16. April 2016

Filmkritik: Der schwarze Nazi im Kino

von Ellen Kositza / 34 Kommentare

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Am Dienstag hörte ich im Staatsfunk, die Macher eines Films „Der Schwarze Nazi“ hätten bei PEGIDA provoziert. In jenem Streifen gehe es um einen Schwarzen, der bei einer rechtsradikalen Partei Karriere macht, weil er „der deutscheste Deutsche“ sein will. Nun seien die ambitionierten jungen Filmleute mit VW-Bus und Megafon rund um Pegida gekreist und hätten unter anderem geschrieen, Lutz Bachmann sei undeutsch, weil kriminell, und Kriminelle gehörten abgeschoben.


Das habe vielfältige Reaktionen produziert. (Nachfrage bei Bachmann und ein paar Pegida-Besuchern: Nichts mitbekommen davon.“ „Wann, diesen Montag? Bestimmt nicht.“)

Am Mittwoch las ich eine Kritik auf Welt.de.
"Das wirklich Unangenehme an diesem Film ist aber nicht der Film selbst, es ist die moralische Erpressung, mit der er arbeitet. Natürlich muss man sich über Nazis lustig machen, das ist wichtig. Aber die Witze müssen eben gut sein. Natürlich darf es politische Kunst geben, aber die Kunst muss zunächst einmal als Kunst ästhetisch berühren. (…)"Der schwarze Nazi" unterscheidet sich in seiner moralischen Arroganz nicht von den letzten Performances von Ai Weiwei, der sich als toter Flüchtlingsjunge für ein Foto an den Strand gelegt oder Rettungsdecken an die Cinema-For-Peace-Gäste verteilt hat, die munter Selfies damit machten. Der Zweck heiligt nicht die Mittel, und schlechte Kunst ist niemals heilig, sondern einfach nur schlecht."

Am Donnerstag sah ich mir den Filmtrailer an und fand ihn nicht so schlecht.
Ich mußte zweimal laut lachen. Donnerstagabend hatte ich Lust auf Kino. „Der schwarze Nazi“ ist ein Niedrig-Budget-Ding, realisiert durch Crowdfunding, er läuft nur an wenigen Orten und zu spärlichen Terminen, bislang anscheinend aber stets ausverkauft.

Ich schaute ihm mir im übervollbesetzten kleinen Vorführraum eines linken Kinos an. Einer der Regisseure war anwesend, Karl-Friedrich König, freundlicher Kerl mit sympathisch-offenem Gesicht. (Klar: Lookism. Pardon.) Mit seinem Bruder Tilman fungierte er als Regisseur und Drehbuchautor. Beide sind Söhne des bekannten Antifa-Pfarrer Lothar König und Brüder der Thüringer Landtagsabgeordneten Katharina König (DIE LINKE). (Tochter, die mit war, meinte nebenbei: „Ulkig eigentlich, daß ein Urlinker seinen Kindern solche irgendwie reaktionären Namen gibt-!“)

Der Film, in Leipzig (und Jena, wenn ich mich nicht getäuscht haben) spielend, erinnerte ein wenig an den vorjährigen Streifen „Heil“ des ehemaligen Piusbruderschaftanhängers Dietrich Brüggemann, deshalb („Ideenklau“; die Königbrüder wollen die Idee zuerst entwickelt haben) hatte es wohl auch eine Kontroverse unter den Filmemachern gegeben.

Und, war er so lustig wie der Trailer, so doof, wie ihn der Staatsfunkbericht auf mich wirken ließ oder so schlecht, wie der WELT-Autor ihn fand? Naja.

Darum geht´s: Sikumoya Mumandi, Lehrer aus Kinshasa, schwärmt für Goethe, Schiller und die gesamte deutsche Kultur. Nette Szene, wie er melancholisch den Osterspaziergang memoriert und dabei in den blauen Himmel schaut, der sich doch (das soll es wohl bedeuten) grenzenlos über die ganze Welt spannt. Leider ist es schwer für unseren hochintelligenten und sensiblen „Siku“, als (Neu)Deutscher anerkannt zu werden. Wie ihn alle immer anstarren! Sein nettes Lächeln mit bösen Blicken vergelten!
Nachdem er aus dem Koma erwacht, in das ihn Leipziger Neonazis geprügelt haben, sieht Siku als erstes am krankenhäuslichen Überwachungsgerät seinen brandneu erworbenen deutschen Paß lehnen.

Da beschloß er, der „deutscheste“ Deutsche zu werden. Er läßt sich von der rechtsradikalen NPO (Nationale Patrioten Ost, mit schön gespieltem Vorsitzenden) als Integrationsbeauftragter anwerben. Siku überflügelt rasch das Programm der Partei – er will nun alles „Undeutsche“ und „Kulturfremde“ ausmerzen, wenigstens ausweisen.
Hm. Eine seltsame Art der Groteske. „Moralische Erpressung“ empfand ich, anders als der WELT-Kritiker, nicht. Es ist eher der vielfach mißlungene Versuch, die „Nazi-Weltsicht“ mit ihren eigenen Argumenten zu schlagen. (Motto: „Da sieht man mal, wie krass widersprüchlich diese Rechten denken!“)

Die NPO-Leute sind gegen den Zuzug von „Kulturfremden“. Siku Mumandi beschließt , daß Westdeutsche als „kulturfremd“ zu gelten haben und bekämpft werden müssen. Oder: Mumandi zieht im ausgerasteten Modus durch die Gänge des Abeitsamts und schleift als „arbeitsscheu“ empfundene deutsche Hartzanwärter aus dem Gebäude, setzt sie in Abschiebungsabsicht in den Fernzug. Was freuten sich da die Zuschauer! Genauso, als Mumandi gegen einen Vordenker der Neonazipartei agitiert, der aufgrund von Meinungsdelikten bereits mal im Gefängnis saß. Mit Kriminellen arbeite er, Mumandi, nicht zusammen! Übergroße Freude im Publikum.

Als es am Ende allerdings so aussieht, als wolle Mumandi (der endlich gemerkt hat, daß die Neonazis ihn nur benutzen wollten) seine faulen Kameraden tatsächlich vergasen - na, immerhin da erstarb jedes Gelächter.

Komisch war also, daß wir immer dann kicherten, wenn es ansonsten ruhig blieb im kleinen Saal. Und umgekehrt keinen Lachimpuls verspürten, wenn alle anderen grölten.
Es gab durchaus Szenen, bei denen ich lachen mußte. Nämlich dort, wo die Wiedererkennungsmomente (rechtsradikale Szene und gutmenschliches Staatsbürgertum) groß und einigermaßen subtil waren: Wie Steve, der blondgescheitelte „Barde“ der nationalen Szene in weinerlicher Stimmung ein Lied an „Oma, Opa! Ihr ward Helden!“ komponiert. Wie germanengläubige Blutsbrüder eine hochpathetische Feuer- und Fackel-Inszenierung mit Odingedenken exerzieren. Darüber kann man schon mal herzlich lachen, zumal die Szenerien hier nicht ins Absurde gingen, sondern ziemlich authentisch anmuteten.

Ulkig übrigens, daß dabei mein fester Glaube, das es genuin linke und rechte Visagen gäbe, reichlich erschüttert wurde. Vermutlich sind ja die Schauspieler und Statisten im weiteren Sinne Weggefährten der linken Könige. Das Gewand der extremen Rechten paßte ihnen gut, besonders an der Gestalt einer Neonazi-Freundin delektierten wir uns.

Als beste Szene erschien uns jene, wo Siku Mumandi als Kostgänger einer bürgerlichen Initiative „Weltoffenes Sachsen“ (oder ähnlich) im klischierten Afrikanergewand in der Fußgängerzone Prospekte verteilen und dabei genauso einladend lächeln soll wie seine verspießerten weißen Kombattanten. Im Hintergrund läuft dabei eine supersofte musikalische Dauerschleife, in etwa: „Offen für die Welt - bunt für alle - Sachsen!“
Derartiges mal in Szene zu setzen ist keine Kunst, klar. Für einen harmlosen linken Unterhaltungsfilm taugt es aber allemal.

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (34)

Wuderlich
17. April 2016 02:15
Sehr schöne Filmkritik, Frau Kositza.
Die abstruse Werbung "Dresden ist bunt" gibt es wirklich und sie geht vielen auf den Geist, weil sie überall dort auftaucht, wo der Tourist Kultur statt Multikulturalismus sucht, was so manchen von einem Besuch in Dresden bzw. dessen Kulturtempeln abhält...
Den "schwarzen Nazi" gibt es auch wirklich, zumindest trat der Student Ferdinand aus Kammerun zwei mal bei PEGIDA auf und beschwor die Deutschen, deutsch zu bleiben. Siehe: http://youtu.be/IaLWovyQ8A0 ...Entweder haben die Regisseure das alles halbwegs künstlerisch/satirisch verarbeitet oder sie haben ohne Kenntnis der Realität diese vorweggenommen, weil sie in ihrer linksbunten Realität nicht glauben können / dürfen, dass ein Afrikaner für die Interssen des deutschen Volkes eintritt. Das die "Dresden ist bunt" -Werbung abschreckend wirkt, realisieren inzwischen Wirte, Hotelies und selbst der Intemdant des berühmten Kabaretts "Herkuleskeule". Wenn man poitische Propanganda macht, kommen eben weniger Zuschauer. Die Linksintellektuellen verlieren gerade die Deutungshoheit und haben es bis jetzt noch nicht gemerkt...
Pippi Langstrumpf
17. April 2016 05:48
Nur schade, dass dieser Antifa-Film (übrigens mit eurem Eintrittsgeld für die Vorstellung unterstützt ihr linke Zecken; gar nicht gut das) von der Realität schon eingeholt wurde. Ich wollte es erst gar nicht glauben; dachte an einen verspäteten April-Scherz; aber Nein, das ist Real(satire) pur:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article141406127/Ein-Schwarzafrikaner-haelt-die-Stellung-bei-der-AfD.html

Ein Neger (darf man das noch sagen?) in Leitungsfunktion bei der AfD.

Schöne (?) neue Welt....?!
Trouver
17. April 2016 09:08
Sein nettes Lächeln mit bösen Blicken vergelten!


darf man es noch übrigens?
Winston Smith 78699
17. April 2016 10:20
Komisch war also, daß wir immer dann kicherten, wenn es ansonsten ruhig blieb im kleinen Saal. Und umgekehrt keinen Lachimpuls verspürten, wenn alle anderen grölten.

Ich saß neben jemandem, der bei seiner Lektüre eines Jurabuchs zu Kommunalrecht mehrfach kicherte. Das gibt es zwar ausgebaut zum Sketch bereits (Monty Python oder Loriot oder eben was in dieser Liga), aber meine kranke Phantasie vervollständigte hier den Juristen, der hinter den langweiligsten und vermeintlich harmlosesten Regelungen in sowas wie Verwaltungs- oder Dienstrecht alle Absurditäten sieht, oder gar die Schlupflöcher für übelste Machenschaften, die Schiebereien, die Psychatriefälle und Selbstmorde - wie das, was auf dem Papier steht und gesagt wird, in der Praxis zum Gegenteil wird. Eine neue Sorte Krimi? Auf dem Umschlag "Verwaltungsrecht" in blutenden Buchstaben an der Wand. Von Kafka gibt es ja einen Brief mit ein paar Zeilen über den Alltag in der Versicherung - und wie er sich all die zu bearbeitenden bizarren Unfälle auch noch bildlich vorstellt. (Was der Leser mir dann zeigte, war leider nur ein Scherzchen des Autors)

Wie germanengläubige Blutsbrüder eine hochpathetische Feuer- und Fackel-Inszenierung mit Odingedenken exerzieren.

Ich machte mich so lange über all die Mittelalterfreaks, die Wochenendmongolen und gewisse andere Varienten des mittelschweren Esoterikers lustig, bis ich die von der SPD und ihren Folgen geprägte Urbanwelt kennenlernen mußte. Jetzt verstehe ich diese Verzweifelten. Vielleicht kommt das draußen im gut gelüfteten Schnellroda nicht so an.
Nordlaender
17. April 2016 11:04
Noch ein hübscher Klassiker, Pro-Köln stellt sich unmißverständlich weltoffen auf:

Joseph Intsiful zur Islamisierung Deutschlands

https://www.youtube.com/watch?v=_Un2sTmeE_M

"Die NPO-Leute sind gegen den Zuzug von „Kulturfremden“. Siku Mumandi beschließt , daß Westdeutsche als „kulturfremd“ zu gelten haben und bekämpft werden müssen."

Höhöhöhöhö, ist das luschtig! Ein pädagogisch wertvolles kulturmarxistisches Lehrstück, wenn auch das überlaute Trapsen der Nachtigal ein empfindliches Trommelfell schon auf die Probe stellen könnte. Aber doch recht oberflächlich, denn gerade die Mitteldeutschen sind keine homogene Gruppe. Der Mecklenburger ist z.B. anders als der Sachse, man kann auch nicht von DEM Leipziger sprechen, denn in dieser Stadt findet man die verschiedensten sozialen Schichten. Wer den Kulturmarxismus wirklich begriffen hat, erkennt schnell: Es gibt gar nichts. Überhaupt nichts. Es sei denn etwas, was ausdrücklich gewünscht ist.
Carsten
17. April 2016 11:36
Alles schon dagewesen: 1982 machte ein schwarzer Skinhead in Hamburg mit seiner "SA" (Savage Army") Furore, die Ausländer und Linke verprügelte. Die Linken rächten sich, in dem sie an Hauswände sprühten: "In Hamburg lebt ein Negerlein, dass möchte gern ein Arier sein".
Großstadtpauker
17. April 2016 11:57
habe den Vorspann gesehen , der Ulk ist vorhersehbar linkspädagogisch - "wertvoll" dogmatisch - und öde . Ein Film den man gerne im humanistischen Gymnasium zeigt ; sicherlich werden die Schüler dann einen passenden Aufsatz verfassen und alle sind danach glücklich . Man bemerkt die Absicht und ist verstimmt ; scheinbar ein neues Genre : der aufklärende Standpunktfilm für den Geschi-Leistungskurs . Erfahrungsgemäß lehnen Schüler diesen Humbug ab - derartige Filme gelten rasch als "uncool" - allerdings wagt das niemand zu sagen ; eine Stimmung wie in der Ostzone `87 macht sich an den Bildungseinrichtungen breit .

Kürzlich wurden G.Knopp Produktionen gezeigt - Ergebnis : einige Schüler lehnen das gezeigte und montierte Videomaterial komplett ab - Geschilehrerin ist frustriert , schimpft auf uneinsichtige "Spackenkinder" .

Interessanterweise sind die Schüler gar nicht mal desinteressiert - einige haben im Netz Schultze-Rhonhof entdeckt - und im Geschichtsunterricht erwähnt - gab ne Konferenz , alle waren total traurig , sprach - und hilflos aber auch ein wenig empört™ ).

Die Erben der `68er haben keine Deutungshoheit mehr - im Zeitalter elektronischer Netze sind Habermas und EKD so öde wie die BILD vom letzten Samstag . Sloterdijk erkannte bereits 1999 : " die kritische Theorie ist tot " - entsprechend sind alle Machwerke die sich an diese Doktrin anlehnen nutzloser PR Müll .
Karl Brenner
17. April 2016 12:02
Eine schöne Filmkritik.
Vielleicht hilft diese Filmkritik auch späteren Generationen, den seltsamen Hype der Linken zu verstehen.
Magnus Göller
17. April 2016 12:07
Im Ganzen kann der Film so schlecht nicht sein, denn die Rezension von Kositza allein wird es nicht sein, die mich jetzt auch ein paar Stellen (und die Reaktionen des Publikums) imaginieren lässt, die zumindest zum Grinsen anregen.
Schonmal, dass der Superneudeutsche aus Schwarzafrika nicht mit einem "Kriminellen", der wegen Meinungsdelikten (was für welche wohl?) gesessen hat, nicht zusammenarbeiten will, hat für mich eine besonders komische Note.
Und dann will er die verlotterten weißen Kameraden vergasen. Auch der hat - zumal im Kontext mit dem obigen - durchaus was.
Der schwarze Mann Goethes und Schillers als rechtsradikaler Sachsenreiniger.
Ich denke fast, den Film will ich sehen.
Magnus Göller
17. April 2016 12:22
Ich habe grade mal den Titel "Der schwarze Nazi" und Kino und Stuttgart eingegeben, und die Suchmaschine führte mich auf eine Seite, die überschrieb: "Vorführungen in (der Nähe) von Stuttgart" (Also wenn nicht in von Stuttgart in der Nähe von Stuttgart)
Vier Treffer gab's. Drei in Leipzig, einen in Dresden. Immerhin näher in der Nähe von in von Stuttgart als Breslau oder Königsberg.
Wer also mit Kositza richtig mitlachen will, wird, wenn nicht schon im Sachsenglücke, zunächst die sächsische Grenze zu queren haben.
Der Gutmensch
17. April 2016 12:31
Oh, Nachtigall ick hör Dir trapsen!!


„Sag ein deutsches Gedicht !“

- Avec plaisier, monsieur.

Ich zitiere also aus Wilhelm Busch, „Fipps der Affe“:

(...)

Es wohnte da ein schwarzer Mann,
der Affen fing und briet sie dann.

Besonders hat er junge gern,
viel lieber als die ältern Herrn.

„Ein alter Herr ist immer zäh!“- So spricht er oft
und macht „Bebä“!

Um seine Zwecke zu erfüllen,
wählt er drei leere Kürbishüllen

für auf den Kopf die große eine
für an die Hände noch zwei kleine.

So kriecht er in ein Bündel Stroh,
macht sich zurecht und wartet so.

Dies hat nun allerdings den Schein,
als ob hier schöne Früchte sein!

Fipps, der noch nie so große sah -
kaum sieht er sie, so ist er da!

Und wählt für seinen Morgenschmaus
sich gleich den allergrößten aus.

Doch wie er oben sich bemüht,
erfasst ihn unten wer und - zieht!

Bis dass an jeder Kürbishand
ringsum ein Kürbis sich befand.

Und so gedenkt ihn - nach Belieben -
der schwarze Mann nach Haus zu schieben!


- So, und damit hat sich die Weisheit unserer Kulturschaffenden erschöpft, lassen Sie mich raten ...

Bei Wilhelm Busch indessen fängt die Geschichte damit allerdings erst richtig an, denn weiter geht´s im Text:

An dieses Mannes Nase hing
zu Schmuck und Zier ein Nasenring.

Fipps faßt den Reif mit seinem Schweif -
der Schwarze wird vor Schrecken steif.

Die Nase dreht sich mehre Male,
und bildet eine Qualspirale.

Jetzt biegt der Fipps den langen Ast,
bis er den Ring der Nase faßt -

dem Neger wird das Herze bang,
die Seele kurz, die Nase lang !

Am Ende gibt es einen Ruck,
und oben schwebt der Nasenschmuck.

Der Schwarze aber aß seit dieser
Begebenheit fast nur Gemüser.


- So ein gemeines Schicksal wäre aber ungefähr so wenig politkorrekt, wie ich mich von Filmen angesprochen fühle, deren Humor sich darin erschöpft, eine Rechtfertigung dafür zu suchen, dass man den politischen Gaul konsequent vom Schwanze aufzäumt.


d. G.
Gustav Grambauer
17. April 2016 12:32
"Wie Steve, der blondgescheitelte „Barde“ der nationalen Szene in weinerlicher Stimmung ein Lied an „Oma, Opa! Ihr ward Helden!“ komponiert."

ich werde ganz kautzig so wie mich kaum jemand sonst kennt, wenn sich jemand über so etwas

https://www.youtube.com/watch?v=W_CmOUbJLmk

lustig macht. Wer es nicht versteht: allein dieses Lied ist ein Durchbruch im kollektiven Verhältnis zu den Ahnen. Höre auch:

https://www.youtube.com/watch?v=knQXN58Xp98

"Drum ehret und opfert! Denn unser sind viele!"

- G. G.
Olaf
17. April 2016 12:35
Die Söhne des Antifa-Pfarrers wollen auch nicht arbeiten, deshalb sind sie jetzt Antifa-Filmemacher geworden. Dieser Staat gibt verdammt viel Geld aus, für diese linken Nichtsnutze. Neben den Sozialhilfe-Dynastien gibt es jetzt auch Antifa-Dynastien, wobei letztere deutlich mehr Geld kosten, weil diese auch noch teure "Künstler" sein wollen. Den Film guck ich mir ohne Ton an, das mach ich meistens bei linken Machwerken. Und die Vorlauftaste wird glühen.
Arminius Arndt
17. April 2016 12:43
Ich kenne den Film nicht, aber wenn man einmal den filmischen Kniff erleben will, Leute bei ihrem Humor abzuholen, um ihnen durch konsequente Steigerung des Gezeigten dann den Spiegel vor zuhalten, bzw. den Moment zu erzeugen, komisch, warum habe ich am Anfang gelacht und jetzt bleibt es mir irgendwie im Halse stecken,, dann rate ich zu den Filmen "Mann beißt Hund" (bitte nicht in der deutschen Synchronisation! Wenn man kein französisch kann, dann mit deutschen Untertiteln, aber die deutsche Synchronisation macht alles kaputt) und "Muxmäuschenstill". Gerade letzterer ist sicher ein besserer Hieb auf fanatisches Ordnungsdenken, als ein Film bei dem ein Neger vorgeführt wird.

Allein die Vorstellung, dass es doch zumindest lustig sein müsste, einen Neger zu finden oder auch nur zu denken, der deutsches toll findet und sich sogar für Goethe und Schiller interessiert, ist schlicht rassistisch (in alle Richtungen). Das man ihn dann quasi konsequent anhand linker Stereotypen über rechtes durch dekliniert, um den Leuten einen Spiegel vor zuhalten, wurde in anderen Filmen (bspw. s.o.) sicher schon geschickter und besser gemacht.

Es scheint daher wohl ein rassistischer Quoten- Spaßnegerfilm zu sein - schade, dass das Budget zur Gewinnung von Roberto Blanko als Darsteller gefehlt hat.
klm 08
17. April 2016 12:44
naja, da haben Sie ja noch mal richtig schön Werbung für "etwas" gemacht...schade um den "Webspace", da "wasted time".

es ist mir persönlich höchst unklar, wozu es gut sein sollte, in diesem Forum die omnipräsente Verdummung zu reflektieren und damit zu protegieren!? Schließlich geben Sie ihr auch Raum und nivellieren das Bewusstsein in Richtung Springer-Niveau. Etwas mehr Selbstreferentialität könnte da hilfreich sein.
Viel spannender hätte ich einen Artikel über die Frage gefunden, wie es gelingen kann, mehr vom intellektuellen Elfenbeintürmchen in die realexistente Aktion zu kommen, wie es beispielsweise die Identitären in der letzten Zeit gemacht haben. Das waren tolle Aktionen!
Und auch wenn mir selbst der ganze "Fackelkram" der Odinfreunde weniger gefällt, hätte ich mir dennoch mehr Respekt und Solidarität mit den politisch nahestehenden Kräften gewünscht, anstelle der Kundgebung persönlicher Erlebnisindividualismen. Wir brauchen viel mehr Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung!
Heinrich Brück
17. April 2016 12:45
Ferdinand aus Kamerun einen "schwarzen Nazi" zu titulieren, so langsam wird der Nazi zur Luftnummer; jedenfalls fehlt mir jede eindeutige Definition des Nazi.

Mein Hamster ist auch ein Nazi.

Was die "Linken" für Differenzierungen halten, - man muß ja immer schön auseinandernehmen, auch auf die Gefahr hin es nicht wieder richtig zusammensetzen zu können -, sind in Wirklichkeit mitteleuropäische Spiegelfechtereien; - für Ausländer ohnehin nicht verstehbar. Deshalb ist auch nur das deutsche Geld von Bedeutung, davon sich der Fremde wenigstens etwas kaufen kann.

Und mein Hamster hat keine Ahnung.

Aber die weiße Mutter am Eßtisch, sie stellt die richtigen Fragen. Auch wenn sie die Erziehung ihrer Tochter versaut hat - statistisch gesehen (dann wäre die Gesellschaft voll rassistisch; die Alleinerziehende deren Opfer).

Mein Hamster macht sich seine Welt, wie sie ihm gefällt. Muß neben seinen Käfig ein Terrarium stellen.
Andreas Walter
17. April 2016 12:52
Da warte ich doch lieber noch auf Sacha Baron Cohens Komödie "Auschwitz".

Da kann er dann mal zeigen, wer wirklich "über den Dingen" steht.

Nettes Gleichnis. Über den Dingen zu stehen.

https://www.youtube.com/watch?v=VfD7Dc-qhuc
Magnus Göller
17. April 2016 13:34
Antifa et al., die immer über uns wachen, werden kaum begeistert sein davon, dass einige von uns lachen, über die Sachen, die sie gegen uns machen.
Das heißt natürlich nicht, dass ich hier zum patriotischen Lachen aufrufen werde, den Film ja nicht mal gesehen, und ist es ja auch nicht nur zum Lachen: Denen noch Geld in den Rachen, die solches verbrachen, noch mehr Hass und Häm' wider uns zu entfachen?
Es muss aber schon sehr ärgerlich sein, wenn man mit so einem Machwerk von Kositza mit einigem Wohlwollen und Vergnügen besprochen wird. Schon an sich nicht, doch, wer weiß, vielleicht spricht sich das in gewissen eigenen Kreisen herum, und plötzlich steht man als der da, der den Rechten gar noch wenn schon nicht Manna, dann wenigstens einiges Plaisir bot, dann muss etwas mächtig falsch gelaufen sein. Das kann zu üblen Verdächten, zu Verwicklungen führen.
Die Frau vom Bösen von Schnellroda, die geht zu den Linken ins Kino - mit ihrer deutschen Tochter (Notburga?) - und lacht. Die Tochter lacht über die reaktionären Vornamen der antideutschen Mannen. Und dann rezensiert sie noch ohne jede offene Bosheit. Vielleicht muss man in den Kinos bald einen Antifa-Ausweis vorzeigen, um eingelassen zu werden. Damit kein "Rechter" mehr reinkommt und an den falschen Stellen lacht.
Walter Risotto
17. April 2016 13:45
"Da beschloß er, der „deutscheste“ Deutsche zu werden".

Nun ja, das erinnert stark an das lesenswerte Buch „Neger, Neger, Schornsteinfeger“ von Hans-Jürgen Massaquoi. Der wollte als Kind ja auch unbedingt in die HJ usw., aber die Nazisozis ließen ihn nicht. Er überlebte schließlich nur, weil es für schwarze deutsche Bürger im Dritten Reich kein Hass- und Beseitigungskonzept gab, mangels schwarzer deutscher Bürger. Aber – das alles ist schon eine Weile her, gell?


„Leider ist es schwer für unseren hochintelligenten und sensiblen „Siku“, als (Neu)Deutscher anerkannt zu werden. Wie ihn alle immer anstarren! Sein nettes Lächeln mit bösen Blicken vergelten!“

Natürlich wird hierzulande ein Neger, abhängig vom Milieu, angestarrt usw., er wird sich nie völlig assimilieren können, auch nicht die Kinder oder Enkel. Auch ein Weißbrot in Schwarzafrika wird sich dort niemals assimilieren können, auch nicht die Kinder oder Enkel. Es gibt eben eine Kleinigkeit namens Hautfarbe, die Umwelt ignoriert diese Kleinigkeit nicht. Da kann man nun ewig drüber zetern oder man akzeptiert es und geht zu wichtigeren Dingen über.


Und schließlich (Herr Lehrer, ich weiß was!):
Der Spaß ist ja, das niemand so gut wie die Schwarzafrikaner wissen (oder wissen müssten), wie verhängnisvoll multikulturelle Staaten sind. Denn Schwarzafrika besteht ja ausschließlich aus multikulturellen Staaten, nämlich aus Stämmen und Großstämmen, die stark unterschiedlich sind und das auch so empfinden. Das Ergebnis ist bekannt und so gar nicht vergleichbar mit der immerhin auch multikulturellen Schweiz. Dabei geht es hier gar nicht um das übliche Warnen vor den schwarzafrikatypischen multikulturellen Massakern. Denn es gibt ja auch in Schwarzafrika eine Menge friedliche multikulturelle Staaten. Ja, aber was ist das für ein Frieden? Ein Frieden im fürchterlichen Elend, in ewiger technologischer Rückständigkeit. Und es gibt kein Aufholen, die Abstände zur entwickelten Welt werden immer größer. Natürlich ist der schwarzafrikanische Multikulturalismus (schönes Wort, Word kennt es nicht) dafür nicht alleinverantwortlich, aber dafür doch stark verantwortlich. Nationalstaaten im europäisch-amerikanischen Sinn gibt es in Afrika nicht, folglich auch nicht die für eine erfolgreiche Entwicklung notwendige nationalstaatliche Bündelung der Kräfte. Der Nationalstaat ist ja bloß der Klebstoff, der alles zusammenhält, ohne diesen Klebstoff bekommt man eben Schwarzafrika, einen Spielball der Nationen. Ein typischer Schwarzafrikaner denkt in folgenden sich steigernden Kategorien: Familie, Stamm, Großstamm ... nichts....nichts... Nation. Das ist der schwarzafrikanische Multikulturalismus. Und der hat ja jahrtausendelang auch gut funktioniert, aber spätestens seit der industriellen Revolution ist er eine Garantie für fürchterliche Rückständigkeit. Denn damit ein Land sich nach innen entwickeln und nach außen behaupten kann, muss es eine Nation sein, sonst ist es schwach oder wird schwach werden. Das wissen (oder sollten wissen) ja auch die Deutschen, die nach dem allmählichen Zerfall des HRR bis 1871 die Lieblingsspielbälle der europäischen Nationen waren. Heine erzählte mal in den 1830er Jahren, das ein Engländer, mit dem er sprach, enthusiastisch Deutschland lobte. Heine schrieb dann nicht ohne Bitterkeit, was der Grund für diese Lob war: Weil Deutschland schwach war. Deshalb liebten es die Engländer damals, das war der einzige Grund.
Übrigens, in Schwarzafrika immer wieder zu beobachten: Wo der Islam sich mit Schwarzafrika vereinigt, endet wirklich jede Entwicklung, jedenfalls jede, die halbwegs erfolgreich sein könnte, die halbwegs zur Entwicklung und Stärkung eines Landes beitragen könnte. Schwarzafrika plus Islam ist wirklich regelmäßig der absolute Stillstand. Beweis sind alle schwarzafrikanischen islamisch dominierten Länder, die zu den ärmsten der Welt gehören. So scheint also weder der afrikanische Multikulturalismus noch der afrikanische Islam ein besonderes Erfolgsmodell zu sein. Aber in Europa wird es natürlich alles ganz anders werden, sicher. Wird sicher das Paradies werden. Falls doch nicht, wird der einzige Trost sein, das die Entwicklung in Frankreich, England usw. die gleiche ist. Also ein Wettlauf in Schwäche.
Gustav Grambauer
17. April 2016 14:07
Magnus Göllner

"Vorführungen in (der Nähe) von Stuttgart"

"Vorführungen" (sic!)

- G. G.
Heinrich Brück
17. April 2016 15:34
Die Szene am Eßtisch ist wirklich nicht lustig. Da kommt die eigene Tochter mit einem schwarzen Nazi an, und beweist damit gleichzeitig, daß sie keine Rassistin ist.
Kaum starrt die Schlange den Hamster an, schon legt er akzeptable Musik auf: https://www.youtube.com/watch?v=51Lmn2PhgZE
Der Gutmensch
17. April 2016 16:34
Herr Grambauer, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Tja, die Gretchenfrage, mit wem man sich identifiziert ...Die Linken identifizieren sich selbstverständlich mit niemandem (weder mit dem Nichtzudiskriminierenden, noch gar - igittigitt - mit den eigenen Landsleuten), sondern sie verachten sie alle gleichmäßig (wir sind doch keine Rassisten sind wir nich!) aus höherem Prinzip; es sei denn, sie wären dem höheren Ziel irgendwie nützlich. So geht kommunistischer Humor!

Pathos haben sie aber auch - nur falls jemand versehentlich denkt, dass Linke nicht feierlich sein könnten:

https://www.youtube.com/watch?v=AD-YWCHsW4c


d. G.
Magnus Göller
17. April 2016 18:19
Wie wäre das eigentlich umgekehrt, ginge ein begeisterter weißer Trommler nach, sagen wir, Nigeria, und schlösse sich den Yoruba an, als ernsthaftestes aller Stammesmitglieder?
Die Frage stellte sich natürlich, ob die da überhaupt mitdrehen würden, bei so einem versuchten Kalauer. Wahrscheinlich hätten sie gleich raus, dass sie da nicht gut wegkommen würden, sie auch, und nicht nur die verrückte Weißhaut.
Ich habe mir derweil was anderes vorgenommen.
Ich gehe nach Indien und werde ein hindunationalistischer Maharadscha. Immerhin sind das da unten Arier. Wenigstens viele davon, nur etwas dunkler.
Ich gelobe auch schon feierlich von hier aus, dass ich deren mangelndes Pflichtgefühl nicht übers Maß tadeln und verfolgen werde. 5 000 Jahre Lethargie, das richtet auch kein Deutscher über Nacht.
Winston Smith 78699
17. April 2016 18:34
@ Heinrich Brück

Kaum starrt die Schlange den Hamster an, schon legt er akzeptable Musik auf: https://www.youtube.com/watch?v=51Lmn2PhgZE


Und sowas jetzt bitte von einem charismatischen Barden gebracht. Nichts gegen die gewaschenen und gekämmten Belcantisten der patriotischen Liedermacherszene, aber die Linken mit ihrem Patent auf das Wort "Widerstandslied" machen das besser - die haben den Wader, den Geigerklaus und viele mehr, die das entproduziert und ohne Schnickschnack bringen könnten, ohne jedoch in Wutgebrüll zu verfallen und die Mädels und Muttis zu schrecken - zugleich jedoch mit dem Auftreten des Geknechteten, der gerade endlich zur Mistgabel greift - und das ist der Chorknabe Hähnel einfach nicht.

Reichel scheint ja prinzipiell bereit zu sein (bitte diesen einen Videolink, ja?):

https://www.youtube.com/watch?v=9bO0Y9lvmAo

Aber wie es zu einem echten Vormärz gehört, kann so einer sich das eben nicht leisten ohne Ruin, oder meint das nur, oder wird irgendwie "überzeugt". Auch Justizexempel werden jetzt ja statuiert oder inszeniert. Vor einiger Zeit hat indes ein GiGi schon den Maffay gesungen - oder besser: wutgebrüllt.
niekisch
17. April 2016 18:36
"Wie germanengläubige Blutsbrüder eine hochpathetische Feuer- und Fackel-Inszenierung mit Odingedenken exerzieren. Darüber kann man schon mal herzlich lachen, zumal die Szenerien hier nicht ins Absurde gingen, sondern ziemlich authentisch anmuteten."

Natürlich, gnädige Frau, sollten Sie keine Gelegenheit versäumen, ganz herzlich zu lachen, denn Lachen ist wirklich gesund. Und für die Zeit danach empfehle ich Ihnen zur Lektüre:

http://ottomar-koehler.antiquariatsportal.de/28739,Odin-%3A-ein-Gott-auf-der-Couch.-komplett-mit-Beilage-Nordgermanische-Runenreihe-Wikinger-Runen.html

Bitte keine den Blick versperrenden Vorbehalte gegenüber einem Thema, das in uns allen wirkt.
Schildmaid
17. April 2016 21:03
"Ich schaute ihm mir im übervollbesetzten kleinen Vorführraum eines linken Kinos an. Einer der Regisseure war anwesend, Karl-Friedrich König, freundlicher Kerl mit sympathisch-offenem Gesicht. (Klar: Lookism. Pardon.) Mit seinem Bruder Tilman fungierte er als Regisseur und Drehbuchautor. Beide sind Söhne des bekannten Antifa-Pfarrer Lothar König und Brüder der Thüringer Landtagsabgeordneten Katharina König (DIE LINKE)."


Welches linke Kino war das denn ?
Kositza: "Cineding"
Wir meiden seit einem Jahr zB "Prager Frühling"in Leipzig. Nicht wegen der Filme sondern wegen der Lage des Kinos. Und wegen des vergutmenschlichtens Klientels. Und aus Prinzip irgendwie.

Der Film interessierte mich auch. Es hingen Plakate im Viertel und die Paralelle zu Ferdinand aus Kamerun ( Pegida) blitze auf. Den Trailer find ich witzig. Herrn König ( Altlinker der sich auf Demos völlig lächerlich macht) find ich gruselig. Hat den Absprung nie geschafft. Ist seine Sippe genauso drauf oder wagt sie die Abgrenzung ? Werd den Film runterladen und in Ruhe zu Hause schauen.

Danke für die Rezension !
thotho
17. April 2016 21:34
Vergessen wir nicht, dass "Nazi" ein politischer Kampfbegriff ist und deshalb ein Anführungszeichen nicht schlecht täte.

Zum Film, den ich mir sicher nicht ansehen werde: es kommt eben immer darauf an, wie es gemacht ist. Wenn ein Schwarzer als "Supernazi" seine "unnützen" weißen Kameraden vergasen will, und dem ein oder anderen linken Gymnasiallehrer dabei etwas Schweiß in den Rollkragenpulli oder auf die Halbglatze schießt, soll es mir recht sein. Zumal man demjenigen dann lachend ins verfallene Gesicht sagen müsste, dass Kunst alles dürfe.
FTL-PIR
17. April 2016 21:50
und mir wurde schlecht. Ich wurde sofort an offiziellen DDR-Humor erinnert, der versuchte, uns davon zu überzeugen, dass der Klassenfeind bitterböse wäre und vor dem Abgrund stehen würde, obwohl wir wussten, dass wir einen Schritt weiter waren. Ich denke, dass linker "Kunst" wie diesem Filmchen ohnehin zu viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Aber als guter Demokrat lese ich mir auch Ihre Filmkritik durch.
eulenfurz
17. April 2016 21:53
Komisch war also, daß wir immer dann kicherten, wenn es ansonsten ruhig blieb im kleinen Saal. Und umgekehrt keinen Lachimpuls verspürten, wenn alle anderen grölten.


Das dürfte wohl den meisten hier so gehen: Die Persiflagen auf die "rechte Szene" sind skurril überspitzt und ermuntern zum Lachen, von den Antifa-Kostgängern werden diese hingegen für besonders authentisch gehalten - leben sie doch in und von diesem Klischees - und dürften diesen lediglich als dokumentarisch festgehaltener Beweis für die besondere Dämlichkeit ihres politischen Gegners sein. Betretenes Schweigen wäre da wohl angemessen.

Vielleicht eignet sich das Filmchen als Lehrstück für Angehörige der "rechten Szene", welche linken Klischees und tatsächlichen Verhaltensweisen sie zu besonders skurrilen Typen macht - um daran zu arbeiten und zu wachsen? Und für die besonders Dämlichen unter denen: Bitte auch gern die Seiten wechseln!

Unsereins muß nicht im Publikum derartige Filme konsumieren, sondern kann in skurriler Gewandung wie ein Fisch im Wasser in linken und Antifahochburgen hämisch grinsend subversiven Dingen und Diskursen nachgehen, um Ratlosigkeit und Verunsicherung zu hinterlassen. Könnte man auch mal einen Film drehen - aber das RL ist einfach spannender und das Budget wird sowieso nicht staatlich gefördert.
Gustav Grambauer
17. April 2016 22:12
Gutmensch

"Die Linken identifizieren sich ..."
"... kommunistischer Humor"

1925 war nicht nur das Jahr, in dem "der Kleine Trompeter" erschossen wurde, es war neben den Jahren 1953 und 1986 das Jahr einer der wichtigsten Weichenstellungen

https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialismus_in_einem_Land

für das östliche System. (Dazu waren konzeptionell die Weichen bereits von Lenin mit "Der linke Radikalismus - die Kinderkrankheit ..." gestellt worden.) 1925 wurde die KPD durch Thälmann von einer haßerfüllten, mit Wall-Street-Geld von Hinterzimmern aus operierenden aschkenasischen Berufsrevoluzzer-Fronde zu einer für deutsche Arbeiter wählbaren Arbeiterpartei mit - im besten und im schlechtesten Sinne - deutschen Kadern umgeschmiedet (das Motto "Alle Macht den Räten" wurde ja auch in "Alle Macht den Kadern" umgeändert). Bei der "ethnischen Säuberung" waren diese "Kader" nicht zimperlich (pikant dabei ist, daß sich Thälmann mit der Fischer kurz zuvor noch im Bett vergnügt hatte). Es hat dann noch bis 1943 gedauert, um auch die Komintern zu pulverisieren (und bis 1953, um die Lubjanka ansatzweise unter russische Kontrolle zu bringen).

Kurzum: ich würde vom Jahr 1925 an nicht mehr von Kommunisten und Linken in einem Atemzug sprechen.

Nicht zufällig war "Der Kleine Trompeter" Honeckers Lieblingslied. Nicht zufällig war 1986 nicht nur das Jahr, in dem die Juden im Ostblock wieder mit Privatjets einflogen und die Macht übernahmen - es war auch das Jahr, in dem Honecker voller Trotz dagegen - und in vollem Bewußtsein der Dimension dieses Rassenkrieges - in Ostberlin den "Thälmann-Park" einweihte.

- G. G.
Rumpelstilzchen
18. April 2016 08:25
Vielleicht sollte man nicht nach rechten und linken Visagen unterscheiden, nicht nach schwarzen Nazis und weißen Massai, sondern nach Menschen, mit denen man lachen kann oder aber nicht:
https://www.google.de/search?q=yared+dibaba&ie=UTF-8&oe=UTF-8&hl=de&client=safarizh
Der Gutmensch
18. April 2016 09:19
Vielen Dank für die Erklärungen, Herr Grambauer - ich will gerne zugestehen, dass ich viel zu wenig über diese Dinge weiß, um mir ein eigenes Urteil zu erlauben. Dann sollte man nicht lästern - auch das stimmt natürlich.

d. G.
Arminius Arndt
18. April 2016 10:40
Herr Grambauer,

Sie verfügen über ein esoterisches Geschichtswissen, insbesondere, was das Thema DDR angeht.

Aus Ihren Beiträgen (nicht nur in diesem Debattenstrang - ganz allgemein betrachtet) lässt sich für den schon länger Mitlesenden so manches Bruchstück und Puzzleteil entnehmen. Aber irgendwann sollten Sie einmal an einer größeren, systematischen Abhandlung darüber arbeiten und diese dann ggf. auch veröffentlichen (ich - und sicher noch etliche mehr - würde diese mit großem Interesse lesen).

Gruß vom Nichteingeweihten,
A. A.
Ellen Kositza
18. April 2016 10:47
Danke, Ende!

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