20. April 2016

Assimilation und Ernstfall - (aus Pirinçcis "Umvolkung" ein erstes Häppchen)

von Götz Kubitschek / 26 Kommentare

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

hunterMorgen wird der neue Pirinçci beim Verlag Antaios angeliefert, Umvolkung, und als ich vorhin noch einmal in den sogenannten "Aushängern" blätterte (den Bögen, die der Drucker zur allerletzten Kontrolle schickt), fiel mir glücklicherweise kein Fehler auf (für dessen Korrektur es eh zu spät gewesen wäre), aber eine Passage, die ich jetzt zitieren will:



Denn sie paßt sehr gut zu einem meiner Definitionsansätze, wann denn jemand ganz und gar in eine Nation sich integriert oder sogar assimiliert habe. Ich zitiere aus meiner Replik auf den FAZ-Text vom vergangenen Samstag:
Deutsch geworden sei, wer sich im Zweifelsfall loyal verhalte, also ganz und gar auf die deutsche Seite schlage und nicht zurückgreife auf Bindungen der Herkunft.

Die FAZ-Schreiber Bender und Bingener haben das ja nicht kapiert, was das bedeuten könnte, ganz praktisch, im Lebensvollzug. Aber Pirinçci hats kapiert, und sein neues Buch setzt ganz stark mit der Interpretation eines Films ein, der genau dies hintergründig zum Thema macht: durch besondere Opferbereitschaft zu zeigen, daß man dazugehöre, auch wenn man vor nicht langer Zeit erst eingewandert sei.

Pirinçci also, die ersten drei Seiten, leicht gekürzt. Umvolkung dann bitte bestellen, und zwar hier.
Der grandiose Film The Deer Hunter (Die durch die Hölle gehen) aus dem Jahre 1978 von Michael Cimino ist ein sogenannter Vietnam-Film. Tatsächlich spielen sich die schockierendsten Szenen darin auch während des Vietnam-Krieges ab, die dennoch nur einen kleinen Teil der Geschichte ausmachen. Die Feinde, also die Vietcong, zwingen ihre Gefangenen »Russisches Roulette« zu spielen, wobei von ihren Peinigern hohe Wetteinsätze buchstäblich auf ihre Köpfe gesetzt werden. Die Spieler wiederum können sich an einer Hand abzählen, wann auch der letzte von ihnen seinen Kopf verlieren wird. Auf den zweiten, erst recht dritten Blick jedoch erzählt der Film nur vordergründig vom Krieg. Im Gegenteil, er ist der Heimatfilm par excellence, wenn auch mit ganz besonderen Einheimischen und mit zweierlei Heimat.

Die drei Freunde Michael (Vronsky), Nikanor »Nick« (Chevotarevich) und Steven (Pushkov), drei russischstämmige junge Stahlarbeiter aus einem US-Provinzstädtchen in Pennsylvania sind stramme Patrioten. Deshalb ziehen sie 1968 freiwillig in den Vietnamkrieg. ... Aber auch hier steigt der Zombie der Herkunft wieder aus dem Sarg und streckt seine klappernden Skelettfinger anspielungsreich nach den Stahlwerker-Jungs aus, die jetzt Soldaten sind. Zum einen in Form des Russischen Roulettes, nachdem sie in Gefangenschaft geraten sind und es über sich ergehen lassen müssen. Zum anderen durch die zwar unausgesprochene, aber jedem bewußte Tatsache, daß die ehemalige Sowjetunion auf der Seite des Feindes stand und ihn tatkräftig unterstützte. Nicht nur die berühmten Kalaschnikows und Mil-Mi-2-Kampf hubschrau- ber weisen bildlich daraufhin. Der Zuschauer und mit ihm vielleicht auch unsere drei Freunde fragen sich wohl ebenso, ob all der Horror und die erlittene Pein nicht eine allegorische Rache der alten Heimat an ihren Abtrünnigen ist. Und wie immer, wenn es um Heimat geht, steht erneut die reaktionäre, nichtsdestoweniger unvermeidliche

Frage im Raum: Zu wem gehörst du? Der Krieg als nachträglicher Einbürgerungstest. ... Obgleich The Deer Hunter ein bis an die Schmerzgrenze gehend brutaler und deprimierender Antikriegs-Film ist, so ist er doch auch gleichzeitig ein Märchen über Assimilation und über die heilende Kraft des Zugehörigkeitsgefühls, wenn man sich voll und ganz mit einer Gruppe, einer Nation und letztlich mit einem Volk und dessen »Lifestyle« identifiziert. Woher man einst stammte und welche Hautfarbe, Religion und Bräuche man aus der alten Heimat noch besitzt, spielt dabei keine Rolle.

Entscheidend ist nur das Hier und Jetzt, und dieses Hier und Jetzt kann sich natürlicherweise und auch aus anthropologisch verifizierbarer Sicht allein auf jenes Fleckchen Erde beziehen, in dem man im wahrsten Sinne des Wortes verwurzelt ist und sein möchte. Die Wurzeln müssen aber auf jeden Fall frisch und gesund durchblutet sein, keine längst abgestorbenen jedenfalls, die man nur deshalb nicht abhackt, weil das Biotop, in das man eingewandert ist, von debilen Gärtnern bewirtschaftet wird, die das Wachstum von »Kraut und Rüben« mit einem Rosenhain verwechseln. Wie auch immer, die neuen Michaels, Nicks und Stevens wird es in Deutschlands künftig nicht mehr geben. Es ist zu spät.

Womit ich beim Thema dieses Buches bin, nämlich der gegenwärtigen aufgezwungenen Entheimatung der Heimat durch das Fremde – bis zu ihrer kompletten Auflösung. ...

(Nochmals der Bestellhinweis: Umvolkung. Wie die Deutschen still und leise ausgetauscht werden, 160 Seiten, 14 €, hier bestellen.)

 

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (26)

Nordlaender
20. April 2016 14:48
"Obgleich The Deer Hunter ein bis an die Schmerzgrenze gehend brutaler und deprimierender Antikriegs-Film ist, so ist er doch auch gleichzeitig ein Märchen über Assimilation und über die heilende Kraft des Zugehörigkeitsgefühls, wenn man sich voll und ganz mit einer Gruppe, einer Nation und letztlich mit einem Volk und dessen »Lifestyle« identifiziert. Woher man einst stammte und welche Hautfarbe, Religion und Bräuche man aus der alten Heimat noch besitzt, spielt dabei keine Rolle."

Welche Dosis soll denn ganz konkret verabreicht werden, wie viele Pirinccis dürfen es in unserem Deutschland also sein?
Der_Jürgen
20. April 2016 14:55
Vor nicht allzu langer Zeit meinte ein Forist, es könnte eventuell
@Nordländer
gewesen sein, er fühle sich einem unsympathischen Deutschen (als Beispiel nannte er irgendeinen windigen Systempolitiker) zwar nicht nahe, aber immerhin näher als Akif Pirincci, weil dieser so fremd aussehe, dass er nie als Deutscher durchgehen werde.

Mit dieser Sicht kann ich mich nicht identifizieren. Es wäre ohnehin völlig wirklichkeitsfern zu glauben, man könne nach dem zur Rettung Deutschlands notwendigen radikalen Umschwung ALLE Nichteuropäer ausweisen (dass Dänen, Holländer, Franzosen, Italiener, Polen usw. grossenteils werden bleiben können, steht, glaube ich, ohnehin nicht zur Diskussion). Es wird nicht möglich, aber auch nicht nötig sein. "Der türkische Arzt und der arabische Hochschulprofessor können bleiben", meinte Thilo Sarrazin einmal. Auch Menschen wie Pirincci werden selbstverständlich bleiben können. Sie gehören wenn nicht abstammungsmässig, so doch von ihrem Bekenntnis her zu uns. Wir sollten uns vor Dogmatismus hüten.

Freilich ändern diese Ausnahmen, und es werden viele sein, nichts daran, dass die grosse Masse der Nichteuropäer wird gehen müssen, natürlich unter so humanen Umständen, wie es dann noch möglich sein wird. Je länger dieser Schritt herausgezögert wird, und je mehr Eindringlinge bis dann noch kommen, desto grösser werden die Härten sein, die mit diesem Prozess verbunden sein werden. Aber die Alternativ, der langsame Tod des eigenen Volkes, ist keine "Alternative für Deutschland".
Resi Burgen
20. April 2016 15:07
Schöne Allegorie das Bild der Wurzel und des Gärtners. Bin schon mächtig gespannt auf das Buch. Hoffe, es wird ein Bestseller.
Danke an Verlag Antaios, dass sie das Buch veröffentlichen.
Winston Smith 78699
20. April 2016 15:28
Eine der Schlüsselszenen des Films für mich spielt im Militärkrankenhaus. Der mental invalide, traumatisierte Soldat wird nach seiner Familie gefragt, nach russischen Namen. Es verschlägt ihm die Sprache, Tränen kommen ihm - vielleicht der Moment, in dem er durchdreht, ab dem ihm alles egal wird, sein Leben, seine Familie und Freunde. Einbürgerungstest bestanden. Eigentlich wäre er nun der perfekte Soldat für ein Himmelfahrtskommando - so einer wie in Apocalypse Now, wo sich zwei Durchgeknallte spiegelbildlich gegenüberstehen und der eine seine eigene Zukunft im anderen sieht, in der die Konsequenz des Absterbens aller Empathie offenliegt: die Gier des Psychopathen nach Macht und Unterwerfung als alleiniger Quelle für Botenstoffe in seiner kalten Welt ohne Schönheit oder Liebe.
Ein gebürtiger Hesse
20. April 2016 15:53
"The Deer Hunter" als Heimatfilm zu bezeichnen, ihn als solchen zu erleben - allein darin liegt bereits eine herrliche Inspiration und Wahrnehmungstiefe. Der Zufall wollte es, daß ich den Film letzten Herbst im Frankfurter Filmmuseum wiedersah, begeistert war (denn er ist nach bald 40 Jahren großartig vital und unveraltet geblieben) und wenig später den zitierten Text von Pirincci auf dessen Webseite las. Da traf mich diese Wahrnehmung, daß der Film in seinem Herzen ein Heimatfilm ist, also voller "ja-sagender Affekte" gegenüber der Heimat seiner Protagonisten steckt, tatsächlich unvorbereitet. Auf den Gedanken war ich beim Sehen überhaupt nicht gekommen. Pirincci aber hatte ihn ohne weiteres erfasst; erst da sah ich, wie rundherum positiv der Autor seinen Gegenständen gegenüber auch eingestellt sein kann. Das überzeugte vollkommen und mehrte die nachträgliche Lust an dem Film.
Maxx
20. April 2016 15:53
Schon interessant, aber irgendwas hatte mich damals an dieser verwursteten Deer-Hunter-Geschichte gestört, als ich diesen Abschnitt bzw. einen Entwurf dazu vor geraumer Zeit mal in A. Pirinccis Blog las. Ich fand ja ehrlich gesagt nicht, dass diese Analogie so glücklich gewählt war. Sie ist eben beliebig auslegbar.

Dazugehören bedeutet heute etwas anderes...
Spiegelbildlich gesehen könnte es z. B. auch bedeuten: Russlanddeutsche oder willige Zuwanderer, die sich für die Nato z.B. in Afghanistan, in der Ukraine und künftig vielleicht in einem Inlandseinsatz (gegen Aufständische) verheizen lassen.
Für eine falsche Sache in den Krieg zu ziehen und zu sterben, hatte auf Seiten der Amerikaner (und Zuwanderer) m.E. weniger mit Patriotismus, sondern eher mit Konformismus zu tun. Ja, man will dazugehören und ordnet sich daher dem Mainstream unter, auch wenn es falsch ist. Der Krieg war falsch, und ihr Tod war sinnlos.
Welche Parolen gibt der Mainstream heute aus? Offene Grenzen, Selbstaufgabe, Islam gehört zu D.; wer will, der kann... Das sollte man verinnerlichen, um zum hellen Deutschland dazuzugehören.

Sich gegen den Vietnam-Krieg zu stellen, galt eben dank der geballten offiziellen Propaganda als unamerikanisch - genauso wie es heute als rassistisch und ausländerfeindlich, als "Schande für Deutschland" gilt, die Politik der offenen Grenzen und Zerstörung der Nation zu kritisieren. Es ist immer nur eine Frage des offiziell propagierten Standpunkts, auf welche Weise man seinen Zugehörigkeitswillen beweisen kann.
Die "Deer Hunters" von heute würden sich hierzulande wohl regimekonform und somit antideutsch verhalten. Genau aus denselben Gründen: Man will zeigen, dass man dazugehört, zu den Anständigen. So gesehen stimme ich A.P. ja auch zu (wenn auch in anderem Sinne), wenn er schreibt: "Es ist zu spät."
Was, wenn sich die drei russischstämmigen Protagonisten aus "The Deer Hunter" in der US-amerikanischen Antikriegsbewegung engagiert hätten? Tja, dann wären sie wohl aus Pirinccis Sicht keine gut integrierten Amerikaner gewesen?

Und was wäre, wenn man integrationswillige Zuwanderer in Deutschland fragte: Zu wem willst du gehören?
Zu den guten ausländerfreundlichen, weltoffenen, toleranten Deutschen (dann stehen dir alle Türen offen) oder zu den bösen deutschen Rechten und ewig gestrigen Rassisten?
Wenn Ersteres bejaht wird, wovon auszugehen ist: Toll, dann zeig, dass du zu den guten Zukunftsdeutschen gehörst, indem du in die Sicherheitsorgane eintrittst (und rassistische, rechtsextreme Demonstranten zusammenknüppelst) oder in der Bundeswehr dienst (und dich für US-Interessen verheizen lässt).
Wäre das nicht genau die Analogie zu dem von A.P. angeführten Beispiel? Wäre das wünschenswert? Na ja gut, war nur so ein Gedanke. Weitermachen.
Clairvoyance
20. April 2016 16:11
In Akif Pirinçcis Pamphlet-Klassiker »Deutschland von Sinnen. Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer« (2014) faszinierte nicht nur die großartige Sprachbeherrschung und der Furor eines beinahe verzweifelten Diagnostikers, sondern auch die Tiefendimension vieler seiner Schilderungen. Etwa das Phänomen des Pseudo-Wohlstandes, hinter dessen Fassaden millionenfach der Absturz lauert.

Ich bin sehr gespannt auf die Lektüre des neuen Werks und hoffe, daß dasjenige, was in den alternativen Medien »the big picture« genannt wird, sowohl bei Pirinçci, als auch im Periodikum »Sezession« vermehrt den verdienten, breiteren Raum einnimmt:

Kritik des »Fiatmoney«-Geldsystems, Kritik und Analyse der Hintergrundmächte (etwa des Bilderberger-Treffens vom 9. bis 12. Juni 2016 im Kempinski-Hotel Taschenbergpalais in Dresden), Kritik der UN-Ideologie, in deren Rahmen die gezielte »replacement migration« schon vor Jahrzehnten explizit und detailliert geplant worden ist.

Totalüberwachung, Entwurzelung von allem und jedem, Vernichtung unserer Rechtsordnung durch TTIP, die in Skandinavien bereits weit fortgeschrittene Bargeldabschaffung und insgesamt die Heraufkunft eines politisch geschützten Konzernsozialismus — diese Schädigungen an unserem Erbe, an unseren Rechten und an unseren Körpern hängen miteinander zusammen!
deutscheridentitärer
20. April 2016 16:51
Vor nicht allzu langer Zeit meinte ein Forist, es könnte eventuell
@Nordländer
gewesen sein, er fühle sich einem unsympathischen Deutschen (als Beispiel nannte er irgendeinen windigen Systempolitiker) zwar nicht nahe, aber immerhin näher als Akif Pirincci, weil dieser so fremd aussehe, dass er nie als Deutscher durchgehen werde.


Bitte. Das war Raskolnikow.
Fredy
20. April 2016 19:18
Habe den Film zufällig erst vor ein paar Wochen nach vielen Jahren zum zweiten mal gesehen. Nach wie vor unterhaltsam und spannend, und als dann zum Ende hin die russischen Amis am gemeinsamen Tisch die Nationalhymne sangen, zuerst leise und zaghaft, mit zitternden Stimmen, dann gemeinsam zunickend und selbstsicher, da habe ich geheult wie ein Schloßhund, und wäre gern zuvor mitgestorben, oder hätte gern zumindest ein Bein gelassen, oder ein Auge, für dieses herrliche Land. Im Ernst: Bei der Szene dachte ich mir dann nur: Was für Idioten, dieses arme Häuflein Einwander. Für Dreck im Dreck das Leben lassen, damit anderer Dreck sich nicht dreckig machen muß und den amerikanischen Traum leben kann.

Es lohnt sich auch nicht für die BRD zu verrecken.
Sumpfbewohner
20. April 2016 19:19
Ich möchte Maxx noch um einen Gedanken weiterführen.
Ich bin so konservativ, optimistisch?, vernagelt?, daß ich selbst die "we-love-Volkstod"s deutscher Abstammung noch nicht würde aufgeben wollen. Insbesondere auch aus der Erfahrung heraus, daß ich immer wieder erlebe und erlebt habe, daß niemand so umstandslos und so kompromißlos bereit ist, seine Wurzeln zu kappen wie Deutsche im Ausland:

Die Diagnose von Zugehörigkeit muß ergänzt werden um Überlegungen einer Therapie der Abtrünnigkeit.

Ich gebe zu, ich habe kein Patentrezept dafür, die Sache kann wohl auch nur bedingt rein rational ablaufen.
Irrationales gehört dazu, beginnend bei Symbolen.
Statt Willkommenskultur also sozusagen Reintegrationsbemühungen. Sicher ebenso mühevoll, vielleicht aber am Ende doch in der Regel fruchtbringender.
Der Gutmensch
20. April 2016 20:02
@Winston Smith:

Ich distanziere mich prompt von meinem nebenan erhobenen Verdacht, Sie seien ein deutscher Konsequenzmacher. Schönen Abend,

d. G.
Nordlaender
20. April 2016 20:12
@ deutscheridentitärer

"Bitte. Das war Raskolnikow."

In Sachen Volkszugehörigkeit wäre ich mit diesem bösen Raskolnikow
bei einem Sechspack Billigstbier ganz schnell ein Herz und eine Leber.

Begreife auch nicht, was an der Rolle Deutscher in Japan, Norweger in Togo oder Türke in Deutschland jetzt sooo schlimm sein soll.
Der_Jürgen
20. April 2016 20:30
@deutschidentitärer
Danke für die Berichtigung.

@Nordländer
Entschuldigung für die Verwechslung.
Sakksa
20. April 2016 20:35
"Obgleich The Deer Hunter ein bis an die Schmerzgrenze gehend brutaler und deprimierender Antikriegs-Film ist, so ist er doch auch gleichzeitig ein Märchen über Assimilation und über die heilende Kraft des Zugehörigkeitsgefühls, wenn man sich voll und ganz mit einer Gruppe, einer Nation und letztlich mit einem Volk und dessen »Lifestyle« identifiziert."

Entschuldigung, falls ich mich irre : Aber da ist im Deer Hunter doch gerade keine heilende Kraft durch Zugehörigkeitsgefühl, weder innerlich noch äußerlich, im Gegenteil. Fraglich zumindest auch, ob dieses Zugehörigkeitsgefühl im Deer Hunter nicht zumindest in verschiedene Präferenzen und Loyalitäten aufgespalten ist ( was ja auch ganz nachvollziehbar wäre ). Da werden russische Hochzeiten in einem trostlosen Industriekaff gefeiert, die Figuren melden sich freiwillig, und dann sind sie plötzlich Amerikaner im Krieg und keine eingewanderten Russen mehr, ja. Am Ende zerreißt es sie aber. Sie wurden allerdings qua Ärmelaufnäher an der Uniform "integriert". Es fragt sich nur, in was und wozu und ob sie selbst am Ende etwas davon haben oder ob sie nicht am Ende sogar etwas von ihrer Identität verloren.
Lumpazi
20. April 2016 20:35
Sehr geehrter Herr Kubitschek,

wie passt es zusammen, dass hier auf den Seiten der Sezession einerseits - wohl bewusst - die alte Rechtschreibung kultiviert wird, man sich andererseits aber der neuesten Seuche aus dem Internet ergibt?
Statt:
,,Aber Pirinçci hats kapiert, ... "
muss es heißen:
,,Aber Pirinçci hat's kapiert, ..."
Grammatisch ausgedrückt, wird hier das Objekt zur Konjugationsendung des Verbs. Dieser Sprachquark kommt durch Transkribierung zustande.
Den findet man auch schon in der Replik auf die FAZ.

Mit freundlichen Grüßen
Lumpazi
Großstadtpauker
20. April 2016 21:22
die sog. "Integrationspolitik" ist in der großen grauen Stadt gescheitert - die sozigesteuerten Wurstblätter behaupten wahrheitswidrig es gäbe Erfolge - hier und da der tolle Fußballtrainer ; der freundliche Kantinenneger , die friedliche Islamtante vom Shop . Frei erfunden , erlogen , umgedeutet . Es riecht nach Krieg ; die "taz" - Leser ( Lehrer und Studenten ausm Pädagogikbunker ) starren auf ihre Zeitung ; " kaufe mir demnächst ein Auto " meint der akademisch geschulte U-Bahnfahrer ; auch die AfD wird thematisiert - in der Wetterjackentruppe herrscht große Einigkeit ; drei Reihen weiter : übelste Fachkräfte telefonieren mit ihrem Handy ; brüllen arabische Flüche in das Gerät ; Leute wechseln den Wagen .

Neger popeln in der Nase ; lachen ; fröhliches Negerlachen ;Negermuttis blockieren Eingänge ; zähflüssig treibt die Menschenmasse durch die grauen Röhren in der grauen Stadt .

Erneut Polizeieinsatz ; Bahn fährt nicht ; zwei junge BGS Männer bändigen einen völlig verstörten Neger der in seinem Unrat sitzt und Leute anpöbelt - " nun beruhigen Sie sich doch " - sachlicher Mitteleuropäer trifft auf 4. Welt ; kein Kant , kein Heidegger , kein Sloterdijk kann den magisch verstrahlten Neger bändigen - der Zivilisationsbruch kann im U-Bahnschacht besichtigt werden . "Zeit" -Leser verirren sich selten in diese Vorhölle - hin und wieder beobachte ich diese seltene Spezies im Bereich Jungfernstieg - schnell weg - niemanden angucken - drei Schnackselaraber wedeln mit der Goldkette ; labern sinnlos herum ; Mondsprache - gestörte Typen starren die Geschäftsfrau an ; sie wirft ihre "Zeit" in den Müll und rennt - sie rennt weg , der fachkräftige Belästigungsexperte lächelt ; lehnt an der Kaffeebar , telefoniert - wichtig wichtig dieser Gesichtsausdruck .
Der Pauker hat Reizgas im Rucksack ; SEK - Qualität ; Familienpackung .
Der Kollege hat ähnliche Erfahrungen gemacht . " sag mal Pauker ; du gehörst wohl nicht zur Gutmenschfraktion ? "

"wie kommste denn darauf ? "

" du beteiligst dich nicht an dem Politneusprech im Lehrerzimmer "

" nö - bin hier ja nicht im Soziologieseminar "

" die armleuchtenden Autofahrer können mich gerne mal begleiten"
Fredy
20. April 2016 21:43
sagt der Großstadtpauker zum Grobschlosser: "Gib mir mal den Hammer."
Sabine
20. April 2016 21:58
Da fällt mir doch sogleich ein passendes Zitat vom Marxisten Horkheimer ein:

"Wer wird denn die Deutschen für die Nazis verantwortlich machen: wir wissen doch ganz genau, daß sie mit der gleichen Begeisterung zu Stalin oder den General Motors übergehen! (Und das ist's, was wir brauchen.)"

Brief des Max Horkheimer an Th. Wiesengrund Adorno vom 24. November 1944 (Horkheimer, Ges. Schriften, Bd. 17, S. 607)

Es gibt also Gründe -- sehr, sehr schwarz zu sehen!
Nordlaender
20. April 2016 22:05
@ Der_Jürgen

"Entschuldigung für die Verwechslung."

Nanu. Da nich' für. Entsinne mich zwar gerade nicht, im gleichen Wortlaut formuliert zu haben, unterschreibe das dann aber jetzt nachträglich: Horst Schlämmer und Guido Wolf sind Deutsche, so wie ich auch ein Deutscher bin.

http://ais.badische-zeitung.de/piece/06/35/19/74/104143220.jpg

Ganz besonders Deutsch ist jemand, daß sei allen Elitisten unmißverständlich gesagt, der in seiner Wohnung dieses stilechte weiße Feinrippunterhemd trägt und sich lässig tümelnd mit der Bierflasche durch die QUELLE-Küche bewegt.

https://cdn.blogger.de/static/antville/cscedition/images/brenner.jpg
Maxx
20. April 2016 22:23
Es lohnt sich auch nicht für die BRD zu verrecken.

@Fredy. Ja, das ist eben auch das Dilemma oder? Daher taugte das Deer-Hunter-Bild m.E. als Aufhänger nicht. Irgendwie schief. Die BRD samt heutiger Insassen bildet nicht (mehr oder noch nicht) das Hinterland, für das es sich zu sterben lohnt oder? Im Feld oder irgendwo in der Wüste verrecken, damit z.B. die Augsteins (und die Benders und die Bingeners) dann übernehmen und Merkels Werk finalisieren? Nö. Gut, es beträfe mich eh nicht mehr, ich hab meine Dienstjahre lange hinter mir.
Aber wäre es nicht patriotischer, für eine Sache zu leben, als sein Leben (mögl. sogar für eine falsche Sache) aufs Spiel zu setzen? Das kam mir eben so in den Sinn. Daher fand ich den Aufhänger für Pirinccis Buch wohl etwas befremdlich.
Übrigens: In "Platoon", was ja auch ein bekannter Vietnam-Film ist, gab es übrigens eine Szene, in der der Rekrut Taylor, gespielt von Charlie Sheen, einem Schwarzen, einem Kameraden, erklärt, warum er sich freiwillig für Vietnam gemeldet hat: Er fände es ungerecht, dass nur die Schwarzen für Amerikas Freiheit kämpfen und wollte daher auch einen patriotischen Beitrag leisten (oder so ähnlich drückte er sich aus). Der Schwarze entgegnet lakonisch, man müsse wohl reich und weiß (ergo: ein saturierter Idiot) sein, um so zu denken.
Nordlaender
20. April 2016 23:00
@ Fredy

"... da habe ich geheult wie ein Schloßhund, und wäre gern zuvor mitgestorben, oder hätte gern zumindest ein Bein gelassen, oder ein Auge, für dieses herrliche Land. Im Ernst: Bei der Szene dachte ich mir dann nur: Was für Idioten, dieses arme Häuflein Einwander. Für Dreck im Dreck das Leben lassen, damit anderer Dreck sich nicht dreckig machen muß und den amerikanischen Traum leben kann."

Gratuliere! Für ein paar Sekunden wähnte ich tatsächlich, daß Sie es ernst meinen mit Ihrem Mitgefühl. Sie haben mich reingelegt. Die überraschende Wende hat mir Spass bereitet, gelungener Kommentar.

Mein Einfühlungsvermögen sagt mir: Warum sollte dieser geschäftstüchtige Türke und Neocon nicht ganz andere Loyalitäten besitzen, die ihn gerade zu diesem Filmexempel greifen ließen?

Wähnt sich denn nicht jeder von uns - auf seine subjektive Art freilich - auf der Achse der Guten?
Gegendarstellung.
20. April 2016 23:04
@Lumpazi

"Grammatisch ausgedrückt, wird hier das Objekt zur Konjugationsendung des Verbs."
Sprachquark! Ein Objekt wird nie zu einer Konjugationsendung. Das »s« ist schlicht und ergreifend ein enklitisches Personalpronomen, das sich auf ein Antezedens oder Postzedens bezieht, und zwar auf ein Neutrum.
Heinz Obst
21. April 2016 01:21
Der_Jürgen - Mittwoch, 20. April 2016, 14:55

Freilich ändern diese Ausnahmen, und es werden viele sein, nichts daran, dass die grosse Masse der Nichteuropäer wird gehen müssen, natürlich unter so humanen Umständen, wie es dann noch möglich sein wird. Je länger dieser Schritt herausgezögert wird, und je mehr Eindringlinge bis dann noch kommen, desto grösser werden die Härten sein, die mit diesem Prozess verbunden sein werden. Aber die Alternativ, der langsame Tod des eigenen Volkes, ist keine „Alternative für Deutschland“.



Gewiß, der schleichende Volkstod kann keine Alternative für Deutschland sein. Ohne eine Majorität an autochthonen Deutschen gibt's dann logischerweise auch kein Deutschland mehr.

Wenn man freilich das sich stramm auf die Marke "50" zu bewegende Durchschnittsalter der Restdeutschen betrachtet, findet man so leicht keine plausible Antwort auf die Frage, wer denn letztlich dafür sorgen sollte, daß "die große Masse der Nichteuropäer wird gehen müssen".


Maxx - Mittwoch, 20. April 2016, 15:53

Und was wäre, wenn man integrationswillige Zuwanderer in Deutschland fragte: Zu wem willst du gehören?
Zu den guten ausländerfreundlichen, weltoffenen, toleranten Deutschen (dann stehen dir alle Türen offen) oder zu den bösen deutschen Rechten und ewig gestrigen Rassisten?



Direkt gefragt, dürfte auch ein tatsächlich integrationswilliger Einwanderer wohl kaum sagen, daß er zu den "ewig gestrigen Rassisten gehören möchte."

Allerdings werden Sie unter den integrationswilligen Einwanderern (bei den offiziell herumgereichten Integrationsikonen handelt es sich lediglich um U-Boote der Propagandaflotte) auch nur verschwindend wenige ausmachen können, die sich selber zu den Einfaltspinseln der Gutmöntschenfraktion rechnen.


Fredy - Mittwoch, 20. April 2016, 19:18

... Nach wie vor unterhaltsam und spannend, und als dann zum Ende hin die russischen Amis am gemeinsamen Tisch die Nationalhymne sangen, zuerst leise und zaghaft, mit zitternden Stimmen, dann gemeinsam zunickend und selbstsicher, da habe ich geheult wie ein Schloßhund, und wäre gern zuvor mitgestorben, oder hätte gern zumindest ein Bein gelassen, oder ein Auge, für dieses herrliche Land. Im Ernst: Bei der Szene dachte ich mir dann nur: Was für Idioten, dieses arme Häuflein Einwander. Für Dreck im Dreck das Leben lassen, damit anderer Dreck sich nicht dreckig machen muß und den amerikanischen Traum leben kann.



Beim ersten Gefallenen der Truppe unterm Sternenbanner bei der Invasion des Irak handelte es sich um einen Einwanderer aus Guatemala. Posthum bekam er die US-Staatsbürgerschaft verliehen.


Es lohnt sich auch nicht für die BRD zu verrecken.



Frage:
Kennen Sie jemanden, der bereit wäre, sein Leben für die BRD hinzugeben?
Willkommenskulturlos
21. April 2016 01:57
Wie auch immer, die neuen Michaels, Nicks und Stevens wird es in Deutschlands künftig nicht mehr geben. Es ist zu spät.


BRD kann niemanden mehr integrieren.
Es fehlen die materiellen Voraussetzungen dafür (Arbeit, Wohnungen, Finanzen und zunehmend einfach Platz).
Das Boot ist schon längst voll und geht unter.

Ganz abgesehen davon:
kein gesunder Mensch übernimmt freiwillig die herrschende bunte Ideologie mit all ihren Perversionen und Schuldkomplexen.
Lieber bleibt man bei seiner alten ethnischen Zugehörigkeit.
Willkommenskulturlos
21. April 2016 02:23
@Nordlaender
Mittwoch, 20. April 2016, 22:05

… Guido Wolf sind Deutsche, …


Bei den meisten etablierten Politikern habe ich meine Zweifel.
Abstammungsmäßig waren sie Deutsche, haben sich aber politisch, ideologisch und kulturell von Deutschland schon längst verabschiedet, also ihre deutsche Identität bewusst abgelegt.
Ist jemand noch Römer der zusammen mit Barbaren gegen Rom kämpft?

Das druckt sich bei ihnen sogar äußerlich aus: sie meiden deutsche Symbolik (selbst die staatliche Symbolik).
Geht jemand von ihnen unter deutscher Flagge mal demonstrieren?
Das ist doch offiziell als rechts verpönt.
Götz Kubitschek
21. April 2016 07:21
karawane zieht weiter.
gruß! gk

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