18. Dezember 2015

Antworten auf Fragen eines langjährigen Lesers

von Götz Kubitschek / 30 Kommentare

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Ich erhielt vor zwei Tagen von einem langjährigen Leser einen ausführlichen Brief, in dem viel von einem uneinheitlichen und teils widersprüchlichen Bild die Rede ist, das unser politisches Milieu derzeit biete. Vier Fragen bilden den Schluß des Schreibens, und ich will sie nun öffentlich beantworten, denn sie sind wohl von allgemeinem Interesse:



1. Frage: Was hindert das IfS, spalterische Tendenzen im rechten Lager zu begegnen, zu überwinden und Bündnisse zu schließen?

Antwort: Vielleicht gibt es im rechten Lager keine Institution, die den von Karlheinz Weißmann stets propagierten Grundsatz stärker beherzigt als wir: auf der Rechten keine Feinde! Das bedeutet nicht, daß alles, was von rechts oder ganz rechts her geäußert und getan wird, unsere Zustimmung oder Billigung erfährt - aber Kritik daran wird nur im Sinne des gemeinsamen Ganzen geäußert, Distanzierung gibt es nicht, und keinesfalls betreiben wir das Geschäft des politischen Gegners. Ganz nebenbei: Die Ausstrahlungs- und Anziehungskraft unserer Projekte und Arbeiten darf sogar als Mäßigungsprogramm für radikalere Leute gelten.
Um nun einen ganz aktuellen Fall noch einmal zu beschreiben: Wenn sich Björn Höcke auf einer unserer Veranstaltungen über den Geburtenüberschuß Afrikas äußerte und nun in den Medien dafür Prügel bezieht, ist das ein erwartbarer Vorgang. Daß Dieter Stein von der Jungen Freiheit dies zum Anlaß nimmt, in mehreren Artikeln die Partei zum Ausschluß Höckes aufzufordern, war so nicht zu erwarten - oder vielleicht doch, denn er setzt damit nur fort, was er "unter Lucke" bereits tat: sich selbst zu positionieren als vom Establishment akzeptables Maximalkorrektiv zur herrschenden Politik. Diese Positionierung unternimmt er diesmal auf Kosten Höckes, sonst auch gern auf unsere Kosten, jedenfalls aber mit der Methode der Distanzierung. Interessant an solchen Vorgängen ist für uns bloß, daß der natürliche Verbündete Steins - Luckes ALFA - in dessen Kalkulation wohl keine Rolle mehr spielt und daß er nun erneut Anlauf nimmt, um sich die alternativer gewordene AfD zurechtzukneten. Daß er dafür das Mittel der Ausgrenzung und der medialen Säuberung wählt, stellt sein Unterfangen unter keinen guten Stern und macht es uns nur schwer möglich, Spaltungen zu überwinden und Bündnisse zu schließen.
Ein gelungenes Beispiel: Pegida. Wir konnten uns dort einbringen, ohne gleich entscheidend mitzumischen, haben das Projekt theoretisch weitergedacht, ohne zu insistieren, Bachmann und Festerling gehen ihren Weg, halten Kontakt, so soll es sein.
Summa summarum: Ich kann im Sinne von Lehnert, Kositza, Lichtmesz usf. sagen, daß wir uns redlich bemühen, Klammern zu sein in einem Milieu, das allen Grund hätte, nun vorzustoßen, sich aber noch immer viel zu sehr mit sich selbst und mit der Abgrenzung untereinander beschäftigt.

2. Frage: Warum verharrt das Institut seit Jahren in der Schnellrodaer Heimkulisse? Besteht überhaupt Interesse an der Schaffung eigener Tagungsstätten im Ort und wenn ja: Fehlt es an kapitalkräftiger Unterstützung für den Ausbau? Und: Wieso bemüht sich das IfS nicht um ein eigenes Gebäude in Berlin?



Antwort: Schnellroda ist in seiner Abgeschiedenheit und Provinzialität zu einem Ort mit großer Strahlkraft geworden. Für die Akademie Ende Januar haben sich binnen einer Woche 200 junge Leute angemeldet, Platz ist für maximal 150. Dennoch streben IfS und Verlag keine eigene Tagungsstätte an: Der Gasthof ist gut geeignet, eigene Räumlichkeiten würden doch nur an wenigen Wochenenden im Jahr bespielt, sinnvoller wäre, andernorts und am besten in einer Großstadt ebenso zuverlässige Gastgeber zu finden oder aber selbst etwas aufzubauen.
Für Berlin gab es diesen Plan schon einige Male, und vor zwei Jahren war die Sache nicht nur spruchreif, sondern in trockenen Tüchern: Das IfS hätte in das Erdgeschoß des Gebäudes einziehen können (und war schon halb eingezogen), in dessen oberen Etagen sich die JF-nahe Bibliothek des Konservatismus befindet. Dreimal dürfen Sie nun raten, welcher Chef einer Berliner Wochenzeitung dafür sorgte, daß das IfS seinen bereits für zwei Jahre unterzeichneten Mietvertrag um des lieben Friedens mit dem Vermieter willen wieder auflöste und die noch nicht ausgepackten Umzugskisten wieder in den LKW lud.
Andere Mietverträge hielten die Anrufe der Antifa und der Polizei nicht aus, und die Frage ist, inwiefern ein Zentrum in Berlin zur Angriffsfläche für radikale politische Gegner würde, wenn sogar das eigene Milieu unsere Arbeit als willkommene Distanzierungsfläche auf dem Weg ins Establishment ausnutzt. Also eine Gegenfrage: Lohnte es sich, Kapitalgeber zu versammeln und ein IfS-Haus in Berlin zu erwerben und auszubauen? Vielleicht ja, aber dann muß da schon eine finanzielle Wucht dahinterstehen, mit der man arbeiten und ein solches Gebäude bespielen kann.

3. Frage: Warum wird keine tragfähige Vereinsstruktur a la Greenpeace angestrebt, die allen Sympathisanten attraktive und konkrete Mitwirkungsmöglichkeiten eröffnet?

Antwort: Siehe hierzu das Projekt einprozent.de, das wir maßgeblich mit aufgebaut und angeschoben haben und das nun unter der Federführung Philip Steins sich zu genau solch einem Mitmach-Netzwerk entwickelt. Das IfS bleibt weiterhin ein Bildungs- und Forschungsinstitut unter Dr. Lehnerts Führung.

4. Frage: Was passiert mit den Leuten nach den Rüstzeiten an den Wochenenden?

Antwort: Mancher ist nach einem Aufenthalt an einem der seltenen Orte der freien Rede zuversichtlicher als zuvor, mancher ist nüchterner, mancher voller Tatendrang, mancher um ein, zwei, fünf gute Kontakte reicher, mancher geradezu ein gespannter Bogen, mancher mutiger - aber nicht jeder. Erlauben Sie mir, zur Beantwortung dieser Frage auf eine Rede hinzuweisen, die ich auf dem Festkommers der Deutschen Burschenschaft in Eisenach hielt, und zwar zum 200. Gründungsjahr der Urburschenschaft. Ich komme darin genau auf diesen Punkt zu sprechen, gleich am Anfang: Was tun, wenn das Wochenende große Vorsätze gebar? Hier finden Sie das Video mit der Rede.

Und danke für Ihre Fragen! Eine davon habe ich ausgespart, das haben Sie gemerkt, ich schreibe dazu noch persönlich an Sie.

Es grüßt aus Schnellroda
Götz Kubitschek

 

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (30)

thotho
18. Dezember 2015 14:42
Danke, dass Sie auf den aktuellen JF-Sezession-Streit (ich sehen hier einen) eingehen.
Ich lese selbst seit über einem Jahr die JF und bin eigentlich zufrieden mit dem Blatt. Dass die Lucke-AfD protegiert wurde, steht auch für mich außer Streit, das war so und sicher massiv im Interesse Steins.
Für mein Dafürhalten wäre es besser (gewesen), die AfD kritisch, aber fair zu beleuchten, nicht aber so stark zu unterstützen seitens der JF. Da nun mit Petry und Höcke andere vorne stehen, geht die JF auf Distanz oder fast in den Gegenangriff. Das finde ich sehr, sehr schade.
Die Sezession muss und sollte weiterhin metapolitisch bleiben und sich in dieses Spektakel nicht all zu sehr einmengen - hier wird nur Schaden an unserer Sache angerichtet.
Seien wir alle einmal realistisch: seit Jahrzehnten geht es politisch bergab. Nun kommt endlich etwas wie die AfD und jede Gruppe versucht sofort, ihre aufgestauten, ersehenten Pläne auf einmal in diese Partei hineinzuprojizieren.
Mein Rat: 1. Ruhe bewahren. 2. Zusammenarbeiten oder sich zumindest nicht dauernd etwas ausrichten.
Ein gebürtiger Hesse
18. Dezember 2015 16:13
Die Ausstrahlungs- und Anziehungskraft unserer Projekte und Arbeiten darf sogar als Mäßigungsprogramm für radikalere Leute gelten.

Sehr gut, auch diesen Punkt einmal hervorgehoben zu sehen. Die schöne Glut, die die Akademie-Veranstaltungen in ihren Besuchern entfachen (in allen, von denen ich weiß und allemal in mir selbst), ist das Ergebnis von intellektueller wie seelischer Vertiefung und Integrität. Und diese kostbare Eigenschaft stattet die Teilnehmer mit einem inneren noblen Gerüst, einer Form aus, hinter die zurückzufallen einem Verrat an ihrem Genuss gleichkommen würde. Schon daher fühlt man sich bei wie auch nach den Akademie gestärkt, instruiert und geradezu gesundet, was einer sturen Radikalisierung vollkommen entgegensteht.

Dies ist ein Umstand, der auf den neun Seiten, die der "Spiegel" nächster Woche, welche der Neuen Rechten im Lande gewidmet sind, vermutlich NICHT ansprechen wird. http://www.pi-news.net/2015/12/spiegel-neun-seiten-ueber-die-neue-rechte/ Umso besser ist es, wenn wir selbst ihn vergegenwärtigen.
Fenris
18. Dezember 2015 17:42
Die Ausstrahlungs- und Anziehungskraft unserer Projekte und Arbeiten darf sogar als Mäßigungsprogramm für radikalere Leute gelten.


… kann ich bestätigen :-)

zu 1. Für die Möchtegern-Reinkarnation Stauffenbergs ist Verrat naturgemäß auch Programm, spätestens seit 1994: Vom nationalrevolutionären Mitarbeiterflügel über Mohler zu den eigenen Leserkreisen, dann die Ostgebiete, schließlich Mölzer, die dt. Burschenschaften, Schnellroda. Allen ist er in den Rücken gefallen. Die JF wird doch inzwischen nicht mehr wegen sondern trotz Stein gelesen. Ein Blick auf die Leserkommentare und ihre „likes“, gerade in Sachen Höcke, legen beredtes Zeugnis davon ab, daß der arme Dieter sich von seiner Kundschaft mittlerweile mindestens soweit entfernt haben dürfte, wie Merkel vom eigenen Volk. Was Stein betreibt, ist journalistischer Machtmißbrauch. Hinz, Paulwitz und andere sollten das Schiff rechtzeitig verlassen, es segelt unter falscher Flagge.

zu 2. Die Heimkulisse ist ein hervorragender Ort, allerdings sollte entweder der Gasthof mit unserer Hilfe stark ausgebaut oder zumindest für ein entsprechend großes Festzelt gesorgt werden. Es kann nicht sein, daß mehr als die Hälfte aller Interessenten keinen Platz finden. Die Spendenbereitschaft für eine entsprechende Kooperation ist sicher vorhanden.
d.n.
18. Dezember 2015 18:26
Was ich mich frage: Sprechen die Angriffe gegen Höcke tatsächlich aus innerer politischer Überzeugung - getreu der Annahme, daß nur eine brave, handzahme AFD Deutschland zum Besseren verhilft? Oder spielt da nicht auch eine Portion Neid auf den geistigen Einfluß, den Schnellroda über den Höcke-Flügel jedenfalls mittelbar auf die AFD ausübt, eine gewisse Rolle - jetzt, nachdem der vertraute Lucke-Flügel ausgerissen ist und man mit der neuen Vorsitzenden auch nicht wirklich warm wird?

Wie auch immer: Der erste gute Vorsatz fürs neue Jahr ist gefaßt, das Abo wird gekündigt und das - man kann es nicht mehr anders bezeichnen: schmutzige - Spiel des Dieter S. nicht weiter unterstützt. Stein des entscheidenen Anstoßes war der letzte Artikel des Chefredakteurs, der unverhohlen Höckes Kopf forderte. Nach fünfzehn Jahren ist es mir sicher nicht leicht gefallen, allerdings bleibt meine Entscheidung auch nicht ganz ohne heitere Aspekte: Die JF war maßgeblich an meiner politischen Sozialisierung beteiligt, mithilfe der Zeitung lernte ich etwa Begriffe wie "biologistisch" und "rasseideologisch" richtig zu deuten: nämlich als denunzierendes Kampfvokabular des politischen Gegners. Wenn die JF heute selbst dergestalt argumentiert, kann man dies nur noch mit dem Griff zur Flasche verdauen. In den Sinne: Prosit und auf ein Neues!
Sakksa
18. Dezember 2015 18:57
So. Zu den spalterischen Tendenzen. Ich stehe hier jetzt als unbekannter und bescheidener Freund und Förderer Schnellrodas und sage trotzdem: Stein hat recht, wenn er Höcke kritisiert. Er muß das auch dürfen.

Jetzt grille man mich als Ketzer.

Warum ich das sage ? Einfach. Höcke hat zwar eine charismatische Wirkung nach innen. Er selbstvergewissert, er bindet, schafft in seinen Reden archetypische rechte Bilder ( Gruß an Meyer ) und Identität. Er ist nach innen ohne Frage eine enorm wichtige Führerpersönlichkeit. Das ist alles unbenommen und gut.

Wir müssen angesichts der Zustände im Land aber SCHNELL in die Breite und endlich, endlich große Teile unserer entpolitisierten und unaufgeklärten Landsleute überzeugen.

Dafür ist Höcke nicht geeignet, es tut mir leid. Er bestätigt das Bild des bösen Wolfs, das die Journaillie ständig malt. Es fehlt ihm an Stil, Eloquenz und Medialität. Auftritt, Rhetorik und sprachlicher Ausdruck stößt selbst mich als Rechten und Reaktionär ab, alles viel zu plump, und erinnert mich vom Duktus an einen Abklatsch aus Weimarer Zeit oder schlimmer : an die Zeiten Schills in Hamburg. Die Dinge liegen heute aber anders als zu Zeiten Ernst v. Salomons oder im Hamburg der 90er. Höckes Fähnchen auf der Sessellehne mag nach innen begeistern, haha, jetzt hat er´s ihnen aber gezeigt, nur : um die Deutschen da abzuholen, wo sie vor allem im Westen nun mal stehen, dafür ist Höcke der falsche. Es braucht das Zusammenspiel aller Kräfte - meinetwegen mit Höcke. Wenn Stein aber unkluges Handeln kritisiert, dann bin ich deshalb bei ihm. Das sagt jemand, der nach Kräften fördert - auch das IfS.

Und : Wer schießt, obwohl er selbst nicht unmittelbar angegriffen wird, hat der den Grundsatz : Im eigenen rechten Lager keine Feinde ? Denn die JF ist sicher rechts und noch weit entfernt vom Presseclub. Gut : Stein hat damals die Lucke-AfD begrüßt, das hat aber auch ein Großteil des gesamten rechten Spektrums. Also : Was soll´s. Von internen Animositäten zwischen Schnellroda und einzelnen Autoren oder Vorkommnissen weiß ich natürlich allerdings nichts.

Und die, die hier das Loblied auf Einmannkasernen singen und von knatternden Fahnen und Ritterkreuzen träumen, die müssen sich fragen lassen, ob sie lieber im Olymp der reinen Lehre bleiben und von dort oben auf den Ausverkauf Deutschlands herab sehen, oder ob sie nicht doch endlich herab steigen und helfen wollen, die von ihnen oft zu recht geschmähten verhausschweinten deutschen Landsleute auch mit Hilfe der Kameraden der meinetwegen aus ihrem Blickwinkel viel zu gemäßigten oder bereits abgefallenen Rechten zu einer Phalanx gegen unseren gemeinsamen Gegner zu schmieden - der aufziehenden linken Diktatur.
Eckesachs
18. Dezember 2015 20:54
Kriege werden am Ende auf dem Lande gewonnen - oder verloren. Das Hinterland entscheidet die Schlacht.

Wir machen das Essen, wir haben was wir brauchen, die Städter leben von uns.

Nicht nach Berlin gehen. In keine Stadt, niemals.
Ich muß ich nicht betonen, daß ich ein solches Projekt nicht unterstützen werde.


Dort sind die Naturentfremdeten, die Asphaltsozialisierten, die abgefallenen Christen, die Redner, die Verlorenen. Die Städte sind verloren.

Nebenbei bemerkt, haben Antifanten keine Autos. Wir ersparen uns viel Streß oder wir haben ihn einmal richtig und gewinnen.

Bereitschaft Tag und Nacht.
Aristoteles.
18. Dezember 2015 23:28
@Sakksa

"[Höcke] bestätigt das Bild des bösen Wolfs, das die Journaillie ständig malt. Es fehlt ihm an Stil, Eloquenz und Medialität. Auftritt, Rhetorik und sprachlicher Ausdruck stößt selbst mich als Rechten und Reaktionär ab, alles viel zu plump"


Kein einziges inhaltliches Argument. Sehr dürftig.

Und was die Form angeht: Höcke ist vielleicht nicht gut
(ich finde ihn gut, bisweilen sogar sehr gut),
aber besser als viele andere.
Das weiß die Journaille und behauptet trotzdem das Gegenteil.
Warum wohl?
Nennen Sie mal ein paar Gegenwartspolitiker, die besser sind.
Ich bin gespannt.

An der Liebe zum eigenen VOLK entscheidet sich die Liebe zur Schöpfung, zu den Menschen, zu Gott.

Da ist mir jeder zionistische Jude lieber als diese flachen, fahlen BRD-Blockparteienpolitiker, zu denen jetzt auch die Mehrheit der AfD-Bonzenführung gehört.
Wie schäbig.

Ich verleihe Björn Höcke hiermit ein geistiges Verdienstkreuz dafür, dass er die Deutschen dazu gebracht hat, zu bekennen, auf welcher Seite sie stehen.
Yvonne
18. Dezember 2015 23:41
Danke für die souveräne Haltung in Abgrenzungsfragen! Wir müssen wirklich nicht in allen Dingen einer Meinung sein, um gemeinsame Ziele zu verfolgen. Es geht doch grad mal um die Wurst...
Ein fester Veranstaltungsort in Berlin wäre allerdings sehr wünschenswert. Würden sich da nicht doch schnell einige ernste Förderer/Aktive finden? Ich wär dabei.
Rumpelstilzchen
18. Dezember 2015 23:49
Natürlich kann, darf, soll, muß Dieter Stein einen Björn Höcke kritisieren dürfen.
Das ist aber nicht der entscheidende Punkt.
Entscheidend ist, daß Dieter Stein das Geschäft des politischen Gegners besser betreibt als dieser es selbst tut:

1. Er fordert auf zum Parteiausschluß , wo ein Bundesvorstand zu Mäßigung aufruft und Höcke eine Chance gibt.
2. Er betreibt Gesinnungskontrolle, indem er einen seriösen Journalisten wie Nikolaus Fest fragt, warum er Schnellroda nach Höckes Rede nicht sofort entrüstet verlassen habe. Und dieser sich rausreden muß, daß er die anderen Vorträge noch habe hören wollen. Statt z.B.zu fragen, warum Herr Fest nach der Rede Höckes nicht kritische Anfragen in der Diskussion gestellt habe. Niemand hätte ihm den Kopf abgerissen.
Dies ist eine fiese Gesinnungskontrolltechnik, nach dem Motto:
Ich sage ja nicht, daß sie rechtsextrem sind, aber wie distanzieren sie sich davon.
Das "Mäßigungsprogramm für radikalere Leute" hat, wie ich finde, beim IfS und bei Sezession immer noch funktioniert. Das macht es intellektuell spannend. Und das ist ehrlich.
Bei der Jungen Freiheit funktioniert es im Moment leider nicht.
Die Zeitung kann nur hoffen, dass sie sich nicht selbst ins Bein schießt.
Und sich ständig distanzieren muß. ad infinitum.
Im Wettlauf zwischen Hase und Igel.
Mark
19. Dezember 2015 00:10
Die JF wird bald merken, wie ihre Leser mehrheitlich denken. Im Kommentarbereich steht schon genug. Stein sollte mal bei der Lügenpresse nachfragen, wie es ist, was es für Folgen bei der Auflage hat, wenn man sich zu sehr von der Realität entfernt.

Stein kommt mir vor, wie ein Gast, der sich auf der sinkenden Titanic darüber beschwert, daß sein Glas nicht bis zum Eichstrich voll ist.
KlaasAvenstaken
19. Dezember 2015 00:10
Was will Dieter Stein? Wen interessiert es denn eigentlich, wenn Typen wie Hajo Funke Höcke Rassismus unterstellen? Doch nur Leute, die argumentativ sowieso nicht mehr zu erreichen sind.
Will Dieter Stein das Selbe wie ich bzw. wie wir? Falls Stein ebenfalls möchte, dass Deutschland das Land der Deutschen bleibt, sollte es doch in seinem Interesse liegen eine Höcke AfD zu haben statt einer Lucke-Henkel AfD. Wieso ist es ihm nicht möglich nichtöffentlich seine Kritik zu äußern, also z.B. sich mit Höcke zu treffen und diesem seine Vorstellungen zu offenbaren, wie in der jetzigen Lage am besten vorzugehen sei. Ich nehme mal an, dass Höcke nicht kritikresistent ist.
Aus Wut über einen von Steins Anti-Höcke Artikeln hab ich mich zu einem Kommentar auf der JF - Facebook Seite hinreissen lassen, der mir prompt eine Sperrung eintrug. Ich nannte dort Stein einen Mainstreamanschleimer, fragte was er eigentlich will und wann die erste Eloge über Merkels preußische - friderizianische Standhaftigkeit in der JF erscheint
Heinrich Brück
19. Dezember 2015 00:35
Björn Höcke hat einen harmlosen Vortrag gehalten. Was daraus gemacht wurde, verrät mehr über die Politiker und Journalisten in diesem Lande, als über das Gesagte.
Die Reproduktionsrate Afrikas ist höher. Und? Werden die Überschüsse nach Europa gewandert, gehen die Europäer in der Vermischung unter. Das Zauberwort lautet, auch wenn es nicht benutzt wurde, Vermischung.
In diese Richtung darf also nicht argumentativ formuliert werden, aber eine Politik der Verdrängung des Europäers geht in Ordnung? Wie will man denn gegen eine solche Pervertierung des Politischen vorgehen?
Welche Macht hatte Deutschland nach 1945? Gab es eine alternative Möglichkeit, ähnlich der japanischen Variante? Dafür war die deutsche Melkkuh viel zu wichtig. Und immer wenn diese Melkkuh ihre Milch den eigenen Rindviechern hätte zuführen wollen, kamen die Unterstellungen: Nazis, Rassisten, Ausländerfeinde, Rechtsradikale, Nationalisten, Unverbesserliche, Ewiggestrige, Unbelehrbare, Faschisten, usw.
Eine Alternative konnte sich nur in Osteuropa herausbilden.
jack
19. Dezember 2015 01:12
@ Sakksa

Dafür ist Höcke nicht geeignet, es tut mir leid. Er bestätigt das Bild des bösen Wolfs, das die Journaillie ständig malt. Es fehlt ihm an Stil, Eloquenz und Medialität. Auftritt, Rhetorik und sprachlicher Ausdruck stößt selbst mich als Rechten und Reaktionär ab, alles viel zu plump, und erinnert mich vom Duktus an einen Abklatsch aus Weimarer Zeit oder schlimmer : an die Zeiten Schills in Hamburg.


Was bleibt von Höcke denn, wenn er Kreide frißt, damit die Lügenpresse beschwichtigt wird? Po litiker mit den von Ihnen erwähnten angeblichen Vorzügen haben wir doch wohl zur Genüge, die können vor lauter „Stil, Eloquenz, Medialität“ nur noch kriechen, dafür aber warm und sicher im Anus ihrer Herren sitzen , auf ihren „Auftritt“ nach gegebenen Stichworten warten, um dann 20 Minuten zu reden ohne etwas zu sagen. Höcke sagt das, was sehr viele Leute denken, aber vor Angst oder Unvermögen nicht sagen.
Krumme Heuchelei, alle wissen, dass Afrika ein Bevölkerungsproblem hat, die Georgia Guidestones in USA legen der Elite ans Herz, die Weltbevölkerung unter max. 2 Milliarden zu drücken, und die deutschen sogenannten Qualitätsmedien, retardiert wie sie sind, regen sich über Höcke auf, wenn er das Problem erörtert.
„Duktus, Abklatsch der Weimarer Zeit“ , inwiefern? Höcke mit Schill, der kriminell war, zu vergleichen, ist doch wohl wirklich mehr als beleidigend.

Aber destruktive Kritik ist einfacher als es selber besser zu machen.
Eckehard
19. Dezember 2015 02:13
Bei dem ganzen Hickhack um Höcke wird offensichtlich übersehen, worum es eigentlich geht. Es ist völlig irrelevant, ob die AFD 5% oder 15% der Wählerstimmen erhält oder gar als Juniorpartner einer Regierungskoalition Minister stellen könnte. Wir haben in vielen Nachbarstaaten eine starke Präsenz so genannter rechts- oder auch linkspopulistischer (Griechenland) Parteien, ohne dass diese nenenswerten Einfluss auf die Politik nehmen würden. Von Ungarn vielleicht mal abgesehen, aber auch Orbans Wirken ist auf das eigene Land beschränkt.

Für tiefgreifende Veränderungen existiert kein Spielraum mehr, weil die Mehrzahl politischer Entscheidungen heutzutage nicht mehr auf nationaler Ebene sondern von überstaatlichen Organisationen getroffen wird. Nur wenn es uns gelingen sollte, die Souveränität zurückzugewinnen, haben wir das Ende des roten Fadens in der Hand, an dem sich die EU und ihr praktizierter Realsozialismus abwickeln lässt.

Um dieses Ziel zu erreichen, benötigt es eine Sammlungsbewegung, welche das "Wutpotenzial" kanalisiert, vermehrt und gegen die Blockparteien ausrichtet. Bernd Höcke ist dafür prädestiniert, weil er die "Grenzen des Sagbaren" im politischen Diskurs verschiebt und wie kein anderer die Menschen emotional ansprechen und eine Gruppenidentität herstellen kann.

Zusammengefasst gesagt, geht es weniger darum, Wechselwähler zu bitten, ihr Kreuzchen bei der AfD zu setzen, sondern die Stimmung in diesem Land so weit zu beeinflussen, bis eine kritische Masse - überzeugt, von den Parteien nur noch belogen und betrogen zu werden - einen Maidan vor dem Reichstag zelebriert. Wer die Wende '89 erlebt hat, weiß, welchen Verlauf eine solche Entwicklung nehmen kann. Am Anfang standen ein paar marxistische "Bürgerrechtler", die den Sozialismus "reformieren" wollten, nachdem die Bewegung Fahrt aufgenommen hatte, änderten sich die Ziele und das Ende war dann die Wiedervereinigung.

Ich bin überzeugt davon, dass wir das noch mal schaffen können. Aber nicht mit Distanzierungsritualen, wie es dem "liberalen" Flügel der AfD vorschweben mag, sondern über klare Freund-Feind-Differenzierung, Beschwörung von Ressentiments und Gruppenidentität auf der Straße, sowie geschliffener Rethorik zum Blocken daraus resultierender Vorwürfe in Talkshows. Höcke und Petry ergänzen sich hervorragend. Es wäre schade, wenn es zum Zerwürfnis käme.
G.W.
19. Dezember 2015 03:17
Kurze Anmerkung zu Sakksa:

Wenn vermeintliche Verbündete sich aber (mehrfach) als Verräter gebart haben, so ist mit diesen eben kein Schildwall zu bilden. Mich würde wirklich interessieren, wie und wo man nach so viel zerschlagenem Porzellan noch zusammenarbeiten sollte.

Außerdem wäre ich bei der Breitenwirkung eines Höcke im Westen um einiges optimistischer als Sie. Die belebende Wirkung für das Milieu, welche sie ihm ja zugestehen, ist wenn man sich als Avantgarde versteht ja ein schöner erster Schritt.

Um konkret zu werden, der Jauch Auftritt hat der Afd wohl kaum geschadet und die Redekontroverse wird ja eher durch tatkräftige Mitarbeit des Bundesvorstandes zum Politikum.

Für Missverständnisse im Lager der Rechten zu der Rede, gibt es aber keine Entschuldigungen. Zu viele Kommentatoren habe hier schon erhellende Literatur empfohlen, welche teilweise auch im Antaiosladen erworben werden kann. Das mindeste wäre aber der Besuch der englischen! Wikipediaseite zu verschiedenen Fortpflanzungsstrategien und ihrem Anwendungsbereich.

Frohe Weihnacht
firenzass
19. Dezember 2015 05:36
zu Sakksa:

"Wir müssen angesichts der Zustände im Land aber SCHNELL in die Breite und endlich, endlich große Teile unserer entpolitisierten und unaufgeklärten Landsleute überzeugen".
So, wie Sie es meinen, waere es nur dann richtig, wenn man glaubte, dass aus der Mitte des Vokes heraus, (noch), etwas entstehen koennte: Wir sind das Volk"? Forget about it. Selbst ein Revolutionaer ist ferngesteuert und selbst eine Revolution waere fremdbestimmt. Es gibt keine Revolutionen. Es geht, zunaechst, nicht darum, zum Volk zu sprechen, es geht darum, fuer das Volk zu sprechen. Fuer das Volk kann aber nur der sprechen, der sich seiner selbst STAENDIG gewiss ist.

"Dafür ist Höcke nicht geeignet, es tut mir leid. Er bestätigt das Bild des bösen Wolfs, das die Journaillie ständig malt."
Die Bilder der Journaille sind irrelevant. es gibt keine Austausch mit der Journaille. Wer sich auf diesen Dialog einlaesst muss "erklaeren", geraet sofort in die Defensive und faellt der schrecklichen Abgrenzeritis anheim. Es geht also, anders wie Sie meinen, nur um die reine Lehre. ("Halten Sie sich unbedingt an die Lehre", beschied Benedikt XVI noch neulich ein deutsches Mitglied der Kurie, das sich in tiefster Verunsicherung ob der entsetzlichsten Machenschaften des duesteren Bergoglio an Benedikt um Rat wandte. So erzaehlt Antonio Socci). Unsere Lehre waere soetwas wie eine zerfetzte und in den Schmutz getretene Standarte. Jeder,der seinen Beitrag leistet das Banner zu flicken und zu reinigen, Hoecke oder sonst wer, traegt zur Selbstvergewisserung bei. Dann heisst es, das Banner auf dem Fels aufrichten und um den Fels herum die Kirche zu errichten: erst jetzt kann man zum Volk sprechen und so aus der Kirche heraus dem Volke das Evangelium verkuenden, ob als Laienprediger wie Bachmann oder verkauzter Theologe wie Hoecke. Um im Bild zu bleiben: Was wir nicht brauchen, sind progressive Theologen wie Lucke oder Stein, die scheinheilig mit einer Enzyklika Nostra Aetate um die Ecke kommen.
Direkte Aktion
19. Dezember 2015 07:51
Na ja, die Angriffe gegen Höcke durch den AfD-Parteivorstand dürften mitnichten an dessen ethnobiologischen Überzeugungen liegen. Mal im Ernst, es gibt in unseren Reihen wohl niemanden der daran Anstoß nimmt. Ganz im Gegenteil.

Der wahre Grund für den "Rüffel" dürfte darin liegen, dass in der AfD ein erheblicher Prozentsatz von öffentlich Bediensteten (Beamte, Polizei, Verwaltung, Lehrer, Angestellte im ö.D, Mitarbeiter von Kitas, Krankenhäusern etc) tätig ist. DIESE Leute hätten jedoch ein ganz erhebliches Problem, wenn die Ankündigung des thüringischen Verfassungsschutz-Chefs, die AfD nachrichtendienstlich beobachten zu lassen (und dann letzlich im VS-Bericht zu markern) umgesetzt würde.

Wegen des sog. Radikalenlerlasses aus den 1970er Jahren wären diese Mitglieder zum Verlassen der AfD oder alternativ vor ein Disziplinarverfahren gestellt. DAS dürfte der realite Grund für den Vorstoß gegen Höcke sein, und ganz bestimmt nicht sein völlig korrektes Lob für den FN-Wahlsieg in Frankreich oder seine Positionierung für ein ethnisch weitgehend reines Deutschland.

Trotzdem (auch wenn ich diesen wahren Grund nachvollziehen kann) ist dies kein Grund wenn sich Rechte von Rechten distanzieren. Es muss endlich in die Köpfe, dass wir uns NIE voneinander distanzieren, komme da was wolle.

Distanzierungen, Abgrenzungen waren und sind der Todesstoß für die nationale Bewegung. Darüberhinaus lähmen sie die politische Offensivkraft, die gerade jetzt so nötig ist. Jeden Tag kommen immer noch Tausende Invasoren in unser Land! Die Aktivisten sind bis zur totalen Erschöpfung seit Monaten in der Anti-Asyl-Arbeit (Demos, Plakate und Aufkleber kleben, Flugblätter verteilen, Saalveranstaltungen besuchen) eingebunden; manche haben schon Schlafstörungen und psychische Erkrankungen wegen der Doppelbelastung von Beruf und politischem Widerstandskampf. Das sind die echten Ehrenamtlichen!

Wenn jetzt noch eine interne unnötige Front durch die Spaltpilze und U-Boote des Systems eröffnet würde, würde das viel Kraft binden, die anderswo dringend benötigt würde.

Also, liebe Fr. Petry spielen sie bitte nicht das Spiel des linken Feindes und springen sie bitte nicht über jedes hingehaltene Stöckchen der Lügenpresse.
KW
19. Dezember 2015 08:42
Ich abonniere die JF schon über 10 Jahre, auf meine Kündigung nach Steins 1. Höcke-Entgleisung bekam ich eine Dutzendmail, nichtssagend, nur, wir hätten ihn falsch verstanden. Ich bin Germanistin und habe ihn sehr wohl verstanden. Nun bekam ich dieser Tage vor der Zeit eine Einzugsermächtigung. Ich schwanke noch. Einerseits sagt mir die JF angesichts des Internets nicht wirklich viel Neues, andererseits wollte ich eine nationales Kraft finanziell unterstützen. Jetzt, nach dem 2. Höcke Angriff habe ich Stein gefragt, ob er nicht mit Fakten aufwarten kann, seine Gefühle zum Gesagten wären mir egal und schickte einen Link über die Geburtenentwicklung in Afrika. Außerdem sei es unanaständig, wenn sich ein Kontinent seines Geburtenüberschusses entledigt, ihn in aller Welt ablädt und versorgen läßt. Zumindest wurde ich nicht zensiert. Stein ist das eine, Paulwitz, Hinz und Krautkrämer das andere. Bei einem Thema wird grundsätzlich zensiert. Da gibt es wohl um finanzielle Abhängigkeiten der besonderen Art. Ich finde, wir brauchen mehr Höckes, der an der Wurzel ansetzt und nicht nur die sterbende Kreatur BRD mit Schminke überzieht.
Mabuse
19. Dezember 2015 10:31
Es ist eine Freude, neben Kubitscheks Ausführungen, die Leserkommentare hier zu lesen. Das gibt Mut in diesen Zeiten des Irrsinns.

Folgende Gedanken:

- Bitte wählt keine Großstadt, lieber ein paar gute Orte auf dem Land. Wer dabei sein will, nimmt die Strecke in Kauf
- Mit ihrer Distanzieritis muss die JF endlich aufhören, damit tut sie sich und unserer Sache keinen Gefallen. Ich verstehe den Gedanken, das Außenbild der AfD zu wahren. Dass das aber darin ufert, nur weitere Mainstream-Politsprech-Leute zu spielen, kann es auch nicht sein. Zumal die Presse sowieso pöbelt. Ob nun mit Lucke als "Nazi in Nadelstreifen" oder mit Höcke ohne Nadelstreifen. Letztens stand wieder in einem Artikel, "die Rechten von heute kleiden sich ganz normal und seien nicht als solche zu erkennen." Das offenbart so viel, jede Diskussion mit Leuten, die sowas teilen, hat sich für mich erledigt. Kraft sparen, Freunde.
- Viele Menschen sind dermaßen verweichlicht, dass schon die Worte "Volk" und "Deutschland" alle Alarmglocken läuten lassen. Die Generation der Sellners und IB (auch meine Generation) hat jedenfalls in Deutschland den Schuldkomplex derart eingeimpft bekommen - das wirkt nach. Das dürft ihr niemals unterschätzen. Es braucht Zeit, bis der Bewusstwerdungsprozess auch bei diesen Menschen einsetzt. Hier leistet das IfS gute Hilfestellung. Vielleicht sollte das IfS noch mehr kleinere Streu-Publikationen mit knackigen Zahlen und Basics für Einsteiger (zum verschenken) erstellen.
- Götz, bleib bitte bei dem Gedanken, das Lager vereinen zu wollen. Das ist ganz wichtig!

Diese Formel dieser Tage muss - in Anlehnung an Dresdner Hools - lauten:
Deutschland, mach' dich grade! ;-)
Arminius Arndt
19. Dezember 2015 11:19
Es ist doch so, dass Höcke der einzige AfD- Politiker ist, der derzeit ein breites Medienecho hat - alle andere haben das nicht.

Jetzt kann man darüber diskutieren, woran das liegt. Meiner Meinung nach liegt ein Grund darin, dass die Presse glaubt, das alte Spiel des "kreuzigt ihn", des "bestrafe einen, diszipliniere hundert" etc. spielen zu können und die anderen Personen der AfD schweigt man besser tot, da man sie für gefährlicher hält.

Mich dünkt, für die AfD läuft das doch im Ergebnis, da auch bad news god news sind und Polarisierung im demokratischen Geschäft nie ganz verkehrt ist, eigentlich ganz prima und die Medien liegen in ihrer Einschätzung komplett daneben. Fürs Abschöpfen von Wählerpotentialen bis 20% ist die mediale Verfolgung von B.H. sogar sehr hilfreich.

Voraussetzung für meine Einschätzung ist aber, dass es die AfD bei eher unverbindlichen Rüffeln etc. belässt und keiner dort so eitel ist, dass er/sie die Medienpräsenz Herrn Höcke neidet und beginnt, ernsthaft am Stuhl von Herrn Höcke zu sägen, denn dann ginge der Plan der Medien auf.
bulko
19. Dezember 2015 11:24
Gestern habe ich die JF gekündigt(nach 10 Jahren Abo) -heute schicke ich statt einer Spende,zu der ich aufgefordert wurde, meinen Mitgliedsausweis der AfD nach Berlin.Mit Parteien werden wir nichts mehr erreichen.
Zu den bekannten Vorgängen um Höcke möchte ich etwas zu Meuthen sagen.Gar nicht lange her,stand ich mit ihm am AfD - Infostand ,Bretten,Fußgängerzone.Gleich gegenüber hatte sich "Die Rechte"aufgebaut -keine 5 Meter davon lustigerweise die Linkspartei,ausschließlich von Türken besetzt. Am AfD - Stand herrschte ein wenig Unruhe, weil uns die Antifa Karlsruhe einen Besuch angesagt hatte,vor allem Meuthen war sehr nervös(sein stellvertretender Kandidat schielte ständig auf den Knüppel, der unter dem Tresen platziert war).Man konnte froh sein, dass "Die Rechte"so zahlreich vertreten war,sportliche ,diszipliniert auftretende junge Männer,die schon bei der "Demo für Alle"in Stuttgart Schlagkraft bewiesen hatten.Allein deren Präsenz beruhigte(Antifa erschien letztendlich nicht).
Keine drei Wochen später sprach Meuthen in Bretten:Nicht nur sprach er den
anwesenden CDU - Mann Metzger(ehemaliger OB) auf mögliche Koalition mit der AfD an ,er distanzierte sich auch vom "Braunen Sumpf"und "braunem Gedankengut".
Gerhard Wruck
19. Dezember 2015 12:44
Werter Herr Stein,

viele andere Foristen haben schon vor mir ihr Befremden über Ihren seit einiger Zeit gefahrenen Anpassungskurs an die verlogene Mainstream-Presse und damit an die zerstörerische Politik der Blockparteien geäußert. Ich schließe mich diesen Kritikern an. Denn ich kann nicht verstehen, was Sie bewegt, in dieser entscheidenden Phase, die so etwas wie ein Endkampf um die Existenz oder Nichtexistenz Deutschlands ist, den Spaltpilz in die erstarkende politische Rechte zu tragen und ihn sogar zu verbreiten. Sie haben mir wie Ihren anderen Lesern gerade einen Brief geschrieben mit der Titelzeile: "Was wir jetzt gegen die Masseneinwanderung tun können!" Darin teilen Sie uns viele richtige Beobachtungen und Gedanken mit. Doch warum verhalten Sie sich in Ihrem Blatt, das (noch!) auch mein Blatt ist, so, als wollten Sie eigentlich gar nichts tun? Schon Ihre Unterstützung des Herrn Lucke in der AfD war ein schwerer politischer Fehler. Der Mann ist wahrscheinlich ein guter Ökonom, aber kein politischer Kopf und schon gar kein echter Patriot. Er hatte und hat (als jetziger "Online-Experte" des "Focus"!) jedenfalls nicht die Absicht und den Willen, die deutsche Katastrophe noch aufzuhalten, sondern er wollte lediglich eine weitere Blockpartei bilden.
Ihr Kurs, Herr Stein, scheint mir seit einiger Zeit in die gleiche Richtung zu zielen. Wie kann man nur in dieser Zeit einen immerhin markanten Kopf wie Björn Höcke aus der AfD hinausgraulen wollen! Was hat er denn eigentlich Unanständiges oder gar Verbotenes getan? Gar nichts. Der Mann mag nicht jedermann sympathisch sein. Aber er zieht auch jede Menge Leute an, die wissen, dass es in dieser Zeit nicht reichen kann, nur an einigen Symptomen des kranken politischen Blockparteien-Systems herumzumäkeln und sich ansonsten der Karawane des Stumpfsinns und der Gleichgültigkeit anzuschließen. Mit Lucke wäre die AfD ein zahnloser Zimmertiger geworden, und ohne Höcke und einige andere Kämpfer seines Kalibers würde die AfD gleichfalls solch ein harmloses Kätzchen bleiben.
Also, lieber Dieter Stein, gehen Sie in sich. Überdenken Sie Ihren derzeitigen Kurs. Allein schon um einiger wirklich brillanter Mitarbeiter Ihres Blattes willen.
Simplicius
19. Dezember 2015 12:55
Aber doch bitte n i c h t das JF-Abo kündigen! – Haben wir was besseres?

Sind wir doch froh, dass es in der täglichen Überflutung durch die hundsgemein parteiischen linken Mainstreammedien wenigstens auch diesen kleinen Raum einer gemäßigten nationalen Gegenöffentlichkeit (viele erhellende Artikel von guten Leuten, und ebenso viele gute online-Kommentare) gibt.

Mir gefällt der Ton auch nicht, in dem Dieter Stein sich zuletzt immer häufiger als medialer Präzeptor erfolgreicher rechter Personal- und Parteipolitik aufspielt.

Wobei Herr Chefredakteur Stein sich möglicherweise schon in einem psychologischen Mainstream-Stadium befindet, in dem er entrüstet den Begriff von sich weist, „rechte“ Politik unterstützen zu wollen.

Aber lassen wir ihn doch einfach. Hängen wir seine taktisch-strategischen Positionierungen einfach tiefer.

Ich bin gespannt, wann die Realität erbarmungslos zuschlägt. Wie lange dauert es noch?

So wichtig ist ein Herr Stein nun wieder gar nicht, angesichts des immer noch ungebrochenen Flüchtlingstsunamis; immer noch 4000 Invasoren Tag für Tag, auf unsere Kosten. Und immer noch ist dieser unglaubliche Vorgang nur eine virtuelle, ins ultramoralisch-positive geschminkte Welcome-Medienrealität für 95% der Bevölkerung.

Aber die dumpfe Ahnung ist da, bei allen.
treu
19. Dezember 2015 13:11
Sehr geehrter Herr Kubitschek, Ihre wie immer sehr offenen und ehrlichen Antworten auf ohne Zweifel interessante und auch naheliegende Fragen in allen Ehren. Aber für mich, als reger Mitleser hier in diesem Medium, bestätigt sich dennoch leider die mittlerweile klare Erkenntnis, der deutsche Konservative ist heutzutage ein Stammtischstratege. Ein intellektueller Salonlöwe, der noch dann diskutiert und Strategien entwickelt, wenn der Linke draußen schon längst Steine wirft und seine Gegner von der Straße jagt. Deshalb ist auch jede konservative Revolution im Keime erstickt worden, haben linke Revolutionen die Weltgeschichte geprägt und verändert. Der Vorteil der Linken, Sozialisten wie Kommunisten und insbesondere der Linksextremen und Anarchisten, war historisch und ist es auch heute noch, daß diese konspirative, zersetzende und propagandistische Aktivitäten aller Art praktisch seit zwei Jahrhunderten genauso gewöhnt sind, wie radikale und gewalttätige Instumente zu bedienen, vor allem aber eine perfekte Organisationsstruktur besitzen und über genügend Menschen verfügen, die sich für ihre ideologischen Ideale auch offen auf der Straße bedingungslos einsetzen und ihren politischen Führern ergeben folgen. An all dem hat es den Konservativen stets von der Denkweise, strukturell und in der Endkonsequenz auch personell gemangelt. Er hatte aus seinem Stand in der Gesellschaft immer mehr zu verlieren als der Linke. Das ist ja auch heute oftmals das Hauptargument Derjenigen, die in Westdeutschland z. B. mit Pegida symphatisieren, aber mit der Begründung "Mein Job, mein Haus, mein Ruf, meine Familie" auf eine Teilnahme verzichten. Dem Konservativen, zumeist aus gutbürgerlichen intellektuellen Kreisen, geht das Destruktive, Radikale und Gewalttätige des Linken völlig ab. Das ist natürlich gut für geordnete gesellschaftlichen Zustände, aber schlecht für notwendige politische und gesellschaftliche Veränderungen. Worauf möchte ich also hinaus? Ich möchte meiner Befürchtung Ausdruck geben, das Schnellroda und die Sezession notwendige und interessante Debattierclubs sind und bleiben werden, aber eine dringend notwendige Veränderung der Gesellschaft und des Landes von ihnen leider nicht ausgehen werden. Nicht weil sie es nicht könnten, sondern weil Ihre persönliche und die Energie der Debatten in der Endkonsequenz verpuffen, weil die Konservativen in diesem Land, trotz ihrer an sich großen Zahl, sich nicht einig sind, es zu viele Strömungen, zu viele Menschen gibt, die meinen, sie haben etwas zu verlieren und vor allem zu sehr die Tendenz zu endlosen und damit fruchtlosen Diskussionen herrscht. Aber vor allem, daß es nach wie vor leider keine charismatische Persönlichkeit gibt, die diese Strömungen bündeln und aktiv und offensiv ausrichten kann. Damit ist kein "Führerkult" gemeint, aber wir reden immer noch über Realpolitik und da bedarf es nun mal Menschen, die über Führungsqualitäten aller Art verfügen und bereit sind, sich auch öffentlich mit all den daraus entstehenden Konsequenzen für eine Sache zur Verfügung zu stellen. Ein Haider war so eine Person. Ein aktuelles Beispiel heute wäre sicher Höcke, der innerhalb kurzer Zeit in der Lage war, zumindest durch seine Reden tausende Menschen auf die Strasse zu bringen. Über andere Fähigkeiten kann ich nicht urteilen, weil ich ihn persönlich nicht kenne. Insofern sollte das nur beispielhaft dafür sein, was mit vorigem gemeint war. Da es an all dem mangelt, kann ich für die konservativen deutschen Bürger leider keine Perspektive erkennen.
Karl Blomquist
19. Dezember 2015 13:26
Die Angriffe gegen Björn Höcke erfolgen aus demselben Grund wie die gegen Oskar Lafontaine:
Beide stehen der Flutung Deutschlands im Wege

Die VSA haben erkannt, dass sie Europa nicht mehr halten können; und um einen Wirtschaftsraum Europa-Russland-China zu behindern, haben sich die VSA-Strategen offenbar entschlossen, Europa per Einwanderung zu destabilisieren.

Der VSA-Stratege George Friedman, STRATFOR, Chicago Council on Global Affairs, noch im Februar 2015:
"Die Frage, auf die wir keine Antwort haben: Wie wird Deutschland sich verhalten? Die unbekannte Variable in Europa sind die Deutschen … Die Deutschen haben eine sehr komplexe Beziehung zu den Russen … Die Urangst der USA ist, dass deutsches Kapital und deutsche Technologien sich mit russischen Rohstoffen und russischer Arbeitskraft verbinden. Eine einzigartige Kombination, vor der die USA seit Jahrhunderten eine Höllenangst haben. Wie wird sich das also abspielen? … Wer mir nun sagen kann, was die Deutschen tun werden, der kann mir auch sagen, wie die Geschichte der nächsten 20 Jahre ausegehen wird. Aber leider haben sich die Deutschen noch nicht entschieden. Und das ist immer ein Problem Deutschlands: wirtschaftlich sehr mächtig, geopolitisch sehr fragil… Seit 1871 ist das die deutsche Frage, die Frage Europas. Denken Sie über die deutsche Frage nach, denn sie kommt jetzt wieder auf uns zu. Dieser Frage müssen wir uns jetzt stellen und wir wissen nicht wie."
https://www.youtube.com/watch?v=vln_ApfoFgw

Das war im Februar 2015. Nun wissen es die VSA offenbar:
Seit August destabilisieren sie Deutschland und Mitteleuropa per Einwanderung.
Und jeder, in welcher Partei auch immer,
der sich dem in den Weg stellt, in welcher Form auch immer,
wird von den VSA-Handpuppen angegriffen, unter welchem Vorwand auch immer.
Jennie
19. Dezember 2015 17:54
Ein Stützpunkt, in der deutschen Hauptstadt wäre natürlich ein wichtiges Statement. Die Strahlkraft geht immer von der Metropole in die Provinz und nie umgekehrt. Wenn man an CPI denkt, dann denkt man ja auch als erstes an Rom und nicht etwa an Latina, obwohl das Haus dort viel schöner ist.

Doch dann steht man vor den Problemen. Mieten, wie man jetzt sicher schon selbst gemerkt hat, funktioniert einfach nicht, weil es wohl keinen Vermieter gibt, der dem folgenden Druck auf allen Ebenen standhalten würde. Eigentum ist natürlich eine finanzielle Frage und vermutlich gar nicht zu stemmen.

Wenn doch, dann bräuchte man auch noch die passenden Bewohner. Keine die Angst haben, daß ihr Janker dreckig werden könnte, oder ob der Höcke am Wochenende wieder etwas "falsches" gesagt hat. Die nächstes Jahr wieder ein anderes Steckenpferd hegen.
Die deutlich machen, das dieses Gebäude nicht irgendwelchen bekifften, Faulenzern aus xberg und fhain dazu dient, sams­tag­nachts ihr Mütchen zu kühlen.

Hat man weder das Geld noch die Leute, kann man die Sache natürlich als überlegt und verworfen zu den Akten legen und sich auf Schnellroda konzentrieren.

Noch ein weiteres Zentrum, irgendwo in der Provinz, halte ich allerdings nicht für zielführend. Das Signal, das man damit sendet, wäre zu defensiv.
Carl Sand
19. Dezember 2015 19:49
Dieter dreht durch.

https://jungefreiheit.de/allgemein/2015/online-kommentare-nerven/

Wohl Gegenwind bekommen.
Max
19. Dezember 2015 20:04
Hoppala. Die Nerven liegen blank bei der JF. Dieter Stein ist von den Kommentaren genervt und droht bereits, die Kommentarspalte zu schließen. Na ja, so fing es damals doch auch in der sogenannten Qualitätspresse an. Schade, ich hatte schon vor einiger Zeit mal ernsthaft erwogen, die Zeitung zu abonnieren, doch auch die oben geschilderten Distanzierungs- und Grabenkämpfe haben mich letztlich abgeschreckt.
Werner H.
19. Dezember 2015 21:25
Caren Miosga, Judith Rakers, Dieter Stein.

Kindergärtnerinnen für die Kita Deutschland.
Götz Kubitschek
19. Dezember 2015 21:59
geschlossen.
dank an alle.

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