22. September 2016

cdu-austritt, oder: Habt Mangel an Versöhnung!

von Götz Kubitschek / 115 Kommentare

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

krah»Niemand ist der CDU beigetreten für eine Politik der unbegrenzten Zuwanderung. Niemand für eine Finanzierung der italienischen Staatsschulden durch die Europäische Zentralbank. Niemand für eine Energiewende, die über die Pläne von Rot-Grün hinausläuft. Niemand hat je einen CDU-Aufnahmeantrag gestellt, damit die Türkei EU-Mitglied wird. Und erst recht hätte sich niemand, der vor 2005 CDU-Mitglied wurde, je träumen lassen, dass die Partei, der er angehört, das alles aktiv betreiben würde.«



Der Verfasser dieser Feststellung ist der Dresdner Rechtsanwalt Dr. Maximilian Krah. Mitte September hat er die Konsequenzen gezogen und ist aus der CDU ausgetreten. Er hat seinen Schritt (der sich abzeichnete) in Beiträgen und Interviews begründet, die  Seite cdu-austritt.de mitinitiiert und die Parteifunktionäre und -eliten mit den Ansichten der Basis konfrontiert. Denn das ist Krahs entscheidender Befund:

Die Funktionäre und Karrieristen in seiner ehemaligen Partei orientierten sich nicht mehr am Wohle des Volkes (und damit der Parteibasis und den Wählern), sondern an dem, was wir an dieser Stelle schon des öfteren als »politisch-mediale Klasse« oder »Establishment« bezeichnet haben.

Man hält es ja kaum für möglich, daß es ein kluger, wacher und dezidiert konservativer Mensch bis in den September 2016 hinein in der CDU hat aushalten können. Maximilian Krah gibt als Begründung für die Hinauszögerung seines längst überfälligen Schritts jene Bindungskräfte an, die an der Basis einer Partei zu Freundschaften führten und einerseits eine gewisse Blindheit für den den im Ganzen falschen Kurs bedingten, andererseits den Kampf für und um die kleine Gemeinschaft nahelegten. Am Ende aber muß die Einsicht überwogen haben, daß da nichts mehr zu machen sei. Krah:
Meine Zweifel begannen mit dem gruseligen Bundesparteitag in Karlsruhe, zu dem ich Delegierter war. Neun Minuten standing ovations für Angela Merkel waren angesichts der Situation im Land mit damals über 100.000 illegalen Einwanderern je Monat eine Verhöhnung der Bürger. In ihrer Rede entfaltete sie die Vision eines Landes ohne Grenzen, was immer auch ein Land ohne Sicherheit, ohne Wohlstand und ohne demokratische Mitsprache für die einfachen Leute bedeutet. Es gab nichts zu Bejubeln. Von Karlsruhe flog ich zur Weihnachtsfeier meines Ortsverbandes; es war eine andere, gute Welt. Miteinander zu tun hatten sie nichts mehr.

Auch diese Erkenntnis fördert nichts Neues zutage, neu ist sie nur für denjenigen, der die Diskrepanz zwischen berufspolitischer Parallelwelt und Lebenswirklichkeit des einfachen Parteimitglieds bisher ignorierte oder für fließend hielt. Es fließt da aber kaum etwas, es ist vielmehr so, daß sich die Denk- und Loyalitätsrichtung eines Mandatsträgers und seiner gutbesoldeten Mitarbeiter von unten weg nach oben ausrichtet, sobald die Fleischtöpfe erreicht sind - ein Vorgang, der schon jetzt auch in der AfD abläuft und die für unser Land so dringend notwendige Unversöhnlichkeit einer echten Alternative gegenüber der politisch-medialen Klasse spürbar abschwächt.

Diese Korrumpierbarkeit ist als Gefahr ebenso groß wie als Gesetzmäßigkeit unausweichlich, und die Frage ist nun, was ein Maximilian Krah - angenommen, er ginge diesen Schritt - in der AfD zur Abwehr der drohenden Entfremdung zwischen Wahlvolk und Funktionärsschicht beitragen könnte. Er wäre ja nicht der erste ehemalige CDU-Mann, der den Weg zur Alternative fände, aber vielleicht einer der wenigen, deren Kalkül nicht dem raschen Aufstieg aus der dritten Reihe der Union in die erste Reihe der personell noch sehr schwachen AfD folgte.

Krah könnte auf die AfD-interne Revolte verweisen, die der »Flügel« um Höcke, Gauland und Poggenburg anstieß, um die Partei vom Mehrheitsbeschafferkurs Luckes zurück zu ihrem Auftrag in verheerender Zeit zu führen: eine grundsätzliche Alternative zu sein. Es war diese Revolte der Sieg des ideellen Vorsatzes über die realpolitische Klüge- und Klüngelei, der Sieg des Basisgemüts über die eingekaufte Establishmentvernunft, der lauten, zornigen Stimme über dieses gedämpfte Kabinettgeflüster.

Krah könnte über die Karrieristen urteilend und an die Basis gerichtet mit Gottfried Benn sagen: »Ein Mandat, damit endet für sie das Visionäre, ein Dienstwagen, das stillt ihren wertsetzenden Drang. Haltet euch nicht auf mit Widerlegungen und Worten, habt Mangel an Versöhnung, schließt die Tore, bleibt grundsätzlich.« Ja, vielleicht wäre das seine Aufgabe.

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (115)

ulex
22. September 2016 12:44
Zum Herrn Krah:

Dieser hat ja lediglich ne kleine lokale Bekanntheit, weil er vorhatte in Dresden sich innerhalb der CDU für ein Direktmandat zu bewerben.

An bösen "offenen Briefen" enttäuschter austretender CDUler die hier und da auch publik wurden mangelt es in den letzten Jahrzehnten ja nicht - insofern frag ich mich, ob man da nicht mehr drauf hätte machen und den Austritt fetziger gestalten können.

Hätt er sich halt mal montags auf die Pegida-Bühne gestellt oder diesen Mittwoch in Erfurt beim Höcke und so für wochenlangen Streit und Diskussion und Enttabuisierung gesorgt.
Je suis partout
22. September 2016 12:52
Lieber Hr. Kubitschek,

sagen Sie es doch ganz einfach und unverblümt: Die parlamentarische Demokratie und ihre Töpfe führen immer zwangsläufig dorthin, wo das Volk vergessen wird. Sie ist keine Alternative.
Der_Jürgen
22. September 2016 13:36
Wer die CDU zu diesem unmöglich späten Zeitpunkt verlässt, dem würde ich nie über den Weg trauen. Selbst für einen Zeitgenossen mit sehr beschränkten Geistesgaben musste es allerspätestens ab Sommer 2015 klar sein, dass diese Partei Hochverrat am deutschen Volk betreibt.

Man denkt bei Herrn Krah unwillkürlich an das Sprichwort von den populären Tieren, die das sinkende Schiff verlassen...
Ein gebürtiger Hesse
22. September 2016 13:39
Jeder Ausscherer vom politischen Mainstream ist ein Zugewinn für die Seite des Richtigen, auf der es tatsächlich um die Belange (den Erhalt und die Gesundung) unseres Volkes geht. So es Krah denn ernst ist mit seiner Enttäuschung über die Altpartei, so ihm die Augen tatsächlich mit einiger Schmerzhaftigkeit geöffnet wurden - Schmerz ist an dieser Stelle wichtig; nur Billigheimer glauben, daß es ohne ihn geht -, wird er den geeigneten Pfad einschlagen. Was Krah in seiner Austrittserklärung sagt, hat bereits eine verheißungsvolle Geradlinigkeit.
Heinrich L.
22. September 2016 13:57
Also wenn jemand mit seinem Austritt so lange wartet, bis Merkel Fehler eingsteht und selbst die Einheitspresse am umschwenken ist (siehe Giovanni di Lorenzo von der Zeit), dann ist das schwach. Insbesondere wenn man aus Dresden kommt, wo man im Gegensatz zum Westen doch wesentlich offener damit umgehen kann.
Vielleicht sollte die AfD die Aufnahme von CDU Mitgliedern, die erst diesen September ausgetreten sind, verbieten.
Ron Koch
22. September 2016 14:03
Sehr gute Zusammenfassung der Selbstrechtfertigungsprobleme durch Dr. Krah, die ein CDU-Mitglied ja eigentlich haben müsste, wenn es ihm um mehr geht, als nur den Korps-Gedanken: Zusammenhalt in der Partei, wohin die Reise auch immer gehe. Wünschenswert, wenn dieser Bewusstwerdungsvorgang ein Massen- und Klassenphänomen in den "Volks"-Parteien werden würde. In der SPD oder auch Linken dürfte es ja ähnlich reflektiert werden. Die Grünen müssen wohl davon ausgenommen werden.

Wichtig auch der Hinweis vom Autor Kubitschek auf die verheerenden Wirkungen der "Fleischtöpfe". Gut, dass Sie das immer wieder anmahnen! Man erinnert sich dabei an d längst vergessene Praxis, in der politische Verantwortungsträger zur Selbstversorgung in der Lage sein mussten. Wohin der Parlamentarismus führt - wir sehen es ja leider. Ein Diktator hätte es nicht besser gekonnt ...
Falk K.
22. September 2016 14:03
Den ersten beiden Kommentatoren muss ich leider beipflichten, gerade das mit den Nagern und den Schiffen, aber: Herr Krah bietet bei der Gelegenheit internen Kritikern der Merkel-CDU eine Plattform. Man lese die Kommentare unter den 'Statements', interessant, erhellend und nach einer Weile doch ermüdend zu lesen.
Junges Reh
22. September 2016 14:05
Würde das nicht so engstirnig sehen, für das Verlassen des sinkenden Schiffes ist es so gut wie nie zu spät.

Man muss aktive/ frisch-ehemalige CDUler kennen, um Krah und Co. nachvollziehen zu können. Tatsächlich sind viele Basismitglieder absolut auf AfD-Linie, tlw. sogar aktive Sezession-Leser. Denn die CDU hatte früher einen starken rechten Flügel, bitte vergesst das in dieser Diskussion nicht. Auch deshalb, und weil die NPD als VS-Partei keine Alternative darstellte, trat man der CDU bei.

Krah beschreibt es perfekt: Manche hält nur noch das Netzwerk an Freundschaften, das sich über Jahre gesponnen hat. Überdies tragen manche noch die Hoffnung in sich, es sei noch nicht alles verloren. Oft fällt der Satz: "Wenn wir jetzt noch die CDU verlassen, wie schlimm soll es dann erst werden?" Vor dem Hintergrund dieser zwei Punkte lässt sich in dieser Causa nichts simplifizieren. Der Austritt ist aus den genannten Gründen absolut notwendig, nur hadern viele noch mit sich. Auch ein Wesenszug im übrigen der Konservativen, verständlich, wie im Leben oft auch hilfreich. Deshalb ist cdu-austritt.de eine Initialzündung und muss bekannt werden. Die letzten CDUler, die unser Klientel bilden, sollten sich nun freimachen. Für Deutschland.
d.n.
22. September 2016 14:10
Immerhin: Besser späte Einsicht als gar keine. Dieser Text eines anderen klugen, wachen und dezidiert konservativen Kopfs - eines regelrechten shooting stars am konservativen Himmel - ist nämlich keine Satire:

http://m.focus.de/politik/experten/bkelle/cdu-mitgliedschaft-trotz-merkels-schlechter-politik-finde-ich-konservative-gut_id_5905431.html
Patrick
22. September 2016 14:14
Ich finde, man sollte Herrn Krah zugestehen, spät, wenn auch außerordentlich sehr spät, einen Irrtum eingesehen zu haben. Dass es gewisse Bindungskräfte gibt und auch persönliche Freundschaften in Systemparteien existieren, kenne ich auch aus dem eigenen Bekanntenkreis. Das ist tatsächlich so. Man sieht es auch bei der älteren Generation, dort ist das vermutlich noch viel stärker ausgeprägt. Ob nun Gauweiler, Buschkowsky, Bosbach usw. - niemand tritt aus diesen Vereinen aus. Es wird viel lamentiert, aber niemand von ihnen hat die einzig richtige Konsequenz gezogen.
John Haase
22. September 2016 14:33
Ich wünsche es mir von ganzem Herzen, daß sich der Mangel an Versöhnung in den Geist der AfD einbrennt.

Was hier seit 40 Jahren (und seit einem Jahr mit durchgetretenem Gaspedal) aktiv von Landsmännern betrieben wird spottet jeder Beschreibung.

Egal, wie das alles ausgeht, ich will in diesem Leben Gerechtigkeit sehen.
firenzass
22. September 2016 14:52
War dieser Krah denn Mandats- oer wenigstens "Hoffnungstraeger" seiner oertlichen CDU. Was hat der Krah denn mit seinem Austritt persoenlich und wirtschaftlich aufs Spiel gesetzt? Hat er was gewagt? Hat er sich durch seinen Schritt irgendwelche Verluste eingehandelt?
Warum kaempft er nicht in seiner eigenen Partei weiter fuer seine Ueberzeugungen und was soll nun mit Herrn Krah passieren?
Wird er nun nach einer Schamfrist in die AfD eintreten und sich dort warmlaufen fuer "das Mandat"?
Wie soll man das den Kaempen der ersten Stunde erklaeren, den Soldaten der Bewegung, die bei Wind und Wetter Plakate geklebt und Wahlstaende betreut haben, wehlros, -gleichsam als Vogelfreie,da ihre Peiniger ja von Strafverfolgung freigestellt sind, -- den An- und Uebergriffen derAntiFa ausgeliefert.
Das Zerwuerfnis zwischen Jean Marie Le Pen und Tochter Marine ruehrte genau daher, dass Marine den FN fuer im politischen Mainstream etablierte Abtruennige oeffnete, was die Leute an der Basis demoralisiert,weil geringschaetzt und entwertet.
Mit welcher Expertise soll sich der Krah denn nach einem erfolgten Eintritt in die AfD einbringen? Vieleicht damit, dass er das "Politikgeschaeft" von der Pike auf gelernt hat, es in und auswendig kennt?
Geschenkt, solche Leute braucht kein Mensch und brauchten auch die Griuenen in ihren Anfaengen nicht.
Was kann der Krah denn noch beisteuern?
Die Rechte soll aus sich selbst heraus wachsen, undzwar als Bewegung und vertikal, von unten nach oben
Monika
22. September 2016 14:55
Angesichts der ernsten politischen Lage, sollte jeder Politiker, der Mangel an Versöhnung zeigt, um grundsätzlich werden, genau gehört werden.
Danke an Herrn Krah.
Auch hier:
http://antje-hermenau.de/
Siehe auch dort :
https://mopo24.de/nachrichten/ex-gruenen-ikone-hermenau-liest-bei-afd-stammtisch-doebeln-164974

Es bleibt keine Zeit für "Zickigkeiten" .
Es geht um einen Aufstand der Anständigen.
Einige Damen müssen da vielleicht noch etwas hoffiert werden.
Einar von Vielen
22. September 2016 14:58
Fast schon witzig, ich hatte seit Längerem auf die passende Gelegenheit gewartet, hier einmal Ansichten zur CDU beisteuern zu können und dachte gestern: Na ob das mit cdu-austritt.de nicht ein Thema für hier sei?

So denn!

Ich habe einmal in meiner CDU-Austrittserklärung von 2005 (!) nachgelesen und dort aufgefunden, dass mir bereits damals - mit der Kür Merkels zur Kanzlerkandidatin - endgültig die Vorstellungskraft dafür abhandenkam, dass die CDU-Basis strukturell überhaupt noch in der Lage sein könnte, die feindliche Übernahme durch pseudointellektuelle Märchenerzähler und weltrevolutionäre Zwangsbeglücker dereinst wieder abzustreifen. Die Wirklichkeit hat meine Befürchtungen weit übertroffen.

Mein Eintritt erfolgte ca. 1985 als ungefähr 15-jähriger aus Protest gegen meine Lehrer, die - so wie heute allgegenwärtig - in perfidester Verletzung des menschlichen Logos gegen die Pershing II Stationierung hetzten und die Schule zur atomwaffenfreien Zone erklärten. Was für ein topologisches Muster in der deutschen Hybris: Man definiert sein direktes Umfeld einfach so wie man es sich wünscht, vollständig unabhängig von Verpflichtungen, Zusammenhängen und Auswirkungen. Einfach, weil man es als ‚gut‘ definiert und daran jeden herabwürdigen kann, der diesem Zerebraleiter nicht aufgewühlt zujubelt.

Ich erinnere mich auch noch – wenngleich das hier gar nicht hingehört – dass ich der Einzige (!) in meiner westdeutschen Klasse war, der Mitte der 80ziger sich vorstellen konnte (und es sich wünschte), dass es zu einer friedlichen deutschen Wiedervereinigung kommen könnte. „Was soll das denn, wir haben mit Frankreich doch mehr gemeinsam als mit ‚denen‘ (!!!) in der DDR“. Ach, eigentlich habe ich damals schon genauso viel gekotzt wie heute, das fing an als die Bild ‚DDR‘ nicht mehr in Tüddelchen schrieb.

Es bringt mich von meinem Erzählstrang ab, aber spontan hier ein immer häufiger auftretendes Gefühl: Welches Volk wollen wir eigentlich retten? Gehen wir nicht zu sehr in unserer Heilsvorstellung von der Tugendhaftigkeit unserer einzelnen Familien und der Herausragenden unseres Volkes aus? Muss man nicht eigentlich zu dem Schluss kommen, dass die Deutschen überwiegend ein dummer Haufen von Schmeißfliegen sind, die bereit sind jedem zu folgen der die Macht vorgaukelt sie erschlagen zu können?

Nein, Entschuldigung, diese Heimsuchung befällt mich immer nur kurzzeitig, denn natürlich bin ich mir bewusst, dass es so etwas wie einen Volkswillen gar nicht geben kann. Das Gute im Volk besteht ja gerade in der Gutmütigkeit sich führen zu lassen, da kann ihm nicht entgegengehalten werden, dass 3% es an der Nase herumzuführen verstehen.

Zurück zur CDU bzw meiner bis dahin immerhin über 20 Jahren Mitgliedschaft. Was ich damals noch nicht verstand war die im Artikel oben genau benannte mammologische Nährkette, an der sich alles ausrichtet. Es gab (und wird es heute noch viel weniger) zu keinem Zeitpunkt in der CDU offene Diskurse, nicht einmal im Ortsverband, nicht einmal zu Fragen lokaler Bushaltestellenverlegung. Wobei auch auffiel: Auf kleinster Regionalebene spielten regionale Themen NIE eine Rolle. Ich war eigentlich nicht nur in die CDU eingetreten, um Metapolitik zu betreiben, sondern weil ich anfänglich dachte, auf Ortsebene würde man sich zunächst mindestens auch um örtliche Themen kümmern, über die man sich dann für ‚Höheres‘ qualifizieren würde. Das hat es landespolitisch natürlich, also auf mittlerer Ebene, auch gegeben, aber eine Art bodenhaftungbasierter Fortentwicklung politischer Lösungskompetenzen hat es zu keinem Zeitpunkt irgendwo gegeben, jedenfalls nicht in den Parteiverbänden selber (ich rede hier nicht von öffentlichen Mandaten im Stadtrat etc. sondern von den Ortsverbänden der Partei, da spielte Lokalpolitik nie eine Rolle).

Es waren vielmehr zumeist inhaltlich fast beliebig austauschbare Positionen, um die gerungen wurde, die hingegen alle eines gemeinsam hatten: Es ging darum, WEN man unterstützt. Das war bereits im JU-Verband in denkbar unwichtigster mikrologischer Granularität der Fall. Das heißt das auf persönlichen Beziehungen beruhende Loyalitäts-Ausgrenzungsprinzip wurde schon auf Schülerniveau nachgeahmt und eingeübt. Das war mir zwar aufgefallen, ich hatte es in seiner Bedeutung aber für mich nicht ausgewertet.

Ich war nie in einer anderen Partei. Ich nehme an, so völlig anders funktioniert das woanders auch nicht. Der entscheidende Punkt ist aber nicht, dass es in linken Organisationen so funktioniert. Das ist ja das Wirkprinzip hinter der Maske des Linken, nämlich dass die vorgetragene Erzählung dazu dient im Schlagschatten sehr individuelle Vorteile sich gegenseitig bei der Beuteverteilung zuzusichern. Ausschlaggebend für die Verurteilung der CDU als Demokratieverräterin ist, dass sie vorgab, nach anderen Werten zu funktionieren, und sich deswegen Loyalitäten zunächst gesichert, dann zunehmend erschlichen hat von Menschen, die in gutem Glauben an sie treu blieben und bleiben.

Wir sprachen hier vor einigen Tagen im Strang von Herrn Meyer über das notwendige Gleichgewicht, um den Fortschrittsimpuls des Linken nicht in fatale Zerstörung münden zu lassen. Hierin liegt das eigentliche Versagen der CDU und aller ihrer Mitglieder: Nicht, dass sie nicht AfD-Positionen vertritt ist das Problem. Sondern, dass sie sich ohne innere Gegenwehr einer Schonhaltung hingegeben hat. Dieses oben von GK auch der AfD zugesagte Wirkprinzip ist es, dass die Parteien-Demokratie in den weltrevolutionären Sozial-Unfug treibt. Denn nur wenn der Kreis der aus unverschuldeter Knechtung zu Befreienden kontinuierlich ausgedehnt wird können sich die ansonsten im Inhaltlichen Verlorenen mittels ihres Personenkults und der damit verbundenen Erlösungserzählungen im Stimmungs-Wettbewerb behaupten.

Es hätte aber nicht ganz weit kommen müssen, wenn nicht (fast) alle in der CDU sich von einer der Liebe unkundigen Killermatrone, die außer semantisch haarsträubender Tautologie nichts auszusprechen in der Lage ist, hätten korrumpieren lassen.

Wenn dies aber stets die Bestimmung demokratischer Parteien ist, was kann das für die Zukunft der Völker bedeuten? Und: Haben wir noch die Zeit, über so etwas zu philosophieren?
Peter Niemann
22. September 2016 14:59
Die spannende Frage ist warum Idealisten wie Sie, Herr Kubitschek, oder ich, nebst anderen Foristen, den Weg der Parteidemokratie zu Recht als Scheindiskurs und den der Egoopportunisten verschmähen. Ist das Gesetz der Masse, des Dranges zur Triebbefriedigung und damit Sieg des egoistischen Magens über altruistischideellen Herzens systemimmanent? Ich meine ja. Aber wie durchbricht man den Zyklus?
Monika
22. September 2016 15:28
Das Thema Nationale Identität/ Nationalkultur gehört auf die Agenda aller Parteien.
http://www.faz.net/aktuell/politik/allensbach-umfrage-zum-thema-nationalkultur-14446621.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
Hier muß die AfD weiter Dampf machen. Wie sagte ein AfD-Redner( ?) in Erfurt:
Wir wollen nicht ein Stück vom Kuchen, wir wollen die Bäckerei !
William Wallace
22. September 2016 15:50
Austritte aus den Altparteien sind ja schön und gut, die Allermeisten bleiben aber in "ihrer" Partei bis sie die Hufen hochreißen. Dieses Problem der Rentner, die das Rückgrat einer jeden Altpartei stellen, wurde wieder zur Wahl in Berlin offensichtlich:

Auf Heide Nolte, Rentnerin, ist noch Verlass: „Ich hab’ die CDU gewählt, das machen die meisten hier.“ Eigentlich fühle sie sich der SPD näher – „aber die Politiker machen ja eh, was sie wollen“. Trotzdem kein Kreuz bei der AfD gemacht? „Nein“, sagt sie, aber mancher in ihrem Bekanntenkreis schon. „Protestwähler, die ein Zeichen setzen wollen“, urteilt Nolte fachkundig. Sie nicht, „ich fühle mich hier doch wohl, in Zehlendorf.“




1. Sie fühlt sich der SPD nahe. Also wählt sie die CDU. (?)
2. Grund dafür ist, dass die Politiker eh machen was sie wollen. (?)
3. Madame wählt die AfD nicht, weil es ihr in Zehlendorf (das ist ein noch weitgehend deutsch gebliebener Bezirk mit hoher Villendichte)
gut gefällt. Dass die von ihrer Partei konsequent betriebene Umvolkungspolitik über kurz oder lang aber auch aus ihrer Nachbarschaft ein Duisburg-Marxloh machen wird, in dem es ihr sicherlich nicht mehr gefällt, kann oder will sie nicht begreifen.

Also: Ein paar Karrieristen werden wohl von den Altparteien in die AfD kommen. Die Basis aber muss auf "natürlichem Wege" ausscheiden.
Monika
22. September 2016 15:56
@d.n.
Warum Frau Kelle immer noch CDU-Mitglied ist ?
Verstehe wer will. Vielleicht möchte sie noch etwas auf den hessischen Kultusminister einwirken?
http://www.kath.net/news/56811
hs
22. September 2016 15:59
Sehr geehrter Herr Kubitschek,

vielen Dank, dass sie den lobenswerten Schritt von Herrn Krah hier thematisieren. Man kann nur allen Mitgliedern der etablierten Parteien empfehlen, auch über einen Parteiaustritt nachzudenken. Jeder, der
angesichts der dramatischen Verschlechterungen weiterhin eine Politik mit trägt, die die Sicherheit, unser Volk etc. gefährdet, macht sich mitschuldig.
Die Konsequenz dieses Nachdenkens muss kein Eintritt in eine Partei rechts der CDU sein, aber eine mutiges Signal dafür, dass das EGO NON, das
einfache, aber klare NEIN in unserem Land noch etwas Wert ist.
Roman.U
22. September 2016 16:12
Die Ratten verlassen noch nicht das Schiff. Das wäre eine zu optimistische Prognose. Die AfD müsste schon die grosse Koalition unmöglich machen und nur noch Rot-Rot-Grün als Option übrig lassen. Dann fängt das Schiff der Union erst an zu kentern. Momentan sieht es aber so aus, dass es noch für eine Periode Mutti reichen dürfte. Man darf auch nicht vergessen, dass es wirtschaftlich gerade ziemlich stabil ist. Die Meldungen betreffen einen grossen Teil der Leute bis jetzt nur indirekt.

Insofern kann man auf dem Schiff noch eine ganze Weile bleiben. Wenn man dem Mann etwas unterstellen möchte, so werden es private Sackgassen innerhalb der Union sein. Wer jetzt geht, wird tatsächlich einfach nicht mehr einverstanden sein. Die Ratten wird man eher in 5-6 Jahren antreffen. Das ist nicht die Zeit das Schiff zu verlassen, eher ist es die perfekte Gelegenheit die Vorräte zu plündern. Absetzen kann man sich noch früh genug,
Biggeo
22. September 2016 16:55
Ist ja ganz nett die Erklärung des Herrn Krah, doch leider viel zu spät und erweckt bei mir eher den Eindruck, dass er auf einen angelaufenen Zug der AfD zu den Futtertrögen der Macht mit aufspringen will.
Dies war die erste Vorbereitungshandlung!
Ich habe zahlreiche Stadträte der hiesigen CDU persönlich angespochen und gesagt, wie sie als Basis gegen Frau Merkel hier nicht aufbegehren würden. Einer sagte mir doch tatsächlich, " natürlich schaffen wir das nicht, aber du weißt doch wie das ist in der Partei." Im Klartext, ich weiß ob seiner finanziellen Situation ist er auf das Stadtratspöstchen und natürlich die Ausschüsse angewiesen. Und da der hier mächtige Rauteanhänger Laschet das Sagen hat, ist ihm künftig kein Pöstchen mehr gewiss, sollte er das oder irgendwas gegen Frau Raute in der Partei vorbringen. Und wenn ich mir die hiesigen Stadträte so ansehe, leben die meisten von der Partei und Ahnung oder Kenntnisse über was sie gerade entscheiden, ist bei den wenigsten vorhanden, aber auch nicht erwünscht. Ich weiß, warum ich keiner Partei anghöre oder anghört habe, aber ich wähle auch nicht nach dem Motto, dass ich oder ggf. meine Eltern schon immer so gewählt haben. Und ansonsten finde ich MC -Pom und den Osten Deutschland super. Werde dort wieder Urlaub machen!
Unke
22. September 2016 17:02
Sehr schön! Die (von den Konstrukteuren beabsichtigte) Korrumpierbarkeit im demokratischen System ist fatal. Und der Petry trau' ich da (auch) nicht über den Weg.
Fredy
22. September 2016 17:03
Krah ist doch ein Karrierist aus der Dresdner SchickiMicki-Szene. Wenn Krah aus der CDU austritt, kann ihm diese offenbar auf seinem weiteren Lebensweg nicht mehr behilflich sein. Selbstverständlich muß er das aber anders, gewissermaßen völkisch erklären.
Winston Smith 78699
22. September 2016 17:06
... Krahs entscheidender Befund: Die Funktionäre und Karrieristen in seiner ehemaligen Partei orientierten sich nicht mehr am Wohle des Volkes (und damit der Parteibasis und den Wählern), sondern an dem, was wir an dieser Stelle schon des öfteren als »politisch-mediale Klasse« oder »Establishment« bezeichnet haben


"DAS bin ich nicht", sagt er also. Der Satz aber suggeriert, da solle irgendwann mal etwas anders gewesen sein ... irgendwann, bevor ihm am Tag der Duracellhäschen was auffiel, sagen wir ... vor dem Sommer 2015, sagen wir ... vor der zweiten Wahlperiode? Sagen wir doch zur Sicherheit gleich: noch lange davor! Wann eigentlich?

Etwa als er eintrat? Gehen wir mal von den 90ern aus, unter Schröder oder gar noch unter Kohl? Dass man die obige Beschreibung auf jene CDU von damals nicht genauso anwenden kann, davon soll er mich erstmal überzeugen.

Nur fiel es eben nicht auf, weil die Leute nicht durch den Führerbefehl in einen solchen Unfug gejagt wurden und sich gar nicht in ihrer ganzen moralischen Pracht entfalten konnten. Ein skrupelloser Verbrecher allein auf einer Insel, ohne Gelegenheit zu Taten - ist der durch die Umstände ein besserer Kerl?

An seiner Rechtfertigung ist mir das wichtig, weil er sich ja von etwas absetzen will und ruft: "DAS bin ich nicht." WARUM aber sollte er nicht noch schlimmer ist als jene, denen dieser Schritt nun einfach bereits zu peinlich ist? Am Ende könnte man unter den letzten CDU-Mitgliedern gar die zwar Verblendeten finden, aber wenigstens die Treuen - die weniger Schlauen vielleicht, aber dafür die Juwele guten Willens.

Dabei mag der hier gar noch harmlos sein, verglichen mit einem narzisstischen Guido Reil.
Der_Jürgen
22. September 2016 17:26
Obwohl persönliche Reminiszenzen eigentlich eher Sache meines werten Landsmanns Pirmin Meier sind, sei mir hier ausnahmsweise auch eine gestattet:

Vor allem aufgrund meiner ausgeprägt antikommunistischen Haltung (erst viel später habe ich gelernt, die kommunistische Praxis differenzierter zu betrachten) war ich schon als Gymnasiast glühender Anhänger von Franz Josef Strauss und dem rechten CDU-Flügel, für den damals Namen wie Alfred Dregger standen. Diese Position behielt ich bis Ende der achtziger Jahre bei.

Ich las regelmässig "Die Welt", in der Sympathisanten dieses rechten Unionsflügels oft zu Wort kamen; an manche Artikel von Günter Deschner, Carl Gustav Ström, Hans Germani und anderen erinnere ich mich heute noch. Was mich an der CDU und der Springerpresse irritierte, waren jedoch der permanente Vergangenbewältigungskult, der aber immerhin nicht so ausgeprägt war wie beim "Spiegel" oder gar bei der mir schon damals zutiefst verhassten "Zeit", sowie die kriecherische Unterwürfigkeit gegenüber Israel. Ich nahm damals an, dass sich dies mit dem Vergehen der Jahre ändern werde. O sancta simplicitas!

Nach der Wiedervereinigung erwies es sich bald, dass der rechte Unionsflügel nicht mehr benötigt wurde, und er verschwand recht rasch. Mit der Zeit war die CDU kaum noch von den Linksparteien zu unterscheiden. Ich hoffte eine Zeitlang auf die Republikaner, deren Chef Franz Schönhuber ich (allerdings erst 1996) bei einer Versammlung persönlich kennenlernte und der auf mich einen guten Eindruck hinterliess, begriff aber allmählich, dass eine authentische Rechtspartei in diesem System nicht hochkommen konnte, vor allem wegen der totalen Kontrolle der volksfeindlichen Kräfte über die grossen Medien (dass auch die menschlichen Unzulänglichkeiten vieler Rechtspolitiker eine grosse Rolle spielten, ist klar).

Heute bin ich überzeugt, dass die CDU und die CSU von Anfang an die ihnen von der amerikanischen Besatzungsmacht zugedachte Rolle gespielt haben. Anfangs mussten sie ab und zu ordentlich auf die nationale Pauke hauen, weil ein erheblicher Teil der Deutschen in den ersten Nachkriegsjahrzehnten noch national dachte und sonst zu rechten Parteien übergegangen wäre. Sie donnerten unentwegt gegen den totalitären Kommunismus und die DDR und verhüllten damit den Blick auf die Tatsache, dass Deutschland, wie Armin Mohler treffend festhielt, zwei Gouveranten hatte - eine strenge namens Olga und eine weniger strenge namens Jane.

Mit dem steten Rückgang des Nationalbewusstseins infolge der unentwegten Gehirnwäsche, der die heranwachsenden Generationen unterzogen wurden, brauchte es keinen nationalen Unionsflügel mehr; seine Vertreter wurden kaltgestellt oder starben aus.

Heute braucht Deutschland die Unionsparteien ungefähr so dringend wie ein Mensch einen Kropf. Dasselbe gilt natürlich für alle anderen Systemparteien, von den Grünen bis zur FDP. Bezüglich der AFD werden wir sehen, ob sich dort die Meuthens durchsetzen - und in diesem Fall brauchen wir diese Partei auch nicht - oder die Höckes.
Ist nicht relevant
22. September 2016 17:34
Das System funktioniert wie die Borgs und dichtet sich selber ab. Hier ein Beispiel:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/cdu-strategie-fuer-die-wahlen-in-baden-wuerttemberg-14446591.html
Andreas Walter
22. September 2016 17:51
Das mit dem jemand über den Weg trauen sollte man nicht zu hoch hängen. Das zum Beispiel die NPD von V-Leuten durchsetzt ist, manche scherzen sogar, gegründet wurde, sollte da als Erklärung genügen. Letztendlich kann man nur hoffen, dass noch genügend patriotischer Geist und ein Rest an gesundem Menschenverstand dieses Land und seine Einheimischen wieder zu mehr Eigensinn, Realismus und Vernunft zurückführt. In einem Krieg gibt es jedoch noch viele andere unbekannte und darum ebenso unberechenbare Faktoren, die einen Blick in die Zukunft unmöglich machen. Man handelt daher entweder aus Überzeugung, ungeachtet der Unwägbarkeiten, oder lässt es lieber bleiben und geht in Deckung. Denn wer die Geschichte betrachtet sieht ja, dass es selten die trifft, die es treffen sollte, sich oft oder sogar immer die brutaleren, gewissenloseren und gemeineren, hinterlistigeren oder weniger von Zweifeln geplagten durchsetzen. Recht haben und Recht bekommen sind eben zwei verschiedene paar Schuh, und im Krieg zählen so wie so andere Werte, oder eben Unwerte. Und ja, ich befürchte eher eine Ratte zu sein, die am Leben hängt. Weil ich das Leben eigentlich liebe, ich es hier schön finde auf der Welt, gerne am Leben bin, auch wenn ich nicht sonderlich viel daraus mache, vieles auch zu idealistisch, blauäugig, gutgläubig, erwartungsvoll, hoffnungsvoll, naiv angegangen habe. Bin halt manchmal unsicher, mir meiner Sache eben nicht immer sicher, so wie es Fanatiker sind. Muss es denn immer gleich um Leben oder Tod, Freiheit oder GULag gehen? Warum sind manche Menschen so extrem, und nicht lösungsorientierter? Oder ist das Leben so? Oder haben das jetzt andere erst Induziert? Die Eroberer, die Presse, die Politiker? Blindflug.
cherusker69
22. September 2016 17:53
Also ich finde den Austritt von Krah erstmal gut, gewünscht hätte ich mir persönlich einen Austritt mit Pauken und Trompeten.
Warum warten diese Leute so lange, klar Seilschaften die man nicht aufgeben will, ein Posten womit man gutes Geld verdient. All das sind menschliche Dinge die in jeder Partei zuhause sind.

Geht er jetzt zur AFD ? wäre das sinnvoll? ich bin immer skeptisch wenn Aussteiger von anderen Parteien zur AFD wechseln aber soweit ist es ja bei Krah nicht.
Belsøe
22. September 2016 17:59
Wer eine Ahnung bekommen will, in welchem Morast die Wurzeln bundesrepublikanisch gegründeter Parteien festsitzen, der suche auf youtube mal nach "Dokumentation der Machtkonstruktion". Ein insofern erhellender Film, als einem klar wird um wieviel grösser der explizit nichtöffentliche Teil des politischen Systems ist.

Neu ist das freilich alles nicht, und zudem stellt es für mich auch einige Aspekte der teils scharfen gesellschaftlichen Debatte in den 60er Jahren in ein anderes Licht. Die (Ab)Wendung hin zu einem im wesentlichen hedonistischen Projekt war sicherlich keine zufällige Entwicklung. Womit wir wieder bei der Korrumpierbarkeit wären.
herbstlicht
22. September 2016 18:17
Vorstehende Kommentare zum Zeitpunkt erinnern mich an einen Schwank, welcher mir aus einem US-amerikanischen Internierungslager berichtet wurde; den Freunden hier zum grimmigen Schmunzeln.

Ein Lager, irgendwo in den niederbayerischen Donauauen; ehemaliges RAD-Lager, angelegt zwecks Donauregulierung. Muß 1947/48 gewesen sein, denn anfangs fielen die Männer reihenweise um beim Appell und im Spätfrühling 1948 wurde mein Gewährsmann entlassen.


Aus den Reihen der angetretenen Gefangenen löste sich eine wuchtige Gestalt --- Habitus niederbayerischer Ortsgruppenleiter --- ging hin zu der Gruppe amerikanischer Soldaten, welche neben einem kleinen Rednerpodest stand und machte dem Offizier mit Gesten und ein paar Brocken Englisch klar, daß er gerne vom Podest herab ein paar Worte sagen würde. Dies wurde genehmigt und der Mann begann mit Löwenstimme:


Wollt' einem Ami in den Arsch nei kriechen,
Konnte nicht hinein,
Waren schon drei Prominente drin!


Donnerndes Gelächter von 3000 Mann, verwirrte Blicke bei den Amis: okay!
thotho
22. September 2016 18:35
Wie mehrfach bereits angesprochen, möchte auch ich betonen, wie wichtig persönliche Verbindungen (Seilschaften, Loyalitäten) in den Parteien sind. Das geht doch hinauf bis zur Merkel! Stehende Ovationen für die Volksabschafferin schlechthin, das ist Führerkult. Draußen brennt die Hütte, drinnen wird gefeiert. Gerade weil es sich politisch zuspitzt (wiewohl nicht ökonomisch, wobei ich mich trotzdem frage, was der Mindestpensionist dazu sagt, der sein ganzes Leben gewerkt hat). Österreich ist ähnlich beinander wie Merkelstan und auch hier feiert der Finanzminister die Flüchtlingsmilliarde . Ja, Investitionen in die Zukunft, in das neue Volk, nicht wahr?

Ich denke, es ist viel mehr Menschen aus den Altparteien klar, dass die hiesige Politik ins Verderben führt, als solche eher breitenwirksame Austritte suggerieren, doch klammert man sich an alte Gewohnheiten, Kontakte und längst vergessene politische Charaktere aus dem Jahre Schnee.

Man muss bei solch späten Aussteigern natürlich vorsichtig sein und diese mal charakterlich abklopfen, jedoch ist es nie zu spät für eine Umkehr.
Georg Mogel
22. September 2016 18:47
Wer im Zusammenhang mit "Flüchtlingen" von "Obergrenze", anstatt von einer umgehenden, millionenfachen Rückführung spricht, ist entweder ein Verbrecher oder ein Idiot.
Andreas Walter
22. September 2016 18:50
Ich habe mir neulich dieses Bild in Ruhe angeschaut und dann im Geist die Frage in den Raum gestellt: "Und, waren das auch alles "Nazis", die innerhalb dieser Stadtmauer [Palisade?] gelebt haben? Oder einfach nur Menschen, die in Ruhe und Frieden leben, arbeiten und schlafen wollten" Das Bild, der Stich ist, soll von 1652 sein:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7e/Usedom-1652-Merian.jpg
Richard
22. September 2016 19:00
Wahrscheinlich wird so eine Aussage hier als Sakrileg wahrgenommen, aber ich bin wirklich sehr am Zweifeln, ob eine gewollte Fixierung der AfD auf einen neurechten bzw. stramm nationalkonservativen Kurs tatsächlich ein Fortschritt wäre. Unbezweifelbar ist, daß in den „Pegida“-Bundesländern die hiesige Theoriearbeit sehr schnell in realpolitische Kampagnenfähigkeit umgewandelt werden konnte. Ich glaube aber dennoch, dass in den meisten anderen Bundesländern eher eine AfD erfolgreich ist, die auch mit dem Renommee bereits in der Politik oder staatlichen Organen tätig Gewesener aufwarten kann.

Letztlich kann man einer früheren Aussage von Bernd Lucke nicht jegliche Berechtigung absprechen: Wer sich immer nur vom Antrieb leiten lässt, die Grenzen möglichst weit aufzustecken und die Politik vom reinen Idealismus lenken zu lassen, soll erstmal beweisen, daß er überhaupt in der Lage gewesen wäre, eine AfD zu gründen. Das waren halt doch die Professoren und keine Identitären oder Antaios-Kunden. Und man kann auch wieder bedauern, daß die Realität sich nicht den eigenen Idealen anpasst, aber: In Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Berlin hat die AfD nicht nur wegen, sondern auch trotz Personen der Patriotischen Plattform, etc. gewonnnen.

Bedenklich finde ich in jedem Falle Aussagen wie von „John Haase“ und „firenzass“: Würde die AfD öffentlich von der unversöhnlichen Abgeschlossenheit und den eigenen „Soldaten der Bewegung“ reden, könnte man auch beim besten Willen nicht viel anders, als an 33er-Träume zu denken.

Ich finde, es wird gerade erst spannend, wie sich das Spektrum der AfD durch verschiedene Strömungen erweitert und Personen jeglicher (ehemaliger) Couleur in die Öffentlichkeit gebracht werden können. Die AfD profitiert meiner Ansicht nach sehr davon, nicht nur einem Björn Höcke, sondern auch einer Alice Weidel und einem Guido Reil eine Heimat bieten zu können. Es bleibt dann immer noch mehr als genug berechtigter Stolz übrig, welchen das hier vertretene Lager auf die eigenen Leistungen haben kann. Der „romantische Dünger“ ist eine der Lebensadern der AfD, aber alleine dadurch kann sie nicht politikfähig sein.
Meier Pirmin
22. September 2016 19:23
Der_Jürgen. Die ein Leben begleitende Bindung an eine Traditions- und Volkspartei wie SPD einerseits, die CDU mit ihrer Vorgängerin Zentrum andererseits können sich einige von hier offenbar nicht vorstellen. Schon 1971/72, bei den Ostverträgen, konnten einige nicht aus der SPD austreten, weil die Partei für ihr allgemeines politisches Bewusstsein prägend blieb; weil diese Partei dem Ermächtigungsgesetz nicht zugestimmt hatte usw.. Bei der CDU z.B. in Baden-Württemberg, wo ich schon ein paarmal Referent war, gibt es viele, deren Vorfahren schon im Zentrum aktiv waren. Meine eigenen Vorfahren waren nachweisbar seit 1862, damals noch als Antijudaisten, in der Schweiz bei der katholischen Partei kommunal aktiv gewesen, Verwandte im Parlament usw. Selber war ich einige Jahrzehnte bei den Luzerner Christdemokraten Mitglied, da tritt man nicht einfach aus, zumal wenn man sie hauptsächlich auf kommunaler und kantonaler Ebene wählt, wo man diejenigem alle persönlich kennt, die man wählt. Sie müssen auch berücksichtigen, dass Mitgliedschaft und Kontakte auch dann bleiben, wenn man sich von der Hauptlinie der Regierung entfernt hat. Dazu gibt es für politisch länger Gebundene einen relativ scharfen Blick auf die Dummheiten der politischen Anfänger, selbst wenn diese im Hauptanliegen recht haben könnten. Aus diesem Grund ist der späte Austritt des Herrn Krah im Normalfall kein Akt des Opportunismus. Hingegen bekennt Merkel auf einer der wichtigsten youtube-Aufnahmen, die es überhhaupt gibt, dass ihr politisches Handeln noch um 1988/89 offenbar noch von 70% Opportunismus geprägt gewesen sei. Das ist bei ihr derzeit eher weniger der Fall, es ist zu befürchten, dass sie in den wichtigsten Fragen Überzeugungstäter ist. Strauss sagte es dann jeweils so, das Schlimmste sei, wenn man noch glaube was man sage. Allerdings hat Henryk R. Broder in der neuesten Weltwoche die sog. Selbstkritik Merkels meisterhaft durch blosses Zitieren als Realsatire darzustellen und blosszustellen gewusst. Es gibt aber Mitglieder der Union, die zum Teil noch so denken, wie man vor Merkel dachte und die allenfalls diese ganze Merkelei noch "ausseuchen" wollen, selbst wenn es eine Illusion ist. Vernünftige Politiker bei CDU und CSU sind jedoch nie ausgeschlossen, nur ist das längst nicht mehr mit der Hauptlinie der Partei zu verwechseln. Auch muss man sehen, dass es bei den Abgeordneten, die man wählt, nicht nur auf deren Meinung ankommt, auch noch auf die Vertrauenswürdigkeit. Ein Kay Nerstheimer war wohl, trotzdem er ein Direktmandat holte, für herkömmliche Unionswähler doch eher eine Zumutung. Dazu habe ich mich in früheren Blogs geäussert.


Um es zusammenzufassen: bei direkter Demokratie würden in nicht wenigen Fragen um 50% und mehr vielleicht wie die AfD stimmen, die sie aber nie wählen würden. Das ist das Dilemma. In der Schweiz wird das Problem mit der direkten Demokratie gelöst, wobei sich das Parlament jedoch weigert, eine Volksabstimmung zur Masseneinwanderung mit 50,3% Ja anzuerkennen, obwohl immerhin fast zwei Drittel der Kantone zustimmten, was im schweizerischen System eigentlich noch wichtiger ist, besonders wenn man an die italienische Schweiz denkt, wo 70% der Bevölkerung gegen die Überfremdung sind. Nicht gemeint waren und sind in der Regel betuchte deutsche Rentner.
Der Gutmensch
22. September 2016 19:25
Juwele des guten Willens ... Winston, Ihre Standhaftigkeit ist frappierend. Ich würde Sie gerne fragen, woher Sie die nehmen, aber ich würde die Antwort ja doch nicht verstehen. Also - bei anderen sehe ich gewöhnlich, was die antreibt ... man kann nach einer Weile sozusagen durch den Riss schauen, den sich jemand zum Motor gemacht hat ... und auf diese Weise lernt man sie alle miteinander zu fürchten .... aber Sie? Wohin soll man eigentlich ausziehen, Sie fürchten zu lernen (bitte sagen Sie jetzt das Richtige. Geben Sie mir eine schwere Hausaufgabe, die ich nicht erledigen werde. Dann muss ich mich nämlich nicht mehr wundern)?

Gruß aus dem grell erleuchteten Mauseloch,

der Gutmensch.
Franz S.
22. September 2016 19:28
Mir ging es wie dem_Jürgen. Vielleicht sind wir uns da über den Weg gelaufen. Da gab es Plakate der CDU mit Königsberg und Stettin, eine Schallplatte mit dem kompletten Deutschlandlied und einen brennenden Holzstoß an der Grenze zur "DDR" am 17. Juni. Ich bin 1986 ausgetreten.

Jeder der das Parteienkartell verläßt, soll uns willkommen sein. Ich hoffe Herr Krah schließt sich uns an.
limette
22. September 2016 19:41
Das ist ein Element des Bekenntnisses jedes Rechten:

»Ein Mandat, damit endet für sie das Visionäre, ein Dienstwagen, das stillt ihren wertsetzenden Drang. Haltet euch nicht auf mit Widerlegungen und Worten, habt Mangel an Versöhnung, schließt die Tore, bleibt grundsätzlich.«
limette
22. September 2016 19:44
Krah hat zwar recht, aber er ist mit Vorsicht zu genießen. Warum fällt ihm dies erst jetzt auf? Jetzt kommt er aus der Deckung, wenn die AfD da ist und Erfolge hat.

Grundsätzlich ist der Typ nicht. Aber ein AfD-Mandat hätte er gerne.
Alexander
22. September 2016 20:11
Die Krähen schrei'n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei'n –
Wohl dem, der jetzt noch – Heimat hat!

[...]

Die Krähen schrei'n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei'n –
Weh dem, der keine Heimat hat!

[...]

Daß Gott erbarm'!
Der meint, ich sehnte mich zurück
In's deutsche Warm.
In's dumpfe deutsche Stuben-Glück!

Mein Freund, was hier
Mich hemmt und hält, ist dein Verstand,
Mitleid mit dir!
Mitleid mit deutschem Quer-Verstand!
herr k.
22. September 2016 20:18
Danke für den Artikel.

Nun ist aber leider ein NEIN zur CDU immer noch kein JA zum Patriotismus, auch kein JA zur AfD, zumindest nicht für alle Austreter. Es ist eher eine Art Schmollen, weil die eigene Naivität im transatlantischen Realkosmos ankommt. Allerdings erreicht man dort keinen Fixstern als echte Bezugsgröße, sondern taumelt als Unparteiischer im luftleeren Raum umher.
Immerhin hat man aber den Absprung vom offensichtlich sinkenden Schiff geschafft, zumindest glaubt man das. Was aber ein "sinkendes Schiff" ist scheint man noch nicht so richtig verstanden haben, hofft man letztlich doch auf die Wiederkehr des Status quo, der von manchen Liberalen und Konservativen eingefordert wird.

NUR: es wird nicht passieren. Geschichte geht immer vorwärts, niemals rückwärts. Das Wasser im sinkenden Schiff muss auch für uns weiterfließen, denn sonst kommt der Kapitän und die ganze Sache geht auf zur nächsten Kreuzfahrt...wieso kapiert das der CDU-Hansel nicht? Wunschdenken?
Nero
22. September 2016 20:28
@Richard

Würde die AfD öffentlich von der unversöhnlichen Abgeschlossenheit und den eigenen „Soldaten der Bewegung“ reden, könnte man auch beim besten Willen nicht viel anders, als an 33er-Träume zu denken.


Wie war es denn damals so 33 rum und von was haben Sie da geträumt? Erzählen sie doch mal!

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Ihr Kommentar ist kein Sakrileg aber nervig und unsinnig. Die AfD muss eine fundamental andere Politik einschlagen, sonst ist sie nutzlos. Es kann helfen, wenn man bekannte Gesichter für sich gewinnt. Jetzt aber die Richtung in Frage zu stellen, das wundert mich doch sehr. Was haben Sie sich denn vorgestellt, wenn nicht nationalkonservativ bzw. rechts?
Außerdem, das Wort renommiert impliziert ein hohes Ansehen.
Mit Sicherheit hat jemand der gerade von Parteien wechselt, welche Deutschland vernichten wollen kein hohes Ansehen.
Besser späte Einsicht, als nie. Die Forderung die Parteisoldaten nicht zu vergessen, nur weil da mal jemand das Lager wechselt, sollte einen Selbstverständlichkeit sein. Was Sie da gleich mit 33 meckern ist mir rätselhaft.

Wer sagt, dass man sich nur vom reinen Idealismus lenken lässt?
Und was hat das mit einer Parteigründung zu tun?
Ohne die einwanderungskritische Haltung wäre die AfD eine Einthemenpartei geblieben und nahtlos in der FDP oder CDU/CSU aufgegangen. Diese kritische Haltung gegenüber der Migration hätte es mit Lucke niemals gegeben. Er vertritt diejenigen, denen Deutschland und die Deutschen scheißegal sind. Die, welche sich nur um ihr Geld sorgen machen. Da gab's natürlich Schützenhilfe. Meinen Sie Henkel interessiert das deutsche Volk? Ich lache mir ins Fäustchen, dass Lucke Henkel & Co. die Kontrolle über die AfD entglitten ist. Richtig so!
Und was hat Alice Weidel mit Guido Reil zu tun? Die ist doch schon länger bei der AfD und mir nicht durch relativierende Äußerungen bezüglich den Deutschen aufgefallen. Vielleicht weil Sie lesbisch ist?
Ist Guido Reil also schwul?
Ich verstehe Ihre Aneinanderreihung nicht.

Sie scheinen mir zu denjenigen zu gehören die Angst vor der eigenen Courage bekommen.
Zur Erinnerung: Wir haben noch nicht einen Sieg errungen!
Noch immer strömen tausende Einwanderer und Asylforderer nach Deutschland. Und Sie fallen uns schon in den Arm.
Mehr Strömungen in der AfD? WARUM?
Arminius Arndt
22. September 2016 20:30
Angesichts einiger kritischer Stimmen in der Debatte, möchte ich heute einmal der sein, der mit der Bibel daher kommt und zwar konkret mit Lukas 15, 1-7:

... . Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen. ... Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, vor neunundneunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen.


Ist uns die Kenntnis des Gleichnisses vom verlorenen Sohn, des Gleichnisses von den Arbeitern im Weinberg so abhanden gekommen, dass wir, wie hier zum Teil geschehen, so den Stab über Herrn Krah brechen wollen?

Ich denke, hier ist durchaus Milde angezeigt - zumal die ganze Internet-Seite sich ja auch um deutlich mehr dreht, als um die Entscheidung von Herrn Krah. Einfach einmal auch die Statements auf der Seite lesen und die weiteren Inhalte.

Im Übrigen scheint es - nach den Ausführungen von Herrn Krah - mit Parteimitgliedschaften wohl oft auch so zu sein, wie mit Kirchenmitgliedschaften. Angesichts dessen, was die deutschen Kirchenoberen von sich geben, ihrer Verstrickung ins Migrationsbusiness etc., wäre es auch überfällig, aus der Kirche auszutreten ... wenn da nicht die familiären Traditionen und Bindungen wären, die netten Gemeindemitglieder in der örtlichen Gemeinde, ein Dorfpfarrer, der engagiert ist und die Kirche buchstäblich im Dorf lässt, etc. ...

Wann kommt also die Seite www.kirchen-austritt-jetzt.de ?
Sebastian
22. September 2016 20:36
Ja die Luft wird dünner für diejenigen die bei den Altparteien nicht auf den vorderen sicheren Listenplätzen stehen :)
Olle
22. September 2016 20:40
@Richard. Es kann schon sein, daß die AfD " erfolgreich" sein kann, wenn sie mit altbekannten Parteihengsten aufwartet. Für eine "Alternative" zur Ausrichtung der gegenwärtigen Mainstream-Politik muß es aber hinter taktischen Erwägungen immer grundsätzlich um geistige Substanz gehen. Denn die Krise, gegen die die Alternative auftritt, ist substantiell; ein irgendwie erreichtes akzeptiertes Mitmachen führt in der aktuellen Situation kein bißchen weiter. Und dies ist auch keine Erkenntnis aus dem verhängnisvollen September 15. Der hat nur zu einer seit vielen Jahren fälligen Verallgemeinerung der Krisenerkenntnis geführt. Eine sehr ernste Gefahr für jeden konstruktiven politischen Versuch in der gegenwärtigen Situation besteht in der Korrumpierungsperfektion, die sämtliche bekanntgewordenen egalitaristischen Ordnungsvarianten souverän beherrschen, weil darin ihre wichtigste Selbstbehauptungsvoraussetzung liegt. Kann man etwa bei Tocqueville nachlesen... Da müssen wir jetzt aufpassen, wie Kubitschek richtig analysiert. Und das nicht erst heute - vgl. z.B. seine "Provokation" von 2007.
Nürnberg 2.0
22. September 2016 20:52
@ Der Jürgen:

»Wer die CDU zu diesem unmöglich späten Zeitpunkt verlässt, dem würde ich nie über den Weg trauen. Selbst für einen Zeitgenossen mit sehr beschränkten Geistesgaben musste es allerspätestens ab Sommer 2015 klar sein, dass diese Partei Hochverrat am deutschen Volk betreibt.«

Zustimmung, insbesondere, wenn man dann noch die historischen Wahldebakel der CDU in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin abwartet, bis man endlich das sinkende Schiff verläßt.

Allerdings kann ich dem von Ihnen als spätesten Zeitpunkt des Offenkundigwerdens (nettes Wort, gell?) des von dieser Blockpartei im Auftrag ihrer Lizenzgeber verübten Hochverrats am deutschen Volk (Sommer 2015) nicht zustimmen.

Das wurde schon sehr viel früher klar. Spätestens seit der verratenen "geistig-moralischen Wende" 1982/83, als weder von der von Kohl angekündigten Halbierung der Ausländerzahl in der BRD nach den Wahlen im März 1983 mehr die Rede war noch alle Hoffnungen auf einen aktiven Kurs hin zur Lösung der deutschen Frage erfüllt wurden (Kohls Standardantwort dazu: »Steht nicht auf der Tagesordnung der Weltpolitik« wird jedem damals politisch Interessierten noch in trauriger Erinnerung sein, denn natürlich hatte niemand außer uns Deutschen ein Interesse daran, sie auf die Tagesordnung zu setzen, deshalb mußte die Initiative dazu natürlich von der BRD-Regierung (immerhin das drittstärkste Industrieland der Welt) ausgehen. Doch dazu war diese Vasallenregierung niemals bereit (Kohls unvergessener beleidigend-abwertender Satz über den damaligen CDU-Abgeordneten Bernhard Friedmann »Blühender Unsinn«), ebensowenig wie zur Forderung (bei Androhung der Aussetzung der UN-Beitragszahlungen bei weiterer Verweigerung der Behandlung dieser Frage durch den Sicherheitsrat, bzw. die UN-Vollversammlung) nach der längst überfälligen Abschaffung der diskriminierenden und empörenden Feindstaatenklauseln in der UNO-Charta - stattdessen wurden diese einfach stereotyp als "obsolet" erklärt - von der BRD-Marionettenregierung nicht etwa von der UNO!).

Schließlich der ungeheuerliche Verrat der Unionsparteien an Deutschland und den Heimatvertriebenen durch den völligen Verzicht auf sämtliche - schon seit Ende der 60er Jahre nur noch formal und zum Schein der Wählertäuschung aufrechterhaltenen - (Völker-)Rechtspositionen hinsichtlich des Verbotes von Vertreibungen und des Völkermordes (ethnische Säuberung), der Unwirksamkeit von gewaltsam mit Ausmorden der ansässigen Bevölkerung herbeigeführten Grenzveränderungen und Annexionen, erzwungenen "Verträgen" und des Rechts auf Heimat.

Letzter Höhepunkt dieses ungeheuer niederträchitgen Verrates an Deutschland waren die Ereignisse 1990, als auf von sowjetischer Seite ausgestreckte Fühler bzgl. der Einleitungen von Verhandlungen zur Rückgabe des nördlichen Teils von Ostpreußen (vermutlich gegen entsprechende Zahlungen im vermutlich zweistelligen Milliarden-DM Bereich seitens der BRD - Summen, die vielhundertfach vom BRD-Regime im Zuge der rechts- und vertragswidrigen Euro-"Rettungs"-Politik unter maßgeblicher Beteiligung der Merkel-/Schäuble-CDU ohne jede Gegenleistung zum Fenster rausgeschmissen wurden) brüsk zurückgewiesen wurden:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/wiedervereinigung-moskau-bot-verhandlungen-ueber-ostpreussen-an-a-695928.html
Wahrheitssucher
22. September 2016 20:56
@ Der_Jürgen

"Tatsache, dass Deutschland, wie Armin Mohler treffend festhielt, zwei Gouveranten hatte – eine strenge namens Olga und eine weniger strenge namens Jane."

Dazu:

"Sie streiten sich, so heißt's, um Freiheitsrechte, genau besehen sind's Knechte gegen Knechte."

(Faust, 2. Akt)
Teresa
22. September 2016 20:58
"Er wäre ja nicht der erste ehemalige CDU-Mann, der den Weg zur Alternative fände, aber vielleicht einer der wenigen, deren Kalkül nicht dem raschen Aufstieg aus der dritten Reihe der Union in die erste Reihe der personell noch sehr schwachen AfD folgte."
-

Ich befürchte dass es aber genau das ist, was er vorhat.

Ehrgeizig ist er auf jeden Fall für drei. Er ist gut erzogen, tritt weltmännisch auf, kann sich gut verkaufen und weiß, wie man Menschen beeindruckt und sie für die eigenen Zwecke vereinnahmt.

Es gibt da eine sehr konservative, in der Öffentlichkeit etwas hilflos auftretende Gemeinschaft, als deren "Retter" er sich angedient hat, und die menschlich keine guten Erfahrungen mit ihm gemacht hat.

Ich kann Frau Petry nur raten, sich mit denen in Verbindung zu setzen, bevor er sich auch auf Kosten der AfD profiliert
Meier Pirmin
22. September 2016 21:03
@Einar von Vielen. Ihre Situation als Schüler verstehe ich sehr gut. Hoffe, dass es auch heute noch genügend Schüler gibt, die aus gesundem Widerspruchsgeist ihren Lehrern möglichst wenig Glauben schenken. War selber als Gymnasiallehrer darauf auch nie angewiesen. Ich habe auch, dank Reinhold-Schneider-Lesern in der DDR, den Gedanken der Wiedervereinigung über Jahrzehnte nie aufgegeben, wusste aber, dass es in Siebziger und Achtzigerjahren als Kriegshetze für Atomkrieg galt auch im Sinn von "lieber tot als rot". Im Sommer 1987 veröffentlichte ich erstmals in einer politischen Zeitschrift einen Artikel mit der Ankündigung, die Wiedervereinigung könnte in den nächsten Jahren Realität werden. Meine weiteren Kontakte zur DDR waren die dortigen Paracelsus-Freunde mit Schwerpunkt Dresden und Wismar. Ich sah, dass es Nischen des freien Denkens gab. Der deutschen Bombastus-Gesellschaft Dresden bin ich heute noch verbunden. In Bildungsfragen und anthropologischen Fragen vertreten sie eine sehr gesunde Linie.
Bernhard
22. September 2016 21:06
Wenn ein noch nicht 40-jähriger, kinderreicher Familienvater derart öffentlich mit einer der herrschenden Parteien abrechnet, ist das auch 2016 noch ein so außerordentlich mutiger Schritt, dass sich mancher der kritschen Foristen hier, die nie aus der Anonymität herausgetreten sind,
ernsthaft fragen sollte, ob er oder sie Vergleichbares zu bieten hat.
Wer hier statt die Hand auszustrecken zu Misstrauen rät und auf das "sinkende Schiff" verweist, vergisst, dass diese Titanic noch recht gut ausgerüstet und wohlbewaffnet ist und überträgt die Stimmungen und Mehrheitsverhältnisse in in einschlägigen Foren zu leichtfertig auf die im Land.
Simplicius
22. September 2016 21:15
Jetzt keinen taktischen oder gar strategischen Fehler machen!

Dr. Maximilian Krah, den ich nur aus der Presse und bis vor ein paar Tagen nicht einmal dem Namen nach kannte, scheint Format zu haben und kennt bereits das schmutzige, politische Geschäft.

Ein U-Boot ist er wohl nicht. Kann aber sein, dass demnächst enormer Druck aus dem Hinterhalt auf ihn ausgeübt werden wird, wenn er denn zur AfD überlaufen würde.

Ich hoffe inständig, die sächsischen AfD-Mitglieder zeigen innere Größe und bieten Herrn Maximilian Krah eine aussichtsreiche Position in der AfD an, damit er sich beweisen kann.

Solche Leute sind ganz wichtig, wenn die AfD den Umschwung schaffen will. Sie kann ihn nur mit Masse schaffen. Und das Zeitfenster dafür ist kurz. Krah geht jedenfalls nicht den leichten Weg. Das ist gut so.

„Von Karlsruhe flog ich zur Weihnachtsfeier meines Ortsverbandes; es war eine andere, gute Welt.“


Der Mann passt schon. Gebt ihm eine Chance.

Glaubt bitte nicht, Ihr schon halb Siegesgewissen, in den östlichen Bundesländern, dass die Linken, die hier im Westen die Gesellschaft, die Institutionen und die öffentliche Meinung (einfach alles!) voll und ganz in ihrem antideutschen Würgegriff haben, einen praktischen Umschwung nach rechts unter den jetzigen Umständen jemals hinnehmen werden!

Täuscht euch nicht! - Glaubt mir, ich bin nicht ängstlich oder paranoid.

Die „politisch-mediale Klasse“ hat alle Macht und wird bald erbarmungslos zurückschlagen. Voll unterstützt von den ausländischen Interessenvertretern in unserem Land. Stellt euch bitte auf Kampf ein und seit dankbar für jeden Überläufer, solange er nicht eine Ratte ist.

Gewonnen ist für die AfD bisher überhaupt noch nichts. Null. Ein paar Landtagsabgeordnete (wahrscheinlich keine 200) haben eine Plattform und das Einkommen, um in Vollzeit ihre Energie für Deutschland einbringen zu können. Das ist alles.

Seid gefasst: Die psychologische Kriegsführung gegen die AfD wird zum Sturmrauschen werden, die linken Deutschenhasser werden noch so manchen Brachial-Knüppel aus dem Sack holen, und konzertierte Jagd- und Vernichtungskampagnen werden so manchen AfDler zur Strecke oder zur Kapitulation bringen. Es gibt viele Mittel: Einschüchterung, Bedrohung, Kriminalisierung, Verächtlichmachung, Ausgrenzung, Berufsverbote, einseitige Berichterstattung, Lüge, Anklage, Verurteilung …

Ich habe das Gefühl, die Truppen und Kanonen für die Groß-Offensive gegen Rechts werden bereits in Stellung geschoben. Man höre, - hier nur ein Ausschnitt (heute früh beim Aufstehen, im Radio):

„Der Rechtsextremismus in all seinen Spielarten stellt eine sehr ernste Bedrohung für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der neuen Länder dar…“ (aus dem allerjüngsten Bericht der Regierung zum Stand der deutschen Einheit).
Meier Pirmin
22. September 2016 21:24
@Nürnberg. Das Thema des deutschen Ostens östlich der DDR war schon bei den Ostverträgen nach der Machttergreifung von Brandt-Scheel aktuell; das Wort "Verrat" hat man damals häufiger gehört als heute. Ganz klar war der alte Gutenberg ein ganz anderer Grundsatzpolitiker als Kohl. Würde die völkerrechtliche Seite heute nicht mehr so dramatisch nehmen. Die Gebiete könnten von Deutschen legal "rückbesiedelt" werden, so weit das nötige Kleingeld vorhanden wäre. Manches Schloss ist auch schon wieder von Deutschen wiederhergestellt worden. Kann man natürlich nicht mit dem alten Schlesien vergleichen, dessen wunderbare Volkskunde Will Erich Peuckert aufgearbeitet hat. Dessen Werke könnte ich Ihnen wärmstens empfehlen.


@Winston Smith. Sie erwähnen die beiden Kirchen von Raron, die untere und die obere (im Kubitschek-Blog "Fluss" gegen Schluss). Im Ernst, das Rilkegrab von Raron ist eine der europäischsten Stätten von Europa, ja, das ist Europa. Rose reiner Widerspruch Lust niemandes Schlaf zu sein unter so viel Lidern. Auf solche Stätten kann womöglich weniger verzichtet werden als auf das Europäische Parlament. Es gibt auch in Deutschland solche, zum Beispiel der Friedhof von Meersburg am Bodensee mit den Grabstätten von Franz Anton Mesmer, Annette von Droste-Hülfshoff und Fritz Mauthner. Auf letzterem Grabstein steht die Inschriff: "Vom Menschsein erlöst."
Monika
22. September 2016 22:02
@Arminius Arndt

Danke für den Hinweis. Das mit den Kirchenmitgliedschaften ist vergleichbar.
Ich bin vor 4 Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten und der Schritt ist mir wirklich nicht leicht gefallen. Da geht es gar ans Seelenheil.
Die Volkskirchen sind genauso am zerfallen, wie die Volksparteien.
http://www.kath.net/
Allerdings gibt es keine vergleichbare Sammlungsbewegung wie die AfD.
Es müßte eine AfC geben, eine Alternative für Christen.
( die Pius-Brüder sind für mich eine, aber nicht die Alternative)
Ich meine eine Alternative , die an die Wurzel geht. Es gibt sehr viele heimatlose Christen. Hier wären Gesprächskreise nötig. Glaubenskurse für Erwachsene usw.
Geiermeier
22. September 2016 22:03
Das Gejammer von der verheerenden Wirkung der Fleischtöpfe ist doch Pappe. Die Alternative wäre ein System, in dem nur politisch wirken kann, wer Geld hat. Das hatten wir schonmal, und es wurde vom Volk beseitigt.

Es ist ja vollkommen lächerlich, anzunehmen, Korruption sein ein Alleinstellungsmerkmal der parlamentarischen Demokratie.

Staat und Parteien konkurrieren mit anderen Größen um die besten Köpfe. Man muß Kompetenzträger an die "Fleischtöpfe" locken. Man muß Leuten, die etwas leisten können, schon was bieten. Das tut jedes System, wenn es gut verwaltet wird. Das System der Altparteien leidet darunter, daß so viele Minderleister versorgt werden. Eine politische Karriere sollte ein erfolgreiches Berufsleben krönen, und es nicht ersetzen Man muß in der Lage sein, gute Mitarbeiter zu rekrutieren, und keine verkrachten Studenten. Das läuft aber nur, wenn man diesen Leistungsträgern, die ja auch jeden Tag nur einmal leben können, etwas zu bieten hat. Das weiß jede Firma, und auch (fast) jede Partei.

Aber wenn Herr Krah ein guter Jurist ist, sollte man ein Gespräch anbahnen. Die politischen Ambitionen irgendwelcher Dilletanten und Leserbriefschreiber sind da eher uninteressant.
ingres
22. September 2016 22:36
>> Man hält es ja kaum für möglich, daß es ein kluger, wacher und dezidiert konservativer Mensch bis in den September 2016 hinein in der CDU hat aushalten können.

So argumentier ich ja auch, nur viele der Kollegen die ich mittlerweile bei der AfD schätzen gelernt habe waren immerhin z. B. bis 2013 in der CDU. Bis irgendwann muß man halt eventuell da drin gewesen sein bevor man austritt. Aber man kann sie natürlich fragen, was sie z. B. zwischen 2000 und 2013 von Merkel gedacht haben.
Winston Smith 78699
22. September 2016 22:59
@ Der Gutmensch
Vielen Dank - schön, von Ihnen zu hören und gut, dass Sie fragen, denn momentan bin ich ziemlich angegriffen. Was mich so schreckt, das ist, dass auf pi-news merkwürdige Dinge passieren, die aber nicht jeder mitbekommt - so ähnlich wie letzten Sommer auf Youtube und facebook. Wenn Fenster zugehen und man sich betrogen fühlt.

@ Meier Pirmin
Heilige, zu verteidigende Orte in Deutschland für mich:
Die Kappl auf dem Glasberg im Kohlwald - hier kreist alles um eine unsichtbare Mitte der Mitten noch und man muß, man beginnt zu tanzen, Walzer, Stanley Kubrick im Stiftland; der Nordzipfel der Amrum, mit dem Vogelschutzgebiet, darin noch dem Seehospiz und noch weiter, ganz weit draußen, unsichtbar, flach und heimlich in die Dünen geduckt noch das Ban Horn - was für ein spannungsreiches Ende der Welt, schreibt Elegien von selbst. Und ich vergaß: Passau, die Strömende, unablässig nordwärts Fliehende, mein Gott, sie ist eine der drei Calvinostädte - hier, auf der Festung wohl, und nirgends anders konnte sich sich die Seele nach einer Trübsal doch noch lösen wie ein Luftschff von der Erde zum stillen Flug über den Böhmerwald, im Witiko.
Nürnberg 2.0
22. September 2016 23:01
@ Meier Pirmin:

Das Thema des deutschen Ostens östlich der DDR war schon bei den Ostverträgen nach der Machttergreifung von Brandt-Scheel aktuell; das Wort „Verrat“ hat man damals häufiger gehört als heute


Ich kann mich sehr gut an ein Interview mit Rainer Barzel ca. Ende der 90er / Anfang der 2000er Jahre erinnern. Es ging damals um das konstruktive Mißtrauensvotum im Bundestag 1972 gegen Brandt, das bekanntlich nur aufgrund der Bestechung des Biberacher CDU-Bundestagsabgeordneten Julius Steiner scheiterte, der sich von den von Markus Wolfs HVA erhaltenen 50.000 DM (lt. bei Wikipedia zitierter Aussage der nachmaligen Brandt-Ehefrau Brigitte Seebacher soll Brandt behauptet haben, Steiner habe auch von anderer Seite Geld für seinen Verrat angenommen haben) einen Mercedes kaufte.

Barzel gab damals in der ihm eigenen pomadig-unsympathischen Art vollkommen offen zu verstehen, daß eine von ihm geführte Nachfolgeregierung der Regierung Brandt die Ostverträge keineswegs abgelehnt hätte, sondern es nur um kosmetische Korrekturen ging. Die Unionsparteien haben sich in den entsprechenden Abstimmungen im Bundestag ja dann auch lediglich der Stimme enthalten (was für ein Irrwitz angesichts der Bedeutung der Abstimmungen um 800-jähriges deutsches Kulturland - man stelle sich mal vor, es gäbe in der Knesset eine Abstimmung um Ost-Jerusalem und das Westjordanland und der Likud oder irgendeine andere israelische Partei würde sich der Stimme enthalten, also zu Protokoll geben, daß ihr die Sache gleichgültig sei!).

Die Gebiete könnten von Deutschen legal „rückbesiedelt“ werden, so weit das nötige Kleingeld vorhanden wäre.


Putin hat kürzlich einen etwas merkwürdigen und kryptischen Satz in Zusammenhang mit den deutschen Ostgebieten fallen lassen, den man durchaus auch als Warnung an die Adresse Warschaus und Wilnas (und Washintons - man erinnere sich an die in den US-Ostküsten-Medien - und in deren Schlepptau auch in der hiesigen NATO-Presse in diesem Sommer beklagte sog. »Lücke von Suwalki«) verstehen könnte.
https://de.sputniknews.com/politik/20160902/312386020/keine-geschaefte-territorien-putin-kurilen-streit.html

http://staatsstreich.at/bloomies-vs-putin-oder-eine-nachricht-an-polen-balten-ukrainer.html

https://www.welt.de/politik/ausland/article156917494/Die-Luecke-von-Suwalki-ist-die-Achillesferse-der-Nato.html

Interessant wird sein, wie die von Putin in o.g. Beiträgen angedeutete Vereinbarung mit Japan bzgl. der vier südlichen Kurilen-Inseln aussehen wird.

Jedenfalls ist völlig klar, daß eine Rückgabe von Nord-Ostpreußen, die 1990 von «den weniger strengen Gouvernanten« verhindert wurde, heute ironischerweise sehr in deren Sinn wäre, haben doch die Russen gerade dort ihre Iskander-Kurzstreckenraketen gegen das angeblich gegen den Iran (!) und Nordkorea (!!) gerichtete US-Raketenabwehrsystem in Polen und Rumänien in Stellung gebracht und würde ein nicht mehr russisches Nord-Ostpreußen die NATO von dem Alpdruck der »Lücke von Suwalki« erlösen. Beides ein Grund, weshalb die Russen unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht mehr bereit sein dürften, eine Lösung wie 1990 angedeutet, zuzulassen - leider.

Doch eine solche Lösung wäre ohnehin nur denkbar bei einer ganz anderen Regierung in Berlin - und Voraussetzung dafür ist das Ende und die Abwicklung der Blockparteien der Antinationalen Front in der Volkskammer 2.0.

Sollte eine von der AfD geführte Regierung eines Tages bereit sein, im Tausch gegen eine strikte Neutralität über die deutschen Ostgebiete zu verhandeln, könnten obige Putin-Worte den Profiteuren der Vernichtung Deutschlands in Warschau und Wilna noch einige schlaflose Nächte bereiten...
Nürnberg 2.0
22. September 2016 23:16
@ Geiermeier:
Die Alternative wäre ein System, in dem nur politisch wirken kann, wer Geld hat. Das hatten wir schonmal, und es wurde vom Volk beseitigt.


Nein, das haben wir bis zum heutigen Tage in der dominierenden Weltmacht USA. Und es wurde vom dortigen Volke nicht beseitigt - leider.
Exmeyer
22. September 2016 23:19
Wo so ein Krah ist, ist CDU. Auch wenn sie AfD heißt. Wer so einen auf Tour schickt, hat es nicht besser verdient.
Corvusacerbus
22. September 2016 23:26
Man kann Krahs Sezession zum Anlaß nehmen, dieses Thema wieder einmal grundsätzlich aufzurufen. Das wird es Tag für Tag durch den Namen der Monatszeitschrift Sezession und diesen Blog. Nimmt man aber die Sezession, also die Trennung, Abtrennung, das Zurseitegehen und Abseitsstehen, die Abspaltung, grundsätzlich, dann relativiert sich das kleinteilige Zerren, ob einer aus Dresden nicht schon hätte viel früher seiner CDU den Rücken hätte, können, sollen, müssen (ja sicher ... so what?!) kehren, und in den Blick gerät, was in vielen Völkern Europas gärt: Die Wiedererlangung der eigenen Souveränität, gegebenenfalls durch Sezession. Das ist, vertue sich da niemand, heute schon ein Thema in Bayern und in den bayerischen Stämmen. In der Schweiz geht es - ganz aktuell ist das, durch die
glimmen de
Corvusacerbus
22. September 2016 23:37
... glimmende Lunte, die die Anti-SVP-Fronde angezündet hat - nicht um Wiedergewinnung, sondern Bewahrung der Souveränität. Es mag manchem weltfremd erscheinen und auch anti-deutsch, aber Geschichte marschiert vorwärts, kann wildes Wasser werden, läßt sich nicht politisch korrekt einhegen, weder durch links-globalistischen Kokolores, noch durch rechts-nationalistisches Beharren, und so mag es sein, daß erst Bayern und im Gefolge vielleicht die Freistaaten Sachsen und Thüringen ihre eigenen Wege gehen, um ihre eigenen Interessen zu verfolgen und "ihr Ding zu machen". Womöglich steht Sezession schneller auf der Tagesordnung, als wir Deutschen Katalonien, Flamen, Schottland und Korsika sagen können. Es hört sich abenteuerlich an, ich weiß. Aber abenteuerlicher als eine Bundeskanzlerin, die sagt, man könne die Grenzen Deutschlands nicht schützen?
Einar von Vielen
23. September 2016 00:25
War gerade in südkurve sankt pauli gegen 60. Überall refugees welcome und fuck Faschismus symbolik. Hochgradige Massen-Einpeitscherkultur. Leni Riefenstrahl hätte viel zu tun. Muss nachdenken.
Willkommenskulturlos
23. September 2016 01:00
Der Putsch in AfD ist nur deshalb gelungen, weil AfD noch nicht an der Macht war und es nichts viel zu verteilen gab.
Wäre AfD schon an den Futtertrögen der Macht, würde Lücke ganz sicher eine Schicht der Parteifunktionäre schaffen, die von ihm abhängig wären und jeden Widerstand in Keim ersticken würden.

In der CDU ist solche Schicht der Parteifunktionäre schon längst etabliert und zementiert.
Widerstand gegen Merkel ist offensichtlich unmöglich.
Eigentlich ist CDU schon längst tot (von Merkel erdrosselt).
Aus den Gründen der politischen Hygiene soll diese Leiche begraben werden.
Anständige Menschen sollen diesen Dinosaurier-Kadaver verlassen.

Das einzige, was noch denkbar ist - der Palast-Putsch gegen Merkel.
Dafür brauchen aber die Eunuchen einen Befehl aus Washington.
Andreas Walter
23. September 2016 03:47
@Geiermeier

Das klingt aber schwer nach FDP oder ALFA. Monarchisten gibt es ja heute offiziell nicht mehr. Fragt sich also, wer hier auf verlorenem Posten steht. Sie, oder die Minderleister. Denn Trump ist doch auch nur ein Schwätzer. Wem will er denn etwas wegnehmen, damit Amerika wieder gross wird? Den Armen, den Reichen, China, Europa, Russland? Den Schwächsten natürlich, und das sind immer die Armen und auch die wehrlosen Deutschen. Oder anderen Nationen, die schwächer als die VSA sind. Ist das auch Ihr Konzept für die Zukunft? Dann braucht man Sie ja auch nicht zu wählen. Das haben und hatten wir alles schon. Entwicklung ist aber kein Mythos, denn sonst würden wir alle noch auf Bäumen sitzen. Das Recht des "Stärkeren" aber ist auch nur die halbe Wahrheit, denn sonst wäre noch nie ein Mensch an Grippe gestorben. Ganz so einfach wie Sie das darstellen ist es halt nicht. Außerdem regiert doch Geld die Welt, ausser vielleicht in Nordkorea. Dort bezahlen die Menschen gleich mit ihrem Leben, wie auch die Milliarden Habenichtse in der Welt, die uns jetzt schon überrennen. Wollen Sie die alle niedermähen? Alle Sozialhilfeempfänger gleich mit? Oder wollten Sie nur mal provozieren, schauen, wie viel Applaus Sie mit solchen Thesen hier ernten können? Das war zumindest mein erster Eindruck.
Quentin Quencher
23. September 2016 05:30
@Götz Kubitschek
Diese Korrumpierbarkeit ist als Gefahr ebenso groß wie als Gesetzmäßigkeit unausweichlich
Ab einen bestimmten Zeitpunkt erlangt bei jeder Bewegung das Bedürfnis nach Konsolidierung die Oberhand über das des Wachstums. Ich will dazu, mal wieder, Canetti zitieren:
Anfangs ist es ihnen darum zu tun, alle zu erreichen und zu gewinnen, die zu erreichen und zu gewinnen sind. Die Masse, die ihnen vorschwebt, ist universal; es kommt auf jede einzelne Seele an, und jede Seele soll die ihre werden. Aber der Kampf, den sie zu bestehen haben, führt allmählich zu einer Art von verborgenem Respekt für die Gegner, deren Institutionen vorhanden sind. Sie sehen, wie schwer es ist, sich zu halten. Institutionen, die ihnen Solidarität und Bestand gewähren, erscheinen immer wichtiger. Durch die ihrer Gegner angeregt, tun sie alles dazu, selber welche einzuführen; und wenn es ihnen gelingt, werden diese mit der Zeit zur Hauptsache. Das Eigengewicht der Institutionen, die dann ein Leben für sich haben, zähmt allmählich die Wucht der ursprünglichen Werbung.
Dieses Zitat ist aus einem Text mit der Überschrift: „Zähmung der Massen in Weltreligionen,“ doch er lässt sich auch auf Parteien bezogen lesen. Die AfD befindet sich momentan in einem Wandel wie er beschrieben ist. Das bedingungslose Wachstum war gestern, nun geht es um Konsolidierung und Verfestigung. Natürlich spielt die menschliche Korrumpierbarkeit eine Rolle, doch aus meiner Sicht keine große. Eine Frage ist allerdings offen, und zwar, wie wir die Institutionen in Parteien beschreiben, die die Solidarität und Bestand sichern sollen.

Diese sind ja auf jeden Fall nach innen gerichtet und dienen nicht der Werbung. Das Misstrauen dieser Institutionen muss gegen die Masse gerichtet sein, die ist zu unkalkulierbar für parteipolitische Machtspiele.

Eine Frage stellt sich mir, nämlich die, ob nicht Parteien grundsätzlich von der Macht ausgeschlossen werden sollten, oder zumindest deren Zugriff auf die Macht beschränkt werden sollte. Der den Massenorganisationen innewohnende Charakter verleitet sie irgendwann dazu, Macht als Selbstzweck und Ziel zu sehen. Inhalte oder Volk sind nebensächlich.

Auf der anderen Seite, wenn eine Demokratie funktioniert, dann wird eine Partei abgewählt, wenn sie abgewirtschaftet hat oder zu abgehoben ist. Funktioniert unsere Demokratie?
Wönke
23. September 2016 05:56
@ Simplicius

Sehr sehr gut formuliert, exakt auch meine Gedanken, klasse.

Es ist doch unübersehbar, dass die bunte Republik, die linke politisch-mediale Klasse mit rattenhafter Wut erkennt, das sie von rechts angegriffen wird und derzeit große Probleme hat ihre Stellungen zu halten. Aber auch ich vermute, dass sie einen großen Gegenangriff planen mit allem was sie haben: Kirchen, ehrenamtliche Invasionshelfer, alle linken Parteien, Organisationen, die linksterroristische Antifa, die linkslinke CDU, Presse, Funk und Fernsehen, Lehrerschaft, Behörden aller Art, Verfassungsschutz, instrumentalisierbare Ausländer(banden), etc, pp.

Wir als politische Rechte haben diesem beinahe übermächitgen Feind nur sehr begrenzte Ressourcen entgegenzustellen. Umso wichiger ist es nicht blind im vorauseilenden Gehorsam jeden irgendwie angreifbaren Kandidaten der AfD fallen zu lassen. Den das ist ja auch die Taktik des Gegners, jede noch so kleine Äußerung auf Facebook, Twitter usw durchzuforsten und medial auszuschlachten.

Sollte es aber aus taktischen Gründen tatsächlich unumgänglich sein, gewisse Leute aus Fraktionen usw auszuschliessen, sollten diese aber nicht fallengelassen werden. Es muss an einer Art Betreuung für diese Konservativen gearbeitet werden.

Genauso ist es wichtig, jetzt in der wahlkampfreien Zeit nicht einzuschlafen. Ich befürchte der Gegner wird jetzt alles in die Wagschale werfen um zu verhindern, dass Deutschland aufwacht.Von daher sollten sich die Flugblattverteilungen, konservativen Medienprojekte, Demos etc. jetzt noch steigern auf unserer Seite um wirklich jedem Deutschen die Alternative für Deutschland vor Augen zu führen die da lautet:
Bist du für ein deutsches Deutschland, oder bist du für eine bunte, weltoffene, mutltikulturelle Mischbevölkerung ohne Identität, ohne Heimat. Gerade im Westen ist dies bitter notwendig. Zu viele Menschen haben hier noch Angst ihre wahre Meinung zu äußern. Selbst im privaten Bereich schauen sich viele erst dreimal um bevor zu ganz leise ihre wahre Meinung flüstern. Wir leben in orwellschen Zeiten. Furchtbar. Ich möchte, dass sich auch die Menschen in Westdeutschland endlich offen dazu bekennen können, rechts zu sein, ohne ins gesellschaftliche Aus katapultiert zu werden.

Doch diie mediale Hetze gegen Rechts durch die linken Brandstifter wird sich wohl orkanartig steigern und mit ihr auch die physischen Angriffe durch linke Terrorbanden. Absolute Wachsamkeit ist erforderlich. Es gibt im Netz gute Broschüren, die hilfreich sind, sich vor linker Gewalt zu schützen. Ich weiß aber nicht, ob ich diese hier verlinken darf, notwendig wäre es dringend!
Raskolnikow
23. September 2016 07:06
Man ist in der Lage,

sich schon recht präzis` die vorherrschenden Physiognomieen zu denken, die im Falle einer, möglichen oder unmöglichen, politisch-administrativen Wende das Sagen haben würden ...

Träumt man aber von einem Bruch mit dieser erprobten Arithmetik, die mit spukhafter Sicherheit stets die gewieften Netzwerker, die geschniegelten Softskillakrobaten und beredten Maulwerker in Szene setzt, gilt man als diskursunwürdiger Fundamentalkritiker.

Träumt man von Männer- und Frauengesichtern, denen das nunc stans in den Zügen steht, wird man mit läppischer Geste bedacht.

Warum eigentlich?

Ich weiß schon ...

Pax vobiscum!

R.
Meier Pirmin
23. September 2016 07:47
@Bernhard. Ihr Wort in Gottes Ohr. Es ist schon ein Unterschied, anonym "mutig" zu sein als seinen eigenen Namen und seine eigene Biographie und seine Persönlichkeit als Marke in der Öffentlichkeit zu vertreten, nehmen sie nur mal Sarrazin. Auch mein Lehrer Hermann Lübbe ist meines Wissens nie formell aus der SPD ausgetreten. Nicht mal aus der NSDAP, von deren Beitritt als Jüngling er nichts oder nichts mehr gewusst haben will. Ich bin gespannt, ob sich mal ein Bundespräsident mit der Aussage erledigen will: "Man darf nicht verallgemeinern. Die grosse Mehrheit der Muslime besteht, wie einst die grosse Mehrheit der Mitglieder der NSDAP, aus anständigen Menschen."

@Nürnberg. Freue mich immer, wenn ich zitiert werde, es ist aber nicht verboten, Verschreiber wie "Machttergreifung" dann gleich zu korrigieren, auch Guttenberg, meine den alten Karl Theodor plus 15 Namen, schreibt man mit zwei "t", würde ohnehin dringend eine neue Brille benötigen.

@Winston Smith. Ja, dorthin möchte ich noch mal hinfahren. Es gäbe auch noch den Ottilienberg im Elsass. Ehrlich, es ist nicht mehr wichtig, ob das Elsass zu Deutschland oder zu Frankreich gehöre, auf den Ottilienberg kommt es an. Die Königsburg ist auch eindrücklich, natürlich Murbach, von wo aus der heilige Pirmin gewirkt hat und von wo aus Luzern gegründet wurde. Dazu Kaisersberg, der Geburtsort von Albert Schweitzer, auch bekannt durch den Propheten und Büsser von Kaisersberg, der die französische Revolution vorausgesagt hat. In Hagenau im Elsass wurde am 24. Mai 1231 der erste Schweizer Freiheitsbrief ausgestellt, an Uri, durch König Heinrich (VII.), den Klammerheinrich, weil es zwei Heinrich VII. gibt. Natürlich ist Hagenau im Gegensatz zum Rütli historisch, eigentlich der Ort, wo die Schweiz gegründet wurde. Das ist aber nicht mal einem Promille der Bevölkerung bekannt. Aber doch eine Möglichkeit eines alternativen Europabildes. Grandios natürlich Strassburg mit dem Grünen Wörth, die Hauptstadt der europäischen Mystik. Nicht zu vergessen Sessenheim, wo Goethe es sich drei Tage lang gutgehen liess, "Riekchen, mein Kind" (Friederike Brion).

@Monika. Das mit dem Kirchenaustritt ist tatsächlich nicht so einfach. Bekanntlich hat Küng immer dagegen plädiert, natürlich von der Gegenseite her, weil er in Machtkategorien denkt, nicht wie einst Reinhold Schneider. Am 2. November erscheint, mit 2 Autoren, der andere ist ein linksgrüner Nationalrat und früheres Mitglied der Revolutionären Marxistischen Liga, ein Buch über den Kulturkampf. Dabei ist meine Aussage unvermeidlich, dass ich der Muttergottes zuliebe nicht aus der Landeskirche ausgetreten sei, obwohl ich das System Landeskirche und das System Kirchensteuer ablehnen würde. Es ist aber in dieser geistigen Konstellation von Bedeutung, dass ich aus der katholischen Kirche nicht ausgetreten bin. Sie selber, @Monika, bezeugen mit jeder Zeile die Sie schreiben die unauslöschlichen Merkmale der Sakramente. Vergessen Sie nicht, dass Klaus von Flüe jeweils rein geistig "kommuniziert" hat. Selber komme ich meinen eigenen Kindern und Enkeln als Kuriosität vor, weil ich noch nie eine Hostie in Händen gehalten habe. Besuche ohnehin fast nur noch die lateinischen Gesangsgottesdienste der Zisterziensermönche von Hauterive. Für die Praxis des Christentums genügt der Einblick der Heiligen in die Geschichte.
Simplicius
23. September 2016 07:58
@ Wönke

Ja, wir sehen die Machtverhältnisse zwischen links und rechts (vor allem in Westdeutschland) vollkommen gleich. Und ich hoffe, wir hätten Unrecht.

Machen wir uns auf einen „Aufstand der Anständigen“ gefasst. Die Anlässe werden geliefert werden.

Was viele im „Osten“ vielleicht nicht verstehen, sind die (normativen) Fakten des bereits erfolgten „Austausches“ und auch daher rührend die fortgeschrittene Kapitulation, die sich im Volk schon breit gemacht hat und in einen eifernden moralisch-christlichen Nihilismus, der sich Humanität nennt, geführt hat.

Eine teils katastrophale geistige Verfassung weiter Teile der Einheimischen.

In irgendwie pubertärer Verstocktheit wollen viele nicht sehen, dass wir unser schönes Land mit seinen fleißigen, begabten und das Gute wollenden Menschen in jeder Beziehung kaputt machen, um am Ende bestenfalls brasilianische und amerikanische Großstadt-Verhältnisse im ganzen Land zu haben. Überall kaputte Umwelt, Kriminalität und Zäune, „Security“ und Polizei.
Arminius Arndt
23. September 2016 08:20
Wo so ein Krah ist, ist CDU. Auch wenn sie AfD heißt. Wer so einen auf Tour schickt, hat es nicht besser verdient.


Und wenn man Leute mir Ihren Meinungen auf Tour schicken würde, käme man wieder auf Kleinstparteienniveau, wo man sich schon freut, wenn man die Grenze für staatliche Wahlkampfkostenzuschüsse reißt.

Bitte nicht falsch verstehen, dass ist nicht persönlich gemeint, ich habe ein Herz für klare Standpunkte (auch wenn ich sie deswegen nicht immer teilen muss), aber es war doch wohl allen klar - und auch Herr Höcke redet eigentlich laufend davon - dass die AfD eben nicht eine weitere Kleinpartei, die jedes mal froh sein darf, wenn sie die 5% Hürde knackt, sein soll. Dann muss man eben pragmatischer und ja, verfluchter Neusprech, "offener" sein. Die Bildung eines gemeinsamen Nenners ist bei Parteien, die Großes wollen, eben schwieriger und von daher wird es bei vielen eben auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner heraus laufen, aber wo ist das Problem, wenn man an der Sache orientiert ist?

Auf Leute, die einem genau erklären, so und so läuft es und wenn, dann etc. wird es endlich super gut in unserem Land werden, haben die allermeisten keinen Bock (völlig zu Recht). Irdische Heilsversprechen sind genuin links (vgl. auch den vorherigen Beitrag und den Debattenstrang zu Lutz M.´s Beitrag).

Im übrigen gebe ich Bernhard (oben, Beitrag von 21.06) recht.

Hic Rhodus, hic salta - Herr Krah hat wenigstens einmal versucht, zu springen und wie ich schon selber geschrieben hab, ist die web Seite ganz offensichtlich nicht eine Selbstdarstellungs-Plattform von Herrn Krah und deswegen sollten man ihn ein bisschen aus dem Feuer nehmen.
Meier Pirmin
23. September 2016 08:57
@Einar von Vielen. Es freut mich, dass hier noch einer ist, der den Fussball noch nicht ganz preisgegeben hat und von der dortigen "Kulturfront" berichten kann. Übernachtete mal in Spiez am Thunersee in einem Hotelzimmer, das mit Max Morlock und Fritz Walter angeschrieben war, wenn ich mich richtig erinnere, dort logierten die beiden Nationalhelden 1954 vor dem Endspiel im Wankdorfstadion in Bern. Beachten Sie noch den Nachruf auf Othmar Walter in www.portal-der-erinnerung.de
paul
23. September 2016 09:20
Die Murinae verlassen das sinkende Schiff. Hätte ein Parteisoldat nicht die Aufgabe, bis zum Schluss auf dem Schlachtfeld der Parteipolitik die Stellung zu halten ? Könnte oder müsste man nicht von ihm verlangen, innerhalb seiner Partei zu wirken ? Die gegenwärtige Verfasstheit der CDU ist keine creatio ex nihilo. Das Abrücken von konservativen und rechten Positionen innerhalb der Partei zeichnete sich schon vor Jahren ab. Man hat Merkel gewähren lassen. Die ganze Partei ist vermerkelt. Wie der Herr, so auch der Sklave. Mit Menschen die davonlaufen, ist kein Krieg zu gewinnen. Ich kann verstehen, wenn Menschen sich mit der CDU unter Merkmal als spiritus rector nicht mehr identifizieren können. Es wäre aber ihre Aufgabe Merkel zum Teufel zu jagen, statt davon zu laufen. Insofern kann kann keine Absolution erteilt werden.
Hajo Blaschke
23. September 2016 09:20
Bei der AfD wird äußerst großer Wert darauf gelegt, eine "rechte" Unterwanderung zu blockieren. Auch Wahlgewinner wie Gedeon, Flocken oder Kay Nerstheimer werden, nachdem man ihnen unbewiesen oder längst erledigt Antisemitismus oder rechte Verbindungen "nachgewiesen" hat, aus Fraktion geschmissen. Genau so strikt muss die AfD mit Frontwechslern aus CDU/CSU, SPD, FDP, Grünen und Linken vorgehen. Auch diese Leute müssen detailliert überprüft werden. Die AfD hat bereits jetzt schon viel zu viele Futtertrogkarrieristen und wird bei nächsten Wahlen ihre bisherigen Ergebnisse nicht mehr erreichen. Nämlich dann, wenn die Wähler begreifen, dass für diese Karrieristen die AfD nur eine Alternative diese selbst aber nicht für Deutschland ist.
Eveline
23. September 2016 09:40
Nun habe ich zu Ost - Zeiten in der Neurologie und Psychiatrie gearbeitet, und es war so in meinem Sinn einsortiert, hier erfährst den Wahnsinn pur.

Eine Person z.B sitzt stundenlang am Tisch und unterhält und streitet sich laut mit ihrem Ego.
"Nein, was bist du für eine Lügnerin.... ich habe dir das ganz anders erzählt....ich werde zur Polizei gehen...." u.s.w.

Dieses dann aber leise Gedankenkreisen kennt jeder von uns. Und jeder hat Angst die Kontrolle zu verlieren, um dann nicht im Bus sitzend, schnatternd vor sich hin zu reden.

Betrachte ich heute die amerikanischen Nachmittagsserien, die sehr beliebt sind, ist da kein Unterschied festzustellen, bedient wird das EGO pur. Streit , Intrigen da wird alles bedient.

Genauso gestrickt ist die Parteienlandschaft , Streit wird als demokratischen Grundrecht verkauft.
Im Osten war das einfacher, die waren sich immer einig, aus der kindlichen Perspektive betrachtet ist das gut.

Wir wurden dazu aufgefordert, die Heimat zu beschützen... mit dem Volkseigentum sorgsam umzugehen...


Jetzt zieht ein CDU Politiker den Austritt vor, wird aber auch Zeit, den Ego Wahnsinn zu verlassen.

Ist so, als würden Heerscharen von Zuschauer die Nachmittagsserien nicht mehr schauen, aber es mag ja noch kommen.
Waldschrat
23. September 2016 09:48
Nur ein kurzer Gedanke hierzu:

Wir alle hoffen doch auf ein Umdenken und -schwenken in Deutschland und Europa. Viele von uns arbeiten auch nach eigenen Möglichkeiten aktiv daran, sei es in der IB, bei Pegida, in der Kommunalpolitik, oder auch nur durch Aufklärungsarbeit im Familien- und Freundeskreis. Wir alle wissen, daß Kärrnerarbeit verrichtet werden muß. Wer je mit einem "unaufgewachten" Systemling diskutiert hat, der immer noch an den Merkelschen Narrativ glaubt und für den die Mainstreammedien seriöse und unfehlbare Informationsquellen darstellen, der hat eine Ahnung von der Dicke der Bretter, die zu bohren sind.

Nun können wir uns doch nicht ernsthaft hinstellen und denjenigen den Rücken kehren, die jetzt erkennen, daß hier etwas massiv falsch läuft. Für uns, die wir vielfach und aus unterschiedlichsten Gründen schon seit Jahren mit der herrschenden Klasse gebrochen haben, mag es unverständlich sein, wie man erst jetzt zu dieser Einsicht kommen kann. Es mag auch manchen Karrieristen geben, der seine Felle davonschwimmen sieht und nach Alternativen sucht. Aber wie soll es denn sonst gehen? Sollen wir darauf warten, daß der Reichstag mitsamt den darüberstehenden befehlsgebenden Besatzern geschlossen in Schnellroda aufmarschiert, um seine Kapitulation zu überbringen? Wir brauchen diese Leute, wenn etwas Großes in Gang kommen soll. Dabei spricht übrigens nichts gegen ein gesundes Mißtrauen und eine gewisse Vorsicht, was nicht zu verwechseln ist mit Ablehnung.
Monika
23. September 2016 09:48
Augenblick

Mein sind die Jahre nicht,
die mir die Zeit genommen;
mein sind die Jahre nicht,
die etwa mögen kommen;
der Augenblick ist mein,
und nehm ich den in acht,
so ist der mein,
der Zeit und Ewigkeit gemacht.



Andreas Gryphius
(1616 - 1664), eigentlich Andreas Greif, Syndikus der Glogauer Stände, deutscher Dramatiker und Lyriker

Lieber Raskolnikow,
ich 'träume nicht nur von Männern und Frauen, denen das nunc stans in den Zügen steht', manchmal begegnen mir welche. Und auch heilige Orte haben diese Ausstrahlung.

"Vom Menschsein erlöst", das hat etwas zutiefst Beruhigendes .
Aber nur mit Hilfe der Engel des Herrn .
Bis es soweit ist, kann man noch die wunderschönen Orte im Elsass aufsuchen, die Pirmin Meier aufzählt. Ich kenne sie alle.

Die Abtei Murbach, ein wunderbarer Ort.
Im nahegelegenen Thann die Kirche St. Thiébeau, frisch renoviert.
Vor zwei Wochen war ich auf dem Ottilienberg. Man muß die Zeit abpassen, um nicht in die Touristenströme zu kommen. Viele Busse kommen aus Russland. Am besten früh am Morgen kommen. Man kann im Kloster auch übernachten. Phantastischer Blick !
Auch wer aus der Kirche ausgetreten ist, findet auf dem Ottilienberg bei der Anbetung seinen Seelenfrieden.
ein Tip : die Intarsienwerkstatt Spindler im nahegelegenen St. Leonhardt. Auch ein Ort, wo die Zeit still steht . Und ein altes Handwerk bald nicht mehr sein wird:
https://www.google.de/search?q=spindler+st.+Leonhard+elsass&ie=UTF-8&oe=UTF-8&hl=de&client=safari#istate=lrl:iv&rlimm=6648628317779464186

Zum Essen empfiehlt sich der l'ami fritz in Ottrot. Im Restaurant hängt ein Intarsienbild von Charles Spindler. Der Kreuzweg in der Kirche St. Odile ist auch von Charles Spindler. Charles Spindler wirkte auch in Leipzig.


Wer Frieden sucht, ist in dieser Region richtig. Er sollte die abgelegenden Pfade betreten...
Pax vobiscum
Monika
Einar von Vielen
23. September 2016 10:03
@ Simplicius
Ich bin da voll bei Ihnen und Ihrer Warnung, habe gestern wie oben kurz angerissen die massenhypnotische Wirkung des Flüchtlings-Faschismus mitansehen können. Mir kam der Gedanke: Ein versiffter Punker ist ‚Gegen die Ordnung‘, 10.000 erzeugen ihre eigene Ordnung, eine Ordnung die nur Unordnung simuliert, tatsächlich aber an Homogenität und Linientreue nicht zu überbieten ist. Dieser mittlerweile schmerbäuchige Dreadlock-Haufen, der sich seiner Großväter schämt weil deren Ordnungs-Sehnsucht mittels Pimpfenkostüm bedient wurde, nutzt Worte wie ‚Glaube, Liebe, Hoffnung‘ (!) und empfindet große Erregung dabei von vier Megafonnutzern zu martialischen Choreografien orchestriert zu werden, bei denen selbst die Handbewegung vorgegeben und willfährig nachgeahmt wird. Diese Massenenergie in blinde Mordlust umzulenken wird den Impulsmachern ein Leichtes sein.
Meier Pirmin
23. September 2016 10:08
@Quencher. Ihr Canetti-Zitat trägt zur bestmöglichen Analyse einer Wachstumsbewegung bei, ist auch ein Beispiel, dass man solche Analytiker, vergleiche auch Karl Popper und Karl Kraus, den Erfinder des Begriffs "Lügenpresse", nicht aussen vor lassen sollte. Wo diese brillanten Geister des intellektuellen Judentums recht haben, haben sie einfach recht. Dass Sie, Quentin Quencher, vorschlagen, Mitglieder von Parteien von der Macht auszuschliessen, zeigt, dass Sie in Ihrem Leben wohl wenig praktische politische Erfahrung gemacht haben dürften. Was Sie vorschlagen, ist nur in einer rein technokratischen Militärdiktatur möglich. Ehrlich gesagt, mit solchem Fundamentalismus könnte zum Beispiel die AfD keine Politik machen.
Der_Jürgen
23. September 2016 10:26
@Wönke

Sie haben mit Ihrer Warnung vor der Abgrenzeritis recht. Tatsache ist aber, dass diese von den sogenannten „gemässigten“ unter den Regimekritikern mit Leidenschaft betrieben wird.

Lesen Sie z. B. den neusten Beitrag von Michael Stürzenberger auf PI, in dem der Mann des langen und breiten gegen den NPD-Politiker Richter vom Leder zieht, weil dieser „völkisch“ denkt und Stürzenbergers Liebe zu Israel nicht teilt. Des weiteren wiederholt Stürzenberger seine bekannte These, wonach jeder nach Deutschland einwandern darf, der kein Muslim ist. Wenn also zehn Millionen christliche oder animistische Neger kommen, ist das für den Mann ganz in Ordnung. Warum sich Stürzenberger in dieser Frage nicht an der Einwanderungspolitik seines geliebten Israels orientiert, müsste man ihn mal fragen.

Stürzenberger will auch alle türkischen Erdogan-Gegner nach Deutschland lassen, vermutlich damit sich der türkische Bürgerkrieg dann statt auf türkischem auf deutschem Boden abspielt. Wer diese Ansicht nicht teilt, ist auch ein „völkischer Rassist“.

Wie wollen Sie mit jemandem zusammenarbeiten, der, wenn er mit anderen vor dem Erschiessungskommando steht, schreit: „Erschiesst den Kerl neben mir zuerst, er ist ein völkischer Rassist, ich bin ein philosemitischer Demokrat, lasst mich noch eine Minute länger leben.“

@Nürnberg 2.0 und andere, welche die Zustimmung der Unionsparteien zu den Ostverträgen anno 1972 zur Sprache bringen.

Ich habe die Debatte damals als Zwanzigjähriger verfolgt und war empört über die „Verzichtpolitik“ der Union. Inzwischen habe ich in dieser Frage umgedacht und bin längst der Meinung, dass dieser Schritt schmerzlich, aber unvermeidlich war. Keine polnische Regierung wird die Ostgebiete je freiwillig hergeben – und brauchen wir wirklich einen neuen Krieg in Europa, einen Krieg zwischen europäischen Völkern? Dies bedeutet nicht, dass das Verbrechen der Vertreibung verharmlost oder den Polen ein historischer Anspruch auf diese Territorien zugestanden wird. Es ist lediglich eine Konzession an Realitäten, die sich nicht mehr ändern lassen.

Wichtiger, als von einem wieder deutsch gewordenen Frankfurt an der Oder zu träumen, ist es, dafür zu sorgen, dass Frankfurt am Main wieder deutsch wird.
Exmeyer
23. September 2016 10:40
@ Arminius Arndt: Jede Partei Wird doch früher oder später zu einer CDU.

Während in meinem Umfeld sich einige noch nicht ganz trauen, zuzugeben, daß man AfD wählen wird, aber bereits das Parteiprogramm auswendig herunterleiern, bemühe ich mich schon mal, von der AfD nach rechts hin abzugrenzen.

Aus rein ästhetischen Gründen. Nicht etwa wegen dem ein oder anderen Proletarier oder Subproletarer. Sondern wegen der Petrys, Meuthens und Krahs. Die Krahs stellen die Avantgarde der Opportunisten.
Daß "die Rechten" an die Fleischtöpfe kommen werden, habe ich schon vor zehn Jahren gesagt. Nur sind die dann genauso eingefangen, wie die Grünen-K-Gruppen heute. Also nicht rechts.

Der Nutzen der AfD liegt darin, die Macht-Symmetrie der Etablierten aufzubrechen und das BRD-Selbstverständnis zu erodieren. Rechts sind die überhaupt nicht, sondern liberal-moderat.
Und darin liegt die nachteilige Wirkung der AfD: 90% der Brd-Bürger identifizieren die AfD mit "Rechts". Und dieser Irrtum ist schwerwiegend. Ich hoffe, er ist nicht allzu langanhaltend.

Also, die AfD ist ein Symptom dafür, daß das Wahrnehmung der Menschen in Bewegung geraten ist. Aber nichts anfaßbares, sondern nur die Gewißheit, in einer bleiernen Zeitkapsel zu leben, während um uns herum die Welt aufbricht, schwindet. Und die AfD ist dazu nicht die Ursache, sondern eine Verstärkung.
Exmeyer
23. September 2016 10:42
@ Arminius Arndt

Meine Meinung ist noch nicht einmal bei 1% mehrheitsfähig. Insofern habe sie ganz recht und habe auch nichts persönlich genommen.
Ostens Sohn
23. September 2016 10:45
Aus Dresdner CDU Kreisen ist mir bekannt, dass der Austritt Herrn Krahs eher auf dem Bruch seiner Karriere beruht. Er musste liefern und das tat er nicht, weshalb er sich auch nicht im Kampf um das Direktmandat gegen Herrn Lämmel durchsetzen konnte.

Seine Trotzreaktion ist der jetzige Austritt.
Entsprechend kann man Ihn als Karrieristen bezeichnen. Wäre seine Karriere weiter erfolgreich gewesen, hätte er sich vermutlich auch weiterhin im CDU Establishment gesonnt ohne großartig Kritik zu üben.

Ein Austritt aus Trotz nach dem er intern gescheitert ist, macht Ihn doch eher unglaubwürdig. Eine AfD würde sich mit Ihm keinen Gefallen tun.
fightback
23. September 2016 10:45
Würde dies pragmatisch und gewinnorientiert beurteilen. Wenn die wechselnde Person i) fachlich was beitragen kann (Expertise, Professionalität, Mehrwert etc) und ii) einen lauteren, gediegenen, kameradschaftlichen und solidarischen Charakter aufweist, warum nicht ?
Es liegt doch an der Basis, d.h. an der Bewegung, für die attraktive Essenz, für das das Mitreissende, Wahrhaftige, den Drive der Neuhinzustossenden zu sorgen.
Die gewünschte Formung, die Prägung und das den Einzelnen Tragende und Nordende wird sich dann schon automatisch und richtig einstellen.
Kiki
23. September 2016 10:45
Wußt´ ich´s doch!

Dieser herr Krah ist eben jener flotte Vogel, der vor einiger Zeit einem Abtrünnigenhäuflein der Piusjugend ein Interview mit dem Titel "Häresie der Häßlichkeit" gab.

Darin beklagt sich dieser hochsensible Schöngeist ausführlich über die ästhetische Frechheiten, die Tradiweiber bei Pius und sowieso ihm zuzumuten wagen.

Seiner Ausführungen zufolge ist Herr Krah ein Mensch, der äußerst großen Wert auf die Werbewirkung legt - das ist nämlich sein einziges Argument gegen die langberockten Piusscheuchen; diese unaufgemotzten Weibsbilder schrecken durch ihr total unßäksieh Auftreten potentielle Kunden ab. Der Gutste ist ganz offensichtlich der Meinung, das Glaube und Wahrheit ebenso beworben und verkauft werden muß wie ein industrieller Konsumgegenstand.

Tja - mancher blamiert sich eben so gut er kann.

In ähnlicher Weise wird Herr Krah von der cdu "tief enttäuscht" sein. Feinsinnig wie er im Vergleich zu den anderen Parteiamöben durchaus ist, spürt er deutlich, daß mit dem Kawagöhl merkel kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist, seinen Verbesserungsvorschlägen schenkt niemand in der Partei Gehör also packt er demonstrativ seine Sachen und tritt türenknallend aus.

Sich selbst aber nimmt dieser Werbefachmann mit, wohin immer er sich kehren mag und genau das ist sein Problem. Eine Krämerseele mag für die Belange der Butzelrepublik und ihrer religiösen vereine taugen - für Heimat, Gott und Seine Kirche ist das alles zu dürftig ("gewogen und ür zu leicht befunden" fällt dem Bibelfesten als Abschluß zur causa von Krahs Austritt ein).

Da ist nichts, wo eine Versöhnung überhaupt ansetzen könnte.
Meier Pirmin
23. September 2016 10:57
Der-Jürgen. "Ihr" Höcke mag ein passabler Volksredner sein, und natürlich entspricht er absolut nicht dem Bild, das seine Verteufler von ihm machen. Für einen Staatsmann muss er noch viel Brot essen. Es gibt derzeit niemanden auf der deutschen Rechten, auf den man wirklich mit Garantie setzen kann.


Ausnahmsweise möchte ich mal für einen Opportunisten ein gutes Wort einlegen: den Franzosen Talleyrand, der zwischen 1785 bis 1815 etwa fünfmal das Lager gewechselt hat, immer auf der richtigen Seite. Aber, verdammt nochmal, er stand immer auf der Seite Frankreichs! Diese Sorte allerdings politisch absolut hochbegabter Opportunisten fehlt heute; man hätte es von der reinen Intelligenz vor 25 Jahren Merkel zutrauen wollen, aber es fehlte ihr natürlich die richtige Grundorientierung; am Ende fällt man sowieso häufig wieder auf die ethischen Massstäbe zurück, die einem in der Kindheit beigebracht worden sind. Ihr Grundwert ist Solidarität im Geist von Pastor Kasel, nicht Deutschland. Als absolute Grundwerte passen beide eh nicht. Es sind innerweltliche Erlösungsillusionen, wie Eric Voegelin gesagt hätte.


Aber von Talleyrand könnte man schon was über Politik lernen. Die ganz klugen Politiker sagen eh nie mehr, als unbedingt nötig ist. Auf der Linken waren Willy Brandt und Helmut Schmidt nicht die dümmsten Politiker, auf der Rechten Adenauer. Der blieb sogar Antijudaist wie die alten Zentrumspolitiker, verabscheute aber stets den rassischen Antisemitismus, ganz auf der Linie von Papst Pius XI.. Über Hitler sagte er, dass gegen diesen nur "blaue Bohnen" helfen würden. So dachten auch einige Zentrumspolitiker, die am 30. Juni/1. Juli 1934 ermordet wurden, mindestens einer. Jenseits vom 30. Juni, das weiss ich von alten verstorbenen Freunden, beginnt der rechte verantwortungslose Abgrund. Das Exempel wiederholte sich am 20. Juli 1944. Stauffenberg stand auf der noch heute knapp vertretbaren ultrarechten Seite, auch wenn er derzeit vom Verfassungsschutz beobachtet würde, Oberst Remer nicht mehr. Wer heute aber politischen Erfolg haben will, muss klüger sein als Stauffenberg und wohl eher zu Talleyrand in die Schule gehen.


Bei Herrn Krah stellt sich nicht die Frage, ob man ihm eine Chance geben sollte; eher schon, ob er sich für weitere politische Kämpfe überhaupt zur Verfügung stellt.
cherusker69
23. September 2016 10:58
@Hajo Blaschke

so einfach wie sie es sich hier machen ist es nicht. Eine Partei die so einen großen Erfolg hat wie die AFD muss schauen, dass die den Laden zusammen halt.. Hier gibt es verschiedene Strömungen die miteinander verzahnt werden müssen.. Natürlich gibt es auch Leute die in der AFD was werden wollen, das ist leider ein menschliches Problem. In einem Kegelverein ist das nichts anderes..

Man muss nur schauen, das die Idealisten in der Mehrheit sind...Dieses Problem sprach auch Björn Höcke schon an..

Wer sich mit Parteiarbeit auskennt der weis auch welche Gefahren hier lauern. Die AFD kann nur
treu
23. September 2016 11:02
Nicht allein die "Einheitsfront" von CDU, SPD und den anderen sog. "Etablierten" ist das Problem, das deutsche Parteiensystem an sich ist der Untergang dieses Landes. Nicht nur Prof. von Armin hat schon lange dieses Parteisystem als den wahren Grund des gesellschaftlichen Übels bezeichnet und ausgiebig erklärt. Ein schmarotzender, starrer und verkrusteter Selbstbedienungsladen, der wie ein Krebsgeschwür alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens durchwuchert, mit einer kleinen allmächtigen Führungsclique und seinen vielen, vielen charakterlosen, devoten und karrieregeilen hierarchisch gegliederten Parteisoldaten, das sich dieses Land zu eigen gemacht hat und sich dabei selbstbedienend und schmarotzend bereichert, ohne jegliche persönliche Verantwortbarkeit, ist der Untergang dieses Landes. Es geht diesen Leuten dabei nicht um das Land, um den Bürger, nicht einmal um die Demokratie, es geht in erster Linie um lukrative Posten, Pöstchen und Privilegien. Viele davon beruflich gescheiterte Existenzen, die ihre einzige verbliebene Chance mit aller Macht und Härte nutzen, um sich Gehälter und Privilegien zu sichern, die für die meisten Angestellten, Unternehmer und Selbständige unerreichbar sind. Man schaue sich dazu das Trauerspiel der Führungsriege der etablierten Parteien an, all die elendig altbekannten Namen, viele von denen ebenfalls beruflich gescheitert oder noch nie in der freien Wirtschaft arbeitend. Das was wir da an der Führungsspitze sehen macht das Parteileben aus einer Partei. Diese Leute tun alles, um an den vollen Töpfen zu bleiben, sie haben gar keine andere Chance. Ohne direkte Demokratie ist dieses Land verloren. Die Parteien und deren Politiker, egal welcher coleur, werden an diesem System in dieser DDR-2 nichts verändern, denn sie sind dessen einzigen Nutznießer. Was den vielleicht etwas späten, aber dennoch sehr mutigen, ob seiner in der Öffentlichkeit inszenierten Austritt, des Dr. Krah aus der CDU betrifft, ist das nicht unbedingt verwunderlich und entspricht wohl auch der krankhaften Neigung dieser Nation zur Selbstvernichtung und grundsätzlich stets bis 5 nach 12 zu marschieren, auch wenn alles in Scherben fällt. Im Falle Krah, besser spät als nie und ohne jede Gefahr oder Wirkung, aber einen Stauffenberg oder Tresckow hat dieses kaputte und degenerierte Land heute leider nicht mehr. Es bräuchte also eine Art „Revolution“ zur Neuordnung des Systems. Mit Björn Höcke hat die AfD auch einen solchen Revolutionär, der so etwas anschieben und bewegen könnte, aber bei dem Rest der Führungsriege bin ich mir da absolut nicht sicher. Auch das ist sicher ein Manko der AfD, im Gegensatz zu historischen Parallelen, als es um radikale politische Veränderungen in Deutschland ging. Auf jeden Fall wäre ein jahre-bzw. jahrzehnterlanger Gang durch die parlamentarischen Instanzen und Institutionen in erster Linie ein Vergnügen für die leider auch innerhalb der AfD vorhandenen Posten-und Mandatsjäger. Für das Land und unser Volk, für die Wiederherstellung von Demokratie, Rechtstaatlichkeit, Sicherheit und Freiheit käme das zu spät!
Großstadtpauker
23. September 2016 11:19
die von "liberalen" Herrenclubs angelsächsischer Provenienz erdachte Ordnung stößt an ihre Grenzen ; Bolschewismus , Liberalismus ; "Marktwirtschaft" wurden widerlegt ; das heuchelnde Großstadtbürgertum verbarrikadiert sich im Wellnessbereich ; man meidet die Stadt weil diese ach zu "anstrengend" ist - der Lieferdienst macht es möglich ; Lügenjakob und Heuchelblome bewegen sich nur noch im gepanzerten SUV ; Frau und Kind werden gegen die Zumutungen der großen grauen Stadt abgeschirmt . Sprachlosigkeit - Diskursvermeidung - der Terror ist in Europa angekommen ; in den hochintellektuellen Schwatzbuden wechselt man lieber das Thema - und ja : das Treffen mit den Herrenclubs in den us&a war ganz toll , so inspirierend - alle so unglaublich offen und liberal . Die gated community in Neu York : 80 m über der Stadt - man kommt da nicht rein wenn man nicht geladen wurde .

Der Pauker erwägt Waffengleichheit herzustellen . Möglicherweise ist die von unseren Herrenclubs eingesetzte Sicherheitstechnik viel störanfälliger als gedacht .
Heinz Obst
23. September 2016 12:36
Simplicius
Freitag, 23. September 2016, 07:58 AM


...

Eine teils katastrophale geistige Verfassung weiter Teile der Einheimischen.

In irgendwie pubertärer Verstocktheit wollen viele nicht sehen, dass wir unser schönes Land mit seinen fleißigen, begabten und das Gute wollenden Menschen in jeder Beziehung kaputt machen, um am Ende bestenfalls brasilianische und amerikanische Großstadt-Verhältnisse im ganzen Land zu haben. Überall kaputte Umwelt, Kriminalität und Zäune, „Security“ und Polizei.


Genau darauf, nämlich eine Brasilianisierung in den Farben der BRD läuft's hinaus.

Wer von der Zukunft für sich und die Seinen andere Vorstellungen hegt, als schutzlos in einer multikriminellen, total vermüllten Kloake, versuchen zu müssen, irgendwie zu überleben, dem bleibt wohl - solange dies überhaupt noch möglich ist - als Alternative nur die Auswanderung.

Die katastrophale Verfassung großer Teile der autochthonen Restpopulation. sowohl in metal-geistiger, als auch demographischer Hinsicht, stellt keinen ersntzunehmenden Anlaß dar, auf Besseung der Verhältnisse zu hoffen.
paul
23. September 2016 12:37
P..s. Es müssen bei der CDU tatsächlich und wahrhaftig Fluchtursachen bekämpft werden.....in mehrfacher Hinsicht. Ich weiss nicht, wieviele Christgenossen die AfD integrieren kann ohne selbst eine Art CDU zu werden. Ich denke da mit Schalk im Nacken an eine Art Obergrenze. Ein bisschen schwarzer Humor darf erlaubt sein, oder ?
Stil-Blüte
23. September 2016 14:14
@ paul
Zustimmung! In unserer Debattenspalte hat mal dieser, mal jener meine volle Sympathie. Diesmal hat mich Ihr Beitrag am meisten überzeugt. Mithin wird mein Beitrag beinahe überflüssig. Die Entschuldigung 'er hat es gut gemeint' gilt nicht mehr, wenn schlecht gemacht. Leider.
Dietrich Stahl
23. September 2016 14:21
In der Maischberger Runde nach der Berlin Wahl winkte das teilnehmende CDU Schlitzohr Richtung AfD mit einem Koalitionsangebot. Frauke Petry lehnte dankend ab. Sie meisterte das Spiel "Alle gegen eine" souverän.

Es gibt viele gute Leute in der Afd. Angefangen mit unserer Jeanne d’Arc aus Sachsen.
Die Geschichte der Grünen weckt aber ungute Erinnerungen.
Petra Kelly war der strahlende Stern, unbestechlich und lauter.
Heute ist heute. Ein neues Bewusstsein. Geschichte wiederholt sich nicht immer.
Andu Kulu
23. September 2016 14:34
"Diese Korrumpierbarkeit ist als Gefahr ebenso groß wie als Gesetzmäßigkeit unausweichlich, und die Frage ist nun, was ein Maximilian Krah – angenommen, er ginge diesen Schritt – in der AfD zur Abwehr der drohenden Entfremdung zwischen Wahlvolk und Funktionärsschicht beitragen könnte. "

Die wichtigste Erkenntnis überhaupt!

Selbst wenn die "repräsentative Demokratie" im letzten Moment nicht scheitert (und ich spreche hier nicht nur von Deutschland, man blicke nach Frankreich, Schweden, GB oder in die USA) ist der Schlingerkurs für die Gesellschaften, bedingt durch eine, stets verspätete, harte Erdung der fehlgeleiteten Parteien, absolut katastrophal.

Es braucht dringend die Korrektur durch eine Volksgesetzgebung (Entscheide und Begehren)! Sollte die AfD sich von diesem wichtigsten Punkt in ihrem Programm jemals distanzieren (wie die verlogenen Grünen) wird sie ebenfalls untergehen. Sollte sie das neue Instrument hingegen geschickt und wirkungsvoll in Gang setzen, kann sie damit einen Großteil ihrer verleumderischen Gegner (von wegen antidemokratische AfD) damit beschämen und zum schweigen bringen und weltweit eine Vorreiterrolle bei der Demokratisierung des Westens einnehmen. Sie würde als große Reformatorin in die Geschichtsbücher eingehen...
Trouver
23. September 2016 16:18
Neues von Klonovsky

Demokraten in Aktion: "Noch hoffen viele, dass Petrys Besuch verhindert werden kann.

Reinhold Strobl, Landtagsabgeordneter der SPD, hat über die 'Initiative Sulzbach-Rosenberg hilft' davon erfahren und macht sich große Sorgen: 'Was diese Partei in ihrem Programm will, ist grob fahrlässig. Der Auftritt in Rieden kann auch negative Auswirkungen auf den Tourismus haben.'

Er habe sich mit der Vizepräsidentin des Landtags Inge Aures zusammengetan, und gemeinsam setzten sie sich mit Johannes Schmidt von der EWS Immobilien-, Treuhand- und Vermögensverwaltung in Verbindung. 'Wir haben ihn erst einmal gefragt, ob er weiß, wem er da die Räume vermietet hat und ihn gebeten, er soll mal die Verträge prüfen', erzählt Strobl. Noch besteht die Möglichkeit, dass der Termin abgesagt wird. (...)

Bürgermeister Geitner treiben noch andere Sorgen um: 'Ich sehe auch im Hinblick auf die untergebrachten Flüchtlinge ein Sicherheitsrisiko. Wenn man sieht, was die Partei propagiert, geht von vielen ein Gefährdungspotential für die Flüchtlinge aus.' (...)

Georg Söldner, SPD-Gemeinderat in Rieden, weist auf eine zusätzliche Gefahr hin. Direkt neben der Festhalle findet in der Ostbayernhalle ein Reitturnier statt. 'Auch das Sicherheitsrisiko der Reiter und Pferde ist nicht tragbar. Trillerpfeifen könnten die Pferde scheu machen', sagt er. (...)


Acta diurna, 23. 09. 16.
Harald de Azania
23. September 2016 16:34
Boeckelt das Imperium? Siehe auch TIME Cover datiert mit 3.Oktober, heute erschienen

HdeA
Arminius Arndt
23. September 2016 17:44
Meine Meinung ist noch nicht einmal bei 1% mehrheitsfähig.


@Exmeyer,

aber Sie haben eine eigene Meinung, ob man diese Meinung nun teilen mag oder nicht. Die meisten haben heutzutage keine echte eigene Meinung bei gleichzeitiger Einbildung, eine eigene Meinung zu haben (notwendig falsches Bewusstsein) und viele von denen, die in der Lage wären oder sind, sich eine eigene Meinung zu bilden, können oder wollen sich diesen heutzutage unter Umständen recht gefährlichen Luxus nicht (mehr) leisten.

Ein Grunddilemma, bei dem wir Herrn Krah insofern dankbar sein dürfen, dass er eine Öffentlichkeit hergestellt hat. Bei den sog. "Statements" findet sich sogar der eine oder andere Beitrag, der auf eigene Meinungsfähigkeit schließen lässt, bspw. der von Andreas Kuntz, ehem. CDU-Kreis/Ortsverband Saarbrücken, dessen Beitrag im Moment ziemlich am Anfang der Sammlung von Statements steht und folgendes schreibt:

"Die Ursache liegt auch nicht primär in der Sphäre "links", sondern in der Sphäre "liberal", dem allmählichen Einsickern der Ideologie des Jeder gegen Jeden und Jeder für sich, der Entsolidarisierung und Entgrenzung (das Wort "Liberalismus" klingt so fein) in eine soziale, konservative und christliche Partei. Dieser Faktor ist a.m.S. für das weitere Schicksal der Union entscheidender als es allein der gesellschaftspolitische Linkskurs wäre."


http://cdu-austritt.jimdo.com/statements-teil-1/

Das dürfte hier vermutlich vielen gefallen (überhaupt ist dieses Statement sehr lesenswert), auch wenn ich, als durchaus dem Liberalen zugeneigt, diese rechte, konservative Tendenz zur pauschalen Verteufelung des Liberalen in toto natürlich nicht teilen kann.

Und im Übrigen habe ich nicht den Eindruck, als ob die AfD derzeit wirklich einen Krah gleich mit wehenden Fahnen aufnehmen und mit Pöstchen überhäufen würde - in der AfD sind bereits zu viele, die nicht mehr gewillt sind, sich die "Butter vom Brot" nehmen zu lassen. Da kann die Ausrede von der angeblich "dünnen Personaldecke" genannt werden, so oft sie will. Wer heute in die AfD geht, um an einen "Fleischtopf" zu kommen, wird feststellen, dass er sich da auch erst einmal wieder ganz hinten in der Warteschlange anstellen muss - und da werden wir Herrn Krah, sollte er denn tatsächlich wechseln, auch wieder finden. Also: Gemach ...
Hajo Blaschke
23. September 2016 18:35
cherusker69 Wo mache ich es mir so einfach? Fakt ist, dass die AfD momentan auf keinen Fall mit einer der Merkel-Blockparteien koalieren darf. Das wäre tödlich für die AfD und die wäre nach einer Legislaturperiode weg vom Fenster. Also, wer sich gegen die anderen Parteien abgrenzt und wer wie die AfD-Führung deratig hirnlos über jedes Stöckchen, dass die Systemclique "rechtsextrem" nennt, abgrenzt, der muss sich auch genau so streng gegen die Blockparteien und deren Mitglieder abgrenzen. Klar kann man ehemalige Mitglieder dieser Blockparteien aufnehmen, aber die Prüfung deren AfD-Kompatibilität muss bei denen genau so erfolgen, wie bei den sog. Rechtsextremen.
enickmar
23. September 2016 19:04
Übernachtete mal in Spiez am Thunersee in einem Hotelzimmer, das mit Max Morlock und Fritz Walter angeschrieben war, wenn ich mich richtig erinnere, dort logierten die beiden Nationalhelden 1954 vor dem Endspiel im Wankdorfstadion in Bern.


Die Figur des Pirmin Meier hätte Loriot nicht schöner erfinden können.
enickmar
23. September 2016 19:48
Oder eben Percy Hoven.
Meier Pirmin
23. September 2016 20:39
@Paul. Gut gesagt, "Fluchtursachen" bei der CDU bekämpfen. Das ist zwar nicht leicht, aber gewiss immer noch leichter als in Afrika oder im Grossraum Afghanistan.
Gustav Grambauer
23. September 2016 21:12
Ostgebiete:

Die gehören nicht den Polen sondern wurden den Polen von den Russen nur zur (besatzungshoheitlichen) Verwaltung gem. Art 55 HLKO übergeben.

Ich war oft und ausgiebig dort, die Polen verwalten diese Gebiete sehr apart. Es ist die derzeit allerbeste Lösung. Man stelle sich vor, die heutigen Deutschen würden diese Gebiete übernehmen: eine ästhetische Katastrophe, Dieter Wieland würde vom Defibrillator nicht mehr loskommen, deutsche OBI-Plastik-Marmor-Dämm-Verbundglas-Welt bis hinter letztes Haus Graniza. Pioneer-Mais so weit das Auge blickt. Deutsche Oberstudienrätinnen, dritte Garnitur aus NRW, würden in den Hirschberger Kindergärten ihre Muschi-Penis-Koffer auspacken. Und im Sommer nach Wacken-Manier in Zoppot Konzerte gggägn Rrrächzzz bis der Ohrenarzt kommt. Kann das hier jemand wollen?!

Raskolnikow hat`s gesagt: auch wenn das Reich wieder handlungsfähig wird, das BRD-geformte Juste Milieu wird den Ton angeben.

- G. G.
Meier Pirmin
23. September 2016 21:16
@der_jürgen. Obwohl im Ton und in einzelnen Einschätzungen und in anderem oft verschieden: Vermutlich weil Sie sich vor 35 Jahren nach Franz Josef Strauss orientierten, bemerkt man bei Ihnen politische Klugheit. Etwa was Sie über den Osten schreiben und dass die Priorität darin läge, dass Frankfurt am Main deutsch bleibe usw. und nicht der Osten regermanisiert werden müsse. Aber noch viel wichtiger, sage ich, weil ich politische Progamme wenn immer möglich nicht national begründen möchte, lieber rational: Ein Deutschland, das sich zumindest teilweise programmatisch aus der Europäischen Union zurückziehen möchte, müsste mit grösstem Nachdruck betonen, dass dies weder Ansprüche auf heutiges polnisches noch auf französisches noch auf sonstiges Staatsgebiet bedeute (Spezialfall wäre Kauf von Ostpeussen/Königsberg zum zehntausendfachen Preis von Alaska, was nur mit deutsch-russischer Freundschaft möglich wäre). Es muss gegen das Märchen gekämpft werden, dass die Europäische Union ein reines Friedensprojekt sei, und zugleich m u s s die Angst vor einem neuen deutschen Nationalismus im Keime erstickt werden. Letzteres ist mutmasslich eine Conditio sine qua non für den Frieden in Europa.


Diese Angst vor neuem Nationalismus wird mit jeder EU-kritischen Stimme aus Deutschland von Ausserdeutschen und von Innerdeutschen bewusst geschürt, bei den Innerdeutschen von den Anhängern des Status quo. Ich gehe jetzt schon davon aus, dass, wenn die AfD nächstes Jahr 20% machen würde, die bedrängten Anhänger der Schweizer Armee nicht zurückschrecken würden zu sagen, die Schweiz müsse deswegen den Militärhaushalt erhöhen. Diese Aussage traue ich den beiden Schlitzohren in der Regierung von der SVP zu: Maurer und Parmellin. Hauptsache, es gäbe endlich Geld für die dringend fällige Erneuerung der Luftwaffe. Wenn dieses Argument der Gefahr des deutschen Nationalismus im Parlament fünf linke Stimmen für Flugzeuge bringt, wird es ausgespielt werden. Die Schweizer Armeeanhänger haben in den letzten Jahren auch die "Gefährlichkeit" Putins deswegen entdeckt. Obwohl diese Argumente, Deutschland betreffend nicht stimmen, wird es kein Luxus der AfD sein, in Sachen Aussenpolitik von Gebietsansprüchen ausdrücklich Abstand zu nehmen. Die Geopolitik ist mit ein Grund, warum auch die erste Strophe der deutschen Hymne Missverständnisse auslösen würde, wiewohl es richtig wäre, sich als Patriot gegen kulturelle Bevormundung zu wenden. Auch die neue russische Hymne beschwört Geographie. Die Marsaillaise ist und bleibt ein mörderischer Song, was aber niemand beanstandet. Sie gefällt mir freilich weit besser als widerwärtiger Polit-Rap, auch solcher von den deutschen Rechten.
Thomas Wagner
24. September 2016 02:32
@Goetz Kubitschek

Ja, ein Hoch auf die Unversoehnlichkeit. Sollte es einmal Kraefte geben, die eine tatsaechliche politisch/gesellschaftliche Wende einleiten, dann werden diese allerdings nicht nur aus Unversoehnlichen bestehen, sondern sie werden die Unversoehnlichsten von allen sein.


@Heinz Obst

"Genau darauf, naemlich eine Brasilianisierung in den Farben der BRD laeuft's hinaus".

Sie vergessen, dass die Brasilianer immerhin das einigende Band der gemeinsamen christlichen Religion, sowie der portugiesischen Sprache haben. Dies sind gegenueber der multikulturellen Zukunft Deutschlands zwei ganz klare Vorteile.
Wönke
24. September 2016 07:03
@ Der_Jürgen

Zunächst mal ein dickes Lob an Sie, ihre Kommentare zählen hier mit zu den besten und lesenswertesten.

Und natürlich haben Sie bzgl. der politischen Einschätzung zu Michael Stürzenberger Recht. Seine Hetze gegen Karl Richter ist nicht nur widerlich, sondern politisch dumm und falsch.

Aber Deutschland befindet sich heute in seiner schlimmsten Katastrophe seit 1945.
Es geht nicht mehr um die Frage welche politische Richtung das Leben der Deutschen besser gestaltet, sondern ums Überleben des deutschen Volkes (und nebenbei aller weißen Völker weltweit).

Die Multikultis gehen jetzt aufs Ganze. Die ganze Welt soll "brasilianisiert" werden. Totale Umvolkung und das in einer Geschwindigkeit, die noch vor 2 Jahren unvorstellbar gewesen ist. Die Hintergrundmächte wollen wohl noch die "Früchte" ihres Tuns sehen. Durch die Flutung sehen wir ein Armageddon und eine Apokalypse biblischen Ausmasses die unser Volk in seiner Struktur völlig verändern wird. Wenn wir die Multikultis nicht stoppen, wird Deutschland und unser Volk innerhalb weniger Jahre abgeschafft sein.
Das meinte Merkel wohl wirklich mit ihrem "Wir schaffen das"! Da hat sie wohl nicht einmal gelogen.

Deshalb können wir uns nicht leisten solche Leute wie Stürzenberger, denen ich politisch und persönlich nicht für 50 Cent über den Weg trauen würde, zu verprellen. Denn sie erfüllen eine wichtige Scharnierfunktion und sammeln den leider nicht geringen Teil der philosemitschen Rechten ein, der im Anti-Asyl-Kampf ebenfalls wichtig ist.

Ich halte es immer so, solche Leute (zB. bei PEGIDA) im persönlichen Gespräch zu überzeugen, wenn man dabei sanft vorgeht hat man den größten Erfolg.
Wir müssen sein wie das Wasser, das den Felsen umfliesst und ihn langsam zum bröckeln bringt.

Wir haben vielleicht noch ein Zeitfenster von maximal 10 Jahren. Wenn wir es in dieser Zeit nicht schaffen, eine komplett andere politische Richtung zu installieren können wir uns als Deutsche nur noch in kleisten Enklaven irgendwo auf der Welt versuchen niederzulassen - aber Deutschland und unser Volk wird es dann nicht mehr geben.

Deshalb - zusammenhalten - vernetzen - kämpfen - aktiv werden und sein!
Meier Pirmin
24. September 2016 07:05
Klar ist, dass die sogenannten Fleischtöpfe und der von Gottfried Benn genannte Dienstwagen in keiner Weise das Ziel sein dürften, aber spätestens beim Erreichen der unrealistischen 51% die Realität wären, im Prinzip schon längst vorher. Das Prinzip der "Unversöhnlichkeit" kann nur in den letzten Grundsätzen gelten, nicht in der politischen Praxis, weil man sonst einen Alleinanspruch auf Vernunft stellt und grundsätzlich nie koalitionsfähig würde. Also politischer Fundamentalismus der reinen Lehre, die hauptsächlich am Ende Streit und Verketzerungssucht im Innern einer solchen Organisaton entfacht. Ein Mittel, diesen unfruchtbaren Fundamentalismus zu überwinden, ist praktische parlamentarische Arbeit zum Beispiel auf kommunaler Ebene, was man nicht unterschätzen sollte. Zum Beispiel in einem Finanzausschuss oder in einer Bildungskommission. Hier ist im Einzelfall aber durchaus Unversöhnlichkeit zu praktizieren. Wenn beispielsweise die jährlichen Therapiekosten für ein schwererziehbares "Flüchtlingskind" aus Afrika gleich hoch sind wie die Schulkosten für 500 Kinder in Afrika, muss man der Sozialindustrie den Stecker definitiv rausziehen. Man wird allerdings mit diesem Antrag in der Minderheit bleiben.
Karl Brenner
24. September 2016 08:47
Die CDU-Leute in Partei und Basis scheinen sich nicht zu wehren.

Die Bürger werden sich immer dann darauf zurückkommen, wenn sie im Alltag auf die Ergebnisse dieser erratischen Politik stoßen, für welche Fr. Merkel steht.

Das ist ein großer Triumph für die SPD, die Linken und die Grünen. Denn auch sie haben genug Mist gebaut (Griechenland-Euro, "Belgrad-Bombing", Deutschland am Hindukusch verteidigen, Türkeibeitritt, HARZ4, etc). Nun können sie sagen: "Ja, aber die CDU unter Merkel,..."

Warum rebellieren die CDU Leute nicht?
Ein großer Teil dürfte einfach Angst haben.
Sie sind längst Opfer der totalitären Meinungsdiktatur der Linken geworden.

Ein weiterer Teil hofft noch auf persönliche Vorteile in dieser Partei. Weder die Politik von Fr Merkel, noch die Wählerwanderungen zur AfD werden in Zukunft eine Grundlage für diese Vorteilsgedanken bieten.

Ein weiterer Teil wartet noch.
Aber wie glaubwürdig wird in späteren Zeiten ein Kehrtwendung noch sein?
Gustav Grambauer
24. September 2016 10:44
Krah:

Nie vergessen: die Sachsen haben in den Befreiungskriegen auf der Seite Napoleons gekämpft, viele sind mit Napoleon nach Moskau gezogen.

Insofern ist die "C"DU - als quasi-französische Verräter- und Separatistenclique in der Tradition des Rheinbunds - in Sachsen gar kein Fremdkörperwie man zunächst denken könnte; Biedenkopf, der ja rheinischer Katholik (!) war, hatte (infolge des Auftritts von Kohl in Dresden vor der insofern hysterisch-gierenden Masse im November 1989) diese alte Achse wieder hergestellt. Diese Achse ist wiederum gescheitert.

Hinter den Kulissen ist Sachsen seit 1945 allerdings so russisch

/www.dr-quendt.de/artikeldetails/kategorie/suessgebaeck/artikel/dresdner-russisch-brot-original.html

wie Hannover britisch oder Mainz französisch sind (dazu wäre über die Andeutung von Putins Stationierung in Dresden hinaus noch vieles zu sagen). Das macht sich jetzt so stark öffentlich geltend, daß das Umdisponieren einsetzt.

Es kommt noch ein ganz anderer Aspekt hinzu: der romanisch-katholisch-frivole Rhein und das Sächsische Elbtal sind auch über den Wein sehr verbunden, während zu der kargen, blutleeren Kümmel-trinkenden nordischen Szene wie sie sich etwa hier zeigt

http://www.gettyimages.at/detail/nachrichtenfoto/merkel-angela-politician-cdu-germany-election-campaign-nachrichtenfoto/544604319?#merkel-angela-politician-cdu-germany-election-campaign-visiting-a-picture-id544604319

kulturell Lichtjahre Abstand und Distinktion, ja: Arroganz bestehen. Inzwischen hat am Rhein und in Dresden auch der letzte in der "C"DU das Buch von Frau Höhler über Merkel gelesen, die die Szene sehr ausgeprägt aus diesem Blickwinkel betrachtet ...

Da sind in nächster Zukunft noch ganz andere tektonische Verschiebungen zu erwarten.

- G. G.
Hajo Blaschke
24. September 2016 10:50
Meier Pirmin Ich sehe das auch so. Diese Leute, die so leicht ihre CDU- bzw. Blockparteienmitgliedschaft durch Flucht beenden, hätten viel mehr versuchen müssen, mit der Merkelisierung ihrer Blockparteien aufzuräumen. Das wäre ein lohnendes Kampfgebiet. Die AfD darf auch aus diesen Gründen nicht leichtfertig ihre Tore für Renegaten öffnen. Die AfD benötigt irgendwann, wenn denn der Regimchange wirklich friedlich über die Bühne gehen soll, Koaltionen. Und in den dann zur Verfügung stehenden Parteien müssen auch die entsprechenden Personalien vorhanden sein.
Hugo
24. September 2016 13:58
Gab es in der Menschheitsgeschichte, oder besser in der Parteiengeschichte, denn schon jemals eine Organisation die zur Macht gelangt ist und deren Führungselite durch diese Macht nicht korrumpiert wurde? Wie soll denn das überhaupt möglich sein?

Sollen die Parteioberen sich von mir aus legal und mit dem Segen ihrer Wähler ein paar Millionen aneignen, dann sind sie wenigstens nicht für ein Trinkgeld durch die Hochfinanz käuflich.
Hajo Blaschke
24. September 2016 17:54
Gustav GrambauerDiese Argumente bezgl. Sachsen sind an den Haaren herbeigezogen und auch historisch anfechtbar. Sachsen war auf der Seite Napoleons, weil es hoffte, die ihm durch Preußen weggenommenen Gebiete durch dieses Bündnis zurückzubekommen. Auf der Seite Napoleons waren auch nur die damaligen Herrschereliten, das sächsische Volk nie. Und Sie glauben doch nicht wirklich, dass sächsische Burschen mit Freude mit dem damals größten Kriegsverbrecher in die Schlacht gezogen sind. Und nicht zu vergessen: in der für Napoleon entscheidenden Schlacht bei Leipzig haben die sächsischen Truppen mitten in der Schlacht die Seiten gewechselt und sind zu den Gegnern Napoleons übergelaufen.
Man sollte Krah, der wohl in Dresden geboren und aufgewachsen ist, auch nicht zum sächsischen Urtypus machen. Das ist er garantiert nicht. Er wird so wie die berühmten Nagetiere in letzter (oder doch erst vorletzter) Minute das sinkende Schiff verlassen haben, weil es ihm keine Karrieremöglichkeiten mehr bieten kann. Ob so ezwas ihn jedoch gleich zu einem AfD-Mitglied macht ...
Hartwig aus LG8
24. September 2016 21:56
Ganz praktisch: Der Feind meines Feindes u.s.w.
Krah, und jetzt die Kudla aus dem Leipziger Wahlkreis, die sich innerhalb der Ihren (CDU) unmöglich macht.
Das sind Leute, mit denen wir nichts am Hut haben sollten. Aber dennoch: Warum nicht eine Ermunterungs-Mail an die jeweilige persönliche Bundestags-Landtags-Adresse. Vielleicht macht es Mut, und mehr und mehr Schule. Kostet nichts, und schadet nichts. Solange es den Gegner schwächt, und das eigene Lager nicht schadet ...
Simplicius
24. September 2016 22:13
@ Hajo Blaschke

Pauschal gesprochen:
Sie sind gegen Überläufer ins AfD-Lager, ich dagegen befürworte eine „Willkommenskultur für Überläufer“.

Sie haben Ihre Argumente, ich habe meine (auch historische).

Man muss die für unser Volk so ungünstigen Verhältnisse erstmal ins Rutschen bringen. Und die CDU (42% bei der letzten Bundestagswahl) muss es ganz am Ende nicht mehr geben. Ganz einfach.

Jedenfalls bin ich gegen die Beleidigung von Überläufern ins rechte Lager. Mit der Beleidigung von Linken habe ich kein Problem; die beleidigen mich auch jeden Tag ständig über die Massenmedien, wenn ich in meinem Wohnzimmersessel sitze oder die Zeitung aufschlage.
Nero
25. September 2016 00:42
@ Meier Pirmin

Ich hab mir eine Sendung über Sie auf youtube angeschaut.
Sternstunden - Religion. Sehr gut. Wirklich, ich mag Sie.

Bei manchen Sachen haben Sie aber den Gong nicht gehört.
Wir befinden uns nicht nur in einer Zeit des Regime Changes, sondern in einer Zeit der Systemänderung. Was genau kommen wird kann ich nicht sagen, nur Mehrheiten werden danach für nichts mehr gebraucht.
Man wird es einfach tun. Auch Ihr viel beklagter Rassismus wird enden.
Entweder uns gibt es bald nicht mehr oder wir werden sehr, sehr konsequent sein müssen. Auch das wird man dann einfach tun.
Bestimmte Wörter werden in Zukunft eine andere Bedeutung haben.
Und die Zeit ist nah.
Ich weiß nicht warum, Sie unterschätzen aber die Möglichkeiten der Rache. Jeder kennt in seinem Umfeld die Brunnenvergifter und rotgrünen Bessermenschen die sich auf Kosten der Deutschen profiliert haben. Da braucht es keine politische Agenda um es denen heimzuzahlen. So Gott will, kommt auch meine Zeit. Versöhnung wird es mit diesen Leuten nicht geben. Ihr Begriff vom Nationalismus kommt aus dem frühen 20. Jahrhundert. Die Schweizer, als auch die Deutschen werden auf solche platten Tricks wie ,,Der Nachbar greift uns an!" nicht hereinfallen.
Mag sein, dass das Establishment alle Register zieht. Aber auch das geht zu Ende. So oder so.
Wir befinden uns in einer Zeit der absoluten Umwälzung. Ich spreche hier nur für mich: nichts ist mehr gültig und alles möglich.

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Wer hätte das vor einem Jahr gedacht!?
Reiner07
25. September 2016 10:02
So lange man die Zeit für ein Mandat nicht begrenzt wird sich immer ein Parteiensumpf entfalten, in dem es rein um das persönliche finanzielle Interesse geht. Der Typus "Berufspolitiker" ist grundsätzlich antidemokratisch und niemals am Volk orientiert, der sieht nur noch seine Bezüge und das zu erwartende hohe Altersgeld. Dies gehört begrenzt, damit all jene, die ohne ihre politischen Tätigkeit eigentlich nichts vorweisen können, dazu gezwungen sind auch einmal praktische Arbeit zu verrichten.
Es dürfte nicht sein, dass es reicht 5 Jahre im Land- oder Bundestag zu verbringen um ein Ruhegeld zu beziehen, welches weit über einer üblichen Rente liegt, für die man mehr als 40 Jahre arbeiten musst. Es sollte eine Begrenzung von maximal 2 Wahlperioden für Minister, Ministerpräsidenten Kanzler und Präsidenten geben. Nur dann wäre die jetzige Verkrustung zu minimieren. Für Abgeordnete sollte die Parlamentszeit maximal 3 Wahlperioden dauern,bei einem gedeckelten Ruhegeld für alle, damit alle jene gezwungen sind sich auch einmal in der realen Arbeitswelt Rentenanwaltschaften zu verdienen.
Götz Kubitschek
25. September 2016 22:20
endlich badeschluß.
gruß aus schnellroda.
kubitschek

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