09. August 2016

Sezession – Heft 73 und Abo-Offensive!

von Benedikt Kaiser / 36 Kommentare

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Sez73Stand 12. VIII., 16.00 Uhr: Wir hätten gern noch 35 Abos.

Heute und morgen wird die neue Ausgabe der Sezession bei unseren knapp 3000 Abonnenten eintreffen. Bei der August-Ausgabe handelt es sich um ein offenes Heft, das auf 68 Seiten gleich mehrere Höhepunkte zu bieten hat und im folgenden Beitrag vorgestellt wird. Außerdem: reduzierte Abopreise fürs zweite Halbjahr mit Prämien! Zunächst aber die 73. Sezession, was enthält sie u. a.?

+ »Bild und Text« von Ellen Kositza beschäftigt sich mit der Farce rund um den linksextremen Hot Spot der Rigaer Straße 94, Berlin, Bezirk Friedrichshain.

+ Der Autor dieser Zeilen fragt, ob Donald Trump eine Alternative für Amerika darstellen könnte. Es ist widersprüchlich, eine schwer kalkulierbare Person zu favorisieren, die »Amerika wieder groß machen« möchte, aber der Idee eines substantiellen »Antiamerikanismus« treu zu bleiben. Wie also von rechts mit dem Phänomen Trump umgehen?

+ Wiggo Mann untersucht am Beispiel Nordirlands den Zusammenhang von Loyalität und Widerstand: Er legt einen Parcours durch einen scheinbar anachronistischen Konflikt hin und zieht aktuelle Vergleiche zu ähnlich gelagerten Konfliktfeldern.

+ Frank Lisson merkt in »Kulturindustrie und Lebenstechnik« an, daß die Deutschen als moralisch unterwürfigste Musterschüler selbst in ihren schlechtesten Eigenschaften besonders »deutsch« bleiben.

+  Das Lexikon »Dissidente Denkzirkel Europas« stellt Strategiezirkel und Denkfabriken nonkonformer Art vor, und zwar von Frankreich bis zum Balkan, von Großbritannien bis Rußland.

+ Michael Rieger porträtiert den profilierten Repräsentanten des traditionalistischen Katholizismus Walter Hoeres, während Max Seidel dem Schriftsteller Martin Mosebach anläßlich dessen 65. Geburtstag eine Skizze widmet.

+ Ein Schwerpunkt der Ausgabe liegt auf dem französischen Romancier und Kultautor Jean Raspail: Konrad Weiß vom Karolinger Verlag erweckt Patagonien zum Leben und besucht mit Raspail-Übersetzer Martin Lichtmesz den Doyen der französischen Literatur in Paris.

+ Abgeschlossen wird das Heft durch den vollständig dokumentierten Briefwechsel zwischen dem Philosophen Marc Jongen (AfD) und Götz Kubitschek zur "Causa Gedeon".

+ Zahlreiche Rezensionen und die bewährte Rubrik »Vermischtes« runden die vorliegende Sezession ab. Zu einer Auswahl der besprochenen Literatur gelangt man hier.

+ Hier kann man die Ausgabe bestellen, wobei sich mehr denn je ein Abonnement lohnt, denn wer jetzt abonniert, zahlt für die zweite Jahreshälfte lediglich 15 € (ermäßigt für Studenten), 20 € (Normaltarif) oder 35 € (Förderabo) und erhält alle drei Hefte (August/73, Oktober/74, Dezember/75) portofrei nach Hause geliefert. Erst 2017 gleicht sich der Preis an die regulären Konditionen an (35, 50, 75 €, jeweils für sechs Hefte). Mehr noch: Als Prämie erhält man drei lieferbare Titel aus dem Archiv gratis. Wer sich bestimmte Hefte wünscht, ruft an oder schreibt eine Mail (034632-90942 oder kaiser[at]sezession.de). Hier abonnieren! (Achtung: Bitte im Kommentarfeld vermerken, falls ein ermäßigtes oder Förder-Abo gewünscht wird.)

+ Die Aktion endet am Freitag, den 12. August, um 16 Uhr. 100 neue Abonnenten sind das Ziel; der aktuelle Stand wird fortwährend aktualisiert.

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Kommentare (36)

FFlecken
09. August 2016 11:49
Alles Gute! In einer gesunden Nation könnten wir uns über andere Abozahlen freuen, aber es muss sowieso getan werden!
Meier Pirmin
09. August 2016 11:58
Ich habe bereits die ganze Nummer eine halbe Nacht lang gelesen, wiewohl ich noch gerade zwei Publikaitonen abschliessen muss. Dass man sich im Ernst um geistige Vertiefung bemüht, ist nun mal bei politischen Auseinandersetzungen die seltene Ausnahme, alles andere als die Regel. Nicht nur bei Rechten oder Katholiken, von denen kaum mehr jemand eine Ahnung von der Soziallehre nach Oswald von Nell-Breuning hat, in diesem Blog wohl immerhin "Monika". Bei der linken Theorie, die ich um 1968 und noch später bei Suhrkampf mit Interesse verfolgte, scheint der Ofen wie selten in der Geschichte aus zu sein. So ist es halt, wenn man verdummenden Erfolg verbucht, der erst noch von den ehemaligen politischen Gegnern vollzogen wird.


Der bisherige Höhepunkt rechter und konservativer Theorie auf vergleichsweise pluralistischer Basis war die Buchreihe "Initiative" von Gerd-Klaus Kaltenbrunner, damals in unzähligen Bänden bei Herder erschienen. Die meist guten Beiträge in Sezession mit oftmals noch recht jungen Autoren, die meine Söhne sein könnten, müssen sich vor obigem Massstab nicht verstecken.


Noch informativ auch der Beitrag über das, was sonst in Europa bei Rechtsalternativen läuft, zum Beispiel bei Casa Pound in Italien. Ich habe diese Gruppe wegen ihres Namens kritisiert, weil ich mich schon 40 Jahre mit Ezra Pound befasse, eine Übersetzerin, seine Tochter und seinen Enkel kennengelernt habe und vor allem als Leser von Pound sehe, dass sich diese komplexe Poetenfigur für ein parteiähnliches Gebilde als Namengeber schlecht eignet. Es ist aber immer gut, sich mit Pound zu befassen. Er ist alles, vor allem ein grandioser Poet, wohl der grösste Meister der Intertextualität, nur eben kein Parteimann. Dabei fand ich es aber trotzdem herrlich, dass sich in Griechenland eine rechtsintellektuelle Gruppe auf Hölderlin beruft, ebenfalls natürlich kein Parteimann. "Dir ist Vaterland keiner zu viel gestorben, nicht einer!" war allerdings ein missbrauchbares Zitat, Ich kenne mindestens zwei, bei denen es zu viel war, dass sie fürs Vaterland gestorben sind, Poeten, die ihr Leben im ersten Weltkrieg gelassen haben. Auch das ewige "Mort pour la France" hat mich schon ein paar mal genervt, auf Reisen zum Beispiel durchs Elsass.
Arminius Arndt
09. August 2016 13:10
Ich gehöre vermutlich einer Minderheit an, aber ich habe die Sezession in erster Linie abonniert um SiN zu finanzieren.


Minderheit ja, aber sicher kein Einzelfall. Ich ertappe mich dabei, dass ich auch immer seltener in die Zeitschrift vertieft schaue, während ich bei den ersten Jahrgängen jedes Heft, sobald es bei mir eingetroffen war, regelrecht verschlungen habe.

Was aber nach wie vor für mich Pflicht bei jedem Heft ist, ist die Lektüre des Teils mit den Buchbesprechungen, denn hier ist die Sezession nach wie vor aus meiner Sicht einzigartig. Habe mir aus diesen Besprechungen schon sehr viele, gute Anregungen für die eigene Lektüre holen können - und wenn dann irgendwann über einen der Autoren noch ein Porträt zu späterem Zeitpunkt in der Sezession erscheint, dann liest man es um so interessierter.

Ein Sezessions-Abo lohnt sich daher - neben der rein finanziellen Unterstützung des Projekts - auch für den eher punktuellen oder Gelegenheitsleser. Außerdem ist es in unserem Online-Zeitalter auch mal schön, etwas wirklich schön Gestaltetes und Gedrucktes in den Händen zu haben.

Hoffe, es finden sich die zusätzlichen 100 regelmäßigen Bezieher, denn wenn der Kreis der Leser größer wird, lassen sich sicher auch noch andere und neue Autoren leichter dazu bewegen, einmal einen Beitrag für diese Zeitung zu schreiben, wovon dann wiederum jeder Leser profitiert.
Rautenklausner
09. August 2016 16:07
"(...) wiewohl ich noch gerade zwei Publikaitonen abschliessen muss."

- Ein ächter Meierpirmin wieder, dieser Beitrag.
Heinrich Brück
09. August 2016 16:12
Nach dem Durchblättern als erstes das Interview mit Raspail gelesen. Die Haltung des einarmigen deutschen Soldaten dürfte in der heutigen Zeit wohl nur eine Minderheit gutheißen.
Die Sezession ist Amboß und Hammer. Beide unzerstörbar. Wie jede Kernessenz eines großen Volkes, geschmiedet für die Ewigkeit. Kann eine solche Kraft auf verlorenem Posten stehen?
Schildmaid
09. August 2016 21:38
Hab auf der Hunderunde den Briefkasten geleert. "Ach, Deutschland"

Dieses Foto regt mich seit Wochen auf.
Ihre Interpretation des Fotos hingegen hab ich genossen und kann nunmehr über die "Gestalt" im Vordergrund nur lachen.




"Mad world". Welch schönes Lied und wie passend in diesen Tagen.
Wilhelm II.
09. August 2016 22:34
Der Bericht über Jean Raspail war für mich Anlass genug, nunmehr auch zum Kreis der Abonnenten zu stoßen. Raspail ist wegweisend - bitte künftig (noch) mehr von ihm!
marodeur
10. August 2016 00:16
Habe jetzt auch mein Abo. Zusammen mit meinen anderen subversiven Aktivitäten dürfte das jetzt reichen, um auf irgend einer Liste beim Verfassungschutz zu landen. Beim nächsten Umsturz kann ich dann nachweisen, schon immer beim Widerstand gewesen zu sein ...

Im Ernst: Ich mag alle Autoren der sezession und fühle mich verpflichtet, wenigstens ein bisschen was beizutragen. Schließlich konsumiere ich jetzt schon seit einem Jahr hier kostenlos. Eure unaufgeregte Linie ist ein schöner Kontrast zu den üblich rechten Medien, auf die ich früher angewiesen war. PI liest sich nur noch wie ein youporn für Migrantengewalt. Als Hobbygärtner weiß ich, dass man vor allem die Natur verstehen und Geduld haben muss, wenn man ernten will. Daher werde ich mir jetzt Zeit nehmen für die Printausgaben und meinen Bedarf nach fruchtlosen Nachrichten über Arabergewalt auf 0 reduzieren.
Thomas Wawerka
10. August 2016 07:40
Welch Schalk treibt da plötzlich im Rittergut sein Unwesen? Welch lustige Laus hat sich im Nackenpelz der Sezession eingenistet? Welch Gespenst geht um in Schnellroda?
Habe nunmehr ein paar Artikel gelesen, bin aber immer noch völlig frappiert von der hintergründigen und zugleich bloßstellenden Titelillustration, die das Gros meiner Aufmerksamkeit in Beschlag nimmt und jedem Beitrag eine ungeahnte Doppelbödigkeit verleiht ...
Ha! Das ist ja, als würde man in einen Spiegel schauen! Wir Rechten von der traurigen Gestalt - irr geworden vom Schmerz und der Trauer ums Verlorene, oder, anders gesehn, letzte Gestalten einer untergegangenen Welt, Behältnisse, in denen sich die verfließenden Kräfte einer sterbenden Kultur noch einmal sammeln, aus dem Rahmen Gefallene (oder nicht Hineinfindende), Unzeitgemäße, Überbleibsel, Spät- und Nachgeborene, Relikte, Mumien ... Tragisch und komisch zugleich im permanenten Versuch, die Männlichkeit wiederzufinden, Haltung, Tugend, Stand, ritterliche Würde und Ehre ... Den Kopf vollgestopft mit Büchern von Marmorklippen und Waldgängen, fröhlicher Wissenschaft und schrecklichen Kindern, Untergang des Abendlands und staufischer Reichsidee ... In eifriger Vorbereitung auf irgendeine hehre, bedeutende Tat begriffen, und immer auf der hoffnungsblöden Suche nach der liebreizenden Dulcinea oder der blauen Blume etc. etc. ...
Und ha! Noch entlarvender: Kein Sancho in der Nähe, der das Bindeglied zum Kontext, der Mittler zur Zeit wäre ( - und doch muss er ja da sein, wer anders könnte uns denn diesen Spiegel vorhalten?) ...

Einen dermaßen feinsinnigen und gleichermaßen kraftvollen Einwurf von Ironie hätte ich unter Secessionistas nicht für möglich gehalten! Hut ab - nein: Helm ab - nein! Rasierbecken ab für diese großartige Idee, die das Heft zu einem Gesamtkunstwerk macht!

Ich empfehle die Lektüre des 14. Kapitels von Erich Auerbachs "Mimesis".
Meier Pirmin
10. August 2016 09:21
@Wawerka. Weil Sie Theologe sind, empfehle ich Ihnen im neuen Heft die Lektüre des zeitgeschichtlich bedeutsamen Porträts des im Januar verstorbenenen Professors Walter Hoeres, der über seine erzkatholische Frömmigkeit hinaus bedeutende Bücher zur geistigen und religiösen Lage der Zeit geschrieben hat. Ich las Artikel von Hoeres vor 40 Jahren regelmässig in Weltbühne, Epoche und Criticon. Im Vergleich zu Sezession waren diese Medien, in denen zum Beispiel noch Otto von Habsburg publizierte, vergleichsweise altkonservativ und aufgrund des Kalten Krieges, vor allem Epoche und Weltbühne, ausgeprägt westlich orientiert. Fast warnte man zu sehr vor dem drohenden Weltuntergang aus dem Osten. Hingegen waren die Beitrage von Hoeres von überzeitlicher Substanz. Theologische Perspektiven sind, sofern die entsprechende Begabung und Hellsichtigkeit vorliegt, langfristig. Nicht zufällig wird ein Buch von Hoeres mit dem Monumentalwerk von Gerd-Klaus Kaltenbrunner über Dionsysios Areopagita verglichen. Das Porträt von Hoeres in der Sezession enthält bedeutende Buchhinweise.
Carsten
10. August 2016 09:49
Tolles Heft, vielen Dank. Der Briefwechel Kubitschek/Jongen hat mit sehr imponiert. Das ist wahrer "Qualitätsjournalismus", von diesem Niveau ist das Akademiker-Prekariat der Medienelite Lichtjahre entfernt!

Interessant auch die Vorstellung dissidenter Denkfabriken in anderen europäischen Ländern, von denen man sonst hier nichts wüsste. Danke. Bemerkenswert, dass es in vielen Ländern eine nationale Linke gibt. Das ist genau das, was in Deutschland fehlt: Eine patriotische Linke in der Tradition von 1848, Ebert, Thälmann, Schumacher, Schmidt oder der NVA. Mit solchen könnte man reden.
Stil-Blüte
10. August 2016 15:46
Wieder mal so richtig von vorne bis hinten geschmökert. Ich kann nur sagen - auch diesmal wieder lohnend

Obwohl... vom Interview von Martin Lichtmeß mit Raspail hätte ich mir bei einigen seiner Antworten mehr erwartet. Ein Beispiel gefällig?

Raspail:
Aber Sie müssen wissen, daß ich all die Bücher, die ich geschrieben habe, bereits ein wenig vergessen habe.




Als ginge es um Bücher, nicht um Gedanken, Ideen, die einen Autor durchs Leben weitertragen. Indem er sie nicht weiterverfolgt, diskreditiert er sie und sich selbst ein wenig.

Oder auf die Frage, ob er inzwischen verstanden habe, warum er sich der Resistance n i c h t angeschlossen habe?

Nein.


@ Thomas Wawerka
Das Titelblatt 'Der Ritter von der traurigen Gestalt': Hervorragend ausgeleuchtet!

Kein Sancho in der Nähe, der das Bindeglied zum Kontext, der Mittler zur Zeit wäre?


Vielleicht wäre Till Eulenspiegel als geselliger Kamerad aus/in nördlicheren Breitengraden besser geeignet?

@ Ellen Kositza

Wie Sie mit allen Ihren Sinnen ein Foto präzise abtasten und Gegenwärtigkeit erfassen - Klasse! (Soeben den Film Dr. Hiob Praetorius gesehen, was für eine Verwahrlosung der Gestalten und Gestaltung!.)

Die Hosen der Hintergrundfigur, die weder lang noch kurz, weder eng noch weit, weder hell noch dunkel, weder zu Jung noch zu Alt passen, also ein Bastardkleidungsstück sind, sind mir schon seit Jahren aufgefallen, weil sie mit den unbenutzten Beuteltaschen an den Seiten die ohnehin unansehnlichen männlichen Waden noch armseliger erscheinen lassen. (Dagegen erinnere ich mich gerne an die Mode der kurzen maskulinen Militärhosen aus Polpeline im Kolonialstil der Engländer.)
Monika
10. August 2016 17:47
@Ellen Kositza

Ach, Deutschland

Auch ich habe die Angewohnheit, Photographien wie Gemälde zu betrachten. Etwas Typisches zu erfassen.
Und Geschichten über die Dargestellten zu spintisieren .
Allein: Ich lag immer daneben !!!
Das alberne Männlein im Vordergrund ist noch keine 40 Jahre. Ich tippe auf generation thirtysomething. Seine schönen Zähne verdankt er einem guten Kieferorthopäden seiner besorgten gutbürgerlichen Eltern. Die grauen Haare einer mißlichen Genetik. Der Retropullover ist kein Nicki, sondern ein alter ausgeleierter Baumwollpullover aus einer Tauschkiste, wie sie in solchen Bezirken rumstehen. Die vielen Falten rühren von den Qualen eines eher öden unterfordernden Daseins.
Das mit der Henkel-Flasche findet der Mann lustig.
Ich vermute, der Mann kommt aus einem guten Elternhaus:
https://deinweckruf.wordpress.com/2011/02/25/der-sohn-von-multimillionar-thilo-sarrazin-lebt-von-hartz-4-und-wird-als-schwarzes-schaf-bezeichnet-unglaublich/
Oder seine Eltern haben sich getrennt, als der Junge in der Pubertät war und die Zahnspange tragen mußte.
Irgendwie auch eine traurige Gestalt....

Der Polizist links hat ein bißchen die Kopfhaltung von Michelangelos David...
Theoretisch könnten beide Klassenkameraden gewesen sein.
Ach, Deutschland....
Winston Smith 78699
10. August 2016 20:43
Normalpreis um 1 Einheit Phantasiegeld anheben und dafür Freiabos an nachweisliche Dissidenten ausgeben? Diese Arbeitslosen könnten zu Multiplikatoren werden, etwa das Heft verleihen an Unbedarfte, Aufwachende. Sie könnten zu integren Agitatoren werden, denn bei denen ist die Wut groß. Sie würden im Idealfall zu Mitten von Lesezirkeln und das Heft zum Kult, wenn das Staatsfernsehen nicht mehr zu ertragen ist und die Bürger sich nach Wahrheit sehnen. (Hab jetzt absichtlich keine Details der Umsetzung angesprochen.) Gestern lief im BR eine Doku zu Gustl Mollath, von der ich nur Fragmente mitbekam. Der kann jetzt wirklich reden wie ein Mann Gottes, und solche Leute braucht es jetzt - das sind die Dissidenten, sie sind das Salz der Erde.
Urwinkel
11. August 2016 07:36
sie sind das Salz der Erde.


Mann, Winston, ist an Ihnen ein Gesellschaftsbastler verloren gegangen? Die Leute, denen Du gern' das Heft überreichen willst, lesen NICHT. Die kennen auch keine Zwischentöne. Jedes, in die Unterhaltung eingestreute Fremdwort (meist latainischer Herkunft) wirkt als Provokation auf einen zurück. "Du - bist schlau, ich der ewige Dummkopf" (so der gewöhnliche Geistesgang). Das ist ein frustrierender Zirkus, den Sie damit ernten. Im Ernstfall ereilt Sie Mollaths Schicksal. Ich wünsche es Ihnen nicht.
Carsten
11. August 2016 09:20
He, Stilblüte,

was kann denn die Hose dafür? "Die Hosen der Hintergrundfigur... Bastardkleidungsstück..." Gehen Sie draußen einer körperlichen Arbeit nach? Ich schon (Berufsschiffahrt), da sind diese Hosen praktisch. (Ja, ich weiß, der Typ auf dem Foto arbeitet nicht. Trotzdem.)


Jau Winston,

"Sie würden im Idealfall zu Mitten von Lesezirkeln und das Heft zum Kult", nee, das ist ein Theorieorgan, für das, was Ihnen vorschwebt, bräuchte man eine BILD von rechts. Was gar keine üble Projektidee wäre...
Stil-Blüte
11. August 2016 12:55
@ Carsten

Gehen Sie draußen einer körperlichen Arbeit nach?


Ohh ja, sehr gerne! Und zwar gehe ich (ich hoffe sie akzeptieren körperliche Arbeit auch außerhalb eines Berufes) handfester körperlicher Tätigkeit auf einem großen Grundstück nach und habe dabei praktische handfeste Arbeitsklamotten an. Wenn ich Hosen zum Ausgehen, auf Neudeutsch out-door anziehe, sitzen die und hängen, wie auf dem Foto zu sehen, nicht, heutzutage beim männlichen Geschlecht nicht unüblich, bis in die Kniekehlen. 'Unter der Gürtellinie' sind Bäuchlein/Schmerbauch und A...falte bedeckt, was man leider auch von vielen älteren beleibten Jeansträgern nicht sagen kann.

Nichts für ungut, Carsten, Berufsschiffer, finde ich, ist in meinen Augen kein leichter, aber doch ein schöner Beruf. Haben die nicht auch eine sog. Berufskleidung? Auf jeden Fall doch eine schicke Schirmmütze? Oder? Ahoi!
Meier Pirmin
11. August 2016 13:01
@Carsten. Wiens Kronenzeitung ist von dem, was Sie sagen, nicht weit entfernt, und selbst wenn es für den redaktionellen Teil, der regierungsfreundlich ist, nur bedingt gilt, so doch für das Tolerieren einer Forumseite, gemäss welcher die FPö absolute Mehrheit haben müsste. Es wäre indes langfristig wohl eher besser, wenn die gröbsten vulgärrechten verbalen Verirrungen von einer klugen Redaktion ausgefiltert würden, weil diese politisch den Charakter von Eigentoren annehmen können. Es sollte sich indes nicht um eine inhaltliche Zensur handeln. Nach meiner Erfahrung zensuriert hingegen die FAZ gelegentlich schon rein intellektuelle Kritik im Bereich der Feuilletonseite.


Züruck zu Sezession, was nie eine Bildzeitung werden kann, siehe das elitäre Schlagwort von 1 Prozent. Beeindruckend ist die Praxis geistiger Unabhängigkeit. Was ist das Gegenteil davon? Ein "wissenschaftlicher" sogenannter Rechtsextremismusexperte von Focus arbeitet hauptberuflich als Politologe an der Universität Jena, war ausserdem Berater einer Fraktionsabgeordneten der ehemaligen SED-Partei Die Linke. Entsprechend gab er einer naiven Jungpolitologin bei Focus im Augst 2016 ein lupenrein ideologisches "Experteninterview" über die Identitären und die AfD. Er legte auch Wert darauf, dass er nie mit Leuten verkehrt, die auf diese Weise Verbrechdenk praktizieren, also keine authentischen Kenntnisse hat. Theoretisch könnte es bei beiden Gruppierungen genauso wie bei der Linken und allen anderen Parteien Personen geben, die im Sinne des Grundgesetzes als "verfassungsfeindlich" einzustufen wären. Doch äussern sich die Rechten in der Regel als ausgegrenzte Aussenseiter in Benützung der Meinungs- und Pressefreiheit und nicht aus der Stallwärme von Universitätsinstituten, selbst wenn das Niveau zumindest bei der Zeitschrift Sezession intellektuell meist mindestens ebenbürtig ist, in vielen Fällen wohl überlegen.


Persönlich stört mich die Übernahme von Instituten der Geistes- und Sozialwissenschaften durch Marxisten und Kulturmarxisten allerdings weniger als das Gender-Unwesen, das es in der DDR nicht gab. Überhaupt gab es dort gar nicht so wenige geisteswissenschaftliche Institute, die ich im Einzelfall als Forschungsnischen der gegenwärtigen geistigen Lage an einigen Fakultäten vorgezogen hätte. Ich gehe davon aus, dass das Geistesleben sich gegenwärtig ohnehin vermehrt auf das private und gesellschaftliche Leben zurückzieht, was für die Existenz von Zeitschriften in der Art von Sezession spricht. Ich würde die Ersetzung linker Institute durch "identitär" geprägte Intellektuelle z.B. nicht als Programmpunkt einer Rechtspartei begrüssen, nicht nur grundsätzlich nicht, sondern weil eine beamtete Durchfütterung die Rechten genau so korrumpieren würde wie es die Linken und Genderleute und vor allem die massenhaft auftretenden politisch Korrekten vielfach längst sind. Es würde schon genügen, faktischen Berufsverboten entgegenzuwirken, die meines Erachtens nicht mal auf einen entsprechenden Radikalenerlass angewiesen sind. Der Konsens der Zuständigen regelt dies auch ohne Erlass. Selber hatte ich vor 40 Jahren keinen Bock auf den damaligen antilinken Radikalenerlass, welcher eine widerwärtige Entwicklung an den Hochschulen paradoxerweise fast eher gefördert als verhindert hat.
Meier Pirmin
11. August 2016 13:53
PS. Was ich oben nicht explizit gesagt habe: Die Übernahme von Universitätsinstituten durch Marxisten und Kulturmarxisten und Genderideologinnen wie auch rein parteiliche Praxis beamteter sogenannt wissenschaftlicher Experten ist über dem Strich auf jeden Fall, wenn schon, "staatsgefährlicher" als zum Beispiel freie publizistische Aktivitäten und Tagungen von sogenannten Identitären, so weit sie bereit sind, intellektuelle Basisarbeit zu leisten. Das Problem der Übernahme des Staats liegt in einem Fall vor, im anderen Fall nicht. Selber schlage ich geistig Tätigen und Denkenden vor, dem Vorsatz, den Staat zu "übernehmen", zu entsagen. Es ist im Sinne von Leopold von Ranke wichtiger, die historische Situation mitgestaltendes "Element" zu sein als an der Macht sein zu wollen. Schon weil letztere leicht korrumpiert und nach Jacob Burckhardt "böse" ist, was zwar eine übertriebene Einschätzung bedeutet. Wahr bleibt indes, dass Intellektuelle aller Richtungen häufig ein gestörtes Verhältnis zur Macht haben, was zum Beispiel seinerzeit William S. Schlamm betonte, u.a. 1962 bei der Kritik an Kennedys Beratern, den sogenannten Eierköpfen.
Alexander
11. August 2016 17:15
Stil-Blüte:
Die Hosen der Hintergrundfigur, die weder lang noch kurz, weder eng noch weit, weder hell noch dunkel, weder zu Jung noch zu Alt passen, also ein Bastardkleidungsstück sind, sind mir schon seit Jahren aufgefallen, weil sie mit den unbenutzten Beuteltaschen an den Seiten die ohnehin unansehnlichen männlichen Waden noch armseliger erscheinen lassen. (Dagegen erinnere ich mich gerne an die Mode der kurzen maskulinen Militärhosen aus Polpeline im Kolonialstil der Engländer.)


Ach, da brauchen Sie doch nicht nostalgisch zu werden: Tragen Sie doch einfach Bermudas auf Hemd, Halsbinde und Sakko – und die Kniestrümpfe bitte nicht vergessen! Dann sehen Sie garantiert spitzenmäßig aus!
Mich erinnern diese britischen Kolonialtruppen in ihrer Staffage eher an Witzfiguren aus einer Komödie. Der Tropenhelm tut sein übriges ...

Dagegen sehen solche kurzen Hosen mit Seitentaschen wie sie der junge Kerl auf dem Rigaer-Bild trägt doch ein bißchen verwegen aus und sind dazu noch sehr praktisch.
Und bevor Sie fragen: Ja, ich trage so etwas auch.
philos
11. August 2016 21:53
Frank Lissons Beitrag hat mir gefallen, ohnehin lese ich ihn gern. Wollte vor längerer Zeit schon fragen, ob der Verlag vielleicht gedenkt, sein Werk "Hellas als unerreichbare Gegenmoderne" noch einmal herauszubringen. Bisher kommt man an dieses eher schlecht.


Im übrigen wieder ein gelungenes Heft.
Meier Pirmin
12. August 2016 08:22
@Philos. Es gibt nicht nur das zu abonnierende Heft, sondern auch die Trilogie Homo viator, Homo creator und Homo absolutus beim gleichen Verlag zu bestellen, von Frank Lisson, die ich letztes Jahr mit Gewinn gelesen habe - bei bedeutenden theologischen Meinungsverschiedenheiten - interessierte mich zunächst mehr als die Belletristik von Mosebach. Im 21. Jahrhundert gehört der Zuschlag der wichtigen Bücher in Deutschland eindeutig dem Sachbuchsektor. Aber fast noch notwendiger und Not wendender ist es, dass Bücher dieser Art auch in Zeitschriften usw. rezipiert werden für diejenigen, die sie dann doch nicht "vornehmen".
Monika
12. August 2016 10:39
Sehr wesentlich in der neuen Sezession die Beiträge über Martin Mosebach und Walter Hoeres.
Umso eigenartiger der Kontrast zu den "Dissidenten Denkzirkeln Europas" und deren Initiativen . Dort überwiegen die " Pappheiden" ( Gerd-Klaus Kaltenbrunner über Alain de Benoist).
Gibt es denn keine christlich-Konservativen Denkzirkel und Initiativen, über die zu berichten wäre.
Geistiger Tiefgang und aktionistischer Hochmut . Wie passt das zusammen ?

Der Häresie der Formlosigkeit ( Martin Mosebach) entspricht etwas seelenvoller Romano Guardinis Buch Von heiligen Zeichen .
Über das Knien ( über das Altmeister Sloterdijk lästert) heißt es dort:

Wenn du die Knie beugst, laß es kein hastig-leeres Geschäft sein. Gib ihm eine Seele. Die Seele des Kniens aber ist, daß auch drinnen das Herz sich in Ehrfurcht vor Gott neige; in jener Ehrfurcht, die nur Gott erwiesen werden kann: daß es anbete.

Romano Guardini, Von heiligen Zeichen , Das Knien

Walter Hoeres hofft, daß " allen in der heiligen Kirche wieder die Gabe der Ehrfurcht zuteil werde, um Gottes Gebote gegenüber dieser gottverlassenen Welt mutig und ohne falsche Zugeständnisse zu verteidigen" Sezession S.30
Gott oder Nichts heißt ein Buch von Robert Kardinal Sarah:
http://www.kath.net/news/55814

Aus der Orthodoxie entspringt die Orthopraxie:
Manif pour tous demonstriert am 16. Oktober wieder in Paris.

http://www.lepoint.fr/societe/la-manif-pour-tous-est-de-retour-10-08-2016-2060262_23.php
Meier Pirmin
12. August 2016 11:29
Sehr schöne Hinweise über einen noch zugänglichen Glaubensreichtum. Ehrlich gesagt, @Monika, stellen Sie und noch einige wenige andere einen doch ganz anderen Flügel in diesem heterogenen Debattierclub dar als die von Ihnen genannten rechten "Papp-Heiden", über die wir uns zwar nicht pharisäisch überheben sollten. Wahr ist, dass unsereiner im kirchlichen Mainstream noch mehr Aussenseiter ist als die Pappheiden. Selber bin ich zum Beispiel als Referent noch recht gut gebucht; ausgenommen sind seit rund 20 Jahren die katholischen Bildungshäuser; obwohl sie "kritisch" sein wollen, interessiert sie nicht einmal, dass ich längst vor andern über priesterliche Pädophile und abseitige Eigenschaften von Heiligen geforscht habe; das ist auch wieder nicht recht. Worauf Sie aber hinweisen, Guardini et hoc genus omne ist viel viel bedeutender. Auch wohl das Buch von Robert Sarah.
Ralf Kaiser
12. August 2016 12:04
Was die Heiligenmutter Monika vorträgt, setzt leider eine unselige Tradition des christlich-konservativen Lagers in Deutschland fort. Statt sich nur zu freuen, daß im aktuellen Heft Hoeres und Mosebach gewürdigt werden, mäkelt sie daran herum, daß auch ein paar religiös Andersdenkende nicht mit Schweigen übergangen werden. Selbst das leichteste Kratzen am eigenen Meinungsmonopol darf offenbar nicht toleriert werden. Statt das Verbindende zu sehen, ohne das die fraglichen Organisationen es gar nicht ins Heft geschafft hätten, wird eine bedingungslose Vorherrschaft der eigenen Dogmatik eingefordert.

Ma erinnere sich an das Beispiel Dieter Steins, der den Autor Claus Nordbruch nach Veröffentlichung von dessen christentumskritischem Buch "Kreuzschmerzen" quasi vor die Tür setzte und an Alain de Benoist nur festhielt, um sich mit diesem großen Namen weiterhin schmücken zu können. Aber wie war es denn umgekehrt? Weder Nordbruch noch Benoist haben die Zusammenarbeit mit dem christlich-konservativen Stein abgelehnt.

Dazu paßt es übrigens ganz gut, daß pour tous "für alle" heißt, nicht nur "für Christen".
Meier Pirmin
12. August 2016 13:30
Objektiv scheint mir die Auseinandersetzung zum Beispiel mit der Fernwirkung von Nietzsche und mit der Konservativen Revolution sowie allenfalls mit Ernst Jünger, der in der Spätzeit biblisch katholisierte, der Hauptstrom der Debatte zu sein und beispielsweise Guardini eher an den Rand zu gehören. Insofern sollten Sie sich, @Ralf Kaiser, durch @Monika nicht angegriffen fühlen. Mosebach und Hoeres scheinen mir bedeutend zu sein, wiewohl auch nicht gerade zu überschätzen. Der Hinweis auf das Buch "Kreuzschmerzen" scheint mir interesssant. Was Kritik am Christentum betrifft, bringt der 2014 verstorbene Karl-Heinz Deschner noch mehr. Ich habe mich jahrelang mit ihm kritisch auseinandergesetzt und im Netz unter www.textatelier.com mehrere kritische Nachrufe und Essays über ihn geschrieben. Mein Hauptvorwurf an ihn war, dass er es nie wagte, den Islam und das Judentum vergleichbar streng und polemisch zu kritisieren, weil er sonst aus dem Mainstreambuchhandel herausgeflogen wäre. Ich glaube nicht, dass Sezession je mit einer rechtskatholischen Seite verwechselt wurde oder verwechselt werden könnte.


Die alten Wandlungsworte der Liturgie waren, dass Jesus sein Blut "pro vobis et pro m u l t i s effundetur", also für euch und für v i e l e vergossen hat, nicht für alle, was in der verdeutschten nachkonziliaren Messe prompt in "für alle" verfälscht wird, was verstärkten geistlichen Absolutismus bedeutet. Leute wie Sie, Ralf Kaiser, auch der ehemalige Jesuitenschüler Deschner und auch Nietsche hätten das Recht zur Aussage gehabt, dass Christ Blut nicht für sie vergossen worden sei. Jesus hat die Phrase von der Menschheit glücklicherweise nicht im Munde geführt, sonst wäre er wie alle andern ein Betrüger gewesen. Ganz grosse katholische Autoren wie Miguel de Unamuno und Reinhold Schneider bestanden letztlich auf der Freiheit, von Jesus nicht erlöst worden zu sein und nach dem Tode endlich Ruhe zu haben. Es gab sogar Heilige, die auf den Empfang der Hostie bewusst verzichtet haben. "Pour tous" ist eine Losung, die man nicht gebrauchen kann.
E.
12. August 2016 21:13
"Abo-Offensive" - das trifft es recht gut.

Bei mir hat es endgültig seit letztem Jahr "Klick" gemacht. Ich kaufe keine Blätter mehr der Mainstream-Presse, ich lese nur noch auf deren kostenfreien Internetseiten. Die Mainstream-Presse wird ja sicher künftig ihre treue und zahlende Leserschaft bei den millionenhaften "Zugewanderten" finden (Ironie aus). Leider muss ich noch den "Beitragsservice" der Öffentlichrechtlichen bedienen, wenn auch gerne mit Verzögerung. - So schaufelt man sich halt sein eigenes Grab.

Ansonsten kaufe und abonniere ich ganz gezielt seit einem Jahr diejenigen Medien, die die gesellschaftlichen Umstände nüchtern betrachten und damit meinen Standpunkt vertreten. Darunter ist die "Sezession" zu nennen, ein gescheites Blatt, wie man es in der deutschen Presselandschaft kaum noch findet - nur ein größerer Schriftgrad im Layout dürfte es gerne sein, bei der abendlichen Lektüre unter der Nachttischlampe ist das etwas mühevoll (sagt ein Mitvierziger....).
E.
12. August 2016 21:19
Nachtrag zu meinem vorigen Kommentar: Oder ein bißchen mehr Druckerschwärze oder größerer Zeilenabstand - das Schriftbild der "Sezession" beim Lesen finde ich etwas anstrengend.
Brandenburger Sandstein
13. August 2016 01:44
Ist mir klar dass folgende Zeilen nicht als Kommentar erscheinen werden, darum geht's mir auch garnicht. Nur ein Appell.
Die Sezession hat so vieles geleistet bis hierhin. Geistige Vorarbeit, Haltepunkte und Aussichten.
In letzter Zeit habe ich aber kein gutes Gefühl mehr beim lesen und durchdenken der erscheinenden Artikel, Rezensionen etc. pp.
Kommentarfunktionen werden geschlossen (und ich bin hier wirklich nicht erpicht jeden Tag was an Senf dazu lassen), Artikel haben immer mehr einen negativen Anklang.
Also. Worum geht's euch?
Was die Rechte doch trennt (in der Wahrnehmung der "Öffentlichkeit") von der Linken ist der grundsätzliche Blick in die Zukunft. Rechte sind Pessimisten, rückwärtsgewandt und ewiggestrig. Die Linke entwirft unterdessen ständig neue Utopien (eig. Dystopien das wissen wir alle) und ködert damit den Durchschnittsbürger.
Also warum wird hier nicht ständig und beständig an Ausblicken gearbeitet die es den Deutschen erlauben für etwas positives einzustehen.
Der Islam, der Ausländer, der Denunziant, alles riesige Gegner.
Schwachsinn, der Gegner lebt davon dass wir ständig den negativen Zugang wählen, anstatt mal zu fragen was uns eigentlich stark macht.
Aber mit Angst und Gefahr... feurio lässt sich mehr verdienen. Und ja das ist eure Plattform und damit euer Ding was ihr draus macht.
Aber was nützt euch nen stark verkaufter Sarrazin oder Akif oder eben jetzt der Algerier, wenn das, wofür ihr eigentlich kämpft, über die Wupper geht?
Bin mittlerweile echt bisschen ernüchtert was hier passiert. Mitleser "Danske" hats auf den Punkt gebracht. Was geschieht..Kommentare finito. Da spricht der Feldwebel was? Schade. Echt Schade Leute.

Hier mein Klarname
Phillip E.F. Roth , Berlin Wedding. Student.
hildesvin
13. August 2016 02:48
Zu Padua hauste einst ein Weib, bös von Seele, doch gut von Leib, genannt die schöne Monika... Die kleine Spitze erlaube ich mir nach dem Kalauer mit meinem Trugnamen. Unbewegt ist meine Seele und hell wie das Gebirge am Vormittag.
Winston Smith 78699
13. August 2016 09:28
@ Meier Pirmin

"Ganz grosse katholische Autoren wie Miguel de Unamuno und Reinhold Schneider bestanden letztlich auf der Freiheit, von Jesus nicht erlöst worden zu sein und nach dem Tode endlich Ruhe zu haben. Es gab sogar Heilige, die auf den Empfang der Hostie bewusst verzichtet haben."

Lohnt sich hier ein Verharren? Was ist das, sagen Sie mehr. Ist es auch Blasphemie? Wenn der Herr dieses Angebot zur Rettung macht, bezweckt er damit nicht etwas, zeigt er nicht durch zeichenhafte Handlung einen Imperativ? Aber dagegen: muß man überhaupt jede Gelegenheit zu einem Eigennutz ergreifen, nur weil jemand sie einräumt und man darin unausgesprochenen Willen unterstellt? (Wird man damit nicht zum geistlichen Winkeladvokaten und Kleingauner des Glaubens, zum allzeit auf Gelegenheiten zum Abzocken lauernden Rizzo in Asphalt Cowboy? - Und diese Assoziation zeigt mir wiederum: hier übertrage
ich doch unvollkommene Verhältnisse unter Menschen analogisch auf spirituelle Verhältnisse, springe den doppelten Xenophanes ungedoped, was in Rio dem eineinhalbfachen Feuerbach entspricht.)

Natürlich wäre eine Verweigerung um der Verweigerung willen, um der trotzigen Demonstration der Freiheit also, ein wenig kindisch und selbstentwürdigend, spottete gar über die imago dei dem Schöpfer selbst, oder nicht? Blasphemie aber wäre doch auch die Vorstellung, nichts eines Weiterlebens Würdiges zu erwarten zu haben, denn dies ist doch Zweifel an der Macht unf Größe des Allmächtigen.

Oder gar die höchste Form der Unterwerfung? Ich glaube, bei Daniel Dennet kann man solch extremen Formen buddhistischer Demut lesen und bei Kolakowski von der Sünde selbst als demütigem Glaubensakt (was es ja schon in weinseligen Sprichwörtern gibt) und bei Borges vom Kult des heiligen Judas Ischariot, verehrt als jener, der sein persönliches Heil des Frommen hingab zum demütigen Dienst am Heilsplan. Alles nur pathologische Gläubigkeit? Oder wiederholt notwendige Mutationen weg vom rechten Weg, also selbst Zeichen des Lebens im Glauben - denn was wäre die Christenheit uhne solche Spinner, wäre sie nicht einförmig wie die Dystopie vom einzig wahren Staat, dem vollendeten?

Auf das Thema vom Leben nach dem Tod kam ich übrigens gestern durch ebenjenes italienische (!) "finito" von Kubitschek, an dem sich der @ Brandenburgische Sandstein reibt. Aber nachdem der große @ Kaliyuga mich zum plappernden Pennäler vom "Gymnasium" gestutzt hat, will ich mich zügeln und hab's erstmal auf der Festplatte belassen.
Winston Smith 78699
13. August 2016 09:32
@ Meier Pirmin

"Ganz grosse katholische Autoren wie Miguel de Unamuno und Reinhold Schneider bestanden letztlich auf der Freiheit, von Jesus nicht erlöst worden zu sein und nach dem Tode endlich Ruhe zu haben. Es gab sogar Heilige, die auf den Empfang der Hostie bewusst verzichtet haben."


Lohnt sich hier ein Verharren? Was ist das, sagen Sie mehr. Ist es auch Blasphemie? Wenn der Herr dieses Angebot zur Rettung macht, bezweckt er damit nicht etwas, zeigt er nicht durch zeichenhafte Handlung einen Imperativ? Aber dagegen: muß man überhaupt jede Gelegenheit zu einem Eigennutz ergreifen, nur weil jemand sie einräumt und man darin unausgesprochenen Willen unterstellt? (Wird man damit nicht zum geistlichen Winkeladvokaten und Kleingauner des Glaubens, zum allzeit auf Gelegenheiten zum Abzocken lauernden Rizzo in Asphalt Cowboy? - Und diese Assoziation zeigt mir wiederum: hier übertrage
ich doch unvollkommene Verhältnisse unter Menschen analogisch auf spirituelle Verhältnisse, springe den doppelten Xenophanes ungedoped, was in Rio dem eineinhalbfachen Feuerbach entspricht.)

Natürlich wäre eine Verweigerung um der Verweigerung willen, um der trotzigen Demonstration der Freiheit also, ein wenig kindisch und selbstentwürdigend, spottete gar über die imago dei dem Schöpfer selbst, oder nicht? Blasphemie aber wäre doch auch die Vorstellung, nichts eines Weiterlebens Würdiges zu erwarten zu haben, denn dies ist doch Zweifel an der Macht und Größe des Allmächtigen.

Oder gar die höchste Form der Unterwerfung? Ich glaube, bei Daniel Dennet kann man solch extremen Formen buddhistischer Selbstverneinung lesen und bei Kolakowski von der Sünde selbst als demütigem Glaubensakt (was es ja schon in weinseligen Sprichwörtern gibt) und bei Borges vom Kult des heiligen Judas Ischariot, verehrt als jener, der sein persönliches Heil des Frommen hingab zum selbstlosen Dienst am Heilsplan. Alles nur pathologische Gläubigkeit? Oder wiederholt notwendige Mutationen weg vom rechten Weg, also selbst Zeichen des Lebens im Glauben - denn was wäre die Christenheit ohne solche Spinner, wäre sie nicht einförmig wie die Dystopie vom einzig wahren Staat, dem vollendeten?

Auf das Thema vom Leben nach dem Tod kam ich übrigens gestern durch ebenjenes italienische (!) "finito" von Kubitschek, an dem sich der @ Brandenburgische Sandstein reibt. Aber nachdem der große @ Kaliyuga mich zum plappernden Pennäler vom "Gymnasium" gestutzt hat, will ich mich zügeln und hab's erstmal auf der Festplatte belassen.
Westpreuße
13. August 2016 10:32
Ganz so unrecht haben...
@ Brandenburger Sandstein und (an anderer Stelle) @ Danske nicht...

Kurze Begründung; rekurriere Friedrich Nietzsche:
"Überzeugungen sind Gefängnisse."
-----------------------------------------
Die demokratische Rechte ist in vielem rückwärtsgewandt. Sie entwickelt keine positiven Utopien. Was soll den normalen Bürger, auf den kommt es nämlich an, wenn man in diesem Land etwas bewegen und verändern will, denn hinziehen zu den Gedanken, Ideen der demokratischen Rechte?
Und können diese Ziele lediglich nur negativ formuliert werden?

Es reicht nicht, wenn man immer nur klagend auf das hinweist, was nicht gefällt. Das gehört auch dazu, aber eben nur "auch"...

Seit Thomas Morus (John More) wissen wir um die positive Kraft der gedachten (geschriebenen) Utopie. Wir dürfen das unserer Phantasie vorgestellte Gemälde in der Wirklichkeit aber nie erreichen, denn eine verwirklichte Utopie schlägt in Terror um. Muß ich hier nicht begründen;
Beispiele gibt es zuhauf...

Konkret: was fehlt also der demokratischen Rechten? :
Eine Utopie (der Nichtort) beinhaltet immer das Bewahren eines Möglichkeitsprinzips. Also Erinnerung UND Blick in die Zukunft. Eine positive Utopie formuliert immer einen Anfang, ein "da wollen wir hin"...
Wir wollen keine Ausländer, wir wollen unter uns bleiben usw. reicht aber nicht aus...Da muß mehr und anderes kommen...
Und mal rechts denken mit Ausländern...

Hier im Staate Polen leben jede Menge Ausländer und Minderheiten. So ist es ja nun auch nicht. Sogar eine muslimische Minderheit gibt es hier seit Jahrhunderten; sind hier hängengeblieben, früher, Türkenkriege...

Es wird zuviel geklagt bei den Rechten. Das Authentische einer Utopie liegt aber in ihrem gedachten Beginn! Und dieser Beginn muß formuliert werden. Hier stehen wir, dort wollen wir hin. Die Möglichkeit als ersehntes und erstrebenswertes Ziel...

Zu häufig heißt es aber: Dies und das wollen wir nicht. Damit, indem man sich auf die Argumentationsmuster (auch Begriffe) der Gegner (Feinde?) einläßt, gibt man diesen Kräften auch Macht über die eigenen Gedanken...
Es muß etwas positiv dagegen gesetzt werden...

Ich weiß, alles sehr bruchstückhaft formuliert von mir.
Vielleicht hilft Gottfried Benn etwas weiter, zur Erinnerung:

Die Maximen seines Lebens, so sagt er:
1. Erkenne die Lage.
2. Rechne mit deinen Defekten, gehe von deinen Beständen aus,
nicht von deinen Parolen.
(Benn: Geist oder Leben)

Wobei, eine positive Utopie ist mehr als eine Parole...
Sie ist wie eine Landkarte, behütet, alt, kostbar, die man ganz langsam entfaltet. Alte Wege neu denken und bedenken. Mögliche Ziele müssen wie Magneten sein, die einen anziehen. Utopie und Utopiekritik gehören aber zusammen. Utopien haben eine gesellschaftskritische Funktion. Und eine messianische Funktion, eben der utopische Konjunktiv:
Was wäre wenn...

Die Grün-Linken samt ihren polit-medialen Hilfstruppen haben es verstanden und handhaben es recht geschickt. Die formulieren Ziele, gehen die Verwirklichung an; wir dagegen (schließe mich da ausdrücklich mit ein) stehen blökend am Wegesrand und jammern...
Aber ist ja schon mal gut, daß es sezessin, Junge Freiheit usw. gibt...
: Grüße von der Weichsel
Wahrheitssucher
13. August 2016 12:39
@ E.

Ab 40 hilft eine einfache Lesebrille. Gibt es schon in hinreichender und augenärztlich bestätigter Qualität bis zu 5 Euro im Handel...
Brandenburger Sandstein
13. August 2016 17:35
Danke für die Veröffentlichung. Ich fühl mich plötzlich wieder sehr heimisch hier, das ist genau die Offenheit mit der wir agieren sollten. Untereinander, besonders aber gegenüber den Verleumdern, die uns zu gern zu verbissenen Schlecht-Menschen verzerren wollen.
Das war ja das grandiose an diesen gescheiterten Versuchen der Presse durch Besuche auf dem Rittergut die vermeintliche Fassade bröckeln zu lassen. Da gibt's ja aber nichts zum bröckeln. So seh ich das - so möchte ich das sehen.
Grüße!
Götz Kubitschek
14. August 2016 08:36
klappe zu.
gruß! kubitschek

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.