15. April 2016

Aus der (T)Raum - Micha Brumliks linker Universalismus

von Martin Sellner / 73 Kommentare

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Micha Brumlik ist ein bekannter und anerkannter Universitätsprofessor, Publizist und Kommentator des politischen Zeitgeschehens. Als solcher hat er unlängst ein seitenlanges und „kenntnisreiches“ Traktat über die Neue Rechte „von Sibirien bis zu den Pyrenäen“ verfaßt, auf das ich hier reagieren möchte.



Denn Brumlik stehen als kritischem Zionisten bei der Verteidigung eines "linken Universalismus" theoretische Instrumentarien zur Verfügung, die man bei seinen ethnomasochistischen, deutschen Kollegen bitter vermißt. So wird Brumliks Kritik der Neuen Rechte teilweise zu einer entlarvenden, neokonservativen Selbstkritik jener Widersprüchlichkeit, die jeder politische Universalismus in sich trägt.

Der Text ist von einem politisch Korrekten für politisch Korrekte verfaßt. Brumlik ignoriert, daß er und das Projekt, für das er einsteht, bereits radikal in Frage gestellt sind und daß sein Resonanzraum der fraglosen Zustimmung täglich kleiner wird. Da er auch mich erwähnt und ausgiebig zitiert, will ich für einen seltenen Moment der Muße die Arbeit am Abbruch dieses Resonanzraumes unterbrechen und ihm einiges erwidern - obwohl die „Ideologeme“, die er vertritt, längst von der Realität widerlegt wurden und die ganze Zunft der Zensoren, Experten und Kommentatoren, die er vertritt, jeden Tag unbedeutender wird. Denn während er und seinesgleichen fassungslos und besorgt über unsere Ideen debattieren, arbeiten wir unermüdlich an ihrer Umsetzung. Und die Zeit arbeitet für uns.

Die „Bewährungsprobe in Theorie und Praxis“ einer „linken Politik“, die sich „um die Welt als Ganzes kümmern“ will, steht nicht erst „bevor“, wie Brumlik behauptet. Das ganze 20. Jahrhundert war nichts anderes als eine Bewährungsprobe des westlichen Universalismus in all seinen Spielarten und das Ergebnis ist klar: Er ist gescheitert.
Brumlik gesteht das zwischen den Zeilen selbst: Er beklagt eine „Raumvergessenheit“ der europäischen Linken und kritisiert damit zu Recht ihre postmoderne, apolitische Traumtänzerei.
Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, daß das selbstverliebte europäische „antiimperialistische Imperium“ (Barroso), unser freizügiges, weltoffenes, entmilitarisiertes, tolerantes Wohlfahrtsparadies mitsamt seiner arroganten Verve gegenüber den „dumpfpatriotischen“, „prüden“ und „militaristischen“ USA nur in deren Windschatten entstehen und existieren konnte.
Es ist die knallharte neokonservative Außenpolitik der amerikanischen Hawks, es ist ihre „heroisch-liberalistische“ (Dugin) Ideologie der „City on the Hill“, es ist die Fruchtbarkeit und Stabilität der konservativen Bible-Belts, in deren Windschatten sich Europa seine Pause vom Politischen und den Traum vom „Ende der Geschichte“ leisten konnte. (Auch Europas wuchernde xenophile Sozialsysteme sind zu einem gewissen Teil von den fehlenden Militärausgaben finanziert, die man die „Schutzmacht USA“ tragen lässt.) Doch der Traum ist aus. Der Universalismus der westlichen Ideologie trieb in seiner europäischen Spielart eine seltsame Blüte, die meinte, die normative Kraft des Faktischen ignorieren zu können. Europa erscheint wie der mißratene Sprössling eines reichen Industriellen, der mit dem Geld seiner Eltern an der Uni „Revolution“ spielt, sie für ihren Reichtum verachtet, um beim kleinsten Problem denselben schluchzend in Anspruch zu nehmen. Ideengeschichtlich betrachtet ist Europa heute eine Art universalistisches Disneyland, in dem seit 1989 das „Ende der Geschichte“ nach- bzw. „vorgestellt“ wird. Ein Raum ohne Politik, ohne Grenzen, ohne Religion, dessen Hymne John Lennons „Imagine“ und dessen primäre Probleme z.B. die gendergerechte Inklusion von Trans-Lebensentwürfen in Grimms Märchen sind. Wie ein eisiger Guß, hier hat Brumlik recht, weckt die Überschwemmung mit Wirtschaftsmigranten Europa aus seinem delirium clemens. Das verdrängte Politische sprengt sich von Bataclan bis Brüssel zurück ins Bewußtsein, und das universalistische Disneyland wird von der Wirklichkeit gestürmt.

All dem liegt eine unausrottbare Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit universalistischer Politik zugrunde, die vor Nassehi und Brumlik schon Autoren wie Leeden, Krauthammer, David Goldman, Huntington etc. erkannt haben.
„Double standards in practice are the unavoidable price of universal standards of principle.“
(Samuel Huntington)

Diese Namen sind nicht zufällig ausgewählt. Wenn Brumlik auf eine linke Wiederentdeckung der Räumlichkeit hofft und dabei (wie Laclau und Mouffe) sogar wagt, Schmitt als Kronzeugen aufzurufen, vertritt er am Ende nichts anderes als eine Spielart des Neokonservativismus. Er will die Mauern und Wachen um das gesellschaftlich liberale Disneyland verstärken, um seine innere Libertinage zu erhalten. Dabei befindet er sich in einer Zwickmühle. Zwar argumentiert er mit der Faktizität der Endlichkeit für den Raum als „fundamentale politische Kategorie“ und spricht von einer „rechtlich und politisch gestalteten Form des Wohnens“ und damit letztlich gegen den Weltstaat und die „no border“- Utopie. Ein Linker muß also bei Kant nachlesen, um das Politische zu entdecken.... Doch gleichzeitig kann er sich auch nicht zur kleinsten Rechtfertigung des Grenzschutzes durchringen, ohne den diese Erkenntnis völlig hinfällig ist. Das Politische bedeutet notwendig und immer Ab-, Ein- und Ausgrenzung. Auch der Universalismus als totalitäre ideologische Struktur der Entgrenzung, Gleichschaltung, Vereinheitlichung benötigt immer ein begrenztes Kollektiv als geschichtliches Vehikel und politischen Akteur.
Der Neokonservativismus will genau dieses Kollektiv stärken. Er will die Verortung des geistig ortlosen Universalismus. Er vertritt damit einen Standortpatriotismus und Strukturkonservativismus, der sich, im Grunde widerwillig, konservativer Techniken, Ideenfragmente und Erkenntnisse bedient, um sie einer anti-konservativen Ideologie dienlich zu machen. (Max Weber hat diese Synthese aus gesinnungsethischem Fanatismus und eiskalter, planender Machttechnik in seinen Schriften zur Religionssoziologie beschrieben.) Die offene Gesellschaft muß zur Sicherung ihres Überlebens eine Außengrenze definieren. Für den Außenbereich werden die universalistischen Prinzipien, der totale Egalitarismus und Individualismus territorial und personell suspendiert. Es geht um einen neuen liberalen Imperialismus, wie ihn Robert Cooper vertritt, der derzeit das ECFR berät.
„Among ourselves, we keep the law, but when operating in the jungle, we must also use the laws of the jungle.” (Robert Cooper, Britischer Diplomat und Neocon)

Das ist auch Micha Brumlik als „Realo“ des linken Universalismus bewußt: dieser muß, um sich in der Welt einzurichten und erfolgreich, d.h. überlebensfähig, zu sein immer bis zu einem gewissen Grad mit den Bedingungen der Welt, d.h. mit dem Räumlichen, Endlichen und Politischen abfinden.
Der „Sozialismus im eigenen Land“ läßt grüßen.
Denn die Kernidee des Universalismus ist ein linearer, globaler und konvergenter Fortschritt einer imaginierten (und unbewußt ethnozentrischen Version der) Menschheit, hin zu einem Zustand der totalen Gleichheit. Oft ohne dass es ihm bewußt wird, wird der Universalismus auf diesem Weg aber schleichend „identitär“. Er entwickelt seine Mythen, seine Rituale, seine Geschichtlichkeit, seine Feindbilder. Und er schafft sich - mitten im Profanen - einen „pseudo-sakralen Raum“, wie es Mircea Eliadebeschreibt.

Diese universalistische Geschichtlichkeit und Identität, die z.B. die Sowjetunion und die USA noch aufweisen, ist im europäischen neulinken Universalismus völlig preisgegeben worden. Was bleibt, ist einzig ein „Universalismus der eigenen Schuld“ , eine ethnomasochistische Pose, aus der sich nur noch „Sonderpflichten“, aber keine Vorrechte mehr ableiten lassen. Die universalistischen Prinzipien kennen kein Innen und Außen und kein Trägerkollektiv mehr. Jede orts- und gruppenbezogene Ethik wurde aufgelöst, sodass heute im Grunde jeder der 7,4 Milliarden Menschen ein subjektives Recht auf deutsches Steuergeld zu haben scheint. Wir sind verantwortlich für das „Ganze.“

In den weltabgeschiedenen Klausen der linken Unis wurde dieser lebensunfähige Hyperuniversalismus herangezüchtet und auf die Gesellschaft losgelassen. In ihm wird die Vergessenheit und Gleichgültigkeit für jede Form von Begrenzung, ob biologisch, geographisch oder ökonomisch, zur offenen Leugnung. Sie nimmt dabei die Selbstzerstörung bewußt in Kauf, ja strebt diese geradezu an. Lustvoll sägt sie an dem Ast auf dem sie sitzt. „Deutschland verrecke!“ Deutschland soll sterben, seine Grenzen aufreißen, sein Geld nach Griechenland und in die ganze Welt schicken, alle Menschen der Welt aufnehmen und durchfüttern, es soll in seinem Hyperverbrechen alle Schuld der Welt auf sich nehmen, und sich aus „Verantwortung für das Ganze“ aufopfern (und bei all dem gefälligst nicht so streberhaft „typisch deutsch“ vorgehen, oder sich gar etwas darauf einbilden). Am Liberalismus gehen die Völker als Kollateralschaden zugrunde. Der neulinke Universalismus zerstört seine Trägervölker gezielt.
(Man tut im Übrigen so, als hätte Deutschland metaphysische Attribute und wäre das „Lamm Gottes“. Die Theodizeefrage der Scholastik scheint heute in der Kritik Deutschlands wiederzukehren, das sich für jedes Übel in der Welt rechtfertigen muß. Die Parolen und das ganze Gehabe wird dabei immer ritueller und sektenartiger, je näher wir ihrer Ethno-Apokalypse kommen.)

Das, was sich Brumlik, Cooper und andere wünschen, ist in Europa unmöglich geworden. Eine neokonservative, liberal-imperialistische Kurskorrektur ist unmöglich geworden. Ebenso wie die USA zu Sozialismus und Faschismus unfähig sind (Sombart), so scheint Europa zum Neokonservativismus ungeeignet. Die unerbittliche Konsequenz, mit der bereits Adorno in jeder Faser von Poppers Denken eine „selbsterhaltende Vernunft“ nachwies, die wie alle wußten, am Ende „nach Auschwitz“ führe, lebt heute in den fanatischen Jugend-Orgas der Linken und Grünen, die gegen jeden Hauch von law&order in den Altparteien vorgehen. Dort wo eine raum- und grenzbewußte Linke sich verorten könnte, befindet sich ein ideologisches Niemandsland, ein Graben, den sie selbst geschaffen haben und der ihnen jetzt zum Abgrund wird. Es ist die „List der Identität“.
Jeder Bezugspunkt, jeder nationale Wert auf dem sich ein neokonservativer Standortpatriotismus aufbauen ließe, wurden von ihnen zerstört. Denn auch ein künstlicher pro forma-Mythos braucht Symbole, er braucht Räume, Feiertage und Helden, die es in Europa nicht gibt. Nassehi, Brumlik und viele andere sehnen sich vielleicht nach diesem Mythos und spüren seinen leichten Schauer, wenn sie von „wehrhafter Demokratie“ sprechen. Gleichzeitig haben sie panische Angst vor jeder „Sakralisierung“ des politischen Raumes. Sie ersehnen die, wie Dugin sagt, „heroischen Phasen“ des Liberalismus aber ertragen sie nicht. Was sie wollen, ist ein wehrhafter Liberalismus, der seine „Prinzipien“ verteidigt und gleichzeitig ein völlig entkernter, entzauberter und ethnokulturell neutraler Diskursraum ist. Die Prinzipienverteidigung als Prinzip. Für diese Hirngeburt, deren Vertreter genauso langweilig und unansehnlich sind wie sie selbst, läßt sich niemand begeistern. Niemand wird sich dafür in die Bresche werfen. Am allerwenigsten die importierten Migranten, deren Helden und Ikonen gerade in Syrien Köpfungs- oder in Berlin Deutschrapvideos drehen.


Heute kündigt sich eine einschneidende Identitätsfrage an, die ihre Furche tief durch die liberalen „offenen Gesellschaften“ ziehen wird. Islam- und Einwanderungskritik verschmelzen. Merkels Verfassungsbrüche in Multikultis Namen machen den Verfassungspatriotismus zur eminent ethnokulturellen Frage. Die Rufe nach Rechtsstaatlichkeit sind zudem untrennbar mit der Forderung nach geopolitischer Souveränität verbunden und tendieren daher naturnotwendig gen Osten. Die dominierende Kraft der Opposition wünscht heute europaweit eine echte metapolitische Wende und keine halbherzige Reform. Es bedeutet, daß der Konservativismus in Europa nicht „neo“ sondern revolutionär wird. In Ungarn und Polen ist das bereits Realität geworden und die Orbanisierung Österreichs kündigt sich an. Das Pendel schwingt weiter in unsere Richtung.
Die normative Kraft des Faktischen wird ganz Europa in den nächsten Jahren zu einer „kontinentalen Schließung“ zwingen. Die neue Linke hat aber keinerlei ideologische Konzepte und Legitimationen, kein passendes Narrativ und keine Schlagworte auf Lager, um diesen Notwehr-Reflex zu umrahmen. In der Übernahme unsere Begriffe, von „Islamisierung“ bis „Festung Europa“, zeigt sich bereits jetzt, von wem die kommenden, tragenden Konzepte stammen werden. Die Zersetzungsarbeit der neuen Linken hat in den letzten Jahren jeden Bezugspunkt zerstört, an dem ihr ort- und raumloses Universalismuskonzept, an eine identitäre, antaiische Kraftquelle „andocken“ könnte. Diese neuralgischen Punkte haben sie achtlos preisgegeben. Sie gehören heute alle „uns“. Jede Wiederentdeckung, etwa des Heimatbegriffs durch die Österreichischen Grünen wird auf lange Sicht nur uns nützen.
Ja, der Hyperuniversalismus der Linken, der bereits Geschlechtertrennung bei WCs als Vorstufe zum Pogrom empfindet, läßt nicht einmal mehr die neutralste und pragmatischste aller Begrenzung, die Staatsgrenze gelten. In der bestehenden Konstellation und politischen Spannung bedeutet das formelhaft ausgedrückt: Jeder, der für den Erhalt der Staatsgrenze und damit das Funktionieren des gesamten Apparats eintritt, wird über kurz oder lang in Schnellroda landen.

Die Angebliche „Mitte“ unserer Gesellschaft, die man linkerseits immer wieder mobilisieren will, wird dabei jeden Tag kleiner und entlarvt sich als Mythos. Es gab sie nie. Denn die „Mitte“ der BRD lebt, denkt und atmet bereits, eingesperrt in einem stickigen, hochideologisierten, politischen Raum, gegen dessen Grenzpolitik Ungarn als „no border“-Vertreter durchginge. Die „Vertreter der offenen Gesellschaft“ befinden sich in einem hermetisch abgeriegelten ideologischen Raum in dem auf bestimmte „Buzzwords“ nicht mehr mit Debatten, sondern mit eingeübten emotionalen Reflexen reagiert wird. Wer nicht überzeugend mitspielt, fliegt schneller raus als ein illegaler Vergewaltiger aus Polen. Es gibt keine „Mitte“ - es gibt nur politisch Interessierte und Desinteressierte. Erstere kommen im Moment viel häufiger zu uns. Zweitere werden im Druck der Ereignisse bald gezwungen sein, sich zu interessieren.

Die ideologische Entscheidungsschlacht um Sinn und Souveränität, die im 20. Jahrhundert begann, ist in Wahrheit noch immer unsichtbar im Gange. Der „wahre Krieg“, der wie van den Bruck sagt, immer „erst nach dem Kriege“ entschieden wird, tobt noch und tritt heute, wie ein unterirdischer Strom, wieder an die Oberfläche. Die jahrzehntelange Einigelung in ihrer Hegemonieposition und die Züchtung ihres raumvergessenen Hyperuniversalismus wird den Linken jetzt zum Verhängnis, was nur einigen „Realos“ nervös bewußt wird. Mitgehangen - mitgefangen: sie müssen den Weg des Wahnsinns entweder bis zur Selbstzerstörung mitgehen, oder die Seite wechseln.

Auch Brumlik selbst droht ständig dieses Schicksal. Mit den vorsichtig vorgebrachten „Bezugsautoren“ Heidegger und Schmitt wagte er sich ohnehin bereits in die „Zone der Kopfschüsse“ vor. Würde ihm eines Tages einfallen, daß nicht nur politischer Raum, sondern auch ethnokulturelle Identität ein „wesentlicher Modus menschlicher Existenz“ ist, wären es seine eigenen Gesinnungsgenossen, die ihn aus ihrem Lager, in den gesellschaftlichen Abgrund drängten. Doch für Brumlik und andere bleibt immer noch eine Alternative: der Ausflug über die Brücke, über die emotionale Barriere in „unser Lager“. Dahin wo das gefährliche Denken und die „wilden Kerle“ wohnen.

Ich kann ihn beruhigen: so „wild“ ist es hier gar nicht. Es gibt hier sogar eine ausgeprägte Willkommenskultur gegenüber Spätberufenen und Renegaten. Im Moment heißt es aber leider aufgrund des großen Zulaufs: „hinten anstellen“.
Schnellroda ist auf Monate hinaus ausgebucht.

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Kommentare (73)

kW
15. April 2016 09:57
Eine glänzende Darstellung! Ich werde von meinen vielen Kumpels telefonisch ja immer als zu optimistisch beschimpft, aber ich fühle schon lange den Sieg. Ich begründe ihn mal so: Unnatürliches und etwas gegen die Natur Gerichtetes kann niemals siegen. Wer Familie, Volk verneint, wer Grenzen öffnet und sogar Geschlechter negiert, ist nicht ganz dicht und somit für alles offen. Sowas absolut Krankes kann man als normal denkender Mensch nur ablehnen. Selbst in der DDR ging es natürlicher zu als in dieser BRD. Ja, es wird eine Revolution folgen, denn die Mißgeburt kann man nicht nur schminken.
Stogumber
15. April 2016 10:28
Chapeau! Sellner bringt Brumliks Probleme viel besser auf den Begriff als Brumlik selber mit seinen wolkigen Unbestimmtheiten.
Nordlaender
15. April 2016 11:04
"In der Übernahme unsere Begriffe, von „Islamisierung“ bis „Festung Europa“, zeigt sich bereits jetzt, von wem die kommenden, tragenden Konzepte stammen werden."

Die Geschichte des Begriffes "Festung Europa" stellt sich mir anders da.
Zunächst habe ich diesen häufig aus dem Munde der Globalisten vernommen, negativ konnotiert. Mauern, so wähnt man in diesem Lager, seien doch etwas Schlechtes. (Ist dabei aber dermaßen bigott, daß man zwar einerseits weltoffen ist, jedoch noch nicht einmal die Türen seiner Wohnung aushängt, um allen Zugang zu ermöglichen.)

Erst in letzter Zeit lese ich häufiger von rechter Seite die Forderung nach der Festung Europa.
Westpreuße
15. April 2016 11:05
Herr Sellner,

sehr schön, aber ich benötige immer Zeit; danach dann die Schlußfolgerungen und Konsequenzen, die für das eigene Denken gezogen werden können...

Als kleine - aber nicht unwichtige- Ergänzung eine Akademietagung mit anschließender Diskussion, ansatzweise..., jetzt im April, in der
Heinrich-Böll-Stiftung in...ja wo..., in Köln, Berlin...?

Mir ist das ganze Dilemma der LINKS -GRÜNEN und ihres intellektuellen Dunstkreises klar geworden: Da kommt etwas auf sie zu, mit dem sie noch nicht umgehen können. Sie "stammeln und stolpern noch", nicht wörtlich zu nehmen, sondern eher gedanklich, in der Auseinandersetzung mit der Neuen Rechten. Schöner und lohnenswerter Lernprozeß!
Formt den Charakter...

Metapolitik: Micha Brumlik -
Das alte Denken der Neuen Rechten (1:34:35)
https://www.youtube.com/watch?v=NXRSPRqp_bU

Zum Video:
Alle kommen vor: Neue Rechte, Antaios, Götz Kubitschek, Identitäre, AfD usw. und so fort...
Ankündigung durch den Moderator, mir unbekannt. Dann Vortrag von Herrn Brumlik, mir auch bis heute unbekannt. Wenig überzeugend, eher ratlos und etwas gekränkt ob der neuen Lage und intellektuellen Zumutungen; dann wieder der Moderator, irgendwie platt, aber gefestigt in seiner Meinung wie ausgehärteter Beton, nach Zuhörerfragen heischend...

Sehr schön ab 1:02:00 etwa die Äußerung eines Zuhörers, der sich als türkischer Staatsbürger zu erkennen gab und den Moderator rüffelte, daß die von ihm verwendete Bezeichnung von den VÖLKISCHEN RATTENFÄNGERN seiner Meinung nach ungehörig sei...
Bei den letzten Wahlen habe doch das Volk in einer demokratischen Wahl gesprochen, so der aufrechte Türke!
Rattenfänger also! Rattenfänger fangen Ratten (Das jetzt meine Formulierung).
Betretenes Schweigen und Nichtreaktion von Herrn Brumlik und dem moderierenden Menschen...

Am Schluß der mehrmalige Hinweis des Moderators, daß es danach, gleich, unten, ja noch etwas zu trinken gäbe...Da waren aber alle froh, vermute ich...
: Patriotische Grüße aus Thorn an der Weichsel
niekisch
15. April 2016 11:25
"Unnatürliches und etwas gegen die Natur Gerichtetes kann niemals siegen"

@kw: das setzt aber immer das Vorhandensein einer materiellen und geistigen menschlichen Substanz voraus, die für seine Niederlage sorgt. In der Biologie nennen wir es die Möglichkeit des Immunsystems, Angriffe noch abwehren zu können. Früher sagte mal einer: Parasiten abschütteln zu können. Das ist aber naturwissenschaftlich gesehen falsch, da auch Parasiten im Gesamtkreislauf ihre Funktion besitzen.
Pit
15. April 2016 12:01
Linke Argumentation wird widerlegt durch die Frage: WER will es denn wirklich, das heißt sobald es konkret wird statt "rein theoretisch".
Warum funktioniert das? Das verweist auf eine interessante Pathologie des Europäers, den Rationalismus; das heißt, es gäbe Dinge irgendwie "theoretisch", "an sich", und daher "müßte eigentlich...".
Was wird durch Rationalismus vermieden? Das Reale, und das ist: das Materielle, das Körperliche (insofern sind die Verweise auf "Raum" plausibel: "Raum" ist das, wo das Konkrete passiert).

Lösung des Problems: "spüre deinen Körper" (oder besonders den Bauch, "Hara", wie der Zen-Praktizierende weiß). Das bringt aus dem Kopf raus, rein in den Körper. Und sofort sind die dummen theoretischen Flausen verflogen. "Spüren" bedeutet sein, also ganz konkret sein und also eine Identität haben... und schon verschwinden all diese Widersprüchlichkeiten.

Wie sieht also die Lösung aus? Die Leute mögen sagen: ich habe eine Identität, eine ethnische Identität, und ich will unter Meinesgleichen leben DARUM gibt es keine Zuwanderung. "Theoretisch" ist Zuwanderung in Ordnung, es sind ja alle gleich; sobald man aber konkret "spürt", sobald man fragt, ja was will denn ich ganz konkret, nicht nur theoretisch, so ist die Antwort klar.

Und hier noch ein Kompromiß mit der Linken: auch (oder gerade) der Identitäre schätzt das Andere: multikulturelle Städte haben Flair. Mein Lösungsvorschlag lautet also: Zonen des Multikulturellen, und Zonen des Identitären. Ich will Deutschland mit Deutschen, aber einige Städte können als multikulturelle Zonen deklariert werden. Ich habe viele nicht-deutsche Freunde; multikulturelle Zonen können der definierte Status sein, der für beide Seiten befriedigend ist.
Bartolist86
15. April 2016 12:02
Ein sehr guter Artikel. Ich darf an dieser Stelle erwähnen, dass mir Brumliks Auftreten, seine Vorlesungen an der Universität Heidelberg, seine offenen unverschämten Diffamierungen, seine schon ritualisierte Selbstheroisierung, etc. schon immer zutiefst zuwider waren. Seine ganze Art war einfach nur noch ekelhaft. Er hat für mich immer diesen hassenswerten Typus dargestellt, die man an Universitäten in Instituten für Pädagogik und Bildungs-"wissenschaften" finden konnte. Einrichtungen, die eigentlich von jedem Lehramtstudenten, der halbwegs klar denken konnte, verabscheut wurden. Weil nirgends im Studium wurde die Sinnlosigkeit von Seminaren und Übungen so offenbar wie dort!
Menschen wie Brumlik haben dafür gesorgt, dass dies so war und ist!

Das ist zwar keine differenzierte Kritik, aber ich konnte einfach nicht anders.
Der_Jürgen
15. April 2016 12:08
Nachdem ich – wie offenbar auch andere Foristen – mehrere Tage keinen Zugang zu Sezession mehr hatte und bereits an Entzugserscheinungen zu leiden begann, kommt dieser Artikel von Martin Sellner gerade zur rechten Zeit.

Von den in letzter Zeit in diesem Forum zitierten Kritikern rechten und konservativen Denkens ist Micha Brumlik der am wenigsten unsympathische, und zwar aus zwei Gründen: Erstens weiss er immerhin, wovon er spricht, und verfügt augenscheinlich über solide Kenntnisse rechter Literatur, und zweitens zeichnet sich sein Beitrag durch einen alles in allem gemässigten Ton aus.

Wie von einem Hohepriester der Political Correctness zu erwarten, kommt allerdings auch er nicht ohne tumbe Klischees aus („dumpfe Ressentiments der Pegida-Demonstranten“; wer sich dagegen wehrt, dass ihm seine Heimat geraubt wird, hat also „dumpfe Ressentiments“. Das soll Brumlik mal seinen Glaubens- und Stammesgenossen in Israel erzählen, die das Eindringen schwarzafrikanischer Wirtschaftsflüchtlinge durch die Errichtung eines Zauns beendet haben und sich bemühen, diese schwarzen Migranten in Drittländer abzuschieben.) Trotzdem: Brumlik ist einem Armin Nassehi intellektuell deutlich und einer Liane Bednarz turmhoch überlegen. Sein Artikel ist vermutlich das Beste, was unsere Feinde aufbieten können, doch manchmal ist auch das Beste eben nicht gut genug…

Sellners Analyse der hoffnungslosen Widersprüche, in denen sich liberales, globalistisches Denken verfangen hat, ist geradezu glänzend. Hier gibt es nichts hinzuzufügen. Sellner soll doch die Probe aufs Exempel machen und Brumlik zu einem Streitgespräch herausfordern. Mal sehen, mit was für faulen Ausreden Brumlik das Angebot ablehnen wird. („Ich rede nicht mit Nazis“ wäre für ihn einfach zu primitiv.)

Man erlaube mir nun einige Bemerkungen zu Sellners optimistischen Prognose, dass „die Zeit für uns arbeitet“ und dass „die normative Kraft des Faktischen in den nächsten Jahren zu einer kontinentalen [Grenz]Schliessung führen wird“.

Ja, das stimmt, aber die Hintermänner des globalistischen Systems und ihre hochgestellten ErfüllungsgehilfInnen wissen das auch. Sie sind mitnichten jene „Geisteskranken“, als die Akif Pirincci sie darstellt.

Unter diesen Umständen fragt man sich, weshalb sie die gigantische Flut letztes Jahr überhaupt in Gang gesetzt haben. Wären weiter „nur“ 200.000 „Kulturbereicherer“ aus dem Orient und Afrika gekommen, hätte sich vermutlich kein allzu starker Widerstand geregt. Pegida wäre wohl versandet, und Deutschland wäre langsam gestorben, genau wie Frankreich, Belgien, Holland, Grossbritannien und Schweden. Doch das Ausmass der bewusst ausgelösten Flut sowie die voraussehbaren Ausschreitungen der „Kulturbereicherer“ wirkte galvanisierend. Die Zahl der linken und liberalen Scheuklappenträger, die weiter unbeirrt von Multikulti schwärmen, dürfte mit jedem Tag weiter abnehmen (ein unbelehrbarer Bodensatz bleibt immer übrig; der Bodensatz dieses Bodensatzes sind die „Deutschland verrecke“-Schreier).

Die unabweisbare Folgerung aus diesen nackten Fakten lautet, dass die Hintermänner einen Kollaps Europas provozieren wollen, damit sich dann überall offene Diktaturen an die Macht putschen können, welche die Zuwanderung zumindest für einige Zeit stark begrenzen oder gar völlig stoppen und damit die Unterstützung der grossen Bevölkerungsmehrheit gewinnen. Den Vorwand zu solch drastischen Massnahmen kann beispielsweise ein grosser Terroranschlag liefern, den das System notfalls selbst unter falscher Flagge verüben kann.

Da bis zu jenem Zeitpunkt noch mehrere Millionen zusätzlicher nichteuropäischer Immigranten eingedrungen sein werden, kann, so das Kalkül der Globalisten, die geplante Auslöschung der weissen Menschheit durch Vermischung dann weitergehen, nur eben in langsamerem Tempo. Zugleich wird die Diktatur radikal gegen alle Patrioten durchgreifen, und die Sellners werden sich rechtzeitig nach Osteuropa oder nach Lateinamerika absetzen müssen, um nicht in Internierungslager 13 zu landen.

Freilich beruht dieses Szenarium auf einem schwerwiegenden Irrtum der Globalisten. Die Erfahrung zeigt nämlich, dass die Masseneinwanderung fremder Ethnien nicht zu einer allgemeinen Vermischung, sondern zu einer Atomisierung der Gesellschaft führt. Die muslimischen Eindringlinge werden auch nach einem Putsch unbeirrt an ihrer Ideologie festhalten und sich immer mehr radikalisieren. Da ein globalistisches Regime als Gefangener seiner Ideologie nicht zu millionenfachen Abschiebungen greifen kann, stehen Europa dann endlose ethnische und weltanschauliche Konflikte bevor. Die unabdingbare Repatriierung von vielen Millionen Kulturfremden und Fremdrassigen kann nur ein autoritäres, nationalistisches Regime durchführen – und wenn ein solches an die Macht kommt, wird Uncle Sam zu bomben anfangen. Es sei denn, in den USA hat sich bis dann ein Systemwechsel ereignet.

Also kein verfrühtes Siegesgeschrei, lieber Martin Sellner! Die Zeit arbeitet nur dann für uns, wenn
a) Obiges Szenarium nicht verwirklicht wird.
b) Es keinen grossen Krieg gibt. Dieser ist ohne jeden Zweifel eine der Optionen, die sich das globalistische System offen hält. Freilich ist diese Option mit halsbrecherischen Risiken behaftet, weil sich eben nicht alles kontrollieren lässt und der menschliche Faktor stets mitspielt; ein bewaffneter Konflikt kann leicht zum weltweiten Atomkrieg ausufern, nach dessen Ende auch New York nur noch ein verstrahlter Trümmerhaufen wäre. Und das wollen die Globalisten ja nun wirklich nicht.

Was tun? fragte Lenin einst. Die Antwort lautet: Weiter aufklären, weiter Protestaktionen unternehmen, das System durch die Wahl rechter Parteien unter Druck setzen, auch wenn klar ist, dass sich ein Machtwechsel nicht auf demokratischem Wege über Wahlen durchsetzen lässt. Die Identitären weisen uns den Weg. Wenn sie – was sehr wohl möglich ist - scheitern, können sie sich dann wenigstens Ulrich von Huttens Ausspruch „Ich hab’s gewagt“ auf den Grabstein einmeisseln lassen.
Kommunistenfresser
15. April 2016 13:16
Sehr starker Text! Was bin ich doch froh, daß ich im letzten Jahr, kurz vor meinem vierzigsten Geburtstag, endlich, nach langem Herumdrucksen und Nicht-wahrhaben-Wollen, den entscheidenden Schritt vollzogen und die Seiten gewechselt habe. Was für eine Befreiung, das war ganz ohne Zweifel eine der wichtigsten Entscheidungen in meinem bisherigen Leben, ich würde fast sagen, erst mit dieser Entscheidung bin ich erwachsen geworden. Hoffen wir, daß sich alles so entwickelt, wie Sie es beschreiben, daß diese alberne (wiewohl höchst gefährliche) linke Scheinwelt in nicht allzu ferner Zukunft einfach in sich zusammenfällt und daß es ohne Blutvergießen vonstatten geht.
Nordlaender
15. April 2016 13:39
@ Der Jürgen

"Wie von einem Hohepriester der Political Correctness zu erwarten, kommt allerdings auch er nicht ohne tumbe Klischees aus („dumpfe Ressentiments der Pegida-Demonstranten“; wer sich dagegen wehrt, dass ihm seine Heimat geraubt wird, hat also „dumpfe Ressentiments“."

Kleine Anmerkung am Rande: "Ressentiments" ist billigste Polemik.

Zum Dumpfen: Das Dumpfe gehört zum Lebensalltag eines jeden. Wenn wir uns orientieren, betrachten und analysieren wir das Gegenüber nur in wenigen Ausnahmefällen per Scharfeinstellung. Das wäre viel zu aufwendig. Von sehr vielem wenden wir uns ab, weil sich ein dumpfes Unbehagen einstellt. Bestimmte Personen sind uns fremd, bestimmte Formen der Musik, bestimmte Speisen.

Sind wir etwa dazu auf der Welt, allen Phänomenen, die uns begegnen, "gerecht" zu werden, was immer Gerechtigkeit nun sein soll?
Klaus Scholz
15. April 2016 14:14
Dem Herrn Sellner ist eine durchaus gute Analyse gelungen. Zu ergänzen wäre - für mich als renegaten Spätberufenen - daß er den Fakt der Emotionalisierung der/des Unpolitischen unterschätzt & somit den Umstand, daß diese Emotionalisierung der Unpolitischen im Ergebnis per se politisch wirkt. Links lebt von der emotionalen Botschaft, daß ihr zu folgen das bessere menschliche Handeln bedeutet. Hier gegenzusteuern scheint mir eine Notwendigkeit zu sein.

Klaus Scholz
AlbertZ
15. April 2016 14:19
Auch der Universalismus als totalitäre ideologische Struktur der Entgrenzung, Gleichschaltung, Vereinheitlichung benötigt immer ein begrenztes Kollektiv als geschichtliches Vehikel und politischen Akteur.
Der Neokonservativismus will genau dieses Kollektiv stärken. Er will die Verortung des geistig ortlosen Universalismus. Er vertritt damit einen Standortpatriotismus und Strukturkonservativismus, der sich, im Grunde widerwillig, konservativer Techniken, Ideenfragmente und Erkenntnisse bedient, um sie einer anti-konservativen Ideologie dienlich zu machen.

Eine hervorragende "Definition" des Begriffes "Neokonservatismus".
Genau genommen lese ich zum erstenmal eine Darstellung, die mir ein klares grundlegendes Verständnis über Sinn und Zweck dieser Ideologie erlaubt.
kW
15. April 2016 14:20
Pit, Ihre Zukunftsvision sieht also die Aufgabe von dem übriggebliebenen Deutschland an Ausländer vor? Niemals. Kasachstan hat es vorgemacht und auf sanfte Weise ziemlich schnell Russen und Deutsche rausgeekelt. Und das geht so: Keine Arbeit und Unterstützung an Nichtkasachen, kein Gymnasium für deren Kinder. Die Immobilienpreise fielen, Kasachen kauften sie auf. In Litauen müssen die Russen sich entscheiden, sie können litauische Namen annehmen und die Sprache lernen oder zurück nach Rußland gehen. Ein Anfang wäre, wenn wir ausländische Sozialschmarotzer und kriminelle Clans nach Hause schicken. Wir sollten den Okkupanten hier kein schönes Leben bescheren, sondern ihnen zu verstehen geben, daß wir sie nicht wollen. Es wird auch immer enger in unserem Land, alles ist zubetoniert und Staus sind auf fast allen Straßen. Wir können nicht das Sozialamt der Welt sein.
@ niekisch natürlich gehören auch Parasiten zur Biologie, nur mögen muß man sie nicht. Wie ich gerade hörte, gibt es die Beulenpest überall, nur nicht mehr in Europa. Wir Weißen haben sie ausgerottet. Wir zerstören aber gerade unseren gesunden Volkskörper, bzw. lassen ihn zerstören.
Heinrich Brück
15. April 2016 14:35
@Der_Jürgen,
die bessere Liane Bednarz ist immer noch Paul Simon. https://le-bohemien.net/2016/04/15/afd-pegida-neue-rechte-sezession/
Eine Scheinwelt ohne Blutvergießen zu überwinden, "dürfte es unumgänglich sein, demgegenüber – im Sinne der Aufklärung – das linke Projekt als ein menschheitliches, universalistisches zu rekonzipieren und sich darüber klar zu werden, dass heute, morgen und übermorgen eine linke Politik sich nicht nur um Europa, sondern um die Welt als Ganzes zu kümmern hat – der Internationalismus der Linken mithin seine Bewährung in Theorie und Praxis noch vor sich hat" (Brumlik), ihr Wort in Gottes Ohr.
Rekonzipieren. Dekonstruieren. Dem Wahnsinn fehlt die Methode.
marodeur
15. April 2016 14:46
Wunderbar, Herr Sellner. Ich habe einige Passagen Ihres Beitrags zwei mal gelesen, um mir die sprachlichen Bilder einzuprägen. Ich hatte ehrlich gesagt nicht so eine spannende Analyse erwartet nach der Lektüre von Brumliks Text. Man merkt, dass der Mann bewegt und innerlich zerissen ist. Das fällt mir sogar als Laie auf. Im letzten Teil haben Sie das sehr schön beschrieben: Denkmodelle und Bezugsquellen der Neuen Rechten werden (wie üblich) ritualhaft nach Mustern durchsucht, die als verwerflich gelten (rassistisch, völkisch etc.). Hier handelt es sich aber nur um die üblichen Glaubenbekenntnisse nach innen. Jeder Linke weiß mittlerweile, dass die wiederkehrenden Schmähungen des politischen Gegners bei den Adressaten ins Leere laufen. Nachdem also die Loyalität nach innen bewiesen wurde, folgt zaghafte Kritik an der eigenen sterbenen Sache. Aber die Zeiten der gemäßigten Linken sind vorbei. Die Masken fallen. Toleriert wird in deren Kreisen nur noch, wer bis zum bitteren Ende mitgeht und das heißt bis zur Auflösung Deutschlands um jeden Preis. Wer hätte gedacht, dass Gemäßigte mal so selbstverständlich "die Brückenseite" wechseln können. Jede Zeit hat doch immer ein paar Lichtblicke zu bieten.
t.gygax
15. April 2016 15:47
Ich habe versucht, das Video mit Brumlik anzuschauen. Es geht nicht mehr-ich habe es satt. Der Moderator ist unterirdisch, eine einzige Peinlichkeit, unterwürfig vor dem Herrn Professor, Brumlik sagt das, was ich seit 1992-damals las ich das erste Mal die JF und näherte mich diesem "rechten Denken"- ständig gehört habe: wir -Brumlik etc. -sind die Guten, die Aufrechten, die Demokraten, die Denker, die anderen sind entweder die Bösen oder die Dummen oder die Verführten...was soll das, alles Geschwätz.
Brumlik ist nichts weiter als ein machtbesessener Besserwisser, der zu hohen Ämtern gekommen ist ( wie wohl? obwohl die Antwort klar ist...) und nichts weiter kann, als angelesenes Zeug wieder herunterzubeten.
Das intellektuelle Niveau ist flach, mehr als flach.
Noch eines, wenn ich schon dabei bin: vor Jahren schrieb G.K. in diesem blog, dass Brumlik ihn an der Heidelberger Universität im pädagogischen Seminar öffentlich vor allen anderen Studenten herunterputzte..ich war damals schon entsetzt beim Lesen, denn das ist ja dermaßen mies, schwach, billig, meine Güte.
Dieser Brumlik wurde übrigens in früheren Zeiten nur dadurch bekannt, dass er jedem, der sich ihm nicht sklavisch unterordnete, "Antisemitismus" vorwurf. Totschlagargument, das wirkt immer.
Sein Buch gegen Franz Alt war nichts weiter als wilde Hetze.
An der Fachhochschule für Sozialpädagogik, die ich leider vor Jahrzehnten besuchte, leuchteten die Augen der Dozenten voll Ehrfurcht, wenn sie nur den Namen Brumlik aussprachen. Das waren auf einem anderen Niveau genau solche Kleingeister und derb formuliert - inzwischen ist ja Pirincci auch bei antaios- A........löcher.
Sorry für den vulgären Schluss, aber dieser Brumlik macht mich rasend!
Treverer
15. April 2016 16:25
@Der_Jürgen
Was tun? fragte Lenin einst.....
-------------------------------------------
Eine wichtige Erkenntnis: Die schweigende Mehrheit ist immer irrelevant, die Geschichte wird von entschlossenen Minderheiten geschrieben. Natürlich nicht willkürlich, sondern dann, wenn die Widersprüche ihren Zenit erreicht haben, und "die unten nicht mehr in der alten Weise regiert werden wollen, und die oben nicht mehr in der alten Weise regieren können."

Das Schielen nach Mehrheiten und Jammern aufgrund der eigenen Minderheitsposition, das die meisten Internetforen dominiert, ist verfehlt. Die Identitären haben das begriffen, keine Frage.

Und, die Revolte kann Spaß machen. Allein das Gegeifer der grünen Weiber im Audimax der Wiener Uni beim Jelinekstück ist es wert:
https://www.youtube.com/watch?v=8CUKnv3DHEw
Filarete
15. April 2016 16:54
@Der Juergen: Die Diktatur deutet sich in der Tat bereits an: durch die tastenden Versuche zur Bargeldabschaffung (die Schweden bereits durchziehen will) und jüngstens durch das Ansinnen, die Bundeswehr im Inneren einzusetzen. Gegen wen wird sich die dann wohl richten?!
Für ein "Wehret den Anfängen" ist es ein bißchen spät, aber lautstarker Widerstand darf nicht ausbleiben. Ich war erschrocken über die geringe Resonanz, die beide Themen bislang finden. So passiv kann doch nicht einmal die deutsche Bevölkerung sein ...
Peter Thomas
15. April 2016 17:01
Eine scharfe Analyse und ein weiter Wurf!

Etwas weniger Bombast und gezieltere Kommata hätten der Klarheit allerdings gutgetan.
vafti
15. April 2016 17:24
Wecke niemals schlafende Bären oder Deutsche,
die Deutschen kümmern sich nicht um Kleinigkeiten, sie haben etwas
russisches an sich,mögen sie noch so lange schlafen,
nur bei groben Ereignissen können die Deutschen aus ihren Schlaf
geweckt werden.
Den Gegnern der Deutschen sei eines gesagt,mögen die Deutschen noch
so lange schlafen,
aber in dem Moment,wo sie erwachen,
schlagen sie selbst den Teufel aus der Hölle !

Gruß an alle Patrioten
Vafti
Demo Goge aus der polis germania
15. April 2016 17:44
"Jeder Bezugspunkt, jeder nationale Wert auf dem sich ein neokonservativer Standortpatriotismus aufbauen ließe, wurden von ihnen zerstört."


So ist es. Und nicht nur nationale, sondern selbst regionale 'Werte' - wie zum Beispiel "Abendland" einer ist - werden aufs schärfste bekämpft.

Es wird also aus der inneren ideologischen Systematik des EU-Kommissariats heraus keine Grenze irgendeiner Art geben!

Die Expansion dieses neuen Reichs wird daher nur vor (stärkeren) äußeren Mächten - Indien, China, Rußland (? - Frau Sylke Tempel, Chefredakteurin der Zeitschrift „Internationale Politik“, nahm in der gestrigen Phönixrunde den Topos eines früheren deutschen Regierungschefs auf und bezeichnete Rußland als "Koloß auf tönernen Füßen") Halt machen (müssen).

In der Logik der Linken (zu deren Vordenkern allerdings auch bürgerliche Historiker wie Arnold J. Toynbee "Menschheit und Mutter Erde" zählen)kommen Einwanderer aus Bangladesch oder Nigeria deshalb nicht von Außen, sondern sind bereits Bürger eines imaginierten Innen, einer Welt als Reich, welches 'nur noch' zu formalisieren wäre. (aber wohl nicht muß)
Waldgänger
15. April 2016 19:30
Die Überlegungen Sellners sind ja richtig und die allmählich aufkommende Nervosität bei den wenigen nicht völlig gehirnamputierten Linken ist mit schmunzelnder Schadenfreude wahrzunehmen.

Allerdings - und jetzt kommt ein sehr gundsätzlicher Einwand - richtet sich das tatsächliche politische Geschehen sehr viel weniger nach der Überzeugungskraft von Ideen, Theorien und geistigen Konstrukten - sondern nach der nackten Macht.

Geisteswissenschaftler, wie auch Herr Sellner, neigen mitunter dazu, diese nackte Macht - weil sie ja so hässlich, dumm und primitiv scheint - etwas auszublenden.
Es sind aber nicht die Ideen, die die Welt bewegen! Es ist die nackte Macht.
Von daher spielt es leider auch keine allzu große Rolle, ob man im Lande der Ideen gewinnt ... oder verliert, wie jetzt gerade Herr Brumlik.

Der globalistische Umbau fragt nicht danach, ob Ideen funktionieren, ob eine Ideologie überzeugt oder nicht. Das ist ihm völlig egal.
Es geht um nackte Macht. Und diese nackte Macht haben diese Leute leider noch: Geld, Waffen usw.

@ Der_Jürgen
Ich finde, dass Ihre Sichtweise hier im Moment am weitesten trägt.
Stimme Ihnen auch zu hinsichtlich des "schwerwiegenden Irrtums der Globalisten" und der Kriegsgefahr.
Heiko Sprang
15. April 2016 20:42
Eigentlich ist das vom @Westpreußen verlinkte Video von Brumlik witzig, denn man sieht: Die haben nichts, garnichts. Wie Martin Sellner es in diesem wie immer brillanten Beitrag ebenfalls beschreibt. Völkisch ist böse, und der Heidegger war ein Nazi, und -huch- die haben mit dem antiglobalistischen und antikapitalistischem Ansatz ja linke Positionen….
Ich hab heute beim Ausliefern im Auto auf mdr Figaro in den Nachrichten von der Aktion der Identitäten in Wien im Theater gehört und abgefeiert: So treffend, so pointiert. Lieber Martin Seltner, machen sie weiter mit Ihrer Begeisterung, Ihren Aktionen und ab und an mit einem - ja "schönen" Beitrag hier bei SiN. Danke! Spende ist überwiesen.
Peter
15. April 2016 20:59
Wenn von den "Neuen Rechten" die Rede sein soll, dann fragt man sich immer -- wer spricht da?
Bei Herrn Brumlik gilt: hier spricht ein in die Tage gekommener "Neuer Linker". Die "Neuen Linken", der "Neomarxismus", der "westliche Marxismus", der "Kulturmarxismus" -- und wie die ganzen Begriffe lauten: es wird Zeit, daß sich die von den hochbezahlten Apologeten dieser Zusammenhänge, hier ein gewisser Tim B. Müller (bezahlt von J. P. Reemtsma), -- offen und stolz ausgesprochen -- folgendes herumspricht:

"Mit großem intellektuellen und materiellen Aufwand setzten sich amerikanische Institutionen wie die Rockefeller Foundation und Regierungsberater und Politiker wie Philip Mosley und Dean Rusk für die Begründung eines westlichen Marxismus als intellektueller Gegenkraft zum Sowjetmarxismus ein, die nicht nur auf Westeuropa, sondern besonders auf die "Dritte Welt" ausstrahlen sollte."

(Rückblickend in die Zukunft, Göttingen 2011, S. 341)

Das in die Tage gekommene Zeug kommt also alles aus den Denkfabriken des Hegemons und ist mit viel Geld in die Welt verschifft worden: man denke an die Universitätslandschaft der BRD, der der Herr Brumlik ja angehört ...

Die hellen Sachsen wissen also was sie meinen:
http://pi-news.net/wp/uploads/2016/02/Pegida-Dresden-6.2.1667b.jpg
Filarete
15. April 2016 21:04
@Waldgänger: Nein, das mit der "nackten" Macht ist zu einfach. Auch die "nackte" Macht hält sich nicht ohne Legitimationsdiskurse, sie ist lediglich punktuell denkbar. In dem Moment, wo sie auf Dauer gestellt werden muss, benötigt sie einen Überbau, und dieser wirkt durchaus (ist nicht nur das Schlagobers auf der Torte!). Gramsci hat mit dem Konzept der kulturellen Hegemonie schon recht. In der jetzigen Situation kann die Hegmeonie der Linken freilich nur so eisern halten, weil ihr globalistisches Gewäsch gleichzeitig wirtschaftliche Interessen (Liberalismus, Freihandel) bedient.
Unke
16. April 2016 00:03
Micha Brumlik?
Schon als Kind (meine Eltern waren Abonnenten der FR) hatte ich mich gefragt warum der Kerl mit seinem seichten Geseire eine Plattform bekam.
.
Jahrzehnte später wusste ich warum: er ist ein Unbenennbarer.
Das dürfte auch bei der Erlangung seiner Professur in Dünnpfiff-Schwafologie behilflich gewesen sein.
Was ich mich nur immer frage: warum arbeitet Ihr Euch an solchen Nullen ab? Brumlik, Brodkorb, Sybille Berg und wie sie alle heißen - das sind doch alles (bezahlte) Trolle, Clickbaits, Aufmerksamkeitsheischer, die den Normalmenschen vom Leben und Denken ablenken wollen/sollen. Das ist doch so offenkundiger BS, den die von sich geben - der Mathematiker sagt: "unmittelbar einsichtig", es bedarf dazu keiner Beweisführung!
Exmeyer
16. April 2016 00:08
Ich frage mich, woher Sellner diese Gelassenheit nimmt. Und mehr schreibe ich dazu nicht.
Exmeyer
16. April 2016 00:12
"Culture of critique"? -Kultur der Zersetzung! Jede Zeile ist eine Kriegserklärung.
Stephan
16. April 2016 02:41
Mann, ist das ein guter Artikel!
Johannisthaler
16. April 2016 02:47
Ich habe mir Brumliks Artikel und das Video angesehen. Er zieht seine Darlegungen so auf, als ob er seine Positionen halten könnte, wenn es gelänge, in nationalkonservativen Argumentationen Fehler nachzuweisen oder sie massiv diskreditieren zu können. Das ist aber nur von akademischen Interesse. Entscheidend ist, daß gegenwärtig linke Ideologien an der Realität scheitern. Aber Brumlik und sein linkes Publikum nehmen dies nicht zum Anlaß, sich zu fragen, ob Multikulturalismus, Gender Mainstreaming oder die Idee der europäischen Vereinigung überhaupt tragfähige wissenschaftliche und gesellschaftliche Grundlagen haben. Stattdessen versuchen sie weiterzumachen, indem sie irgendwie krampfhaft gegen "Rechts" sein wollen.
Karl K
16. April 2016 08:34
Micha Brumlik begrenzt seinen Denkraum auf Europa; darin liegt sein grundlegender Fehler. Würde Brumlik die USA oder wenigstens den vorderen Orient - und dort vor allem auch Israel - einbeziehen, müsste seine "Analyse" eine gänzlich andere sein. In einer "globalisierten Welt" wächst nicht das Bedürfnis nach Gleichschaltung, sondern nach Tradition und Identität - auch bei Deutschen.
So bedient Brumlik nur - wie seit vielen Jahren schon - sein eigenes Klischee von "Rechts" das offensichtlich lediglich von seiner eigenen Überschattung lebt.
Leider hat dieser Mann viele junge Menschen "ausgebildet", so dass dieser "Geist" leider noch eine Zeitlang fortleben wird.
Nordlaender
16. April 2016 09:14
Niemals vergessen werde ich, wie Brumlik 2008 die Verknüpfung zwischen Erziehungscamps und Konzentrationslagern ausgeschwitzt hat.
Die Art und Weise, wie er nichts gesagt haben will, zeugt durchaus von einer gewissen Sprachbegabung und perfider Intelligenz. Wie schäbig und armselig, mangels Argumenten gleich zusammen mit dem Untotesten aller Zeiten aufmarschieren zu müssen. Aber kleiner hat Brumlik es wohl nicht.

"Der Assoziationshof des Begriffs »Erziehungscamp«, das von der Sache her nicht mehr sein kann als eine andere Form des Jugendstrafvollzugs, ist ausgesprochen weiträumig. Zu Deutsch heißt camp ja nichts anderes als »Lager«. Der Assoziationshof des Begriffs reicht vom »Ferien-« über das sportliche »Trainings« bis hin zum »Arbeits-« oder »Konzentrationslager«. Lager sind – wie der Philosoph Giorgio Agamben gezeigt hat – eingegrenzte Räume des Ausschlusses, Zonen, die zwar durch das Recht konstituiert, aber in ihrem Inneren dem Recht nicht unterworfen sind. Damit kein Missverständnis entsteht: Es geht nicht darum, irgendjemandem vorzuwerfen, er wolle Jugend-KZs, die es in der NS-Zeit tatsächlich gab, einrichten. Wohl aber geht es darum, zu zeigen, welche sonst zensierten Ordnungswünsche mit derlei Begriffen provoziert werden können."

http://www.zeit.de/2008/03/Jugendgewalt
Der Gutmensch
16. April 2016 10:58
„Rechts zu denken, heißt“ laut Nassehi, „dass man menschliche Existenz nur als unhintergehbare Gruppenexistenz denken kann – mit allen Konsequenzen, die das dann theoretisch normativ und auch politisch hat.

Dem stimmt Brumlik offenbar zu. Der Rest folgt daraus ... im übrigen würde ich mir vielleicht lieber nicht den Mund an der "universalistischen Identität" der Sowjetunion verbrennen; man muss nicht jede Propaganda für voll nehmen. Das Land hat ganz sicher sehr viel mehr Vielfalt Raum geboten als der Westen seinerzeit.

Zurück zu Brumlik: Was für eine Zeitverschwendung. Ein Strafrichter des BGH hat es sogar in der Zeit auf den Punkt gebracht: Ohne Freitag wäre Robinson allenfalls der letzte Mensch - nicht etwa der erste! Kultur ist dem Menschen nicht ohne seinesgleichen möglich, echte Entscheidungen sind es auch nicht, wenn man das zu Ende denkt - aber bitte, wer das alles leugnen möchte ... befindet sich in guter Gesellschaft. Oder er braucht das Zeilenhonorar.


d. G.
Winston Smith 78699
16. April 2016 12:52
Ich sprach mit einer jungen Frau, die wohl an einer solchen Stelle aktiv ist, von der aus dezent Bewegungen gelenkt werden, auf der akademischen Ebene. Da gehen offenbar massiv von irgendwoher Mittel rein, so wie das etwa mit dem Genderwahn auch war. Ein Kongress wird organisiert, wo auch hohe Kirchenleute auftreten, und in diesem Umfeld wird etwa auch das Konzept vom Weltparlament diskutiert. Ein Kinderspiel ("Kinder an die Macht") wird weitergeführt: die Jugend aller Länder versteht sich - Weltjugendtag. Damit läßt sich besonders die sich kosmopolitisch wähnende Webgeneration einfangen, die sich von den unverständigen Alten absetzen will. Seit einigen Jahren sehe ich diese Ansprache an eine Eine-Welt-Kultur von der Werbung mit knallharten ökonomischen Interessen in Gebrauch. Die Dame war dauermobil und sehr eifrig, tippte rasant - Mails gingen im Wenige-Sekunden-Takt ein. Sie pflegte eine jeweils dem Partner angepaßte Ansprache bzw. Textform, von flippig unter uns medial attaccierenden Jungpiraten bis akademisch unterwürfig, sehr geehrter Herr Professor. Sie gab sich offenbar große Mühe, in dieser Funktion entspannt und freudig zu wirken - nicht ganz so wie die Junggrünen im EU-Parlament, sondern ins gepflegt Akademische übersetzt - berechnete aber die wirkungen ihrer Masken genau. Sie ist bei einer nach NGO riechend sollenden Organisation angestellt. Ich sah sie mir genauer an, nicht etwa weil sie hübsch wäre. Etwas übergewichtig und graue Maus zwischen Müslityp und Iphonepad-Kid und dann noch Jungtheologien oder sowas ist sie bestimmt nicht der Typ, der es mit Attraktivität weiterbringt. Unbeobachtet wirkte sie gestreßt, vielleicht gar unglücklich, von Leere bedroht. Weiß sie bereits, dass dies ins Verderben führt. Macht sie wissentlich mit, um überhaupt den Fuß in die Tür zu kriegen?
Winston Smith 78699
16. April 2016 12:58
Ich sprach mit einer jungen Frau, die wohl an einer solchen Stelle aktiv ist, von der aus dezent Bewegungen gelenkt werden, auf der akademischen Ebene. Da gehen offenbar massiv von irgendwoher Mittel rein, so wie das etwa mit dem Genderwahn auch war. Ein Kongress wird organisiert, wo auch hohe Kirchenleute auftreten, und in diesem Umfeld wird etwa auch das Konzept vom Weltparlament diskutiert. Ein Kinderspiel („Kinder an die Macht“) wird weitergeführt: die Jugend aller Länder versteht sich – Weltjugendtag. Damit läßt sich wohl besonders die sich selbst kosmopolitisch wähnende Webgeneration einfangen, die sich von den unverständigen Alten absetzen will. Seit einigen Jahren sehe ich diese Ansprache an eine Eine-Welt-Kultur von der Werbung mit knallharten ökonomischen Interessen in Gebrauch. Die Dame war dauermobil und sehr eifrig, tippte rasant – Mails gingen im Wenige-Sekunden-Takt ein. Sie pflegte eine jeweils dem Partner angepaßte Ansprache bzw. Textform, von flippig unter uns medial attaccierenden Jungpiraten über naiv bis zu akademisch unterwürfig ... sehr geehrter Herr Professor. Sie gab sich offenbar große Mühe, in dieser Funktion entspannt und freudig zu wirken – nicht ganz so wie die Junggrünen im EU-Parlament, sondern ins gepflegt Akademische übersetzt – berechnete aber zugleich die Wirkungen ihrer Masken genau. Sie ist bei einer nach NGO riechen sollenden Organisation angestellt. Ich sah sie mir genauer an, nicht etwa weil sie hübsch wäre. Etwas übergewichtig und graue Maus zwischen Müslityp und Iphonepad-Kid und dann noch Jungtheologien oder sowas ist sie bestimmt nicht der Typ, der es mit Attraktivität weiterbringt. Unbeobachtet aber wirkte sie gestreßt, vielleicht gar unglücklich, von Leere bedroht, von der Lüge bereits ansatzweise am Selbstwert angefressen. Weiß sie bereits, dass dies ins Verderben führt? Macht sie wissentlich mit, um überhaupt den Fuß in die Tür zu kriegen?
Der Gutmensch
16. April 2016 14:39
Tja naja, was Sie sagen, Winston, erinnert mich an eine komische Mitteilung, die ich vor sehr langer Zeit mal las - dass das Parteiprogramm der Piraten und das der AfD angeblich Überschneidungen aufweise, bis hin zu bestimmten Rechtschreibfehlern. Keine Ahnung, ob das gestimmt hat, jedenfalls - Die Piraten sind wieder weg - und bei der AfD hats ordentlich gerappelt im Karton.

Zurück zu Ihrer Bemerkung: Die Menschen brauchen die Hoffnung, dass sie selber Einfluss auf die Dinge nehmen könnten, ansonsten werden sie verrückt. Aber natürlich muss man sich die Frage vorlegen, was die jungen Leute erreichen wollten - wie etwa mit der hier parallel beschriebenen Aktion? Wollten sie etwa die Frau Jelinek überzeugen? Die Flüchtlinge? Das Publikum? Alles wenig aussichtsreich; sollen sie lieber froh sein, dass die ihre eigene Party veranstalten und sich am Buffett verlustieren, statt ihnen hinterher zu kriechen und sich ihrer Bekehrung zu widmen.

Eigentlich wäre also eine Gegenparty die richtige Maßnahme gewesen; sollen sich die jungen Leute doch ihre eigenen Theaterstücke schreiben! - Ich weiß, dass die Interessen ständig in Konkurrenz gesetzt werden und dass man daran schlecht vorbeikommt. Käme man dem aber mit alten Konzepten bei, hätten die Grünen tatsächlich etwas auf- und nicht nur abgebaut. - Wobei man selbst da immer genau hinsehen muss: Bei all dem Getöse, das die Gender-Wissenschaftler veranstalteten, wird die Frage, ob sie hinter dem ganzen Gepolter nicht doch die eine oder andere Erkenntnis heimlich still und leise erarbeitet haben, wohl erst später zu beantworten sein. - Zum Beispiel könnten sie ja die Möglichkeit der Überschreitung der Geschlechtergrenzen als Ausnahme, die eine womöglich doch anders lautende Regel nur bestätigt, erfasst haben; mit wissenschaftlichen Methoden und sozusagen aus Versehen. - Ist natürlich reine Spekulation von meiner Seite, ich habe nun wirklich überhaupt keine Ahnung von der Materie.

d.G.

PS zu anderen Dingen, von denen ich keine Ahnung habe: Wieso ist es jetzt eigentlich "akademisch unterwürfig" zu schreiben: "Sehr geehrter Herr Professor"? Würde mich jetzt mal interessieren. "Sehr geehrter" schreibe ich andauernd, das ist mir mal so beigebracht worden; auch ich werde regelmäßig so angeschrieben! Und Professor ist ja nicht jeder, also braucht sich ein solcher ja vielleicht auch nicht wie jedermann anreden lassen? Wenn´s im Ausweis steht ... (zumindestens bei Uni-Profs ist das ja möglich, wenn ich mich da nicht täusche - und die lehren auch mitunter an den FH´s, also im Zweifel - )
Der_Jürgen
16. April 2016 15:57
@Heinrich Brück

Danke für Ihren Hinweis auf den Beitrag von Paul Simon; ich habe ihn eben gelesen.

Wie Brumlik steht auch Simon in der Tat intellektuell über Liane Bednarz. Sein Ton ist ebenfalls relativ unaufgeregt, und er kennt zumindest den einen oder anderen rechten oder konservativen Autor. Das ist immerhin schon etwas. Man wird heute ja schon über wenig froh...

Dennoch: Was Simon in seinem Artikel an Trug- und Kurzschlüssen anführt, geht auf keine Kuhhaut. Von unüberbietbarer Dreistigkeit ist vor allem der Schluss seiner Auslassungen. Das "rechte Projekt", schreibt er dort, sei "ein Griff nach der Macht seitens einer autoritären Minderheit und eine Bedrohung der Freiheit der grossen Mehrheit der Deutschen".

Geht's noch, Herr Simon? Dies schreiben Sie als Werbetrommler eines Systems, dessen Machthaber, mit Angela Merkel als Galionsfigur, tagtäglich tausendfachen Rechtsbruch begehen und tun, was in ihren Kräften steht, um das deutsche Volk möglichst rasch zur Minderheit im eigenen Land werden zu lassen. Wenn das kein "Griff nach der Macht seitens einer autoritären Minderheit" ist, was ist es dann?

Im übrigen liegt die Macht in jedem Staat in den Händen einer kleinen Minderheit. Es kommt nur darauf an, ob diese Minderheit ehrlich bemüht ist, die Interessen ihres Volkes zu vertreten, oder nicht.

Das rechte Projekt, schliesst Herr Simon, bedrohe die Freiheit der grossen Mehrheit der Deutschen. Ach so. Welche Freiheit denn?

Die Freiheit, von Fremden überrollt zu werden? Die Freiheit, in einem Land zu leben, das mit Stützpunkten der US-Besatzer übersät ist? Die Freiheit, als Steuerkuli für Asylanten, für Israel, für die "Griechenlandhilfe" (die in Wahrheit eine Hilfe für US-Grossbanken ist) bluten zu dürfen? Die Freiheit, als Bundeswehrsoldat in Afghanistan gegen die Taliban seinen Kopf hinhalten zu dürfen, während Heerscharen junger afghanischer Männer im besten Wehralter in Deutschland schmarotzen?

Die Freiheit, mit Haftstrafen rechnen zu müssen, wenn man das staatlich befohlene Geschichtsbild in Frage stellt? Die 87-jährige Ursula Haverbeck erhielt 10 Monate ohne Bewährung, weil sie das offizielle Bild eines gewissen Ortes in Oberschlesien kritisch hinterfragt hat. Zum Vergleich: Die Angehörigen einer Türkengang, die einem am Boden liegenden deutschen Jugendlichen mehrere Messerstiche in den Rücken versetzten, kamen mit Bewährungsstrafen davon. (G. Kubitschek und M. Paulwitz, "Deutsche Opfer, fremde Täter", 2011, S. 203.)

DAS ist also die Freiheit, die Herr Simon gegen die bösen Rechten verteidigen will. Wir bösen Rechten verbinden mit dem Begriff Freiheit etwas andere Vorstellungen. Und deshalb gibt es zwischen uns und Leuten wie Herrn Simon auch keinen Brückenschlag
Gustav
16. April 2016 16:53
"Die neue Linke hat aber keinerlei ideologische Konzepte und Legitimationen, kein passendes Narrativ und keine Schlagworte auf Lager, um diesen Notwehr-Reflex zu umrahmen......"

Sie ist ja auch als bisheriger "nützlicher Idiot" als notwendiges Opfer der Hintergrundmächte vorgesehen. Der angestrebte "Rechtsruck" zeichnet sich doch schon seit längerem am Hintergrund der oligarischen Machtpolitik ab. Oder glaubt hier jemand an Zufall, was die Entwicklung der osteuropäischen Länder angeht?

Der Front National, die Schwedendemokraten usw., sind auch schon längst unterwandert.

Wer erfolgreich zwei Weltkriege anzetteln konnte, wird sich jetzt durch "das Aufwachen der Völker" einschüchtern lassen?

Die wirklich Mächtigen haben schon immer ALLE Seiten der Politik besetzt, um erfolgreich handeln zu können. Das soll jetzt anders sein?

Das "Aufwachen" und die politische Gegenbewegung, sind doch eingeplant! Wir haben es doch nicht mit Idioten zu tun! Seit der Französischen Revolution eilen sie von Erfolg zu Erfolg, kleinere Mißerfolge haben sie nur stärker gemacht.

Der kommende "Rechtsruck" wird deshalb auch ganz anders aussehen,
als sich das so mancher vorstellt.

Der letzte gesteuerte "Rechtsruck" in Deutschland, war der Nationalsozialismus. Mehr sollten wir uns von dem kommenden nicht erwarten. Funktionen für Sellner oder Kubitschek sind wohl eher nicht vorgesehen.
Trouver
16. April 2016 17:28
Und die Zeit arbeitet für uns.


Denn eine Zeit wird kommen.
Winston Smith 78699
16. April 2016 17:42
@ Gustav
Samstag, 16. April 2016, 16:53

Andererseits setzt der Artikel von Sellner aber auch Maßstäbe und hat das viele Lob verdient.

Ihr Punkt, Gustav, ist aber nichtsdestotrotz bedenkenswert, jedoch auch hochphilosophisch. Woren erkennt man, dass man selbst eine Schachfigur ist? Woran erkennt man, dass man manipuliert ist? Und falls nicht manipuliert: woran erkennt man, dass der rationale oder gar erzwungene eigene Zug bereits zur Strategie des Gegners gehört - eventuell des unsichtbaren Gegners, der gar nicht an diesem Brett sitzt? Was würde dieses Wissen ändern?

Vielleicht wird ja noch ein Kommentarstrang zur Erkenntnistheorie und zur Verwaltung der vielen Hypothesen draus. Man sollte auch mal festhalten, was die Bürger in diese vielen Spekulationen über Un- oder Teilsichtbares hineintreibt, um die sogenannten Spinner endlich mal zu rehabilitieren. Das letzte Jahr kommt mir vor wie eine Langfassung des Films "Fletchers Visionen" - und wenn wir schon bei mel Gibson sind: auch der Film "Signs" hat nun ja eine neue Bedeutungsebene. Die Kinder stellen dort unsinnige Wassergläser auf und basteln sich Aluhütchen.
Der_Jürgen
16. April 2016 19:05
@Gustav (sind Sie mit Gustav Grambauer identisch? In Ihrer und seiner Argumentationsstruktur sind Parallelen erkennbar).

Sie haben recht: Die Mächtigen wollen möglichst immer beide Positionen besetzen. Sie möchten, dass Wahlen auch weiterhin ein Kasperletheater bleiben, bei denen die Kinder atemlos mitfiebern, wenn der wackere Kasper das böse Krokodil verhaut, ohne zu ahnen, dass beide Figuren vom gleichen Strippenzieher hinter der Bühne gelenkt werden.
Doch lässt sich nicht alles planen, weil der Mensch kein Automat ist und die Geschichte Ueberraschungen liebt. Beispiele gefällig?

- Die russische Intervention in Syrien kam für Washington vollkommen unerwartet, wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Der Schock darüber war nicht gespielt. Putin hat den Herrschaften einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht und ihren ganzen schönen Plan für den Nahen Osten über den Haufen geworfen.
- Donald Trump ist, auch wenn er natürlich die unabdingbaren Konzessionen macht (z. B. seine Ansprache vor AIPAC), KEINE Marionette. Daher die grenzenlose Panik des Establishments über seine Erfolge. Ich halte seine Chancen, Präsident zu werden, allerdings für minim. Man wird Himmel und Erde in Bewegung setzen, um seine Nomination zu verhindern; wird er von seiner Partei doch nominiert, so wird von Juli bis November eine pausenlose Hetze gegen ihn ablaufen, und wenn sich wider alles Erwarten trotzdem sein Sieg abzeichnet, wird er wohl von einem „Geistesgestörten“, einem „Neonazi“ oder einem „islamischen Fanatiker“ umgelegt werden. Aber die Unterstützung, die er im Volk findet, ist für die Mächtigen ein Menetekel.
- Das Aufkommen von Pegida war ebenfalls nicht vom System selbst organisiert. Auch hier war und ist die Furcht der Regierenden nicht geheuchelt. Es wäre ohnehin widersinnig, eine Opposition zu begründen, die man dann womöglich nicht kontrollieren kann.

Im übrigen halte ich die von Ihnen – und auch von anderen mir bekannten sehr intelligenten Menschen, unter denen sich der eine oder andere Anthroposoph, aber auch ein katholischer Fundamentalist befindet – vertretene These, wonach die Machtübernahme Hitlers von antideutschen Hintergrundmächten geplant worden sei, für äusserst fragwürdig. Das wäre nämlich ein halsbrecherisches Vabanque-Spiel gewesen.

Hätte Hitler in den besetzten Sowjetgebieten eine vernünftige Besatzungspolitik betrieben, so hätte er den Ostfeldzug erfolgreich abgeschlossen (daran bestehen kaum Zweifel) und seine ganze Kraft nach Westen werfen können. Und nach sehr glaubwürdig erscheinenden Quellen hätten seine Wissenschaftler 1945 nur noch ein wenig mehr Zeit benötigt, um als erste die Atombombe herzustellen. Es hätte für die Hintergrundmächte also gründlich schief gehen können.

Der von mir früher in anderem Zusammenhang erwähnte russische Autor Gennadi Bondarew stellt in seiner neuen Broschüre, die bald auch auf Deutsch erhältlich sein wird, zwei gegensätzliche, aber gleichermassen mögliche Hypothesen über den Grund für die irrsinnige Ankurbelung der Flut im letzten Sommer an.

Die zweite dieser Hypothesen fällt offenbar mit der Ihrigen zusammen: Die linke Ideologie soll ad absurdum geführt werden, damit Rechte an die Macht kommen. (Wahrscheinlich wären dies allerdings Rechte, mit denen unsereins nicht sonderlich viel gemeinsam hat. Für einen Kubitschek oder einen Sellner gäbe es in einer solchen rechten Regierung schwerlich einen Ministerposten; damit haben Sie, Gustav, recht.) Den Linken prophezeit der Autor für diesen Fall eine Inquisition; die intelligenteren unter ihnen, meint er, ahnten schon jetzt, was ihnen dann blühen werde, was ihre Panik erkläre.

Jedenfalls wird es spannend!
Nero
16. April 2016 19:44
@ Gustav

Sehe ich auch so. Wir sollen uns (mal wieder?) die Hände schmutzig machen. Moralisch weichgekocht und endlich befreit von der Erbschuld des ewigen Aggressors, dürfen Deutsche sich mal endlich offiziell wehren. Was für eine Wohltat. Da hilft man doch gerne Freunden in Bedrängnis, oder?

Ich bin keiner der sagt, dass das alles so passieren muss, nur die Gefahr sehe ich schon. Die neuen rechten Parteien sind meiner Meinung nach keine kontrollierten Oppositionen, nur gibt es mit Sicherheit einen Player der auf beiden Seiten des Schachbretts sitzt.
Olaf
16. April 2016 19:52
@ Gustav

Meinen Sie etwas so etwas hier -- bitte genau lesen:

"Jetzt, nach der Katastrophe, bilden eine unbefangene Untersuchung der Lehren der jüngsten deutschen Geschichte zusammen mit einer wirksamen Unterrichtung der Völker der Welt in diesen Lehren die wichtigste erzieherische Aufgabe des Wissenschaftlers."

Max Horkheimer (Die Lehre aus dem Faschismus, in: Gesellschaft im Übergang, 1982, S. 57)

Also ich will nur sage, nehmen Sie Ihre hermetischen Verschwörungstheorien bitte nicht all zu ernst; auch beim perfektesten Komplott geht immer irgend etwas schief -- und sei es auch nur eine Ungenauigkeit in den Anleitungen der noch so geschickten Fremdmächte.
Nordlaender
16. April 2016 21:04
@ Nero

"Die neuen rechten Parteien sind meiner Meinung nach keine kontrollierten Oppositionen ...":

Apropos Schwedendemokraten:

SJD - Mr. Yonathan Avner Ben Yisrael addresses the 7-step action program

https://www.youtube.com/watch?v=m8K8eQyEFEI

(Für politisch Desinteressiert auch ein gutes Lehrvideo in Sachen Psychologie - "Was genau ist Devotion?")
Karl Brenner
16. April 2016 21:54
Man fragt sich natürlich, wie jemand darauf kommt, denn aktuellen Mist, wie "no Borders" oder den Import von Millionen von Gefährdern oder Harz4-Beziehern (auch Gefährder geschaffenen demokratischen Ordnung)
zu preferieren.

Meine Meinung: Der ganze linke Quatsch ist interlektuell am Ende. Man braucht jetzt Ablenkung im "Emotionellen".
Was man vergisst: Es ist der Geist der Lenkt.
Wenn die Gefühle lenken, dann landet man letzendlich wieder bei klein Adolf. So waren es damals auch die Sozis, welche aus einer Befindlichkleit und einer "Laune" heraus das Kabinett Stresemann gestürzt haben, was dann letztendlich zu Herrschaft der Faschisten geführt hat.

Zur Idee der Abschaffung der Nationen und der Grenzen
Es ist ein Fehler. Es wird nicht ohne gehen. Es ist geradezu ein Treppenwitz. Wenn man die Elemente eines Staates abschafft, dann regieren andere (USA, Soros, etc)

Die Nation ist der Raum, in welchem sich Gesetze und Regeln definieren und ausführen lassen. Die Nation mit seinen Grenzen bietet seinen Einwohnern Sicherheit und Schutz. Wenn andere Nationen mit ihren Gesetzen und Regeln über die Grenzen treten, dann muss eine Regierung das untersuchen und handeln. Das haben die Regierungen unseres Landes unterlassen. Wenn man die Nation abschafft, werden die Menschen krank und unglücklich. Denn die Grenzen sind ein Abbild der Behausung eines Menschen. Man kann seine Tür abschließen, fühlt sich sicher und kann regenerieren. Das ist kein Sache, welche man ab-trainieren kann.
Die Nation mit seinen Grenzen ist auch ein Abbild des menschlichen Körpers. Ohne Haut würden die Organe zerfließen und die Physiologie könnte nicht funktionieren.

Die Nation mit seinen Grenzen ist auch ein Abbild des eigenen Kopfes.
Mit der Unterscheidung von drinnen und draußen wird er als Raum für das eigene Denkens wargenommen. Er kann Außenimpulse aufgnehmen und rational verarbeiten.

Das ist der Grund, weshalb die Menschen sich so schlecht fühlen.
Die Poiitik von Merkel und ihrer Hintermänner ist ein Angriff auf die Gesundheit der Bürger dieses Landes.

John Lennon hatte gut reden. Er war reich. Er lebte in einem der bewachten Schllösser. Aber auch er bekam die Realität irgendwann zu spüren. Die Kugel, die er von einem anderen Fanatiker bekam, sollte die linken Greenhörner daran erinnern, dass man religiösen Fanatismus nicht auch noch importieren sollte.
Waldgänger aus Schwaben
16. April 2016 23:43
Guter Text mit vielen interessanten Gedanken, die zum Weiterdenken anregen.

Schade nur, dass Sellner genauso wie Kollege Lichtmesz, offenbar eine Rankhilfe in Form eines undeutenden linken Autors brauchen, um ihre Gedanken zu entwickeln.
Gustav Grambauer
17. April 2016 01:58
Der_Jürgen

"@Gustav (sind Sie mit Gustav Grambauer identisch? ..."

Also mich gibt`s nur einmal, und zwar nur im Original mit dem Markenzeichen "- G. G.".

"Die zweite dieser Hypothesen fällt offenbar mit der Ihrigen zusammen: Die linke Ideologie soll ad absurdum geführt werden, ..."

Nein, nein und nochmals nein. Die Linke versteht man nur aus der Natur des Fabianismus ("Ingsoc") heraus, wobei der Schlüssel das Verhältnis von Lord Palmerstone und Karl Marx ist: es handelt sich um ein Ringelpietz der Oligarchie.

Der Angriff, den ich mit demselben Szenario erwarte, zielt m. E. auf dreierlei:

(1.) auf den Staat oder auch nur potentiellen Staat eo ipso, dabei insbesondere auf dessen preußische Variante, die, soweit ich sehe, keiner besser veranschaulicht hat als Hoof:

http://www.sezession.de/1420/letzte-ausfahrt-weiter-hinten-der-deutsche-sonderweg.html

(2.) auf die Ausrottung der gesamten Linie Körner - Schiller - Hofer - Geyer - Müntzer - Störtebeker - Tell - Arminius usw. und noch weiter zurück sowie selbstverständlich weit über den deutschsprachigen Raum hinaus. Sprechen wir von allem, was dem "Oligarchischen Prinzip" an unmittelbarer Manneskraft im Wege steht - und vor allem:

(3.) auf den Goetheanismus mit seiner politischen Brisanz, worauf ich hier bereits wiederholt hingewiesen habe.

- G. G.
Nero
17. April 2016 04:16
Nordlaender

Interessantes Video. Danke.
Bin aber nicht überrascht. Ich dachte mir das schon.
Wir werden einen Preis bezahlen müssen. So oder so.

Klar versuchen bestimmte Kreise Einfluss zu nehmen und wir müssen wahrscheinlich strategische Bündnisse eingehen. Die Frage wird sein:
Können wir unsere Interessen umsetzen, oder nicht?
Und da darf es keine Kompromisse geben.

Ich bin sehr erfreut, dass ich nicht der Einzige bin der diese Situation (Gefahr?) so sieht. Kontrolliert sind die rechten Parteien deswegen noch lange nicht. Das ist schlichtweg notwendiger Opportunismus.
Ich gebe zu, ich halte diese Art von Bündnis auch für richtig.
Wir brauchen mächtige Partner, auch wenn diese an der derzeitigen Situation mitgewirkt haben.
Trotzdem: unsere Ziele dürfen unter keinen Umständen relativiert werden.

Das wird extrem schwierig und ich sehe da keinen friedlichen Ausweg.
Meiner Meinung nach ist der friedliche Ausweg auch gar nicht gewollt.
Heinz Obst
17. April 2016 04:48

Kommunistenfresser
Freitag, 15. April 2016, 13:16


Sehr starker Text! Was bin ich doch froh, daß ich im letzten Jahr, kurz vor meinem vierzigsten Geburtstag, endlich, nach langem Herumdrucksen und Nicht-wahrhaben-Wollen, den entscheidenden Schritt vollzogen und die Seiten gewechselt habe.


Der eigene Seitenwechsel liegt schon ein Weilchen zurück. Das "Recht" der BRD im Zuge eines Scheidungsverfahrens am eigenen Leibe spüren zu dürfen, führte während der zweiten Hälfte der 1990er Jahre zu einem heilsamen Schock ...


Was für eine Befreiung, das war ganz ohne Zweifel eine der wichtigsten Entscheidungen in meinem bisherigen Leben, ich würde fast sagen, erst mit dieser Entscheidung bin ich erwachsen geworden.


So ist es!


Hoffen wir, daß sich alles so entwickelt, wie Sie es beschreiben, daß diese alberne (wiewohl höchst gefährliche) linke Scheinwelt in nicht allzu ferner Zukunft einfach in sich zusammenfällt und daß es ohne Blutvergießen vonstatten geht.


Leider spricht wenig bis nichts dafür, daß das herrschende, flächendeckend auf materiellem, wie auch auf ideelem Betrug basierende System geräuschlos, ergo unblutig im Orkus der Geschichte zu verschwinden gedenkt.
Heinz Obst
17. April 2016 05:18

Der_Jürgen
Freitag, 15. April 2016, 12:08


Zugleich wird die Diktatur radikal gegen alle Patrioten durchgreifen, und die Sellners werden sich rechtzeitig nach Osteuropa oder nach Lateinamerika absetzen müssen, um nicht in Internierungslager 13 zu landen.


Stichwort "FEMA"-Camps, die vorbereiteten, großflächigen, gesicherten Liegenschaften, einschließlich der dort befindlichen, mit Kunstoffsärgen vollgestapelten Lagerhäuser in "Gods own Country".


Also kein verfrühtes Siegesgeschrei, lieber Martin Sellner! Die Zeit arbeitet nur dann für uns, wenn
a) Obiges Szenarium nicht verwirklicht wird.
b) Es keinen grossen Krieg gibt. Dieser ist ohne jeden Zweifel eine der Optionen, die sich das globalistische System offen hält.



Laut einer aktuellen Meldung plant die Hamburger Innenbehörde unter anderem die Anschaffung von schweren Maschinengewehren und geschützen Mannschaftstransportfahrzeugen. Angeblich soll diese Art militärischer Ausrüstung zur Terrorbekämpfung beschafft werden. - Ein Schelm, der Arges dabei denkt! Das riecht dann doch schon in höchstem Maße verdächtig nach Kriegsvorbereitung, besser gesagt Bürgerkriegsvorbereitung.

Einerseits müßte sich eine effektive Terroristenbekämpfung ganz sicher anderer Mittel, nämlich verdeckt geführter Kommandounternehmen, wie sie in der Vergangenheit durch Spezialeinheiten der Armee Südafrikas durchgeführt wurden und bis in die heutigen Tage hinein seitens der Sicherheitskräfte Israels praktiziert werden, bedienen.

Andererseits stellt sich durchaus die Frage, mit welchem Personal sie angesichts des hohen Altersdurchschnitts der Mehrheit der Angehörigen der personell ausgebluteten, seit Jahren gezielt kaputtgesparten BRD-Polizeibehörden die neuen, teuren Vekikel eigentlich bemannen wollen?
Winston Smith 78699
17. April 2016 09:37
@ Der Gutmensch
Samstag, 16. April 2016, 14:39 (URL) | Kurz-URL

PS zu anderen Dingen, von denen ich keine Ahnung habe: Wieso ist es jetzt eigentlich „akademisch unterwürfig“ zu schreiben: „Sehr geehrter Herr Professor“? Würde mich jetzt mal interessieren.


Damit es nicht zu OT wird, im Zusammenhang: Natürlich habe ich das Mädel etwas überzeichnet, karikiert. Die Emails kamen natürlich nicht andauernd im Sekundentakt - so genau konnte ich das auch nicht sehen, ohne meine Indiskretion zu enttarnen. Vielleicht war es auch nur der Abruf eines Speichers aus der Datenwolke. Ich wollte etwas auf die Persönlichkeit hinaus, die da auf der Täterseite aktiv ist, und auf ihre Motivation.

Akademische Unterwürfigkeit (Kriecherei und Äußerlichkeit) ist ja besonders dort normal und prävalent, wo echte Kompetenz und Produktivität von von nachrangiger oder gar negativer Bedeutung ist. Welcher Vorgesetzte will schon echte Könner oder gar Überflieger bzw. Querdenker im Institut, wenn er selbst nichts (mehr? oder überhaupt jemals?) wissenschaftlich leistet.

Die neomarxistisch-globalistisch-neolibral-kapitalistische (insgesamt "oligarchisch-kollektivistische"?) Gesellschaftsumformung läuft aber an der Speerspitze über solche Fächer - allen voran wohl Pädagogik. So ein Kongress mag ja unabhängig von der Qualität und den Ergebnissen den Zweck haben, dass im Nachgang irgendwelche resolutionsartigen Papiere sich auf die Veranstaltung berufen, deren tatsächlichen Verlauf die Öffentlichkeit nicht nachvollziehen kann. Diese Art Betrug merken viele Beteiligte wahrscheinlich nicht, weil sie dann bereits mir Anderem beschäftigt sind und der Mißbrauch an ihnen ja an ganz anderer Stelle verwertet wird.

(Auch ein totalitäres Merkmal der Entwiclung der letzten 10 Jahre: landesweit haufenweise wohlklingende Versammlungen, inoffiziell aber dann ohne freie Rede oder gar Diskurs, im Nachhinein zur Verwunderung der Anwesenden dann aber als Begehren/Aussprache/Übereinkunft... der Bevölkerung oder der Belegschaft etc. mit Beschlußcharakter vermarktet.)

Ich wollte über die Sache mit den Anreden auf das Spiel mit Identitäten hinaus, mit dem dieses magnetische Chamäleon ganz verschiedene Zirkel in die gelenkte Bewegung hineinzieht. (Daher jetzt keine Details zu Anredeformen mit oder ohne Titel oder Name.) Sie ist nicht nur "Everybody's Darling", sondern benutzt diese Camouflage gezielt für eine zum reinen Eigennutz verfolgte Agenda anderer Mächte. Mit klärt sich erneut, was mir an Leuten zuwider ist, die sich zu gut anpassen und verstellen können - eine Fähigkeit übrigens, in der Psychopathen (und bedingt Machiavellisten) unschlagbar sind, eine zeitlang jedenfalls immer wieder, bevor sie auffliegen, abhauen und Verwüstung zurücklassen.

PS. und nicht aktuell hierzu, lieber Gutmensch: Sie würden mir die Suche nach Ihrer mich immer wieder erfreuenden Anwort erleichtern, wenn zumindest der "Winston" auftauchte und nicht z.B. nur "W.S.". Manchmal habe ich wenig Zeit und nutze die Suche im Stöberprogramm.
Winston Smith 78699
17. April 2016 11:05
@ Gustav Grambauer

Der Angriff, den ich mit demselben Szenario erwarte, zielt m. E. auf dreierlei: (1.) ... (2.) ... (3.)


Der Vorteil dieser Perspektive ist die Sichtbarkeit des Objekts anstelle des hypothetischen Puppenspielers. Von Goetheanismus (3) verstehe ich nichts und vom Staat (1) nur vermittelt über Denker. Aber zu (2) kann ich sagen: das ist längst in vollem Gange, und zwar im Bildungswesen! Die Namensliste verstehe ich - anstelle von nur "Männlichkeit" zu reden, würde ich aber sagen:

- Selbstdenken (...-> Kant, was ist Aufklärung?)
- Urteilsfähigkeit
- Handeln nach Prinzipien
- Aufrichtigkeit
- Rückgrat und Opferbereitschaft
- konkreter oder prinzipieller (im Unterschied zu "verallgemeinerter") Altruismus und Gemeinsinn
- Eigeninitiative
- abstraktes Denken, autonomes Bedenken von Handlungsfolgen
- Einschätzung und Reflexion von Werten

... usw.: Schtonk

Das nach klassischen Werten Niederste im Menschen wird über Verrenkungen und mit Tricks zum Höchsten erklärt und gefördert, gezüchtet.
Schopenhauer
17. April 2016 11:27
Das Provisorium BRD als Verwaltungseinheit der Sieger zeigt fingerdicke Risse. Das Grundgesetz als Existenzbeweis der BRD sagt, daß es sich selbst abschafft, sobald die Deutschen sich in freier Abstimmung eine Verfassung gegeben haben.

Wie also kann ein Vertreter der BRD, der lediglich Verwaltungsaufgaben wahrnehmen darf und nicht mehr nicht, Entscheidungen fällen, die in ihrer Konsequenz erhebliche Auswirkungen auf Volk, Staatsgebiet, Kultur haben?

Er darf es nicht!

Und glücklicherweise erkennen das immer mehr treue Deutsche. Sie wenden sich ab von den derzeit geschäftsführenden Organisationen, die vorgeben legitim zu regieren aber in Wirklichkeit willfährige Schranzen fremder Interessen sind.

Das heißt nicht, daß die provisorische BRD gar keine Legitimität hätte. Die Sieger durften die Verwaltung des Reiches im Rahmen von internationalen Abkommen neu regeln. Das taten sie, indem die BRD als neuer 26. Bundesstaat des Deutschen Reiches gegründet haben und die Regierungsposten des übergeordneten Deutschen Reiches unbesetzt blieben.

Einen hoheitlichen Auftrag, der Voraussetzung zum Lenken und Wirken im deutschen Interesse ist, gibt es nicht. BRD-Verantwortliche sind demnach lediglich geschäftsführende Übergangsverantwortliche, die lediglich verwaltende aber keine führende Funktion haben. Sie können und dürfen eben keine internationalen völkerrechtlich verbindliche Abkommen treffen. Das deutsche Volk hat für diese Leute demnach auch keine Relevanz. Es ist für BRD-Verantwortliche egal, wie das Volk zusammen gesetzt ist. Wie gut die Bildung ist. Welche ethischen, sozialen, wissenschaftlichen, politischen Werte das Zusammenleben in unserer wunderbaren Heimat bestimmen.

Nein, für BRD-Verantwortliche zählt das nicht. In deren Stellenbeschreibungen ist die grundsätzliche Zielvereinbarung den Deutschen möglichst viel Geld abzunehmen, um es anderen Nationen zu überweisen. Früher nannte man so etwas Reparationen. Heute gibt es andere Namen. Hilfspaket, Bankenrettung, Rettungsschirm usw, usf.

Es muß also im Sinne aller Deutschen (sic!) sein, endlich wieder Volksvertreter mit hoheitlichem Auftrag zu bekommen. Die wird es aber in der provisorischen BRD nicht geben können. Erst wenn wir uns wieder eine Verfassung erkämpft haben, können wir auf Besserung hoffen. Und bis es soweit ist, sind wir allen fremden Interessen schutzlos ausgeliefert, die meinen irgendwelche Ansprüche an uns stellen zu müssen.
Westpreuße
17. April 2016 11:53
Nachtrag:

Herr Brumlik und kein Ende...!
Uns trennen schon Welten von ihm....
Persönlich habe ich überhaupt nichts gegen ihn.
Aber wenn er Phantasien entwickeln "darf", "dürfen" wir hier es auch !

https://www.youtube.com/watch?v=JWlC_3i1bbA
Humanistische Akademie Berlin-Brandenburg:
Tagung: Was gehört zu Deutschland?
Micha Brumlik (1:08:53) Ende 2015...
Schautafel:
Öffentliches Wohl und Orientierung -
Zur Zukunft der Religions- und Weltanschauungspolitik in Deutschland.

Der Mann ist sehr umtriebig und durchaus missionarisch in seiner Art.
Es liegt an den Deutschen bzw. denen unter ihnen, die sich nicht nur einer amorphen Verhandlungsmasse, die verhökert werden soll, zugehörig fühlen...
In einem hat er recht: WAS gehört zu DEUTSCHLAND !
Die Frage aller Fragen...zur Zeit...!
: Grüße von der Weichsel
Exmeyer
17. April 2016 12:28
@ Nordlaender.

In Ergänzung zu den Schwedendemokraten: Jeder Schütze nimmt mit mehr Selbstachtung die Befehle von einem Offizier entgegen.

Eine Parallele: http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/24528 ?

Jau, "watt hebbt wi lacht" ...
Exmeyer
17. April 2016 12:52
@ Nero

Den Preis zahlen wir seit 70 Jahren. Es kommt darauf an, das zu beenden, denn es sind keine Anstalten ersichtlich, daß sich das ändern könnte. Ganz im Gegenteil: der Preis steigt kontinuierlich.

Der Preis den wir heute zahlen ist die Grundlage für die Preissteigerung morgen. Wir zahlen, weil wir uns nicht wehren. Wehren wir uns nicht, so werden wir es irgendwann nicht mehr können: Psychisch und mental erledigt.

Ist eines Tages ein Grad der Wehrlosigkeit erreicht, der irreversibel ist, so wird sich eine neue Nation aus den alten erledigten Nationen herauskristallisieren: Ene Nation, deren Wesen es sein wird, keine Zinsen zu zahlen. An niemanden!

Das ist im Grundsatz DAS Wesen einer jeden Nation. Oder es ist gar keine.

Wir werden sehen, ob in dem überkommenen Verständnis von der Nation noch ein Funke an Kraft und Willen vorherrscht.
___________________________________________________________

Auf der Suche nach Bündnispartnern darf man den Spruch des russischen Zaren nicht vergessen: Die einzigen verbündeten, auf die der russische Zar meinte sich verlassen zu können, seien das russische Heer und die russische Flotte. - Das ist das einzige allegemeingültige Naturgesetz seit Menschengedenken, das bisher keinerlei Revision unterlag. Und wohl auch nicht unterliegen wird.

___________________________________________________________

Ob nun Marx oder Brumlik: Zweck ist die Schwächung der Wehrhaftigkeit gegen freche Preisforderungen, die überhaupt nur deswegen gestellt werden, weil man nicht Mut oder Kraft genug besitzt, sich dagegen zu wehren. Wenn man einmal verlernt hat, sich zu wehren, kann man sich eine ganze Zeit gemütlich in die Ecke setzen, und so tun, als ginge einen das ganze Weltgeschehen nichts an.
Aber der Tisch wird immer leerer. Die Tafel stirbt aus und verarmt.

Verdient!
Nordlaender
17. April 2016 13:15
@ Westpreuße

"In einem hat er recht: WAS gehört zu DEUTSCHLAND !
Die Frage aller Fragen…zur Zeit…!"

Heimat ist dort, wo man sich nicht erklären muß.

Was ist ein Mann, was ist eine Frau, was ist Familie, was ist Ehe, was ist Deutschland ...? Wieso, weshalb, warum, wer ALLES hinterfragt ist dumm.
Oder präziser: Wer an der Diskussion dieser Frage teilnimmt, verzichtet damit auf seinen Anspruch auf Heimat.
Westpreuße
17. April 2016 15:11
"Heimat ist dort, wo man sich nicht erklären muß."
(Ihr Zitat stammt von Johann Gottfried Herder)
@ Nordlaender, 17.April 2016, 13:15 Uhr

Liest sich knackig, wie so mancher Kommentar von Ihnen...
Ich habe etwas gegen knackige Kommentare, die so locker in die Tastatur gehauen werden: Die kosten nix, sind billig zu haben und stimmen nämlich nicht immer, weil Ihr Kommentar die konkrete Lage nicht berücksichtigt: Die Welt ist schon etwas komplizierter und vielschichtiger. Man darf differenzieren...

Ich bin hier, nicht weit von Thorn, geboren. Ich muß mich hier DAUERND erklären. Schon durch meine bloße Anwesenheit. Werde manchmal ganz offen, manchmal zögerlich, manchmal "ernsthaft-verstehen-wollend" gefragt, was ich denn hier suchen würde: Tourist, Geschäftsmann, Wissenschaftler, Journalist, Liebhaber einer schönen Polin...?
Ich antworte: ICH bin HIER in meiner HEIMAT !
Ein Pole war mal "erschrocken ergriffen" und sagte:
Es tut mir leid, daß Sie Ihre Heimat verloren haben...
(Sind heute noch freundschaftlich verbunden.)

Und nun kommen Sie, Herr Nordlaender (oder auch nicht) und erklären mir mal so eben, daß ich meinen Anspruch auf Heimat verloren hätte.
So haben Sie es gemeint. Zwar nicht expressis verbis, aber eben doch...
(Das wär's meinerseits zu Ihrem Kommentar. Falls ich Sie total mißverstanden haben sollte, bitte ich um Entschuldigung.)

: Grüße aus dem heimatlichen Fleckchen Erde Thorn an der Weichsel, Bromberg und Posen
Der Gutmensch
17. April 2016 16:19
"Heimat ist dort, wo man sich nicht erklären muß."

Nordländer, das haben Sie schön gesagt. Aber in der Sache gebe ich dem Westpreußen - dem Westpreußen! - durchaus recht.

d. G.
Exmeyer
17. April 2016 16:33
"Oder präziser: Wer an der Diskussion dieser Frage teilnimmt, verzichtet damit auf seinen Anspruch auf Heimat."
Anders: Wer an einer Diskussion um Ehre, Männlichkeit, Weiblichkeit, Familie, Heimat, Nation, Vaterland teilnimmt, stellt angeborene Selbstverständlichkeiten zur Disposition.

Das ist im Übrigen bei jeder Diskussion um "die" zwölf Jahre der Fall. Mindestens auf einer Seite der Diskutanten, meisten auf beiden. Das ist ja auch der Sinn einer solchen Diskussion. Nur merken es 99% der Teilnehmer nicht; so wie Forist Westpreuße, zu seinen Gunsten angenommen.
Denn: Wer die zwölf Jahre in den Mund nimmt, will wehrlos machen, Selbstverständlichkeiten und natürliche Rechte und deren Verteidigung in Frage stellen.

Entweder besitzt man inneres Gefühl für Herausforderungen und Frechheiten oder man besitzt es nicht. Entweder meint man, anderen nach dem Munde reden zu müssen oder eben nicht.
Jeder wie er ist.
Nordlaender
17. April 2016 17:28
@ Westpreuße

"Liest sich knackig, wie so mancher Kommentar von Ihnen…"

Freut mich, wenn es knackig 'rüberkommt und hoffentlich kurz. Denn es droht das Paradoxon: Als Eigentümer erkläre ich, daß ich (das Eingemachte) nicht erkläre. Schweigen geht auch nicht, denn es ist hier mein Anliegen, den einen oder anderen zum Sich-nicht-Erklären zu bekehren.

"Die Welt ist schon etwas komplizierter und vielschichtiger. Man darf differenzieren…"

Wer das mag, den kann und will ich davon nicht abhalten. Ich betrachte die Welt als so komplex, daß es für mich das erste Gebot ist, zu vereinfachen. Leicht begreifbare Strukturen zu schaffen, die für uns Deutsche von Vorteil sind.

"Ich bin hier, nicht weit von Thorn, geboren. Ich muß mich hier DAUERND erklären. Schon durch meine bloße Anwesenheit. Werde manchmal ganz offen, manchmal zögerlich, manchmal „ernsthaft-verstehen-wollend“ gefragt, was ich denn hier suchen würde: Tourist, Geschäftsmann, Wissenschaftler, Journalist, Liebhaber einer schönen Polin…?"

Schon klar, verstehe. Das ist eine andere und ganz besondere Situation.

"Falls ich Sie total mißverstanden haben sollte, bitte ich um Entschuldigung."

Es liegt dann auch in meiner Verantwortung, nicht auf Ihre spezifische Situation eingegangen zu sein.

Gruß zurück!
Der Gutmensch
17. April 2016 19:35
@Winston Smith

Woran erkennt man, dass man manipuliert ist?

Sie belieben zu scherzen, guter Mann. Ich kann nicht mehr drüber lachen!

Vor Jahren las ich einen alten Bericht und mir wurde wirklich schlecht. Sehen Sie - es ist eine Sache, wenn ein Staatsanwalt im konkreten Anklagesatz also formuliert: "Der Mops kam in die Küche und stahl dem Koch ein Ei." Dafür sind Staatsanwälte da, das ist im übrigen so vorgeschrieben und das kann man ggf. auch vor dem Eierdiebstahl nachlesen (so lautete jedenfalls mal der tolle Plan ....).

Aber in einer pseudowissenschaftlich-distanzierten Sprache zu lesen, wie sich jemand bemüht, das Objekt seiner Beobachtung konsequent auf eigene (individuelle) Rechnung in ein schlechtes Licht zu rücken (Der adipöse Mops, der stets ungeputzte Schuhe trägt, hält den Koch von der Arbeit ab und heult ihm in die Suppe) - das ist eine ganz andere Hausnummer. Dass sich da jemand klammheimlich zum Gesetzgeber, Richter, Ankläger und Vollstrecker in einer Person über jemandes Persönlichkeit aufschwingt, von der er durchs Schlüsselloch einen erbärmlichen Ausschnitt beobachtet hat!

Nun hat sich letzterer Stil aber immer weiter durchgesetzt und erfährt heute breite gesellschaftliche Akzeptanz; klammheimlich ist unnötig. Aber auch wenn der Mops eigentlich in jeder Zeitung lesen kann, was ihn zum Mops macht, muss er immer noch begreifen, dass auch wirklich er damit gemeint ist.

- Wie war das nochmal mit der Manipulation?

d. G.
thotho
17. April 2016 19:54
"Die Zersetzungsarbeit der neuen Linken hat in den letzten Jahren jeden Bezugspunkt zerstört, an dem ihr ort- und raumloses Universalismuskonzept, an eine identitäre, antaiische Kraftquelle „andocken“ könnte. Diese neuralgischen Punkte haben sie achtlos preisgegeben. Sie gehören heute alle „uns“. Jede Wiederentdeckung, etwa des Heimatbegriffs durch die Österreichischen Grünen wird auf lange Sicht nur uns nützen."

Das wurde bei der Wahlauseinandersetzung mit dem Blauen Hofer überdeutlich. Keiner glaubt, dass Grüne für "Heimat" stehen (außer natürlich, man versteht darunter die Welt - so sieht aber das Wahlplakat nicht aus). Kollege Sellner liegt hier - und nicht nur hier - vollkommen richtig. Auch ich sehe Links ideologisch absolut abgewirtschaftet. Ihre Prämissen taugen nichts.
Das Problem ist nur, dass Hofer in besagter Diskussion nicht viel mehr für sich und unsere Heimat herausgeholt hat. Hier hätte er philosophieren können ohne Ende.

Der verzweifelte, nach Hilfe schreiende Versuch der Linken, plötzlich eine "Heimat" haben zu wollen, sich selbst zu erden und verorten, ist an Peinlichkeit und Ironie nicht zu überbieten.
Die Gegenwart und Zukunft gehören uns.
Winston Smith 78699
17. April 2016 22:14
@ Der Gutmensch

Woran erkennt man, dass man manipuliert ist? Sie belieben zu scherzen, guter Mann. Ich kann nicht mehr drüber lachen!


Mißverstehen wir uns jetzt? Zugrunde liegt doch eine Ausgangsthese von @ Gustav. Um bei Ihrem Bild zu bleiben: da soll dann gar nicht der Mops freigesprochen oder verknackt werden, sondern beide durch das Anwaltsgeschwurbel bis aufs Blut gereizt und aufeinander losgehetzt. Der Anwalt ist von der Fastfoodkette und einem Hersteller für glyphosatverseuchtes Gen-Hundefutter gekauft, denen die Küche längst ein Dorn im Auge ist. Die sollen dort meinetwegen raufen, aber bloß nicht kochen und was zum Klauen hervorbringen.

Die These war, dass das Aufwachen und die Gegenbewegung bereits einberechnet sind. Also: woran kann man das erkennen? Daran, daß alles übertrieben wird? Andererseits wird auch sehr effektiv ruhiggehalten - jetzt die mittleren Jahrgänge mit dem Thema Altersarmut. Den jetzt Älteren und Alten scheint ja schon alles egal zu sein, solange nur der Fluchti die billige Pflege macht (letzteren Halbsatz bitte selbst ins Pirinccische übersetzen.)
Der Gutmensch
18. April 2016 10:13
@Winston Smith

Ich denke nicht, dass wir uns missverstehen, ich dachte nur allgemeiner als Sie.

Im Parallelstrang zu dem Mädchen mit dem Fingerhut hat jemand ein Video aus Naumburg verlinkt. Sehen Sie es sich an und versuchen Sie, selber zu werten, wer hier wohl was für ein Betragen an den Tag legt.

Böse Worte und harte Konsequenzen sind in einer Gesellschaft nicht zu vermeiden; aber wenn sie als Gemeinschaft fortbestehen will, sollte es ihr ein Anliegen sein, ihre Verwendung nicht immer jedem und in jeder Situation zu gestatten. Genau das ist aber zunehmend der Fall: Jeder Nichtkönner betreibt Kunst, jeder Nichtwisser meint, zu meinen.

Im Ergebnis kommt es daher gar nicht mehr auf eine etwaige, böse Absicht eines mutmaßlichen Strippenziehers an; ob also der Anwalt tatsächlich "von einer Fastfoodkette gekauft" wurde, ist fürs Ergebnis im Zweifel unerheblich. Wenn man sich nämlich zu sehr darauf konzentriert, hinter allem einen Drahtzieher auszumachen (vielleicht gibt es überhaupt keinen, Pustekuchen!), kommt man ja nie dazu, seinen Helfershelfer zu widerstehen - die im Zweifel nicht reflektiert, sondern vielleicht bloß opportunistisch handeln und denen man vielleicht auch nicht in jedem Fall die Ehre antun sollte, sie zu verdammen, sondern ihnen einfach kein Interesse mehr entgegenbringen sollte.

Unterm Strich: Ich halte es (völlig unabhängig von den Randbedingungen) für eine nicht zielführende Idee, wenn sich junge Leute daran verschleißen, alte etwa noch bekehren zu wollen. Diese Art der Auseinandersetzung ist nur dann sinnvoll, wenn man dabei etwas lernen kann - und dafür muss man sein Verlangen, andere zu belehren, ziemlich fest im Griff haben, und wer hat das schon (ich bin da jedenfalls kein Vorbild)! Der Rest sollte soviel Abwehr wie nötig, aber so wenig wie möglich sein. Denn es liegt genug brach und es gibt bestimmt was Besseres zu tun (eigene Maßstäbe zu entwickeln und zu leben). So - hoffe ich jedenfalls für die jungen Leute!

d. G.
Winston Smith 78699
19. April 2016 01:19
@ Der Gutmensch

Video angesehen. In diesem Fall reizen mich natürlich die Pro-Unterkunftler "bis aufs Blut" (s. o.), mit allem: dem Betragen, dem Auftreten, den Inhalten. Das Einzige, was ich denen situativ zugutehalten kann, ist dass ein Sprecher von denen immer gegen eine Übermacht von vielen steht, die dann durcheinander losschimpfen, was wirklich eine unangenehme Lage ist, aus der man kaum rauskommt und dann gerne in solche Abwehrhaltungen verfällt. Man mag aber in diesem Sinne soviel rechtfertigen, wie man will: was diese Pro-ler dann inhaltlich abgeben, ist noch dreister als deren Art.

Also: hier wird Widerstand natürlich hellauf provoziert - gesunder Widerstand, "thymotischer" oder "tellurischer" vielleicht, dem man sich nicht widersprechen traut, ohne sich vor sich selbst zu schämen (... was diese Schergen hoffentlich irgendwann tun werden oder müssen). Dieser Zorn (thymotisch, tellurisch gespeist) scheint von woanders zu kommen als die bekannten Regungen innerhalb der Spielregeln der Zivilisation, richtig? So fühlt er sich an: das Maß ist voll, auch das des noch Diskutablen, irgendwie durch Anerzogenes zu Bändigenden. Gegen diesen Zorn den hindernden oder auch nur warnenden Arm zu heben unterläßt der empfindsame Mensch nun in einer Art feierlicher Demut, richtig? Also gelten nun andere Spielregeln als noch zu Zeiten, in denen man es sich erlauben konnte, über Puppenspieler zu spekulieren - auf diese Zeiten blickt man nun unverständig zurück wie in eine fremdartige Kunstform ... man würde das ja gerne noch nachvollziehen können, aber seit die Titanen wieder emporgestiegen sind, hat man sich an andere Dimensionen gewöhnt, in vielen Dingen. Nun ist Kampf die Religion, der Vater aller Dinge zeigt sich als Herr im Haus und rückt auch das Denken an den abendlichen Feuern im Lager zurecht ins vielleicht Gröbere, das Hölzerne, Erdige und Steinige (au weia, jetzt konnte mich nicht mal für ein Material entscheiden), aber umso mehr ins Wahrhaftige nach den tieferen Maßstäben. So in etwa? Ist das nicht der übliche Plot des Rächerfilms wie "Der Tank" oder "Rambo"?

Ich wollte dem Gustav übrigens nicht rechtgeben, sondern nur die Position als klärenswert erwähnen, weil sie immer wieder mal wo auftaucht. Ist es mit dem Puppenspieler nicht so wie mit Russells Teekanne da draußen? Und ja: wenn es ihn geben sollte, kann ja alles und jedes als ein Zug von ihm aufgefaßt werden, analog zu Gottes seltsamen Wegen in der besten Welt. Jeder Zustand und jede Veränderung (a ebenso wie nicht-a) kann als vorherberechnet erklärt werden, daher gerade hat dieser Strippenzieher null Erklärungswert und schon gar keinen prognostischen. (So ähnlich wie mit der Dialektik übrigens.) Abgehakt, das Gespenst.

Aber bitte: nun widerspreche doch mal einer!
Exmeyer
19. April 2016 10:05
Bürger der Bundesrepublik = Deutsche,
Bundesrepublik = demokratischer Staat der Deutschen.

Das ist bereits verloren seit 1945. Nur die obigen Illusionen sind in den letzten Jahren untergegangen.

Ultramoral und Hyperethik stehen zwar im Dienste des Feindes, aber keineswegs handelt es sich um SEINE Waffen.
Schein-Universalismus und Hyperethik sind keine vergifteten Pfeile, die im Köcher des Feindes stecken. Es handelt sich um Giftspritzen! Zwar liegen die Giftspritzen überall herum und man kann sie sich Samstags zum Beispiel mit dem Namen FAZ auch kaufen.
Man muß sich diese Giftspritzen schon selbst ins Gewebe stecken, das macht kein anderer.
Der Vorteil: Man kann dieses Gift auch jederzeit absetzen. Dann ist die Wirkung gänzlich verloren.

Und wenn man die Giftspritze einmal abgesetzt hat: Man kann wieder frei atmen und spürt auf einmal die Kraft der eigenen Muskeln und den kühlen Wind, der einem um die Nase weht; wie in der Gesundung nach einer ernsten Infektion.

Dieser hyperethische Giftspritze wirkt allerdings wie eine Droge: Sie beruhigt das Gewissen. Mit dem Hyperethik-Giftpfeil im Wanst verliert man täglich an Muskelmasse und Scharfsinn, aber man fühlt sich wohl.

Die Welt ohne diese Droge sieht ganz anders aus. Zu kühl für die meisten Menschen. Sie verkriechen sich lieber in die warme Ecke und setzen noch mal eine Dosis der Ultra-Moral-Spritze an.

Und ist das Hypermoralgift dann in der Blutbahn führt auf einmal alles, was nicht selbstzerstörerisch wirkt, nach Auschwitz und alles, was positiv-aufbauend wirkt, wie eine Vitamin-Kur, in einen Neuen Zweiten Weltkrieg. Schon kommt Unrughe auf und man hämmert sich lieber schnell die nächste Giftspritze rein. Und wegdösen ...
Diese Giftspritzen werden dargeboten von den Brumliks. Aufgenommen und sich selbst verabreicht von der letzten Samstags-FAZ. Zum Beispiel.

Früher, im Studium, habe ich gerne mit Hypermoral-Drogies rumdiskutiert. Aber das ist vorbei. Man redet mit einem Lebewesen, das sein Selbst verloren hat. Jeder Hund hat mehr Charakter. Mit Drogies pflege ich keinen Kontakt. Selbst wenn die Samstags-FAZ-PR trotzdem wirkt. Denn diese wirkt bei all denen positiv, die von dem Gift wenig im Blut haben. (Hat man in Schnellroda für diese Werbeanzeige etwa bezahlt? Ich habe nirgends "Anzeige der Firma Kubitschek, Schnellroda" finden können.)

Hat man die Hypermoral-Droge einmal als selbstzerstörerisches Gift erkannt, neigt man dazu, das absolute Gegenteil für erstrebenswert zu halten. Hätte man natürlich auch schon vorher wissen können.

Jaja, auch der Friedrich Nietzsche, sicher. Vorläufer. Und deswegen so spannend.
Der Gutmensch
19. April 2016 10:08
Naja, wir haben uns doch missverstanden, lieber Winston (übrigens dachte ich, Sie hätten das Video ohnehin gesehen; sonst hätte ich es selber verlinkt).

Ich wollte Sie auch nicht belehren, auch wenn sich das wohl so anhörte, entschuldigen Sie bitte. Im Naumburger Fall kommt es auf einen mutmaßlichen Strippenzieher aus folgendem Grund nicht mehr an: Man kann aus dem Video den Eindruck gewinnen, dass das da jemand seine Kapazitäten aus rein finanziellen Erwägungen zur Verfügung stellt (die Leute vor Ort werden das allerdings wissen). Lohnt es also noch, auf dieser abstrakten Ebene einen konkreten Strippenzieher auszumachen? (Ist das nicht auch mit Gefahren verbunden, das man ggf. andere seiner Eigenschaften mit der Entfachung fremder Profitgier in Verbindung bringt? Das ist nichts für eine öffentliche Debatte, denke ich - aber ich bin, wie Sie ja schon bemerkt haben, der Zensur nicht völlig und in jedem Falle abgeneigt - denn ich fürchte mich vor der allzu menschlichen Neigung zu falschen Schlüssen und brutalen Konsequenzen.)

Der Verzicht auf das Erscheinen von "Strippenziehern" muss indessen niemanden an der Bewertung der Situation als solcher hindern; die Menschen vor Ort hat es auch nicht gehindert - und deshalb waren sie wohl auch so vergleichsweise beherrscht. Ihr Urteil über die Profiteure vor Ort stand felsenfest, sie müssen gar nicht mehr übermäßig zornig sein!

Das unbeherrschte Dreschen von Klischees auf der anderen Seite (... will doch jeder nicht vor seiner Türe haben!!) hat sich zwar aufgrund der Randbedingungen durchgesetzt.

Aber um den unweigerlichen Preis, dass diese Randbedingungen zukünftig neu verhandelt werden. Denn wenn Sie genau hingesehen haben, werden Sie festgestellt haben, dass da jemand - sein Prestige verloren hat, und dieser Verlust wird m. E. auf Dauer viel schwerer wiegen als ein (für dieses Mal!) durchgesetztes Heim.

Weil jeder, der zukünftig noch mit einer bestimmten ... Attitüde ... zugange sein wird, auf Ablehnung stoßen wird. Kalte Ablehnung - keine thymotische.

Das hat mir dieses Video schlagartig klargemacht - das Gewässer wird zufrieren, jedenfalls hier. The tables startet to turn - wie man im Englischen sagen würde.

Die Blogbetreiber sehen das, vermutlich temperamentsbedingt, anders. Ich habe natürlich auch keine Glaskugel, ich kann nur darstellen, wo bestimmte Dinge offenbar ganz anders eingeordnet werden, als ich das kenne! Nun bin ich kein Maßstab, aber ich nenne mal ein blödes Beispiel: Frau Kositza hat mal darüber geschrieben, dass die Verkäuferinnen in ihrer Umgebung gerne einen "schönen Feierabend" gewünscht bekommen. Ich glaube, sie hat das als reine Sentimentalität eingeordnet. - Und wenn es nun aber doch eine knallharte soziale Norm darstellt? "Benimm"? Bei den Schwaben steht man draußen, wenn man bestimmte Umgangsformen nicht verinnerlicht hat; darüber wundert sich niemand. Was aber eben nicht bedeuten muss, dass die "Draußensteher" nicht ihre eigenen Normen hätten. Dass sie nicht wieder anfangen könnten, Konsequenzen daraus zu ziehen.

Abschließend: Es wird wohl darauf ankommen, wieviele inzwischen "draußenstehen" und das auch realisieren. Dann wird die Veränderung durch die kalte Küche kommen und eben nicht durch heißes Feuer unterm Suppentopf.

d. G.
Gustav
19. April 2016 10:53
@ Winston Smith 78699

"Und ja: wenn es ihn geben sollte, kann ja alles und jedes als ein Zug von ihm aufgefaßt werden, analog zu Gottes seltsamen Wegen in der besten Welt....."

http://www.theoccidentalobserver.net/2011/11/remembering-douglas-reed/

Befassen Sie sich mal mit diesem ausgewöhnlichen Menschen, lesen Sie insbesondere seine Bücher, die Sie fast alle als pdf im Netz finden können.
Winston Smith 78699
19. April 2016 12:23
@ Der Gutmensch

Danke für die Antwort, Zustimmung meinerseits.

Da ich als Neuleser nicht wirklich bewandert im SiN-Archiv bin, kann ich nur meinen begrenzten Eindruck widergeben, dass die Blogbetreiber sich in jenen Dingen ja recht zurückhalten, nicht immer aber die Kommentierer. Zurückhaltung oder Ausblendung ist m.E. insofern schon sinnvoll, als diese Themen wirklich uferlos sind und geprägt von einer sich ständig ändernden Basis von vermeintlich echten und bestimmt auch vielen unechten Quellen. Persönlich halte ich es für zumindest denkbar, dass so manche der Theorien auch absichtliche Vernebelungen sind oder zu einer Masse beitragen sollen, in der die Wahrheit untergehen kann.

Dagegen fand ich gestern ein Thema, zu dem sich eine Suche vielleicht lohnen könnte. Bei Pegida wurde Augstein zitiert mit recht gewagten bzw. dummdreisten Äußerungen zur Demokratie, etwa dass man das Volk von der Demokratie fernhalten müsse. Just gestern abend hatte ich dann noch ein Gespräch mit einer sehr aufgeweckten Person, die an einer der Fronten des Kulturkampfes steht und vom Volk nicht gerade die beste Seite zu sehen bekommt. Er meinte dies, zu meinem Entsetzen, unabhängig von Pegida auch und berief sich auf die Argumentation Ferdinand von Schirachs im Essay zu Gäfken.

Wir einigten uns im Frieden, dass dies auf eine so schnell nicht auflösbaren Disput von der Art Settembrini-Naphta hinauslaufen muß: Aufwachen, Aufklärung um jeden Preis, auch mit Blutzoll wegen des vorherigen Schlafes und dann der Über- und Gegenreaktionen, oder sich lieber weiter in den Opiumfrieden des Geführtwerdens betten, auf die Gefahr hin, dass die Entscheidungen der weisen großen Wohltäterin noch größeres Unglück herbeiführen.

Er meinte, dass hier der Konflikt zwischen Gewissensethik und Folgenethik eine Rolle spielt (das Volk hätte sich bei Gäfken konsequenzialistisch entschieden, die weise Obrigkeit kantianisch) - eine grundsätzliche Ebene, die ja im Gespräch von Geißler mit Eibl-Eibesfeldt vorhanden war, und die zu aktualisieren gut zu Sezession passen würde. Die Erfindung des grandios beknackten "humanistischen Imperativs" (= Denkstop) der Kanzlerin hilft hier jedenfalls gar nicht weiter - was der überhaupt bedeuten soll, wüßte ich gerne mal im Klartext von den Hexern im Thinktank, nur zur Belustigung.

Mal überlegen, nach was ich dazu suchen könnte: Utilitarismus ... direkte Demokratie ... bestimmt gibt es irgendwas mit Carl Schmitt.
Winston Smith 78699
19. April 2016 13:45
Korrekturen:

Natürlich heißtt er Gäfgen und nicht Gäfken. Entschuldigung. Und hier ist der Artikel - es ist nicht der Essay zu Gäfgen: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-85833415.html

Der ist nur bis zum Wort "Schwarmbösartigkeit" von Belang.
Der Gutmensch
19. April 2016 15:14
... jawoll, Herr Winston Smith. Und ich muss tatsächlich auch noch was tun!

d. G.
Winston Smith 78699
20. April 2016 14:58
Den linken Universalismus erwähnte ein gewisser Doktor gestern im TV: aus Toleranz wird Standpunktlosigkeit. Ansonsten gab er sich äußerst defensiv und sagte etwa, man wolle, dass Deutschland attraktiv für liberale Muslime sei.

http://www.phoenix.de/content/1096220

Der Doktor sei verantwortlich für den Programmvorschlag der Bundes-AfD, heißt es dort. Dann war da aber noch ein Professor, der am Ende seines Vortrages diesen Entwurf unkonkret zur Sau macht:

https://www.youtube.com/watch?v=XTxFRds0AUA

Vielleicht wird ja noch ein System aus dem Disput von Doktor und Professor:

At the far end of your tether
And your thoughts won't fit together
So you sleep light or whatever
And the night goes on forever
Then your mind change like the weather
You're in need of Doctor Tarr and Professor Fether


https://www.youtube.com/watch?v=MHNxBheFAt4

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