer focus-Titel: Keine Angst mehr - ein mulmiges Gefühl in unruhigen Zeiten - so bekommen Sie ihre Ängste in den Griff).

3. Die heutige politische und kulturelle Endzeit- und Aufbruchsstimmung erinnert in der Tat an die politischen und religiösen Strömungen zur Zeit Jesu. Da gab es Pharisäer, Sadduzäer, Essener, Zeloten, Qumran-Leute und natürlich Jesus und seine Anhänger.
Die identitäre Bewegung würde ich mal näher in Richtung der Zeloten einordnen.
Sabatina James dagegen ist eine Jesus-Anhängerin.

4 . @Andreas Törner
Bei den Klugen Jungfrauen geht es nicht um theologische Spitzfindigkeiten zur Biologischen Jungfrauengeburt.
Ich halte es da eher mit Heinz Ehrhardts "Ritter Fips und die Jungfrau. Da war die Moral von der Geschicht' :
Will jemand eine Jungfrau frein, darf er nicht so penibel sein.

Im Ernst:
Wir finden heute sehr kluge Frauen unter Frauen muslimischer Herkunft, die mehr Hoffnung auf positive Veränderungen machen als etwa einheimische , konservative Männer:
http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/nach-warnung-vor-muslimen-philologen-chef-mannke-tritt-zurueck-13950165.html
Ich habe übrigens zuerst gelesen: Rücktritt nach Warnung von Muslimen.
Ich möchte über diesen aufrechten Lehrer nicht urteilen.
Aber eine Sabatina James u.a.. Kluge Frauen treten auch nach Warnung von Muslimen nicht zurück.

Diese klugen Frauen sind für meine Begriffe auch keine Feministinnen.
Feministinnen sind keine weisen, klugen Frauen..

Kluge Frauen oder Feministinnen ?
Das ist ein kleiner Unterschied mit großen Folgen.

Zu den törichten Jungfrauen würde ich rote Claudias und Käßfrauen zählen.

P. S. Andreas Törner
Die sechste kluge Frau Seyran Ates hat ein Buch mit dem Titel:Der Multi-Kulti-Irrtum geschrieben !
Der Gutmensch
07. Dezember 2015 10:37
Mein lieber Pirmin Meier,

ich darf Sie beruhigen, noch kann ich meine Runzeln zählen, trotz meines biblischen Alters. Leute wie der "Sachliche" haben im übrigen reichlich Chancen gehabt und sie haben sie sämtlich auf Kosten anderer genutzt - das fängt beim öffentlichen Nahverkehr an und hört mit der Bildung längst nicht auf - und was sie an klugen Sprüchen zu verkünden haben, kann ich seit vielen Jahren mitsprechen, keine Sorge, und was da möglicherweise zu lernen wäre, habe ich auch begriffen, selbst wenn ich mich skandalöser Weise im Einzelfall dagegen entscheide! Übrigens bin nämlich ein Mensch und kein Wiederkäuer, man stelle sich vor. Und Opportunismus und Pragmatismus sind eben nicht dasselbe und nur weil ich Meier Pirmin zuhöre, heißt das nicht, dass ich mir den Sachlichen widerspruchslos zumute; falls es aber jemals so weit mit mir kommt, schicke ich rechtzeitig ´ne Postkarte, versprochen.

Ihr Gutmensch, der Ihren pädagogischen Ehrgeiz schätzt, aber seine Zweifel daran hat, dass sich jede Kuh auch zum Seiltanzen eignet.
Hartwig
07. Dezember 2015 12:07
Sellner beschreibt IB-Aktivisten, die aus der Phase der sporadischen Aktion in einen "immer bereit"- Modus gewechselt zu sein scheinen. Ein "immer bereit" muss man sich erarbeiten. Das ist innerhalb eines üblichen Alltagslebens nicht einfach. Aber ein Erwarten günstigerer Umstände reicht nicht aus.
Ein Orban und seine Partei sind in Ungarn nicht vom Himmel gefallen. Eine Person Orban gibt es in Deutschland auch, wahrscheinlich mehrere. Es ist das Umfeld, was bereitet werden muss. In Deutschland gewiss sehr viel schwieriger als im Ex-Ostblock-Ungarn, vielleicht unmöglich. Und wenn schon!

Immer-bereit-Modus: @Carl Sand hat dazu vor Monaten ein paar anregende Beiträge geschrieben. Wo ist der Kerl eigentlich?? Vielleicht bei der "Arbeit"? Gut! @Exmeyer ist bzgl. Praxisrelevanz nichts hinzuzufügen. Manch anderes mag diskutabel sein. Momentan ohne Belang.

Beim Denken und beim Schreiben den Konjunktiv so sparsam wie möglich einsetzen!
Der Gutmensch
07. Dezember 2015 12:24
Klar schaffe ich das, lieber Horst:

Die Deregulierung des US-Finanzmarktes wird Ihnen noch was sagen, gelle? Und unser Altkanzler Schröder, der dagegen steuern musste und angesichts der Einführung von Hartz4 sagte, wir müssten nun eben mit Brasilien und China konkurrieren? Und ritsche-ratsche-voller-Tücke-in-die-Brücke (Staatsorganisationsrecht)-eine-Lücke sägte? Am anderen Ende der Säge saß das BVerfG, in das noch nie ein Ostler seinen Fuß gesetzt hat.

Was glauben Sie eigentlich, lieber Horst, was sich daran geändert hat? Ist die Welt derweile friedlicher geworden? Ja? Dann kann ich nicht helfen!

Mir scheint, seitdem hat der Tanz erst richtig begonnen. Oder wie der Finanzminister sagt, der schon länger im Bt sitzt als ich auf der Welt bin, sinngemäß - Die Politik hat während des kalten Krieges ein Nickerchen gehalten und ist nun auf die Weltbühne zurückgekehrt!

Jetzt kann man mal die Finger nehmen und zusammenzählen, wie groß die Chance ist, dass sich unter diesen weltpolitischen Umständen Deutschland halten würde, wenn da eine Amateuergruppe zu Werke ginge. Oder man kann sich einfach darauf besinnen, dass die Politik im wesentlichen von den Behörden dahinter gestaltet wird; egal, wer da gerade den Vortanzer macht. Selbst Leute wie der Herr Fischer sagen nicht nur Falsches und er meinte, wenn ich mich da recht besinne, so ungefähr - Die Koalitionen mögen sich ändern, die Politik wird es nicht, denn es steht dafür zu viel auf dem Spiel und alle wissen das!

Das erklärt vielleicht auch, das hinsichtlich der Flüchtlingspolitik alle so weitgehend d´accord sind und sich, statt sich gegenseitig politisch den Hahn mit Macht abzudrehen, lieber an der AfD abreagieren.

Vor dem Hintergrund kann ich Ihre Fixierung auf die Kanzlerin schlicht und ergreifend nicht nachvollziehen. Mal zum Mitschreiben: Der Willie ist schon sehr lange tot, aus die Maus! Hier entscheidet nicht einer alleine, und sei er auch noch so tückisch!

Haben wir also die Paranoia mal ausgeräumt, kommen wir zu der absonderlichen Politik: Wie oben ausgeführt, hat den Altkanzler seinerzeit das unbedingte Primat der Außenpolitik wie ein Blitz getroffen und seither ist das nicht besser geworden.

Welche Gründe das Kabinett also auch immer haben mag (der Außenminister ist übrigens sein Vertrauter Steinmeyer) - sie sind in der Außenpolitik zu suchen, die offenbar noch exakt denselben Plan verfolgt wie gestern, oder es käme eine Kakophonie, dass man sich die Ohren zuhalten müsste.

Und gestern war das Problem .... und heute ist das Problem ...

Dass das notwendig Auswirkungen auf die Innenpolitik hat, versteht sich von selber. Das sie so arg ausfallen, schockiert mich ebenfalls über die Maßen.

Dass wir damit anders handeln als insbesondere die europäischen Staaten, deren Grenzen im letzten Jahrhundert ebenfalls neu gezogen wurden, schockiert mich aber eher nicht! Überhaupt fällt es mir schwer, großartig darüber zu trauern, dass wir in der EU nun gescholten werden, doch das ist ein Nebeneffekt des Ganzen.

Insgesamt muss ich leider sagen: Ich bin Bürger eines Landes, das seit vielen Jahren vernichtenden Anfeindungen von außen ausgesetzt ist. Wie unbehaglich auch immer ich meine Landsleute mitunter empfinden mag; so lange ich denke, wir sitzen in einem Boot, vertraue ich ihnen leider noch mehr als den Ungarn, Polen oder Tschechen und ich werde gewiss den Teufel tun, in so einer Situation einer Destabilisierung des Landes das Wort zu reden.

Der Gutmensch.
Andreas Törner
07. Dezember 2015 12:35
@Monika: Entschuldigen Sie, wenn ich Ihren Bezug auf das Bibelwort und die entsprechenden Begrifflichkeiten über Gebühr ernst genommen habe.
Um "theologische Spitzfindigkeiten" rund um die "Jungfrauengeburt" ging es mir mit der Feststellung, daß wir es bei den genannten "Leuchten" nicht eben mit "himmlischen Jungfrauen", sondern vielmehr mit (teils allzu-)liberalen "Bräuten des (realexistierenden) Westens" zu tun haben, jedoch nicht.

Wobei ich weder deren sexuelle Erfahrung, Orientierung noch deren Frauenrechtlerinnentum ernsthaft kritisiert habe - sondern den Versuch, dieses an sich so naheliegende wie im "westlichen Kontext" wohlfeile weibliche Aufbegehren gegen männlich-islamische Herrschaftsformen und -traditionen als Vorboten des Reichs der göttlichen Weisheit zu verkaufen.
Mathias
07. Dezember 2015 15:39
@ Exmeyer
Unsere Frage muß doch sein: Wie haben diese Ajatollahs die Leute packen können?


Das ist bei den Denkern der Muslimbrüder nachzulesen. Am wichtigsten ist dieser hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Sayyid_Qutb
kj
07. Dezember 2015 16:08
Nächstes Jahr sind Landtagswahlen in vielen Ländern. Der 13. März ist der kritische Termin. Wenn es gelingt konservative Kräfte parlamentarisch zu stärken, entsteht ein Raum der Möglichkeiten.

Ansonsten vollzieht sich die Demontage des Staates an ganz anderen Ecken:
http://www.state.gov/documents/organization/188782.pdf
Westpreuße
07. Dezember 2015 16:34
Herr Sellner,
noch einige kleinere Anmerkungen "zum Ganzen" Ihrer lesens- und bedenkenswerten Gedanken. Nicht nörglerisch gemeint, eher ergänzend.
Sie schreiben auf beachtlichem Niveau. So soll es hier ja wohl auch sein.

Und doch fehlt mir ab + zu etwas bei sezession:
Nämlich der eine oder andere Hinweis, wo denn die Kräfte herkommen sollen. Bei den Kommentaren eher auch. Wie meine ich das?
Wir brauchen KRAFTQUELLEN der sinnlichen Anschauung.
Der Rückbezug auf die ANSCHAUUNG. Die SELBST-VERGEWISSERUNG...

Ich berufe mich jetzt mal auf Friedrich Schiller und seine eher weniger bekannte, nichtsdestotrotz wichtige Abhandlung:
"Vom Erhabenen, 1793."
Er beruft sich da auf den großen Kant. Schiller nun entfaltet das ERHABENE so:
Das ERHABENE, das PATHETISCHE und das PATHETISCH-ERHABENE:
ALLES mündet bei ihm in die "sittliche Freiheit", der Ruf zur Tat..., schon wären wir bei Ihrem Thema; und in die "erhabene Gesinnung", die FREIHEIT; das war ja auch sein Lebens- und Dichter - Thema...und daher war er Goethe zeitlebens ja auch "etwas unheimlich"...

Ausdrücklich erwähnt er die Natur, das Vorhandene; aber auch das Geschaffene, eben die Kultur: DAS seien unsere KRAFTQUELLEN, aus denen, in denen und von denen wir leben...

Eigenes Beispiel:
https://de.wikipedia.org/wiki/Hoher_Mei%C3%9Fner#/media/File:GedenktafelFreideutscherJugendtag.JPG
Meißnerhaus: Gedenkstein an den ersten Freideutschen Jugendtag (1913)
Bitte auch mal links und rechts blättern: Erhebt das nicht das Herz...?!

Schiller weist ausdrücklich darauf hin, daß wir das ERHABENE nicht nur im Kopf haben müssen, sondern auch sinnlich in uns aufnehmen müssen!
Worauf will ich denn nun hinaus?
Nicht nur denken, sondern auch sehen mit allen Sinnen!
Und in sich aufnehmen. Ich erinnere mich:
Das Finden des Gedenksteines auf dem Hohen Meißner bei anbrechendem Abend---Der Blick von der großen Düne bei Nidden auf der Kurischen Nehrung bei Sonnenaufgang---Eine Fahrt auf dem proppevollen Autobahngewirr des Ruhrgebiets am Montagmorgen; welch ein fleißiges Volk...;--- die Kreidefelsen von Rügen von der Seeseite her---Einige wenige, sorgsam gepflegte Soldatengräber in Masuren mit Eisernem Kreuz (!), (I. Weltkrieg)-- usw. und so fort...
Diese Art der "anschaulichen Anschauung", irgendwie ein "weißer Schimmel", ist es auch wert, darüber zu schreiben, zu berichten, Zeugnis abzulegen. Beziehungsweise die Theorie mit der Anschauung zu erklären, zu illustrieren. Das fehlt mir manchmal bei der "demokratischen Rechten"...
ich hoffe, ich bin jetzt nicht ungerecht geworden...
: Grüße aus Thorn an der Weichsel
niekisch
07. Dezember 2015 17:17
"sich jede Kuh auch zum Seiltanzen eignet" Auch Sprache und Grammatik eignen sich, Gutmensch, für nahezu jeden Seiltanz: https://diskuswerfer.wordpress.com/2015/12/07/60-jahre-schwundeswehr/
Ewiggestriger
07. Dezember 2015 17:19
@Peter Messer: zu ihrem Punkte 6, kann ich von neuestem Schmähwort unter den Neurechten der USA berichten: cuckservative. Ein Portmanteau aus "cuckold" (betrogenem Ehemann) und "conservative," was die Mentalität der Establishment-GOP perfekt beschreibt. Cuckold hier nicht nur im Sinne eines einfach betrogenen Ehemannes, sondern im Sinne jenes Perversen, der daran seine unselige Freude nimmt (was es tatsächlich gibt, leider habe ich gelernt). Das Wort beschreibt perfekt die Haltung und Sichtweise der führenden amerikanischen Konservativen, sein Land aus verkehrter Ideologie an Fremde preisgeben, seine Söhne im Kampf sterben lässt im Dienste Interesserengruppen, die ihm feindlich gestimmt sind, seine Töchter… na ja und so weiter. "Tell the Mexicans, Africans and Asians to follow the Constitution when we're gone!" - seine Sterbeworte.

Es hat sich als sehr wirksam erwiesen und hat dazu beigetragen, die Establishment-"Konservativen" lächerlich zu machen, eigentlich der effektivste Weg, einen politischen Gegner auszuschalten. Diese Quislings haben es reichlich verdient.

@Hajo Blaschke
Keine Sorge um den scheußlichen McCain, er ist ein verbitterter Gegner Trumps. Trumps Aussagen zu Russland, Syrien usw sind vernünftig während alle anderen Kandidaten die Nibelungentreue auf dieses multkulti Imperium schwören.
HELL COMES (with the) REFUGGES
07. Dezember 2015 17:31
"Niemand in unserer Umgebung teilt diese Politik, aber man kann nicht darüber sprechen, man meidet jedes Gespräch dazu!
Das also ist mittlerweile das freieste Deutschland selbst für die, die es noch glauben!"

Ja, in der Tat ist das wohl fast überall in Westdeutschland so. Leider auch bei uns. Die meisten Leute, die nicht bei den Grünen oder in der Asylindustrie anzusiedeln sind, sind wohl eher gegen die Aufnahme von "Flüchtlingen" - da aber die Mainstreammedien alle ohne Ausnahme deren Aufnahme und Durchfütterung bedingungslos bejubeln, trauen sich die Leute nicht (öffentlich) eine Gegenmeinung einzunehmen.

Als bei uns das erste Mal Pegida demonstrieren wollte, kamen gerade mal 35 Leute. Viele - ich auch - trauten sich einfach nicht; ich habe mit Leuten im Fitness-Center gesprochen, die auch gern mal auf eine Pegida-Demo gehen würden; nur keiner traut sich sich da zu "outen". Es ist die nackte Angst vor Stigmatisierung, Existenzverlust; bei den Beamten kommt auch noch die Angst vor einem Disziplinarverfahren dazu; selbst große Firmen in Westdeutschland, z.B. auch die Stadtwerke haben ihre Mitarbeiter davor gewarnt auf "rechtsextreme" Demos zu gehen; das könnte arbeitsrechtliche Konsequenzen haben.

Und das alles trotz Art 3 GG "Niemand darf wegen seiner ....politischen Ansichten bevorzugt oder benachteiligt werden" Was für ein Hohn in der real existierenden BRD!

Dieser Artikel von Martin Seller ist großartig!
Das es hier tatsächlich so viele "Hundsfote" gibt, die nichts eiligeres zu tun haben, als ihm einen Dolchstoß in den Rücken zu versezten, mit ihrer gleingeistigen Feigheit und ihrer ausgekotzten Wehrkraftzersetzung ist einfach nur jämmerlich.

Statt immer wieder zu wiederholen, dass Deuschland ja ohnehin verloren sei, und das deutsche Volk ohnehin abgeschafft würde, könnten diese Defätisten ja einen kleinen Teil ihrer Negativenergie mal dafür einsetzen, wie man gerade DAS verhindern kann. Ihr solltet euch was schämen, ihr Schwarzseher!

Nationaler Widerstand ist und bleibt das Gebot der Stunde; und das es funktionieren kann, hat ja gerade Frankreich gezeigt: der FN und damit der parteipolitisch organisierte Nationalismus ist die stärkste Kraft in ganz Frankreich - gegen ein Netzwerk von Feinden von Rotfront bis Reaktion. Es geht doch - man muss es nur wollen.
Lars Geier
07. Dezember 2015 17:48
"Die ganze Innenpolitik muss umgestellt werden: Verbot der Abtreibung ausser in präzis definierten Sonderfällen; Anerkennung der Mutterschaft als Beruf; Steuerfreiheit ab dem dritten Kind; hohe Sondersteuern für Kinderlose ab einem gewissen Alter, ob verheiratet oder ledig. Und diese Politik muss jahrzehntelang konsequent durchgezogen werden, um die Gefahr des Volkstods zu bannen."

Bei derartig glänzenden Aussichten für eine nationale Unterschichtenvermehrung dürfte manch einer den laufenden multikulturellen Unterschichtenimport fast als das geringere Übel ansehen.
Der Gutmensch
07. Dezember 2015 20:20
?? Also lieber Niekisch, ich meinte selbstverständlich nicht Pirmin Meier mit der tanzenden Kuh. Aber Danke für den Hinweis!

Der Gutmensch.
Exmeyer
07. Dezember 2015 21:18
So lange sich hier, HIER?!?, noch irgendjemand darauf konzentriert, wie ES sein MÜSSTE (wie es bei @ Lars Geier anklingt), passiert in die ES-MÜSST-Richtung gar nichts.

Ich gehe wohl recht in der Annahme, daß sich die ES-MÜSSTE-Abteilung noch nicht mit dem Liegestützprogramm aller Truppen angefreundet hat.
Denn auf das Es-Müßte-DENKEN und -QUATSCHEN zu verzichten, ist eine Frage der Disziplin. Genauso wie das Absolvieren des konservativen Minimums: 20 Liegestütze täglich.

Wer soll das ES-MÜSSTE eigentlich MACHEN?
jack
07. Dezember 2015 21:35
@ Lutz Meyer

Früher sagte man: Trau keinem über 30, bei Ihnen heißt es heute: Trau keinem über 50.


Der teilweise Verzicht der über 50jährigen auf Widerspruch oder Widerstand zur Vermeidung irgendwelcher Repressalien bedeutet nicht, dass man ihnen per se nicht vertrauen kann oder soll. Nur das Einbeziehen in Aktionen stößt in der Altertsklasse vermehrt auf Skepsis. Das mag mit Lebenserfahrung zu begründen sein, mit Desinteresse oder auch mit Feigheit.
Was ich sagen wollte, ist, aus welchen Gründen auch immer jemand „zurückhaltend“ ist, sollte er Jüngere nicht mit Negativäusserungen demotivieren.

Wenn sich einer auf die eine oder andere Weise entsprechend seiner Möglichkeiten einklinken will, um so besser und begrüssenswerter.
Keinesfalls wollte ich polarisieren, denn erstens, jeder zählt, jede Hilfe ist wichtig. Insofern uneingeschränkte Zustimmung zur Ihrem letzten Absatz.
Carl Sand
07. Dezember 2015 23:42
Nun, Carl Sand musste erstmal seinen Frust loswerden. Er hatte gemerkt, dass es wenig zielzührend ist, sich ausschließlich noch über Sachliche und Ohrensesselkonservative auszureihern. Natürlich hält er solche weiterhin für ausgemachte Schwachköpfe. Allein - was bringt es uns, was bringt es dem Kommentarbereich, was bringt es ihm?

-zum Sellner hätte er wohl einiges radikale und pessimistische beizutragen. Aber wofür? Er ist ja stolz auf den Sellner und heilfroh, dass der nicht nur rumheideggert.

Für den Seelenhaushalt hat der Carl vor kurzem mal wieder ein Antifamädel mit Hardcore-Thälmann-Kommunismus niedergeschrien und sie der Kapitalistenknechtschaft bezichtigt. Mädel heulte, Calle war Dampf los. nun - besser dort, als hier - nicht wahr?

Was er gerade macht? Nun, in das Freicorps Putin ist er noch nicht gezogen. Er bastelt auch nicht an der Bombe für die Sorrosschanze. Tatsächlich ist er hauptsächlich mit dem Edding und Klebezettel unterwegs und reisst an jeder Kreuzungsampel Antifaaufkleber ab. Er spendet für das eine Prozent. Erbärmlich, zugestanden. Aber immerhin mehr, als viele der obengehassten jemals in ihrem ganzen conservativen Darsein je getan haben.
Simplicius
07. Dezember 2015 23:56
@
ingres
Montag, 7. Dezember 2015, 0:01 (URL) | Kurz-URL

>>Das Multikulti-Herrschaftssystem würde zusammenbrechen, sobald es die Kontrolle über Fernsehen, Radio und Presse verlieren würde. Damit würde es auch die Kontrolle über die Köpfe und das Verhalten der Untertanen verlieren.

Und dann?? Dann machen die Menschen es endlich mal richtig? Die die jetzt Tagesschau sind?


@ Werter ingres,

Sie fragen: „Und dann??“

Meine Antwort (ich will mich bei diesem Kernthema hier kurz fassen):

Wenn das derzeitige Multikulti-Regime die Kontrolle über die Mainstreammedien verliert, dann bedeutet das ganz einfach, dass in der Öffentlichkeit nicht mehr bloß über(!) uns Patrioten/Überlebensvertreter der Deutschen beliebig, verzerrt, einseitig und abfällig und einschüchternd geredet werden wird, sondern dass wir vom politischen Objekt endlich zum Subjekt werden können, dass wir endlich ungefesselt in den Ring steigen und auf Augenhöhe zurückschlagen können (sinnbildlich gesprochen).

Vergessen wir nicht das Publikum: Wenn Argumente nicht von den Massenmedien kommen, fehlen der Masse die Worte.

Naja, und das ist dann die Stunde z. B eines Martin Sellner, wie ich ihn mir wünsche:
Stark im Charakter, geistig souverän, gedankenvoll, überzeugend, geleitet von seiner „aktivistischen“ Erfahrung und den Bildern seiner Phantasie. Aber überfordern wir ihn nicht. Verlangen wir nicht das Unmögliche. Betrachten wir einen wie ihn als Hoffnung gebendes Vorbild. Wir müssen schon selber mittun.

@ Werter Arminius Arndt,
was Sie regelmäßig schreiben hat durchaus Sinn und Verstand, aber was haben Sie bloß gegen den schillernden Begriff „Stimmungsmacher“? Es muss ja kein billiger sein.
Übeldenker
08. Dezember 2015 02:56
Zu Ingres:
Ja, historisch hat Khomeini die Sache gegen einen Paradewestler wie den Schah in Gang gebracht.
Natürlich läßt sich jede Religion als Ideologie definieren und umgekehrt. Glaubt man an eine Autorität dahinter, glaubt es sich um so besser.
Aber die interessante Frage scheint mir, wie man die Leute geistig auf die Spur gesetzt hat. Wo haben Khomeini & Co. den Hebel angesetzt? Welche vergessenen Interessen hat man bedient? Welches positive Leitbild setzen können, und warum?
Moslems waren die Orientalen vorher auch, mehr oder weniger lau – plötzlich verschärfte sich das, wurde Ernst, man kippte seine Champagnerflaschen in den Gulli, usw.
Sicher gehört auch ein antikolonialistischer Reflex zum heutigen Islam(ismus) dazu – aber der könnte uns allemal ebenso kommen.
Man mag darauf hinweisen, daß Armut Veränderungsfreudigkeit befördert – dann wären wir jedenfalls wieder auf den Punkt gewiesen, daß wir es noch schwerer haben: Wir werden nicht umhin können, tunlichst noch vor (noch) größerer Verelendung im Lande jene materialistisch-hedonistisch abgefütterten 'letzten Menschen' in nennenswertem Umfang auf ihre/neue Beine zu stellen, die Nietzsche sich erlauben konnte, nebenbei zu beerdigen …

Zu Scipio:
In der Tat – Wahrhaftigkeit braucht es! Auch Heuchler können zwar manchmal Effekt machen, aber meist werden sie bald durchschaut und beerdigt, mit ihren Absichten.

Zu Westpreuße:
Völllig richtig – mit hochintellektueller Analyse allein wird man den nötigen nachhaltigen UND breiten Effekt ebensowenig erreichen wie mit purem Aktionismus.
Wir werden unbedingt auch die Künste, belles-lettres, charismatischen Redner etc. benötigen, und zwar keine vertrockneten klassizistischen Kopisten, sondern Kreative. Die zu finden, mit unserer Gesinnung, scheint mir noch eine besonders schwierige Aufgabe.
ingres
08. Dezember 2015 08:07
@Simplicius

Schon richtig, dass u.U. "wir" den Ton angeben können (auch wenn es momentan ein frevelhaftes Luftschloss ist).
Aber man muß bedenken, dass wie es mit Tagesschau-Menschen zu tun haben (es sei denn ich unterschätze meine Mitbürger).
Also müssen "wir" zu 100% "richtig" sein; denn "wir" werden nicht von den Tagesschau Menschen im Zaum gehalten werden, das müssen "wir" dann selbst besorgen.
Das ist die Warnung vor dem Optimismus der glaubt, dass "wir" es schon gut machen werden, bzw. dass es überhaupt gut geht. Auch wenn mich das nicht daran hindert täglich im Sinne dessen zu "arbeiten". Nur weiß ich halt, dass i.a. gilt: "Wie Menschen eine Welt verbessern wollten und sie dabei zerstörten". Also muß man auf jeden Fall gut acht geben.
ingres
08. Dezember 2015 08:15
Was ich vergessen hatte, denn mein letzter Kommentar ist logisch unvollständig. Wenn "wir" vom Bürger kontrolliert werden sollten, dann können wir sicher nur wenig von dem verwirklichen was uns vorschwebt. Deshalb bin ich ja Pragmatiker. Zwar kein Stückwerkstechniker im Popperschen Sinn, dass war systemintern zu optimistisch. Nein man benötigt schon vermutlich schon autoritäre Strukturen für größere Stücke, aber meine Stücke sind nicht unbedingt gegen alle jetzigen Lebensforemn (u. a. nicht grundsätzlich gegen die amerikanische) gerichtet.
Monika
08. Dezember 2015 09:29
Endzeit und Bereitschaft Teil 4

Hochgemutheit ist das Sichspannen des Geistes auf die großen Dinge;
wer sich das Große zumutet und sich seiner würdig macht, der ist hochgemut.


Der Hochgemute unterwirft sich nicht der Verwirrung des Gemütes, nicht irgendeinem Menschen, nicht dem Schicksal - nur Gott


Josef Pieper

Zwischen Hochgestimmtheit und Depression, Optimismus und Resignation, religiösem Fieber, Euphorie, Untergangsstimmung, patriotischen Gefühlen, nationalistischem Pathos und dumpfem Nationalismus....sollten wir:

1. uns nicht verwirren lassen
2. uns, wenn wir uns das Große zumuten, uns seiner würdig machen.


Für mich lebt ein Forum wie SiN vor allem von seiner intellektuellen Redlichkeit. Und die sollte im Eifer des Gefechts nicht auf der Strecke bleiben.
1. Wir brauchen keine Führer, keinen alten und keinen neuen !
Ein paar aufrechte Politiker und ein paar kluge Frauen würden (müßten) ausreichen. ( Hoffentlich)
Und wenn nicht, dann kann auch kein Gott uns mehr retten, jedenfalls nicht der heideggersche.
Kann nur "noch ein Gott uns retten?" heißt eben auch, daß es ein falscher Gott sein kann. D.h. nicht der christliche ( Marcello Pera).

2. Die geistige Verschärfung in einer Zeitenwende führt leider auch zur Verschärfung des Ungeistigen. Nobodys muten sich das Große zu und Worst Hessels faseln von der kommenden Hölle.

Ich kann nur nochmals meine bescheidene Bitte äußern:
SiN hat die große Aufgabe, in verwirrenden Zeiten zu klären, zu scheiden,
wenn man sich denn wirklich das Große zumuten will.
Aber vielleicht wollen oder können wir das gar nicht ?

Demut widerstreitet nicht der Hochgemutheit.
Josef Pieper
Hartwig
08. Dezember 2015 11:03
""Bei derartig glänzenden Aussichten für eine nationale Unterschichtenvermehrung dürfte manch einer den laufenden multikulturellen Unterschichtenimport fast als das geringere Übel ansehen.""

@Lars Geier

Und Sie? Sind Sie einer von den 'manch einen' ?
Bitte richtig verstehen: Mir geht es um den ersten Teil des Satzes.

Es sind Sätze wie diese, die mir klarmachen, mit wem man hier alles zusammen 'im Boot' sitzt.
Carolus
08. Dezember 2015 11:36
Was für ein mitreißender, mutmachender Artikel – und welch kleingeistige, ängstliche Kommentare! Da frage ich mich wirklich, auf was für einer Seite ich hier gelandet bin ...

Einige hier scheinen zu glauben, sie könnten die Lage bequem aus dem Sessel beurteilen und sich mit einem resignierten „Hilft ja doch alles nichts“ zurückziehen, nachdem sie ihren Senf dazugegeben haben. Kampf sieht anders aus ...

In Zukunft werde ich hier nur noch die Artikel lesen und mir die Kommentare ersparen. Während bei so manch stereotypem Zeitungsartikel in der Regionalpresse zur Flüchtlingskrise die Leserkommentare vernünftiger und ehrlicher sind als der Artikel, ist es hier leider gerade umgekehrt.
Exmeyer
08. Dezember 2015 17:13
@ Mathias: Sayyid Qutb kannte ich nicht. Durch die Lektüre verstehe ich plötzlich ein menschliches Grundbedürfnis. Und gibt daher eine Doppel-Antwort auf Fragen, die hier und woanders sehr kontrovers diskutiert wurden.

Einfältig/Zweifel. Die Ethymologie ergänzt es.

Danke, sehr wertvoll.
Exmeyer
08. Dezember 2015 18:44
@ Hartwig: Mir ist in der letzten Zeit doch sehr deutlich geworden, wie die Realität im Kommentariat aussieht. Natürlich, es gibt auch Potential.
Ich bin mir der zunehmenden Dynamik sicher. Das ist völlig unabhängig von der Sezession oder der IB. (Auch das Tempo der Dynamiken bewegt sich in Sinuskurven.)
Sezession und IB verfügen über eine Lenkungsfunktion, eine Sammlungsfunktion, eine Pointierungsfunktion. Aber initiieren können sie/wir nichts. Die Eskalation ergibt sich aus den Rahmenbedingungen und den Entwicklungen der Makrotendenzen.

Noch weniger spielt die Peripherie des Kommentariats eine Rolle. In diesem ergibt sich die ganz normale Gauß'sche Verteilung, wie sie in der sonstigen Bevölkerung auch zu finden ist. Also es dürfte ein Potential von 10 bis 20% darin zu finden sein. Mein Irrtum war, daß es sich bei der Leserschaft bereits um eine positive Auswahl am Ende der Kurve handelt und die Kommentierer wiederum um die engere Auswahl einer Auswahl. Diese Einschätzung ist falsch. Mir ist mittlerweile klar, daß diejenigen, die ein tieferes Verständnis für die Situation haben, nicht auch automatisch dazu tendieren, zum Aktiven der Teil der Bilanz zu wechseln, noch nicht einmal auf höchstpersönlicher Ebene. Selbst der Versuch, die Oberflächlichkeit zu verlassen, ist nicht höher ausgeprägt, als woanders.

Eine in einem Zweckrahmen gehaltene Diskussion um Gott/Götter/Glauben/Bekenntnis/Idealkirche/Realkirche/Religion/Form/Kult/Zusammenhalt/Funktion - beispielsweise zum Ersten - (und dessen Trennung von Theologie und Philosophie) oder Zieldefinitionen/Handlungsoptionen/Kräfte/Einfluß/Macht/Lageentwicklung/Makrolage/Mikrolage - beispielsweise zum Zweiten - ist hier überhaupt nicht führbar.

Die Hühner werden sofort kopfscheu, Beispiel zum Ersten, oder überfordert, Beispiel zum Zweiten. Und was Liegestütze - auch nur als Beispiel für viel mehr - damit zu tun haben könnten, wird 80% bis 90% bis in alle Ewigkeit völlig unklar bleiben.

Es wird wohl das hochkarätigste Forum in Deutschland sein, was wohl die Belesenheit und das Gesamtverständnis ausmacht. Aber es ist nicht elitär - im funktionellen Sinne, bestenfalls im abstrakt-theoretischen. Obwohl viele Diskussionsanstöße, wie die letzten, also der von Sellner, Woldag oder Lutz Meyer ganz eindeutig funktionell-elitär sind!

Zumindest ist nicht bei allen die endokrinologische Lage hoffnungslos, und das scheint auch altersunabhängig zu sein. Die aktiven Teile werden sich finden. Aus Notwendigkeit - entlang den Linien der zu erwartenden Eskalation.
Konservativer
08. Dezember 2015 23:11
Sehr geehrter Martin Sellner

Wenn ich einen Hut tragen würde, dann würde ich ihn vor Ihnen und Ihren Mitstreitern ziehen. Die von der Identitären Bewegung Österreich initiierte lebende Grenze in Spielfeld hat wahrscheinlich nicht nur mich schwer beeindruckt.
In dem Bereich, in dem ich arbeite, wird in bezug auf unsere Klientel gerne der Spruch "das Glas ist halbvoll" verwendet.
Doch in meinem Leben hat auch für mich persönlich der Optimismus eine wichtige Rolle gespielt und das ist noch heute so.
Meine Erfahrung ist folgende: fundierter Optimismus kann Kräfte freisetzen, von denen man womöglich selbst keine klare Vorstellung hatte.

Ihren Kaplakenband finde ich sehr lesenswert, auch ohne Vorkenntnisse über Heidegger "konnte ich mir da etwas rausziehen", wie man in meinem Kreisen sagt.
Lars Geier
09. Dezember 2015 07:14
Angesichts der Reaktionen auf meinen Kommentar vom Sonntag erscheint eine kurze Erklärung vonnöten:

Es handelte sich um eine (wie ich gehofft hatte erkennbar) polemische Erwiderung auf die innenpolitischen Visionen von Der_Jürgen.

Weder bin ich ein Gegner sinnvoller Familienförderung, noch befürworte ich die Masseneinwanderung.

Die familienpolitischen Vorstellungen von Der_Jürgen entstammen jedoch – und ich hoffe , ich erkenne das nicht nur alleine – einer ideologischen Prägung, die nicht die meine ist (Stichwort: Mutterkreuz). Ihnen scheint zudem eine fragwürdige Feindbestimmung zugrunde zu liegen (Der Kinderlose als „Volksfeind“ und Verantwortlicher für den „Volkstod“?).

Wer solchen Ideen Beifall zollen möchte, bitte. In meinen Zukunftsvorstellungen haben sie keinen Platz.
Exmeyer
09. Dezember 2015 15:43
@ Lars Geier

Dann zolle ich hier @ der Jürgen Beifall - nur um klar zu machen, daß es Widerspruch gibt.
Auch wenn das eigentlich Irrsinnige diese selbst Diskussion ist. Denn es handelt sich um nichts anderes, als das Verteilen der Haut des noch lange lebenden Bären. Und dieser Bär wird unter Garantie nie zerlegt werden, solange man sich um solche, von den realen Möglichkeiten völlig losgelöste, Diskussionen kümmert. Unsachlicher geht es nicht.
Andreas Törner
09. Dezember 2015 17:15
@ Exmeyer: Daß Sie überhaupt Zeit an uns testosteronarme Labertaschen hier verschenken, ist erfreulich und ehrt uns weit über Gebühr! Ich freu mich jedenfalls immer sehr, fast täglich mehrmals von Ihnen zu lesen. Zumal ich seinerzeit schon fürchtete, Sie könnten mangels würdiger Gefolgschaft allein in die Bergwelt aufbrechen und dort verloren gehen...
Werner H.
09. Dezember 2015 17:53
@Lars Geier
Die familienpolitischen Vorstellungen von Der_Jürgen entstammen jedoch – und ich hoffe , ich erkenne das nicht nur alleine – einer ideologischen Prägung, die nicht die meine ist (Stichwort: Mutterkreuz).

Nach gleichem Schema wie beim Mutterkreuz gab es zuvor bereits in Frankreich seit 1920 die Médaille de la Famille. Russland fördert seit 2007 jedes Kind per Mutterschaftskapital. Außerdem wurden die Abtreibungen von 4,5 Mio p.a. auf unter 1 Mio p.a. gesenkt.

Es handelt sich nicht um eine Ideologie sondern um die naturgemäße Zurückweisung der herrschenden "Kultur des Todes" sowie "Kultur des Volkstodes". Letzteren liegen Ideologien zugrunde.
Meier Pirmin
09. Dezember 2015 18:02
@Monika. Demut und Hochgemutheit nach Josef Pieper. Hier bewegen wir uns jeneseits bloss herkömmlicher Meinungsbekenntnisse auf der Ebene der Haltungen. Sie zitieren einen der bedeutendsten Ethiker des 20. Jahrhunderts, was zwar in einem beim Herderverlag erschienenen 800-Seitenwerk über "Christliche Ethik" (2012) die Autoren, alles neuere katholische Moraltheologen, nicht davon abhält, Josef Pieper nicht ein einziges Mal zu zitieren oder zu erwähnen. Er war zwischen den Zwanzigerjahren bis zu den frühen Siebzigerjahren einer der bedeutendsten deutschen Denker, auch der wohl didaktisch wohl modernste Vermittler von Thomas Aquin. Ich würdigte ihn in der Neuen Zürcher Zeitung zum 100. Geburtstag 2004. Ändert nichts daran, dass Pieper von höchstem Orientierungswert ist, notabene auch zur Frage, wann Reden richtig ist und wann schweigen, unter anderem in seinem hervorragenden Buch "Über das Schweigen Goethes" ausgeführt. Auch über den Tod, die Liebe, die Hoffnung, natürlich die Kardinaltugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mass schrieb er wegleitend. Dass das Lob der Tapferkeit von der Gerechtigkeit abhänge, schien mir im Sinne von Thomas von Aquin sogar auch gegen den Ernst Jünger der Zwanzigerjahre ins Feld zu führen. Als Stilist und in Sachen Klarheit schätzte ich Pieper noch höher ein als Romano Guardini. Dass ich mich nicht entschliessen konnte, bei ihm in Münster Philosphie zu studieren, hing damals mit seiner baldigen Emeritierung zusammen und noch damit, dass andere Fächer, wie Germanistik und Geschichte, in Münster für mich nicht so gut besetzt waren wie in Zürich oder Basel in der zweiten Hälfte der Sechzigerjahre.


Die Hochgemutheit, auch Magnanimitas genannt von Thomas und von Pieprer vermittelt, war eine ethische Haltung, die im Mittelalter etwa die Johanniter und Deutschritter zu Spitalgründungen veranlasste, allgemein auch zum Kirchenbau motivierte, und noch selbst die ältestes Sozialsiedlung Europas, die von Jakob Fugger dem Reichen installierte Augsburger Fuggerei hatte mit der maganimitas, der Hochgemutheit, zu tun.
Meier Pirmin
09. Dezember 2015 18:58
Korr. zu @Monika. Natürlich Pieper, nicht Pieprer, und "die älteste Sozialsiedlung Europas, die Augsburger Fuggerei". Ich besichtigte sie erstmals im Juli 1965.
Der_Jürgen
09. Dezember 2015 19:32
@Lars Geier

Tut mir leid, Sie haben Unrecht. Wenn wir nur gegen das herrschende System kämpfen, ohne uns Gedanken darüber zu machen, wie eine künftige, bessere Gesellschaft denn aussehen soll, sind wir nicht glaubwürdig. Natürlich mögen sich unsere Zukunftsvisionen stark voneinander unterscheiden, doch bitte bedenken Sie: Selbst nach einer Repatriierung der meisten Kulturfremden und bei Null Einwanderung sterben die europäischen Völker aus, wenn die Geburtenraten nicht drastisch erhöht werden. Dies geht nur mit Hilfe staatlicher Lenkung.

Quod erat demonstrandum...

Schliessen wir diese Diskussion hiermit ab.
Exmeyer
09. Dezember 2015 22:30
@ Mr Törner!

Na sehen Sie mal! Wir beide scheinen doch an Relikte oder einen Nukleus des (wirklich) Guten hier und in 3D zu glauben. Das ist doch wirklich erfreulich!

Und noch erfreulicher, daß es im Gebirge noch Netz gibt - meistens! Und daß wir soviel Zeit haben, neben den ganzen Liegstützen noch ein paar Kommentare rauszuhämmern. Haben wir es gut!

Gemütlich hier, ne? Keine Post, kein Telefon, schön durchlüftetes Boot, hübsche Holzverkleidung, Essen frei Haus. Wir sind doch fein raus! - Wie der Pferdeapfel, der ist nämlich auch fein raus. Für sein Fortkommen braucht er nicht mehr zu sorgen und Qualmen darf er auch!
Anja
10. Dezember 2015 00:11
Von mir auch ein großes Dankeschön an Martin Sellner für wieder einen erfrischenden Artikel. Er wirkt auf mich (sowohl der Artikel als auch MS) wie ein frischer, klarer Quell, der einem die trockenen Lippen und die heiße Stirn benetzt, so daß man in der Lage ist, den mühevollen Weg weiterzugehen.

Ich mußte kürzlich daran denken, daß Martin Sellner zu einem Zeitpunkt in Wien geboren wurde, als ich das erste und einzige Mal in Wien war und das war, als wir über Ungarn aus der DDR flüchteten. Damals ahnte ich nicht, daß dieses Wiener Baby uns viele Jahre später mal solch eine Kraft spenden würde mit seinen Worten und Taten. Einfach großartig!

In meiner Firma machte vor einiger Zeit eine Mail die Runde, in der von einer Kollegin dazu ermuntert bzw. angefragt wurde, wer denn etwas für Flüchtlinge spenden könne, wie Sachleistungen oder Geld.

Zwangsläufig kam bei mir die Frage auf, was wohl in der Firma los gewesen wäre, wenn ich so eine Mail mit der Bitte um Geldspenden für deutsche Patrioten, für Pegida o. ä. geschrieben hätte... und wir sind keine sehr kleine Firma. Auf einen Versuch habe ich es erstmal nicht ankommen lassen...
ingres
10. Dezember 2015 05:58
>> Mit viel Überzeugung und noch mehr Pathos interpretierte ich den „Refugees welcome“-Wahn als willkommene Krise, als Verschärfung der Lage die von uns die „geistige Verschärfung“ verlangt.


Ich könnte jetzt viel schreiben, aber da wäre viel "Spekulation" dabei. Aber bereits in einem der zurückliegenden Aufsätze von Herrn Sellner hat mich seine Einschätzung der Lage auf dem Schlachtfeld (um die neuesten literarischen Entwicklungen mit zu berücksichtigen) überrascht.
Denn er ging dort davon aus, dass diese nicht "ummittelbar akut" sei (so will es mal beschreiben). Ich bin mir da leider etwas unsicherer und hoffe nur, dass ich mich da dahingehend irre, dass uns tatsächlich mehr Zeit bleibt.
Aber wenn ich rational denke, dann kann ich eher nur darauf hoffen, dass die kommenden Veränderungen zumindest rein physisch glimpflich für uns abgehen werden. Aber vielleicht schätze ich die Lage auf dem Schlachtfeld zu pessimistisch ein.
Monika
10. Dezember 2015 08:48
@Meier Pirmin

Auch wenn Josef Pieper in o.g. Werk nicht erwähnt wird, so bemüht sich doch eine sehr kluge Frau um ihn.

Hanna Barbara Gerl-Falkovitz hielt 2013 Abendvorträge über Josef Pieper in der Hochschule Heiligenkreuz.

An das Denken glauben lautete der Titel in der Faz zum achtzigsten Geburtstag von Josef Pieper von Mathias Schreiber.

Unter Wie sich christlicher Glaube mit dem kritischen Denken verträgt schrieb Mark Siemons in der Faz 1997 zum Tode von Josef Pieper.

Und jetzt öffnen Sie das zehnte Türchen am Adventskalender, geschätzter Meier Pirmin:

http://www.katholischeaerztearbeit.de/uploads/pdf/gerl-falkovitz_-_josef_pieper_m.pdf
Götz Kubitschek
10. Dezember 2015 10:15
feierabend.
kubitschek

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