17. Juni 2016

Das war's. Diesmal: mit straff gebügelten Hemden, miesen Krähen und anderen Raubgesellen

von Ellen Kositza / 36 Kommentare

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

13. Juni 2016 -- Sind gestern versehentlich in eine Messe mit Erstkommunion geraten. Eventüblich viel Neues Geistliches Lied, Getrommel, Geschunkel. Best: Ein kleiner Frauenchor namens Happiness für Go(o)d (oder ähnlich) singt schräg vielstimmig Helleluja, sse lort iss wiss as.


Ich selbst predige den Kindern ja stets, auch gedanklich gut mit gutmeinenden Menschen umzugehen: Die wissen es halt nicht besser! Wie ich aber nun das Gesicht meiner temperamentvollsten Tochter sehe, es rosa geflammt, dann hell - dann dunkelrot anlaufen sehe, Gesicht wird faustförmig, weiß ich: Es ist echt – meine Tochter.

Nachts dann: Manchmal habe ich Musikträume, meist unschöne, dann wache ich von einem allzulauten, häßlichen Ohrwurm („Geiles Leben“ oder so) auf. Heute, dumpf rhythmisch pumpend um halb sechs früh: „Ich bin okay, wenn du okay bist, okay ist alles vor Gott, okay? Ooo…kay!“

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15. Juni 2016 -- Lese auf dem Twitter-Konto von Dieter Stein, daß er (Stein) irgendeinen Netzartikel „genial“ findet, in dem es über den „pathetischen, gequirlten Quark“ gehe, den „Höcke am Kyffhäuser absonderte“. Gut. Lese ich halt das „geniale“ Stück über das Treffen des AfD-Flügels von Anfang Juni. Der erste Satz:
Der kurzgeschorene rechtsintellektuelle Götz Kubitschek, Herr über Rittergut Schnellroda, erscheint im akkurat gebügelten Schwarzhemd. Sicher vorbildlich von Hand mit einem kohlebeheizten Plätteisen glattgeprügelt, der Mann schwört schließlich auf Traditionen.

Da rauft sich die Hausfrau die Haare: Die lügen mir ja sogar in meinen Haushalt hinein! Die Wahrheit ist, daß es im Rittergut weder ein vorsintflutliches noch ein topmodernes Bügeleisen gibt. Die Wahrheit ist, daß auf jeder Veranstaltung mich ein Herr/eine Dame freundlich-gönnerhaft zur Seite nimmt: Dann geht es entweder um die Bügel- oder die Krawattenfrage. Machen wir nicht, besitzen wir nicht. Übrigens nicht mal sogenannte knitterfreie Hemden.

Ich schiebe den falschen Eindruck nicht auf den Autoren und sein akkurat gebügeltes Weltbild, sondern auf die ordentlichen Muskeln meines Mannes, die offenkundig auch ein knittriges Hemd straffen. Glattgebügelt wird hier schon mal gar nichts.

Ach, und noch was aus dem Artikel, den Dieter Stein so "genial" findet: Darin kriegen auch intellektuelle Größen wie Karlheinz Weißmann und Alain de Benoist ihr Fett weg. Komisch, beide sind Hauptschreiber von Dieter. Genial.

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16. Juni 2016 -- Während meine größeren Kinder in weiter entfernt Orten ihre Ringen-, Handball- oder Musizierstunden wahrnehmen, pilgere ich meistens mit der Jüngsten durch Kleingartenanlagen. Hab ich schon öfter geschrieben, warum ich die „Anlagen“ so liebe. Ich halte auch im Ausland an diesen Gartenkollektiven.

Man sieht in Gartenanlagen den Charakter des Eigentümers in nuce, davon bin ich überzeugt. Spießergärten (vor allem kurzer Rasen, eine traurige Plasterutsche), Wildgärten, Saubergärten (unkrautfrei), Prachtgärten usw.: das ganze Volk, zumindest das nicht-urbane; hinreißend! Schon die Art des Zauns ist so vielsagend! Jägerzaun? Stakete? Grünes Metall? Draht? Buchs? Buche?



Heute tolles Gespräch über’n schönen Zaun. Erst ging es um Kohlrabi-Lob und Bewunderung der retrofarbenen Rosen. Dann darum, was die Vögel so an Saat wegpicken. Ich gebe wieder:
- Bei uns in Schnellroda hat ja jedes Jahr seine eigenen Schädlinge. Mal die Schnecken, mal die Mäuse, mal die Läuse. Dieses Jahr die Krähen und die Elstern. Die sind widerlich. Ab halb fünf morgens geht das vielstimmige Gekrächze los. Nichts ist vor denen sicher. Nicht die Kaninchenbabies, nicht die Katzenkinder, und die kleinen Enten auch nicht. Aber man kann ja nicht überall Maschendraht spannen!
- Ja, hier auch. Zu DDR-Zeiten kannten wir das fast gar nicht. Und wenn, gab´s die Flinte. Da käme man heute ja glatt in den Knast für. Die Biester haben ihre festen Versammlungsplätze, und von da schwärmen sie aus. Die machen sich alles untertan. Es ist abartig. Sind Totenvögel.
- Und traurig ist nebenbei, daß man gar keine Singvögel mehr hört. Die haben anscheinend aufgegeben oder, haha, die trauen sich nicht mehr raus..
- (toller Gedankensprung) „Jaja, raustrauen. Was da abgeht. Gestern der sechste Vorfall, Nancy [Blick zur Tochter], oder? Der fünfte? Ich sag der Enkelin: Nee, nach Merseburg fährst du nicht mit der Bahn. Da fahr ich dich. Traut sich doch keiner mehr raus! Ich will’s nicht sagen, aber ich sag‘s noch mal, in der DDR hatten wir solche Probleme nicht. Da sind wir noch um Mitternacht auf die Straße gegangen, wenn wir Lust dazu hatten.

Welche Vorfälle eigentlich?
- Na, lesen Sie keine Zeitung? Oder mal anders gefragt, waren sie mal in Merseburg in letzter Zeit? Also, ich fühle mich da nicht mehr heimisch. Aber soll man ja besser nicht sagen.

Zu Hause erzähle ich von den ominösen Vorfällen. Die Kinder sind längst im Bilde. Über Männer mit ausländischem Aussehen, die Kinder (auch gegen Bezahlung) in ihr Auto locken wollen. Die Kinder sagen, zur Zeit würden alle anderen Grundschüler von ihren Eltern morgens zur Bushaltestelle gebracht.

(„Ach, und das erzählt ihr uns nicht?“- „Komm, Mama! Wenn acht Eltern an der Bushaltestelle stehen, hält bestimmt kein Auto mit Leuten, die uns heranlocken wollen!“)

Jene „Vorfälle“ seien jedenfalls ein großes Thema. Für uns bleiben sie rätselhaft, auch wenn alle befragten Nachbarn Bescheid wissen. Sogar Kindergartenkinder sind mit Mobiltelephonen ausgestattet worden.

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17. Juni -- Sohn: „Guck, den Zettel haben wir heute bekommen. Wegen der Vorfälle.“ Der „Zettel“ ist ein kompliziert und ungeschickt formulierter Essay der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt-Süd. Überschrift: „Verhaltenshinweise an Eltern“. Eine konkrete Problemlage wird nicht benannt. Der Zettel kommt „einfach so“. Darin, im Rahmen einer Aneinanderreihung, dies:
Zeigen Sie Ihrem Kind, wo es im Notfall Hilfe holen kann.“ „Ihr Kind sollte immer in einer Gruppe von 2-4 Kindern unterwegs sein. So kann im Notfall jemand Hilfe holen.

Dann wird es ein bißchen krude:
Machen Sie Ihr Kind stark in Bezug auf „Nein“ sagen gegenüber allen Personen und Handlungen, wenn es etwas nicht mag. Das gilt auch gegenüber Ihnen. Kinder sollten lernen, nicht aus Höflichkeit etwas zu tun, was Ihnen [sic!] Unbehagen bereitet.

Klar, wenn nichts mehr hilft, dann zieht antiautoritäre Erziehung. Logisch.
Unbehaglich wird mir durchaus.

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (36)

Nero
17. Juni 2016 18:26
Machen Sie Ihr Kind stark in Bezug auf „Nein“ sagen gegenüber allen Personen und Handlungen, wenn es etwas nicht mag.


Hmm... okay, ich versuch es mal:

Person/Handlung: ,,Na, lieber Nero... möchtest Du Millionen Fremde aus dem Morgenland hier haben?''

Ich: ,,Nein!''

Person/Handlung: ,,Oh, oh! Das hört sich an als wärst Du ein Verfassungs- und Menschenfeind. Dieses Nein kann ich nicht akzeptieren. Übrigens, meine Data-Scientists haben herausgefunden, dass Du mal den Namen Wolfgang Gedeon gegoogelt hast. Daher bedeutet Dein Nein nicht viel und ich kann mir vorstellen, dass das deinem Arbeitgeber gar nicht gefällt. Und jetzt, steig in mein Auto!''


Einen Versuch war es Wert...
Nein sagen alleine reicht wohl nicht. Aber die Polizei wird es schon wissen.
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Was ich Sie fragen wollte Frau Kositza, bei Ihrer neuen Buchvorstellung sagten Sie: Der Araber von morgen ist der Europäer von übermorgen.
Steht das so im Buch oder wird es anderweitig impliziert bzw. suggeriert?
Ich muss da nämlich immer an Abdel-Samad denken. Und da denke ich an nichts Gutes. Seine Einseifversuche sind mir schon bei seinem ersten Auftritt aufgefallen. Ebenso Armin Nassehi. Hab mir alles von diesen Beiden angetan. Schrecklich. Da hilft auch deren Islam- und Kulturkritik nichts.
Frieda Helbig
17. Juni 2016 19:14
Wahrscheinlich hält DS das Buch von Weißmann zur deutschen Geschichte für Jugendliche auch für gequirlten pathetischen Quark. Nur manchmal läßt sich damit halt Geld verdienen...
Friedhelm
17. Juni 2016 19:16
Aus dem "genialen" Artikel:

Millionen Menschen, die Zukunft mitgestalten wollen aber immer mehr das Gefühl haben, das (sic) man sie einfach nicht lässt. […] Menschen, die das Gefühl haben, das (sic) man ihnen eine angemessene Partizipation nicht zugesteht.


Absicht? Schludrigkeit? Höcke ist jedenfalls der einzige bisher, der auch mal die heiklen Themen der Human Biological Diversity anspricht (vielleicht mit Ausnahme Sarrazins, der einige Schmankerl in der Bibliographie seines neuesten Werkes "Wunschdenken" angeführt hat -- gelungene Besprechung des Buches übrigens, verehrte Frau Kositza.). Wie Ingo Bading jedenfalls gezeigt hat, referierte Höcke Lehrbuchwissen (IfS-Vortrag, r/K-Theorie).

Sozusagen "off topic", aber nebenbei lese ich gerade Richard Lynns "Race Differences in Intelligence" (2te Auflage, Washington Summit Publishers). Darin erklärt er die niedrigeren IQ-Werte Südeuropas damit, daß die Menschen sich dort vermehrt mit Nordafrikanern und Menschen aus Nahost vermischt haben. Er schreibt sogar: je länger die Herrschaft der Araber in einem Gebiet anhielt, desto niedriger ist der IQ dort. Ist es das, was Herrn Schäuble vorschwebt?
Winston Smith 78699
17. Juni 2016 19:30
Sehr geehrte Frau Kositza,

wie macht man das, Musikträume zu kriegen? Hätte ich gerne auch mal.

Wie man sich aber mit Selbstversuchen ganz ohne psychoaktive Substanzen unschöne Träume verschafft, kann ich nun berichten - nicht zuhause nachmachen bitte. Um in der Kuhwärme von Nietzsches Allkritik zu entspannen, ließ ich also die Lesung vom Antichrist laufen und schlief süß ein. Aufwachen machten mich aber dann die schrägsten Träume, die ich bislang hatte: abstrakte, möbiusgewundene Begriffsopern von paradoxen Selbstnegierungen in einer Mischung aus Golem und Inception. Nicht gerechnet hatte ich nämlich mit der automatischen Fortsetzungsfunktion auf Youtube, die an den gemütlichen Antichristen die "Traumdeutung" von Sigmund Freud ranhängte und mir einflüsterte. So träumte ich wohl über das Träumen. Nie wieder.
Trouver
17. Juni 2016 20:11
Der kurzgeschorene rechtsintellektuelle Götz Kubitschek, Herr über Rittergut Schnellroda, erscheint im akkurat gebügelten Schwarzhemd.


Jawohl! :-)
Kaliyuga
17. Juni 2016 20:31
Werte Frau Kositza,

zum unausweichlichen Wirken des Weibes:

Auf dem Küchenschrank der Eltern das schwere Plätteisen der herben Großmutter, die mich ärmelfrei und „glatt-bunt beschürzt“, mit dem Hanomag, ohne Führerschein, durch Hornissenschwärme hindurch zum Heuen in den Augrund fuhr. Noch spät im Leben, aber lange vor den „churching“-extasies hing sie übrigens dem Irrglauben an, der katholische Pfarrer solle endlich heiraten dürfen.

Muttern, Tochter selbiger, seit je eingefleischt links, reüssieren und resultieren bis heute als gefragte und der Nachfrage gern nachkommende Näh- und Bügelspezialistin, selbst beim bekannt „rechten“ Sohn.
Selbiger, abends von der U-Bahn zur Wohnung, nicht weit von der

https://www.youtube.com/watch?v=XYli-EB4gxM

sieht, er glaubt’s nicht recht: Zur Linken ein neueröffneter Bügelsalon, darin lauter Damen, eine nach der andern, aufgereiht wie kostbare Perlen an der Schnur, in rosafarbenen knielangen Kitteln im „Schaufenster“ am Bügelbrett. Unter ihnen: Sieh‘ da, die sehr hübsche Nachbarin!

Machtlos offensichtlich und Gott sei Dank! selbst ein katholisch-kommunistischer Jesuitenkardinal Martini, der, obschon vom Verstand her gescheit, schon in den Neunzigern meinte: „Sulle donne bisogna parlare“. Er meint‘ es freilich politisch und verfehlt‘ damit in seinem Be-ruf wie je den Kern.
Heiko Sprang
17. Juni 2016 21:21
Kleine Nebenbemerkung: Die veröffentlichten Reden vom Kyffhäusertreffen sind allesamt hörenswert; herausragend die von A. Gauland. Er schlägt einen Bogen vom Stauferkaiser Friedrich über Ernst Kantorowicz's Biografie, zum George-Kreis und den Brüdern Stauffenberg - dies ist unsere Geistestradition, die wir uns hier versammeln...
Geisterfahrer
17. Juni 2016 21:23
Fahrt zum 1. Café Schnellroda, Bummelzug ab Merseburg:
1 Deutscher, der Rest Orientalen, zugfüllend, natürlich männlich.
Ihre scheinbar abgelegene Gegend überbietet offenbar dt. Großstädte an Willkommenskultur.
(Und bei solcher Ausgangslage wollen immer wieder einmal hier Kommentatoren die Sezession des konservativen D rund um Schnellroda anempfehlen??)
herr k.
17. Juni 2016 22:09
...ich mag diese Art Artikel. Weniger überangestrengte Intellektualität und dafür feinsinnige Beobachtungsgabe mit einer Prise Humor. Lese ich gern nach einem ausgedehnten KravMaga-Training auf der Couch und trinke Prosecco. Eine nette Abwechslung, besonders das mit dem Bügeleisen, man fragt sich manchmal echt, ob manche Leute eigentlich noch merken, wie albern ihre Aversion wirkt.
Mal im Ernst, mich bringt "Steini" zum Lachen, dafür bin ich ihm wirklich dankbar, denn das Leben ist so kurz.

Bitte sagen Sie nicht, dass es keine Satire ist!? Dann bricht doch meine völkische Puffreis-Welt glatt zusammen.
Es ist halt immer die Frage, was wir denken wie Andere sind und was davon eigentlich nur über uns selbst berichtet.
Gelle, Didi?
Jürg Rückert
17. Juni 2016 23:20
Wenn ich in meinen Garten sehe, herrscht fast überall ein Verdrängungswettbewerb: Jede Pflanze drängt auf Kosten einer anderen ans Licht. Es gibt jährlich Verlierer.
Damit bin ich beim Volksaustausch.

Der alte Kaiser war verstorben. Der mächtige Hofmarschall ließ ein Pferd vorführen und sagte: Seht, ein Hirsch! Die Höflinge nickten, einige zweifelten. Die Zweifler verloren alle ihre Köpfe und der junge Kaiser musste Gift trinken.
Wenn eine Regierung die Dinge nicht mehr benennen kann, ist ihr Ende nahe.
Obama kann das Attentat in Orlando nicht mehr mit dem Islam in Verbindung bringen, die Regierung der BRD Gewalt mit Immigration. Das Ende ist absehbar.

https://www.jihadwatch.org/2016/06/obama-vs-sun-tzu-the-deadly-price-of-not-making-a-threat-assessment
H. M. Richter
17. Juni 2016 23:45
@ E. K.

"Lese auf dem Twitter-Konto von Dieter Stein, daß er (Stein) irgendeinen Netzartikel „genial“ findet."
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(Traurigen) Dank für diesen Hinweis.

Ja - das war's dann wohl.
Peter Niemann
18. Juni 2016 06:31
Soeben lauschte ich den Drei Tenören - Gott sei Dank für die Audioaufnahme! - und ihrem unvergeßlichen 1994er Los-Angeles-Auftritt. Gab es wirklich eine derartige Kultur noch vor 20 Jahren? Da fällt mir spontan, in Anlehnung an Adornos ca. 1950er Diktum "nach A.sch...." könne man keine Gedichte mehr schreiben, ein neues Diktum ein: Nach Merkel 2015 kann man nicht nur keine Gedichte mehr schreiben, nein, es gibt sie nicht mehr, keine Kultur mehr, gar nichts, nur noch die Suche nach Schutz, von nichtdeutschen Menschen, ausgerechnet im bösen Schland.

Weiterhin die Erkenntnis, daß viele sinnfreie Reden von hirnlosen Menschen getätigt werden und manche, wie die Autorin hier, eine Eselsgeduld im Umgang hiermit hat. Da würde ich auch Alpträume von alten Jungfrauen in Chorkakophonie eines verstümmelten Hallelujageschreis kriegen!

Abschließend: Wann kommt endlich diese überfällige Rezession? Die Märkte beben, die Unruhen nehmen zu, aber der platzende Regen, die die besinnungslos herumtaumelnde Menschen durchnässende Ernüchterung in Form des Platzens all der Blasen muß doch endlich kommen! Nur daß dieses Mal niemand dem 1. August zujubelt wie weiland 1914, einem Erwachen aus einem als ziellos empfundenen Leben, sondern dieses Mal wird es alle erschrecken während sie auf ihr sie anleuchtendes Telefon starren, darauf hoffend daß Facebook und Instagram Antworten ihnen geben.
tOm~!
18. Juni 2016 07:05
Vor einigen Tagen schrieb "Friedhelm" an mich gerichtet:

Bei den USA handelt es sich immerhin um weiße Europäer, die unter anderem Vordenker wie Kevin MacDonald, Charles Murray und Richard Herrnstein (Bell Curve), Steven Pinker (Blank Slate) und wichtige Verleger wie Richard Spencer (Washington Summit Publishers) haben.


Ich weiß, das ist hier nicht das Thema, aber ich bitte darum, dies hier beantworten zu dürfen.

Werde jetzt hier nicht schreiben, worum es sich bei den Amerikanern handelt. Ich möchte aber gerne auf folgendes Video des ehemaligen iranischen Präsidenten Ahmadinejad aufmerksam machen.

https://www.youtube.com/watch?v=_mMVi_Cty2Y

Der fragt dort, welche Schuld die heutige Generation von Deutschen trifft, daß sie weiter so erniedrigt werden muss. Weiter fragt er, warum sie keine eigenständige Rolle in internationalen Beziehungen spielen kann. Er weist darauf hin, daß wir pausenlos ermahnt werden, daß unsere Eltern Verbrecher waren.

In einem sehr aufschlussreichen Interview mit der ZDF-"Maulhure" Claus Kleber, von vor einigen Jahren, fragte Ahmadinejad ähnlich brisante Dinge und noch mehr.

Und jetzt frage ich denn Herrn Friedhelm und allgemein hier in die Runde, hat man schon jemals aus den USA solche Töne gehört? Gibt es dort irgend jemanden, der halbwegs einflussreich wäre, oder aber in einem offiziellen Amt, der sich derart - revisionistisch wohlwollend -für das deutsche Volk einsetzen würde?

Ganz sicher nicht. Stattdessen haben es die Amerikaner und ihre Kollaborateure hierzulande schon lange erfolgreich geschafft, den Iran schlecht zu machen. So wie sie eben alle Länder schlecht machen, die die Frechheit besitzen, sich ihnen und ihrer Außenpolitik zu widersetzen. Und mit noch radikaleren Unrecht-Regimes wird "demokratisch" geklüngelt und gegen Europa intrigiert.

Mir ist es egal. Wer weiter vor den USA kriechen, und sich dieser selbstgerechten und verlogenen Weltmacht beugen will, kann das gerne tun.

Ich für meinen Teil verehre Männer wie Ahmadinejad, die sich für die Freiheit und Unabhängikeit der Deutschen einsetzen.
Im Gegensatz zu anderen hier, respektiere ich zudem die Kultur der Perser, die man eben nicht mit den fundamentalen Islamisten vergleichen kann, die übrigens auch vom CIA hochgezüchtet wurden. Oder woher kommen Taliban und Daesh noch gleich?
Mag ja sein, daß die im Iran andere Sitten und Gesetze haben, als wir es hier gewohnt sind. Was geht es uns an? Immerhin haben sie ihr Land gegen den Einfluss der Amerikaner verteidigt. Und was nützen mir da die tollsten "Denker" auf deutscher Seite? Wir sind ein feiges Mitläufervolk, kriecherisch und konformistisch bis zu dem geht nicht mehr. Und selbst hier, schönen Gruß an Friedhelm, springen viele über die Stöckchen, die ihnen die angloamerikaner Sieger bis heute hinhalten.
Jimmi McGill
18. Juni 2016 10:16
Hr. Stein zeigt immer deutlicher, was er von den Leuten, die ihm sein Gehalt zahlen, wirklich hält.
niekisch
18. Juni 2016 11:33
"vom Stauferkaiser Friedrich über Ernst Kantorowicz’s Biografie, zum George-Kreis und den Brüdern Stauffenberg – dies ist unsere Geistestradition, die wir uns hier versammeln"

@ Heiko Sprang:

Darf ich in den Kreis eintreten mit Christoph Steding, Friedrich Alfred Beck, Walther Wüst und Dr. Hans - Dietrich Sander zusätzlich unter dem Arm?
herr k.
18. Juni 2016 11:38
....meine Hypothese ist ja, dass die Deutschen sich so unterbuttern lassen, weil sie immer wieder die Schuld bei andren suchen, anstatt zu kämpfen und zu zeigen, dass die teutonische Wildheit in ihnen steckt. Was, wenn wir selbst verantwortlich sind?
Aber ich habe verstanden, dass es paradox wäre auf andere zu schimpfen, von daher versuche ich die Vorbildfunktion anzunehmen.
Es geht nicht ums perfekt sein, es geht ums Versuchen, anstatt immer wieder zu klagen wie ein altes Weib.
Trouver
18. Juni 2016 13:04
Ich für meinen Teil verehre Männer wie Ahmadinejad, die sich für die Freiheit und Unabhängikeit der Deutschen einsetzen.


OMG!

Ist das echt Ihr Ernst?
Hühnerbaron
18. Juni 2016 13:28
Gibt es einen Vorteil des Iran, außer, dass er gegen die USA ist (falls man das als Vorteil a priori begreifen will), wenn ja worin liegt dieser genau? Fahren sie da im Urlaub hin, weil es da so schön ist? Nordkorea ist auch gegen die USA. Hut ab vor Kim Jung-un. Ich glaube nicht, dass es uns etwas bringt Sehnsuchts- und Traumorte in unserer Phantasie aufzubauen und diese auf Länder zu projizieren, die bei Lichte besehen doch eigentlich ziemliche Drecklöcher sind, in denen man nicht tot über dem Zaun hängen will. Ein neues Jerusalem wird es auch nicht zu unseren Zeiten geben. Hier und jetzt ist, die Antwort auf die Frage unserer Zeit ist nicht die USA oder der CIA, sondern wir selbst.
Hajo Blaschke
18. Juni 2016 13:31
@ t0m~! Ich weiß jetzt nicht ganz, welchen Zusammenhang Sie zwischen Friedhelms IQ-Betrachtungen und Ahmadinejad herstellen. Ahmadinejad ist autochthoner Perser (Farse). Autochthone Perser haben einen durchschnittlichen IQ von ca. 90. Perser sind weder Türken noch Araber. Und deshalb haben sie viel Nützliches hervorgebracht. Was Ahmadinejad über Deutschland und die deutsche Nachkriegszeit sagt, hat Hand und Fuß.
Jim Knox
18. Juni 2016 14:01
Warum hat Stein in den letzten Jahren mit seiner JF eine gewisse Abneigung gegen sogenannte Rechte in der AfD und andere wirkliche Patrioten entwickelt ? -

Es hat sehr viel mit der Auflage der JF zu tun. Sein großes Ziel ist, wie er vor Jahren mal sagte, die Auflage des früheren Rheinischen Merkur zu erreichen und da fehlen ihm noch einige zehntausend Abos . Er will langsam finanziell auf eigene Füße kommen und nicht , wie bisher, regelmäßig seine Leser anbetteln müssen , um selbst überleben zu können.

Als reiner Unternehmersicht ist das verständlich. Er hat schließlich auch eine große Verantwortung für eine angagierte Mitarbeiter -schar.

Stein hat vermutlich die Überzeugung gewonnen, daß mit seiner jetzigen Auflage von ca 24 000 Abos das gemäßigte rechte Lager weitgehend ausgeschöpft ist , also muß er sich die weitere deutliche Auflagensteigerung aus dem konservativ - nationalliberalen und wertkonservativ - christlichen Lager holen. Deswegen trägt ja auch die von ihm mit Erfolg gegründete Bibliothek in Berlin das Attribut "konservativ" und nicht "patriotisch" oder gar "rechts " . Die sogenannte Mitte ist ja durch die main stream -Presse der Merkeltruppen mit ihren rotgrünen Mitläufern und Propagandisten schon längst pressemäßig überbesetzt .

D.h. , dass er in seinem Blatt immer wieder diejenigen auf der
patriotischen Seite attackieren wird , die dem Gedankengut seiner zukünftigen Wähler nicht so liegen . Die Attacken , z.B. gegen Höcke, Poggenburg und auch gegen Gauland u.a. dürfen aber nicht soweit gehen , dass er nicht mehr überzeugt-patriotische Leser verliert, als er neu gewinnen kann. Das ist für Stein eine Wanderung auf der kommerziellen und gedanklichen Rasierklinge. Kommt Stein ernsthaft in den Verdacht, dass er die Masse der rechten Leser nur noch als reine Verdienstgröße sieht, wird es bald aus sein, mit der Auflagensteigerung der JF , denn dann stehen Massenkündigungen aus dem rechten Lager an.

Trotzdem erfüllt die Jf aus heutiger Sicht bewertet, weiter eine wichtige Funktion als ein konservativ - patriotisches Bollwerk gegen die linksdominierte, dekadente main stream - Presse , auch wenn Stein und seine Leute immer wieder mal gegen ausgewiesene Patrioten von der AfD und andere auskeilen . Die Gründe dafür sind offensichtlich ( s.o.).
Der Gutmensch
18. Juni 2016 18:08
ad Winston Smith

Wie man sich aber mit Selbstversuchen ganz ohne psychoaktive Substanzen unschöne Träume verschafft, kann ich nun berichten (...)


Solche Berichte hab ich auch schon gelesen; besonders gefüllte Krauttaschen können da "psychoaktiv" wirken; haben sie doch angeblich Kishons Frau dazu gebracht, zu träumen, er wolle sie, träumend die Königin von Saba, enthaupten, was sie ihm - wieder aufgewacht - zum bitteren Vorwurf machte. Als er, von der fruchtlosen, weil unbewaffnet geführten Debatte erschöpft, wieder einschlief, erschien ihm Onkel Freud mit einer Warnung vor dem abendlichen Genuss von Krauttaschen in ungarischen Restaurants. Irgendwo muss der Fehler schließlich sitzen!

Und was nicht noch so alles "psychoaktiv" wirken kann ... vor vielen Jahren las ich von Friedrich Karl Kaul (jaja, auch im Osten gab es einen...Sie wissen schon!!) "Ein Pitaval aus unseren Tagen". Pitaval - das musste ich erstmal googlen, doof, wie ich bin. Hatte aber auch schon "acta diurna" gegoogelt und kannte folglich überhaupt keine Scham mehr. Der langen Rede kurzer Sinn (falls hier überhaupt einer zu finden ist): Er (Kaul - nur zur Erinnerung!) hat also über einen Fall vom in Westberlin stationierten Klassenfeind berichtet. Angehörige des US-Militärs sollen begeistert nachgespielt haben, was Eric Berne in "games people play" mahnend ausführte. Habe Eric Berne gegoogelt und seine games und - beschlossen, mich doch lieber fernzuhalten! Aber das ist ja nichts Neues bei mir. Irgendwo muss der Fehler ...

Sorry für möglichen OT!

d. G.
Unke
18. Juni 2016 22:34
@tOm~!
Bin weder sonderlich Islamo- noch Persophil, aber in einem hat der olle Chomeini Recht gehabt: die USA sind der "große Satan".
Wenn man mal überlegt... alles, wirklich alls was uns heute drückt kommt von drüben -
Kulturmarxismus, Weißenhass, Feminismus, Multikulti, die GRÜNEN (ohne Petra Kelly?), die SPD (jaja, ohne die USA hätten die nach dem Kriech keinen Bein mehr auf den Boden bekommen), die Türken in D, der "crony capitalism" (manche sagen auch Turbokapitalismus)... undundund
.
Musste mal gesagt werden.
Philos
18. Juni 2016 23:22
Geehrte Frau Kositza,
Wegen der kirchlichen Kakophonie machen Sie doch mal einen Ausflug mit Ihrer Familie. Sie müssen allerdings 2,5 Stunden Fahrt einplanen! ... Aber vielleicht kennen Sie diesen Ort der Gesänge schon?!
Mit gespannten Grüßen.

antwort kubitschek:
Lesen mal aus dem Themenheft "Heidegger" der Sezession den Artikel "Beim Abt".
cherusker69
19. Juni 2016 00:41
Das man das Lernniveau der deutschen nach unten drücken will um ein Gleichgewicht in Europa herzustellen ist eigentlich kein Geheimnis mehr..

Das wurde meines Wissens auch vom ehemaligen Vorsitzenden des bayerischen Lehrerverbandes kritisiert.. Bachelor und Master sind ja auch keine Zufälle nicht wahr.. Das passt alles in die One World Ecke.

Zu DS ist nur zu sagen das es eben ums Geschäft geht. Als Macher einer erfolgreichen Zeitung muss man sich entscheiden wo die Reise hingeht. In die Richtung TV Auftritt wenn man sich nicht zu sehr aus dem Fenster lehnt oder eben wieder in die Nische..Die JF profitiert natürlich von der AFD das ist ja klar und da passt Höcke natürlich dann überhaupt nicht ins Kalkül, so der Gedanken von DS.
Knuth der Sanftmütige
19. Juni 2016 04:01
Vor einiger Zeit schrieb Frau Kositza ja über die neue Mode der Gartengestaltung- viel Stein,,wenig Grünes. Beim Gang über den Friedhof zum Gießen der Gräber meiner Großeltern fiel mir Gleiches auf: Der Trend geht auch hier zu unbelebter Materie, zu Kiesel und Steinplatte, verziert mit einer Putte oder Ähnlichem. Sei es, weil man es "chic" findet (passt das bei Gräbern?), sei es, weil man weiter weg wohnt und es so weniger Arbeit macht. Finde ich, gelinde gesagt, nicht schön. Doch wer weiß, wo ich später einmal wohnen werde, ob ich die Zeit haben werde, ausgiebig das Grab meiner Eltern zu pflegen? (Finde es übrigens wichtiger, Zeit und Energie für lebende [Groß-]Eltern aufzuwenden.)

Ich bin in einer Werkstatt für behinderte Menschen beschäftigt. Viele meiner Kollegen hätten die Zeit des Nationalsozialismus nicht überlebt. Viele Kollegen „in spe“ überleben die ersten neun Monate nicht im Bauch ihrer Mutter.
Gustav
19. Juni 2016 08:57
@ Peter Niemann

"Abschließend: Wann kommt endlich diese überfällige Rezession?"

Das kann ruhig noch ein wenig warten! Denn diesmal ist das unser aller Totenglöckchen, mitnichten ein Weckruf. Die "Wirtschaftskrise" wird über Bürgerkrieg und Weltkrieg alles zerstören, was man uns bis heute noch widerwillig gelassen hat.

Die Zerstörer machen es sich gerade in Patagonien gemütlich, man möchte doch die Uraufführung des eigenen Werkes nicht verpassen!
Desprecio
19. Juni 2016 13:36
@ "cherusker69" / 19.06.2016, 0:41

"Zu DS ist nur zu sagen das es eben ums Geschäft geht. Als Macher
einer erfolgreichen Zeitung muss man sich entscheiden wo die Reise
hingeht. In die Richtung TV Auftritt wenn man sich nicht zu sehr aus
dem Fenster lehnt oder eben wieder in die Nische.. Die JF profitiert natürlich von der AfD das ist ja klar und da passt Höcke natürlich dann
überhaupt nicht ins Kakül, so der Gedanken von DS."

In der "JF" vom 19.10.2015 hatte sich Dieter Stein in dem Artikel
"Desaster für die AfD" in der ihm eigenen Art und Weise an der AfD
und besonders an Höcke abgearbeitet.
In meinem Kommentar, an Herrn Stein persönlich gerichtet, schrieb
ich ihm u.a. :

"..........................Welche Ziele verfolgen Sie ? Glauben Sie etwa, Ihr
Anbiedern an die Zerstörer unseres Volkes und unserer Kultur wür-
den Ihrer Zeitung zu höherer Auflage verhelfen oder Ihnen "bei Hofe"
die Türen öffnen ? Da gibt es zuverlässigere Verräter."

Man darf raten, ob dieser Kommentar zugelassen wurde.

Mein "JF"-Abo habe ich vor einigen Tagen nach einem zwölfwöchigen
Probe-Abo wieder gekündigt.
Hajo Blaschke
19. Juni 2016 17:31
@Jim Knox Die JF eines DS braucht in Wirklichkeit Niemand aus dem konservativen "Lager" als Informationsquelle. Für konservative Patrioten, die eine Alternative für Deutschland wollen, ist die Preußische Allgemeine Zeitung die bessere Informationsquelle.
Peter
19. Juni 2016 19:32
Sehr geschätzte Frau Kositza,

ich finde es sehr schade, dass Sie trotz Ihres großen Talents, äußerst scharfsinnig und gleichzeitig sehr unterhaltsam schreiben zu können, bisher nur einzelne Artikel, aber kein Buch veröffentlicht haben. Ich würde es sehr begrüßen, wenn es eines Tages einmal ein Werk mit Ihren gesammelten Artikeln, Kommentaren, Glossen o.ä. zu kaufen gäbe, und bin überzeugt, ein solches wäre nicht nur in "rechten" Kreises ein Renner!

Mit verehrenden Grüßen

Ihr Peter H.
Julius Krull
19. Juni 2016 21:56
@Hajo Blaschke

Ach, das ist schwierig. Ich lese sie selber ab und zu, weil ich auch einen ostpreußischen familiären Hintergrund haben. Laut eigenem Bekunden ist die PAZ " auch ein bißchen weniger national und rechtsintellektuell ausgerichtet als die JUNGE FREIHEIT".
Zudem ist Redaktion wahrscheinlich auch wesentlich kleiner als die der JF. Es ist sehr begrüßenswert, dass es die PAZ gibt, aber ehemalige Rhein.Merkur-Leser werden bspw. eher zur JF greifen.
Der_Jürgen
20. Juni 2016 01:10
@Desprecio

Zustimmung! Selbstverständlich muss man, wenn man patriotische Ideen unter Volk bringen will, immer wieder Kompromisse machen. Das tun auch die Leiter dieses Forums, indem sie gewisse Themen einfach nicht zur Sprache bringen und nicht zulassen, dass Foristen dies tun. Diese Politik ist vollkommen verständlich und meiner Überzeugung nach richtig. Wem wäre gedient, wenn Sezession überhaupt nicht mehr erscheinen könnte?

Was Herr Stein von der JF tut, ist hingegen ausgesprochen widerlich. Niemand zwingt ihn dazu, sich bei den "Zerstörern unseres Volkes und unserer Kultur", wie Sie diese Leute mit Fug und Recht betiteln, anzubiedern und beispielsweise Björn Höcke und Alexander Gauland anzupöbeln oder Dr. Wolfgang Gedeon einen Eselstritt zu versetzen. Wenn Herr Stein meint, sich mit solchen Akten vorauseilenden Gehorsams bei den Herrschenden Sympathien zu verschaffen, ist er ohnehin auf dem Holzweg. Die Herrschenden lieben bekanntlich den Verrat, nicht aber den Verräter. Den verachten sie nur - zu Recht.

Jürgen Elsässer, der keine Verneigungen vor Gesslerhüten vornimmt, geht mit seinem Compact-Magazin bis an die äusserste Grenze dessen, was in diesem Staat noch ohne juristische Konsequenzen möglich ist. Der Erfolg gibt ihm recht. Auch die Zeitschrift "Zuerst!" ist weitaus mutiger und informativer als die JF.

Ich empfinde Mitleid mit guten Leuten wie Michael Paulwitz oder Thorsten Hinz, die es unter der Fuchtel des Herrn Stein aushalten müssen, um wenigstens ab und zu einen Artikel in der JF veröffentlichen zu können, in dem - im eben erwähnten Rahmen natürlich - Klartext gesprochen wird. Solche Artikel sind es vermutlich, die einen grossen Teilder Abonnenten noch bei der Stange halten.

@tom!
Selbstverständlich sind gute Beziehungen zum Iran erstrebenswert. Ein souveränes Deutschland hätte sich an den antipersischen Sanktionen von Anfang an ebenso wenig beteiligt wie an den antirussischen.

Doch ist der Iran allenfalls eine regionale Macht; eine Grossmacht kann er nie werden. Deshalb kann Freundschaft mit Teheran kein Ersatz für die Bemühung sein, mit amerikanischen Politikern wie Donald Trump wenigstens punktuelle Gemeinsamkeiten zu finden.
Laokoon
20. Juni 2016 11:30
Warum wurde dieser Artikel eigentlich nirgends erwähnt?
Ich fand ihn so herrlich unfertig. Das meine ich wirklich positiv. Die Autorin versucht anders als die meisten Feuilletonisten nicht mir meine Meinung vorprägen zu wollen. Der Text ist Protokoll eines Gedankenvorgangs - Protokoll des Zurechtrückens von Ansichten. Er wirft Fragen auf und lässt den Leser ohne abschließendes fertiges Meinungsgebäude sitzen - super! Die Leute sind das ja kaum noch gewohnt heute. Das war angenehm zu lesen.

http://www.welt.de/kultur/article155766994/Der-Verleger-der-Neuen-Rechten-auf-seinem-Rittergut.html
Jim Knox
20. Juni 2016 19:28
// Hajo Blaschke // Stimme zur PAZ im Prinzip zu ; die PAZ liest sich für einen echten Konservativen sehr flüssig und trifft oft den Kern der Thematik . Leider muß ich gestehen , dass mir der reine "Preußenteil" in der PAZ zu speziell ist ( es gibt auch noch Bayern, Schwaben, Hessen, Franken usw.) und die vielen Geburtstagsgrüße ( > 80 Jahre ) deuten auf ein überaltertes Lesepublikum hin . Damit kann man kaum neue , junge Leser gewinnen. Auch deshalb brauchen wir die JF eines DS , die doch deutlich mehr an der "Jugendfront" ( Redakteure, Praktikanten, Auszubildende, Konservative Bibliothek usw. ) arbeitet .
Albi aus Amerika
21. Juni 2016 01:27
Liebe Frau Kositza, bitte verzeihen Sie mir, wenn ich dieses Kommentarfeld kidnappe, denn ich hatte es zeitlich nicht (rechtzeitig) geschafft, einen Kommentar unter Ihren vorigen Beitrag zu schreiben. Als ich endlich am Rechner saß, war's dann zu spät.

Ich wollte gerne meinen Eindruck zu dem lustigen Artikel schildern, den Sie im vorigen Artikel verlinkt hatten. Mein erster Gedanke: "Glückwunsch GK und EK, nun haben Sie es geschafft! Man nimmt Sie jetzt ernst, Sie gehören dazu, Sie sind jetzt wer auch außerhalb der patriotischen Szene! Das ist ein Erfolg!"

Ich meine das wirklich, es ist keine Spur Ironie in dieser Meinung. Wer in der Satire bearbeitet wird, hat einen Platz erklommen, der so leicht nicht von jedermann zu erreichen ist. Oder wer aus dem Fußvolk wird sonst noch so geehrt?

Als ich dann aber die Kommentare der anderen Leser sah, war ich erschrocken. Keiner hat die auf den ersten Blick deutliche Satire erkannt, fast alle waren völlig verbiestert und erbost über die "Unverschämtheit" des Autoren. Was für ein trauriger Fehlschluß! Ist es wirklich so schlimm bestellt um den Humor der Deutschen?

Ich lebe seit 13 Jahren im Exil und höre es andauernd, die Witzchen über den nichtexistenten German Humour. Leider entstehen solche Vorurteile immer aus Erfahrungswerten, kann man auch an diesem Beispiel wieder sehen.

Bin froh, daß Sie und GK es aber richtig verstanden haben, die Geschichte mit Nuspli, dem richtigen Mann und der falschen Frau. Ich habe alleine am Kamin gesessen und laut gelacht, als ich es las, köstlich! Und keineswegs war das ein dummer Autor, wie jemand hier meinte, nein, ich fand es ganz gut auf den Punkt gebracht in satirischer Hinsicht.

Wie gesagt, ich beglückwünsche Sie beide zu diesem großen Erfolg, man nimmt Sie nun ernst, nichts anderes bedeutet es!

Wenn Sie diesen Kommentar unpassend finden zum Beitrag, unter den ich ihn poste, können Sie ihn auch löschen. Ich weiß ja, daß Sie ihn vorher gelesen haben.

Vielen Dank für die wichtige Arbeit, die Sie und GK für Deutschland tun! Sollte es tatsächlich eines Tages eine Sezession des Ostens geben, komme ich vielleicht sogar zurück.

Bis dahin,
liebe Grüße aus Reno (wo ich gerade bin)
Albi aus Amerika
21. Juni 2016 05:51
@Laokoon, vielen Dank für den Verweis an jenem WELTartikel, den ich in der Tat weder vorher gefunden hatte noch irgendwo erwähnt sah. Ja, ich stimme zu, das ist heutzutage ungwöhnlich, daß die Reporterin ihre Unsicherheit preisgibt. Die Unsicherheit, vielleicht ja doch nicht auf der "richtigen" Seite zu stehen.

Etwas ist im Gange, etwas ist in Bewegung geraten. Ganz langsam nur, kaum merklich, aber es passiert etwas. Die Stimmung kippt jetzt auch bei manchen Schreiberlingen. Manche wachen langsam auf und fangen an nachzudenken, zu zweifeln. Das ist gut so! Deutschland hat doch noch eine Überlebenschance, es ist noch nicht alles verloren!

(Entschuldigung wenn das jetzt am Thema vorbei geht, aber ich weiß nicht, wie ich den User Laokoon sonst erreichen kann.)
Fightback
21. Juni 2016 06:06
@Laokoon,

sehe ich ähnlich. Ein erstaunlich und überraschender Artikel, sowohl inhaltlich als auch stilistisch, der Freude auf mehr macht...

Auch dieser aktuelle Artikel von derselben Dame, könnte noch interessant gar reizvoll werden: http://www.welt.de/kultur/article156325398/Warum-haben-linke-Maenner-keine-Eier.html

Übrigens könnte sich der Stein davon auch mal ne Scheibe abschneiden: vielleicht mehr Esprit wagen anstelle dieser doch etwas gouvernantenhaft-schlicht daherkommenden Belehrungen aus dem konservativen Ohren-/Chefsessel... (nur als freundliche Anregung).

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