21. Juni 2016

Wege und Sackgassen für Männer: Hannah Lühmann über die eierlose Linke

von Martin Lichtmesz / 67 Kommentare

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

jack-donovan_der-weg-der-m-nner_720x600Fast alle von uns haben Hannah Lühmanns Home-Story aus dem Rittergut (inzwischen eine Art journalistisches Sub-Genre) aus der Welt am Sonntag gelesen. Ich jedenfalls habe daraufhin Lühmanns jüngsten Beitrag  mit dem spaßigen Titel "Warum haben linke Männer keine Eier?" kommen sehen.



Sie beklagt darin, daß es "die reaktionären Kräfte geschafft" haben, "als cool zu gelten", während es auf der Linken nur mehr "schwächelnde Gender-Männer" gäbe, denen sie ein denkbar schlechtes Zeugnis ausstellt.

Attraktiver als der gängige linke Müsli-Gender-Mann erscheint ihr etwa das schwule enfant terrible der siebziger Jahre, Rainer Werner Fassbinder:
Die Fassbinder-Männlichkeit war eine patzige, lauernde, federnde, jederzeit bereit zur Brutalität. Und Fassbinder war, da kann man nichts anderes sagen, ein Linker, ein Aufklärer, ein Bürgerschreck.

Als aktuelles Pendant fällt ihr bezeichnenderweise nichts Besseres als Fassbinders Generationsgenosse Udo Lindenberg ein, der schon seit über dreißig Jahren im Zustand der juvenilen Vertrottelung steckengeblieben ist, und inzwischen zusammen mit Konstantin Wecker und leider auch Heino reif fürs Museum der lebenden BRD-Fossilien ist. Die "Sehnsucht der Menschen nach Bildern" und einer attraktiven Ikonographie der "Subversion" kann die Linke nach Lühmann jedenfalls nicht mehr stillen:
Die Reaktion entwickelt gerade neue Ikonografien. Und die Reaktion frisst unsere Männer. (...) Der gemütliche Eierlikörmann (Lindenberg) und der transsibirische Tigermann (der für Russia Today arbeitende Schauspieler Claude-Olivier Rudolph) teilen eins: die trashige Selbstinszenierung als popkulturelle Pathosformel, vergangenheitsselig und absolut zukunftsträchtig. Nehmt das, ihr Gender-Feministinnen, der Mann, er eiert noch, der Mann er reitet wieder, der Mann, er kämpft.Und was hat die Gegenseite? Auf der Gegenseite haben wir nichts, jedenfalls keine Wut, die eine breite Masse sexy finden könnte.

Lustig ist, daß ihr gleich als nächstes ausgerechnet der transsexuelle Sänger Anohni (ehemals Antony) in den Sinn kommt, den man wohl nur im weitesten Sinne als "politisch" bezeichnen kann, und dessen wehrkraftzersetzende Wirkung auf das Hörergemüt sie recht treffend charakterisiert:
Anohni, die als Antony geboren wurde, ist zwar eine wunderbare Sängerin und sehr wütend auf die Gesellschaft, aber ihre Songs sind derart depressiv, dass man sich eine dazugehörige Massenmobilisierung wohl eher als träge Massenintrospektion, schlimmstenfalls als Massensuizid vorstellen muss.


Obwohl sie es nicht wörtlich so nennt, beklagt Lühmann im Grunde nichts anderes als eine Verweiblichung der linken Männer, die ihre Körper verkommen lassen und zu zickenden bis weinerlichen "Nörglern" geworden sind:
Die Männer müssen ihre Körper zurückerobern. Die Linke kann den Protest nicht mehr, sie kann nur noch nörgeln. Und das liegt auch daran, dass wir die Männer verloren haben. Wo ist der wilde linke Mann? Der Pöbelmann? Der Sehnsuchtsmann?(...) Der Linke also, insofern er kein Antifa-Linker und zu beschäftigt damit ist, Morddrohungen gegen AfD-Lokalpolitiker zu schreiben, ist beleidigt, weil ihm die prolligen Strahlo-Männer die Schau stehlen. Er ist so beleidigt, dass er es sich noch nicht einmal eingestehen kann, dass er beleidigt ist, er sagt stattdessen: "Das ist ein archaisches Geschlechterbild, da wollen wir auf gar keinen Fall hin zurück."

Und so fragt Lühmann sich selbst und ihre Leser:
 Was haben wir dem entgegenzusetzen? Wir, die Linken, die Liberalen, die Humanisten?

Einen Versuch unternimmt sie noch, indem sie tief in die historische Klamottenkiste greift und den bekannten liberalen Humanisten Andreas Baader ausgräbt:
Wo ist eigentlich Andreas Baader? Nicht der richtige, der lebendige, der Mörder, der nicht, sondern Andreas Baader, wie er von dem schwulen Modefotografen Herbert Tobias fotografiert wurde? Mit diesem Blick, der einen schwummerig macht, weil er so selbstbewusst ist, so erschöpft, so wach, so androgyn und so gewalttätig. Androgynie war doch mal etwas Subversives und nichts Korrektives.

Das ist wahrscheinlich die offensichtlichste Bankrotterklärung dieses als "Manifest" untertitelten Artikels, und zudem nicht ganz aufrichtig, denn der Appeal von Baader wäre zweifelsohne bedeutend geringer, wenn er kein cooler Killer und Terrorist geworden wäre (Fassbinder übrigens: "Ich werfe keine Bomben, ich mache Filme"), nicht zuletzt wohl auch für Lühmann selbst, wenn sie explizit die Abwesenheit von "Sex, Pathos und Gewalt" auf der Linken beklagt. Immerhin war sie nicht so abgeschmackt, die ausgelutschte rote Guerilla-Ikone Che Guevara zu erwähnen. Die wahren Gründe für die Popularität des letzteren hat Eugène Ionesco auf den Punkt gebracht:
Ich sah eine Fotografie von Guevara mit dem Gewehr in der Hand und begriff, daß man in Guevara zuerst den Mann mit dem Gewehr sah, und daß man ihn deswegen liebte.

Ich erspare mir hier eine Diskussion über Linke und Gewalt. Andreas Baader und Che Guevara waren Massenmörder und bösartige Narzissten, aber das tut ihrer Anziehungskraft keinen Abbruch, im Gegenteil. Gewalt im Dienst der "guten Sache", also "humanistisch" motivierte Gewalt, ist für die Linke entweder gerechtfertigt, ein Kollateralschaden oder eine Nebensache, bei der man beide Augen zudrücken darf, und nicht selten ist sie mit einem uneingestandenen Frisson verbunden, den man sich in diesem Fall, trotz all seiner "humanistischen" Ideale insgeheim leisten darf. Und natürlich waren Männer wie Baader oder Guevara archetypische "bad boys", wie sie seit eh und je für viele Frauen attraktiv waren. Das ist ein Muster, das im Grunde weder mit Politik noch mit Moral zu tun hat; auch ein Ted Bundy bekam tonnenweise Fanpost, Liebesbriefe und Heiratsanträge ins Gefängnis zugeschickt.

Lühmanns Sehnsucht nach diesen rebellischen, neo-machistischen Männern scheint mir jedenfalls nur sekundär mit Politik zu tun haben. Hier drückt sich wohl eher der Wunsch aus, Männer mit guten Gewissen verehren zu dürfen, die quasi "rechts" im Habitus, aber "links" im Kopf sind. Es ist auch bezeichnend, daß sie vor allem Schauspieler, Selbstdarsteller und Showmenschen im Sinn hat, leicht "androgyn" und reizvoll angeschwult, wie bei Rockstars üblich, das ist sozusagen das "linke" i-Tüpfelchen auf dem sich "rechts" verhaltenden Mann.

Dazu zwei Dinge: Appelle wie dieser sind verlorene Liebesmüh. Links wird nicht mehr sexy werden, der Zug ist abgefahren, nicht zuletzt dank der feministischen Politik, die sich redlich Mühe gibt, die Geschlechterpolarität immer mehr einzuplätten. Der Wertekanon und die Agenda der heutigen Linken sind derart männer- und männlichkeitsfeindlich geworden, daß sich Männer (und Frauen), die sich dem "Queer- und Xenofeminismus" (Lühmann) entziehen wollen, zwangsläufig nach "rechts" bewegen müssen, und sei es nur ein paar Schritte. Nichts anderes sagt Lühmann, wenn sie sich einen "politisch inkorrekten Humanitätsmaskulismus" wünscht, und als Kandidaten ausgerechnet Thomas Glavinic vorschlägt, dessen - wie von der Autorin ausdrücklich hervorgehoben - schneidigste Tat der letzten Zeit darin bestand, sich zur Empörung der linken Meinungsmacher für eine Entdämonisierung der Hofer-Wähler aus dem Fenster zu lehnen.

Ein paar solcher Männer, die sexy Machos und "Linke, Liberale, Humanisten" zugleich sind, mag es noch geben. Aber es ist heute zu spät für eine Korrektur und einen Kompromiß. Der Trend wird weiterhin in eine deutlich andere Richtung gehen. Es ist schließlich kein Zufall, daß die Männer auf der Linken zu eierlosen Genderbendern geworden sind, um es frei nach Lühmann zu sagen, sondern es handelt sich um eine direkte Folge der Zuspitzung und Radikalisierung linker Doktrinen und Werte.

Männer, die sich vom Feminismus und seinen Anhängseln abwenden, werden häufig die Erfahrung machen, daß auch der Rest des linksliberalen Gebäudes einstürzen wird wie ein Kartenhaus oder eine Dominokette: die egalitären Lügen über Männer, Frauen, Geschlechter, Völker, Ethnien, Religionen bilden einen ideologischen Block, einen kompletten und weitläufigen "Verblendungszusammenhang", um es auf "links" zu sagen. Oder um ein einfaches Beispiel zu nennen: ich kann mir kaum vorstellen, daß ein Mann, der noch einigermaßen Selbstrespekt und die Füße auf dem Boden hat, ernsthaft den Kitsch der "Willkommenskultur" mit ihrer "bunten" Sprache und ihrer "Vielfalts"-Verlogenheit unterstützen kann, oder angesichts der Ereignisse der Kölner-Silvesternacht noch die Geduld hat, sich den vernebelnden, feigen, "feministischen" Quatsch über allgemein-männliche "sexualisierte Gewalt" anzuhören.

Und zweitens: selbstverständlich ist es von großer Bedeutung für uns, wenn die Rechte im weitesten Sinne mit attraktiven und charismatischen Figuren aufwarten kann und sich gut zu inszenieren weiß, von souveränen "starken Männern" wie Trump und Putin bis hin zu schneidigen, gutaussehenden Frauen wie Ann Coulter, Marine Le Pen oder Frauke Petry.  Es kann aber nicht letztendlicher Sinn der Sache sein, sich allein auf die Außenwirkung zu konzentrieren, und Männlichkeit oder Coolness als reine Pop-Pose in Szene zu setzen. Lühmann denkt hier in konsumistischen und hedonistischen Kategorien, liebt die Pose offenbar mehr als die Substanz, denn in der Welt der Pop-Ikonen ist letztlich nichts wirklich ernst, auch der Terrorismus, die Gewalt und die Rebellion nicht.

Zudem schlägt Lühmann mit begrifflichem Schaum um sich, wenn sie etwa vage von "Reaktionären" spricht, oder so tut, als wären linke, liberale oder "humanistische" Positionen allein auf ihrer Seite zu finden. Das ist keineswegs der Fall, wenn man sich das Spektrum der "Reaktionäre" und ihre vielfältigen Positionen genauer anssieht. Es geht hier im Grunde nur um Jonglieren und Aneignen von Schlagworten.

Mir erscheint es wichtig, immer wieder hervorzuheben, daß auch und gerade einwanderungskritische Positionen von einem aufgeklärten und humanistischen Geist getragen sind: das Recht der Völker, ihre Identität und Kultur zu bewahren, das Recht der Nationen, sich primär um das Wohl ihrer Bürger und die innere Sicherheit zu kümmern, die Zurückweisung und Bekämpfung des islamischen Extremismus und Fundamentalismus, die Forderung, die Ursachen der Masseneinwanderung vor Ort zu bekämpfen, anstelle blindlings die Grenzen zu öffnen, die Forderung nach einer Familien- und Geschlechterpolitik, die nicht danach trachtet, die Geschlechter mit Genderdysphorie und die Kinder mit Frühsexualisierung anzustecken   etc., etc. all dies zum Beispiel läßt sich vernünftig, aufgeklärt, sachlich und darum humanistisch begründen. Dagegen hat sich die Linke längst nur mehr auf irrational-utopistische Ziele eingeschossen, die sie mit quasi-religiösem Eifer verfolgt.

Die Aussicht, schöne Frauen zu erobern und zu beeindrucken, ist gewiß eine außerordentlich starke Motivation für Männer, Appellen wie jenem von Hannah Lühmann zu folgen. Aber am Ende will auch sie, wie die meisten Frauen, die Männer nach ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen formen. Wichtiger scheint mir, daß sich die Männer fragen, was sie denn selbst wollen und was sie denn selbst sein wollen. Es geht um Lebensvollzüge jenseits von "coolen" Posen, um die Substanz und nicht um die Show. Männern sollten mehr Wert darauf legen, was andere Männer von ihnen denken. Dem Respekt der Männer folgt in der Regel der Respekt der Frauen auf den Fuß nach.

Aus diesen und anderen Gründen erschien es mir wichtig, Jack Donovans Kultbuch "The Way of Men", dessen Übersetzung ich übernommen habe, dem deutschen Publikum vorzustellen: "Der Weg der Männer", ab Juli bei Antaios lieferbar, ist eine radikale Absage an die gängigen Geschlechter-"Diskurse" und versucht neue und zugleich sehr alte Wege zu skizzieren.

Allen Männern, die sich von Hannah Lühmanns Aufruf angesprochen fühlen, kann ich nur sagen: es gibt kein richtiges Leben im Falschen, und links sind alle Wege verbaut, verbraucht und verdorben, mithin Sackgassen und Fallen. Man kann heute nicht mehr "links" und zugleich ein Mann sein, wie ihn sich Lühmann wünscht - oder wie viele Männer selbst gerne wären. Die Linke wird euch nur "auffressen" und zerfressen, bis andere, linksresistente, von ihr selbst importierte Männer kommen und sie ihrerseits auffressen werden. Der Weg der Männer kann heute nur nach "rechts" führen. Kommt zu uns, und helft uns, neue Wege ins Gestrüpp zu schlagen!

Hier vorbestellen: "Der Weg der Männer", mit Bonusbeiträgen von Martin Lichtmesz und "Raskolnikow".

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Kommentare (67)

Trouver
21. Juni 2016 22:14
Hmm, in der DDR aber galten die schwulen Maenner auch nicht als besonders cool.
Nemo Obligatur
21. Juni 2016 22:26
Alles schön und gut, Herr Lichtmesz, aber da wird - wenigstens von Frau Lühmann - ein totes Pferd geritten. Der Softie war schon zu Zeiten des seligen Dieter Krebs ("Ich bin der Martin, ne!") eine Karikatur seiner selbst. Das im Jahre 2016 wortreich zu beklagen, ist ewig gestrig, und man deckt am besten liebevoll den Mantel des Schweigens darüber. Erschwerend kommt hinzu: Linke Machos waren sowieso eher so Unsympathen wie Che Guevara oder Josef Stalin, allenfalls Berthold Brecht würde ich hier noch gelten lassen. Überhaupt ist es kein Zufall, daß es im Deutschen keine Übersetzung der Worte "Macho" und "Machismo" gibt - ebenso wenig wie für "Gentlemen". Des deutschen Ideal war von jeher der Ritter. Aber dessen Rückkunft werden wir alle miteinander nicht mehr erleben. (Kleiner Einschub: Die höchste deutsche Kriegsauszeichnung hieß sicher nicht ohne Grund Ritterkreuz). Was bleibt uns noch? Ich fürchte nicht sehr viel, und hier, genau an dieser Stelle, wird der Rückgriff auf die Vergangenheit nicht mehr viel ausrichten. Die Welt ist aus den Fugen. Der deutsche Mann, man verzeihe mir dies hohe Wort, ist heimatlos geworden. Den Anständigen bleibt immerhin die Sezession.
Anja
21. Juni 2016 22:38
Ich warte doch schon ganz heiß auf das bestellte Buch!

Die anderen Bücher waren auch sehr interessant und Armin Mohler ist mir jetzt nahe gekommen!

Vermutlich werde ich Antaios treu bleiben, denn mir ist es sehr wichtig, nicht ständig bei Lektüre überlegen zu müssen, ob ich gerade der Sieger-Propaganda zum Opfer falle.

Vielen Dank und schön, daß es Antaios gibt!

Anja
Nordlaender
21. Juni 2016 22:52
"Gewalt im Dienst der „guten Sache“, also „humanistisch“ motivierte Gewalt, ist für die Linke entweder gerechtfertigt, ein Kollateralschaden oder eine Nebensache, bei der man beide Augen zudrücken darf, und nicht selten ist sie mit einem uneingestandenen Frisson verbunden, den man sich in diesem Fall, trotz aller seiner „humanistischen“ Ideale insgeheim leisten darf. "

Der Gott der herrschenden NWO-affinen Religionsgemeinschaft der Humanisten ist die sogenannte Menschheit, die Erlösung dieser ist ein so hehres Ziel, daß dagegen eine geringfügige Rüpelei gegenüber dem Nächsten ja wohl keine Rolle spielen dürfte.

"Ich kann mir kaum vorstellen, daß ein Mann, der noch einigermaßen Selbstrespekt und die Füße auf dem Boden hat, ernsthaft den infantil-verweiblichten Kitsch der „Willkommenskultur“ mit ihrer „bunten“ Sprache und ihrer „Vielfalts“-Verlogenheit unterstützen kann, oder angesichts der Ereignisse der Kölner-Silvesternacht noch die Geduld hat, sich den vernebelnden, feigen „feministischen“ Quatsch über allgemein-männliche „sexualisierte Gewalt“ anzuhören."

Wie wäre es, wenn die Identitäre Bewegung den BUNTEN diese Läkkerlis reichte? Mit SMARTIES kann man nämlich sogar Regenbogen baschteln.

"New Learn Colours with Surprise Eggs and a Smarties Rainbow!"

https://www.youtube.com/watch?v=ItqRry3BB64

Exzellenter Beitrag, großartiger Wurf! Ein Konservativer könnte über die Brücke des Ethnopluralismus den Humanismus sicherlich retten, als ein Rechter von der Wurzel (lat.radix) aus plädiere ich allerdings eher für Subjektivität statt Universalismus.
Clairvoyance
21. Juni 2016 22:55
Ein Koran-Anhänger hat mich darüber aufgeklärt, daß Frauen hauptsächlich gehorchen wollen. Wenn auch beispielsweise Frau Dr. Merkel nichts anderes kann, als auswärtigen Feindmächten zu gehorchen, so sehe und finde ich in Frauen doch weitaus kraftvollere und tiefere Bedürfnisse.

Frau Lühmann wird von Martin Lichtmesz exakt beschrieben, wenn er zusammenfaßt: »Lühmann denkt hier in konsumistischen und hedonistischen Kategorien, liebt die Pose offenbar mehr als die Substanz, denn in der Welt der Pop-Ikonen ist letztlich nichts wirklich ernst, auch der Terrorismus, die Gewalt und die Rebellion nicht.«

Der Lühmann-Artikel ist der Beweis, daß es mit den linken Abstaubern objektiv zuendegeht. Die Attitüden sind ausvariiert und leergespielt. Der Macker als Sozialstaatsparasit (und als leger-gleichgültiger Beamter mit Moralbonus) tritt ab. Die konkurrierenden Rollenmodelle müssen nicht gesucht werden, sondern sie stehen einfach so plötzlich im Feld.

Wer die Kampfansprachen und Kampfinterviews von Ann Coulter kennt, der hat vielleicht diesen glühenden Gefühlsüberschwang erlebt, den allein schon die mediale Präsenz dieser Frau zu erzeugen vermag. Anders gesagt: Diese Frau — und Frauen, die mich äußerlich an sie erinnern —, haben mir selber den Glauben an die gesunde und lebenvolle Polarität der Geschlechter zurückgegeben (den gewisse Trutschen-Erlebnisse samt Nietzsche-Lektüre fast zerstört hatten).

Für uns kann all das nur heißen: Jetzt nicht orientalisch werden, sondern die Ebenbürtigkeit echter Frauen wie eine Offenbarung feiern! (Vielen Dank für den Buchtipp: Jack Donovan, »The way of men« [2012, dt. 2016].)
Bran
21. Juni 2016 23:30
Der linke Mann wurde in der Linken ca. mit dem Erscheinen des Buches "Wir tanzen bis zum Ende" entsorgt. Auf dem Cover war das unheimlich coole Bild eines autonomen Strassenkämpfers zu sehen, der grad eine Tränengaspetarde zurück an den Absender wirft, mit Hasskappe, Lederjacke, Jeans und Turnschuhen. 8oer-Jahre-Stil.
Dann fingen die Diskussionen an, die ich alle miterlebt habe: Mackertum, Macho-Scheiss, Strassenkampf-Ikonographie, Männlichkeitsfetisch etc....
Ich fing mir damals an (ganz langsam), Gedanken zum machen, ob ich im falschen Film bin. Sollen denn Transsexuelle oder wehleidige Frauen auf den Strassen kämpfen? Und wieso bin ich, als Mann, der das Kämpfen mag, anscheinend so falsch? Ich unterlag in den Diskussionen der Vollversammlungen der Masse, aber ich bracht den Gedanken nicht weg, dass ich richtig lag. Was zur Hölle kann ich für meine Eier?
Später gab es dann noch mehr Gründe, wie z.B. die Konfrontation mit Realität, um mit dieser Szene zu brechen und mich neu zu überdenken, was ich übrigens nie als Verrat empfand, sondern eher als Klärung.
Aber ja: Die Rückeroberung der Männlichkeit ist der Knackpunkt. Wenn wir das nebst der Kaperung der Begrifflichkeiten hinkriegen, dann haben wir gesiegt. Wir leben in einer feminisierten Welt...wenn wir dieser Welt wieder männliche Ikonen liefern können, dann haben wir eine Massenbewegung. Wir brauchen Bilder von Männern im Kampf, wie die Linke sie damals lieferte, auch wenn sie nur übersetzt sind. Unser Raskolnikov fiele mir hier dazu ein, auch wenn er darob nur grad eine Praline einwerfen und leise kichern würde. Aber ein Soldat, der intelligent ist und gedient hat...das hat wesentlich mehr Sex-Appeal als z.B. ein nasser Sack wie Özdemir.
Christian
21. Juni 2016 23:49
"... von souveränen „starken Männern“ wie Trump..."
Wahrnehmung unterliegt ja individueller Variabilität - aber ich hätte nicht gedacht, dass sie so weit auseinandergehen kann.

M.L.: Oh Wunder unserer Parallelwelten!
der Gelbe
21. Juni 2016 23:58
Sie scheint ja nicht einmal ihre Wunschmänner zu sehen wie den Wald vor lauter Bäumen: 1 Mio. frisch geliefert, aus ihrer Perspektive ja sicher auch links, also ist für Lühmanns Blickwinkel doch eigentlich alles paletti.

Immerhin kann gewisse Ideologie wohl sichtbarlich lebensuntüchtig machen.
John Haase
22. Juni 2016 00:07
Passend zum Thema, die Renategeschichten.

http://www.salmoxisbote.de/Bote06/Jordan.htm

Ich finde sie zum schreien komisch, Danke an den Vergessenen, der sie hier im Kommentarbereich schon mal irgendwann verlinkt hat.
Stil-Blüte
22. Juni 2016 00:31
@ John Hasse

Passend zum Thema, die Renategeschichten. ...

Ich finde sie zum schreien komisch
?

...zum Schreien schlecht! Ich konnte beim besten Willen nicht weiterlesen.
Großstadtpauker
22. Juni 2016 04:18
hört sich alles ganz gut an . Noch drei Platzrunden und unsere rechtsintellektuellen Thinktanks entdecken die Bedeutung der Freimaurerei im o.g. Kontext ; danach wieder : Debatte und Buch , siehe Bestellformular .

Bin im Garten und bastel an meiner Festung herum .
Waldgänger
22. Juni 2016 07:18
Lühmanns Jammern ist das nervöse Bewusstwerden der eigenen Dekadenz.

Danke, Herr Lichtmesz!
Arminius Arndt
22. Juni 2016 07:58
Letztlich liegen all diese leicht larmoyanten, irgendwie der Unterhaltung dienenden Mann- und Eier- Artikel, dann doch ganz auf der Linie der Gender- Agenda. Dinge wie Männlichkeit unterliegen alleine dadurch, dass man wie im Wunschkonzert darüber diskutieren kann, was Männlichkeit sein soll und damit letztlich angeblich auch sein kann, der Prämisse des gesellschaftlichen Konstrukts, des sich definieren lassens, social engineerings, Erziehens, Pädagogisierens etc.

Eine mehr oder weniger offene Rechtfertigung des Gender- Glaubens mithin.

Als Konservativer und Rechter weiß man aber, insbesondere, wenn man selber Kinder hat, dass die Geschlechter schon von Kindesbeinen an sich irgendwie ganz natürlich selber entwickeln und zwar in einer recht weiten Bandbreite. Klar werden mit Mutter und Vater "Rollenmodelle", wenn man die Sprache des Genderismus verwenden will, nach wie vor vorgelebt, weswegen man sie ja so dringend aufbrechen und beseitigen will, aber dennoch ist da etwas streng Natürliches wahrzunehmen, welches die Jungs eben mehr zum draußen rum bolzen, Gruppenbildung mit Rangkämpfen und all dem, was man früher auch unter "Abenteuer" subsumiert hätte, treibt. Nicht umsonst müssen die Erziehungsanstalten hier so massiv dagegen halten und die Knaben brechen und einhegen, denn sonst bliebe ja alles so, wie es schon seit Jahrhunderten war.

Jetzige und zukünftige Generationen von Psychiatern, Psychologen und Nervenärzten wird es freuen.

PS: Auch die Mädchen streben ganz natürlich ins weibliche, aber hier müssen die Erziehungsanstalten nicht so massiv dagegen steuern, da das weibliche "lieb und nett", verbunden mit dem massiven Drang zur gegenseitigen sozialen Kontrolle und zum Petzen, perfekt in das erwünschte System passen.
Heiko Sprang
22. Juni 2016 08:09
Ich denk schon, daß bei den etwas helleren, "eigentlich" Linken, zu denen ich unter den Publizisten auch H. Lühmann zählen würde, innerlich viel Bewegung drin ist. Juli Zeh z.B. gehört auch dazu.
Die merken schon, daß ihre teils verständlichen, teils kruden Leitbilder, völlig wirklichkeits- und lebensfremd sind. Sie fangen auch an Ihre Vorurteile durchaus in Frage zu stellen: Die angesprochene "Homestory" war doch von einem großen Staunen durchzogen. Ihre falschen Voraussetzungen muß man halt immer wieder bloßlegen. Wenn dann noch mal private Katastrophen wie Scheidung oder Projektzusammenbrüche hinzukommen, stehen die Chancen nicht schlecht, daß sie die Seiten wechseln zu uns, und die Erleichterung spüren…
Super übrigens, Jack Donovan in Deutsch herauszubringen! Auf dem Blog ahnenreihe waren gelegentlich einzelne sehr gute Beiträge übersetzt.
Alexander
22. Juni 2016 08:17
Wird Antaios auch Donovans neues Buch "Becoming a Barbarian" übersetzen?

M.L.: Das wird davon abhängen, wie gut "Der Weg der Männer" ankommt.
t.gygax
22. Juni 2016 08:23
Rainer Werner Fassbinder als "starker Mann" ? Naja....da war doch vieles nur Fassade und Show , wirkliche Stärke zeigt sich meines Erachtens auch in dem Maß. in dem ein Mann Verantwortung übernimmt. Fassbinder - eher ein lebensunfähiger Egoist , allerdings mit einem -hier stimme ich M.L. zu- brutalen Vernichtungswillen versehen. Schauen Sie sich einmal "Katzelmacher" gegen den Strich an, von wegen "Empathie für den Außenseiter", "Sozialkritik" etc, wie alle die Klischees damals hießen........
Fssbinder schwamm 1969 auf einer kommerziellen Welle mit und nutzte das einfach aus. Und er war ja auch das Hätschelkind der Medien.

M.L.: Vierzig Filme in 13 Jahren drehen, und darunter mindestens ein Dutzend sehr gute, ist jedenfalls kein Pappenstiel!
Je suis partout
22. Juni 2016 08:27
„Der Weg der Männer“, ab Juli bei Antaios lieferbar, ist eine radikale Absage an die gängigen Geschlechter-“Diskurse“ und versucht neue und zugleich sehr alte Wege zu skizzieren.


Lieber ML, wie authentisch ist eine solche Schrift aus der Feder eines Schwulen? Nicht falsch verstehen: Ich freue mich auf die Veröffentlichung, doch muss hier, bei diesem Thema, mit Donovan wirklich ein Homosexueller als Vorbild des Mannes skizziert werden?

M.L.: Auch Homosexuelle sind "divers", wie schon bei Renaud Camus ersichtlich wurde. Das Buch hat mit Sexualität kaum etwas zu tun, ob Homo oder Hetero. Donovan stellt sich selbst auch ausdrücklich nicht als Vorbild hin. Lesen Sie es einfach, dann werden Sie die Frage anders stellen.
Gustav Grambauer
22. Juni 2016 08:30
Ich kann`s mir einfach nicht verkneifen:

https://www.youtube.com/watch?v=P9yGTSUmR0Q

- G. G.
John Haase
22. Juni 2016 08:39
@ Stil-Blütte
Wahrscheinlich sind unsere beiden Meinungen davon die einzig möglichen, was? ;)
Gustav Grambauer
22. Juni 2016 09:25
Trouver

"Hmm, in der DDR aber galten die schwulen Maenner auch nicht als besonders cool."

Dafür gab es eine historische Weichenstellung: den Rauswurf Münzenbergs aus der KPD und damit zugleich das Aufräumen mit den Einflüssen des SCHARLATANS. Dieser Hintergrund ist heute - im Kommunismus 2.0 ein gefürchteter Präzedenzfall - noch so heiß, daß er selbst hier

http://magnus-hirschfeld.de/institut/zerstoerung-exil/vom-stigma-zum-feindbild/

mit keinem Wort erwähnt wird, lediglich "christlich-konservative Bestrebungen" und selbstverständlich die Nazis werden angeklagt.

So wie später überall Ost-West-Pendants geschaffen wurden, mußte auch die DDR ihren Oswald Kolle und ihre Erika Berger bekommen: das wurden Kurt Starke und Jutta Resch-Treuwert.

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=hi&dig=2010%2F10%2F02%2Fa0029

Von beiden hat man nie ein einziges Wort über Sodomismus- und Genderwahn gehört, ich vermute, Noblesse und Abscheu sind bzw. waren zu groß.

- G. G.
Wahnfried
22. Juni 2016 09:37
@Nemo Obligatur
"Des deutschen Ideal war von jeher der Ritter. Aber dessen Rückkunft werden wir alle miteinander nicht mehr erleben"

Warum eigentlich nicht? Dieses Konzept wurde noch bis in die jüngste Vergangenheit gepflegt und weiterentwickelt und trat kulturell erst kürzlich in den Hintergrund, aber es verschwand nie ganz.
Was Donovan beschreibt, kann man dabei als einen von mehreren Ansätzen der Neubelebung und Weiterentwicklung verstehen. In dem Zusammenhang kehrt auch die Idee des Männerbundes gerade zurück.
Nordlaender
22. Juni 2016 09:48
@ Arminius Arndt

".... da das weibliche „lieb und nett“, verbunden mit dem massiven Drang zur gegenseitigen sozialen Kontrolle und zum Petzen, perfekt in das erwünschte System passen."

Gerade diese Neigung, Mißliebige zu meut(h)en, ist kein weibliches Alleinstellungsmerkmal.
ene
22. Juni 2016 10:04
@ John Haase,

Renategeschichten - danke, köstlich! Höre das alles geradezu - muß man nur mal in den Bioladen gehen...
der demograph
22. Juni 2016 10:06
die weißen Linken haben ihre Männlichkeit doch als cuckolds längst outgesourced. Black Lives Matter Randalierer und Schläger, arabische Clans in deutschen Städten, durchtrainierte Afrikaner die über 8 m hohe Grenzzäune klettern. Das ist doch die Männlichkeit auf die der weiße Mann stolz ist.
Kapitulation
22. Juni 2016 10:15
Blick auf junge Erwachsene: Dazu hatte ich neulich eine Eingebung, die nicht „durchkam“, da wohl zu resignierend und defätistisch. Quintessenz war, dass linksumtriebig sein mit dieser, ohne germanozentrische Fixierung in Zeiten westeuropäischer Irrungen, in der Radikalität dennoch spezifisch bundesdeutsch konnotierten Version des versteinerten Herzens dem „zufälligen Geburtsland“ gegenüber, beständig mehr Sexappeal bei jungen Bundesbürgern hatte und hat und darob dass nationalmasochistische Bummelantentum weiterhin en voque ist, ein raffiniertes, perfides und freilich idiotensicheres System, in dem Risiken eingehen auf der falschen Seite bestenfalls biedere Spießigkeit, Vorgestrigkeit impliziert und eben echte Unannehmlichkeiten nach sich ziehen kann, während, großes BRD-Paradoxon, Opportunität in jungen Jahren Zivilcourage, Andersartigkeit, Minoritätenstatus etc- attestiert. Diese Verlockungen sind da und derjenige mit bescheidenem Antlitz, dessen sonstiges Leben inhaltlich soviel Überraschendes hergibt wie die durchschnittliche Rede eines Bundespräsidenten in der Knesset, kann sich flugs zum aufregenden Outlaw vor der Damenwelt gerieren. Lange Haare wachsen lassen, mit Muttis Erlaubnis das erste Tribal mit 16 auf dem Oberarm (wobei die generelle Tattoofeindlichkeit hier, bei jungen Publikum sicher nicht so „cool“ rüberkommt) und ganz dicke auf facebook (sic!) gegen die Konsumgesellschaft sein, einen wikipedia-Artikel über Tibet lesen und am übernächsten Schultag mit free Tibet Shirt über´n Pausenhof. Nehmen wir ihnen die Coolness, bleibt ihnen nur das trügerische Gefühl überlegener Moral und vermeintlich größerer Intelligenz, hehre Moral und weiterblickende Intelligenz für lau ist bekanntlich auch enthalten im all-inklusive Paket für helldeutsche Bundesbürger. Gehe ich auch nicht so wirklich konform mit Hypothesen, wonach die meisten Kriege letztlich wegen der Frauen geführt wurden, für die verbliebenen Heterosexuellen ist der zu machende Eindruck aufs andere Geschlecht wie eh und je von größter Bedeutsamkeit. Nehmen wir ihnen dieses –unsäglich- „anti-mainstreamige“ und den Robin-Hood-Faktor, werden sich die Mitläufer in Scharen abwenden. Das muss in die Köpfe der Deutschen. Es gibt absolut nichts Spießigeres, langweiligeres, schnarchigeres, angepassteres als ein bundesdeutscher Linksknaller zu sein. Und mit Langweilern will keine ins Bett. Problem fast gelöst. Was Hoffnung gibt: Rotweingürtel-Grüne, Latte-Machiatto-Linke, links-grün-versifft: Davon war schon länger die Rede. Aber durch pi-news und Herrn Pirincci, so spekuliere ich, hat es indessen eine vorzügliche massenhafte Verbreitung gefunden, eine Wonne, beim Focus oder der FAZ in den Leserkommentaren zu schmökern, es ist „in der Welt“. Die ganz langsame Rückeroberung der Sprachgewalt nimmt Konturen an und bietet endlich „Material“ für diejenigen, die weniger in der Materie drin stecken und früher schon mit dem ersten „deutschtümmelnd“ K.O. gingen. Die Konditionierung wird jedenfalls schwieriger, wenn künftig statt von kosmopolitisch, progressiv, „wild-anarchistisch“- von grünen Zombies die Rede sein sollte. Für einen Abgesang ist es aber wohl noch etwas zu früh…
v. Korsch
22. Juni 2016 10:47
Sehr geehrter Herr Lichtmesz,

Ich zitiere: "...erschien es mir wichtig, Jack Donovans Kultbuch „The Way of Men“[...] dem deutschen Publikum vorzustellen."

Der englischen Sprache ausreichend mächtig, habe ich "The Way of Men" bereits vor längerer Zeit im Original gelesen. Schon damals war ich der Ansicht, daß dieses Buch im Prinzip für jeden Mann zur Pflichtlektüre des Lebens gehören sollte; Bei näherer Betrachtung auch für die eine oder andere Dame, die im Zustand permanenter, unterschwelliger Unzufriedenheit im Bezug auf den aktuellen Lebensabschnittsgefährten lebend darüber orakelt, warum der von ihr mühsam zurechtgestutzte - oder pirinçciesk ausgedrückt- "verschwulte", (moderne) Mann mal wieder zur besten Freundin geworden ist.

In diesem Sinne bin ich hoch erfreut über Ihre -sehr gelungene- Übersetzung und hoffe, daß "Ihr" Werk großen Absatz findet.

Zwar habe ich bei der Betrachtung meines erweiterten Umfeldes, dessen männliche Protagonisten Ihre Freizeit eher durch Eskapismus in Form exzessiver Nutzung der "SpielStation" eines japanischen Herstellers gepaart mit den Konsum der gängigen Bildungsformate der Präkariats-Privatsender, als mit der Lektüre eines, vielleicht etwas unbequemen, aber gut lesbaren Buches "vergeuden", so meine Zweifel - die Hoffnung stirbt aber ja bekanntlich zuletzt.

Mit besten Wünschen vebleibe ich

v. Korsch
Nordlaender
22. Juni 2016 11:01
@ ene

"Renategeschichten – danke, köstlich! Höre das alles geradezu – muß man nur mal in den Bioladen gehen…"

Diese Biodeutschen, immer wieder faszinierend. Du, mit der Renate das, du, das hat mir auch gut gefallen, bin dem John sehr dankbar, daß der das hier mal eingebracht hat.
Ein gebürtiger Hesse
22. Juni 2016 11:44
Lühmann denkt hier in konsumistischen und hedonistischen Kategorien, liebt die Pose offenbar mehr als die Substanz.

Das dürfte so sein und ihr Text belegt es. Aber vielleicht ist das auch das Teilstück eines Weges auf die Substanz hin. Ich stelle mir vor, daß da jemand zunächst an der Oberfläche andocken und deren Reize für sich ausloten muß. Auch das Schnellroda-Portrait Lühmanns war ja vor allem von einer Faszination für das Physische, Dingliche, Auratische jener seltsamen neurechten "Welt" geprägt - und das so sehr, daß der "eigentliche" Text, also die übliche Zersetzung der Positionen von K & K, auf das deskriptive Intro irgendwie gar nicht folgte. Wer weiß, vielleicht macht sich da jemand auch einfach einen Weg gangbar. Es werden derzeit immer mehr, die das tun.

Was der vorliegende Text am Ende fordert, nämlich "neue Wege ins Gestrüpp zu schlagen", macht er selbst auf die beste Weise. Denn er sorgt genau für das Mehr an Orientierung und Klarheit-Schaffung, das sowohl wir als auch die neu zu uns Stoßenden (und sei es auf seltsamen Pfaden) immer wieder bestens gebrauchen können.
Laokoon
22. Juni 2016 12:34
Ich möchte anmerken, dass der Autor den selben Fehler macht, wie ihn Hannah Lühmann macht: Das Reduzieren der politischen Linken auf die Antideutschen und den autochthonen Teil der Antiimperialisten.

M.L.: Mensch... das Faß habe ich nicht mal von weitem angerührt!

Betrachtet man die politische Linke, so weiß man, dass sich der Einfluß der nicht-deutschstämmigen Antiimperialisten rasant zugenommen hat und diese massiv an Einfluß in der linken Szene gewinnnen. Schön zu sehen war dies insbesondere im Zuge der 1. Mai Demo in Berlin und der darauf folgenden virtuellen Standgerichte auf der Facebookseite von Jutta Ditfurth.

Der arabischstämmige Mann innerhalb der Linken (und insbesondere innerhalb der Antiimps) spielt das Genderspielchen nicht mit.
Daher sehe ich das Problem nicht als das Problem des Linken, sondern eher als das Problem des westlichen Mannes. Dass die stärkste Entmännlichung innerhalb der Genderlinken stattfindet, tröstet mich wenig.

Ein weiterer Punkt ist, dass die Autorin ihren Blick auf den radikalen Linken verengt. Auf den politisch dauerhaft Aktiven.
Ich stelle jedoch die Behauptung auf, dass es unter den Tendenz-Linken - also jenen die politisch nicht dauernd aktiv sind aber die dann doch ihr Kreuz bei den grünen oder der Linkspartei machen - mehrheitlich Hipsterboys stecken, die bei den Frauen gut ankommen. ( Typus: Student, Ultimate Frisbee-Spieler, Dreieckstattoo-Besitzer, Urban-Gardeninger, Kraftclub und Antilopengang-Hörer, und Teilzeitvegetarier)
Von den Typen kann sich die Linke aber auch nichts kaufen. Außer, dass sie für Quantität bei Massendemos oder Eventveranstaltungen sorgen und Abnehmer linker Produkte sind (Shirts, Musik, Essen, Kultgetränke) führen sie nur zu einer weiteren Verlivestylung. Also links sein als Mode und nicht aus politischem Prinzip.

Die Transformierbarkeit der politischen Linken ist die Grundlage, warum wir im Sinne Noltes überhaupt von der "ewigen Linken" sprechen können. Trotz ihrer Beständigkeit einiger wesentlicher Punkte (Fortschrittsgläubigkeit, Wille zum Erschaffen des neuen Menschen, positives Menschenbild) gibt es eine massive Transformierbarkeit (fail and error Prinzip). Nicht nur wegen der oben angesprochenen Bedeutungszunahme der nicht-deutschen Antiimps in der BRD und der Transformierbarkeit der Linken halte ich den Lichtmeszschen Satz "Links wird nicht mehr sexy werden, der Zug ist abgefahren" für zu kurz gedacht.
"Die kommenden Zeiten werden grausam sein" - insbesondere für die antideutsche Linke.
Hesperiolus
22. Juni 2016 13:17
Projektive und versichernde Selbstthematisierung der eigenen Weib- oder Männlichkeit fand man doch bislang nur, und immer irgendwie unangenehm, gerade bei jenen Kandidaten, wo sie ohnehin in Frage steht und zweifelhaft schien. Diese Fälle ausgenommen, ist keinem der reaktionären oder konservativen Autoren, von denen ich etliche gelesen habe, irgendwo eingefallen, über sein Mannsein zu schreiben. Unvorstellbar bei Gomez-Davila oder Jünger. Das waren "Herren" und ein "Herr" reduziert sich nicht öffentlich auf sozio-animale Biologeme als Weltanschauungsversatzstücke. Ein "Herr" lässt sich nicht ob seines (wohlgemerkt!) selbstverständlichen Mannseins an- und in das Kollektiv bloßer (primitivistischer) Geschlechtsgenossenschaft einduzen. Leitmarken für den Widerstand stehen in den oberen Stockwerken bereit, das Vexierspiel der Hormone erledigt sich diesseits der Gürtellinie von selbst, wenn die Meublierung im Oberstübchen zurechtgerückt wird. Mir erscheint die ganze Sache "schwul", etwas für das Testosteronranking "lumbersexueller Nipster". Und ist dieser Donovan, ein tatauierter, muskelbepackter, shirttragender Amerikaner mit Affenbildern, ein hormoneller Universalist ("all around the world), jemand, den ein Herr, ein Gentleman, diesseits des Atlantiks, zur Kenntnis nehmen muß? Möglicherweise, aber dann ist das nicht mehr meine Welt.

@ Gustav Grambauer

Zu den "spöttischen Verunglimpfungen" jenes pathonormativen Sexualisten Hirschfeld auch dies:

https://www.youtube.com/watch?v=5qSImNW3PMw
Ostelbischer Junker
22. Juni 2016 14:13
@ Hesperiolus

Volle Zustimmung, dass ein wahrer Mann es nötig hätte, sich seines Mannseins auf diese Art und Weise zu versichern. Wie hier schon gesagt wurde: die Orientalisierung (Vertierung) des europäischen Mannes wäre mindestens so betrüblich wie der derzeitige Zustand des vor den Emanzen kuschenden Studiosus, vor allem schmerzhafter für die Frauen. Ein wahrer ,,Herr" sieht für mich so aus:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a5/Codex_Manesse_Folio_054r_Rudolf_von_Rotenburg.jpg?uselang=de

Es ist doch schon merkwürdig: im Codex Manesse sehen wir keine Bärtigen Testosteronbomben, die Fauen nehmen wie es ihnen passt. Nein wir sehen bartlose Jünglinge, die sich der Dame andienen. Sie wirken fast schon ,,verschwult". Aber niemand würde bestreiten dass es sich um im Notfall ,,gewalttätige" Männer gehandelt hat. Männlichkeit ist von der Linken auf ,,sich-den-Schwanz-in-der-Öffentlichkeit-richten" und auf sexuelle Belästigung reduziert worden. Erst kürzlich hörte ich von dem Fall, dass ein Junge in der Grundschule sich als Mädchen ausgab, nur weil er einer ruhigen, ,,unmännlichen" Beschäftigung nachgehen wollte. Dass verschiedene Naturen in der Brust des Mannes (und der Frau) schlummern scheint kein Allgemeinwissen mehr zu sein.

Ritterlichkeit heißt für mich dem Feind eine Schallende Niederlage bereiten um ihm nacher mit Freundlichkeit aufzuhelfen und mit Milde die Tür zu weisen. Geleiten wir die Neubürger mit einem Lächeln zum Ausgang, das lässt auch die Frauen erkennen dass sie sich nicht Unterwefen müssen.

Warum nicht auf dem Rittergut eine altmodische (ich liebe dieses Wort) Ritterakademie einrichten?

Zu den Antideutschen/Antifas:
Täusche ich mich oder sind in deren Reihen nicht auffallend sehr schöne blonde Recken? Ev hängt die Haarfarbe mit einem Strebergen zusammen?
Rumpelstilzchen
22. Juni 2016 14:23
Ich gestehe:
Das Titelbild des Buches: "Der Weg der Männer" irritiert mich etwas.
1. Im Ernst : Wie kam es zu diesem Titelbild ?

M.L.: Das ist das Titelbild der amerikanischen Ausgabe. Ist halt nicht für Mädchen gedacht, haha!

Im Unernst: Ich vermute mal, nur das Gerippe in der Mitte ist ein männliches Gerippe.
Rechts und links dagegen weibliche Gerippe.
Warum: Dem Mann fehlt eine Rippe. Deshalb schützt er sich mit dem Patronengürtel. Beim weiblichen Skelett ist das Kiefergelenk augeleiert, weil Frauen dreimal so viel reden wie Männer. Die überschlanken Damen halten ihr Kiefergelenk deshalb mit einem Tuch zusammen .
2. Als neugierige Frau mußte ich gleich nachschauen, was google unter dem Titel: "Der Weg der Frauen" anbietet. Ich stieß auf eine Frauenzeitschrift der Weimarer Republik, die sich " Weg der Frau" nannte. Und auf esoterischen Mist wie den " Weg der weisen Frauen" .
Beides nicht meine Welt. Und da kam die Erleuchtung:
Es kann gar kein rechtes weibliches Pendant zum "Weg der Männer geben" !
Die Männer müssen ihren Weg ohne Blick auf die Frau gehen. Dann kann die Frau entweder folgen oder auch nicht.
Das unterscheidet den männlichen Weg vom weiblichen.
Der Feminismus dagegen hatte auch immer die Männer als "umzuerziehendes Objekt/ Subjekt" im Sinn.
Diese Hybris haben Männer zumeist nicht. Gottseidank.
3. Kann ich dieses Buch meinem linkssoften Neffen schenken, ohne mich als rechte Tante noch unmöglicher zu machen ? Dieser Neffe mochte immerhin David Foster Wallace' " Interviews mit fiesen Männern.

M.L.: Ja, absolut!

4. Auch Homosexuelle sind " divers" . Ein kerniger Homosexueller schreibt gar für die Junge Freiheit:
https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2016/sakrale-fluechtlingsromantik/
5. Kann man den Beitrag von Raskolnikow als sozusagen " amuse gueule" veröffentlichen ? Oder besteht die Gefahr, dass man dieses Buch dann nicht mehr kauft ?
herr k.
22. Juni 2016 14:44
...und sollte nur eines interessieren: Wie soll die Ikone des rechten neuen Mannes denn aussehen?

Die Frage kann sich jeder selbst stellen und beantworten. Dabei könnte es sinnvoll sein sowohl "soft-skills" (soziale Fähigkeiten, die zu Hause bei Frau und Kind von Vorteil sind) als auch "hard-skills" (für die Selbst-Behauptung außer Hause) aufzuweisen.
Das kann man(n) schon schaffen, auch wenn sich so mancher verweichlichter Klassensprechertyp ziert wie eine Jungfer vor der ersten Nacht.
herr k.
22. Juni 2016 14:45
ach, und nochwas: das gilt natürlich auch für die Damen!
Gustav Grambauer
22. Juni 2016 16:29
Hesperiolus

"Wer heut` nicht jedet Mädchen küßt, der kommt gleich in Verdacht /
bleibt heut` `ne Ehe kinderlos, dann wird er ausjelacht ..."

Na, der hatte noch nicht die Vorstellungskraft dafür, was mit "Sexualwissenschaft" so gemeint war ...

***

Hesperiolus, Ostelbischer Junker

Was die Stoßrichtung Ihrer Gedanken zur (Re-)Barbarisierung angeht, so habe ich auf Ihre beiden Beiträge gewartet. Ich habe einmal als Generalist das Tierreich, - die Spezialisten, die besser klettern, balancieren, schwimmen usw. können als ich und mehr Muskeln, dafür weniger distinktive Hemmungen haben als ich -, aus mir ausgesondert. Somit ist es nicht meine Bestimmung, z. B. "über acht Meter hohe Grenzzäune zu klettern", das sollen die betreffenden Tiere tun.

Das Rittertum hat einen Liebes-Vorschuß gewagt, eine Saat der Liebe in der Hoffnung gesät, daß sie tragend werden würde, daß künftige Generationen in dieser Liebe erstarken ("Tief die verschwiegene Brust mit freier Genüge gefüllet", wenn ich einmal auf Ihren Namen Bezug nehmen darf, Hesperiolus) und damit unangreifbar werden würden. Dazu gehört auch das Wagnis des freien Ganges in die Individualität.

Es hätte gut gehen können, aber stattdessen sind die Deutschen nach dem Scheitern (???) als Volk nun nackt den Tieren, dem TIER, ausgesetzt. Das geistige Ziel und sogar die physische Substanz sind gefährdet.

Für mich stellt sich dennoch und gerade deshalb nicht die Frage, wie wir uns jetzt noch schnell Mobutunde aus Nigeria körperlich überlegen machen könnten - sondern warum das deutsche Volk des Grals-Schutzes verlustig gegangen ist, und wie es ihn - so wie viele Einzelne, ich bin ein Beispiel dafür - wiedererlangen kann. Wenn Sie auf Dávila anspielen: die katholische Kirche wird sicher nicht das Vehikel dafür sein.

- G. G.
t.gygax
22. Juni 2016 16:51
Für M.L. zum Nachdenken:
"In einer morbiden Atmosphäre wurde am 17.Juni 1982 im Krematorium des Südfriedhofs München -Perlach der Eichensarg mit rainer Werner Fassbinder den Flammen übergeben, bedeckt von riesigen Kränzen, begleitet von Stereo-Schlagern aus den Lautsprechern. Am 10. Juni hatte man den nackten Leichnam des Filmregisseurs gefunden. Mit Kokain und Alkohol ermordet, und der 36jährige war sein eigener Mörder gewesen.
Der zum Halbgott erklärte, der Tugendhafte der Tugendlosen erstickte am eigenen Nihilismus, starb an der furchtbaren Leere eines trotz allem Erbarmungswürdigen ohne Ziel, Heimat, Volk, Stolz, Gott.
Ohne Mut. Der Narziß ist sich selbst der nächste. In einer zu Tode kranken Gesellschaft ist der Selbstmörder ein Götze der Anbetung. Und ein "Vorbild" für jene, die seinen Sarg mit violetten Bougainvillea-Blüten überschütteten, mit Blumen des süßen Todes. Verwesung hatte Fassbinder produziert, Ekel und Hoffnungslosigkeit, reproduziert aus einer entseelten Gesellschaft, und Nachfolge in Verwesung gelobte die bundesdeutsche Schickeria beim Abschied am Krematoriumsofen. Ihre eigene Totenfeier feierten die fünfhundert. Lebendige Asche.
Hier Untergang und Dekadenz, dort Renaissance und Vitalität."

Wolfgang Strauss "Revolution gegen Jalta", 1982, ein Buch über Widerstand in der kommunistischen Epoche, S.208

M.L.: Die urwaldartig wuchernde Prosa von Wolfgang Strauss hat schon ihre Reize, gerade weil er so dick auf die Tube drückt. Und worüber soll ich jetzt nachdenken? Meine Sicht auf Fassbinder hier:
https://phinau.de/jf-archiv/archiv07/200724060843.htm
Exmeyer
22. Juni 2016 17:07
Ein Stahlarbeiter des 19./20. Jahrhunderts, der vielleicht Sozi und Gewerkschaftler war, dem ersten Streikbrecher alle knochen im Leib zertrümmert hatte, verfolgte damit sein klares Eigeninteresse. Was ein alter Stahlkocher "aussem Pott" mit den Genderschwuchteln zu tun haben könnte? Linke Männer kann es nicht geben. Stalin war ein Schwerverbrecher bevor er auch nur in die Nähe der Politik kam, Honnecker hat auf alle Wildarten geschossen, und zwar gut, die in die Nähe kamen.

Was Linke mit Männern zu tun haben, erschließt sich mir nicht. Andere Spezies. Und natürlich verachten ALLE Frauen linke Gefühlsschwuchteln. Alle. Sie finden nur keine anderen. Und außerdem müssen sie dann den Abfalleimer nicht mehr rausbringen.

Rechts SEIN und links reden, das gab es immer. Links SEIN hingegen ist nichts anderes als Entmännlichung. Synonyme.
Der Gutmensch
22. Juni 2016 17:10
Nö, ich denke nicht, dass man dem Fräulein soweit auf den Leim kriechen sollte ...

Ich finde nämlich, abseits der Etiketten hat die angeblich linke, pink- feminisierte Welt etwas ausgesprochen Grausames. Männer und Frauen werden unablässig in die Konkurrenz gezwungen; und ihre tatsächlichen oder vermeintlichen „Eigenheiten“ werden Gegenstand immer neuer Korrektureingriffe von oben. Das kann im Ergebnis nur ein Zerrbild ergeben - ich würde auch nicht unbedingt unterschreiben, dass das zugunsten der Frauen gezerrt ist, sondern eher zugunsten von Männern mit Hang zur allzu soften Option und Verantwortungsscheu, bei denen sich Frau dann lieb Kind machen soll; i. d. R. mit dem Ergebnis, dass sie selber nicht mehr dazu kommt, eine Frau zu sein.

Aber der Weg da raus kann nur ein gemeinsamer sein. Die Pseudo-Probleme gehören vom Tisch, die sachlichen Aufgaben auf denselben - wer „Eier“ hat, muss sich an diesem Maßstab zeigen.


d. G.
Trouver
22. Juni 2016 17:26
Zudem schlägt Lühmann mit begrifflichem Schaum um sich, wenn sie etwa vage von „Reaktionären“ spricht, oder so tut, als wären linke, liberale oder „humanistische“ Positionen allein auf ihrer Seite zu finden. Das ist keineswegs der Fall, wenn man sich das Spektrum der „Reaktionäre“ und ihre vielfältigen Positionen genauer anssieht. Es geht hier im Grunde nur um Jonglieren und Aneignen von Schlagworten.



Absolut richtig, lieber Herr Lichtmesz!

Ich, als Freiheitlicher, fühle mich ob derlei Vereinnahmung von den Feinden der Freiheit regelrecht beleidigt!

Dafür gab es eine historische Weichenstellung: den Rauswurf Münzenbergs aus der KPD und damit zugleich das Aufräumen mit den Einflüssen des SCHARLATANS.


Danke für interessanten Exkurs, lieber Herr Grambauer!
Solution
22. Juni 2016 19:58
Wer das hervorragende Buch von Donovan liest, hat Gelegenheit, sich dabei selbst kritisch zu betrachten. Donovan weist einen Weg, der nichts anderes als schlicht und einfach "normal" ist. Leider sind zu viele davon abgekommen.

Das Buch ist ein grundlegender Text, der für uns Männer hilfreich ist. Entweder zur Bestätigung oder aber zur Korrektur des eigenen Verhaltens. Ich werde dieses Buch breit streuen, weil es auch für Männer geschrieben ist, die nicht besonders politisch interessiert sind.

Das Buch stellt eine gelungene Provokation für die permissive, feminisierte Gesellschaft dar. Auf die Reaktionen aus diesen Reihen freue ich mich schon jetzt. Der Geist weht von rechts und im vorliegenden Fall auch noch aus dem Ausland!
Winston Smith 78699
22. Juni 2016 20:26
@ Ostelbischer Junker
eine altmodische [...] Ritterakademie einrichten?


Und dabei Albernheiten vermeiden? Schwierig.

Zur Verleihung des Pour le Merite Identitaire schlage ich hiermit spontan ohne Anspruch auf Vollständigkeit erschöpfend vor:

Akif Pirincci
Jean Raspail
Martin Lichtmesz
Raskolnikow, den Verschollenen
Dominique Venner
Björn Höcke
Achim Reichel
Irenäus Eibl-Eibesfeldt
Andreas Vonderach
Wolfgang Rettig
Hannes Wader
Michael Klonovsky
Botho Strauß
Thilo Sarrazin
Peter Maffay
Armin Mohler
Udo Jürgens
Jakob Tscharntke
...

Zur Verleihung des Identitären Ritterkreuzes der Feder und der Tat :

Dominique Venner
Martin Sellner
Edward Snowden
Julian Assange
Lutz Bachmann
Tatjana Festerling
Eva Herrmann
Jochen Kopp
Alexander Gauland
Cassius Clay
Jens Spahn
Michael Stürzenberger
Peter Gauweiler
...

Zur Verleihung einer Ehrung für die Opfer der Diktatur:

Jo Cox
Niklas P.
... (hoffentlich keine zukünftigen)

Weitere werden nicht-öffentlich vorgeschlagen und verliehen. Diese geheimen Ehrungen werden verdienten Streitern (etwa solchen, die mehrfach vorgeschlagen worden sind) in Klausur offenbart.
Martin Lichtmesz
22. Juni 2016 21:15
Lichtschlag says:
http://ef-magazin.de/2016/06/22/9303-gesucht-libertaere-mit-cojones
Der Gutmensch
22. Juni 2016 21:30
Winston - sind Sie jeck?

Tatjana und Eva sind Frauennamen. Zumindest bei Eva hätte es läuten sollen.


d. G.
Bran
22. Juni 2016 23:10
Meyer: Hier verstehe ich Sie ausnahmsweise mal nicht. Linke und Männer geht nicht? Warum?
Ich erinnere mich daran, dass ich Linker wurde, weil ich von Produktionsverhältnissen, Entlöhnung und Partizipation ausging damals. Nicht nur für mich. Für alle Arbeiter. Das ist die traditionelle Linke. Damit haben sie Leute wie mich gefangen. Aber das ging immer so: Zuerst die im eigenen Land, dann irgendwann mal der Trikont, wenn bei uns alles paletti ist. Militant, vorwärtsgehend und auch robust. Aber eben: sozial (ja, klar, die meisten davon waren wohl unbewusst wie auch ich eben eher nationalsozial).
Aber die heutige Linke ist keineswegs die selbe wie früher.
Ich wurde damit konfrontiert, dass die heutige Linke und diejenige seit den 90ern eigentlich die Frankfurter Schule vertritt und somit nicht die klassische Linke ist. War ein Scheissprozess, das einzusehen, aber immerhin weiss ich jetzt wenigstens, dass ich rechts stehe und meine Hoden noch besitze.
Dennoch: Links und Mann geht nicht? Doch. Der Typ aussem Pott war schon links. Der hatte nicht nur sein eigenes Interesse im Kopf.
Man müsste sich mal überlegen, ob es nicht auch ein links oder rechts abseits der eingesessenen Schemata gibt. Deutscher Konservativismus war z.B. nie ohne die soziale Frage zu haben. Wir haben uns zu sehr von den Angelsachsen mit ihrer Denkschule anstecken lassen. Nicht von ungefähr kommt die Altersrente von Bismarck. Die Linken wollen das bis heute nicht wahrhaben, aber vielleicht ist konservativ, christlich, ritterlich etc. nicht so fern von dem, was der Typ aussem Pott als links verstand.
Der dritte Weg?
Ostelbischer Junker
22. Juni 2016 23:49
@ Winston Smith 78699:

Man kann es auch Internat nennen, in dem nicht nur wissen sondern auch Tugenden - ritterliche- vermittelt werden. Ich War auf einer Schule (eliteschule des Sports) wo man daran arbeitete, jedoch scheitern musste, wegen zu geringen Anspruchs. Die Salafisten mit ihren Internaten pfeifen drauf wenn sie albern wirken. Dass sollten wir doch auch können. Der pour Le merite ist ja auch seit 98 Jahren außer Mode gekommen. Trotzdem halten sie seinen Gedanken wach. Zurecht.
Winston Smith 78699
23. Juni 2016 01:56
Wenn man für die Orden an die Opfer nackte Kegelformen wählt, erzeugt der Lichteinfall allein bereits ein leuchtendes Lambda, so dass man nicht einfach einen miniaturisierten Spartanerschild ausgibt (sicherlich die erste Idee), sondern als Vereinigung von Pyramide (Symbol für Ewigkeit) und Kreis (Vollkommenheit, Unendlichkeit) auch eine sakrale, meditative Form wie bei Obelisk oder Menhir. Hier den Captain-America-Stern wegdenken und überlegen, wo und wie wie Gravuren möglich sind: http://img.photobucket.com/albums/v347/Mr.Spider/ae725b36.jpg
Die erste Verleihung wünsche ich mir für Maximilian D. in Wien.
Und für den Kunstorden schlage ich noch den Autor von "Unterwerfung" vor.
Rumpelstilzchen
23. Juni 2016 06:30
Lieber eierlose Linke als hirn- und humorlose rechte Foristen mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom .
A.H.
23. Juni 2016 07:52
Vielen Dank für diese treffliche Rezension, Herr Lichtmesz.
Westpreuße
23. Juni 2016 07:55
Nachtrag zur Präzisierung:

Das Eiserne Kreuz:
Das Ritterkreuz ist ja eine besondere Heraushebung, Höherstufung...
Mir gefällt besonders, daß das Eiserne Kreuz jedem verliehen wurde, unabhängig vom Rang, Stand, Namen, Herkunft, völlig ungewöhnlich damals...
Allein die Tapferkeit und der Mut zählten...
Ein wahrhaft demokratischer Akt der Ehre!

https://de.wikipedia.org/wiki/Eisernes_Kreuz
Ob "Linke" das jemals verstehen können?
: Patriotische Grüße von der Weichsel
Frederick van Portshoven
23. Juni 2016 08:01
Erfreulich, stand The Way of Men doch auf meiner to-read-Liste für den Sommer. Und obgleich ich i.d.R. englischsprachige Originalausgaben bevorzuge, werde ich hier wegen der Beiträge von Martin Lichtmesz und Raskolnikow (quasi als Mehrwert) zur deutschen Übersetzung greifen.
Exmeyer
23. Juni 2016 08:50
@ Bran

Sie haben mit jeder Zeile recht. Dritter Weg: klar! (Als abstrakten Gedanken. Sie wissen, daß es nach meiner Einschätzung weniger darauf ankommt, was man abstrakt möchte, sondern was man konkret, im eigenen Umfeld gestalten will und kann. Das was man im Abstrakten möchte ist wenigstens ein einigendes Band). Vom Angelsachsentum mußte ich persönlich erstmal weg (Vielen Dank an dieser Stelle an die Lehman-Brothers und Kevin Macdonald).

Ich meinte mit dem Begriff eben nicht Stalin und alle anderen Stählernen. Ich habe das Linkssein alleine nach heutigen Maßstäben beschreiben wollen: Frankfurter-Schul-Gesabbel im Mund und Weichkäse in Birne und Muskel.

Den Sozi-Stahlkocher halte ich hoch, mag der noch so altlinks sein! Nein, der Stahlkocher hatte nicht NUR sein eigenes Interesse im Sinn. Seine Situation und sein Umfeld haben die Sinne für eine substanzielle Kritik geschärft. Daß man eine "Gerechte Welt" anstrebt, die zufällig im eigenen Interesse steht ist wohl menschlich und trifft auch auf mich zu. Weder die Quandts noch die Albrechts oder Oetkers würden sich wünschen in "meiner Idealordnung" zu leben (obwohl es auch nicht allzu schlimm für die wäre, aber eben auch nicht mehr-höher-weiter, für Deutsche-Bank-Aktionäre sähe das wohl anders aus).

Marktwirtschaftslehren und Hayek haben deswegen noch lange nicht überall unrecht. Die Frage die man sich stellen muß, wieso man dort wo kein Markt ist, so tut als würde es ihn geben (Bsp: Krauss-Maffai verkauft der BRD einen Leo).

Nochmal: Dritter Weg! Das mußte ich erst lernen.

Und auf keinen Fall sollte man vergessen zu erwähnen, daß die ggf sozialdemokratischen Stahlkocher beider Seiten sich 1914-1918 gegenseitig im brutalen Kampf gegeüberstanden.

Sie kennen meine Ansicht, wonach die persönliche Vitalisierung der Männer der Schlüsselpunkt auch für eine kollektive Entwicklung ist. Und die Frankfurter Schule ist die Theorie der Entmännlichung. Die Primitiv-Umsetzung der Genderisten führt also zu Auflösung. Das soll sie bezwecken. Das ist das heutige Links. Mit Verlaub: Auch die Sozialdemokraten der Vergangenheit waren durchsetzt mit Apologeten der Auflösung! Von Anfang an. Und Sozis haben niemals an den Ursachen der sozialen verwerfung gerüttelt. Das haben andere. Später.
Monika
23. Juni 2016 09:07
The Runway of Men:

Und schon steckt man ganz nebenbei in den Geschlechterrollendebatten. Denn die Männermodewoche leidet nicht nur unter der schwachen Konjunktur. Sondern auch unter der viel grundsätzlicheren Frage: Was ist eigentlich der Mann? Klingt lustig, ist aber ernster als gedacht. Denn Alessandro Michele ruft seit anderthalb Jahren bei Gucci auch deshalb so viel Aufruhr hervor, weil seine Männer wie Mädchen aussehen, weil er also mit seinen Rollenbildern die genderpolitische Debatte weitertreibt. Die biologische Herkunft des Menschen wird inzwischen nicht mehr nur wegdiskutiert, sondern auch wegentworfen. Bei der Gucci-Schau am Montag sehen die Jungs mit ihren bestickten Hemdchen, den großen Brillen, der fragilen Art, so schwach aus, wie man nicht einmal mehr die Frauen kennt. Das schlägt auch auf andere Marken durch. So sind bei Ferragamo und Pal Zileri zarte Gestalten zu sehen, die sich erst auf den zweiten Blick als männliche Wesen zu erkennen geben. Da ist es nur logisch, dass Männer und Frauen immer öfter gemeinsam über den Laufsteg gehen.

in:
http://www.faz.net/aktuell/stil/mode-design/weibliche-trends-bei-maennermode-14302423.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
Spacemaster
23. Juni 2016 10:09
Kurze Anmerkung zu diesen Männlichkeitsdiskussionen, die ich einmal einbringen muss: Weniger problematisch ist, dass den Männern in unseren Gesellschaften in Vergleich mit anderen Völkern etwas an Muskelmasse fehlt, sondern dass ihnen an Hirnmasse fehlt, nämlich jene, die zu einem unabhängigen Denken und Wahrnehmen der Wirklichkeit befähigt.
Die heutige Männer sind vor allem und zuerst darin feminisiert, dass sie weibische Nachplapperer sind. Den Mann machen sicher nicht zuerst Muskeln und Dominanzgehabe aus, sondern dass er imstande ist, sich ein unabhängiges, eigenständiges Urteil über die realen Verhältnisse zu bilden, und nicht jeder billigen Manipulation und Propaganda folgt oder sich unreflektiert vorgegebenen Normen unterwirft (auch nicht "Männlichkeitsnormen"). Daran mangelt es heute, ohne Denk- und Urteilsfähigkeit nützen auch die Eier nichts. Zuerst müsste als Grundlage den jungen Männern wieder selbständiges Urteilen und Wahrnehmen der Wirklichkeit beigebracht werden, was früher als erste Kardinaltugend galt, die Klugheit "die Fähigkeit, die Wirklichkeiten, die unser Tun umstehen, sachlich zu sehen und sie, je nach Art und Gewicht, maßgebend werden zu lassen für die Tat."
Exmeyer
23. Juni 2016 11:14
Der Unterschied zwischen Mann und Frau, der nicht rein äußerlich ist? Der deutlich verschobene Hormon-Cocktail. Und wie wird dieser noch deutlicher in Richtung Männlichkeit verschoben? Muskeltraining.

Waschlappen denken anders. Also in Kurzform: Ohne Eier keine Entscheidungskraft.
Exmeyer
23. Juni 2016 11:23
@ Arminius Arndt:

Der Hauptunterschied in den "Gendern" liegt darin, daß eine Frau eine Frau ist und ein Mann erst einer werden muß. Deswegen gibt es auch 50% Frauen und nur 20% Männer. Und Herren? Echte?
Bran
23. Juni 2016 11:37
Meyer: Alles geklärt. Völlige Zustimmung wie so oft.

Spacemaster: Das eigenständige Urteil können sich Männer aber nur erlangen, wenn sie überhaupt Eier haben. Ich vertrete die Ansicht, dass die meisten Männer (nicht alle, ich kenne auch einige recht zurückhaltende Intellektuelle im klassischen Sinne, die rein über den Kopf zu bösen Schlussfolgerungen kamen) für die Fähigkeit zum eigenen Urteil mindestens einmal im Leben das Erlebnis des Kampfes brauchen. Dies, ob von Sieg oder Niederlage geprägt, gibt einem erst das Rüstzeug zum "Ego non", weil es einem vor Auge führt, dass man fähig ist einzustecken und zu überleben. Andere Meinungen werden dadurch auf einmal weniger wichtig. Wenn mich der Kampf nicht niederstrecken konnte, kann es eine Meinung noch weniger.
Petrus Urinus Minor
23. Juni 2016 13:14
Vielen Dank an Exmeyer und Bran für diese Klarstellung.
Ich möchte mich an dieser Stelle auch noch bei Exmeyer für seine höfliche Antwort auf meine Kritik in einem früheren Beitrag bedanken.

Ich gebe ganz offen zu, mich stößt die Härtesprache ab. Wahrscheinlich bin ich selbst kein besonders harter Mann. Härte und Kampf hebe ich mir für den Gerichtssaal auf, dort durchaus bis an die exakte Grenze des Standesrechtes, wenn es sein muss. Im Privaten - und damit meine ich auch das anzustrebende politische Ideal im Alltagsleben einer zukünftigen Gemeinschaft - eher nicht. Und damit bin ich auch recht zufrieden.

Ich gebe zu, ich stehe in der wirtschaftlichen Vorstellung inzwischen weit -orthodox- links. Ebenfalls in Teilen der Analyse. Für mich ist die menschliche Anlage zur Brutalität zwar unüberwindlich, aber einzuhegen. Vielleicht stieß mich Härtesprache und burgeoiser Opportunismus zu sehr ab - da wurde ich wieder "links".

Aber wie auch immer - einige Dinge sind für mich absolut nicht verhandelbar: 1. Das Überleben des deutschen Volkes in seiner traditionellen Gestalt. 2. Das Überleben der europäischen Völker. 3. Das Überleben der Idee der sozialen Gemeinschaft. 4. Das Überleben der Idee der Volksherrschaft. In dieser gestuften Reihenfolge.
Andreas Walter
23. Juni 2016 18:43
Wen man (oder wer sich selbst) nicht ernähren kann muss man sich eben vom Hals halten, und wen man sich nicht vom Hals halten kann, den muss man eben ..... , oder zwingen, helfen, sich zu ernähren zu lernen.

Das ist heute nicht anders wie früher, nur eben jetzt auf globaler Ebene. Europa hatte schon einmal so eine Phase, doch damals gab es noch den amerikanischen Kontinent als gelobtes Land, beziehungsweise die SU.

Die Lebensraumfrage, diesmal global, steht also wieder mal wie auch noch andere Elefanten im Raum, die bis heute ja die meisten nicht verstehen. Dank Desinformation.

Rumge-eier also, egal ob mit Grossen, Kleinen oder Keinen.

Meine Frage daher: Darf man Menschen zu wenigstens ein bisschen Glück zwingen? Notfalls auch mit Gewalt? Die Alternative habe ich ja bereits angedeutet. Das ist der bewusste, der organisierte Weg.

Der Andere heisst: Möge der Bessere(?) gewinnen, zum Wohl auch der Frauen und der Evolution.

https://www.youtube.com/watch?v=WHwtFvB_oEw
Johannisthaler
23. Juni 2016 19:33
@Spacemaster
Worauf Sie hinweisen, stört mich auch schon seit langem. Die Schwäche der Urteilskraft - auch bei höher Gebildeten - ist unglaublich.
Es gibt Leute, die nicht in der Lage sind, Meinungen von Fakten zu unterscheiden. Und Manchen ist anzumerken, daß sie es gar nicht wollen.

Ich bezweifle jedoch, daß Nachplappern ursprünglich weibisch ist, auch wenn der Typus des fleißigen, braven Schulmädchens es nahelegt. Ursächlich ist Konformitätsdruck in der Hackordnung und Anpassen zum Erlangen persönlicher Vorteile. Gerade die in einigen Beiträgen genannte Ritterlichkeit hat hier einen bedenklichen Aspekt: wegen der Treue.
Spacemaster
23. Juni 2016 22:08
@ Bran: stimme zu, das ist mit zu berücksichtigen. Es braucht auch den Mut zum eigenständigen Vernunftgebrauch und Urteilen. Das ist wohl ohne die beschriebene Erfahrung und Haltung des Kampfes nicht zu haben.

Ohne die Aufklärungsideologie zu verteidigen, aber hier hat Kant gut diagnostiziert:
„Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein.... Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben.“
Ostelbischer Junker
23. Juni 2016 22:16
@ Johannisthaler

Schauen sie nur Last Samurai an: der Film zeigt meiner Meinung nach was Treue ist: dem Herren wenn nötig den Gehorsam verweigern, eben weil ich treu zu ihm bin. Wahre treue gibt es nur mit offenem Herzen. Wir stehen ja auch treu zu Deutschland egal, ob die Herrscher uns dafür in den Dreck ziehen. Ein KonformiSt kann niemals ernsthaft treu sein weil er die Gefahr nicht mehr offen benennt.
Bran
23. Juni 2016 23:08
Petrus Urinus Minor: Sie sind die Ausnahme die ich erwähnte. Der Intellektuelle, der alleine über Denkprozesse zu Schlussfolgerungen gelangt, die manchmal auch unbequem sind. Meiner Erfahrung nach ist aber der grösste Teil der Männer der anderen Seite zuzuordnen, die eine direkte Aktion als Lektion braucht.
Mir ist der linke Lederjackenträger, der eine Tränengaspetarde aufhebt und zurückschleudert, während er in der ersten Linie der Auseinandersetzung steht, näher als der Rechte, der lange referiert und sich immer hinter intellektuellen Rückzugslinien zurückzieht. Rein Temperamentmässig.
Sie sind die sokratische Männlichkeit, die in die Tiefe geht. Ich kenne viele solche Leute und von denen erwarte ich keinen Kampf und keine Robustheit, sondern Wirkungskraft und Ideen. Es liegt nicht in ihren Veranlagungen und das ist auch gut so und richtig. Männlichkeit und Weiblichkeit sind breite Felder.
Ich mag einfach die plaudernden Relativierer und "jetzt-mal-zurück-auf-den-Boden-Realos" nicht, die nicht vernünftig sind im Sinne von vermittelnd, sondern nur von abwiegelnd und alles ständig behindernd.
Dennoch: Die meisten Männer brauchen kampf. Liegt in den Genen und Hormonen. Ohne Kampf gibt es selten Männlichkeit. Und der Kampf muss direkt, konfrontativ und entschlossen sein. Der Durchschnittsmann (wozu Sie nicht zählen) muss offensiv sein. Wenn das nicht gegeben ist, dann ist Ende Gelände. 3000 Jahre dokumentierte Menschheitsgeschichte lehrt einem das. Wenn das nicht langsam in die Hirne sickert, dann sollten wir langsam mal das Bekenntnis zum Islam oder zum Weltbürgertum einüben.
Nur wer das Leben als Kampf begreift, hat das Leben begriffen.
Der zweckmäßige Meyer
23. Juni 2016 23:13
@Bran

Das dürfte Ihnen gefallen:

http://takimag.com/article/never_trust_anyone_who_hasnt_been_punched_in_the_face#axzz4CRGUyvAj
Petrus Urinus Minor
24. Juni 2016 01:31
@Bran
Überschätzen Sie meine Vergeistigtheit nicht. Ich habe selbst saftige Schläge ausgeteilt und kassiert, als ich als Teilnehmer an einem Occupy Camp mitbekam, wie ein irakischer Kommunist (ca. 50, in der Sovieetunion ausgebildet) von der antifa vermöbelt wurde. Wer gegen Banken demonstriert ist Antisemit, ganz klar, muss man wissen. Die Occuptanten selbst im Camp waren eher eine friedliche Hippie Kommune, die vollkommen entsetzt waren, warum sie selbst auf einmal als Nazis bezeichnet wurden. Ich wiederhole: Das Occupy Camp wurde von der antifa überfallen.
Im Übrigen habe ich eine durchaus rechte Biographie. War ziemlich (klassisch) rechts. Ich mag nur die rechte Grundstimmung, wie ich sie zum Teil wahrnehme, nicht. In der Sache selbst bin ich wohl radikaler als die meisten hier.
Der zweckmäßige Meyer
24. Juni 2016 01:45
@ Andreas Walter

,,Meine Frage daher: Darf man Menschen zu wenigstens ein bisschen Glück zwingen? Notfalls auch mit Gewalt? Die Alternative habe ich ja bereits angedeutet. Das ist der bewusste, der organisierte Weg."

Diese Frage haben sich auch schon andere gestellt und z.B. hier


https://www.youtube.com/watch?v=9PWbSsVYeFo

beantwortet.
Exmeyer
24. Juni 2016 12:48
@ Petrus Urinus Minor:

Die Härte der Sprache stammt wohl aus der Radikaliät des Gedankens. Zum Glück besitzen wir zwei funktionsfähige Hirnhälften. Scharfe Gedanken hart ausprechen habe ich nicht nur, wie Sie, in der Jurisprudenz gelernt, sondern auch beim Kommis. Aber ich würde mich nicht als hart im Umgang mit mir sympathischen Menschen bezeichnen, eher als leger.
Martin Lichtmesz
26. Juni 2016 12:07
Badeschluß!

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