13. April 2016

Warum "Umvolkung" von Akif Pirinçci bei Antaios erscheint

von Götz Kubitschek / 79 Kommentare

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

AP Cover.inddDas neue Buch von Akif Pirinçci, Umvolkung, wird in einer Woche im Verlag Antaios erscheinen (hier bestellen!), und weil es ein paar Dutzend Mails und Anrufe mit Fragen zu diesem neuerlichen Verlagswechsel Pirinçcis gab, seien nun Antworten auf die FAQs gegeben.

Frage: Warum ist Akif Pirinçci nicht bei seinem politischen Stammverlag "Manuscriptum" geblieben?



Antwort: Es war vor zwei Jahren eine glückliche Entscheidung, daß Pirinçci zu "Manuscriptum" ging, obwohl er Deutschland von Sinnen zunächst bei Antaios zur Prüfung vorgelegt hatte. Unser Verlag war aber damals 1. nicht in der Lage, das finanzielle Risiko zu tragen, 2. mit Pirinçcis Sprache nicht einverstanden und 3. kurz davor, amazon.de als entscheidende Vertriebsplattform einzubüßen.
Im Nachgang zeigte sich, daß die Entscheidung für "Manuscriptum" auch politisch klug war: Antaios ist ein dezidiert rechtsintellektueller Verlag, die Markierung des Autors wäre eindeutig gewesen. Bei "Manuscriptum" hielt der irritierende Faktor die öffentliche Reaktion in einer dem Buch und dem Verkauf zuträglichen Spannung. Der Verlag brachte zwei weitere Titel von und mit Pirinçci, zuletzt Die große Verschwulung.
Die medialen Hinrichtung Pirinçcis nach seinem Pegida-Auftritt und die Streichung dieses Autors aus der etablierten Verlagswelt und allen relevanten Vertriebsstrukturen, bestärkte "Manuscriptum" in der bereits getroffenen Entscheidung, nicht ausschließlich als "Pirinçci-Verlag" in die Geschichte eingehen zu wollen. Man kann nun zeigen, daß man einen breitangelegten Verlag betreibt, der mit Klonovsky, Fasbender, Lassahn und Böckelmann exquisite Autoren aufbieten kann.

Frage: Warum ist Pirinçci zu Antaios gewechselt? Was ist nun anders als vor zwei Jahren?

Antwort: Um die drei Punkte aufzugreifen, die vor zwei Jahren einem Vertragsabschluß entgegenstanden – 1. Antaios ist mittlerweile in der Lage, einen Autor wie Pirinçci zu stemmen; 2. Pirinçci hat das typische Antaios-Lektorat akzeptiert und sich sprachlich gewandelt, ohne seine inhaltliche Schärfe einzubüßen; 3. amazon.de ist futsch, aber es ist in den vergangenen zwei Jahren ein Verlags-, Vertriebs- und Publikationsnetzwerk entstanden, das völlig unabhängig vom Mainstream und sogar gegen ihn Autoren und Themen in die Breite tragen kann.
Und zuletzt: Bei Antaios ist Pirinçci ein Autor unter anderen sehr erfolgreichen Autoren. Antaios wird durch ihn nicht als etwas markiert, das der Verlag nicht sowieso ist: eines der Sturmgeschütze der Meinungsfreiheit, um mal ein Spiegel-Motto zu kolportieren.

Frage: Nach der berühmt-berüchtigten Pegida-Rede von Pirinçci las man in diesem Netz-Tagebuch Kritik an ihm. Und nun doch Zusammenarbeit?

Antwort: Wer im Oktober zum 1. Geburtstag von Pegida mit hinter der Bühne war und Pirinçci nicht davon abhalten konnte, ins offene Messer zu laufen und so die Berichterstattung über den Jahrestag des wichtigsten Demonstrationsbündnisses Deutschlands auf dumme Weise zu prägen, darf sich danach durchaus einmal öffentlich auskotzen.
Als dann aber zwei Tage später klar war, daß die "Zivilgesellschaft" an Pirinçci ein Exempel statuieren, ihn verleumden und beruflich vernichten würde, um damit Pegida zu treffen, war unsere differenzierte Kritik obsolet. Wir löschten sie und warfen unser Räderwerk innerhalb des immer stabiler werdenden Widerstandsmilieus an – und können sagen, daß wir einen nicht geringen Anteil daran haben, daß es diesen rotzfrechen Autor noch gibt. Daß dies letztlich in eine Zusammenarbeit zwischen Autor und Verlag münden würde, war vor sechs Monaten noch nicht absehbar.

Frage: Aber paßt Pirinçci überhaupt in den Verlag Antaios? Er ist nicht rechtsintellektuell, sondern ein Experte für Fäkalsprache ...

Antwort: Der Soziologe Armin Nassehi hat heute früh in der Lesart von Deutschlandradio Kultur im Prinzip genau diese Frage beantwortet, dem ist tatsächlich nicht viel hinzuzufügen. Zitat aus dem Radiogespräch, das man hier nachhören kann:
Pirinçci ist natürlich zu einem Art "Opferhelden" geworden, weil er aus seinen sonstigen publizistischen Geschichten rausgefallen ist ... denn wenn einer so den Komment verläßt, wie eine intellektuelle Auseinandersetzung stattfindet, dann kann man daran dann schon so eine entsprechende Person vorführen. Und jetzt führt der Antaios-Verlag vor, daß man sich von der Lügenpresse oder den Lügenverlagen – ich weiß nicht, ob es diesen Begriff gibt – jetzt nicht vorführen läßt. Ich würde das eher als ein politisches Statement ansehen als eine Idee ernsthafter Auseinandersetzung.

Frage: Kurzum – Pirinçci ist nun bei Antaios, weil damit eine politische Botschaft verknüpft ist?

Antwort: Ja, das spielt eine ganz große Rolle. Die Botschaft lautet: Es ist in Deutschland nicht mehr möglich, einen Autor, der politisch und medial für seine Widerstandspositionen geschlachtet werden soll, tatsächlich auch zu schlachten. Es gibt für solche Autoren gottlob einen Bewegungsspielraum, der Tag für Tag größer wird, und Antaios ist ein Teil dieses selbstbewußten medialen, vorpolitischen und politischen Raumes. Wenn Antaios verlegt, PI berichtet, die Junge Freiheit interviewt, Compact Lesungen veranstaltet und die vielen kleinen und größeren Buchversande und Internetseiten das, was unterdrückt werden soll, in die Netzwerke schießen, dann wächst das Bäumchen auch ohne die staatlich finanzierten Bewässerungssysteme.

Frage: Zeichnet sich bereits ab, daß mit Pirinçci alles anders ist?

Antwort: Ja. Ein Beispiel ist der Boykott des Titels durch die Barsortimente, jenen Zwischenhändlern also, die den kompletten Buchhandel beliefern. Nach dem entscheidend wichtigen libri  hat nun auch Umbreit die Aufnahme des Titels abgelehnt, KNV wird ebenfalls nicht mitziehen. Damit ist das Buch für den Buchhandel praktisch nicht existent, und nicht nur Umvolkung: Der ganze Pirinçci ist ja gelöscht im Zwischenhandel. Antaios weiß um das Risiko, sich wieder einmal zu exponieren, und es wird nun ein fleißiges twittern von Seiten der zivilcouragierten Verlag-Stalker mit sekundärem Intellekt anheben, daß man doch eigentlich das Gesamtprogramm von Antaios aus den Barsortimenten streichen könnte, sollte, müßte.
In aller Deutlichkeit: Pirinçci jetzt zu verlegen, ist ein Widerstandsakt; ihn jetzt zu kaufen, zu lesen und zu verschenken übrigens auch! Das ist für jeden unkompliziert und wirkungsvoll direkt beim Verlag Antaios möglich, und zwar hier.

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (79)

Waldschrat
13. April 2016 17:48
Respekt, aus meiner Sicht habt Ihr wirklich alles richtig gemacht in Sachen Pirinçci.
Isarpreiß
13. April 2016 17:52
Wie wär's mit einer Leseprobe? Nicht nur in diesem Fall, sondern vielleicht bei allen Büchern, die bei Antaios verkauft werden?
Simplicius
13. April 2016 18:55
Gut so. Sie machen schon alles richtig, Herr Kubitschek. Dieser von den "Wir Demokraten“ und Verteidigern der "europäischen Werte" initiierte und durchgezogene, freiheitliche Totalboykott eines bis dahin erfolgreichen Autors, weil er zum Meinungsabweichler wurde, muss doch jedem nicht verlogenen Demokraten die Augen öffnen über das, was an Meinungslenkung und -unterdrückung in Deutschland abläuft.

Eine Satz, der das Demokratie-Verständnis unserer "demokratischen Parteien“ ganz gut illustriert:

"Wer gegen den Populismus nicht knallhart antritt, verliert“,

sagte der Christdemokrat und Europapolitiker Elmar Brok anlässlich der Frechheit, die sich die Niederländer jüngst erlaubt hatten, als sie in einer Volksabstimmung (Ukraine-Abkommen) gegen die EU votiert hatten: „Nee“. Die Lateiner wissen ja: populus = das Volk.
Bernhard
13. April 2016 20:08
Ob man es bei den Konservativen hören will oder nicht: Geld ist Macht! Es liegt an uns, die vorhandenen kleinen Widerstandsstrukturen mit den nötigen verschiedenen finanziellen Unterstützungmöglichkeiten groß und stark zu machen.
Realist
13. April 2016 20:13
Eine gute Klarstellung. Kubitschek hätte sich aber keinen Zacken aus der Krone gebrochen, wenn er ein zugegeben hätte, dass er mit seiner Kritik an AP unmittelbar nach dessen Rede übers Ziel hinaus geschossen ist. Das Gleiche stände Bachmann übrigens auch gut zu Gesicht.

Aber wichtig ist, dass es gemeinsam weitergeht!
Sakksa
13. April 2016 21:05
Lieber Kubitschek, vielen Dank für die Klarstellung. Ich hatte hier zu einem anderen Beitrag deutliche Kritik an Pirincci verfasst. Wenn ich Fäkalsprache türkischstämmiger Migranten hören will, kann ich das nämlich ganz umsonst in jeder S-Bahn einer beliebigen Großstadt haben. Sehe ich übrigens immer noch so. Rotz ist Rotz, selbst wenn es der eigene ist.

Dünkel widerstreben mir allerdings auch. Ich kann jetzt besser Ihre Beweggründe verstehen und gebe recht. Politisch Verfolgte genießen Asylrecht, Antaios setzt also Art. 16a GG um. In Ordnung und weiter so.
Corax
13. April 2016 21:06
Nach der medialen Bücherverbrennung nun Phönix aus der Asche.

Alle Achtung!
niekisch
13. April 2016 21:37
"Wenn Antaios verlegt, PI berichtet, die Junge Freiheit interviewt, Compact Lesungen veranstaltet und die vielen kleinen und größeren Buchversande und Internetseiten das, was unterdrückt werden soll, in die Netzwerke schießen, dann wächst das Bäumchen auch ohne die staatlich finanzierten Bewässerungssysteme."

Das überzeugt mich unter der Voraussetzung, daß Akif Pirincci aus nicht nur kommerziellen Gründen sich die anti - mainstreamigen Themen heraussucht. Hat er einen nur kommerziellen Antrieb, dann sollte er nicht unterstützt werden. Wir wissen letzlich auch nicht, wie er sich verhalten wird, wenn es hier Spitz auf Knopf stehen wird. Das wissen wir allerdings bei den meisten Eingeborenen auch nicht.
Der Gutmensch
13. April 2016 21:44
Der Akif ist mir wirklich ganz egal. Aber lustig finde ich, was die deutschen Künstler so alles als Kunst feiern, wenn es - von einem Böhmermann kommt. Prima, wieder was gelernt!


d. G.
Exmeyer
13. April 2016 22:09
@ Niekisch

Nun, ich habe bis VOR dem Auftritt Pirincci aufgrund von Sprache und Habitus abgelehnt. Nach dem Auftritt bei Pegida allerdings deutlich gemacht, daß es hier NUR Solidarität geben konnte.

Wer - wenn es Spitz auf Knopf steht - was machen wird und kann, das wird man sehen, sollte es denn so weit kommen. Aber jetzt vermag ich zu sehen, daß Pirincci sich sehr mutig - quasi seine ökonomische Existenz auf Spiel setztend - verhalten hat.

Abseits von Sprache und Habitus ist er darin Vorbild! Von den vielen, die im möglichen Bürgerkrieg schon heute Helden sind, unterscheidet sich Princci, daß er bereits heute seinen Mut bewiesen hat.

Das sollte ihm schon einen gewissen Vertrauensvorschuß eingebracht haben; vor allem gegenüber jenen, die bis jetzt nur große Taten angekündigt haben, "WENN es denn mal richtig kracht".
Nordlaender
13. April 2016 22:24
@ Der Gutmensch

"Der Akif ist mir wirklich ganz egal."

Warum dann aber diese Duzbrüderschaft mit dem Türken Pirincci?

"Aber lustig finde ich, was die deutschen Künstler so alles als Kunst feiern, wenn es – von einem Böhmermann kommt."

Unter den herrschenden Bedingungen des BUNTEN Regimes entsichere ich immer gleich vorsichtshalber meinen Colt, wenn ein Künstler (Kulturschaffender) angekündigt wird.

Gibt noch einen anderen Türken - Serdan Somuncu -, der absolut talentbefreit mit dem Untotesten aller Zeiten im Gepäck die Republik heimsucht, dem niemals auch nur die Andeutung einer Pointe gelungen ist. Und dann der grandiose Scherz, seine Selbstbezeichnung als Künstler. Nee, watt hebbt wi lacht.

@ niekisch

Der Neocon Pirincci verdient im Stile der Achse der Guten jede Menge Kohle damit, offene Türen einzurennen. Mutig reißt er Tabus wie u.a. die "gender"-Hauptverströmung nieder, die keine sind. Tatsächliche Tabus kann niemand besser beschützen als der zornige Rebell, mit dem Image, niemals ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Mit seinem unsäglichen KZ-Spruch hat er eine Eselei begangen, die nicht mehr gutzumachen ist.
Man tausche mal die Parameter aus: Ich begebe mich als Ausländer nach Japan, China oder sonstwohin und spiele auf die herrschende Erzählung der tatsächlichen oder nur vermeintlichen dunkelsten Flecken
der Geschichte des Landes an. Unerträglich.
Selberdenker
13. April 2016 23:00
Was ihr tut, ist genau richtig. Klar, das Buch ist bestellt. Habe alle politischen Titel von Pirincci bereits gelesen. Die Bücher sind ja, in Ruhe und bei Lichte betrachtet, politisch keinesfalls anstößig und sicher auch nicht die Bohne rechtsradikal. Wer es nicht selbst liest, muß sich natürlich auf Urteile verlassen, die Menschen gefällt haben, die es selbst nicht gelesen haben Pirincci, über seinen Stil kann man unterschiedlicher Meinung sein, schert sich nicht um politisch korrekte Fettnäpfe. Er nimmt sich sogar einen nach dem anderen vor, um bewußt hineinzulatschen.
Seinen wir mal ehrlich - das zu lesen tut ähnlich gut, wie als Kind einfach mal in genau die Pfütze zu springen, vor der die Mamma gerade noch gewarnt hat. Nein, nicht die richtige, die liebende Mamma - gemeint ist die falsche "Mamma" Merkel und ihre Spießgesellen, die noch an den Schalthebeln der Republik sitzen.
Es wurde Zeit, dass jemand reinlatscht - in die ewigen deutschen Pfützen, die wie heilige Biotope gehütet und konserviert werden, obwohl es nur Wasserlöcher sind. Sonst legen wir sie nie trocken. Löcher gehören ausgebessert. Deshalb wird nicht vergessen, wie sie entstanden sind.
Politisch korrekte Fettnäpfe, Pfützen oder Tretminen aufzustellen oder zu konservieren hilft keinem Menschen, der dem braunen Totalitarismus zum Opfer fiel. Es ist auch keine "Aufarbeitung der Nazizeit" oder Ähnliches. Unsinnige Sprech- und Denkverbote dienen nur dem Erstarken eines neuen Totalitarismus.
Danke, dass ihr mit eurem Verlag dabei mithelft, dagegen anzugehen.

SAPERE AUDE!
Karl Brenner
13. April 2016 23:37
Es ist die richtige Wahl.

Wir (zusammen mit Leuten wie Pirinçci) müssen uns wehren.
Wir müssen dem teuflischen Plan Widerstand entgegen brigen
Wir müssen uns dem Teufel mit aller Kraft entgegen werfen
Wir müssen es ihm so unangenehm machen, wie möglich
Wir müssen nun kämpfen
Und die Wahrheit sagen

Pirinçci hat Geld gegen Aufrichtigkeit eingetauscht
Das wird ihm hundert Jahre lang von allen Deutschen nicht vergessen werden

Und wenn wir es nicht schaffen werden...
... dann wird die Strafe für diejenigen, welche diesen teuflischen Plan der Verdummung, der Ent-Deutschung und der Ent-Nationalisierung mitgespielten...

... dann wird die Strafe all dieser Mittäter und ihrer Kinder um so größer sein

Was diese Leute und ihre Kinder erwartet, mIt TTIP, CETA, EU, NATO, Scharia, Islamisierung und totalitärem Staat.....
.... das wird um einiges schlimmer werden, als das, was die Demonstranten und aufrichtigen Angegriffenen nun erleben müssen. Deshalb lohnt es sich!

Ob es erfolgreich wird, weiß man nicht.
Aber es ist Gerecht GEGEN Merkel, Gabriel oder Özdemir
und FÜR die Freiheit zu kämpfen.
Julius Fischer
13. April 2016 23:57
Riskieren Sie also hiermit, dass man Ihre Bücher aus dem Verlag "Antaios" nicht mehr bei ganz normalen Buchhandlungen bestellen kann?
Bei meiner Buchhandlung kann man alle Bücher Ihres Verlages bestellen, auch die aktuellen. Das wäre dann aber ein Widerstandsakt erster Güte! Mein Exemplar habe ich schon vor einigen Tagen bestellt.
Überhaupt verstehe die Kategorisierung "rechter" Verlage nicht. Ich würde noch nicht mal behaupten, dass ich ein Rechter bin.

Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass ein Leser auch eine breite Palette an rechtsintellektuellen Büchern sichten kann. Früher wurden Bücher, die man heute vielleicht als rechtsintellektuell bezeichnen würde, ohne weiteres in breiter Zahl bei Ullstein verlegt. Was ist denn heute anders, dass man sie bei bspw. bei amazon dezimiert? Ich bin auch immer verunsichert, was die Grenzen angeht, da ich keine rechtsextremen Bücher kaufen und lesen möchte. Der Grabert Verlag respektive der Hohenrain Verlag haben wohl nicht das beste Renommee und ich weiß auch letztlich nicht, was ich davon halten soll. Johann Braun hat dort veröffentlicht. Die Bücher des Antaios Verlag sind eigentlich dafür prädestiniert in vielen Haushalten zu landen.
Westpreuße
14. April 2016 00:11
"Unter den herrschenden Bedingungen des BUNTEN Regimes entsichere ich immer gleich vorsichtshalber meinen Colt, wenn ein Künstler (Kulturschaffender) angekündigt wird."

@ Nordlaender:
Ich will mich nicht einmischen, aber dann doch lieber gleich das Original:
"Wenn ich Kultur höre (...) entsichere ich meinen Browning."
(Hanns Johst in seinem Adolf Hitler in "liebender Verehrung und unwandelbarer Treue" zugeeigneten Drama SCHLAGETER,
1. Akt, 1. Szene).
Fälschlicherweise wird das Wort bis heute Hermann Göring zugeschrieben...

Ob Colt oder Browning: Geht beides nicht gut bzw. ging ja auch nicht gut...
Ich brauche nur auf die heutige Landkarte zu schauen.
Pack das, 1933 - 1945, das die Macht an sich riß...
: Grüße von der Weichsel
Andreas Walter
14. April 2016 00:14
Interessant. Mit der Struktur des Buchvertriebs hatte ich mich bisher noch nie beschäftigt. Auch sehr starke Markt- und damit Machtkonzentration auf nur wenige Familien und Marktteilnehmer auf der Anbieterseite, wie es scheint (ähnlich wie auch bei den grossen Medien-, Informationsanbietern in den VSA).

http://www.dailyinfographic.com/wp-content/uploads/2012/06/media-infographic.jpg

Weltkonzerne sind das alles heute, von denen niemand so genau weiß, wem die eigentlich im Detail zu weichem Zeitpunkt und zu welchem Anteil gehören:

https://netzfrauen.org/wp-content/uploads/2013/12/medienkonzerne.jpg

Hier kann man daher schon eindeutig von Marktversagen sprechen, von einem Oligopol in der Hand von nur wenigen Oligarchen. Denn entscheidend ist, wer das sagen hat, also die Unternehmensform und die rechtliche Unternehmensgestaltung, und nicht unbedingt die Eigentümerstruktur.

3000 Mitarbeiter also (ohne Amazon) kümmern sich in Deutschland heute täglich darum, dass die lokalen Buchhändler (ähnlich wie im Apothekendienst die Medikamente) jedes von ihnen vertriebene Buch innerhalb von 24 Stunden bekommen können. Hahaha, früher übrigens nur gegen Bares, und daher auch der Ausdruck Barsortiment:

https://de.wikipedia.org/wiki/Barsortiment

Doch nicht nur da leidet der Kapitalismus mittlerweile an einer zu grosser Machtkonzentration, mit all seinen Folgen, Nachteilen und Gefahren:

https://netzfrauen.org/2015/07/16/the-big-four-die-macht-von-aldi-edeka-co/

Daher kann ich die Linken durchaus verstehen, die sich deswegen auch Sorgen machen, doch genau aus dem Grund bin ich Nationalist. Weil ich auch bei den Nationen und damit Völkern Vielfalt möchte, sogar militärische. Dass das teurer ist, auch teurer als der Monopolismus des Kommunismus, dass ist mir bewusst.

Doch auch Freiheit, Individualität haben eben ihren Preis, und das sind sie mir Wert. Denn ich möchte, kann nicht Otto Normalverbraucher sein und nur die Frau Mustermann, dass ist nicht persönlich gemeint, möchte ich auch nicht nur zur Auswahl haben. Das möchte auch die Natur nicht, aus gutem Grund.

https://www.youtube.com/watch?v=zVAIDwEcgJc
Winston Smith 78699
14. April 2016 00:39
@ Exmeyer
Von den vielen, die im möglichen Bürgerkrieg schon heute Helden sind, unterscheidet sich Princci, daß er bereits heute seinen Mut bewiesen hat.


Können Sie sich vorstellen, dass es mehr Leute gibt, die bereits Mut bewiesen haben, aber die vielleicht keinen Migrantenbonus hatten und nicht sowas schreiben konnten wie Pirincci vorher, die daher eben nicht bekannt waren und auch nicht durch eine solche Bekanntheit ein wenig vor allzu gemeinen Maßnahmen geschützt?

Da gibt es extra einen Film wie "Das Leben der Anderen", um das Auge zu schärfen für unsichtbare Hilfe ohne große Effekte und Ehrung, und dann kommt so eine simple Unterscheidung von Ihnen. Das stimmt mich traurig. Meine Arbeit habe ich längst verloren und ein Problem dafür hinzugewonnen, aber meine Geschichte wage ich noch immer nicht zu erzählen, weil sie mich sonst noch schlimmer drankriegen werden.
Gert H. Köster
14. April 2016 01:28
Kann Orban nicht auch in D klagen? Oder Trump? usw. Hab gerade Piricci bestellt.
Arminius Arndt
14. April 2016 07:42
Es ist immer wieder ähnlich:

Sobald über A.P. auf diesen Seiten diskutiert wird, bricht es mehr oder weniger bei einigen ganz oder auch nur latent heraus:

Ihr Kernmisstrauen oder Widerwillen gegen A.P. ist maßgeblich auf der Tatsache gebaut, dass er türkischer Abstammung ist. Ruhig einmal ganz klar und offen dazu stehen, dass die "Fäkalsprache", der Liberalismus etc. eigentlich oft nur Mittel sind, um das platte Ressentiment zu rationalisieren und damit zu kaschieren.

Mir persönlich sind Kanaken wie A.P. tausend mal lieber, als betroffene, stullenschmierende Weiber oder Funktionsjacken- tragende gehobene bis höhere Beamte um die 50, die zum ersten mal in ihrem Leben nützlich sein wollen, in dem sie sich der Migrationsindustrie andienen. Er ist mir auch tausend mal lieber, als ein Böhmermann, der gerne aus der Welle des Mainstreams heraus hart austeilt, jetzt aber feige abtaucht, wenn es mal ans schön auf dem Festgeldkonto Gebunkerte gehen kann.

Mit der Zuwanderung war es schon immer so, dass die Dosis das Gift macht und wenn die Dosis stimmt, ist Zuwanderung schon immer eine Bereicherung gewesen. Und mit Dosis meine ich keine homöopathischen Dosen oder ähnliche Alibi "Ich bin ja kein Rassist, denn ich hab ja nichts gegen Ausländer (solange sie nicht in meinem Stadtteil wohnen) ..."- Vorstellungen (Anmerkung: Seit letztem Jahr findet die Überdosierung für alle erkennbar statt).

A.P. ist eine Bereicherung, weil er dann Kern des Angriffsmoments verstanden hat, für dieses Land einsteht und dagegen hält.
Nordlaender
14. April 2016 08:50
@ Arminius Arndt

"Er ist mir auch tausend mal lieber, als ein Böhmermann, der gerne aus der Welle des Mainstreams heraus hart austeilt, jetzt aber feige abtaucht, wenn es mal ans schön auf dem Festgeldkonto Gebunkerte gehen kann."

So ein kleines unbedeutendes Würstchen wie Böhmermann ist mir immer noch lieber als unser BUNTER Präsident ("Es geht eine Träne auf Reisen".).

Gauck ist mir immer noch lieber als ... usw. Niemals ist etwas so schlimm, als das sich nicht noch Schlimmeres denken ließe.
t.gygax
14. April 2016 09:00
@julius fischer
Der Grabert/Hohenrain Verlag hat eine ganze Reihe Bücher herausgebracht, die jeder historisch Interessierte mit Gewinn lesen kann.
Es ist übrigens völlig egal, in welchen Bereich ein Verlag von anderen "verortet" wird. Entscheidend sind die Bücher, und ob die was taugen oder nicht, kann der Leser selbst entscheiden.
Habe den Pirincci gekauft und werde ihn verschenken ( mir sagt das nichts Neues mehr...) an jemand, der das noch nicht kennt.
Widerstand im kleinen, exakt so wie es G.K. beschrieben hat.
Nordlaender
14. April 2016 09:02
@ Westpreuße

"Ob Colt oder Browning: Geht beides nicht gut bzw. ging ja auch nicht gut…
Ich brauche nur auf die heutige Landkarte zu schauen.
Pack das, 1933 – 1945, das die Macht an sich riß…"

Aha. Also lieber jede Kulturarbeit freudig anerkennen, weil sonst die Katastrophe des Landverlustes droht?
Britney Spears und Antilopen Gang sozusagen als friedenssichernde Maßnahmen?

Besonders schöne Arbeit des Künstlers Hans Haacke:

http://greenmuseum.org/c/ecovention/sect2/haacke_der_bevolkerung.jpg
Ein gebürtiger Hesse
14. April 2016 09:47
Es ist ein Verlags-, Vertriebs- und Publikationsnetzwerk entstanden, das völlig unabhängig vom Mainstream und sogar gegen ihn Autoren und Themen in die Breite tragen kann.

Und genau diese Stellung, deren Errichtung eine fantastische Leistung ist, muß weiter gefestigt und ausgebaut werden. Denn wann immer es gelingt, daß ein Buch - wie das Heerlager, wie der Große Austauch, wie hoffentlich nun auch die Umvolkung - weite Kreise zieht, die über Sherwood Forest ... äh, Schnellroda hinausgehen, wird diese Bastion der Gegenöffentlichkeit immer magnetischere Wirkung bekommen.

Das kompakte Format des Pirincci-Buches, 160 Seiten, 14 Euro, erscheint ebenfalls klug gewählt, um es in möglichst viele Hände zu geben. Möge genau dies geschehen!
Carsten
14. April 2016 09:47
Ich finde dieses sanguinische Gemäkel von einigen hier ganz fürchterlich! A.P. ist für mich ein deutscher (!) Patriot! Und es ist wunderbar, wenn das gesamte Milieu endlich mal solidarisch zusammenhält! Das macht Hoffnung.
Der Gutmensch
14. April 2016 09:51
@Herrn Arndt und @Nordländer

Zum einen - A.P. nennt sich selber "Der kleine Akif"; daher habe ich keine Probleme, ihn ebenfalls Akif zu nennen. Das hat nichts mit Duzbrüderschaft zu tun, ich lasse mich ja auch mit "Gutmensch" anschreiben, das ist meine Verantwortung.

Seine (Akifs) Motive sind mir nicht transparent. Aber Herr Kubitschek hat dann wohl getan, was ein ordentlicher deutscher Lektor zu tun hat: Er hat den Künstler (denn nach den gültigen deutschen Maßstäben, die an Kunst angelegt werden, ist wohl auch der Akif einer) offenbar von der blanken Pöbelei abgehalten. Wenn das so ist, hat er sein "Soll" ja schon wieder übererfüllt, davon könnten sich andere mal eine Scheibe abschneiden; "Zensur" muss nicht per se schlecht sein.

Den Böhmermann-Vergleich habe ich selber in die Welt gebracht, also bin ich wohl dafür verantwortlich: Vielleicht könnten wir den Bundespräsidenten da raus lassen, mangels Sachbezug? Ich danke Ihnen. - Mir ist im übrigen nicht bewusst, dass auf dem diplomatischen Parkett neuerdings die Kunstfreiheit gelten sollte? Wo kann man denn den Standard nachlesen, gibt es darüber eine internationale Vereinbarung? Nee? Na dann - würde ich (aber das ist eine persönliche Meinung) auch eher darauf verzichten, das öffentlich-rechtliche Fernsehen zu benutzen, um einen fremden Machthaber in seiner Funktion als solcher, nun, sagen wir: unaufgefordert anzukünsteln! - Ob es der Böhmermann nun getan hat, weiß ich auch nicht; ich befasse mich nur im Notfall mit Kunst, die mir andere bereits als Nichtkunst ankündigen und vorsichtshalber zensieren. Deshalb lese ich ja auch keinen Akif! Nun denn.

d. G.
Heinz Obst
14. April 2016 11:07

Julius Fischer
Mittwoch, 13. April 2016, 23:57

Überhaupt verstehe die Kategorisierung „rechter“ Verlage nicht. Ich würde noch nicht mal behaupten, dass ich ein Rechter bin.

...

Ich bin auch immer verunsichert, was die Grenzen angeht, da ich keine rechtsextremen Bücher kaufen und lesen möchte.



"Rechtsextrem"

Frage: Wer definiert eigentlich was "rechtsextrem" ist?

Hier mal zwei Literaturempfehlungen für Sie:

Die Sprache der BRD. 131 Unwörter und ihre politische Bedeutung


Die Besichtigung des Schlachtfelds


.
Schopi
14. April 2016 12:56
Was mich etwas irritiert ist dieses Unterstützersyndrom. Sicher ist es eine Schweinerei ihn nach dem "KZ Spruch" mundtot machen zu wollen. Andererseits wird so getan als ob dieser Schriftsteller ("existenzvernichtend") jetzt kurz vor Hart4 steht oder wegen dem bösen System mit Hut in der Fußgängerzone sitzen müßte. Natürlich hat er in der Marktlücke schon genug Kohle gescheffelt und brauch sich um seine materielle Zukunft keine Sorgen zu machen - es sei ihm gegönnt, der kleine oder auch größere Angestellte wird dann schon wesentlich schneller durchgereicht wenn er an falscher Stelle die Klappe zu weit aufreisst.
Ben
14. April 2016 13:30
Ich habe "Deutschland von Sinnen" gelesen, und als Bücherwunsch in die Universitätsbibliothek bestellt.
Auch "Unterwerfung" und "Heerlager der Heiligen" habe ich als Bücherwunsch bestellt und wurde geliefert.
Das kann ich jedem empfehlen. So werden ehr Bücher abgesetzt und das Buch ist in der Öffentlichkeit präsent. In kleinen Dosen ist dies möglich! :)
Generell hat mir Pirincci ganz gut gefallen, man sollte das Buch kaufen, es ist wichtig, das das Establishment nicht gewinnen darf mit seiner antidemokratischen Haltung.
Raskolnikow
14. April 2016 13:42
Was haben wir denn vor ein paar Wochen gelernt,

und nun schon wieder vergessen ...? Ihr sollt nicht immer so schnell den inneren Kompaß verlieren, nur weil Euch mal einer recht giebt, weil Euch Einer schmeichelt!

Plötzlich ist er also Deutscher, deutscher Patriot gar; und "das platte Ressentiment", das anders zu sehen, scheint allein mit der Verlautbarung des Offensichtlichen durch besagten Deutschen lässig hinweggewischt ...

Mehr noch; dem konservativen Westernhelden "persönlich sind Kanaken wie A.P. tausend mal lieber, als betroffene, stullenschmierende Weiber oder Funktionsjacken- tragende gehobene bis höhere Beamte um die 50, die zum ersten mal in ihrem Leben nützlich sein wollen, in dem sie sich der Migrationsindustrie andienen. Er ist mir auch tausend mal lieber, als ein Böhmermann" ...

Sicher nicht im Verdacht stehend, dem deutschen Volke zu übermäßig gutem Leumund zu verhelfen, kann ich mich doch frei von solch polternder Tölpelei proclamieren:

Der schon morgens nach Korn riechende Dorfdepp, der mir nun schon zum fünfzigsten Male die Geschichte erzählt hat, wie er mal Putin als Jagdhelfer während dessen Dresdener Jahren beistand, oder etwelche Stullenschmierer und selbst der feiste CDU-Schmerbauch, dem die Haare immer so rechtwinklig vom Kopf abstehen, sein Name ist mir entfallen, sind mir zwar nicht nah, aber näher als ein Pirincci. Jedes Kind sieht in dessen Antlitz das Antlitz eines Fremden.

Ist Euch das klassenbeste Einserschülerchen in der Erziehungsanstalt Eurer Kinder auch "lieber" als die eigene Brut, die hin und wieder eine Drei oder eine Fünf nach Hause bringt?

Ich weiß, ich bin mit einer Hybris gesegnet und kleine schäbige Eitelkeiten, hier und anderswo, versüßen mein bedeutungsloses Leben. Aber selbst ich, als affektierter Geck, dem, wie bereits gesagt, Spucke ins Antlitz gebührt, könnte niemals das Eigene durch das Fremde ersetzen ... Der kleine Austausch!

Nur ein winziges Wenig Seele ist mehr als all Euere Überzeugungen!

(Um mich nicht falsch zu verstehen: Man kann durchaus Verwandte an Laternen aufknüpfen und mit Fremden Cognac trinken, aber beide bleiben, was sie sind. Das wäre doch gelacht ...)

Trotz allem: Pirincci, verlegt bei Kubitschek, das ist schon cool, von beiden!

Ich kann mich nicht durchringen, diesen Kommentarspalten Lebewohl zu sagen, seltsam ... Ich habe es versucht, aber nichts darf vor der Zeit enden. Gewiss der Tag, die Nacht wird kommen, da es Abschied nehmen heißt, jedoch bis dahin,

lasst uns tolldreist sein!

R.
Nihil
14. April 2016 13:55
Diese Empfindlichkeiten bezüglich einer gewissen Sprache werden sich mir nie erschließen. Pirinccis Sprache ist angemessen und sitzt meistens sehr exakt. Das mag dem oberflächlichen Leser, der schon beim erstbesten, unangenehmen Wort in einen moralischen Reflex verfällt, nicht auffallen.

Als vor einigen Jahren GK bei einem Vortrag in München sinngemäß gesagt hat, es sei nicht die Zeit um erlesene Rotweine zu degustieren, fand ich das sehr passend, obwohl sich bei dieser Aussage doch leichter Widerstand im durchwegs pensionierten Publikum regte. Und genau so merkwürdig finde ich es, sich über die Pirinccis Sprache zu beschweren. Auf einen groben Klotz gehört nun mal ein grober Keil.

kommentar kubitschek:
nein, man kann einem text schon 88x das wort "ficken" nehmen, wenn sich nicht erschließt, daß gerade dieses wort den kunstkern der äußerung ausmache.
niekisch
14. April 2016 14:34
"Von den vielen, die im möglichen Bürgerkrieg schon heute Helden sind, unterscheidet sich Princci, daß er bereits heute seinen Mut bewiesen hat.
Das sollte ihm schon einen gewissen Vertrauensvorschuß eingebracht haben; vor allem gegenüber jenen, die bis jetzt nur große Taten angekündigt haben, „WENN es denn mal richtig kracht“."

Nun, verehrter Exmeyer, das richtige Krachen habe ich z.B. schon zwischen 1965 und 1970 kennengelernt, als sich vor der BT-wahl 1969 bürgerkriegsähnliche Zustände in Deutschland abspielten. Von Pflastersteinen bis zu Schüssen hörte ich da einiges krachen und geriet mehrfach dazwischen. Und richtig gefährlich wurde es 1970 bei dem großen Protestmarsch der "Aktion Widerstand" gegen die Ostverträge mit 15000 Teilnehmern. Wir wurden durch wildgewordene Anitifa in Bonn mit Betonplatten beworfen, nachdem wir zum Sicherstellen unseres Versammlungsrechts eine Polizeikette am "Pützchens - Markt" durchbrochen hatten.

Das ist eine etwas andere Lage als ein Auftritt bei Pegida in Dresden.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, daß Akif Pirincchi für unser Vaterland die gleichen Opfer erbringen wird wie wir es taten und immer wieder tun werden, ohne unser Leben zu schonen. Es wäre ganz einfach nicht normal, denn der Geist wächst aus dem Ort, auch der Widerstandsgeist. Sein Ursprungsort ist nun einmal die Türkei und nicht Deutschland. Gerne glaube ich ihm, daß er für die Türkei sein Leben riskierte.
Klackto
14. April 2016 14:55
Na, dann werden wir mal sehen, wie jetzt es mit Antaios und der Sezession weitergehen wird. Der Arktos-Verlag (arktos.com) als etwas internationaler ausgerichtetes Pendant zu Antaios arbeitet jedenfalls halbkonspirativ, ohne seine Adresse oder die Wohnorte seiner Mitarbeiter ins Netz zu stellen. Nun ist Schnellroda jedoch schon bekannt...
Nordlaender
14. April 2016 16:10
@ Nihil
Donnerstag, 14. April 2016, 13:55 (URL) | Kurz-URL

"Diese Empfindlichkeiten bezüglich einer gewissen Sprache werden sich mir nie erschließen. Pirinccis Sprache ist angemessen und sitzt meistens sehr exakt. Das mag dem oberflächlichen Leser, der schon beim erstbesten, unangenehmen Wort in einen moralischen Reflex verfällt, nicht auffallen."

Nichts gegen Moral. Die fortschreitende Verwahrlosung des allgemeinen Umgangstones des Öffentlichen Raumes wird zu unserem Nutzen nicht sein.

Das hat aber jetzt mit Moral nichts das Geringste zu tun: Dieser zierliche türkische Mann kann es einfach nicht. So wie das Einstellen des Verstärkers auf Maximalvolumen allein noch nicht einen Jimmy Page oder Angus Young ergibt, so eine beliebige Aneinanderreihung von F-Wörtern noch keinen Bukowski. Oder neudeutsch formuliert: Dem Gepöbel fehlt jeglicher groove.

Noch schlimmer: Als Ausländer nahm er mit seinem KZ-Spruch (der von den Wahrheitsmedien verkehrt interpretiert wurde) Bezug auf die offizielle, uns vordiktierte Lesart, die dunkelsten Flecken unserer Geschichte betreffend. Das geziemt sich nicht. Benähme ich mich als anständiger Deutscher etwa so ähnlich in Japan, Rußland oder China?
thotho
14. April 2016 16:24
Abseits von Sprache und Habitus ist er darin Vorbild! Von den vielen, die im möglichen Bürgerkrieg schon heute Helden sind, unterscheidet sich Princci, daß er bereits heute seinen Mut bewiesen hat.

Entschuldigen Sie, "exmeyer", aber das kann man so nicht stehen lassen.
Auch das, was Herr Kubitschek z. T. geschrieben hat.
Gott sei Dank gibt es Antaios, Sezession etc., das ist ja überhaupt keine Frage. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass es auch andere Verlage gibt, die sich gegen die PC und andere geistige Immunschwächen aufbäumt. Und das ist auch gut so. Wäre er der einzige Spieler auf dem Feld, würde ein Hinausschießen desselben fatale Folgen zeitigen. Daneben gibt es viele Einzelpersonen, vl. auch schlecht koordinierte, die ihre Karriere auf das Spiel setzen oder sich mal wo "erwischen" haben lassen - auch für falsche Meinungen. Menschen, die keinen Groschen dafür bekommen (weder gestern noch heute und aller Wahrscheinlichkeit auch morgen), für ihre, ja, Aufopferung für ihre Heimat.
Deshalb bleibe ich auch dabei, dass AP ohne seinen ausländischen Hintergrund keine Chance hätte. Und bitte, das an diverse Beiträger, die hier schon in diese Schiene gleiten: Wenn die Rechte nun auch antibiologisch argumentiert, dann ist sie der Linken vollends auf den Leim gegangen.
Julius Fischer
14. April 2016 16:48
@Schöpi

Das ist allerdings ein Punkt, der mich selbst ein bißchen verärgert. Man spricht im Zusammenhang mit Pirincci von "Existenzvernichtung". Es mag zwar sein, dass er nun Schwierigkeiten hat, seine Bücher zu verlegen.
Allerdings wird er durch Felidae bestimmt ein sechs- oder siebenstelliges Privatvermögen angehäuft haben. Seine Villa in Bonn hat er, glaube ich, gekauft und nicht gemietet. Wenn man nun von der Nichtausübung seines Berufes spricht, dann müsste man dazu schreiben, dass er finanziell wohl ausgesorgt hat und seinen Beruf u.U. nicht mehr zwingend ausüben muß, um sein Leben, Altersvorsorge etc. zu finanzieren.

Natürlich kommt es auf auf Pirinccis Lebensstil an, aber ich z.B. muss nicht über Jahre hinweg jeden Abend einen fünfzig Euro Wein trinken.
Adam
14. April 2016 17:39
Ob die Fäkalsprache bei Pirinçci Kunst ist, sei einmal dahingestellt. Für mich ist es das stilistische Mittel einer überzogenen Polemik. Und die kann ich sehr gut nachvollziehen, denn manchmal kann man wirklich nur noch kotzen und der Gestank der Wirklichkeit bleibt dennoch unerreicht. Pirinçci ist ein bekennender Libertärer und ich teile nicht alle seine Ansichten. Sachlich ist seine Kritik mehr als richtig. Sie ist ein Stich ins Wespennest. Im Zweifel haben meist diejenigen recht, die der Mainstream bekämpft. An der heftigen Reaktion ist deshalb ablesbar, WIE sehr Pirinçci recht hat!
Was mich stört ist der in den Kommentaren immer wieder latent auftretende Vorwurf, der Autor könne möglicherweise nur wegen des Geldes so geschrieben haben oder er habe gar schon genug "Kohle gescheffelt". Was soll bitteschön dieser Schwachsinn??? Dieser Autor ist Schriftsteller von Beruf. Gibt es hier im Forum irgendjemanden, der seinem Beruf aus rein autoerotischen Gründen nachgeht? Wohl kaum, so er alle Sinne beisammen hat. Und was ist bitteschön so verwerflich daran, "Kohle zu machen"???
Die Ideologie der Gleichheit ist verbrecherisch und linksradikal, weil gegen die Natur des Menschen gerichtet. Nicht einmal in der Bibel vor Gott sind alle gleich, siehe Jesus und Judas. Und das Recht auf den Erwerb und Besitz von Privateigentum ist die unbedingte Voraussetzung von Freiheit. Denn nur, wer ein Refugium besitzt kann unabhängig sein. Und nur der Unabhängige ist auch frei. Deshalb ist das Kohlemachen die Voraussetzung von Freiheit, daß Geldverbrennen und Bargeld-Abschaffen das Ende der Freiheit.
Rautenklausner
14. April 2016 17:44
Warum ich kein Rechter mehr werde: Jünger/Mohler (bzw. die bedeutende editorische Leistung von E.L.) veranlassen in drei Tagen sechs Kommentare, Pirincci in drei Stunden dreißig. Das Publikum hat gesprochen.
Rumpelstilzchen
14. April 2016 18:15
Na, wenn es ein Akif Pirinçci schafft, Raskolnikow mit seinem " unseligen Hang zu pathetischer Rührseligkeit" ( Tritesse Droite) zum Kommentieren zu bewegen, dann hat sich das Verlegen der " Umvolkung" doch schon bezahlt gemacht. Wer wird kleinlich sein in großer Zeit.
Und dieser CDU-Mann :
http://images.google.de/imgres?imgurl=http://ais.badische-zeitung.de/piece/05/96/ba/c4/93764292.jpg&imgrefurl=http://www.badische-zeitung.de/titisee-neustadt/wolf-im-kurhaus-titisee--93701904.html&h=1024&w=649&tbnid=fqqjS1DtJNuo1M:&tbnh=144&tbnw=91&docid=efTO2UktECTvJM&hl=de&client=safari&usg=__chFMRQhmAzuyAARjgGFK7Yz7K-U=&sa=X&ved=0ahUKEwjXlvLuvo7MAhUL3SwKHWOGAecQ_h0IMzAF
soll mir ästhetisch näher stehen als Bülent Ceylan ?
Ich habe noch nicht den milden Blick eines Wilhelm Busch auf meine Volksgenossen.
Der Gutmensch
14. April 2016 18:24
@W.S.
Da gibt es extra einen Film wie „Das Leben der Anderen“, um das Auge zu schärfen für unsichtbare Hilfe ohne große Effekte und Ehrung (...) Das stimmt mich traurig.


Potztausend, wie sagte der Westpreuße so sinngemäß? Jeder sieht, was er sieht! Ich dachte zum Beispiel, es handele sich um eine Variante der Tragödie, dass jemand, der so eine Art von Kontrolle ausübt, nie lebendiges Vertrauen erfahren kann und am Ende - doch ausgeschlossen bleibt. So schaurig wie traurig ...

@Raskolnikow
Trotz allem: Pirincci, verlegt bei Kubitschek, das ist schon cool, von beiden!


Zweifellos ... es ist unter diesen Umständen vor allem - bezeichnend. Auf bestimmte Weise eben genug Grund, dazubleiben.

d. G.
Jana
14. April 2016 18:44
Ein paar von solchen Pirincci`s und Deutschland ist gerettet. Seine Bücher zu lesen ist ein Genuss. Die Hexenjagd gegen A. P. ist eine Schande, Gott sei dank, sind nicht alle Verläger feige und dumm. Weiter so, Antaios.
Cicero
14. April 2016 19:30
Deutschland wird immer schneller abgeschafft, das Eigene verneint, die Werte ins Gegenteil und Absurde verkehrt. Die treibenden Kräfte hierfür sind meist Herkunftsdeutsche. Und hier auf dem Zauberberg räsonieren einige darüber, ob Akif Pirinçci, der sich dem mutig und entschlossen entgegen stellt, deutsch genug ist, deutscher Patriot heißen zu dürfen.

Pirinçci ist als Kind nach Deutschland gekommen, hat Land und Leute lieben gelernt und sich mit ihnen identifiziert. Nun verteidigt er sie. Mir ist er als deutscher Patriot und Kampfgefährte hoch willkommen. Wer meint, nur Herkunftsdeutsche seien berechtigt und befähigt, den Kampf zu führen, setzt die Herkunft als absoluten Wert und verkennt, dass es um viel mehr geht. Eine solche Verengung birgt die Niederlage schon in sich. Zudem ist sie auch nicht wünschenswert, da Einflüsse von Außen durchaus auch Bereicherung sind.
Fredy
14. April 2016 19:49
Mit Deutscher-Blut-Rhetorik wird kein Land zu gewinnen sein. Wenn das schon viele im eigenen Lager satt haben, wie wollt ihr erst die Gegner überzeugen? Und warum? Und wozu? Ein Kampf gegen Windmühlen. Selbst wenn Multikulti scheitert, hat sich unser Volksbestand verändert. Mit dem was bleibt wird gearbeitet werden müssen. Da ist der kleine Samir, mit albanischem Vater und deutscher Mutter. Heute 6 Jahre alt. Aus ihm könnte ein IS-Terrorist werden oder ein harmloser BRD-Bürger. Meine Mutter tut alles dafür um aus ihrem Enkel einen guten Christenmenschen zu machen. Ja, auch die dumme Schwester gehört zu unserer deutschen, konservativ-christlichen Familie. Und wenn das Elend schon bei uns angekommen ist, dann habt ihr vielleicht eine geringe Vorstellung vom ganzen Ausmaß der Misere. Man kann dies nicht zurückdrehen, aber sicher teilweise bereinigen und versuchen das Beste draus zu machen. Mit deutscher Rasse- und Geflügelzucht ist das Problem nicht lösbar. Oh, ich werde sicher wieder verbale Prügel beziehen.
ingres
14. April 2016 19:51
Also ich kann sezession.de nur noch über Proxy erreichen. Seit 3 Tagen. Weiß nicht wie so was zustande kommen kann. Werde es mal prüfen.
Thomas Friedrich aka Friedfertig
14. April 2016 19:52
Herr Kubitschek stellt die Aufnahme von A. Pirincci in den Verlag (und dessen Umfeld) schlüssig und rational dar. Es erschien mir auch schon vorher als taktisch und strategisch richtige Entscheidung.
Also auch insoweit volle Unterstützung.
Carla Junke
14. April 2016 20:30
Aber genau hier sollte man offen sein. Auch wenn einigen hier die Sprache Pirincis nicht passt, muss man zuhören. Auf der Strasse wird auch nicht im gehobenen Deutsch gesprochen und ab und zu kann man Dinge nur auf primitive Art aussprechen, da es keinen Grund gibt, diese gehoben auszudrücken. Es benötigt beides. Die feine und die rauhe Art. Die Botschaft ist gleich, aber nicht nur aus der Vogelperspektive, was oft bei gehobener Sprache vorzufinden ist. Das reale Leben spielt jedoch nicht immer fein und vornehm, sondern ist schmutzig und hart.
Ein gebürtiger Hesse
14. April 2016 22:48
@ Raskolnikow

Wunderbar, Ihren Kommentar zu lesen. Sie legen den Finger auf eine extrem wichtige Stelle: die Unterscheidung des Eigenen vom Fremden. Die Wahrnehmung, die diese Unterscheidung erst möglich macht, dürfte eine der verschattetsten Partien der deutschen Psyche sein. Die eigenen Augen wollen bei vielen oft nicht wahrhaben, was sie wahrnehmen. Mit Nachdruck, und sei er mit einem Augenzwinkern versehen, an diese Wahrnehmung, an dieses, wie der große Hans Sedlmayr es nannte, "physiognomische Verständnis" (dessen, was man bereits in Sekundenschnelle als zugehörig oder fremd erkennt), zu appelieren, ist Gold wert. Diese Wahrnehmung, diese Unterscheidung will neu erschlossen und kultiviert werden. Danke für Ihre Worte.
Nordlaender
15. April 2016 09:59
@ Rumpelstilzchen

"Und dieser CDU-Mann: ...

soll mir ästhetisch näher stehen als Bülent Ceylan ?"

Natürlich nicht. Wer sollte Sie denn dazu verpflichten, sich unserem deutschen Volke zugehörig zu fühlen?

Bin Ihnen dankbar für das Bild, bei dem Türken erschließt sich mir der Witz nicht, allein schon dieses Posieren hinter dem Zigarettennebel, 'ne Kippe macht noch keinen Humphrey B.. Aber dieser Wolf ist nun wirklich komisch. Authentisch wie ein Horst Schlämmer (Hape Kerkeling), ein Naturtalent, klasse. Als Reaktionär liebe ich die Differenz, die bunte Vielfalt. In meiner Traumwelt gäbe es ein großes Land, in dem wir Deutschen ungehindert weiterleben, dann ein Buntistan, wo die Freunde der Vermischung mit anderen Völkern ihre Neigung ausleben können, schließlich noch ein internationales Elitistan, wo kein empfindliches Auge durch den Anblick eines weniger gelungenen Exemplares der Menschheit, sei das nun ein Chinese, Europäer oder Schwarzer, gekränkt wird.

@ Raskolnikow

"Der schon morgens nach Korn riechende Dorfdepp, der mir nun schon zum fünfzigsten Male die Geschichte erzählt hat, wie er mal Putin als Jagdhelfer während dessen Dresdener Jahren beistand, oder etwelche Stullenschmierer und selbst der feiste CDU-Schmerbauch ..."

Schiere Begeisterung nach dem Lesen Ihres Beitrages!
Arminius Arndt
15. April 2016 10:20
@Fredy,

Sie haben vollkommen Recht und ich stimme Ihnen daher zu, man kann vieles nicht mehr zurückdrehen und im Moment geht es auch vielmehr um den schon oft beschriebenen Moment, was man macht, wenn im Haus ein Wasserrohr bricht. Und da holt man eben nicht hundert Eimer zum Ausschöpfen, sondern den Klempner und der dreht erst mal das Wasser ab.

Im Übrigen teile ich den angesichts heutiger bzw. den sich seit Jahrzehnten entwickelten Zuständen empfundenen Ekel, auch den Ekel vor der großen Gleichmacherei und der fehlenden Distinktion.

Aber der verfluchte Pragmat in mir sagt eben, in Anlehnung an eine böse Rede, es ist mir egal, wer den Panzergraben zum Schutz von Deutschland aushebt, so lange er am Ende rechtzeitig fertig ist.

Und das Eigene und das Fremde ist selbstredend ganz nett, aber um derartige Petitessen kann man sich dann ja irgendwann in Friedenszeiten wieder bemühen aber auch da muss man dann aufpassen, dass man nicht zum Gollum wird, der nur "seinen Schatz" sieht.

Von daher:

Well done, Mr Pirincci und gut gemacht, Antaios!
Stogumber
15. April 2016 11:02
Raskolnikow,

in Ihrem Standpunkt steckt eine polemische Überzeichnung. Es geht keineswegs darum, die eigenen Kinder gegenüber den begabteren fremden Kindern hintan zu setzen.
Aber wenn das fremde Kind sich am Familienprojekt (Bau einer Garage) gerne beteiligen möchte, während die eigenen Kinder lieber Fernsehen gucken? Soll man da sagen: Nee, lieber mach ich alles alleine!?

Was ich damit sagen will: Es geht immer ums aktive Handeln. Also zuerst mal um die Frage: Wer ist ehrlich und ernsthaft bereit mitzumachen? Nicht um bloße passive Eigenschaften wie Ähnlichkeit oder Abstammung.

Was man gegen den Fremden vorbringen kann, ist nur das eine: Er hat eine alternative Handlungsoption; er könnte sich plötzlich sogar entschließen, bei einem Gegenprojekt mitzumachen. Das ist das Risiko, mit dem man leben muss.
Schopi
15. April 2016 11:35
@ Adam

“Was soll bitteschön dieser Schwachsinn???"


Das ist kein Schwachsinn auch die reflexartig gezückte "Gleichmacherei" ist hier nicht relevant.

Im Kapitalismus herrschen diese ungeschriebenen Gesetze alles, ja wirklich alles zu Geld zu machen, in den Akkumulkationskreislauf einzuhegen.
Widersprüche sind ökonomisch betrachtet immer ein Mehrwert, dem Fußvolk wird etwas anderes vorgegaukel.

Das extremste Hochwasser hat auch immer Gewinner und Profiteure. Die Pharmaindustrie machte ihre größten Gewinne mit Mittel gegen Sodbrennen. Warum sollte man dieses wirklich heilen? Immer mehr "psychisch Kranke"! ja und? Das ist ein Wachstumsmarkt.

In diesem Kontext zwingen sich doch gerade auch Fragen auf - etwa wie Katzenkrimischreiber plötzlich mal was anderes machen, wie Zeitschriften die noch vor nicht allzulanger Zeit mit Miniauflagen dahindümpelten plötzlich Auflagensteigerungen im dreistelligen Bereich haben etc etc - der Kapitalismus saugt alles auf, er hat die Grünen und Linken zahm gemacht und er bindet auch die Rechten ein - kaufen, kaufen - DAS ist die Devise, auch die "Umvolkung" macht Rendite.
Schlachthof Agnus Dei
15. April 2016 14:58
Wir können und sollten es uns nicht leisten weltanschauliche und aktivistische Verwandtschaften aufgrund von formalen oder auch diskutablen, inhaltlichen Differenzen auszugrenzen. In der aktuellen Dynamik gilt es auch sämtliche Kräfte die mit uns in gemeinsame Richtung stoßen, aufzunehmen und zu bündeln. Daher mein Respekt vor dieser Entscheidung, die einen weiteren Knoten im Netz bildet, das größer wird, dichter, stärker. Bin auf Eure morgige Auktion sehr gespannt. Viel Erfolg!
Raskolnikow
15. April 2016 15:47
Lieber, ach was sage ich, liebster Stogumber!

Wir sind sehr verschieden, Sie und ich. Und ein jeder von uns wird sie sich als Meritum anrechnen, diese Verschiedenheit. Aber, wenn es einst meine Zeit erlaubt, werde ich Ihnen eine Auferziehung schenken und einen Plan erarbeiten, welcher Sie schön weltfremd macht. Ich weiß ja, wie es geht. Warten Sie es nur ab!

Soll man da sagen: Nee, lieber mach ich alles alleine!?


Genau das soll man da sagen! Sie können Ihre "Projekte", Ihren carport von OBI, sicher mit irgendwem zusammenschrauben, das funktioniert in Florida, Stansted, Rouen und Blankenese. Aber eine holsteinische Kate, ein hansisches Contor oder ein märkisches Gutshaus bekommen Sie nicht mit jedermann bis zum Richtfest.

Gerade weil die Umgebindehäuser im Zittauer Gebirge nicht überall und von jedem gebaut werden können, gerade weil es die Fachwerkhäuser rund ums Steinhuder Meer nur dort giebt, lohnt es sich doch überhaupt von Identität zu sprechen ...

Für einige scheinen das alles blutbodengeflügelzuchtartige Sentimentalitäten zu sein, für mich sind es mehr als "nette Petitessen" ... und deshalb nehme ich mir auch eine gehörige Portion abschweifende Übertreibung und eitle Polemik heraus.

Und im übrigen können Sie Ihre Kinder ja liebevoll auf die Baustelle prügeln, dann senkt sich die regionale Bauweise schon in ihre Schädel.

Es geht immer ums aktive Handeln. Also zuerst mal um die Frage: Wer ist ehrlich und ernsthaft bereit mitzumachen? Nicht um bloße passive Eigenschaften wie Ähnlichkeit oder Abstammung.


Ach seien Sie kein unschicklicher Tropf! Die jahrhundertealten Erfahrungen mit "Jenen" zeigen doch eines ganz gewiß: dieser Fremde ist Einer, dem die gereichte Hand noch stets das Recht auf den Arm weissagt. Ist es nicht so?

Ich meinerseits bin nun wahrlich nicht engstirnig, und biete ihm ein, zwei Finger, auf daß er sie nicht allzu lang festhalte und lass ihn sich daran erfreuen, so er sie haben durfte. Auch schlage ich mir gereichte Hände zur Unzeit gern ab.

Gefährtensuche ist widerlichste Tschandalamoral. Daß Sie, wie so viele, nicht zahm genug sein konnten, Sich nicht dem hinzugeben, sollte Sie mindestens einen Finger kosten.

Das Rittergut ist augenscheinlich ein offenes Haus, aber es giebt auch dorten in Schnellroda Kammern, die sich nicht jedem erschließen, da bin ich sicher.

Zwei Finger!

Was man gegen den Fremden vorbringen kann, ist nur das eine:


Niemand will etwas "gegen den Fremden vorbringen". Muss ich etwas gegen Einen vorbringen, um das Meinige zu benennen? Er trägt nicht meinen Namen, das ist wertfrei ...

Er hat eine alternative Handlungsoption; er könnte sich plötzlich sogar entschließen, bei einem Gegenprojekt mitzumachen.


Momentan sind die meisten unserer eigenen Leute gegen uns, schon vergessen? Diese Option scheint jedem zu obliegen ...

Verzeihen Sie bitte, wenn Sie von meiner Seite ein paar toxische Termini ereilten, aber Nachdemmundeschwätzer brauchen wir alle nicht, oder?

Artigst,

R.
Fredy
15. April 2016 18:47
@Raskolnikow

1. Frage: Wieviel Superdeutsche sind in der Lage ein Umgebindehaus zu errichten?

2. Frage: Meinen Sie nicht auch, dass die Umgebindehäuser deshalb nicht gebaut werden, weil weder Deutsche noch Fremde ein solches neu errichten wollen (zu unpraktisch, vergleichsweise zu teuer) - und nicht weil Fremde zum Bau nicht in der Lage sind?

3. keine Frage, Tatsache: Wer saniert denn oft die Umgebindehäuser im Zittauer Gebirge? Polnische Baufirmen. Sind billiger.

Nach Ihrer Lesart: Ein Nokia-Telefon konnten einst nur die Finnen bauen. Später nur die Rumänen. Heute kann das keiner mehr. Falsch. Korrekt ist: Den Dreck braucht jetzt, nachdem die Firma überholt wurde, keiner mehr.

Wissen Sie wo all die Produkte, die auch Sie sicherlich täglich nutzen, produziert werden? Probieren Sie mal einen Tag nur das zu nutzen, was allein Deutsche produziert haben.

Ich sage: Alle sind zu fast allem in der Lage. Deutsch ist durch Fleiß und Innovation nicht nur mithalten zu können, sondern vorneweg zu marschieren.
Hartwig aus LG8
15. April 2016 21:26
Manchmal ertappe ich mich beim Wunsch, die drei Handwerker auf dem Weg zum Imbiss, die drüben auf der anderen Straßenseite stehen, wie ich auf grün wartend, beim 'aneinander vorbeigehen' zu grüßen. Einfach, weil ich sie zweifelsfrei als deutsche Männer erkenne, die ihrer Arbeit nachgehen. Einfach so, aus diesem Grund.
Nemo Obligatur
15. April 2016 21:51
Zum Thema "Umvolkung" nur dies: Zwei Tage Dienstreise aus Süddeutschland nach Sachsen. Als wäre ich in ein anderes Land gereist. In Sachsen trifft man überwiegend auf deutsche Physiognomien (was z.B. auch die durchaus vorhandenen Bettler betrifft). In meiner süddeutschen Großstadt ist eher eine Art Mestizenvolk am Start. Darunter durchaus freundliche Leute, so ist es nicht. Aber man fühlt sich eben doch inzwischen fremd und muss ständig versuchen, die Verhaltensweisen des Gegenübers zu entschlüsseln. Einen gemeinsamen kulturellen Code gibt es nicht. Alarm ist der Dauerzustand. Das mag auf der "Gegenseite" möglicherweise auch so sein. Aber gesund ist das ganz sicher nicht.
Rumpelstilzchen
16. April 2016 07:00
@Nordlaender

Zum Fremden und Eigenen:
Was ist der Unterschied zwischen Bülent Ceylan und Guido Wolf ?

Da gibt es keinen. Beides sind deutsche Komiker !
Der Gutmensch
16. April 2016 11:15
Ich sage: Alle sind zu fast allem in der Lage. Deutsch ist durch Fleiß und Innovation nicht nur mithalten zu können, sondern vorneweg zu marschieren.

Ich weiß nicht, Fredy, vielleicht geht es auch ganz banal darum, was dem einen oder anderen eben Freude bereitet, weil es ihm ggf. leichter fällt als anderen und weil er mit dem Selbstbewusstsein ausgestattet wurde, dass er das leisten kann. Sowas kann man nur bis zu einem bestimmten Grad künstlich generieren, glaube ich - aber man kann es natürlich zertrampeln.

@Rautenklausner:

Es war doch schon immer so, dass nur wenige den Drang nach Erkenntnis verspürt haben. Ich glaube, insbesondere der Drang danach, zu verstehen, wie und warum sich die Bundesrepublik in eine bestimmte Richtung entwickelt hat (immerhin wurde Jünger ja das Bundesverdienstkreuz verliehen), worüber man wohl durch die Briefe des wenigstens dezent widerborstigen Mohlers ggf. etwas erfahren könnte, hält sich in engeren Grenzen als je zuvor; die Menschen starren wie gebannt auf die derzeitige Situation und versuchen, die Vergangenheit von der Vorarbeit dafür unbedingt freizusprechen. Wer will schon aufgeklärt werden!

d. G.
Fredy
16. April 2016 14:00
Die FAZ war auf dem Rittergut, und wär fast rausgeschmissen worden. Dieser Kubitschek ist aber auch ein Teufel, trinkt Bier aus dem Barbarossahumpen und melkt das Euter seiner Ziege:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/zu-besuch-bei-goetz-kubitschek-14180792.html
Gustav
16. April 2016 15:38
@ Rumpelstilzchen

"Beides sind deutsche Komiker !"

Hö,hö, sie wohl auch!
Gustav
16. April 2016 15:44
@ Rumpelstilzchen

Nachtrag:

Wenn ein Esel in einem Pferdestall geboren wird, ist er WAS?
Karl Brenner
16. April 2016 22:10
Hallo Herr Kubitschek.
Sie sind jetzt ein "geistige Führer".
Hätten Sie das jemals gedacht?

faz: "Bernd Lucke hatte noch vor ihm gewarnt[ja, ja: so gefährlich!], doch nun ist Götz Kubitschek der geistige Führer der neuen Rechten in der AfD. Sein Rittergut in Sachsen-Anhalt sieht er als Zentrum für die Veränderung Deutschlands"

Wenn der Gehweg mal wieder nicht gefegt worden ist,
soll ich dann bei der faz oder direkt bei Ihnen fragen, ob man Deutschland an dieser Stelle verändern kann.

Wenn die Presse so weiter macht, braucht man sich also keine Sorgen mehr zu machen.

Nächste Woche dann:
faz: "Bernd Lucke hatte noch vor ihm gewarnt, doch nun ist Marc Jongen der geistige Führer der neuen Rechten in der AfD. Sein Professorentitel in Karlsruhe ist Zentrum für die Veränderung Deutschlands"

Übernächste Woche dann:
faz: "Bernd Lucke hatte noch vor ihm gewarnt, doch nun ist das Rumpelstielzchen der geistige Führer der neuen Rechten in der AfD. Die Bürger kennen noch nicht seinen Namen, aber die faz versucht das neue Zentrum für die Veränderung Deutschlands Publik zu machen"
Nordlaender
16. April 2016 22:12
@ Rumpelstilzchen

"Zum Fremden und Eigenen:
Was ist der Unterschied zwischen Bülent Ceylan und Guido Wolf ?
Da gibt es keinen. Beides sind deutsche Komiker !"

Von Geburt ist Ceylan Halbtürke/Halbdeutscher. Vater Türke, Mutter Deutsche. Selber bezeichnet sich Ceylan als einen Türken.

Witzechkeit kennt bekanntlich keine Grenzen. Ich persönlich besitze nun aber nicht den geringsten Funken von Humor, wenn ich etwas nicht leiden kann, dann die Erregung Öffentlichen Spasses. Die Darbietungen Ceylans verbuche ich unter handelsüblicher Volkspädagogik.

"Bülent Ceylan NDR Talk Show"

https://www.youtube.com/watch?v=UADT9_aMZhg
Bernhard
16. April 2016 22:12
Vielleicht dient dieser Artikel zur Klärung. In den USA hat man ähnliche Probleme:

http://www.counter-currents.com/2016/04/milo-yiannopoulos-and-allies-of-color/#more-63028

http://www.counter-currents.com/2016/04/stand-your-ground/#more-63124

Natürlich habe ich das Buch von A.P. bestellt und weitere Exemplare werden folgen.
Nordlaender
16. April 2016 23:33
@ Karl Brenner

"faz: „Bernd Lucke hatte noch vor ihm gewarnt[ja, ja: so gefährlich!], doch nun ist Götz Kubitschek der geistige Führer der neuen Rechten in der AfD. Sein Rittergut in Sachsen-Anhalt sieht er als Zentrum für die Veränderung Deutschlands“"

Ein großer Teil des Elends der Moderne läßt sich auf Führerlosigkeit zurückführen.

Symptomatisch der Ausspruch eines populären Leimener Tennisphilosophen (Boris B.): "Ich erfinde mich alle paar Jahre wieder neu."

Größtes Tabu ist die Demut der Erkenntnis, einer Schicksalsgemeinschaft anzugehören.

Vulgarität besteht niemals darin, daß der Bierkutscher so flucht, wie es sich unter Bierkutschern halt geziemt. Vulgarität kann immer nur daraus resultieren, so ganz und gar kein Gefühl dafür zu besitzen, welchen Rang man in der natürlichen Hierarchie so etwa einnimmt.

Seinen Rang in der Hierarchie findet man leicht heraus, wenn einem das Organ nicht abhanden gekommen ist, seinen Führer zu erkennen. Seinen Platz in der Hierarchie nimmt man auch so würdig ein, daß man sich nicht gemein macht mit dem Niederen per schwuler demokratischer Geste "Ich bin wie du."
Fredy
16. April 2016 23:34
@Gustav

Höhö, Hausmaus zu Hausmaus. Fink zu Fink, oder?

Du Esel hast nicht bemerkt, dass ein Maultier geboren wurde. Und die sind in manchen Belangen sowohl Eseln als auch Pferden überlegen.
Wahrheitssucher
17. April 2016 00:00
Herr Kubitschek, obwohl die Autoren der FAZ es mit Sicherheit nicht gewollt

haben, dieser allein die ganze Seite 3 füllende Artikel scheint mir ein riesiger

Geländegewinn für Sie und die patriotische Sache zu sein.

Allein schon das Bild ist erste Sahne, erregt Aufmerksamkeit, fesselt zum

längeren Betrachten, sagt mehr als viele Worte und wird nicht

wenige Unkundige neugierig machen!
Nordlaender
17. April 2016 00:37
Korrektur:

@ Fredy

„Du Esel“

Hoffentlich dominiert hier nicht bald ein allgemeiner Pirinccismus auf der sezession in Sachen Umgangsformen, dann wäre es dann nämlich bald mit meiner Präsens gewesen.

„Hausmaus zu Hausmaus. Fink zu Fink, oder?“

Ja was denn sonst? Der große Cassius Clay sah es genauso:

https://www.youtube.com/watch?v=_HBnc8YNaaQ

Esel und Pferd sind zwei verschiedene Arten. Maultiere sind in der Regel nicht fortpflanzungsfähig.

Bei Blendlingen zwischen verschiedenen Menschenrassen kommt es häufig zu lebenslangen Identitätsproblemen. Rein statistisch (Durchschnittswert) besitzt der Mischling aus einem Mitteleuropäer und einem Orientalen einen höheren IQ als der Orientale, aber auch einen niedrigeren als der Mitteleuropäer.
Rumpelstilzchen
17. April 2016 08:26
Lieber ein halbdeutscher Komiker
als ein ganz komischer Deutscher........
THom
17. April 2016 11:12
@Rumpelstilzchen

Sie sollten vielleicht nicht zu lange mit ihren veganen Refugggies welkom Enkeln abhängen? Das scheint ziemlich abzufärben.
Fredy
17. April 2016 11:29
@Nordländer

War eine Anspielung auf den großen Adolphus Hitlerus, nicht Cassius Clay.

Und der "Esel", ja was soll man sonst auf so einen Schwachfug erwidern.

Unsere reinrassigen Deutschen haben verdammt viele Identitätsprobleme. Sicher im weltweiten Vergleich die größten. Und ich leide aktuell unter dem hohen IQ der westlichen-werte-Politiker.

Deine Rechthaberei beinhaltet keine Lösung für das im Pferdestall geborene Maultier. Darum ging es. Fang einfach weiter oben nochmals zu lesen an. Der normale Mensch paart sich nicht des IQs wegen. Verweise hierauf sind interessant aber lebensfremd.

Ansonsten: Zustimmung @Rumpelstilzchen.
Nordlaender
17. April 2016 13:34
@ Fredy

"War eine Anspielung auf den großen Adolphus Hitlerus, nicht Cassius Clay."

So, mit dem Leibhaftigen persönlich, dem Untotesten aller Zeiten als Argumentationshelfer, müssen Sie hier aufmarschieren?

"Und der „Esel“, ja was soll man sonst auf so einen Schwachfug erwidern."

Die Alternative bei argumentativem Notstand zum Pöbeln wäre das Schweigen.

"Unsere reinrassigen Deutschen haben verdammt viele Identitätsprobleme."

Welche reinrassigen Deutschen? In unserem deutschen Volk mischen sich verschiedene Elemente. Empföhle Ihnen diesbezüglich seriöse Lektüre: Andreas Vonderach/ Anthropologie Europas z.B.

"Sicher im weltweiten Vergleich die größten. Und ich leide aktuell unter dem hohen IQ der westlichen-werte-Politiker."

In Sachen Identitätsprobleme möchte ich mit den Schweden nicht tauschen. Auch nicht mit den Franzosen. Selber habe ich solche Probleme eh nicht.

"Deine Rechthaberei beinhaltet keine Lösung für das im Pferdestall geborene Maultier."

Bitte unterbinden Sie diesen Duz-Komment in Bezug auf meine Person.

Sie zäumen das Pferd von hinten auf. Eltern tragen Verantwortung für Ihren Nachwuchs. Eine Mischehe kann dazu führen, daß der Nachwuchs sich mit lebenslangen Zugehörigkeitsproblemen herumschlagen muß. Wie für vieles auf der Welt gibt es da nicht zwingend eine Lösung.

"Der normale Mensch paart sich nicht des IQs wegen."

Heterogamie in Hinsicht auf den IQ kommt zwar vor, ist aber nicht besonders häufig. Die Wahrscheinlichkeit von Homogamie ist höher, daß jemand geheiratet wird, der kognitiv nicht erheblich begabter oder unbegabter ist als man selber. Gleich und gleich gesellt sich gerne.
Fredy
17. April 2016 15:10
@Nordlaender

Bitte umgehend um Verzeihung, Sir, bzgl. der germanischen Anrede.

Ansonsten sollten wir uns die Zeit sparen. Wir kommen nicht zueinander. Ihr rechter Elfenbeinturm ist mir zu lebensfern.
Karl Brenner
17. April 2016 23:36
@ Nordlaender

"Ein großer Teil des Elends der Moderne läßt sich auf Führerlosigkeit zurückführen"

"Größtes Tabu ist die Demut der Erkenntnis, einer Schicksalsgemeinschaft anzugehören"

Das eine hat aus meiner Sicht nichts mit dem anderen zu tun.

Peter Sloterdijk hat hier eine andere Erklärung:

Film For People - Peter Sloterdijk Interview
https://www.youtube.com/watch?v=mUrj0whdmxQ

Über die Schicksalsgemeinschaft lässt sich kaum streiten.
Wer das negiert, verlegt seine Vergangenheit. Ein Anti-Deutscher ist nichts weniger als ein Staatsfeind und einer der den Belagernden Räuberheer die Tore öffnet.

Ob man eine (starke) Führerpersöhnlichkeit braucht ist etwas anderes.
Zunächst: Wie soll man diese Persöhnlichkeit messen?
Klugheit, Gebildet, Sportlich, Kämpferisch, Sicherheit schaffend, Riskant?
Wenn ich einen wählen dürfte, wäre es Friedrich Wilhelm I
Aber die Zeiten sind vorbei.

Es gibt kein Beispiel einer derartigen Persöhnlichkeit im Nachkriegsdeutschland. Weil mit der Wiedervereinigung im Grunde genommen die Bundesrepublik neu gegündet wurde. Da wird zu wenig berücksichtigt. Die Wiedervereinigung änderte ALLES. Es ist quasi eine neue Zeitrechnung, die hier beginnt.

Und statt einer "vollständigen Souveränität" kam es zu einer viel schlimmeren Abhängigkeit der Entscheidungsträger. Ein Ergebnis der alten Parteien und ihrer Medien, welche immernoch verstrikt waren, aber zu keinen Neuanfang bereit waren.

Vielleicht kann man noch Richard von Weizsäcker nennen.
Aber er hatte keine Macht aufgrund seines Amtes.

Bishierher meine ich, dass wir zumindest neue Politiker brauchen.
Die finden sich derzeit nicht in CDU, SPD, Grünen, Linken und FDP.
Bei der AfD gibt es zumindest die Chance einer Änderung.
Deshalb werden sie auch so bekämpft.
So ist das eben....

Das Niveau der neuen Bewegungen (in ganz Europa) gefällt mir aber sehr.
Auch diese Internetseite.
Nordlaender
18. April 2016 09:25
@ Karl Brenner

"Ob man eine (starke) Führerpersöhnlichkeit braucht ist etwas anderes.
Zunächst: Wie soll man diese Persöhnlichkeit messen?
Klugheit, Gebildet, Sportlich, Kämpferisch, Sicherheit schaffend, Riskant?
Wenn ich einen wählen dürfte, wäre es Friedrich Wilhelm I
Aber die Zeiten sind vorbei."

Hübsches Mißverständnis. Ich assoziiere nicht wie erwünscht innerhalb der uns von unseren Besatzern vordiktierten Matrix. (Geschichtserzählung, Kult um den Untotesten aller Zeiten).

Ein Führer kann der Nächstbessere sein. Ganz viel lernen von dem, der besser Gitarre spielen kann. Hat man seinen Führer eingeholt, kann man sich einen anderen suchen.

Für einen Buben kann der Vater der natürliche Führer sein.

Der anständige Demokrat fordert, daß bereits die Lehrjahre Herrenjahre zu sein haben. Schon an den Schulen sollen die unreifen Rotzlöffel einen
autonomen Lernweg beschreiten. Der Lehrer ist nicht mehr hierarchisch übergeordnet, er hat nur noch als Begleiter zu fungieren. Une catastrophe.
Eisenhans
18. April 2016 09:47
§ Karl Brenner

"Vielleicht kann man noch Richard von Weizsäcker nennen".
Diesen Herren im Zusammenhang mit Friedrich- Wilhem I zu erwähnen,
grenzt an Böhmermannsche Satirequalitäten. Oder ist das Ihr voller
Ernst ?
Hanns
18. April 2016 13:43
@Hartwig aus LG8

Am besten nicht beim Wunsch belassen, sondern tun!
Das Ergebnis wird wahrscheinlich zur allgemeinen Freude gereichen.

Und somit hat es schon viel Gutes bewirkt!!!
Karl Brenner
18. April 2016 17:54
@ Nordlaender
"Ein Führer kann der Nächstbessere sein. Ganz viel lernen von dem, der besser Gitarre spielen kann. Für einen Buben kann der Vater der natürliche Führer sein. [.. ] Der Lehrer ist nicht mehr hierarchisch übergeordnet,
er hat nur noch als Begleiter zu fungieren. Une catastrophe."

Das stimme ich Ihnen voll zu.

Das sagen auch wichtige psychologische Schulen, wie die New San Fransico Thearpy Group (H. Weiss, Al Simpson, etc). Der Lernende (oder der Patient) hangels sich an Vorstellungen des Beraters entlang, und kommen so zu einen Heilungs-(oder Beratungs-)
Erfolg. Das ist eine sehr menschliche und eine sehr effektive Lernmethode.

Es ist völlig ausgeschlossen, dass der zu Beratende (oder der Schüler) sich selber am Halskragen fassen kann, und sich aus dem Schlamassel zeihen kann.

Es ist auch angelehnt am frühkindlichen Lernprozessen, in denen die Kinder einen Orientierungspunkt und klare Grenzen brauchen.
Karl Brenner
18. April 2016 17:55
@ Eisenhans
Diesen Herren im Zusammenhang mit Friedrich- Wilhem I zu erwähnen,
grenzt an Böhmermannsche Satirequalitäten. Oder ist das Ihr voller
Ernst ?

Den direkten Zusammenhang haben Sie hergestellt
Nordlaender
18. April 2016 20:39
@ Karl Brenner

"Das sagen auch wichtige psychologische Schulen... "

Das ist alles richtig soweit. Meine, daß der Kolumbianer hier noch eine ganze Ecke tiefer geschürft hat. Wenn der ewigheutige Fortschrittler erst einmal alle Hierarchien geschleift hat, fällt für den Bengel die Triebfeder des Statusgewinnes weg, die er dann noch besäße, wenn der Lehrer, dem er nacheifert, einen viel höheren Status einnähme.

Aber nicht nur Nicolas Gomez Davila, schon Platon hat das unmißverständlich erklärt:

"... der Vater gewöhnt sich an Gleichberechtigung mit seinen Kindern und hat Furcht vor seinen Söhnen. Der Sohn hat weder Ehrfurcht noch Scheu vor dem Vater und den Eltern. So ist er frei! Der Metöke gilt soviel wie der Bürger und der Bürger soviel wie der Metöke, ebenso auch der Ausländer. ...
Der Lehrer fürchtet ... die Schüler und schmeichelt ihnen; die Schüler achten Lehrer und Erzieher gering. Überhaupt, die Jüngeren stellen sich den Älteren gleich und treten gegen sie auf, in Wort und in Tat. Die Greise setzen sich zu den Jungen und sind freundlich und gefällig. Sie richten sich nach ihnen, damit man sich ja nicht für unliebenswürdig und herrisch hält. ...
Den höchsten Grad hat die allgemeine Freiheit, die sich in solchem Staate entwickelt, aber dann erreicht ... , wenn die gekauften Sklaven und Sklavinnen nicht weniger frei sind als ihre Käufer. Wie weit es mit der Gleichberechtigung und Freiheit im Verhältnis der Frauen zu den Männern und der Männer zu den Frauen dann geht, hätte ich fast vergessen zu sagen. ...
Wer es nicht sieht, glaubt es nicht, wieviel freier hier die Tiere gehalten werden als anderswo. Die Hündinnen sind, wie das Sprichwort sagt, nicht anderes als Herrinnen. Pferde und Esel gehen ganz frei und stolz einher und schlagen nach dem Vorüberkommenden, wenn er Ihnen auf dem Wege nicht Platz macht. Und so wird eben alles durch und durch frei!"
Und was die Hauptsache von dem allen ist: die Seele der Bürger wird schwächlich! Sie erzürnen sich und können es nicht vertragen, daß man nur ein wenig Unterordnung von ihnen verlangt. Am Ende beachten sie dann ... auch die Gesetze nicht mehr, weder die geschriebenen, noch die ungeschriebenen. Es soll keiner in irgendeinem Sinne ihr Herr sein."

("Der Staat, achtes Buch, XIV")

"Es ist völlig ausgeschlossen, dass der zu Beratende (oder der Schüler) sich selber am Halskragen fassen kann, und sich aus dem Schlamassel zeihen kann."

Die Jugend wird dann halt von anderen dort abgeholt, wo sie sich gerade befindet. BERTELSMANN-Fernsehen (RTL) oder Schwerverbrecher-Räpp von WARNER z.B.

"Es ist auch angelehnt am frühkindlichen Lernprozessen, in denen die Kinder einen Orientierungspunkt und klare Grenzen brauchen."

Ein Prozeß ist ein Vorgang, der zum Zeitpunkt A beginnt und zumindest bis zum Zeitpunkt B andauert. Ich befinde mich beim Schreiben dieses Kommentares z.B. in einem Schreibprozeß. (Nehmen Sie meine Empfindlichkeit gegenüber gewissen sprachlichen Usancen unserer Bildungsexperten bitte auf keinen Fall persönlich.)

"Kinder benötigen klare Grenzen." ist ein Spießermem. Der vom Sinngehalt passive Satz ist zwar unter seinem hohen Abstraktionsgrad nicht verkehrt, verweigert jedoch das Subjekt. Sollen die Kinder sich doch selber Grenzen suchen, wenn sie welche brauchen? Das Abstellen von Fahrrädern im Hausflur ist untersagt.

"Ich sammle jeden Abend das Kurze ein und verfrachte dieses dann barfuß ins Bett." (Gegenbeispiel mit Subjekt, Aktivsatz)

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