12. Juli 2016

Danke Antifa

von Martin Sellner / 119 Kommentare

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Seitdem ich mich auf der politischen Bühne bewege, sind sie meine treuen Wegbegleiter. Keine Demo, wo sie nicht auftauchen, keine Aktion, die sie nicht fotografieren, ja seit neuestem wird sogar jeder Tweet von mir von eifrigen Antifaschisten dokumentiert. Zeit, daß ich mich einmal ausführlicher der Antifa und ihrer Bedeutung für uns widme. Meine steile These, die ich gleich vorwegnehmen will, lautet:



Die Antifa hat eine wichtige ideengeschichtliche Bedeutung für unser Lager.


Ich konnte die linke Szene nie wirklich ernst nehmen. Eine Gruppe, die das „Anti“ im Namen trägt und sich daher aus dem „Dagegen“ definiert, wirkt auf mich immer erbärmlich und sekundär.

Es ist die Perspektivlosigkeit, das letzte und verzweifelte Ideologie-Minimum einer einst gewaltigen ideengeschichtlichen Kraft, das aus diesem „Anti“ spricht. Das politische Projekt der Linken ist tot. Der Marsch durch die Institutionen und die kulturelle Machtübernahme gemäß Gramsci hat ihnen zwar prestigeträchtige, gut bezahlte Posten gebracht, doch irgendwo am Weg dorthin haben sie jeden revolutionären Geist verloren. Es gibt eigentlich keine echten „Linken“, sondern nur mehr Linksliberale. Das heißt, der Anspruch auf eine wirklich linke Staatspolitik ist längst ad acta gelegt. Die Linke übernimmt im von ihr so heiß gehaßten Liberalismus die Rolle des moralischen Feigenblatts und geistigen Kammerjägers.

Immer matter und müder wirken die Attacken gegen „Staat, Nation und Kapital“. Lediglich wenn es gegen „die Nazis“ geht, wenn die Sturmglocken der BRD die "Friedensvolksgemeinschaft gegen Rechts" (Stephan Grigat) auf die Marktplätze läuten, fühlt sich die Antifa in ihrem Element. Sie ist zu einem Schoßhündchen der bestehenden Ordnung und einem Stützpfeiler des Status quo geworden.

Man überläßt ihr prinzipiell ihre Hausprojekte und autonomen Zentren. Man blickt gönnerhaft über den wahnwitzigen Vandalismus „linker Aktivisten“ hinweg und ist immer „gesprächsbereit“. Dafür vollstrecken die Linksextremen als geduldete Stiefeltruppe die herrschende Ideologie gegen alle Dissidenten. Tatsächlich ist die Antifa-Gewalt, die in den allermeisten Fällen für die Täter folgenlos bleibt, der Fluchtpunkt, auf den jeder „Nazi-Vorwurf“ hinausläuft. Die Presse weiß das sehr gut. Sie wissen, daß die mediale Markierung als „Nazi“, zumindest in Westdeutschland, eine Art Vogelfreiheit bedeutet, in der die Opfer den frei und feige operierenden linksextremen Privatinquisitoren ausgeliefert werden.

Den Vergleich, was geschehen würde, wenn Rechte Häuser dauerhaft besetzen, Drohbesuche bei Firmen machen, Autos anzünden und linke Politiker in ihren Büros überfallen würden, ersparen wir uns hier. Jeder in Deutschland weiß, daß die Antifa keine echte Repression erleidet. Possen wie um die Rigaer Straße zeigen in der folgenden „Kriegserklärung“ letztlich nur, was sich die Linken alles erlauben können. Während die rechten Strukturen in regelmäßigen Repressions-Intervallen komplett zerschlagen wurden, wächst der linksautonome Sumpf in seinen Netzwerken und Operationsbasen rechtlich unbehelligt, medial unbeachtet und mit Steuergeld gefüttert seit Jahrzehnten vor sich hin. Verfolgt werden maximal Einzeltäter - und auch das nur selten und inkonsequent.

Trotz dieser gemütlichen Lage, trotz einer jahrzehntelangen ununterbrochenen Tradition an Wissen, Techniken, Geld und Personal bringt die linke Szene nichts zustande. Im Grunde hat sie sich seit dem Ende der RAF mit ihrer Rolle als „Kammerjäger“ des Systems abgefunden. Ideologisch bewegt sich wenig. Das letzte „große Ding“, das einen neuen Anfang hervorrufen hätte können, die Spaltung der Szene in Antiimps und Antideutsche, ist längst wieder im Sand verlaufen. Zwischen den tausend peinlichen, belanglosen Streitigkeiten über politisch korrekten Sprachgebrauch ist die „autonome“ Szene zu einem bräsigen und langweiligen Konsens geronnen. (Sogar die Bahamas ist nicht mehr das, was sie einmal war.)

Der Grund dafür liegt meiner Ansicht nach auf der Hand: Die ideengeschichtliche Aufgabe der Linken ist vorbei. Ihre politische Theorie ist am Ende. Ihre Geschichtsphilosophie greift nicht mehr. In der Vergangenheit liegen nur Zusammenbrüche, die Gegenwart wird nicht verstanden und vor der Zukunft hat man Angst. Eine fiebrige Apokalyptik macht sich breit.



Das, was von Adorno und Co in der Kritischen Theorie vorhergesehen und mitbewirkt wurde: der Verlust jeder bestimmten Negation, jeder konkreten und positiven Vision einer geschichtlichen linken Aufgabe und ihres Trägers findet nun sein Endstadium. „Daß Auschwitz sich nicht wiederhole“, ist der letzte Imperativ einer ideen-, strategie- und visionslosen Selbsthilfegruppe für jene, die mit dem kapitalistischen Betrieb der Moderne nicht zurechtkommen, aber zu zaghaft oder zu beschränkt sind, seine ideologischen Grundlagen zu hinterfragen. Um diesem Imperativ zu folgen, der nur mehr ein schwacher Abglanz der marxschen Zielvorgabe einer „Welteinrichtung“ ist, müssen überall die „Auschwitzwiederholer“ aufgedeckt und attackiert werden. Hier ist oft der Wunsch nach einer geschichtlichen Aufgabe und einem sinnhaften, abenteuerlichen Leben Vater des Gedanken. Wenn sie nicht vorhanden sind, werden die Hitler-Wiedergänger einfach frei erfunden. Die Antifa braucht ihre Neonazis wie ein Verdurstender das Wasser. (Genau an dieser immer absurderen Ausweitung des Nazivorwurfs und ihrem immer verrückterem exterminatorischen Antipatriotismus wird die Linke am Ende selbst zugrunde gehen.) Gerade der Black Block und das Phänomen der drogenaffinen Pop-Antifa des letzten Jahrzehnts entlarven das gesamte linke Projekt als das, was Sorel schon vor einem Jahrhundert erkannt hat: eine verzweifelte Suche nach einem Mythos. Der Erlebnis- und Gewaltkult der Linken, der schon in Sartres Vendee-Existenzialismus vorgeprägt war, kommt in der linksautonomen Subkultur zu sich selbst. Der spannende Kampf „um“ ihre Ideale, die gemeinschaftlichen Stimmungen des Hasses, der (Schaden-)Freude und Selbstgerechtigkeit, die er auftut, ist für sie letztlich wichtiger „als“ die Ideale selbst.
Als Sorel das bewußt wurde, wurde er Faschist.

Und genau dieser Begriff führt uns zum zweiten Teil meines Artikels, in dem ich den Nutzwert der Antifa für eine europäische Reconquista analysieren werde. Neben ihrer Gewalt ist die Antifa stets die Avantgarde, wenn es darum geht, den ohnehin schon extensiven „Nazivorwurf“ in seiner Bedeutung auszudehnen. Jeder Begriff hat einen „Begriffskern“ und einen „Begriffshof“. Für die Antifa ist aber, getreu Dimitrows Kapitalfaschismusthese, jeder ein latenter Nazi, der nicht fanatisch am linken Projekt mitarbeitet. Der selten dämliche Begriff vom „Extremismus der Mitte“, der 2015 sogar Eingang in den österreichischen Verfassungsschutzbericht fand, besagt, daß im Grunde in jederm besorgten Bürger ein latenter Neonazi steckt. „Ich bin kein Nazi, aber“, die von ihrem eigenen omnipräsenten Nazivorwurf selbst erzwungene Floskel, mit der jeder politisch Korrekte einwanderungskritische Positionen einleiten muß, wurde den Linken daher in den letzten Jahren zum „Nazi-Bekenntnis“.

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Diese aberwitzigen Extensionen und Entgrenzungen des Nazivorwurfs, (für Rassismus etc. gilt dasselbe) zielen letztlich auf ein totalitäres Kritikverbot am Multikultiprojekt ab. Das ist natürlich ein demokratiepolitischer Skandal. Es ist einer der Hauptaspekte unseres sanften Totalitarismus. Es ist das letzte Aufgebot der „Festung Multikulti“, des luftdicht verschlossenen Gedankenbunkers der herrschenden Elite, die jeden Kontakt zur kritischen Masse verloren hat.
Gleichzeitig wirkte und wirkt dieser allgegenwärtige und tatsächlich lebensbedrohliche Nazivorwurf aber auch wie ein Katalysator auf die rechte Theoriebildung. In einer seltsamen dialektischen Wechselwirkung brachten die Linken damit letztlich die Neue Rechte und die neuen patriotischen Bewegungen hervor, die sie eines Tages als 4. politische Theorie beerben werden.
Auch schon lange vor der Identitären Bewegung vollzog die unterdrückte rechte Szene in der Hitze des Meinungsgefechts eine diffuse chemische Transformation, die auch ich am eigenen Leib miterlebte. Als ich in „die Bewegung“ trat, gab es ein wildes Durcheinander an altrechten Positionen, Rückgriffen auf Alternativ-Versionen (wie Nationalrevolutionäre oder Faschisten) und progressive Versuche der Neuformulierung. Begleitet wurde dieses Gezerre durch ein wildes Changieren des Stils und der Organisationsformen. Konkret war (und ist) man in diesem Lager aber keinen Schritt weiter als die Antifa. Was sich am Ende durchsetzte, war ein altrechter Kompromiß, der sich vor allem in der gemeinsamen Mode, Musik und im Feindbild ausdrückte. Nach einigen Bieren blätterte sogar bei „Nationalen Sozialisten für Israel“ jeder ethnopluralistische Putz ab. Dennoch kann man viele zirkulierende Positionen womöglich als „protoidentitär“ bezeichnen.

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Woran jeder Versuch einer Neuformulierung und damit Verortung jenseits des politisch neutralisierten Sektenwinkels (teils mit Bezügen zum NS) scheiterte, war letztlich dieser altrechte Kompromiß, der zwischen der Außen- und Innenwirkung notwendig eine unüberwindbare Barriere schob. Wie man nach außen wirkte, war das eine, aber wer „reinkam“ und drinnen bleiben wollte, war und wurde notwendig „Nationaler Sozialist“, Faschist etc., oder er ging wieder. Und viele gingen.

Damit war, strategisch betrachtet, der Wirkungskreis dieser Gruppen von Anfang an auf einen vernachlässigbaren Bruchteil der Bevölkerung beschränkt. Und das zu Recht. Wie die Ideologie der Antifa so bietet auch der Nationalismus, als 3. politische Theorie, keine ideengeschichtliche Antwort auf die großen Fragen, vor der unser Volk und alle Völker heute stehen.
Es war auch die ständige Attacke der Antifa, ihr ständiger Druck, der aus diesem unehrlichen und inkonsequenten Flickwerk, aus den Überresten des europäischen Faschismus und Nationalismus die Abspaltung und Geburt einer Neuen Rechten hervortreiben mußte. Diese ist, wenn sie wirklich neu und wahrhaftig, das heißt von der Seinsfrage angesprochen ist, immer auf dem Weg zu einer 4. politischen Theorie. Sie ist weiters notwendig von der „linken“, aber auch von der „liberalen“ Kritik beeinflußt, geläutert und an ihr gereift. Der permanente, totale und unversöhnliche Nazivorwurf der Antifa gegen jede Fassung nationaler Identität, der permanente Vorwurf eines Chauvinismus, Vernichtungswillens, Konstruktivismus, des versteckten kapitalistischen Herrscherinteresses etc. wirkte wie eine Katharsis. In dieser mußte jeder, der sich mit der linken Kritik in der abendländischen Ideengeschichte auseinandersetzte, eine gewisse Berechtigung erkennen, wie das auch Heidegger tat:
„Man mag zu den Lehren des Kommunismus und zu deren Begründung in verschiedener Weise Stellung nehmen, seinsgeschichtlich steht fest, daß sich in ihm eine elementare Erfahrung dessen ausspricht, was weltgeschichtlich ist. (...) Wer den «Kommunismus» nur als «Partei» oder als «Weltanschauung» nimmt, denkt in der gleichen Weise zu kurz“. (Heidegger, Über den Humanismus, GA9, S. 340f)


Die geistige Anstrengung und die aufrichtige Suche beim Versuch einer Neuergründung und Neuformulierung nationaler Identität jenseits der obigen Vorwürfe führen notwendig zu einer radikalen Kritik der Moderne. Diese Kritik geht über die verkürzte und verblendete Modernekritik des NS und des Faschismus hinaus. Sie muß zuletzt auch in den geistigen Vorläufern der real existierenden Nationalismen und Faschismen mit Heidegger die Machenschaft, den Nihilismus und neuzeitlichen Subjektivismus orten und kritisieren. Man muß, wie der Denker sagte, auch gelegentlich „unbarmherzig gegen die Traditionen“ sein, wie etwa gegen die deutsche „Tradition“ des Franzosenhasses.
Blickt man nicht nur Jahrzehnte, sondern Jahrhunderte zurück, so erkennt man die Rollen und Aufgaben von Liberalismus, Sozialismus und Nationalismus in der Moderne. Den großen Anspruch, die untergegangene christliche Glaubenswelt als politische Religion zu ersetzen, hat letztlich keine politische Theorie eingelöst. Dem Nationalismus in seiner Rolle von 1848 bis 1945, nach Nolte, „gerecht zu werden“, bedeutet sicher keine Übernahme des antifaschistischen Verdikts. Doch wer kein Quellen-Historiker und Archivar des Alten sein will, sondern aktiv eine politische Entscheidung sucht, wird sich nicht mehr wohlüberlegt in die Tradition einer dieser großen ideologischen Entwürfe stellen können.

Die Antifa, die letztlich - gerade in ihrer antideutschen Prägung - nichts anderes ist als der verselbständigte Selbstekel des „Volksgeistes“, hat die wichtige Aufgabe, die kritischen Geister aus der stickigen Zwischenwelt der Postmoderne wieder in die Ideengeschichte zurückzutreiben. Daß diese kritischen Geister sich heute notwendig im „rechten“ Lager finden, sich dort in „neurechten“ Kreisen sammeln, von denen aus sie auf die Suche nach sich selbst gehen, ist der geistesgeschichtlichen Lage geschuldet.



Als Menetekel und Hürde, als Prüfstein und Gegner ist sie, auf geistiger Ebene weit mehr als auf der Straße, eine fruchtbare intellektuelle Herausforderung. Der Tag ihrer Verwindung wird der sein, an dem es uns, den „Neurechten“, gelingt, eine neue bewegende Vision zu finden, die nicht nur die bereits Erreichten und Überzeugten, sondern auch die Gewohnheitslinken, am Ende eben unser ganzes Volk, ins Mark trifft und damit der Antifa jede Unterstützung entzieht.

Die Unterstützung, die sie im linksintellektuellen Lager hat, der Ekel und Haß der Augsteins vor dem eigenen Volk, ist nicht nur ein neuartiges pathologisches Phänomen. Er hat ein gewisses geschichtliches Herkommen und vielleicht sogar den Kern einer Berechtigung. Er ist vielleicht sogar eine ideologisch entfremdete Entartung der bitteren Worte Hölderlins und Nietzsches über „ihre“ Deutschen. Was würden die Dichter heute sagen, wenn sie ihre Deutschen heute in all ihrer Dekadenz, Traditionsvergessenheit, in ihrem sinn- und ziellosen Dasein sehen könnten?
Ich möchte der Antifa, die mit ihrem Haß, mit ihrem leidenschaftlichen Vernichtungswillen, mit ihrer staatlich finanzierten Bespitzelung und ihren pauschalen Vorurteilen ständiger Begleiter und Impulsgeber für mein politisches Leben war, an dieser Stelle herzlich danken. Sie war die scharfe Peitsche, die mich und andere aus der geistigen Trägheit einer Szene getrieben und zu einer Bewegung gemacht hat, die sich den wahren Herausforderungen der Zeit stellt. (Wie immer bei allen wichtigen Veränderungen geschah das nicht in einem trägen Gesamt-Kompromiß dutzender Kleingruppen, sondern im Aufbruch einer überzeugten Kleingruppe mit Gesamtvertretungsanspruch.)

Unser Volk und die Völker Europas kranken an etwas Tieferem, das letztlich auch den Beweggrund aller linken Straßenaktivisten ausmacht, denen ich mich immer verbundener fühlte als linksliberalen Maulhelden: es ist der Nihilismus und die Frage nach einem sinnvollen und guten und gerechten Leben in einer Welt, die nicht mehr dieselbe wie vor 100 Jahren ist.

Wo der raumvergessene linke Universalismus mit seiner neurotischen Ausblendung nicht auf das Erwachen der Kulturen und Identitäten reagieren kann, verfehlt die Alte Rechte mit Nationalismus und/oder Biologismus das, was als ethnokulturelle Identität überepochal auch das „Nationale“ ausmacht.
Die eigentliche Frage nach dem „telos“ und nach einem Lebenssinn beantworten die Linken mit einer in der Realität kraft- und farblos gewordenen One-World-Utopie, die nur mehr in den Kindergarten-Malbüchern bunt ist. Die altrechten Nationalisten kennen hier nur einen dumpfen Darwinismus, die „Lebensweitergabe um des Lebens willen“, welche niemals in der gesamten bekannten Geschichte einem Volk den notwendigen Antrieb zum Daseinserhalt gab.

Auch die dritte und vielleicht wichtigste Frage in der heutigen hypermoralischen Gesellschaft, die Frage nach dem „richtigen Leben“ wird von beiden falsch beantwortet. Die Linken predigen einen widersprüchlichen moralischen Universalismus, der heute an seiner verantwortungslosen Grenzenlosigkeit zerbricht und als einzigen Antrieb den pathologischen Schuldkult kennt. Die Altrechten und Nationalisten wollen eine Rückkehr zum engen Horizont einer tribalistischen Ethik und verkennen dabei, dass wir in einer Epoche leben, in der unumkehrbare Informationsfortschritte und technische Möglichkeiten eine gesellschaftliche Gleichgültigkeit für den Rest der Welt ausschließen. Der Antrieb für diese Haltung ist am Ende meist doch wieder ein verklausulierter rassischer Chauvinismus. Am Ende steht hinter beiden Ideologien der neuzeitliche Subjektivismus, der in seiner Brille jede Daseinsfrage nach Herkunft, Gemeinschaft, Solidarität, Menschlichkeit, persönlicher Freiheit und Endlichkeit ideologisch verzerrt.

Als ich erfuhr, dass die Präsidentschaftswahl in Österreich wiederholt werden soll, war ich zuerst euphorisch und in Eroberungsstimmung. Langsam wurde mir aber wieder eine Sache bewusst: Egal wer gewinnt, das Land bleibt gespalten. Die Hofer-Wähler und die Bellen-Wähler werden einander nicht loswerden. Wir werden miteinander leben müssen. Wir werden mit ihnen leben müssen. Ja mehr: Wir werden sie aus ihrer eigenen geistigen Einbunkerung retten müssen!
Sie hatten ihr 68. Jetzt ist der Ball bei uns. Aber wer sind wir und was wollen wir?
Natürlich führt die Zuspitzung, die Europa heute erlebt, auch zu einer Stärkung der Alten Rechten und ihrer nationalistischen, tribalistischen und chauvinistischen Ideologie. Wenn unsere Länder überschwemmt und islamisiert, unsere Frauen und Töchter vergewaltigt werden und unsere Volkswirtschaften zusammenbrechen, ist das Klima für ein nationalistisch-rassistisches Revival denkbar günstig.



Doch es ist klar, dass auch ein Nationalismus redivivus niemals das ganze Volk hinter sich sammeln, niemals die Studenten, die Kulturszene, die Journalisten etc. für sich gewinnen könnte. Der Grund dafür ist eben nicht nur „Umerziehung“, sondern die ideengeschichtlich bedeutende Rolle der Kritik, die sie vertreten. (Ich habe das in meinem ersten Blogbeitrag angedeutet.)
Sie sind damit notwendig Komparsen und Korrektive, nicht aber die Akteure einer Veränderung. Diese kann nur entstehen, wenn der Druck und die Wut der materiellen Verschärfung der Lage in einer geistigen Verschärfung gesammelt werden. Eine geistige Verschärfung, die von der taktisch-strategischen Ebene auch auf die weltanschaulich-philosophische umschlägt.

Die deutschen und französischen Neuen Rechten und vielleicht insbesondere wir in Österreich haben hier eine ausgezeichnete Aufgabe. Als Erben des extremsten Nationalismus, als Enkel derjenigen, die alles auf die Spitze getrieben haben, stehen wir in einem besonderen historischen Gefüge. Wir sind Erben einer seltsamen Tradition aus Geist und Barbarei, Archaischem und Modernem. Unsere Vorfahren haben Unvorstellbares erlitten und unvorstellbar leiden lassen. Sie haben nie Dagewesenes geleistet und sich nie Dagewesenes geleistet. Hoffnungen und Träume, Verrat und Enttäuschungen - wir leben in den Nachwehen einer emotionalen Eruption, die eine gewisse generative Lethargie und Antriebslosigkeit der Nachkommen durchaus rechtfertigt. Aber wir müssen uns erneut stellen. Unsere Flucht in die Geschichtslosigkeit endete im Jahr 2015, als die Geschichte in Form der „refugees“ in unser Land „flüchtete“.

Anders als der englischsprachige Raum, dessen rechte Intelligenz fast ausschließlich in den altrechten Mustern des „white nationalism“ auf die Lage reagiert, und die slawischen Völker, denen man einen postsowjetischen Revanche-Nationalismus nicht vorwerfen kann, sind wir diejenigen, die aus dem ganzen Wahnsinn, der aufgestauten Emotionen, Wünsche und Abgründe, der endlosen Langeweile und Sehnsucht nach einem Ereignis einen neuen Mythos erfahren können, in dem sich erst eine neue Thymosspannung bilden kann.

Dieser Mythos muß als Erzählung an unsere geistige Tradition anknüpfen, die Geschichte in ihren Höhen und Tiefen, Herrlichkeiten und Verbrechen annehmen und sich in der denkerischen Höhe jener befinden, deren Metaphysik, (d.h. Welt- und Menschenbild) heute global geworden ist: Kant, Hegel, Nietzsche, Freud und Marx.

Das alles, man wird darauf gewartet haben, erschließt und eröffnet sich uns nur über den größten Denker der Moderne, Martin Heidegger. Peter Trawny bemerkte unlängst bei einem Vortrag, daß in Heideggers Denkweg auch noch die Gefahr des Philosophischen, sein Selbstverrat an die Ideologie lebe. Die Versuche, der Philosophie „diese Gefahr auszutreiben“, also das Denken politisch korrekt zu formen und zu kanalisieren, erkennt Trawny aber als die eigentliche Gefahr der Moderne. In der Freiheit liegt immer auch die Möglichkeit zum Irrtum. Abenteuerliches Denken kennt keine Tabus und muß sich auch der Gefahr des Irrtums aussetzen. Alles anderes mündet in der geistigen Entropie eines kritischen Rationalismus und einer erstickenden, politisch korrekten Sozialtechnik.

Wir selbst kommen geschichtlich gesehen aus dieser „Irre“ und das spannende Chaos, das wir aus ihr mitbringen, ist vielleicht das letzte, was das Abendland wieder in Bewegung setzen könnte. Eine Bewegung, die zu einer Besinnung führt, die Machenschaft beendet, statt sie als „Jude“ oder „Nazi“ personalisiert „vernichten“ zu wollen, und – ja, so weit gehe ich - ein menschenwürdiges Leben für alle anstrebt, ohne dabei den Weltstaat und die Lüge Menschheit zu propagieren. Letztlich keine perfekte und befriedete Welt, aber eine, in der man „ohne Angst verschieden sein kann“.
All diese Ideen und Visionen gären derzeit in einigen Wenigen, von denen sich die meisten, aber nicht alle in der Identitären Bewegung sammeln. Die haben noch nicht zum Begriff gefunden. Auch die IB ist vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluß, sondern eine Leitersprosse. Ich weiß nur, daß es, flüchtig und verborgen, eine uneingelöste und hochtrabende europäische Sehnsucht gibt, deren „Aufenthaltswahrscheinlichkeit“ heute im neurechten Lager am höchsten ist. Ihre Umsetzung in Taten, Bilder und Worte wird sich gegen den Prüfstein der Antifa durchsetzen.


Wie Walter Benjamin im Einklang mit Nietzsche erkennt, ist es notwendig, daß diese ersten Schritte unzeitgemäß, lächerlich und absurd erscheinen. Sie sind nämlich das „ganz Andere“ zum gewohnten Einerlei. Nur eine gesunde Prise Ironie und eine gewisse Unschärfe und Ablehnung gegen die endgültige Systematik, eine gewisse Unordentlichkeit ist vielleicht zu dieser Aufklärung über die Endlichkeit der Aufklärung in der Lage. Darin kommt vielleicht den traditionell unphilosophischen, unsystematischen und schlampigen Österreichern und ihrer Vereinigung von barocker Geistigkeit und östlicher Ungeformtheit eine besondere Rolle zu.

All diese Gedanken und Ideen verführen, überfallen mich immer dann, wenn ich sie nicht durch konkreten Aktivismus bändigen kann. Am Ende sind es jedoch Fragen, die nicht nur rein denkerisch beantwortet werden können. Hugo von Hofmannsthal, der Stifter des Begriffs „konservative Revolution“, der in der IBÖ gerade wiederentdeckt wird, sagt: „Der Glaube an Europa ist das geistige Fundament unseres geistigen Daseins. Ihn mit deutlichen Worten zu verleugnen, hätte niemand den Mut, so kommt alles darauf an, daß er durch aufbauende Taten immer wieder bekannt werde.“
Da ich und andere diesen Taten treu bleiben werden, werden wir der Antifa auch weiterhin auf der Straße begegnen. Es kommt aber darauf an, daß wir ihnen auch geistig begegnen und uns mit ihnen auseinandersetzen. In dieser Begegnung gilt es, tiefer zu sehen als sie und sich trotz aller Niedrigkeit und Bosheit nicht auf ihr Spiel einzulassen, bis zuletzt die Offenheit und Gesprächsbereitschaft zu bewahren. Denn sie sind ein Teil von uns. Sie sind unsere Brüder, sie sind „deutscher“ als die meisten Deutschen und leiden ehrlich und mit uns an dieser Zeit. Sie sind das verdinglichte und leibhaftige schlechte Gewissen, die immer noch unüberwundene Auseinandersetzung mit unserer Geschichte. Vor allem aber sind sie und ihr universalistisches Korrektiv die aufdringliche, schmerzhafte und unbarmherzige Frage nach dem Sinn eines deutschen und europäischen Daseins im 21. Jahrhundert. Wenn wir uns dieser Frage nicht stellen, wird es kein solches Dasein geben. Und nirgends ist diese Frage in persona der Antifa quälender und unvergeßlicher als bei uns. Am Ende, das ist meine Hoffnung, kann ein neues Kapitel die alten Spaltungen überwinden, kann sich im Scheitern von Multikulti und der Hitze der Invasion Europas eine echte Erneuerung statt einer komödiantischen Wiederholung des tragischen ideologischen Bürgerkriegs abspielen.

Es liegt an uns. Der Ball liegt bei uns. An die Antifa gerichtet möchte ich diesen Text mit einem schönen Zitat von Drieu la Rochelle beenden, das er niederschrieb, kurz bevor er sein eigenes Leben beendete:
„Ihr werdet mir nicht entkommen, ich werde euch nicht entkommen.“

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Kommentare (119)

Heiner Kronental
12. Juli 2016 14:55
Mit Verlaub, der Text ist doch bloß eine matte pseudointellektuelle Erhöhung der roten SA – um sich selber als großen Geist zu produzieren. Natürlich mit den üblichen aufgeblasenen Schlüsselworten, also Garnierung mit Adorno und, na klar, Heideggerchen darf bei sowas auch nie fehlen. Hier werden Probleme gefunden und auseinanderklamüsert, die außer Herr Sellner niemand gesucht hat. Weshalb man im Text mehr über Herrn Sellner erfährt als über die Antifa. Denn die Antifa besteht einfach aus antidemokratischen Schlägern mit Gruppentrieb, oft mit, oft aber auch ohne nennenswerte Ideologisierung. Zumal die Soziologie der Antifa gut bekannt ist, das sind heutzutage meist Freizeitantifanten, im Gegensatz zu früher usw. Also, da gibt es keine großen Geheimnisse, keinen Bedarf nach Adornosierung hoch 2, keine unbedingte Notwendigkeit nach geschichtsphilosophischen (grässlich) Einordnungen. Solche Texte dienen ausschließlich sich selbst.
Holzfäller
12. Juli 2016 14:57
Wenn unsere Länder überschwemmt und islamisiert, unsere Frauen und Töchter vergewaltigt werden und unsere Volkswirtschaften zusammenbrechen, ist das Klima für ein nationalistisch-rassistisches Revival denkbar günstig.


Theoretisch müsste es so sein, ja. Doch praktisch ist es das nicht in einem Land in dem lediglich 13% der Bevölkerung unter 15 Jahren sind. Rechnet man ausschließlich die authochthonen Deutschen vermutlich sogar nur 7-8%. Dieses Revival erschöpft sich deshalb in "Hasspostings" auf Facebook, Twitter, der ganze Social Media Kram eben, von irgendwelchen bräsigen, in der Stube hockenden 45-65jährigen die sowieso nichts machen. Die alte Rechte hat genau wie die neue Rechte keine manpower, und daher auch keinerlei Drohpotential.
Plikiplok
12. Juli 2016 15:08
Danke Herr Sellner!

Zitat: ... „eine wichtige ideengeschichtliche Bedeutung für unser Lager“...

Sie bestätigen mir eine in vielen Jahren an zahlreichen Personen gewonnene Erkenntnis:

Die individuelle Zustimmung des Menschen zu einer Partei, Person, Weltanschauung, o.ä., erfolgt eher selten aus der eigenen festen Überzeugung, aus der persönlichen Vorliebe, Kenntnissen, Zuneigung, Sympathy, etc. heraus.

Sehr viel verbreiteter ist die Ablehnung, die Antipathie, unter Umständen sogar der Hass auf all das und diejenigen, die man selbst unter keinen Umständen mag, deren Machtentfaltung man auf jeden Fall verhindert sehen möchte.

Erst über diesen Umweg findet sich dann eine Anhängerschaft zusammen, also eher über die Ablehnung des Nichtgewünschten als über die bewußte Zustimmung für das Gewünschte.
Realist
12. Juli 2016 15:09
Eine Gruppe, die das „Anti“ im Namen trägt und sich daher aus dem „Dagegen“ definiert, wirkt auf mich immer erbärmlich und sekundär.


Nun hauen Sie mal bitte nicht im Eifer unbeabsichtigt die Dresdner Spaziergänger pauschal in die Pfanne. Ist wie bei einer Bazooka - direkt dahinter darf man auch nicht stehen.
der Gehenkte
12. Juli 2016 15:54
Was für ein grandioser und kraftvoller Text! Sellner setzt damit die Analysen Kleine-Hartlages fort und erweitert den Horizont. (Immer wenn ich Sellners Texte lese, verfalle ich unbemerkt in sein wunderbar wienerisches Idiom - als Vlogist kann man gar nicht anders).

David Starkey hatte gegen den Islam einmal vorgebracht: "Nothing has been written in Arabic that matters for at least the last five centuries."

Man kann den Satz auf die Linke wenden und muß nur die Zahl etwas verkleinern. Was war der letzte maßgebliche und tiefe Text des Marxismus? Mir fallen nur Nachlaßwerke ein: Hans Heinz Holz und Wolfgang Harich und beide kehren nur noch zusammen. Vielleicht noch Rudolf Bahro, der mit der "Logik der Rettung" die Biegung auch ins Konservative nahm.

Habe ich etwas übersehen? Bitte, geehrte Foristen, nennen Sie mir etwas, damit ich endlich mal wieder die andere Waagschale belegen kann.

Großartig auch die Auseinandersetzung mit den Nationalismus redivivus - im Übrigen ein Schlag gegen die gestrige Vereins-Meyerei, der hier viele zu huldigen scheinen.

Die Latte ist nun hoch gelegt: Nun ist es an der Aufgabe, diese positive Vision der Rechten zu verfassen und zur Diskussion zu stellen. Dem Vernehmen nach arbeitet Jongen an so etwas, aber mich würde die Sellnersche Variante aus dem Geiste Heideggers mehr interessieren.

Vielleicht sollte Sellner mal ein Sabbatjahr machen, statt hunderttausend Kilometer zu fressen um ein Megaphon zu halten. Das können auch andere.
Morbrecht
12. Juli 2016 15:54
Die identitäre Sprache mutet teilweise fast religiös an, und ich habe den Eindruck, dass das an religiösen Motiven bzw. am Motiv der Suche nach etwas Transzendentem liegt. Die Begriffe der "Identität" oder des "Eigenen" wirken dabei auf mich manchmal wie Lückenfüller, die auch verdecken, dass diese Suche nach Transzendenz sich noch in einer sehr frühen Phase des Weges befindet.
Das ist nicht abwertend gemeint und soll nur darauf hinweisen, dass jemand, der im Grunde nach Religion sucht, sich auch dessen bewusst sein sollte und dann entweder zu einer vorhandenen Religion finden sollte oder sich eine neue Religion schaffen müsste. Darunter ginge es nicht, wenn man die Frage nach "Telos", "sinnvollem und gutem Leben" oder dem großen Mythos stellt.
Disobbedisco!
12. Juli 2016 16:12
Martin, du Gutmensch!
deutscheridentitärer
12. Juli 2016 16:33
Mit Verlaub, der Text ist doch bloß eine matte pseudointellektuelle Erhöhung der roten SA – um sich selber als großen Geist zu produzieren. Natürlich mit den üblichen aufgeblasenen Schlüsselworten, also Garnierung mit Adorno und, na klar, Heideggerchen darf bei sowas auch nie fehlen. Hier werden Probleme gefunden und auseinanderklamüsert, die außer Herr Sellner niemand gesucht hat. Weshalb man im Text mehr über Herrn Sellner erfährt als über die Antifa. Denn die Antifa besteht einfach aus antidemokratischen Schlägern mit Gruppentrieb, oft mit, oft aber auch ohne nennenswerte Ideologisierung. Zumal die Soziologie der Antifa gut bekannt ist, das sind heutzutage meist Freizeitantifanten, im Gegensatz zu früher usw. Also, da gibt es keine großen Geheimnisse, keinen Bedarf nach Adornosierung hoch 2, keine unbedingte Notwendigkeit nach geschichtsphilosophischen (grässlich) Einordnungen. Solche Texte dienen ausschließlich sich selbst.


Bitte, sowas ekelt mich an.

Sie sind nicht nur intellektuell sondern auch als Tatmensch weniger Wert als Sellner, also zügeln Sie sich gefälligst.

Wenn Sie etwas nicht verstehen denken Sie drüber nach, aber reißen Sie nicht das Maul auf und blöken Männer an, die in jeder Hinsicht über Ihnen stehen.
eulenfurz
12. Juli 2016 17:12
Eine Überhöhung der sog. „Antifa“, wie Kommentator 1 schon darstellt, die sich doch grundsätzlich aus drei Gruppen zusammensetzt:

1. Typen, die über linken Style definieren und über die unzähligen „Kulturzentren“ zu Antifa-Veranstaltungen mobilisieren lassen, ziemlich unpolitisiert, eher alkoholisiert, das Gros bei deren Aufläufen,
2. Gewaltbereite Ideologen mit penetrant postulierten Rechtfertigungstheorien (Rassismus usw.), die weitgehend unbehelligt stigmatisieren und überfallen und denunzieren und ungeniert ihre Menschenfeindlichkeit ausleben dürfen,
3. Alimentierte Ideologen der Anti-Rechts-Industrie, ansonsten Zivilversager, dementsprechend auf Quotenpöstchen in Funk und Presse und Vereinen usw.

Der Durchschnitts-IQ dürfte mit aufsteigender Gruppe 85, 100 und 115 betragen - die einen sind doof, die anderen niederträchtig und die nächsten langweilig. Kein Verständnis dafür, daß man sich von denen in irgendwelche Bewußtseinsebenen drängen lassen sollte. Soll ich mir von einem Straßenköter, der mir in die Waden beißen will, den Weg vorschreiben lassen?

Was natürlich nicht heißt, daß man Typen auf der rechten Seite nicht in gleichfalls beschämende Kategorien packen könnte: Asoziale, welche die im Fernsehen dargebotenen „Nazis“ toll finden und ebensolche zu werden trachten; Dumpfbacken, die über Rassismen ihr Selbstwertgefühl stärken; Kleinbürger mit Abstiegs- und Verlustängsten, denen von linken Ideologien jahrzehntelang die Selbstverantwortung abdressiert wurde ...

Es gibt Macher, die sind "rechts", leben konsequent „rechts“ und bewegen sich in einem dementsprechenden Umfeld, und die werden dennoch von sie umschwirrenden „Suchenden“ zunächst für linke Gurus gehalten, weil sie sich aus den Kategorien stehlen und weil sie genau dieses schöne Leben anpacken und vorleben, das sonst nur für grüne Zukunftsphantasmen gereicht. Um also das Wahre und Schöpferische und Wertvolle und Bleibende des Lebens zu finden, bedarf es weder einer Antifa, noch irgendwelchen anderen Mülls dieser postmodernen Menschenmassendeponie

Nun ja, und von dem nostalgischen Gedanken einer „Volkswiederbelebung“ sollte sich auch ein ewig den Zuständen hinterher hinkender Konservativer langsam verabschieden - Zeitverschwendung; wem es nicht gelingt, das anhand der ihm täglich begegnenden Antlitze und Biographien zusammenzuzählen, der kann auch gern Bevölkerungsstatistik betreiben.

Das ist keine Aufforderung zu Defätismus, sondern zu Alternativensuche. Wo sonst, wenn nicht hier, wer, wenn nicht ihr?
Stil-Blüte
12. Juli 2016 17:14
@ Heiner Kronental

...Hier werden Probleme gefunden, die außer Herrn Sellner niemand gesucht hat.


Stop! 'Gesucht' vielleicht nicht, aber 'gefunden' hat. Herr Kronental, Sie sind mir ja einer! Tatendrang alleine hat noch keine Bewegung vorangebracht. Immer bedurfte es des geistigen Feuereifer. Hätten Sie, Herr Kronental, Sellners Aktionen mal verfolgt, wären Sie wahrscheinlich zu einer anderen Konklusion gekommen. Daß Herr Sellner in hohem, ja außergewöhnlichem Maße beides in seiner Person vereint - nur das macht ihn für die 'Antifanten' so anziehend. Und im umgekehrten Sinne sollte er es für uns erst recht sein. Es gab und gibt keine Befreiungsbewegung - welche auch immer -, die nicht gelungen wären ohne den Feuereifer des Geistigen und Tätigen. Daß die Linken keine mehr haben, wird brillant entwickelt. Warum sollten wir, die Neuen Rechten, die Konservativen, die Identitären vom Geist verabschieden? Nur über den Weg der Theoriebildung (der Studentenbewegung - haben die nicht gelesen, studiert?) ist es doch den Linken gelungen, Positionen in den Institutionen zu erobern. Und nicht Götz Kubitschek zu vergessen, der vorbildlich beide Seiten der in sich lebt, zeigt und dazu aufruft.

Es ist mir aufgefallen, daß zunehmend Kommentatoren auftreten, die geistreiche Beiträge abfallend beurteilen, so als seien diese Personen ausschließlich Stubenhocker, Bücherwürmer, mediale Laptop-Kämpfer. - 'intellektuell - das klingt plötzlich hier zunehmend durch, wird als kontraproduktiv abgetan.

So lange ich denken kann, waren mir anspruchsvolle Texte nicht von Übel, sondern Ansporn, sie zu verstehen. Ich wünschte, daß uns mittels unserer reichhaltigen Sprache die Fähigkeit erhalten bleibt und habe es immer genossen, daß dies hier gefördert wird, immer wieder, nicht nur über den eigenen Tellerrand, sondern hinter den großen Horizont zu schauen. Kraftquelle. 'Wenn die Neugier nicht wär, müßte ich nicht mehr wandern...' Nicht wie in den Schulen, wo das Niveau des Schreibens und mithin des Denkens immer mehr der miserablen Wirklichkeit angepaßt wird.

Aufgepaßt, Herr Kronental, daß Sie da nicht in eine Falle laufen, die Sie sich selbst stellen.

@ Sellner

Brilliant!

Allerdings - mit der Ahnenreihe
Kant, Hegel, Marx, Freud, Nietzsche,

bin ich nicht einverstanden. Vor allem Freud bereitet mir, und das mehr und mehr, Kopfzerbrechen, hat er doch der Sexualisierung des Kindes und der (Tiefen)Psychologisierung der Erwachsenen als 'Triebtäter' Tür und Tor geöffnet. Seltsam mutet es mich auch an, daß keine wirkliche konservative Größe unter ihren Vorreitern zu finden. ist.
Nordlaender
12. Juli 2016 17:23
@ Heiner Kronental

"Mit Verlaub, der Text ist doch bloß eine matte pseudointellektuelle Erhöhung der roten SA – um sich selber als großen Geist zu produzieren."

Die Antifanten sind als Straßenschläger die autonomen freien Kräfte der Globalisierer mit ihrer Wallstreetagenda "No border, no nation".
Der Leibhaftige und seinen Mannen waren als rechtsradikale Nationalisten Globalisierungsfeinde.
Wissen Sie überhaupt, wovon Sie schreiben, wenn Sie hier die Sturmabteilung ins Spiel bringen?

https://de.wikipedia.org/wiki/Sturmabteilung

Gut, daß Herr Sellner hier den neomarxistischen Vordenker Stephan Grigat erwähnt, wenige vermögen es so elegant, Wallstreet und VSA gegen jegliche Kritik zu immunisieren:

Stephan Grigat - "Antisemitismus & Kapitalismuskritik. Über Ressentiments und Judenhass"

https://www.youtube.com/watch?v=sKtV7JG0WM4

Hochinteressant, im gleichen Geiste:

http://www.gerhardscheit.net/pdf/KritikUndIdentification.pdf
Obrion
12. Juli 2016 17:26
Ein paar Anmerkungen zu diesem - ja, was eigentlich? Metapolitischen Artikel? Geistigen Auseinandersetzungen? Oder doch nur dem Aufwärmen altbekannter Positionen?

Warum AntiFa? Wieso beschäftigt sich der Autor mit diesem Thema, dass sicher wieder reißende Zustimmung bringen wird, aber zum eigentlich Erkentnisgewinn wenig bis nichts beitragen wird? Wie kommt er auf die Idee, dass die radikale Linke geistesgeschichtlich tot ist?
Transgender? Fließende Geschlechterrollen? Trigger-Theorien? Alles unbekannt oder noch nicht verbreitet?

Wer glaubt, dass die Linke am Ende ihres Weges angekommen ist und freudig über den Theorieverfall lächelt und über Geschlechtsprobleme nur die Nase rümpfen kann, der macht gleicht mehrere Fehler. Zum ersten soll derjenige die "Weiterentwicklung" der rechten Theorien in den letzten Jahrzehnten aufzeigen, die nicht nur ein lauwarmer Aufguss schon bekannter Positionen sind (Ethnopluralismus et. al.). Zum zweiten würde er der radikalen Linken, die zutiefst mit dem akademischen Milieu verwoben ist, zugestehen, dass es ihnen z.B. bei den Genderfragen tatsächlich um soetwas wie Geschlecht geht und nicht viel mehr um einen Umbau der Gesellschaft aus sich heraus. Nicht mehr wie bei Lenin oder gar Stalin soll der Neue Mensch mit der Knute erzogen werden, sondern er soll sich einer eigenen Verwerflichkeit innerhalb des kapitalistischen Systems bewusst werden und das himmlische Paradies auf Erden von sich aus anstreben. Soweit ich es beurteilen kann, sind die Epiogonen von Focault bisher recht weit gekommen auf ihrem Weg.

Zum dritten, und hier muss ich dem Autor heftig widersprechen, ist es eben nicht der Nihilismus, als Krankheit der Völker. Dieser ist, wenn überhaupt, ein Symptom einer Zeit, die im Allgemeinen Moderne genannt wird. So wie die Dichotomie in Rechts und Links ein Phänomen dieser Zeit ist und in der Postmoderne de facto verschommen ist, so ist der Nihilismus nur die kosequente Weiterführung eines Lebensentwurfes, der seinen Boden verloren hat, ihn aber wiederfinden will. Die Verneinung des Bestehenden ist spätestens mit der Konservativen Revolution fester Bestandteil rechter Denkfiguren, den anders als weithin gemeint - und im Text intendiert! - ist der Nihilismus kein bloßes "Nicht mehr!" sondern der Ausdruck eines nach Halt suchenden Ichs. Der anti-genealogische Effekt der Moderne (Sloterdijk) zwingt den Menschen der Moderne in den Nihilismus, in das Verbrennen der Brücken nach Hinten, weil er weiß, dass es dieses romantische Utopia der Vorzeit nicht mehr geben kann.

Gleiches gilt für den Nationalismus, der hier etwas vorschnell zu Grebe getragen wird. Den gleichen "höchst originellen" Ansatz versuchte schon Jünger im "Arbeiter" umzusetzen. Gelang auf etwas künstliche Weise, aber immerhin und auch hier im Gegensatz zum Autor, bot er eine globale Perspektive. Ethnopluralismus als einziges Gedankenfundament wird dabei whol eher etwas schwach sein.

Eine letzte Bemerkung zur Seinsfrage: Heidegger führt klar aus, dass sich die Seinsfrage aus Verborgenheit und Unverborgenheit heraus schickt, als genuin geschichtliches Ereignis. Sie kann nicht "angesprochen" werden. Selbst in "Sein und Zeit" gilt das mitgängige Erfahren des Seins, ohne das irgendwas auf die Seinsfrage "angesprochen" wird. Irgendetwas auf das Sein anzuspechen spricht eher von oberflächliger Heideggerlektüre.

Dabei möchte ich es aber auch bewenden lassen.
Stil-Blüte
12. Juli 2016 17:32
@ Sellner

Nachlese:
Auch ich habe Hugo von Hofmannsthal soeben für mich wiederentdeckt und war überrascht von seinem Plädoyer für das Deutsche.

Wie er deutsche Sprache, Musik (Salzburgh!) und Literatur lobt, ja feiert (damals galt österreichisch noch als deutsch), ist das Balsam für die Seele. Ich kann nur jedem raten, sich ihn zu Gemüte zu führen. Wenn er, der lüdische, lombardische u.a. Vorfahren aus dem k.u.k.-Völkergemisch hatte, das Deutsche privilegiert, sollte uns das erst recht dazu aufrufen, in seiner Nachfolge zu stehen.
ratloser
12. Juli 2016 17:58
Die Rhetorik dampft ein wenig. Ich fühle mich einerseits an die Politologieseminare erinnert, die ich einst in Marburg neben meinem Hauptstudium besuchte, andererseits an einen überwürzten Versuch, das Stilmittel des Pathos zu würdigen.

Und wenn dann auch noch mit dem Kampfbegriff "Biologismus" hantiert wird, den ich sonst nur immer aus den verspannten Mündern realitätsflüchtiger Linker höre, schaltet mein kleines Gehirn... einfach...ab.

Ob eine Hinwendung zum Semimystizismus die evolutionspsychologischen Probleme lösen hilft, die uns u.a. das Abreagieren an echt Religiösem erschweren, glaube ich kaum.

Der Wunsch nach Transzendenz, wo vielleicht gar keine sein kann, eint "Rechte" wie "Linke". Eine weitgehende Konstante des menschlichen Gehirns.

Dieses Bedürfnis wissen die Linken ala Antifa (natürlich nicht die Linken ala GRÜNE) mit einer doppelten Portion (meist destruktiver) Sinnlichkeit auszuleben. Die meisten "Rechten" nicht..schade.
Martin Sellner
12. Juli 2016 18:28
@Obrion Später mehr zu Ihren Punkten. Erstmal zu Heidegger: Das ist mir schon klar, aber in diesem Text geht es nicht primär um ihn und da müssen sprachliche Verkürzungen erlaubt sein. Ohne irgendwelche andere Texte von und zu Heidegger von mir mit einzubeziehen, alleine Fußend auf einer Spitzfindigkeit des Sprachgebrauchs ist Ihr Schluss auf eine "oberflächliche Lektüre" meiner Ansicht nach eher entlarvend. Mich würde Interessieren was Ihrem Dafürhalten nach der Unterschied zwischen Sein und Seinsfrage ist? Die Seinsfrage ist in Heideggers erster transzendental-horizontalen Phase die Zuspitzung und "Radikalisierung" des vorontologischen Seinsverständnisses, seine Thematisierung. Auch in der späteren seinsgeschichtlichen Phase in der das Dasein weniger akzentuiert ist. Gerade wenn Sie SuZ gelesen haben müssen Sie doch wissen dass es dem Buch um das Auslegen und Interpretieren genau dieser Erfahrung geht, deshalb ja auch Funtamentalonto-LOGIE. Heidegger ist schärfster Gegner des bloßen Erlebniskults, des Existenzialismus und einer Weltanschauungsphilosophie. Ich glaube eher Sie missverstehen den späten Heidegger und entlang jeder Interpretationslinien und "Passiven" Lesart, die irgendwann populär wurden. Nach wie vor geht es darum das was sprachlich fassbar ist zu "thematisieren" aber eben im Bewusstsein der Grenze des vorstellenden Aussagens, der Philosophie und des Denkens überhaupt. Nochmal: was ist für sie der Unterschied zwischen: Sein und Seinsfrage. Bitte lesen Sie auch mal den Text von mir über diese Problematik bevor Sie mir irgendwas unterstellen. http://www.sezession.de/50652/tatkult-und-revolution-von-rechts.html
firenzass
12. Juli 2016 19:30
"...sie sind unsere Brueder, sie sind "deutscher" als die meisten Deutschen"
Warum setzen Sie eigentlich die meisten"Deutschen" nicht auch gleich in Anfuehrungsstriche, eben so?
Und warum machen Sie nicht gleich rueber zur AntiFa?----------
"Nach wie vor geht es darum das was sprachlich fassbar ist......im Bewusstsein der Grenzen des..... Aussagens" Sellner
"...denn schweigend lernt ich den Verzicht, kein Ding sei wo das Wort gebricht." Stefan George
Es war nun aber genau der hier infrage stehende Martin Heidegger, der den Nonsense dieser Georgephrase bewies und dem gescheiterten Dichter George die gelungene Dichtung des Georg Trakl, ( Farbmetapher), gegenueberstellte. Die Dreifaltigkeit: das, das Salvador Dali, ( zerfliessende Uhren), fuer die Malerei, das, das Trakl fuer die Dichtung, das sei Heidegger, ( von dem ich-fast-nix verstehe),- fuer die Philosophie, so las ich es in einer Traklbiografie.
Waldgänger aus Schwaben
12. Juli 2016 19:32
Auf den Begriff "Antifa" sollte verzichtet werden. Die bürgerliche Presse nennt die Täter "Antifa" wenn es um Straftaten gegen die AfD, Pegida, etc geht. Werden Autos von unbescholtenen (sic!) Bürgern in Brand gesetzt, Sraftaten gegen CDU-, Linke- oder SPD-Politiker begangen, sind es Linksautonome oder Linksextreme.

Vor kurzem äusserte die bürgerliche Presse ihr Entsetzen darüber, dass in Berlin "sogar Autos" von Türken angezündet werden.

Dabei sind die Personen die die Antifa bilden oder "die Linksextremen" natürlich identisch.
Schildmaid
12. Juli 2016 19:34
Zur Entspannung für alle Kommentatoren:



Grüße aus Leipzig (Antifa-Nest)
Obrion
12. Juli 2016 19:36
Lieber Herr Sellner,

danke für Ihre Antwort. Ich denke nicht, dass wir beide das hier in einen Heidegger-Hauptseminar verwandeln wollen, aber dennoch gehe ich gerne darauf ein.

Grundlegend gilt sowohl für "Sein und Zeit", seine Vorlesungen und seine späteren Werke: Die Seinsfrage ist in erster Linie die Frage nach der ontologischen Differenz. Es geht früh bei ihm um den Sinn von Sein. Und es gibt gute Gründe, warum er diesen Ansatz verwarf. Es geht dabei nicht um eine Auslegung Heideggers, sondern um das, was er selber schrieb. "Der Spruch des Anaximander" oder das Heraklit-Fragment werden ausschließlich zu dem Zweck interpretiert, um zu zeigen, dass Sein (bzw. Seyn) sich aus sich selbst offenbart. Die Frage nach dem Einfluss des Seieinden geht von Jahr zu Jahr bei ihm zurück, mit gutem Grund. Das ist dabei nicht meine ausschließliche Meinung, sondern die der Heidegger-Forschung.
Wenn er also sagt, die Sprache sei das Haus des Seins oder gar "Die Sprache spricht, nicht der Mensch" (Satz vom Grund, S.161), dann kann - rein logisch - das Sein nicht angesprochen werden, weil es sich dann um Seiendes handelt. Und hier gehen sie, mit dem von mir angesprochenen Satz, in die Falle der abendländischen Metaphysik und der nicht aufrechterhaltenen ontologischen Differenz.

Was ich grundlegend damit sagen will: Wir müssen, als Rechte, wenn wir Metapolitik betreiben wollen, noch schärfer aufpassen, was wir wann, wo und wie sagen, als es die Linke je müsste. Genauigkeit ist dabei existenzial für unseren Weg. Daher sollen Verkürzungen gerne erlaubt sein, aber sie dürfen nicht falsch sein. Das "Ansprechen auf die Seinsfrage" ist dabei ein solcher Fehler.

Daher nochmal: Ich halte den Text für nicht besonders gelungen, was sicher einige - wenn nicht alle - ganz anders sehen werden. Eine wie auch immer geartete Auseinandersetzung mit "der Linken" muss eine Auseinandersetzung mit der Moderne sein. Oder paraphrasierend: Wer von der Moderne nicht reden will, soll von der Linken schweigen.
Solution
12. Juli 2016 19:50
Wieso ist eigentlich der "White Nationalism" "alt-rechts"? Herr Sellner sollte einmal genau definieren, was die "Neue 'Rechte" für ihn ist. Ich glaube, daß hier entweder Unkenntnis oder einfach eine persönliche, jedoch sehr willkürliche Definition durch Herrn Sellner vorliegt.

Für mich ist die '"Neue Rechte"in der BRD natürlich nicht identisch mit der Neuen Rechten (auch "Alt-Right") in den USA. Hier sollte man genau hinsehen, wer sich wie bezeichnet und wer von wem als Neurechter anerkannt wird. Dabei darf man nicht vergessen, daß bezüglich der Schlüsselthemen "Rasse" sowie einer bestimmten "Religionsgemeinschaft" in der BRD keine freie Meinungsäußerung gestattet ist.

Wie ist es z.b. mit Counter Currents? Greg Johnson definiert sich als "Neurechter"/"Alt Right" und viele seiner Mitstreiter äußern sich gerade in jüngster Zeit vehement gegen die Pseudo-Neurechten/PseudoAlt Right", die näher bei Sellner stehen

Greg Johnson, dem ich in fast allem folgen kann, hat hierzu ein Buch mit vielen Artikeln zum Thema "Neue versus Alte Rechte" herausgebracht. Inhaltlich stehe ich dem viel näher als dem, was Herr Sellner will. Das Entscheidende ist für mich, was als "Biologismus" diffamiert wird. Wer die modernen Humanwissenschaften nicht in ihrer letzten Konsequenz akzeptiert, wird weder die Rasse, das Volk oder sonstwas retten.

Die Frage ist dann, was die Sellnersche "Neue Rechte" eigentlich will. Für mich ist das bestenfalls nur eine Verzögerung des Unterganges. Wozu sich engagieren, wenn die Vermischung und Auflösung lediglich in kleineren Dosen und über einen längeren Zeitraum angestrebt wird?

https://www.amazon.de/New-Right-vs-Old/dp/1935965603/ref=sr_1_13?s=books-intl-de&ie=UTF8&qid=1468345363&sr=1-13&keywords=greg+johnson
Lenz
12. Juli 2016 19:56
Großartig Martin!

Ich habe mich beim Lesen ständig beim zustimmenden Nicken ertappt.

Wer sich über solche Blogbeiträge wundert oder erzürnt hat nicht verstanden, dass auch Neulinge und Interessierte gelegentlich über diesen Blog stolpern.
Gerade für diesen Personenkreis sind solche "simplen" Grundsatztexte doch optimal, da sie einen groben Überblick über die Gedankenwelt der neuen Rechten geben. Ich glaube nämlich kaum, dass sich jeder der zum ersten Mal auf diesen Blog stößt, durch die tiefen des Archivs wühlt, um sich ein eigenes Bild abseits von Wikipedia & Co zu machen.

Also, Chapeau!
Winston Smith 78699
12. Juli 2016 20:21
"Nach einigen Bieren ..."

Ich gehe davon aus, dass diese Leute nicht mehr dabei sind und sich Herr Sellner an diesen insgesamt "einigen" nur äußerst maßvoll beteiligt hat. Dann sollte man das aber nicht so unklar formulieren. Der Satz legt nahe, dass in zumindest einem Fall leicht alkoholische Getränke in solchem Ausmaß eingenommen worden sind, dass sich insgesamt eine berauschende Wirkung bis hin zu Änderungen von Aussagen über Meinungen oder Positionen ergeben hat. Das Politsaufen aber ist doch die Domäne sowohl der aktuellen Regierungen der EU und Deutschlands, als auch eben jener Antifa. Die Rechten hingegen benötigen keine chemischen Denkhilfen oder benebelnde, die Widersprüche und Lügen überdröhnende Aufputschmittel für ihre Arbeit, denn sie werden getragen von Sorge bis zur Verzweiflung, von glühender Hoffnung auf Besserung, von gegenseitigem Vertrauen und darin nüchterner Gemeinschaft in Verantwortung vor der Zukunft aller und besonders der Familie und Kinder, und von (auf ihre Weise höher berauschender) Freude an Geist und Kunst - und dies alles in der dazu erforderlichen Klarheit und Ehrlichkeit.
Martin Sellner
12. Juli 2016 20:23
Danke für die weitere Antwort. Ich beharre aber auf meinem Punkt. Wo habe ich im Text davon gesprochen "das Sein" angesprochen wird? "Diese ist, wenn sie wirklich neu und wahrhaftig, das heißt von der Seinsfrage angesprochen" Ich habe bewusst von der Seinsfrage gesprochen und diese ist das thematisierte und radikalisierte vorontologische Seinsverständnis, das Heidegger erst fundamentalontologisch auf den Spuren Kants strukturieren und in seinen Existenzialien auslegen will, später in seiner eigenen Geschichtlichkeit und Ereignishaftigkeit umschreibt. Man muss hier eben zwischen dem Sein und der Seinsfrage unterscheiden, was Sie wieder nicht gemacht haben, sondern mir etwas unterstellt haben, was ich so gar nicht geschrieben habe. Es stimmt dass die Bedeutung des Seienden zurückgeht bis zur Maxime das "Sein in seiner Reinheit" zu denken. Doch gerade in der Spätphilosophie behält auch das Dasein seine wichtige Rolle. Noch in Identität und Differenz schreibt Heidegger: "Das Sein west den Menschen weder beiläufig noch ausnahmsweise an. Sein west und Währt nur, indem es durch seinen Anspruch den Menschen an-geht. Denn erst der Mensch, offen für das Sein, läßt dieses als Anwesen ankommen. Solches An-wesen braucht das Offene einer Lich-tung und bleibt so durch dieses Brauchen dem Menschenwesen übereignet. Dies besagt keineswegs, das Sein werde erst und nur durch den Menschen gesetzt. Dagegen wird deutlich: Mensch und Sein sind einander übereignet. Sie gehören einander. Aus diesem'355 nicht näher bedachten Zu-einander-gehören haben Mensch und Sein allererst diejenigen Wesensbestimmun-gen empfangen, in denen sie durch die Philosophie metaphysisch begriffen werden." Das Sein ist nicht und ist damit nicht auf der begrifflich-logischen Ebene des vorstellenden Aussagen zu behandeln. Doch ich würde auch nicht sagen, dass "es sich selbst schickt". Es gibt das Sein, und das "Es" ist das Ereignis, wie Heidegger nicht nur in Identität und Differenz sondern auch in "Zeit und Sein" klarstellt und im Ereignis sind Dasein und Sein einander zugeeignet und angeeigent und natürlich kann der Mensch eine Seinsfrage ansprechen, sich von ihr angesprochen fühlen und sie thematisieren. Das heißt aber nicht das Sein in Begriffe zu fassen oder die ontologische Differenz zu überschreiten. Ich finde meine Frage was für Sie den Unterschied zwischen, "von der Seinsfrage angesprochen" und "vom Sein angesprochen" ausmacht. Ich glaube Sie unterstellen mir nämlich letzteres geschrieben zu haben. Dass Heidegger die Seinsfrage an einer Stelle irgendwo explizit als solche aufgegeben hat, wäre mir neu und würde mich ehrlich interessieren.
Martin Sellner
12. Juli 2016 20:26
@firenzass: verstehe den Sinn des Kommentars nicht ganz und warum ich nicht "rüber mache" glaube ich habe ich im Text gut beschrieben. Was ist genau der Nonsens des George-Gedichts? btw: eine gute Lektüre zum Thema wäre "Die zarte aber Helle Differenz" von FrWvHermann,
Nordlaender
12. Juli 2016 20:31
@ Solution

"Dabei darf man nicht vergessen, daß bezüglich der Schlüsselthemen „Rasse“ sowie einer bestimmten „Religionsgemeinschaft“ in der BRD keine freie Meinungsäußerung gestattet ist."

Es dürfte wohl auch mit an der freedom of speech in den VSA liegen, daß ich mit den Ausführungen Greg Johnsons doch deutlich mehr anfangen kann als mit einigen philosophischen Betrachtungen, die hierzulande betrieben werden. Zur Zeit mein Lieblingsaufsatz, so als nichtakademisches Gegengift zur Vorurteilsforschung der Kritischen Theorie:

http://www.counter-currents.com/2016/02/zur-verteidigung-des-vorurteils/

"Inhaltlich stehe ich dem viel näher als dem, was Herr Sellner will. Das Entscheidende ist für mich, was als „Biologismus“ diffamiert wird. Wer die modernen Humanwissenschaften nicht in ihrer letzten Konsequenz akzeptiert, wird weder die Rasse, das Volk oder sonstwas retten."

Geht mir genauso. Mit eineinhalb Füßen befinde ich mich geistig im Exil. Biologismus ist ein Strohmann der Kulturmarxisten, denn wichtige Bestimmungsfaktoren ergeben noch keine absolute Determinierung.
Wenn wir uns, wie es die cuckservatives tun, der racism-Vorgabe Lew Bronsteins ("Trotzkys") beugen, sind wir m.E. hoffnungslos verloren.
S. Fischer
12. Juli 2016 20:40
Ich hätte es kürzer gesagt:

Alles was mich nicht tötet macht mich nur stärker.
firenzass
12. Juli 2016 21:00
zu Sellner: das Wort als in Form gegossener Gedanke? Gibt es da etwa schon etwas vor dem Wort? Bestimmt, warum sollte es dann nicht auch etwas neben und nach dem Wort geben? Darum, " kein Ding sei, wo das Wort gebricht", eher nicht so hilfreich.---------
"In den einsamen Stunden des Geistes ist es schoen in der Sonne zu gehen, an der goldenen Mauer der Zeit entlang", oder, "...ein blauer Finger taucht in deine Stirne"( Trakl) und halten sie jetzt Dalis zerfliessende Uhren dagegen. Scheint mir ein und dasselbe zu sein..... aus einem Bereich,zu dem George keinen Zugang hatte. Vielleicht haette es George auch mal mit Farbmetapher versuchen sollen?
Vielen Dank fuer Ihre Leseempfehlung, sehr ansprechend.
Großstadtpauker
12. Juli 2016 21:02
das bürgerliche Unterstützermilieu der sog. "antifa" bereitet mir mehr Sorgen als die "antifa" an und für sich .

In der großen grauen Stadt leben Rockerbanden und "antifa" Tür an Tür - warum ? Weil die "antifa" sich nicht mit Rockerbanden anlegt . Sie darf nicht einmal die vom Rockerclub betriebenen Kneipen betreten und auch der Grashandel wurde den antifanten untersagt .

Ist ein antifant dumm genug und legt sich im Rotlichtviertel mit den "falschen" Leuten an wird es für die "antifa" sehr schnell , sehr eng .

Technisch gesehen ist das "antifa" - Problem also lösbar .

In Berlin demonstriert derzeit die herrschende Klasse der Stadt wie man in Zusammenarbeit mit der Hauptstadtpresse die Kapitulation vor den Linksterroristen schönredet - bereits in den 80er Jahren haben hamburger "Bürgermeister" mit der "antifa" straffrei kollaboriert und "Mietverträge" an die Besetzer der "Hafenstraße" verschenkt . Zwar wurde immer wieder von einer "Legalisierung" geredet - diese konnte es aber niemals geben ohne die Systemintegrität einer bürgerlichen Ordnung zu verletzen . Die Botschaft an die deutsche Mehrheitsbevölkerung war klar : " jeder Steuermichel wird hart belangt wenn er vom rechten Pfad abweicht aber die kleinen Lieblinge der Herren - und Serviceclubs dürfen fortan die politische Polizei in der grauen Stadt spielen.." - ein Fußballclub und ein "Theatermacher" beteiligten sich an dieser extra-legalen Bürgermeistertruppe mit Geld , Personal und Technik .

Jahre vergingen und ausnahmslos jeder "Jugendclub" wurde bolschewisiert und mit "antifa" - Personal bestückt . Inzwischen gibt es ein ausdifferenziertes Schema der politischen Einflussnahme : Sog. "Treffpunkte für Kunst und Kultur" ( die tatsächlichen Namen dieser Einrichtungen klingen so ähnlich ) werden von der Stadt etabliert ; bezahlt und kurze Zeit später von lärmenden Zigeunern , Schwarzafrikanern, Müllkunstproduzenten oder eben gewöhnlichen Kriminellen mit Hintergrund besetzt , in Beschlag genommen oder einfach nur versaut .

Begleitet wird diese permanente Propagandaveranstaltung ( heute mal Negermusik mit viel Alkohol , morgen Betroffenheitsberichterstattung aus der bösen Vergangenheit ; dann aber wieder eine Veranstaltung mit südamerikanischen Terroristen etc. pp ) vom örtlichen Sozikäseblatt ; ein beliebter Praktikumsplatz für saudumme höhere Töchter die weder der "Spiegel" noch das "Abendblatt" haben wollte .

Wer über die "antifa" reden will sollte nie vergessen wer das Phänomen überhaupt möglich gemacht hat - es sind die gleichen Leute die am Sonntag gemeinsam mit Frau Juli im TV über ihre bürgerlichen Befindlichkeiten und über die ach so bösen deutschen Zustände reden .

Zustände die ganz wesentlich vom linken Bildungsbürger ermöglicht wurden .
Nordlaender
12. Juli 2016 21:11
"Denn sie sind ein Teil von uns. Sie sind unsere Brüder, sie sind „deutscher“ als die meisten Deutschen und leiden ehrlich und mit uns an dieser Zeit."

Bin ein Deutscher (kein "Deutscher", kein Biodeutscher und leide schon gar nicht an erhöhten Autochthoniewerten), Angehöriger des Packs, total normal, für mich ist kein einziger Deutscher deutscher oder undeutscher als jeder andere von uns Deutschen. Schackeline Schlombrowski von nebenan ist für mich im gleichen Maße deutsch wie Ernst Jünger.

Von einem seriösen Text erwarte ich, daß ein Zitat mit Diddelchen umrahmt wird. Von einem Mann erwarte ich weiterhin, daß er sich anstrengt, für seine eigenen Aussagen eine klare Sprache zu finden.

Matthaeus 5:

Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.

Der exzessive Gebrauch von Diddelchen - ich werde jetzt mal polemisch - erweckt in mir den Verdacht, es mit einem Brillenträger zu tun zu haben, der hinterher nichts gesagt haben will. Oder noch eine Ecke böser formuliert: mit einem "Mann".
quarz
12. Juli 2016 21:20
@Stil-Blüte

Aus Hofmannsthals Einleitung zum "Deutschen Lesebuch":

Es ist nichts Geringes, ob eine Nation ein waches literarisches Gewissen besitze oder nicht, und gar die unsere: denn wir haben nicht die Geschichte, die uns zusammenhalte - da sind bis ins sechzehnte Jahrhundert zurück keine allen Volksteilen gemeinsamen Taten und Leiden und auch das Geistige, das hinter den Leiden noch steht, und diese zu einem Besitz machen könnte, ist nicht gemeinsam - die ferne Geschichte aber, die des Mittelalters, ist zu schattenhaft: mit alten Märchen kann man eine Nation nicht zusammenhalten. Nur in der Literatur finden wir unsere Physiognomie, da blickt hinter jedem einzelnen Gesicht, das uns bedeutend und aufrichtig ansieht, noch aus dunklem Spiegelgrund das rätselhafte Nationalgesicht hervor.


Dem Anlass wohl geschuldet hat er hier freilich die Musik außen vor gelassen.
Nemo Obligatur
12. Juli 2016 22:18
Sagen Sie mal, Herr Sellner,

geht das, was Sie zu sagen haben, nicht auch auf zwei oder höchstens drei Seiten? Ich bin berufstätig und möchte mich abends nur ungern durch endlose Abhandlungen quälen.

Kleiner Hinweis, für einen Blog und ähnliche Textformen wie Glossen sollte gelten: Ein Text - eine Botschaft. Versuchen Sie nicht, zuviel auf einmal reinzupacken. Fragen Sie Sich nicht, was Sie noch alles in einem Beitrag unterbringen können. Fragen Sie Sich lieber, was Sie alles streichen können. Vergessen Sie nicht: Sie wollen gelesen werden. Oder in den Worten des hier sehr verehrten Nicolas Gomez Davila: "Wer den Text nicht quält, quält den Leser."

Wenn Sie wirklich mal ein längeres Essay schreiben wollen, bin ich gerne bereit, das in Buchform zu erstehen und zu lesen. Warum nicht bei Antaios? Aber hier ist mir das einfach zu viel.
Curt Sachs
12. Juli 2016 22:22
Ähnlich wie bei einigen Kommentatoren sorgt Sellners bramarbasierende Sprache auch bei mir für Widerwillen. Vielleicht liegt das daran, dass ich eben kein Österreicher bin, sondern Märker – und nicht mehr so jung. Auch ich denke, dass Sellner in seiner Transzendenzsuche noch nicht am Ziel angekommen ist. Dabei kann es immer zu überraschenden Volten kommen. Ich bin gespannt.

Aber inhaltlich verstehe ich eine Sache in dem Beitrag nicht. Nachdem Sellner der "alten Rechten" Tribalismus vorgeworfen hat (schon das verstehe ich nicht), schreibt er, dass

wir in einer Epoche leben, in der unumkehrbare Informationsfortschritte und technische Möglichkeiten eine gesellschaftliche Gleichgültigkeit für den Rest der Welt ausschließen.


Verstehe ich das richtig, dass Sellner meint, uns dürften die armen Menschen in Syrien nicht gleichgültig sein, nicht die armen Uiguren in Rotchina, nicht die weisen Hopiindianer "drüben in Amerika", nicht die Slums von Neu-Delhi, nicht der "White Trash" in den USA? Ist es das "globale Bewusstsein", von dem Sellner hier redet, jenes, das sich im Motto "Think global – act local" ausdrückt?

Und meint Sellner wirklich, dass die Wirklichkeit nichts anderes zulasse?

Hoffentlich meint Sellner etwas anderes. Aber ich habe nicht verstanden, was.
Biggeo
12. Juli 2016 22:42
Also das Schlimme auf Sezession sind schon mal diese hyperventilliernden angeblich super intellektuellen Artikel! Die Antifa, was sie ist, wer sie ist, und von wem sie gesponsert wird, geht mir am A...... vorbei. Pragmatisch gedacht, die Diskussion über diese Leute bringt uns nichts, führt uns nicht weiter und ein Modell, wie wir sie bekämpfen gibt es auch nicht.
Also, wir sind hier in Europa in unserer friedlichen Dekadenz des Liberalismus so weit fortgeschritten, dass weder sachlich , noch faktische Argumente helfen. Was nur folgen kann für diese fetten,so liberalen Menschen in Europa ist der Bürgerkrieg oder der Krieg als Selbstheilung. Der Frieden und der Wohlstand über mehr als 70 Jahre frisst seine Kinder und da ist es egal ob es diese Antifa sind oder nicht. Wir werden allessamt im Chaos versinken und ich hoffe ich bin vohrer schon tot!!
Am, schlimmsten findee ich dann allerdings, wenn solche "Antifa
deutscheridentitärer
12. Juli 2016 22:53
Der exzessive Gebrauch von Diddelchen – ich werde jetzt mal polemisch – erweckt in mir den Verdacht, es mit einem Brillenträger zu tun zu haben, der hinterher nichts gesagt haben will. Oder noch eine Ecke böser formuliert: mit einem „Mann“.


Und Sie sind ein nutzloser Kommetarspaltengroßtuer, also was glauben Sie berechtigt Sie zu solchen Anwürfen?

Da die Antwort "gar nichts" lautet, brauchen Sie nicht antworten.


Diese Kommentarspalte ist mittlerweile völlig auf den Hund gekommen und lässt einen am Zustand der deutschen Rechten verzweifeln.

Wie dumm, träge und spießig kann man sein?


Hauptsache bei Jack Donovan hundert Kommentare hinterlassen über Dinge, von denen man ersichtlich keine Ahnung hat (Muskelkraft).

Lutz Meyer für seine peinlichen Banalitäten abfeiern, die er hier mit großem Gestus des Ex-Linken und Außenseiters vorträgt.

Und jetzt hier den einzigen Mann, der überhaupt im deutschen Sprachraum Anlass zur Hoffnung gibt, nicht nur bekritteln, sondern die Männlichkeit abspreche. :D

Wenn es das ist was von der deutschen Rechte übriggeblieben ist,wünsche ich mir, dass Ali und Muhammed dieses eitle wie wie gründlich nutzlose Gezücht totschlagen.
Corto Maltese
12. Juli 2016 23:08
Ah ja, das liest sich ja alles sehr spannend. Heidegger, Ardono und dazu noch ein paar obskure Denker aus der alten Zeit... Nur, was soll ich damit anfangen, der ich jeden Tag und jede Nacht Augen- und Ohrenzeuge des kleinen Hexensabbats in der Rigaer Straße werde (wohne ein paar Straßen weiter)? Und der ich dann in Gesprächen mit an sich vernünftigen Zeitgenossen zu hören bekomme, man müsse halt de-eskalieren und den Leutchen in der Rigaer94 Angebote machen.

Vergessen Sie's, dieses Volk ist bis ins Mark suizidbereit. Eher leugnen sie, dass der Himmel blau ist, als auch nur in Erwägung zu ziehen, dass ihr links-grünes multikulti one-world Experiment gescheitert sein könnte. Da müssten sie ja ihr mit hypermoralischer Anmaßung verbrämtes Bild vom Guten Menschen aufgeben. Eher geben sie sich selbst auf und die europäische Welt.
Monika
12. Juli 2016 23:14
"Die österreichischen Identitären sind sowohl was Anhänger als auch Aktionen betrifft einen Schritt weiter und strahlen aufgrund der geografischen Nähe auch nach Bayern aus", erklärt Verfassungsschützer Markus Schäfert. "Der Wiener Jurastudent Martin Sellner ist die bedeutendste Stimme der IB im deutschsprachigen Raum. Er war auch bei den Demos 'Wir sind die Grenze' in Freilassing dabei."


in
http://www.welt.de/regionales/bayern/article156915066/Wir-haben-es-mit-neu-verpacktem-Rassismus-zu-tun.html

Die über 500 ( !) Leserkommentare sind in der Mehrzahl der IB wohl gesonnen.
Danke Antifa .
Martin Sellner
12. Juli 2016 23:17
@Nemo Obligatur Tut mir leid - um mich kürzer zu fassen habe ich leider zu wenig Zeit.
Nordlaender
12. Juli 2016 23:20
@ deutscheridentitärer

"Und Sie sind ein nutzloser Kommetarspaltengroßtuer, also was glauben Sie berechtigt Sie zu solchen Anwürfen?"

Mich gibt es nur virtuell. Wo sollte ich also erscheinen, wenn nicht in Kommentarspalten? Keine Ahnung. Ein Mann stellt sich die Frage nach der Berechtigung nicht.

"Da die Antwort „gar nichts“ lautet, brauchen Sie nicht antworten."

Wenn ich meine Meinung äußere, bedarf es keiner schwulen Diddelchen, es sei denn, ich zitiere.,

"Wie dumm, träge und spießig kann man sein?"

Die Landesbausparkasse gibt die Antwort:

https://www.youtube.com/watch?v=2pcE9nLqE2Y

"Hauptsache bei Jack Donovan hundert Kommentare hinterlassen über Dinge, von denen man ersichtlich keine Ahnung hat (Muskelkraft)."

Öhmm ... gerade da habe ich mich doch eher sehr vornehm zurückgehalten.

"Und jetzt hier den einzigen Mann, der überhaupt im deutschen Sprachraum Anlass zur Hoffnung gibt, nicht nur bekritteln, sondern die Männlichkeit abspreche. :D"

Oha, hoffentlich lesen Herr Kubitschek und Herr Lichtmesz hier jetzt nicht mit. Was bedeuten eigentlich diese modernen Mädchenzeichen (":D")? Die kleine Enkelin meiner Nachbarin macht die nämlich auch immer, wenn sie mal an Ommas Rechner darf.

"Wenn es das ist was von der deutschen Rechte übriggeblieben ist,wünsche ich mir, dass Ali und Muhammed dieses eitle wie wie gründlich nutzlose Gezücht totschlagen."

Auf Cassius Clay - ein Bruder im Geiste - lasse ich nichts kommen.

"The Greatest or a Racist.. Muhammad Ali"

https://www.youtube.com/watch?v=_HBnc8YNaaQ
Bran
12. Juli 2016 23:48
Zu Sellner: Respekt vor ihren Leistungen auf verschiedenen Ebenen.

Zu Biologismus: Was sonst? Alle Anderen tun es auch und sie haben Recht damit. Araber, Afrikaner, Ostasiaten, Türken...sie huldigen dem Biologismus und die einen davon gehen sogar davon aus, dass sie in gemischtrassigen Ehen den biologischen Faktor auf ihre Seite hin beeinflussen, womit sie sogar recht haben.
Es ist höchste Zeit, dass wir Europäer uns auch wieder auf unseren biologischen Faktor, dass wir alle Germanen, Kelten, Slaven, Basken etc. sind oder ein Gemisch davon. DAS ist unsere Biologie und sie ist unbedingt erhaltenswert, genauso wie diejenige der Anderen, die bei uns aber nichts verloren haben.

Zu der Antifa: Ich war selber dabei. In den 90ern begann ihr grosses intellektuelles und originäres Sterben. Als Ende der 90er anlässlich einer grossen Scherbendemo ein wohlwollender Artikel in der Schweizer Familie mit einem "Autonomen"-Interview erschien, wusste ich: Das ist es gewesen. Vorbei. Ich habe mich lange noch an ein Linkssein geklammert, aber eigentlich fand ich alles nur noch lächerlich und peinlich.
Seither gibt es nichts Neues oder Überzeugendes mehr. Die Linke ist so weit entfernt von der Stammklientel, den arbeitenden Massen, wie die Sonne von Alpha Centauri.
Die angebliche Wirkungskraft der Linken, die hier schon in einem Kommentar beschworen wurde anhand des Genderismus ist in Wirklichkeit nur ein Verwesungsstadium. Die Themen werden immer gesuchter, exotischer und absurder bis zur absoluten Durchschaubarkeit und Blödheit, so wie es allen totalitären Ideenwelten geschieht.
Wer nimmt den veganen, transgender-Linken, der im Kiez-Café seinen Macchiato schlürft denn wirklich noch ernst? Die Jungs in den Fussballkurven? Die Migranten-Gangs? Die Biker?
Die Antifa, die jeweils an rechten Demos aufläuft, rekrutiert sich aus den immer selben Leuten aus dem gesamten Bundesgebiet, das ist auch in der Schweiz so. Und sie leben nur von der Überzahl und der gewählten Kampftaktik auf Distanz (Steine, Petarden, Feuerwerk). Stossen sie auf robusten Widerstand, ist Schluss mit lustig. Das war in den 90ern noch anders. Aber die ernsthaften Leute von damals haben sich abgewandt und schämen sich heute für ihren Schwachsinn oder sind einfach normale Arbeiter, Unternehmer etc. geworden. Manche, wie ich, sind nach rechts gerückt, weil sie erkannten, dass sie eine Heimat haben und diese auch noch lieben. Nicht nur den Boden, sondern auch die Menschen.

Das Fenster steht für uns momentan ganz weit offen. Für unsere Ideen, für unsere Ideale und für unsere Geradheit. Neben uns dräut nur das Vakuum.
Bran
12. Juli 2016 23:55
Korrektur: Dass wir uns wieder auf unseren biologischen Faktor besinnen.
Solution
13. Juli 2016 00:04
@ deutscheridentitärer

Vielleicht sollten sich hier mal einige mäßigen, besonders auch Sie. Sind wir Feinde oder irgendwie doch alle auf einer gemeinsamen Linie?

@ Alle

John B. Morgan in seinem Vorwort zu Daniel Friberg: "Die Rückkehr der echten Rechten"(Arktos, 2015, übersetzt von Nils Wegner):

"Wo sich Altes und Neues treffen und zusammenfinden, da liegt der Ort,den die Neue Rechte zu besetzen versucht..."
herr k.
13. Juli 2016 00:09
...also wenn es darum gehen soll eine Idee zu entwickeln, die nicht nur Rechte sondern auch Linke überzeugen soll, weil sie die Antworten auf tiefere Fragen liefert, dann will ich gerne helfen!

Danke für den laaangen Artikel, aber manchmal muss man sowas halt auch mal machen. Mir gefällt die Lösungsorientierung, da das hiesige Problemgewälze auf Dauer die echte Arbeit nicht ersetzt und auch ein bissel Panne ist.

@ALLE
Ansonsten wünsche ich mir von einigen einen respektvolleren Umgangston. Pöbeln und rummaulen bitte direkt und ausschließlich bei Antifa & Co., nicht hier. (Oder doch Muffe vor den Schreikindern?)
Wenn Sie meinen etwas besser machen zu können, dann bitteschön, ich bin schon gespannt.
Der_Jürgen
13. Juli 2016 00:19
@Heiner Kronental

Welcher Teufel hat Sie geritten, dass Sie ein derart hartes Urteil über diesen Artikel fällen? Ich finde ihn hervorragend, obwohl er inhaltlich kaum etwas enthält, was ich nicht schon wusste, nur ist es eben wunderhübsch formuliert.

Schon 1996 hielt die rechtsintellektuelle italienische Zeitschrift "L'Uomo Libero" fest, dass die Ultralinken zu Schlägertruppen des Grosskapitals abgesunken sind. Inzwischen hat die gesamte Linke einen wohl nicht mehr zu unterbietenden intellektuellen und moralischen Tiefpunkt erreicht. Sie hat nichts anderes mehr zu bieten als eine Ideologie des Todes - der Zerstörung des eigenen Volkes und seiner Kultur.

Das Jahr 1968, das ich als Gymnasiast miterlebte, ist unauslöschlich in meiner Erinnerung haften geblieben. Damals hatte die Linke Ideen - oft sehr fragwürdige Ideen, aber immerhin... Und in manchen Punkten war es schwer, ihr nicht recht zu geben. Man konnte nicht gut für den US-Napalmterror in Vietnam oder für die von den Grossgrundbesitzern finanzierten Todesschwadronen in Lateinamerika sein, die rebellierende Bauern umbrachten.

Das, was die moralische Stärke der damaligen Linken ausmachte, ihr Antiimperialismus (ja, die UdSSR betrieb auch imperialistische Politik, aber diese wurde von den meisten Linken ebenfalls kritisiert), haben ihre Epigonen längst über Bord geworfen. Sie sind zu willfährigen Handlangern einer ultra-imperialistischen Monstermacht geworden. Man denke an Joschka Fischer, der den Bombenkrieg der USA und ihrer Nato-Satrapen gegen Jugoslawien mit "Auschwitz" rechtfertigte. Sie sind treue Handlanger des Finanzkapitals, das nur rafft und nichts schafft. Wer dieses kritisiert, wird von der Linken fast mit Sicherheit als "Antisemit" beschimpft, auch wenn er das Wort "Jude" gar nicht in den Mund genommen hat.

Die Antifa, um die es in Sellers Aufsatz primär geht, unterscheidet sich nur graduell, nicht prinzipiell von den anderen Systemkräften. Einen grossen Unterschied zwischen der Antifa-Ideologie und der Ideologie von CDU-CSU-SPD-Linkspartei-Grüne vermag man nicht zu erkennen. Die Antifa ist nur brutaler und insofern ehrlicher: Statt "Deutschland muss bunter werden" sagt sie unverblümt: "Deutschland verrecke." Dass die Antifa lediglich der militante Flügel des Systems, ihr bewaffneter Arm, ist, geht auch daraus hervor, dass sie vom Staat finanziert wird.

Neben seinen abfälligen Bemerkungen über den Nationalismus (die wohl darauf zurückgehen, dass er den Nationalismus dem Chauvinismus gleichsetzt, was ich nicht tue), ist das Einzige, was man an Seller kritisieren kann, sein etwas naiver Glaube, dass mit den Antifa-Leuten ein Dialog letztendlich doch möglich sein wird. Gewiss, jeder Saulus kann sich zum Paulus mausern (ein bekanntes Beispiel ist der frühere Antideutsche Jürgen Elsässer), doch befürchte ich, dass diese Leute in ihrer grossen Mehrheit so fanatisch verblendet sind, dass sie bis zum bitteren Ende in ihrer destruktiven Ideologie verharren werden.

Wenn die Wende gelingt und die nationalen Kräfte die Macht übernehmen, wird es sich als erforderlich erweisen, die Antifa mit bracchialen Methoden aus dem Verkehr zu ziehen, wenigstens für so lange, bis sich der nationale Staat konsolidiert, die Migrantenflut gestoppt und die erforderliche Repatriierung der meisten aussereuropäischen Einwanderer vollzogen hat. Wer Wind sät, wird Sturm ernten.
deutscheridentitärer
13. Juli 2016 00:27
Vielleicht sollten sich hier mal einige mäßigen, besonders auch Sie. Sind wir Feinde oder irgendwie doch alle auf einer gemeinsamen Linie?


Schaun Sie:

Wir sind im Krieg.

In dieser Situation gibt es für uns nicht schlimmeres als Saboteure in den eigenen Reihen.

Defätisten, Miesmacher, Neunmalkluge müssen benannt und weggedrängt werden.

Sellner ist eine Führungsfigur des Widerstands. Man hat ihm also mit dem nötigen Respekt zu begegnen und jegliche konstruktive Kritik auf sachliche Art vorzutragen.

Wer dazu nicht in der Lage ist, ist in meinen Augen ohne Wert (für unsere Sache).
Andreas Walter
13. Juli 2016 00:37
Eine durchaus interessante Frage, Herr Sellner. Warum Menschen wie wir überhaupt eine Gefahr für das System sein könnten, die Antifa jedoch nicht einmal in die Schranken verwiesen, gebremst wird. Das ist aber auch schon länger bekannt, dass die über Strohmänner durch andere als die Mehrheit glaubt gelenkt werden. Ist bei den Gewerkschaften seit Jahrzehnten nicht anders, und war 1917 auch schon so. Das Kasperle wie auch das Krokodil werden immer vom selben Puppenspieler gespielt, und wer weiß, wie das auch mit dem Polizist und der Oma ist. Oder neuerdings auch die Kopftreter.

Menschen die sich fürchten sind eben leichter zu lenken, weniger forsch und vorlaut, bleiben bescheidener. Es ging nie um links oder rechts, und heute wird das eben "die Demokratie bringen", Märkte öffnen genannt. In Russland ging es unter dem Radar der Öffentlichkeitswahrnehmung damals auch nur um Märkte. Ein abgekartetes, abgefucktes Spiel, schon seit Jahrhunderten.

Eine Sünde ist daher nicht Kommunist oder Antikommunist zu sein, und selbst Nazi (National-sozialist nämlich) wäre kein Thema, solange der Handel, egal ob offen oder unter der Hand, nicht gestört wird. Der Rubel muss rollen, die Zinsen müssen fliessen, alles andere ist egal. Ganz selten geht's auch mal um eine Frau, oder um gekränkte Ehre. Auch jetzt sind die VSA mal wieder pleite (kein Wunder, bei dem verschwenderischen Lebensstiel), importieren mehr als sie exportieren, ist die Zukunft darum bereits vorhersehbar.

Der 11. September war doch nur der Anlass, um selbst dicht machen zu können, während man bei anderen den Terror bis vor die Haustür trägt.

Denn was kosten selbst 1000 Antifas. Gar nichts. Beziehen doch eh alle Hartz 4, sind arme Schlucker und darum auch leicht käuflich. Für 200 Mücken schlagen die jeden Krankenhausreif, macht bei 5 Mann also gerade mal ein Tausender. Die stehen ausserdem auf Gewalt, da können sie es mal "ihrem Daddy" mal so richtig zeigen, der sie als Kind windelweich geprügelt hat so wie der Vater vom Gabriel. Das ist doch selbst so einer. Oder sie für einen 100er zu einer Demo kutschieren, macht 100.000. Kein Geld für die Herren der Welt, und darum schaut auch Maaßen lieber weg. Der liebt doch sein Leben und seine Kinder auch, legt sich darum doch nicht mit Mördern an.
CCCED
13. Juli 2016 01:01
Herr Sellner,

ich bewundere Ihr Engagement, mit dem Sie gegen den Gegner kämpfen. In Ihre Gedankenwelt finde ich mich jedoch nicht hinein.

Was genau soll denn die konkrete Manifestationsform der von Ihnen als Mythos aufgeführten ethnokulturellen Identität sein? Nun gut, Sie sehen Ihr Projekt als Sprosse einer Leiter, als ein Gärbecken, das dermaleinst etwas Neues gebären wird.

Ohne die Anerkennung der Nation werden Sie scheitern. Die Nation ist das zeitgemäße Gefäß für ethnokulturelle Identität. Wenn Sie sich von Ihrer Nation lösen, verlieren Sie Ihre ethnokulturelle Identität. Was wollen Sie anstelle der Nation setzen? Eine Europäische Union, die regionale Charakteristika nur als markenrechtlich geschützte Herkunftsbezeichnung kennt? Eine Identität ist nicht irgendwie ethnokulturell, sondern konkret. Sie kann nicht nicht-national sein, sondern sie ist schlicht deutsch.

Tja, Sie sind jünger als ich, vielleicht sind Sie näher am Puls der Zeit? Vielleicht brauchen Sie für Ihren Thymos die Illusion eines neuen Mythos? Mich überzeugt Ihr Theoriegebäude nicht. Ich gehöre allerdings einer anderen Generation an (Kinder, bürgerlicher Beruf…).

Zuletzt: Mich stört das Aufstellen von Sackgassenschildern vor Türen, die man nicht verschließen soll. Es mag taktische Gründe geben. Man braucht sich auch nicht in jeder dieser Kammern häuslich einrichten. Den einen oder anderen Schatz gibt es aber schon zu heben.
Magnus Göller
13. Juli 2016 03:00
Mir erschließt sich nicht, was Sie eigentlich wollen, Herr Sellner.

Schade trotzdem, was für ein teilweise verrohter Umgang hier eingezogen ist.
Magnus Göller
13. Juli 2016 03:12
Was ist eigentlich "ethnokulturell"?

Des Volkes und dessen Lebensart?

Geht es auch mal auf Deutsch?
Trouver
13. Juli 2016 03:49
Ich sehe die Bedeutung und Rolle von "Antifa" weniger kompliziert.

Sie ist mitnichten selbststaendig, sondern ausserpolizeiliche Sturmtrupp.

Ein Vorbild fuer sie ist laengst bekannt: Mao's Hongweibings, die "Rotgardisten" in China um die Jahre 1966-67.
S. Fischer
13. Juli 2016 05:57
@Andreas Walter

Bei der Sache mit dem Import der VSA sind Sie auf der falschen Fährte. Die VSA beziehen gigantische Mengen an Waren aus dem Ausland. Sie bezahlen das Ausland mit virtuellem Geld welches ihre Fed zum Nulltarif in beliebigen Mengen herstellen kann. Wer ist hier nun der Dumme, die VSA die in Saus und Braus leben oder diejenigen die mühselig hergestellte Dinge gegen virtuelles Geld tauschen?

Die VSA können das Spiel noch lange treiben, so lange der US-Dollar die Weltreservewährung ist hat die ganze Welt ein Interesse an einem stabilen Dollar. Die Chinesen zB haben 2.000.000.000.000 $ auf der hohen Kante und so lange der Dollar stabil bleibt können sie damit in der Welt Ressourcen zusammenkaufen. Das werden die Chinesen (noch) nicht einfach so aufgeben.

Nicht die VSA leben über ihren Verhältnisse, die Welt gewährt ihnen Waren im Austausch gegen die einzige stabile und überall aktzeptierte Scheinwährung. Die VSA wären recht dämlich würden sie die Waren nicht nehmen, selbst auf Pump geht das, man bezahlt ja mit selbstgemachten Dollars zum Nulltarif.

Was wir derzeit in kürzeren Abständen sehen ist kein Bankrott, es ist ein Machtkampf zwischen republikanischem Senat und demokratischem Präsidenten. Es ist aber auch ein Scheingefecht, beide Akteure werden den Dollar nicht wirklich gefährden.
hubschrauberpilot
13. Juli 2016 07:15
@Nordlaender & Co:
Laszt die Jogend mal machen, das mendelt sich alles aus. Jeder an seiner Stelle mit seinen Mitteln. Allerdings - jenseits des Aspekts, dasz sich die Anita F. bestimmt über Sellner-Man aergern soll - ist die soweit auf den Hund gekommen, dasz sich ein Gespraech oeber sie und mit ihr eroebrigt. Die jungen Maedelchen, die bei denen rumhuppen, sind ja eigentlich nicht Anita F., sondern wie schon donnemals bei der RAF auf der Soche nach raechtigen Maennern. Altersmilden Grusz von der Alten Rechten.
Waldgänger aus Schwaben
13. Juli 2016 07:59
@Nordlaender

Ungern tue ich es. Aber nun muss es sein. Ich gebe Ihnen ein Stück weit Recht. Mich stört der Satz auch, der da beginnt mit:

"Denn sie sind ein Teil von uns. ..."

Das Angebot zur Versöhnung kommt zu früh, viel zu früh. Auf facebook schrieb einer von denen, nachdem mal wieder ein Einheimischer von Asylbewerbern totgeschlagen wurde:

"Lieber jährlich hunderte von erschlagenen Einheimischen, als tausende von ertrunkenen Flüchtlinge im Mittelmeer."
Ich habe leider den link, screenshot, nicht mehr.

Und die denken wirklich so, weiß ich aus eigener Erfahrung. Und es sind viele, 20%-30% vielleicht. Versöhnung ja, aber erst irgendwann in ferner Zukunft. Die Mentalität eines Volkes zu ändern, dauert sehr lange. Irgendwo las ich diesen Satz:

"Moses führte sein Volk aus der Knechtschaft und dann 40 Jahre durch die Wüste, bevor es bereit war für das gelobte Land und die Freiheit ."
Meier Pirmin
13. Juli 2016 08:09
Ein sackstarker Aufsatz, besonders mit dem Hinweis auf das Wahnhafte aller modernen Ideologien seit dem 19. Jahrhundert. Der philosophische Hintergrund ist zwar beeindruckend, genügt aber nicht, weil die Denker, auf die man sich beruft, ihrerseits vielfach Wahnvorstellungen produzierten. Der noch vergleichsweise Bedeutendste der Genannten ist Kant, wobei man glaubt, hat man ihn endlich verstanden, er habe auch recht. Was eine Illusion bleibt. Immerhin lässt sich aus dem Gedankenmüll ein kritisches Potential destillieren. Die bedeutendste Sustanz von Kants Kritik, eigentlich einer Vorbereitung zur Ethik, ist der Hinweis auf das Radikalböse, womit auch das Ende der Rationalität signalisiert ist.

Dass im Aufsatz von Sellner, wie z.B. @Kronental andeutet, zum Teil Gesindel mythisiert wird, bleibt zu bedenken. Nicht gerade ein Trost und trotzdem noch beeindruckend ist, dass die hier produzierte Denke in die Richtung des vollständigen Nihilismus von Friedrich Nietzsche tendiert. Die Funktion von Antifa scheint, dies als "Verbrechdenk" zu qualifizieren, was aber dann zugleich bedeutet, dass es im Gegensatz zu den verbrauchten Marktmeinungen noch vergleichsweise ernst genommen wird. Dabei droht jedoch allenthalben die Leere.

Noch dankbar bin ich für den Hinweis auf Hugo von Hofmannsthal. Es würde sich lohnen, noch hinter ihn zu gehen und zum Beispiel Grillparzer und Stifter als Produzenten bedeutender Substanz zu würdigen, womit wir im Zeitalter einer aufgeklärten Restauration gelandet wären. Es stimmt übrigens nicht, dass sich ein Grillparzer Auschwitz nicht hätte vorstellen können. Er deutete an, dass der Weg der neuen Bildung von der Humanität zur Nationalität in die Bestialität verlaufe.


Mir ist unterdessen aufgefallen, dass Nietzsches Kritik an den modernen Ideologien nicht das Gegenteil des Syllabus Errorum ist, womit Papst Pius IX. 1864 aus christlicher Sicht grandios mit der Moderne abrechnete, bis auf den blinden Fleck, das eigene katholische System betreffend. Diesen je blinden Fleck gleich welcher ideologischer Herkunft wegzubringen, wäre wohl das Ziel des vollständigen Nihilismus. Nicht behandelt ist, dass, wer in diese Richtung denkt, im modernen System nicht nur mit Anfifa-Belästigung auf der Strasse rechnen muss, was vergleichsweise zu Berufsverboten aber noch harmlos ist. Man muss aber klar sehen, dass im modernen System der Toleranz und des Multikulturalismus die Toleranz überall dort aufhört, wo die wahren Meinungsverschiedenheiten beginnen. In dem Punkt bin ich mit Sellner einig.


PS. Sehr treffend bei Sellner scheint mir der Hinweis zu sein auf das Verbrauchte, Vermüllte nicht nur der linken Ideologie. Nach William S. Schlamm war zum Beispiel der Durchbruch der massenkompatiblen Pornographie in der modernen Kultur ebenfalls Ausdruck dieser geistigen Vermüllung, Folge des Scheiterns linker und humanitärer und utopischer Ideale, aber bei weitem nicht das einzige entsprechende Kulturphänomen.
Nordlaender
13. Juli 2016 09:34
@ Meier Pirmin

"Es stimmt übrigens nicht, dass sich ein Grillparzer Auschwitz nicht hätte vorstellen können."

Unter dem BUNTEN Regime ist Geschichtsforschung in Sachen 1933-1945 offenkundig verboten. Ist es unter diesen Umständen wirklich ratsam und ehrenhaft, das zivilreligiöse Fundament in das Spiel zu bringen? Hätte es vorläufig das Gulag-System nicht auch getan?

"Nach William S. Schlamm war zum Beispiel der Durchbruch der massenkompatiblen Pornographie in der modernen Kultur ebenfalls Ausdruck dieser geistigen Vermüllung, Folge des Scheiterns linker und humanitärer und utopischer Ideale, aber bei weitem nicht das einzige entsprechende Kulturphänomen."

Noch hat die pornographische Rund-um-die-Uhr-Versorgung des Bürgers ihren Zweck nicht ganz erfüllt. Mit Watzlawick läßt sich das erklären: Es wurde bislang zu niedrig dosiert. Nun trippeln Sexualpädagogen mit ihrem Vielfaltsköfferchen auf unsere Grundschulkinder zu, schlecht Ding will eben Weile haben.
Andreas
13. Juli 2016 09:40
Ach haltet mich fūr unsensibel und mindergebildet, aber im Berliner Flammenschein, der brutal niedergemachte Menschen beleuchtet, die fūr unser aller Recht den Kopf hinhalten, sind mir die gelehrten Diskussionen trist und fad.

Und angesichts der Tatsache, dass dieser Staat erneut auf die routinierten Schergen der Stasi zurūckgreift, um seine unbotmäßigen Būrger zu belauern, mundtot zu machen und nötigenfalls an von ihm bezahlten Schlägertrupps auszuliefern und seine Verlautbarungsorgane diese dann dröhnen feiern lässt, ūberkommt mich die Erkenntmis, dass aus Richting der Diskutanten keine Hilfe zu erwarten ist.
Meier Pirmin
13. Juli 2016 09:40
Noch zu den Gehässigkeiten und Missversrtändnissen in diesem Blog: Selber konnte ich, was nicht gerade häufig vorkommt, diesen philosophisch-soliloquischen Essay von Sellner durchaus geniessen, vielleicht auch, weil ich 33 Jahre lang Philosophie-Abitur abgenommen habe, u.a. auch Heidegger usw. Für einen herkömmlichen politischen Stammtisch könnte aber gelten, dass sich einige von den Teilnehmern vom Gespräch ausgeschlossen fühlen und dass sie dann entsprechend reagieren. Dabei habe ich aber, so als Volkskundler, stets auch das Gespräch mit Älplern, Metzgern, Arbeitern gesucht und gefunden, bei denen ich mich indes weder auf Kant und Hegel noch auf Heidegger und Carl Schmitt berufen würde, ausser ich würde ausdrücklich rückgefragt, was denn zum Beispiel einer wie Kant eigentlich habe sagen wollen. Letzteres versuchte ich im Jahre 2004 (200. Todestag) mal auf einer Sonderseite in der Schweizer Boulevardzeitung BLICK auf einigermassen volkstümliche Art zu erklären.
Meier Pirmin
13. Juli 2016 09:51
@Der Gehenkte, Ihr Verständnis geht meines Erachtens in die Tiefe. Der Schluss-Satz ist zusätzlich ein Volltreffer.
Ernst DeVie
13. Juli 2016 10:28
Ode an die Anti-Fa,

welche schwer überbewertet ist, ist sie doch vergleichbar einem räudigen tollwütigen Hund, der seinem Herrchen auf den Teppich kackt, wenn sie mal wieder einen Panamera in Berlin anzünden.

Den „räudigen tollwütigen Hund“ hält Herrchen natürlich um den Nachbarn und seine Kinder einzuschüchtern, was dem Herrchen im Zweifelsfall wichtiger ist als das Mobiliar.

die Antifa mit bracchialen Methoden aus dem Verkehr zu ziehen,

Das wird so oder so geschehen, den auch „Herrchen“ wird auf Dauer nicht mit tollwütigen Hunden leben wollen, deswegen sind die Identitäten der Anti-Fa bei Polizei und Geheimdiensten erfasst. Dumme Schläger deren man sich entledigen wird wenn sie nicht mehr gebraucht werden.
Detonator
13. Juli 2016 10:31
Das Problem ist wohl, dass der vielbeschworene "neue Mythos" sich noch nirgends konkretisiert hat. Womit Martin indirekt zugibt, dass der Neuen Rechten selbst noch die Visionen fehlen, dass sie Suchende sind.

Zitat Martin:"Die altrechten Nationalisten kennen hier nur einen dumpfen Darwinismus, die „Lebensweitergabe um des Lebens willen“, welche niemals in der gesamten bekannten Geschichte einem Volk den notwendigen Antrieb zum Daseinserhalt gab."

-> Der Sinn des Lebens ist nun einmal der Lebenswille als Selbstzweck. Jeder höhere Sinn hinter dem Ganzen ist so lange hinterfragbar, bis man zu der Erkenntnis gelangt, dass es der Wille ist, der dem Ganzen Sinn verleiht. Auch wenn die Neue Rechte irgendwann ihre Vision gefunden haben sollte, wird die die letzte Begründung dieser Vision doch stets nur auf dem Willen fußen können. Ist der Wille zu schwach, so ist das nicht die Schuld des Darwinismus.

(Treppenwitz der Geschichte: Die Erkenntnis, dass es spezifisch deutsch sei, antideutsch zu sein, hatte übrigens schon Hitler in Mein Kampf. So musste er u.a auf seinen Veranstaltung mit Deutschen diskutieren, die den Versailler Vertrag tatsächlich für gerecht hielten - wegen Brest-Litowsk.)
Meier Pirmin
13. Juli 2016 10:38
@Nordläjnder. Dass A. zivilreligiös ist, müssen Sie mir nicht mehr extra erklären. Es hat aber doch immerhin stattgefunden und es gibt im Einzelfall interessante Forschungen darüber. Allein schon die Studien über das dortige Bordell sind interessant, und auch zum Beispiel die Geschichte von Pater Maximilian Kolbe. Neben den entsetzlichen Gesichtspunkten gibt es, was längst praktiziert wurde, auch humoristische Aspekte. Eine der mir persönlich bekannten Überlebenden hat sich vom Wiedergutmachungsgeld einen Porsche gekauft, so ging es den GULAG-Überlebenden selten. Anthropologisch gehört Auschwitz einerseits ins Gebiet des nie zu unterschätzenden Bösen, einschliesslich des Moralismus als eines Spezialfalls desselben. Sicher ist, dass man bei dieser Sache nie Zahlen verwenden sollte, auch nicht bei den Opfern des Kommunismus, es genügen die jeweils namentlich bekannten Einzelfälle. Wirklich ist der Einzelfall. Es waren übrigens entsetzlich viele. Das ganze System produzierte, was man nur hinterher sagen kann, viele denkwürdige Geschichten, darum lohnt es sich, Imre Kertez zu lesen oder Alexander Solschenizyn. Viel häufiger wird jedoch Auschwitz-Kitsch gelesen etwa in der Art von "Der Vorleser" von Bernhard Schlink, meines Erachtens das bisher schlechteste Buch zum Thema, wohl schon fast millionenfach Klassenlektüre.
Martin Sellner
13. Juli 2016 10:39
@Detonator:
Genau dieses Fazit ist der Kern der "Willensmetaphysik", die Heidegger ja an Nietzsche und mithin am Faschismus und NS kritisiert.
Der Wille als "Letzte Begründung" nimmt die Rolle der Arché, des unbewegten Bewegers, der causa sui etc ein. Das ist aber letztlich eben Metaphysik und zwar in ihrer absoluten Endform.
Der Prozess der Verwindung und Überwindung dieser Idee vollzieht sich philosophisch mit Heidegger gegen Nietzsches Sein als Wille UND einen Rückfall in alte Idealismen und das Sein als Grund, politisch und weltanschaulich letztlich gegen den Tribalismus und Darwinismus der alten Rechten, OHNE dabei in den Universalismus der Neocons, oder einen integral-traditionalistischen Konservatismus zu verfallen.
(Wobei ich glaube dass der Int-Trad vor allem in seiner mystischen Ausprägung Heideggers Kritik vielleicht noch am nächsten steht.)
Alles andere sind letztlich nur Wiederholungsschleifen des 20. Jh die nach einem bekannten Marx/Hegelwort, eher Tragikkomisch anmuten.

Das ist alles nicht unmittelbar relevant für den Aktivismus und die jeweils nächste Kampagne. Aber es muss dennoch bedacht und durchdacht werden. Leider passiert das nirgendwo, was mich mit der Zeit etwas beunruhigt, ehrlich gesagt.
Der_Jürgen
13. Juli 2016 11:05
@Andreas

"Im Berliner Flammenschein... sind mir die gelehrten Diskussionen trist und fad." "... aus der Richtung der Diskutanten ist keine Hilfe zu erwarten."

Mit Verlaub, warum lesen Sie denn einen rechtsintellektuellen Blog und nehmen selber an der Debatte teil?

Was sollen wir tun? Auf der Strasse aktiv werden? Das tut der eine oder andere Forist, allen voran Martin Sellner, ohnehin schon. Mittels Kampagnen aufklären? Auch das versuchen viele, z. B. "Ein Prozent". Bücher gegen den Grossen Austausch schreiben? Das tun manche von uns ebenfalls; dass die Bücher dann nur geringe Auflagen erreichen, liegt nicht nur daran, dass sie in den Systemmedien nicht erwähnt werden, sondern auch am Desinteresse der grossen Bevölkerungsmehrheit. Lange Jahrzehnte der Gehirnwäsche, der durch Geschichtslügen künstlich erzeugten Schuldkomplexe und des vulgären Materialismus haben ihre Wirkung getan.

Der grosse Erfolg von Sarrazins "Deutschland schafft sich ab" lag einerseits an der Prominenz des Autors, anderernseits daran, dass er die wirklichen Tabus nicht nur nicht antastet, sondern noch aktiv stärkt.

Ein anderes Volk wählen, wie Brecht es den SED-Führern anno 1953 sarkastisch vorschlug, können wir nicht. Wir müssen mit dem Volk, das wir haben, arbeiten und jene seiner Angehörigen aufzuklären versuchen, die aufklärungsfähig und -willig sind. Deren Zahl wird sich unter dem unerbittlichen Druck der Realität schrittweise erhöhen. Der verbleibende Restbestand, Leute wie die hirnlosen Schläger von der Antifa, wird zwangsläufig in die Isolation geraten und eines Tages seine eigene Medizin zu schlucken bekommen.

So, nun habe ich fesgehalten, was wir tun müssen und grossenteils schon tun, und ich erwarte jetzt Ihre Vorschläge, Andreas. So wahnsinnig, Terrorismus zu empfehlen, werden Sie sicher nicht sein - aber was empfehlen Sie denn?
Johannisthaler
13. Juli 2016 11:14
Sellners Artikel ist in sich nicht stimmig. Er erklärt die Antifa zu einer intellektuellen Herausforderung, obwohl er eingangs schreibt, daß die Linke ideologisch tot ist und seinem Text auch zu entnehmen ist, daß die intellektuelle Herausforderung nicht direkt von der Antifa ausgeht, sondern von der gegenwärtigen geistigen Situation und politischen Interessen.
cherusker69
13. Juli 2016 11:40
ich bin ja kein Intellektueller und deshalb schreib ich natürlich mit einfachen Worten

Ich kenne die Antifa schon aus den 80iger Jahren.. Eine Organisation die es ohne die etablierten Parteien so nicht geben würde.. Schwesig hat ja diese Extremismusklausel aufgehoben und so bekommen diese Gruppen ihr Geld ohne Prüfung ob sie auf den Boden des Grundgesetz stehen oder nicht.. Das ist natürlich nicht zufällig passiert. Ohne diese etablierten linken Parteien gäbe es keine Logistik und keine finanziellen Mittel. Diese Szene wäre Tod. Natürlich haben sie ja in den Medien auch noch verbündete. Bei der Berichterstattung kann man es deutlich sehen.. Höchst kriminelle Antifanten werden in den Medien als linke Aktivisten bezeichnet.. Eine Verharmlosung der neuen SA Sturmtruppen.. Dazu kommt eben noch der sog Schwarze Block.. Alles nur linke Aktivisten nicht wahr...

Die Szene hat sich seit den 80iger nicht verändert aber die Politik der Mächtigen hat diesen Deutschenhassern noch mehr Geld zur Verfügung gestellt. Das ist der große Unterschied.
Kapitulation
13. Juli 2016 11:49
Ich habe es nicht vernommen. Es gibt auch die Klasse, die nicht mehr arbeitet, um den Verbrecherstaat nicht zu viel zu kommen zu lassen. Aber ich habe generellel verstanden. Wir erzählen unseren Enkeln, dass wir immerhin passiven -aber natürlichen- legalen Widerstand leisten. Das wird uns bestimmt besser machen, so ein Ethnozid kommt ja mal vor. Dann sind wir wohlweislich weiser als die Grünen, aber dennoch feige Hunde. Hey Sohnemann, unser Volk ist erblichen, verblichen, aber ich hab damals keine Steuern bezahlt, hurra. Derweil debattieren wir weiter ob wir den dunkelhäutigen Postbosten mit Liebe begrüßen.
Solution
13. Juli 2016 12:02
Es wird höchste Zeit, sich mit der Antifa intensiver zu beschäftigen:

- Die Aktivisten und Drahtzieher ins Licht der Öffentlichkeit stellen
- Die Antifa-Aktivitäten (wie allerdings schon vielerorts geschieht) dokumentieren
- Einen Opferschutz aufbauen, der vor allem finanziell hilft
- Sich mit den eigenen Leuten bei Antifa-Kampagnen solidarisieren

Für mich gibt es mit der Antifa keinerlei Gesprächsgrundlage und nur unter dem Aspekt von deren Bekämpfung ist sie diskussionswürdig.

Ich habe die Antifa selbst zu spüren bekommen, ohne daß sie ihr Ziel erreicht hätte. Daher bin ich hier kompromißlos gegenüber puren Kriminellen.
Der_Jürgen
13. Juli 2016 12:16
@Pirmin Meier
"Auschwitz hat doch immerhin stattgefunden."

Solche Formulierungen nerven mich, besonders wenn sie von einem hochgebildeten Mann wie Ihnen kommen, von dem man sie nicht erwarten würde. Sie wissen sehr genau, dass kein Mensch die Existenz eines Lagers namens Auschwitz in Frage stellt. Dies ginge schon darum nicht, weil wir über Myriaden von Dokumenten der Administration dieses Lagers verfügen, abgesehen von den mehrheitlich intakt zurückgelassenen Bauwerken.

Die Frage dreht sich einzig und allein darum, was in diesem Lager geschah. Wie Ihnen ohne jeden Zweifel bekannt sein wird, ist eine freie Debatte darüber in der BRD und anderen Staaten Europas de facto verboten. Sie kann auf diesem Blog nicht geführt werden, um die Bademeister nicht in Gefahr zu bringen. Was soll unter diesen Umständen der rituelle Hinweis auf "Auschwitz"?

"Wer zuerst 'Hitler' sagt, hat verloren", lautet ein treffendes Bonmot. Desgleichen sollte gelten: "Wer zuerst Auschwitz sagt, hat verloren." Sie können den auch von mir geschätzten Franz Grillparzer auch ohne dieses magische Wörtlein als Kronzeugen für Ihre Ansichten zitieren.
Nordlaender
13. Juli 2016 12:44
@ Meier Pirmin

"Dass A. zivilreligiös ist, müssen Sie mir nicht mehr extra erklären."

Natürlich nicht. Es geht mir um die Frage, ob man einem Diskurs teilnimmt, zu dem die These offenkundig gesetzlich vorgeschrieben ist. Das Äußern einer Antithese kann unter Umständen mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.

Mal angenommen, es wäre gesetzlich vorgeschrieben, daß Goethe unserer größter Denker ist. Nun bin ich ein leidenschaftlicher Anhänger Goethes. Solange aber jemand in den Bau wandert, wenn er öffentlich äußert, daß Goethe ein Stümper und Scharlatan gewesen sei, widerspricht es meiner Auffassung von nordischer Ehre, öffentlich meine Begeisterung für Goethe hinauszuposaunen, das wäre im Geiste des bekanntesten Voltaire zugeschriebenen Zitates einfach unanständig.

"Es hat aber doch immerhin stattgefunden und es gibt im Einzelfall interessante Forschungen darüber. "

Aus obengenannten Gründen: keinen Kommentar dazu.

@ Der_Jürgen"

„Wer zuerst ‚Hitler‘ sagt, hat verloren“, lautet ein treffendes Bonmot. Desgleichen sollte gelten: „Wer zuerst Auschwitz sagt, hat verloren.“"

Richtig. Herumhitlerei sollte man grundsätzlich ächten, nicht mehr durchgehen lassen. Es reicht.
Caroline
13. Juli 2016 12:45
Die Antifa
hat die wichtige Aufgabe, die kritischen Geister aus der stickigen Zwischenwelt der Postmoderne wieder in die Ideengeschichte zurückzutreiben
. - das ist in meinem Falle haargenau passiert, ich war glühende Postmoderne-89erin. Nur: ist das das Verdienst der Antifa? Ich glaube, noch nicht einmal mittelbar. Auf der Suche nach den konkreten historischen Akteuren, dem Subjekt der Geschichte, Kants "Geschichtszeichen", bei der Antifa Station zu machen, tut ihr zuviel der Ehre. 1968 war ein Geschichtszeichen, die Wende 1989 auch, und im Text vermuten Sie ja zu recht, daß sich im Sommer 2015 die Geschichte zu uns geflüchtet hat. Nicht, daß ich Agamben auch nur eine Zeile glaube, wenn er den Flüchtling als homo sacer inthronisiert, aber genau DAS ist geschichtlich wirkmächtig.
Den Heidegger des Humanismusbriefs herzunehmen als Gewährsautor ist großartig - weil er hinter die politischen Großalternativen geht, um festzustellen, daß der Humanismus - mit Sloterdijks Worten "der Agent eines zweitausendjährigen Nichtdenkens" - in die Irre führt. Europäische Philosophie war immer Metaphysik (die Liste Kant, Hegel, Nietzsche, Marx, Freud gehört da zweifellos hinein), und hat nicht kapiert, daß der Mensch vom Sein angesprochen werden muß, und nicht andersrum!
Es ist immer haklig und man macht sich unglaublich angreifbar, wenn man als Philosoph konkrete Akteure mit einer seinsgeschichtlichen Aufgabe betraut, und leider beginnt die Eule der Minerva ihren Flug erst bei Nacht. Wir werden also erst später erkennen können, was dieser Tag gebracht hat mit seinen Straßenkämpfen.
In Sloterdijks Antwortbüchlein auf Heidegger finde ich die Klammer für Ihren Spagat zwischen Antifa und Seinsvergessenheit:
Das latente Thema des Humanismus ist also die Entwilderung des Menschen, und seine latente These lautet: richtige Lektüre macht zahm
. Die Lektüre der philosophischen Klassiker ist als Hemmungsmaschine, als Entbestialisierung, als Zähmung (Sloterdijk) zu denken, und das Enthemmte, Bestialische, Wilde findet da draußen auf der Straße statt, an der Grenze, in der banlieue. So, und das muß man erstmal zusammenkriegen in einer Person! Geht wohl nur, wenn man vom Sein ergriffen ist.
Sporti
13. Juli 2016 12:47
Schau an, wie einig ist die Linke, wie zerstritten die Rechte. Ist etwa Geld der Spaltpilz ? - die Linken müssen sich keine Gedanken darum machen, sie werden durch ihre Netzwerke versorgt. Jedenfalls sehe ich keinerlei Ansatz für eine divide-and-conquer Strategie, solange die Linken dabei finanziell nur verlieren können. Vom Pathos wird man nicht satt, und so ne Altbauwohnung in bester Lage will erst einmal finanziert werden. Da würde ich auch eher zur symbolischen 1-Euro Miete tendieren, wenn man sich obendrauf noch als Rebell feiern lassen kann. Fazit: solange die Rechte kein Konzept zur finanziellen Sicherheit vorweisen kann, Null Chance.
Nordlaender
13. Juli 2016 12:51
@ cherusker69

"Höchst kriminelle Antifanten werden in den Medien als linke Aktivisten bezeichnet.. Eine Verharmlosung der neuen SA Sturmtruppen.."

Damit liegen die Hauptstrommedien zumindest näher an der Wahrheit als Geschichtsverfälscher und Desinformanten wie Sie. Für die Erwähnung der Sturmabteilung, die es unter dem BUNTEN Regime nicht gibt, haben Sie sich die Godwin-Ehrenmedaille in Gold redlich verdient. Als Zugabe gibt es noch einen 12er-DVD-Set mit den besten Sendungen von Guido Knopp und eine Extra-DVD mit einer Zusammenstellung von Friedman-Reden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Godwin%E2%80%99s_law
Andreas
13. Juli 2016 13:37
@der Jūrgen: Nein , ich rufe nicht zu Gewalt auf und lese und diskutiere mit, weil ich denke, dass jemand der sich um seine Familie sorgt, doch Schnittmengen mit jemandem haben sollte, der einen patriotischen Blick auf sein Vaterland hat;der sein Antrieb ist.

Ihre Zukunftsbewertung teilr ich nicht. Lesen Sie den Feierartikel in der Faz zur heutigen Internetrazzia und wer da wofūr verfolgt wird. Das hört jetzt nicht mehr auf und es wird immer enger, was gesagt werden darf. Es wird jetzt richtig Ernst..

Was zu tun wäre: Sich zusammenzuschließen und Briefe und Mails an Bundestagsabgeordnete zu schreiben,vor allem aber juristische Hilfe zu finden um gegen diesen Wahnsinn vorzugehen. Das wäre wenigstens eine kleine Chance.
Trollhart
13. Juli 2016 14:08
Ich bin mir nicht vollständig sicher, ob die Lösung aktueller Probleme irgendwie mit Heidegger und anderen Philosophen zusammenhängt.
Monika
13. Juli 2016 14:20
Die identitäre Sprache mutet teilweise fast religiös an, und ich habe den Eindruck, dass das an religiösen Motiven bzw. am Motiv der Suche nach etwas Transzendentem liegt. Die Begriffe der „Identität“ oder des „Eigenen“ wirken dabei auf mich manchmal wie Lückenfüller, die auch verdecken, dass diese Suche nach Transzendenz sich noch in einer sehr frühen Phase des Weges befindet.
Das ist nicht abwertend gemeint und soll nur darauf hinweisen, dass jemand, der im Grunde nach Religion sucht, sich auch dessen bewusst sein sollte und dann entweder zu einer vorhandenen Religion finden sollte oder sich eine neue Religion schaffen müsste. Darunter ginge es nicht, wenn man die Frage nach „Telos“, „sinnvollem und gutem Leben“ oder dem großen Mythos stellt.


@Morbrecht
Ich empfinde das ähnlich. Und das ist irritierend.


Was den Text in so besonderer Weise auszeichnet, ist die spürbare Identität zwischen dem Autor und seinen Aussagen. Die Ernsthaftigkeit, die aus ihnen spricht, kann niemanden, auch nicht die Staatssicherheitsbehörden in Prag, daran zweifeln lassen, daß Havel bereit ist, für diese Aussagen jederzeit persönlich einzustehen.

schreibt ein Hans-Peter Riese in seinem Nachwort zu Václav Havel Essay:
Versuch, in der Wahrheit zu leben

Sellners Texte erinnern mich an die Texte osteuropäischer Dissidenten der 70er und 80er Jahre. Insbesondere an Havel und Czeslaw Milosz .
An eine Zeit, als die osteuropäischen Dissidenten unbemerkt ( besser: ignoriert) von der westdeutschen Linken ihren Kampf gegen den real- existierenden Kommunismus führten. Darüber lohnt nachzudenken.

Das posttotalitäre System verfolgt mit seinen Ansprüchen den Menschen fast auf Schritt und Tritt. Es verfolgt ihn freilich in ideologischen Handschuhen. Deshalb ist das Leben in diesem System von einem Gewerbe der Heuchelei und Lüge durchsetzt: Die Macht der Bürokratie wird Macht des Volkes genannt; im Namen der Arbeiterklasse wird die Arbeiterklasse versklavt; die allumfassende Demütigung des Menschen wird für seine definitive Befreiung ausgegeben; Isolierung von der Information wird für den Zugang zur Information ausgegeben; die Manipulierung durch die Macht nennt sich öffentlich Kontrolle der Macht, und die Willkür nennt sich Einhaltung der Rechtsordnung; die Unterdrückung der Kultur wird als ihre Entwicklung gepriesen; die Ausbreitung des imperialen Einflusses wird für Unterstützung der Unterdrückten ausgegeben; Unfreiheit des Wortes für die höchste Form der Freiheit; die Wahlposse für die höchste Form der Demokratie; Verbot des unabhängigen Denkens für die wissenschaftliche Weltanschauung; Okkupation für brüderliche Hilfe.


Václav Havel, Versuch, in der Wahrheit zu leben

Es ist kein Zufall, dass Havel in seiner Beschreibung der posttotalitären Gesellschaft auf Heidegger stößt:

"Nur noch irgendein Gott kann uns retten" , sagt Heidegger und betont die Notwenigkeit eines " anderen Denkens" - das heißt die Abkehr von der Philosophie in allem, was sie Jahrhunderte lang war - und der radikalen Veränderung der Art, wie der Mensch sich selbst, seine Welt und seine Stellung in dieser Welt begreift. Einen Ausweg weiß er nicht, und das einzige, was er empfehlen kann, ist die " Vorbereitung der Erwartung."

Václav Havel

Die Vorbereitung der Erwartung ist in Sellners Texten zu spüren.
Und erinnert natürlich an das religöse Motiv des eschatologischen Aufbruchs, der Umkehr.....

der formalen Bewegung fehlt allerdings (noch) die inhaltliche Bestimmung
Andreas Walter
13. Juli 2016 14:22
Nicht ER ist nämlich zurück, wie uns täglich weissgemacht wird, sondern ein anderer Geist von anderer Seite geht schon wieder in Deutschland um:

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/bka-zahlreiche-durchsuchungen-wegen-hasspostings-im-netz-a-1102761.html

Irre, oder? Genau die Dinge, die man der Zeit des Nationalsozialismus und der DDR immer vorwirft, Denunziantentum, Anklagen und Verurteilungen, womöglich sogar Festnahmen wegen nicht regierungskonformer Gesinnung, passieren jetzt gerade schon wieder. Und die Mehrheit schweigt, lässt es, teils aus Furcht, teils in Einverständnis, geschehen. Das ist Judenverfolgung 2.0, nur das es diesmal gegen Nationalisten und Patrioten, letztendlich aber wie immer gegen "Staatsfeinde" jeglicher Art geht. Das ist die NWO.

@S. Fischer

Das ist richtig, was Sie sagen. Doch um so eine Zwangswährung gegen alle Gesetze der Ökonomie und Handelsfreiheit durchzusetzen muss man Krieg führen, und der wird darum kommen, beziehungsweise läuft er schon längst. Der Krieg gegen die "Bitcoins" (freie, fälschungssichere, elektronische Währungen, Tauschmittel), die Diskussionen über die Abschaffung des Bargelds, die Manipulation des Goldpreises, alle Zeichen deuten deshalb in die gleiche Richtung: Abschaffung von Alternativen, von Wahlmöglichkeiten. Der Wahl. Du sollst nicht mehr wählen können, nur noch einem "?" dienen.

Die Lage ist, in der Tat, sehr sehr ernst.
cherusker69
13. Juli 2016 14:54
@Nordleander

genau so wie ich das schreibe ist es auch. Das sind kriminelle und sie bleiben es auch weil sie der Hass gegen alles deutsche treibt.

Sind sie denen schon mal gegenüber gestanden? haben sie diese Figuren schon mal zugehört? Medien unterstützen das ganze.. Was hat das mit Knopp zu tun? ich war damals dabei als es um die Widervereinigung ging und ich kann ein Lied davon singen was die für Figuren sind.. Abschaum mehr nicht
Der_Jürgen
13. Juli 2016 15:04
@Andreas

Ja, die Lage ist ernst, extrem ernst sogar. Meine Hauptbefürchtungen sind folgende zwei Varianten:

a) Die USA und ihre Nato-Vasallen provozieren einen Krieg gegen Russland - kaum schon in diesem Jahr, dafür ist die Spannung noch nicht gross genug, aber innerhalb der nächsten Jahre. Mit einem Krieg werden die USA ihre astronomischen Staatsschulden über Nacht los; Russland, Osteuropa und Deutschland liegen in Trümmern; die Konkurrenten der USA sind auf unübersehbare Zeit ausgeschaltet; die verhasste weisse Rasse hat sich wieder einmal selber dezimiert; den amerikanischen Firmen winken märchenhafte Aufträge für den Wiederaufbau, und um diesen zu finanzieren, müssen die verheerten Länder noch riesige Kredite aufnehmen. Dies alles bringt die Gangster ihren eigentlichen Ziel, der Weltregierung, sehr viel näher. Um die ganze Welt unter ihre Kontrolle zu bringen, müssen die Gangster freilich auch noch China ausschalten.

Dieses Szenarium ist mit halsbrecherischen Risiken behaftet, weil sich ein erst einmal vom Zaun gebrochener Krieg nicht wie eine Schachpartie lenken lässt. Die USA haben ja kein Interesse daran, dass New York und Washington in Schutt und Asche gelegt werden. Genau das könnte bei einer Eskalation aber geschehen.

b) Es wird durch Terroranschläge unter falscher Flagge nach dem Vorbild des 11. September 2001 dafür gesorgt, dass Deutschland im Chaos versinkt. Dann kann an die Stelle des abgewirtschafteten Parteienkartells ein Notstandsregime aus koscheren Faschisten treten und eine offene Diktatur errichten. Dieses Szenarium entspräche ganz dem Freimaurermotto "Ordo ab chao".

Was wir gegen diese beiden Szenarien tun können? Tut mir leid, mir fällt auch diesmal nur wieder "aufklären" ein, obgleich ich genau weiss, dass vor allem in der westlichen Hälfte Deutschlands 80 % der Bürger gar nicht aufgeklärt werden wollen und, wenn man sie mit solchen Dingen konfrontiert, "Verschwörungstheorien, Verschwörungstheorien" plärren. Die Gehirnwäsche tut ihre Wirkung.

Die dritte, für uns günstigste Variante besteht darin, dass keines der beiden Szenarien zur Entfaltung gelangt und die Flut weitergeht. Dann kollabiert das System innerhalb einiger Jahre, die Bevölkerung geht in hellen Scharen in unser Lager über, und die Stimmung wird genuin revolutionär.

"Briefe und Mails an Bundestagsabgeordnete" bringen ungefähr so viel wie ein Appell an den Satan, er möge doch bitte künftig der Welt ein bisschen weniger Leid antun. Juristische Hilfe? Ja, die Justiz ist grosstenteils, aber eben nicht gänzlich unter der Kontrolle des Systems, wie vereinzelte überraschende Urteile zeigen.
rehß
13. Juli 2016 15:14
Tut mir leid, aber ohne "race realism" kommen wir hier nicht weiter. Daher ist es Quatsch, künstlich einen Feind, der sich an "Rassismen" aufgeilt (was ist das?) herbeizufabulieren (eulenfurz).

Wenn die Menschen also immernoch glauben, man brauche nur "mehr Angebote" für die low IQ proles aus Schwarzafrika und den MENA-Ländern, dann weiß man, daß hier einfach ein Rassebewusstsein fehlt. Selbst Hoppe ist race realist, siehe sein Buch "A Short History of Man" (auf Deutsch im Lichtschlag-Verlag erschienen). Darin bezieht er sich vor allem auch auf den Autor Michael H. Hart, der mit "Understanding Human History" ein kleines Meisterwerk verfasst hat.

Was das Rassebewusstsein betrifft, befasse man sich z. B. mit Jared Taylor. Sein Buch "White Identity" ist in dieser Hinscht wegweisend. Vor einigen Tagen hat ihn der nun auch zum race realism konvertierte Libertäre Stefan Molyneux interviewt. Das ist meiner Meinung nach sein bisher bestes Interview.

An Honest Conversation About Race
Johannisthaler
13. Juli 2016 16:07
Zitat Sporti
Schau an, wie einig ist die Linke, wie zerstritten die Rechte.

Hier in den Kommentaren wird immer wieder kolportiert, daß die Linken sich einig seien. Man sollte sich über den politischen Gegner auch richtig informieren. Schon der Kampf um Posten ist die Hölle. Und konzeptionell gibt es Brüche, die mehr bedeuten als das oft belächelte linke Sektierertum, z.B.:
http://www.hintergrund.de/20100317759/politik/inland/die-linke-von-innen-umzingelt.html
Stil-Blüte
13. Juli 2016 17:14
@ Der_Jürgen

Meier Pirmin's
A...


Mit Verlaub - er tastet sich als Einäugiger doch nur in vermintem Gelände vor. Einäugig: Odin oder Pirat? Blauäugig: durch und durch deutsch.

@ Sellner
Der Deutsche kann den Franzen nicht leiden
aber seine Weine trinkt er gern.
(Goethe)

Frankreich war nie Deutschlands Erzfeind, das ist ein Propagandabegriff. Wenn schon
'Chauvinismus'
, dann gegenseitig, und das nicht zu knapp. Nachbarschaft mit potenten Staaten (Deutschland, Frankreich, Polen) keine leichte Aufgabe. Mir fällt es jedenfalls schwer, uns Deutschen einseitig Chauvinismus anzulasten. Französische 'Weine' als Metapher - Esprit, Charme, Lebensart, Paris, Jean d'Arc, Gourmets, Avantgarde, Sprache, Philosophie, Film, Existentialismus, Impressionismus, Champagner, Käse, Mode, Theater, Chanson, Revolution, sogar Napoleon! - mehr Empathie kann für Andersartiges wohl kaum aufgebracht werden. Retourkutsche? Beim ersten Laut, der den deutschen Touri verrät, auch wenn er sich, nein, weil er sich bemüht, läuft der arme Tropf, der nur eine bescheidene Information braucht, heutzutage immer noch auf.

Lieber Herr Sellner, 'Chauvinismus', 'Nationalismus' sind das nicht Propagandabegriffe, die bis zum 1. Weltkrieg zurückreichen und eigentlich im Kriegslager zu Hause sind? Und dort sollten sie auch bleiben. Sie verbrauchen sich mit der Zeit von alleine, sofern man sie nicht füttert.

Daß sich Frankreich als 'Grande Nation' sieht - das sei ihr gegönnt. Großbritannien sei es gegönnt, daß sie eine 'Queen' hat. Gönnen wir den Nationen ihren Eigenwillen, der sich a u c h von Nachbarn abgrenzt. Normal.

Die jahrhundertelange Geschichte der expansiven ehemaligen Groß/Kolonialmächte Niederlande, Dänemark, Schweden, Polen, Frankreich, Belgien, Spanien zu vergessen, weil die deutsche Geschichte die letzte war, die expansiv war, wollten wir uns nicht mit Begriffen wie 'Nationalismus' und 'Chauvinismus' verpanschen.

Wie wär's mit '?
Ernst DeVie
13. Juli 2016 17:21
Anti-Fa als
neuen SA Sturmtruppen
zu bezeichnen ist ja nur Synonym für „Personen die man überhaupt nicht mag“ im verbalen Historizismus eines Regime welches genauso wie die DDR von seinen autoritären demokratiefeindlichen Tendenzen ablenken will.

Habe kürzlich erst wieder den Film Z von Costa-Gavras, gesehen und war erstaunt wie genau er die Verhältnisse in der BRD widerspiegelt.
altermann
13. Juli 2016 17:21
Die Beschreibung ist nach meiner Meinung viel zu wohlwollend geschrieben. Von diesen Idioten kann doch kaum einer lesen. Heidegger, Adorno, das haben die doch noch nie gehört. Die plappern nach, was ihnen die Chefts von *ndymed*a vorgeben. Wenn die einen Hart IV-Antrag fehlerfrei abgeben können, ist schon viel erreicht.
Waldgänger
13. Juli 2016 17:23
Der Artikel von Herrn Sellner ist so komplex und gedankenreich, dass ich mich wundere, wieso es hierzu seit heute früh bis jetzt (13.7., 17.20 Uhr) schon 73 Kommentare gibt.

Vielleicht sollte man den Artikel erst noch ein paar mal in Ruhe lesen!

Schade auch, das sich - wie so oft - viele Kommentare überhaupt nicht mit dem Ursprungstext befassen.
Musste mal gesagt werden.
sahe
13. Juli 2016 17:30
"Ich konnte die linke Szene nie wirklich ernst nehmen."

Und ganz genau da liegt der Hase im Pfeffer.
Die Antifa wird einfach von sehr vielen Konservativen und Rechten nicht ernst genommen. Hartnäckig hält sich das Gerücht vom verpickelten Nerd-Spacken, der milchbubimäßig keine Freunde hat, zu faul zum arbeiten ist, dumm wie Brot und nur in der Masse aus der Distanz Steine und Brandbomben werfen kann.

Nur seltsam, dass diese Spezies uns so viele Probleme bereitet. Und das nicht erst seit gestern. Seit mindestens 40 Jahren erleidet die poltische Rechte massivste Verluste durch die Antifa.

Von den mittlerweile Tausenden Zusammengeschlagenen, Überfallenen, oder denen, denen die Autos abgefackelt wurden, die Wohnungen demoliert, die Häuser angezündet, die Radmuttern gelockert, die "geoutet" wurden und an Uni und Arbeitsplatz massiv Probleme bekommen haben, die Hunderte die ihre Berufe wegen der Antifa verloren haben, vom Jobcenter-Beamten, über den Uni-Prof zur nationalen Putzfrau bis zum Edeka-Kassierern; die Liste ist Legion.

Und auch metapolitisch haben wir durch diese Rotfront-Banditen nicht knapp zu knappsen:
-Leute trauen sich nicht auf unsere Demos und Veranstaltungen, u.a. weil sie Angst haben körperlich angegangen oder auch "nur" fotografiert/gefilmt zu werden und dadurch dann erst so richtig Schwierigkeiten zu bekommen
-Wahlkämpfe sind kaum noch möglich, weil sich kaum Kandidaten finden, weil ständig Info-Stände attackiert werden, weil Saalveranstaltungen blockiert werden usw.

Der Schreiber dieser Zeilen hatte auch schon mit den linksautonomen Schlägern zu tun. Ich kann mal sagen, dass es kein Zuckerschlecken ist, wenn einem bei einer Demo die Pflastersteine um die Ohren fliegen!
Da besteht akute Lebensgefahr.
Und ständig dieser vermummte krakelende Dreck, der nur darauf wartet einen in einer Seitenstraße in die Finger zu kriegen.
Na ja, manchmal lauern sie einem ja auch auf dem Rückweg in die eigene Wohnung auf.

Und die Rechte?

Seit 40 Jahren reagiert sie einfach nicht auf diese gefährliche linksterroristische Bedrohung.

Aber genau das sollte sie tun.

Und zwar so wie es die Antifa macht, durch konsequente Feindaufklärung. Holt sie aus der Deckung!
Nur wenn die Antifa Grenzen aufgezeigt bekommt, kann man sie stoppen.
Wer soll das denn außer uns machen? Der Staat etwa? Nein, der fördert sie wo es geht, logistisch, mit Steuergeld und mit Straffreiheit.

Aufwachen!
Der einzig wahre Bernhard
13. Juli 2016 17:31
Irgendwie musste ich mir das heute geben, diesen Versuch, an die teutsche Tradition der Dichter und Denker anzuknüpfen. Von all den Personen, die hier genannt wurden, nötigt mir Freud als Einziger Respekt ab, diente doch sein Geschwurbel alleine dem Zweck, Mädels auch zarteren Alters klar zu machen. Nun, Spaß beiseite. Der Teutsche ist offensichtlich nach wie vor vom Sendungsbewusstsein getragen, die Frage zu klären, warum und weshalb Menschen überhaupt leben. Alle anderen Menschen auf dieser Erde leben einfach, und haben sogar Spaß dabei. Das Sein oder die Seinsfrage ist denen sowas von wurscht, oder die entscheidende Frage, wer nun das Sandschäufelchen zuerst entdeckt hat, und wem das Sieb gehört.

Nun, die Linke, lieber Herr Sellner, ist einfach schon einen Schritt weiter. Sie können schon darüber lachen, wenn M.L. King zitiert wird, und eine hysterische Kuh schreit: "Sag das Wort nicht!"
Nordlaender
13. Juli 2016 17:46
@ cherusker69

"genau so wie ich das schreibe ist es auch."

Nö. Die Antifa ist nicht die Sturmabteilung. Solche Geschichtsklitterung sollten Sie lieber auf PI-News betreiben, wenn Sie damit einen Blumentopf gewinnen wollen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sturmabteilung

Ich reagiere darauf aus zwei Gründen:
a) Ab einem gewissen Ausmaß bereitet mir Dummheit körperliche Schmerzen.
b) Euer Leibhaftiger ist das Zentrum des Programmes Weiße Schuld (white guilt), das die gesamte westliche Welt betrifft. Deshalb gibt es keine größere Eselei, als den allgemeinen Kult um den Ewigen Österreicher zu bedienen, zu fördern und verstärken. ER ist letztlich das moralische Argument für die Agenda der Westlichen Wertegemeinschaft, unsere weißen Völker auslöschen zu wollen.

"Das sind kriminelle und sie bleiben es auch weil sie der Hass gegen alles deutsche treibt."

Ja.

"Sind sie denen schon mal gegenüber gestanden? haben sie diese Figuren schon mal zugehört?"

Ja. Schon oft.

"Was hat das mit Knopp zu tun?"

Auch jemand, der den Kult um IHN, den Leibhaftigen, befördert.
Bran
13. Juli 2016 18:06
Ich weiss zwar nicht genau, weshalb mein Kommentar nicht freigeschaltet wurde, vertraue aber darauf, dass die Bademeister hier schon wissen, wieso sie darauf verzichtet haben.

Aber zu Etwas Anderem: Der sich hier verschärfende Ton untereinander missfällt mir. Natürlich kann und darf man den Anderen auch mal wegen einer Meinung angehen und ihm das klar mitteilen, aber wenn man sich dafür auf dem schmalen Grat der gehobenen Beschimpfung bewegt, dann ist das ein wenig unwürdig. Einigkeit wird so jedenfalls niemals entstehen. Schon der erste Kommentar in diesem Strang war ja in diesem Geiste. Kritik in rein destruktiver und daher nicht zielführender Form.

@Meier Pirmin: Gibt's Ihren Aufsatz über Kant, den Sie im Blick veröffentlichten noch auf dem Netz abrufbar? Würde mich sehr interessieren, wie Sie diese Aufgabe bewältigt haben.
Solution
13. Juli 2016 18:10
@ rehß

Grundsätzlich volle Zustimmung.

Zum "Race Realism" noch der Hinweis, daß er vielen in der AltRight nicht weit genug geht. Ich erinnere an die kritischen Positionen, die z.B. bei Counter Currents Publishing oder The Occidental Observer hierzu geäußert wurden.

Auch ist die Frage gestellt worden, ob Jared Taylors Amren, VDare u.a. nicht den "Hauptfeind" absichtlich ausklammern.

Das Problem ist, daß bei der Rechten eine Skala der Abgrenzung und der behandelten Themen existiert. Je wo man steht, grenzt man sich gegen zu Weiche oder zu Radikale ab.

Wir sollten das ganz anders machen: Wenn wir ein Ziel als kleinsten gemeinsamen Nenner formulieren - wie den Kampf gegen die Islamisierung Euorpas - , sollten wir uns Verbündete überall da suchen, wo man mitmachen will. Abgrenzung kann es nur bei gesetzwidrigen Aktivitäten geben.

Der gemeinsame, vernetzte Kampf aller gegen die Antifa sollte hier alsbald ein Musterbeispiel der Kooperation werden.
Petrus Urinus Minor
13. Juli 2016 18:25
@Johannisthaler

"Hier in den Kommentaren wird immer wieder kolportiert, daß die Linken sich einig seien. Man sollte sich über den politischen Gegner auch richtig informieren. Schon der Kampf um Posten ist die Hölle. Und konzeptionell gibt es Brüche, die mehr bedeuten als das oft belächelte linke Sektierertum"

Jein. Nach AUßEN hält die Linke zusammen. Bedingungslos. Probieren Sie das mal mit den Rechten...
Westpreuße
13. Juli 2016 19:22
Da ja bekanntlich alles mit allem zusammenhängt, hier ein kleiner Hinweis zur HEUTE erschienenen Broschüre zweier Ministerien in BERLIN,
Innen- und Familienmisterium, vom Bundeskabinett abgesegnet:

"Strategie der Bundesregierung zur Extremismusprävention und Demokratieförderung. Mi. 13.07.2016"

Diese Broschüre, als pdf herunterladbar, hat es nun wirklich in sich und wird hoffentlich von der "demokratischen Rechten" nicht übersehen.
Auch die AfD sollte genau lesen, was dort steht...

Es geht um die "Demokratieförderung", wie der Titel (auch) verheißt.
Es sind, ob vollständig, weiß ich natürlich nicht, nämlich die Institutionen, Projekte, Vereine usw. aufgeführt, die finanziell im Kampf gegen Rechts finanziell unterstützt werden. Ihre Zielsetzung, praktische Arbeit usw.
Und zwar sehr detailliert...
DAS ist schon ein interessantes DOKUMENT...
Vielleicht nimmt sich die JF mal der Broschüre ausführlicher an.
Herr Stein, Sie lesen hier doch mit, heimlich...?!

http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Service/publikationen,did=226682.html

Auch DIE ZEIT hat der Broschüre heute einen Artikel gewidmet:
"Mit der Gießkanne gegen rechts.
Innen- und Familienministerium stellen erstmals gemeinsame
Maßnahmen zur Extremismusbekämpfung vor. Es gibt mehr Geld,
aber die alten Probleme bleiben."

Völlig ZEIT - unüblich sind viele Kommentare. Man staunt, daß diejenigen freigeschaltet wurden, die total gegen den ZEIT - Strich gebürstet sind...
Auf jeden Fall sind sie (noch) zu lesen...

Herr Sellner,
eine wirklich fleißige Arbeit, nicht ironisch gemeint.. Die Antifa-Leute sind meiner Ansicht nach nicht richtig dumm, aber auch nicht richtig klug. Eher schlau... Ich selbst bin inzwischen zu der Überzeugung gekommen, daß es sich bei der Antifa weniger um ein durchdachtes geistiges Konstrukt handelt, sondern eher um die Installierung eines" lebensfüllenden Lebensgefühls", also künstlich gemachter Sinn...., und das recht erfolgreich...

Ein Geschäftsmodell also. Öffentlich alimentiert. Und von vielen Funktionsträgern wohlwollend unterstützt und begleitet...
Die klammheimliche Freude halt, das Surrogat für vermeintlich entgangenes revolutionäres Getue. Man muß sich halt entscheiden:
Antifa, also gemütliches Elend, oder die großen Futtertröge:
Also gemütliches Elend auf höherem Niveau...

Ansonsten: Es wird neuerdings viel "geholzt" hier.
Mancher wähnt hier im Forum den Feind an sich...
DWB (DER GRIMM) , Leipzig 1854 f.:
"holzen bis holzessig (Band 10, Sp. 1769 bis 1771)
4) holzen, in der burschikosen sprache, prügeln."
: Grüße von der Weichsel
Desprecio
13. Juli 2016 19:48
@ "sahe"

"..................., durch konsequente Feindaufklärung. Holt sie aus der Deckung !"

Alle Achtung, meine Bewunderung !

Ich dachte schon, in diesem Forum seien die Ideen für die logischsten
Reaktionen als Antwort auf das gewalttätige und zerstörerische Treiben
dieses gesellschaftlichen Mülls ausgegangen.

Hier ist vor allem phantasievolles Beantworten all dieser verbrecheri-
schen Gewaltakte gefragt. Darin sollten wir doch diesen Kretins gegen-
über wohl überlegen sein. Diesen im sozialen Sumpf, in sozialen Hänge-
matten dahinvegetierenden, intellektuell stark limitierten menschlichen
Wracks muß auf eindeutige Art und Weise gezeigt werden, was sie er-
wartet, wenn sie auf ihren bisherigen Pfaden weitertrampeln.

Was uns im Vergleich zu diesen Kreaturen bei unserem Kampf etwas
einschränken und möglicherweise sogar etwas behindern könnte, ist
die Tatsache, daß wir noch etwas zu verlieren haben. Diese Probleme
hat unser sinnentleertes Gegenüber nicht. Eine in jeder Hinsicht unnüt-
ze Existenz kann dabei äußerstenfalls ein ohnehin unwertes Leben ver-
lieren.
Andreas
13. Juli 2016 20:50
@Waldgänger: Wenn Sie sich nur die beiden Artikel auf Welt.de und Faznet ansehen, könnte vielleicht auch bei Ihnen die Erkenntnis festsetzen, dass gerade das geruhsame Studium längerer Texte und philosophische Rückkopplungen nicht das Gebot der Stunde wären.

Weg von möglicherweise nur mittelbaren Gefahren, droht hier glasklares Ungemach, für jeden der nicht der Regierung zustimmt, hier werden keine transparenten Regeln in Gesetzt gegossen, sondern eine "fallweise Anwendung" etabliert. Darunter fällt übrigens "Diffamierung"

@der Jürgen: Was die nähere Zukunnft angeht, weiß ich nicht was an Ihrem Szenario realistisch ist. Ob man in den USA glaubt eine millitärische Auseinandersetzung auf konventionelle Waffen begrenzen zu können, scheint mir doch arg weit hergeholt.

Was das "was wir tun können" angeht, würde ich mich auch nicht der Meinung anschleßen. alle Bundestagsabgeordneten wären per vollkommen moralisch so bankrott, dass die Ansprache zahlreicher Bürger einflusslos bliebe.
Und was die juristische Unterstützung angeht: Es muss doch unter Konservativen, neuen Rechten oder sonstwem, Juristen geben, die einem Wege aufzeigen könnten, sich gegen diesen Wahnsinn zur Wehr zu setzten.
Meier Pirmin
13. Juli 2016 21:00
@Stilblüte. Verwahre mich gegen Vorwurf der Einäugigkeit oder Blauäugigkeit, interessierte mich schon 1965 für die Frage, ob eine Schweizer Firma Stacheldraht nach A. geliefert habe; nicht, um Vorwürfe zu machen, sondern weil ich es wissen wollte. Anfangs der 50er Jahre war eine Reise nach Friedrichshafen, Stadt lag noch bombardiert vor mir, für ein Kind aus der Schweiz mindestens so beeindruckend wie für Schüler von heute Besuch von KZ-Gedenkstätten, damals waren die Spuren des Bombenkriegs auf eine sehr anschauliche Weise erschreckend: Hinweis auf Schrecken des Krieges. Es ist bekannt, dass Adorno dieser Bombenkrieg mit Genugtuung erfüllte. 1947 wurden von Auschwitz von den ersten Touristen Postkarten verschickt, was man 60 bis 70 Jahre später entsetzlich fand, war aber nicht entsetzlicher als der Anblick damaliger deutscher Städte. Noch wichtig ist die polnische Wahrnehmung, etwa im Zusammenhang mit der Gründung eines Klosters. So hat sich dann mit der Zeit die Wahrnehmung verändert, je mehr direkter Erfahrungshorizont im Zusammenhang mit dem Krieg verloren ging. Noch interessant ist, dass der Schweizer Schriftsteller und Journalist Uli Dürrenmatt, Grossvater von Friedrich Dürrenmatt, 1902 schrieb, wenn der deutsche Kaiser so weiterfahre mit dem Säbelrasseln, gebe es in Europa bald mal einen "Holocaust". Diesen Ausdruck kannten aber die direken Ueberlebenden, mit denen ich vor 40 bis 50 Jahren Kontakt hatte, jedoch nicht. Die Sprachregelungen nahmen mit der Zeit einen liturgischen Charakter an, was man als Wissenschaftler nicht mitmachen muss.
Jacky
13. Juli 2016 21:23
@Andreas Walter

Irre, oder? Genau die Dinge, die man der Zeit des Nationalsozialismus und der DDR immer vorwirft, Denunziantentum, Anklagen und Verurteilungen, womöglich sogar Festnahmen wegen nicht regierungskonformer Gesinnung, passieren jetzt gerade schon wieder. Und die Mehrheit schweigt, lässt es, teils aus Furcht, teils in Einverständnis, geschehen.



Und es kommt noch besser: Der Katalog sogennannter Geistekrankheiten wird jedes Jahr erweitert. Unter anderem um das „Aufsässigkeit-Trotz Syndrom“, z.B. gegenüber den Eliten. Was bedeuten könnte, dass Systemkritiker zügig zur Behandlung in einer Psychiatrischen Klinik untergebracht und unter Betreuung gestellt werden.
Wie in der ehemaligen UDSSR .
Hansi Dampf
13. Juli 2016 21:40
@Westpreuße

Die Datei mit der Broschüre des BMSFSJ ist ja ungeheuerlich -
welche Namen da aufscheinen.

Das wird nichts mehr mit einer Wiederherstellung eines
Rechtssaates, wie wir ihn kannten.

Alles durchsetzt und verrottet in Gutmenschlichkeit.
Detonator
13. Juli 2016 22:53
Zitat Martin:"Der Prozess der Verwindung und Überwindung dieser Idee vollzieht sich philosophisch mit Heidegger gegen Nietzsches Sein als Wille UND einen Rückfall in alte Idealismen und das Sein als Grund, politisch und weltanschaulich letztlich gegen den Tribalismus und Darwinismus der alten Rechten, OHNE dabei in den Universalismus der Neocons, oder einen integral-traditionalistischen Konservatismus zu verfallen.
(Wobei ich glaube dass der Int-Trad vor allem in seiner mystischen Ausprägung Heideggers Kritik vielleicht noch am nächsten steht.)
Alles andere sind letztlich nur Wiederholungsschleifen des 20. Jh die nach einem bekannten Marx/Hegelwort, eher Tragikkomisch anmuten."

Von Nietzsche kenne ich bisher nur den Antichristen und Heidegger habe ich bislang noch gar nicht gelesen. Dennoch erscheint mir die Willensmetaphysik am plausibelsten, eben weil sie aus meinen eigenen Gedanken stammt. Auch ein göttlicher oder anderweitig transzendentaler Sinn erschließt sich erst aus dem Willen, ihm zu dienen. Der Wille verleiht den Dingen ihren Sinn.

Einem vulgären Sozialdarwinismus stehe ich selbst kritisch gegenüber. ginge es danach, sind uns Bakterien weit überlegen, weil diese selbst einen Atomkrieg überleben würden.

Was die "Wiederholungsschleifen" angeht: Mir ist schon aus Deinem Text aufgefallen, dass Du eine Art dialektischen Geschichtsoptimismus zu vertreten scheinst, demnach Geschichte ein Lernprozess sei, eine Art linearer, fortschrittlicher Verlauf?

Dass sich Geschichte niemals 1:1 wiederholen lässt, ist sowieso klar. Jedoch halte ich Ideen, zumal philosophische, nicht alleine deshalb für schlecht oder überholt, nur weil sie aus dem 20., 18. oder vierten Jahrhundert kommen.
maria
13. Juli 2016 23:25
Danke für den Text...!

Zuerst einmal, nicht entmutigen lassen von manchen Kommentaren hier. Das sind meist nur kleine Lichter, die gern mal hell scheinen würden. Besserwisser und Querulanten wären ehrlich gesagt im Plenum der Antifa für uns nützlicher als hier im Forum. Dort könnten sie nützlich negativ sein...;)

Ich weiß, dass du versuchst die Rahmenbedingungen für eine neue Identitätsbildung zu ermöglichen - das finde ich sehr gut! Denn wie die Identität sich entwickeln soll müsste die Gemeinschaft zusammen "brainstormen"...auf der anderen Seite gibt es diese Identität doch schon.
Schau dir mal "Les Brigandes" an, also damit kann ich als Frau etwas anfangen. Oder mit den völkischen Siedlern, das ist doch auch eine Möglichkeit, sich (ökologisch) neu zu erfinden. Dann lad doch alle zu einem Kongress ein, dort könnten sie unter eurer Leitung an einer gemeinsamen Idee forschen. Muss ja nicht gleich beim ersten Mal alles geschafft sein.

UND: wegen der Antifa.
Ja, sie sind unser Motor ohne es zu wissen. Zum Beispiel in Leipzig ist einer der Legida-Leute fast totgeschlagen worden. Ich sehe als leidenschaftliche Kickboxerin dringenden Bedarf an Fortbildung und Mut, auch bei den Herren. Es wird nicht reichen bei der Sezession den großen Max zu machen.

Viel Erfolg dir!

ps: Es wäre toll, wenn die Kommentatoren sich am Text orientieren könnten und ihren Schlaumeierschrott woanders abladen. Danke.
Monika
14. Juli 2016 08:08
Andreas
Mittwoch, 13. Juli 2016, 9:40 (URL) | Kurz-URL
Ach haltet mich fūr unsensibel und mindergebildet, aber im Berliner Flammenschein, der brutal niedergemachte Menschen beleuchtet, die fūr unser aller Recht den Kopf hinhalten, sind mir die gelehrten Diskussionen trist und fad.
Und angesichts der Tatsache, dass dieser Staat erneut auf die routinierten Schergen der Stasi zurūckgreift, um seine unbotmäßigen Būrger zu belauern, mundtot zu machen und nötigenfalls an von ihm bezahlten Schlägertrupps auszuliefern und seine Verlautbarungsorgane diese dann dröhnen feiern lässt, ūberkommt mich die Erkenntmis, dass aus Richting der Diskutanten keine Hilfe zu erwarten ist.


Das eine schließt das andere nicht aus :
http://www.krone.at/Oesterreich/Mordversuch_bei_Demo_Das_sind_die_Verdaechtigen-Steinwurf_in_Wien-Story-519728

Wie geht es dem Verletzten ?
Meier Pirmin
14. Juli 2016 11:04
@Bran. Was ich im Jahre 2004 in Zeitungen publizierte, ist leider nicht im Netz, hoffe aber, meine wichtigsten Artikel mal in Buchform bringen zu können. Es war aber eine echte Herausforderung, in einem Boulevardblatt zu erklären, was Kant mit seiner Erkenntnistheorie gemeint habe. Zitierte u.a. den Brief von Kleist an seine Schwester, wo er ihr die Lehre Kants erklärte, mit dem Beispiel, durch eine Brille mit Grünstich Dinge grün zu sehen, obwohl man gar nicht wissen kann, ob diese Dinge, zum Beispiel ein Blatt Papier, wirklich grün seien. Usw. Es bleibt aber dabei, dass die wichtigsten Texte von Kant, etwa aus seinen populären Schriften, auch "Streit der Fakultäten" wohl bedeutender sind als alle Romane deutschsprachiger Autoren der letzten 50 Jahre. So sah es wenigstens Dürrenmatt. Der philosophisch und erkenntnistheoretisch noch interessanteste Roman überhaupt der letzten 50 Jahre scheint mir Ecos "Der Name der Rose" zu sein, unübertrefflich das Beispiel mit dem Rappen Brunellus im ersten Kapitel. Hier ist das ganze Universalienproblem abgehandelt, und doch so, dass es jeder versteht.
Je suis partout
14. Juli 2016 11:20
Jeder, der die Begriffe "rote SA" oder "SAntifa" nutzt, sollte verdammt nochmal ein Buch zur Hand nehmen und seine Zeit nicht in den Kommentarspalten rechter Netzseiten totschlagen. Es fehlt nur noch, dass hier vom "Demonstrationshonorar" des "Antifa e.V." fabuliert wird. Auch herrlich: die Antifa, ein Sammelbegriff für verschiedenste linke bis linksradikale Gruppierungen und Einzelpersonen, als "Organisation" bezeichnen; am besten noch mit zentraler Leitung der NWO...

Grausam.

Herr Sellner, Ihre wiederholte indirekte Gleichsetzung des NS und des Faschismus – als angebliche, kurzsichtige Produkte der Moderne – missfällt mir in hohem Maße. Oder sind Sie ein Anhänger der Nolte'schen Theorien? Wohl eher nicht.

Ich würde mir wünschen, Sie würden den von Ihnen zitierten Drieu la Rochelle – interessant übrigens, dass er Ihnen als Zitathure anscheinend taugt – gründlich lesen und nicht nur in ihre Schublade der Moderne stecken. Denn wenn ich, bei allem Respekt vor den wiederkehrenden Aktionen der IBÖ, auf die Vision "Ihrer" Bewegung blicke, erschließt sich mir nicht, woher Sie die Kühnheit nehmen, den Faschismus und seine zahlreichen visionären Köpfe derart plump zu kritisieren und kurzer Hand einzuordnen.

Denn im Prinzip: Was ist Ihre IBÖ – mehr noch die Franzosen aus Ihrem Lager – denn mehr, als eine demokratische Wiederauflage der Ideen einiger, progressiver Eurofaschisten? Gegen Nationalismus, für Europa ohne Biologismus, ... Kommt Ihnen das bekannt vor?

Die angebliche Universalismuskritik nützt da wenig. Ein Mythos ohne Universalismus? Nun ja...
Meier Pirmin
14. Juli 2016 11:27
@Andreas Walter. Diese Hausdurchsuchungen sind, unbeschadet der Schändlichkeit einzelner Hasspostings, das Maximum, was sich deutsche Bürger offenbar bieten lassen müssen und sich auch tatsächlich bieten lassen.

Die Problematik dieser Hausdurchsuchungen ist natürlich etwas ganz anderes als die Debatte über philosophische Fragen, wie sie Sellner angerissen hat und würde als Debatte zu einem separaten Artikel gehören, ev. von der Chefredaktion. U.a. soll die Genugtuung über untergegangene Schiffe mit Flüchtlingen ein Grund für die Haussuchungen gewesen sein; letzteres erinnert mich an einen Brief Adornos aus dem Jahre 1945, wo er freilich rein privat seine Zufriedenheit über die vielen toten Horsts und Gretes ausdrückte, die Opfer der Massenbombardierungen wurden. Solche Gedanken sollten auf keinen Fall strafbar sein; es genügt, dass solche von Rachedurst und Ressentiments erfüllte Personen geistig-moralisch sich selber disqualizieren. Andernfalls würde es sich um die berüchtigte Orwellsche Gedankenpolizei handeln.

Dass man sich aber solche Polizeiaktionen ohne einen öffentlichen Aufschrei bieten lässt, erinnert mich an einen Gedanken von Joseph von Scheffel aus dem Jahre 1844, dass man in Deutschland das Coupieren von Ohren, wenn es nur obrigkeitlich angeordnet würde (nicht Hundeohren gemeint), als selbstverständliche Befugnis der Behörden hinnehmen würde, nur beim Bierpreis würde man aufbegehren. Letzteres galt zwar noch für München 1844, wäre heute wohl auch kaum mehr der Fall.
Martin Sellner
14. Juli 2016 13:26
@Detonator: Nein ich vertrete keine dialektischen Geschichtsoptimismus und überhaupt keine Geschichtsphilosophie im klassischen Sinne. Aber als selbstverklichende Prophezeiung ist der Glaube an solche historischen Gesetzmäßigkeiten durchaus wirksam und bestätigt sich performativ selbst.
Martin Sellner
14. Juli 2016 13:36
@Je suis partout: Ich setze sie nicht gleich aber ordne sie ideengeschichtlich mit Dugin als Teile der "3. Politischen Theorie" ein. Sie sind modern und antimodern zugleich und in ihrer Modernekritik, die blinde Flecken aufweist, verkürzt. Ich habe im Moment keine Zeit näher darauf einzugehen aber man kann bis zum Einzelnen nachweisen wie ein gewisser "Nietzscheanismus" bis zu den politischen Entscheidungen hinunter, das Schicksal der 3. Politischen Theorie, ihren Aufstieg, ihren Zenit und endlich ihr scheitern mitbestimmt hat. Bei den Italienern, Franzosen und anderen Eurofaschisten war das ganze etatistischer und mehr von Nietzsche bestimmt, der NS ist eher wagnerscher Prägung und eher biologische Politreligion, aber in ihrer Metaphysik, ihrem Grundlegenden, Welt- Menschen- und Wahrheitsbild sind sie sich sehr ähnlich. Im Faschismus liegt eine gewisse inhärente Tragik, die bereits Evola erkannte, und von der schon sein Begriff Kunde gibt. Die Sammmlung und Zusammeballung und Steigerung aller Kräfte, die Askese um der Askese willen ist in sich wie Heidegger erkannte eine Höchstform des Nihilismus, die letztlich von sterbenden Mythen und Idealen und ihren "Strahlen" (Jünger) zehrte, sie aber nicht selbst hervorbringen konnte. (Auch die ganze "Nation Europa" Problematik hängt damit zusammen.) Ich finde viele der visionären Köpfe die sie erwähnen sehr interessant. Faschismus als Idee und als Begriff ist für mich aber Gegenstand des kritischen Interesses, und damit eben auch der Kritik und keinesfalls der politischen Vision (wie offenbar für Sie, wenn ich ihre Irritation richtig deute). Ich glaube dass ich damit ebendiesen Visionären freien Geistern und "echten Europäern", die in der Vorphase der Gerinnung zu System und Ideologie dachten und wirkten vielleicht näher als andere. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Bis jetzt habe ich aber noch keinen Eurofaschisten getroffen, der mir über sein Denken wirklich philosophisch Rechenschaft geben konnte/wollte und seine Einbettung in Nietzsches Metaphysik, bewusst und verständig bejaht hat. Me ne frego kann ich ja persönlich einiges abgewinnen aber es taugt vielleicht nicht zur politischen Theorie- und Begriffsbildung.
Detonator
14. Juli 2016 14:19
Dass der NS am Nietzscheanismus gescheitert ist, wage ich zu bezweifeln. Objektiv betrachtet war der NS innenpolitisch extrem erfolgreich, sein Scheitern war letztlich einer profanen militärischen Übermacht geschuldet.
Dies wiederum wurzelt in politischen Fehlentscheidungen einerseits, die man auch auf das unumschränkte Führerprinzip zurückführen könnte, als auch in einer sehr unglücklichen außenpolitischen Konstellation, die Deutschland quasi in einen Krieg gezwungen hat.

Der NS war zu kurz an der Macht, um wirklich beurteilen zu können, wie er sich nach einem gewonnen Krieg entwickelt hätte. Fest steht, dass der Kommunismus an sich selbst gescheitert ist, der NS jedoch an seinen äußeren Feinden.

Eine einfache Neuauflage des NS ist praktisch unmöglich, da er nur unter ganz bestimmten historischen Bedingungen in dieser Form entstehen könnte und nicht zuletzt auf eine Person fokussiert war.

Allerdings erscheint es durchaus plausibel, dass in Zeiten sich verschärfender ethnischer, religiöser und sozialer Krisen eine Renaissancee nationaler und sozialer Programme wieder denkbar wird.

Was die Geschichtsphilosophie betrifft stehe ich auf der Seite eines dynamischen, ergebnisoffenen Geschichtsbildes. Vieles, was uns heute als Fortschritt verkauft wird, sind in Wahrheit Verfallserscheinungen, die in ähnlicher Form schon öfter in der Geschichte aufgetreten sind. Zivilisationen und Kulturen können sich sowohl weiter- als auch zurückentwickeln, wie bspw. im Mittelalter.

Dennoch lässt sich nicht ausschließen, dass Schopenhauer am Ende doch Recht behalten wird und jeder Optimismus letztlich Feigheit vor der Wahrheit ist. Selbst wenn der NS den Krieg gewonnen hätte und meinetwegen ein tausendjähriges Reich errichtet hätte, was wäre nach den 1000 Jahren gewesen? Der alte Kreislauf aus Dekadenz und Degeneration?

Genauso könnte der Glaube an die unsterbliche Seele letztlich ein Gedanke der Feigheit sein. Ich weigere mich zu glauben, dass wir bloße Materie, bloße biochemische Maschinen sind, denen ihr Gehirn eine Seele vorgaukelt. Andererseits kann eine Hirnhautentzündung oder Schilddrüsenerkrankung die Persönlichkeit eines Menschen radikal verändern. Möglicherweise ist diese Weigerung weniger Überzeugung als mehr die Furcht vor einem Weltbild, in dem es keine Seele gibt und in dem der Tod das Ende ist.
Meier Pirmin
14. Juli 2016 14:29
Detonator/Sellner. Mit Recht verwahrt sich Sellner dagegen, irgendeinen gesetzmässigen Verlauf der Geschichte annehmen zu wollen bzw. einem Fortschrittsoptimismus zu huldigen, desgleichen verwahrt er sich gegen eine Art Eurofaschismus. So wie jede Art Nietzscheanismus ein Missverständnis von Nietzsche ist, so sehe ich erst recht unter dem Titel Faschismus keine irgendwie brauchbare politische Theorie, Noch am konsistentesten ist die kommunistische bzw. spätmarxistische Faschismustheorie, die aber nur das Denken der Kommunisten und Sozialisten erklärt, sonst ihrerseits kaum einen Bezug zur Wirklichkeit hat. Will man den Unsinn historischer Dialektik und des gesamten Historizismus in seiner strukturellen Widersprüchlichkeit verstehen, so empfehle ich das Standardwerk von Hermann Lübbe, Geschichtsbegriff und Geschichtsinteresse, Schwabe Verlag, 2. Auflage 2012. Dazu noch das Buch "Das Elend des Historizismus" von Karl Popper. Weil übrigens Fukuyama diese elemtaren Werke nie studiert hatte, blieb sein Buch über das Ende der Geschichte von 1992 von Anfang an undurchdachter und auch philosophisch ungebildeter Unsinn, ein reines Zeitgeistbuch. Hermann Lübbe wird übrigens im Dezember 90. Jahre alt.
Peter Hermann
14. Juli 2016 14:33
Das die ANTIFA uns antreibt, ja, das ist schon nicht zu leugnen, besonders im Hinblick auf den Mordversuch in Wien. So gesehen kann ich Ihnen nur zustimmen.

Allerdings: Weder die AfD, noch sonst wer hat sichtlich Solidarität im Zuge dessen bekannt. Man glaubt in der AfD ernsthaft das in sich kaputte System reparieren zu können, ohne ein Teil dessen selbst zu werden. Realitätsferne nennt man sowas!
Und eben lese ich noch in der JF (Hr. Stein war schon bei den REP's ein treibender Spalter, in 20 Jahren erfahren wir dann wahrscheinlich bei Guido Knopp, wer ihn bezahlt hat), dass man sich jetzt ernsthaft von der IB distanzieren will, wegen dem Erscheinen im Verfassungsschutzbericht. Wer darin auftaucht, soll nicht in der AfD mitmachen dürfen. Das wird aber lustig werden, wenn die AfD eines Tages selbst darin auftaucht. Was dann? Will man dann mit seinen eigenen Mitgliedern nicht mehr arbeiten?

Seien Sie bitte so freundlich und suchen Sie das OFFENE Gespräch mit der AfD, es soll niemand sagen, dass man nicht versucht hätte die Spaltung des rechten Lagers zu verhindern.
Ich weiß, die Zeichen stehen schlecht, da man bei den Blauen neuerdings meint, man könne ohne "die" (Pegida, IB, usw. etc.) auskommen, man will unbedingt Karriere bei CDU 2.0 machen.
Das wird nach hinten gehen, den die Basis der AfD hat ebenso keine Vision wie alle Altparteien, dafür brauch man Visionäre, wie die IB.
Im allerschlimmsten Fall muss man eben eine Identitäre Partei gründen. Ein Ort für ALLE Rechten. Egal wen.
Der_Jürgen
14. Juli 2016 14:39
@Je suis partout

Zustimmung zu Ihren Ausführungen, auch wenn man sich wünschen würde, dass Sie sich bei Ihrer Kritik an Martin Sellner weniger grob ausdrücken würden. Überhaupt missfällt mir der aggressive Ton, der in letzter Zeit auf diesem Forum um sich greift; wenn ich in dieser Hinsicht selber schon gesündigt haben sollte, bitte ich um Nachsicht.

Es sei darauf hingewiesen, dass nicht nur französische Eurofaschisten wie Drieu, sondern auch etliche prominente deutsche Nationalsozialisten Ideen vertraten, die durchaus auf der Linie der heutigen Identitären lagen. Als Beispiel sei Dr. Kolb genannt, ein Berater im Aussenministerium, der im Februar 1943 (also leider schon ein wenig spät) eine europäische Neuordnung auf der Grundlage der absoluten Gleichheit der Mitgliedstaaten, auch der osteuropäischen, vorschlug. (Hans Werner Neulen, "Europa und das Dritte Reich.)

Bei aller Hochachtung vor Martin Sellner, dessen Beiträge ich allein schon wegen seines brillanten Stils (hier kann nur Martin Lichtmesz mit ihm konkurrieren) mit grösstem Vergnügen lese, finde ich seine Vorstellung, man könne scharf zwischen der "alten" und der "neuen" Rechten trennen, ebenso wie Sie problematisch. Die Übergänge sind natürlich fliessend.
Landser
14. Juli 2016 16:00
Man sollte mal von der irrigen Idee weg kommen, man könne oder sollte
"das ganze Volk hinter sich sammeln". Das ist auch nur eine utopische Idee, und die Utopien gehören zur Ideenwelt der Linken, und da sollen sie auch bleiben.
zu "deutscheridentitärer":
"Und jetzt hier den einzigen Mann, der überhaupt im deutschen Sprachraum Anlass zur Hoffnung gibt ..."
-Ach du meine Fresse! Habenses nich n bißchen Kleiner, werter Volksgenosse? Oder müssen wa alle bald "Heil Sellner" brüllen?

"Wenn es das ist was von der deutschen Rechte übriggeblieben ist,wünsche ich mir, dass Ali und Muhammed dieses eitle wie wie gründlich nutzlose Gezücht totschlagen."
-Mit der Ansicht wären se doch bei den Genossen von der anderen Feldpostnummer besser aufgehoben, sie "deutschidentitärer". Diese Ausrottungsphantasien sind irgendwie krankhaft und abartig. Amen
Karl K
14. Juli 2016 16:20
Werter Herr Sellner,

ich bin nicht sicher ob es sinnvoll ist, die Probleme unserer Zeit mit ideengeschichtlichen Aspekten des 19. und 20. Jahrhunderts zu verknüpfen – dazu fehlen mir ganz sicher diese Kenntnisse. Gefallen hat mir, dass Sie die Antifa nicht als Gegner sehen.

Doch was treibt diese Menschen sich gegen Rechts zu stellen? Sie, die Antifas, sehen doch auch ein Schiff, das mit wachsender Geschwindigkeit durchs Meer fährt, auf dem die Besatzung recht gut verdient, mit vielen Passagieren, die wie 1943 Hoffnung haben, dass alles gut wird?

Und auch „unsere“ Kapitäne werden – wie schon vor ihnen einige - an ihren doch für jedermann offensichtlichen Widersprüchen scheitern, und jene bitter enttäuschen, die sicher glaubten, im Kampf gegen Rechts auf der richtigen Seite zu stehen.

Unübersehbar sind doch auch für Antifas mit Verstand:

die Zurichtung des Landes nach den Bedürfnissen des Kapitals, nicht nach denen der Menschen, die als identitätslose Allokationsfaktoren und Konsumidioten dem Kapitalismus ausgeliefert wurden, austauschbar durch jene, die es noch billiger machen;

Frau Merkels Einladung an die „Schutzsuchenden“ aus allen Völkern der Welt mit dem alleinigen Zweck einer gewaltigen Aufblähung des Prekariats in Deutschland um weiterhin erfolgreich Lohndrückerei betreiben zu können und um psychisch Instabilen ihr Helfersyndrom ausleben zu lassen;

die weitere Verrottung des Bildungssystems vor allem für durchschnittlich begabte Kinder aus dem rasch wachsenden Prekariat;

der Missbrauch der politisch denkenden akademischen Jugend durch das Feindbild „Rechts“ um diese von Kapitalismuskritik und der Kriegstreiberei durch die Eliten der USA fernzuhalten;

und schließlich die Etablierung einer immer intensiveren Überwachung der Menschen, natürlich zum Schutz vor Terrorismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus, die allerdings auch die „Linken“ mit einschließt und darauf wartet, die Falle zuschnappen zu lassen, sofern sich denn eine gewisse Selbständigkeit im Denken einstellen sollte.

Um die schlimmsten Schäden vom deutschen Volk abzuwehren ist mir der Gedanke nicht mehr unsympathisch, die Macht der alleinseligmachenden Koalitionäre in Berlin weiter zu begrenzen und Europa zu stärken, wenn denn die national gesonnen Staaten in der EU eine stärkere Stellung gewinnen. Die Angst vor den identitätslosen Deutschen als neuer Hegemonialmacht sollte die anderen zusammenschweißen, die wissen, dass ihre Vorfahren keine Verbrecher waren, wenn sie denn für ihr Vaterland gekämpft haben. Das Geld ist eh futsch, das Schäuble und Co verjubelt haben und das Draghi aus Deutschlands kleiner werdendem Mittelstand abpumpt.
Ernst DeVie
14. Juli 2016 17:11
Schau dir mal „Les Brigandes“ an,

Die sind eine freimaurerisch, okultistische Sekte unter Joël Labruyère :

http://www.contre-info.com/les-brigandes-quand-une-secte-antichretienne-et-occultiste-tente-de-subvertir-la-droite-nationale
Obi Wan Kenobi
14. Juli 2016 20:55
Noch eine Nachfrage meinerseits - ohne dass ich Heidegger-Spezialist wäre - an Martin Sellner: Heidegger hat Nietzsche kritisiert, hat er damit aber auch die Idee der Nation verworfen? Grundlegend für Heideggers Philosophie ist - wenn ich es richtig verstehe - die Unterscheidung zwischen den Dingen, von denen gesagt werden kann, dass sie in irgendeiner Weise sind oder existieren (die Heidegger als „Seiendes“ bezeichnet und die ja schon von Aristoteles in umfassender Weise klassifiziert wurden) und dem „Sein“. Dieses „Sein“ ist aber kein „Seiendes“ wie ein Tisch oder ein Paar Schuhe, es ist auch keine höchste Instanz wie Gott, die Natur oder die Kunst, sondern gerade bei unseren alltäglichen Erfahrungen bewegen wir uns innerhalb des Horizonts einer bestimmten Auslegung des Seins. Dies begründet dann auch Heideggers Interesse an Stimmungen oder einer „Gestimmtheit“, denn hier teilt sich für uns etwas mit, das wir denkend dann erst einholen müssen. Sind aber nicht gerade Nationen in diesem Sinne "Stimmungen", und eben keine Erscheinungsformen des Nihillismus? Über eine Antwort würde ich mich freuen. Ich finde es klasse, wie geduldig und freundlich Martin Sellner hier Fragen beantwortet, obwohl einige Kritiker ihrerseits den Bogen überspannen.
Lenz
14. Juli 2016 21:51
Ich bin ehrlich gesagt schockiert welch merkwürdiger Ton und dumm-revanchistisches Geschwätz hier teils gepflegt wird.
Ich komme mir schon vor wie ein "Buntland-Preisdemokrat" wenn ich vorhalten muss, wie sehr der NS falsch, anti-freiheitlich (!!) und moralisch absolut verwerflich war. Nichts was ich unter deutschem Geist verstehe ist damit vereinbar.
Ich bin nicht für einen Systemwechsel (Freiheit der Völker ohne Demokratie? Macht euch nicht lächerlich!), ich bin für einen Zeitgeistwechsel!

Ist das vielleicht meinem jungen Alter geschuldet? Bin ich naiv?

Oder etwa, bin ich hier falsch?!
Der_Jürgen
14. Juli 2016 22:04
@Detonator

"Fest steht, dass der Kommunismus an sich selbst gescheitert ist, der NS jedoch an seinen äusseren Feinden."

Stimmt nur teilweise. Nach meiner Überzeugung, die auf einem recht umfangreichen Studium von Quellen fusst, hätte Deutschland den Krieg im Osten anno 1942 siegreich für sich entscheiden können, hätte es eine vernünftige Politik betrieben und den russischen und ukrainischen Antikommunisten eine Alternative zwischen eigener und fremder Gewaltherrschaft gelassen.

Es fehlte nicht an warnenden Stimmen, die schon früh darauf hinwiesen, dass die deutsche Besatzungspolitik die ursprünglich deutschfreundlichen Kräfte in den besetzten Sowjetterritorien scharenweise in die eiskalte Umarmung Stalins trieb. Zu diesen Warnern gehörte auch der grosse Leon Degrelle. Über die Gründe für die Verblendung der deutschen Führung, die ja beispielsweise in Frankreich und Dänemark eine recht vernünftige Besatzungspolitik betrieb, lässt sich endlos rätseln. Ja, ich kenne die Theorien, wonach Erich Koch und Martin Bormann Sowjetagenten waren, aber selbst wenn dies stimmen sollte - warum hat man ihnen nicht rechtzeitig das Handwerk gelegt?

Volle Zustimmung zu Ihrer Feststellung, dass jeder Versuch, den historischen NS wieder zu erwecken, zum Scheitern verurteilt ist. Neben den von Ihnen genannten Gründen gibt es noch einen weiteren, sehr wichtigen: Europa muss angesichts der äusseren Bedrohung zusammenhalten, und dazu brauchen wir auch Völker wie die Polen, die Tschechen und die Serben. Wer unter dem Hakenkreuzbanner marschiert, hat dort von vorneherein keine Chance.
cherusker69
14. Juli 2016 23:17
die Antifa ist unser Antrieb? das wäre ja traurig wenn man die Antifa zum Antrieb braucht. Da fragen sie mal die AFD Politiker und Freunde was die dazu sagen.
Ich brauche keine Antifa um einen Antrieb zu haben . Tut mir leid da kann ich nicht zustimmen.
WederNoch
15. Juli 2016 00:37
Danke für den Artikel, ich habe ihn gern gelesen und teile die vermittelte Stimmung und auch viel der Sichtweise.

Aber (auch andere haben das hier schon kritisiert): intellektuell ist schön und gut, aber mit den Philosophen und historischen Bezügen sollte man es nicht übertreiben (besser einen konkret ausführen, als auf zig davon referenzieren) , sonst kann eine Mehrheit potentieller Leser nicht folgen. Es besteht die Gefahr, dass die neurechte Bewegung, ebenso wie aktuell die universitären linken Kreise, in pseudoschlaues Geschwafel abgleitet, welches nicht mehr diskutiert werden kann, weil es sowieso niemand zu Ende liest, geschweige denn versteht. Das wäre kein guter Weg.

Aber zum Thema, um mal was Konstruktives beizutragen, wie ich mir eine Zukunft vorstelle:

a) In jedem Fall direktdemokratisch.

b) Damit das funktioniert, muss eine Diskussionskultur etabliert werden, die fehlt den Deutschen (leider) es wird (außer im engsten Freundeskreis und anonym im Netz) nicht diskutiert, aus Angst mit einer abweichenden Meinung nicht umgehen zu können, anzuecken oder selbst mißverstanden zu werden. Man muss Strategien dafür schon in der Schule trainieren und zwar per advocatus diaboli, es sollte zu einem beliebten Spiel in jeder Alterstufe werden, spannende Diskussionen zu ALLEN denkbaren Themen zu führen.

c) Eine Kultur der kreativen Beleidigung etablieren. Klingt komisch? Ist es aber nicht. Ein Sensibelchen trainiert man innerhalb der Familie idR, indem man es ständig auf spaßige Weise neckt. Eine Erfahrung die den narzisstischen Einzelkindern der Neuzeit offenbar vollkommen abgeht, daher dieser ganze safe-spaces und pc-Unsinn. Beleidigungsparagraphen sollten gestrichen werden, "Hassrede" erlaubt, einzig bösartige, nachweisbar verleumderische Behauptungen und konkrete Gewaltandrohungen noch bestraft werden können. Man sollte besonders kreative und wortreiche Beleidigungen sogar lobend erwähnen (Beleidigung des Jahres :-) und ihnen damit ein bisschen britischen Humor geben und den Stachel der Ernsthaftigkeit abschleifen.

d) Das schwierigste Feld ist die Behauptung der Nation, ohne in Biologismus abzugleiten. Da stelle ich mir einerseits Grenzschutz vor, aber auch die Aufnahme und Unterstützung von Menschen die dem Land nützen und bereit sind sich auf unsere Kultur einzulassen. Einbürgerung ja, aber unter höheren Ansprüchen. Ein Graufeld, denn ein Schwarzer wird, selbst wenn er deutscher als deutsch wäre, immer zuerst als Fremder wahrgenommen. Ein Konflikt, der schwer zu lösen sein wird und bei dem ich noch keine klare Position habe. Auch die Religionsfrage wird noch zu erörtern sein.

e) Wirtschaft: einen Schutz der Nation kann es nur mit Grenzen und einem moderaten modernen Protektionismus geben, Entwicklung nur, indem auch die öffentliche Hand (ich schreibe bewusst nicht "Staat", der es aber auch sein kann) bereit ist mutig zu investieren (siehe VW und die Autobahnen, aktuell China und eigenen Prozessoren - was ist nur aus uns Deutschen geworden?)

f) Zuletzt: sollte eine Volksgemeinschaft, eine Nation, zu ihren Mitgliedern sozial sein. Das müssen nicht die aktuellen Almosen sein, sondern das kann auch z.B. das Recht auf eine bezahlte Arbeit sein (die dann entsprechend organisiert wird zum Beispiel, zu tun gibt es genug) und eine Umverteilung und Geldwirtschaft, die die Wirtschaft vor Liquiditätsfallen, Überschuldung und Rezessionen weitgehend bewahrt.

Mir fällt noch sehr viel mehr ein, das nur als Ansatz, was sein könnte, was uns als Ideal einen könnte, sicher auch kritik- und diskussionswürdig.
t.gygax
15. Juli 2016 05:48
@Ernst Devie
Könnten Sie die These der freimaurerisch-okkulten Sekte bezüglich "les brigandes " etwas näher erläutern? Der link zu dem französischen Text gibt wenig überzeugendes Material her, und selbst wenn...die Texte von "les brigandes" sprechen für sich selbst .
E.
15. Juli 2016 11:11
An Jürgen: Ich teile ebenso die Kritik von „Je suis partout“. Was ich dieser jedoch nicht entnehmen kann, ist eine „grobe“ Ausdrucksweise. Ganz im Gegenteil. Bei allem Respekt, aber manch ein Forist hier sollte unbedingt das Buch von Jack Donovan zu Hand nehmen, um nicht restlos zu verweichlichen. ;)
Meier Pirmin
15. Juli 2016 14:50
@Obi Wan Kenobi. Die Nation gehört nach Nietzsche zum Gottesersatz des unvollständigen Nihilismus, das hat Heideggger theoretisch durchaus gesehen und eingesehen, es ist interessant, wie er Nietzsches Wort "Gott ist tot" deutete. Heideggers Problem war dasselbe wie das von Gottfried Benn: Beide haben vor und nach 1933/34 nichts geglaubt, damals aber vorübergehend was geglaubt und dann später wieder nichts geglaubt.

Während wir über solche Fragen debattieren, hat zwischenzeitlich wieder einer mit dem Vornamen Mohammed an einem Ferienort der westlichen Zivilisation zugeschlagen, dabei auch einige junge Deutsche und eine Schweizer Grenzwachtbeamte "mitgenommen", wohl ohne Wissen über die Gemeinsamkeit des Gedankengutes von Avicenna und Averroes mit dem Abendländischen, das wäre garantiert zu viel verlangt gewesen. Die Kenntnis der islamischen Philosophie würde ich bei solchen Leuten nicht unbedingt voraussetzen. Die Tat des Kriminellen war sicher kein Anschlag auf die europäischen Werte, wie Merkel und Gauck ausführten, sondern ein Anschlag auf Frankreich, was Michael Paulwitz richtig gesehen hat. Ein Kriegsakt aus der Mittel der multikulturellen Gesellschaft.

Die bisher beste Analyse stammt von Newt Gingrich, dem früheren US-Parlamentssprecher und einstigen Patron der Neocons, dass es sich nämlich um Krieg handele. Er forderte die Ausschaffung der Schariagläubigen aus den westlichen Ländern, was aber wohl nicht ohne noch verschärften Terror gehen wird. Die richtige Analyse von Gingrich, die Trump zum Teil übernommen hat, wird von den USA allenfalls mit einem Krieg in der Art des ersten und zweiten Irakkrieges in die Tat umgesetzt, und man wird sehen, dass dies auch nichts helfen wird, die Lage wohl nur noch schlimmer macht. Es bleibt aber dabei, dass sowohl am 11. Sept. 2001 als auch jetzt die Analyse richtig war, dass es sich um einen Krieg handelte, aber man wusste, auf welchen Feind es wirklich ankommt. Nach Paulwitz gehören die Feinde im eigenen Land zu den gefährlichsten, womit praktisch schon eine Art importierter Bürgerkrieg angesprochen wird. Dabei fällt auf, dass der Lastwagenfahrer Mohammed aus Tunesien jetzt in einer mehrheitlichen Sprachregelung bereits kein Franzose mehr ist, er ist aber genau so Franzose wie die eingebürgerten Fussballer aus besagten Ländern nicht nur in Frankreich. Klar scheint, dass 5% Extremisten unter den Einwanderern genügen, ein Land kaputt zu machen. Beginnt man diese zu säubern, wird sich die Zahl der Extremisten aber potenzieren. Insofern ist das Dilemma natürlich gigantisch. Trotzdem bleibt es dabei, dass alles noch schlimmer kommen muss. Dass Frau Merkel sagte in Ulan Bator, dass der Terrorismus dank der Solidarität mit unseren französischen Freunden und an deren Seite besiegt würde, klang sehr stark nach einer Variante von "Wir schaffen das". Klar ist, dass die Debatte über Terrorismus und diejenige über Heidegger und Nietzsche auf verschiedenen Ebenen geführt werden müsste. So weit man sich übrigens auf Nietzsche und Heidegger beruft, ist auch klar, dass es sich um Gedankenfrüchte einer postchristlichen Zivlisation handelt. Dabei ist aber das Christliche als zivilisatorischer Hintergrund bei beiden trotzdem als Bedingung der Möglichkeit selbst des Nihilismus vorausgesetzt. Mit dem Nihilismus kann man das Christliche bekämpfen, nicht aber den Islam und sein seit dem Mittelalter bestehendes Zerfallsprodukt, das Assassinenwesen, welches bei uns in der Regel Islamismus genannt wird, wobei auch hier nicht unbedingt eine genaue Analyse vorliegt. Analysefehler können aber dann wieder zu falschem Handeln verführen.
Peter
15. Juli 2016 18:05
Was tut not? -- Arbeit am Begriff!

http://pi-news.net/wp/uploads/2016/02/Pegida-Dresden-6.2.1667b.jpg

Herr Sellner: "die ideengeschichtliche Aufgabe der Linken ist vorbei" -- Sie begehen hier einen schwerwiegenden Kategorienfehler: die ideengeschichtliche Analyse muß die Wege und Wandlungen der Linken ausleuchten, kritisieren und ihr Treiben offen machen!! Ihre Ideen bekämpfen: Gegenaufklärung als ideengeschichtliche Aufgabe also.

Die politische Aufgabe der Linken ist lange noch nicht vorbei!! Die Linke trägt ein neues Gewand: das kulturmarxistische und ist gefährlicher denn je!!

Die Antifa ist nur ein Teil-Phänomen, der Schlüssel zu dessen Verständnis aber liegt ganz woanders:
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