10. Juni 2016

Der Trumptrain und die Achsenzeit

von Martin Sellner / 60 Kommentare

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Jeder großen geschichtlichen Veränderung gingen viele Vorstöße und gescheiterte Versuche voraus, an die sich heute kaum jemand erinnert. Wenn überhaupt, kennen sie nur die jeweiligen Spartenhistoriker: die abgebrochenen Besetzungen, die versandeten Aufmärsche, die aufgelösten Vorgängerorganisationen und die gescheiterten Führungsfiguren.



Sie alle verschwinden hinter dem Erfolg, in dessen Licht sie erst als Vorbereitung erscheinen. Doch sie haben auch einen wichtigen Anteil daran. Denn es liegt etwas ewig Unplanbares im politischen Geschehen. Das ist mein Fazit nach Monaten der Lektüre über politische Strategie, Machterhalt und Regime-Changes. Vieles Geschichtliche zeigt sich so auch, wie Heidegger sagte, als „Geschick“. Es ist etwas „Zugeworfenes“, dessen Eintreten weniger durch die umfassende Planung herbeigeführt, als durch die tägliche, stündliche Wachsamkeit und Bereitschaft zugelassen werden kann.


Diese Haltung darf aber nicht zur Routine werden. Die Kunst ist, einen Modus der gelassenen Entschlossenheit zu finden. Das will sagen: jederzeit zur entscheidenden Tat bereit zu sein, in jedem Aufbäumen des Volks und jedem Haarriß des Machtgefüges die eine Chance zur Wende zu sehen.


Gleichzeitig bedeutet es aber, niemals alles aufs Spiel zu setzen, niemals die eigene, wachsende Basis zu gefährden. Kein endgültiges Überschreiten des Rubikon und ebenso kein Verharren in der Rolle des erfolglosen Belagerers. Eher nächtliche Vorstöße auf das gegnerische Ufer, Geplänkel, Herauslocken des Gegners, und immer wieder: taktische Rückzüge in das sichere Schilf des eigenen Lagers. Diese - zugegeben etwas widersprüchliche - Haltung erfordert einerseits die absolute Begeisterungsfähigkeit für jede einzelne Aktion, jede konkrete Kampagne, gleichzeitig aber die strategische Kühle, die sie in das größere Ganze, die „grand strategy“, einfügt.


Und im Großen und Ganzen gesehen, stehen die Chancen nicht schlecht.
Die totale Polarisierung der Gesellschaft, die von vielen bereits letzten Sommer erahnt wurde, ist eingetreten. Die Präsidentschaftswahl in Österreich und die Entwicklung der deutschen Politlandschaft lassen keinen Zweifel:


Es findet eine Flucht in die Ränder statt. Die Spannung steigt, und die „Mitte“ wird zerrieben. Zurecht, denn alles drängt uns heute zu einer klaren Entscheidung. Diese betrifft nicht nur Österreich oder Deutschland. Sie hängt seit Jahrzehnten über der gesamten westlichen Welt, über allen von europäischen Völkern aufgebauten Kulturen und allen post-christlichen Gesellschaften.


Überall ereignen sich seltsame Umbrüche und Stimmungswandel. Wir befinden uns in einer Art identitären Achsenzeit, in der wie auf ein geheimes Zeichen hin in tausend verschiedenen nationalen Ausprägungen eine einzige Frage auftaucht.Das Bewusstsein dieser Frage ermöglicht einerseits voll in den konkreten Aktionen und Kampagnen aufzugehen und beschränkt diese gleichzeitig auf ihre Funktion als Werkzeug. Es handelt sich um die Frage: "Wozu?".


Es ist die Frage nach unserer Identität und ihren Sinn und der geschichtlichen Aufgabe unserer Völker im 21. Jahrhundert. Diese Frage, die untrennbar mit dem Bewußtsein unserer Existenz und ihrer Erhaltung verbunden ist, wird heute in der gesamten westlichen Welt verdrängt. Die Frager werden unterdrückt. Stattdessen wird uns eine dogmatische Antwort vorgesetzt: die Selbst-Aufgabe in den endlosen Strömen der Masseneinwanderung.


Seit einigen Monaten sehe ich, wenn ich einige Minuten Zeit habe, gerne Videos von konservativen bis libertären Medienmachern aus den USA. Die Professionalität der aparten Infotainement-Clips, die von Comedy und „Pranks“, über tiefe Analysen bis zu kurzen Faktenchecks alles abdecken, fasziniert mich, ebenso wie sie mich ein wenig abstößt. In meiner ganzen Arbeit, im Schreiben, Reden und Tun liegt immer auch etwas Maßloses, Unförmiges und Uferloses, das sich vor diesen konsumierbaren Formen (auch was Blogbeiträge betrifft) sträubt.



Milo Yiannopoulos, Gavin McInnes, Steven Crowder, Lauren Southern, Stephen Molyneux und viele andere vereint heute ein für die USA einzigartiges Phänomen: der Trump-Train.

Der furiose Wahlkampf von Donald Trump, den Martin Lichtmesz und ich seit seinem Beginn amüsiert und fasziniert verfolgen, hat das gesamte republikanische Establishment über den Haufen geworfen. Und er hat alle geistig agilen und rebellischen Kräfte des konservativen Lagers in einer Front vereint, die den „cultural war“ gegen die Linksliberalen gewinnen könnte. Ihre Hegemonie kippt. Das merkt man vor allem daran, daß sie zunehmend lächerlich werden.

Paradiesvögel wie der Parade-Homosexuelle Yiannopolous bringen es in genialen Mischungen von Comedy und Politik, wie etwa seiner „dangerous faggot“-Tour auf den Punkt. "SJWs", Social Justice Warriors haben einfach keinen Humor und sind selbst unfaßbar lächerlich. Sie zu ärgern, zu „triggern“, ist im englischsprachigen Raum bereits ein Volkssport geworden, über den auch die bis dato unpolitische Internet-Szene in den „cultural war“ eingetreten ist.

Aus tausenden threads und image boards, auf 4chan, reddit und twitter sammelte sich eine Masse an gelangweilten, gleichgültigen Internet-Existenzen, die sich über die Jahre erfolgreich gegenseitig desensibilisierte. Diesen digitalen Nihilisten geht es vor allem um Provokation und Emotion, sie lieben es zu trollen. Der „Shitstorm“ ist ihr Element. Politisiert im „gamer-gate“-Skandal (bitte selbst nachgooglen), reiht sich diese Szene nun in den Trump-Train ein und wird zu seiner digitalen Geheimwaffe.

Politische Gegner werden gnadenlos persifliert und, wie etwa „Carl the Cuck“ und „Aids-Skrillex“, als Memes zu unsterblichen, digitalen Icons der Lächerlichkeit. In unzähligen viralen Videos wird Trump zum Heros, Action-Held und Spartaner stilisiert. Alles ist dabei in Ironie getränkt und damit „undissbar“. Ein digitaler Sturm der Übertreibung und Provokation, der die politisch korrekten Barrikaden, Sprachbarrieren und Denkverbote wegfegt.

Das Phänomen Trump hat eine befreiende Wirkung auf die gesamte US-amerikanische Metapolitik, die gerade aus
seiner Übertreibung und Zuspitzung, seiner offensichtlichen Unkorrektheit herrührt.

Ich will das mit einem kleinen Bild beschreiben. Wir alle kennen es: Wenn in einer Straßenbahn auf einmal ein angeheiterter Fahrgast anhebt, ein Lied zu singen oder ein bierseliges Kunststück aufzuführen, führt dieser Bruch des sozial erwünschten Verhaltens zu einer gelösten, aufgelockerten Stimmung, in der man sich vielleicht sogar traut, der hübschen Mitreisenden pikiert-amüsiert zuzulächeln.

Ebenso sind Trump und seine Memebrigade eine Infusion des Mutes für die „silent majority“ in den USA, arbeitende, konservative, meist weiße kritische Masse, die weder den Universalismus und Imperialismus der Neocons, noch den Kulturrelativismus und Ethnomasochismus der Liberalen teilt.

In Trump erwachen das Bewußtsein und der Stolz einer ganzen Population, die jahrzehntelang zum Schweigen, Zahlen und Erdulden verurteilt war. Millionen frustrierte Politikverdrossene, die Unsichtbaren, die Sprachlosen, die immer nur Objekt der linksliberalen Berichterstattung waren, treten aus dem Schatten und sammeln sich hinter Trump.

Ihre Hoffnung formuliert sich in einem Satz, der in den sozialen Medien wie ein Mantra wiederholt wird: „Make America great again. #MAGA“. Der „Trump-Wall“, den Donald seinen Wählern verspricht, wirkt bereits jetzt wie ein mystisches Symbol der Selbsterhaltung und des Überlebens einer Kultur. Trump tritt dabei in die Fußstapfen von z.B. Charles Lindbergh.

Ein neuer Amerikanischer Isolationismus kündigt sich an und will sich vom "false song of globalism" lossagen. Trumps "antike Ehrlichkeit"  (Schmitt) in Amerikas imperialer Außenpolitik ist erfrischend. Er könnte Schrittmacher für eine multipolare Weltordnung sein. „America first“ statt „manifest destiny“, Trump-Wall statt „city on the hill“. „The Donald“ hat mir den Glauben an das andere Amerika zurückgegeben, den ich nie hatte.


Dieses Phänomen, das völlig überraschend und unaufhaltsam Amerikas Politik in wenigen Monaten verändert hat, ist in meinen Augen im Grunde der Lebenswille einer Population und Zivilisation. Es ist ein Notreflex einer untergehenden Hochkultur, deren Assimilations- und Integrationsfähigkeit längst überschritten ist.



Die Verteidigung vor einer Übermacht, und die Abwehr einer anstürmenden Flut, ist ein uralter Archetyp der europäischen Kultur, der auch ihrer Entstehungsbedingung geschuldet ist. Alles was uns ausmacht, war, vielleicht mehr als bei anderen Hochkulturen, immer schon eine bedrohte und fragile Setzung, ein „Elitenprojekt“, das sich gegen Druck von Innen und Außen schützen musste.

Daß Linke solche Aussagen stets zynisch psychologisieren müssen, ändert nichts an ihrer historischen Realität, von den Thermopylen, über Lepanto bis Wien. (Auch viele Migranten, die gerade wegen dieser fragilen Hochkultur eingewandert sind, haben das bereits erkannt und zählen zu  lautstarken Gegnern des Großen Austauschs.)

In einem seltsamen Parallelismus zum Trumptrain in den Staaten entwickelt sich auch in Europa eine Bewegung des neuen Patriotismus. Ein bißchen weniger professionell, knallbunt und schreierisch als jenseits des Atlantik, aber dominiert von denselben Themen: Stopp der Masseneinwanderung und der Islamisierung, und Neuergründung der eigenen Identität.

Identität - das entscheidende Thema des 21. Jahrhunderts drängt wie ein jungscher Archetyp im kollektiven Bewußtsein auf und steigert sich in vielen Einzelnen zur Tat. Sie findet verschiedenste Ausdrücke: vom viralen Meme, über HipHop, bis zu politischem Aktivismus.

Und dieses Thema wurde uns  regelrecht aufgedrängt. In Amerika durch den Wahnsinn der „Black-lives-matter“ Bewegung, in Europa durch den Irrsinn von „refugees welcome“. Überall wurden die linken, zerstörerischen Kräfte in einer „List der Identität“ Opfer ihres eigenen Fanatismus. Ihr finaler

(Selbst)Zerstörungsschlag legte ihre ethnomasochistische Agenda offen . Er kam einen Hauch zu früh. Etwas ist aufgewacht, und wenn es aufsteht, kann es für einige sehr unbequem werden.

Bei solchen oder ähnlichen Gedanken und Aussagen ertappe ich mich immer wieder, seit ich politisch aktiv bin. Wir alle kennen es, und wer könnte es uns verübeln? Das Ressentiment, der Geist der Rache und die bittere, aber berechtigte Wut über die Heuchelei, die himmelschreiende Ungerechtigkeit und bodenlose Gemeinheit, unserer politische Gegner. Aber diese gärenden Gedanken sind falsch und schlecht. Sie ziehen uns am Ende wieder in den Strudel hinein, der die politischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts zeitigte.

In den letzten Monaten wurde mir ein großes Geschenk zuteil. Ich wurde mir endgültig darüber klar, was ich als meine „Lebensaufgabe“ bezeichnen kann.
Schlüsselerlebnis war eine der zahlreichen Zugfahrten (ich glaube, es war sogar eine Heimfahrt aus Schnellroda), zu denen mich das Dasein als Aktivist nötigt. Ausgehend von meinem Heidegger-Buch, das ein Fahrgast anerkennend wahrnahm, entwickelte sich ein hochinteressantes Gespräch mit einem Professor, einem Psychologen und einer Sprachwissenschaftlerin.



Ich war etwas müde und milde gestimmt, und ich gestehe: in diesem Gespräch sündigte ich, als es den unweigerlichen Schritt ins Politische machte. Ich unterließ es, mich politisch zu bekennen, beließ es im Diffusen, vorsichtig Kritischen und verließ den Zug, ohne klar und offen die Wahrheit gesagt zu haben. Es war vor allem Müdigkeit und Unlust, aber am Ende eben doch eine Kapitulation vor der Angst vor dem „big other“. Auch ich habe sie internalisiert, auch ich spüre die erstickende Atmosphäre der Meinungsdiktatur und ihren erbarmungslosen sozialen Druck.

Auf diesem kleinen Schlachtfeld kapitulierte ich vor ihr. Indem ich es unterließ, klar die Wahrheit zu sagen, wurde ich Teil der gesellschaftliche Lüge, die heute um die Frage unserer Identität aufgebaut ist. Und in diesem Moment, beim Aussteigen wurde es mir bewußt: ich will nicht mit dieser Lüge leben.

Ich ertrage es nicht, mit dieser Lüge aufzustehen, sie den ganzen Tag mit mir herum zu tragen, mit ihr einzuschlafen, mit ihr „eine Karriere“ aufzubauen, alt zu werden und vielleicht sogar in ihr zu sterben.

Ich will keine Rache, keinen Umsturz, keinen Gegenschlag und kein „Helter-Skelter“. Ich will nur - endlich - eine angstfreie Debatte über Themen wie Einwanderung, ethnokulturelle Identität und Islamisierung. Ich will ohne Angst verschiedener Meinung sein können.

Ich will, daß auch ein  Theaterintendant, ein Fernsehregisseur und ein Künstler sich zu einer einwanderungskritischen Partei bekennen könnten, ohne den sozialen Tod zu erleiden. Ich will, daß die Stimmung der Angst und Hetze, die hunderttausende Privatinquisitoren in den Arbeitsplatz, die Schule, die Uni und die Familie tragen, endet und dass die schweigende kritische Masse eine Stimme und ein Gesicht bekommt.

Unsere historische Rolle ist die der verfemten „Ketzer“, und mutigen Bekenner.

Dieser Kampf um die Freiheit ist die geschichtliche Aufgabe unserer Generation. Ohne sind wir nichts. Unsere Generation muß sich die Freiheit der politischen Rede von den Jakobinern zurückerobern, die sie uns gestohlen haben. Es ist ein politischer Kampf. Aber nur in der politischen Lichtung des Denkens und Sagens, die sie uns öffnet, kann sich auch philosophisch, künstlerisch und religiös eine Entscheidung über die große Frage ereignen.


Wenn wir über den Atlantik oder auf den die neue patriotische Bewegung hier blicken, dann sehen wir, daß diese Freiheit nur im ständigen Vorstoß, nur in der Aktion und immer nur mit einer Prise Frechheit erobert werden kann. Und so, in taktischem Geplänkel, in begeistertem Aktionismus und kühlen Strategien, in Vorbereitung und Durchführung, einer „rückgebundenen Mobilmachung“ entwickelt sich die Chance auf eine echte Wende.


Die Zukunft wird im Rückblick zeigen, ob die neue patriotische Bewegung in Europa, und der Trumptrain in den USA wirklich Merkmale einer Achsenzeit, oder nur ein letztes Zucken waren. Sollten die Völker Europas jedoch aus ihrem selbstzerstörerischen Kurs aufwachen und sich, inmitten der modernen Ruinenwelt, die sie über den Globus gelegt haben, die Frage nach Sinn und Ziel erneut stellen, wird das entscheidende weltgeschichtliche Konsequenzen haben.


Aber all das liegt in einem Nebel und wird, wenn man es als Normalsterblicher niederschreibt, unweigerlich zu gespreiztem Pathos. Wie gut, dass die konkreten, nötigen Handlungen klar vor uns liegen. Wir müssen einfach aufhören, mit der Lüge zu leben. Im Privaten, im Beruflichen, in der Schule in der Familie - überall. Wir müssen aufhören uns für unsere Meinung zu entschuldigen und die Angst vor dem „big other“ ablegen. „Daddy“ Trump kann darin für viele bundesrepublikanischen „cuckservatives“ ein leuchtendes Vorbild werden.


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Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Kommentare (60)

Monika
10. Juni 2016 22:47
Auf diesem kleinen Schlachtfeld kapitulierte ich vor ihr. Indem ich es unterließ, klar die Wahrheit zu sagen, wurde ich Teil der gesellschaftliche Lüge, die heute um die Frage unserer Identität aufgebaut ist. Und in diesem Moment, beim Aussteigen wurde es mir bewußt: ich will nicht mit dieser Lüge leben.


Das gefällt mir und erinnert mich an Václav Havels Essay "Versuch in der Wahrheit zu leben".
Eine kleine Kostprobe:

https://www.ekd.de/kirche-und-sport/downloads/sils2012_vaclav_havel.pdf

Und ihren Humor dürfen Sie nicht verlieren:
Wenn de Drump werklich Präsident werd', dann lade mer ihn in die schöne Palz ei. Zu em Schoppe un em Saumage....:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/donald-trump-besuch-in-seiner-heimat-kallstadt-a-1072487.html
Bernhard
10. Juni 2016 23:07
Ein m.E. kompetenterer Beobachter der Lage sagte einmal, daß das Potential der derzeit aufstrebenden politischen Bewegungen darin bestehe, Freiräume zu schaffen. Diese Bewegungen (von Le Pen über Trump und AfD bis zur FPÖ) seien in einem unpolemischen Sinne tatsächlich populistisch. Sie würden das Scheitern der Versprechen der Herrschenden zum Thema machen, damit die große Zahl der (weißen) Enttäuschten um sich scharen und die Betrüger erfolgreich bedrängen, aber sie seien nicht zur kulturellen Erneuerung fähig. Die eigentlichen Erneuerer sollten sich nicht zu sehr mit den Populisten identifizieren, aber die von ihnen geschaffenen Freiräume nutzen. Die Zeit der Populisten sei wegen deren Schwäche eine echte Alternative darzustellen nur kurz bemessen, weshalb es diese Zeit zu nutzen gelte.
Pit
10. Juni 2016 23:25
Darf ich wagen, einen zuvor abgelehnten Kommentar leicht modifiziert hier zu posten, da er bestens paßt:
Begreifen wir die Strippenzieher hinter der Kulisse als: Machtmanager. Verstehen wir weiter, daß Macht nur durch organisierte Gruppen möglich ist, so verstehen wir, warum wir als Volk, und alle Völker, aufgelöst werden müssen: ein Volk ist eine organisierte Gruppe und steht damit den Machtinteressen der herrschenden Gruppen im Wege. Der Krieg gegen die Völker, die Auflösung der Völker, ist der letzte Mosaikstein in "ihrem" Sturmlauf zur Macht: nachdem "sie" jetzt die globale wirtschaftliche Macht gewonnen haben, gilt es noch, global die Völker als Machtkonkurrenten auszuschalten. DARUM wird Nationalismus, oder ethnisches Bewußtsein, verteufelt. Ethnische Identität ist aber nicht moralisch verwerflich, sie ist vielmehr völlig normal.

Wir haben es also mit einem Krieg gegen Ethnische Identität zu tun. DAS ist der Kern des Unbehagens aller Widerständigen. Indem es uns aber verboten wird, diese grundlegende Tatsache auszusprechen, sind wir dazu verdammt, auf Ausweichthemen herumzueiern und doch immer unglaubwürdig zu sein, da jeder weiß, daß dies das eigentliche Thema ist, nicht der euro oder wirtschaftliche Fragen oder Konservativismus oder Religion. Was hilft denn ein konservatives Land, wenn es von Afrikanern bevölkert ist? (es wird auch kein konservatives Land sein, sondern ein afrikanisches, die man alle in Afrika besichtigen kann).

Es gilt:

-die Menschen wollen ethnisch einheitliche Gruppen und schaffen diese überall selbst durch Selbst-Segregation
-nur in Gruppen können Individuen überleben, die Zerstörung der Gruppenkohärenz durch Überfremdung ist also ein Anschlag auf das Leben der Menschen

Es ist unser Selbstbestimmungsrecht, uns mit denen zu assoziieren, die uns passen: es ist also NICHT moralisch verwerflich, ethnisch basierte Gruppen zu bilden und damit logischwerweise andere Ethnien AUSZUSCHLIESSEN ! Daß dies nicht unmoralisch ist, diese Einsicht gilt es in den Köpfen zu verankern, bzw. nur zu ermutigen, denn sie ist bereits seit jeher im Kopf drin.

Wenn wir nicht ausdrücklich für unser ethnisches Fortbestehen argumentieren können, so werden wir verlieren, da die andere Seite ausdrücklich gegen unser ethnisches Fortbestehen argumentieren kann. Es ist also kritisch entscheidend, explizit ethnisch argumentieren zu können. Ich weiß nicht, ob das heute schon möglich ist. Aber wenn es nicht geschieht, so werden wir ausgelöscht werden.

Eine Ergänzung: die gesamte Grundlage der Gutmenschen ist: bilde ein Bündnis gegen gewaltsame Unterdrückung. All ihre Energie speist sich aus dem Bild, daß abweichende Haltungen von bösen weißen Männern mit Gewalt unterdrückt wurden. Und sie haben recht. Es wäre daher m.E. der größte politische Erfolg, wenn die Rechte glaubhaft machen könnte, in bewußter Abkehr, und Bekenntnis, von früherer Gewalt gegen sozial Abweichende, daß sie sich der Gewalt in der politischen Auseinandersetzung enthalten wird und diese verurteilt. Die Linke kann, wie zutreffend auch immer, glaubhaft machen, daß ihre Gewalt nur eine Verteidigungsgewalt ist. Wenn die Rechte sich glaubhaft von Gewalt und Authoritarismus distanziert, würde einem Großteil der instinktiven Abwehr der Gutmenschen gegen die ethnoidentitäre Position der Boden entzogen: das liberale deutsche Bürgertum könnte sich endlich zu seiner Ethnizität bekennen, weil es damit nicht gleichzeitig auf der Seite von gewalttätigen Unterdrückern steht!
Tupac Amaru
10. Juni 2016 23:48
Spricht mir aus der Seele....war ewig ein Linker, seh mich persönlich auch immer noch so und hab den Eindruck mein ganzes Umfeld ist verrückt geworden - Emanzen die den Islam verteidigen usw. man kennt das alles hier.
Aber das permanente Minenfeld, wo sich wann inwieweit outen können oder die Klappe halten; das Geheul bis in die Familie hinein das an Stelle von Argumenten erfolgt, das Getue in der Firma wenn "nicht politisiert" werden soll...is irgendwie wie früher bei den Schwulen.
Ich hab hier irgendwann mal gelesen, dass, wenn hier nicht bald was gröberes passiert, wir auch gar nicht mehr weiter diskutieren brauchen wie Gesellschaft aussehen kann oder soll. Weil wir dann nicht mehr die sind, die darüber bestimmen.
Genau so ist es.
Werde mich outen. Muss sein.
Reconquista!
Carsten
10. Juni 2016 23:50
Nicht nur muss die deutsche Rechte von liberal patriotisch bis reaktionär nationalistisch professioneller werden, sie muss vor allem eines werden: positiver.

Stets nur wütend und konträr zu sein, reicht nicht. Wenn diese neue Bewegung keine Hoffnung spenden, keine Träume verwirklichen und zu keinen besseren Ideen inspirieren kann, während sie den Glauben entfacht, die Leidenschaften bewegt und schlicht auch mal ordenntlich Spaß macht, wird sie untergehen und scheitern. Das ist auch bei Trump noch die größte Gefahr gegen Shillary - trotz MAGA.

Die europäische Rechte hat jedoch, wie die US-Amerikanische keinen Grund, dahingehend pessimistisch zu sein: Wenn es jemanden gibt, der Werte zu schaffen und zu setzen, Leben zu gestalten und neue Welten zu erschließen vermag, dann die Bewegung, die auf Identität, Form und Erbe wert legt. Den Linken bleibt, großteils, nur die totale Negation: von Identitäten, Völkern, Institutionen, Traditionen, Nationen, Klassen, Qualitäten, Eigenschaften - von allem, was notwendig zugleich bestimmt und trennt.

Rechtmäßigkeit, Sicherheit, Freiheit - auch die von der Angst, Lebenskraft und Stärke, Leistungswille und Qualitätssinn, Respekt vor der Leistung und Ehrfurcht vor der Größe - nicht zuletzt der menschlichen, faustischer Geist und Überlebenswille im Angesicht größter Widerstände, das Knochenmark und der Blutkreislauf von zwei Jahrtausenden und fünf Jahrhunderten europäischer Kultur, den Willen zum Stern - all dies sind, wage ich zu behaupten, elementar rechte Werte. Aber auch die Zukunftsliebe und Fortschrittsbegeisterung, mitsamt der Bereitschaft aus dem Lebensverbürgenden neue Zukünfte und Welten zu erschaffen, gehört wohl doch eher in unsere Bereiche, als zu unseren Nazi-neurotischen, vom verbohrten Gedanken angekränkelten und ewig dem Kranken verhafteten Genossen, die sich zu unseren Feinden erklärt haben.

Wird Zeit, dass auch die europäische Rechte sagen kann: Isn't it fun, to be on the RIGHT side of history?!

Und dann ist da noch etwas, Trump's Bio verweist darauf: Es gibt annähernd zweihundert Millionen deutschstämmige Menschen weltweit. Keine Idee, kein Geist und keine Organisation vereint sie. Warum nicht? Es gibt einen jüdischen Weltkongress - sicher nicht zum Nachteil der Juden weltweit. Warum gibt es keinen deutschen Weltkongress?
Curt Sachs
11. Juni 2016 00:21
Wir müssen einfach aufhören, mit der Lüge zu leben. […] im Beruflichen […] – überall.
Nein. Weder muss noch werde ich das tun; denn dann könnte ich meinen Beruf gleich selber an den Nagel hängen. Ich bin kein unbeweibter – oder, in diesem Falle, auch kein unbemannter – Filosofiestudent (mehr).

Da mag jeder für sich anders und zum Teil auch wenig konsequent entscheiden, aber dem "Wir müssen" verweigere ich mich.
HeinrichL
11. Juni 2016 01:01
"In meiner ganzen Arbeit, im Schreiben, Reden und Tun liegt immer auch etwas Maßloses, Unförmiges und Uferloses, das sich vor diesen konsumierbaren Formen (auch was Blogbeiträge betrifft) sträubt."
Ein typisches Phänomen bei Konservativen die Psychologie zu unterschätzen und zu sehr von rationalen und freien Menschen auszugehen. Wir haben ein „Produkt“ das wir an den Mann bringen möchten und aus diesem Grund sollten wir es den „Kunden“ so einfach wie möglich machen. Da bin ich sehr pragmatisch.
Werbung zeigt uns täglich wie es möglich ist in konsumierbarer Form Emotionen anzusprechen.

PS: Habe letzten Samstag um 5:30 (morgens) vor einer Discothek eine Politikdiskussion begonnen, weil ich einen abwertenden Witz über die AfD einfach nicht so stehen lassen konnte.
Stimme dir also vollkommen damit überein, das wenn man beginnt seine Meinung nicht mehr zu sagen, man bereits dabei ist zu kapitulieren.
Andreas Walter
11. Juni 2016 08:14
Ein wichtiger Schritt in Ihrem Leben, Herr Sellner, über den ich mich sehr für Sie freue.

Es ist das uneingeschränkte Bekenntnis zu sich selbst, zu einem: ich bin OK, so wie ich bin, auch wenn ich vielleicht nicht, noch nicht oder sogar niemals vollkommen sein werde (weil es darum vielleicht gar nicht geht).

Vor allem, wenn das ein nachdenklicher, ein besorgter (sorgender) Mensch sagt und kein einfältiger Narr ist das eine Bereicherung für alle.

Erlauben Sie sich aber auch damit zu spielen, denn auch in der Narretei steckt Weisheit, Erkenntnis, gerade auch für andere (Eulenspiegel).

Seien Sie einfach unbekümmert Sie selbst und auch mal ein Spitzbube, wenn Ihnen danach ist, denn entscheidend ist das Herz.

Denn alles was man mit Liebe im Herzen tut, aus der Liebe heraus tut führt zum Erfolg.

Sie merken vielleicht schon, auch ich habe heute einen grossen, einen guten Tag.
firenzass
11. Juni 2016 08:18
Sellner will keine "Rache", das ist aber sein Problem. Wenn der ganze Spuk vorbei ist, wenn das ganze Ausmass dieses in der Geschichte der Menschheit einzigartigen kleinen Experimentes, das die Regierenden uns aufzuerlegen gedenken,-Stichwort, I love Volkstod,- einem weiteren Publikum gewahr wird, wenn der ganze Abgrund des Verrats an den Voelkern des Westens nicht mehr laenger unter dem Mantel gehalten werden kann, wenn, wie gesagt, zum Schluss der ganze Spuk vorbei ist, dann moechte ich sehen, wo eine (gerichtliche) Aufarbeitung aufhoert und "Rache" anfaengt. Vor allen Dingen, z.B. auf -D-Land bezogen, von welchem Recht sollte in einer nahen Zukunft denn noch die Rede sein? Von der Freiheitlichen Rechtlichen Grundordnung, vom Grundgesetz und vom StGB in der Auslegung des Jahres 1968? Man muesste sich ja wohl mit dem bescheiden, das die Regierenden der letzten Jahrzehnte von dieser unserer Freiheitlich Rechtlichen Grundordnung uebriggelassen haben: ich fuerchte, da bleibt nicht allzu viel.
Ich denke, wenn die Vergangenheitsbewaeltigung und Wiederaufarbeitung 0.3 ansteht sollte man ruhig dem Volke ein bisschen die Initiative ueberlassen. Alles andere waere "kruder"Paternalismus...da waeren wir ja genauso weit wie vorher.
Eveline
11. Juni 2016 08:26
Politische Bewegung bedeutet, ich bearbeite oder reflektiere einen Pol der Geschichte. Und in aller Regel mein Gegenüber bearbeitet und beackert den anderen Pol.

Es geht also um nichts geringeres, als unseren deutschen öffentlichen Raum allen Deutschen wieder zu eröffnen, damit wir uns wiederfinden können.

Wir sind nämlich seit 70 Jahren von Besatzungstruppen umgeben , nicht umgeben, sie sitzen im Zentrum, und somit sind wir unserer öffentlichen Identität beraubt und die bestimmen die Lieder, die wir singen dürfen. (Die Schere im Kopf)

In der DDR war dieser öffentliche Raum unglaublich eng, emotionlos und geistig leer. Wir hatten alle unsere vorgestanzten politischen Sätze im Kopf, die wir im Traum aufsagen konnten, und jeder wußte, das was ich jetzt sage, ist nicht meins. .
Das war der Besatzungsmacht, dem eingemauerten sowjetischen Internationalismus geschuldet.
Im öffentlichen Raum (Zug oder Gaststätte) wurden nie politische Themen diskutiert, das tat man leise zu Hause.

In Westdeutschland soll es ja schöner gewesen sein, was ich auch glaube.

Andererseits gibt es ja heute das Internet, wo sich gleich und gleich finden können.

Sie haben schon recht, wir müssen unseren Raum - auch wieder so körperlich wie wir sind- einnehmen. Und das ohne Lüge, sondern mit Wahrheit.
Es ist unser Platz.

Viele Deutsche aber wandern zur Zeit lieber aus...ich denke ohnehin, wenn wir gleich nach der Wende gemeinsam uns wiedergefunden hätten, Ost und West, im Herzen wiedergefunden hätten, gäbe es keine Flüchtlingskrise.

Warum auch immer auch Sezession zensiert.

Kositza: Ich werde keineswegs müde, den Unterschied zwischen Zensur und Hausrecht zu betonen. Im Grunde nutzen wir unser Hausrecht viel zu wenig rigide - auch, wenn man bedenkt, daß der "Hauseigentümer" letztlich in der Bütt' steht, wenn hier Kommentator XY unsägliches verzapft.
Lars Waldgaenger
11. Juni 2016 09:40
Allein das ungeschriebene Verbot, in bestimmten Fragen eine vom politik- und mediendiktierten Mainstream abweichende Auffassung zu vertreten, ist Grund genug, sich zu widersetzen. Einwanderungskritik, Islamkritik, Globalisierungskritik, Kapitalismuskritik, Kritik am Bildungssystem und vieles andere sind Minenfelder im angeblich freien Gelände des bundesrepublikanischen restdemokratischen Diskurses. Der Maasschen Redepolizei folgt bald die umfassende Gedankenkontrolle eines verängstigten und damit unberechenbar gewordenen Systems.
Gustav Grambauer
11. Juni 2016 10:29
Universalistische und imperialistische Neocons sowie kulturrevolutionäre und ethnomasochistische Liberale interessieren mich über Erwägungen aus der taktischen Lage heraus und über meinen eigenen Schalk im Nacken hinaus als solche nicht. Sie sind nur Flügel einundesselben Systems, das Wagandt treffend "die falsch Welt" nennt, welche sich wie ein Spinnennetz über MEINE Welt gelegt hat (z. B. wird dieses Spinnennetz für den linken Flügel durch das Logo der UNO symbolisiert).

Bevor dieses Spinnennetz, Heidegger nennt es "das Gestell", Mumford nennt es "die Megamaschine", nicht von diesem Planeten hinweggefegt ist, wird es keine Genesung geben und ich schätze, die meisten hier würden ohne dieses Hinwegfegen auch nicht glücklich werden, selbst wenn das ethnische Überfremdungs-Problem hypothetisch gesprochen komplett gelöst wäre.

(Vorsicht, Monika, insofern mit Bezugnahmen etwa auf Vaclav Havel, es kursieren viele Manipulationsversuche, viele Wölfe im Schafspelz behaupten, dieses "Netz" hinwegfegen zu wollen (Havel hat ja nicht mal das behauptet), obwohl sie es nur perfektionieren. Mich hat dagegen die Ambivalenz von Bahro, der mir paradoxerweise Mumford ja erst nahegebracht hat, immunisiert.)

Da ein Vogel mit nur einem Flügel nicht fliegen kann, haben beide Flügel weniger Angst um sich selbst als daß sie vielmehr in ihrer Angst um das System als solches vereint sind, das nur nebenbei.

Ist Trump ein Mann der Heideggerschen Kehre? Allein die Frage ist ein Witz.

Aber: da nur die geistige Elite der weißen Rasse in der Lage wäre, die Megamaschine zu pulverisieren, reiche ich ihm als Eisbrecher der Letzteren, mithin als apokalyptischem Katechon Amerikas, die Hand. Darüber hinaus betrachte ich ihn als Feind, und dies würde sich im Fall seiner Wahl auch auf operativer Ebene sehr schnell zeigen.

Auch zu der Bezugnahme auf Lindbergh kann ich nicht schweigen. Es bleibt nämlich - im Zusammenhang mit obiger Feind-Charakterisierung - die Frage offen, ob sich ob sich Amerika mit Trump nicht lediglich für neue Zerstörungs-Abenteuer MEINER Welt strategisch konsolidieren soll. Ich erinnere daran, daß Rosevelts New Deal mit seiner Konsolidierung der Realwirtschaft den WK-II ermöglichen sollte - wofür sich jüdische Banken, konföderationsbeflaggte Südstaatler und die italienische Mafia zeitweilig freiwillig von den WASP an die Kandarre nehmen ließen.

- G. G.
Carsten
11. Juni 2016 11:03
@Bernhard

Aber wo sind diese großartigen, heiß ersehnten Erneuerer? Diese Wahrhaftigen und Substantiellen? In Hyperborea? In Atlantis? Gehen sie auf Taubenfüßen daher und bringen die Wahrheit, die nur geflüstert zu den erwählten Ohren dringt?

Es steckt sicher eine Wahrheit in dieser Vermutung, aber sie erinnert auch ein wenig an die weinerliche Ablehnung des republikanischen Establishments und die CDU/CSU in Deutschland gegenüber sowohl Donald Trump als auch die AfD: "Aber WIR sind doch die wahren Konservativen! Die Soliden, Verlässlichen, Vernünftigen! Und ihr die inhaltsleeren, Sprüche klopfenden Hetzer!"

Aber an deren Adresse muss man ganz klar sagen: "Nö, seid ihr nicht." Denn sonst hätten sie, gerade auch als Cuckservatives, einerseits nicht so kolossal versagt, zu verstehen, was die Menschen wollen - Trump's Erfolg dagegen ist absolut gigantisch; vor allem, wenn man bedenkt, dass sich die Demographie immer mehr zugunsten der Hispanics verschoben hat und weiter verschieben wird. Und ebenso wenig hätten sie sich nicht immer mehr dem links-grünen Schleim oder gleich den ganz knallharten SED Methoden angebiedert wie die Merkelsche CDU.

Vielleicht erscheint ja ein kulturphilosophischer Prophet, ein neuer Heidegger, Nietzsche, Kant - am besten in einer Person - der sich als Führer anbieten könnte. Bis es soweit ist, erwarte ich aber eher die neueste Version von Conchita Wurst aus den kulturell heruntergekommenen Deutschländern. Augenblicklich jedenfalls heißt der größte Umwertende aller Werte und Umgestaltende im Westen Mohammed.

Diese wahren Erneuerer müssten sich ja aus einem, bisher scheinbar geheimen, Ozean der Werte, Inhalte, Identitäten und Traditionen speisen. - Wo liegen seine Strände, auf dass auch wir ihn bestaunen dürfen?
Sport ist
11. Juni 2016 11:31
Diese lose Zusammenschluss von Bloggern und Vloggern bezeichnen sich selber als "alt right", alternative Rechte, ihre erste und schärfste Kritik geht in Richtung des konservativen Establishments, dessen hohle Phrasen ("unsere Werte") letztlich dem gleichen Ziel dienen, welches auch die Linke anstrebt, dem Austausch. Man darf die Amis an der Stelle beneiden, wie sie mit respektlosem Spott und Kreativität den gesellschaftlichen Mainstream verändern, Leute wie Lucke oder Schäuble würden dort komplett zerrissen werden. Unsere hiesige Kultur ist einfach zu ernsthaft, Satire gibt es bei uns nur von links, da kommt sogar eine Merkel mit dem Satz "wenn wir den Brenner schließen, dann ist Europa zerstört" durch, bizarrer gehts doch nimmer. Aber sie genießt Autorität. Für mich nicht nachvollziehbar, aber seis drum. Vielleicht liegt es daran, wenn man Personen lächerlich macht, begibt man sich in Gefahr, das einem das gleiche passiert. Ohne Selbstironie und gesundes Selbstbewusstsein wird das dann schmerzhaft.
Caroline
11. Juni 2016 12:31
Nein. Weder muss noch werde ich das tun; denn dann könnte ich meinen Beruf gleich selber an den Nagel hängen. Ich bin kein unbeweibter – oder, in diesem Falle, auch kein unbemannter – Filosofiestudent (mehr).

Da mag jeder für sich anders und zum Teil auch wenig konsequent entscheiden, aber dem „Wir müssen“ verweigere ich mich.


Müssen müssen wir als Kollektiv in der Tat gar nichts! Es gibt in der europäischen Moralistik das Konzept der "Verhehlung" (dissimulatio), im Gegensatz zur "Lüge" (simulatio). Sagen, was nicht ist, ist Lüge. Die nicht mitzumachen, halte ich für eine notwendige Haltung. Es gibt indes Situationen, berufliche, familiäre, im Freundeskreis usw., in denen "nicht sagen, was ist" von Klugheit zeugt. Es bringt nichts, z.B. einen selbstgefälligen linken Cirquit bewusst aufzumischen, indem man sich demonstrativ outet. Oder einer Provokation (heut morgen wieder mal als "Nazi" beleidigt worden) auf den Leim zu gehen und das Rumpelstilzchen zu machen, weil's einen halt reißt ...
Anderen seine politischen Ansichten nicht aufzudrängen, ist klug. Sogar Schweigen kann klug sein. Das Paradox, die Lüge durch Nichtlügen zu bestätigen, lässt sich (wie jedes Paradox) temporalisieren, und damit lösen. Denn es kann ja gut sein, dass beim nächsten Zusammentreffen mit denselben Leuten ein ganz kleiner Hinweis, ein Witz, ein verwendetes Wort usw., wie ein Samenkorn aufgeht, während eine Brandrodung nichts erreicht hätte.
Aufrichtigkeit umfasst Verhehlung, und bedeutet nicht notwendig: authentisches Rausplauzen mit der Wahrheit, koste es was es wolle.
Und vielleicht denken Sellners Mitreisende an Heidegger (und was er ihnen sonst noch so dezent gesteckt hat, ohne Bekenntnisvokabular) entlang weiter und kommen von selber drauf. Das meinte ich mit dem "Samenkorn".
Der_Jürgen
11. Juni 2016 13:03
Wie alle Beiträge von Martin Sellner ist auch dieser hervorragend. Ich habe daran rein nichts zu kritisieren, möchte aber zwei Ergänzungen vornehmen.

Ja, es ist erfrischend, wie Trump die Gesetze der Political Correctness mit Füssen tritt und das Establishment wie einen aufgeregten Hühnerhaufen vor sich hertreibt, aber falls er tatsächlich gewählt wird (was angesichts der irrsinnigen Hetze der Medien doch unwahrscheinlich anmutet), wird man bald sehen, ob er wirklich eine Politik betreiben will und kann, die sich grundlegend von der seiner Vorgänger entscheidet.

Die meisten Menschen bei uns wissen nicht, wie schwach ein US-Präsident ist und wie sehr seine Kompetenzen durch alle möglichen Instanzen begrenzt werden. Ein befreiender Kraftakt, wie die Offenlegung der Wahrheit über den 11. September, ist wohl das, was es brauchen wird, um die Macht des Establishments zu brechen. Ob ein Präsident Trump hierzu bereit sein und damit alle Brücken hinter sich abbrechen wird, bleibt abzuwarten. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Sellner will "keine Rache" (was ihn angesichts der kolossalen Verbrechen, die die Herrschenden auf ihr nicht existierendes Gewissen laden, fast schon zum Heiligen macht) und "keinen Umsturz", sondern nur "eine angstfreie Debatte über Themen wie Einwanderung, ethnokulturelle Identität und Islamisierung". Eine solche offene Debatte kann das System jedoch nicht zulassen, in Österreich nicht und in der BRD noch weniger, denn wenn es eine freie Diskussion über diese Fragen erlaubt, brechen rasch alle Dämme, und dann werden auch die wirklich grossen Tabus zur Disposition stehen. Für das System bedeutet dies den Tod.

Insofern ist es ein Widerspruch, zu sagen, man wolle gar keinen Umsturz, sondern nur eine angstfreie Diskussion. Letzere führt nämlich zwangsläufig zu ersterem. Dies ist die logische Erklärung für den allgegenwärtigen Gesinnungsterror, der in der BRD zurzeit wohl ärger wütet als in Österreich und sich vermutlich noch steigern wird. Krepierende Bestien schlagen bekanntlich besonders wild um sich.
quarz
11. Juni 2016 13:10
Ein praktisches Problem ist, dass in solchen Sitationen selten genug Zeit zur Verfügung steht, um den ideologischen Panzer und das Dickicht negativer Assoziationen beim Gegenüber so weit abzubauen, dass ein sachliches Gespräch möglich wird, sine ira et studio. Solche Gelegenheitskonversationen erschöpfen sich gewöhnlich in adrenalingeladener Abwehr und dem Versuch, das medial vermittelte Feindbildschema zur Anwendung zu bringen. Manche Leute stehen ja regelrecht unter Schock, wenn sie in freier Wildbahn (also außerhalb ihres ideologischen Soziotops) einem real existierenden Rechten begegnen.
Ein Geek vom Bodensee
11. Juni 2016 13:43
@Carsten

Nicht nur muss die deutsche Rechte von liberal patriotisch bis reaktionär nationalistisch professioneller werden, sie muss vor allem eines werden: positiver.

Es gibt durchaus eine Reihe von links klingenden Anliegen, die das bei näherem Hinsehen gar nicht sind und die die Rechte somit leicht für sich vereinnahmen könnte. Die AfD macht das ja zum Teil schon, z.B. mit der Forderung nach Abschaffung der Rundfunkgebühren. Da gäbe es aber noch wesentlich mehr zu holen:

1) Abschaffung der Schulpflicht. Länder ohne Schulpflicht - z.B. Frankreich, Dänemark, USA- stehen deswegen bildungsmässig nicht besser oder schlechter da, weil die Kinder i.d.R. trotzdem in die Schule geschickt werden. Die Lehrkörper an den Schulen sind durchweg derartig linksversypht, dass die Rechte von einer Abschaffung der Schulpflicht nur profitieren kann, weil das Freiräume für Home Schooling erschliessen würde. Die Linken können ihre Kinder dann natürlich ebenfalls zu Hause beschulen, mehr Indoktrination als die bestehenden Schulen sowiso schon "leisten" würden sie trotzdem nicht hinbekommen. Man sehe sich nur mal die Diskussion an, zu der es kürzlich zwischen Frauke Petry und einer Gruppe von Abiturienten gekommen ist:

https://www.youtube.com/results?search_query=Frauke+Petry+Diskussion+sch%C3%BCler

Auch eine Wiederzulassung bzw. Förderung von Mädchenschulen wäre sinnvoll und sollte sich einer feministisch gestimmten Bevörlkerungsmehrheit verkaufen lassen.

2) Umkrempelng des Geldsystems. Island macht es mit seiner Abschaffung des Bankenprivilegs ja schon vor, warum sollte man anderswo nicht nachziehen? Es liegt inzwischen derartig zu Tage, dass die sogenannten Linken nur die Sturmtruppen des globalistischen Finanzkapitals sind, dass die Rechte nur zugreifen braucht, denn das Thema liegt auf der Strasse.

3) Eine der wesentlichen Triebfedern der Piratenpartei war mal die Reform des nicht mehr zeitgemässen Urheberrechts. Die Piratenpartei wurde prompt von links unterwandert und verlor diese Ursprungsintention dadurch völlig aus den Augen. Auch hier könnte die Rechte Boden gut machen, indem sie sich des Themas annimmt. Damit zusammen hängt auch der Schutz der Geek Culture (Gamer, Open Source), der es zur Zeit ebenso wie der Piratenpartei an den Kragen geht.
Fredy
11. Juni 2016 13:58
Kurzum: Und da beschloß er, Sellner, Politiker zu werden.
Monika
11. Juni 2016 14:52
MEGA

Make Europe Great Again !!!

Fegt ihn weg,
den grünen Jeck ! ( d.h. Verwirrter)

http://www.krone.at/uefa-euro/Gruene_in_Deutschland_fordern_Fahnen-Verzicht-EURO-Aufreger_im_Web-Story-514538
Peter
11. Juni 2016 15:33
Noch einmal zur Erinnerung -- heute ist so vieles gar nicht neu:

http://ds.ub.uni-bielefeld.de/viewer/image/2234590_001/5/
Peter
11. Juni 2016 15:37
Ergänzung
Das System gibt viel Geld aus, um diese Dinge einsichtig zu machen -- warum liest es bloß niemand:

http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10711493_00005.html
Großstadtpauker
11. Juni 2016 15:55
II)

ebenfalls sehr lesenswert : "http://www.politplatschquatsch.com/ " ;

der Macher der Seite ist vermutlich ein hochgebildeter Dynamofreund aus Dresden ; die Beiträge werden ( sofern nicht völlig ungeeignet ) selten entfernt .

Eine der besten Selbstdenkerseiten im Netz . DDR-nostalgisch und technikaffin ; merkelkritisch ,dabei aber stark analytisch und durchaus sachlich unterwegs . Politplatschquatsch hält was das "ZEIT" - Feuilleton verspricht . "ZEIT" und "SZ" haben in der Vergangenheit nachweisbar Teile der Blogbeiträge verwendet .
Harald de Azania
11. Juni 2016 17:35
Sehr gut!

Schweigespirale wird durchbrochen!

Aber NATUERLICH geht es nicht nur um die offene Debatte sondern um die notwendige Radikalreform. Das ist Stufe 2.

Vernetzen >>>

www.rationalstandard.com


Mein blog auf f-b: Harald Franz Heinrich Sitta

! Hasta la victoria gloriosa!

HdeA
Johann
11. Juni 2016 18:07
@ Carsten

Weil die meisten davon sich gar nicht als Deutsche betrachten, auch wenn viele, egal ob etwa in den USA oder Brasilien, inzwischen wohlwollend ihre deutschen Wurzeln anerkennen. Zu mehr als regionalen Oktoberfesten reicht es dann aber auch nicht.
Töpfer
11. Juni 2016 19:08
Ein schöner Text. Ich sehe mich zwar eher im libertären Lager beheimatet, erkenne mich aber in vielem wieder. Erlebnisse, wie die geschilderte Zugfahrt, hatte ich genug: man wird durch das eigene Schweigen tatsächlich Teil der gesellschaftlichen Lüge, in der wir zur Zeit leben. Man muss tatsächlich provozieren, veralbern und die gegenwärtigen Trugbilder (oder bewusste Täuschungen, ich bin mir da nie so ganz sicher) dem Spott und der Lächerlichkeit preisgeben. Rachegefühle sollte man sich dabei sparen, das führt nirgendwo hin. Und jemand, der ein gefestigtes Weltbild hat, weiß eh viel besser, was Toleranz und Vergebung bedeutet, als die völlig irrationalen und dauerrelativierenden SJWs, die immer nur sagen können, wogegen sie sind, aber nie konkret, wofür sie sind.
Anja
11. Juni 2016 23:54
Ähnlich der "Weißen Rose" in der NS-Zeit durchbrachen auch diese mutigen Jungen der Nachkriegszeit in der DDR die Schweigespirale und ein Teil bezahlte - mit dem jungen Leben durch Hinrichtung in Moskau.

Mit diesem Film wurde das ihnen gebührende Denkmal gesetzt:

Vier Schüler gegen Stalin: Eine Nachkriegsgeschichte aus Altenburg Doku (2005)

https://www.youtube.com/watch?v=QRzacUZSJe4
Anja
11. Juni 2016 23:59
Hier die längere Version des Films: Vier Schüler gegen Stalin

https://www.youtube.com/watch?v=KGxrQxFJyZ8
Keats
12. Juni 2016 00:43
Was heute in den USA passiert, ähnelt der Punk-Bewegung in den 70ern. Es gibt eine aggressive, rücksichtslose Antwort auf die ritualisierten Lügen des Establishments, nicht in Form von knalligen 2-Akkorde-Musikstücken, sondern mit knalligen Botschaften, die mit kurzen Youtube-Videos, mit Bildern, animierten Gifs und über Twitter verbreitet werden. Vieles davon ist hochsatirisch, wäre aber in Deutschland strafrechtlich relevant, ebenso in Frankreich, GB, Italien. Satire darf alles, was ihr der Staat erlaubt.

Es ist nicht nur die im 1. Zusatzartikel zur US-Verfassung garantierte Meinungsfreiheit, es ist auch die "Fair use"-Regelung für den Gebrauch urheberrechtlich geschützten Materials, das diese Entwicklung in den USA möglich macht. Rassenhaß-Posaune "AIDS Skrillex" hätte in Deutschland sicherlich Wege gefunden, um gegen die Verbreitung seines Bildes gerichtlich vorzugehen. Es gibt in Deutschland eine große Unsicherheit darüber, was erlaubt ist und was nicht. Seit einem Jahr wird sogar Revolutionsrhetorik unter Strafe gestellt. Der öffentlich geäußerte Wunsch, Merkel steinigen zu lassen, kostet laut Stiftung Warentest 2000 Euro. Wie viel kostet es, den Herrschaften ein "Ça ira"-Ständchen zu bringen?

Warum gibt es in Deutschland immer noch Jugendliche, die Hand in Hand mit George Soros und Manfred Bode, dem Aufsichtsratsvorsitzenden von 'Krauss-Maffei Wegmann', "gegen Rechts" krawallieren, gesegnet von Papst und der Mutter aller Gläubigen, und die sich dabei für die größten Revolutionäre halten? Sie existieren nur, um ausgelacht zu werden.

Trump gibt vielen Amerikanern Hoffnung, anderen und andere als Obama vor 8 Jahren. Wie weit und wohin der Trump-Zug auch fährt, er ist eine Zugmaschine für den neuen Zeitgeist, der - früher oder später auch ohne ihn - das "trügerische Lied vom Globalismus" (Trump) zum Verstummen bringen muß. Es ist eine spannende Entwicklung - und teilweise verdammt lustig. Wer hätte gedacht, daß Satire noch so reinhauen kann?
Wahrheitssucher
12. Juni 2016 01:02
@ Der_Jürgen

Finde Ihre Kommentare mehr als zustimmenswert. Sind Sie am kommenden Wochenende vor Ort? Ev. zum Austausch und Kennenlernen!?
Christian van Huysten
12. Juni 2016 03:43
Ich will nur – endlich – eine angstfreie Debatte über Themen wie Einwanderung, ethnokulturelle Identität und Islamisierung. Ich will ohne Angst verschiedener Meinung sein können.


So wie ich das sehe, ist das nur durch eine Doppelstrategie zu erreichen. Zum einem müssen wir die Institutionen der Bundesrepublik, die uns einstmals gehörten, aber mittlerweile gegen uns verwendet werden, wieder für das deutsche Volk zurückerobern.

Zum anderen müssen wir unterhalb der staatlichen Ebene eine autonome, ethnisch definierte Parallelgemeinschaft aufbauen. Sozusagen ein Land im Lande. Einen kulturellen Rückzugs- und Bestätigungsraum, der als politische Basis dient.

Beide Ziele müssen wir gleichzeitig verfolgen.
Rabenfeder
12. Juni 2016 04:03
@ Martin Sellner


Sie schreiben:

„Ich will keine Rache, keinen Umsturz, keinen Gegenschlag und kein „Helter-Skelter“. Ich will nur – endlich – eine angstfreie Debatte über Themen wie Einwanderung, ethnokulturelle Identität und Islamisierung. Ich will ohne Angst verschiedener Meinung sein können.“


Zumindest den zweiten und den dritten Satz können vermutlich alle Leser der Sezession so unterschreiben. Zum ersten Satz hat meines Erachtens Der_Jürgen in seinem Kommentar die passenden Worte gefunden.

Aber machen wir uns doch nichts vor: Zum Thema Islamisierung wird uns zunehmend von den Hegemonialmächten erlaubt werden, „frei“ zu sprechen; schon seit den Terrorangriffen unter falscher Flagge vom 11.9.2001 können wir Tendenzen in diese Richtung feststellen. Denken wir nur an Broder, PI und andere „kritische“ Stimmen.
Sicher, in Deutschland hängen wir noch ein wenig hinterher, aber im Zuge des Einsatzes der Migrationswaffe (die ja auch zur Bewusstseins-“Bereicherung“ genutzt wird) und spätestens seit der Kölner Silvesternacht ist doch unverkennbar, dass hier langsam aber stetig auch im Mainstream neue Propaganda-Schwerpunkte gesetzt werden.
Wie alle Herrscher zu allen Zeiten will auch das heutige Machtkartell den eingeplanten Unmut in ungefährliche oder der Agenda gar nützliche Kanäle lenken.

Aber wie steht es mit den wirklich heißen Eisen?

Wir alle wissen, von welchem Elefanten im Raum die Rede ist.
Wollen wir auch da ohne Angst verschiedener Meinung sein dürfen?

Oder akzeptieren wir im Angesicht der realen Machtverhältnisse das große Tabu (gerade, aber nicht nur, in Deutschland – aus naheliegenden Gründen) und den blinden Fleck, damit es uns wenigstens erlaubt ist, über die anderen Dinge ein klitzeklein bisschen „frei“ reden zu dürfen.
Der Untertan muckt auf, wo aufmucken gestattet ist und duckt sich, wenn ihm „Betreten verboten“ angezeigt wird.

Aber das ist ja alles nicht neu und so müssen auch wir vielleicht so klug werden wie andere Freidenker in Unterdrücker-Systemen und Diktaturen und vielleicht ein Buch über Bockelson und die Wiedertäufer schreiben, wenn wir eigentlich Adolf und die schwarzen Kerle im Visier haben, die schon im Morgengrauen mit hochgeschlagenem Mantelkragen vor der eigenen Haustür auftauchen können...
Aber auch das hilft nicht immer und die Methoden dürften heute auch subtiler sein.


Allerdings müssen wir ohne jede Widerrede das von Ellen Kositza angesprochene Hausrecht akzeptieren.

Sie schreibt ja mit Recht:
„Ich werde keineswegs müde, den Unterschied zwischen Zensur und Hausrecht zu betonen. Im Grunde nutzen wir unser Hausrecht viel zu wenig rigide – auch, wenn man bedenkt, daß der „Hauseigentümer“ letztlich in der Bütt‘ steht, wenn hier Kommentator XY unsägliches verzapft.“

Wobei ich das Wörtchen „unsäglich“ interessant finde:

So kann es ja als schlecht, übel, albern, töricht etc. verstanden werden, oder aber als unsagbar...

;)
Kositza: ham Sie recht!
tOm~!
12. Juni 2016 07:24
Man fragt sich mehr und mehr, was im Umfeld von Sezession in den letzten Wochen und Monaten passiert ist. Was Herr Sellner hier schrieb, kommt bereits einer bedingungslosen Kapitulation gleich.

Sicher, man sollte Respekt vor Männern wie ihm haben, die ihren Protest auf die Straße tragen, bei Demonstrationen auftreten, mit gezielten Aktionen Widerstand leisten, sich dabei immer auf einem schmalen Grat bewegen.

Was einen jedoch sofort stutzig machen sollte, ist die Berufung auf Amerika und Donald Trump, wenn im selben Kontext von Identität gesprochen wird und davon, nicht mehr mit einer Lüge leben zu wollen.

Das wäre genauso, als besuche man ein McDonalds Restaurant und verlange dort einen "europäischen" Big Mac. Den gibt es aber nicht. Ein Big Mac wird immer nur ein künstliches, amerikanisches Massenprodukt, ohne individuellen Charakter bleiben. Es spricht nicht wirklich etwas dagegen, mal auf ein solches "Produkt" zurückzugreifen. Aber man sollte sich dabei immer bewusst sein, daß man seinen Heißhunger mit Surrogaten stillt.

Donald Trump ist ein Schauspieler, man sollte ihn aus dem amerikanischen Wrestling der "WWE" kennen. Und der Rollenverteilung im Profi-Wrestling entsprechend, hat er in der Politik die Rolle eines "Heel" übernommen, er mimt den "Bad Guy". Wie erfolgreich ihm das gelingt, und wie stark sein „Push“ bei seinen Anhängern ist, wurde von Herrn Sellner wieder einmal eindrucksvoll bestätigt.

Seltsamerweise gehen ihm jene Menschen am ehesten auf den Leim, die ihre „Identität“ in erster Linie an ihrer Hautfarbe festmachen und mehr oder weniger offen der Meinung sind, es ginge nur darum, die weiße Rasse zu schützen. Nachgeordnet sind diese Leute meist homophob und fürchten um die Rolle der heterosexuellen Männer, ohne sich dabei ernsthaft gegen die wahnwitzige Emanzipation auszusprechen. Dies dann „culture war“ zu nennen, geht sehr weit am Thema vorbei.

Das System der politischen Korrektheit geht Hand in Hand mit der westlichen Dekadenz und es spielt dabei überhaupt keine Rolle, ob man dabei jetzt einen Blick auf Frankreich, Italien, Österreich, Deutschland, die Schweiz oder die USA wirft. Dort herrscht überall Demokratie und ganz zweifellos handelt es sich bei Donald Trump um einen Demokraten. So gesehen, könnte eine Nation wie der Iran ein Verbündeter mit einer höheren, ehrlicheren Identität für Deutschland sein, als die USA. Wenn man die Dinge nüchtern betrachtet, dann ist es doch in erster Linie die unreflektierte und beinahe schon krampfhafte Fixierung auf das verlogene, demokratische System, die Europas Identität nachweislich zerstört. Wenn man wie Martin Sellner oder Martin Lichtmesz mit einem hohen Intellekt gesegnet wurde, kann man doch sicher erwarten, daß die Dinge von einer höheren Ebene aus, in langfristigen Bahnen beurteilt werden. Demzufolge, kann man aber unmöglich zu dem Schluss kommen, daß man in bezug auf den „Trump-Train“ der „Wahrheit“ einen kleinen Schritt näher kommen kann.

Und ganz gleich, wie ehrlich dessen Absichten auf den ersten oder zweiten Blick wirken, Trump ist kein Mann des Volkes, sondern ein US-Milliardär, ein Profiteur des demokratischen Systems, er gefährdet nicht die Macht der Wall Street und der City of London. Schon gar nicht tangiert ihn die Identität der Europäer.

Wenn man sich eingehender mit klassischer Musik beschäftigt und irgendwann bei italienischen Opern landet, sollte einem schnell der Unterschied zu dieser Scheinwelt auffallen, die einem durch den demokratischen Zirkus vermittelt wird. Nicht wenige Leute sind sogar der Ansicht, daß Wolfgang Amadeus Mozart die besten italienischen Opern geschrieben hat. Dabei stellt sich schon die Frage, ob es als Deutscher Sinn macht, immer weiter im angloamerikanischem Sumpf der Globalisierung zu versinken. Deutschland hatte seine größte Zeit, als man sich an italienischen und französischen Vorbildern orientierte.

Ferner sollte einem bei italienischen Opern sofort auffallen, daß die Handlungen nicht selten mit Verschwörungen, Rache, Todhaß, Kollaboration oder aber Widerstand gegen Fremdherrschaft, bis hin zum Königsmord vollgespickt waren. Das mag reaktionär oder demagogisch erscheinen, sollte einem dennoch genügend Anhaltspunkte bieten, was zu tun wäre, um wahrhaftig einen Stachel im Fleisch der Mächtigen und der Eliten darzustellen.

Ich will keine Rache, keinen Umsturz, keinen Gegenschlag und kein „Helter-Skelter“. Ich will nur – endlich – eine angstfreie Debatte über Themen wie Einwanderung, ethnokulturelle Identität und Islamisierung. Ich will ohne Angst verschiedener Meinung sein können.


Diese Einstellung jedoch, lässt die jetzigen Herrscher bestimmt nicht erzittern. Darüber werden die sogenannten "Eliten" nur müde lächeln.
Obatzda
12. Juni 2016 07:37
Da Herr Sellner schon Leute wie Gavin McInnes und Stefan Molyneux nennt, frage ich mich, warum es nicht schon längst ein identitäres, meinetwegen auch „rechtes“ Pendant zum Alt Right Talkradio in deutscher Sprache und mit Schwerpunkt auf Deutschland, Österreich und Europa gibt.

Außerdem wüßte ich gern ob Herrn Sellner das Buch „Rules for Radicals“ von Saul Alinsky bekannt ist.
Unke
12. Juni 2016 08:25
Sehr schön! Es ist doch immer interessant zu beobachten, wie man von unterschiedlichen Standpunkten zu sehr ähnlichen Ergebnisse kommt.
Lustig finde ich ja, dass Trump durch den (sozialistischen) Keynesianismus (papiergedecktes Teilreservesystem) in der größten jüdischen Stadt der Welt Milliardär geworden ist*...
...und nun zum alternativen Hoffnungsträger wird.
Es braucht, um als (politische) Bewegung Erfolg zu haben Geld. Nicht so viel wie Soros für die Zersetzung ausgibt und die Parteien an Staatsknete abgreifen, aber doch mehr als ein Millionär alleine stemmen kann; kurz: es braucht schon die Blochers, Stronachs, Trumps, Kochs und Putins dieser Welt.

*genauer gesagt ist er es 2x geworden, diese Kredit finanzierten Imperien sind zuweilen etwas wackelig...
Eveline
12. Juni 2016 09:00
Sehr geehrte Frau Kositza,

Hausrecht ist altes germanisches Recht, wer sich nicht benehmen kann, hat sein Gastrecht verwirkt.
H. M. Richter
12. Juni 2016 09:42
@ Caroline

"Es gibt in der europäischen Moralistik das Konzept der „Verhehlung“ (dissimulatio), im Gegensatz zur „Lüge“ (simulatio). "
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Gewiß: Das Dissimuliren ist nicht allemal Verstellung und kann bisweilen erlaubt sein ... (so schon Kant).

Eine Erinnerung dazu:
In den 80er Jahren war einmal der russische Schriftsteller Wladimir Dudinzew Gast der Leipziger Buchmesse.

Nach einer Lesung von ihm wurde ihm aus dem Publikum die Frage gestellt, ob Opportunismus in der Diktatur erlaubt sei.

Ja, antwortete er. Aber nur unter einer Bedingung: Wenn Sie täglich das Messer schärfen, mit dem Sie den Drachen eines Tages erlegen werden ...
Holger
12. Juni 2016 09:55
@Tupac Amaru

Sie haben recht. Alle -fast alle- sind sie verrückt geworden. Die eigene Umgebung klingt durchweg wie die Öffentlichkeitsarbeit der Amadeu-Antonio-Stiftung. Nachdem man sich links jahrzehntelang um das Begreifen dieser Gesellschaft bemüht hat, kann man nun endlich, endlich was praktisches machen: Flüchtlinge streicheln bis zum Umkippen.
Nichts, aber auch nichts, was man dort einmal gewusst hat, spielt noch eine Rolle. Die importierte Schwulen- und Frauenfeindlichkeit wird kleingeredet, die Grundlagen des demokratischen Rechtsstaates höhnisch verlacht, das eigene Herkommen denen, die man sich als „edle Wilde“ zurechthaut, ausgeliefert. Wenn ich mit alten Freunden und Bekannten spreche, wirken sie mir, als seien sie auf die eigene Beschränktheit auch noch stolz.

Tupac, wir brauchen neue Freunde! Aber ob wir die hier finden?
deutscheridentitärer
12. Juni 2016 10:08
@Sellner

Vorab, ich habe größten Respekt vor Ihnen, ohne Sie wären wir meines Erachtens verloren.

AUch ihr Artikel ist genial.

Doch (spätestens) seit gestern, hadere ich mit Ihnen.

"Ich will keine Rache"

Nun gut, für Sie können Sie das meinetwegen sagen, auch wenn Sie ja selber sagen, es ist ein berechtigter Wunsch.

Aber seit gestern Abend liegt nun ein 26-Jähriger Aktivist aus Hamburg im Koma, der bei der Demo gestern mit einem Stein abgeschossen wurde.

Sie haben an einer Stelle in den Lautsprecherwagen gerufen:

"Wenn auch nur einer von uns mit dem Stein getroffen wird, zerlegen wir hier alles"

Ich und Hunderte Andere standen in diesem Moment komplett hinter Ihnen.

Passiert ist dann natürlich nichts, obwohl weit mehr als eine Person verletzt wurde.


Ich habe ihren friedlichen Kurs nie aus grundsätzlichen Motiven, sondern aus taktischen Überlegungen getragen, weil mir die Fruchtlosigkeit der üblichen PSeudomilitanz bewusst ist.


Doch die Strategie der Friedfertigkeit scheint mir ebenso gescheitert.

Es ist ganz egal, wie friedlich Identitäre auftreten, ein paar Lügen direkt danach und alle glauben sie.

Wie unfassbar einfach Rufmord ist, ist mir spätestens nach den absurden Vorwürfen gegen Sie bewusst geworden, dass sie ein Frauenhaus heimgesucht hätten.


Ich weiß auch nicht, welche Strategie denn nun erfolgreich sein könnte.

Doch um sich beschmeißen, schubsen etc. zu lassen, muss es auch was bringen.

Ansonsten schlag ich lieber zurück, das bringt dann auch nichts, aber ich behalte wenigstens meine Ehre.


Trotz dieses "Rants" meinen tiefen Dank und Respekt vor Ihrer Leistung und ihrem Mut (sie sind natürlich das primäre und herausgehobene Ziel für die Antifa, auch das ist mir bewusst).
Monika
12. Juni 2016 10:30
Was einen jedoch sofort stutzig machen sollte, ist die Berufung auf Amerika und Donald Trump, wenn im selben Kontext von Identität gesprochen wird und davon, nicht mehr mit einer Lüge leben zu wollen.


@tOm~!

Nein, das muß einen nicht stutzig machen.
Noch einmal dazu Václav Havel:

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr wird mir klar, daß ich hier die letzte und entscheidende Antwort nicht in irgendwelchen Äußerlichkeiten finde, die von sogenannten Informationen abhängen; keine Information gibt mir darauf Antwort. Die Antwort - die positive Antwort - finden wir schließlich immer nur in uns, in unserem gesamten Glauben an den Sinn der Dinge, in unserer Hoffnung. Wem ist der Mensch eigentlich verantwortlich ?

in : Havel, Briefe an Olga

Herr Sellner hat für sich persönlich eine Antwort gefunden. Dies verändert den Blick auf die äußeren Dinge.
Natürlich ist Sellner intelligent genug, einem Herrn Trump nicht auf den Leim zu gehen. Wie auch. Irgendwo stand zu lesen, dass Donals Trump reden würde wie ein 9- jähriger Junge.
Das mag stimmen. Der Durchschnittsamerikaner versteht wohl auch nur so viel wie ein 9-Jähriger Junge.
Das muß man nicht so bierernst nehmen.

Der Rechte hat oft wenig Humor. Oder es fehlt ihm die kindliche Einfalt:
http://www.kath.net/news/55498
Winston Smith 78699
12. Juni 2016 10:38
Hier widmet sich ein ganzer Artikel hauptsächlich Herrn Sellner:

http://www.huffingtonpost.de/2016/05/16/identitaere-bewegung-martin-sellner-_n_9984260.html

Der Artikel hebt penetrant Äußerlichkeiten ab und bedient damit dasselbe Mem wie der Kommentar von @Curt Sachs. Unter anderem werden dann Gemeinsamkeiten der Identitären mit den 68ern betont, aber dann eine Blutigkeit hergeschrieben und eine besondere Lesart eines Buches vorgeschlagen:

Experten wie der Extremismusforscher Armin Pfahl-Traughber sehen in der rechten Clique in Schnellroda und in Zeitschriften wie der “Sezession” ein Umfeld, das zu Gewalttaten anstiftet.

[...]

Wohin es mit den Identitären am Ende geht? Eine Antwort auf diese Frage gibt der französische Schriftsteller Michel Houellebecq in seinem im vergangenen Jahr erschienen Bestseller “Unterwerfung”. In dem Buch ist ein muslimischer Präsidentschaftskandidat dabei, die Wahlen in Frankreich zu gewinnen - unterstützt von den Konservativen und Sozialdemokraten. Auf der anderen Seite stehen die Identitären und der rechte Front National. Im Buch versinkt Frankreich nach und nach im Chaos und die Identitären versuchen mit Anschlägen, bei denen es reihenweise Tote gibt, die Wahl zu verzögern. Vergeblich. Die Geschichte der Identitären - bei Houellebecq endet sie blutig.


Derweil flattern auf euronwws im Viertelstundentakt identitäre Fahnen und unmittelbar danach wird jeweils berichtet, dass eine italienische Zeitung böse Bücher verschenkt.
Heinrich Brück
12. Juni 2016 13:18
Das System ist die Rache.
Deshalb hat Sellner recht. Und heute in Wien eine Menge Spaß.
Filarete
12. Juni 2016 14:39
Lese gerade die österreichische Berichterstattung (krone, kurier usw.) im Netz sowie die Seite der österreichischen Identitären. Die massive Gewalt linker Demonstranten wird offenbar, wie so oft (eigentlich: wie immer), von den Medien verharmlost oder gleich den Identitären in die Schuhe geschoben. Bitte informiert Euch auf der Homepage der österr. IB, sofern Ihr das noch nicht getan habt, und spendet für die auf die IB zukommenden Folgekosten, vor allem für ein juristisches Vorgehen gegen die faktenverdrehenden Medien! Fehlberichterstattung und ehrabschneidende Beschimpfung von Leuten als Nazis muss endlich geahndet werden. Ich gehe morgen jedenfalls als erstes zur Bank und spende!
thotho
12. Juni 2016 16:16
Ich bin der IB wirklich dankbar und froh, sehr froh über ihre Existenz. Es sei jedem selbst überlassen, was sein Ziel ist, zumal sich MS mit Sicherheit voll im Schussfeld der Linken und ihrer bürgerlichen Büttel befindet.

Ich sehe dennoch Sellners Aussage, wonach man gleichberechtigt mitdiskutieren und andere Meinungen akzeptiert werden sollten, als zu defensiv (wiewohl ja richtig!) - und vor allem konträr zu früheren Aussagen der IB.

Der Diskurs gehört der Linken, es sind ihre Begriffe, ihre Vorstellungen, die wir heute täglich in wichtigen Fragen in Worte packen. Es ist also ihr Diskurs und ihre Macht und sie werden den Teufel tun, auch nur irgendjemanden "mitreden" zu lassen. Aus vielen Gesprächen, die ich im universitären Kontext - Mitstudenten, niederen und hohen Beamten sowie der Hochschülervertretung - geführt oder mitbekommen habe, kann ich nur sagen, dass dieser Wunsch von MS absolut unerfüllt bleiben wird. Die Bereitschaft, auch nur irgendetwas von den Dogmen aufzugeben, ist dem herrschenden Denken absolut fremd - und die Schlingen werden seit der "Flüchtings"krise wieder enger, ganz klar.

Das, was die Herrschenden irritiert und maßlos ärgert (insgeheim psychisch fertig macht), ist die bewusste Selbstüberhöhung und Zurschaustellung einer diametral gegenüberstehenden, als besser dargestellte Meinung. Wer sich als der Stärkere, Wahre, Aufrichtige und Schönere begreift und es ostentativ hinknallt und hinausposaunt, der gewinnt (zumindest bei der trägen, mitunter vollkommen desorientierten Masse - und das ist nun einmal die Majorität).

Und das hat nicht zuletzt die IB mehrmals eindrucksvoll gezeigt. Kämpferisch, überlegen, modern und heimattreu - einfach grandios.

Ich will nicht mitreden, deren Diskurs ist mir vollkommen egal. Ich sage ihnen freundlich aber direkt und mit Selbstgenügsamkeit, was Sache ist und wage mich aus der Deckung.
Karl K
12. Juni 2016 18:16
Zitat: „.. in diesem Gespräch sündigte ich, als es den unweigerlichen Schritt ins Politische machte. Ich unterließ es, mich politisch zu bekennen, beließ es im Diffusen, vorsichtig Kritischen und verließ den Zug, ohne klar und offen die Wahrheit gesagt zu haben.“

Diese sehr genau beschriebene Angst ist es, die zu viele Menschen unter mehr als vier Augen immer noch daran hindern, ihren Gedanken Raum zu geben, das zu sagen oder zu schreiben, was Vernunft, Verstand und Anstand gebieten statt nachzuplappern, was Konsens und Anerkennung verspricht. Die täglich von Massenmedien geschärfte Schere im Gehirn arbeitet effizienter als es eine staatliche Zensur in einer Diktatur je vermocht hätte. Doch es weitet sich das Feld: „… Es lebe das Recht, die Freiheit / Herzbruder im Vaterland.“
Martin Sellner
12. Juni 2016 19:31
Ich habe diesen Steinwurf und die schwere Verletzung erst nach der Demo mitbekommen. Muss sagen, dass ich nicht weiß was passiert wäre wenn das während der Demo allen bekannt und bewusst geworden wäre. Sie waren vielleicht bei einem Treffen danach nicht dabei, indem ich angesprochen habe was uns zuallererst ausmacht: Disziplin. Die Disziplin des politischen Aktivisten unterscheidet ihn vom linken Chaoten und wird am Ende auch den Sieg davontragen.
Boycott!
12. Juni 2016 21:02
@Christian van Huysten



Dazu gehört auch ein Boycott der Mohammedaneröknomie: keine Besuche im Dönerladen mehr, keine Taxifahrten mit mohammedanischem Taxifahrer, keine Aufträge an von Mohammedanern betriebene Wäschereien usw. usf. Man fragt sich, wie viele derjenigen, die in Foren wie diesem hier schreiben, dazu überhaupt bereit wären. Im Unterschied zu weissenfeindlichen Grossunternehmen wie Google, die man kaum völlig boycottieren kann, ist die dezentral aufgestellte, hauptsächlich aus kleinen Gewerbetreibenden bestehende Mohammedanerökonomie sehr wohl boycottierbar. Und man glaube nicht, der nette Gemüsehändler um die Ecke sei ok. Die zahlen alle eine Djihadabgabe, wenn nicht, wird ihnen der Laden zerlegt oder Schlimmeres.

Und wer noch bei Facebook aktiv ist, sofern er es aus beruflichen oder ähnlichen Gründen nicht unbedingt muss, der kann sich auch fragen, wie weit es mit seinem Patriotismus her ist.
tOm~!
12. Juni 2016 21:55
@Monika

Nein, das muß einen nicht stutzig machen.


Oh doch, verehrte Monika. Immer dann, wenn sich jemand auf die USA, GB, Israel und folglich die "Demokratie" beruft, und mit diesem hinterfotzigsten aller politischen Systeme kuschelt, sollte man sofort hellhörig werden. Es sei denn, man akzeptiert halt die Globalisierung nach angloamerikanischem Vorbild, und gedenkt auch in Zukunft nur weiter in diesem pervertierten Schweinesystem mit zu laufen, oder sich damit zu arrangieren.

Ganz aktuell kommen über den ehemaligen Bundeskanzler Willy Brandt einige Dinge offiziell ans Tageslicht, die man bisher nur vermuten konnte. In diesem Zusammenhang sei auf einen legendären Satz von ihm aus dem Jahre 1969 verwiesen:

"Wir wollen mehr Demokratie wagen"

Damit hatte Brandt nicht gelogen. Die wahrhaftige Bedeutung dieser Aussage erschließt sich aber offenbar nur wenigen, schon gar nicht den Deutschen. Weil sie nämlich doch lieber mit einer Lüge leben wollen, statt sich der ungeschminkten Wahrheit zu stellen, wofür die Demokratie steht.
Filarete
12. Juni 2016 22:56
@tom~! doch wohl nicht die Demokratie als Staatsform an sich ... Hätte man diese Überzeugung, könnte man gleich mit den Stalinisten eingehakt gehen! Ob Brandt gekauft war oder nicht, spielt auf der prinzipiellen Ebene der Frage nach der richtigen Regierungsform keine Rolle. Oder sind Oligarchien und Diktaturen vielleicht korruptionsfrei?
Tupac Amaru
13. Juni 2016 08:15
@Holger

ja, es wird ein bisschen einsamer wenn man alte Kreise zurücklässt, aber bei so manchen ehemaligem "Genossen" spürt man schon das innere Gefecht, das wachsende Unvermögen die persönliche Alltagserfahrung mit dem linksliberalen Zeitgeist zu vereeinen. Die Islamisierung in der Schule der Tochter, Wahlen die von den "Guten" nur noch durch Manipulation gewonnen werden können, die Beschimpfung durch Politiker als "Inzüchtler" udgl.

Mir persönlich hat es was gebracht; nach einem Jahre dauernden Umdenk-, Lese- und Ablösungsprozess fühl ich mich wie ein Sektenaussteiger. Befreit von so manchem Dogma seh ich die Welt klarer, statt nächtelanger Partymarathons gibts frühaufstehn und Kraftsport und endlich schaffe ich es eine monogame Beziehung zu leben - kurz, ich mach grad Faschotherapie ;)

Ob das grössere Kreise ziehen wird weiss ich noch nicht. Da man zwar den Verrat liebt aber nicht den Verräter kann ich ned auch politisch nochmal von vorne anfangen - aber persönlich weiss ich jetzt wo ich stehe, und das erleb ich nach wie vor als Befreiung - auch wenn der Ernst der Lage natürlich Sorge bereitet.
Winston Smith 78699
13. Juni 2016 09:24
Im vorigen Strang schrieb @Exmeyer

So auch meine Haltung zur IB oder anderen Phänomenen. Es kommt überhaupt nicht auf die reine Lehre an, sondern auf den zu erzielenden Effekt.


Effekt erzielt, Öffentlichkeit da. Jetzt darauf aufbauen - den nächsten Zug wagen anstelle weiterer Runden im Demokarussell.

- An Strukturen arbeiten, in denen Leute untertauchen können. Ich denke angesichts jüngerer Entwicklungen wieder verstärkt daran, wie ich meine Kinder vor dem Nato-Wehrdienst verstecken kann. Das wird auch junge Frauen und Mädchen betreffen. Als Hauptschwierigkeit stelle ich mir (neben dem Transport) medizinische Versorgung vor, es braucht kollaborierende Ärzte und unabhängig davon Zugang zu Medikamenten und Sehhilfen. Eine erste Phase dieser Werbung für Mitarbeit muß vielleicht öffentlich stattfinden. Kann sein, dass die Obrigkeit daraufhin erstmal massiv zuschlägt - aber die Botschaft ist dann raus.

- Unter Angehörigen von Nato-Verbänden für Desertation oder wenigstens selektive Befehlsverweigerung werben.
Hühnerbaron
13. Juni 2016 10:58
Da sprach Jesus zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir. Denn es steht geschrieben: "Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen." (Johannes 16.32) Wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch hingehen nach Galiläa. (Matthäus 28.7)
Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sich auch alle an dir ärgerten, so will ich doch mich nimmermehr ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. (Johannes 13.18) Petrus sprach zu ihm: Und wenn ich mit dir sterben müßte, so will ich dich nicht verleugnen. Desgleichen sagten auch alle Jünger.
Rosenkranz
13. Juni 2016 12:50
@ Herr Sellner

Gute Arbeit, großes Lob.

@ deutscheridentitärer

Ich kann Ihren Unmut über die Situation absolut verstehen. Wenn neben einem der Kamerad blutend zusammenbricht, bekommt man die Wut und würde am liebsten losschlagen.

Wäre die Polizei nicht vor Ort gewesen, die Aktivisten von Links wären sicher gerannt wie die Hasen.

Herr Sellner muß aber das Ganze betrachten. Hätte der Chef zum Angriff geblasen, wäre die Polizei sofort gegen die IB vorgegangen. Alles weitere hätten dann andere staatliche Institutionen erledigt wie: Verlust der Gemeinnützigkeit oder sogar Verbot des Vereins/der Vereine, hohe Geldstrafen, Bewährungsstrafen, Prozeßkosten, Versammlungsverbote, absurde Auflagen.

Man kann nur spekulieren, aber so etwas könnte sogar das Ende der IB in Österreich bedeuten. Seien wir froh, daß er erst nach der Demo von dem Vorfall mit dem Schwerverletzten wußte. Sie blieb ihm die schwierige Entscheidung erspart. Deshalb, bitte ertragen sie es, auch wenn es schwerfällt, wie ein Mann.

Wenn Sie Action wollen, machen Sie es weitgehend allein, oder nur im absolut zuverlässigen kleinen Kreis; keine Handys, keine Fotos, keine Ankündigung, keine Berichte, kein Internet, keine E-Post, kein Gequatsche.

Trinken wir mal ein Bier in Schnellroda?
Andre Kunibert
13. Juni 2016 16:11
@Ein Geek vom Bodensee

"Es gibt durchaus eine Reihe von links klingenden Anliegen, die das bei näherem Hinsehen gar nicht sind und die die Rechte somit leicht für sich vereinnahmen könnte."

Schon der Ansatz missfällt mir. "Rechts" (oder auch "links") sollte immer zuerst eine Zuschreibung von außen sein. Ich entscheide doch nicht "ich bin ab jetzt rechts" und dann suche ich mir die Themen dazu aus, sondern ich folge meinem Gewissen und meiner Überzeugung und falle dadurch in eine Schublade die andere für mich angelegt haben.

Ich halte die Parteidenke, das "Profil zeigen" usw. für eines der größten Probleme des Westens, weil es sinnvolle Mittelwege im Grabenkampf zuschüttet.


"Die AfD macht das ja zum Teil schon, z.B. mit der Forderung nach Abschaffung der Rundfunkgebühren."

Meines Erachtens klingt das nicht links und es ist auch nicht intelligent, sondern lediglich rachsüchtig. Der ÖR müsste auf die Füße gestellt und von den Parteieinflüssen befreit werden, nicht geschliffen. Denn das bedeutet nichts anderes als Bevormundung durch private Medienkonzerne, eine fatale Amerikanisierung...


"Abschaffung der Schulpflicht. Länder ohne Schulpflicht – z.B. Frankreich, Dänemark, USA- stehen deswegen bildungsmässig nicht besser oder schlechter da, weil die Kinder i.d.R. trotzdem in die Schule geschickt werden."


Ja i.d.R. und wenn nicht? Dann füttert die die Gesellschaft durch? Oder schaffen wir soziale Fürsorge auch gleich mit ab? Nein danke, das ist bestimmt nicht die Art von Gesellschaft in der ich leben möchte.

"Die Lehrkörper an den Schulen sind durchweg derartig linksversypht, dass die Rechte von einer Abschaffung der Schulpflicht nur profitieren kann"

Dazu gab es einen schönen Reaktanzartikel:
https://sciencefiles.org/2014/05/29/reaktanz-gegen-indoktrination-schuler-der-fritjof-nansen-realschule-als-avantgarde/

Die allermeisten Menschen können weder finanziell noch organisatorisch Heimschule organisieren und ich halte es darüber hinaus auch nicht für sinnvoll, Kinder in einer Filterblase aufwachsen zu lassen. Am Ende nützt das nur den Religiösen und zwar nicht nur den christlichen.

Auch eine Wiederzulassung bzw. Förderung von Mädchenschulen wäre sinnvoll und sollte sich einer feministisch gestimmten Bevörlkerungsmehrheit verkaufen lassen.

Umkrempelng des Geldsystems. Island macht es mit seiner Abschaffung des Bankenprivilegs ja schon vor


Ja. Wobei ich bezweifle, dass das groß Leute anzieht, die meisten Menschen verstehen es nicht oder nur sehr grob. Die Differenzen, was geändert werden sollte, sind zudem beträchtlich. Ein nicht unerheblicher Teil der "neuen Rechten" jammert lieber über niedrige Zinsen oder will die Goldbindung zurück.

zusammen hängt auch der Schutz der Geek Culture (Gamer, Open Source), der es zur Zeit ebenso wie der Piratenpartei an den Kragen geht.


Ja, das könnte durchaus was bringen und erscheint auch sinnvoll.

Man sollte allerdings auch immer beachten: jede Festlegung verprellt Leute. Auch daran scheiterten die Piraten: dem Versuch ein ehrliches Vollprogramm aufzulegen. Die "Volksparteien" bleiben nicht umsonst diffus, eine Partei und auch Bewegung ist in erster Linie Projektionsfläche.

Die AfD macht es schon richtig, wenn sie als obersten Punkt die Demokratisierung stehen hat, denn das ist die einzige Position die alle teilen, außer das Establishment an den Trögen...
Der_Jürgen
13. Juni 2016 17:07
@tom!

Ich muss Ihnen widersprechen und eine Lanze für Sellner brechen. Er hat in keiner Hinsicht kapituliert, wie Sie ihm unterstellen. Dass die USA unser Feind sind, darf uns nicht daran hindern, das Gute, was von dort kommt, zu akzeptieren und nach Bündnispartnern jenseits des Grossen Teichs zu suchen, mit denen wir uns zumindest punktuell verständigen können.

Dass sich Trump ständig widerspricht und dass er kein ausgereiftes politisches Konzept hat, liegt auf der Hand; hier haben Sie und andere Kritiker natürlich recht. Andererseits: Hätte man sich noch vor kurzem einen ernsthaften Bewerber um das Amt des US-Präsidenten vorstellen können, der der Merkel wegen ihrer wahnsinnigen Einwanderungspolitik derart brutal die Leviten liest und die Nato zur Disposition stellen will?

Unter einem Präsidenten Trump ist ein Krieg gegen Russland extrem unwahrscheinlich. Unter einer Präsidentin Clinton rückt er in den Bereich des Wahrscheinlichen.

Allein diese Gründe reichen doch vollauf, um Trump den Sieg zu wünschen. Wenn er dann als Präsident die in ihn gesetzten Hoffnungen nicht erfüllt, haben wir eben Pech gehabt, aber schlimmer als Clinton wird er unter gar keinen Umständen sein.

Dass die ganze jüdische Lobby in den USA, mit dem neokonservativen Ideologen Bill Kristol an der Spitze, pausenlos aus allen Rohren auf Trump schiesst, obgleich dieser nie ein Wort gegen die Juden gesagt hat und seine Tochter sogar zum Judentum konvertiert ist, um ihren mosaischen Boyfriend ehelichen zu können, ist doch sehr aufschlussreich. Die Lobby fürchtet diesen Mann, weil sie ihn nicht kontrollieren kann.

Im übrigen gebe ich dem wie stets sehr scharfsinnig kommentierenden
@ Gustav Grambauer
recht, wenn er in Trump einen "Eisbrecher" sieht. Dieselbe Rolle sehe ich auch für die AFD in Deutschland. Sie wird nicht auf parlamentarischem Wege an die Macht kommen, aber sie hilft Gleichgesinnten, einander zu finden, und diese Gleichgesinnten sind, wie ich aus zuverlässiger Quelle weiss, deutlich radikaler als die Spitze um Petry. Sie sind eher auf Höcke-Linie. Und wenn im Sommer Hunderttausende von Negern via Italien und Österreich nach Deutschland kommen, werden sie sich noch mehr radikalisieren.

Welche Systempartei hat bei uns je offen gesagt, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört? Die AFD hat dies getan und somit eine längst überfällige Diskussion ins Rollen gebracht.

Die AFD wird nie die Regierung stellen, und wenn sie als Juniorpartnerin mit der Union koaliert, wird sie zum Bestandteil des Systems. Aber sie kann zum Entstehen einer breiten Volksbewegung beitragen, die das System durch eine - hoffentlich friedliche; hoffen darf man ja immer - Revolte stürzen wird.
deutscheridentitärer
13. Juni 2016 18:19
@Rosenkranz

Sie (und Sellner) haben in der Sache natürlich Recht - letztlich war es besser, dass es nicht zu einer Eskalation gekommen ist.

Taktisch hätten wir uns wohl durchsetzen können meine ich, aber strategisch wäre es vermutlich in der Tat das Ende der IBÖ und damit langfristig auch der IBD gewesen (wobei ich auch den Gedanken nicht ganz unterdrücken kann, dass es ein Fanal hätte werden können ...).


Dennoch sehe ich eine grundlegenden Fehler, des "disziplinierten" Ansatzes:

Unser Gegner ist dermaßen dumm, dass er seine eigene Lügen glaubt und seine eigene Peinlichkeit nicht merkt.


Das mediale Echo seit der Theaterbesetzung war meines Erachtens ganz überwiegend negativ, und zwar deutlich über dem Maß an Negativität hinaus, dass sowieso erwartet wird.


Ich habe, naiverweise, tatsächlich nicht damit gerechnet, dass die Menschen, die sich Menschenfreundlichkeit , Toleranz, selbstständiges Denken übergroß auf die Fahnen geschrieben haben, sich in so einen Strudeln aus Hass, Lügen, bornierter Dummheit und selektiver Menschenverachtung hineinziehen lassen.


Es ist egal, wenn man zu 100% friedlich ist, wenn unser Gegner (der ja nicht nur Gegner, sondern auch Gegenstand unserer Hilfe ist) sich unsere angebliche Gewalt danach zusammen halluziniert.

Die Annahme von Sellner, dass sich das Wahre, Gute und Schöne (also in Relation zu unseren Feinden definitiv und ohne Ironie wir) gegen das Niedrige und Gemeine durchsetzen wird ... nun ja, daran glauben möchte ich, aber ich sehe es zur Zeit nicht.


Wie auch immer, damit soll dem Gejammer Genüge getan sein, ich erzähle hier schließlich nichts, was nicht sowieso sattsam schon bekannt ist.


Wir sehen uns in Schnellroda!
Michael B
13. Juni 2016 19:40
Wenn es die Zeit erlaubt: Es gibt unzählige Reden von ihm und das vor sehr unterschiedlichem Publikum, und wenn man sich darauf einlässt, dann ist es offensichtlich, dass Herr Trump seine Rhetorik dem Publikum anpasst. Seine Pressekonferenzen nach wichtigen Ereignissen sind eloquent und staatsmännisch, vor "pressure groups" redet er immer noch sehr gewählt aber pointiert und die Massenveranstaltungen sind "party". Was ich damit sagen will: In der journalistischen BRD-Mediokratie wird er sehr gerne als vulgär und roh beschrieben, sei es gewollt oder aus Unkenntnis heraus, aber er ist in diesem Sinne sehr wohl Medienprofi. Dass dies von den BRD-Journalisten nicht reflektiert wird, sei Ihrer Unkenntnis oder einem verfehlten Berufsethos geschuldet, ich tendiere zu Erstem.
Die Älteren werden ihn aus den neunzigern kennen, als er auch in der BRD wahrgenommen wurden. Interessant, dass er auch in seinen Büchern aus den neunzigern exakt die Themen anspricht, die ihm heute wichtig sind: Dass die USA ihre "jobs" in das Ausland verlagern, dass die USA von anderen Staaten über den Tisch gezogen werden und auch die Frage einer Präsidentschaftskandidatur ließ er sogar in den Neunzigern unbeantwortet.
Es ist heute chic, eine große Verschwörung erkennen zu wollen, demnach sei jeder, der es überhaupt in eine mediale Wahrnehmung schafft, "gekauft", wenn nicht sogar ein trojanisches Pferd.
Ohne Partei ergreifen zu können, hoffe ich, dass eine blauäugige Begeisterung über eine sinistre Konspiration obsiegt.
Ein Geek vom Bodensee
13. Juni 2016 21:50
@Andre Kunibert

Schon der Ansatz [rechts/links] missfällt mir. ...

Es geht doch gar nicht darum, was eine patriotische Bewegung als links oder rechts einstuft, oder ob sie das überhaupt tun will. Es geht darum, der in der Öffentlichkeit so wahrgenommenen Linken ihre ebenfalls so wahrgenommen linken Themen wegzunehmen und sie damit als Systembüttel zu entlarven, wenn man das selber in welchem Bezugsrahmen auch immer als sinnvoll erachtet. Es hat noch nie etwas geschadet, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.

Bevormundung durch private Medienkonzerne [bei Abschaffung der Rundfunkgebühren], eine fatale Amerikanisierung…

Ja, das ist eine Gefahr, ob der Moloch Staatsrundfunk überhaupt
reformierbar ist, ist allerdings ebenfalls eine Frage. Im Augenblick spielt sich im Zuge der Trump-Bewegung eine teilweise Entmachtung des Privatmedienkartells in den USA ab, und diese Entwicklung ist natürlich stark Internetgestützt. Das System scheint schon in Kürze versuchen zu wollen, das Internet an die Leine zu legen. Man könnte als Alternative hierzu die Forderung nach Abschaffung der Rundfunkgebühren mit der Forderung nach dem Aufbau sicherer Netzinfrastrukturen verbinden, wobei mit "sicher" gemeint wäre, dass das Netz sicher für den Bürger werden muss.

Die allermeisten Menschen können weder finanziell noch organisatorisch Heimschule organisieren

Macht nichts. Diejenigen, die es können, stellen eine Elite dar, und aus dieser Elite brauchen wir genau jenen Teil, der christlich/abendländisch eingestellt ist.

nicht ... sinnvoll, Kinder in einer Filterblase aufwachsen zu lassen.

Aber genau das tun doch die staatlichen Schulen mit ihrer linksgrünen Indoktrination.

Am Ende nützt das nur den Religiösen und zwar nicht nur den christlichen

Die nicht-christlichen radikalisieren ihre Kinder sowieso, mit oder ohne Schulpflicht, ausserdem haben sie in der Regel so viele davon, dass sie sie gerne in staatliche Schulen abschieben, damit sie noch mehr kriegen können. Die Christen dagegen brauchen genau den Schutzraum, den eine Abschaffung der Schulpflicht eröffnen würde.

Geldsystem</cite

Zumindest könnte die Diskussion darüber offensiver geführt werden. Man vergesse nicht, dass es vor zwei/drei Jahren die Bewegung "End the Fed" gab, bei der auch Jürgen Elsässer auftrat, und die die üblichen linken Verdächtigen zeimlich ins Schwitzen brachte, weil sie sie nicht einfach als rechts diffamieren konnten. Hier gibt es genau einen Ansatz zum Aufbau dessen, was die Linken eine Querfront nennen, und was sie wie der Teufel das Weihwasser fürchten. Man muss sich dazu nur mal die pseudotheoretischen Machwerke des linken Pseudotheoretikers Robert Kurz zu Gemüte führen. Die sind symptomatisch dafür, was für Kopfschmerzen denen die Thematik nicht ohne Grund bereitet. Die ganze linke Theorie beruht schon seit dem mit den Rothschilds verschwägerten Mordechai Levy alias Karl Marx darauf, das Geldsystem nur als abgeleitet vom kapitalistischen Profitstreben, wie sie es nennen, anzusehen. Ohne diese falsche Annahme bricht dieses Kartenhaus sofort zusammen.

Die AfD macht es schon richtig, wenn sie als obersten Punkt die Demokratisierung stehen hat, denn das ist die einzige Position die alle teilen...

Ok, kann man so sehen, man muss aber auch sehen, dass die Leute zutiefst verliebt in den Progressivismus sind, und das man sie irgendwie abholen muss.
hildesvin
14. Juni 2016 00:33
@ Der_Jürgen: Die Information darüber, daß Trumps Tochter zum mosaischen Bekenntnis konvertiert wäre, ist mir neu, und recht unangenehm (njeudobno).
Friedhelm
14. Juni 2016 03:47
@ tOm~!

So gesehen, könnte eine Nation wie der Iran ein Verbündeter mit einer höheren, ehrlicheren Identität für Deutschland sein, als die USA


Geht es noch ein bißchen abgefahrener? Bin selbst kein großer Fan der USA, des "american way of life", aber Iran?! Eine islamische Diktatur? Welche großen Denker haben denn die Iraner? Bei den USA handelt es sich immerhin um weiße Europäer, die unter anderem Vordenker wie Kevin MacDonald, Charles Murray und Richard Herrnstein (Bell Curve), Steven Pinker (Blank Slate) und wichtige Verleger wie Richard Spencer (Washington Summit Publishers) haben. Ganz abgesehen vom höreren mittleren IQ und der technischen Raffinesse (Bell Labs, AT&T). Und Trump ist ein Mensch, der die Wichtigkeit der Vererbung verstanden hat, als er auf seinen Onkel verwies, der MIT-Professor ist (siehe [vdare.com], [blogspot.com]).

Dann lieber China oder Japan, die uns doch viel näher stehen, auch was Eigenschaften wie Fleiß und Intelligenz betrifft; ich betrachte den Islam als eine Kultur von mediokren Völkern, die niedrige mittlere IQs aufweisen, der spirituell plump und geistesfeindlich ist.

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