11. September 2016

Deutschland als Willensnation?

von Martin Sellner / 110 Kommentare

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Vom Brandenburger Tor und den Bayrischen Berggipfeln ins Feuilleton der FAZ: Die Identitäre Bewegung Deutschland (IBD) hat in den letzten Wochen vorgemacht, wie Metapolitik funktioniert und sich mit Aktivismus,  der die Gesellschaft des Spektakels verstanden hat, in die Diskurse „eingehackt“. Und die verschieben sich im Moment in unsere Richtung.



Wenn Merkel „Deutschland wird Deutschland bleiben“ sagt, ist das zwar nur eine ihrer typischen opportunistischen Stehsätze. Doch er bezeugt ebenso wie das berüchtigte „Wir schaffen das“ die kommende Windrichtung, nach der er bereits jetzt seine Segel setzt. „Refugees welcome“ war gestern.  Morgen geht es um die entscheidende Frage des 21. Jahrhunderts: Der Frage nach unserer Identität.


Mark Siemons greift diese Frage in der FAZ auf. Die Identitären fungieren als Strohmann. Aber nicht die IB ist am „rechten“ Rand eines Spektrums, in dessen Mitte sich Siemons wähnt. Nein, das gesamte „Overton Window“, der Meinungskorridor vertretbarer Ideen, ist meilenweit nach links abgedriftet.


Um das zu verdecken, bastelt sich der Autor eine Fantasie-Variante der IB. Er wiederholt dazu die unsinnige Unterstellung einer „globalen Apartheid“, als die linke Medien den Ethnopluralismus beharrlich auslegen, obwohl schon ein paar Seiten Benoist ausreichten, um das zu widerlegen. Wir wollen nicht „Kulturen abschotten“, um sie zu stabilisieren. „Festung Europa“ bedeutet keine hermetische Abriegelung, damit Kulturen „fortan getrennt existieren“ können.


Sie ist die notwendige, überfällige und maßvolle Reaktion auf eine eine extreme Grenzöffnung und dadurch ausgelöste Völkerwanderung. Wir wollen keine „globale Apartheid“. Wir haben im Unterschied zu Siemons und Konsorten überhaupt kein planetares Patentrezept, nach dem „fortan“ alles anders als bisher laufen soll. Eine „globale Apartheid“ kann es per definition gar nicht geben. Was es gibt und immer gab, sind Zuwanderungsbeschränkungen, ebenso wie kulturellen Austausch, Integration und Assimilation in verträglichen Dosen, aber auch Ausschluß und Abstoßung.


Das ist die geschichtliche Wirklichkeit in ihrer gesamten Ambivalenz. Nicht wir sind die Ideologen, die sie umstülpen wollen.  Siemons Kritik an einem „Verflüssigungsimperativ“, den er mit dem globalen Kapitalismus identifiziert, klingt wie von Alain de Benoist abgeschrieben. Der hat schon vor Jahren erkannt, daß die Globalisierung den Menschen aus gewachsenen Gemeinschaften entwurzelt, um ihn flexibler, arbeitstauglicher und konsumfreudiger zu machen. Auch linke Autoren wie Deleuze beschreiben das als De- und Reterritorialisierung des Kapitals. Auch die IB kritisiert seit ihrem Bestehen diesen Gesamtzusammenhang, in dem die Invasion Europas steht.


Der Universalismus, die Globalisierung und der Liberalismus, die globale Ungleichheit und Perspektivenlosigkeit in der „Peripherie“ unseres Weltsystems sind untrennbar mit der Masseneinwanderung in den dekadenten Westen verbunden. Man kann hier keine einzelnen Faktoren herausgreifen und losgelöst von allen anderen kritisieren.


Jede echte Kritik muß auf's Ganze abzielen. Dieses „Ganze“ ist der Zusammenprall von zwei grundverschiedenen Auffassungen von Gemeinschaft und der ideengeschichtlichen Vektoren, die sie vertreten. In Siemons Text spielt sich, ohne daß er das klar thematisiert, der Streit dieser Sichtweisen ab. Ich will sie im Folgenden beschreiben und gegenüberstellen.


Zeit seines Bestehens war in Deutschland ein ethnokulturelles Verständnis von Gemeinschaft nach dem ius sanguinis vorherrschend.  Die Kapazität für Integration und Assimilation sind danach äußerst gering; Hürden, Dauer und Grenzen hingegen äußerst hoch.


Die ethnokulturelle Kontinuität war die still vorausgesetzte Selbstverständlichkeit aller europäischen Identitätskonzeptionen. Deutscher, Italiener, Tscheche und Franzose war man nicht nur kulturell, sondern auch ethnisch, also kraft seiner Herkunft. Wer das leugnet, schließt sich selbst aus jeder ernsthaften Debatte aus.
Doch was „Deutscher, Italiener"etc. genau bedeutet, läßt sich schlichtweg nicht definieren. Diese kollektiven Identitäten sind „Narrative“. Wir befinden uns immer schon „in“ ihnen,  und damit in einem hermeneutischen Zirkel. Sie „definieren“ wollen,  ist eine uneinholbare essentialistische Forderung, die einen Standpunkt außer und über den Kulturen sucht.


Die ethnokulturelle Identität verliert sich notwendig im Dunkel eines Mythos, einer Erzählung. Teil dieser Narrative zu werden ist damit ein langwieriger und schwieriger Prozeß, der sich nicht mit willkürlichen Entscheidungen und bloß juristischen Feststellungen bewerkstelligen läßt. Man muß in sie „geschichtlich hineinwachsen“, wie am Fall Deutschlands z.B. die oft zitierten Hugenotten, kann ihnen aber auch wieder entwachsen wie etwa die Schweizer und Niederländer.


Diese Narrative sind dynamisch, aber damit sie eine fortgesetzte „Erzählung“ bleiben, bedürfen sie einer gewissen ethnokulturellen Homogenität. Die Narrative weisen damit eine Exklusivität und Einstiegshürden auf.


Der deutsche Nationalstaat und die deutsche Republik sind Etappen im gesamten ethnokulturellen deutschen Narrativ, das auch andere Erfahrungen kennt.


Die Willensnationen hingegen sind historisch datierbare Gründungen in ein „narratives Nichts“ auf dem Rücken von verdrängten oder ausgelöschten Kulturen. Sie knüpfen nicht an einen Mythos an, sondern entstehen mit einem Kontrakt, der abstrakte Prinzipien statuiert.  Damit sind sie im Unterschied zu ethnokulturellen Narrativen historisch datierbar und definierbar. An den USA ist nichts „mythisch“, der Begriff „Amerika“ bezieht sich auf den Namen eines Kartographen, nach dem der Kontinent wie eine neuen Käferart benannt wurde.

In Europa ist die Verfassung und damit auch der Verfassungspatriotismus aber immer etwas Bedingtes, das sich „das Volk gibt“ und sich damit rechtlich definiert und „stabilisiert“. Volk und Staat sind hier ko-konstitutiv.
In den USA war „constitution“ konstitutiv für das Entstehen des „people“, welches ein „people of the spirit“ ist. Das erklärt auch die geradezu biblische Verehrung dieses Schriftstücks. Es erklärt auch warum alle Identitätsdiskurse in den USA am Ende immer bei der „race“, im Biologismus, bei Schädelformen und IQ-Tabellen enden müssen. Es gibt dort keine gewachsenen ethnokulturellen Narrative. Jeder Einwanderer muss sich amerikanisieren, denaturieren und in die neue Gemeinschaft eingliedern. Er muss zu einem „Yankee“ werden, wie Spengler einmal festhielt:



„Nicht Engländer und Deutsche sind nach Amerika ausgewandert, sondern diese Menschen sind als Engländer und Deutsche gewandert; als Yankees sind ihre Urenkel jetzt dort.“

Amerikas Willensnation und Kontraktualismus entspricht im Überwiegen dieses individualistischen Elements dem neuzeitlichen Subjektivismus. Es ist die „übereinstimmende Willenserklärung“, der einen Einwanderer zum Amerikaner macht und ihn durch dieses Willensband über die Verfassung an die anderen citizens bindet. Der „Amerikanismus“ ist damit ein inklusives und tendenziell expansives Projekt. Sie ähneln damit eher Clubs, in die man problemlos ein- und austreten kann, wenn man den Regeln zustimmt.

Seit dem Ende Krieges findet dabei ein unsichtbarer Krieg um die Deutungshoheit unserer Identität statt. Die ethnokulturellen Narrative sollen zu Verfassungsclubs, Deutschland soll zum Einwanderungsland und Europa zum Einwanderungskontinent erklärt werden. Wenn man bedenkt, daß alle oben genannte Einwanderungsländer gemein haben, daß ihre Urbevölkerung aus der Geschichte verschwunden ist, kommt diese Projekt einer Drohung gleich.


In einer absurden Geschichtsleugnung wurde versucht, die gewachsenen ethnokulturellen, exklusiven Gemeinschaften zu inklusiven, universalistischen Kollektiven zu transformieren. Statt nationaler Mythen sollte ein Set an formalistischen und letztlich substanzlosen Werten den zentralen Anknüpfungspunkt der Identität bilden. Alles was „jenseits des Universalismus liegt“ wurde als „gestrig und gefährlich“ preisgegeben. Die Übersteigerung der nationalen Idenität im NS wurde damit in ihr Gegenteil verkehrt. Nationale Identität wurde das neues Tabu, und die „geistige Überfremdung“ marschierte durch die Institutionen Deutschlands, lange, bevor die tatsächliche Einwanderung einsetzte. Ähnlich wie im Kolonialismus war es die deutsche Industrie, die schließlich die außereuropäische Masseneinwanderung, gegen den Willen der Gewerkschaft durchsetzte. Die Ära von Multikulti brach an. Und damit der folgenschwerste Selbstbetrug unsere Geschichte.


Von Anfang an fehlte nämlich ein „Zugehörigkeitsgefühl auch jenseits der ethnischen Grenze“, wie es Siemons nennt. Die verzweifelten Plädoyers von Gelehrten wie etwa Bassam Tibi für einen echten, mythischen Verfassungspatriotismus, waren ihnen als „Leitkultur“ zuwider. Damit war schon der Versuch einer Assimilationspolitik desavouiert. Multikulturalismus wurde zum „Integrationsmodell“.


Das hatte den „Vorteil“, daß man sich die Frage nach der Assimilationskapazität für die zunehmend islamischen Einwanderungsströme gar nicht stellen mußte. Man mußte sich nicht mit nervigen Erhebungen wie der Absorptions- und Assimilationsrate der Auslandsgemeinden, der kulturellen Nähe und Qualifikation der Einwanderer, der Effekt von ethnischer Fragmentierung für Innovationskraft, gesellschaftliche Solidarität und Sicherheit herumschlagen. Man konnte es einfach „laufen lassen“. Das rächt sich heute.


In der wirklichkeitsfremden Vorstellung der Elite war Deutschland ein modernes Einwanderungsland wie USA und Kanada. Man importierte sich geschlossene ethnische Blöcke, die eine Multiminoritätengesellschaft bildeten.
Anders als in die Willensnationen der Einwanderungsländer war der juristische „Beitritt“ zur BRD noch lange kein Hineinwachsen in das deutsche Narrativ, das unweigerlich weiterexistierte. Nur hatte es seine Vorzeichen geändert.


Was noch „deutsch“ blieb, so zitiert Siemons mit einiger Süffisanz de Maziere, sei die Fußballweltmeisterschaft, Bach, Goethe und das besondere Verhältnis zu Israel. Der Selbsthaß war zur neuen, zutiefst ethnokulturellen Identität Deutschlands und Europas geworden. Damit hat man auch einen Auserwähltheitsanspruch bewahrt. Es war auch ein universalistischer Schuldstolz (dessen Schuldwelthauptstadt Berlin sein will) der die Massen zu den „refugees welcome“-Events an die Bahnhöfe trieb. Mathias Matussek beschreibt zurecht die Leitartikler als „Taumelnde, die nach einem neuen Narrativ“ griffen.


Einwanderung war eher eine Art „Kur“, eine Akt der „Selbstbestrafung“ und Sedierung, mit dem man das eigene verhaßte Wesen ausdünnen wollte. Die beste Antwort auf die Frage, was deutsch-Sein heute ausmacht, ist also wohl: sich wegen der deutschen Vergangenheit unwohl und schuldig zu fühlen. Das tut in der Regel nur der, der keinen Migrationshintergrund hat.


Das Antideutsche ist als exklusives ethnokulturelles Narrativ derzeit die einflußreichste Ausdrucksform der deutschen ethnokulturellen Identität. Es ist eine, wie die werthersche Verbohrtheit und lutherscher Vehemenz, im Ausland oft kopfschüttelnd betrachtete Absonderlichkeit, die durchaus an die urdeutscher Weltangst, den kulturellen Selbstekel Nietzsches oder Hölderlins erinnert. Die neue historische Mission hat etwas durchaus Tragisches, das man auch im Nibelungenlied finden kann. Kein Wunder, daß das antideutsche Narrativ die deutsche Intelligenz seit Jahrzehnten in seinen Bann zieht. 


Der Glaube, daß das Deutsche etwas wesenhaft Böses in sich trägt, wie es, nicht theoretischer Konsens, aber propagiertes Grundgefühl ist, ordnet ihm immerhin noch etwas Wesenhaftes zu. Dieses kommt nicht aus abstrakten Werten, sondern konkreten Ereignissen in der Geschichte, an die man durch Herkunft gebunden ist.


Dieser neue „Mythos“, der sich, wie damals Hermann und Barbarossa in großen Denkmälern niederschlägt, ist die wichtigste Triebfeder für das Multikulti-Projekt. Er nahm mit der Zeit fast religiöse Züge an, fand seine Rituale, Kultstätten und Hohepriester. Die Auflösung Deutschlands in einer Willensnation war für diese „Metadeutschen“ ein Akt der Bestrafung, dessen zerstörerische Konsequenzen bewußt in Kauf genommen wurden. Daß Deutschland „jeden Tag weniger“ existierte und immer „bunter“, soll heißen ethnisch fragmentierter wurde, war für die ethnomasochistische Elite ein Akt der Psychohygiene.


Mein Verdacht ist, daß viele den Erfolg einer deutschen multikulturellen „Normalität“ insgeheim gar nicht wollten. Nachdem die Erziehungsdiktatur der DDR gescheitert war, so wurde nun „Nie Wieder Deutschland“ die Losung einer „Abschaffungsdikatur“ namens Multikulti.



Ironischerweise war dasselbe Schuld-Narrativ auch zentrales Hindernis einer Amerikanisierung und Neuerfindung Deutschlands als westliche Willensnation. Auschwitz ist als Gründungsmythos genauso exklusiv, ethnokulturell wie die Irminsul. Und wer so mit sich selbst beschäftigt ist, hat keine Integrations- oder Assimilationskraft mehr. Ohne Plan und Konzept, angetrieben von brütenden Ressentiments und naiven Illusionen schlitterte Deutschland in den Multikulturalismus. So kam es zu einer fast vollkommenen kulturellen Segregation. „Integration“ geschah lediglich funktionell-strukturell als Einfügung ins Erwerbsleben, Erlernen der Sprache, etc. Nur wenige Migranten verließen ihre kulturelle Enklaven und assimilierten sich in der kosmopolitischen Halbwelt der deutschen Konsumgesellschaft. So gut wie gar keiner beging den Weg einer assimilatorische-identifikatorischen Integration. Den verlangte eigentlich auch niemand.


Alle Probleme wurden jahrelang nur verschwiegen und verschleppt. Die Multikulti-Vertreter zogen aus den Multikulti-Vierteln weg und verfolgten gleichzeitig die Kritiker von Multikulti als „rassistische Hetzer“. Eine schleichende Brasilianisierung begann, und eine ethnische Clan-Mentalität ersetzt langsam, aber sicher die gesellschaftliche Solidarität.


Je größer die Auslandsgemeinden, desto geringer wird die Absorptionsrate, desto stärker und aggressiver werden auch die fremden Identitäten für die der Islam als politische Klammer dient. Die Illusion eines „antiimperialistischen Imperiums“ das die Völkerscharen befriedet, wie dieses Propagandavideo zeigt, glaubt keiner mehr. Eine europäische Version des amerikanischen Multikulti-Universalismus kann als gescheitert betrachtet und ad acta gelegt werden.

Die Geschichte und das Bewußtsein der ethnokulturellen Identität war niemals verschwunden. Man durfte nur nicht mehr darüber reden. Besser gesagt: Die Deutschen durften nicht darüber reden. „Deutsch“ sollte de jure der verbindende Dachbegriff für alle sein, de facto aber wurden die Deutschen aber eine ethnokulturelle Gruppe unter anderen, die in vielen Gegenden bereits in der Minderheit ist. Darin offenbart sich die zentrale Ungerechtigkeit der Übertragung des „Amerikanismus“ auf  Europa.


Es gibt „Deutsch-Türken“, „Deutsch-Albaner“ und „Deutsch-Syrer“, die das Recht auf eine de facto exklusive Identität, mit Kulturvereinen, Förderungen, Vertretungen, etc. haben. Was aber ist dann mit den „Deutsch-Deutschen“? Sie werden gezwungen, ihre Institutionen, Strukturen und Gemeinschaften permanent offen zu halten. Über die „Bio-Deutschen“ darf man nur abfällig und ironisch sprechen. Wie der Kommunismus auf der Planwirtschaft, so baute Multikulti auf der Integration auf.


Die Alternative ist eine ehrliche und offene Debatte über Einwanderung, Demographie, Herkunft und Identität. In diese Debatte müssen alle hier Lebenden einbezogen werden. Sie beginnt mit einem Eingeständnis, das Deutschland als Einwanderungsland und Willensnation von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Daß die Deutschen „ohne Migrationshintergrund" eine Identität und ein Existenzrecht haben und bestimmende Mehrheit im eigenen Land bleiben wollen, ist eine Position, der auch viele Migranten zustimmen würden. Daß Grenzschließung, Remigration und Leitkultur Eckpfeiler der kommenden Politik sein müssen, geben mittlerweile sogar einige Linksliberale zu, weil sie wissen daß dies die Möglichkeitsbedingungen für Integration sind.


Wir dürfen uns keine Illusionen machen: Eine multiethnische Gesellschaft wird wohl die Lebenswirklichkeit in Deutschland und Europa bleiben. Was wir bewirken können, ist ein Tendenzwandel, der die demographischen Veränderungen abbremst, einfriert und langfristig umkehrt. Die zentrale Frage, da stimme ich Siemons zu, ist jedoch, was überhaupt „deutsch sein“ noch bedeuten soll. Die Antwort darauf finden wir jedoch nicht im Universalismus und einer Debatte, die sich mit neurotischer „Ethnophobie“ um die Frage der politischen Bedeutung von Herkunft herumdrückt. Sie läßt sich nur finden wenn wir uns gelassen mit unserem ethnokulturellen Narrativ auseinandersetzen und es weitererzählen. Das bedeutet heute vor allem eine Auseinandersetzung mit dem Ethnomasochismus, eine echte „Aufarbeitung der Vergangenheit“.


 

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Kommentare (110)

Paule
12. September 2016 00:51
Sehr geehrter Herr Sellner,

Danke für diesen Artikel, nur mit den beiden letzten Absätzen hadere ich.

Das geht mit
„In diese Debatte müssen alle hier Lebenden einbezogen werden.“

los, erstreckt sich über
„Daß die Deutschen „ohne Migrationshintergrund“ eine Identität und ein Existenzrecht haben und bestimmende Mehrheit im eigenen Land bleiben wollen, ist eine Position, der auch viele Migranten zustimmen würden.“

und endet hier:
„Sie läßt sich nur finden wenn wir uns gelassen mit unserem ethnokulturellen Narrativ auseinandersetzen und es weitererzählen. Das bedeutet heute vor allem eine Auseinandersetzung mit dem Ethnomasochismus, eine echte „Aufarbeitung der Vergangenheit“.“


Es ist doch so dass nur die Deutschen bestimmen können wer oder was sie sind oder besser sein wollen, denn „der Geist ist willig doch das Fleisch ist schwach“.
Ich will nicht das Fremde bestimmen was der Deutschen eigen ist.

Das tun nur Besitzer mit ihren Sklaven.
Und eine Ordnung die das regelt nennt sich dann Sklavenordnung und nicht GG.
Eine Verfassung haben wir in Deutschland nicht. Weshalb der „Verfassungs-Patriotismus“ doch nichts weiter als die freiwillige Anerkenntnis der Versklavung der europäischen und des deutschen Volkes wäre.
Es kommt darauf an dass die Deutschen sich selber anerkennen, dass sie als Deutsche leben wollen und es auch für ihre Kinder für gut befinden und es deshalb auch unter Schmerzen und Tränen verteidigen wollen. Souveräne, freie Menschen machen das und sie geben sich eine Verfassung nach der sie leben.

Die Migranten müssen verstehen dass ihr gutes Leben in Deutschland nur funktioniert, weil es die Deutschen gibt und gab.
Sie leben mehrheitlich von dem was Deutsche erarbeitet haben und auch weiterhin erarbeiten.
Deutschland funktioniert nur weil es Deutschland ist, deshalb müssen deutsch Kultur, Regel und Gesetze gelten. Der einzige Garant dafür ist das deutsche Volk.

Migranten, internationale Konzerne und Machthaber und andere Nutznießer der Leistungen des deutschen Volkes sollten verstehen, dass es damit vorbei ist, wenn es die Deutschen nicht mehr gibt. Und die zum Zeitpunkt als Elite in Deutschland herrschenden sollten rasch begreifen das sie nur Elite sind solange es Deutsche gibt, andere Völker haben eigene Eliten und teilen nicht gern...

Mit freundlichen Grüßen
Paule
PS: Danke für ihren Einsatz und Engagement.
Paule
PPS: „Der Sinn des ganzen Lebens und Seins besteht aus nichts anderem als der Liebe. Das ist die Liebe zu deiner Familie, zu den Kindern, zur Heimat. Das ist ein vielschichtiges Phänomen, das allen unseren Taten zugrunde liegt[...]
Die Festigung der Liebe zur Heimat in der russischen Gesellschaft gehöre dabei zu den wichtigsten Aufgaben des Staates."

Mehr: https://de.sputniknews.com/gesellschaft/20160906/312428987/putin-ueber-den-sinn-des-lebens.html
M. M.
12. September 2016 00:54
> der Begriff „Amerika“ bezieht sich auf den
> Nachnamen seines Entdeckers,

Kleinigkeit: Den Vornamen eines seiner Kartographen...

Ansonsten d'accord, aber etwas von der Klarheit angelsächsischer akademischer Tradition wäre schön. Lieschen Müller ist nicht so dumm wie man meint, sofern man sie nicht mit Jargon erschlägt. Außerdem sind in anderen Teilen Europas und der westl. Welt die gleichen Prozesse wirksam und die Lage ist teilweise schon schlimmer - Frankreich ist bereits im achten Monat des Ausnahmezustands, das steht uns erst noch bevor.
Waldgänger 1871
12. September 2016 01:41
Fundamentale Erkenntnisse zur Einwanderungsproblematik und unserer deutschen Identität. Hervorragender Beitrag.
Winston Smith 78699
12. September 2016 02:12
Diesen Text halte ich für vollkommen auf eine gewisse Art und für prinzipiell befähigt, eines der wichtigsten und vielleicht wirkmächtigsten Schriftstücke unserer Zeit zu werden. Natürlich wurden für ihn Entscheidungen getroffen, nicht alles muß zwingend so gemacht werden wie hier, nicht alles Mögliche oder Berichtenswerte wurde auch erzählt, aber heraus kam umso mehr eine schlüssige Erzählung mit außergewöhnlich weitem Horizont und scharfem Zugriff, in der jedes Wort den Kristall trägt. Ein Genuß.

Für einen Identitären mit diesem Papier in der Hand ist auch das nächste zu zerstörende Ziel klar: dieses unsägliche Machwerk, mit dem sich auch die Münklers nun noch in den irren Madrigalchor zur Untermalung einer öffentlichen Kindertotschaukelei eingereiht haben. Das sogenannte Buch scheint so schlecht zu sein, dass es wohl nur zur Aufregung dienen soll, als Ablenker.

Zur Frage nach der Identität fiel mir heute ein Satz von Novalis auf: "Naturforscher und Dichter haben durch Eine Sprache sich immer wie Ein Volk gezeigt." Der anspruchsvolle Kontext dieses Satzes kommt mir wie eine Variante des esoterischen Idylls am Beginn der Marmorklippen vor, oder gar in mancher Hinsicht des fiktiven Kastiliens der Glasperlenspieler. Liest man diesen Kontext mit, klärt sich die Bedeutung des Satzes einerseits in eine epistemologische Richtung auf, andererseits ist man als heutiger Leser unwillkürlich bemüht, möglichst lange eine alternative Bedeutung der Identitätsstiftung durch Sprache aufrechtzuhalten, und genau dies zwingt einem dann eine entsprechend anspruchsvolle, ja pathetische Gestalt und Höhe des Anspruchs auf.

Die Sprache (Beherrrschung, Gebrauch, Wertschätzung, Verständnistiefe) als alleiniges Identitätskriterium wurde bislang vielleicht nicht ausreichend in Erwägung gezogen. Hier sind natürlich unangenehme Grenzfälle zu erwarten, wie bei überhaupt jedem Kriterium. Allerdings könnte man auch über die erzieherische Wirkung einer solchen Einrichtung nachdenken ...
Eveline
12. September 2016 05:15
`89 ist das Konstrukt DDR zusammengebrochen , jetzt bricht die Nachkriegsordnung BRD zusammen. Das ist gut und wird auch endlich Zeit.
Die angloamerikanischen Besatzungsmächte zeigen in der Tiefe - über Multi Multi - noch einmal ihre Seelenlosigkeit.

Klar das jetzt die deutsche Identität sich aus der 70 jährigen Fremdbestimmung rausschälen muß, denn sie ist die Wahrheit, die nie zerstört werden kann.

Erst dann wird Deutschland wieder blühen können, wenn wir als Volk unsere Identität wieder annehmen.
Stogumber
12. September 2016 05:59
Mein Eindruck ist, dass Sellner immer noch Volk und Staat zu sehr vermischt. Wenn das deutsche Volk überleben will, muss es sich aber gedanklich erst einmal klar vom bundesrepublikanischen Staat abgrenzen. Dieser Staat ist natürlich keine "Wertegemeinschaft" und ebensowenig die Basis für einen gemeinsamen "Verfassungspatriotismus" (seine linke Hälfte lehnt die Idee einer freiheitlichen Demokratie klar ab). Aber er ist ebensowenig die schnelle Basis für einen Volksstaat, und das deutsche Volk kann die nächsten hundert Jahre nur überleben, wenn es sich klar entscheidet, etwas anderes zu sein als ein bundesrepublikanisches "Staatsvolk".
Stogumber
12. September 2016 06:04
Dahinter steckt immer noch die alte Phantasie (und hysterische Furcht), dass ein Volk nur als Staatvolk überleben kann. Statt sich mental für den schweren Weg einer staatlich ungeschützten ethnischen "Minderheit" auszurüsten und von den Polen (vor 1918), den Juden (vor 1948) oder den Kurden zu lernen.
Monika
12. September 2016 07:23
Ein wichtiger Beitrag. Identität wird ( den Identitären sei Dank) immer mehr zu einem Thema. Auch da:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/deutsche-identitaet-angst-essen-werte-auf-14428128.html
Ich fände es interessant, wenn auch persönliche Erfahrungen aus dem Alltag zum Thema Identität und Identitätsverlust einfließen würden.
Und nicht nur theoretische Abhandlungen über Ethnopluralismus.
1. Warum ist Identitätsverlust so schmerzhaft ? Und wer ist der Zerstörer der Identität ?
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/north-dakota-sioux-unterliegen-vor-gericht-wegen-pipeline-bau-14427999.html

Auch Ich möchte nicht, dass die Heiligen Stätten meines Volkes zerstört werden !
2. Wenn Deutschland ein Einwanderungsland sein soll, warum verbleibt die Seele der Einwanderer in ihrer Heimat ?
http://www.focus.de/politik/videos/in-deutschland-arbeitslos-gemeldet-fluechtlinge-machen-dort-urlaub-wo-sie-angeblich-verfolgt-werden_id_5923034.html
Frieda Helbig
12. September 2016 08:52
"Deutschland wird Deutschland bleiben" meint m.M.n. etwas anderes als "Deutschland wird deutsch" bleiben. Letzteres wäre mir lieber!
Thomas R
12. September 2016 09:39
Der Staat ist nur eine Organisationsform der Volkes. Der Staat ist und war deshalb stets ein Diener des Volkes. Der Staat muß dem Volk dienen. Nicht umgekehrt. Deshalb hat kein Staat das Recht, sich ein "Zweitvolk" heran zu ziehen, daß das Ursprungsvolk langfristig entmündigt. Wenn ein Staat nicht mehr den Zielen des ethnisch über Jahrhunderten gewachsenen Volkes dient, so muß der Staat durch eine neue Organisationsform abgelöst werden. Wenn das Establishment fett und träge ist, sich in seinen Vorortvillen verschanzt, sich zur Arbeit und seine Kinder in die Privatschulen fahren lässt, und sich damit den Folgen des Einwanderungswahnsinns entzieht, dann gehört dieses Establishment weg gefegt.
Mit dem Pochen auf die sogenannte "Freiheitlich Demokratische Grundordnung" will die BRD sich selbst seinen Machterhalt sichern. Dies gelingt ihr bislang gegenüber ihrer Ursprungsbevölkerung. In steigendem Maße aber nicht mehr gegenüber den Invasoren. Die Antwort kann deshalb nur die Abspaltung einer oder mehrerer Bundesländer sein und die Schaffung eines deutschen Staates, daß die ethnisch Identität seiner Bevölkerung bewahrt und schützt. Verlogen ist seit Langem die Argumentation, daß wir Einwanderung bräuchten, um dem Geburtenrückgang zu begegnen. Länder, die um ein Vielfaches größer sind als Deutschland und nur einen Bruchteil der Bevölkerung haben, können damit auch leben. Beispiel Norwegen: Fast gleich so groß wie Deutschland, aber nur 5 Millionen Einwohner (wir 82 Millionen). Wenn es dem deutschen Volk gefällt, zeitweise weniger zu werden, dann hat Niemand das Recht, es mit Fremden "aufzufüllen". Genausowenig verschenkt man sein eigenes Haus an Fremde an statt es seinen Kindern zu vererben!
Einar von Vielen
12. September 2016 09:55
"Eine multiethnische Gesellschaft wird wohl die Lebenswirklichkeit in Deutschland und Europa bleiben. Was wir bewirken können, ist ein Tendenzwandel, der die demographischen Veränderungen abbremst, einfriert und langfristig umkehrt."

Gut an diesem 'Fazit' finde ich das Augenmaß und die Bescheidenheit, die für den vorbildlichen Charakter des Autors spricht.

Falsch daran finde ich, dass das fast genauso auch von Merkel im nächsten Bundestagswahlkampf gesagt werden könnte (nur das 'wohl' würde sie vermeiden, weil es Unsicherheit zeigte, 'umkehrt' würde sie so auch nicht aussprechen, weil sie ja nie irgendetwas korrigieren muss).

Ich glaube 'wir' können nicht nur viel mehr bewirken als einen 'Tendenzwandel', sondern HABEN schon vielmehr bewirkt ('wir' weil ich mich meines geringen Anteils daran schäme): Wer eine Merkel zu einem Satz 'Rückführung, Rückführung und nochmals Rückführung' bewegt, hat bereits mehr Lufthoheit zurück gewonnen, als jemals zu träumen war.

Da darf es natürlich nicht enden. Umso wichtiger, dass der Impuls jetzt nicht unnötig alltagstauglich gemacht wird. Der Provokationsreiz muss am optimalen Schwellwert gehalten werden, sonst setzen sich alle wieder hin.
Markus
12. September 2016 10:27
Vielen Dank, Herr Sellner. Winston hat recht wenn er weiter oben sagt:

"Diesen Text halte ich für vollkommen auf eine gewisse Art und für prinzipiell befähigt, eines der wichtigsten und vielleicht wirkmächtigsten Schriftstücke unserer Zeit zu werden."
Waldgänger aus Schwaben
12. September 2016 10:37
Wie Sie, Herr Sellner, auf die Idee kommen, Hölderlin des Selbstekels zu bezichtigen, würde mich interessieren. Ich nehme an, Sie beziehen sich auf die Wutrede im Hyperion:

So kam ich unter die Deutschen.


Hölderlin, der Dichter des Gesang des Deutschen lässt in dieser Wutrede seinem Ärger darüber, dass die Deutschen immerblöde die eigene Seele leugnen. Dieser heilige Zorn ist das schiere Gegenteil von Selbsthass und Selbstekel. Die Deutschen sollen sich ihrer Berufung bewusst werden.

Die Identitäre Bewegung Deutschland schätze ich nur als Abwehr gegen eine "von oben" angeordnete neue Identität, die den Deutschen von den AgitProp-Truppen der Globalisierung Tag und Nacht eingehämmert wird.
der Gehenkte
12. September 2016 11:28
Alle waren überwunden, nur die Griechen, uneins unter sich, vereinigten sich gegen den zahlreichen, mehrmals herandringenden Feind und entwickelten musterhafte Aufopferung, die erste und letzte Tugend, worin alle übrigen enthalten sind. Dadurch ward Frist gewonnen... (Goethe)


Herr Sellner,

Sie bestätigen erneut meinen Verdacht, daß Sie für die Bewegung am Schreibtisch wichtiger sind als mit Steigeisen an Häuserfassaden.

Nach der ersten Lese kann ich nur gratulieren! Nun muß das alles genau durchdacht, kritisiert, vorangetrieben werden, denn natürlich öffnet Ihr Artikel mehr Fragen als er Antworten gibt.

Ich fange von hinten an, beim letzten Wort: Vielleicht können Sie erläutern, was "eine echte ,Aufarbeitung der Vergangenheit'“ sein soll. Worin besteht deren Echtheit und was ist die Differenz zur Unechtheit?

PS: Wichtig, wenn auch nur ein Nebensatz, ist das denkerische Hereinnehmen der "Linken", hier Deleuze. Gerade bei ihm gibt es wirklich was zu finden.
Der_Jürgen
12. September 2016 11:42
Wieder einmal ein phänomenal guter Text von Martin Sellner, dem möglichst grosse Verbreitung zu wünschen ist. Zu kritisieren gibt es meines Erachtens hier gar nichts. Hier nur zwei wichtige Ergänzungen:

Das Konzept des „Verfassungspatriotismus“, mit dem neben Bassam Tibi beispielsweise auch der radikale Islamgegner Michael Stürzenberger hausiert, ist schon darum grotesk, weil das bundesrepublikanische Grundgesetz von den Herrschenden ständig mit Füssen getreten wird. Ich denke hier nicht nur an die gnadenlose Unterdrückung abweichender Meinungen zur Zeitgeschichte, sondern auch an die Tatsache, dass die Immigrantenflut nur durch die eklatante Missachtung des Asylparagraphen 16 a möglich wurde. Dieser lautet:

„1. Politisch Verfolgte geniessen Asylrecht.
2. Auf Absatz 1 kann sich nicht berufen, wer aus einem Mitgliedstaat der EU […] einreist.“

Da – bis auf die per Flugzeug Eingereisten, von denen es wohl kaum mehr als eine Handvoll gibt – alle „Flüchtlinge“ zumindest einen anderen EU-Staat, meist aber deren mehrere durchqueren müssen, um überhaupt deutsches Territorium betreten zu können, ergibt sich hieraus, dass nicht einer davon einen Anspruch auf Asyl geltend machen konnte und kann.

Wer, Herr Tibi und Herr Stürzenberger, wird für ein Grundgesetz kämpfen und notfalls sterben wollen, dessen Bestimmungen längst nur noch auf dem Papier stehen?

Sellner schreibt:

"Dieser neue Mythos der sich, wie damals Hermann und Barbarossa, in grossen Denkmälern niederschlägt, ist die wichtigste Triebfeder für das Multikulti-Projekt."

Ja, so ist es.

Der – 2015 verstorbene – italienische Arzt und Schriftsteller Dr. Gianantonio Valli hält in seinem Buch „Holocaustica Religio. Fondamenti di un paradigma“, Genua 2007, fest, dass diese Religion ihr Opferlamm (das jüdische Volk) besitzt, ferner ihre Tempel (die Holocaust-Museen), ihre Hohepriester (Wiesenthal, Wiesel etc.), ihre Pilgerorte (v. a. Auschwitz), ihre Heiligen (Anne Frank, Edith Stein), ihre Propheten (die Überlebenden, deren Aussagen unfehlbar sind und nicht wissenschaftlich analysiert werden dürfen), ihre Inquisition (die Medien, die mit Argusaugen über die Einhaltung der reinen Lehre wachen), ihre Exkommunikationen (gegen Ketzer wie Bischof Richard Williamson wird der Bannfluch verhängt), ihren weltlichen Arm (die Justiz, die z. B. in der BRD eine 87-jährige Frau wegen abweichender Meinung zu dem berühmten Ort in Oberschlesien eben zum zweiten Mal zu acht Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt hat und in Sellners Heimat Österreich einen Diplomingenieur wegen desselben Delikts seit mittlerweile einem runden Jahrzehnt hinter Gittern hält) sowie ihre Gläubigen (die breiten Massen, insbesondere die Linken und Grünen).
Meier Pirmin
12. September 2016 12:25
@Winston Smith. Die Marmorklippen und Novalis! Wunderbar! Es macht aber leider auch einen definitiven Unterschied zu den Jungen aus. Abgesehen vielleicht von den noch vergleichsweise jungen Autoren dieser Seite.

@Der-Jürgen. Klar ist mit "Verfassungspatriotismus" nirgends ein Staat zu machen, ist eine Überschätzung dessen, was eine Verfassung leisten kann, wenn es eine solche überhaupt gibt. Von Bassan Tibi müssen Sie sich trotzdem nicht distanzeritisch distanzieren, finde ich.
deutscheridentitärer
12. September 2016 12:25
Wie andere schon schrieben, ein sehr guter Text, der genau den neuralgischen Punkt der Debatte in Angriff nimmt.

Hier müssen wir siegen, dann gewinnen wir auch den Krieg.

Leider sind wir gerade in diesem Punkt fast immer auf dem Rückzug und haben den "dekonstruktivistischen" Argumenten der Gegenseite nicht viel entgegenzusetzen.

Dieser Artikel ist der erste wirkliche Befreiungsschlag, den ich bisher lesen konnte.


Wie weit unsere Selbstverständlichkeiten sich von denen der Gegenseite entfernt haben, sieht man in bestürzender Form an diesem Artikel samt Kommentarspalte:


http://verfassungsblog.de/wogegen-ich-bin-wenn-ich-gegen-die-neuen-rechten-bin/

Ich lege die Lektüre jedem ans Herz, um zu verstehen, womit wir es zu tun haben.


Es tut allerdings gut, festzustellen, dass wir letztlich doch die besseren Denker auf unserer Seite haben, wie im Vergleich der beiden Artikel unzweifelhaft hervorgeht.
Aristoteles
12. September 2016 14:13
"Sie ähneln damit eher Clubs, in die man problemlos ein- und austreten kann"

Ein gutes Beispiel: 'Die Mannschaft'
https://worldairlinenews.files.wordpress.com/2014/04/fan-force-one-logo.jpg?w=625

Interessant auch, dass viele Türken und Araber mit Schwarz-Rot-Gold-Mütze herumlaufen, um ihre Assimilationsbereitschaft zu demonstrieren. Doch Assimilation woran? An Özil? An Auschwitz? An Geld?

"Wenn man bedenkt, daß alle oben genannte Einwanderungsländer gemein haben, daß ihre Urbevölkerung aus der Geschichte verschwunden ist, kommt diese Projekt einer Drohung gleich."

Es gibt kleine Hoffnungsschimmer...:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/09/11/us-regierung-stoppt-ueberraschend-pipeline-bau-auf-sioux-gebiet/

..., wenn auch nur in Form von Reservaten.
Doch selbst solche Reservate sind in der Besetzten Republik Deutschland derzeit unmöglich, weil die Deutschen noch nicht genügend dezimiert sind. Sie werden gezwungen, ihre Institutionen, Strukturen und Gemeinschaften permanent offen zu halten.
Die Wahnsinnigen hören erst dann mit ihrer Ausrottungspolitik auf, wenn sie die letzten übrig gebliebenen Deutschen Mohikaner zu einem Untersuchungsgegenstand im Zentrum für Integrative Biodiversitätsforschung mit englischsprachigen Experten gemacht haben.

Daß die Deutschen „ohne Migrationshintergrund“ eine Identität und ein Existenzrecht haben und bestimmende Mehrheit im eigenen Land bleiben wollen, ist eine Position, der auch viele Migranten zustimmen würden.

Also sollte für diese Migranten gelten: Keine Deutschen Frauen und Männer.
Und für die Deutschen: Keine Thailänderinnen, Araber oder sonstwen.
Ethnische Endogamie (also das Gegenteil von Schäubles rassistischer Inzucht-Phobie) ist die äußere Voraussetzung,
so wie Deutsche Geschichte und Germanische Mythen die innere Voraussetzung liefern.
Den geistigen Kern beschreiben die christliche und die germanische Mystik, die KEINEN Gegensatz zu den Errungenschaften der Auflklärung darstellen muss. Im Gegenteil.

"Die zentrale Frage [...] ist jedoch, was überhaupt „deutsch sein“ noch bedeuten soll. Die Antwort darauf [...] bedeutet heute vor allem [...] eine echte „Aufarbeitung der Vergangenheit“."

Da eine echte Aufarbeitung in foro unmöglich ist, sollte man sehr vorsichtig mit diesem natürlichen und berechtigten Anliegen umgehen.
Die Inquisitoren und Medienmonster des Weltwahrheitsministeriums,
die in allen Ecken lauern,
würden keine Gelegenheit auslassen, ihren Sklaven das Brandmal aufzudrücken.

Gleichwohl gibt es auch immer wieder magische MENSCHEN gibt, die sich Odins oder Jesu Selbstopfer zum Vorbild nehmen, um Erkenntnis an der Wurzel des Holzes zu erlangen.
Meier Pirmin
12. September 2016 14:37
@Sellner. Ein formal guter und in sich konsistenter Aufsatz. So wie Sie das ältere Europa beschreiben, erinnert der Begriff des Ethnopluralismus an den von mir im Zusammenhang mit Petrys wortgeschichtlichem Rehabilitierungsversuch von "völkisch" in der vorigen Serie zur Debatte gestellten Begriff "vielvölkisch". Es ist wohl besser, wie Petrys Ärger mit der Journaille zeigt, dass Sie von Ethnopluralismus reden und zum Beispiel das altösterreichische Wort "vielvölkisch" meiden. Damit sind Sie aber mit Ihrem ethnopluralistischen Ansatz noch längst nicht aus dem Schneider heraus.

Mir fällt auf, dass Sie den Begriff "Willensnation" auf die USA beziehen und insofern eher negativ konnotieren. Es ist ihnen offenbar nicht bekannt, zumindest für Sie nicht wichtig, dass sich die Schweiz von 1848 mit ihrem französischen, deutschsprachigen, italienischen und rätoromanischen Wesen ebenfalls stets als Willensnation verstanden hat. Das Wort kommt fast bei jeder vaterländischen Ansprache der schweizerischen Rechten vor. Nur gerade die jurassischen Separatisten verwendeten vor 50 Jahren den Begriff "ethnis française" als politischen Begriff, bis hin zur Drohung, sich Frankreich anzuschliessen. Dies galt als "unschweizerisch", wird neulich auch kaum mehr gehört. Umgekehrt waren die Tessiner nie geneigt, sich der italienischen Irredenta anzuschliessen. Vor allem die Tradition der Gemeindeselbstverwaltung in den Alpentälern hielt sie davon ab.


Je stärker man föderalistisch denkt, umso näher kommt man dann freilich an die Grenzen "ethnischer" Ideologien. Aus Gründen, die Sie vielleicht verstehen, fehlt auch mir als altkonservativem Erzföderalisten mit radikalliberalem Einschlag der Glaube an das "Ethnische". Der Unsinn und das Paranoide von Multikulti muss nicht mit neu-alten Irrtümern bekämpft werden. Wie verhängnisvoll "ethnisches" Denken sich in Europa auswirken konnte, sieht man am Schicksal Südtirols in Italien, wobei ich mich selber schon seit dem Alter von 5 Jahren mit den Südtiroler Freiheitskämpfern identifizierte und dadurch bei einem längeren Aufenthalt im Pustertal zum ersten Mal politisiert wurde. Wurde damals mit einem 16jährigen Südtiroler beim Zuckerschmuggeln an der österreichisch-italienischen Grenze von italienischen Uniformierten verhaftet. Es war unglaublich, wie man damals die Südtiroler in der Provinz Bozen versuchte zwangszuintegrieren. Die italienische Politik bestand aus ethnischem Italianisieren, was sich zwar mit den Jahrzehnten dann etwas gebessert hat. Ehrlich gesagt brachte die europäische Union dann auch eine gewisse Entlastung.

Noch interessant und empfehlenswert sind die Studien des Schweizer Historikers Urs Altermann über den Nationalismus einschliesslich des Ethno-Nationalismus in Europa incl. Balkan. Dort hat das ganze ethnische Zeugs nun mal mehr als nur Schattenseiten gezeitigt.

Es bleibt aber dabei, dass Österreich-Ungarn mit seinem "vielvölkischen", also ethnopluralistischen Konzept eine Zeitlang ein beeindruckendes Modell darstellte, wiewohl stets starken Spannungen ausgesetzt. Darum formulierte Franz Grillparzer: "Der Weg der neueren Bildung führt von der Humanität zur Nationalität zur Bestialität". Und bei allen guten Seiten des vielvölkischen Modells des k.u.k.-Systems gab es Untergruppen, die nicht wie die Slowenen usw. regional zu isolieren waren, sondern "überall" auftraten. Das waren, unter völlig verschiedenen Lebensbedingungen, auch ökonomisch und sozial, neben den Sinti und Roma natürlich die Juden. Der Begriff "völkisch" hat wohl auch deswegen einen schlechten Ruf, weil er, zumal in Österreich, sehr stark mit dem Antisemitismus verquickt war. Soweit man bei den Juden ein "Volk im Volk" sah, kann von Antisemitismus gesprochen werden, wohingegen die religiöse Ablehnung, wie sie in den katholischen Kantonen der Schweiz dominierte, als Antijudaismus zu bezeichnen ist. Völlig zufällig ist es natürlich nicht, dass und warum jüdische Kreise noch heute gegen alles Völkische und natürlich auch Ethnische allergisch reagieren. Ihr Modelldenken, Herr Sellner, muss noch einer differenzierteren historisch-politischen Analyse unterzogen werden.
Sporti
12. September 2016 14:38
Vielleicht das größte Missverständnis was ich in dem FAZ Artikel lese, ist das Gerede von den Werten. Ich gehe mittlerweile davon aus, das unsere Werte in Wahrheit unsere Anlagen sind. Die kann man nicht lernen oder anderen überstülpen. Entweder es ist da (repräsentiert in der grauen Substanz) oder eben nicht.

Wo Sellner mMn unrecht hat, die USA wurden gegründet als ein Land von und für Weiße. Die ursprünglichen Formulierungen beziehen sich auf Weiße.. Diese Gesetze wurden erst um 1960 geändert, seitdem ändert sich die ethnische Zusammensetzung lawinenartig, von 90% weiß hin zu 50%.
"After the Constitution was ratified in 1788, Americans had to decide who they would allow to become part of their new country. The very first citizenship law, passed in 1790, specified that only “free white persons” could be naturalized,[14] and immigration laws designed to keep the country overwhelmingly white were repealed only in 1965. "

Ohne die Linken gehts nicht, daher müssen Brücken gebaut werden, auch wenn das Überwindung kostet. Man kann die ganze Angelegenheit tiefer hängen, wenn man sich Gedanken über Gesundheit macht: Ist die diverse Gesellschaft eigentlich gesund? Wenn ich beobachte, wie die Deutschen aktiv an den Ausländern vorbei schauen, sie ausblenden, weil es anscheinend nötig ist , um... was auch immer, dann stellt sich die Frage: Ist das eigentlich gesund so? Wenn es so ist, wie neulich zu lesen war, dass die Hälfte der Türken Österreich für ein Handgeld sofort verlassen würden, wenn es diesen Einwandern so schlecht in ihrer neuen Heimat gefällt - ist das eigentlich gesund für die? Wenn die Natur zerstört wird und verschwindet, weil immer mehr Menschen einwandern, .. nunja. Eingeschleppte Krankheiten mal außen vor gelassen an dieser Stelle. Aber das der Islam ungesund ist, darauf kann man nicht häufig genug hinweisen (übrigens auch für die Moslems selber - es steht für mich außer Frage, dass der nahe Osten als christliches Gebiet deutlich besser da stünde).

Die Linken machen aus ihrer Verachtung fürs Christentum keinen Hehl, um das Christentum anschließend von links zu überholen. Indem sie die Fernsten lieben, müssen sie sich selbst nicht lieben, so wie es vom Christentum verlangt wird (liebe deinen nächsten, WIE DICH SELBST). Vielleicht sollten die Rechte tatsächlich das deutsche Christentum attackieren..
herr k.
12. September 2016 16:18
Toller Text, Herr Sellner...und Sie sprechen unfreiwilligerweise sogar noch das aus, was Sie selbst anschneiden: Erst kommt ein Text mit einer wirklich epochal guten Analyse, die durchaus geschichtsträchtig sein könnte - und zum Schluß wirds dann wieder mit dem Popsi eingerissen:

"Wir dürfen uns keine Illusionen machen: Eine multiethnische Gesellschaft wird wohl die Lebenswirklichkeit in Deutschland und Europa bleiben."

Damit spiegeln Sie ungewollterweise exakt den Charakter wieder, der mit dazu führt und geführt hat, dass wir in dieser Situation stecken. Die Aussage ist auf der SACHebene ja völlig richtig und wird von mir auch gar nicht bestritten.

Aber haben Sie mal einen Augenblick darüber nachgedacht, was auf der SOZIALebene diese Worte anrichten? Sie machen mutlos. Sie lassen einen kraft- und mutlos zusammensinken und den Austausch als unabwendbar erleben. Sowas lese ich regelmäßig hier im Forum und das ist leider auch so eine Sache, die ich als vermeintlich "deutsch" erlebe, da mir sowas Depressives in Italien oder Frankreich selten unterkommt. Sie ist aber UNDEUTSCH, schließlich haben wir unser Bestehen in den letzten Jahrhunderten wohl kaum mit einer solchen Einstellung erKÄMPFT. Also was ist jetzt deutsch? Von mir aus kann es auch germanisch sein, dann lassen wir das "deutsch" halt weg.

Und selbst wenn das so sein sollte: Es ist Ihre Aufgabe, den Menschen Mut zu schenken und sie zu motivieren, auch wenn die Sachlage be**** aussieht.

Es sind nicht nur die bekloppten Multikultis, die unser Land verraten haben. Es sind auch diejenigen, die jahrzehntelang als Taube gelebt haben und nun merken, dass sie von Greifvögeln umzingelt sind. Es sind auch all diejenigen, die ihre Knete in Fonds abgelegt haben und denen es egal war, ob damit auch Waffenkonzerne an Kapital gelangen. Es sind all diejenigen gewesen, die beim Schimpfen über das Eigene die Klappe gehalten haben und so gezeigt haben, dass man leichte Beute ist. ES sind wir, die den Linken mit unserer empörten Sachanalyse zeigen, dass man uns bis in den Tod reizen kann, ohne dass wir aufstehen und den Mut zur Veränderung haben.
Wir sind Teil des Systems. Wir können die Anderen nicht ändern, wir können aber uns ändern. Und das machen Sie doch mit der IB, deswegen unterstütze ich Sie!
Da wird auch die "öffentliche Debatte" etwas helfen, aber nur wenig- wenn man bedenkt, dass Ihre Anhänger Mordversuchen ausgesetzt sind...siehe Wien.
Ich schreibe Ihnen diese harsch wirkenden Worte aus Freundlichkeit, auch wenn es weniger so wirkt.
Paule
12. September 2016 16:32
Hallo Herr Meier Pirmin

Es mag ja sein das das mit der Schweiz so klappt, aber hier geht es um Deutschland!

Und warum meinen sie das föderalistisch denken die richtige Art zu denken ist?
Gerade Deutschlands Geschichte zeigt doch, dass das Konzept der österreichisch-spanischen Vielvölker-Staaten (Monarchien) nur Unheil über die Deutschen gebracht hat.
Schlicht und einfach aus dem Grund das das Prinzip „Allen Völkern recht getan ist ein Kunst die Keiner kann“ auch hier gilt, weshalb das Wohlergehen der Herrscher, merkwürdige Auffassungen von Religionen und dazu gehörige Schmarotzer und Speichelleckern in den Vordergrund trat, in der Regel als Widerpart der Volk(Völker)Interessen.
(Nebenbei ist der Grund warum es in der Schweiz funktioniert, die Abwesenheit von Herrschern?)

Erst die französisch-angehauchten Preußen haben das verändert. (Der erste Diener im Staat bin ich!)

Damit und mit der Erkenntnis das alle Kräfte des Staates benötigt werden , also auch Kultur, Ordnung, Disziplin, Talents und Bildung aller Volkszugehörigen, um im Ringen der Völker in Europa und der Welt zu bestehen, begann ein erneutes Erstarken der Deutschen nach dem 30-jährigen Krieg, mit dem Abwerfen der österreichischen Vorherrschaft und des Einflusses der französischen Kultur gab es eine erneute Blüte der Deutschen in ihrem wiedervereinten Reich.

Die Preußen waren es doch die mit den preußischen Tugenden eine moralisch, sittliche Gerüst für die Deutschen schufen an dem diese auch erneut zu einem Volk heilen konnten und an dem sie immer noch wachsen. (Stein, Grimm, Schiller, die Aufklärung, Fichte, Humboldt, der Alte aus Königsberg und zuletzt nicht auch ihre literarischen-philosophischen Götter Herr Meier Pirmin,?)

Es geht um die Existenz der Deutschen, und um einen Staat der in der Lage ist alle Kräfte der Deutschen und der auf seiner Seite kämpfen wollenden Verbündeten, so zu bündeln das wir das Eigene erhalten können.

Es gilt nach dem Motte „keine halbe Sachen, aber auch nicht mit dem Kopf durch die Wand“ den Erhalt der Deutschen zu organisieren.
Selbstverständlich in einem Staat mit Grenzen, Territorium, klar bestimmten Staatsvolk, mit Verwaltung und Armee und einer Verfassung erarbeite und anerkannt von Gleichen unter Gleichen für alle gültig die im Staate leben.

Das ist doch ein Teil des von Herrn Sellner genannten deutschen Narrativ!

Gruß Paule
PS: wer sich mit Reservationen zufrieden gibt verzögert nur den Tod und verlängert das Leiden und der Völker in diesen!
P.
Winston Smith 78699
12. September 2016 16:33
@ Aristoteles
Also sollte für diese Migranten gelten: Keine Deutschen Frauen und Männer. Und für die Deutschen: Keine Thailänderinnen, Araber oder sonstwen.

Dass so ein Liebesverbot aber gerade von "Aristoteles" kommt, irritiert mich, da muss ich nachlesen. Gleich wo die romantische Liebe (wahrer "eros": christlich nicht denkbar ohne philos - füreinander das Beste sein wollen - und agape) hinfällt, da hat doch diese Himmelsmacht als Symbol für die Liebe eines Gottes zum Menschen gewürdigt zu werden. Dazu gehört aber auch ihre Rehabilitierung im allgemeinen und philosophischen Ansehen. Kann ich mich denn mit einem humanoiden Wesen, dessen Sprache ich kaum verstehe und vice versa, überhaupt so existenziell austauschen, meine geheimen Gefühle und Gedanken würdevoll anvertrauen und meine Geschichte ganz erzählen, dass ich hoffen darf, verstanden und erkannt werden, so daß die Intimität über schwitziges Fleichgeklatsche und nichtalleines Gemampfe hinausreichen wird? Kann ein stammenldes, gestikulierendes Geschubse und Gereiße von geschenkter Materie auf unterster, universellster Verständigungsebene, wie zwischen Seefahrer und Südseebraut oder Mensch und Hund, zu Erfüllung führen, wahrhaft "eros" sein (und nicht eher sogar noch Merkmale von philos oder agape zeigen)?

(Was ist diesem Farbenheiligen Paul Gaugin eigentlich Schlimmes widerfahren, dass er Europa verlorengehen und das mystische Nordfrankreich mit diesem bunten Nichts in der Südsee verwechseln konnte? Ins Primitive FLIEHT man irre, wie Reinhold Messner, wegen unsäglichen Schmerzes, es ist keine Wahl oder Suche! Ist da überhaupt eros oder philos bei jenem Gaugin dort bei den Antipoden, oder nur hämische Negation des Eigenen?)

Wäre dann eine Vergewaltigung mit Reizempfindungen nicht auch schon "eros"? Den exotisch-magischen Fall hingegen von zwei sich vermeintlich wortlos tief in die Seele blickenden Augenpaaren der im Wesentlichen einander nur als Schmatzende, Verdauende, Ausscheidende und Triebabbauende Begegnenden, mag man zwar nicht ausschließen, aber es scheint scheint eher, dass wir von den Mentalingenieuren erst erfolgreich zur kümmerlichen Surrogatsexualität hingemodelt werden, zu letztlich tierhaften Beutebeziehungen von Geben und Nehmen nicht des Besten ineinander, sondern des rein Körperlichen.
Eveline
12. September 2016 16:40
Sporti

Es gehört aber auch zur Wahrheit, daß das heute praktizierende Christentum, über einen Sieg der Heiden, den Ureinwohnern dieses Planeten, zur Macht erlangt ist.
Und Jesus, als Königssohn, am Kreuz sterben mußte. Damit es keine Erneuerung mehr gibt.

Keine Rückkehr mehr in die Hallen der Vorväter.

Ich bin nicht links, aber die Kirchen in meiner Region waren und sind leer, es hat nach 89 keine Erneuerung stattgefunden, obwohl sie kurz politisch konstruktiv gearbeitet haben.
Aber schon Weihnachten 90, mußten wir uns unsere Fremdenfeindlichkeit
um die Ohren schlagen lassen...

Die alten Wurzeln des Christentums eben.
Aristoteles
12. September 2016 17:51
@Meier Pirmin

Zwangsläufig muss ein gottesfürchtiger und naturliebender Mensch
unendlich viel mehr Achtung vor einem Sioux-Indianer haben, der für den Erhalt seines Volkes und die Heiligen Stätten der Ahnen kämpft,
als vor einem "altkonservativem Erzföderalisten und radikalliberalen" Schweizer Meier, dem "der Glaube an das „Ethnische“" fehlt, "aus Gründen, die Sie vielleicht verstehen".

Ich verstehe sie nicht, da ich zwar auch sehe, wie "verhängnisvoll" es um die Ethnien bestellt ist, aber auch das Tiefgläubige darin erkenne,
wenn sich die Tiroler als Volk von den Italienern, die Deutschen von den Türken, die Sioux-Indianer von den Weißen unterscheiden wollen,
um sich zu erhalten und nicht in den 'Vereinigten Staaten von der Welt' ausgedünnt und aufgelöst zu werden.

Auf dem Balkan konnte "das ganze ethnische Zeugs", wie Sie es nennen, in der Tat nicht so lange von einer rigiden rotmaterialistischen Politik zusammengekleistert werden wie in der Schweiz von blutigem Bankengeld.
Nicht auszudenken, was im bunten Mitteleuropa passieren wird, wenn dort einmal die Geldblasen und Konfettischeine zu platzen und zu brennen beginnen. Schuld an der Katastrophe werden dann nicht die MENSCHEN sein, die ihre Geborgenheit in Familie, Sippe, Volk und DADURCH auch zu Gott suchten, sondern diejenigen, die diesen Menschen den Bezug dazu nahmen und irgendwas von Verfassung und Föderalismus ohne Völker vorfaselten.
Als ob die gelenkten serbischen oder österreichischen Nationalisten und nicht die internationalistischen Strippenzieher und Finanzfaschisten ursächlich für den Zweiten Dreißigjährigen Krieg gewesen wären.

Da Sie, Herr Meier, als Antisemiten bezeichnen, wer die Juden als Volk im Volk sah, möchte ich Sie Fragen, ob Sie den Vordenker des Zionismus und des Staates Israel, Dr. Nathan Birnbaum, auch für einen Antisemiten halten.
In seiner Publikation "Die nationale Wiedergeburt des jüdischen Volkes" von 1893 schreibt er:
"Was man von anderen [Völkern] als rührende Anhänglichkeit an das eigene Volk preist, nennt man mit Bezug auf uns [Juden] engherzigen Separatismus. [...] Anderen gibt man die Menschenrechte ohne Bezahlung, wir müssen unser Volksthum dafür opfern. [...]

'Was willst Du, damit dir geholfen wird?' fragte das Mitleid den Juden. 'Aus dem Ghetto will ich', lautete die Antwort. Da sprengte das Mitleid die Thore der Judengasse. Es war aber mitleidiger, als es sonst zu sein pflegt, und fuhr zu fragen fort: 'Was willst Du noch, armer Freigelassener?' Mag sein, dass das Mitleid die Antwort [...] dem Gefragten in den Mund legte, weil es die Juden zu etwas Besserem nicht mehr für fähig halten mochte, das ändert nichts an dem Rechte, diese Antwort als verhängnisvoll anzusehen. 'Aufgehen, Assimiliren, Eins werden, Amalgamieren!' schallte es enthusiastisch zurück. Von da ab beginnt die Kette von beiderseitigen Missverständnissen und Irrungen [...]."


Wahrscheinlich hätten Sie auch zu denjenigen gehört, "die Juden zu etwas Besserem nicht mehr für fähig halten mochte[n]",
was freilich wiederum den Geruch des Rassismus und Antisemitismus in sich getragen hätte.

So schreibt Birnbaum weiter:
"Wie irrtümlich diese Ansicht [von Assimilation] war und ist, zeigt am besten der Umstand, dass der Antisemitismus gerade in jenen Ländern, wo die Assimilationsbestrebungen der Juden die stärksten waren und am freudigsten begrüßt wurden, den fettesten Nährboden fand. Denn Thatsache ist, dass durch diese Bestrebungen die Juden jedenfalls nicht besser geworden sind. Man spielt nicht ungestraft Jahre lang ein Rolle, für die man nicht geschaffen ist, man heuchelt – und wäre es auch Heuchelei in bester Absicht – nicht ungestraft ein Leben lang Gedanken und Empfindungen, die Einem fremd sind, und verleugnet nicht so lange ungestraft oft die edelsten Gefühle und Anschauungen, nur, um sie nicht einer missverstehenden Kritik aussetzen zu müssen. Alles das zehrt am Charakter, und ist daher nicht geeignet, zu bessern."

So viel jedenfalls zu einer differenzierteren historisch-politischen Analyse.

Verglichen mit den Juden sind wir Deutsche noch ganz am Anfang. D.h. wir sollten uns zunächst einmal das geistige Rüstzeug aneignen, um überhaupt in ein Ghetto HINEIN zu finden.
marodeur
12. September 2016 18:05
Ein sehr schöner Text Herr Sellner, aber ein Thema läßt mir keine Ruhe:
Doch was „Deutscher, Italiener“etc. genau bedeutet, läßt sich schlichtweg nicht definieren.

Ich weiß natürlich, was Sie meinen. Aber das kann man trotzdem so nicht stehenlassen. Wenn wir nicht die groben Eckpfeiler des Deutsch-seins definieren, dann wird es der politische Gegner tun. Der Versuch mit dem "Verfassungspatriotismus" ist ja schon so eine Nebelkerze. Warum sind wir eigentlich so unkreativ? Ihre Jungs steigen auf das Brandburger Tor und servieren uns die gesamte Flüchtlingsproblematik mit einer griffigen Parole. Ich wünsche mir einen knackigen Thesenanschlag als Richtschnur für unsere neue deutsche Identität. Metapolitik schön und gut - aber ohne ein rechtes "Wir schaffen das", geht es eben nicht.
Waldgänger
12. September 2016 18:28
Die Weite des Blicks und die Verdichtung der Sprache machen diesen Text wirklich zu etwas Besonderem.
Danke!
ulex
12. September 2016 20:26
@herr k.

Ach, papperlapapp.

Ich denk es ist fundamental anzuerkennen , dass es mittlerweile eben nicht nur "deutschstämmige" Deutsche in zweiter oder dritter Generation aus Kasachstan oder Siebenbürgen gibt, sondern auch "itallienisch / griechisch / serbokratisch / türkisch"-stämmige "Deutsche" gibt.

Als "Volk" welches sich eben nicht rein nach Geburtsort oder nach Abstammung definiert sondern aus der Einigkeit von Abstammung-Kultur-Sprache sollte dies eigentlich kein Problem sein.
M. M.
12. September 2016 20:59
OT: Chateau Heartiste stellt ein neues Logo der Alt-Right vor:

https://heartiste.wordpress.com/2016/09/12/an-alt-right-logo

Gut gelungen finde ich, eignet sich gut zum sprayen oder plakatieren. AR = Alternative Right oder eben Alternative Rechte. Ein bisschen internationale Solidarität kann nicht schaden.
Arminius Arndt
12. September 2016 21:00
Auschwitz ist als Gründungsmythos genauso exklusiv, ethnokulturell wie die Irminsul.


Für mich ein Satz, der jederzeit einen Wirkungstreffer beim Gegner erzielen kann. Darüber hinaus ist die sog. Shoah nicht nur ein Gründungsmythos für die deutsche Bundesrepublik, sondern auch ein konkret biologisch zuordnungsfähiges Kainsmal.

Die Deutschen, die direkte Abkömmlinge von Deutschen sind, die im dritten Reich lebten, bilden mithin einen exklusiveren Kreis als Juden, bei denen es zumindest die Möglichkeit eines Proselytentums gibt. In diesem Zusammenhang stelle ich mir jetzt einfach nur einmal bildlich vor, wie ein paar junge Türken, junge Syrer, nach entsprechenden Integrationskursen in echter, innerer Willensentscheidung zusammen mit echten Kainsdeutschen Kränze in einem ehem. KL niederlegen etc. - wer mag den Beth Din bilden, um diese Volontäre danach ernsthaft als echte Deutsche anzuerkennen?

Stirbt mit den Kainsdeutschen nicht auch die u.a. von Kanzlerin Merkel zur Staatsräson erklärte unbeschränkte Solidarität mit Israel? Warum sollte eine zukünftige Bundesrepublik mit mehrheitlich moslemischen Bürgern diese aufrechterhalten? Frau Merkel untergräbt durch ihre eigene Politik der offenen Grenzen mithin langfristig die von ihr ausgegebene und immer wieder bejahte Staatsräson.
Obi Wan Kenobi
12. September 2016 21:03
Ein sehr guter Text von Martin Sellner - und sehr gute Überlegungen von Meier Pirmin dazu. Die Schweiz ist tatsächlich das Paradebeispiel der geglückten Bildung einer Willensnation. Und ethnische Nähe alleine garantiert noch nicht die Stabilität eines Staates, wie man am Auseinanderbrechen Jugoslawiens gesehen hat. So nah verwandt die Serben und Kroaten auch sind, sie wollen doch in eigenen Nationalstaaten leben.
Petrus
12. September 2016 21:12
Nein, Herr Sellner, Deutschland muß keine "multiethnische Gesellschaft" bleiben.

Wie wollen Sie den Anteil der Nichtdeutschen festlegen, was ist zuviel, was zuwenig? Wie wollen Sie den technisch steuern? Bei der unterschiedlichen Fruchtbarkeit kann aus einer kleinen Minderheit an Nichteuropäern stets eine zukünftige Mehrheit werden. Wie wollen Sie den Trend langfristig umkehren?

Warum sollten wir Deutschen unser deutsches Deutschland aufgeben? Was Sie wollen, lohnt keine Mühen und keine Opfer. Es ist eine Utopie, pures Wunschdenken. Dafür würde ich keinen Finger krumm machen.

Mich würde auch mal interessieren, was Sie unter "Biologismus" verstehen, einem Kampfbegriff der Linken und Liberalen, um unbequeme Erkenntnisse der modernen Humanwissenschaften zu diffamieren. Ich fürchte gar, Sie haben sich mit diesen Wissenschaften überhaupt nicht beschäftigt.

"Ethnopluralismus" ist nur ein anderes Wort für Multikulti, wobei es sich hier um das Zusammenleben verschiedener (konkurrierender) ethnischer Gruppen in einem Staat handelt. Genau das ist aber das Problem. Genau das funktioniert nicht. Und das ist völlig inakzeptabel. Einen "Etnopluralismus" kann es - wenn der Begriff überhaupt einen Sinn haben soll - nur als das respektable Nebeneinander selbständiger, abgegrenzter, homogener Staaten geben.
Aristoteles
12. September 2016 21:50
@Arminius Arndt

Das ist eine sehr scharfe Beobachtung.

Übrigens hatte das Kainsmal - was vielleicht weniger bekannt ist - nicht nur eine Stigmatisierungs-, sondern auch eine Schutzfunktion.

(Würde mir bei der Gelegenheit wünschen, dass mein obiger Kommentar noch freigeschaltet wird.)
Rüdiger
12. September 2016 21:59
Ich muss auch nochmal, wie einige vor mir, auf dem Begriff "Verfassungspatriotismus" herumhacken, weil ich den Eindruck habe, dass er in diesem ansonsten sehr guten Text als etwas irgendwie Positives verwendet wird.

Verfassungspatriotismus - an dieser Schreibtischkonstruktion von Sternberger und Habermas kann ich nichts Gutes finden.

Verfassungspatriotismus wurde bewusst als Gegenbild des wahren Patriotismus geschaffen, er ist dessen rationalistische Karikatur, er ist Götze und Fetisch in einer politischen Denkrichtung, die den Menschen aus seinem konkreten Sein in der Wirklichkeit der Völker herauslöst. Er ist die Fetischisierung der Struktur - der Verfassung mit ihren liberalen Grundwerten - die doch in Wirklichkeit nur ein Ausdruck der Volkswirklichkeit ist: die grundlegende Rechtsform, die die europäischen Völker ihrem Miteinander gegeben haben. Wegen der Universalität der in der Verfassung unter Schutz gestellten liberalen Werte ist "Verfassungspatriotismus" gar nicht in der Lage, die Identität der Menschen, die einem bestimmten Volk angehören, zu begründen. Es gehört potentiell jeder dazu, von Feuerland bis Sibirien, er muss nur seine Unterschrift unter dieses Papier setzen.

Das Einwanderungsland USA griff aus praktischen Gründen zu einem solchen Konstrukt, und ein Teil der amerikanischen Rechten ist gerade dabei, sich vom constitutionalism zu verabschieden. Es wird offenbar, dass der Aufstieg der USA im 19. Jahrhundert nicht in erster Linie der tollen Verfassung zu verdanken ist, die sie sich gegeben haben (und sie ist gut, das will ich gar nicht in Abrede stellen), sondern den konkreten Menschen - weißen Europäern, die eine gemeinsame Geschichte in ihrem Gepäck mitbrachten, die weit mehr beinhaltete als diese Verfassung. Die Verfassung wirkte als begünstigender Faktor, aber sie läßt sich nicht als Universalrezept für diesen Erfolg verwenden. Man kann sie nicht, sagen wir, in Kenia oder Belutschistan installieren und dann hoffen, es werde sich derselbe wirtschaftliche Aufschwung wie in den USA des 19. Jahrhunderts auch dort einstellen. Es ist geradezu naiv, so etwas zu glauben. Den Gewitzten und Machtgierigen war das auch schon immer klar, und sie benutzten die schöne Idee des Exportes von "freedom & democracy" nur, um unter dieser Flagge ihre eigenen, gar nicht so hehren Ziele zu verfolgen.
Caroline
12. September 2016 22:18
Teil dieser Narrative zu werden ist damit ein langwieriger und schwieriger Prozeß, der sich nicht mit willkürlichen Entscheidungen und bloß juristischen Feststellungen bewerkstelligen läßt. Man muß in sie „geschichtlich hineinwachsen“


Dies wird gerade auf das Exemplarischste von den österreichischen Jungen Grünen konterkariert, die dem bevorstehenden Nationalfeiertag mit Aktionen unter dem Motto "Österreich ist frei, erfunden" entgegentreten. Der Beistrich (Komma) vor "erfunden" ist ein Wortspiel, das auf ihre tolle Idee, den Nationalfeiertag durch den Tag der Befreiung vom Faschismus zu ersetzen, anspielen soll.
Es ist verdammt schwierig, die hier lebenden jungen Grünen in die Debatte einzubeziehen – sie haben einfach nimmer dieses Narrativ.
Das ging schon eine Generation zuvor los, die Besiegten übernahmen die Selbstdefintion der Sieger. Kann es sein, daß die Idee der Willensnation eine perfekt passende Importware war, um die Deutschen umzudefinieren, und ihnen gleichzeitig zu vermitteln, endlich frei zu sein? Nehmt unsere Definition von Deutschland an, dann seid Ihr frei und aller Schuld ledig!?
Das ist massenpsychologisch für die unmittelbare Nachkriegsgeneration überhaupt nicht einfach, nicht wohlfeil, nicht billig zu nehmen gewesen. Fatal ist es heute, denn da ist es wohlfeil, billig und viel zu einfach.
deutscheridentitärer
12. September 2016 22:36
Jede Willensnation ist auch insofern eine Abstammungsnation, als dass die biologischen Nachkommen der per Willenserklärung der Nation beigetretenen ebenfalls Mitglieder der Nation sind, qua Abstammung.


Abstammung als definierendes Kriterium einer Gruppenzugehörigkeit führt aber zu einem infiniten Regress.

Auch eine Abstammungsnation hat deshalb ein Element der Willensnation in sich, das zumindest in grauer, mythischer Vorzeit als konstituierend war.

So waren die germanischen Stämme der Völkerwanderungszeit in ihrer Gruppenidentität entscheidend durch die Person des charismatischen Heerführers geprägt.

Aber auch eine reine Willensnation bildet im Lauf der Zeit sowohl Abstammungs- als auch Kulturkontinuitäten heraus, die den Charakter der Gruppenidentität zunehmend bestimmen und den Hürde für den Eintritt in die Gemeinschaft von außen zunehmend erschweren.

Die Völker Europas mit ihrer jahrhunderte, gar jahrtausendelangen Existenz und gegenseitiger Differenzierung haben jeweils und insgesamt eine sehr spezifische Identität erworben, die eben nicht nur in grundsätzlich im Einzelfall aneigenbar Kulturtraditionen, sondern auch in einem eindeutig abgrenzbaren geno- und phänotypischen Erscheinungsbild besteht.

Deshalb bereitet uns die Vorstellung eines polnischstämmigen Deutschen wenig Probleme, die eines türkischstämmigen schon deutlich mehr und viele werden die Möglichkeit eines afrikastämmigen Deutschen rundum ablehnen.

Die Lage, die von unseren Feinden, dem OneWorldEstablishment geschaffen wird, ist also sehr verworren und schafft u.U. irreversible Probleme.


Soweit meine unausgegorenen Gedanken dazu.
Winston Smith 78699
12. September 2016 23:04
@ herr k.
Aber haben Sie mal einen Augenblick darüber nachgedacht, was auf der SOZIALebene diese Worte anrichten? Sie machen mutlos. [...] Es ist Ihre Aufgabe, den Menschen Mut zu schenken und sie zu motivieren, auch wenn die Sachlage be**** aussieht.

Diese Beobachtung ist sachlich nicht falsch, aber ich folge Sellner hier umso mehr. Er bewegt plötzlich einen Stein auf dem Stimmungsbrett, macht einen unerwarteten Zug. Vielleicht aber muss man einem wandelnden Leichnam erst dessen eigenen Tod sagen, damit er ... wiederauferstehen kann. (Damit er entsetzt fallen, transfiguriert ruhen und dabei transformiert werden kann - und dann erst nach den Gesetzen des geistigen Lebens auferstehen.) Sellner ändert das eingefahrene Spiel, das ist systemische Psychologie.

@ Petrus
Ich finde, dass Sie Sellner zwar zur Aufdeckung einer textlichen Ungenauigkeit gekonnt mißverstehen, dass hier aber ein hochinteressanter Punkt aufscheint. Bleiben Sie bitte dran und erklären Sie genauer, was Sie bei Sellner lesen. Denn da geht wohl unerwartet eine uralte weltanschauliche Hauptkampflinie auf, wo die Positionen der heute sogenannt "Linken" und "Rechten" für meinen Geschmack ganz und gar nicht geklärt sind: Materialismus/Idealismus/Marxismus/Theismus/Athesismus Denn wenn, so wie Sie sagen, die Linken den Rechten Biologismus vorwerfen - und hypothetisch angenommen, sie hätten damit auch noch irgendwie recht (etwa hinsichtlich des Rechts des Stärkeren des Sozialdarwinismus und eines evtl. phänotypisch eindeutigen natürlichen Erbes) - können diese Rechten dann noch Theisten sein und spirituelle Ideale hochhalten? Kann "heilig" und "Natur" aus demselben Rednermund kommen? (@ Meier Pirmin: Sie wissen ja, in welche Richtung ich hier will. @ Monika: Sind es diese Fragen, an die die Jungen nun ranmüssen? Drunter wird es nicht gehen.)
Paule
12. September 2016 23:04
Hallo Herr Meier Pirmin

Es mag ja sein das das mit der Schweiz so klappt, aber hier geht es um Deutschland!

Und warum meinen Sie das föderalistisch denken die richtige Art zu denken ist?

Gerade Deutschlands Geschichte zeigt doch, dass das Konzept der österreichisch-spanischen Vielvölker-Staaten (Monarchien) nur Unheil über die Deutschen gebracht hat.

Schlicht und einfach aus dem Grund das das Prinzip „Allen Völkern recht getan ist ein Kunst die Keiner kann“ auch hier gilt, weshalb das Wohlergehen der Herrscher, merkwürdige Auffassungen von Religionen und dazu gehörige Schmarotzer und Speichelleckern in den Vordergrund trat, in der Regel als Widerpart der Volk(Völker)Interessen.
(Nebenbei ist der Grund warum es in der Schweiz funktioniert, die Abwesenheit von Herrschern?)

Erst die französisch-angehauchten Preußen haben das verändert. (Der erste Diener im Staat bin ich!)

Damit und mit der Erkenntnis das alle Kräfte des Staates benötigt werden , also auch Kultur, Ordnung, Disziplin und Bildung aller Volkszugehörigen, um im Ringen der Völker in Europa zu bestehen, begann ein erneutes Erstarken der Deutschen nach dem 30-jährigen Krieg, mit dem Abwerfen der österreichischen Vorherrschaft und des Einflusses der französischen Kultur gab es eine erneute Blüte der Deutschen in ihrem wiedervereinten Reich.

Die Preußen waren es doch die mit den preußischen Tugenden eine moralisch, sittliche Gerüst für die Deutschen schufen an dem diese auch erneut zu einem Volk heilen konnten und an dem sie immer noch wachsen. (Stein, Grimm, Schiller, die Aufklärung, Fichte, Humboldt, der alte aus Königsberg und zuletzt nicht auch ihre literarischen Götter Herr Meier Pirmin?)

Es geht um die Existenz der Deutschen, und um einen Staat der in der Lage ist alle Kräfte der Deutschen und der auf seiner Seite kämpfen wollenden Verbündeten, so zu bündeln das wir das Eigene erhalten können.

Es gilt nach dem Motte „keine halbe Sachen, aber auch nicht mit dem Kopf durch die Wand“ den Erhalt der Deutschen zu organisieren, selbstverständlich in einem Staat mit Grenzen, Territorium, klar bestimmten Staatsvolk, mit Verwaltung und Armee und eine Verfassung zu erarbeiten, die erarbeitet und anerkannt von Gleichen unter Gleichen für alle gültig ist die im Staate leben.

Das ist doch ein Teil des von Herrn Sellner genannten deutschen Narrativ!
Gruß Paule

PS: wer sich mit Reservationen zufrieden gibt verzögert nur den Tod und verlängert das Leiden und der Völker in dieser!
P.
Meier Pirmin
12. September 2016 23:51
@Paule. Klar, halte ich den Föderalismus nicht unter allen Umständen für das Richtige. So war es nicht gemeint, es war lediglich eine Selbstcharakteristik. Und wenn Sie die Sioux-Indiander gegen die alten Schweizer Aelpler ausspielen wollen, täuschen Sie sich, diese haben sehr viele "indianische" Bräuche gehabt. Schauen Sie sich mal den Film "Arme Seelen" an, den ich im Schweizer Fernsehen kommentiere, das ist noch abrufbar.



Das Indianische bei den Alpinen ich als Volkskundler dargestellt, etwa im Buch "Magisch Reisen Schweiz", München Goldmann 1993. Auch habe ich bei Sezession das österreichische Modell keineswegs als Vorbild hingestellt, nur auf seine Existenz hingewiesen, dass nicht alles falsch war, und dass das Vielvölkische im alten Habsburgerreich nicht mit dem heutigen Multikulti vergleichbar ist. Klar ist, dass Bürgermitbestimmung wie in einem Stadtstaat oder wie in der Appenzeller Landsgemeinde in einem Grossstaat wie Deutschland so nicht möglich ist, wobei jedoch die Vernichtung etwa von Selbstbestimmungsstrukturen wie in der Hauensteiner Einung bei Waldshut und oberhalb von Badisch-Rheinfelden, noch zu CDU-Zeiten vollendet, natürlich ein Unglück war. Der Föderalismus ist keineswegs mein Glaubensbekenntnis, bloss ein Ausgangspunkt, sofern man politische Freiheit als einzelner Bürger tatsächlich ausüben will und kann. Das ist in einem Stadtstaat sicher eher möglich als beispielsweise wie in einem Reich wie China. Im rein ethnischen Ansatz liegt jedoch die Gefahr von Denkfehlern. Sie können die Deutschen nicht mehr zu Sioux zurückverwandeln, die Schlacht im Teutoburger Wald ist auch schon länger vorbei. Es geht um das Denken der Freiheit. Dieses wurde auch in der Schweiz abgewürgt. Wegen Multikulti wurde die Bürgerselbstbestimmung betreffend Einbürgerung zum Beispiel weitgehend vernichtet. Würde der Föderalismus, von dem ich spreche, in der Schweiz noch funktionieren, könnte man keiner Gemeinde ohne deren Selbstabstimmung ein Asylheim aufdrängen! Immerhin hat sich die Gemeinde Seelisberg beim Rütli, der Wiege der Eidgenossenschaft, vor zwei Monaten erfolgreich gewehrt. Es wäre ihnen ein Bevölkerungs-Anteil von 10% Asylbewerbern zum Teil ohne nachgewiesene Identität aufgedrängt worden.

Man kann sich in Europa ein freies Land immer schwerer vorstellen. Beachten Sie noch, was ich über den Ethno-Totalitarismus der Italiener im früheren Südtirol schrieb.
Meier Pirmin
13. September 2016 00:18
@Aristoteles. Beachten Sie, was ich noch zu @Paule schrieb. Sie können sich gar nicht vorstellen, dass das System der alten Bürgermitbestimmung wirklich nichts mit den Banken zu tun hat und dass die Schweiz noch 1848 die bürgerliche Gleichstellung der Juden abgelehnt hat, sie kam 1866 mit dem Handelsvertrag mit Frankreich und der Einführung des Kaufhauswesens als Globalisierungsschritt, wofür sich der Gründer der Schweizer Kreditanstalt und Finanzierer der Gotthardtunnelbauten, Alfred Escher, engagiert hat. Das mit den blutverschmierten Banken macht mir null Eindruck, hier fehlt mir jegliche Zerknirschung. Zumal das Bankgeheimnis, von dem im 3. Reich die Juden profitierten, jetzt weitgehend preisgegeben wurde, weil ausser den Juden auch Schlechtmenschen es benutzen konnten. Sie sehen natürlich richtig, dass der Zionismus eine ethnozentrische Ideologie ist, was ich indes mal ganz wertneutral festgestellt haben möchte. Es handelt sich um kein Modell für eine freie Gesellschaft der Zukunft. Das Argument, dass die Zionisten ethnozentrisch sind (wir nicht! die auch!) beweist nichts für die Richtigkeit des Ethnozentrismus. Dabei bleibt das Ethnische natürlich ein durchaus bedeutender Faktor, sollte aber nicht verabsolutiert und zum Zentrum einer Ideologie gemacht werden. Es geht, damit Sie mich richtig verstehen, um die Verhältnisse und Proportionen. Klar ist, dass wer dies mehr gewichten will, sofort unter den bekannten Verdächtigungen steht.
Willkommenskulturlos
13. September 2016 01:33
Deutscher, Italiener, Tscheche und Franzose war man nicht nur kulturell, sondern auch ethnisch, also kraft seiner Herkunft. Wer das leugnet, schließt sich selbst aus jeder ernsthaften Debatte aus.

Doch was „Deutscher, Italiener“ etc. genau bedeutet, läßt sich schlichtweg nicht definieren…

Die ethnokulturelle Identität verliert sich notwendig im Dunkel eines Mythos, einer Erzählung.


Tja, Deutscher ist man kraft seiner Herkunft, was sich schlichtweg nicht definieren lässt,
Das ist eine sehr schwache theoretische Grundlage, von der Praxis ganz zu schweigen.

Klingt nicht nur schwach, ist auch kontraproduktiv.
Wollen wir den preußischen Beamten (wie er im Buche steht) Thilo Sarrazin ausschließen, weil er von Hugenotten abstammt (und schlimmer noch - SARRAZIN heißt)?
Aber den Salafisten Pierre Vogel, der wie ein Orientale aussieht und handelt, wollen wir behalten, wenn er eine passende Genealogie nachweisen kann?

Zum Glück gibt es eine andere Definition der Ethnie, die klar, produktiv und praktikabel ist.
Ethnie wird als eine Menschengruppe (System) definiert, die sich von den anderen vor allem durch das VERHALTENSMUSTER abgrenzt.
Das Verhalten ist das Basis-Merkmal, nach dem man zwischen eigenen und fremden Leuten unterscheidet.

Da die Gruppe abgegrenzt ist, entwickeln sich mit der Zeit auch andere Gemeinsamkeiten wie Mentalität, Sprache, Kultur, Traditionen, Geschichte und sogar Genetik.

Die Ethnie ist zwar abgegrenzt, aber nicht dicht:
ein Fremder, der sich das Verhaltensmuster und andere ethnische Gemeinsamkeiten aneignet, wird zum Mitglied der Ethnie (Assimilation).
Andererseits kann man die Ethnie auch verlassen (sogar ohne auszuwandern). So hat der besagte Pierre Vogel die deutsche Ethnie faktisch verlassen (obwohl er in BRD wohnt und den deutschen Pass besitzt). Ethnisch maßgebend ist, dass er sich nicht mehr als Deutscher, sondern wie Orientale verhält.

Mit dieser Definition hat man klare, praktikable Kriterien der ethnischen Zugehörigkeit und muss sich nicht „im Dunkel eines Mythos verlieren“.
Willkommenskulturlos
13. September 2016 01:41
@Stogumber
Montag, 12. September 2016, 6:04

Dahinter steckt immer noch die alte Phantasie (und hysterische Furcht), dass ein Volk nur als Staatvolk überleben kann.


Deutsche sind in (leider) multi-ethnisch gewordener BRD die staatstragende Ethnie.
Werden Deutsche zur Minderheit, können sie diese Rolle irgendwann nicht mehr erfüllen, und der Laden fliegt auseinander (nach dem jugoslawischen Muster).

Das ist keine Phantasie - das Geschichtsbuch ist voll davon.

Davor muss man Angst haben und dagegen kämpfen.
Nero
13. September 2016 01:45
@ ulex

Ich denk es ist fundamental anzuerkennen , dass es mittlerweile eben nicht nur „deutschstämmige“ Deutsche in zweiter oder dritter Generation aus Kasachstan oder Siebenbürgen gibt, sondern auch „itallienisch / griechisch / serbokratisch / türkisch“-stämmige „Deutsche“ gibt.


Nein, das sind eben keine Deutsche. Ein wasauchimmer-stämmiger Deutscher ist eben kein Deutscher. Und warum diese Aufzählung aus den südlichen Gefilden? Warum nicht Norweger als Beispiel?
Sie brauchen nicht zu antworten, wir alle wissen warum.
Ich wüsste auch nicht was die Zahl der Generationen damit zu tun hat.
Und was soll ich da anerkennen? Dass die nach Deutschland eingewandert sind? Ist das jetzt plötzlich eine Leistung, oder was?


Als „Volk“ welches sich eben nicht rein nach Geburtsort oder nach Abstammung definiert sondern aus der Einigkeit von Abstammung-Kultur-Sprache sollte dies eigentlich kein Problem sein.


Verstehe ich nicht. Wenn die Bedingungen AbstammungANDKulturANDSprache sein sollen, wie können dann die o.g. Einwanderer jemals deutsch sein? Sie erfüllen mindestens eine, wenn nicht zwei der Voraussetzungen nicht. Abstammung und Kultur.
Und das verlieren die ja auch nicht. Die kommen nun mal daher, wo sie herkommen.

Sind Sie betroffener oder haben das Gefühl sie müssten Leute aus Ihrem Freundeskreis hier integrieren? Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen wie man auf sowas kommt.
Das ist doch genau das Problem: hier kommen Leute (Menschen) her, sind dann einfach hier, plötzlich sind sie deutsch weil sie ja schon so lange hier sind... und dann immer diese südlichen Länder.
Warum gibt's hier so eine Besessenheit es denen recht zu machen?
Wenn der Türke die Deutschen so mag, dann soll er wegziehen!

Das will ich auf keinen Fall. Und das wäscht sich auch nicht aus.
Wenn Sie das zulassen, wenn Ihre Denke ulex, hier Salonfähig wird, dann ist die rechte Bewegung tot. Und damit die letzte Hoffnung auf ein Überleben.
Paule
13. September 2016 02:31
Hallo Herr Meier,
danke für die Antwort.

Einige Punkte brauchen n.m.M. aber genauere Ausmahlungen.
Das Thema Freiheit zum Beispiel.

Für den Erhalt eines Volkes ist die Begriff der individuellen Freiheit, noch dazu der bürgerlichen, geradezu ein Krebsgeschwür. Sie kann ein Volk zerstören oder aber ein Genie der Völker hervor bringen, aber in der Regel muss und kann der Krebs behandelt, im Zaum gehalten werden.

Dieses Wissen ist wichtig und nennt sich Verantwortung, und heißt bewusst auf einen Teil seiner individuellen Freiheit zu verzichten zum Nutzen eines Größeren, des eigen Volkes. (Ich bin erster Diener des Staates. Siehe meinige obige Post.)

Der Erhalt der „politische Freiheit als einzelner Bürger“ setzt in erster Linie erst einmal voraus, zu wissen wovon ich Bürger bin, respektive sein will.
Dieses Wissen ermöglicht es erst zu bestimmen was Bürger sein bedeutet, nicht zuletzt wer den meine politische Freiheit gewährt hat und wem man dafür eine Gegenleistung schulde und ob es das ist was man will. (Nicht vergessen, siehe aktuell Türkei oder auch ehemalige DDR-Bürger, man kann auch Bürger von etwas gegen seine Willen sein.)

Freie Länder gibt es nicht. Länder gehören stets Völkern.
Frei Völker gibt es schon, aber nur wenn die Völker mit Tränen, Blut und Schweiß dafür auch bezahlen wollen.

Ein Deutscher der seine Rechte (Freiheiten und Verpflichtung) mit Verantwortung in Deutschland, dem Staat seines Volkes war nimmt, stellt diese Fragen nicht.
Er kennt die Antworten: seine Väter gaben in das Recht und nannten in seine Pflicht und zeigten ihm wie man sie in Verantwortung trägt und seinen Dank leistet er bei seinen Kindern.

Das heiße ich einen völkischen Staat! Das ist ein Nationalstaat.

Nur er ist die Garantie für das richtige Maß an Freiheit, gepaart mit Pflicht und Verantwortung.
Föderalismus ist nur eine Ausrede für Leute die sich nicht entscheiden wollen, können oder dürfen.

Ein Gedanke noch: Für das deutsche Volk ist die Situation doch nicht neu, man denke an das Ende des 30-jährigen Krieges. Entvölkert, zerstört, zerrissen und doch neu geheilt, wieder zusammen gewachsen, größer geworden und erneut geblüht....

Mit freundlichen Grüßen Paule

Ps: Wenn wir schon von wilden Reitern sprechen fallen mir sofort die Lützower Jäger ein.
Siehe hier: https://www.youtube.com/watch?v=eiHJA4TEMM8

Oder auch das Ostpreußisches Reiterlied hier: https://www.youtube.com/watch?v=yfkM6rod7mg
Paule

PPS: Zum Schluss eine Erinnerung an Ernst Moritz Arndt „Was ist des Deutschen Vaterland“ 1813
Auszug:
Das ist des Deutschen Vaterland,
Wo Eide schwört der Druck der Hand,
Wo Treue hell vom Auge blitzt,
Und Liebe warm im Herzen sitzt –
Das soll es sein!
Das, wackrer Deutscher, nenne dein!

https://www.youtube.com/watch?v=oHHxc5x6PjY
P.
Monika
13. September 2016 07:47
Kleine Ergänzung zu den Narrativen einer "Gesellschaft".
Werbung und Marketing werden durch Narrative bestimmt, kaum durch Information:
http://narrative-methoden.de/?page_id=15

Dem aufmerksamen Beobachter fällt auf, dass die Werbenarrative sich seit der massenhaften Zuwanderung verändern.
1. Wir hatten schon den Multi-Kulti-Ikea-Katalog erwähnt.
2. Zur Zeit entstehen in vielen Läden Snipes Läden ( Schuhe und Straßenkleidung, sog, streetwear, styles)
Die Werbung zeigt den hippen, chicen jungen männlichen Einwanderer :
http://www.snipes.com/?adword=google&gclid=CO-VmYXPi88CFVdAGwodctcEWw
Narrativ: hippe Einwanderermänner erobern die Städte...
3. Aldi macht zum ersten Mal Fernsehwerbung. Narrativ: Einfach ist besser.
Wir brauchen nicht den Hyperkonsum.
Ich finde, an der Werbung für Konsumgüter kann man gut den Zustand der Nation aufzeigen.
Monika
13. September 2016 07:50
Ergänzung:Aldi Werbespot "einfach ist mehr":


http://www.stern.de/wirtschaft/news/aldi-spot-im-tv--ganz-schoen-daemlich-7050336.html
Monika
13. September 2016 08:04
P.S.

tolles Gegennarrativ: DienErrichtung des Gipfelkreuzes:

https://m.youtube.com/watch?v=1gq2Zubvshk
Treverer
13. September 2016 08:34
Ein starker Text. Nur zu einem Aspekt, der für das Selbstverständnis der BRD zentral ist (oder war):
Die Shoa als exklusiver Gründungsmythos der (west-)deutschen Nachkriegsgesellschaft ist spürbar am Verblassen, die Schuldrituale erreichen die jungen Generationen kaum noch, und die (islamischen) Einwanderer und ihre Nachfahren haben ohnehin eine -vorsichtig formuliert- andere Sichtweise, die großzügig als kulturelle Vielfalt toleriert wird. (Bereits die 68er hatten sich mit ihrem "Anti-Fachismus", ihrem internationalistischem Marxismus und ihrer "Palästina-Solidarität" selbst von jeder Schuld freigesprochen, freilich, um sie den anderen Deutschen umso stärker aufzubürden).
Deshalb braucht es gerade jetzt den neuen Schuldkult des "unbekannten Flüchtlings", der in den Weiten des Mittelmeeres verlorengegangen ist. Gerade zynische Machtpolitiker, wie Merkel und Juncker, argumentieren gerne mit ihm bzw. setzen ein allgemeines Schuldgefühl "ihrer" Bevölkerung bereits vorraus.
Raskolnikow
13. September 2016 08:50
"Sterben ist nicht neu an diesem Orte,
doch noch weniger ist leben neu."

(S.A. Essenin)

Der Wille,

ist eine ganz persoenliches Ding, auch wenn uns die Teamfanatiker diesbezüglich pausenlos belügen. Es gibt einfach kein gemeinsam wollendes WIR, sieht man von so sakramentlosen Dingen wie zum Beispiel Kneipenbesuchen oder romantischen Badesessionen ab. Gewaltsam sanktionierte Willensnivellierungen per Befehl zählen natürlich auch nicht.

Wenn es wirklich um den Willen geht: steige ich auf Brandenburger Tore?, springe ich aus dem Flugzeug?, gruende ich eine Familie? oder schieße ich mir eine Kugel in den Kopf?, .... dann gibt es kein Wir.

Was soll dann erst eine Willensnation vorstellen? Die Heterogenität selbst hier bei SiN gewollter Nationen schwankt doch wohl ganz erheblich. Einigen traten letztens die Tränen in die Äuglein, ob der Schilderungen einer 50er/60er-Jahre-BRD. Schön! Ich und hoffentlich zahlreiche andere verspüren aber keine Sehnsucht nach dem Immenhof. Mögen andere mit Dick und Dalli auf dem Heuboden Unzucht treiben, ich wünsche den Ponies vom Immenhof wie auch den Ärzten der Schwarzwaldklinik, daß sie hinterrücks der Schlaganfall treffen solle ...

Eine willensbegründete Nation schliesst in der Secunde ihrer Gründung zahllos Viele aus. Und der Wille, besonders der scheinbare Wille einer zu definierenden Gemeinschaft, ist beweglich und beeinflußbar. Wozu dieses Rekurrieren auf einen schlechten US-Kompromiss?

Wer permanent versucht, die Abstammung aus dem Spiel zu halten, wird zwangsläufig irgendwie albern. Selbst ein schlauer Schelm wie der Klonovsky wird bei dem Thema schwuselig. Intelligenz, Kultur, Sprache, Weingeschmack. Vielleicht sollte man zu dieser Liste noch Feigheit und Furcht vor dem klaren Wort hinzufügen.

Ich gehöre zu meiner Familie, nicht weil ich die gleiche Sprache spreche, wie meine Vorfahren, sondern weil ich ihre Genetik in mir berge. Sapperlot! (Ihr braucht mir gar nicht mit Sonder- und Spezialfällen kommen! Eure vietnamesich-kongolesischen Ariergeschichten interessieren keinen ...)

Und ich gehöre auch nicht zu einem Volk, weil ich die gleiche StVo befolge wie die anderen Rechtspersonen im Geltungsbereich dieses sehr nützlichen Regulariums...

Es geht allein um Abstammung! (Wenn Kubitschek jene Nichtdeutschen, die ihr Leben für unser Volk riskierten, dazu zählt, dann sei es drum. Gut!)

So lange aber eine rechte Opposition zu feige ist, diese, außerhalb Europas und Nordamerikas selbstverständliche, Offensichtlichkeit auszusprechen, sondern von multiethnischen Realitäten bzw. Biologismus eloquiert, muß sie sich der defensiven Bückstellung zeihen lassen. Warum ist es so schwer, sich dieser Zudienereien zu enthalten?

Die Bereitschaft zu jener elementaren Lücke, ist somit auch unsere sichtbarste Blöße für die erfahrenen und bereits eingeschossenen Batterieen der Gegenseite ...

Vielleicht sollten wir vom hohen Roß wieder auf Schusters Rappen herabsteigen. Märchen und Legenden statt Narrative verbreiten. Das schlage ich als, aus einem Einkaufswagen präsidierendes, Mitglied des Herrschertriumvirats über einen kleinen магнит-Parkplatz in Derbent abschließend vor ...

Vielleicht solltet Ihr mich nicht zu ernst nehmen, aber möglicherweise kann ich dem Einen oder Anderen hin und wieder als wandelnde Stimmgabel dienen!

Untertänigst,

R.
Meier Pirmin
13. September 2016 08:57
@Paule. Ihren Nachtrag oben las ich erst, als die obige Antwort schon geschrieben war. Sie schreiben meines Erachtens sehr glaubwürdig. Danke.
quarz
13. September 2016 10:40
Vom logischen Standpunkt aus ist die "Willensnation" ohnehin ein begrifflicher Kurzschluss. Vereinfacht gesagt: Wer die Nation als ein ein Gebilde definiert, dessen Mitglieder eine Nation sein wollen, der referiert in der Definition gerade auf das, was durch sie definiert werden sollte. Sie ist also zirkulär. Wenn sie hingegen als Gebilde definiert werden soll, dessen Mitglieder ein Staat sein wollen, dann ist das ein Etikettenschwindel, der sich des semantisch mit allerlei erwünschten Eigenschaften angereicherten Wortes "Nation" bedient, um die Suppe nicht so dünn erscheinen zu lassen, wie sie als gewollter Staat - und nichts weiter - wäre.

Aber lassen wir das. Was hinter den mit defizitären Konzepten mühsam eingekleideten Visionen der "Willensnationalisten" steckt, ist schlicht die Vorstellung, man könne aus einem beliebig zusammengewürfelten Haufen von Menschen eine funktionierende Geesellschaft machen. Es sei alles nur eine Frage des guten Willens (und der Unterdrückung von ketzerischen Stimmen).

Und genau hier gilt es aufklärerisch anzusetzen. Es gibt haufenweise wissenschaftliche Evidenz für die schädlichen Wirkungen ethnischer Fragmentierung, von denen in der politschen Debatte und deren Reflexion in der medialen Gesinnungsbüttelei nie die Rede ist. Ob aus Unwissenheit oder aus kalkuliertem Verschweigen, das sei einmal dahingestellt. Jedenfalls würde es die weitgehend auf kitschigen Visionen beruhende Rechtfertigung eines Multikulturalisierungskurses erheblich erschweren, wenn diese ob ihrer wissenschaftlichen Solidität schwer zu relativierenden Fakten unübersehbar auf dem Tisch der öffentlichen Dskussion stünden.
Mitropa
13. September 2016 10:51
Vielen Dank Raskolnikow, das war nach dem ganzen narrativen Geschwätz hier, mal wieder bitter nötig!
Der_Jürgen
13. September 2016 11:26
Zustimmung zu
@Raskolnikow

aber auch zu den differenzierten Betrachtungen von
@Willkommenskulturlos

der Ethnie als "Menschengruppe, die sich von anderen durch ihr Verhaltensmuster abgrenzt", sieht.

Sehr geglückt finde ich Ihr Fallbeispiel, den Biodeutschen Pierre Vogel, der durch seine Konversion zum Salafismus gewissermassen aus seiner Ethnie (in Ihrem Sinne) ausgetreten ist. Besässe ich die Macht dazu, würde ich Vogel gemeinsam mit seinen Mitsalafisten in ein Flugzeug nach Saudiarabien setzen, wo man die "verfolgten islamischen Glaubensbrüder" doch bestimmt mit offenen Armen empfinge. Da steht einem der gebürtige Türke Akif Pirincci doch hundertmal näher.

Wie Sellner am Schluss seines Beitrags bemerkt, erfordern die in den letzten Jahrzehnten geschaffenen Realitäten gewisse Kompromisse, aber sie dürfen nicht uferlos sein. Die grosse Mehrheit der Muslime und Afrikaner wird Deutschland nach einem Paradigmenwechsel verlassen müssen. Was genau unter einer "grossen Mehrheit" zu verstehen ist, lässt sich jetzt noch nicht sagen. Auch der Zuzug nichtislamischer und nichtafrikanischer Kulturfremder und Fremdrassiger wie z. B. Chinesen wird dann gestoppt werden müssen; bei den bereits in Deutschland Lebenden kann man bei dieser Gruppe bezüglich des Bleiberechts ja grosszügiger verfahren als bei Ethnien und Kulturen, die westlichen Gesellschaften erfahrungsgemäss zur Last fallen.

Bezüglich des Begriffs der Willensnation haben
@Paule und
@Raskolnikow
meines Erachtens viel eher recht als Pirmin Meier. Die Schweiz ist in der Tat ein Sonderfall, und mit der fortlaufenden Einwanderung Kulturfremder wird der Zusammenhalt der Willensnation auch bei uns natürlich fortlaufend untergraben.
Demo Goge aus der polis germania
13. September 2016 11:49
Bundeskanzler Merkel lügt heute öffentlich im Tagesspiegel:

http://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/bundeskanzlerin-angela-merkel-berlins-regierender-buergermeister-schiebt-seine-verantwortung-von-sich/14535698.html

Frau Bundeskanzlerin, sind Sie mit sich im Reinen?

Ja, das bin ich. Mit dem Amtseid habe ich mich verpflichtet, dem Wohle Deutschlands zu dienen und dafür arbeite ich mit aller Kraft.


Nein Frau Bundeskanzler!; Sie sind nicht einem Land sondern, Sie sind dem Deutschen Volk verpflichtet!

Der Amtseid lautet:

„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe“
ulex
13. September 2016 12:02
@Nero (et al)

Nun, vielleicht sollten wir uns erstmal darauf einigen, dass man Bürger der deutschen Nation sein kann, ohne dem deutschen Volk anzugehören - so wir dies im Heiligen Römischen Reich und bis 1918 bzw 1945 durchaus 1000 Jahre lang der Fall war und auch heute im Falle von kleinen Minderheiten wie Sorben oder Dänen noch der Fall ist.

Wäre dies zumindest eine gemeinsame Basis?

Insofern habe ich darüber hinausgehend auch kein Problem damit die Realität anzuerkennen, dass durch den Lauf der Geschichte in den letzten 50 Jahren mittlerweile auch neue "Minderheiten" in grösserer Zahl aus dem Süden oder auch Osten Europas hierher gekommen sind, denen man, weil gutintegriert, dauerhaft in der zweiten, dritten oder vierten Generation hier lebend und dem Land hier verbunden schwerlich die Bürgerrechte und die Zugehörigkeit zu "Deutschland" als Nation verweigern kann.

Darüber hinaus bin ich aber durchaus auch der Auffassung, dass im Zuge von Assimilation und Vermischung natürlich auch diese Menschen bzw deren Nachkommen im deutschen Volk aufgehen können,wie dies über Jahrtausende ja der Fall war. Wir sind ja keine Juden in der Diaspora die ihren "Ariernachweis" über 20 Generationen hinweg vorzeigen können - sondern ein sich stetig genetisch und kulturell wandelndes Volk in der Mitte Europas welches durch den Lauf der Geschichte stets ethnischen und kulturellen Einflüssen von außerhalb unterworfen war. Volk und Kultur sind ja nix statisches.
Gustav Grambauer
13. September 2016 13:08
"Nachdem die Erziehungsdiktatur der DDR gescheitert war, so wurde nun 'Nie Wieder Deutschland' die Losung einer 'Abschaffungsdikatur' namens Multikulti."

Lieber Herr Sellner, aber eben gerade nicht in der Ex-DDR. An der Stelle wird es aus einen bisher nicht vertretenen Blickwinkel spannend:

In den 80er Jahren habe ich es als größte Niedertracht empfunden, wenn Hager von "zwei Staaten - zwei Nationen" dozierte (und das Fortbestehen einer "einheitlichen deutschen Kulturnation" leugnete). Schon Grotewohl hatte Stalin in dessen Dictum "Die Hitler kommen und gehen - das deutsche Volk bleibt" widersprochen und sich sogar gegen Stalin gestellt, als dieser darauf bestand: "Das deutsche Volk wird sich nicht von den Amerikanern spalten lassen". (Siehe dazu nochmals:)

https://www.youtube.com/watch?v=IsLQO5xCMw8

Heute, 26 Jahre nach dem Beitritt, muß ich diesen Männern recht geben und ihnen außerdem einen beeindruckenden Tief- und Weitblick attestieren: die Deutschen links und rechts von Elbe und Werra haben sich auseinandergelebt (Wilhelm Röpke hatte übrigens eigentlich die Saale als Limes des Römischen Imperiums 2.0 konzipiert, s. o.). Mehr noch: die Entfremdung der Deutschen wird sich jetzt mit jedem Tag verschärfen, und dies, je mehr sich die gesamteuropäische Spaltung in

- slawisch-rechtskatholische Visegrad-Länder
- romanisch-bolschokatholischen Club-Med
- germanisch-protestantischen Norden

vertieft. (Diese Spaltung wird zugleich die Rheinländer, Bayern usw. in ganz neue, heute noch gar nicht geahnte identitäre Verwerfungen stürzen.)

Der Kissinger-Freund Arnulf Baring hatte die Slawisierung der (Ex-)DDR in den 90er Jahren erkannt: es sei Schönfärberei, wenn man den Ostdeutschen verschweige, daß sie nichts taugten, in der DDR habe im Grunde 'polnische Wirtschaft' geherrscht und so seien 'aus den Menschen dort' weithin 'deutsch sprechende Polen' geworden. Da sei nichts zu retten, die Leute 'drüben' seien 'verzwergt' und 'verhunzt'. Baring: "Ob sich heute einer dort Jurist nennt oder Ökonom, Pädagoge, Psychologe, Soziologe, selbst Arzt oder Ingenieur, das ist völlig egal: sein Wissen ist auf weite Strecken unbrauchbar." (Deutschland - was nun", Siedler, 1991.

Heute nach PEGIDA usw. ist mir klar: Baring hat dabei gar nicht 'beruflich unbrauchbar', vielmehr 'als Civis für das Imperium hegemonial unbrauchbar' gemeint. Wenn ich ehrlich genug zu mir selbst bin, dann habe ich Baring damals weniger für seine Überheblichkeit meinen Landsleuten und mir gegenüber als dafür gehaßt, daß er mir mein säuberlich zurechtgelegtes "nationales" Klein-Karo-Weltbild in Frage gestellt hat.

Wäre ich damals nicht so "national" blockiert gewesen - ich hätte die Spaltung schon an meiner eigenen Westverwandtschaft, darunter an etlichen innert kürzester Zeit charakterlich völlig degenerierten §-213lern, schon damals sehen können. Komme ja aus einer NDPD-Familie: alle, die ich dort kannte, hatten den "Wessi" - nach quälenden Erfahrungen und quälenden inneren Prozessen mit dem Selbstverständnis als Deutsche - national längst abgeschrieben, auch wenn der Begriff "Verhausschweinung" niemals fiel.

Noch etwas: der Begriff "Nation" kommt von "nascere", auch nicht zufällig von den Römern, und er wurde ebenso nicht zufällig 1789 versachlagwortet; "Nation" markiert nichts anderes als die Geburtsform der kosmopolitisch-imperialen Weltgesellschaft. Das habe ich aber erst in den letzten Jahren begriffen.

- G. G.
Karsten
13. September 2016 13:08
Herrlich wie hier teils wieder rumgedeutscht wird. Deutsch, deutscher und am deutschesten ... als wenn dann die Welt wieder in Ordnung käme.

Ich lebe in einer Gegend wo es viel Leerstand gibt. Leere Geschäfte, leere Wohnungen und weiter verfallende, leere Häuser. Das Land zu groß, für immer weniger Deutsche. Aber es gibt auf Dauer kein leeres Land. Der Wolf kommt und sogenannte Schutzsuchende. Wir haben das Land selbst freigemacht, Millionen Ungeborener abgetrieben, und solange wir nicht völlig verarmt sind und was zu holen ist, nehmen andere die Plätze ein. Sicher, das wird durch die Verratssubjekte an der Spitze auch sehr einfach gemacht.

Mit einer rein völkischen Staatsangehörigkeit ist das was ist weder zu fassen noch jemals zu bereinigen (ja sicher gibt es hier einige, die das besser wissen, einzig die Realität läuft ihnen ständig davon bei gleichzeitiger Abnahme der eigenen Masse). Die wenigsten hier scheinen überhaupt zur Unterscheidung zwischen Staatsbürger und Volksgenosse willens zu sein (und soweit waren wir schon vor 80 Jahren). Aber was will man sagen, einigen genügt ja nicht einmal das Kaiserreich, die wollen noch weiter zurück (wohin eigentlich? und sind politische Diskussionen mit Menschen solcher apolitischer Sichtweisen sinnvoll?) -, habe ich jedenfalls so von einem gewissen Herrn R. in einem Buch des Verlags A. gelesen. Begründung: Auch damals war schon alles kaputt. Stimmt, nach der Definition von kaputt war die Menschheit immer kaputt und könnte es dabei belassen. Er ist eben ein Sünder, der Mensch. Und die Erlösung kommt erst im himmlischen Reich. Da wird dann Religion mit Politik verwechselt.

Hier ist jedenfalls der ganze Bahnsteig voll. Jeder will aber einen anderen Zug mit einem anderen Ziel besteigen. Und ein paar sind nur daran interessiert andere beim Einsteigen zu hindern. Sellner hat jedenfalls jetzt einen Zug bestiegen, der ankommen könnte und auch genügend Raum für ein anderes Deutschland bietet; anders als jenes was wir haben und anders als die, die wir hatten. Der Zug fährt wohl vorwärts, nicht zurück.
Meier Pirmin
13. September 2016 13:09
@quarz. Die schweizerische Willensnation mit dem Beitritt jeder einzelnen Stadt und jeder einzelnen Landschaft einschliesslich der Nichtaufnahme von Konstanz und von Vorarlberg war eben kein zusammengewürfelter Bund von Hergelaufenen, es gibt weltweit nirgends mehr Selbstbestimmung zum Beitritt. Darum war es ein völliges Missverständnis der aktuellen Schweiz, die Einbürgerung praktisch zu einem Verwaltungsakt zu machen, gratis schon gar nicht. Man kann auch im Prinzip problemlos aus der Schweiz und aus einem Kanton austreten, jedoch braucht es dazu mehrere Volksabstimmungen. Das ist Willensnation. Hingegen die freie Wahl des Sozialstaates, in den ich einwandern will, hat nichts mit Willensnation zu tun. Eine Willensnation wäre mutmasslich auch ein unabhängiges souveränes Bayern, hätte es schon 1870 geben dürfen, wäre wohl eine Wohltat für Europa gewesen und das vermutlich erfolgreichste Alpenland, erfolgreicher auch als die Schweiz, da könnte wohl auch Kleinösterreich wohl nicht mithalten.
Winston Smith 78699
13. September 2016 13:12
@ Raskolnikow
Wer permanent versucht, die Abstammung aus dem Spiel zu halten, wird zwangsläufig irgendwie albern. [...]Intelligenz, Kultur, Sprache, Weingeschmack. [...] Ich gehöre zu meiner Familie, nicht weil ich die gleiche Sprache spreche, wie meine Vorfahren, sondern weil ich ihre Genetik in mir berge. [...] Und ich gehöre auch nicht zu einem Volk, weil ich die gleiche StVo befolge wie die anderen Rechtspersonen im Geltungsbereich dieses sehr nützlichen Regulariums… / Es geht allein um Abstammung! [...] So lange aber eine rechte Opposition zu feige ist, diese, außerhalb Europas und Nordamerikas selbstverständliche, Offensichtlichkeit auszusprechen, sondern von multiethnischen Realitäten bzw. Biologismus eloquiert, muß sie sich der defensiven Bückstellung zeihen lassen. Warum ist es so schwer, sich dieser Zudienereien zu enthalten?


- Vielleicht weil eine Verwechslung von Familie und Volk nicht ausreicht, um die Lücke zu füllen? Wenn Familien zusammenhalten - natürlich auch mal gegeneinander - spricht man von Inzest, Clankriminalität, Blutrache, also genau den Mitbringseln unserer Neubesatzer zur Erinnerung an das, was wir lange hinter uns gelassen haben, weil es uns und anderen Völkern gelungen ist (oder wir von etwa römischen oder fränkischen Besatzern dazu gezwungen wurden), die Summe der hobbeschen Nichtangriffpakte auf die Ebene eines Staates zu hieven - jener erstem Verträge welche auf der Sippenebene selbstverständlich sind - allein schon biologisch, wie bei Tieren -, aber bei größeren Gruppen eben zusehends den Menschen mit seinen exklusiven Fähigkeiten voraussetzen. Weiter: Haben Familien eigene Sprachen oder kommt uns so etwas dann nicht vernisted vor, irgendwie eklig? Haben nichtadlige Familien Gründungsmythen und Legenden oder wäre das nicht bizarr? Und so weiter. Es muß zum "Volk" über die Verwandtschaft hinaus etwas Einendes und zumindest davon abgeleitet Abgrenzendes hinzukommen. Einheit und Abgrenzung sind übrigens extensional-logisch gesehen dasselbe, nur aus entgegengetzten Blckwinken beschrieben: es kann nicht nur Einendes ohne Abgrenzung geben, so wie es nicht nur den Geschmack süß geben kann, wenn dagegen nicht auch das Bittere steht, nicht nur EINE Farbe in Schattierungen, denn dann ist das Wort, der Begriff dieser Farbe völlig sinnlos und wird auch nicht verwendet.
Oder es braucht wenigstens so etwas wie eine an Fuzzy-Logik erinnernde, veränderliche Verkettung von Familienähnlichkeiten, eine Meta- Universalie, die sich als Abstraktion aus gestalthaft-ästhetischen Kombinationen von jenen Merkmalen in der von Raskolnikow bereits begonnenen Liste gewinnen läßt. Ontologen mit Schönheitssinn herbei! Oder auch nicht, vielleicht muß es sich in der Not einfach zeigen. Vielleicht ist es auch überkomplex und kann nicht definiert werden, aber dann beweisen wir das gefälligst - Genetik allein ist jedenfalls unterkomplex.

- Vielleicht auch, weil "Volksfamilie" sogar noch tiefer im verminten Gelände liegt als "Volksgeneinschaft? Hier de Ergebnisse Zwei und Vier aus der Suchmaschine.
Dazwischen liegen noch Sippe und Stamm, aber geht es denen denn besser?

Die Austauschkritik beruft sich angesichts der jetzigen Vorgänge auf den Begriff des Ethnozids (dessen Durchsetzung gegenüber dem des Genozids eine strategische Errungenschaft war), um der schwankenden Öffentlichkeit im Inland und der um das Wohl der deutschen Ethnie wenig besorgten (oder im Gegenteil ihr gar nicht wohlgesonnenen) Auslandsöffentlichkeit zu zeigen, dass es hier nur um ein paar Nazienkel geht, sondern um die Auslöschung des Trägers und Hüters einer der Hauptsäulen der abendländischen Kultur. (Und welche gültige soll es denn außerhalb dieser abendländischen überhaupt geben? Indien und China sind genau so weit wirtschaftlich konkurrenzfähig und dadurch auch ethnokulturell überhaupt noch vorhanden, wie sie sich an der abendländischen Kultur bedienen.) Die Vernichter stellen sich nämlich in einem Revival von faustischem Machbarkeitswahn vor, man könne die alte Festplatte nach Upload der Daten in die Cloud einfach löschen und wegwerfen und dafür verstreut in Bibliotheken ein virtuelles Deutschland erhalten, ein Gespenst in den Wolken, haben aber gar keine Ahnung von der mehrdimensionalen Speicherkapazität in der Tiefe der Platte, welche es ihnen zu demonstrieren gilt. Vorgestern Atomwaffen, gestern Gentechnik, morgen digitalisierte Völker in den Lüften.

Das Projekt der Berufung auf die Familie könnte überdies in Konflikt mit dem Christlichen an dieser Kultur geraten und vorchristliche Anteile stärken müssen, die von "DEM Menschen von gleich woher" noch nichts wissen wollten, welcher durch die Taufe uneingeschränkt zur neuen-Familie-in-Christus gehört. Die Multikulti- und Homogenisierungskampagne von vor über eineinhalbtausend Jahren kriegen Sie aber nicht zurückgerollt. Außerdem würde so ein (ohnehin nur von einem zur Macht zurückgekehrten Souverän zu stemmenden, also als Forderung heute zirkulären) Großprojekt verdächtig in die Nähe von ähnlichen Bestrebungen geraten ... (überhaupt bemerke ich immer öfters Trittspuren im Gras, abgewetzte Stellen an Türen - war hier schon mal jemand?)
Winston Smith 78699
13. September 2016 13:19
Entschuldigung:

"nicht nur um ein paar Nazienkel" ... und ein paar Tippfehler, aber ich soll ja keine korrigierte Fassung mehr einreichen. Leide sehe ich die Fehler nicht im Editor, sondern erst auf der Seite. Das wird sich auch nicht mehr ändern.
Aristoteles
13. September 2016 13:29
@Meier Pirmin

Sie sagen:
"Und wenn Sie die Sioux-Indiander gegen die alten Schweizer Aelpler ausspielen wollen, täuschen Sie sich"

Ich täuche mich überhaut nicht.
Sie täuschen sich und verhalten sich geradezu ungehörig bis böswillig,
wenn Sie mir eine solche Ausspielung unterstellen!!
Dem Sioux-Indianer gebührt meine Achtung wie dem Schweizer Aelpler,
der bereit ist, sein Volk zu erhalten.
Demjenigen aber, dem "der Glaube an das „Ethnische“" fehlt,
unterstelle ich meinerseits nicht nur eine verhängnisvolle Passivität
(wie Neros Freundin ["na dann sterben wir halt aus"]),
die ich schon längst von der Bettkante geschuppst hätte),
sondern, sofern er diese auch nach außen plakatiert,
eine genozidale Mentalität:
Ein Sioux-Indianer, dem der Glaube an seinen Stamm der Sioux fehlt,
schließt sich aus der Gemeinschaft der Sioux aus.
Ebenso ein Deutscher, der kein Deutscher sein will.
Insofern gilt es, beide Komponenten zu unterscheiden und, wo möglich, zusammenzuführen,
auch unter dem Risiko, die Gemeinschaft der Deutschen dadurch zu schmälern: Deutscher ist man
1) natürlich durch Abstammung und Aussehen
2) geistig durch das Bekenntnis zum Deutschen Volk, zur Deutschen Geschichte, Kultur und Religion.

Sie sagen,
"dass nicht alles falsch war, und dass das Vielvölkische im alten Habsburgerreich nicht mit dem heutigen Multikulti vergleichbar ist"

Das ist natürlich Blödsinn,
denn alles, was mehr als Eins ist, ist vergleichbar.
Gegen das Vielvölkische hat niemand etwas,
es sei denn, er ist ein Multikulti-Vermischungsrassist;
ich weiß also nicht, gegen welche Chimäre Sie hier im Forum kämpfen.
Das Deutsche Volk setzt sich auch aus den Bayern, Alemannen, Preußen, Sachsen, Thüringern, Friesen usw. zusammen.
Wenn Sie das Vielvölkische befürworten,
gleichzeitig aber despektierlich vom "ethnischen Zeugs" reden,
muss ich mich schon fragen,
was sich in Ihrem Denken abspielt oder ausspielt.

Weiterhin sagen Sie:
"Im rein ethnischen Ansatz liegt jedoch die Gefahr von Denkfehlern."

Die Diskussion ging um das Ethnische,
nicht um das "rein Ethnische".
Legen Sie mir also nicht in den Mund, was ich nicht gesagt habe.

Weiterhin sagen Sie:
"Sie können die Deutschen nicht mehr zu Sioux zurückverwandeln"

Richtig, kann ich nicht.
Hatte ich aber auch noch nie vor.
Der Totalitarismus, den Sie anderen scheinbar gerne unterschieben,
wenn Sie vom "rein Ethnischen" sprechen,
ist ein Popanz, den Sie scheinbar gerne aufbauen,
um ihn auf andere zu projizieren.

Obwohl ich einen recht gut geführten Stammbaum besitze,
der meine Deutsche Abstammung zu erkennen gibt,
kann und will ich nicht ausschließen,
dass andere Einflüsse in diesen Stammbaum mit eingeflossen sind.
Dennoch bin ich Deutscher.

Weiterhin sagen Sie wie ein Zögling aus der dem Ersten Züricher Freimaurergrad:
"Es geht um das Denken der Freiheit."

Vielleicht auch noch Gleichheit? Brüderlichkeit?
Viel Spaß beim Denken.

Sie empfehlen:
"Beachten Sie noch, was ich über den Ethno-Totalitarismus der Italiener im früheren Südtirol schrieb."

Mache ich. Als Deutscher solidarisiere ich mich mit den Tirolern,
die für den Erhalt ihres Volkes und ihrer Kultur kämpfen.
Ein Volk, das angegriffen wird, hat ein Recht auf Verteidigung
u.a. gegen LEUTE wie Sie, denen "der Glaube an das Ethnische fehlt".

Weiterhin empfehlen Sie:
"Beachten Sie, was ich noch zu @Paule schrieb."

Mache ich. So schrieb er insbesondere:
"Föderalismus ist nur eine Ausrede für Leute die sich nicht entscheiden wollen, können oder dürfen."

Volltreffer. Zu ergänzen ist:
'Föderlismus, dem der Glaube an das Ethnische fehlt.'
Denn keiner hat etwas dagegen, wenn sich die Sachsen, Preußen, Friesen, Schwaben auch separat erhalten.

Weiterhin unterstellen Sie:
"Sie können sich gar nicht vorstellen, dass das System der alten Bürgermitbestimmung wirklich nichts mit den Banken zu tun hat"

Doch, kann ich. Stellen Sie sich das einmal vor.
Das ändert dennoch nichts daran, dass Vielvölkerstaaten wie die USA, Frankreich, Schweiz ohne blutiges Banken- und Fiat-Geld auseinanderfliegen würden.
Ist mir auch ziemlich egal, ob das bei Ihnen Zerknirschung verursacht oder nicht.

Zuletzt führen Sie aus:
"Das Argument, dass die Zionisten ethnozentrisch sind (wir nicht! die auch!) beweist nichts für die Richtigkeit des Ethnozentrismus."

Richtig. Wer hat das behauptet?
Und was bedeutet überhaupt dieser Ausruf in Klammern?
Ich habe Sie gefragt, ob Sie den Zionisten Nathan Birnbaum für einen Antisemiten halten.
Warum antworten Sie nicht?
Sind Sie gegen die Anerkennung der Juden als Volk?

Auch ein Sioux-Häuptling, der ethnozentrisch ist, beweist nichts für die Richtigkeit des Ethnozentrismus.
Aber das Blut, das durch sein Herz fließt und für den Erhalt seines Volkes pulsiert,
verlangt jemandem, der in der Natur auch das Göttliche sieht,
allemal mehr Achtung ab als ein Herz,
durch das kalter Kaffee fließt, gezuckert mit Freiheitsfloskeln.
Pilgrim
13. September 2016 13:42
Was Martin Sellner über die bundesdeutsche Identität, von linken Erlen und Hexen aus der Krippe entführt und gegen die gefälschte „Antifa-Identität“ ausgetauscht, schreibt, wäre vollkommen richtig gewesen, hätte man einen erheblichen Bestandteil des Volkes ausgeblendet, nämlich die Vertriebenen und Spätaussiedler, insbesondere aus den Gegenden, die nie zum Deutschen Reich gehört hatten. Diese Leute kamen ja nach der Bundesrepublik nach dem Kriegsende, wurden zwar Bundesbürger, aber die Auschwitz-Erbe konnte man ihnen, zum immensen Verdrossen der Umerzieher, nicht anhängen. Die Zahl dieser „Immunen“ und dessen Nachkommen ist aber nicht unwesentlich. Warum hat man dieses Potenzial für den Widerstand nicht erschlossen?

Natürlich, sie sind auch Deutsche, dh. sie tragen in sich meist eine lähmende innerliche Bremse: eine sinnlose quasimystische Verehrung des Staatswesens, egal welches. Deutschstämmige Beamte, mit ihrer Loyalität, Kompetenz und Zuverlässigkeit, waren seinerzeit das entscheidende staatstragende Element in mehreren Ländern im Osten Europas, vor allem Russland. Welches Regime da an der Macht war, war fast irrelevant, die Deutschen dienten halt treu und tüchtig. War ihnen natürlich Dreck wert, am Ende. Aber dieses Handicap rächt sich auch in der altneunen Heimat. Schaut man nur mal auf jemanden wie Erika Steinbach: eine anständige, fleißige und schickliche Frau, der Sache der Heimatvertriebenen stets unter allen Umständen treu und als Politikerin höchst hartnäckig und konsequent. Hat sie aber in ihren nunmehr 25 Jahren in der Politik was erreicht, sie und ihre Vorgänger? Eher nicht fragen. Die ersten Jahre nach der Wende glaubten die Vertriebenenverbände, die Bundesregierung sei die richtige Instanz, die ihre Anliegen durchsetzen würde. Die Bundesregierung dachte natürlich gar nicht daran. Dann faselte man eine Zeitlang um den „Zwang des EU-Eintritts“, der die Oststaaten zum Überdenken ihrer germanophoben Staatsmythologie helfen sollte. Jetzt weiß man schon ausreichend, wozu europäische Institutionen gut sind und wozu nicht, aber die verschwendete Zeit ist nicht nachzuholen. Und warum ist das alles geschehen? Weil ein richtiger Deutscher, egal ob seine Vorfahren die letzten 300 Jahre an der Wolga, in Bukowina oder am Rhein verbracht haben, wartet immer so gut wie per Instinkt auf das wohlmeinende und verantwortliche offizielle Macht, statt diese Macht selbst zu ergreifen.

Kurz gefaßt, laßt man endlich die blöde Oma Schmidt die gutmenschlichen Mantras wiederholen und „Frau Merkel“ wählen, sie ist nicht zu helfen. Wenn man den heutigen Staat (aufgrund allzu zahlreicher Präsenz Oma Schmidts beider Geschlechter in der Bevölkerung) nicht mehr reparieren kann, so bastelt man die notwendige Institutionen selbst, zusammen mit denen, die noch einen Überlebenswillen aufweisen.
Erik
13. September 2016 14:03
Danke, Raskolnikow! Eigentlich sollte diese merkwürdige Debatte mit diesem alles auf einen Punkt bringenden Kommentar nun geschlossen werden.
Gustav
13. September 2016 14:07
Das wahre mentale Virus, das heute den weißen Westen tötet, ist dieses Konstrukt der Nach-Aufklärung, das wir die Willensnation oder die Staatsnation „ nennen.

Die USA und Frankreich sind die beiden Länder des Westens, die historisch am meisten für die Entwicklung und Verbreitung dieser Doktrin verantwortlich sind. Es passt ins Bild, dass genau diese selben Länder gegenwärtig in ihrem demographischen Niedergang am weitesten vorangeschritten sind. Das Konzept der Willensnation legt fest, dass jedes einzelne Land, oder zumindest jedes einzelne Land des Westens, nichts anderes als ein zufälliger Ort auf der Landkarte ist, eine leere Schüssel, die nur dazu da ist, von der ganzen Welt als Ort des Erwerbs von Gütern und der Wahrnehmung von Menschenrechten genutzt zu werden.

Die amerikanischen Proponenten dieses Konzepts neigen mehr dazu, den ersten Aspekt zu betonen, während die französischen, und die französisch-inspirierte Organisation namens Europäische Union, die Betonung mehr auf den zweiten Aspekt legen. Das ist der Hauptunterschied zwischen beiden. Die Hassliebe zwischen den Amerikanern und den Franzosen verschleiert, wie viel die beiden Länder gemeinsam haben. Beide Länder haben sich zu einem multikulturellen Disneyland umgewandelt, in dem die weiße Mehrheit ihrer Rechte, ihrer Identität und am Ende vielleicht sogar ihrer Existenz beraubt wird, und all das mit dem Segen des Staates. Das Endresultat ist in beiden Fällen von bemerkenswerter Ähnlichkeit: die Enteignung der Weißen und die organisierte Zerstörung der europäischen Kultur.

Die Alternative zur Willensnation, und offen gesagt, die einzige, die angesichts der Geschichte der Menschheit und der biologischen Realitäten Sinn ergibt, ist die Auffassung, dass eine Nation aus einer Anzahl genetisch verwandter Menschen besteht, die gemeinsame historische Erfahrungen, ein im ganzen ähnliches Weltbild und einen ähnlichen kulturellen Hintergrund teilen und emotionale Bindungen an ihre Vorfahren und an das von ihnen bewohnte Land haben.

Die einzige Art, den gesunden Verstand in unseren Ländern wiederherzustellen, ist, die Auffassung wiederherzustellen, dass ein Land die Heimat einer Nation eng verwandter Menschen mit einem gemeinsamen Erbe ist. Unglücklicherweise haben die, die das Konzept der Willensnation preisen, sich in der gesamten westlichen Welt so fest in ihren Machtpositionen eingegraben, dass dieses Bemühen das Potential hat, einen Bürgerkrieg im gesamten Westen auszulösen, ja sogar einen multikulturellen Weltkrieg.

Quelle: Fjordman: Wenn Verrat zur Norm wird: Warum die Willensnation, nicht der Islam, unser Hauptfeind ist
Exmeyer
13. September 2016 14:32
Weshalb einige Beiträge nicht erscheinen, ist mir unergründlich, bei anderen erklärlich. Diesmal: unergründlich.

Zu Raskolnikov:
1. Die Chefarztdarsteller der Schwarzwaldklink haben in etwa die Bedeutung (für mich) wie die Rotfedern im dem Teich gleich hinter der Einfahrt ins Revier. Ob sie existieren oder nicht, ist mir gleichgültig.
2. Nein, eine Nation, die sich über EINEN Willen definiert, kann es begrifflich nicht geben. Sie ist einfach da. Und ich bin in sie hineingeboren. Dennoch stellt die Nation auch ein Ideal dar (eine GmbH oder ein Staat existiert nur als Vorstellung, ist keine materielle Realität). Zudem muß eine Nation, damit sie reale Handlungen der Menschen erfolgen läßt, also auch wenigstens von meiner Vorstellung umfaßt sein. Und auf ihre Zugehörigkeit hin und ggf. ihren Erhalt (erste Hälfte des BRD-Präsidenten- und Ministereides im GG) hin richtet sich zudem der Wille des einzelnen. Somit enfaltet die Nation als Ideal erst ihre Kraft in der Realiät. Bis zum Willen, aus einem völlig flugfähigen Fluggerät zu springen. Das tun nämlich ab und an ja viele annähernd gemeinsam. Der Wille (die vielen Willen) zum Sprung und Kampf bringt ja eine Fallschirmjägereinheit erst zur realen Entfaltung.
Die vielen Willen der einzelnen Nationsangehörigen, ihre Nation leben zu lassen, kann man ja ob der Gleichgerichtetheit schon als einen nationalen Lebenswillen bezeichnen.

Ja, eine Nation ist also auch eine Idee, ein Ideal. Aber getragen von einer wahrnehmbaren und beschreibbaren Realität ( die empirische, nicht etwa rational-definitorische). Also eine Nation ist in keiner Weise durch den Willen alleine definiert oder konstituiert. Der Wille ist eher der zeitlich folgende Lebenswille eines bereits existierenden Körpers, der in der Nation existieren muß. Wie der Mensch, existiert auch eine Nation - zumindest eine Zeitlang - ohne diesen Willen. Aber dieser Wille hat Folgen: So 1871.

Ich verstehe natürlich die Abwehr westlicher und vor allem chimäriger Begriffe. Dennoch sehe ich kein anderes Wort als "Wille", das denn Willen zu Leben und Kampf eben ausdrückt. - Jeder Mensch kann fasten: Erst der Hunger, später die Schwäche sagen uns instinktiv, daß wir essen müssen. Auch innerhalb einer Nation empfinden wohl die meisten ihrer Angehörigen (und oft auch die am Rande stehenden) daß wir das nationale Fasten beenden müssen. Wir sind existenziell und in der Realität im Schwinden begriffen. Der Wille ist zu reanimieren.

Nur: Der Staat ist ja heute der Inbegriff des nationalen Fastens. Durch die zunehmende Vielvölkerei allerdings entkoppelt sich das Schicksal von Staat und Nation langsam. - Das ist der Weg aus dem staatlich verordneten negativen Nationalbewußtsein heraus.

Lieber eine kleine starke Nation, als eine große schwache. Und diesen Weg schlagen wir unbewußt ein. Einen Eintritt der wirklichen Nation in die Welt der Macht erfolgt durch ihr Selbstbewußtwerden und den Willen sich nicht zu beugen. Das wird das Ringen um die staatliche Selbstorganisation erforderlich machen. Früher oder später.
Markus
13. September 2016 15:06
Raskolnikow!
German JaCobi
13. September 2016 15:43
Entschuldigung,
aber wie kann man über Identität nachdenken, wenn man nicht weiß,
was unsere Welt im Innersten zusammenhält,
und welche Bedeutung
die drei mächtigsten „Verhaltensdirigenten“ auf alles haben,
was sich energiereich bewegt und laufend verändert?
Man kann schon, aber was dabei herauskommt,
ist doch sehr bewusstseinsflüchtig.

Das unheimliche „Machttriumvirat“
besteht übrigens aus „FERNZIEL“, „ANTRIEB“ und „VEHIKEL“.
Letzteres ist die machtvolle Kommunikation,
ohne die keine Interaktion möglich ist.

(Leider kann ich das nur in aufgestellte Internetmülleimer werfen,
weil dahinter das bestverdrängteste Wissen der Menschheit steckt ...)
Peter Niemann
13. September 2016 15:56
@Raskolnikow
Das war klar und gut gesprochen. Meine Aufgabe ist es nicht diesem noch etwas hinzuzufügen, sondern nur peripher weiter zu kommentieren.
Mein fünftes Kind kommt in einigen Monaten zur Welt und wir als Eltern suchen einen Namen der es in der Vertikalen unserer Herkunft und damit Verwurzelung verankert. Nein, keine Eintagsmode wie "Liam" oder "Jenny" sondern einen Bezug zu seiner Herkunft, ein "Wilhlem" oder "Friederike", um einige Beispiele zu nennen. Weil der Westen sich seit 200 Jahren darin übt selbst das Heiligste wie Gott zu analysieren und seit 50 Jahren zu dekonstruieren, ist nichts mehr heilig. Plötzlich ist das Mannsein ein "Konstrukt", eine Nation etwas "Vertragliches" oder eine Ehe nichts weiter als eine "Form unter vielen" - eine Mélange aus Ideen aus diversen westlichen Ländern und in den USA zur hiernach exportierten Hexensuppe gekocht.
Was für ein Blödsinn.
Deshalb kämpft Martin Sellner auch einen ehrenwerten Kampf und will uns zurückführen zur Identität, näher an unsere Wurzeln. Was er fordert ist in meinen Augen ein Minimum, lächerlich daher wie die Medien sich auf ihn stürzen, blind in ihrer Autoritätshörigkeit.
Wir im Westen und der BRD sind wirklich derart weit weg von unseren Ahnen und Wurzeln daß wir sie nicht mehr sehen und die meisten sich sogar schämen über sie zu sprechen. Dieser Spuk muß beendet werden.

Der erste Schritt: Sich dem System verschließen und es boykottieren, eigene Kinder und eine Welt in der Normalität herrscht aufbauen, offen diese Blödsinnigkeiten aufdecken, Angst als Repressionsinstrument von außen erkennen. Aber vor allem: Stets lachen weil das Leben trotzdem noch schön ist, ein Bier und Wein gut schmeckt und am Ende die Wahrheit siegt.
Übeldenker
13. September 2016 15:57
Herr Sellner,
ich bin mir nicht sicher, ob europäische Identitäten Narrative sind, und schon gar nicht, ob es mit Ihrem Ansatz vereinbar sein kann, diese als dynamisch zu betrachten.
Gewiß gibt es da und dort nationale Grunderzählungen, wie der Mythos um Aeneas und seine Nachkommen für die antiken Römer, übernommen in verschiedener Brechung dann von den Italienern. Aber was sollte der Deutsche Mythos sein? Die Schlacht am Teutoburger Wald? Die Nibelungensaga? Sind das nicht bloß, weitgehend erst im 19. Jh. aufgegriffene, Kristallisationsobjekte, die eher beschwörend als wirklich begründend wirkten? Hermann/Arminius ist uns nicht deutsch, sondern lateinisch überliefert. Die Nibelungen sind, mit Variationen, eine gesamtgermanische, keine spezifisch deutsche Sage, und die deutsche schriftliche Fassung stammt erst aus dem Hochmittelalter.
Also unser Mythos die Deutsche Geschichte in ihrer Gesamtheit? Dann wäre es freilich ein nie abgeschlossener bzw. erst mit dem Untergang der Deutschen Nation abschließbarer Mythos - und taugte genau wegen dieser Unabgeschlossenheit gegen die Zukunft keinesfalls zu einer Abgrenzung. Denn genau auf dieser Klaviatur spielen doch diejenigen, nach denen "der Islam zu Deutschland gehöre": Erweiterung des Narrativs um eine Gegenwart mit Leuten islamischen Glaubens und Verhaltens in D..

Sie schreiben, diese Narrative seien dynamisch - das wäre dies. Aber es bräuchte dabei ethnokulturelle Homogenität?
Bei einem dynamischen Konzept ließe sich Homogenität jederzeit herstellen. Geschichte ist wesentlich ein Akt von Interpretation des Überlieferten, und das heißt insbesonders: des Ein- und Ausblendens, der Akzentsetzung. Wenn Sie also ein dynamisches, in die Zukunft unbeschränkt weitererzählbares und weiterzuerzählendes Narrativ annehmen, ist es ausgeschlossen, dabei auf Homogenität als begrenzenden Faktor vertrauen zu wollen, denn die Homogenität ließe sich ihrerseits konstruieren.

Sie plädieren dafür, man sei immer schon in dem jeweiligen Narrativ der eigenen Nation. Aber es kann ja kein Zweifel sein, daß alle nationalen Narrative in eine graue oder auch gar nicht so graue Vorzeit auslaufen, in der es das jeweilige Narrativ noch nicht gab. Diese haben sich konstituiert, der Unterschied zu den USA wäre wohl nur, daß es dafür kein Gründungsdokument gab,sondern daß die Konstituierung schleichend erfolgte. Sie sind auch nicht gewachsen, denn dann bedürfte es der Annahme einer Art umgrenzbarer Keimzelle.
Vielmehr erfolgte irgendwo in einer Grauzone eine metabasis eis allo genos, wie Aristoteles sagt, ein Umschlag in eine andere Gattung, einen anderen Stamm - eine andere, neue Nation.
Die Verbindung von Nation und nationaler Sprache ist nicht zufällig. Auch Sprache ist in derselben Weise gewachsen, bis sie schließlich eine eigene Sprache geworden war.
Gewachsen, im Sinne auch einer gewissen Selbstorganisation - versus konstuiert. Das scheint mir der wahre Gegensatz zu sein. Insofern würde ich mit @Willkommenskulturlos übereingehen.

Ich denke außerdem, Das Deutsche etc. wird eher von bestimmten Verhaltensweisen bestimmt (neudeutsch "Praktiken"), aber auch von Weisen der Weltwahrnehmung und -interpretation; hier spielt viel Emotionales und Unbewußtes hinein.
Genau deswegen fällt es dann so schwer, ad hoc "Das Deutsche" zu bestimmen. Nicht, weil es dazu keinen externen Standpunkt gäbe - den hätte jeder Nichtdeutsche, und Ausländer sind in der Regel keineswegs verlegen, auf Knopfdruck Definitionen Des Deutschen abzuliefern, so klischeehaft oder vorurteilsbeladen die auch erscheinen mögen.. Vielmehr fällt die Definition deswegen schwer, weil die Ingredienzien nicht oder nicht völlig rational und verbalisierbar sind. Gleichwohl - man erkennt den Landsmann in der Regel ziemlich scharf, wenn man etwa in andersartiger Umgebung auf Vertreter trifft.
Wobei selbstredend fließende Übergänge bleiben. Aber bei allem dialektischem Scharfsinn ist man, trotz einer weiten Grauzone, sich doch einig, wann man bloß von Körnern und wann von einem Haufen Körner sprechen kann (um neben dem 'Schiff des Theseus' einen anderen antiken Verwirrungs-Schluß aufzugreifen).

Ich denke, die Inokulation von Auschwitz als neudeutscher Urmythos ist eine ebenso kurzschlüssige Aktion gewesen wie es der Morgenthauplan werden sollte oder die totale Entwaffnung Deutschlands nach dem Kriege. Bzw. wie eigentlich schon der Fehler, als das Deutsche Reich schon am Wanken war, noch immer an der Sowjetunion als Verbündeter festzuhalten, statt die Allianzen zu verändern.
Ausgedacht von Kleingeistern, die nur bis morgen (= Rache, Konkurrenzbeseitigung), aber nicht bis politisch übermorgen dachten. Man wollte Deutschland am Boden haben aber hatte keine Hintertür eingebaut, es ggf. in wünschbarer Weise wieder hoch zu bekommen auf einem politischen Schachbrett, auf dem alle gegen alle spielen.

Stärker betont werden sollte, daß Auschwitz als Gründungsmythos sogar ein zentrales Hindernis bei der Intention sein dürfte, Zugewanderte integrieren zu wollen. Welcher Externe lädt sich freiwillig solche Bürde auf??
Wenn eines sicher ist, dann das, daß eine negative Fundamentierung einer Nation keine positive Entwicklung dieser Nation begründen kann, sondern eben nur den Drang zu deren Beseitigung.

Ein weiterer Punkt, mit woh auch (teils unbewußten) antirassistischen Motiven als Hintergrund, ist die Entscheidung der Sozialwissenschaften, Wirtschaft und Politik eingeschlossen, Menschen nur quantitativ, aber 'um gotteswillen' nicht qualitativ zu betrachten. Dadurch kommen sämtliche Aspekte wie Herkunft usw. aus dem Blick, sie werden bereits vorab als irrelevant eingestuft - und kehren dann in Kölner Silvesternächten brutal in ihrer qualitativen Differenz und Wirkmächtigkeit in die Öffentlichkeit zurück. Selbstverständlich ist dieser quantitative Blickwinkel eine Grundlage für globalistisches Denken, mit diesem unlösbar verbunden.

@Winston Smith
Paul Gauguin ist übrigens, wenn Sie sich mal näher mit seiner Biographie beschäftigen, das Urbild eines Kolonialisten übelster Machart; die Verklärung um ihn ist grauenhafte Geschichtsverfälschung.
Er zog nicht zu den Wilden, sondern in die Hauptstadt der Kolonie, wenige Seitenstraßen neben dem Gouverneurspalast.
Er wohnte zwar in einer Hütte einheimischer Art, aber zog zum Schutz vor den Wilden sofort Stacheldraht um seine Immobilie. Drinnen hat er sich dann durchgängig minderjährige Mädchen zum Sex kommen lassen. Usw.
Der Mann ist nie geflohen, sondern hat sich nur Freiheit zu seinem Egoismus verschafft. Seine dänische Ehegattin mit seinen Kindern hat er seelenruhig in Kopenhagen sich selbst überlassen.
Das ist ein paradigmatisches Multikultibeispiel im Sinne gewisser Grüner. Rundum nur widerlich.
der Gehenkte
13. September 2016 16:38
Bei allem Respekt, aber wer die Nationenfrage zur reinen Abstammungsfrage, zur Familienfrage (v)erklärt, beraubt den Begriff der Nation jeglichen geistigen und seelischen Inhalts. Darüber hinaus erklärt er die Arbitrarität zum Wesen, verleugnet die Geworfenheit des Daseins.

Ich lese die SiN und das Forum nicht, weil man hier unter „Deutschen“ ist, sondern weil sie in dürftiger Zeit (manchmal) ein geistig-intellektuelles Organ von Rang ist. Es ist vollkommen schnurz, ob einer schwarz, gelb, rot oder weiß ist, sofern er was Substantielles zu sagen hat und weder kann noch will ich wissen, wer sich hinter den alias verbirgt.

Nun bin ich zwar zufälligerweise – zumindest in den letzten beiden Generationen – deutsch, aber meine Überzeugung gewinne ich durch überzeugende Argumente und nicht durch Abstammungszusammenhänge. Deutschsein ist ein geistig-seelisches Faktum, eine Identifikation mit und Aufgehen in Kultur, Denken und Geschichte, der Sprache, den Traditionen und der Nähe.

Ich kann den Deutschen in der Regel am besten verstehen, weil ich die subtilen Zeichen des Deutschseins lesen kann und weil ich weiß, daß es mit Fremden, auch bei Beherrschung der Sprache und jahrelangem Leben unter ihnen, immer wieder diese unausräumbaren Mißverständnisse gibt. Als Sachse verstehe ich die Bayern auch besser als die Rheinländer ... Deswegen ist erstmal keiner besser oder schlechter, nur anders.

Die Schwierigkeit mit der Nationenfrage besteht doch durch ihre Komplexität und in den fließenden Übergängen im Raum von Nation-Staat-Volk-Kultur-Zivilisation. Der Wille, auf den Sellner vollkommen richtig aufmerksam macht, ist nur eine Komponente unter vielen. Abstammung ist nicht unbedeutend, aber bei weitem nicht das Wichtigste.

Nationen/Völker sind auch Erlebnisgemeinschaften oder, ganz wichtig, Vertrauensgemeinschaften etc. Vertrauen kann ich dem anderen nur entgegen bringen, wenn ich ihn lesen kann, sprich, er muß sprachlich, emotional, traditional verstehbar sein, da muß es einen Konsens geben, mit Verlaub.

Daraus ergibt sich der Vorrang der Nähe vor der Ferne. Ein geburtsdeutscher Moron, ein hohler Hipster oder diskursiv unheilbar Linker kann mir durchaus ferner sein, als ein gebildeter Gesinnungsgenosse aus wer weiß wo her (die Wahrscheinlichkeit mag mit der kontinentalen Nähe sinken, aber unmöglich ist es nicht).

In der Regel ist die Familie zwar der erste Vertrauensraum, doch gibt es dafür keine Garantie.

Jesus: »Wer ist meine Mutter? Wer sind meine Brüder?«
Dann streckte er seine Hand über seine Jünger aus und sagte: »Das hier sind meine Mutter und meine Brüder!
Denn wer tut, was mein Vater im Himmel will, der ist mein Bruder, meine Schwester und meine Mutter.« Mt 12.46ff.

Damit hat er die Abstammung dem gemeinsamen Glaubensraum, heute könnte man sagen: Überzeugungsraum, untergeordnet.

Was nun den Willen betrifft: Das Problem ist, daß man Willen nicht wollen kann, man kann ihn nicht machen, einfach herbeiführen – er ist entweder da, oder nicht. Und das wiederum hängt von den „gesellschaftlichen Bedingungen“ ab … die allerdings kann man ändern!

Vertrauen ist die Seele jeder menschlichen Beziehung. Von der engsten persönlichen Bindung bis zu jener Achtung, die vor dem Gegner den Degen senkt, ist die Menschheit insgesamt eingewoben in ein umfassendes, sich jeweils vom Nahen zum Fernen hin abstufendes Vertrauensgefüge. Diese Abstufung, der Vorrang der uns Nächststehenden vor den Entfernteren, unserer Angehörigen vor den Fremden, der Heimat vor dem Ausland, entspricht den Gesetzen der Natur. Sie verrät niemanden und bricht niemandes Vertrauen. Das Gegenteil, ein Vorrang der Fremden, wäre widernatürlich und auf die Dauer undurchführbar. Es entspricht der Einstellung der Verräter. (Heinrich Jordis von Lohausen: Denken in Völkern)
jack
13. September 2016 18:08
Die Frische von Martin Sellner, die scheinbare Unbekümmertheit, die Intelligenz und der klare Verstand, einfach nur sympatisch.

Und wenn da ein 180%-Angepasster von "weißer Hetero-Mann voller Angst" schwurbelt, darf man annehmen, dass es sich bei dem eben nicht um einen ethnischen Europäer handelt.

Deutschland als Willensnation?


Um wessen Willen handelt es sich dabei?

Helmut Kohl 1991: Regierungserklärung zur 12. Wahlperiode des Deutschen Bundestages
Die Bundesrepublik Deutschland ist kein Einwanderungsland.



FAZ 02.07.2001: Deutschland ist kein klassisches Einwanderungsland und kann es auf Grund seiner historischen, geographischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten auch nicht werden. (...) Während sich die Zahl der Ausländer in Deutschland seit 1973 mehr als verdoppelt hat, stagniert die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ausländer auf dem Niveau des Jahres 1973 und geht der Anteil der Ausländer an der Beschäftigung in Deutschland tendenziell zurück.

Wolfgang Schäuble 07.12.2006 Schäuble wiederholt auf Integrationskongress ein altes Unionsbekenntnis „Wir sind kein Einwanderungsland“

Welche Institution zwang die BRD zur einer absoluten Kehrtwende?
Selbst die gegenwärtige oberste Regierungsinstanz äusserte vor nicht allzulanger Zeit, dass Multikulti gescheitert sei!

War es Barbara Lerner-Spectre, die behauptete, dass Europa noch nicht gelernt hat, multikulturell zu sein? Oder war es Anetta Kahane, die während eines Interviews mit einem amerikanischen Sender sagte, „Europa MUSS multikultuerell werden“?
Oder war es Goldman-Sachs, die behaupteten Deutschland braucht mehr Einwanderer ?
Oder Georg Sorros mit seinem Netzwerk „Open Society“
Vielleicht auch die UN mit Replacement Migration
Oder Peter Sutherland, UN-Migrationsbeauftragter: „EU soll ethnische Homogenität zerstören!“
Bereits 2012 waren Robert Zoellick, damals Weltbank, und Timothy Geitner, damals US Finanzminister, der Ansicht, dass Deutschland überaltert ist, mehr Einwanderer braucht , um die Produktivitätsverluste abzubremsen.

Fragen über Fragen!
Andreas Walter
13. September 2016 19:15
@Raskolnikow

Einfach nur Abstammung legitimiert zu rein gar nichts. Zumindest nicht nach den Gesetzen der Natur. Die beim Menschen, dass allerdings sehr unterschiedlich ausgeprägt, über das rein Materielle, den animalischen Aspekt seiner eventuell dadurch besonderen Natur hinausgehen. Grenzen muss man eben nicht nur setzen (markieren) können, sondern sie bei Nichtbeachtung auch verteidigen. Das Gleiche gilt für Ansprüche, die man ebenso nicht nur stellen, sondern auch einfordern (können) muss.

Oder anders ausgedrückt: Für einen Tiger, aber ebenso für eine Rickettsia, sind auch Sie obwohl ein Mensch nicht die "Krone der Schöpfung", sondern nichts weiter als deren nächste Mahlzeit beziehungsweise ein Wirt auf Zeit.

Legitimieren tut daher immer nur der Wert, den jemand oder etwas für unterschiedliche Organismen besitzt, und für manche ist man eben nur Wurmfutter, für andere die ewig sprudelnde Quelle ihrer Steuereinnahmen, Abgeordnetengehälter und Gewinne und für wieder andere einfach nur der beste Papa respektive die beste Mama in der Welt. Oder ein Gleichgesinnter.

Zu unrecht Entrechtete haben daher leider nur eine Wahl und die heisst:

Sich selbst Ermächtigen.

http://www.dailymotion.com/video/x8j8v_beastie-boys-fight-for-your-right_music
Meier Pirmin
13. September 2016 21:33
@Aristoteles. Zur ganzen Antisemitismusfrage und noch anderem wurde en längerer Kommentar von mir nicht freigeschaltet, wobei ich es nachräglich richtig finde, man wird sehr schnell missverstanden. Entschuldigen Sie also, dass auf Ihre Auslassungen nicht weiter eingehe.
Observer
13. September 2016 21:44
Was ist das für eine Debatte?

Die Erhaltung eines homogenen Volkes ist nicht verhandelbar.

Mit diesem Artikel kapitulieren die angeblich "Identitären" vor ihren Gegnern.

Raskolnikow hat es wieder einmal zurecht gerückt.
Andreas Walter
13. September 2016 22:54
@Andreas Walter

Und riskieren dabei, das wir ein drittes Mal mit Gewalt geschlagen werden, obwohl der freie Wettbewerb, der freie Handel sogar eine Erfindung unserer Konkurrenten selbst war (Manchesterkapitalismus, Manchesterliberalismus), den sie aber verloren und darum dann zu unfairen Mitteln gegriffen haben?
Rumpelstilzchen
13. September 2016 23:06
Johannes 2
…3Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. 4Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen?


Es ist mitunter sehr befreiend, sich seiner genetischen Herkunft entwinden zu können. Das kann jeder bestätigen, der sich mit seiner Sippe in einem Erbstreit oder ähnlichen Streitereien befindet.

Und ich las völlig übermüdet von Deutschland als einer Willkommensnation.
Ich fühle mich allen Menschen verbunden, die Wilhelm Busch mögen.
Mein Lieblingsdeutscher.
Deutschland als Wilhelms Nation. Da kann ich zustimmen .
Aristoteles
13. September 2016 23:30
Kaum wird das Thema 'Abstammung' als ein Identifikationsmerkmal nationaler Zusammengehörigkeit eingeführt, fangen hier einige an zu hyperventilieren - ähnlich wie wenn Linke 'Autobahn' hören oder 'Famlie'.

Bestes Beispiel - Raskolnikov sagt:
"Wer permanent versucht, die Abstammung aus dem Spiel zu halten, wird zwangsläufig irgendwie albern."

Das ist eine relativ simple wie kleinlaute Feststellung,
und sofort raunt es aus den Betroffenheitsecken:
"Einfach nur Abstammung legitimiert zu rein gar nichts."
Oder ein anderer:
"aber wer die Nationenfrage zur reinen Abstammungsfrage, zur Familienfrage (v)erklärt"
Oder wieder ein anderer:
"Mit einer rein völkischen Staatsangehörigkeit ist das was ist weder zu fassen noch jemals zu bereinigen"
Oder wieder ein anderer:
"Im rein ethnischen Ansatz liegt jedoch die Gefahr von Denkfehlern."

Dieser Purismus-Verdacht erinnert mich irgendwie an Gauck.

Dabei wurde lediglich festgestellt, dass Abstammung ein natürliches Identifikationsmerkmal ist.

In vergleichbarer Weise unterstellen auch die Volksverräter der BRD-Polit- und Medienkaste den Deutschen,
die sich als Volk/Ethnie erhalten wollen,
andauernd Hetze und Hass,
obwohl sie selbst es sind, die diese Deutschen hassen.

Ich habe schon mit mehreren (v.a. jungen) Menschen gesprochen, die, obwohl sie ihrer Abstammung nach Deutsche sind, von sich behaupten, dass sie keine Deutschen sind.
Für mich zwar ein deutliches Anzeichen von Geistesgestörtheit, aber bitte. Wenn sie nicht wollen. Vielleicht hat Gott mit ihnen irgendwann noch Erbarmen.

Auf der anderen Seite:
Cem Özdemir ist kein Deutscher.
Und Roberto Blanko auch nicht.


@Karsten
"Aber was will man sagen, einigen genügt ja nicht einmal das Kaiserreich, die wollen noch weiter zurück (wohin eigentlich? [...]) [...] Er ist eben ein Sünder, der Mensch. Und die Erlösung kommt erst im himmlischen Reich. Da wird dann Religion mit Politik verwechselt."

Wenn ich so was lese, könnte ich auf das gesamte Christentum pfeifen und mich über jede Nachricht freuen, die den Niedergang der christlichen Kirchen vermeldet.
Die Durchtrennung des natürlichen Bezuges, den der Mensch über Familie, Sippe, Ahnen, Stamm und Volk in den Himmel aufbaut, ist DIE SÜNDE, unter der die volksliebenden Menschen am meisten zu leiden haben.
Sichtweisen wie 'Dort oben Gott, hier unten die Menschen - und dazwischen nichts außer die Sünde und eine Self-Made-Hybris wie: 'Ich such mir Mutter, Vater und Geschwister selbst aus' ' sind die Axt, mit der unsere Irminsul gefällt wurde.
Als ob Jesus mit seiner Antithese die Existenz der natürlichen Familie als Bezugspunkt ausgeschlossen hätte!

Selbstverständlich gehört die christliche Ethik und Mystik zum Deutschtum dazu - aber nicht diese völker- und naturverachtende Weltsicht à la Käßmann oder Woelki.
Immerhin gab es auch Menschen, die das Kreuz als Baum des Lebens mit Wurzeln nach unten und Gedanken nach oben betrachtet haben -
und nicht bloß als Marterkreuz und Symbol einer wunderhaften Wiederauferstehung.

Und übrigens können auch 20 Millionen Deutsche leben, wo früher 80 Millionen gelebt haben. Leere Häuser und Heime abreißen und ein paar Bäume pflanzen, ist eine durchaus kostengünstige und ökologische Alternative.

@Andreas Walter

Auch ihre pubertierenden Beastie-Boys sollten dereinst noch den Frieden mit ihren Eltern finden.
Und auch die Existenz von Millionen von Hurensöhnen spricht nicht gegen das Ideal der Familie.

Einstweilen trauere ich mit Alexandra ...

https://www.youtube.com/watch?v=f_CJeAmiW_0

... in der Gewissheit, dass das Deutsche Volk dereinst wieder auferstehen wird, mit Hilfe derjenigen, die an ihr Volk glauben.
quarz
13. September 2016 23:30
@Pirmin
Ich halte die Schweiz nicht für eine Nation, sondern für ein Zweckbündnis, das hauptsächlich aus drei Gründen stabil ist:
1. Weil viel Geld da ist.
2. Weil die konstitutiven Ethnien nicht multikulturell miteinander, sondern auf getrennten Territorien nebeneinander leben.
3. Weil das Land extrem föderalistisch strukturiert ist.

Dass dieses Zweckbündnis auf dem Willen der Beteiligten beruht, ist wohl wahr, aber nicht jeder willentliche Zusammenschluss ist eine Nation, auch dann nicht, wenn er einen gesamtstaatlichen Rahmen hat.

Ich habe oben andeutungsweise von der semantischen Anreicherung des Nationsbegriffs geschrieben, welche auch die nicht missen möchten, die offiziell eine bloße Willensgemeinschaft damit zu meinen vorgeben. Dazu sollte ich vielleicht etwas ausführlicher werden. Vereinfacht gesprochen geht es dabei über gemeinsame mentale Inhalte. Diese beziehen sich sowohl auf kognitive als auch auf normative Aspekte des sozialen Daseins. Nennen wir es der Einfachheit halber "Mentalität". Sie zieht sich in kulturtypischer Weise durch alle sozialen Gruppen der betreffenden Gesellschaft und bei aller regionaler Abstufung über das ganze nationale Territorium.

Diese mentale Gemeinschaft wird in erster Linie durch einen gemeinsamen Sprachraum etabliert, weil dieser das Medium ist, durch das sich Gedanken bevorzugt ausbreiten und aufeinander abstimmen können, so wie sich Tinte im Wasser ausbreitet, in das es gegossen wird und durch Rühren und Strömungen nach und nach das gesamte Wasser im Gefäß einigermaßen einheitlich einfärbt. Robert Musil hat das einmal folgendermaßen ausgedrückt:
"[Die Nation] ist als Sprachgemeinde ein natürlicher Leistungsverband, das Sammelbecken, innerhalb dessen sich der geistige Austausch zunächst und am unmittelbarsten vollzieht. Diese geistesorganisatorische Bedeutung der Nation bleibt auch für den weitest gesteckten Humanismus und Kommunismus bestehn."
Sofern also nicht natürliche oder künstliche Hindernnisse diesen Kommunikationsraum einschränken, ist die gemeinsame Sprache in naheliegender Weise der Rahmen der Nation.

Der Schweiz fehlt dieses Merkmal. Und wenn auch eine große emotionale Eingenommenheit für das Gemeinwesen anzutreffen ist, so ist doch der kognitive Gehalt, der sich bei den meisten Schweizer dabei einstellt (so unterstelle ich jetzt mal) von Bildern geprägt, die eher die eigene ethnische Gruppe repräsentieren. Dem Appenzeller kommt beim patriotischen Erlebnis kaum ein welscher Ton ins innere Gemälde. Außer beim Zürcher Intellektuellen, der in Genf studiert hat und ein Ferienhaus im Tessin besitzt (aber dort eher als Fremdkörper wahrgenommen wird), imaginieren die meisten Schweizer wohl ihren engeren ethnischen Bereich, wenn sie vorgeblich von "der Schweiz" sprechen.
Franzl
13. September 2016 23:41
Die Frage ist: Wie schaffen wir ethnisch homogene Strukturen? Und ist das Einfordern von deutschen Freiräumen nicht auch die Akzeptanz und Billigung von fremden Freiräumen? Aufgabe? Nach dem Motto: ihr zieht euch zurück und bleibt unter euch? Na gut, dann machen wir das auch! Aber bitte stört uns nicht dabei!
Herbert
13. September 2016 23:42
@Raskolnikow

Danke!

Man muss nicht gleich vor den "willst du einen Ariernachweis einführen" Schreiern zu zittern beginnen. Was meiner Meinung nach auch der Grund ist, warum so viele Leute um diesen Punkt herumeiern. Natürlich geht es um Abstammung. Ansonsten müsste ein jeder hier das deutsche in der heutigen BRD leugnen, denn dieses staatliche Konstrukt und die Populärkultur die in ihm gelebt wird, hat nichts mit dem Deutschland von Friedrich Barbarossa zu tun und trotzdem anerkennen hier alle die Kontinuität des Volkes an, auch wenn der Ausdruck "Deutschland" für die Zeit Barbarossas sogar ein Anachronismus ist. Deutschland hat weder im Kaiserreich, noch im 3. Reich aufgehört Deutschland zu sein, weil es von Deutschen bewohnt und geprägt wurde.

Nun geht es aber nicht ausschliesslich um Abstammung, natürlich gibt es auch so etwas wie deutsche Idealvorstellungen. Aber ein Deutschland das von Chinesen und Schwarzen bewohnt wird, hat eben aufgehört Deutschland zu sein, auch wenn die ab und zu Händel (oder meinetwegen sogar - uff - Wagner) hören und wissen wer Schopenhauer war. Die Abstammung ist die conditio sine qua non eines Volkes und in diesem Sinne ist auch ein Pierre Vogel deutscher als der grösste in Deutschland lebende Schweinshaxen und Weissbier Fan aus Angola, der jeden Sonntag brav in die Kirche geht. Denn ersterer kann zumindest theoretisch deutsches Leben weitergeben, letzterer nicht.

Man muss sich dabei auch nicht in Haarspaltereien ergehen, wie mit der Fragestellung nach Sarrazin. Wieviele Vorfahren hat der Herr bis zu dem Zeitpunkt, als sein hugenottischer Vorfahre nach Deutschland kam? 1000, 2000, 4000? Davon war mit Sicherheit einer Hugenotte und mit grosser Wahrscheinlichkeit der überwiegende Teil des Restes Deutsche. Muss man nun tatsächlich nach Sarrazins ethnischer Zugehörigkeit fragen, weil er einen hugenotttischen Namen trägt? Also bitte....
Obi Wan Kenobi
14. September 2016 00:00
@Mitropa:

"Vielen Dank Raskolnikow, das war nach dem ganzen narrativen Geschwätz hier, mal wieder bitter nötig!"

Hmm, na ja, "narratives Geschwätz"...das finde ich jetzt auch etwas platt, und das macht fast den Eindruck, als ob sie sich für das Thema "Nation" gar nicht so richtig interessieren.

Schauen wir zum Beispiel auf das Beispiel Balkan: Serben und Kroaten sind ethnisch vermutlich näher verwandt als die Vorpommern mit den Allgäuern (siehe hier: http://www.eupedia.com/forum/threads/30248-Scientifically-Proven-That-Croats-are-descendants-of-Serbs). Trotzdem haben sie Anfang der neunziger Jahre einen grausamen Krieg gegeneinander geführt, um sich wieder voneinander zu trennen. Der Grund: Die einen hatten ihr Amselfeld und die Orthodoxie, die anderen ihr hochmittelalterliches kroatisches Königreich, ihren Katholizismus und ihr Bleiburg (https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Bleiburg).

Eine Nation besteht also aus zweierlei: Aus Blut und Geschichte(n).
Richard
14. September 2016 00:31
Sehr geehrter Herr Sellner, werte Mitlesende,


Ich bin wahrlich kein Freund solcher Kommentare, welche sich nicht wirklich auf den eigentlichen Beitrag beziehen, sondern nur irgendetwas anderes unbedingt zum Besten geben wollen. Dennoch denke ich, daß hier der richtige Ort ist, ein paar Fragen zu stellen, die mir in den vergangenen Monaten, in denen die IB mehr und mehr Aufmerksamkeit erhalten hat, so gekommen sind. Vor allem auch, um nicht die ganze Last der Antworten alleine Ihnen zuzumuten. Ich bin dabei auch nicht so vermessen, für alles eine persönliche Antwort erhalten zu wollen, falls etwas schon in einem anderen Text behandelt wurde.

1) In Ihrem Text „Nationalismus revisited“ schreiben Sie unter anderem:
„Der Identitäre überwindet also mit dem Universalismus auch die Ideologie des Nationalismus. Er durchschaut ihn in seiner „biologischen“ sowie seiner „staatlichen“ Form als „Nationalisierung“ des Universalismus. Es wechselt immer nur der Inhalt, aber nicht die Systematik und Struktur. Er äußert sich nach außen mit missionarischem Erlösungswahn, fanatischem Imperialismus, rassischem und kulturellem Chauvinismus und nach innen mit Vereinheitlichung, totaler Mobilmachung, Zentralisierung und Totalitarismus.“ http://www.identitaere-generation.info/nationalismus-revisited-teil-4/
Andererseits schreibt Kubitschek, dem Sie ja auch verbunden sind:
„Verbündeter ist (so sieht es der gesunde Menschenverstand), wer für Deutschland ist, wer Sturm läuft für sein Land oder mindestens das offene Wort pflegt.“ http://www.sezession.de/54364/schlingen-im-widerstandsmilieu.html/3

Für mich stellt dies zumindest einen potentiellen Widerspruch da. Grenzt sich die IB jetzt von der „Alten Rechten“, gar mit Schwarze Sonnen-Faible, nicht nur aus taktischen, sondern auch aus tatsächlich inhaltlichen Gründen ab? Oder gilt doch eher „keine Feinde im eigenen Lager“? Irgendwie beißt es sich für mich schon ein wenig mit dem Gedanken „Wer für Deutschland ist, ist quasi automatisch auf unserer Seite“, obwohl Kubitschek im selben Beitrag ja gerade die IB als Abgrenzungsbewegung zu Neonazis beschreibt.

Ich hoffe, die Zitate können verdeutlichen, dass es mir nicht wie einem kürzlichen Interviewer um irgendwelche „gefühlten Positionen“ oder gar um eine Art „Enthüllung“ geht. Ich möchte das wirklich gerne auf einen gemeinsamen Nenner bringen und am liebsten wäre mir eine Antwort, die eben in Einheit und nicht in Differenz zwischen zwei Positionen mündet.

2) Wie würde die IB mit einem Akif Pirincci oder aktuell mit einer Ronahi Chaker umgehen? Pragmatisch im Sinne „Wer sich wirklich Mühe gibt und sich mit dem Herzen zu diesem Volk bekennt, bekommt auch die Chance, Teil dieser Gemeinschaft zu werden“? Oder passen diese irgendwie nicht ins Bild, weil sie ja zu einem Identitätswechsel gezwungen wurden, um sich heute dementsprechend zu äußern? Vielleicht anders gefragt: Wie „völkisch“ ist die IB da denn tatsächlich? Oder könnte man sagen: Wer die AfD unterstützt und dort akzeptiert wird, hat schon den notwendigen Grad an Bekenntnis erreicht?

3) Der alte Diskurs zwischen Universalismus und Ethnozentrismus auf die Spitze gebracht: Verbietet sich als „Identitärer“ denn jegliches Kümmern um Konstrukte wie „Menschenrechte“ in anderen Ländern? Müssen einem dann auch Burkas in islamischen Ländern und öffentliche Hinrichtungen egal sein, da eben jede Kultur selbst bestimmt, was sie macht? Oder kann man auch die Identität Deutschlands und Europas verteidigen und trotzdem auch den Befreiungskampf bspw. von Kurdinnen und Jesidinnen zu einer Sache der innerlichen Unterstützung machen? Kann man gar sagen: „Imperialismus und Einmischung in andere Länder ist verwerflich, aber bei Ungeheuern wie dem IS sind auch amerikanische und russische Bomber unterstützenswert“?


Meine Fragen mögen ein wenig reichsbedenkenträgerhaft, Schmalspur-Nassehi- oder SZ-journalistenmäßig wirken, so sind sie aber nicht gemeint. Wäre dem so, würde ich wahrscheinlich nicht diese öffentliche Art der Fragestellung verwenden. Ich sympathisiere viel eher sehr mit dem, was ich von der IB so wahrnehme. Letztlich hängen die Fragen ja auch tatsächlich auch wieder mit dem obigen Beitrag zusammen.

Und bevor jemand jetzt entgegnet, dass Pirincci und Chaker nun wirklich anteilsmäßig die Ausnahmen sind und das hier keine Rolle spielen sollte: Doch, ich glaube, genau darum geht es, wenn man andere Personen von der IB überzeugen möchte, wie ich es mit meinem jetzigen Halbwissen auch schon versuche. Wer nicht schon dezidiert rechts ist, möchte nämlich wahrscheinlich schon gerne wissen, ob die hip und modern wirkende IB dann am Ende doch mit der imaginären echt netten säkulären türkischstämmigen Kommilitonin potentiell kompatibel wäre, welche sich ebenfalls über Kopftücher aufregt und welche vielleicht sogar die Aktion am Brandenburger Tor gut findet.

Ich danke im Voraus für eventuelle Antworten. Und wünsche viel Glück und alle notwendigen Energien für Freitag.


Beste Grüße,
R.
Raskolnikow
14. September 2016 07:07
Lustlos,

jede Kinderei mit einer Replik zu bedenken, will ich mich bei den betreffenden Gemeindemitgliedern schon mal entschuldigen. Ich kann einfach nicht über die Beziehung Volk - Familie referieren, mich nicht von "reinen" Abstammungsvorwürfen distanzieren oder über die Natur der menschlichen Seele spekulieren.

Auch gebricht es mir an der Kraft, mich vor Herrn Winston über familiäre Mythen zu verbreiten, die natürlich profaner als die religiösen oder völkischen daherkommen, jene aber doch begreifbar machen: Omas Knödelrezept, der verrückte Seemanns-Onkel, "bei uns macht man das so ...", der Schrank dahinten ist noch aus Ostpreussen von Uroma usw. ...

Wer das alles nicht mehr versteht, sollte den Makel bei sich suchen und vielleicht mal ein Buch zur politischen Theorie weniger lesen!

Natürlich gehört zum Deutschsein mehr als die Abstammung, aber ohne deutsche Vorfahren kann ich soviel Haxen fressen, Wagner hören oder Ingenieurspatente anhäufen, wie mir möglich ist. Daß man darüber etwas schreiben muss ... Aber lassen wir das!

Ein Punkt den ich aber tatsächlich nicht verstehe, der mir wirklich zu schaffen macht, ist dieses binäre Denken. Euer Liebling zum Beispiel, der Akif, ist ja soviel netter als der Volker Kauder oder der Pierre Vogel, und Ihr fühlt Euch diesem viel näher als jenen beiden. Das habe ich verstanden. Na und? Man muss ihn doch darob nicht zum Deutschen machen. Man kann mit ihm freundschaftlich, geschäftlich, verschwörerisch und von mir aus geschlechtlich verkehren, aber warum muss er plötzlich Deutscher sein?

Es klingt immer, wenn man einem das Deutschsein abspricht, als ob man ihm etwas Böses täte, als ob man die Pforten der Hölle aufstieße ...

Gibt es wirklich nichts zwischen Willkommenskommando am Bahnhof und Erschießungskommando am Waldrand?

Natürlich sitze auch ich lieber bei Kubitscheks auf dem Küchenbalkon, als im verkommenen uckermärkischen Garten meines Vetters inmitten von Plastemöbeln schlechten Fusel zu verköstigen. Ich fühle mich auf einer Kosakenstanitza am Don unbeschwerter als auf einem FDP-Parteitag in Niedersachsen, aber was kann das je an meiner Abstammung ändern, was hat all das mit meiner Herkunft zu tun?

Es geht doch nicht um unsere Wohlfülzonen, sondern um unsere Zugehörigkeiten. Es geht um das Eigene!

Es gibt Dinge, die sind (eigentlich, in nicht psychotischen Völkern) völlig klar und unverrückbar. Deshalb eignen sie sich einfach besser als Klammer eines Volkes oder Sakramentalium einer Nation, als so manipulierbare Triebkräfte wie gemeinsame Willen.

"Deutschland ist das Land der Deutschen!", hat Kubitschek mal gesagt.

Was gibt es da zu diskutieren?

So, jetzt sind wir alle wieder lieb. Denn der zusammengeflickte Zeitcharakter macht, daß die Narren ernst erscheinen und am Wochenende nach Schnellroda hinken. Mögen die Unsrigen sich gerade machen und gelassen eine erfolgreiche Akademie entbinden ...

Cordialst,

R.
ulex
14. September 2016 07:16
Eine kurze Anmerkung noch:

"Ich gehöre zu meiner Familie, nicht weil ich die gleiche Sprache spreche, wie meine Vorfahren, sondern weil ich ihre Genetik in mir berge."

Naja, grad dies find ich ein schlechtes Beispiel.

Ich armer Tropf der nun garnicht auf Kaffee-Kuchen-Gedöns steht werde seit nunmehr 15 Jahren seit ich mit meiner Frau zusammen bin von einem Familien-Event zum nächstem geschleppt, weil ich doch jetzt "zur Familie" gehöre. Dabei trage ich deren Genetik mitnichten in mir. Und unsere Tochter auch nur zur Hälfte.

Insofern würde ich Familie grad als Paradebeispiel für ein offenes "System" sehen, welches ständig und permanent Menschen anderer Genetik aufnimmt und assimiliert.
Meier Pirmin
14. September 2016 07:19
@quarrz. Über die Schweiz fehlt in Europa und in Deutschland Grundwissen, obwohl Sie mit dem Zweckbündnis etwas ansprechen, das gar nicht falsch ist. Der Beitritt in den Bund soll, wie es 1502 im Bundesbrief von Schaffhausen hiess, "hilflich" sein.


Aber offensichtlich fehlt Ihnen das Wissen, dass es kaum ein Land gibt, das so sehr von patriotischen Narrativen lebt wie die Schweiz. Der grösste Schweizer Schriftsteller ist nun mal Rousseau, der das Narrativ vom Tell schon in der Nouvelle Héloise, seinem bedeutendsten Roman 1756 aufgreift und der sich als Genfer zwölfmal "Suisse" nennt. Bei den Appenzellern gibt es das Narrativ der Schlacht beim Stoss und Uli Rottach. Jeder Appenzeller Bürger hatte noch vor kurzem mehr Kompetenzen als ein deutscher Bundestagsabgeordneter. Neuerdings sind diese vom Bundesgericht beschnitten. Der Fehler der Appenzeller war, das Frauenstimmrecht, als es national längst Gesetz war, nicht einführen zu wollen, weil die Landsgemeinde die Versammlung der waffenfähigen Männer ist. So germanisch kriegte man es in Deutschland seit Jahrhunderten nicht mehr hin.


Dann gibt es das Narrativ vom Landesheiligen Bruder Klaus, über den ich eine 600-Seiten-Biographie geschrieben habe, der im Jura äusserst verehrt wird. Dann gibt es das Narrativ von Winkelried, sorget für meine Frau und meine Kinder. Dann gibt es das Narrativ vom Geld, pas de monnaie, pas de Suisse. Der heilige Schweizerfranken, der nur durch militärische Besetzung wegzukriegen wäre. Dann gibt es das Narrativ der Geschichte um Napoleon, andererseits auch das Narrativ vom Freiheitskampf der Nidwaldner. gegen die Franzosen. Dann gibt es das Narrativ der Geschichte der generationenlang erkämpfen direkten Demokratie. Dann gibt es das Narrativ von 1848, der Stolz auf den Liberalismus und das neue Schweizerkreuz.



Und zu allen Zeiten waren Leute bereit, bedingungslos für die Schweiz zu sterben, was allerdings in neuester Zeit abgenommen hat. Aber noch den Arbeiterschriftsteller Karl Kloter, über den ich geschrieben habe und dessen Lektor ich war, hätte im 2. Weltkrieg jeden Deutschen totgeschossen, der es gewagt hätte, aggressiv unsere Grenze zu überschreiten. Auch können Sie sich die Integrationskraft von grossen Dichtern wie Jeremias Gotthelf und Gottfried Keller kaum vorstellen, ferner Jacob Burckhardt, den Mann auf der Tausendfrankennote, der gesagt hat, dass der Kleinstaat dazu da sei, dass irgendwo in der Welt gelebte konkrete Freiheit für den einzelnen Bürger existiere. Schliesslich unterschätzen Sie das mythische Narrativ der Neutralität. Das Standardwerk über ihre Geschichte umfasst 6 Bände. Auch fürchte ich, dass Sie die Geschichte vom St. Gotthard nicht kennen, ein deutsch-schweizerisch-italienisches Narrativ. Was Goethe über die Schweiz geschrieben hat, ist unübertrefflich und grundlegend. Auch gibt es noch das Narrativ vom Jodel, vom Schwingen und immer wieder vom gezielten Einzelschuss. Ausserdem sollten Sie sich mal über die Mundart Gedanken machen, womit die Deutschschweiz immer noch der germanischste Ort im deutschen Sprachraum ist. Nicht zu unterschätzen sind natürlich Ingenieure und Wirtschaftspioniere und Strategen und sogar Theologen. Am 2. November erscheint dann noch ein Buch von mir über den Kulturkampf in der Schweiz.



Beeindruckend auch die Schweiz als Asylstätte für deutsche Liberale und Freiheitskämpfer, auch Anarchisten, im 2, Weltkrieg Juden, wiewohl bei uns der Antisemitismus etwa gleich war wie in Deutschland, allerdings nicht gerade wie in Oesterreich. Natürlich gibt es über das Rütli hinaus noch das Narrativ vom Ahorn von Trun, wo 1424 der Graue Bund geschworen wurde. Das zusammen Schwören macht das Wesen der Eidgenossenschaft aus, weswegen man bis zur Verfassung von 1874 hartnäckig am Vaterland der Christen festhielt. Kommt dazu, dass man ohne den Staatsphilosophen Troxler (1780 - 1866), dessen 150. Todestag dieses Jahr begangen ist wurde ohne die Westschweizer Schule des Naturrechts über die Schweiz geistig auf dem Nullpunkt ist, also ihre politischen Errungenschaften nicht kennt, Troxler war einer der bedeutendsten Schüler Schellings und Hegels, die er zugleich kritisierte, wobei Schelling bekanntlich in Bad Ragaz beigesetzt ist. Was die Schweizer Rechtsschule betrifft, übernahm die Türkei vor Jahren das Schweizer Zivilgesetzbuch, was Erdogan nie gemacht hätte.



Obwohl die Schweiz im 2. Weltkrieg vor allem dank geschickter Politik überlebt hat, der Bundesrat passte sich an, der General repräsentierte den Widerstand, obwohl alles auch mit der Fiskalpolitik zusammenhängt, wäre auch mein Vater selbstverständlich bereit gewesen, für das Land sein Leben hinzugeben. Dabei passt eigentlich aber Nationalismus nicht so richtig zur Schweiz, wiewohl im 19. Jahrhundert von schweizerischer Nation die Rede war. Besonders nationalistisch waren wir beim Neuenburger Handel 1856/57, als es wegen der Doppelstruktur preussisches Fürstentum und schweizerischer republikanischer Kanton beinahe zum Krieg mit Preussen kam. Die aufgewühlte Stimmung einigte die durch den Kulturkampf geteilten Lager, nur der grosse Luzerner Politiker Segesser enthielt sich bei einer Resolution gegen Preussen der Stimme, weil er wusste, dass es Friedrich Wilhelm IV. nur um seine Pirnzipien ging und die Loyalität mit den Neuenburger Monarchisten, die seinerzeit im Schweizer Bürgerkrieg neutral geblieben waren, was Segesser anerkennen wollte. Auch war Segesser kein Nationalist, reiner Kantonalist: "Ohne den Kanton Luzern ist mir die Schweiz die innere und äussere Tartarei." Das ist aber zugleich ein Beispiel für übertriebenen Föderalismus.



Es bleibt aber dabei, trotz Moralismus über unsere Anpasserei, dass es weltweit zur Zeit des 2. Weltkrieges keine vernünftigere Regierung gab als die schweizerische und dass wir nicht nur dank Glück, sondern doch hauptsächlich auch mit geschickter Politik den geringsten Blutzoll der europäischen Völker bezahlt haben, obwohl wir sehr nahe am Geschehen waren und von den Achsenmächten eingeschlossen. Natürlich hätte man sich auch mit Hitler arrangieren können, unter der Bedingung, dass die schweizerischen Interessen den Vorrang haben und das Staatswohl und Gemeinwohl der Schweiz. Das war auch der verfassungsmässige Auftrag von Bundesrat und Parlament. Eine andere Moral hat man in der Schweiz nie gekannt, wiewohl immer und immer betont werden musste, zur Zeit, als Hitler Erfolg hatte, dass es jetzt für die Schweizer auf den "Charakter" ankomme. Lenin, Hitler, Mussolini und Stalin hätten im Schweizer System null Chancen gehabt, auch nur irgendwo in eine Kantonsregierung zu kommen. Es waren bekanntlich objektiv Extremisten mit Mordphantasien, Grossmäuler werden bei uns nicht gewählt.


Damit Sie es wissen: die Schweizer haben enorme Schwächen, sind kleinkariert, oft auch heuchlerisch, und Dürrenmatt verglich sie mit einer Hure, die wert auf ihre Jungfräulichkeit legt. Empörend finde ich die grössten und fast einzigen Orgien von Fremdenhass, wie sie im Juni 1945 in Schaffhausen stattfanden: Deutschen Geschäften wurden die Scheiben eingeschlagen, und noch eine deutsche Kioskfrau wurde aus dem Lande gejagt wie viele andere Deutsche auch. Dabei wurde in Schaffhausen noch während dem 1. Weltkrieg Jahr für Jahr mit einer dreistelligen Zahl von Teilnehmenden der Geburtstag des Kaisers gefeiert.


PS. Die Familie Blocher: eingebürgerte Deutsche, und zwar im Berner Dorf Schattenhalb. Warum dort? Weil dort damals die Einbürgerungsgebühr am günstigsten war.
ulex
14. September 2016 07:20
Im Übrigen darf ich bei der Gelegenheit und in diesem Zusammenhang auf die Rede von Götz Kubitschek bei Legida in Leipzig vor gut 1,5 Jahren verweisen

https://www.youtube.com/watch?v=XGn6cPTwZpY
Arminius Arndt
14. September 2016 08:25
Ich halte den Begriff der "Homogenität" für Feindsprache, der in der Debatte um den Erhalt einer deutschen Nation meiner Meinung nach untauglich ist und daher gemieden werden sollte.

Homogenität für ein Land ist eine Seite der selben Medaille, mit der man die Axt an die Vielfalt (was eben nicht "Buntheit" ist) der Menschen legen will, die andere Seite des Einheitsmenschen, der die Homogenität eben weltweit in Zukunft herstellen soll.

Deutschland war noch nie ernsthaft homogen, dass entbehrt jeglicher Erfahrungs- und Geschichtsgrundlage. Daraus aber zu schließen, na, dann kommt es ja auf ein paar Millionen Araber und Afrikaner nicht an, ist aber ein klarer Fehlschluss, der die Würde und das Werden und die Entwicklung von dem, was wir unter Nationen verstehen, verachtet und missachtet.

Neben den ganzen Abstammungsdebatten über das Thema, wer ist Deutscher, die man ja auch mit Leuten in Blumenau oder in Pennsylvania führen könnte, ist doch das entscheidende, dass es hier einen Kulturraum gibt, der mit Grenzen abgegrenzt ist und den man relativ klar als "Deutschland" definieren kann - gerne erst einmal ganz bescheiden in den aktuellen Grenzen, auch wenn für mich Österreich normalerweise dazu zählen würde.

Und die langjährigen Einwohner werden nun einer Flut ausgesetzt. Da kommt es meiner Meinung nach nicht erst darauf an, groß zu definieren, wer gehört denn nun dazu oder nicht, sondern da wäre die natürliche Reaktion, dass man die Dämme schließt und hochzieht, um die Flut zu stoppen. Wenn aber die Einwohner erst einmal langatmig klären müssen, was ist denn jetzt ein Deutscher, dann kann das nichts werden.
Waldgänger aus Schwaben
14. September 2016 08:35
Über die materialistische Auffassung von dem was ein Volk ausmacht, die am klarsten von Raskolnikow hier vertreten wird, und die mannigfaltige Zustimmung findet, bin ich doch etwas erstaunt.

Wollen wir uns also von der DNA-Analyse abhängig machen? Und was wenn die Biologie uns zeigt, dass die DNA keinen Volksbegriff hergibt? Wenn es nicht möglich ist, mittels einer DNA-Analyse die Volkszugehörigkeit eines Menschen halbwegs sicher zu bestimmen?

Suchen wir uns halt ein anderes Hobby. Statt Rechts-Sein züchten wir Cocker-Spaniels. Dann klappt es auch mit den Genen.

Oder ich wüsste noch etwas Besseres!
Bei uns am Stammtisch taucht im Sommer glegentlich ein Halodri auf, der in der Dom-Rep lebt. Laut eigenen Annahmen hat er mit Frauen dort ein halbes Dutzend Kinder gezeugt und lebt unter anderem von jenem Teil des deutschen Kindergelds, den er nicht an die Mütter seiner Kinder weitergibt. Daneben betreibt er allerlei dubiose Geschäfte, wie Viagra-Pillen an deutschen Touristen verkaufen.

Das wäre doch was für die unter-beweibte deutsche rechte Szene, auf diese Art deutsche DNA in die Welt zu streuen.
An die Arbeit Jungs!
Rumpelstilzchen
14. September 2016 08:42
@Richard
wie geht die IB mit einem Akif Pirinçci um ?
Ich hoffe doch, ganz freundlich und nett, oder ? Soweit es nicht die Fäkalsprache betrifft.
Wie kann man solche Fragen stellen ?

Da war Wilhelm Busch viel lockerer und selbstbewußter, was den Umgang mit fremder Genetik betrifft. Natürlich ist Ritter Artur charmanter als der fette Sultan:
http://www.zeno.org/Literatur/M/Busch,+Wilhelm/Bildergeschichten/Die+Entf%C3%BChrung+aus+dem+Serail
Auch Heinrich Hoffmann schreibt dazu menschliches in seinem Struwelpeter: Es ging spazieren vor dem Tor.....ein kohlpechrabenschwarzer Mohr..

Universalismus und "Ethnozentrismus" schließen sich nicht aus.
Diese niemals endende Diskussion sollten die Rechten endlich hinter sich lassen:
Populisten aller Länder vereinigt euch.
Populistes de tous les pays unissez-vous.
etc.pp
Meier Pirmin
14. September 2016 08:55
@Obi Wan Kenobi und @Richard bringen sehr wichtige Beiträge zum Hauptstrang der Debatte. Richard stellt entscheidende Fragen. Sellner ist mit Denken schon sehr weit, aber noch längst nicht am Ende, er ist dazu auch noch zu jung. Mein Beitrag über die Schweiz oben war kein abschweifender Exkurs, sondern ein Beispiel, um den Primat des Ethnischen, welches zwar eine Bedeutung hat, zu relativieren zugunsten der grossen Narrative. Wer von Narrativen philosophiert, kommt weniger vom Hegelschen Universalismus her, sondern eher vom französischen Strukturalismus, etwa Roland Barthes oder Michel Foucault. Auch ein letztes Jahr verstorbener grosser französischer Philosoph, der ein Buch über "Hass" geschrieben hat, habe seinen Namen vergessen, obwohl ich ihn auf www.portal-der-erinnerung.de und auf www.schweizermonat.ch in einem Nachruf würdigte, gehört dazu. Ferner neigt der hier gelegentlich zitierte Sloterdijk zum Narrativen.


Sehr gut schrieb noch jemand über die Kroaten und die gesamten Beispiele im Balkan, im Zusammenhang mit der Schlacht auf dem Amselfeld, dass es nicht so sehr auf Ethnie ankomme, sondern auf Ethnie und Geschichte. Geschichte wiederum besteht, wie Sellner richtig merkt, aus Narrativen. Aus diesen Erwägungen ist es grundlegend, dass die Systembeherrscher die Hochschul-Professuren über Geschichte kontrollieren. Es geht um die Diskurshoheit. In Deutschland war insofern der kürzlich verstorbene Nolte einer der grössten Ketzer. Es bleibt jedoch dabei, dass man über Geschichte fast nie genug weiss. Mein früherer Hinweis, sich mit dem Balkan zu befassen, u.a. mit den Forschungen des Historikers Urs Altermatt darüber, war wohl kein Luxus.


Sehr gut finde ich bei Sellner, dass er das Motiv der Narrative aufgreift. Es ist jedoch nicht zu verstehen ohne das wichtigste Werk zum Thema überhaupt, ich meine methodisch, "Gescnichtsbegriff und Geschichtsinteresse"von Hermann Lübbe, 2. Auflage, Schwabe Verlag 2012. Lübbe feiert im Dezember seinen 90. Geburtstag. Er ging, quasi als Geschädigter der 68er, 1971 ins schweizerische Exil nach Zürich. Er war auch der bedeutendste Gegenspieler von Habermas. Zu seinen Schülern gehören u.a. Martin Meyer, ehemaliger Feuilletonchef der Neuen Zürcher Zeitung und Roger Köppel, Herausgeber und Chefredaktor der rechtsliberal orientierten Weltwoche. In diese schrieb ich vor 4 Jahren die Titelgeschichte über Rousseau, der von Europas Rechten zu ihrem eigenen Schaden verkannt wird.
Meier Pirmin
14. September 2016 09:07
@Aristoteles. Ich bestreite, dass mit Einschränkungen und Relativierung von Abstammung und Ethnie hier "hyperventiliert" wird. Es geht nur darum, etwas im Prinzip Richtiges und Wichtiges in die angemessenen Proportionen zu bringen. "Die Welt hat den Sinn für die Verhältnisse und Proportionen verloren!", war das Ceterum Censeo eine ethisch engagierten ehemaligen Mathematiklehrers von mir.
Karsten
14. September 2016 09:34
@Aristoteles

Ein 20 Millionen-Deutschland bedeutet ein schrumpfendes Volk. Ein schrumpfendes Volk ist ein verschwindendes Volk. Für die Existenz eines weitgehend deutschen Deutschland bedeutet dies im Prinzip dasselbe wie heute, einzig der Abgang mag schöner aussehen. Und am Schrumpfen ist der Deutsche selbst schuld, er will wohl nicht mehr, abgesehen davon, dass es ihm auch von vielerlei Seiten nicht einfach gemacht wird.

Diese Bewertung unabhängig davon, dass ein derartiges Schrumpfen in einem Umfeld voller Wachstum eben nicht stattfinden kann, ohne dass Andere/Fremde nicht in die Lücken vordringen werden. Und da dies mehr als ein deutsches Problem ist, wird es in Zukunft weniger um deutsch oder nicht deutsch gehen, sondern eher um europäisch oder nicht-europäisch, weiß oder schwarz, christlich oder muslimisch. Es gilt schon die heutigen und zukünftigen Herausforderungen anzunehmen und nicht irgendwelche historischen Antworten wider jedwede neue Aufgabenstellung unseres Lebens zu verteidigen.

Und was die christliche Frage betrifft, da scheinen wir ziemlich beieinander zu sein. Ich sprach nicht vor mir, sondern von einer apolitischen eigentlich religiösen Sichtweise auf die Geschichte und das Leben allgemein, die nicht weiterhelfen wird.
Demo Goge aus der polis germania
14. September 2016 10:00
Und hier schon wieder:

BILD: Warum holen Sie sich nicht im Bundestag ein klares Votum – zum Beispiel verbunden mit einer Vertrauensfrage – für die Flüchtlingspolitik?

Merkel: Ich bin für vier Jahre gewählt und habe den Auftrag, im Dienste unseres Landes zu arbeiten. Ich versuche, den Bürgerinnen und Bürgern immer wieder zu erläutern, was meine Ziele sind und wie ich sie umsetze – so wie jetzt im Interview mit Ihnen.


http://www.bild.de/politik/inland/fluechtlingskrise/wie-schaffen-wir-das-bloss-frau-merkel-42975340.bild.html

Das ist KEIN Zufall !
Merkel will Ihre Loyalität umformulieren - weg von der gegenüber dem Deutschen Volk, hin zu einer gegenüber dem (Deutsch?)Land mit seiner "Bevölkerung" zu der dann auch jeder illegal eingereiste Asylbetrüger gehört!
Eveline
14. September 2016 10:12
Wer heute seine Deutsche Staatsangehörigkeit prüfen und amtlich bestätigen lassen möchte von der BRD Verwaltung, muß seine Abstammungsurkunde bis vor 1914 mitbringen. ( nach RUSTAG)
Ferner auch welche einen z.B Franzosen heiraten möchte, weil, das verlangt der Französische Staat!!!!! Das Ausland weiß wenigstens bescheid.

Oder eine Partei gründen möchte, der benötigt auch die Deutsche Staatsangehörigkeit.

Ein Personalausweis legt dies nur nahe.

Die Deutsch - Russen mußten nach 89 auch ihre Abstammung so klären.

Noch heute beziehen sich die Gebäudeversicherungen immer noch auf einen Preis Index von 1914. http://www.helberg.info/versicherungen/versicherungssparten/gebaudeversicherung/wert-1914-wert-heute-der-baupreisindex/

Warum wohl?

Land ist Recht. "Einigkeit und Recht und Freiheit für das Deutsche Vaterland"..... uns Deutschen viel Glück.

Die Indianer Nordamerikas prozessieren noch heute auf ihr mindesten 300 Jahre zurückliegendes altes Recht.
hubschrauberpilot
14. September 2016 11:56
@Raskolnikov - ich liebe Ihnen, er ist ein begnadeter Aphoristiker: "Gibt es wirklich nichts zwischen Willkommenskommando am Bahnhof und Erschießungskommando am Waldrand?"
Eveline
14. September 2016 11:58
ulex

Angeheiratete besitzen eine Familienzugehörigkeit. Sie selber haben aber auch eine Familienangehörigkeit.

Erbrechtlich wird das auch klar unterschieden.
Karsten
14. September 2016 13:44
@Raskolnikow

Schön gesprochen und doch Ihrerseits gleichfalls binär, wie die, denen Sie das vorwirft. Bei Ihnen: Fremd und Eigen.

Ja gibt es denn nichts zwischen Weiß und Schwarz, zwischen Deutschem und Nigerianer. Doch, deren Kinder und Kindeskinder. Mittlerweile eine Menge. Was tun Sie mit dieser Menge? Wenn diese nicht zum einen gehören, gehören sie mit derselben Begründung auch nicht zum anderen. Was tun? Einen eigenen Staat schaffen? Und das ist nur eines der vorhandenen, aber meist von rechts ignorierten Probleme.

Politik benötigt Lösungen für vorhandene Probleme. Sie haben mit keinem Ihrer Sätze eine Lösung angedeutet (Klar, ist auch nicht ihr Problem).

Beim schönen postulieren von Idealen können wir uns hingegen alle einig sein.
Aristoteles
14. September 2016 13:46
@Meier Pirmin

"Zur ganzen Antisemitismusfrage und noch anderem wurde en längerer Kommentar von mir nicht freigeschaltet"

Tja, das passiert den Menschen wie den Leuten
und wahrscheinlich jedem hin und wieder hier im Forum.

Bei Ihnen habe ich zwei Vermutungen dafür:
1) Schutz der Foristen, denen (wie Sie ähnlich sagen) durch Hin- und Herlavieren Missverständnisse und Überdrüsse erspart bleiben sollten
2) Meierschutz, da Sie sich in einer Zwickmühle befanden:

Sie hatten geschrieben:
"Soweit man bei den Juden ein „Volk im Volk“ sah, kann von Antisemitismus gesprochen werden"

Darauf hatte ich den Zionisten Nathan Birnbaum zitiert,
der die Juden als Volk im Volk sah
und in Assimilierung und Amalgamierung die größte Gefahr
für die Weiterexistenz des jüdischen Volkes erkannte.
Entsprechend stellte ich die Frage,
ob Sie Nathan Birnbaum für einen Antisemiten halten,
was Sie nach der obigen Aussage mit 'Ja' hätten beantworten müssen.

Indem Sie also den Juden Birnbaum für einen Antisemiten halten,
weil er die Juden als ein Volk im Volk sah,
sehen Sie in allen Juden, die sich als Volk im Volk betrachteten
(und sich deshalb z.T. für eine Rückkehr nach Erez Israel begeisterten),
Antisemiten,
eine Verunglimpfung, die auf ihren Urheber zurückfällt,
denn auch einen Deutschen,
der die Deutschen für ein Volk im Multikultikessel hält,
als Antideutschen zu sehen,
klänge in unserer Diskussion leicht bis schwer paradoxal.

Wollte ein Deutscher wegen seiner ethnischen Sichtweise nicht mehr als Antideutscher betrachtet werden und ihre Sichtweise übernehmen,
der „der Glaube an das „Ethnische““ fehlt
bliebe ihm kaum etwas anderes übrig,
als im Multikultikessel als Deutscher ethnisch zu verdampfen.

Um sich nun Ihren Antisemitismus nicht eingestehen zu müssen,
denn Ihrer Logik zufolge hätten ja auch die Juden in den anderen Völkern durch Assmilierung ethnisch verdampfen können,
flüchten Sie,
wie fast überall, v.a. in der BRD und vielleicht auch in der Schweiz Trend,
in einen Antigermanismus, der die Deutschen nicht als ethnisch zusammengehörige Gemeinschaft betrachtet.

Eine einfache, aber nichtsdestoweniger feige Ersatzhandlung.
jack
14. September 2016 13:59
„Deutschland ist das Land der Deutschen!“, hat Kubitschek mal gesagt.

Was gibt es da zu diskutieren?


N I C H T S


Und wo ist da ein Problem?
Wer als Nichtitaliener entscheidet, in dem schönen Italien oder sonst einem Land zu leben, der ist nun einmal kein Italiener und wird es niemals sein, auch nicht in der dritten oder vierten Generation. Er hat auch keinen Anspruch darauf, von den Einheimischen als Italiener bezeichnet zu werden.
Wenn die Einheimischen ihn dort leben und teilhaben lassen, weil er so sympatisch ist, die Sprache spricht, sich wie ein Einheimischer benimmt und nicht anderen zur Last fällt, warum, um alles in der Welt, sollte er darauf bestehen sollen als Italiener zu gelten?

Welche Unverfrorenheit muss erst jemand besitzen, der keine der Anpassungsmassnahmen bereit ist durchzuführen und trotzdem anzunehmen resp. zu fordern, er sei "Italiener"?
Winston Smith 78699
14. September 2016 15:22
Insoweit, wie sich ein nationaler Einigungs-Mythos letztlich passiv aus den Mythen der familiären Einzelzellen ergibt (welche selbst wiederum aus den tradierten Lebenserzählungen der Individuen erzeugt sein dürften), durch so etwas wie Schnittmengen, Abstraktion aus Gemeinsamem, Emergenz/Supervenienz, schrittweise allgemeiner von Familie zu Sippe zu Stamm bis hin zum Volk, insoweit kann er auch durch Druck-Injektion neuer, anderer Zellen böswillig umkonstruiert werden. Auch wenn dies ein Argument für Widerstand gegen diese Injektion hergibt, will ich eine so schnöde-beliebige Herkunft des Mythos nicht akzeptieren, der nicht aus eigener Kraft etwas in die Welt bringt und aufscheinen läßt ...

(Mein DDR-Sagenbuch hat dieses Gschmäckle des politischen Herauserklärens von Übernatürlichem bisweilen wie ein klassenbewußter Lukrez - schön und perfide.)

... ebenso, wie ich keine Bestimmung des Volkes akteptieren will, die keine geistigen (etwa in einer intimen Stimmigkeit von menschlichem Blick und Natur bestehenden) Grenzen setzt oder Ansprüche formuliert, die etwas Erstrebenswertes markieren. So zu sein wie mein ärgster Feind darf nicht genug sein, nur weil der was rein Stoffliches mit mir gemein hat (dazu gleich mehr).

Außerdem bleibt zu klären, warum so ein Prozeß ausgerechnet beim Volk sinnvoll abreißen soll und nicht in gleicher Form weitersteigen zu Kontinent oder Rasse und schließlich zu Menschheit, Säuger, Wirbelviech, kohlenstoffbasierter Lebensorm, alles dies ist doch Sternenstaub. Wenn ich sehr weit weg von zuhause bin, wirkt mir irgendwann etwas bereits nahe, allein weil es nur irgendwie europäisch ist - ich fühle mich sicherer. Von Frankreich aus merke ich den Unterschied zu Deutschland oder Österreich ganz scharf (die Linien und Schilder der Autobahn sind äußerliches Zeichen), und vom Nachbardorf aus zu meinem eigenen merke ich es wieder. Einem Robinson hingegen gereicht zur glücklichen Aufregung bereits, dass scheinbar irgendetwas einen Fuß mit fünf Zehen hat. Und warum reißt umgekehrt diese Stufenleiter der Kollektivmythen nicht niedriger ab - von Zeit zu Zeit finde ich das Dasein als Egerländer reizvoll, weil es einem eine weitere wuchtige Geschichte zum Erzählen verleiht - was aber zieht mich gleichwohl auch zu volksweiten Sagen und Märchen wie einem wandelnden Hämann oder Hoimann und aktuell zu den Frühromantikern?

Das was genau an der Grenze des Volk abreißt, ist die Sprache seiner Gesänge. Und dann aber auch das in ihr Besungene: die Schicksalsgemeinschaft unter Terrorherrschaft, in den Hungerzeiten und den Farben der Waffenröcke. Akif hat sich in die Schicksalsgemeinschaft der Deutschen durch leidenschaftliches Aufbegehren und Opfer, durch Verdienst "eingekauft". (Klingt das schräger als "erworben" oder "verdient"?) Andere Etnhien lassen so einen dagegen nur als "Gerechten unter den Völkern" gelten. Wir hingegen akzeptieren ihn doch längst voll als Ehrendeutschen, Edeldeutschen und heben die Definition des Volkes damit über den seelen- und geistlosen Urschleim der Basenpaare hinaus.

Es gibt da Leute unter den Deutschen, mit denen will ich gar nicht mehr gemein haben als mit Akif, eigentlich viel weniger. Was passierte denn, wenn einer sich im Schützengraben plötzlich neben seinem ärgsten Feind aus Friedenszeiten wiederfände? Ich kann nicht garantieren, dass ich nicht eine Gelegenheit im Getümmel ergreifen würde, den zu beseitigen - gerade weil ich weiß, wie so einer im Zweifelsfall viel mehr Schaden anrichtet unter den Meinen, den Guten - zumindest würde ich mir die Tat so rechtfertigen.

Auch hier: Zugehörigkeit durch Loyalität, gemeinsames Schicksal, nicht einmal nur vorrangig Blut. Letzteres allein macht vielleicht niemanden besser, das scheint auch Raskolnikow zu sagen, und folgert daraus richtig: "deutsch sein" darf nicht "gut sein" (moralisch gut oder vortrefflich) heißen sollen - diese Verwechslung mündete ja wieder in so etwas wie die primitivst-humanistische Beschreibung eines Kinderlandes der doof lächelnden Nettmenschen und naiven Sportler, wie sie uns die NWO bereits so tief eingebleut hat, dass sie unerwartet gar bei der Definition des Volkes durchbricht. 1:0 für Raskolnikow (an den ich lieber nicht adressiert habe, geehrt genug bereits durch seine Beachtung).

Die gemeinsame Sprache und Geschichte aber fordern auch. Wer dazugehören will, kauft sich gefälligst das ganze Paket ein, mitsamt auch dem Anspruch, wie man zu sein hat, welcher in den Mythen und von den Sängern und Denkern vorgetragen wird, implizit gerade auch in so etwas Abstraktem wie der Kunst der Fuge. In die Gemeinschaft eines Kosters mußte man sich einkaufen. Die Forderung, dem Ideal nachzueifern und fortan nicht mehr zu sündigen und der Regel zu gehorchen, bestand jedoch auch für die fehltretenden Brüder und Schwestern im Inneren weiterhin, wenngleich ihnen die unvermeidlichen Sünden ja wiederholt vergeben wurden.

Vielleicht wird die Höhe der von der Sprache gelegte Meßlatte unterschätzt. Könnt Ihr sie überhaupt sehen, dort oben? Um einen wahren Dichter in dieser Sprache verstehen zu können, um insofern die Begriffe selbst noch dieser Pseudoverfassung namens "Grundgesetz" erstmal begreifen zu können (bevor einer sich überhaupt wagen darf, sich zu ihr zu bekennen), braucht es eigentlich eben eine solche Raskolnikowsche Familie mit Mythos in einem der Dialekte dieser Sprache. Der Anspruch ist so enorm hoch, dass ich als Egerländer mich glücklich schätzen kann, bereits durch Herkunft zu den Brüdern im Kloster zu gehören und mich nicht mehr einkaufen brauche, oder die Prüfung bestehen - dass zugleich aber die Meßlatte mich (ohne eine solche Familie) erschaudern läßt und zum weiteren Streben ermahnt.

Zugänglichkeit und zugleich hoher Anspruch können einen Effekt erzeugen wie die künstliche Verknappung der Wagnerkarten. (Auch das haben die Schweizer schon raus, oder?) Es kommt dann eben auf die Art des Einbürgerungstests an. Nur so ein Vorschlag.
Andreas Walter
14. September 2016 15:26
Es geht einzig und allein um unseren Wert (auch den für die Welt), und damit aber eben auch Selbstwert und unser Selbstbewusstsein (auch als Kollektiv).

Alles das ist nach dem Wiederaufbau, dem "Wirtschaftswunder", jedoch kontinuierlich immer weiter ins Hintertreffen geraten, den Bach runter gegangen (angeblich wegen der Chinesen, was sicherlich auch mit rein spielt).

Weil wir hauptsächlich aber seit 70 Jahren nicht mehr so dürfen, wie wir wollen, nicht mehr so dürfen, wie wir können, uns irgendwann die Bremse reingehauen wurde, in den späten 70ern. Jetzt, seitdem wir uns dagegen wehren, werden daher auch die Angriffe auf uns wieder massiver. Dabei ist "der deutsche Geist" gar kein exklusiv Deutscher, man findet ihn überall auf der Welt. Ein Geist, der Lösungen sucht, für die Probleme der ganzen Welt, bei gleichzeitiger Bewahrung von Eigenständigkeit. Er ist einem anderen Geist darum sehr viel ähnlicher, als es die meisten wahrhaben wollen. Dem, der vor allem Lösungen für sich und sein Volk sucht. Doch der Raum ist ja bekanntlich gekrümmt, so das sich am Ende alle Vektoren wieder treffen. Selbst die, die maximal auseinander zu streben versuchen. Wohlstand aber macht faul und träge, und darum sind es immer Not und Leid, die den Fortschritt bringen.

Mit Windmühlen lässt sich die Welt eben nicht "retten", oder deren Probleme wenigstens zum Teil beseitigen, lindern. Nicht bei 7,3 Milliarden Menschen und deren modernen Ansprüchen. Dazu bedarf es etwas anderer Projekte, solcher, die sich mit Hochenergie beschäftigen, und nicht mit Müsli. Denn sonst hätte es schon vor 500 Jahren soviel Menschen auf der Erde gegeben, wenn "man" die, wenn die sich alle "ökologisch" versorgen könnten. Wir leben daher auf Kredit, Energiekredit, den die Erde im Lauf von Millionen von Jahren angehäuft hat, in Form der fossilen Brennstoffe, welche doch die Industrielle Revolution überhaupt erst ermöglich haben. Genau darum wurde auch jahrzehntelang um das Ruhrgebiet gekämpft, oder um Ostoberschlesien, und selbst heute noch um den Osten der Ukraine. Um Rohstoffe und Energie, und um deren Kontrolle und Nutzung. Wer andere also nicht bestehlen und ausbeuten, bekriegen will, muss sich etwas neues ausdenken, seinen Genius eben darauf verwenden, wie man noch an möglichst viel und auch preiswerte Energie kommt, bei einem noch vertretbaren Risiko. Oder es werden eben weiter jedes Jahr Millionen Menschen verhungern, in Armut leben, Kriege führen, und in Zukunft sogar immer mehr.

Wir sind eben nicht die Teletubbies, oder die Hobbits, die im Auenland leben. Dafür ist auch Deutschland mit seinen 81 Millionen Einwohnern mittlerweile viel zu klein, um komplett auf Bio, Öko umzusteigen. Genau darum gab es doch früher noch die Blut und Boden Ideologie. Weil ohne Energie zur Herstellung zum Beispiel von Düngemitteln geringere Erträge. Also braucht man dann mehr Land, mehr Boden, um die gleiche Menge an Menschen zu ernähren, nur mit ökologischen Roh- und Brennstoffen aus der Natur zu versorgen.
Martin Sellner
14. September 2016 15:54
Ich kann leider erst nächstes Wochenende intensiver auf einzelne Kommentare eingehen.
Mir fällt erstmal ein weiser Spruch ein: „Allen Menschen recht getan ist eine Kunst die niemand kann.“ Während Linke in diesem Artikel einen Beleg völkischer Sehnsucht nach der reinen Rasse sehen, sehen es andere gar als „Absage der Identitären an den Volksbegriff“ oder so ähnlich.
Dazu nur ein paar Punkte:

1. „Die IB sagt damit“
Ich schreibe, insbesondere hier, als Privatperson und nicht unbedingt in jedem Satz als IB. Meine Meinung drückt nur eine im durchaus geduldeten Spannungsfeld der identitären Idee aus, deren Essenz die Erhaltung unserer ethnokulturellen Identität ist. Das ist von Artikel zu Artikel verschieden aber keinesfalls können sie als „Manifeste der IB“ gelten.

2. „Der Text ist eine Kapitulation“
Indem ich schrieb: „Eine multiethnische Gesellschaft wird wohl die Lebenswirklichkeit in Deutschland und Europa bleiben“ kapituliere ich nicht, sondern spreche ich analytisch das Offensichtliche aus, während wir aktivistisch das Möglich ausloten. Die Tagträume vom „Tage X“ und der „Großen Stunde“ in der der „Wind umschlägt, haben uns im Grunde Jahrzehnte echter strategischer Arbeit gekostet, in der man die Probleme die wir heute geerbt haben hätte eindämmen können.
Fakt ist: wir sind eine entlang ethnischer Bruchlinien gespaltene Multiminoritätetengesellschaft in der Integration gescheitert und auch theoretisch unmöglich geworden ist. Ziel ist dass wir bestimmende Mehrheit in dem Land werden und unser politisches Selbstbestimmmungsrecht zurück gewinnen. Dazu muss dieses „wir“ erst einmal wieder bewusst, handlungsfähig und aktiv werden, was heute überall in Europa in den Wahlzellen und Parlamenten geschieht.
Dieses „Wir“ formiert sich um eine politische Frage, nämlich die der Forderung: Europäer ohne Migration sollen Mehrheit in ihren Ländern bleiben unterstützt und damit den Stopp der Einwanderung und die Remigration fordert. In Wien schließen sich diesen Forderungen zum Beispiel sehr viele der Serben, Kroaten und Polen an.
Ich glaube jedem der es verstehen will ist klar, dass wir eine politische Wende ermöglichen wollen, die über Zuwanderungsstopp, Remigration und Ende der Multikultipolitik dazu führt, dass was assimilierbar und integrierbar ist bleibt und der Rest remigriert. Aber realistisch gesehen ist klar: Multikulti wird, dank der Apathie der 68er-generationen die Lebensrealität in westeuropäischen Großstädten bleiben – mit all seinen negativen Folgen.
Wir entscheiden aber ob diese gefährliche Lage abgebaut wird, die Ghettos stabilisiert, eingehegt und verkleinert werden, die Einwanderung stoppt oder unweigerlich weitersteigt, die Demographie weiter kippt, oder ein Wandel eingeleitet wird.

Wer weniger einen Text liest, als in ihm seine feststehende Meinung wieder erkennt, sieht in ihm ein rassistisches Manifest, oder einen Kniefall vor Multikulti. Das ist seine Sache.

3. „Das Unmögliche fordern um das Mögliche zu erreichen“

Manche Kommentare meinen, dass der Realismus des Textes rein psychologisch schädlich ist, und damit auf einer performativen Ebene das befördert was er verhindern will: den großen Austausch und das „Brasilianische Szenario.“
Ich glaube das ist falsch. In Parolen, Bildern und Visionen muss man natürlich radikal sein und darf sich kein Blatt vor den Mund nehmen. Wenn es aber um Strategien und politische Ziele geht muss man Bismarck folgen und die Kunst des Möglichen meistern.
Absurde Ideen und hartnäckige Utopie-Forderungen, fehlende tragfähige Konzepte und umsetzbare Pläne überlassen gerade die „Kunst des Möglichen“ Angela Merkel und Co.

Die konkrete Aufgabe des rechten Lagers ist es mit seinen Aktivkräften und Gegenmedien so rasch wie möglich Kampagnenfähig zu werden und die Punkt-für-Punkt Umsetzung dieser Reformen zu fordern und dabei Schritt für Schritt den Rahmen des Sagbaren und Machbaren zu erweitern.
Ansonsten haben alle Aktionen nur den Effekt die eigene Gruppe stärker zu machen, was sie zu weiteren Aktionen befähigt etc. Das erzeugt angesichts der Fluktuationsrate an Aktivisten eine nicht enden wollende Sysoiphosaufgabe und Rotationsmaschine zum Druck, in der die meisten „radikalen Bewegungen“ enden. Das wollen wir nicht. „Wir wollen gewinnen“ wie es Phillip Vardon sagt. Dazu muss man wissen was man will, was geht und dann losgehen.

4. „Herkunft wird geleugnet“

Der ganze Text ist ein Plädoyer für die Bedeutung von Herkunft für kollektive Identität im Allgemeinen und im besonderen für die ethnokulturelle Identität der Europäer. Es tut mir leid wenn der Begriff „Narrativ“ bei vielen einen anti-intellektualistischen Beißreflex auslöst, aber ist nun einmal sehr passend für das beschriebene Phänomen.
Ich glaube, dass die europäischen ethnokulturellen Narrative ohne Herkunft undenkbar waren und sind. Herkunft ist aber nicht „alles“ und war es auch nie. Herkunft war still vorausgesetzt aber niemals wirklich zentrales Thema der Politik, ihre bloße biologische Erhaltung niemals staatstragender Mythos.
Mein Verständnis von Volk ist angelehnt an Heidegger: „Dieses Fragen, in dem ein Volk sein geschichtliches Dasein aushält, durchhält in der Gefahr und Bedrohung und hinaushält in die Größe seines Auftrages, dieses Fragen eines Volkes ist sein Philosophieren, seine Philosophie.“

Blickt man auf das alte Rom, auf die Kraft "kulturkreisübergreifender Religionen", dann merkt man das Herkunft sicher nicht „alles“ ist wenn es um die Gründung von Staaten,um Gemeinschaft und um Geschichte geht. Das scheint ein modernistischer Reduktionismus zu sein, den ich als Gegenreaktion zur totalen Ausblendung der Herkunft nachvollziehen, der nicht vertreten kann.

Indem die Leute heute erkennen, dass wir ethnokulturell am Verschwinden sind, dass Integration eine Lüge war und Multikulti eine Übergangsphase im Großen Austausch ist, verschwindet nicht die Frage nach dem Sinn unseres kollektiven Daseins- sie verschärft sich. Nur dann kann ein mitreißender Lebenswille eine Mehrheit bewegen, wenn er eine Antwort auf diese Frage zumindestens versucht.

Um es kurz zu machen: Der Teil des rechten Lagers der eine ideologische Totalopposition wählt, die frei von Geschichtlichkeit und Dialektik in die Tradition bestimmter Strömungen tritt, bereitet sich seit Jahren folgerichtig auf die vollkommene Marginalisierung in einem „brasilianisch-südafrikanischen Szenario“ vor.
Man investiert in die eigene Karriere, Waffenscheine, Rückzugsräume, Katatdynfilter und plant den Bau kleiner entlegener Wehrdörfer in denen Herkunft alles sein wird. Das ist eine Kapitulation vor einer europäischen Politik.
Diejenigen die wirklich noch an ein Überleben und eine Zukunft glauben, betreiben Metapolitik statt Krisenvorsorge und blicken auf den Staat als politische Einheit, indem Herkunft nicht "alles" aber wieder politischer Faktor ist, wie er es bei uns immer war.

Denn nur eine politische Wende wird Europa retten können und nur eine metapolitische Wende kann jene bewirken. Diese erfordert aber eine echte und ehrlich Auseinandersetzung mit dem herrschenden Zeitgeist, ebenso wie einen pragmatischen, realistischen politischen Kampf. Bleibt das aus & verstreicht die Chance auf konkrete politische Veränderungen, dann ist die Besiedlungsgeschichte der Indoeuropäer in Europa vorbei und der Rest uninteressante Reservatsgeplänkel, um in einer Sprache zu sprechen, die jene verstehen, an die das gerichtet ist.
Also: Statt Major von Dach lieber Gene Sharp lesen.
Hartwig aus LG8
14. September 2016 16:14
@ Jack, aber auch andere

Was in aller Welt ist denn ein Nicht-Italiener in der vierten Generation?

Ein Franzose wandert vor 250 Jahren nach Preussen ein. Sein Name ist Moreau. Er ehelicht eine deutsche Frau. Sein Sohn ist halb deutsch und halb Franzose und trägt den Namen Moreau. Dieser Sohn zeugt selbst einen Sohn, der nur noch zu vietelst Franzose, aber zu dreiviertelst Deutscher ist. Moreau heisst er aber auch. Und diesen Namen gibt er an seinen Sohn weiter (dritte Generation), der jetzt zu 7/8 deutsch ist. Und dieser Herr Moreau soll kein Deutscher sein?? ... hat keinen Anspruch darauf, als Deutscher gesehen zu werden? Also falls das so gemeint war, und so muss man es lesen, dann ist das lächerlich.
Erzählen sie das übrigens mal den Klonovsky und den Kubitschek und der Kositza ...
herbstlicht
14. September 2016 17:14
Andreas Walter schrieb


Dabei ist "der deutsche Geist" gar kein exklusiv Deutscher, man findet ihn überall auf der Welt. Ein Geist, der Lösungen sucht, für die Probleme der ganzen Welt, bei gleichzeitiger Bewahrung von Eigenständigkeit.


"Kein exklusiv Deutscher" ist sicher richtig, aber "überall auf der Welt" ist wohl falsch und das wäre von zentraler Bedutung für unsere Debatte.. Zum Beispiel erschien bei Gatesofvienna einmal ein bemerkenswerter Artikel eines Iraners, welcher seit 20 Jahren im Westen lebte und unsereins beobachtete: :In the Middle East, There Are Only Lose-Lose Options


... wir im Mittleren Osten sind ein sehr verantwortungsloser und fatalistischer Haufen. Wenn's bei uns schief geht (was oft geschieht) tun wir nie lange damit rum, warum's schief ging. Wir erwarten, daß Dinge andauernd schief gehen, das liegt in der Natur der Dinge, und wenn sie schief gehen, versuchen wir nicht, den Schuldigen zu finden um ihn anzuklagen. Analyse und Selbstkritik und Abhilfe schaffen sind uns höchst fremd.

Außer natürlich, wenn das was schief ging für uns schändlich oder bloßstellend ist; in diesem Fall werden wir alles tun, um die Schande von uns abzuweisen, insbesondere dann wenn wir ahnen, daß es tatsächlich unser Fehler war. Wir machen dann großen Lärm, bringen eine Menge Entschuldigunen vor und viele Schuldzuweisungen.


Also Verhaltensweisen, welche in einer größeren Horde nützlich sein mögen; völlig wertlos jedoch, ja gefährlich, bei einem Volk, welches in kleinen und kleinsten Einheiten auf Inseln fruchtbaren Bodens --- Siedlungsgeschichte der deutschen Mittelgebirge, Satellitenbilder Skandinaviens --- lebt; in einem Klima, in welchem kein anderer Primat leben kann. Diese Lebensbedingungen haben halt nicht nur auf Depigmentierung (Vitamin-D Synthese) und Lactosetoleranz selektiert.
Taunusadler
14. September 2016 17:49
Der Gegner behauptet, es gäbe keine weiße Rasse. Er bekämpft aber offenkundig das, was er als "weißes Konstrukt" beschreibt. Diese "Konstrukte" sind weiße Menschen aus Fleisch und Blut. Ergo gibt es eine weiße Rasse. Der Dekonstruktivismus dient nur zwei Zwecken: Zum Einen, um eine notwendige Solidarität unter den Weißen zu verhindern, bzw. zu erschweren. Zum Anderen, um seinen Krieg gegen die weiße Rasse und sein wahres Verbrechen zu verschleiern: Völkermord.
Der Gegner behauptet, jeder der in einem bestimmten Staatsgebiet (besser: Wirtschaftsstandort) lebt, könne Deutscher sein, weil es so etwas wie einen "richtigen Deutschen" gar nicht gibt. Der Gegner weist aber gerne daraufhin, dass "die Deutschen" schlimme Verbrecher waren und sind und darum als deutsches Kollektiv bestimmte Abgaben zahlen müssen. Der Gegner verbreitet Propaganda, die sich nur gegen eine Zielgruppe richtet: Ethnische Deutsche.
In Deutschland lebende Türken, Chinesen, Araber, Sinti und Roma, Afghanen, Syrier, Eriträer, Iraker, Pakistaner (habe ich wen vergessen?)- aber auch weiße Engländer, Italiener, US- Amerikaner, Spanier usw...- sind NICHT von explizit dieser Propaganda betroffen. Ergo gibt es die Volksgruppe "ethnische Deutsche" und deren Negation gilt einzig und alleine dem Zweck, die Verdrängung und das Aussterben dieser Volksgruppe- also das Verbrechen des Völkermordes- zu verschleiern.
Daher halte ich jede Form von Dekonstruktivismus des Deutschtums für kontraproduktiv. Wenn man sich einmal in dieses Fahrwasser begibt, werden die Grenzen ganz schnell immer weiter gefasst.
"Die Deutschen" darf es eben nur im negativen Licht geben und selbstverständlich dann, wenn "wir" irgendwelche Lasten schultern müssen.

Etwas amüsant fand ich:

Herkunft war still vorausgesetzt aber niemals wirklich zentrales Thema der Politik, ihre bloße biologische Erhaltung niemals staatstragender Mythos.
jack
14. September 2016 18:27
Die Willensnationen hingegen sind historisch datierbare Gründungen in ein „narratives Nichts“ auf dem Rücken von verdrängten oder ausgelöschten Kulturen.


Das ist m.E. der Kernsatz.
USA, Kanada und Australien gründeten auf dem Rücken der dezimierten und fast gänzlich ausgelöschten Kulturen. Abgedrängt in unfruchtbare Reservate, und hier möchte ich die vielfach angedachte Sezession Deutscher erwähnen,
bestanden kaum Überlebenschancen.

Die künstliche Struktur "Welt" ist für heimatlose Internationalisten und Globalisierungsfreunde eine kommerziell auszubeutende Prärie und die Bewohner der Erde-als natürliche Struktur- sind die Büffel.
thotho
14. September 2016 22:47
Guter Text, Gratulation!

Die Antwort Sellners beschreibt die Nuancen des konservativ rechten bis rechten Denkens. In meinen Augen nicht weiter schlimm, da der Grundgedanke hier wohl alle eint: so kann es nicht weitergehen, und uns Deutsche muss es weiter geben. Wir wollen überleben und unsere Heimat nicht verlieren. Und das werden wir auch tun. Arbeiten wir gemeinsam daran.
jack
14. September 2016 23:19
@ Hartwig aus LG8

Es gibt jede Menge Amerikaner, die vor 100 Jahren ausgewandert sind und immer Deutsche ohne Wahlrecht geblieben sind, weil sie sich nicht einbürgern liessen. In ihrer Umgebung werden sie zwar als Amerikaner wahrgenommen, aber sie fühlten sich deutsch.
Das konnte und hat vielfach dazu geführt, dass sie in der Zeit des WK2
als Feind ins Internierungslager kamen und wahrscheinlich auch unter Repressalien zu leiden hatten. Trotzdem blieben sie deutsch.

Was ist mit den Deutschen, die auch in Kasachstan Deutsche blieben und denen es wahrscheinlich während WK2 ähnlich ging, wie denen, die in USA lebten.

In vielen Gegenden der Welt leben seit langem Deutsche, die Sprache und Volkstum pflegen, und damit meine ich nicht die übliche Folklore, sich als Deutsche bezeichnen.

Vielleicht kommt es darauf an, wie tief die Wurzeln sind und welche äusseren Umstände dazu führten, die alte Heimat zu verlassen.

Wenn z.B. meine Großmutter aus Italien/Frankreich/Spanien stammte, hätte ich absolut nichts dagegen, nach der Nationalität meiner Vorfahren
"sortiert" zu werden. Warum auch?
Franzl
15. September 2016 00:10
Ich gehe davon aus, dass von der IB schon längst Vorkehrungen getroffen wurden bezüglich eines Verbots durch das Innenministerium.
Die IB steht ganz oben auf der Liste und treibt sie es zu sehr auf die Spitze, schnappt die Falle zu. Was ja eigentlich nicht schlimm sein sollte, denn es kann nicht Ziel einer oppositionellen Bewegung sein, dauerhaft zu bestehen.
Ein Verbot wäre das politische aus für Herrn S. und aller involvierten Aktivisten. Personell muss dann nachgerückt und anknüpft werden. Wer sich nach einem Verbot dennoch politisch engagiert, ist schnell wegen Wiederbetätigung einer "kriminellen Vereinigung" dran!
Zur Erinnerung, die Verbotswelle 2012: http://www.youtube.com/watch?v=zM3Gi5TGhWc
quarz
15. September 2016 08:25
Ich möchte an einem Gedankenexperiment verdeutlichen, dass es bei der Nation nicht um die biologische Abstammung, sondern um die gelebte Kultur und dem damit verbundenen Bewusstsein im Allgemeinen und Selbstverständnis im Besonderen ankommt.

Nehmen wir an, 20-30 Jahre lang würden alle Neugeborenen in Deutschland und in Italien ihren Eltern entwendet und gegen Neugeborene aus dem jeweils anderen Land ausgetauscht und von den Adoptiveltern traditionell in der Kultur des Landes der Adoptiveltern erzogen. Zur Abrundung könnte man zusätzlich die Bedingung einführen, dass den Kindern ihre biologische Herkunft verschwiegen wird.

Abgesehen davon, dass es vielleicht zu einer leichten Verschiebung des Phänotyps kommt, würden wir dann nicht sagen, dass in der nächsten Generation - trotz des biologischen Wechsels - in Deutschland Deutsche leben und in Italien Italiener?

Mir scheint, bei aller experimentellen Variation des Nationsbegriffes glimmt im Keim immer der Gedanke der gemeinsamen Kultur, in der ein gewisses Maß an gemeinsamem, gleichartigem Denken und Fühlen vorherrscht und nicht der Gedanke an gemeinsame biologische Herkunft.

Natürlich ist die biologische Herkunft ein wichtiger Indikator, der mit beträchtlicher Wahrscheinlichkeit das Bestehen einer nationalkulturellen Gemeinsamkeit anzeigt, aber sie ist kein essentielles Begriffsmerkmal. Sie mag überdies in mancherlei anderer Hinsicht von Interesse sein (wie z.B. in Bezug auf "race based medicine" oder in Bezug auf den durchschnittlichen IQ einer Gesellschaft), aber das sind andere Fragen als die der nationalen Identität.

Es mag auch durchaus Nachteile geben, die aus einer "multibiologischen" Gesellschaft erwachsen. Falls, wie nach derzeitigem Forschungsstand anzunehmen ist, einerseits der IQ zu einem beträchtlichen Teil biologisch bestimmt ist und andererseits der durchschnittliche IQ auf der Welt sehr unterschiedlich verteilt ist und falls, wofür es auch starke Evidenz gibt, der durchschnittliche IQ einer Gesellschaft einen großen Einfluss auf deren Erfolg hat; falls all dies der Fall ist, dann ist mit Nachteilen zu rechnen, die sich eine Gesellschaft einandelt, die in großem Maße Zuzug von Menschen aus Niedrig-IQ-Ländern zulässt.

Aber, noch einmal, das ist eine andere Problematik als die, die aus multiKULTURELLEN Gesellschaftsstrukturen erwächst. Die Dysfuktionalität, die sich aus dem graduellen Abbau der kulturellen Homogenität einer Gesellschaft ergibt, hat mit dem Einzug inkompatibler Denk- und Veraltensweisen zu tun, nicht mit dem Einzug "inkompatibler Gene". Und diese Bedohung ist es, die wir im Auge haben, wenn wir von der Bedrohung der nationalen Identität sprechen.

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