02. Juli 2016

Wolfgang Gedeon und Martin Hohmann

von Erik Lehnert / 61 Kommentare

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

Bei einem flüchtigen Blick auf den „Fall Gedeon“ muß der Eindruck entstehen, daß die Antisemitismuskeule wie eh und je ihre Wirkung tut. Wir sehen einen unbescholtenen Mann, der vor einigen Jahren seine Arztpraxis geschlossen und anschließend zwei kulturkritische Bücher geschrieben hat.



Mittlerweile sitzt Wolfgang Gedeon für die AfD als Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg und seine Publikationen sind zum Problem geworden.

Die Bücher haben deutliche Titel (z.B. Der grüne Kommunismus und die Diktatur der Minderheiten, 2012), sind umfangreich und dürften bislang kaum jemanden interessiert haben. Auf das erste, dreibändige Werk, Christlich-europäische Leitkultur (2009), gab es gar keine Reaktionen, über das zweite äußerte sich zumindest die Junge Freiheit im Erscheinungsjahr positiv, hat sich aber mittlerweile von der eigenen Annotation distanziert: „Wir müssen mit Bedauern einräumen… haben deshalb die Rezension aus dem Archiv genommen.“

Genau dieser Mechanismus könnte zu der Einsicht verführen, daß die Antisemitismuskeule sogar besser funktioniert als jemals zuvor. Das würde insbesondere dann eindeutig sein, wenn wir den Fall Gedeon mit dem Fall Hohmann vergleichen. Damals gab es von derselben Zeitung, die sich heute von Gedeon distanziert, einen entrüsteten Sturmlauf gegen das Establishment, um Hohmann zu rehabilitieren.

Zur Erinnerung: Der damalige CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann hatte bei einer Rede zum Tag der Deutschen Einheit 2003 über die Frage räsoniert, ob, wenn man die Deutschen ein Tätervolk nennt, nicht auch die Juden als solches bezeichnet werden müßten, da diese überproportional an den kommunistischen Verbrechen beteiligt gewesen seien.

Auch wenn er die Frage verneinte und den Begriff Tätervolk als unbrauchbar zurückwies, folgte der „soziale Tod“. Hohmann wurde der „Griff in die allerunterste Kiste des widerlichen Antisemitismus“ (Paul Spiegel) vorgeworfen und seine politische Karriere war beendet. Aber: Obwohl Hohmann sich positiv auf problematische Äußerungen Henry Fords über Juden bezog, fand er im gesamten nationalen Lager Rückhalt.

Obwohl es also so aussieht als seien die Mechanismen dieselben wie damals, hat sich doch fast alles verändert. Nicht nur, daß die Junge Freiheit mit in der Front der Antisemitenriecher steht, sie steht dort auch ziemlich allein. Im Grunde interessiert der ganze Fall Gedeon vorwiegend die AfD und sonst eigentlich niemanden. Jedenfalls ist der mediale Druck, verglichen mit dem Fall Hohmann, absolut lächerlich und kommt vor allem von den eigenen Parteigenossen. Gedeon soll aus Fraktion und Partei ausgeschlossen werden.

Marc Jongen, stellvertretender Sprecher der AfD Baden-Württemberg, stellt kategorisch fest: „Es steht mit dem Fall Gedeon nicht weniger auf dem Spiel als die Glaubwürdigkeit der AfD als bürgerliche Alternative zu den austauschbar gewordenen Deutschland immer mehr zum Unheil gereichenden Altparteien.“ Er ist sich auch nicht zu schade, Gedeon in eine Reihe mit den Antisemiten Theodor Fritsch und Alfred Rosenberg zu stellen.

Bei Hohmann klang das noch ganz anders, man forderte „kritische Solidarität“ und eine zweite Chance für Hohmann. Nicht zuletzt, so der Initiator der Pro-Hohmann-Kampagne, Fritz Schenk, weil man fürchtete, „daß sich durch die derzeitige Antisemitismus-Hysterie eine allgemeine anpasserische, bei vielen sogar verlogene, Haltung herausbildet“.

Was hat sich verändert? Ist die Antisemitismuskeule zum Selbstläufer geworden, so daß sich der politische Gegner gar nicht mehr die Hände schmutzig machen muß, weil die Parteifreunde das Geschäft von ganz allein besorgen? Ganz offensichtlich ist das zumindest das Kalkül des politischen Gegners, der vermutlich hofft, von dem schwelenden Problem Gedeon zu profitieren und deshalb nichts unternimmt, den Druck entsprechend zu erhöhen. Die AfD-Spitzen reagieren wie die damaligen CDU-Spitzen: Bloß keine Angriffsfläche bieten.

Es gibt jedoch auch Entwicklungen, die das metapolitische Hantieren mit der Antisemitismuskeule für die üblichen Ankläger deutlich schwieriger gemacht hat. In der deutschen Mehrheitsbevölkerung spielt das Thema laut Umfragen kaum noch eine Rolle, wohingegen der dramatisch wachsende muslimische Bevölkerungsanteil durchaus etwas gegen Juden hat. Da dieser Bevölkerungsanteil mittlerweile auch medial bestens vernetzt ist, verfehlen etwa Äußerungen des Zentralrats der Juden, die 2003 noch ausschlaggebend waren, ihre Wirkung.

Obwohl sich der Zentralrat der Juden und sogar der israelische Botschafter zum Fall Gedeon äußerten, blieb der große Sturm aus. Die Islamisierung Deutschlands zeigt sich auch an dieser Front.

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

Kommentare (61)

Albert
02. Juli 2016 11:58
Auffällig ist schon, daß Dieter Stein den Fall "Gedeon" richtig pusht. Bisher hat er bestimmt 5 Kommentare dazu verfasst. Auffällig ist auch, daß die Mainstream-Presse, für die der Fall "Gedeon" eigentlich ein gefundenes Fressen wäre, das Thema gänzlich ignoriert.

Lehnerts Begründung für diese Diskrepanz klingt logisch... Hmm, ich weiss nicht.
cherusker69
02. Juli 2016 12:12
Ich habe ja schon mal geschrieben das ich kein Experte in diesen Fragen bin. Man muss aber fragen ob es in dieser Frage überhaupt einen sog. Experten gibt der neutral sein kann?

Ja die Antisemitismuskeule funktioniert natürlich noch, nicht mehr so sehr wie früher aber sie wird natürlich Medial benützt und kann einer Partei sehr gefährlich werden, ja sie kann bis zum politischen Tod führen. Es gibt aber nach meiner Ansicht immer mehr Menschen die sagen,.... heute ist ja jeder Antisemit der was gegen Juden sagt...auf dieses Spiel sollten wir uns aber nicht einlassen. Dieses Thema ist sowas von unnötig und unwichtig und lenkt völlig von unseren heutigen Problemen ab. Nun haben wir aber dieses Problem auf dem Tisch...
Ich weis mir selber keinen Rat wie man damit umgehen soll.
Die islamisierung Deutschlands und Europas ist für mich das drängendste Problem. Ich sehe Juden mehr als Verbündete gegen diese Islamisierung und die Erfahrung zeigt das Juden eine große Angst davor haben und völlig zurecht
Johannisthaler
02. Juli 2016 13:24
Das Ausbleiben des großen Sturms halte ich nicht für eine Wirkung der Islamisierung. Die Medien können mit Antisemitismus-Debatten weder Leser noch Hörer gewinnen. Ich bin keinem politisch interessierten Menschen begegnet, dem dieses Thema am Herzen lag. Und die Erinnerung an die Goldhagen-Debatte ruft nur innerliches Abwinken hervor. Diese Leute, die da meinten, sich öffentlich distanzieren, positionieren oder auch was dazu gesagt haben zu müssen - nein danke, nicht noch einmal.

Außerdem eignet sich eine Person, die früher ähnliche linke Positionen wie Kretschmann, Trittin und Konsorten vertrat, nicht gut zum politischen Ausschlachten.
maria
02. Juli 2016 13:37
...ganz ehrlich: Mir bleibt das Gefühl, dass immer noch ganz still und leise auf eine Absolution der Systempresse gewartet wird. All diese aufgeregten Positionierungen, Distanzierungen, Erklärungen und Beschreibungen - wozu?
Es hat irgend jemand irgendwas gesagt, nicht einmal ein wichtiger Kopf. Und nun wird das auch noch von JF und SiN augebrüht, der olle Kaffee. Das Aufbauschen ist also auch selbstverschuldet.

Wie wär's denn mal abwechslungsweise damit über kluge Äußerungen von klugen Köpfen zu berichten? Würde mich schon mehr interessieren, da ich damit dann auch was anfangen kann.
Und die Antisemitismuskeule: Niemand kann verhindern, dass diese geschwungen wird, selbst die wohlfeilste Argumentation nicht. Auch keine pro-jüdische oder pro-zionistische Haltung! Die Keule ist zum Diffamieren da, die wird weitergeschwungen, völlig egal was passiert. Da kann man auch sonstwohin kriechen, das macht keinen Unterschied.
Die Frage ist also: Wenn wir wissen, dass wir es nicht verhindern können diffamiert zu werden - wie gehen wir dann damit um?

Ich empfehle sich drüber lustig zu machen. Quatsch wird ja auch nicht besser, wenn man ihn ernstnimmt...oder?
Gustav Grambauer
02. Juli 2016 13:48
Ich versteh`s nicht so ganz.

Ein neues Spiel hier? "Good uncle (Kubitschek) - bad uncle (Lehnert)"?

Ein Leser-Test?

"Laßt bei SiN tausend Blumen blühen"?

Wird die Freischaltung der Kommentare in das Experiment einbezogen sein? (Die Kommentare bei Kubitschek lasen sich in ihrer Einseitigkeit wie einst die "Grußadressen der Werktätigen".)

Wie wird in der zweiten Runde erst der Kommentar von Albert lauten, der in der ersten geschrieben hatte: "Bei einigen Kommentaren hier stellt es mir die Haare zu Berge. Als überzeugter Christ kann ich nur meine Solidarität mit Volk und Staat Israel bekunden. Alles andere wäre unredlich und schäbig."

Fragen über Fragen ...

- G. G.
Arminius Arndt
02. Juli 2016 14:16
Ich bin der Auffassung, dass man den "Fall" Hohmann nicht mit dem "Fall" Gedeon vergleichen kann, da Hohmann ziemlich bewusst aus dem Zusammenhang gerissen zitiert wurde und damit dann durch außerparteiliche und innerparteiliche Kräfte fertig gemacht wurde.

Wie alle wissen dürften, war wohl einer der Ursachen für Hohmanns Rede die Rezeption des Werkes "Jüdischer Bolschewismus" von Johannes Rogalla von Biberstein (durchaus lesenswert und meines Erachtens nach nicht antisemitisch oder gar auch nur dessen verdächtig, da ohne rassische Wertungen rein historische Fakten behandelt werden).

Hohmann kam bereits in seiner inkriminierten Rede zum Ergebnis, dass der Begriff "Tätervolk" ein untauglicher und unzulässiger Begriff ist - nur wollte das aus politischen Gründen keiner mehr zur Kenntnis nehmen, denn sonst wäre der Sturm der Entrüstung nur zum Sturm im Wasserglas geworden.

Gedeon hingegen wurde nirgends - zumindest von AfD Seite - bewusst falsch interpretiert oder aus dem Zusammenhang gerissen zitiert und dann medial und innerparteilich fertig gemacht.

Dies ist ja eigentlich auch klar aus dem obigen Artikel entnehmbar.

Um es kurz zu machen - es ist ja schon alles dazu geschrieben worden - kann ein Mensch, der den Protokollen der Weisen von Zion nach wie vor eine überwiegende Wahrscheinlichkeit der Echtheit unterstellt, sich nicht mit Hohmann vergleichen. Denn Hohmann wurde das Wort im Munde herum gedreht, er wurde bewusst verkürzt zitiert, nicht aber Gedeon.

Ein Abgeordneter, der die genannten "Protokolle" für mit hoher Wahrscheinlichkeit echt hält und damit sich gegen gefühlte 99% der Historiker stellt (sicher auch gegen kritische Historiker - mich würde einmal die Meinung dazu von bspw. Herrn Scheil interessieren) und mithin auch eines der aktuellen Kampfmittel der Islamisten für wahrscheinlich echt erklärt, kann sich nicht mit einem Herrn Hohmann, der bewusst und in perfider Weise verkürzt dargestellt wurde, vergleichen lassen. Außerdem unterläuft Gedeon zusätzlich die islamkritische Linie der Partei.

Ich schreibe es zum x-ten mal: Wenn Gedeon einen Funken Einsicht hätte, würde er freiwillig zumindest die Fraktion der AfD in BaWü verlassen (und konsequenterweise auch die Partei verlassen, da diese Partei erkennbar anders aufgestellt ist).

Im leider mittlerweile alten Streit der Lager der Sezession und der jungen Freiheit ist dieser Fall daher auch untauglich, sich jetzt gegenseitig wie auch immer vorzuführen oder sich zweierlei Maß vorzuwerfen. Es wird Zeit, dass hier endlich einmal das Kriegsbeil begraben wird oder zumindest eine Art von Burgfrieden oder einfach friedliche Koexistenz praktiziert wird. Mich als Leser und Abonnent der Zeitschrift Sezession interessiert diese Auseinandersetzung nicht, wenn ich einmal meine natürlich unmaßgebliche Meinung dazu öffentlich mitteilen darf.

kommentar kubitschek:
Sie kriegen halt nicht alles mit. Sie könnten aber mitkriegen, daß stein den fall gedeon zur nagelprobe ausruft und ständig darauf hinweist, daß von Seiten compact, sezession und (sogar) einprozent darüber nichts zu hören sei. das ist eine aufforderung, sich gleich ihm zu distanzieren. aber: gut ding will weile haben, daher der briefwechsel mit jongen, die entschleunigung und einordnung, und zwar NICHT aufgrund des drucks, den die jf aufbaut, sondern um zu zeigen, daß es auch anders geht. dreimal dürfen Sie raten, wer nun in seinen netzwerken NCHT auf diesen briefwechsel hinweist.
KW
02. Juli 2016 14:33
Das Ereignis liegt immer weiter zurück, und doch steigt mit dem Abstand der Eifer. Ich habe die DDR seinerzeit wegen dieses allmächtigen Themas in den Schulbüchern und Romanen verlassen und muß erkennen, daß es zur Hintertür hier in der BRD eintritt. Allmächtig, allumfassen medial sorgfältig aufbereitet. Meine Nachkommen sind nun die 5. Generation und werden schulisch damit immer noch belästigt. Ich finde es schlimm. Ich schrieb es gestern, wurde aber zensiert, daß antisemitistisch nicht das richtige Wort ist.
Heinrich L.
02. Juli 2016 14:34
Ich glaube der Fall Gedeon ist wegen zwei Dingen interessant:

1. Er zeigt wie schwach die AfD noch metapolitisch aufgestellt ist.
Es gibt immer noch keine Gegenöffentlichkeit auf die sich die AfD verlassen kann und die nüchtern und sachlich über die AfD berichtet.
Stattdessen kommen direkt Anfeindungen aus dem eigenen Lager wie der Jungen Freiheit oder pi-news.
Die ganze überstürtze Aktion von Meuthen lag daran, dass er Angst vor dem Mainstream hat und über die Lügenpresse potentielle Wähler gewinnen möchte.
Dementsprechend ist es ihm auch wichtig wie die Lügenpresse über die AfD berichtet.
Mit so einer Haltung wird die AfD aber niemals die Ziele erreichen die notwendig sind.

2. Soll die AfD die Vergangenheit thematisieren oder nicht?
Es ist nunmal eine Tatsache das uns nach dem zweiten Weltkrieg ein einseitiges Geschichtsbild aufgezwungen wurde.
Eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit scheint mir auch das eigentliche Anliegen von Gedeon gewesen zu sein.
Ist die AfD dazu in der Lage? Oder bewegt sie sich nur in dem von den Besatzern erlaubten Rahmen?
tOm~!
02. Juli 2016 15:30
Ich bin der Auffassung, dass man den „Fall“ Hohmann nicht mit dem „Fall“ Gedeon vergleichen kann, da Hohmann ziemlich bewusst aus dem Zusammenhang gerissen zitiert wurde und damit dann durch außerparteiliche und innerparteiliche Kräfte fertig gemacht wurde.


Ihre Auffassung ist leider falsch, weil Sie sich offensichtlich nicht weiter über dieses Thema informiert haben. Zum Auslöser für die Causa Gedeon wurden unter anderem solche Berichte:

„Der Judenhass ist im Stuttgarter Landtag angekommen“

Ein AfD-Abgeordneter im Stuttgarter Landtag bezeichnet Neonazis und Holocaust-Leugner als „Dissidenten“. In der jüdischen Gemeinde sorgt der Vorgang für Entsetzen. Fraktionschef Meuthen will die Vorwürfe prüfen.

Berlin Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, hat sich besorgt gezeigt über rechte Umtriebe in der Alternative für Deutschland (AfD). Sie nahm dabei Bezug auf den Stuttgarter AfD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon.

Systemrelevante Gefahr für unser Land“

Dieter Graumann, ehemaliger Präsident des Zentralrates der Juden, kritisierte die Aussagen Gedeons scharf: „Da gibt es nichts zu deuteln oder zu interpretieren: Das ist Antisemitismus pur! Der Judenhass ist also mitten im Stuttgarter Landtag angekommen. Wie traurig“, sagte Graumann der Zeitung.


http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/empoerung-ueber-afd-abgeordneten-der-judenhass-ist-im-stuttgarter-landtag-angekommen/13680386.html
Morbrecht
02. Juli 2016 15:53
Strategisch denkende Kräfte erkennen, von welcher Seite Europa bedroht wird, schaffen Bündnisse, die dabei helfen das eigene Lager dagegen zu stärken und vermeiden gleichzeitig unnötige Konflikte.
Nikephoros Phokas
02. Juli 2016 16:03
@ KW


Ich habe die DDR seinerzeit wegen dieses allmächtigen Themas in den Schulbüchern und Romanen verlassen und muß erkennen, daß es zur Hintertür hier in der BRD eintritt.



Vielleicht hätten Sie sich vor Ihrer Ausreise/Republikflucht gründlicher informieren sollen, denn das Thema tritt keineswegs "durch die Hintertür" ein. Der Fall Hohmann eignet sich mitnichten dazu, um an seiner Hand eine Einschränkung der geistigen Freiheit zu dokumentieren. Eine Rede wie diejenige Hohmanns vom 13. Jahrestag der Einheit wäre auch zwanzig, dreißig oder vierzig Jahre früher nicht ohne Konsequenzen geblieben, vorausgesetzt, sie hätte die mediale Öffentlichkeit erreicht. Günter Maschke hatte schon Recht, als er seiner Verwunderung darüber Ausdruck verlieh, daß ausgerechnet ein "Gesetzgeber" nicht verstanden hatte, wie der Staat, dem er diente, funktioniert. Dabei wäre vermutlich selbst er ungeschoren davongekommen, hätte er nicht die Torheit begangen, das Typoskript seiner Rede im Internet zugänglich zu machen (oder machen zu lassen). Als Politiker hatte Hohmann im Rahmen seiner Möglichkeiten hier und da erfolgreich gegen den Stachel zu löcken vermocht. Daß ein im Geistigen ungeübter Mann wie er sich ohne Not auf ideologisch vermintes Gelände begab und obendrein noch einen der besten Militärs in seinen eigenen Untergang hineinriß, macht es nicht gerade einfach, mehr als Bedauern für ihn zu erübrigen.

Ein Letztes noch: Verglichen mit dem zionistischen Narrativ, das hierzulande (in der erweiterten BRD) unter Ausschluß aller anderen die Haltung zur NS-Vergangenheit bestimmt, war das orthodox-marxistische, wie es z.B. in der DDR propagiert wurde, wenigstens insofern das geringere Übel, als es in ihm nicht den Begriff des "Tätervolks" und, umgekehrt, keinen ethnisch begründeten Opferkult geben konnte. Ein amerikanischer Intellektueller aus dem Dunstkreis der ALTRIGHT hat es wie folgt auf den Punkt gebracht:

East Germany claimed that the German people (along with the Russians and allies) were collectively ‚victims of fascism‘. They believed the Jewish view of exceptionalism was a form of Zionism, thus they refused to erect ‚Caust memorials
What they did was erect, ‚victims of fascism‘, ‚fighters against fascism‘ memorials. This is distinguishable. It basically neutralized Jewish political consciousness, which is why Wiesenthal declared the DDR to be an “anti-Semitic“ country.
There was no cult of Jewish victimhood in East Germany – in fact, such sentiment was considered subversive.
Der Gutmensch
02. Juli 2016 16:04
@Gustav Grambauer

Na - das ist das Highlander-Spiel der großartigen Überzeugungen: Es kann nur eine geben! Feind oder Freund! Frag unseren Pawka, Genosse!

Ich bin zu jung, um mich zu interessieren und zu alt, mich zu echauffieren und steh erst wieder vom Sofa auf, wenn die schlimmsten Unfugschwätzer pensioniert werden.


d. G.
Stefanie
02. Juli 2016 16:19
Gibt es eigentlich irgendwo eine allgemein anerkannte Definition des Begriffs "Antisemitismus"? In dem besprochenen Fall soll wohl irgendeine wissenschaftlich Kommission darüber ein Urteil fällen. Doch welche Autorität hat diese Komission? Könnte ein "jüdischer Kronzeuge" in diesem Fall Gedeon irgendwie weiterhelfen? Wie soll man eine gut- oder weniger gutgemeinte Kritik von einer feindseligen Haltung den Juden gegenüber abgrenzen? Am besten trifft noch Broders Definition " dass man den Juden etwas vorwirft, was man bei anderen nicht kritisieren würde" - immer noch schwammig, aber es enthält die These der Gleichbehandlung, dass man "dem Juden" nicht per se böse Absicht zur "Zersetzung des Wirtsvolkes" oder ähnliches unterstellt, wo man Angehörigen andere Völker bescheinigt es wäre legitim "man würde es genauso machen." Beim Antizionismus liegt die Erklärung näher, dass wer sich gegen einen jüdischen Nationalstaat ausspricht, von keinerlei Nationalstaat viel hält.
Doch es bleibt immer noch die Frage: Wer soll das entscheiden? Wie soll ein Jude in diesem Falle ein objektives Urteil fällen, wo er doch selbst betroffen ist, sich angegriffen fühlt? Man könnte es ihm auch tatsächlich nicht verübeln sehr empfindliche Antennen zu haben, geradezu übersensibel zu sein, denn die Erfahrung lehrt zur Vorsicht. Auch muss er ein Interesse daran haben, die "Antisemitismuskeule" schlagkräftig zu halten, nicht zu einem bloßen Stöckchen verkommen zu lassen, über das jeder Depp springt. Ein Fall Hohmann kann ihm eigentlich nicht recht sein - es winken immer mehr Leute ab, wenn das Thema angeschnitten wird, die Waffe verliert ihre Spitze, die Funktionäre merken es nur nicht, ein Broder möglicherweise schon.
Eine ganz andere Art Frage ist das Verhältnis zu den Juden oder dem Staat Israel. Da geht es nicht um persönliche Ansichten, ob man die Juden nun bewundert, verachtet oder sie einem vollkommen egal sind - es geht um taktische und Strategische Partnerschaften, Bündnisse. Welches Verhältnis möchte man zu diesem besonderen Völkchen haben, welches zu einem Staat mit Atomsprengköpfen und einem Humankapital, dass möglicherweise noch explosivere Dinge hervorbringen kann? Man ist hier bei der Frage nach tatsächlicher Macht und der Größe des Einflusses auf die Mächtigen, der schwer zu Schätzen ist, schon wegen der enormen Spannweite, die hier Gegner und Freunde der Juden ansetzen. Wenn man die Größe diese Volkes ins Verhältnis setzt zu der Größe der Umma, ist der Einfluss auf den Lauf der Welt schon enorm. Und der Einfluß der letzteren auf die heutige Welt beruht hauptsächlich auf einigen Milliarden Tonnen fossilen Faulschlammes und dem darauf aufgebauten (Bevölkerungs-)wachstum der letzten paar Jahrzehnte. Das Öl mag ihnen ja Allah unter die Füße gelegt haben, aber die ersten 1600 Jahre, bis ganz woanders der Verbrennungsmotor entwickelt wurde, konnten sie nicht mehr damit anfangen, als im Schein der Petroleumlampe ihre Kamele zu zählen.
Arminius Arndt
02. Juli 2016 16:41
@tOm~!

Bitte meinen Beitrag ganz lesen, da steht auch "zumindest von der AfD- Seite" (auch wenn diese Formulierung sicher etwas arg pauschal war).

Im Kern haben Sie vermutlich Recht, dass der Ball von den üblichen Seiten der Medien ins Spiel gebracht wurde und nur allzu willig innerhalb der AfD aufgegriffen wurde.

Wenn ich mir aber die Rede von Hohmann noch einmal anschaue und vergleiche, was Dr. Gedeon in seiner eigenen Apologie auf seiner Webseite zum Besten gibt, dann liegen da für mich zwei völlig unterschiedliche Qualitäten vor. Wenn ich Herr Hohmann wäre, würde mir der Vergleich mit Dr. Gedeon nicht gefallen.

@Götz Kubitschek,

Sie haben ebenfalls Recht: Ich bin kein Leser der JF und werde es auch nicht mehr werden, da mich das Blatt bereits in seiner Anfangszeit nicht überzeugen konnte, als ich immer wieder mal Freiexemplare erhalten habe. Allenfalls einzelne, auch online abrufbare Artikel, wie solche von Scheil oder Weißmann habe ich bislang dort gelesen. Der werte Herr Stein darf, wenn er mittlerweile so agiert, wie von Ihnen geschildert, gerne an die Anfänge des Blattes erinnert werden, wo wohl des lieben Geldes wegen Anzeigen für alle möglichen, aus seiner heutigen Sicht sicher "unmöglichen", Publikationen, Verlage und Angebote in seinem Blatt veröffentlicht wurden.
Morbrecht
02. Juli 2016 16:41
Hier werden zum Teil völlig realitätsferne Chimären konstruiert. Die realen israelnahen Netzwerke haben ganz andere Probleme als die Zerstörung deutscher oder anderer nationaler Identität und werden in der mutmaßlichen Fähigkeit so etwas überhaupt zu tun auf absurde Weise überschätzt. Diese Netzwerke interessieren sich in erster Linie dafür, wie die amerikanische Regierung zu Israel steht und in zweiter Linie für europäische Regierungen und Themen wie Iran-Sanktionen. Über die Bewertung "rechtspopulistischer" Parteien diskutiert man und sieht sie aufgrund eigener Interessen bzgl. Islamthemen z.T. positiv, sorgt sich aber andererseits bzgl. deren möglicher Positionierung gegenüber Israel wenn sie an die Regierung kommen.
Es ist doch absurd, einerseits von einer beinahe-Allmacht solcher Netzwerke auszugehen und andererseits ohne irgendeinen Bezug zu deutschen Interessen immer wieder die Themen in den Vordergrund zu stellen, die bei diesen Netzwerken in Verfolgung ihrer eigenen israelbezogenen Interessen nun einmal Unbehagen verursachen.
Nun sind diese Strukturen nicht allmächtig, aber sie haben genug Einfluss und den einen oder anderen Schaden zu erzeugen. Diejenigen, die hier unnötig Konflikte schaffen ohne damit irgendeinen Nutzen (sondern im Gegenteil nur Schaden) für Deutschland zu erzeugen, sind politische und strategische Dummköpfe, denen scheinbar nur um die Abarbeitung an den eigenen Obsessionen geht.
Siddharta
02. Juli 2016 16:47
Das Interesse am Fall Gedeon geht deshalb nur wenig über parteistrategische Überlegungen hinaus, weil die Frage nach der Echtheit der Protokolle nicht zu jenen offenen Fragen der Zeitgeschichte gehört, welche den archemedischen Punkt der heutigen deutschen Identität bilden. Aus diesem Grund könnte man - anders als im Fall Hohmann - parteiinterne personelle Konsequenzen mit einem Bekenntnis zu Rede- und Wissenschaftsfreiheit sowie mit der Forderung nach einer ersatzlosen Streichung des Paragraphen 130 verbinden.
Hartwig aus LG8
02. Juli 2016 17:12
Wie eine Partei wie die AfD (letztlich auch jede andere) mit ihren Mitgliedern verfährt, soll deren Sache sein. Strategie und Taktik - da sollte Jongen und andere wissen was sie tun, zumindest besser als ich.

Die Briten verlassen die EU. Eine noch nicht absehbare Absetzbewegung ist eingeleitet. In USA zerlegt Trump das republikanische Establishment. In Österreich hat der Wahlbetrug Konsequenzen. In Deutschland gibt es eine parlamentarische Kraft rechts der Union. Polen, Ungan, Russland, Türkei. Die ohnehin dürren tönernen Füße geben überall nach. Die schrillen Töne eines Martin Schulz sprechen Bände.
Und die deutsche Rechte diskutiert den "Fall" Gedeon und spürt die Auschwitzkeule.

Wer Zeitung liest, der weiss, dass es Deutsche gibt, die Widerstand anders auslegen. Mag sein, dass sie in einer Sackgasse stecken.
Es sind z.B. die, die in jüngst veröffentlichten Statistiken "unrühmliche" Erwähnung finden.
Ich frage, ob sie politischen Einfluss auf das Handeln der Politik haben?, und Einfluss auf Landsleute, die die Faust noch in der Tasche tragen? Und wenn Einfluss, dann zum Nachteil Deutschlands??

Ich kann die Frage selbst nicht beantworten. Bin ganz weit entfernt. Aber wenn nun schon ein Gedeon für seine Minderheitenmeinung abgetrennt wird ... dann wird es noch viele Trennungen geben müssen.

Um ein hier bei SiN schon fast geflügeltes Wort aufzugreifen: Die Rechte muss nicht immer und überall schön sein.
Solution
02. Juli 2016 17:23
Wie kommt der Stein mit seiner liberal-bürgerlichen JF dazu, sich derart massiv in die Angelegenheiten einer Partei einzumischen, der er nicht einmal angehört? Als AfD-Mitglied stehe ich aus Prinzip hinter Gedeon.

Zum Thema empfehle auch ich die grundlegenden Schriften des US-Wissenschaftlers Kevin MacDonald, die alles Wesentliche beinhalten ohne die unsäglichen zeitgeschichtlichen Debatten breit zuwalzen. Sollte man je von mir verlangen, mich von Kevin MacDonald zu distanzieren, würde ich eher die Partei verlassen.

Vielleicht kommt ja einst ein Tag, an dem man auch ein offenes, öffentliches Wort zum eigentlichen Thema sagen darf. Spätestens wohl dann, wenn der Islam an der Macht ist. Also - ein wenig Geduld noch!
Eddie Kaye
02. Juli 2016 17:38
Erwähnter Ex-CDU-Abgeordneter ließ übrigens einen KSK-Brigadegeneral beim Versuch, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, durch Veröffentlichung eines privaten Briefs über die Klinge springen, weshalb ich übrigens weder dazumal -2003- noch heute die Notwendigkeit für -Zitat- »kritische Solidarität« noch die »zweite Chance« für den hier vielleicht angesehenen, meiner Meinung aber Bösartigen erkennen mag ... übrigens Kubitscheks Antrag auf Parteimitgliedschaft mehr oder weniger brüsk zurückzuweisen - Hohmann dafür in der Partei aufzunehmen muss eine ganz besondere intellektuelle Glanzleistung darstellen; jedenfalls jenseits meines Fassungsvermögens ... nun vielleicht findet sich ja der noch der Eine oder Andere hochfeiner -als es mir möglich ist- empfindende Sezessionist ein und gibt mir, dem geistig Unterlegenem -dem zu diesen Vorgängen eigentlich nur das »Götz-Zitat« einfiele- die korrigierende, verbale Watsche - wir wissen es (noch) nicht. Weiters - Gedeon »halten« hieße übrigens nur, Anderen, allgemein angesehenen Bösartigen in die Hände zu fallen, was bedeutet auf Jene hören, deren untrainierte Schläue künftig zu erwartende Erfolge der Alternative in Gefahr bringen, ja sie damit möglicherweise sogar an den Rand der Bedeutungslosigkeit zu manövrieren.
Jacky
02. Juli 2016 17:40
@Cherusker
Die islamisierung Deutschlands und Europas ist für mich das drängendste Problem. Ich sehe Juden mehr als Verbündete gegen diese Islamisierung und die Erfahrung zeigt das Juden eine große Angst davor haben und völlig zurecht .



Mit der großen Angst, das kann so nicht stimmen. Denn erstens ist da die Erklärung von Barbara Lerner-Spektre,(Video bei YT) zum anderen die Aktivitäten von Georg Sorros und ganz akut die Wehklage von Anetta Kahane über zuviel weiss in Mitteldeutschland.

Es sei an den Schulterschluss zwischen Muslimen und Juden erinnert, nachdem Sarrazin „Deutschland schafft sich ab“ veröffentlicht hatte.
Fredy
02. Juli 2016 17:46
Gutes Schlußwort, Lehnert. Jetzt reicht's dann aber auch mit der Sache Gedeon. Ich gehe zudem davon aus, dass Gedeon zu den harmlosen Personen gehört. Er trägt im Gegensatz zu anderen wohl nur sein Herz auf der Zunge, und hält sich selbst für einen großartigen Autor.
enickmar
02. Juli 2016 18:42
Sie kriegen halt nicht alles mit. Sie könnten aber mitkriegen, daß stein den fall gedeon zur nagelprobe ausruft und ständig darauf hinweist, daß von Seiten compact, sezession und (sogar) einprozent darüber nichts zu hören sei.


Man muß sich aber nicht jeden Schuh anziehen. Auch nicht verkehrt herum.
Meiner Meinung nach ist es richtig, daß die Fälle Hohmann und Gedeon nicht gleichzusetzen sind.
Hohmann hat zu historisieren versucht. Er hat mit Hilfe gut belegter historischer Fakten bestimmte Ereignisse und Zusammenhänge zu relativieren und historisch einzuordnen versucht und dann sowohl dem Antigermanismus als eben auch dem Antisemitismus eine klare Absage erteilt.

Wer aber angesichts der Quellenlage (unter wohlwollender Berücksichtigung dissidenter Argumente) und der monströsen Thematik etwa die Protokolle als „mutmaßlich keine Fälschung“ bezeichnet und dieses dann noch in den Kontext stellt, in dem es in Gedeons Schriften eben steht, der macht etwas ganz anderes.
Hajo Blaschke
02. Juli 2016 19:39
@ Arminius Arndt Man sollte beim Verweis auf gefühlte 99% aller Historiker sehr vorsichtig sein. Auch 100% einer Fachrichtung können irren. Vor allem, wenn sie sich bewusst werden, wer sie bezahlt und wo sie stehen würden, wenn sie nicht mehr bezahlt würden. Fakt ist doch, dass eine ganze Wust an Prozessen vor Gerichten wegen der Protokolle von Zion die Behauptung, dass sie nicht gefälscht seien, nicht wiederlegen konnte. Ich glaube auch, dass die Betrachtungen bezgl. Fälschung oder Nichtfälschung völlig unbedeutend sind. Genau so wie Betrachtungen, ob ein Drehbuch gefälscht oder nicht ist, wenn der Film seit Jahrzehnten bereits im Kino läuft.
Waldgänger aus Schwaben
02. Juli 2016 20:40
Hohmann kann wirklich nicht mit Gedeon verglichen werden. Gedeon ist Antisemit. Dazu braucht man sich nicht durch sein 3x600 umfassendes opus zu quälen. Ein Blick auf seine homepage reicht:

Wer die Protokolle der Weisen von Zion nicht als Fälschung betrachte, sei Antisemit. Bei objektivem Vergleich der widerstreitenden Ansichten über diese Protokolle sieht es eher nicht nach Fälschung aus.

Darauf kann es nur eine Antwort geben:
... und tschüss

Eine neue und sehr erfolgreiche Partei zieht massenhaft Spinner, Esoteriker und verkrachte Existenzen an. Diese müssen jetzt wieder aus der Partei entfernt werden. Kubitschek spricht verschämt vom "Reinhalten des eigenen Territoriums". Der richtige Begriff wäre "Säuberungen", denn es geht vor allem um ein Entfernen.
Die AfD braucht darin nicht eine Ent- sondern eine Beschleunigung. Sie muss eine Form von Standrecht etablieren.

Leider lief es in der causa Gedeon gerade andersrum.
Der eigentliche Skandal ist, dass Gedeon im Machtkampf Meuthen / Petry als Schachfigur Verwendung fand.
Sunson
02. Juli 2016 21:02
Das vorauseilende Springen von Funktionären einer Partei, die eine Alternative sein will, über ideologische Stöckchen, die noch gar keiner hingehalten hatte, ist eine der größten Peinlichkeiten der letzten Jahrzehnte, im, an Peinlichkeiten nicht gerade armen, konservativen Milieu
Restdeutschkands.
Das also soll Opposition zu den Blockparteien darstellen?
Amtsträger die dissidente Mitglieder der eigenen Partei und Fraktionskollegen, härter bekämpfen als den politischen Gegner.
Was soll dabei herauskommen, außer ein angenehmehmes persönliches Auskommen als Parteifunktionär und maßlos überbezahler Parlamentarier?
Solche Leute, die wie Hyjänen über Abweichler in den eigenen Reihen herfallen, sind Fleisch vom Fleische der Verhältnisse, zu denen sie angeblich eine Alternative sein wollen.
Der Kampf um den Fortbestand des deutschen Volkes und der Völker Europas wird so nicht geführt, sondern verzögert und behindert.
Das muß jeder erkennen, ganz unabhängig davon, was er von den konkreten Thesen Gedeons hält. Man muß diese keineswegs teilen, um klar zu sagen: Wer so versucht politisch zu agieren, wird scheitern, weil er Grundprinzipien des Politischen, aus persönlicher Ängstlichkeit heraus, nicht beachtet, sondern sogar verrät.
"In Angst und bürgerlichem Leben,
wurde nie eine Kette gesprengt..."
Westpreuße
02. Juli 2016 21:03
Herr Lehnert,
zwei kleine Anmerkungen:
1.
Martin Hohmann lebt ja noch. Hier ein kleines Interview mit ihm.
Vielleicht freut sich ja der eine oder der andere, ihn mal wieder
"in echt" zu hören:

https://www.youtube.com/watch?v=K-Zboayt1fk
Neutraler Journalist interviewt AfD Politiker Hohmann erklärt
Kreis Fulda Kreistag: Martin Hohmann klärt auf (3:13 Min.)

2.
Nun wird es etwas schwieriger:

"Er (Marc Jongen) ist sich auch nicht zu schade, Gedeon in eine Reihe mit den Antisemiten Theodor Fritsch und Alfred Rosenberg zu stellen."
(Siehe oben...).

Ich habe einfach mal im Internet gesucht unter:
Alfred Rosenberg: Die Protokolle der Weisen von Zion...
Die Schmäh- und Hetzschrift war eigentlich sofort da unter:

"Die Protokolle der Weisen von Zion und die jüdische Weltpolitik.
Von Alfred Rosenberg. 15. Tausend, Deutscher Volksverlag, München, 1923" - Insgesamt 147 Seiten.
Ich habe nicht alles gelesen; eher so kursorisch durchgeblättert...

Ab und zu blieb das Auge und der Gedanke an Formulierungen hängen...
FAZIT: Schwer verdaulich, legt sich aufs Gemüt und den Geist. Außerdem eine Zumutung an alles, was das "Abendland" ausmacht. Irgendwie auch "unappetitlich" und verbohrt -menschenverachtend...

Zitate von Herrn Gedeon aus seinen "privatwissenschaftlichen Werken" sind ja durchaus in der überregionalen Presse erschienen. Ich habe sie auch zur Kenntnis genommen. Im Kontext zu Alfred Rosenberg eher fatal zu lesen...
Es ist legitim und richtig von Herrn Jongen, daß er Herrn Gedeon auch im Kontext zu Alfred Rosenberg erwähnt.

Herr Gedeon sollte seinen Platz im Landtag räumen. Er ist eine Belastung für die AfD. Er würde damit der AfD einen großen Gefallen erweisen.

Die AfD ist eine Partei, die alle Schichten des Volkes anspricht. Von bürgerlich - konservativ bis "demokratisch Rechts". Ohne diese Wähler ist "kein Blumentopf zu gewinnen". Wir sind gefordert durch diese Wähler. Ihnen sind wir verpflichtet. DENEN und ihren Problemen sollten wir uns zuwenden...
DAS will das Volk, die Bevölkerung, die "Zivilgesellschaft".
: Grüße von der Weichsel
niekisch
02. Juli 2016 21:07
Gerade vom Innenstadtrundgang zurückgekommen, um mir den Sieg der italienischen Mannschaft anzusehen. Hatte da eine Shisha - Bar im Blick, vor der ein dicker SuW mit getönten Scheiben stand. Das Nummernschild ohne TÜV - Stempel und mit der Aufschrift "Omayrat" (Libanesen - Clan in Essen). Das Fahrzeug stand keine 100 Meter vom Polizeipräsidium entfernt. Schutzgelderpresser wagen es also im heutigen Deutschland mit privaten Nummernschildern quasi unter den Augen der Polizei ihrer schmutzigen Tätigkeit nachzugehen und niemand hindert sie daran.

Warum und worüber parlieren wir hier eigentlich?
Monika
02. Juli 2016 21:26
Metapolitische Parameter zum Antisemitismus und heutiger Adaption

1.
Der stalinistische Antisemitismus hat viel mit der nationalsozialistischen Variante gemeinsam. Stalins Haß auf den " Kosmopolitismus" entsprach der nationalsozialistischen Unterscheidung zwischen der mit den besten Eigenschaften der germanischen Rasse ausgestatteten Kultur und der "Zivilisation", mit der die Nazis den jüdischen Internationalismus und den materialistischen Kapitalismus des Westens in Verbindung brachten. Die Nazis haßten große Städte, riesige Fabriken und die Unpersönlichkeit weiträumiger Finanzprojekte ohne Heimat und ohne Grenzen, die den Menschen seinem Vaterland entfremdeten. Alle diese bösartigen Kräfte identifizierten sie mit den Juden. Das ist nicht sehr weit von dem Marx der Jahre 1843/44 entfernt. Tatsächlich ähneln sich die marxistische und die nationalsozialistische Vorstellung von der Entfremdung, die in beiden Fällen eine Quelle des Antisemitismus ist; und das darf insofern nicht überraschen, als sie bei beiden von Hegel herkommt.

Paul Johnson, Marxismus und Judentum, 1984

2.
Die Rassenideologie stellt einen höheren Grad der Enthumanisierung dar als die proletarische Klassenideologie. Vom Gesichtspunkt des Klassendenkens aus kann der Mensch immerhin gerettet werden, wenn er seine Denkweise ändert; wenn er sich z. B. die marxistische Weltanschauung aneignet, kann er, obwohl er blutsmäßig ein Adliger oder ein Bourgeois war, sogar Volkskommisar werden. Weder Marx noch Lenin waren Proletarier. Vom rassistischen Gesichtspunkt aus gibt es für den Juden keine Rettung; ihm wird weder die Annahme des Christentums helfen noch sogar die Aneignung der nationalsozialistischen Weltanschauung; auf ihm lastet das Fatum des Blutes.

Nikolaj Berdjajew, Christentum und Antisemitismus, 30er Jahre

3.
Ich hoffe auch, Sie bringen das Dargelegte in keine Verbindung mit der "Kollektivschuld" unseligen Angedenkens, denn dadurch würde alles verwirrt. Das Wort ist nicht nur sinnlos, sondern hat viel dazu beigetragen, die Gewissen von der wirklichen Verantwortung wegzudrängen. Es gibt keine Kollektivschuld. Nie kann das , was einer tut, dem anderen zur Schuld werden, wenn er nicht dabei mitwirkt oder doch unterläßt, was er dagegen tun sollte und könnte. Etwas anderes aber gibt es, und darum geht es hier: das ist die Solidarität des Einzelnen mit seinem Volk und aller Einzelnen in diesem Volk untereinander. Wenn ein Glied meiner Familie ein Unrecht begangen hat, dann darf ich sagen: ich bin daran unschuldig. Nicht aber darf ich sagen: es geht mich nichts an......
Aus unmittelbaren Gefühl heraus weiß jeder recht geschaffene Mensch sich mit dem Leben seines Volkes verbunden. Diese Verbundenheit bildet ein Wesenselement des geschichtlichen Daseins. Jeder empfindet das Große, das im Volk geschehen ist, als auch ihm gehörig. So muß er auch das Unrecht, das da geschieht, in seine Verantwortung aufnehmen. Es trifft seine Ehre; und er ist gehalten, das Seine zu tun, damit es in Ordnung komme.

Romano Guardini, Freiheit und Verantwortung , 1958
4.
Ich halte es für unter meiner Würde, die Protokolle der Weisen von Zion zu widerlegen. Jedem, der sein elementares seelisches Empfinden nicht verloren hat, wird bei der Lektüre dieses minderwertigen Dokuments klar, daß es eine gemeine Fälschung durch die Feinde des Judentums darstellt....Es liegt etwas Erniedrigendes darin, daß man in der Furcht vor den Juden und im Haß auf sie die Juden für sehr stark hält, sich selbst aber für sehr schwach und nicht imstande, einen freien Kampf mit den Juden durchzuhalten.

Nikolaj Berdjajew, ebd.

die Diskussionen um Gedeon, AfD, Dieter Stein halte ich für "konstruierte" und unnötige Diskussionen !
enickmar
02. Juli 2016 22:01
@Hajo Blaschke

Genau so wie Betrachtungen, ob ein Drehbuch gefälscht oder nicht ist, wenn der Film seit Jahrzehnten bereits im Kino läuft.


Die Frage nach der Identität des Drehbuchautors, Regisseurs, Produzenten und der Akteure ist aber bei der Oskar-Verleihung überhaupt nicht unbedeutend. Man muß schließlich wissen, wem man welchen Preis verleihen darf.
Nordlaender
02. Juli 2016 22:37
@ Westpreuße

"Martin Hohmann lebt ja noch."

Immerhin! Exkulpiert das etwa, daß Hohmann gemeutet wurde?

"Schwer verdaulich, legt sich aufs Gemüt und den Geist. Außerdem eine Zumutung an alles, was das „Abendland“ ausmacht. Irgendwie auch „unappetitlich“ und verbohrt -menschenverachtend."

Werter "Forist", was bitte ist "unappetitlich"? "Abendland" sagt mir auch "nichts". Wen soll man denn sonst verachten, wenn nicht bestimmte Menschen? Etwa elektrische Zahnbürsten oder Zwergkaninchen? Am meisten verachte ich im Kleinen den Menschen, den ich mal für meinen Freund gehalten habe, der mich verraten hat, im Großen den Verräter unseres deutschen Volkes, den Judas, der sich fremden Mächten andient.

"Die AfD ist eine Partei, die alle Schichten des Volkes anspricht. Von bürgerlich – konservativ bis „demokratisch Rechts“. Ohne diese Wähler ist „kein Blumentopf zu gewinnen“. Wir sind gefordert durch diese Wähler. Ihnen sind wir verpflichtet. DENEN und ihren Problemen sollten wir uns zuwenden…
DAS will das Volk, die Bevölkerung, die „Zivilgesellschaft“."

Wer jetzt ganz konkret? Unser deutsches Volk? Die Bevölkerung, inklusive zig Millionen Türken, Araber, Schwarzafrikaner?

Mit Ihrem exzessiven Gebrauch von "Diddelchen" erscheinen Sie mir als ein "Brillenträger", der im Zweifelsfall "nichts" gesagt haben will. Die Zivilgesellschaft der Nichtregierungsorganisationen von der BERTELSMANN- oder VW-, Körber-, Mercator- und Sonstwas-Stiftung bis zu Amnesty International und Anetta Kahanes Amadeo-Antonio-Stiftung ist ein stramm antiweißes und antideutsches Bündnis.

Inhaltlich kann ich Ihrem Kommentar absolut nichts entnehmen, was für die Aussagen Hohmanns und auch nicht, was gegen die Thesen Gedeons spricht.
Jürg Rückert
02. Juli 2016 22:50
Martin Hohmann räsonierte nicht spontan über ein deutsches „Tätervolk“. Dieser Begriff war damals (so weit ich mich noch erinnere) von einem bekannten Herrn aus einem „Opfervolk“ eingebracht worden als eine ganz erhebliche Steigerung der Kollektivschuld, denn hier wurde Schuld zum vererbaren Kainsmal. Ein Bezug zu Rassismus ist unverkennbar.
Das dürfte der Anlass zu Hohmanns Äußerung gewesen sein.
Ansonsten fand sich kein Ritter in seiner Partei und keiner, der ihn in der berechtigten Zurückweisung eines neuen Stigmas unterstützt hätte. Die CDU war bereits damals zu Beginn der Ära Merkel „auf den Ochsen gekommen“: Stierlein mussten sich „beschneiden“ lassen oder gehen.
Der öffentliche Widerstand führte immerhin dazu, dass das Stigma vom Tätervolk keine Karriere machte. Hohmann ist nicht umsonst gestorben!
enickmar
02. Juli 2016 23:59
PS@Hajo Blaschke

Auch könnte von Bedeutung sein, ob die schlechte Filmkritik eines alten Stummfilms mit dem Drehbuch des aktuellen "Remakes" verwechselt wird.
Gustav Grambauer
03. Juli 2016 00:08
"Was hat sich verändert? Ist die Antisemitismuskeule zum Selbstläufer geworden, so daß sich der politische Gegner gar nicht mehr die Hände schmutzig machen muß, weil die Parteifreunde das Geschäft von ganz allein besorgen?"

In den 90er Jahren (womöglich mit Goldhagen) und bis in die 2000er Jahre wurden die Deutschen mit dem Shoa-Kult regelrecht terrorisiert, in dieser Zeit wurde auch der Begriff "Tätervolk" in die "Debatten" der "BRD" eingeführt. Am unverschämtesten war dabei die Systempresse, die sich Tag für Tag in der Heuchelei der Rührseligkeit wieder selbst übertraf und zudem damals über Seiten und Aber-Seiten von "jüdischem Leben" überquoll; meine Eltern haben Mitte der 90er Jahre die Berliner Zeitung mit den Worten abbestellt, sie ließen sich nicht zu Philosemiten umerziehen. Etwa mit der Lehmann-Krise (2008) ist uns aufgefallen, daß dieser Hype wieder drastisch gedrosselt wurde. (Heute - ohne diesen immensen Gehirnwäsche-Vorlauf - wäre es nicht mehr ansatzweise möglich, z. B. das Holo-Denkmal in Berlin zu bauen.) Daraufhin haben wir uns nach den Gründen für die abrupte Beendigung dieser PR-Kampagne gefragt, die Selbstläufer-These stand auch ganz oben auf unserer Liste.

Inzwischen verschiebt ein neuer Akteur, Wladimir Wladimirowitsch, alle Koordinaten. Die zur erwähnten Zeit gerade gegründete JF stand stand gegen das Juste Milieu, wurde aber wie das Küken auf die Glucke von der Shoa-Überreizung geprägt. Nie in der geistigen Freiheit angekommen hat sie sich auch nicht von dieser Art Prägungen freigemacht. Somit ist Stein nicht zu der Einsicht fähig, daß Rußland inzwischen Schutzmacht für Israel und damit der Zionismus (bald) nicht mehr Staatsräson der "BRD" ist. Die Nagelprobe mit Gedeon kann er nur riskieren, weil vielen anderen im System ebenfalls dieser strategische Blick fehlt, die Realität wird sich aber sehr schnell geltend machen ...

- G. G.
Adorján Kovács
03. Juli 2016 00:37
Ich empfehle die Lektüre von Hartmut Krauss, der aus klassisch linker religionskritischer Perspektive den Islam als vormoderne totalitäre Herrschaftsideologie klassifiziert, die fundamental antijüdisch (antisemitisch) und antichristlich motiviert ist. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass „der Islam“, der selbstverständlich in seinem theoretischen und praktischen Wesen als solcher beschrieben werden kann, eine rechtsextreme und antisemitische Erscheinung ist, unabhängig davon, wie ihn laue Muslime leben. Zum intellektuellen Versagen nicht nur der Linken zählt es, dies ideologiekritisch nicht zu erkennen. Ein Herr Gedeon ist praktisch irrelevant bei mittlerweile mind. 7 Millionen Muslimen in Deutschland (=fast 10%), die natürlich bei weitem nicht alle antisemitisch sind, aber eben einer religiös verbrämten Ideologie anhängen und darum deren aktive Vorkämpfer und überzeugte Anhänger nicht übermäßig behindern werden.
Gustav
03. Juli 2016 00:42
@ Monika

Sie sollten sich nicht so einseitig informieren, bei ihren "Referenzen" wird einem fast übel!

http://www.sezession.de/47698/kevin-macdonald-und-die-juedische-gruppenstrategie.html
Norbert Schnitzler
03. Juli 2016 00:50
Vergleichen kann zur Klärung beitragen. Gedeon hat wirklich eine antisemitische Verschwörungstheorie, die längst wissenschaftlich untersucht ist, verbreitet, Hohmann wollte nicht die Juden als Tätervolk bezeichnen, hat es in einem Gedankenexperiment gemacht und verworfen, daraus in einer kühnen Analogie geschlossen, auch die Bezeichnung der Deutschen als Tätervolk sei falsch - das finde ich schon problematisch, aber noch als Meinung tolerierbar, für die man nicht mal mit Parteiausschluss bestraft werden sollte.

Liest man Hohmanns Ausführungen, ist diese Deutung A. Arndts aber auch falsch:

Hohmann kam bereits in seiner inkriminierten Rede zum Ergebnis, dass der Begriff „Tätervolk“ ein untauglicher und unzulässiger Begriff ist


Denn am Ende kennt Hohmann ein Tätervolk: Die Gottlosen. Die zu Kommunisten gewordenen Juden und die Nazis sind für ihn alle und komplett vom Glauben abgefallen und daher könne man die Gottlosen als Tätervolk bezeichnen. So untauglich und unzulässig findet er den Begriff also nicht. Antisemitisch ist das nicht, wohl antigottlos.

Es ist auch dumm, weil es die Gottlosen, die einer totalitären Ideologie mit pseudosakralen Riten (Fackelzüge, Lehramt...) nachlaufen mit denen in einen Topf wirft, die bloß nicht glauben, dass es höhere Wesen gibt, die alles erschaffen haben.
Aaron
03. Juli 2016 00:51
#Sunson

Sehr schön beschrieben.

Es ärgert mich auch, daß die AfD über jedes Stöckchen, selbst wenn es noch nicht mal vorgehalten wird, versucht zu springen.

Gibt's sowas bei "links"? Natürlich nicht. Da heißt es
alles und jeder gegen "rechts". Völlig egal wie und mit welchen Mitteln.
Garant
03. Juli 2016 01:02
Wie in der vorherigen Diskussion schon angerissen, sei hier der Blick über den Tellerrand gerichtet, dieses Mal nicht in eine sondern in mehrere Richtungen:

* Schwedendemokraten: Absolut pro-zionistisch, führende Schwedendemokraten halten sich gefühlt fast mehr in Israel auf als in Schweden. In der Einwanderungsfrage wie in allen anderen Fragen inzwischen ins Systemtreue gewendet, trauriger Höhe-, nein, Tiefpunkt war vor Kurzem die NATO-Assoziation Schwedens, wo die Abgeordneten der Schwedendemokratem sich in der Debatte _dagegen_ aussprachen, sodann _dafür_ stimmten und hernach so taten, als ob sie sich an nichts mehr erinnern konnten.

* UKIP: Ebenfalls pro-zionistisch, in der Einwanderungsfrage bestenfalls schizophren, da Einwanderung aus Europa schlecht sei, von ausserhalb Europas jedoch gut.

* Front Nationale: Unter Marine Le Pen von anti- auf pro-zionistisch gewendet, was sie bei einer eventuellen Amtsübernahme als Präsidenten in der Einwanderungsfrage unternehmen würde, weiss man nicht richtig. Le Pen scheint trotz ihrer Rhetorik zu gutherzig zu sein, als dass sie zu drastischen Massnahmen greifen würde.

* Donald Trump: Pro-zionistisch zum Quadrat, die eigene Tochter Ivanka ist zum Judentum konvertiert, was die jüdische Lobby jedoch alles nicht davon abhält, ihn mit allen lauteren und unlauteren Methoden zu bekämpfen. Hat als einziger der bisher genannten ein konkretes, effektives Konzept zur Einwanderungsfrage, nämlich Sicherung der Südgrenze, Deportation möglichst aller Illegaler, vorerst keine weitere Einwanderung von Muslimen. Inwieweit er es als Präsident umsetzen würde, weiss man nicht. Vieles spricht dafür, dass er es nur zum Teil tun würde.

* Fides/Jobbik: Man kann die Situation in Ungarn nur von der Konstellation dieser beiden Akteure zusammen her betrachten, und da drängt ich die Feststellung auf, dass Jobbik als einzige von allen hier genannten anti-zionistisch eingestellt ist. Fides kann sich nicht leisten, sich allzu weit von Jobbik zu entfernen, in Ungarn gibt es also auf der Rechten also ein bedeutendes anti-zionistisches Element. Gleichzeitig, und das ist der Knackpunkt, ist Ungarn das einzige der hier genannten Länder, wo die Rechte auch an der Macht ist und wo tatsächlich etwas Effektives gegen die Einwanderung unternommen wird.

* Fairerweise sei ein Gegenbeispiel genannt, das ebenfalls pro-zionistische Spanien, welches jedoch zum Teil effektiv gegen die Einwanderung vorgeht, jedoch verhältnismässig nicht so effektiv wie Ungarn.

Aus dieser Zusammenstellung liesse sich ableiten, dass bei einer pro-zionistischen Wende in der AfD zumindest die reelle Gefahr einer anschliessenden Unterwanderung besteht. Wir würden in der AfD dann Neo-Konservative sehen, und Höcke und Konsorten würden ganz schnell rausgekegelt. Das würde zur Verwässerung in der alles entscheidenden Einwanderungsfrage führen, wo die AfD sowieso schon nicht sehr gut positioniert ist, jedenfalls nicht im Vergleich zu Ungarn, Trump oder auch nur Spanien. Dass Dieter Stein sich dahinterklemmt, scheint aus dieser Sicht plausibel, hat er doch seinerzeit dem Lucke-Flügel die Stange gehalten. Jetzt versuchen es er und andere einfach nochmal. Deswegen machen sie um die Causa Gedeon so einen grossen Aufwasch und deswegen ist das auch so wichtig.
Westpreuße
03. Juli 2016 07:09
"Inhaltlich kann ich Ihrem Kommentar absolut nichts entnehmen, was für die Aussagen Hohmanns und auch nicht, was gegen die Thesen (sic) Gedeons spricht."

Herr @ Nordlaender:

Ernsthaft? Das haben Sie von mir erwartet? Tut mir leid, da kann ich Ihnen nicht helfen. Ich schätze Ihren anhänglichen Eifer, mit dem Sie sich an meinen Kommentaren abarbeiten. Ich denke dann: Der Mann langweilt sich und verbindet auf eine bewundernswerte Weise fremde Gedanken mit eigenen Gedanken, die dann vorwurfsvoll dem Mitforisten mitgeteilt werden...Ich käme nie auf die Idee, Ihnen Ihre Gedanken vorzuwerfen...

Kann man das lernen, etwas falsch zu verstehen? Lese ich Ihre Kommentare, neige ich zu der Meinung: Etwas absichtlich falsch zu verstehen ist leichter, als etwas richtig zu verstehen...

Zu den "Diddelchen": Ich danke Ihnen; diese Bezeichnung war mir wirklich unbekannt. Man sieht, der Mensch lernt eben nie aus...

Zu dem "Brillenträger", der lieber im Zweifelsfall "nichts" gesagt haben will: Sehr schön, bildkräftig...gefällt mir!
Sie gestatten, daß ich Ihnen meine Phantasie von Ihnen, beruhend auf etlichen ungnädigen Schulmeistereien, mitteilen darf?

Der Kritikaster
Im Erker, im Verschlag von Holz,
sitz' ich auf einem Fasse
voll schwarzer Tint' und blicke stolz
hernieder in die Gasse,
die spitze Feder hinter'm Ohr,
die ich zur Rache führe,
zieh' ich, gleich einem Schwerdt, hervor,
und re- und re - zensiere.
(Karl Friedrich Müchler, 1802, ein wahrhaft preußischer Patriot.
Geboren in Stargard in Pommern, nicht weit von hier...)
Das wär's meinerseits...

Auf dem Wege zu Bekannten nach Kaschubien, der Kaschubei;
süd-westlich von Danzig. Die Kaschuben sind keine "richtigen" Germanen und auch keine "richtigen" Slawen. Man ahnt, was dieses kleine Völkchen im Laufe der Geschichte durchgemacht hat...
: Patriotische Grüße
André Schröder
03. Juli 2016 07:17
Wenn ich diese ganze Debatte allein an dem Wert der Meinungsfreiheit messe, dann ist mir klar, dass eine Partei ohne Meinungsfreiheit für mich nicht wählbar ist.
Wenn ich dann noch sehe, welche Parteien deutsche Interessen vertreten, dann kann man die bundesweite Alternative zur AfD auch beim Namen nennen: NPD.

Da rümpfen vielleicht einige die Nase, aber da kann man wenigstens die Meinung sagen und muss nicht auf irgendwelche religiösen Minderheiten Rücksicht nehmen. Denen traue ich auch am ehesten zu, einfach mal die Grenzen dicht zu machen und im Sinne Deutschlands zu handeln. - Dafür braucht man auch nicht studiert haben! Schlimmer als die gegenwärtige Politik kann es, langfristig für das deutsche Volk gesehen, eh nicht mehr werden!
Waldgänger aus Schwaben
03. Juli 2016 09:11
@Nordlaender

Wenn demnächst ein AfD'ler um die Ecke gebogen kommt, der verlangt, dass sich die Partei endlich um Chemtrailskümmert, soll dann auch ein monatelanges Verfahren unter Einziehung des Vorstands, der Einholung wissenschaftlicher Gutachten in Gang gesetzt werden? Sollten dann auch unzählige Artikel in den üblichen Medien erscheinen?

Oder zeigt man dem nicht einfach die Tür?
Stil-Blüte
03. Juli 2016 09:22
@ Jörg Rückert
Gott lob, Martin Hohmann lebt!
Nordlaender
03. Juli 2016 10:45
@ Waldgänger aus Schwaben

"Wenn demnächst ein AfD‘ler um die Ecke gebogen kommt, der verlangt, dass sich die Partei endlich um Chemtrailskümmert, soll dann auch ein monatelanges Verfahren unter Einziehung des Vorstands, der Einholung wissenschaftlicher Gutachten in Gang gesetzt werden? "

(A-)Logik des Formates Verschwörungsleugnung: Theorie A (Elvis lebt) ist bizarr. Ergo: Theorie B (die Medienmeldungen über Saddam Hussein sind Lügen) muß nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden.

Logik hingegen: Theorie B läßt sich nicht falsifizieren unter Heranziehung von Theorie A. In Bezug auf Antisemitismus rechne ich nicht mit einem brauchbaren wissenschaftlichen Gutachten. Es geht hier um das Tabu aller Tabus.
Ostler
03. Juli 2016 11:48
@Waldgänger aus Schwaben
@Morbrecht
Top-Kommentare. Gratuliere.

Herr Lehnert, wir leben nicht auf dem Mars, sondern in der BRD A.D. 2016 und die Realität ist so, wie sie ist.
Dieser "unbescholtene Mann" ist ein Spinner, dazu ganz klar ein antisemitischer Spinner, und er schadet der Sache, um die es geht, gewaltig: Stichwort "gefundenes Fressen".
(Er war mir übrigens schon lange vor der jetzigen "Affäre" bei diversen Live-Übertragungen von AfD-Parteitagen aufgefallen, und zwar mit seinen merkwürdigen Aussagen negativ aufgefallen. Mir war der Name Gedeon also schon seit längerem ein Begriff gewesen, obwohl ich nicht in B.-W. lebe, und das will schon was heißen.)
Zu der Rezension von Gedeon-Werk in der JF: Ja, das Buch ist mehr als umfangreich, er zählt ... 1.800 Seiten. Sie haben sicher schon Rezensionen geschrieben. Meine Erfahrung ist, kein normaler Rezensent liest ein Buch von 1.800 Seiten durch. Insofern ist dem JF-Rezensenten wohl Einiges entgangen.
Exmeyer
03. Juli 2016 11:57
@ Waldgänger aus Schwaben: Das ist unter Ihrem Niveau.

Wenn ein AfDler mit Chemtrails ankäme, dann handelt es sich um ein Thema, das, für den Fall, daß es zuträfe, eine allgemeine, aber wenig dringende und politisch völlig unbedeutende Folge zeitigen würde. Insoweit eben auch parteipolitisch unbedeutend.
Wenn nun eine anderer mit den "Protokollen" käme, liegt die Sache anders. Angenommen, diese seien echt, so würde das, was sie äußern eine bedeutende Rolle spielen, weil in diesen eine Agenda festgehalten ist, würde sie befolgt, drastische machtpolitische Auswirkungen haben würde. Und bereits gezeitigt haben.

Zudem: Die Frage ist, ob es alleine schon deshalb auf die erwiesene Echtheit ankommt, oder ob die Möglichkeit der Echtheit alleine ausreicht?
Die ebdeutendste Frage ist diese: Ob die "Protokolle" selbst überhaupt eine eigenständige Bedeutung haben, wenn die Realität diese noch überholt?
Zumindest beschreiben die "Protokolle" den Faden, der die Realität auf seiner Meta-Ebene darstellt. Und das ist höchstrelevant.

Die eher taktische Frage ist, wie man damit parteipolitisch umgeht. Schweigen wäre wohl das zweckmäßigste. Ignorieren von Anwürfen! Mein Gott! Helmut Kohl hat dies doch vorgemacht, wie leicht das ist. Damit verprellt man weder die PI-Proletarier noch die Wirkliche-CDU-Erträumer, die sich auch hierhin verirrt haben, wie auch den Altrechten nicht.

Drittens: Was für ein Bild gibt dieses dauerhafte Wegknicken! Das ist anwidernd! Ekelerregend! Und damit wollen sie die gesündere Hälfte der Deutschen ansprechend?
Selbst wenn man noch so philosemitsch und zionistisch fühlt, ist Schwäche nichts anderes als Schwäche. Selbst ein Philosemit sollte seinem Wunschbündnispartner auf Augenhöhe begegnen wollen.
Ich nehme alleine deswegen an, daß es sich aber um tiefenpsychologische Unterwerfungsgesten handelt.

Sie verstehen, daß ich jede Geste in diese Richtung so erbärmlich finde, daß ich den weitesten Abstand suche, der sich einrichten läßt.
Monika
03. Juli 2016 12:15
@Adorján Kovács

Vielleicht hat Herr Gedeon bereits die potentiellen 7 Millionen muslimischer Wähler im Auge :
https://www.amazon.de/Glaube-eine-j%C3%BCdische-Weltverschw%C3%B6rung-Protokolle/dp/364311687X
Das an den Armeniern begangene Unrecht ist von den Türken auch noch nicht wiedergutgemacht worden. Geschweige denn eingestanden.
Und die Demographie tut ihr übriges für einen neuen Antisemitismus.
Eine brisante Gemengelage.
Der_Jürgen
03. Juli 2016 12:28
@Monika
Ich halte die "Protokolle" auch für eine Fälschung, sehe aber nicht ein, weshalb Dr. Gedeon nicht das Recht haben sollte, anderer Meinung zu sein. Auch er darf sich das Sezession-Motto "Etiam si omnes, ego non" zu eigen machen.

@Garant
Ihr Hinweis darauf, dass eine prozionistische Haltung fast immer mit einem Bekenntnis zu Multikulti Hand in Hand geht (ausser in Israel natürlich), ist sehr wichtig. Authentisch antizionistische Parteien sind zugleich konsequentl gegen Umvolkung und Islamisierung. Neben Jobbik hätten Sie auch die - noch wesentlich radikalere - Goldene Morgenrörte in Griechenland nenenn können. - Zu den wenigen Gegenbeispielen gehören die norwegischen Sozialisten, die sehr israelkritisch und zugeich fanatische Befürworter der Drittwelteinwanderung sind.

@Cherusker
Wenn "die Juden" unsere Verbündeten gegen die Islamisierung sind, warum rühren dann alle jüdischen Organisationen und fast alle jüdischen Prominenten eifrig die Werbetrommel für letztere?
rundfunkfreiheit
03. Juli 2016 12:52
Es ist hilfreich, sehr geehrter Herr Dr. Lehnert, dass Sie diese beiden "Fälle" noch einmal gegeneinander halten.

Damals ging es um einen Außenseiter innert einer etablierten Partei. Es stand ja nicht die CDU zur Disposition, sondern ein Abgeordneter. Martin Hohmann war dann in einem öffentlichen Akt einer quasi-rituellen Reinigung aus Fraktion und Partei entfernt worden.

Heuer geht es um eine Außenseiter-Partei im Parteien-Establishment. Der Protagonist, gegen den gerade die Antisemitismus-Vorwürfe in Anschlag gebracht werden, ist m. E. beinahe beliebig. Die AfD m u s s t e deshalb, nachdem Nationalismus-Vorwürfe (z. B. gegen Björn Höcke) und Rassismus-Vorwürfe (zuletzt gegen Alexander Gauland) nicht verfangen hatten, damit rechnen, dass die Versuche politisch-sozialer Deklassierung weiter eskaliert werden würden.

Ob und inwiefern sich der Umgang mit Antisemitismus-Vorwürfen ändert, hängt deshalb in der gegenwärtigen Situation aus meiner Sicht entscheidend davon ab, ob die AfD kurzfristig eine souveräne Handhabe zu entwickeln fähig ist. Sie ist n o c h in der Lage zu entscheiden, ob sie sich für bestimmte Diskurse stark anschlussfähig zeigt oder eben weniger. Es existieren da in der Führung der Partei offenbar auch unterschiedliche Stile.

Was mir bei diesem Vorgang allerdings das Bedenklichste ist: warum war die AfD auf Erwartbares derart schlecht vorbereitet? Weiß man dort denn nicht, dass man sich mit seinen erklärten progammatischen Absichten eine Unzahl von Feinden im Parteienstaat geschaffen hat? Ahnt man etwa nicht, dass diese zur Wahrung ihrer Besitzstände auch zu unsportlichen Methoden greifen werden? Oder will man doch im Grunde nur selbst zum Parteienstaat hinzugehören? -Hier ist gerade offensichtlich noch einiges in Bewegung, bevor es sich dann irreversibel verfestigt.
Hajo Blaschke
03. Juli 2016 13:15
@ Waldgänger aus Schwaben Ich begrüße, dass ein Gutachten über die Aktion, die von Meuthen/Jongen & Co. losgetreten wurde, entscheiden soll. In solchen Situationen, wo man die Richtung, aus der der Schuss kommt und in der sich solche m.E. undurchsichtig profilierende Darsteller wie Stein und Jongen betätigen, ist es angebracht, Zeit zu gewinnen. Die Akteure und deren Absicht werden wohl in der Zeit auch transparent werden.
Arminius Arndt
03. Juli 2016 13:23
@Waldgänger aus Schwaben,

Sie haben mit Ihren Beiträgen vollkommen Recht. Aber manche scheinen das Thema Partei mit einer Wahrheitsfindungskommission zu verwechseln.

Im Übrigen muss beim Projekt AfD nicht jeder zwingend mitmachen, der sich in Opposition zu den BT Parteien befindet. Beispiele für gelungene Mitwirkung ohne Parteimitgliedschaft bei der AfD gibt es mittlerweile einige.

Wenn man merkt, dass gewisse Positionen nicht erwünscht sind, dann lässt man es eben auf diesem Weg. Ich zum Beispiel käme nie auf die Idee, mich bei der SPD für die Abschaffung des Mindestlohnes einzusetzen.

Warum meinen dann manche, die AfD müsse sich eine Diskussion über das Judentum, den Zionismus etc. aufdrängen lassen, nur weil es für sie eine Art von Welterklärungsformel ist und die AfD habe nicht das Recht, Leute wie Gedeon die Tür zu weisen, wenn man einfach zu weit auseinander ist?

Warum hat die AfD über jedes neu-rechte Stöckchen zu springen, um einmal den Spieß umzudrehen?
Marcus Junge
03. Juli 2016 13:28
Gustav Grambauer

Samstag, 2. Juli 2016, 13:48 (URL) | Kurz-URL

"Wird die Freischaltung der Kommentare in das Experiment einbezogen sein? (Die Kommentare bei Kubitschek lasen sich in ihrer Einseitigkeit wie einst die „Grußadressen der Werktätigen“.)"

Ach bitte, daß ist doch hier normal, daß Kommentare einfach verschwinden, seit Jahren. Die Begründung dafür ist ganz einfach, die Seite ist privat und daher entscheidet der Besitzer, was er durchläßt, es ist also keine Zensur. Und das sind natürlich meine Worte, aber der transportierte Inhalt, die Aussage, stammt vom "Besitzer", denn selbiger schrieb das vor einigen Jahren mal.

Daher freue ich mich, daß auch mein recht langer Kommentar, zwecks "Grußadresse" verschwunden ist bei besagtem Artikel. Wundern tut mich das aber nicht, da es auch bei der Sezession um die Pflege der Schießscharte von Wunschvorstellungen geht.
Feuerturm
03. Juli 2016 15:04
Herr Gedeon hat übrigens eine eigene Netzseite,
wo er sich auch zum aktuellen Fall zu Wort meldet:

http://www.wgmeister.de/
Jürg Rückert
03. Juli 2016 15:26
Stil-Blüte: M. Hohmann ist politisch tot. Ansonsten darf er bei guter Gesundheit sein.
C.S.
03. Juli 2016 16:08
@Waldgänger aus Schwaben

Mit „Verbündeten“ wie Ihnen braucht man keine Feinde mehr.
Andrenio
03. Juli 2016 17:06
AfD-Parteitag in Erfurt 2015:
Gedeon bringt einen umjubelten Antrag zur Ukrainekrise, zum Verhältnis zu Russland (gegen Sanktionen) und scharf gegen die USA gerichtet ein. Anstatt abstimmen zu lassen, wird für den Abend ein Vermittlungskommitee ausgerufen, denn Gauland warnt vor zu viel Anti-USA. Am nächsten Tag kommt die Persilgereinigte Version zur Abstimmung NDR wird fast einstimmig angenommen.
Parteitag in Stuttgart 2016:
Gedeon präsentiert einen komplett eigenen Entwurf, der allerdings komplett ignoriert wird.
Das NATO-Thema wird gezielt von der Parteiführung ausgeklammert.

Diesem Mann geht es offensichtlich nicht um Karriere, sondern um die Sache. Sagen wir es laut: Damit hat er in einer Partei nichts zu suchen, denn Fundis werden zu schnell lästig. Niemandem von den Karrieristen geht es um Inhaltliches, sondern nur um den Anteil am Kuchen namens Staatsknete.

Marc Jongen ist eloquent, kann aber seinem Chef als Philosoph nicht einmal das Wasser reichen. Deshalb lege ich meine Hand ins Feuer: Er strebt nach einem Bundestagsmandat, denn im Unibetrieb kommt er nicht weiter.
Herrn Professor Meuthen reicht die Professur an einer Verwaltungsfachhochschule auch nicht. Was liegt dann näher, wenn nicht die Bildung einer klassischen Seilschaft?

Ja, Gedeon ist jetzt auch noch zum Bauern im Schachspiel um die Kontrolle der Partei geworden, wobei Petry zurecht das unbedachte Verhalten Meuthens genutzt hat.

Hohmann: wer behauptet, dass er an Günzels Entlassung schuld sei, lügt.
Ein linker Reporter nahm ein Schreiben mit dem Briefkopf des Brigadegenerals auf dem Tisch Hohmanns wahr und publizierte das. Günzel stand dazu und wurde von einem sozialdemokratischen Abschaum unehrenhaft entlassen.

Noch eine Anekdote aus meiner zurückliegenden Zeit als Kreissprecher der AfD: ich erhielt ein Mail von einem mir Unbekannten, dessen Name eindeutig auf seine jüdische Herkunft hinwies. Er bat um ein Gespräch, in dem ich über meine zukünftige Rolle in der AfD ausgefragt wurde. Als ich signalisierte, dass ich mich bald absentieren würde, da mir die Anhäufung von gescheiterten Existenzen mit Aufstiegsabsichten zuwider sei, outete er sich mit der Aussage: "Meine Aufgabe hier ist nicht etwas aufzubauen, sondern etwas zu zerstören". Seine publizistische Firma ist aus Deutschland nach London verlegt.
Jacky
03. Juli 2016 17:55
@ Waldgänger aus Schwaben

Nun, wer bei dem linkunterlegten "Chemtrail" auf Wikipedia verweist, ist im Zweifelsfall der Meinung, dass alles was dem Mainstream zuwider läuft, "Verschwörungstheorie" ist.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung informierte seit 2011 auf ihrer Internetseite die Bevölkerung über das Climate Engineering, besser im Volksmund bekannt als "Chemical Trails" bzw. "Chemtrails. Es gab eine Druckschrift dazu, die jetzt nicht mehr auf der Seite zu finden ist.
Im Netz ist sie aber noch verfügbar.
Empfehlenswert ist: "Wie repariere ich ein System, dass ich nicht ganz verstehe?" (Ronald Prinn, 2010), http://www.climate-service-center.de/012675/index_0012675.html.de
oder:
Geo-Engineering - wirksamer Klimaschutz oder Größenwahn?
www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/pub..

Im Zusammenhang mit Geo-oder Climate-Engineering fällt immer der
Name: David Keith aus Calgary.
Fragen Sie die Suchmaschine nach "David Keith+Geo Engineer", da gibt es sehr viel zu lesen.
Das gehört zwar nicht zum Thema dieses Stranges, aber Ihr Hinweis erfordert Widerspruch.
eulenfurz
03. Juli 2016 17:58
Gedeon wird deshalb nicht wochenlang durch den medialen Kakao gezogen, weil 90 % der BRD-Meinungskonsumenten nicht im geringsten verstehen, was der mit "talmudisch" usw. meint. Kapiert doch keiner den Unterschied zwischen Antisemt und Antizionist. Und der BLÖD-Presse durfte es zu anstrengend sein, das zu deklinieren. Interessiert auch niemanden, gerade jetzt, beim europäischen Gladiatorentreffen.

Boateng war eine andere Ebene, das haben 90 % verstanden, da fiel Hetze auf fruchtbaren Boden
herbstlicht
03. Juli 2016 18:19
Garant schrieb:


* Schwedendemokraten: Absolut pro-zionistisch, führende Schwedendemokraten halten sich gefühlt fast mehr in Israel auf als in Schweden.


Schaue täglich mehrere schwedisch Websites nach Artikeln zur Tagespolitik durch; derartiges wäre mir neu. Namen? Belastbare Belege?


In der Einwanderungsfrage wie in allen anderen Fragen inzwischen ins Systemtreue gewendet, ...


??? Richtig ist, daß der bürgerliche Block im Reichstag heute bezüglich Einwanderung Positionen vertritt, welche sie noch vor einem Jahr, bei den Schwedendemokraten, als "unmöglich", "inhuman" etc. brandmarkten.


trauriger Höhe-, nein, Tiefpunkt war vor Kurzem die NATO-Assoziation Schwedens, wo die Abgeordneten der Schwedendemokratem sich in der Debatte _dagegen_ aussprachen, sodann _dafür_ stimmten und hernach so taten, als ob sie sich an nichts mehr erinnern konnten.


Unsinn. Lesen sie einmal (Schwedisch) hier und hier. Zusammengefasst (mit den juristischen Feinheiten bin ich nicht vertraut):

Von den 8 Parteien im Reichstag stimmten 6 für die Vorlage, die Linkspartei enthielt sich, einzig die Schwedendemokraten stimmten dagegen. Zusätzlich wurde über mehrere "Reservationen" abgestimmt; davon eine von der Linkspartei. Diese wollten eine Regelung nutzen, welche es einer Minderheit ermöglicht, Beschlüsse 1 Jahr aufzuschieben, soweit diese für die Grundordnung von Bedeutung sind. Hier beabsichtigte SD zunächst, mit der Linkspartei für den Aufschub zu stimmen. Mitte Mai setzte sich dann aber die Ansicht durch, daß voraussichlich nur eine Verzögerung von wenigen Wochen erreicht würde, da, juristisch gesehen, die Vorlage schwerlich in die Grundordnung eingreift. Deshalb beschloss SD kurzfristig, gegen den Antrag der Linkspartei zu stimmen.

Und bevor Sie so großartig urteilen, sollten Sie sich erst einmal die schwedische Perspektive klarmachen: Der schwedische "Erbfeind" ist Rußland; 1808 wurde Schweden im Winter von Rußland überfallen und verlor etwa die Hälfte des Reiches an den Zaren. Im Kalten Krieg war Schweden hoch gerüstet --- z.B. Kriegshafen Muskö; alles was die schwedische Flotte im Kampf brauchen würde für Material und Mannschaft, unter 80 Meter massivem Granit.

Diese Rüstung wurde ab den Neunzigern abgebaut. Wenn nun z.B. in den Schären ein vermeintliches oder tatsächliches U-Boot unbekannter Herkunft "auftaucht", reagieren die Schweden etwas hysterisch. (Was könnte man also tun, um Schweden in die Nato zu bringen?) Tatsächlich halten sich unter den Sympathisören der SD die Anhänger und Gegner eines NATO-Beitritts in etwa die Waage.

Eines ist allerdings richtig: unter der Führung von Jimmie Åkesson haben sich die Schwedendemokraten von einem politisch bedeutungslosen Haufen --- oft dem deutschen NS nahestehender --- "zorniger junger Männer" zu einer der drei stärksten Parteien Schwedens entwickelt; bei der Wahl 2018 ist mit deutlich über 20% zu rechnen. Ziel ist nun, langfristig einen Anteil um die 40% zu erreichen, wie ihn die Sozialdemokraten in ihren besten Zeiten hatten. Hierzu ist es notwendig, jene rund Hälfte der Wähler anzusprechen, welche in den Sachfragen mit SD weitgehend übereinstimmen, denen aber vor kraftmeiernden Maulhelden schaudert --- also Leute, welche brav, strebsam, bescheiden nützliche Arbeit leisten; häufig Frauen. Siehe hierzu Vem är Sverigedemokraternas Per Schlingmann?

Dieser neue Kurs (Richtung Premierminister) spricht auch aus diesem neuen Propagandafilm (mit englischen Untertiteln).

Garant, besten Dank, daß Sie mir Anlaß gaben, über Schweden zu berichten --- ich meine, unsere Halbbrüder haben die Talsohle erreicht und wir können von dort lernen, für unsere eigene Zukunft --- ein Bericht des norwegischen Fernsehens über die schwedischen Problembezirke. (Bei Interesse liefere ich gerne eine Inhaltsangabe).
Andreas Walter
03. Juli 2016 18:21
"Oder zeigt man dem nicht einfach die Tür?"

Aus diesem Blog heraus vielleicht, nicht jedoch aus dieser Welt.

Denn sonst hätten ja Juden und Nationalisten lediglich die Plätze vertauscht.

Werden die Vormals Patrioten dann lediglich zu den New Jews.

Zum Spiegelbild vom Rest der Welt, und darum auch Spiegelverkehrt.

Heb' mal die rechte Hand zum Gruss vorm Spiegel, will dein Gegenüber etwa Prügel?
Der Gutmensch
03. Juli 2016 19:23
@Westpreuße

"Es ist legitim und richtig von Herrn Jongen, daß er Herrn Gedeon auch im Kontext zu Alfred Rosenberg erwähnt."

Ich frage mich, allerdings wozu es eigentlich noch Staatsanwälte braucht, die darüber entscheiden sollen, was sie als nicht legal zur Anklage bringen, wenn es hier ohnehin einem jedem freisteht, über den sozialen Stand eines anderen Menschen, den man in irgendeiner Weise mit einem Verein assoziieren kann, der Verbrecher hervorgebracht hat, zu richten?

Aber - bitte. Mich interessiert ein Herr Gedeon nicht die Bohne, ich habe nichts von ihm gelesen und ich werde auch bestimmt nichts von ihm lesen. Aber - Vereine, in denen Verbrecher Mitglied waren und aus denen heraus auch Straftaten begangen wurden, gibt es zweifellos genug. Und Menschen, die man irgendwie damit assoziieren kann, desgleichen. Gibt einen schönen moralischen Pacours.


d. G.
Großstadtpauker
03. Juli 2016 21:28
Philosemitismus kann nicht erzwungen werden . So ein Fach ist das nunmal .

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