12. Mai 2016

Warum wir den Medien nicht mehr trauen. Der Fall Nannen.

von Ellen Kositza / 73 Kommentare

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

nannenEr ist wieder da! Der Henri-Nannen-Preis, dessen Verleihung 2015 leider ausfallen mußte, wurde nun wieder vergeben. Er heißt nun Nannen Preis, zeitgemäß mit sogenanntem Deppenleerzeichen also. Klingt mäßig interessant? Nein. Henri Nannen ist das personifizierte Paradigma der Bundesrepublik Deutschland. Preis wie auch aktueller Preisredner sind dessen Attribute.



Henri Nannen (1913-1996) wurde nur von „ganz alten Freunden und einigen Frauen“ (Nannen-Biographin Stephanie Nannen) Peter genannt. Peter, nicht etwa Heinrich. Müßig, über die Gründe zu spekulieren. Nannen war einer, der gern zweigleisig fuhr. Privat ohnehin.

Er lebte über Jahrzehnte mit zwei Frauen zusammen. Verjüngt („Verjüngung“ sollte auch sein ungeschriebenes politisches Motto sein) hat er sich auch dabei sukzessive: Erstfrau und Drittfrau trennen geburtsjahrgangsmäßig vier Jahrzehnte, darin toppte Nannen selbst Peter Maffay - dies nur nebenbei.

Peter/Henri Nannen hatte für den Völkischen Beobachter stimmungsvolle Schlachtenberichte verfaßt (… „jetzt bricht die ganze aufgestaute Kraft dieser geballten Energie los - mit einer Gewalt, daß den Bolschewisten (…) Hören und Sehen vergehen wird.“

Ab 1944 fungierte Nannen als Führer eines Aktivpropagandazuges der Luftwaffe. Nach dem Krieg erhielt er - nun definitiv „Henri“- von der britischen Besatzungsmacht rasch eine Presselizenz. Daß alte NS-Kämpen in der neuen Republik durch Begünstigung der Siegermächte wieder zu Rang und Namen kamen, war weder Wunder noch Einzelfall. Erstens waren sie professionell, vernetzt und erfahren, zweitens hatte „man“ sie im Zweifelsfall in der Hand.

1948 jedenfalls erschien Nannens Stern erstmalig, und es war sicher kein Zufall, daß es ein Boulevardmagazin gleichen Namens bereits 1938 gegeben hatte. Henri Nannen fungierte weiterhin als journalistischer Propagandist. Sein Stern war – um das Panoptikum dieses Avantgardblattes einmal zu umschreiten – eines der ersten Publikumsblätter, die nackte Frauen aufs Cover hoben und ebenso eines der ersten Organe, die die harte Grenze der Oder-Neiße-Linie stählern verfochten. Soviel zum Blatt an sich.

Nein, dies noch: 2003 hatten sich wöchentlich noch über eine Million Exemplare des Magazins verkauft. 2015 waren es rund 440.000. Wie soll man das nennen? Einen kleinen Knick, eine gewisse Krise? Oder einen Totaleinbruch?

Jedenfalls wurden „Stellenabbau“ und „Sparmaßnahmen“ als Gründe dafür genannt, daß der Henri -Nannen-Preis 2015 nicht vergeben wurde. Nun ist wieder da, "relaunched" als Nannen Preis.

2014 hatte einer der Preisträger, Jacob Applebaum, angekündigt, daß er die Preistrophäe (eine Nannenbüste) einschmelzen lassen wolle. Aus Protest gegen den ehemaligen "Nazi" Nannen wolle er den Einschmelzungserlös hälftig zwei linksradikalen Organisationen spenden, nämlich der einschlägigen Vereinigung der VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten ) und dem Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin. Gut, wer Applebaum heißt, darf wohl Gesichtsplastiken verbrennen lassen - wenn es einem guten Ziel dient. Nannen als Büste gab es 2016 nicht mehr, stattdessen einen graphischen Klotz.

Nun hat der Medienwissenschaftler Michael Haller einen einführenden Essay zum "Nannen Preis" verfaßt. Sein Thema: Gründe für den Widerspruch zwischen immer besser werdendem Journalismus und schwindendem Medienvertrauen.
Haller bennent dabei keinesfalls die Gründe. Er liefert sie aber schubweise durch seine eigene Diktion:
Der Nannen Preis ist eine Feier des Berufsstands. Denn er besitzt gerade heute eine symbolische Bedeutung: Die Veranstalter zeigen, dass exzellenter Journalismus weiterlebt.

Weiterleben, ein Euphemismus in Zeiten des trunkenen Feierns! Ich schaue mir die IVW-Daten deutungsstarker Zeitungen des letzten Quartals 2015 an, gerundet: Bildzeitung: minus 11%, Süddeutsche: minus 7%, FAZ minus 14 %, WELT minus 6.5 %, taz- minus 3.4%. Allein die Junge Freiheit verzeichnet ein Plus von, ja, 16%.



Dazu muß man wissen, daß all diese Trends seit einigen Jahren anhalten: Der zu feiernde „Berufsstand“ des mainstreamigen Journalisten in also mit der Etikettierung „im freien Fall“ ganz gut getroffen.

Weiter Haller:
Wenn ich die in den vergangenen Jahrzehnten von Journalistenjurys geprägten Gütekriterien als Maßstab anlege, dann belegen manche der nominierten Arbeiten im Vergleich zu früheren Preisträgern sogar einen Zuwachs an Qualität: erhellend, wie in diesem Feature typische Szenen mit Trenddaten verwoben und mit einem Video anschaulich wurden. Mitreißend, wie uns der Reporter die Verzweiflung jener Menschen nahebringt. Unglaublich, wie dieses Foto eine existenzielle Erfahrung ins Bild überträgt. Großartig, wie dieses Rechercheteam zugespielte Informationen hart gemacht und in eine packende Enthüllungsstory umgesetzt hat. Erzähle, Erzähle, Erzähle: Das in seiner Subjektivität schwelgende Storytelling steht derzeit in üppiger Blüte.

Herr Haller, noch da? Was Sie als Verquickung von „Trenddaten mit anschaulichem Video“ und Verzweiflungsnahebringung auffassen, was Sie „packende Entüllungsstory“ nennen und – Mann, haben Sie ihren Wolf Schneider eigentlich nie gelesen? - als, man glaubt es kaum, „in Subjektivität schwelgendes Storytelling“ preisen: Genau das ist doch der Grund, warum sich die Nichtmehrleser verhohnepiepelt fühlen! Die sagen nämlich: „Erzählt uns keine Geschichten! Erst recht kein subjektivistisches Wunschdenken! Keine Propaganda!“

Und, apropos „üppiger Blüte“. Die weltweit üppigste Blüte hat der Titanenwurz. Blüht demnächst auch hierzulande in botanischen Gärten. Deutlichstes Merkmal für die Sinnesorgane: Diese Blüte stinkt zum Himmel.(Wobei ich nichts gegen die aktuell prämierten Texte sagen will - wegen derer dürfte kein Leser sein Abo kündigen.)

Haller ff:
Also könnten die Veranstalter ihre Schultern und jene der Preisträger klopfen und die Hassredner aus dem AfD-Lager als realitätsblinde Wirrköpfe abkanzeln. Sie werden dies nicht tun, weil sie vermutlich wissen, dass dieses blödsinnige „Lügenpresse“-Geschrei als Symptom zu deuten ist und die Gründe der Journalismuskrise tiefer reichen. Ihre Selbstbelobigungen würden wie das Pfeifen im finstern Walde tönen.Wie dunkel es dort ist, zeigt dieser Befund: Je nach Meinungsumfrage zweifeln derzeit 40 bis 50 Prozent der Erwachsenenbevölkerung an der Glaubwürdigkeit des Journalismus.

Ah, das wäre also Ihr Storytelling: mittels Vokabeln und argumentfreier Zuschreibungen wie „Hassredner“, „realitätsblind“, „Wirrköpfe“, „blödsinnig“, „Geschrei“ den unwilligen Leser als Narren markieren. Wo aber die Argumente fehlen, wird es krude.

„40 bis 50 Prozent der Erwachsenenenbevölkerung“ stellen keinen finsteren, dunkeldeutschen Wald dar? So wird ein Schuh draus: Sie haben es einfach satt, von journalistischen Wirrköpfen und Haßrednern realitätsblindes und blödsinniges Geschrei vorgeschrieben zu bekommen. "Dunkel" wird Deutschland wohl kaum durch allenthalben gebrandmarkte "AfD-Redner". So kann man sich verheddern, wenn man bildreich schreiben will..

Haller:
Ob deshalb das Vertrauen in die Medien erodiert, wie derzeit zahlreiche Studien zeigen, weiß ich nicht.

"Weiß ich nicht“ wird von der aktuellen Ausgabe des Philosophie-Magazins als rhetorischer „Kniff Nr. 27“ vorgestellt: „Es ist verblüffend, wie sehr man seine Gegner durch das eigene Eingeständnis seiner Dummheit entwaffnen kann. Auf diese Weise nehmen Sie eine unschuldige Haltung ein und sind nicht mehr angreifbar.“ Aber: „Unkenntnis schützt vor Strafe nicht.“

Hinter manchen Tendenzen, so gesteht Haller, könne man eine „Gleichschaltung der medialen Debattenkultur mit dem Diskurs der politischen Elite“ ausmachen:


Das kann man nicht gut finden. In autoritären Systemen wie der Türkei oder Russland soll der Journalismus als Lautsprecher fungieren, der die Politik der Machtelite rechtfertigt.

Achso, dort ist das so! Undenkbar in Deutschland, gell? Haller zitiert (wie eigentlich gerade jeder, der über Glaubwürdigkeitskrisen schreibt) Uwe Krügers glorreiches Buch Mainstream. Warum wir den Medien nicht mehr trauen. Dessen Essenz scheint Haller nicht im Mindesten begriffen zu haben.
In einer lebendigen Demokratie indessen hat der politische Journalismus dafür zu sorgen, dass der öffentliche Diskurs in Gang bleibt und abweichende Sichtweisen mit ihren Vorstellungen und Bedenken zur Sprache kommen, jedenfalls solche, die mehrheitsfähig sind.

Das nun nennt man Hochseilakrobatik: abweichende Sichtweisen dann zur Sprache bringen, wenn sie „mehrheitsfähig“ sind. Der Volksmund sagt dazu: „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß!“ Ich zitiere Klonovsky, Ende 2014: „Prognose: Ab 50.000 Pegida-Mann wird die Berichterstattung freundlicher, ab 100.000 war mancher Journalist immer dabei.“

Haller muß seine „exzellenten Jounalisten“ natürlich auch mal rügen:
Der Schwund an innerer Unabhängigkeit scheint mir aber auch mit der (den Deutschen nicht ganz fremden) Autoritätsgläubigkeit zusammenzuhängen. (…) Natürlich wird auch recherchiert. Aber meist entlang der Stoßrichtung, die von Autoritäten vorgegeben wird. Gegen den Strich bürsten? Selbstverständliches infrage stellen? Da muss erst ein britischer Journalist kommen und Frauke Petry ein bisschen hartnäckiger und schroffer befragen als unter deutschen Journalisten üblich – und schon ist es eine Sensation.

Klar. Altmännerträume. Hier dieser: Aufgrund einer treudeutschen Autoriätsgläubigkeit hat sich bis auf einen britischen Journalisten (man kann das belämmerte Interview hier sehen) kein Kollege gefunden, um die Frauke Petry „ein bisschen hartnäckiger und schroffer“ zu befragen „als üblich“. Bin ich zu blöde, all die weichen, zarten und empathischen Petry-Interviews zu finden? Suche händeringend!

Mit einem stilistischen Vollblütenerregungszitat will ich Herrn Hallers Blütenregen in Nannens Namen beenden:
Die für den Nannen Preis ausgewählten Arbeiten sind exzellent, einige auch beispielgebend für Entwicklungen, für die der Teamgedanke Pate steht. Unabhängigkeit ist nicht nur die individuell einzulösende Bedingung, sondern auch Merkmal der Teamarbeit von Spezialisten, die hinter der sie schützenden Firewall Herausragendes zustande bringen.

„Herausragend“: Nochmals der Verweis auf die üppig blühende Titanenwurz.

Wer übrigens seinen Uwe Krüger zum Thema Mainstreampresse noch immer nicht gelesen hat, findet ihn hier.

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (73)

Arminius Arndt
12. Mai 2016 16:49
Das in seiner Subjektivität schwelgende Storytelling steht derzeit in üppiger Blüte.


Das ist nun in der Tat eine Entblödung allerster Güte.

Exzellenter Journalismus weiß insbesondere eindeutig zwischen Bericht und Kommentar zu unterscheiden und diesen Unterschied auch dem Leser klar erkennbar zu machen. Alles andere ist Dschornalismus und dafür gibt es jetzt einen schicken Nannenpreis, dessen Logo mich alten Nazi doch sofort an geschickt sublimierte Wolfsangeln erinnert :)
Nordlaender
12. Mai 2016 17:11
Gegen Haßreden (oder muß man jetzt Haß Reden schreiben?) kann man doch technisch vorgehen. Dieses Produkt beschert solchem Spuk sofort den Garaus:

ADL HateFilter Filter® 2.0

"Der Schwund an innerer Unabhängigkeit scheint mir aber auch mit der (den Deutschen nicht ganz fremden) Autoritätsgläubigkeit zusammenzuhängen."

Was Heller lediglich vermutet, hat die moderne Wissenschaft doch schon lange bestätigt:

"Das Konzept des autoritären Charakters geht wesentlich auf Erich Fromm zurück, der es am Institut für Sozialforschung unter der Leitung Max Horkheimers in den 1930er-Jahren entwickelte. "

https://de.wikipedia.org/wiki/Autorit%C3%A4rer_Charakter
cso
12. Mai 2016 17:32
"Lügenpresse" hat dieses Stinkimillieu außnahmsweise tatsächlich einmal "total betroffen" gemacht. Das werden diese Märchenonkel nicht so feierlich, in jeder erdenklichen Facette "bewältigen" können, sondern - angesichts anhaltender Flaute - sich neue Betätigungsfelder suchen müssen.

Wer brav ist, darf dann irgendwo beim Staatsfunk abtauchen - das ist klar. Wer es nicht schafft, wechselt die Seiten, was solchen Charaktären nicht schwerfällt.
Rautenklausner
12. Mai 2016 17:43
Ach, Frau K., am liebsten mag ich Sie immer, wenn Sie wie der Otto Köhler schreiben!
Thomas Wawerka
12. Mai 2016 18:14
Wolf Schneider ist große Klasse!
Matthias Grund
12. Mai 2016 19:32
Am Anfang war das Wort. Sprachmacht ist Herrschaftsmacht, Denken bedingt Handeln. Eine wirkungsvolle Ideologie kommt nicht ohne massenmediale Verbreitung ihrer Version der Wahrheit aus. Schon die Prawda nannte sich Wahrheit. Der Job der Medien in unserem sich zum Migrationsstaat (und darüber hinaus) transformierenden System ist die Transformation unserer Köpfe: alte Werte raus, neue Werte rein. Reales Handeln wird vorbereitet durch die Etablierung eines moralischen Referenzsystems, das den Menschen einredet, wie sie zu handeln haben. Die Medien erschaffen und verbreiten die "neue Leitkultur", in die wir durch Apelle an moralisches Wohlverhalten assimiliert werden. Die Medien fassen in Worte, wer Freund ist, und wer Feind. Gestern noch schreibt Lobo von Böllerwerfern als Terroristen...morgen schon kommt das GSG9 - die Bomben der anderen sind indes nur eine "wirre Tat" von "Zufallsbekanntschaften" (Jäger). Aloha akbar. Die Einträge im Wörterbuch der neuen Republik: Willkommenskultur, Hassverbrechen, Islamophobie, erzkatholisch, Wutbürger, Futterneid, Bevölkerungsgewinn, Ausgrenzung, Integration, Hetze, Weltoffenheit, Xenophobie, Vielfalt, angstgeleitet, schutzsuchend, Instrumentalisierung, Stammtisch, Bereicherung, Einzelfall, Vorurteil, Hass.
Hansi Dampf
12. Mai 2016 20:04
@Arminius Arndt

...und ich habe sofort
Hakenkreuz-Assoziationen bei diesem Signet bekommen.
Nemo Obligatur
12. Mai 2016 20:46
Alles sehr schön, Frau Kositza. Nur hätte man den Sachverhalt auch in einem Satz zusammenfassen können: "Die Systempresse feiert sich selbst." Dann weiß eigentlich jeder bescheid.

Der Laudatio zum Nannen-Preis gebührt immerhin ein Verdienst: Neben ihr straht der rhetorische Stern des späten Erich Honeckers um so heller.

Apropos "Stern". Er ist spätestens seit den berüchtigten Tagebüchern von F.H. nicht mehr ernst zu nehmen. Warum die Zeitungswelt um den Herrn Nannen und dessen Wirken immer so ein Gewese gemacht hat, habe ich nie verstanden. Schon in den frühen Achtzigerjahren war diese Illustrierte vor allem für ihre großzügige Darstellung weiblicher Anatomie bekannt. Das kann man machen, aber dann sollte man keine Preise für Journalismus ausloben.
Simplicius
12. Mai 2016 22:39
Der Nannen Preis ist eine Feier des Berufsstands. Denn er besitzt gerade heute eine symbolische Bedeutung: Die Veranstalter zeigen, dass exzellenter Journalismus weiterlebt.

Das in seiner Subjektivität schwelgende Storytelling steht derzeit in üppiger Blüte.

… und die Hassredner aus dem AfD-Lager als realitätsblinde Wirrköpfe abkanzeln.


Schon hier nach den ersten Absätzen möchte man Herrn Michael Haller am Liebsten zurufen: „Lügenpresse halt die Fresse!“


Der noch unter Hitler geborene, später zum Professor für Medienwissenschaft aufgestiegene, ehemalige „SPIEGEL“- und „ZEIT“-Journalist Michael Haller weiß halt, was seine Gesinnungs-Kollegen von ihm als Preisredner erwarten dürfen. Er hat geliefert. Viel mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen.

Vielleicht aber doch so viel:

Neulich vor dem Fernseher zappte ich in einen alten „Tatort“ aus den 80iger Jahren des vorigen Jahrhunderts, wo einer der Protagonisten folgenden Kommentar bezüglich der Einschätzung von Journalisten zum Besten gab:
„Die Zeitungsschmierer,
die sind entweder feig
oder sie werden gefeuert
oder gekauft.“


Das ist natürlich auch nicht die ganze Wahrheit.

Man muss schon ins Kalkül ziehen, dass gerade die sogenannten „Qualitätsjournalisten“ handwerklich äußerst geschickte Meister in der propagandistischen Aufbereitung und Darbietung von Nachrichten sind: „Der Journalismus wird immer besser“, bestätigt Prof. Michael Haller. Allerdings verlieren sie trotzdem immer mehr an Glaubwürdigkeit und Auflage, weil der nicht linke Interessierte sich mit den Nachrichten zu den Themen der Zeit auch ohne die linke, antideutsche Gesinnungssauce anderweitig z.B. im Internet versorgen kann.
Karl-Heinz Schnuffelburg
12. Mai 2016 23:03
"Daß alte NS-Kämpen in der neuen Republik durch Begünstigung der Siegermächte wieder zu Rang und Namen kamen, war weder Wunder noch Einzelfall. Erstens waren sie professionell, vernetzt und erfahren, zweitens hatte „man“ sie im Zweifelsfall in der Hand."
-
Nanana, das klingt ja fast wie Antifa (Zufallsreim). Bin kein Freund von Nannen, aber jeder hat eine 2. Chance verdient. Na ja, fast jeder, ich nehme die 5000 höchsten Nazis aus. Dazu gehörte er zweifellos nicht. Und was sollen uns die doofen alten Texte aufregen? Was hätten wir gemacht? Jedenfalls: Schnee von gestern. Im Übrigen wird bei dieser Gelegenheit nie erwähnt, mit wen man eigentlich ein total kaputtes Land wiederaufbauen sollte, wenn man nicht die alten Mitläufer dazu verwenden soll. Das betraf ja nicht nur die Presse, das betraf nahezu jeden Bereich. Denn von nichts kommt nichts. Beispiel unter vielen: Um kompetente leitende Beamte für eine Stadtverwaltung zu bekommen, braucht es 20-30 Jahre Berufserfahrung - für jeden einzelnen leitenden Beamten. Und nur die können wirklich leiten, denn die unteren Beamten können das nicht und wollen das nicht. Egal ob damals oder heute. Diejenigen, die heute immer meckern, das nach 45 die Mitläufer gleich wieder in ihren Berufen tätig waren, würden doch vor Empörung implodieren, wenn nicht jeden Tag Wasser aus dem Hahn kommt, Strom aus der Steckdose, der Abfall abgeholt, die Straße repariert, der Verkehr geregelt usw. Da steckt sehr viel Berufserfahrung hinter, wer es nicht glaubt, kann ja mal Urlaub im Kongo machen, da fehlt das nämlich alles. Und diese Berufserfahrung bekommt man weder heute noch bekam man sie damals mit politisch einwandfreien Neulingen. Also ist man pragmatisch vorgegangen. Weil: Funktionierendes Deutschland ist besser als nicht funktionierendes Deutschland. Wie man im Mannschaftssport sagt: Das vorhandene Material nutzen. Sonst: Kongo. Will ja keiner.
Der übrige Text findet meine (wie es in der DDR immer hieß) unverbrüchliche Zustimmung. Presseschelte, ja, ja ist alles richtig. Aber auch hier (trotz Unverbrüchlichkeit): In England, Frankreich, Italien, Spanien usw. ist die Lückenpresse noch wesentlich lückiger. Ist kein Trost, aber ist so. Ein Abend in einem französischen oder italienischen Hotelzimmer, bespielt vom dortigen Staatsfunk oder Privatfunk, führt regelmäßig zu faustgroßen Hirnfurunkeln, und die bekommt man nie wieder heraus. Da ist Herr Cleber viel besser, denn bei dem schläft man wenigstens ein und sieht und hört nichts mehr. Das ist schön.
Nordlaender
12. Mai 2016 23:21
Eigentlich gefällt mir "Wahrheitsmedium" ja noch viel besser. Aber "Lügenpresse" ist noch vor den "Gutmenschen" ein Schuß gegen den Feind, der voll ins Schwarze getroffen hat. Das heult jetzt laut auf, hat diesen Satz aber unumkehrbar verloren.

So geht das: Meme entwerfen, aussenden, auf das sich diese ausbreiten. Kürzlich auf PI-News gefunden: "strunzbunt". Keine ganz große Granate zwar, aber auch gut geeignet für die Schlacht.
Herr K.
12. Mai 2016 23:25
Klasse Artikel, macht Freude ihn zu lesen, ich find's ja immer recht schön, wenn mal einer sagt, was ihn aufregt - anstatt nur zu brummeln.
Schade nur, dass Ihre wertvolle Lebenszeit für so etwas Wertloses wie der "HanniNanni-Schummelpreis für mitläuferischen Spieglein-Spieglein-an-der-Wand-Journalismus" geopfert wurde.
Was einen wiederum zu dem Gedanken bringt, ob man nun eine eigene, auf gesundem Menschenverstand entwickelte Sprache zur therapeutischen Bewältigung der medialen Gedankenvergewaltigung entwickelt oder man einfach trotzdem (ich liebe dieses Wort) tut was man für richtig hält. Oder man macht beides!Und lacht sich souverän ins Fäustchen.
Denn am Ende der BRD steht das gleiche wie in der DDR: ein Mob-Staat, der einerseits dem Volk die achso richtigen Wörter abtrotzt versus dem deutschen Michel, der einfach trotzdem tut und sagt, was er für richtig hält.
Ich kann nur auf die gesundenden Kräfte des Humors hinweisen...wer zuletzt lacht...sie wissen schon.
der Blaue
13. Mai 2016 01:09
Soso, auch Nannen war ein Wendehals. Wußte ich noch nicht. Dieselbe Klasse wie Walter Jens, Günther Grass.
Vorher kräftig mitgemacht, ungebremst den Rückwärtsgang eingelegt, wieder lauthals mitgemacht ...
@ Herrn Schnuffelburg: Sicher soll jeder eine zweite Chance bekommen, auch braucht es ggf. gewisse Rücksichtnahmen auf gesellschaftliche Bedürfnisse.
Aber vor der zweiten Chance möchte ich dann doch die echte Reue sehen, und nicht die Vertuschung. Und das gesellschaftliche Bedürfnis nach dem 'Stern' war wohl schon damals durchaus nachrangig.
Und vor allem möchte ich keine Zweitbechanceten, die als solche dann arrogant, selbstgerecht, gemein ihre ehemaligen Genossen runtermachen.

Das eigentliche Problem: Die Nannens, Jense und Grasse werden auch uns demnächst drohen, wenn die Entwicklung so weitergeht.
Ich hoffe, daß dann nicht wieder zweite Chancen gratis vergeben werden!
Waldgänger aus Schwaben
13. Mai 2016 07:54
Auszeichnungen und Preise sind wie Hämorrhoiden. Früher oder später bekommt sie jedes Arschloch.

Billy Wilder
Amerikanischer Drehbuchautor, Filmregisseur und Filmproduzent österreichischer Herkunft
Andreas Walter
13. Mai 2016 08:59
Oder auch hier:

"Die braunen [!?] Wurzeln des „Stern“

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/magazin-geschichte-die-braunen-wurzeln-des-stern-12717278.html

Braun? Gilt also "Halbjude" (Kurt Zentner, Wikipedia) auch heute noch (!?) schon als Brauner?

Im Artikel der FAZ ist er ja nur noch "Vierteljude".

Ach ne, doch nicht. Da habe ich mich gerade vertan, habe "jüdischer Mischling" automatisch mit "Halbjude" gleichgesetzt. Wie wurden die Juden eigentlich vorher gezählt, vor 1936, auch weltweit, bei Volkszählungen? Wurde da auch schon "differenziert"? Auch unter den Juden selbst? Nein. Jedes Kind einer jüdischen Mutter ist Jude.

https://www.youtube.com/watch?v=4fY85B-jjA0

Und das die Nazis so ein populäres Blatt dieser Machart (viel nackte Haut) zwei Jahre lang erlaubt haben, eben bis zum Krieg, da kann ich auch immer wieder nur staunen. Heisst es doch sonst immer, Unterdrückung der Sexualität wäre ein klassische Kennzeichen von Diktaturen, wie sie jetzt der elegante Herr Maas und seine Feministinnen Eine anstreben.
Monika
13. Mai 2016 10:32
Wenn ich die in den vergangenen Jahrzehnten von Journalistenjurys geprägten Gütekriterien als Maßstab anlege, dann belegen manche der nominierten Arbeiten im Vergleich zu früheren Preisträgern sogar einen Zuwachs an Qualität: erhellend, wie in diesem Feature typische Szenen mit Trenddaten verwoben und mit einem Video anschaulich wurden. Mitreißend, wie uns der Reporter die Verzweiflung jener Menschen nahebringt. Unglaublich, wie dieses Foto eine existenzielle Erfahrung ins Bild überträgt. Großartig, wie dieses Rechercheteam zugespielte Informationen hart gemacht und in eine packende Enthüllungsstory umgesetzt hat. Erzähle, Erzähle, Erzähle: Das in seiner Subjektivität schwelgende Storytelling steht derzeit in üppiger Blüte.


Und wieder mußten bedauernswerte Eltern eine "existenzielle Erfahrung"
machen. Ihr armer Sohn wurde totgeprügelt. War es ein Trend oder ein Einzelfall ?

http://www.focus.de/regional/bonn/nach-pruegelattacke-in-bonn-17-jaehriger-niklas-p-stirbt-im-krankenhaus_id_5528556.html

Welcher Journalist schwelgt nun in seiner Subjektivität und erzählt uns eine ergreifende Story, wie im Falle der armen Tugce.
Der Ministerpräsident Bouffier das Bundesverdienstkreuz verleihen wollte.
Und als Sargträger auftrat.

Hört man schon etwas von Hannelore Kraft ?
Und welcher Journalist berichtet die Wahrheit ?

Es ist unendlich traurig.
R.I.P. Niklas

Eine Mutter
Exmeyer
13. Mai 2016 11:26
Unter diesem hervorragenden Artikel und dem abgründigen Kommentariat darunter, angeführt von der Blaue und Schnuffelburg, bleibt nur noch, Zitate zum Ausdruck meiner Abschgeu zu setzen.

"Verräter sind selbst denen, deren Sache sie dienen, verhaßt."
(Tacitus, Annalen)

Zwischen Nannen und den eben genannten Kommentatoren kann ich bestenfalls einen graduellen Unterschied feststellen.

Mein ursprüngliches Zitat von Codreanu über Feinde und Verräter kann man sich selbst (auf Englisch) suchen.
Kay-Uwe Klepzig
13. Mai 2016 11:47
Eine Streitschrift aus dem Munde der sonst so über den Dingen literarisch Schmunzelnden!

Woran plötzlich entzündet sich dieser gerechte Zorn?

Trotz allem, für mich ist Nannen und Haller...belanglos.
Nordlaender
13. Mai 2016 12:15
@ Exmeyer

"„Verräter sind selbst denen, deren Sache sie dienen, verhaßt.“
(Tacitus, Annalen)"

Nur mal kurz und knapp dazwischengemohlert: Ein rechte Zierde deucht mir so ein Nasenring nicht gerade zu sein.
Hanns
13. Mai 2016 12:57
@Exmeyer

If I had but one bullet and were faced by both an enemy and a traitor, I would let the traitor have it.
Corneliu Zelea Codreanu

Da hat doch jemand schon vor über hundert Jahren, lange vor Orwell, das Jahr 2016 beschrieben...
Alle Achtung.
Gustav
13. Mai 2016 13:06
Wäre Deutschland ein freies und selbstbestimmtes Land, würde diesen sich selbstbeweihräuchernden Suppenkaspern mit Narrenkappe kaum jemand freiwillig zuhören. Früher konnte man dergleichen in der Klapsmühle besuchen, heute haben sie alle Freigang, damit sie weitgehend ungestört als nützliche Idioten an der Zerstörung Deutschlands "arbeiten" können.

Wer hinter die Puppenbühne geht, sieht die Drähte.

Wilhelm Busch
Hartwig aus LG8
13. Mai 2016 13:16
@ Exmeyer
Ich hatte schon einen kompletten Kommentar geschrieben - und dann doch nicht abgesendet.
Dachte dann off topic, dachte ich bin überempfindlich. Dachte dann, bin zu spitzfindig.
Beruhigend, dass ich mit meiner Einschätzung nicht allein stehe.

Auf achgut.com steht eine Buchbesprechung von Vera Lengsfeld. Thema sind die zwei olympischen Wochen 1936 in Berlin. Bei aller PC, die wohl dem Buch als auch der Lengsfeld eigen sind, so schwingt wenigstens eine Art Verständnis für die Zeit und die ganze Normalität des damaligen Lebens mit.

Ein Grundverständnis für die Zeit, die historischen Verhältnisse und unsere Landsleute damals. Eine Messlatte.
der Blaue
13. Mai 2016 13:34
Werter Exmeyer,

Ihr Urteil über die Kommentare erschließt sich mir nicht.
Falls Sie jedoch grundsätzlich für Gnadenlosigkeit plädieren, sollten Sie sich vielleicht erst einmal dringend mit der menschlichen Natur befassen.
Ich halte es für sehr verwegen, anzunehmen, daß irgendwer - Sie eingeschlossen! - unfehlbar wäre und nicht irgendwann in seinem Leben der Gnade bedürfte.
Es kommt dann nur auf die Bedingungen an, unter denen sie gewährt werden kann.
Leute, die glauben, sie seien der Herrgott, halte ich für brandgefährlich - egal, welche Ideologie sie vertreten!
Exmeyer
13. Mai 2016 13:50
@ Nordlaender
Am Bild des Nasenrings stört lediglich, daß er für Ochsen ja eigentlich wenig notwendig ist. Und einen wütenden Kampfstier mit Testosteron und Adrenalin bis unter die Hornspitzen, wird so ein Ringlein wohl nicht lange halten.
Aber es handelt sich bei den Nannens und sonstigen Kaspern doch bloß um Ochsen! Die immer nur im Windschatten segeln. Keine Wilhelm Tells. "Denn wäre ich besonnen ...".
Wollen wir ehrlich sein, wir laufen alle am Nasenring, die meisten halbfreiwillig. Denn schließlich gibt es außer dem Nasenring auch noch schön Kraftfutter, wenn man brav war. Aber wenigstens ist aus 'deren' Sicht der Nasenring erforderlich. Insofern ist ein Nasenring im Gegensatz zu den Ochsen, wo er überflüssig ist, noch eine Zierde. Und wenn das Kraftfutter ausbleibt, da mag der eine oder andere vielleicht sogar den Nasenring abreißen. Aber letztendlich warten die meisten Nasenringträger darauf, daß der erste sich diesen ausreißt.

@ Hanns
Genau dieses Zitat meinte ich. Natürlich auch im KONTEXT!!! Da ich diesen nicht weglassen wollte, hatte ich drauf verzichtet. Den sollte man noch ermitteln. Wollte die Bandbreite des Möglichen nicht schon wieder austesten.
Das Wesentliche des Gesamtzitats betrifft die Frage von Feindschaft und Verrat. Feinde sind keine Verräter. Selbst wenn sie hinterhältig vorgehen nicht.

Vielleicht sollte man zur Eugenese beitragen, indem man auch die Nannen-artigen zu Feinden, statt zu Verrätern erklärt. Ach was, andere Spezies.
Nordlaender
13. Mai 2016 14:51
@ der Blaue

"Falls Sie jedoch grundsätzlich für Gnadenlosigkeit plädieren, sollten Sie sich vielleicht erst einmal dringend mit der menschlichen Natur befassen."

Grundsätzlich kann sich eine Gemeinschaft nur über Diskriminierung konstituieren und tradieren. Ausgrenzen von Schädlichem muß dabei nicht mit Erschießen gleichgesetzt werden. Wenn der Subtext des Zitates nicht vernommen oder anders gehört wurde, dann versuche ich es einmal so:

Mal so angenommen, als Prämisse gesetzt: Eine ganze Sippe bestand aus Spitzbuben, Betrügern, Dieben, liederlichen Gesellen.

Nun kommt ein Abkömmling dieser Sippe daher, braver unbescholtener Angestellter, und exhibitioniert die Geschichte seines Großvaters, seines Vaters, seiner Onkel. Nehmen wir dem gnadenlosen Rächer mal die letzte Kugel weg und sprechen wir stattdessen über Satisfaktionsfähigkeit,

.
Hanns
13. Mai 2016 15:12
@Exmeyer

Das war mir schon sofort klar...

Aber die meisten Postulate von Codreanu würde ich auch heute, nach mehr als einem Jahrhundert als gültig und berechtigt anerkennen.

Nur noch zwei Beispiele:

For making bread, shoes, ploughs, farming, running a streetcar, one must be specialized. Is there no need for specialization when it comes to the most demanding leadership, that of a nation? Does one not have to possess certain qualities?


On what must an elite be founded? a) Purity of soul. b) Capacity of work and creativity. c)
Bravery. d) Tough living and permanent warring against difficulties facing the nation. e)
Poverty, namely voluntary renunciation of amassing a fortune. f) Faith in God. g) Love.


Genau das trifft es!
Karl-Heinz Schnuffelburg
13. Mai 2016 15:14
der Blaue @
@ Herrn Schnuffelburg: Sicher soll jeder eine zweite Chance bekommen, auch braucht es ggf. gewisse Rücksichtnahmen auf gesellschaftliche Bedürfnisse.
Aber vor der zweiten Chance möchte ich dann doch die echte Reue sehen, und nicht die Vertuschung. Und das gesellschaftliche Bedürfnis nach dem ‚Stern‘ war wohl schon damals durchaus nachrangig.
Und vor allem möchte ich keine Zweitbechanceten, die als solche dann arrogant, selbstgerecht, gemein ihre ehemaligen Genossen runtermachen.

"Echte Reue?". Was soll das sein? Wer misst das, in welcher Einheit? In Kilogramm, Hektopascal, Karat? Das ist alles Humbug. (Genau wie heutzutage vor Gericht der strafmildernde Effekt bei "echter Reue" - das ist nichts weiter als die Förderung der Laien-Schauspielerei, alle wissen es, auch die Staatsanwälte, auch die Richter, dennoch tun dort alle so, als wenn sie echte Reue von unechter Reue unterscheiden könnten.) Ihr Argument ist jedenfalls Nonsens, weil es für Sie nur einen gibt, der die 2. Chance zuteilt oder nicht, nämlich Sie selber. Sie sind also in sich gefangen. Folglich reden Sie mit sich selber.

der Blaue @
Und das gesellschaftliche Bedürfnis nach dem ‚Stern‘ war wohl schon damals durchaus nachrangig.

Sie leben wohl wirklich in Ihrer eigenen Welt. Egal ob einem diese Art Boulevardpresse gefällt oder nicht, Blätter wie der Stern erfüllten das tägliche und wöchentliche millionenfache Bedürfnis danach und erfüllen es noch. Um diese Realität anzuerkennen, bedarf es weder eines Abos des Stern noch der Sankt-Pauli-Nachrichten.

der Blaue @
Und vor allem möchte ich keine Zweitbechanceten, die als solche dann arrogant, selbstgerecht, gemein ihre ehemaligen Genossen runtermachen.

Ich möchte dies, ich möchte jenes, ich möchte solches. Eine 2. Chance, die an irgendetwas gebunden ist, ist keine. Was Sie stattdessen wollen, ist lebenslängliche Bewährung. Und wer diese Bewährung gewährt oder nicht, ist klar, Sie selbst. So etwas nannte man früher: Spinntisieren.


Übrigens war es nie meine Absicht, den Herold für Nannen zu spielen. Und es geht im Artikel ja auch eigentlich gar nicht um ihn, sondern um den Nannenpreis. Und da finde ich es z. B. seltsam, das die Jury sich offenbar nicht vorher erkundigt hat, ob dieser Herr Applebaum (mir unbekannt) den Preis annehmen wollte oder nicht. Denken diese Leute wirklich, alle sterben vor Glück, wenn sie diesen oder jenen Preis verleihen? Und warum heißt das eigentlich "verleihen"? Denn entziehen kann man so einen einmal verliehenen Preis ja wohl nicht. Kann man doch? Ach so. Dann stimmt es ja.
der Blaue
13. Mai 2016 16:02
Ich bitte jetzt um Klärung, wie Schnuffelburg einerseits und Exmeyer mit Unterstützern andererseits miteinander vereinbar sein sollen?
Beide glauben anscheinend, die gleiche Position zu vertreten.
Ich habe eher den Eindruck absoluten Widerspruchs.

Was mich betrifft, denke ich weder Verrätern das Wort zu reden noch mich als persönlicher Richter aufzuwerfen. Das glatte Gegenteil trifft zu.

Ich erinnere aber an den Kern meines ersten Beitrages:
Wie auch immer es mit Nannen etc. bestellt gewesen sein mag - es scheint mir wichtig, auf solcher Erfahrungsbasis rechtzeitig zu bedenken, wie man mit denjenigen Mainstreamvertretern umgehen will, die bei weiterer Entwicklung in unserem Sinne absehbar versuchen werden, die Seiten zu wechseln.
Gerade an diesem Punkt scheinen mir Schnuffelburg in die eine und Exmeyer etc. in die entgegengesetzte Richtung zu weit zu gehen.
Heinrich Brück
13. Mai 2016 16:13
Und wieso wird dem Verräter vertraut? Denn erst das Vertrauen ermöglicht den Verrat.
Die Verbrüderung mit dem Feind ist europaweit eine Tatsache. Sich hier durch Tat und Denken unbeschadet hindurchmanövrieren zu können, sogar in der Praxis nicht ganz einfach.
Wir waten seit 1945 in einem Meer von Blut. Deutsches Blut. Und diese Verantwortlichen können deshalb nicht Recht haben. Sie sind unehrliche Seelen, sprachlich jederzeit überführbar. Auch ohne Bekämpfung verlieren sie den Kampf um die Macht; weil sie die Macht nie hatten.

"Wer ist es, der diese Gesetze versteht und erfaßt? Die Masse? Ich glaube, damit mutet man ihr zuviel zu. Die breite Masse versteht und erfaßt nicht einmal andere, viel einfachere Gesetze. Ihr fällt die Erkenntnis dieser Gesetze nicht in den Schoß. Sie müssen der Masse Tag und Nacht erklärt, sie müssen ihr unerbittlich eingehämmert werden. Ja, die Masse muß sogar bestraft werden, damit sie die Gesetze wirklich erfaßt und sich nach ihnen richtet. (...) Wie soll sie diese feinsten und unfaßbarsten Normen menschlicher Führung selbst meistern, Normen, die über sie und ihre alltäglichen Lebensbedürfnisse hinweggreifen, Normen, die nicht unmittelbar auf sie zugeschnitten sind, sondern die letzten Endes einer höheren Wirklichkeit gelten: der ewigen Nation!"
(aus: Corneliu Z. Codreanu: Eiserne Garde.)
Exmeyer
13. Mai 2016 16:21
"... Exmeyer mit Unterstützern andererseits miteinander vereinbar"
- Gar nicht. Diametral entgegengesetzt.

Kurze Antwort. - Wobei ich nicht weiß, ob die Kommentare meinerseits noch freigschaltet werden.
Nordlaender
13. Mai 2016 16:25
@ der Blaue

"Gerade an diesem Punkt scheinen mir Schnuffelburg in die eine und Exmeyer etc. in die entgegengesetzte Richtung zu weit zu gehen."

Als könnte man unter dem BUNTEN Regime einfach munter darauf los über die Prämissen sprechen, von denen Sie ausgehen. Offenkundig kreist man also als jemand, der nur physisch in der BUNTEN Republik vorhanden ist, halt um den heißen Brei herum aus sicherer Entfernung herum, sucht einen gewissen Abstand, schon um die Nichtveröffentlichung des Kommentares nicht zu riskieren. Wenn die Andeutung nicht reicht (vorne ein Rüssel, hinten zwei große graue Stampfer), lohnen weitere Erklärungen wohl auch nicht.
Winston Smith 78699
13. Mai 2016 18:22
@ der Blaue

Ich bitte jetzt um Klärung, wie Schnuffelburg einerseits und Exmeyer mit Unterstützern andererseits miteinander vereinbar sein sollen?

Könnte man Positionen zusammenfassen? Ich blick da nicht durch.

wie man mit denjenigen Mainstreamvertretern umgehen will, die bei weiterer Entwicklung in unserem Sinne absehbar versuchen werden, die Seiten zu wechseln.


Die anstehende Ent-X-ifizierung unterscheidet sich von allen vorhergehenden durch die Anwesenheit der neuen merkurischen Gottheit. Sollen sie doch wieder mal sagen, dass es ohne die alten X-is nicht gehen wird - das grauenvolle Öntörrrnöt wird seinen schmutzigen wie reinigenden Dienst tun und die Täter werden auf Lebenszeit Gejagte bleiben.

Zu den Sätzen über Nannens Nachkriegskarriere: Dem Erfolg zuliebe sich bei jeder Gelegenheit Dreck an den Stecken sammeln, sich genau dadurch für Höheres empfehlen? Frau Kositza hat da eine Aufstiegslogik formuliert, die man neben Dilbert, Putt, das Tall-Poppy-Syndrom etc. stellen sollte, Machiavelli für abgebrühte Zocker. Kann man das HEUTE im echten Leben auch tatsächlich beobachten (wie ich meine) und erklärt es so manches eleganter als jede andere Theorie, oder liegt so ein verifizierender Treffer dann im fiebrigen Auge des Betrachters?

Letzthin sagte mir jemand, dass man dies alles nur so erklären könne, daß alle da oben mit irgendwas erpreßbar sind. Dass dies vielmehr sogar erst die Fahrkarte nach oben war.
Marcus Junge
13. Mai 2016 18:42
Nannen und Kumpane sind die erste Generation Lügenpresse der BRD, erschaffen noch bevor es die BRD gab. Wie ganz richtig dargelegt im Artikel, bekamen diese Leute für ihre Zeitungen und Magazine eine Lizenz der jeweiligen Siegermacht. Dazu dann noch reichlich Geld und die entsprechenden Vorgaben zum Inhalt der Blätter, oder auch zum Nicht-Inhalt. Dies hat sich nie geändert (Arbeitsvertrag bei Springer / BLÖD - 100% auf Linie Israel und immer transatlantischer Swingerclub in der Berichterstattung, sonst Kündigung), weshalb die BRD immer schon von der Lügenpresse verseucht / zersetzt / gelenkt / indoktriniert wurde.

Daher finde ich es so erbärmlich, wenn ständig damit angekommen wird, wie toll doch die FAZ (nur mal als Beispiel, gäbe genug andere, z.B. Spiegel) früher mal gewesen sein soll ("früher war alles besser"). Ne Leute, war es nicht, ihr seid nur zu dumm gewesen es zu bemerken, wie ihr verarscht wurdet und hattet kein Internet.

Udo Ulfkotte hat das Anhand seines eigenen Weges bei der FAZ, ab Mitte der 1980'er, beschrieben und niedergeschrieben, wie er gelogen und betrogen hat und das von Oben so gewollt / verlangt / hingenommen wurde. Aber das muß man ja nicht zur Kenntnis nehmen ("früher war alles besser" - Ende der Faktenaufnahme). Genauso wie die Legung der Grundlagen für all das Ungemacht derzeit, welches von besagten Blätter damals als glorreiche Zukunft verkauft wurde.
Winston Smith 78699
13. Mai 2016 19:23
@ der Blaue

Ich bitte jetzt um Klärung, wie Schnuffelburg einerseits und Exmeyer mit Unterstützern andererseits miteinander vereinbar sein sollen?

Könnte man Positionen zusammenfassen? Ich blick da nicht durch.

wie man mit denjenigen Mainstreamvertretern umgehen will, die bei weiterer Entwicklung in unserem Sinne absehbar versuchen werden, die Seiten zu wechseln.


Die anstehende Ent-X-ifizierung unterscheidet sich von allen vorhergehenden durch die Anwesenheit der neuen merkurischen Gottheit. Sollen sie doch wieder mal sagen, dass es ohne die alten X-is nicht gehen wird - das schröckliche Öntörrrnöt wird nichts vergessen und seinen schmutzigen wie reinigenden Dienst tun und die Täter werden auf Lebenszeit Gejagte bleiben, werden hastig hinter sich schauen und dunkle Gassen meiden.

Zu den Sätzen über Nannens Nachkriegskarriere: Dem Erfolg zuliebe sich bei jeder Gelegenheit Dreck an den Stecken sammeln, sich genau dadurch für Höheres empfehlen? Frau Kositza hat da eine Aufstiegslogik formuliert, die man neben Dilbert, Putt, das Tall-Poppy-Syndrom etc. stellen sollte, Machiavelli für abgebrühte Zocker. Kann man das HEUTE im echten Leben auch tatsächlich beobachten (wie ich meine) und erklärt so manches eleganter als jede andere Theorie, oder liegt so ein verifizierender Treffer dann im fiebrigen Auge des Betrachters?

Vor geraumer Zeit sagte mir jemand, dass man dies alles nur so erklären könnte, daß alle da oben mit irgendwas erpreßbar sind. Dass dies vielmehr sogar erst die Fahrkarte nach oben war.
Xerox
13. Mai 2016 19:43
@exmeyer
Aber letztendlich warten die meisten Nasenringträger darauf, daß der erste sich diesen ausreißt.

Wobei wir doch sicher sein können, daß es sich hierbei nur um Sie handeln kann! Denn wenn die Leser dieser Seite eines begriffen haben, dann die Tatsache, das Sie Stacheldraht fressen und Napalm pissen! Manchmal frage ich mich sogar, wie sie vor lauter Männlichkeit und Testosteron überhaupt noch die Tastatur bedienen können?
Simplicius
13. Mai 2016 21:29
@ der Blaue

Werter „der Blaue“,
diesmal anscheinend Pech gehabt! - Nicht tragisch nehmen.

Warum gerade Sie jetzt zwischen die Kommentar-Fronten geraten sind, erschließt sich auch mir nicht, zumindest nicht beim schnellen Drüberlesen. – Grübel. Grübel.


Was mir aber tatsächlich unangenehm aufstößt, das sind Sätze, wie die von
@ Karl-Heinz Schnuffelburg:

Bin kein Freund von Nannen, aber jeder hat eine 2. Chance verdient. Na ja, fast jeder, ich nehme die 5000 höchsten Nazis aus. Dazu gehörte er zweifellos nicht. Und was sollen uns die doofen alten Texte aufregen? Was hätten wir gemacht? Jedenfalls: Schnee von gestern.


Wo es doch diesmal viel um Verrat geht, hier ein häufig gebrauchter Spruch von Ex-SS-Mann Franz Schönhuber, damals Anfang der 90iger Jahre zu Republikaner-Hoch-Zeiten: „Frankreich liebt den Verrat, aber nicht den Verräter.“
Fredy
13. Mai 2016 21:40
Die meisten sind doch Nannens. Knechte, die wissen was der jeweilige Herr zur jeweiligen Zeit verlangt. So schwülstig wie über den Krieg berichtet wurde, so inbrünstig berichtet man heut über die Demokratie, und morgen ...? Seid froh, dass die meisten Menschen so sind. Warum sich über die Natur erregen. Sie ist und das muß einkalkuliert werden. Verrat ist dann doch etwas anders. Nennen wir es Illoyalität. Also, ruhig Braune.
Nordlaender
13. Mai 2016 22:27
@ Marcus Junge

"Daher finde ich es so erbärmlich, wenn ständig damit angekommen wird, wie toll doch die FAZ (nur mal als Beispiel, gäbe genug andere, z.B. Spiegel) früher mal gewesen sein soll („früher war alles besser“)."

Früher war tatsächlich - z.B. im Weltnetzforum des Spiegels - alles besser. Man vergleiche hierzu mal die älteren Beiträge noch vor wenigen Jahren mit denen, die heute dort zu lesen sind. Schon weniger der Rechte, aber der Konservative und der noch ansprechbare, nicht gänzlich bescheuerte Linke waren dort reichlich vertreten. Möglicherweise war das SPIEGEL-Forum vor einigen Jahren sogar noch das reichhaltigste, vielfältigste in ganz Europa und wurde dann aber auf einen erbärmlichen Rest zusammengeschrumpft.

Bei dreißig Grad hat sich der Frosch eben noch deutlich wohler gefühlt im Badezuber als nunmehr bei sechzig.

http://www.spiegel.de/forum/treffpunkt/cafe-spontan-thread-62-100.html

Der Gute Bulle ist der bessere, wohlgemerkt, eine Grippe ist der Cholera vorzuziehen.
Waldgänger aus Schwaben
13. Mai 2016 23:13
@Nordlaender

Der wikipedia-Artikel über den autoritären Charakter ist ein Schmankerl, pardon moi monsieur, a highlight für Freunde der gehobenen Realsatire.

In nahezu jedem wikipedia-Artikel über philosophische oder soziologische Theorien findet sich ein Absatz: "Kritik"
Der Schreiber des wikipedia-Artikels war offenbar vor lauter Ergebenheit gegenüber den Autoritäten nicht in der Lage oder nicht willens einen solchen Absatz zu verfassen.
Der englische Artikel
Authoritarian_personality
weist immerhin schüchtern daraufhin, dass wissenschaftliche Theorien eigentlich empirisch belegt werden müssten. Einer Mühe der sich Fromm nicht unterzog, weil ja die Theorie für ihn so überzeugend ist, dass sich Forschungen dazu erübrigen.
panther rei
13. Mai 2016 23:29
Vielleicht bin ja zu wohlwollend, ich neige halt immer dazu, bei jeder Diskussion erst einmal nach einem gemeinsamen Nenner zu suchen. Und da sehe ich bei einigen Formulierungen des Systemschreiberlings durchaus die Absicht, etwas zwischen die Zeilen zu schreiben.

In einer zensierten Presse kam es immer schon vor, dass der Autor die verbotene Wahrheit schreibt und sich pro forma von ihr distanziert: "Die unsäglichen Rechtspopulisten behaupten doch allen Ernstes, dass zwei plus zwei gleich vier ist." Der eine oder andere Leser wird hier auf die Idee kommen, dass zwei plus zwei doch bitteschön wirklich gleich vier ist. Auch die Beschimpfung der gelenkten Demokratie in Russland scheint mir manchmal in die Richtung zu gehen. Der Systemschreiberling sagt: "Seht nur die die schlimmen Zustände in Russland: das Fernsehen ist entweder direkt willfähriges Staatsfernsehen oder mit gleichem Effekt im Besitz einiger weniger verkommener regimetreuer Oligarchen, und bei der Presse ist es genauso, und als Feigenblatt gibt es ein paar oppositionelle Zeitungen ohne nennenswertes Publikum." Manche Leser werden hier erkennen, dass er die Situation in der Bundesrepublik Deutschland beschreibt. Schon Jonathan Swift beschrieb England unter dem Vorwand, Lilliput und Brobdingnag zu beschreiben.

Muss im vorliegenden Fall nicht die Absicht des Systemschreiberlings gewesen sein, ist aber nicht auszuschließen.
thotho
14. Mai 2016 00:06
Jedes Mal auf das Neue faszinierend, wie sich Etablierte und damit das jetzig herrschende System als frei/moralisch überlegen bezeichnen und gleichzeitig willkürlich alles dagegen Opponierende verteufeln können. An der Macht zu sein, ja, geschenkt, aber so wenig die eigene Rolle reflektierend, echt verblüffend. Es ist ja nicht einmal annähend für Menschen wie Haller denkbar, dass es nicht unsere Freiheit/Demokratie/wasauchimmer ist, sondern seine.

Damit verwoben ist der Kommentar Steins in der JF (19/16), wo er den AfD Bundesparteitag u.a. so besprach, dass "eine problematische Totalabsage an jegliche Einwanderung noch einmal revidiert wurde." und dass "die Forderung nach einem abenteuerlichen Nato-Austritt Deutschlands mit deutlicher Mehrheit abgelehnt" wurde. Gauland habe "im letzten Moment in einem Plädoyer entschieden die Westbindung verteidigt". Das wird den Habermas auch noch freuen.

Die JF soll weiter wachsen, ich finde sie wirklich wichtig. Es stellt sich jedoch die Frage, wie lange es dauern wird, bis sich Stein in einer Position eines Hallers wiederfinden wird.
Kreuzweis
14. Mai 2016 00:21
"Auf achgut.com steht eine Buchbesprechung von Vera Lengsfeld. Thema sind die zwei olympischen Wochen 1936 in Berlin. Bei aller PC, die wohl dem Buch als auch der Lengsfeld eigen sind, so schwingt wenigstens eine Art Verständnis für die Zeit und die ganze Normalität des damaligen Lebens mit."

Dazu empfehle ich dringend die Lektüre des (Hör-)Buches "Neger, Neger, Schornsteinfeger" von Hans-Jürgen Massaquoi.
(Die Verfilmung des Buches dagegen dürfte der übliche BRD-Dreck sein...)
Hier: www.youtube.com/watch?v=SmLwHT2_Wiw (und v=A-G6OACeCDc)
(mit vidtomp3.com kann man es sich als MP3 herunterladen)

Bei aller Diskriminierung des Protagonisten, eines "Halbnegers", ist es doch ein einzige Entlastung des 3. Reiches. (Viele Deutsche wären dankbar gewesen, nur "so" diskriminiert worden zu sein.)
Allein, daß ein hoher Nazifunktionär aus Hamburg den "Neger" als Freund seines Sohnes ganz selbstverständlich 1936 zur Olympiade mitnahm, zeigt, wie schlimm der Rassismus damals doch (auch) war ...
Andreas Walter
14. Mai 2016 00:46
@Monika

Ich habe das heute auch gelesen, Monika. Fürchterlich. Bin auch völlig ausser mir vor Wut. Auch wegen dieser passiv aggressiven Volldeppen:

"Für Samstag sind zwei Demonstrationen in Bad Godesberg angemeldet. Das Bündnis "Bonn stellt sich quer" will gegen eine rechtsgerichtete Kundgebung protestieren, zu der nach Polizeiangaben 150 Teilnehmer angemeldet sind. Die Rechtsextremen wollten die Gewalttat an dem 17-Jährigen für ihre Zwecke instrumentalisieren, kritisierte das Bündnis."

"Bonn stellt sich quer". Hinter denen steckt die Friedensbewegung:

http://www.friedenskooperative.de/netzwerk/histo002.htm

https://en.wikipedia.org/wiki/War_Resisters_League

"From the Fellowship of Reconciliation [eine andere Organisation] many Jews, suffragists [Feministinnen], socialists, and anarchists separated to form this more secular organization [eben die WRL].

Das passt alles wie die Faust aufs Auge, auch zu unserer "Friedensbewegung".

Kennen Sie diese Sorte von passiv aggressiven Menschen, Monika, die andere bis zur Weissglut bringen (andere ihre eigenen Aggressionen ausleben lassen, um dann mit dem Finger auf sie zu zeigen, sagen auch Psychologen)?

Das ist so ein bestimmter Menschentyp, und gerade eben wird mir auch etwas klar. Extrem Religiöse und Gutmenschen verhalten sich nämlich auch so.

http://aggressionenabbauen.de/passiv_aggressives_verhalten
Herr K.
14. Mai 2016 03:45
@Monika

Wie ich sehe scheinen wir die einzigen zu sein, die überhaupt registriert haben was mit Niklas überhaupt passiert ist...?!
Es ist mir egal, ob es ein Trend oder ein "Einzelfall" war oder ist.... antideutscher Rassismus, der hier am Werke ist. Und es ist mir egal, was der Rest der Welt davon denkt. Für mich war es einfach einer zuviel. Jetzt reichts. Wie lange wollen wir denn bitte noch zuschauen?
-
Am Montag, 16. Mai, findet in Dresden eine Demo von Festung Europa statt. Wer seine Meinung auch im realen Leben kundtun möchte, der weiß jetzt Bescheid. Ich denke wir brauchen Zusammenhalt.
Und mir soll bitte niemand sagen, an dem Tag hätte er was wichtigeres zu tun gehabt.
Herzog
14. Mai 2016 07:03
Danke für die Lernerfahrung.
Stil-Blüte
14. Mai 2016 11:49
@ Nordlaender

Verstehe ich Sie richtig, Sie bejaen die sog. 'moderne Wissenschaft' mit einem ihrer Vertreter Fromm, weil sie das Übel des/der Deutschen an seinem schlechten autoritären und somit zugleich autoritätshörigen Charakter begründet? Diese einseitige Definition war die Grundlage für die Umerziehung zum Antiautoritären und hat den 68ern im großen Stil zum Durchbruch verholfen. Ist es nicht heute d a s Dilemma, daß natürliche Autorität aufgegeben wurde?

@ Ellen Kositza
Wieder ein guter Artikel. Danke.
Könnte man Nannens 'Schicksal' stellvertretetend für viele Persönlichkeiten, die ungewollt in Umbruchzeiten leben/lebten, auch so sehen?

Glück im Schicksal. Die größte Auszeichnung erweist uns das Schicksal, wenn es uns eine Zeitlang auf der Seite unseres Gegners hat kämpfen lassen. Damit sind wir vorherbestimmt zu einem großen Siege.


(Friedrich Nietzsche, Fröhliche Wissenschaft)

Und ist und war Presse zu allen Zeiten nichts anderes als Lügen-Lücken-Presse? Es ist ihr Charakter. Und mit den Preisen, Stipendien, Auszeichnungen steht es nicht viel besser. Loyalität zum Preisrichter wird belohnt (Ausnahmen bestätigen nur die Regel).

Ansonsten ist es an der Zeit für Ochsen, für 'Pfingstochsen', den Nasenring abzulegen und die Hörner mit einem Blumenkranz zu schücken: Ein frohes Pfingstfest allen!

Pfingsten, das liebliche Fest war gekommen; es grünten und blühten
Feld und Wald; auf Hügeln und Höhn, in Büschen und Hecken
Übten ein fröhliches Lied die neuermunterten Vögel;
Jede Wiese sproßte von Blumen in duftenden Gründen,
Festlich heiter glänzte der Himmel und farbig die Erde.


(Johann Wolfgang von Goethe)
Monika
14. Mai 2016 12:25
Der aufklärerische Liberalismus stellt sich blind für das Böse in der Welt:
sowohl für die dämonische Macht des adversarius diabolus, des "bösen Feindes" schlechthin, wie für die geheimnisvolle Macht menschlicher Verblendung und Willensverkehrtheit; schlimmstenfalls dünkt ihn die Macht des Bösen nicht so "im Ernst" gefährlich, daß man nicht mit ihr "verhandeln" und "sich auseinandersetzen" könnte.
Aus dem liberalistischen Weltbild ist das unheimliche, erbarmungslose und unerbittliche " Nein", für den Christen eine selbstverständliche Realität, ausgelöscht.

Josef Pieper,Vom Sinn der Tapferkeit

Leider ist auch die liberale heilige Einfaltigkeit verblendet:

http://www.kath.net/news/55161

Man kann nicht nur den Medien nicht mehr trauen, sondern auch nicht den Bischöfen.

Und das dumme Theoretisieren im Forum trägt auch nichts zur Sache bei.

Steigt wirklich der Heilige Zorn in uns auf ?

Es wurde nicht nur ein junger Deutscher zu Tode getreten, sondern in Dessau eine junge Chinesin brutal ermordet !
kW
14. Mai 2016 12:31
Den Nannen kannte ich noch nicht. Frau K. wunderbar geschrieben, die ersten beiden Seiten haben mich zum Grinsen gebracht. Seit genau 16 Jahren kaufe ich diese Art von Zeitungen nicht mehr, zum Friseur nehme ich meine JF mit. Nach der DDR nannte man solche Art von "Charaktären" Wendehals. Diese Art Mensch übersteht an der Spitze der Gesellschaft jeden Umbrauch. Das schaffen ganze Familiendynasien, wie die Weizsäckers.
Nordlaender
14. Mai 2016 17:12
@ Stil-Blüte

"Verstehe ich Sie richtig, Sie bejaen die sog. ‚moderne Wissenschaft‘ mit einem ihrer Vertreter Fromm, weil sie das Übel des/der Deutschen an seinem schlechten autoritären und somit zugleich autoritätshörigen Charakter begründet?"

Im Gegenteil. Ich rate immer mal wieder dazu, sich diesen Kulturmarxismus sehr genau anzusehen. Meine, daß von vielen nur die Oberfläche des Übels, so manche Albernheiten der sogenannten "Politischen Korrektheit" gesehen werden. Ich betrachte die Kritische Theorie als eine geistige Neutronenbombe. Hier mal pars pro toto:

"... mental health is characterized by the ability to love and create, by the emergence of incestuos ties to clan and soil, by a sense of identy based on one's experience of self as the subject of one'e powers, by the grasp of reality inside and outside of ourselves, that is by development of objectivity and reason."
Erich Fromm, "The Sane Society", Seite 67

Verbundenheit mit der heimatlichen Scholle und den Verwandten gleichen Blutes wird als inzestuös denunziert. Identität soll dann gesund sein, wenn sie tautologisch ist. (Unterhaltungssängerin Gloria Gaynor - "I am, what I am.") Der Radikalindividualismus als Fundament der Neuen Weltordnung.
Milarepa
14. Mai 2016 17:57
Wer die Wahrheit sagt braucht ein schnelles Pferd.
niekisch
14. Mai 2016 18:44
"Steigt wirklich der Heilige Zorn in uns auf ?"

In diesem Land, verehrte Monika, steigt nur noch der Rauch der Pyros bei Fußballspielen auf, sonst nichts mehr.
Curt Sachs
14. Mai 2016 19:44
Passend zum Thema »Warum wir den Medien nicht mehr trauen« schreibt Heribert Seifert in einem Beitrag in der NZZ unter dem Titel »Journalismus im Kampfmodus: Hetzer, Idioten und Dumpfbacken«:

Der Besuch eines «FAZ»-Reporterteams beim Verlegerehepaar Götz Kubitschek und Ellen Kositza, die eine intellektuelle Fundierung rechtsgerichteter Positionen versuchen, geriet zu einer vom entschiedenen Willen zur Denunziation getriebenen negativen Homestory. Willkürlich ausgewählte Bücher im Besitz der Verdächtigen gelten als Ausweis rechtsreaktionärer Gesinnung. Und ganz übel ist, dass man im Hause Kubitschek/Kositza traditionelle Formen des Familienlebens pflegt.
Curt Sachs
14. Mai 2016 20:04
@Monika:

Man kann nicht nur den Medien nicht mehr trauen, sondern auch nicht den Bischöfen.


Denen schon lange nicht mehr. Mit dem Papa Buonasera haben die Freimaurer nun auch die oberste Stufe der Hierarchie übernommen.

Dazu ein hübsches Liedlein: Les Brigandes: Le rat jèze
Nur zur Info
14. Mai 2016 20:15
kann der Lichtmesz zur Beschreibung von bestimmten Linken mal brauchen: https://www.youtube.com/watch?v=tanz1IxVpVA
Nur zur Info
14. Mai 2016 21:17
Kubitschek im dänischen Fernsehen: https://www.dr.dk/tv/se/horisont/horisont-2016-05-09#!/
Andreas Walter
14. Mai 2016 23:47
@Monika

Interessant. Ich habe gestern einen Kommentar geschrieben, bei dem es genau um dieses Nein geht. War zu einem Artikel bei "ach gut", bei dem es um Antisemitismus ging. Habe ihn dann aber doch nicht abgesendet.
Weil sie es eh nicht verstehen, und vor allem, selbst dann nicht akzeptieren. Doch das nur nebenbei.
In einer gottlosen Zeit, liebe Monika, gibt es zwar weiterhin auch den heiligen Zorn, doch kein weltlicher Richter, Herrscher wird dafür Verständnis zeigen.
Ein "Pontius Pilatus" wird einen trotzdem dafür einfach nur ans Kreuz bringen.

https://www.youtube.com/watch?v=yGHOuQklSmY

Ihr Leid dürfen Sie trotzdem klagen, wenn auch nicht Jedes jedem. So weit ist die Welt noch nicht, aber manche in der Welt.
Winston Smith 78699
15. Mai 2016 10:25
Schnellroda in der NZZ:

Der Besuch eines «FAZ»-Reporterteams beim Verlegerehepaar Götz Kubitschek und Ellen Kositza, die eine intellektuelle Fundierung rechtsgerichteter Positionen versuchen, geriet zu einer vom entschiedenen Willen zur Denunziation getriebenen negativen Homestory. Willkürlich ausgewählte Bücher im Besitz der Verdächtigen gelten als Ausweis rechtsreaktionärer Gesinnung. Und ganz übel ist, dass man im Hause Kubitschek/Kositza traditionelle Formen des Familienlebens pflegt.

Die dabei benutzten Begriffe sind von analytischer Unschärfe. Vor allem der gern benutzte Rassismusvorwurf ist heute aufs Niveau einer grobschlächtigen Kampfvokabel heruntergekommen.


http://www.nzz.ch/feuilleton/medien/journalismus-im-kampfmodus-hetzer-idioten-und-dumpfbacken-ld.82631#kommentare
Winston Smith 78699
15. Mai 2016 13:33
@ niekisch

In diesem Land ... steigt nur noch der Rauch der Pyros bei Fußballspielen auf, sonst nichts mehr.


Ich will nur den Link loswerden, wo die Marxisten so manches rauslassen, und hänge mich hier ran, wegen der Verspieltheit - man beachte, wie dort Mead und Adorno zitiert werden, und man fühlt sich an den Verlust der Väterlichkeit von Eduard Koch erinnert:

https://www.jungewelt.de/2016/04-12/043.php
Winston Smith 78699
15. Mai 2016 13:50
Und hier wird von Marxisten erklärt, warum die sogenannten "Rechten" in Mitteldeutschland so stark sind, warum es PEGIDA usw. vor allem dort gibt:

Das DDR-Bildungswesen brachte klar denkende, selbstbewusste, den Mitmenschen achtende und politisch interessierte Bürger hervor. Mit einem Bewusstsein für Unterdrückung, Ausbeutung und Ungerechtigkeit.


https://www.jungewelt.de/2016/05-14/047.php
Nero
15. Mai 2016 19:05
@ Andreas Walter, Monika


Es gab nie eine christlichere Zeit als die Jetzige.
Es gab nie einen christlicheren Papst als Franziskus.
Das Eigene zählt nichts, das Fremde alles.

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn:

Der Eine versäuft, verspielt und verhurt alles. Der Andere bleibt zurück und macht die ganze Arbeit. Als der verlorene Sohn (aka ,,der Fremde'') wieder zurückkommt antwortet der Treue:
Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich gewesen wäre. Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet.

Der Eine arbeitet und ist sparsam und für den Anderen wird ein Fest veranstaltet, das sonst immer verwehrt geblieben ist.
Die Analogie zu den hysterischen Flüchtlingsbefürwortern und deren Fernstenliebe kann man sich selbst denken.

Ich finde diese Stelle passt auch gut zu Pirinçci's »Landsmann, du bist weniger wert als der Flüchtling!«
DAS ist Christenmoral.

Für echte Christen müsste die derzeitige Entwicklung doch großartig sein. Und wenn Sie das nicht gut finden lieber Andreas Walter und Monika, vielleicht sind Sie dann auch wirklich keine Christen (mehr).
Wäre doch eine Überlegung wert ob das alles so richtig war mit dieser Wüstenreligion.
Richard Cobden
15. Mai 2016 19:22
Ich habe gerade in der JF gelesen, dass Karlheinz Weißmann plant eine neue Zeitschrift als Plattform der "konservativen Intelligenz" in Deutschland zu gründen.

Weiß jemand darüber Näheres?
Rumpelstilzchen
15. Mai 2016 19:28
Passend zu dem link NZZ von Winston Smith:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article155362459/Neonazis-die-so-tun-als-wenn-sie-keine-waeren.html

Gute Leserkommentare.
niekisch
15. Mai 2016 21:24
"Mead"

@Winston...: Hat nicht Margaret Mead an den berüchtigten Macy - Konferenzen der 40iger Jahre teilgenommen, wo die psychiatrische Behandlung der Deutschen nach dem verlorenen Krieg konkretisiert wurde?
Winston Smith 78699
16. Mai 2016 00:53
@ niekisch
Hat nicht Margaret Mead an den berüchtigten Macy – Konferenzen der 40iger Jahre teilgenommen


Danke für die Nachfrage. Die Links auf jungewelt waren zwar als Scherze gemeint, aber als lesenswerte eben. Aber ja! Unter uns gesagt ist mir jedoch dieser ganze Themenkomplex (Macy, MKultra etc.) zu undurchsichtig. Susanne Treister hat ja haufenweise Zeichnungen angefertigt, um da einen Überblick zu schaffen, welche mir allerdings wiederum eher Grusel und Verwirrung bereiten. Außerdem bin ich irgendwie nicht gewillt, all diese Leute für so böse zu halten, wie sie dadurch erscheinen. Wenn man allerdings der Kritik ein wenig folgt, wie etwa an der Gruppendynamik im vorherigen Strang, kommt neben faszinierenden Theorien auch viel Zweifelhaftes zum Vorschein. Allein der Wiki-Artikel zur Gruppendynamik offenbart ja bereits ein herrliches Theorientohuwabohu, mit dem man schlichtweg alles erklären kann - und ich sehe bereits wieder diese Typen in irgendwelchen Fortbildungen vor mir, von denen jeder seine zu den anderen widersprüchliche Lehre lächelnd als DIE Wahrheit verkauft, während sich ebenso lächelnd keiner widersprechen wagt. Horror! Bateson zum Beispiel ist mir einer der spannendsten noch unausgeloteten Denker, und für Konservative könnte da was zu holen sein, etwa wenn es um Religion geht. Aber auch da ist Licht und Schatten eng beieinander, etwa wenn er plötzlich peinlich unseriös über Descartes herzieht. Naja, und wenn man das alles ernst nimmt, dann gerät ja so vieles, was mir viel bedeutet, in ein ganz schlechtes Licht (Rockmusik, Beatnicks, Jazz, Hippies usw., ja sogar moderne Mathematik und Logik, siehe die Szenen mit Heinz von Foerster in Dammbecks Netz-Film). Wollen wir wirklich dahin kommen, in den Beatles diabolische Hirnhexer zu sehen? Vieles davon könnte aber ebenso zu der systematisch destabilisierenden psychologischen Kriegsführung gehören, von der Yuri Bezmenov sprach ....
Persönliches Zwischenfazit für mich also: totales Erklärchaos, aber gleichwohl eben ein spannender und lehrreicher Wissenschaftsporno, so etwa wie die Geschichten von Borges.
Monika
16. Mai 2016 06:46
@Nero

Irgendein Theologe ( ich glaube Adolf von Harnack) bezeichnete das Gleichnis vom verlorenen Sohn als den ent-scheidenden Text des Neuen Testaments, der alles bisherige Religionsverständnis grundlegend veränderte:
Gott "erlaubt"es Menschen, sich von ihm abzuwenden. Mehr Freiheit ist nicht denkbar. Und er verdammt Menschen nicht, die diese Freiheit nutzen. Selbst wenn es schief geht : eine Rückkehr ist möglich.
Mehr noch:
Gott freut sich über den verlorenen mehr als über den "braven", gottesfürchtigen Sohn.

Ihre Auslegung, Nero, ist doch sehr eigenwillig.
Der verlorene Sohn ist nicht der fremde, sondern der eigene (!) Sohn.
Wir sind die verlorenen Söhne und Töchter !!

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn ist auch für unsere Zeit von ent-scheidender Bedeutung.
1. Wir Aufgeklärten ( frei-gesetzten) können umkehren.
2. die Unaufgeklärten können von einem übermächtigen, unberechenbaren Gott frei werden.
Welch ein Unterschied zur Apostasie im Islam !

In diesem Sinne gibt es keine bessere Zeit für die christliche Botschaft.
Frohe Pfingsten.
Eveline
16. Mai 2016 08:50
@Monika

Liebe Monika, die seelisch -geistige Not ist groß. Ich hoffe, Sie finden in Kurt Sieber einen Menschen, der, zumal heute noch Pfingsten ist, Ihnen viele Fragen beantworten kann.
Er führt zurück zu den urchristlichen Anfängen.

https://www.youtube.com/watch?v=xYoJsME_Gus

@Nero
Wem sind wir weniger Wert? Wer steckt hinter dem Bibelgleichnis und wer steckt hinter der Flüchtlingswelle?

Der ältere Sohn ist zu Hause geblieben, hat also keine eigenen Erkenntnisse gewonnen.
Der jüngere Sohn hat sich im Dreck gesuhlt, mußte Scheine hüten, ist aber mit der Erkenntnis nach Hause gekommen, mein Vater - die innere Christusflamme - ist immer für mich da.

Das darf gefeiert werden.

Die Flüchtlingswelle will unsere Kultur zerstören. Die innere Christusflamme zerstört niemals, das ist allein der Mensch mit seiner Entscheidung, fremde Länder zu besetzen.
Waldgänger aus Schwaben
16. Mai 2016 09:54
@Nero

Die Antwort des Vaters haben Sie unterschlagen:

„Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.“

– Lk 15,31 EU

Alles klar? Gott ist barmherzig aber nicht ungerecht.
Ausserdem ist es unzuässig aus einem einzigen Gleichnis heraus, die ganze Botschaft zu bewerten.
Helgi Knartr
16. Mai 2016 10:12
@ Nero

Na prima!

Auch der historische Nero schob in intellektueller Verwegenheit den Christen so einiges in die Schuhe. Dann ließ er kreuzigen.

Machen Sie Vorschläge!
Thomas Wawerka
16. Mai 2016 11:10
Ist auch andernorts bemerkt worden: http://www.achgut.com/artikel/frohe_pfingstbotschaft_journalismus_immer_besser

Ein gesegnetes Pfingstfest allen Sezessionisten!
Arminius Arndt
16. Mai 2016 13:56
@Nero

Sie haben vom Christentum offenbar recht wenig verstanden.

Das Christentum als Sklavenmoral, als Religion der Schwachen, ist spätestens seit Nietzsche ein alter Hut (die Römer haben es wohl bereits ähnlich gesehen, aber nicht so spitz formuliert).

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn ist ähnlich wie das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg zu verstehen.

In beiden geht es ein Stück weit um das, was bei den Christen in dem Streit um die "Rechtfertigungslehre" ausgetragen wird.

Der Akt des Glaubens und der Umkehr wird dabei besonders in den Mittelpunkt gestellt, noch vor jeglichen "guten Taten" auf der Erde oder irdisch wohlgefälligem Leben.

Und damit sind wir bei einen Kernpunkt christlichen Verständnisses und bspw. auch dem massiven Unterschied bzw. die Trennlinie zu den anderen abrahamitischen Religionen.

Das Christentum ist im Kern transzendent angelegt und eben keine Weltordnung totalen Ausmaßes des konkret irdischen, wie es bspw. der Islam ist. "Mein Reich ist nicht von dieser Welt" ist neben "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist" der Schlüsselsatz, warum Christ sein unter jeder menschlichen Form der Herrschaft und des Regierens möglich ist, ja selbst unter Verfolgung.

Insofern ist der stetig steigende Blick der Vertreter der christlichen Kirchen auf das irdische, ihr stetes Einmischen in das konkret politische ein Abfall von der Transzendenz, ein Entfernen von Gott.

Gerade bei Pabst Franziskus habe ich den Eindruck, dass hier ein satanischer Impuls am Werke ist. Dieser satanische Impuls liegt daran, dass man sich ein Stück weit an anstelle Gottes setzt und meint, in das göttliche Heilsgeschehen eingreifen zu können und dieses Beschleunigen zu können, um so die Wiederkunft Christ einleiten zu können.

Jegliche Form des Versuchs der Selbsterlösung ist aber Teil dessen, was im Christentum wohl mit der Sünde wider den heiligen Geist umschrieben wird. Erlösung und die Wiederkunft Christi sind allein in Gottes Hand und der Mensch hat hier keinerlei Mitwirkungsrecht. Gut gemeint entschuldigt dieses Handeln auch nicht.

Christ sein und gegen die Flüchtlingspolitik zu sein, geht ohne große Wertungswidersprüche. Dies sollte von rechter Seite ggf. einmal an andere Stelle in einem größeren Zusammenhang herausgearbeitet und dargestellt werden - mir als Laien fehlen dazu die theologischen Kenntnisse.
Winston Smith 78699
16. Mai 2016 14:55
Schnellroda im dänischen Fernsehen, ab 9.35 min: https://www.dr.dk/tv/se/horisont/horisont-2016-05-09#!/
Curt Sachs
16. Mai 2016 17:31
Lieber Nero,

vielleicht lesen Sie sich das Gleichnis vom verlorenen Sohn noch einmal durch. Die Gleichsetzung des eigenen Sohnes mit »dem Fremden« ist doch unsinnig. Das Fest wird doch nicht gefeiert, weil da irgendein Fremder kommt, zu dem der Vater keine Beziehung hätte, sondern weil der eigene Sohn zurückkommt, der sich zuvor losgesagt hatte. Er kommt im übrigen auch in Reue zurück. Er fordert nichts, sondern wirft sich vor seinem Vater auf den Boden: » Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.«

Das mit »dem Fremden« gleichzusetzen, ist herbeikonstruiert. Wenn Sie gegen die Kirche polemisieren wollen, sollten Sie sich vielleicht eine passendere Gelegenheit aussuchen.

Und eine letzte Anmerkung: Das »Wüstenvolk«, auf das Sie anspielen, sind doch gerade jene Verstockten, die den Erlöser ans Kreuz schlagen ließen. Bitte nächstes Mal präzisere Argumente, dann kann auch Kirchenbashing Spaß machen.
Ellen Kositza
16. Mai 2016 21:14
Danke, Ende!

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