13. Oktober 2016

Es fühlt sich einfach gut an

von Lutz Meyer / 84 Kommentare

Politik ist angewandte Psychologie. Psychologie (gleichviel ob theoretische oder praktische) richtet sich an diejenigen Ebenen des menschlichen Geistes, auf denen andere Regeln gelten als jene des Verstandes. Das bedeutet jedoch nicht, daß es hier ausschließlich um das Irrationale geht – auch Emotionen können eine sehr rationale Seite haben.

Lutz Meyer kommt aus der linksanarchistischen Szene, seine Themen findet er auf der Straße.

Im Zeitalter der Massendemokratie greift die Politik nicht allein auf individualpsychologische Analyse- und Beeinflussungsinstrumente zurück, sondern vor allem auf das Instrumentarium der Massenpsychologie, dessen sich bekanntlich auch die Werbung erfolgreich bedient. Stoßrichtung ist in beiden Fällen nicht das sozial atomisierte Individuum, Stoßrichtung ist immer die Masse.

Das einzelne Ich unterwirft sich den massenpsychologischen Methoden – nahezu unabhängig von den kommunizierten Inhalten, allein auf den Stil horchend – bereitwillig, denn es will nichts anderes, als dazuzugehören. Das Ich will nicht länger das vereinzelte, verlorene Etwas im großen Nichts sein. Das hat der von mir auch heute noch geschätzte Herbert Marcuse 1963 recht klar herausgearbeitet:


„Das Schrumpfen des Ich, sein verringerter Widerstand den anderen gegenüber, erscheint in den Weisen, in denen es sich beständig den ihm auf außen aufgenötigten Losungen offenhält. Die Antenne auf jedem Haus, das Transistorradiogerät an jedem Strand, die Musikbox in jeder Bar und jedem Restaurant sind ebensoviele Verzweiflungsschreie – nicht allein gelassen, nicht von den Großen getrennt zu werden, nicht zur Leere oder zum Haß oder den Träumen des eigenen Selbst verurteilt zu sein. Und diese Schreie ziehen die Nachbarn mit sich, und selbst die, welche noch ein eigenes Ich haben oder wünschen, sind verdammt – eine ungeheure gefangene Zuhörerschaft, von der die große Mehrheit am Rattenfänger sich erfreut.“

Nicht getrennt zu sein, nicht verurteilt zu sein zu Haß oder gar den Träumen des eigenen Selbst – das fühlt sich gut an. Dieses „Es fühlt sich einfach gut an“ taucht in Verbindung mit „Es fühlt sich richtig an“ in vielen privaten und wohl auch öffentlich geführten Diskussionen seit dem Sommer 2015 vermehrt auf – es fühlt sich gut und richtig an, die Grenzen zu öffnen. Es fühlt sich gut und richtig an, für Zuwanderung gleich aus welchen Gründen zu sein. Es fühlt sich gut und richtig an, gegen rechts zu sein.

Gefühle können freilich täuschen. Vor allem kann das Gefühl täuschen, daß Politik mit dem Herzen oder aus dem Bauch heraus gemacht wird – zumal dieses Gefühl von jenen, die solche Politik tatsächlich machen und die massenpsychologischen Signale aussenden, kaum geteilt wird (selbst dann nicht, wenn sie sich wie Merkel zu emotional wirkenden Flüchtlingsselfies hergeben). Auf der Ebene des Machens geht es um Rationales – so irrational es aus Sicht kritischer Analytiker auch erscheinen mag.

Nun ist es aber so, daß die fühlende Masse ihrerseits großen Einfluß auf die Politik ausüben kann – jedenfalls zu Wahlzeiten. Die das vermeintlich Gute und das Richtige fühlende Masse denkt und handelt dabei nicht rational, sie übersieht Kausalitäten, verkennt Ursachen und Wirkungen, ignoriert Offensichtliches bewusst zugunsten guter und richtiger Gefühle. Man kommt ihr also nicht auf rationalem Wege bei, will man sie beispielsweise zu einem anderen Wahlverhalten bewegen.

Im Gegenteil: Geister, die rational und klug und auf unabweisbare Fakten gestützt argumentieren wie ein Sarrazin oder ein Schachtschneider, werden seitens der fühlenden Masse und ihrer politischen bzw. medialen Meinungsführer der Kaltherzigkeit und Unmenschlichkeit gescholten. Dies sogar zu Recht, denn als rationale Analytiker bedienen sie den Verstand, nicht das Gefühl. Dieses allein aber gilt heute als das Menschliche – das, was die Conditio humana ausmacht.

Der Verstand ermöglicht nicht die Teilhabe am großen Wohlfühlen, sondern verweist auf die nüchternen Tatsachen, analysiert und schlussfolgert nach Regeln der Logik. Man wird also davon ausgehen müssen, daß man, wenn man die Masse beeinflussen möchte (und man müsste dies wollen, wenn man die Verhältnisse zu ändern wünscht), vorrangig an die emotionale Ebene zu appellieren hat.


Ein nicht unbeträchtlicher Teil der widerständigen Szene tut dies bereits seit langem und mit Hingabe. Hier allerdings werden ausschließlich negative Gefühle gepflegt, denn es geht um die Erzeugung und Bestätigung von Ängsten. Das mag seinen Zweck erfüllen, solange es darum geht, das Vertrauen in den Machthaber erodieren zu lassen; es versagt aber vollständig dort, wo es darum geht, ein neues Zugehörigkeitsgefühl, eine neue Untrennbarkeit, ein neues Selbst, ein neues Wohlgefühl zu erzeugen – Ängste bieten nicht das Glück der Identifikation.

Man kann und muß durchaus die heute gelebte flüchtlingsbezogene Gefühlsduseligkeit in seinem „Es fühlt sich gut an“ angreifen, darf aber dann selbst nicht mit leeren Händen dastehen. Genau das aber ist der Fall – man bietet die Kameradschaft des Dagegen, die Härte eines möglichen Kampfes, die Gefahren und Risiken einer Ausgrenzung durch die Großen. Und genau deshalb hat die Masse weniger Angst vor Islam, Terror und Globalisierung als vielmehr vor jenem diffusen, irgendwie abweisendem „Rechts-sein“.

Rechts bedeutet in der öffentlichen Wahrnehmung Hartherzigkeit, Kälte und Gefühllosigkeit – da fühlt sich aus Sicht der Nichtrechten eben leider überhaupt nichts gut oder richtig an, sondern ziemlich unmenschlich. Die emotionale Ebene müsste also seitens der Rechten bedient werden – es muss ein anderes „Es fühlt sich gut an, es fühlt sich richtig an“ her. Emotionen müssen endlich sprechen – zur Identifikation einladende positive Emotionen, die auf allen sozialen Ebenen ansteckend wirken (im modernen Jargon: „viral“). Doch wie könnte das aussehen?

Dabei geht es nicht um das Wohlgefühl im Inneren der eingeschworenen rechten Gemeinschaft. Es müsste ein größeres, umfassenderes Wohlgefühl her, das auch für jene verlockend erscheint, die sich politisch irgendwo in einer gefühlten Mitte verorten. Das Gefühl von selbstverständlicher Sicherheit (also nicht die Sicherheit einer Alarmanlage oder einer Pfefferspraydose) wäre so ein konsensfähiges großes Gefühl; ebenso das Gefühl selbstverständlicher, fragloser Identität.

Die Rechte hat – im Gegensatz zur zu Globalisierungshelfern verkommenen Linken – dieses Potenzial durchaus. Doch wie macht man dies sichtbar? Auch scheinbar Nebensächliches wie Humor und Witz können hierbei nützlich sein, Unverkrampftheit, Lockerheit, Ungeniertheit und Unbekümmertheit. All das macht auf eine verstörende Weise anziehend.

Ich kann mich jedenfalls noch gut erinnern, wie ich Anfang der Siebziger als zehn- oder elfjähriger Sproß aus halbwegs gutem Hause Zeuge dieser sommerlichen Szene wurde: Auf dem sorgfältig getrimmten Parkrasen meines norddeutschen Heimatstädtchens hatte sich eine Horde Hippies niedergelassen – schreiend bunt gekleidet, mit Gitarre, man war fröhlich, unbeschwert, musizierte und war ansonsten recht harmlos.

Ob bewußt oder zufällig - direkt neben dem „Betreten des Rasens verboten“-Schild hatte man es sich im Schatten eines alten Baumes gemütlich gemacht. Ein älterer Herr mit Hut und Spazierstock betrachtete die Szene zunächst sprachlos, fuchtelte alsdann erregt mit seinem Stock in der Luft herum: „Könnt ihr denn nicht lesen? B-e-t-r-e-t-e-n v-e-r-b-o-t-e-n!“ „Aber guter Mann“, so kam es munter aus der Gruppe zurück, „wir betreten doch nichts, wir sitzen hier nur“. Anwesende Passanten lachten jedenfalls oder waren amüsiert - die Zeit sinnloser Verbote war, so schien es, erst einmal vorüber (bis einige der Hippies dann Jahrzehnte später selbst an Einfluß gewannen, ich weiß).

Derartiges hat sich damals oft zugetragen und reichte bis hin zu Fritz Teufels herablassendem "Wenn's denn der Wahrheitsfindung dient" als Antwort auf die richterliche Aufforderung, sich zu erheben. Auch ich Knirps fand die respektlose Rasenszene damals ziemlich lustig und fühlte mich fortan stets mehr zu schrägen Gesellen jeder Art hingezogen als zum verstockten Bürger. Also - - - das Ganze jetzt bitte von rechts. Mit Humor. Und ohne Scheu vor angemaßten Autoritäten. Das wäre dann nicht nur ein Rollentausch, das wäre angewandte Psychologie.

Lutz Meyer kommt aus der linksanarchistischen Szene, seine Themen findet er auf der Straße.

Kommentare (84)

Winston Smith 78699
13. Oktober 2016 18:58
"alle miteinander ..."
Idealisierte rechtsextreme Gemeinschaft völkischer Siedler, gezeigt von Peter Weir in "Witness". Humor ist da erstmal keiner sichtbar, aber siehe, wie andere innerhalb von teils extrem konservativen oder restriktiven Umfeldern das hinbekommen: der Ostblockwitz, der jüdische Witz, Radio Erewan, "Zeller Zeitung". Als sei der bessere Humor erst unter Spannung gegeben. Beim Bau der Scheune werden sehrwohl gute Witze gemacht und geht es lustig zu, aber eben nicht vor der Kamera. Oder in der Kirche, Schule, Militär: richtig Spaß macht erst das Verbotene. Vor den Hippies waren die Wandervögel und was weiß ich, und die waren genauso lustig, traten es nur nicht so mit Fotos im Internet breit. A propos "breit": zu der Zeit war noch alles aus Hanf, man rauchte Knaster, kannte den Wermut und andere Rauschtoxine. Betuchtere konsumierten natürlich Exotisches. Es ging wild und auch lustig zu bis zu saturnalischen Exzessen, gegen die eine heutige Fastnacht wie ein Bibelkreis daherkommt, hier Golowin über Absinth. Jedoch des Schreibens mächtig waren eben der Dorfpfarrer und der Amtmann. Als halbe Wahrheit ist die Strenge der konservativen Welt von gestern eine Lüge.
Winston Smith 78699
13. Oktober 2016 19:06
Und hier ein deutsches Gegenstück zu dem Film vom Scheunenbau: https://www.youtube.com/watch?v=wbDez50YZGo
(Spur der Steine)
Alles Lüge? Oder kann man so leben?
Hans
13. Oktober 2016 20:34
Herr Meyer, Sie haben schon recht.
Deswegen ist Stärkung einer positiven Emotionalität in der patriotischen Bewegung auch so wichtig.
Auch Martin Sellner, der gut gelaunte Schelm-Rebell, strahlt so etwas aus. Es darf auch mal nicht super-theoretisch sein, auch mal einfach nur schön, nett, angenehm, so wie ein Weißbier auf der Kirmes mit Volksmusik.
Wir sollten mehr leben und lieben und zeigen, WOFÜR wir eintreten und was wir erhalten wollen.

(Zu politischen Debatten: Spätestens seit Le Bon ist ja bekannt, dass nicht das Argument entscheidet, worin ja bei Sarrazin und Co. nie ein Mangel auf der patriotischen Seite war, sondern das Gefühl. Das positive Gefühl der Liebe zu etwas und das negative Gefühl des abwehrenden Hasses gegen dasjenige, was das Geliebte zu zerstören droht. Siehe Hollywood-Schema)
Einar von Vielen
13. Oktober 2016 20:54
Werter Herr Meyer,
100% richtig, auf Emotionen zu setzen. Ich berichtete an anderer Stelle von meinen höchst unwichtigen persönlichen Erfolgen in Diskursen bei Verwendung eines sich gut anfühlenden Einstiegs wie 'wir alle wollen doch eine gerechte Welt, wo doch genug für alle da ist' usw, Wobei mein folgender Verweis dann in richtig einer lediglich für alle Seiten zu hohen Geschwindigkeit der Gerechtigkeitsumsetzung ging. Was bereits wieder ein eher rationales Argument war, aber ihm wurde nach dem Herzensbekenntnis wenigstens zugehört und man zog es in Erwägung.

Aber gerade wegen der Emotionen bin ich zuversichtlich, dass alles noch gut werden kann. Ich nehme bereits ein gewisse Stille wahr wo vorher begeistertes Geschnatter zu vernehmen war. Wenn die ersten toten deutschen Kinder zu beklagen sind dreht der Wind von alleine. Traurig. Aber vermutlich ein zu durchlaufender Schritt.
herr k.
13. Oktober 2016 21:26
...einer der wahrscheinlich wichtigsten Artikel auf dieser Seite. Ein wichtiger Mann hatte ja vor kurzem auf einem Vortrag von der Wichtigkeit eines Durchbruchs gesprochen. Sie sagen WIE, zumindest eröffnen Sie einen Aspekt.
Ich denke, dass es eine ganze Vision des WIE geben muss, damit wir weiterkommen. Tolle Arbeit, Danke.
Brandenburger Sandstein
13. Oktober 2016 21:59
Toller Text, genau mein Reden. Wir müssen denjenigen, die schon lange wissen dass der linke Mainstream fatale Nebenprodukte abwirft, eine gewisse positive Rechte anbieten.
Was mich zur Zeit schockiert: die dummen Schreiberlinge, oder sagen wir, die perfide cleveren, haben es sogar geschafft, den rechten Politikern das heischen von emotionen und das Politikmachen aus dem Bauch heraus angedichtet. Das postfaktische Zeitalter, dass die Linken personifizieren, wird allen Erntes des sogenannten Populisten angekreidet. Trump, Petry, Meuthen, alle handelten scheinbar emotionsgesteuert, ohne jedwede rationale Begründung ö. Dabei verhält es sich ja genau umgekehrt. Hab da grade im Kopf wie göring Eckhard die Schlange kleine Kinder auf Lesbos herzt. Was soll man da noch machen?
Sebastian-Maximilian
13. Oktober 2016 22:33
@ Winston Smith

" Als halbe Wahrheit ist die Strenge der konservativen Welt von gestern eine Lüge"

Mir ist das schon damals in der Schule aufgefallen als wir das Stück und die historische Person "Der Hauptmann von Köpenick" durchgenommen haben.

Er wurde ja nach relativ kurzer Haftstrafe vom achso militaristischen Kaiser begnadigt.

Obwohl er eine Uniform benutzt hat um eine Bank bzw. Stadtkasse auszurauben.

In England, Frankreich, Russland und den USA hätten sie ihn wahrscheinlich zu dieser Zeit aufgegangen.
bran
13. Oktober 2016 22:48
Es gab von der Linken in den 80ern das damals sehr beliebte Buch "Spassguerilla". Die Ideenwelt dahinter ist obskur bis idiotisch, aber die Mittel die beschrieben werden, sind durchaus wirkungsvoll und haben sicher nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass sich die Linke Meinungshegemonial durchsetzen konnte. Wobei ja die Linke von damals nicht mehr mit derjenigen von heute zu vergleichen ist. Dennoch: Auch diese Mittel haben geholfen, Narrative zu setzen. Viele Aktionen waren halt einfach unterhaltsam, lustig und klug durchdacht.
Ist durchaus eine Leseempfehlung wert, auch wenn ich beim besten Willen nicht mehr sagen könnte, wo man es erhält (ausser über mich).
Erschien damals (1984 erstmals) im UNRAST-Verlag.
Dietrich Stahl
13. Oktober 2016 23:32
Werter Herr Meyer,

wie kann der konservativ/rechte Widerstand auf allen Ebenen wirksamer werden? Das ist wohl die Frage hinter ihrem Beitrag.

„Auch scheinbar Nebensächliches wie Humor und Witz können hierbei nützlich sein, Unverkrampftheit, Lockerheit, Ungeniertheit und Unbekümmertheit.“

Heute war ich beim Augenarzt, zum ersten Mal seit 10 Jahren vielleicht. Das Wartezimmer war voll, was ja - wie bei Cafés oder Restaurants - meist ein gutes Zeichen ist. Endlich wurde ich ins Ärztezimmer gerufen. Der Chef machte die abschließende Untersuchung und sagte zu mir: „Sie haben keinen grauen Star.“ Ich, erleichtert: „ Das ist gut.“ Daraufhin er: „Das ist gar nicht gut, da kann ich nichts verdienen.“
Ich habe selten so in einem Ärztezimmer gelacht, der Mann hat natürlichen Humor. Ich sagte ihm: „Jetzt weiß ich auch, warum Ihr Wartezimmer so voll ist.“

Humor ist eine Kraft, der nichts widerstehen kann. Damit kann man immer noch seinen Tag retten. Meine Blog-Einträge schließe ich immer mit der Aufforderung:
Und nicht vergessen: Mindestens drei Mal am Tag herzhaft lachen.

Humor, Witz, Unverkrampftheit, Lockerheit, Ungeniertheit und Unbekümmertheit sind vielleicht gar nicht so nebensächlich. Sie sagen es: sie sind unwiderstehlich.

Die „Kids“ von der Identitären Bewegung um Martin Sellner machen es vor. Das ist frisch, authentisch, hat Witz und Humor. Good vibes, um, Ihrem Beitrag entsprechend, im Jargon der 60iger zu sprechen (Übrigens: Flower Power – ich war dabei).
Das, was Sellners Truppe macht, wirkt und ist ansteckend (und viral).

Noch mal zurück zur Eingangsfrage.

In der aktuellen Sezession ist ein Gespräch mit Renaud Camus abgedruckt. Eine Revolte ist für Camus nicht in Sicht:

„Nein zu meiner großen Verzweifelung sind die Menschen offenbar nicht zur Revolte bereit.“

Auf die abschließende Frage von Martin Lichtmesz gibt Camus eine visionäre Antwort und fordert zum Träumen auf:

„Das auslösende Element der Revolution? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Es bräuchte eine Offenbarung. Durch wen, fragen Sie? Einen Greis, ein junges Mädchen, ein Kind, wie in Andersons Märchen von des Kaiser neuen Kleidern.

Die Rettung wird von dort kommen, wo niemand auch nur träumt, sie zu suchen: von den Marginalisierten, den Narren, den Poeten, den Eremiten, den Heiligen, von allen, die dem Kleister der Debatten und der Abstumpfungsindustrie des Großen Austauschs entkommen.“
Heinrich Brück
14. Oktober 2016 00:05
Diese Demokratie ist eine Bankokratie. Wahlen sind vernachlässigbar, denn auf ein paar Jahre früher oder später kommt es nicht an. Merkel ist eine Null, geschaffen als Repräsentantin und zum Zwecke einer Ablenkung. Deutscher Staat, wo? Repräsentiert von einer Selfiemacherin?
Wenn also die Bankentürme höher als die Kirchtürme sind, wer wird diesen Schlamassel dann ausbaden dürfen? Wer Geld hat, sieht keine Flüchtlinge.
Der kleine Mann hat die Schnauze gestrichen voll; das Geld, nicht besonders viel, braucht er trotzdem. Und wie wird ihm seine Tauglichkeit vergolten? Er darf mit den Untauglichsten des Planeten in Konkurrenz treten, muß sie durchfüttern und alimentieren. Hoffentlich wird er nicht auf Angela Merkel sauer sein, und seinem Chef wird er auch vergeben. Er darf jetzt auch langsamer machen. Wozu die Hektik, Schäuble hat genügend Geld. Geld ist nur Papier; für 1,99 schon 500 Blatt Druckerpapier, und der Rest ist Psychologie und Fleiß. Aber für weniger Geld jetzt auch etwas langsamer.
Jedes Untersystem im System läuft nach einem ökonomisierten Schema ab. So lange es Spaß macht fleißig zu sein, stimmt die Kohle.
Aufruf an die Rechten: Habt Spaß am Kinderzeugen, und laßt die Linken arbeiten! Und wenn sie sich beschweren, diese Linken, habt Humor und lacht sie aus!
https://www.youtube.com/watch?v=izOYS4c86s8
Andreas Walter
14. Oktober 2016 01:49
Linke und Kommunisten wollten noch nie wahrhaben, das Menschen und Kulturen, Ethnien und Nationen unterschiedlich sind, schieben darum immer alles lieber auf Rassismus, anstatt den Fakten, der Wahrheit ins Auge zu blicken. Wahrscheinlich, weil sie sich dann einsam fühlen sobald sie erkennen, das niemand auf der Welt so ist wie sie selbst. Und darum eben auch nicht jeder alle Werte und Glaubenssätze mit ihnen teilt. Was sie dann aber immer erst schmerzlich erfahren müssen, und dann aus allen Wolken fallen, auf denen sie sich so gerne tummeln. Die Luftmenschen eben, ohne Bodenhaftung, keine Erdung. Auch Ikarus weiß darum wovon ich spreche, warnt.
s0litud3
14. Oktober 2016 04:09
Die rationale, wie emotionale Frage ist: "Was ist deutsch?"
Die Zukunft des deutschen Nationalstaats liegt in der Aufrechterhaltung und Erneuerung des deutschen Volkes. Allseits tut man sich schwer, dieses Volk zu adjektivieren, wenngleich wenigstens in diesem Forum wohl die vielversprechendsten Ansätze zu finden sind.
Was ist deutsch? Der Deutsche galt bis Anfang des 20 Jhdts. als treu, rechtschaffen, gewissenhaft und technikaffin. Diese Zuschreibungen mögen willkürlich und unvollständig erscheinen, aber bereits sie haben selbst für heutige Deutsche einen hohen Wiedererkennungswert und genügen, um ein positives Narrativ des Deutschen zu erzählen.

Ausgangspunkt der deutschen Renaissance bleibt indes der status quo, der gerade für Patrioten nun einmal negativ ist. Die Deutschen sind nach wie vor in der Mehrheit treu gegenüber ihrer Regierung, dem System der BRD und den Verlautbarungen der linken Mehrheitsmeinung. Ausruck deutscher Treue ist, dass sich die notwendige, vitale Entwicklung einer (rechten) politischen Alternative im Gegenteil zum Rest Europas dermaßen verzögerte.
Nach wie vor halten sich die meisten Deutsche an die Gesetze, glauben an den Rechtsstaat und tragen deswegen die momentane Politik mit, auch wenn diese in Teilen rechtsstaatswidrig ist.
Die selbstständige Gewissenhaftigkeit wurde den Deutschen jahrzehntelang aberzogen und durch einen rigiden, linken Moralismus ersetzt, bei dem längst nicht mehr das Herz, sondern entweder die Angst vor Ausgrenzung oder der moralische Furor entscheidet (sehr undeutsch).
Und die Technik der Deutschen ist nach wie vor legendär (z. B. Automobilbau, Maschinenbau, im weitesten Sinne Chemie usw.). Sie vor allem bildet neben den anderen Zuschreibungen die Grundlage unseres momentan Wohlstandes, der uns freilich in Zukunft verlorenzugehen droht. Der Wirtschaftskrieg (siehe etwa VW und die Deutsche Bank, auch wenn man von beiden nicht viel halten muss) hat schließlich längst begonnen.

Was ist deutsch? Nun, wir machen dieses Land wieder deutsch!
Bei der Ästhetik fängt es an. Wir wollen ein Land, in dem die Straßen sauber, die (historischen) Gebäude renoviert oder wieder aufgebaut sind, die Wälder dicht, die Natur urspünglich und das Wasser rein ist.
Wir wollen ein Land, in dem die Verwalter großer Unternehmen es von sich aus unanständig finden, überhöhte Einkommen aus dem Unternehmen zu erzielen, jedenfalls solange es einigen Arbeitnehmern schlecht geht.
Wir wollen ein Bildungssystem, dass statt auf die Vermittlung von Schuld auf die großartigen Errungenschaften unseres Volkes hinweist; von der Varusschlacht über Otto den Großen bis zum Freiherr vom und zum Stein sowie Otto von Bismarck. Ein Bildungssystem, in dem der Lehrer (ebenso wie die Eltern) respektiert (nicht gefürchtet) und geachtet wird und das selbstständige, junge Deutsche heranzieht, die auf dem festen Fundament ihres Volkes voller Erwartung und Freude auf ihre Zukunft, möglicherweise in der großen weiten Welt, schauen und wie selbstverständlich als Botschafter des Deutschen fungieren.
Wir wollen starke Familien, die keine künstlichen, aufoktroyierten Konflikte ertragen müssen und bei denen es selbstverständlich ist, dass die Frau nicht erwerbstätig ist, jedenfalls, wenn sie sich um die Erziehung (wichtig!) der Kinder kümmern muss.
Wir wollen als Deutsche selbstbestimmt leben. Supranationale und internationale Organisationen sind grundsätzlich abzulehnen. Wir wollen eine interessensorientierte Bündnispolitik mit unseren Nachbarn in Europa und in der Welt. Wir wollen Frieden und keinen Krieg, schon gar nicht im imperilaistischen, wirtschaftlichen oder geo-strategischen Interesse fremder Mächte.
Wir wollen stolz sein auf unsere Errungenschaften und weiter neue Maßstäbe setzen. Unsere Produkte "Made in Germany" mögen künftig wieder teurer, dafür aber verlässlich und nachhaltig sein.
Wir sind bereit, notfalls Wohlstand zu opfern um (wieder) eine homogene, friedvolle und lebendige Gesellschaft mit Zukunft zu sein. Wir werden alles tun, was notwendig ist, um unsere Ziele zu erreichen.

Wir sind diejenigen, die der Essenz aller Deutschen zum Ausbruch verhelfen wollen. Wir wollen die Ketten politischer Korrektheit und der linken Mehrheitsmeinung sprengen, um die Deutschen wieder deutsch sein zu lassen. Wir bringen nicht die Vergangenheit. Wir bringen die Zukunft. Unsere Ideen gibt es lange, ihre Wurzeln reichen tief. Wir bringen das natürlich Deutsche zurück, das wir alle im Herzen tragen. Wir sind ein Volk, eine Schicksalsgemeinschaft ein (ideelles) Reich für alle Zeit. Es lebe das deutsche Vaterland!
KW
14. Oktober 2016 07:31
Wir dürfen dabei nicht vergessen, daß die Gegenseite Geld, Macht und die Medien hat. Da kännen wir noch so die Emotionen ansprechen, was nicht berichtet wird, findet nicht statt. Was zu laut auftritt, wird mit Hilfe der Justiz leise gemacht Der Machtapparat sitzt sehr tief im Sattel. Und wir dürfen nicht vergessen, daß Antifa und Bärchenschmeißer bezahlt oder medial belohnt werden. Ich jedenfalls kläre im Alltag weiter auf, manchmal auch mit Humor, nur gegen die organisierten und bezahlten global ausgerichteten Strukturen (ich sage bewußt nicht links) können wir im Moment nur wenig ausrichten.
Eveline
14. Oktober 2016 08:24
Das habe ich kopiert aus "Strohmann , Bauernopfer , Strohfeuer " von Nils Wegner
Es passt hier so gut zu den von den in der Politik auslösenden Gefühlen. Jetzt die Grenzöffnung.

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Wenn man politisch wirklich etwas aufbauen will, das eine Gesellschaft langfristig transformiert – wenn Sie also WIRKLICH Macht haben wollen, dann müssen Sie die Eigenen ausliefern bzw. erledigen, wenn Sie Ihnen querkommen. Vor allem, wenn die Staatsmacht hinter ihnen her ist und sie de facto geschlagen sind – ausliefern, sofort, bevor Strukturen zerstört werden, die wichtiger sind als die Bauernopfer. Das und nichts anderes ist die Lektion aus der Gefangennahme des syrischen Terroristen durch syrische Landsleute........


Fakt ist eins, Gefühle sind die Wandelmasse schlechthin. Und wir leben auf einem Wandelplaneten. Selbst der Verstand ist im Wandel begriffen, man denke nur an die Neue Physik.
Leider ist das Bewusstsein über diese ständig sich wandelnden Gefühle nicht so präsent, selbst bei den Politikern nicht, ich könnte mir vorstellen, das der Taxifahrer namens Joschka Fischer ganz erfreuliche gesellschaftliche Tatsachen aufbauen wollte, aber dann mit seinen unbewussten dunklen Kräften (Gefühlen) konfrontiert wurde, die zum Jugoslawienkrieg führten. Die Scham darf jetzt die BRD Gesellschaft tragen.

Hier liegt der Segen des erzkonservativen Politikers. Der ist handstreichartig und gefühlsmäßig nicht zu beeindrucken und dient somit. Mir ist z.Z ein erzkonservativer Marxist lieber als Politiker, auch wenn er stinklangweilig ist.

Wie gesagt z.Z . Bis die Weisheit kommt. ?.
Daswarja Allesganzanders
14. Oktober 2016 11:07
Wunderbarer Artikel. Wenn man ohnehin auf Seiten der Realität kämpft, hat man die Zeit auf seiner Seite, denn irgendwann stürzen die utopistischen Lügengebäude von selbst ein. Mit dem bisherigen Auftreten der sogenannten Rechten hat sich eher das spießige Bürgertum angezogen gefühlt. Der Name Alternative für Deutschland wurde vermutlich auch bewusst gewählt worden (vordergründig als Replik auf Merkels behauptete Alternativlosigkeit, aber vor allem wohl auch orientiert an der amerikanischen alternative right). Man sollte sich nur darüber im Klaren sein, dass die Rechte, sollte sie in nächster Zeit Oberhand gewinnen, in 30 Jahren wieder genauso verkrampft auftreten wird wie die altgwordenen Hippies. Deshalb wird es auch immer Seitenwechseler wie Herrn Meyer geben, die das derzeit Unverbrauchtere befördern. Ein wirklich lustiges Spiel, das die Welt da treibt. Würde jeder Philosoph werden und dem Spiel höchstens noch fasziniert zusehen, wäre es damit allerdings sehr schnell zuende. Also weiter so.
KW
14. Oktober 2016 11:23
Die Zersetzung unserer Gesellschaft
https://www.youtube.com/watch?v=0JlEGW0-TlE


Eigentlich müßten wir fix mit diesen kranken Ideen fertigwerden. Warum gelingt uns das nicht. Hier waren doch Psychopathen am Werk. Wie konnten sie so erfolgreich sein? Mir schwant es: Mit Geld und Medienunterstützung. Das Übel kommt pmmer aus derselben Ecke.
Dietrich Stahl
14. Oktober 2016 11:26
Lieber @s0litud3

Was Sie schreiben klingt männlich. Obwohl ich Ihr "gender" nicht kenne, deswegen trotzdem diese Anrede.

Ich träume davon, dass Ihr Beitrag in deutschen Schulklassen gelesen wird.

In eine deutsche Familie in der ehemaligen DDR geboren, begann Ihre Frage mich früh zu beschäftigen:

„Was ist deutsch?“

Solange uns diese Frage bewegt, lebt das Deutsche.

Und selbst die Kinder, die „Deutschland verrecke!“ und „Nie wieder Deutschland!“ schreien, bewegt diese Frage ja. Ich habe als Jugendlicher mit einem verbotenen Gruß provoziert. Alles ist besser als Gleichgültigkeit.

Auf die Frage, wer Deutscher ist, gab Götz Kubitschek, in seiner Magdeburg Rede, eine Antwort:
https://www.youtube.com/watch?v=5V1yEPY1xD4

1. Deutscher ist, wer deutsche Vorfahren hat.

2. Deutscher kann werden, wer sich auf Gedeih und Verderb auf die Seite des deutschen Volkes schlägt, d.h. die Geschichte dieses Volkes zu tragen beginnt, ältere Loyalitäten abgibt und im Ernstfall für dieses deutsche Volk und die Fortsetzung seines Ganges durch die Geschichte kämpft, auch wenn es den Einsatz des gemächlichen Lebens oder der Karriere oder sogar des Lebens erfordert.

In Kubitscheks Definition sind einige Antworten auf Ihre Frage nach dem „Was“ zu finden.
- Deutsches Blut
- Geschichtsbewusstsein
- Loyalität
- Kämpfertum
- Abenteuerlust

Den dritten Punkt sprechen Sie mit dem ur-deutschen Wort „Treue“ an.

Treue IST das deutsche Wesen.
(Unsere lichten Wesen-schaften werden von den Dunkelmännern bewusst für ihre Zwecke ausgenutzt.)

http://www.freiheit-wahrheit-verantwortung.de/freiheit/hutten-achat/

Loyalität, Treue – Ambet

Zitat aus einem Gastbeitrag meines Blogs (oberer Link)

Hutten - Achat III:

„Ambet ist vermutlich das älteste schriftlich aufgezeichnete deutsche Wort, das uns der römische Dichter Ennius ca. 200 v. Chr. überlieferte, schreibt G. Freytag. Es bedeutet unter anderem Dienst, Amt, Gefolgsmann, Beruf; Schildes Ambet auch Ritterdienst, Ritterstand, Amtsbezirk und Lehen. Es bezeichnet, so G. Freytag, ein Treueverhältnis des Dienenden zu seinem Herrn, eine Beziehung, die den damaligen Römern unbekannt war. „Der Sinn“, so Freytag, „welcher der Deutsche mit diesem Worte verbunden hat, ist bis zur Gegenwart bedeutsam für sein Gemüt gewesen.“

„Aber genau das ist heute wieder unsere Aufgabe: den Aufbau einer neuen friedlichen und ausgeglichenen Kultur von innen nach außen, von unten nach oben mit der Synthese von Verstand, Gefühl und uralter Lebensform des Ambet. Letzteres ist nicht das Ergebnis einer langen Geschichte, eher ist es ein zeitloses Muster unserer Lebensweise. Ihr grundlegende Merkmale sind: die Liebe zur individuellen Freiheit. Eine reflexive Sensibilität, die Mitgefühl erzeugt, ein Intellekt gepaart mit einer Vorstellungskraft, die zu Idealismus und Symbolismus neigt. Die Bevorzugung monogamer Ehe. Ein starkes Bedürfnis nach individueller Freiheit zugleich der Wunsch nach Geselligkeit. ( u.a. aus Schuré)

Diese psychische Veranlagung initiiert eine Gemeinschaftsform der Sippe, des Clans, der Eidgenossenschaft, Dorfgemeinschaft, der Zunft, Innung oder eben des Ambet mit dem Wahlprinzip der Führerschaft und seiner Anhänger, die sich freiwillig einordnen und ihm treu sind, ohne ihre eigene Stellung und Größe aufzugeben. Kurz gesagt das Ambet vereint und ist zugleich auch Ursprung des Genossenschafts- und Gefolgewesen. Beide gehören zusammen, aber wie so oft geschehen, werden sie auseinandergerissen und gegeneinander ausgespielt.“


Ambet ist deutsche Wesen-schaft, „Essenz aller Deutschen“.

Musik ist wesenhafter deutscher Ausdruck.

Ein Zauberwort, ein rechter Ton – das Herz geht auf.

Jännerwein – Den Berg empor

https://www.youtube.com/watch?v=4nTNGYXT8YI
Annemarie Paulitsch
14. Oktober 2016 11:49
Ganz klar: die Lage ist hoffnungslos aber nicht ernst. Darum kaspern wir, die Spaßgesellschaft, weil ja ein wirkungsvoller Widerstand nicht erreicht werden kann, lieber weiter bis zum endgültigen Aus. Und produzieren Kinder - auch nur so zum Spaß- , die wir quasi den eingewanderten Wölfen zum Fraß vorwerfen - auch nur aus Jux und Tollerei.
Ich meine: lieber stehend sterben als kniend leben.

Anmerkung Lutz Meyer: Sie bringen da zwei Ebenen durcheinander. Natürlich geht es um ernste Dinge. Es geht aber auch darum, durch emotionale und bei passender Gelegenheit auch witzige Ansprache die Dämonisierung rechten Denkens zu beenden.
Monika
14. Oktober 2016 12:06
Am liebsten erinnern sich die Frauen an die Männer, mit denen sie lachen konnten.


Anton Pawlowitsch Tschechow
(1860 - 1904), russischer Meister der impressionistischen Erzählung und Dramatiker

Natürlich läuft auch im Politmarketing das meiste über die Emotionen.
Aber konstruiert jetzt bitte keine rechte Wohlfühl-Werbung.....

Geht mal mit offenen Augen durch Eure Städte.
Marlboro hat jetzt die emotionalen Defizite unserer Neubürger erkannt (Sucht und Sehnsucht hängen bekanntlich zusammen).
In großen Plakataktionen wird mit einem hippen, schwarzen Neubürger geworben. Zu lesen ist:
Where will you go from here-
You decide....


(Anmerkung: Ich konnte das genannte Plakat noch nicht ergoogeln)
Zur Marlboro Kampagne hier:
http://www.wuv.de/marketing/you_decide_warum_marlboro_diesmal_alles_richtig_macht

Dem Neubürger wird vermittelt, dass die Entscheidung über seinen Weg nur bei ihm liegt. Die Massenmigration wird mit dem Geschmack von Freiheit und Abenteuer beworben.
Ich warte auf den linken Aufschrei !
Dietrich Stahl
14. Oktober 2016 12:42
Mehr als ein Nachtrag

Gottfried Benn über das Ambet:

https://www.youtube.com/watch?v=MrU1_ujVm1s
Meier Pirmin
14. Oktober 2016 12:47
@Dietrich Stahl. Nicht nur Ihre Augenarzt-Anekdote, auch Ihr Hinweis auf Renaud Camus beziehungsweise das neue Heft "Sezession" haben Substanz. Von dort her kann Orientierung gewonnen werden. Wenn ich denke, dass in jenem Heft auch noch, was in der Vorstellung in der benachbarten Leseeinheit nicht mal erwähnt wird, Günter de Bruyn schön zum 90. Geburtstag gewürdigt wird. War aus meiner Sicht der trefflichste Autor aus der DDR-Zeit: Sein Buch über Jean Paul empfand ich gleich beim Erscheinen als eine Art Offenbarung. Der hätte einen Nobelpreis verdient!


Auch die Buchbesprechungen im Oktoberheft, z.B. von Kositza, sind hilfreich, und man erfährt, dass zum Beispiel die Mitarbeiterin Caroline Sommerfeld sich nach dem amerikanischen Philosophen Richard Rorty orientiert, wobei freilich von deren Bekenntnis zu einem "Lieblingsphilosophen" nichts zu halten ist. Leider ist Ellen Kositza auf die Darstellung Eichmanns durch Hannah Arendt hereingefallen, war aber eine nachweisbar schlechte Eichmann-Kennerin, sie soll nie eine Sekunde an eigener Originalkaktenrecherche interessiert gewesen sein und absolut wirklichkeitsresistent, was der beste Aktenkenner des Eichmann-Prozesses, der Israeli Bach, deutlich festgehalten hat. Arendt war in dieser Sache nie für voll zu nehmen und war von ihrer These der Banalität des Bösen schon überzeugt, bevor sie das mit Eichmann "verifizeren" musste. Auf der Grundlage totaler Eichmann-Unkenntnis wurde dann auf Seite 2 von "Sezession" ein peinlicher physiognomischer Vergleich zwischen Eichmann und Heiko Maas gemacht mit der Schnittmenge "Hanswurst", was zu Dario Fo passt, soeben verstorben, aber nicht zu Eichmann und wohl doch nur bedingt zu Maas. Der Rest des Heftes ist lesenswert im Sinn der bekannten Hauptorientierung nach Metapolitik.


Wird es konkret politisch, wird die oben einmal mehr bestätigte Qualität von @Lutz nicht immer erreicht, zum Beispiel, wenn Lichtmesz in einem sonst brauchbaren Aufsatz im Heft "Sezession" schreibt "Auch wenn die AfD noch keinen Trump und keine le Pen hervorgebracht hat"... Was soll das heissen? In der Geistes- und Politgeschichte Deutschlands gibt es Hunderttausende, für die der Vergleich mit Trump und le Pen eine Beschämung wäre. Ich wünsche mir schon, dass man in Deutschland und auf Deutschland noch etwas grössere Hoffnungen setzen darf. Im Ernst: Falls Lichtmesz die Memoiren von Bismarck auch nur zur Hälfte gelesen hätte, von dessen Bildungsgeschichte bis hin zu seiner Schilderung der Emser Depesche, er könnte doch nicht auf solche Massstäbe abstellen.


@Brandenburger Sandstein. "Toller Text, genau mein Reden." Bestätigung ist wichtig und sicher auch eine Funktion dieses Austauschs. Der spanische Philosoph Miguel de Unamuno pflegte jeweils bei Texten das anzustreichen, was ihn nicht bestätigte, in der Vermutung, es könnte ihm einen Tip geben in Richtung auf eine übersehene Wahrheit.
s0litud3
14. Oktober 2016 13:39
Lieber Dietrich Stahl,

Recht haben Sie! Männlich bin ich, Friedrich heiße ich. Ein wenig Narretei und Selbstbeschreibung lässt mich dennoch anders firmieren.

Natürlich habe ich die Rede Kubitscheks gesehen, wenn auch nur per Video. Ich denke, er trifft es formal - wie so oft - auf den Kopf. Zweifellos hat er auch zum Wesen des Deutschen viel zu sagen.
Meine Zuschreibungen des Deutschen sind zaghafte Versuche, diesem Wesen näher zu kommen, mich heranzutasten, um vielleicht irgendwann eine griffige und dennoch vollständige Umschreibung zu finden. Und selbst wenn es nicht gelänge, so lohnte sich der Weg ganz sicher.

Die zweite Strophe unserer Nationalhymne beginnt nicht umsonst mit "Deutsche Frauen, deutsche Treue...". Auch in der Lyrik des 19. Jhdts., etwa im Zuge der Befreiungskriege und des Aufblühens des deutschen Nationalstaats, lässt sich viel dergleichen finden. Mit der Treue und dem Ambet sind wir also sicher einer der Essenzen des Deutschen auf der Spur.

Diese Wesensmerkmale sind es, die den Weg in die Herzen der Menschen öffnen, weil sie sich nach Art und Inhalt in unseren Aussagen wiederfinden können. Wir müssen die Saiten des Volkes zum Klingen bringen. Rein argumentativ sind wir dem linken Lager ohnehin überlegen.

Oft denke ich, dass wir Rechten unsere Botschaften positiver verkaufen könnten. Wir wollen die illegalen Einwanderer nicht nur deshalb nicht, weil sie uns stören (was sie freilich tun), sondern weil wir eine homogene Volksgemeinschaft mit all ihren Vorzügen haben wollen. Wir sind nicht gegen Globalisierung, sondern für den bewährten Nationalstaat. Wir sind nicht gegen den Euro, sondern für die bewährte Mark. Wir wollen Frauen nicht unterdrücken oder bevormunden, sondern sie vom Joch der Mehrfachbelastung (Ehe, Kinder und Beruf) befreien. Wir wollen Minderheiten nicht ausgrenzen, sondern der Mehrheit ihren selbstverständlichen Status zusichern.

Es ist zugegebermaßen banal, aber alle politischen Botschaften können ins Positive gewendet werden.

Lassen Sie mich ebenfalls mit einem allenthalben bekannten Liedchen enden, welches ich noch mit meinem Großvater singen konnte (er war vom alten Schlage):
https://www.youtube.com/watch?v=zMOuTVwfXDE.
Der_Jürgen
14. Oktober 2016 14:01
@Pirmin Meier

"In der Geistes- und Politgeschichte Deutschlands gibt es Hunderttausende, für die der Vergeich mit Trump und Le Pen eine Beschämung wäre", schreiben Sie und weisen auf Bismarck hin.

Ja, für einen feinen Rechtsintellektueller ist Trump natürlich ein Mann, der allerhand Anlass zur Nasenrümpfen gibt. Ich brauche keine Belehrungen über seine Unmoral oder darüber, dass er oft lügt - dies alles weiss ich sehr wohl.

Doch woher kommt denn der Erfolg dieses Mannes, für den wir trotz seiner augenscheinlichen Schwächen nur beten können, damit er sich gegen das Satansweib Clinton durchsetzt? Hier können wir an die These anknüpfen, die Meyer in seinem guten Artikel präsentiert: Es gilt vor allem die Gefühle anzusprechen, wenn man zu den Massen spricht und diese für sich gewinnen will. Dies kann Trump, und bei allen Emotionen sagt er ungeheuer viel Richtiges. Wenn Sie Zeit haben, schauen Sie sich im Netz die knapp einstündige Rede an, die er vor ein paar Tagen in Florida hielt.

Das wollen die Menschen hören, denen das Bleigewicht der Politcorrectness zu drückend geworden ist. Trump ist kein Intellektueller wie Sarrazin; er operiert nicht mit Zitaten und Statistiken, sondern erinnert seine Zuhörer einfach an elementare Wahrheiten wie die, dass die illegale Immigration für die amerikanischen Arbeiter eine Katastrophe ist, dass dadurch Terrorismus importiert wird, dass amerikanische Arbeitsplätze zu Millionen nach Mexiko und China exportiert wurden, mit dem Ergebnis, dass die einstige blühende Industriestadt Detroit heute eine Ruine ist.

Trump präsentiert die Fakten auf einfache und eindrückliche Weise, mit einer Flut von Emotionen untermalt. Er sagt offen, dass die USA von einer volksfeindlichen Elite beherrscht werden und dass die Medien in deren Sold stehen. Deutlicher darf er nicht werden, aber die meisten werden schon kapiert haben, wen er damit meinte.

Ja, ich schätze Bismarck auch unendlich viel höher ein als Trump, das versteht sich für einen Leser und Kommentator dieses Blogs ja wohl von selbst, aber wenn die AFD einen Trump hätte, wäre uns sehr geholfen.

Und wenn sich seine Anhänger in Trump täuschen und er im Falle seiner Wahl ungefähr so regiert wie seine Vorläufer? Dann war er immerhin das kleinere Übel. Unter ihm ist ein Krieg gegen Russland eher unwahrscheinlich; unter Clinton ist er praktisch garantiert. Jedenfalls ist eine Wahl Trumps heute wohl die letzte Chance für die USA, den erforderlichen Wandel ohne ungeheuerliches Blutvergiessen zu vollziehen.

Noch zu Marine Le Pen. Diese hat dermassen folgenschwere Abstriche am Programm der von ihrem Vater gegründeten Partei vorgenommen und dem System dermassen viele Konzessionen gemacht, dass ihre Glaubwürdigkeit schwerstens erschüttert ist. Ausserdem wird sie anno 2017 sowieso nicht gewählt; sie kommt zwar fast mit Sicherheit in die Stichwahl, aber dann tun sich alle anderen gegen sie zusammen. Amerika hat noch eine kleine Chance, sich auf demokratischem Wege, d. h. über Wahlen, zu retten. Frankreich hat diese Chance nicht mehr.
deutscheridentitärer
14. Oktober 2016 14:44
Wird es konkret politisch, wird die oben einmal mehr bestätigte Qualität von @Lutz nicht immer erreicht, zum Beispiel, wenn Lichtmesz in einem sonst brauchbaren Aufsatz im Heft „Sezession“ schreibt „Auch wenn die AfD noch keinen Trump und keine le Pen hervorgebracht hat“… Was soll das heissen?


Das soll heißen, dass Martin Lichtmesz einfach sehr viel näher am Puls der Zeit ist als Sie.

Nichts für ungut. Der Jürgen hat es ja schon ausführlich erläutert.
Annemarie Paulitsch
14. Oktober 2016 15:03
Der Jürgen

Wie wahr, Marine le Pen hat Abstriche gemacht!
Ihr Vater sagte einst: Die Deutschen sind das Märtyrervolk des 20ten Jahrhunderts. Wer aber diese Wahrheit nicht ohne Wenn und Aber bestätigt, hat in der europäischen Widerstandsgeschichte nichts zu suchen.
Meier Pirmin
14. Oktober 2016 16:01
_der Jürgen. Möchte Ihre Auffassung, z.B. die Verhältnisse in den Vereinigten Staaten und deren Eliten betreffend, mal mit allem Verständnis so stehen lassen. Kannte die amerikanische Rechte noch zu deren besseren Zeiten, als zum Beispiel ein Russel Kirk Vordenker war. Auch auf einen Newt Gingrich war ich nie angewiesen. Ich frage mich aber, warum man zum Beispiel ein so anspruchsvolles Heft wie "Sezession" redigiert und Bildungsarbeit macht, wenn man nicht besser als Trump und le Pen und wohl auch Petry werden will, die aus Ihrer Sicht mindestens so viel Konzessionen macht und machen muss wie Le Pen.
Winston Smith 78699
14. Oktober 2016 16:57
@ Meier Pirmin

De Bruyn gehört mit Enzensberger, Walser, Kunert, Kunze und Nizon in eine Altersklasse, in der eine gewisse Verklärung gestattet ist und man auch nicht mehr die Beweglichkeit oder Mühe zur Durchdringung der neuartigen Lage einfordern sollte. Ich rede auch nicht von der ganz besonderen Kategorie von Ilija Troijanow, Elfiede Jeliniek und Maxim Biller.

Auf folgende jdoch erweitere ich meine vorige Anklage noch, ausdrücklich vorbehaltlich einer Widerlegung durch eine nachweisliche kritische Wortmeldung oder Krankheit bzw. Umnachtung:

Heinz Strunk
Uwe Tellkamp
Patrick Süskind
Robert Schneider
Herta Müller

Herbert Achternbusch
Feridun Zaimoglu
Rainald Goetz
Thomas Brussig
Walter Moers
Wolf Haas
Daniel Glattauer
Wladimir Kaminer

Haben diese eleganten Schweiger im Verlauf des letzten Jahres etwa nicht ihr Recht auf meine Sprache verwirkt? Auf Dummheit, Nichtwissen, Blendung oder Maulkorb werden sie sich nicht rausreden können, denn wie es anders gehen muß, führen ja Strauß, Hochhuth und Pirincci ganz fraglos und organisch in Meisterschußübungen vor: existieren - selbstverständlich im natürlichen Berufsrisiko ihrer Zunft; natürlich stehen in der Gefahr der Wahrheit - was denn sonst? Ihre Gelassenheit und Angst und Wut sind somit glaubhaft und würdig oder verzeihlich, und daher schaut man aus allen Gegenden des Landes auf sie ... und zu ihnen auf.

Die oben genannten Saubermänner aber: verdienten sie etwa nicht in guten und leichten Tagen an dieser Sprache als ihrem Werkzeug und stehen sie denn nun, in der Not, nicht in der Pflicht zum Dienst an ihr? Sollte das Deutsche den Ethnozid doch irgendwie überstehen und es eine Literaturgeschichte weiterhin geben, wird man ihnen ihr schändliches Versagen dereinst und in alle Zeit vorwerfen. Sollen sie sich ruhig schon mal im voraus schämen. Man wird unsere bräsigen Edelfedern von heute dann in offenen Sportwagen mit Lustknabe zeigen, lächerlich in Kochshows mit Quotenmigrant und hochexklusiv beim Wintersport mit DAX-Vorstand, oder gar in ganz und gar unschicklichen Lagen (wie heute den greisen Barden, just als ihm ein Unhold das bluttriefende Schandblech an die Gurgel würgt). Daher sei zur Warnung in diese von Eigenstolz und steuerbefreiten Glitzerpreisen doch zu elenden Grinsemasken des Establishments so gesund fettarm verfetteten Sportlervisagen wütend ein letztes Mal aus dem Volk geschleudert: Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.
Volker Waldmann
14. Oktober 2016 17:29
Ich denke, die Rechte in der Bundesrepublik hat eine Menge Potential, jene Art von Anziehung zu erzeugen, an die Sie sich in dieser kleinen Episode mit den Hippies erinnern, Herr Meyer. Angesichts des abgeschlossenen „Marsches durch die Institutionen“ der Linken, und ihrer daraus resultierenden Deutungshoheit darueber, was gesellschaftlich anerkannt und was geaechtet ist, kann heutzutage gewissermassen nur noch subversiv sein, wer rechts ist. Im Uebrigen habe ich selbst die Erfahrung gemacht, dass man mit (politisch unkorrektem) Humor die SJW-Blockwarte am besten auf die Palme bringen kann. Es geht hier vor allem darum, diesen Leuten die Maske vom Gesicht zu reissen, sie nicht als die Kaempfer fuer soziale Gerechtigkeit hinzustellen, als die sie sich selber sehen, sondern als die bigotten, rassistischen Spiesser, (hier ist die Verwendung dieses Begriffes durchaus angebracht) die sie sind.
Hinsichtlich einer emotional positiven Setzung seitens der Rechten, der Bereitstellung eines „groesseren, umfassenderen Wohlgefuehls“, sollte die linke „Befreiungsutopie“ sowie die ersehnte „Bunte Republik“ zuende gedacht werden, und als das hingestellt werden was sie sind: Eine Herausloesung des Individuums aus saemtlichen sozialen und kulturellen Zusammenhaengen, die Transformation in eine „Konsummonade“, verwaltet durch den demokratisch nicht legitimerten Superstaat (siehe Bruessel). Hier bietet sich uebrigens meines Erachtens ein „Querfrontansatz“ mit denjenigen Linken, die das Attribut „anti-kapitalistisch“ sowie „demokratisch“ ernst nehmen, und die freundlich darauf hingewiesen werden sollten, das sich eine partizipative Politik nur in nationalem (oder raeumlich noch kleinerem) Rahmen verwirklichen laesst.
P.S.: Ich bitte um Verzeihung fuer die fehlenden Umlaute, aber ich schreibe derzeit von einer englischen Tastatur.
Der_Jürgen
14. Oktober 2016 17:50
@Pirmin Meier

Herrgott, begreifen Sie denn als hochintelligenter Mensch denn nicht, dass wir mit dem operieren müssen, was wir haben? Vor die Wahl zwischen Grippe und Aussatz gestellt, wähle ich die Grippe. Sie möchten gerne einen anderen Trump. Den möchte ich auch gerne, aber das kriegen wir nicht einmal zu zweit hin bis zum 8. November, selbst wenn uns Lichtmesz und Meyer nach Kräften helfen.

Natürlich macht Petry mindestens ebenso viele Konzessionen wie Le Pen. Als AFD-Chef sähe ich lieber Björn Höcke. Aber ich kann nicht bewirken, dass er dort Chef wird, und wähle deshalb Petry als unvergleichlich kleineres Übel im Vergleich zu Merkel oder Claudia Roth.
Der_Jürgen
14. Oktober 2016 18:03
@Annemarie Paulitsch

Das 20. Jahrhundert kennt zwei Märtyrervölker - die Deutschen und die Russen. Wenn diese beiden Völker zusammenarbeiten, sind sie unbesiegbar. Darum versuchen die Mächte der Finsternis nach wie vor, eine Zusammenarbeit dieser beiden Völker zu verhindern.

Das begriff Rudolf Steiner schon vor mehr als einem Jahrhundert. Aber hier ist Kollege
@Gustav Grambauer

wohl eher befugt als ich, sich zu Wort zu melden.
Curt Sachs
14. Oktober 2016 19:13
Die geschilderte Hippieszene finde ich abstoßend. Solche arroganten und solipsistischen Schnösel wie diese "Horde Hippies" würde ich mir ungern zu Vorbildern nehmen, auch wenn ihr Verhalten den jungen Meyer zu Beginn der 70er-Jahre beeindruckt haben mag.

Anmerkung LM: Lassen Sie mich raten - SIE waren jener ältere Herr mit dem Spazierstock?
Andreas Walter
14. Oktober 2016 19:30
Ja klar fühlt es sich gut an. Auch wenn man dafür von vielen gehasst wird.

Doch diese Rolle kann man glaube ich nicht erlernen, man wird in sie hineingeboren. Weil man sie mit jeder Faser seines Seins erfüllen, verkörpern, leben muss. Dafür wie gemacht, wie dafür geschaffen worden sein muss. Das kann nur einer, der an der Richtigkeit seiner Gedanken und Überzeugungen nicht zweifelt, einer/eine der/die sich seines/ihres Selbst sicher ist. Wenn so jemand mit seinen Vorstellungen dann bereits den Punkt verkörpert, das Ziel, das auch die Mehrheit sucht, wird er zum Anführer.

Der von dem ich spreche, vielleicht ist es aber auch eine sie, wird jedoch wie keiner/keine sein wie alle, die es bereits versucht haben. Gut möglich aber auch, das er/sie gar nicht aus Fleisch und Blut ist, sich jedoch trotzdem manifestieren wird, sobald die Welt dazu bereit, reif ist. Diesen Geist zu unterstützen macht einfach unglaublich viel Spass, auch wenn er einen immer wieder vor schier unlösbar erscheinende Probleme stellt. Doch nur so entwickelt sich ja auch jeder für sich, und darum eben auch die Menschheit als Ganzes, und um nicht weniger geht es ja. Um eine Vision, eine Zukunft für die ganze Welt, in der aber dazu nicht alle Individualität und Eigenart platt gemacht, egalisiert werden muss. Eine perfekte Mischung zwischen Egoismus und Altruismus, zwischen Gemeinem und Eigenem, zwischen Freiheit und Pflicht, Arbeit und Spiel, Spass und Ernst, Abhängigkeit und Unabhängigkeit.

Der Schlüssel dazu ist Kommunikation, Fluss, der Rest ergibt sich von selbst. Denn die Gesetze der Evolution sind auf allen Ebenen die Gleichen, im Geistigen daher wie im Materiellen. "Es" macht daher, schon die ganze Zeit.

Das ist daher die frohe Botschaft. Das alles gut wird, egal wie oft wir uns dabei auch noch verlaufen. Trotzdem steuert alles auf nur ein Ziel zu, und keine Macht der Welt kann das aufhalten. Nur beschleunigen, doch das funktioniert nicht mit Gewalt, sondern nur durch Liebe. Denkt dabei einfach an die Kathedralen des Mittelalters, deren Vollendung nicht jeder daran Beteiligte miterleben durfte.

Ja, auch mich rührt der Gedanke zu tränen, dabei eventuell, sogar mit ziemlicher Sicherheit, nicht mehr dabei sein zu können. An dem, was sich aber bereits jetzt schon am Horizont abzuzeichnen beginnt.
Martin Lichtmesz
14. Oktober 2016 20:03
wenn Lichtmesz in einem sonst brauchbaren Aufsatz im Heft „Sezession“ schreibt „Auch wenn die AfD noch keinen Trump und keine le Pen hervorgebracht hat“… Was soll das heissen? In der Geistes- und Politgeschichte Deutschlands gibt es Hunderttausende, für die der Vergleich mit Trump und le Pen eine Beschämung wäre.

Na, Sie sind mir ein Scherzkeks.. das ist doch glasklar, was es heißt: Wenn wir wenigstens einen Trump oder eine Le Pen hätten, wären wir schon um einiges weiter als jetzt. Sie können sich ja derweil vom Weihnachtsmann oder Wallvater einen Bismarck oder einen Staufferkaiser wünschen. Zudem hatte ich vorher lang und breit beschrieben, wie sich in den USA die Polarisierung um Trump kristallisiert und damit einen enormen Windwechsel angestossen hat. Das ist der Kontext. Davon ist Frauke Petry noch weit entfernt.
jak
14. Oktober 2016 20:24
http://therightstuff.biz/content/images/2016/09/esoteric-kekism-4.jpg
Curt Sachs
14. Oktober 2016 20:40
@LM:

SIE waren jener ältere Herr mit dem Spazierstock
Benimm ist immer unmodern.
Hühnerbaron
14. Oktober 2016 20:50
Ein wunderbarer Artikel. Jede offene Subversion, jeder feine Scherz auf Kosten der Herrschenden gibt den anderen, die sich in ihrer Vereinzelung ohnmächtig fühlen, Kraft nicht aufzugeben. Und wie langweilig müssen sich die Linken fühlen, die dachten, sie hätten den attraktiven "Outlaw" Status gepachtet, jetzt wo der Marsch durch die Institutionen geschafft ist und die Deutsche Jugend wieder gründlich abgerichtet täglich beflissen zum Appell unter der Regenbogenflagge antritt?
Uns öffnet sich hier eine Chance, die ich mir nie träumen ließ, Rebell auf der richtigen Seite sein zu dürfen, statt als Schaf mit der Herde zu blöken. Auf welcher Seite stände man lieber?
We few, we happy few, we band of brothers;
Caroline Sommerfeld
14. Oktober 2016 21:11
dass zum Beispiel die Mitarbeiterin Caroline Sommerfeld sich nach dem amerikanischen Philosophen Richard Rorty orientiert, wobei freilich von deren Bekenntnis zu einem „Lieblingsphilosophen“ nichts zu halten ist.

Deswegen ist ja auch autobiographisch-historisierend beschrieben, daß ich damals, Anfang zwanzig, in Kategorien wie "Lieblingsphilosoph" gedacht habe, und eben Rortys Dichotomie von "Ironie" und "Solidarität" nur auf der Ironieseite auszufüllen verstand, an der moralisch geforderten "Solidarität" allerdings schon damals scheiterte.
In der Gegenwart angekomen, muß ich mich von meinem einstigen "Liebling" wohl verabschieden, denn dessen "postmodern-liberal-bourgeoise" Zweiteilung der Welt in ästhetische Selbstvervollkommnung (für die Rorty Foucault, Nietzsche und Sartre hernimmt) und politische Ausweitung der Wir-Intentionen auf die Menschheit (dafür standen Marx, Dewey, und diverse amerikanische Schriftsteller z.B. Judith Shklar) ist vollkommen untauglich für die Lage 2016. Politik braucht Ästhetik und amoralischen Habitus, und die "Wir-Intentionen" dürfen und können sich nicht auf die Menschheit erstrecken.
Rumpelstilzchen
14. Oktober 2016 21:59
Diese Kommentarspalte fühlt sich aber gar nicht gut an.
Herr Pirmin Meier ist ganz schön auf Krawall gebürstet. Welche Laus ist ihm über die Leber gelaufen ?

Ich bin für Trump, weil sein Großvater aus Kallstadt in der Pfalz kommt und weil er für die Katholiken kämpft :
http://www.kath.net/news/57044
Das hat Bismarck nicht getan.
Und für Frauke Petry bin ich, weil sie "dämonenhaft schön" ist. Und die "Schönheit wird die Welt retten" ( Dostojewskij)
http://meedia.de/2016/03/24/daemonenhaft-schoen-frauke-petry-interview-sorgt-fuer-unmut-in-der-bunte-redaktion/

Und warum soll man sich nicht zu einem Lieblingsphilosophen bekennen ?
Mein Lieblingsphilosoph ist Bob Dylan . Der hat sogar den Nobelpreis bekommen.
Da kann Trump auch Präsident werden.
Oder meinen Sie nicht, Herr Meier ?
Ralf
14. Oktober 2016 22:48
Ach Herr Meyer,
warum leiten Sie Ihren Artikel mit einer kritischen Bewertung einer Einflussnahme auf die fühlende Masse ein, wenn Sie eben diese selber beabsichtigen? Wollen Sie tatsächlich auch die Masse als Masse, d.h. unter Umgehung ihres individuellen kritischen Verstandes, für die Anliegen des widerständigen Milieus gewinnen? Wie ernst nimmt man dann den Einzelnen noch? Und ist das noch "Sezession"? Wenn nicht argumentativ überzeugt, sondern auf unbewussten Ebenen beeinflusst wird, ist das Zauberei.

Muss ein rechtes, größeres und umfassenderes Wohlgefühl ostentativ zur Schau gestellt werden? Ist es nicht gerade die Nüchternheit, die Abwesenheit der Pose und die Echtheit die, das Argument begleitend, überzeugen können? Wer könnte denn unverkrampfter, lockerer, ungenierter und unbekümmerter sein, als der, der sich der Richtigkeit seiner Position bewusst ist

Und selbstverständlich ist der Mann des Arguments auch emotional. Vielleicht hat er bis zur Findung seines Urteils mehr gelitten, als die Gegenseite sich je freuen könnte.

Zu was soll dann abschließend in den letzten beiden Absätzen aufgerufen werden? Jeder von uns hat sicherlich irgendwann in seinem Leben eine helle Freude an der Verhöhnung von Autoritäten gehabt. Aber lassen wir uns nicht täuschen: An diesem Punkt erhebt die Ursünde ihr Haupt und fragt: Sollte Gott gesagt haben? Auch wenn es hier um menschliche Ordnungen geht, sind wir im Moment doch nicht in der Situation mehr Anarchie zu fordern, oder?
Karsten
14. Oktober 2016 23:06
@Rumpelstilzchen

Wenn es um die Bedeutung des Literaten für die Masse geht, dann hat Bob Dylan sicher den Literaturnobelpreis verdient. Bin ein großer Fan vom Robert Zimmerman. Allerdings muß ich auch gestehen, dass fast ausnahmslos die Cover seiner Lieder besser sind als die eigenen Interpretationen. Insofern bleibt vor allem die Bedeutung als Writer und weniger als Singer oder Interpret.

Passend zum Thema (sich selbst nicht zu wichtig nehmen) womöglich sein bester Song (zumindest nach meinem Empfinden) und einer der wenigen, wo kein Cover existiert, das besser ist:

https://www.youtube.com/watch?v=RaTmB-EyXb0
Winston Smith 78699
14. Oktober 2016 23:09
OT Alarm: die Medien (RTL hat jetzt angefangen) bauen jetzt eine Geschichte vom "Pädophilenring von Rechtesxtremisten" auf. Ich kenne diese Art von den SPD-Leuten: unter die Gürtelline, wenn irgendwas entfernt so auslegbar ist. Und wenn es gar nichts gibt, was man halb oder falsch erzählen könnte, dann wird einfach erfunden. Auf der Schiene können die JEDEM was unterjubeln und jeden Beliebiges wegsperren.
Meier Pirmin
14. Oktober 2016 23:51
@Rumpelstilzchen. Es wäre wohl nicht schlecht, in Schnellroda oder wo auch immer ein philosophisches Kabarett mit Ihren Ideen zu machen. Fühlen Sie sich bitte nicht krawalliert. Der von @Dietrich Stahl angesprochene Humor und Witz müssten jetzt in den Einsatz kommen, zumal wir hier, wie -derjürgen festgestellt hat, die US-Wahlen nicht entscheiden können. Ich erhalte seit 8 Jahren elektronische Post aus dem Verteiler von Sarah Palin. Zu denken gibt mir, wie die ihrerseits lustige und geistvolle Amerikanerin Phyllis Schlafly, vgl. noch www.portal-der-erinnerung.de trotz Bedenken gegen Trump sich noch kurz vor ihrem Tod für ihn ausgesprochen hat.
Michael Schlenger
15. Oktober 2016 01:22
An Pirmin Meier:

Danke, dass Sie hier als Schweizer den deutschen Landsleuten in die Parade fahren, die eine allenfalls geisterbahntaugliche Figur wie Trump auch nur eine Sekunde für satisfaktionsfähig halten.

Es geht nicht um das kleinere Übel vs. Clinton, Hollande oder Merkel, sondern um die eklatante Unfähigkeit der konservativen Opposition, ein echtes Politikertalent und einen aufrichtigen Charakter ins Feld zu führen.

Bei der Gelegenheit möchte ich außerdem Ihrer Kritik an der Maas-Eichmann-Gegenüberstellung in der jüngsten Ausgabe der "Sezession" beipflichten.

Frage mich, was man mit dieser Invektive auf Pennälerniveau erreichen soll. Die ständige Bezugnahme auf längst historische und für das aktuelle Geschehen irrelevante Figuren aus 12 Jahren deutscher Geschichte bringt rein gar nichts.
Dietrich Stahl
15. Oktober 2016 01:25
@Caroline Sommerfeld
Werte Frau Sommerfeld, Ihr Dialog mit H über den Verlust des Eigenen wurde mehrfach in diesem Diskussionsstrang angesprochen. Wohl auch deshalb, weil es hier thematische Resonanzen gibt.

Es gibt Begriffe, die kurz vorm Verschwinden von der diskursiven Bildfläche sind: das ´Eigene/Eigentliche/Substanz´, dann ´Volk, Heimat, Nationalstaat´, und konkreter: ´Deutschsein´.


In dem zitierten Satz verwenden Sie die Hilfsverb-Form „sind“. Wenn Sie stattdessen „Verschwinden“ mit „Scheinen“ verbunden hätten, wäre Ihr Satz die Darstellung einer Tatsache gewesen. In der Original-Form ist er das für mich nicht.

Anders ausgedrückt: Es scheint vielleicht so, dass die genannten Begriffe verschwinden. Aber es ist nicht so.

In Ihrem Artikel beschreiben Sie detailliert, wie seit 1945 im besiegten Deutschland „Sowjetmarxismus“ und „amerikanische Reeducation“ den „Großen Austausch“ der Begriffe betrieben – mit den heute zu besichtigenden Folgen.
Es drohen nicht nur die Begriffe zu verschwinden, sondern auch das, was sie bezeichnen.

Konkret: Das „Deutschsein“ ist existenziell bedroht.

Provokation: Gut so!

Denn die Deutschen haben eine Aufgabe zu erfüllen.

Nur wenn die Fußsohlen in die Nähe des Höllenfeuers geraten, bewegt sich der Mensch Richtung Himmel.


Die Bewegung ist gut zu sehen.
Es werden immer mehr, die dem Deutschsein dienen wollen und ihm bereits dienen. Auf allen Ausdrucksebenen. Nur ein paar Beispiele:

Intellektuell: Neue Rechte
Politisch: AfD
Intellektuell und politisch: Identitäre Bewegung
Protestbewegung:
- Pegida, Legida, Bärlida …
- Montagsdemos
- Compact Magazin
- „Merkel muss weg“-Demos
- Mass wurde aus Sachsen verjagt
- Proteste gegen Ausländer Gangs in Bautzen
- 3. Oktober Dresden
Medien: Sezession, Compact, Junge Freiheit plus Web-Medien
Kulturell: Deutsche Musik. Hier ist das Spektrum bereits sehr breit:
Musiker vom Mainstream aller Stilrichtungen bis zu Skinhead- und deutsch-nationalen Bands und einer jüngeren Richtung – Neofolk.
Gerade Neofolk ist für mich ein Ausdruck von Rück-Besinnung, verbunden mit heutigen Ausdrucksformen.

Der Mensch neigt dazu, den Wald vor lauter Bäumen nicht zusehen.

Meine Überzeugung ist es, dass die Talsohle des deutschen Niederganges durchschritten ist.

Der Wind hebt an zu wehen.

Die herrschende Junta spürt, wie der Wind, der ihr um die Nase weht, kräftiger wird. In den Talkshows kann man sie den Angstschweiß von den Stirnen wischen sehen.

Wir haben Grund, guter Dinge und frohen Mutes zu sein.

Mehr Humor!
Pit
15. Oktober 2016 03:58
Wie ich immer sage: warum sollte das Ethno-Identitäre rechts sein? Was hat ethno-identitär zu tun mit anti-Moderne, anti-progressiv,
Autoritarismus oder für was auch immer "rechts" stehen solle? Ethno-identitär bedeutet, mit denen eine Gruppe bilden zu wollen, welche die selbe ethnische Identität haben. Über "politische" Positionen ist damit nichts gesagt. Wiederum mich wiederholend, verweise ich auf Greg Johnsons Idee der kulturellen Hegemonie der Weißen Interessen: in der Weißen Republik mag nicht weniger über politische Fragen gestritten werden als in heutigen welstlichen Ländern. Nur eben ist allen streitenden Parteien doch gemeinsam, daß alle für Weiße Interessen stehen.
Meier Pirmin
15. Oktober 2016 06:55
@Pit. Der Begriff "Weisse Interessen" ist staatsrechtlich wohl undurchdacht und auch metaphysisch untauglich. So würde man auch in Australien nicht argumentieren, wenn es bloss darum geht, in Sachen Zuwanderung Schaden von einem Land abzuwenden.
Annemarie Paulitsch
15. Oktober 2016 07:45
@Rumpelstilzchen:
"Und warum soll man sich nicht zu einem Lieblingsphilosophen bekennen
Mein Lieblingsphilosoph ist Bob Dylan. Der hat sogar den Nobelpreis bekommen."

Und meine Lieblingsphilosophen sind die Böhsen Onkelz und die werden mit Sicherheit nie einen Nobelpreis bekommen.
Der_Jürgen
15. Oktober 2016 08:27
@Dietrich Stahl

Sie weisen auf die positiven Entwicklungen der letzten Zeit hin. Gut so; ich tue das bei der Diskussion mit Berufspessimisten auch regelmässig. Allerdings muss ich diesen Berufspessimisten insofern recht geben, als das Ausmass des Widerstandes längst nicht dem entspricht, was man angesichts der offenkundigen existentiellen Gefährdung des deutschen Volkes erwarten müsste.

Dies ist nicht nur in Deutschland so. In Schweden, wo bis vor kurzem eine noch wahnsinnigere Einwanderungspolitik betrieben wurde als in der BRD, gibt es auch noch sehr wenig Widerstand. Immerhin, als kürzlich eine schwedische Rollstuhlfahrerin in einem Asylantenheim von einer Horde Kulturbereicherer stundenlang misshandelt und vergewaltigt wurde, griffen ca. 100 erboste Schweden das Heim an. Vorboten eines nationalen Erwachens oder ein letztes Aufbäumen der letzten Mohikaner? Die Zukunft wird es weisen.

Der Fall Schweden ist besonders furchterregend, weil man das schwedische Volk nicht mit Sünden seiner Vorväter moralisch erpressen kann wie die weissen Amerikaner (Sklaverei), die Franzosen und Briten (Kolonialismus) oder die Deutschen (NS-Verbrechen, deren Ausmass wissenschaftlich zu untersuchen ihnen unter Androhung hoher Strafen verboten ist). Offenbar reicht schon das Zauberwort "Rassismus", um ein Volk so zu paralysieren, dass es sich selbst aufgibt und seinen Untergang womöglich noch bejubelt ("Hurra, unser Land wird immer bunter").

@Michael Schlenger

Sie beklagen das Unvermögen der amerikanischen Rechten, einen Kandidaten zu präsentieren, der glaubwürdiger ist als Trump. Vergessen Sie nicht, dass Trump nur dank der Tatsache, dass er finanziell unabhängig und nicht von der Unterstützung gewisser Gruppen abhängig ist, überhaupt Präsidentschaftskandidat mit realen Siegesschancen werden konnte. Und wer es zum schwerreichen Krösus schafft, dürfte kaum zimperlich in der Wahl seiner Methoden sein. (Vielleicht war Henry Ford eine Ausnahme; ich weiss es nicht.)

Ein moralisch tadelloser Milliardär als Präsidentschaftskandidat ist also ein frommer Wunschtraum.

Wenn Sie eine Stunde Zeit haben, sollten Sie sich Trumps Rede vom 13. Oktober anhören.

https://www.youtube.com/watch?v=9t40u13GZVc

Dann werden Sie wohl von Ihrer Behauptung abrücken, Trump sei "kein echtes Politikertalent".

Volle Zustimmung zum Schluss Ihres Kommentars!
Meier Pirmin
15. Oktober 2016 08:35
@Winston Smith. Da wir hier nicht die amerikanischen Wahlen entscheiden müssen, welche bekanntlich Bannerträger der veröffentlichten Meinung mit Weltrettungsphantasien erfüllen, auch nicht die "dämonische Schönheit" der Frauke Petry erörtern, glaube ich, dass wir bei Ihrem Hinweis auf den angeblichen oder wirklichen "Pädophilenring der Rechtsextremisten" eher dort sind, wo die Analyse wieder Relevanz gewinnen könnte. Jedenfalls liegt es hier näher, den Durchblick zu gewinnen als bei den Problemen der amerikanischen Konservativen auf dem Weg zu ihrem selbstverschuldeten Abstieg.


In Sachen Uwe Böhnhardt muss natürlich das endgültige Untersuchungsergebnis im Zusammenhang mit dem Mord an Peggy abgewartet werden. Ist ein Analysefehler wirklich ausgeschlossen? Wenn Nein, stellt sich die Frage: Kann Uwe Böhnhardt und wohl auch der andere Uwe, von der Zschäpe mal zu schweigen, im Ernst als politischer Täter eingeschätzt werden? Erfüllt er, von den Anforderungen her, über die Schmach und Schande des Tötens hinaus, das politische Profil eines Terroristen? War er, über das krass Kriminelle hinaus, je eine Gefahr für die Bundesrepublik Deutschland? Hätte man ihn und seinesgleichen in rechten Organen publizieren lassen, allenfalls - bei veränderten Verhältnissen - bei einer AfD-Mehrheit in Frankfurt in der Paulskirche reden lassen oder ihn wie RAF-Leute als Theatermitarbeiter eingestellt oder als persönlichen Mitarbeiter im Parlament? Die absurden Fragen stellen, heisst sie beantworten. Sowohl bei der politischen Analyse des auf eine spezielle Weise terroristischen Charakters der SS ("anständig geblieben", Heinrich Himmel in Posen, typisch für den Tugend-Terrorismus) als auch bei dem anders gearteten individuell terroristischen Charakter der RAF und wohl selbst bei Al Kaida und IS erhärtet sich der Eindruck, dass die Leute von der NSU politisch und wahrscheinlich auch militärisch die Ansprüche, die an politische Terroristen gestellt werden, nicht erfüllten. Ein Muhammed Atta zum Beispiel musste in Sachen Disziplin, taktischem und strategischem Denken, hohen Ansprüchen genügen, über technische Intelligenz verfügen und angemessene Korankennntnis. Er erfüllte politisch und technisch die Anforderung an einen Terroristen und war im Gegensatz zu Böhnhardt mit Sicherheit kein Grundschulrepetent. Hingegen erhärtet sich der Verdacht, dass die Organisation "Nationalsozialistischer Untergrund" trotz des politischen Namens die Anforderungen an eine konsistente politisch-terroristische Organisation mit ausgebildeter reflektierter Ideologie nicht erfüllte und politisch zu keiner Zeit als Bestandteil selbst der extremistischen deutschen Rechten ernst zu nehmen war. Es scheint, bis zum Beweis des Gegenteils, auch nicht einen mit der RAF vergleichbaren "Sympathisantensumpf" gegeben zu haben. Undenkbar auch, dass bei diesen Leuten analog zu Sartre und Dario Fo bedeutende Denker der europäischen Rechten diese Täter wenigstens als verirrte Helden der eigenen Sache je hätten ernst nehmen können. Auch darf man einen sich erhärtenden konkreten Triebtätercharakter zum Beispiel von Böhnhardt nicht mit der permissiven pädophilenfreundlichen Sexualbefreiungsideologie der Frühgrünen verwechseln. Ein Böhnhardt war im höchsten Grade, sofern sich das mit Peggy bestätigt, kriminell gefährlich, politisch jedoch - bis zum Beweis des Gegenteils - nahe am Analphabetismus. Einen wie Böhnhardt als "rechts" zu bezeichnen, dient hauptsächlich der Diffamierung der realen Rechten und ist allenfalls zu diesem Zweck sinnvoll. Dabei zeigte sich jedoch eine ähnliche Problemlage beim Massenmörder Anders Breivik heikler. Dieser steht tatsächlich im Verdacht, ein gravierender auch politischer Krimineller zu sein. Bei einem Minimum an verbleibendem Ehrgefühl wäre er indes längst nicht mehr am Leben.


Um es zusammenzufassen: Sollte sich die Kriminalspur Böhnhardt - Peggy bestätigen, geht die Analyse des Täters stärker in Richtung des rein Kriminellen bei Minderbewertung der politischen Dimension, die jedoch nie ganz verschwindet.
Rumpelstilzchen
15. Oktober 2016 08:42
Ritter Fips und die Jungfrau

Bei jedem Wetter, auch beim Sturme,
rief man es mehrmals laut vom Turme:
»Hört, Leute, was wir euch verkünden:
Fips will eine Familie gründen!
Drum wünscht und hofft er, daß in Bälde
sich eine Jungfrau bei ihm melde!«

Es hub ein Suchen an und Spähen,
doch keine Jungfrau war zu sehen.
Die einzige, die man gefunden,
wurd’ grad von einem Kind entbunden.

Schlußfolgerung:
Will jemand eine Jungfrau frein,
darf er nicht so penibel sein.

Heinz Ehrhardt

@Michael Schlenger

Daumen hoch für Ihren Beitrag

Es geht nicht um das kleinere Übel vs. Clinton, Hollande oder Merkel, sondern um die eklatante Unfähigkeit der konservativen Opposition, ein echtes Politikertalent und einen aufrichtigen Charakter ins Feld zu führen.


Auch ich hoffe darauf, dass es noch holde Jungfrauen gibt, sprich, dass echte Politikertalente und aufrechte Charaktere ins Feld geführt werden können....
das fühlt sich nämlich einfach gut an !
Meier Pirmin
15. Oktober 2016 09:06
@An die mit den Lieblingsphilosophen. Am wichtigsten scheinen mir als ehemaligem Lehrer der Philosophie diejenigen Denker, die einem unangenehm werden können.
Winston Smith 78699
15. Oktober 2016 10:59
@ Meier Pirmin

Ausgangslage:

1) Der Fall NSU ist so was von undurchsichtig und komplex, dass man eigentlich nichts mehr Vernünftiges darüber sagen kann.

2) Der Fall Peggy ist so was von undurchsichtig und komplex, dass man eigentlich nichts mehr Vernünftiges darüber sagen kann. (Über den Fall wurde sogar der Film "Das unsichtbare Mädchen" gedreht.) Da wurde schon einmal ein Täter erfunden. Schon einmal wurde jemand Unschuldiges vorgeschoben: vor was?

3) Pädophilie ist ist ein Tabu, mit dem man die Bevölkerung gegen Personen oder Gruppen aufwiegeln kann. Es gibt da einen sehenswerten jüngeen Film, der heißt "Die Jagd".

4) Nichts leichter als ein Verdacht auf Pädophilie. Nichts leichter als ein paar aufgespielte Dateien und gar noch eine Adressenliste auf eine Festplatte - oder überlegen Sie mal selbst, was alles man in diese Richtung auslegen könnte: einen harmlosen Scherz gegenüber Jugendlichen, eine nette Geste gegnüber einem Kind, die Freude daran, einem Kind etwas beizubringen ... Männer stehen aus biologischen Gründen auf junge Frauen und schauen sich diese eben gerne an, und Frauen und Homosexuelle auf junge Kerle, auch in der Videothek oder im Internet - Sieht man Jemandem aber den Geburtstag an? Ich war mal als Beobachter in einer Verhandlung, in welcher der wegen einer Lappalie Angeklagte vorgestellt worden ist als wegen "Kindesmißbrauchs" vorbestraft. Sofort spürte ich Aversion. Erst nach der Verhandlung erklärte mir jemand: der Angeklagte war da über 18, seine Freundin noch nicht; hatten Krach; Anzeige durch die Furie. Die vor dem Gesetz minderjährigen Mädels suchen sich nunmal gerne einen mit Führerschein. Die Gesetzeslage, dass zwei Jugendliche zwischen ihren 18ten Geburtsstagen den Geschlechtsverkehr einstellen müssern, war natürlich merkwürdig, aber im Regelfall unerheblich. Etwas ganz anderes ist es aber dann, wenn die Presse jemanden fertigmachen will.

5) Nichts leichter als ein fallengelassnes Stückchen Stoff. Noch dazu, wo irgendwo in einem Wald plötzlich was gefunden wird. Wer weiß, in welchen Waldstückchen noch was von Peggy liegt und seiner Verwendung harrt? (Redundanz: möglicherweise wird ja ein "Fundort" durch echte Schwammerlsucher zur Unzeit zerstört.)

Ein Angstregime kann diese Faktoren wunderbar benutzen, um eine Bedrohungslage zur Einschüchterung aufzubauen: verhalte Dich Still, oder wir machen den Böhnhardt mir Dir. Lesen Sie sich mal in die Fälle der beiden ermordeten Kinder vom Sommer 2015 ein, oder lieber nicht - da wird einem übel. Leider kommen wir mit einer Ermahnung, nichts zu glauben, bei den Medienkonsumenten nicht gegen die Propaganda an. Letztere ist schon - das hat unser Regime den vorigen voraus - so gemacht, dass man die Inszenierung schwer merkt. Da werden vorsichtige Fragen gestellt (am besten eigeführt als aufgekommene Gerüchte) und wird überrascht getan und sich dummgestellt so lange, bis der Zuschauer selbst den erwünschten Schluß gezogen hat und eigentlich nur noch auf die Auflösung wartet, und die braucht man dann gar nicht mehr allzu deutllch sagen, ja kann sich gar noch scheinbar skrupulös winden. Beschäftigung mit Trickbetrügerei (Con-Games) und Bühnenzauberei (Illusionismus) kann helfen und ist an sich interessant, auch aus Gründen der Strategie.
Daswarja Allesganzanders
15. Oktober 2016 11:07
@Rumpelstilzchen

Habe mal ein gewisses Buch gelesen, in dem ausführlich und nachvollziehbar erklärt wird, wieso in diesem parlamentarischen Parteien-System kein großer Staatsmann auftreten kann. Erstens werden große, starke Männer von der Masse nicht erkannt und sie erhalten auch keine Sympathie. Desweiteren werden die entscheidenden Posten von kleingeistigen, mittelmäßigen Berufspolitikern abgeschirmt. Es wird alles den Bach runtergehen. Es ist lächerlich, heute noch Hoffnungen zu pflegen. Was für einen niedrigen Anspruch an die Welt und Menschheit muss man da haben.
Dietrich Stahl
15. Oktober 2016 11:13
@Caroline Sommerfeld
Werte Frau Sommerfeld, Nachtrag zum Beitrag etwas weiter oben:

Sleipnir – Deutschland, mein Land
https://www.youtube.com/watch?v=WdLi4XLzMZY

Anett – Eine Rose für Deutschland
https://www.youtube.com/watch?v=sVz1CWcxb3o

Bube Dame König – Kein schöner Land
https://www.youtube.com/watch?v=zMOuTVwfXDE.

Tragisches Schicksal oder Geschenk?

In Ihrem Sezessions-Artikel sprechen Sie einen Wesenszug des Deutschen an:

´die Uneinigkeit der Volksgemeinschaft´… ´in sich inhomogen und konfliktbeladen´



Götz Kubitschek drückt es in seiner Rede zum 3. Oktober so aus:

Wir begehen heute den Tag der Deutschen Einheit als ein Volk, das in sich uneins ist.

Die Uneinigkeit in unserem Volk ist fundamental, sie ist kaum überbrückbar, …



Diese Uneinigkeit, diese innere Zerrissenheit wird früh reflektiert: In den Mythen um den schon im Namen zerrissenen Hermann/Arminius und um Siegfried.

Die Volksfeinde haben schon immer diese deutsche Spaltung bewusst befördert.
Die Geschichte zeigt unzählige Beispiele.

http://www.freiheit-wahrheit-verantwortung.de/deutschland/die-deutsche-frage/

Nach der deutschen Niederlage 1945 schalteten sie ein paar Gänge höher. Jetzt sollten „Nägel mit Köpfen“ gemacht werden.

Zuerst einmal wurde die Spaltung vervielfacht. Ausdruck davon war die Teilung Deutschlands, die sich in der europäischen Spaltung und dem Ost-West Konflikt bzw. dem kaltem Krieg spiegelte.

Werte Frau Sommerfeld, Sie schreiben:

Daher nimmt es dann nicht länger wunder, wenn in der Nachkriegszeit aufgewachsene Menschen offensichtlich mit den Diskursen ihrer frühen Kindheit komplett gebrochen haben: Sie sind komplett gebrochen worden.


Ihr obiger Satz erinnerte mich schlagartig an das unsäglichen MK Ultra Programm. Das „Brechen“ betraf nicht nur den Einzelnen. Das deutsche Volk wurde dieser Programmierung unterzogen:

Bewusste, kalt berechnete Traumatisierung durch brutale Gewalt.

Ehrenburg und Konsorten wussten genau, was sie taten. Die Massenvergewaltigungen deutscher Frauen, die Gräuel, die der deutschen Bevölkerung angetan wurden, das Verhungern deutscher Soldaten in den KZs der Alliierten …

Die Folge war eine Multiplizierung der deutschen Spaltung. In multiple Persönlichkeiten des Gruppenbewusstseins – Rückzugsgebiete für die gequälte Psyche.
Dazu kamen dann die „Erzählungen“ der Besatzer, die weitere Rückzugs-Modelle anboten.
Ausgeklügelt.

Die deutschen Deutschlandhasser von heute – nicht Claudia Roth und Konsorten – haben die Traumatisierung ererbt oder sie sind vielleicht erneut inkarnierte Opfer der Traumatisierungen der Nachkriegszeit.
Das könnte eine Erklärung sein für die Depression, Wut, fehlende Lebensfreude …
Und es könnte uns zumindest Verständnis vermitteln. Es sind deutsche Kinder.

Eine Randbemerkung: Deutsche waren führend an der Entwicklung von MK Ultra beteiligt.

Die Deutsche Spaltung.
Was damit anfangen?
Die deutsche Spaltung ist ein einzigartiges Wesensmerkmal der Deutschen. Kein anderes Volk kennt Ähnliches. Andere Völker sind seit Jahrhunderten, vermutlich viel länger, davon fasziniert; und gleichzeitig macht es ihnen Angst. Irgendetwas ist da dran.

Kann es sein, dass die Deutsche Spaltung mit der geschichtlichen Aufgabe des deutschen Volkes zu tun hat? Kann es sein, dass sie die Spannung vermittelt, aus der das deutsche Volk den Dom bauen wird?

Noch ein sehr deutsches Lied:

Wölfe und Raben https://www.youtube.com/watch?v=MgCRr8NTyx
Meier Pirmin
15. Oktober 2016 11:30
@Korr. Der Name des Reichsführers SS wurde oben in "Heinrich Himmel" verschrieben, wiewohl auf denselben im Himmel wohl kaum 72 Jungfrauen warteten. Im Ernst: Um was geht es bei der Analyse des Terrorismus? Im Vergleich zu sogenannter gewöhnlicher Kriminalität steckt immer ein hochgradiger Moralismus dahinter, ein systemischer Bezug, der Vollzugswille zu einem Weltgericht, vgl. die Abhandlung "Freiheit und Terror" von Hermann Lübbe, die u.a. im Reclamband "Praxis der Philosophie" von dem selben Autor publiziert ist. Bestimmend wird dabei das Element der "Propaganda durch die Tat", was beim islamistischen Terror als Delegitimation oder Hilflosstellung des angegriffenen Staates in der Regel funktioniert. Im 19. Jahrhundert war, bei Heinrich Heine, von "bewaffneten Fichteanern" die Rede, die sich "weder durch Furcht noch Eigennutz" einschüchtern liessen. Diese frühe Charakterisierung von nationalrepublikanischen Rechtsterroristen passt zum NSU denkbar schlecht. Die Morde waren schlicht schweinisch, selbst wenn man die Tat an Peggy vorläufig als noch nicht bewiesen annimmt.
Gustav
15. Oktober 2016 11:50
@ Meier Pirmin

Wer bis heute nicht weiß, das es sich bei der Posener Rede Heinrich Himmlers um eine primitive Fälschung handelt, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.

Muhammed Atta war ein mißbrauchter Depp, der vielleicht mit einem Steinwurf ein Gebäude treffen konnte, aber ganz sicher nicht mit einem Flugzeug.

Anders Breivik war Freimaurer, somit ein nützlicher Idiot.

Böhnhardt und Konsorten waren Geschöpfe des "Verfassungsschutzes".
Und DEM ist alles zuzutrauen.

Um es zusammenzufassen: Es ist nicht alles Gold, was glänzt!
Hartwig aus LG8
15. Oktober 2016 12:41
@Lutz Meyer

Sehr guter Text.
Mit einem Einwand:
Sie beschreiben die Szene der Hippies auf dem Rasen und bringen dies als Beispiel für ein humorvolles und dennoch subversives Verhalten. Sie als Kind waren beeindruckt. Umstehende Passanten ggf. amüsiert.

Warum bringen Sie nicht ein Beispiel, was sie von Rechts erlebt haben. Nur eines!
Ich rufe hiermit quasi das Kommentariat dazu auf, ein Beispiel mit Humor (von Rechts) zu bringen; natürlich nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Autors. Mir fällt auf Anhieb keines ein ... und das ist das Problem.
Annemarie Paulitsch
15. Oktober 2016 12:43
Der Jürgen/Dietrich Stahl

Wo bitte erkennen Sie als Optimisten "positive Entwicklungen"? Weil es seit geraumer Zeit vermehrt Proteste gegen die Islamisierung gibt? Dann bedenken Sie aber, daß parallel dazu die Zuwanderung des orientalisch-afrikanischen Geburtenüberschusses anhält und ein Ende nicht absehbar ist, trotz Pegida und AfD.
Vielleicht leben Sie aber gar nicht in der überfremdeten BRD mit ihren stark geprüften Eingeborenen, sondern sonstwo in einer noch heilen Welt, womöglich auf Teneriffa.

Der Jürgen
Ihren Märtyrervergleich Deutschland/Rußland finde ich aber sehr gewagt.
Wo gab es in Rußland Vertreibungen und Massenvergewaltigungen, wo flächendeckende Phosphor-Bombardierungen, wann wurde das russische Reich geteilt, wobei ein Drittel weiterhin besetzt bleibt?
Ostelbischer Junker
15. Oktober 2016 13:57
Ich empfehle allen Kommentatoren und der Redaktion den Blog des Arbeitskreises NSU. Dort erscheinen gerade Zusammenfassungen der geleakten Ermittlungsakten.
Wer sich ausführlich mit dem Fall beschäftigt wird feststellen, dass mit 99 prozentiger Sicherheit keines der Mordopfer durch die beiden Uwes umgebracht wurde. Das Ausmaß an Beweisbetrug ist unglaublich.
Ich hoffe einige von ihnen nehmen sich die Zeit, dort herumzustöbern und sich ein eigenes Bild zu verschaffen. Und nein, ich trage keinen Aluhut, sondern bin Student der Rechtswissenschaften der dort seit knapp zwei Jahren mitliest. Es dauert einige Zeit sich einzulesen, auch weil es so unglaublich klingt.

https://sicherungsblog.wordpress.com/
Der_Jürgen
15. Oktober 2016 14:06
@Annemarie Paulitsch
Das russische Volk hat im 20. Jahrhundert so unsäglich viel mitgemacht, dass es wie das deutsche mit Fug und Recht als Märtyrervolk bezeichnet werden kann:

- 1. Weltkrieg;
- Bürgerkrieg;
- Bolschewistischer Terror mit 15 bis 20 Millionen Opfern (nicht 40 oder gar 60 Millionen, wie Propagandisten oder Uninformierte oft fälschlich behaupten); physische Vernichtung eines Grossteils der Elite.
- Vermutlich rund 20 Millionen Opfer des 2. Weltkriegs (heute wird von 27 Millionen gesprochen, was übertrieben sein dürfte). Ja, die extrem hohe Opferzahl ging teils auf die Politik der eigenen Regierung zurück - rücksichtsloses Verheizen der sowjetischen Soldaten durch Schukow; verlustreiche Evakuierungen der Zivilbevölkerung.
- Unsagbares Elend der neunziger Jahre infolge der volksfeindlichen Politik der damaligen Regierung; infolgedessen Bevoelkerungsrückgang um mehrere Millionen.

Flächendeckende Phosphorbombardierungen und Massenvergewaltigungen seitens der Deutschen gab es in der Tat nicht. Die Russen verloren zwar nicht, wie die Deutschen, ein rundes Drittel ihres Territoriums, aber rund 20 Millionen von ihnen fanden sich nach dem Zerfall der UdSSR über nacht zu Ausländern in den neuen unabhängigen Staaten wieder.

@Gustav
Danke, dass Sie Pirmin Meier, der immer wieder den uralten Ladenhüter der Posener Rede auftischt, in diesem Punkt zurechtweisen. Mir juckten dabei jedesmal die Finger, doch war ich überzeugt, dass die Hausmeister eine Richtigstellung - aus verständlicher Vorsicht - nicht freischalten würden. Aus diesem Grund nenne ich auch hier die Quellen nicht, in denen diese angebliche Rede analysiert wird. Wer sie ernstlich finden will, der findet sie auch.

Die - im Internet auffindbare -angebliche Tonbandaufnahme ist eine offensichtliche Fälschung. Himmlers Vertrauter General Gottlob Berger bezeichnete die Stimme des Sprechenden als "Mischung zwischen Himmler und Hitler". Und warum, bitteschön, hätte Himmler dieser Rede eigentlich aufzeichnen lassen sollen? Um sich selbst in den Augen der Nachwelt zu belasten?

Der "missbrauchte Depp" - wie Sie ganz richtig schreiben - Mohammed Atta konnte nicht einmal ein einmotoriges Flugzeug lenken. Soviel zu seiner "technischen Kompetenz". Wer noch an die offizielle Version der Ereignisse vom 11. September glaubt, der leidet, wie ein gewisser Philosoph sagte, an selbstverschuldeter Unmündigkeit.

Dasselbe gilt für die "NSU"-Räuberpistole. Danke dem @Waldgänger aus Schwaben für seine Wortmeldung.
Dietrich Stahl
15. Oktober 2016 14:11
@Annemarie Paulitsch
Wo bitte erkennen Sie als Optimisten ´positive Entwicklungen´?


Dieser Gesprächsfaden, 15.1016 – 01:25 Uhr:

Es werden immer mehr, die dem Deutschsein dienen wollen und ihm bereits dienen. Auf allen Ausdrucksebenen. Nur ein paar Beispiele:

Intellektuell: Neue Rechte
Politisch: AfD
Intellektuell und politisch: Identitäre Bewegung
Protestbewegung:
- Pegida, Legida, Bärlida …
- Montagsdemos
- Compact Magazin
- „Merkel muss weg“-Demos
- Mass wurde aus Sachsen verjagt
- Proteste gegen Ausländer Gangs in Bautzen
- 3. Oktober Dresden
Medien: Sezession, Compact, Junge Freiheit plus Web-Medien
Kulturell: Deutsche Musik. Hier ist das Spektrum bereits sehr breit:
Musiker vom Mainstream aller Stilrichtungen bis zu Skinhead- und deutsch-nationalen Bands und einer jüngeren Richtung – Neofolk.
Gerade Neofolk ist für mich ein Ausdruck von Rück-Besinnung, verbunden mit heutigen Ausdrucksformen.


Das sind nur einige der „positiven Entwicklungen“, nach denen Sie Fragen.

Ich empfinde mich nicht als Mäuserich, der fleißig in der Milch paddelt.
Vielleicht wäre das ja die angemessene Haltung.
Mein Motto ist eher: „Ein bisschen Paranoia ist ganz gesund.“

Haltung, das auf jeden Fall – damit haben Sie einen entscheidenden Punkt angesprochen.
Der subjektiven Haltung entsprechend gestaltet sich das individuelle Leben – gleich für einzelne Menschen oder Gruppen. Haltung ist zwar nicht der einzige Faktor, aber ein entscheidender.

Wir haben Grund, guter Dinge und frohen Mutes zu sein.
Mehr Humor!



Guter Dinge sein, ein froher Mut und Humor sind für mich nicht gleich Optimismus. Obwohl es vermutlich mehr Optimisten mit diesen Eigenschaften gibt als Pessimisten.
Noch einen ganz praktischer Grund, der für diese Eigenschaften spricht: Sie sind erwiesener Maßen gesundheitsfördernd. Da gibt es – wie für fast alles – Studien.

Bergson trifft es auf den Punkt:

Geben wir dem Möglichen wieder seinen rechtmäßigen Platz: dann wird die Entwicklung etwas ganz anderes als die Verwirklichung eines Programms; die Pforten der Zukunft öffnen sich ganz weit, ein unbegrenztes Feld eröffnet sich der Freiheit.
Meier Pirmin
15. Oktober 2016 15:24
@Gustav. Bin auf Ihre Korrekturen und Wertungen nicht angewiesen. Die Evidenz der Ähnlichkeit von Himmler mit einem Tugendterroristen des 18. Jahrhunderts habe ich mir vor Jahrzehnten schon durch die Lektüre u.a. von Irving angeeignet, der betont, der authentische Verweis auf grosse Haufen von Toten würde sich auf Erfahrungen des 1. Weltkrieges beziehen, was wohl nur bedingt stimmt. Für die Deutung von Posen liegt über umstrittene Fragen hinaus genug Material vor. Im Seminar bei Prof. Lübbe, das der Phänomenologie des Terrors galt, reichte der Nachweis aus, ob Himmler politisch und programmatisch dem Kriterium "repressiver Terror" genüge oder nicht. Die Frage kann aufgrund vorliegenden Materials, unbeschadet von Zweifelhaftem und Fehlinterpretationen, im welthistorischen Sinn bejaht werden. Das wird sich in den nächsten 1000 Jahren kaum ändern. Der Mann bleibt ein Klassiker fürs Lehrbuch. Göring und Speer wussten es gut genug.


Ihre Wertungen von Atta, Breivik und Böhnhardt machen nicht den Eindruck, dass Sie an nüchterner unparteiischer Analyse interessiert sein könnten, die Sie dann auch namentlich verantworten. Für mein Erkenntnisinteresse war freilich wegleitend, dass mich, bei Ungewissheiten im Einzelnen, der Begriff des Tugend-Terroristen interessiert, generell das Terror-Problem, über das sich auch Gerd-Klaus Kaltenbrunner kundig machte. Im Gegensatz zu Andreas Baader, über dessen Vater ich im Zusammenhang mit der Zeitschrift "Weisse Blätter" geforscht habe, hat Böhnhardt die Hürde des Tugend-Terroristen nach den bis jetzt vorliegenden Informationen nicht genommen. Ich sehe auch nicht ein, warum man böswillig DNA von Böhnhardt mit dem Mädchen Peggy in Verbindung bringen sollte. Es bleibt dringend wünschbar, dass diese Geschichten noch geklärt werden. Wer anonym irgendwas rumbehauptet, trägt zur Wahrheitsfindung weniger bei als mit Risiko der Blamage verantwortete offizielle Verlautbarungen.
Dietrich Stahl
15. Oktober 2016 16:10
@Hartwig aus LG8

Ich rufe hiermit quasi das Kommentariat dazu auf, ein Beispiel mit Humor (von Rechts) zu bringen; natürlich nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Autors.


Der Autor der folgenden Zeilen schaut gerne ab und zu Fußball, wie Sport im Allgemeinen.
Ja, klar: Brot und Spiele. Er findet es auch traurig, wie die Kreativität gesunder, kräftiger junger Männer in Fan-Choreographien oder bengalisches Feuer auf den Rängen kanalisiert wird. Die werden für den Widerstand gebraucht!
Aber Hochleistungssport hat auch den positiven Aspekt der Excellenz der Leistungen.
Und drei deutsche Athleten auf dem Treppchen bei der Triathlon WM in Hawaii – und das am 3. Oktober 2016. Das hat schon was.

Hier das Gedichtchen, geschrieben aus Anlass eines Fußball Großereignises vor laaanger Zeit:

Morgensterniade

War ein Mal ein Lederball,
war ein weniges zu prall.
Lederball sprang ein Stück,
aber kam nicht mehr zurück.
Zuschauer nun überall
warten auf den Lederball.
Winston Smith 78699
15. Oktober 2016 18:17
@ Meier Pirmin
Ich sehe auch nicht ein, warum man böswillig DNA von Böhnhardt mit dem Mädchen Peggy in Verbindung bringen sollte. .... Wer anonym irgendwas rumbehauptet, trägt zur Wahrheitsfindung weniger bei als mit Risiko der Blamage verantwortete offizielle Verlautbarungen.

Da muss ich mehrfach widersprechen: Fragen stellen muß erlaubt bleiben. Und seien wir mal bitte nicht naiv - trauen wir dieser Obrigkeit das etwa nicht zu? Und warum ich auf Skepsis insistiere, habe ich doch erklärt: es scheint mir gar nicht darum zu gehen, ob irgendwer faktisch Mörder oder Mißbraucher von jemandem war, sondern um Stimmungsmache (s.o.) und mehr. Ich halte Ihnen zugute: Sie verschlingen höchstwahrschenlich so viele Bücher, dass sie zum fernsehen gar nicht mehr kommen, geschweige denn zu dem Horrorprogramm der BRD. Sie kriegen einfach nicht mit, was hier gerade los ist - und Sie werden auch nicht betroffen sein, wenn der Verdacht auf einen "rechten Pädophilenring" auf jeden Systemkritiker ausgeweitet wird. Glückwunsch, aber versetzen Sie ich mal in unsere Lage! Beispiel: In meiner Email an Wawerka habe ich ihn ganz unbedarft gefragt, ob ich meinen Sohn mitbringen kann, wenn ich einen Ausflug mache und Wawerka dabei besuche. Einfach damit mein Sohn was erlebt und später sagen kann: ich hab den Wawerka gekannt, und mein Papa hat mich dem vorgestellt. Just danach kam diese fiese Kampange auf und mir wird schon bange, dass die da was draus machen könnten. Ich habe nämlich mit rein böswillig instrumentellen Versuchen zum Herkonstruieren einer solchen Anklage, meine Erfahrung. Die haben da keine Hemmungen bei uns, glauben Sie mir das.
Meier Pirmin
15. Oktober 2016 18:43
@_derjürgen. Wie Sie selber mal ausgeführt haben, ist das Gegenteil des Falschen nicht das Wahre. Longerichs Himmlerbiographie, die ich gelesen habe, ist dank einiger guter Kapitel weniger Schrott als die von ihm mitbetreute vierbändige Holocaust-Enzyklopädie,die anerkanntermassen wissenschaftlich ungenügend ist. Ohnehin sollte man keine Begriffe gebrauchen, die erst spät durch eine US-Fernsehserie populär geworden sind und von den Zeitzeugen weder gebraucht noch verstanden wurden. Longerich bringt aber eine ausgezeichnete Bildungsgeschichte Himmlers, die dessen Einschätzung als totalitärer Moralist einer Reinigungsideologie zwar nicht erklärbar, aber besser durchschaubar macht. Posen hätte kritischer dargestellt werden müssen, aber es spricht nichts gegen die entscheidenden Sätze, die Himmler gesagt hat für das Lehrbuch des Terrorismus, seine auch bei anderen Gelegenheiten formulierte Ideologie des terroristischen Anstandes. Eine solche Ideologie ist natürlich schlimmer als das Leben einer politisch verbrämten Räuberbande, an der es wenig zu verteidigen, nichts zu entschuldigen aber wohl noch eine Menge aufzuklären gibt, siehe das Dilemma des Verfassungsschutzes. Was politisch interessiert, ist die politische "Substanz" dieser Kriminellen, die bei Böhnhardt gegen Null ging, bei Mundlos aber doch auf bescheidenem Niveau noch vorhanden gewesen sein könnte. Objektiv würde eine Überführung von Böhnhardt als pädosexueller Täter der These der reinen Kriminalität mehr Gewicht geben, wobei jedoch gerade die Nachkriegsinterpretation des Nationalsozialismus als voll kriminalisierter Täterideologie einer Gruppe mit hoher krimineller Energie einen schubartigen ideologischen Hintergrund zu geben vermag. Rein unpolitisch war in diesem Sinn die Gruppe oder Bande wohl nie (bei Baader-Meinhof gab es auch beide Bezeichnungen). Über den kriminellen Befund hinaus - ob dieser sich etwas mildert oder gar noch verstärkt - muss der politische Befund wenn immer möglich objektiviert werden. Bis zum Beweis des Gegenteils verfügte die genannte Bande bei der Entfaltung ihres Unwesens, bei teilweise ebenfalls schwieriger Beweislage, über kein politisches Netzwerk und sie wollte mit den Morden auch kaum "Propaganda durch die Tat" machen, was mit entsprechender Bekennnerbegeisterung hätte unterstrichen werden müssen. Für die echten und mutmasslichen Opfer sind solche Unterscheidungen allerdings unwesentlich, nicht jedoch für die politische Analyse des Geschehens.
Der_Jürgen
15. Oktober 2016 19:18
Wir Rechten werfen den Linken gerne, und zu recht, vor, dass sie an Faktenresistenz leiden, nach dem Motto: "Wenn die Fakten nicht mit meinen Theorien übereinstimmen, dann um so schlimmer für die Fakten."

Leider ist diese Krankheit augenscheinlich nicht auf die Linken beschränkt. Der verstorbene, von meinem Landsmann Meier hoch geschätze, von mir hingegen zutiefst verachtete Prof. Walther Hofer hielt auch dann noch stur an seiner Version vom Reichstagsbrand, den die Nazis gelegt hätten, fest, als der (sozialdemokratische!) Forscher Fritz Tobias ausführlich nachgewiesen hatte, dass der holländische Linkskommunist van der Lubbe den Brand gelegt hatte (ohne Komplizen; es war also ebenso wenig eine kommunistische Verschwörung wie eine nationalsozialistische).

Im Gegensatz zu Hofer sagte Golo Mann, Tobias' Erkenntnisse seien "volkspädagogisch unwillkommen" (!!!), fügte aber immerhin grosszügig hinzu, falls sie sich nachweisen liessen, werde er, Mann, sie akzeptieren.

Bevor man darüber entscheidet, ob Himmler ein "Tugend-Terrorist" war, muss man in Erfahrung bringen, ob er z. B. die ihm zugeschriebenen Dinge in Posen gesagt hat oder nicht. Hier helfen nur wissenschaftliche Analysen, auf die einer unserer schreibfreudigsten Foristen "nicht angewiesen" ist.

Ganz nebenbei: Es ist ausgesprochen schwer, für Himmler irgendwelche Sympathien zu empfinden, völlig abgesehen von der Authentizität der Posener Rede. Man kann aber sagen, dass er eine Aufgabe erhalten hatte, bei deren Ausführung man zwangsläufig schuldig werden musste - er musste, um die deutsche Kriegswirtschaft in Gang zu halten und die Chancen auf einen Sieg somit zu wahren, aus den ihm unterstellten Sklavenarbeitern herauspressen, was herauszupressen war. Ich wünsche keinem der hier Schreibenden, je in eine solche Lage zu geraten.

Für mich ist die Debatte über Posen, Atta und den NSU abgeschlossen; ich werde auf allfällige Einwänder faktenresistenter Foristen nicht mehr antworten.
Meier Pirmin
15. Oktober 2016 20:21
@Ostelbischer Junker. Wenn Sie die Wahrheit wissen wollen, genügt herumstöbern im Netz nicht, zumal dort in der Regel nur Bestätigungen gesucht werden und die Sache oft zu bequem ist, zu oberflächlich. Falls Sie Rechtswissenschaften studieren, sollen Sie sich nicht scheuen, den tatsächlich ergiebig-problematischen Fall der NSU-Leute furchtlos zum Thema einer Diplomarbeit zu machen und nicht schon auf Anhieb sagen, man käme damit nicht durch. Wer wirklich forscht, kennt die Resultate nicht im voraus. Das würde Ergebnisse bringen, die über das Surfing hinausgehen. @Noch an diejenigen, die mit Himmler kommen. Es gibt keine Ausreden, man muss, wenn man etwas genauer wissen will, selber in die Archive steigen. Kein Zuckerschlecken, es besser zu machen als Longerich. Wenn man ausschliesslich wahre Sätze über Einzelfälle schreibt, gibt es kein Forschungsverbot. Solschenizyn bezeichnete den Positivismus zur Sowjetzeit als Möglichkeit des geistigen Überwinterns.
WederNoch
15. Oktober 2016 22:41
Die Rechte leidet darunter, dass die Zugehörigkeit zu einer "Volksgemeinschaft" durch Hitler und Konsorten ins Groteske überzogen wurde und deshalb (verstärkt durch "Reeducation") nun nur noch negativ assoziiert wird. Ich denke der Aufwand, das wieder geradezubiegen, ist derzeit nicht bewältigbar.

Das ist aber nicht sooo schlimm, es gibt genug relativ unbelastete quasi-Synonyme: Souveränität, Selbstbestimmung, Regionalität, Demokratisierung etc. die man als Utopie füllen kann.

In dieser Hinsicht ist die Rechte sehr gut dran! Sie muss lediglich das heftige Unbehagen der Menschen über den Globalismus (übermächtige Banken und Konzerne, sakrosankte Superreiche, Erosion der ohnehin schwach ausgeprägten Demokratien, Steuerflucht) aufgreifen und Alternativen anbieten. Vor allem muss sie (was sich Dank Burgfrieden abzeichnet, man nehme etwa Roland Tichy und seinen Blog oder Michael Klein, bei den sciencefiles) verhindern, dass Wirtschafts-Ultraliberale die Bewegung für ihre Ziele kapern (Steuern abschaffen propagieren und mehr Freihandel anstreben etc.), denn m.E. ist in Deutschland damit kein Blumentopf zu gewinnen, abgesehen davon, dass diese Ideologie für eine Vielzahl der jetzigen Probleme ursächlich verantwortlich zeichnet.

Die Utopien (das ist extrem wichtig) dürfen aber nicht nur gefühlsduselig gezeichnet sein, sondern müssen (falls jemals die Macht an die Rechte fällt) auch umgesetzt werden können und müssen daher entsprechend durchdacht sein (volkswirtschaftlich, geldtechnisch, machttheoretisch, geostrategisch, taktisch). Lügen und übertreiben verbietet sich! Ein Scheitern würde dem Globalismus den nötigen Schwung geben, um die Nationen ein- für allemal zu zerstören. Die unvermeidliche Pendelrückschwingung muss mittels Erfolg und Vertrauen so gut als möglich abgebremst werden!

Aber wie das positiv kommunizieren? Das ist eigentlich nicht so schwierig, denn da die Linken sich gendergerechten Toiletten, Frauenquoten und "Flüchtlingen" zugewandt haben, haben sie uns den "sozialen Raum" Deutschland besenrein zurückgelassen und wir müssen ihn nur in Besitz nehmen.

Das Mitleid mit "unseren" Obdachlosen die in Mülltonnen wühlen müssen, kann auch hier genutzt werden. Nur sollte als Konzept nicht "mehr Sozialfürsorge" stehen, sondern die gesellschaftliche Wiedereingliederung, indem man diese Leute beschäftigt. Baustellen gibt es in Deutschland schliesslich genug. Da die Rechte immer noch zuerst am dritten Reich gemessen (und das niemals loswerden wird), gilt es wenigstens die Assoziationen von KZ und Zwangsarbeit weg, zu Autobahnbau und VW hinzulenken...

Auch an die starke Demokratisierungsbewegung (die nur ohne Globalismus Erfolg haben kann) kann man anschliessen. Versprochene Mitbestimmung mindert Ängste. Die AfD macht das (bisher) übrigens sehr vorbildlich!

Das ist die "fühlt sich gut an"-Sache. Unsere Themen mit Lockerheit rüberzubringen, halte ich nicht für so kompliziert. Die Widersprüche in der Tagespolitik häufen sich derart extrem, dass es schwerfällt, darüber keine Witze zu machen.

Wir müssen eben nur berücksichtigen, dass heutzutage nicht der Regel-missachtende Hippie auf dem Rasen Symphatien gewinnt, sondern eher derjenige, der geltendem Recht zur Durchsetzung verhilft, in einer Republik in der sich gefühlt Willkür, Meinungsterror und Verbrechen täglich steigern. Aber vielleicht gibt es bald auch Gesetze, die wir missachten können und damit Herzen erobern.

Im Umgang mit Mitmenschen hat man die größten Erfolge, wenn man ihnen zuhört, indem man durch (unproblematische) Scherze Spannung abbaut , indem man verbindlich, ehrlich und vor allem höflich ist. Das ist alles trivial, aber wird selbst von Politprofis offenbar nicht mehr beherrscht, die reden lieber selbst, sie beleidigen und lügen tun sie sowieso. Die Tür steht sperrangelweit offen...
Meier Pirmin
15. Oktober 2016 23:47
@Jürgen. Bin sehr wohl auf Analysen angewiesen, nur nicht auf groteske Wertungen über zeitgeschichtliche Personen, die nur über den Absender der Wertungen und dessen Feindbilder etwas aussagen; natürlich möchte ich wissen, ob das Tondokument Himmlers extra für Nürnberg nachgesprochen worden ist oder ob es original sei. Es gibt nun aber über Posen genügend Aufzeichnungen und darüber hinaus ein erdrückendes Material, zum Teil erst in den letzten Jahren zum Vorschein gekommen, das den "Tugend-Terroristen" Himmler belegt. Habe von Ihnen offenbar nicht zur Kenntnis genommene Kritik am Himmlerbiographen Longerich (weiter oben) geübt. Mit dessen mangelnder Kritik meinte ich das genannte Tondokument. Es ist aber eine Illusion, Wikipedia Schrott zu finden, um dann zu glauben, bei Metapedia würde man dafür klüger. Recherche und eigene Forschungen gehen anders, sogar Literaturstudien reichen nicht, obwohl immer noch besser. Natürlich muss man sich in die Archive bewegen und am Ende wie Meister Hofer hinstehen und sich kritisierbar machen. Die These von Hofer über den Reichtagsbrand glaubte ich nie und drückte es in meinem Nachruf auch diplomatisch aus. Mit Himmler habe ich mich nur betr. sein Verhältnis zu den ihm ziemlich verhassten christlich-monarchischen Autoren befasst, die er als junger Mann noch las, sodann in Karlsruhe 1994 sein Interesse für die Hexenprozesse erkundet und sein Nachspüren nach pädophilen Priestern für einen möglichen Tag der Abrechnung mit der katholischen Kirche. Im Vordergrund standen für mich aber stets Conti und Leers, der Nazi-Islamist. Und natürlich der 30. Juni 1934. Dazu Oswald Spengler zu Reinhold Schneider, der das Zeugnis notierte: "Wir sind vom Regen unter völliger Umgehung der Traufe direkt in die Sch... gefallen." Ja, Spengler sah Deutschland, Amerika, Russland in je ihrem Schicksal intuitiv richtig.
s0litud3
16. Oktober 2016 02:11
In einem Intermezzo zurück zum Thema des Artikels, den (mangelnden) Gefühlen der Rechten. Es mag ja sein, dass der unverstellte Blick auf die Wirklichkeit ernüchtert und desillusioniert. Aber nur ein auf der Wahrheit gebautes politisches Programm entwickelt Strahlkraft. Es muss doch gar nicht ausgeschlossen sein, dass sich aus oder trotz der Nüchternheit ein neuer Idealismus entwickelt. Politisch wirksame Rechte sollten Optimisten sein, schon weil ihre positive Ausstrahlung anziehender wirkt.

Trump mag mit seiner unbedarften, opportunistischen und teilweise unreflektierten Art wenig staatsmännisch wirken. Aber spielt das eine Rolle? Er platziert Themen zur besten Sendezeit und für ein Millionenpublikum, die bis dato unaussprechlich waren, weil sie vom linken und globalistischen Lager mit einem Tabu belegt wurden. Der entscheidende politische Kampf war und ist immer der Kampf um die Deutungs- und Meinungshoheit. Und in diesem Kampf ist politischer Pragmatismus unentbehrlich.

Eine durchgreifende Wende wird eine starke rechte Bewegung freilich erst erreichen, wenn die Umstände günstig sind, die Meinungsherrschaft erunngen ist und die Bewegung gut geführt wird. Wir erleben momentan eine Beschleunigung des Erreichens dieser Voraussetzungen, wenngleich das Ziel noch lange nicht erreicht ist.

Jede Zeit gebiert ihre Helden;

auch wenn diese momentan offenbar in drei undurchsichtigen, künstlich bejubelten Syrern bestehen, die ihre Familie zu Hause ließen und deren Heldentat darin bestand, etwas aus unserer Sicht Selbstverständliches zu tun, nämlich einen aufstrebenden Terroristen anzuzeigen und auszuliefern. Auch Zynismus ist Humor. ;-)
Meier Pirmin
16. Oktober 2016 09:43
@s0lidtud3. "Aber nur ein auf der Wahrheit gebautes politisches Programm entwickelt Strahlkraft."


Ein selten guter Satz in diesem Blog. Gestern sprach in Zürichs Grossmünster, wo der im Bamberger Münster beigesetzte König Heinrich II. im Juni 1004 einen Landfrieden verkündete, der Dalai Lama über den Frieden. Es störte mich nicht, dass das geistliche Oberhaupt der Tibeter sich auch mit dem in Zürich schon länger wirkenden Imam Bilal Yilmaz traf, der mal über das Fasten besonnener zu predigen wusste als seinerzeit Reformator Ulrich Zwingli, dessen religiöse Revolution aus einem Wurstmahl am Karfreitag bestand, sie frassen sich in die Sackgasse. Natürlich machte sich das religiöse Establishment rund um den Dalai Lama, die derzeit glaubwürdigste religiöse Figur auf Erden, zur Mitpräsentierung einigermassen wichtig.


Es war keine Kleinigkeit, dass und wie der Obermönch gestern über den Frieden, speziell über den Religionsfrieden sprach. Die Fussangel liegt wohl bei der Aussage von Augustinus, worüber man im Immanuel-Kant-Gymnasium Trentow mal einen Abitur-Aufsatz schrieb: "Friede ist Herrschaft der Wahrheit." Damit sind wir beim Eingangssatz über den Grundwert, den @s0litud 3 für diesen Sonntag formulierte. Die Wahrheit ist eine nicht kleine Knacknuss, die auch das Dilemma von Lessings "Nathan dem Weisen" anspricht. Ich glaube, dass der Dalai Lama noch Bedeutung behält, wenn die Welt über Trump bereits wieder zur Tagesordnung gegangen sein wird. Wäre der Dalai Lama Superintendent in Sachsen gewesen, Pfarrer Wawerka wäre mutmasslich noch im Amt. Gemäss Nietzsche, "Der Wille zur Macht", wie Heidegger ihn interpretierte, zeichnet es den Starken auch dadurch aus, dass er "stark sei im Gewährenlassen". Das ist dann doch wohl mehr als eine herkömmliche "Scheiss"-Toleranz. Die Syrer, die Sie @solitud3 ansprechen, scheinen noch nicht über den Berg zu sein. Manchmal muss man sich bis zur Beurteilung eines Befundes zurückhalten. Das gilt selbstverständlich auch für das voreilige Angebot des Bundesverdienstkreuzes, das auf einen verbreiteten Mangel an politischem Sinn hinweist. Bei Schiller ("Don Carlos") wird einmal der Marquis von Posa gelobt, vom König, mit der Frage, welche Auszeichnung er sich wünsche. Antwort: "Ich geniesse die Gesetze." An anderer Stelle im Drama aber sagte er: "Sire, geben Sie Gedankenfreiheit." Das ist wohl, neben dem im Vaterunser zu erbittenden täglichen Brot, etwas vom Wichtigsten, was wir brauchen.
Meier Pirmin
16. Oktober 2016 09:51
PS. Das oben genannte Gymnasium ist natürlich in Teltow, nicht Trentow, entschuldige mich für meine schlechte Vergegenwärtigung brandenburgischer Geographie.
Monika
16. Oktober 2016 10:02
Die Rechte hat – im Gegensatz zur zu Globalisierungshelfern verkommenen Linken – dieses Potenzial durchaus. Doch wie macht man dies sichtbar? Auch scheinbar Nebensächliches wie Humor und Witz können hierbei nützlich sein, Unverkrampftheit, Lockerheit, Ungeniertheit und Unbekümmertheit. All das macht auf eine verstörende Weise anziehend.


Humor ist weder etwas Nebensächliches und auch nicht unter Nützlichkeitsaspekten zu betrachten. Humor ist existenziell !
Ich lache, also bin ich !

http://www.thh-friedensau.de/wp-content/uploads/Fischer-2015-Eschatologie-und-Humor.pdf

Und jetzt mal locker, Jungs ! Geht heute mal nicht in den Keller.
Vielleicht trägt Pirmin Meier mal was zum Osterlachen bei, welches ein Basler abschaffen wollte ..,

Schönen Sonntag!
Meier Pirmin
16. Oktober 2016 11:47
@WederNoch. Für die Demokratie braucht es eine Art geistige Musikalität.
Sie scheinen ein politisches Talent zu sein!
Ein Fremder aus Elea
16. Oktober 2016 11:52
Wenn der Bogen selbst für die Deutschen überspannt sein wird, rate ich zu folgendem Vorgehen:

http://bereitschaftsfront.blogspot.com/2016/10/zur-organisation-der-opposition-in.html
Meier Pirmin
16. Oktober 2016 12:00
@Monika. Über das "Osterlachen", kennzeichnend für die Nonnen im Kloster St. Katharinenthal im Kanton Thurgau, welche als Dominikanerinnen von Meister Eckhart besucht wurden, habe ich im Katalog der Ausstellung "Mystik am Bodensee" (Überlingen 2015) geschrieben, kann das hier nicht ausführen. Es ist aber das Gegenteil eines blasphemisierenden Lachens in der Art von Charly Hebdo. Es ist das Lachen einer sterbenden Nonne am Ostertag im Augenblick, da sie sich auf die Ewigkeit freut. Das Kloster St. Katharinenthal wurde 1460 vom eidgenössischen Hauptmann Klaus von Flüe vor Plünderung bewahrt, was durchaus dem alteidgenössischen Kriegsrecht entsprach.
Meier Pirmin
16. Oktober 2016 12:36
@Caroline Sommerfeld. Sie sehen wohl richtig, dass man sich von "Lieblingsphilosophen" beizeiten wieder verabschieden muss. Wenn Thomas von Aquin jeweils "der Philosoph" sagte, meinte er Aristoteles. Dieser schätzte lange Platon als seinen "Lieblingsphilosophen", schon weil er dessen bester Schüler war. MAGIS AMICA VERITAS heisst es aber über das Verhältnis zwischen Platon und Aristoteles. Also "die Wahrheit steht als meine Freundin über Platon", den Hegel vorauslaufenden Rechthaber für den allgemeinen Fall, womit der Philosoph wohl die unterschiedliche Stellungnahme zum Universalienproblem meinte. "Wirklich ist der Einzelfall" lehren die Nominalisten, die zum Beispiel für einen Armin Mohler Massstäbe setzten. Womit wir wieder bei den oben zum Teil unfruchtbaren und verbittert geführten Disputen über Zeitgeschichte des 2. Weltkrieges und die Wahrheit über NSU wären. Dort bleiben zum Beispiel zehn mutmassliche Morde je als Einzelfall abzuklären. Ob mit oder ohne politische Relevanz. Das hätte Kommissar Maigret wohl auch so gesehen.
Heinrich Brück
16. Oktober 2016 13:06
„Friede ist Herrschaft der Wahrheit.“

Was ist für die Moderne eine objektive Wahrheit? Nichts anderes als die Vergötzung des menschlichen Verstandes. Zwischen Verstand und Glauben das rechte Maß zu finden, in der Realität zu leben und nicht in einer Phantasiewelt, schützt ein gutes Herz vor der kalten und zweckrationalen Erziehung?

So spricht der HErr: "Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verläßt und hält Fleisch für seinen Arm und mit seinem Herzen vom HErrn weicht." (Jeremias 17,5)

Novalis: "Der Prozeß der Geschichte ist ein Verbrennen."

Ist der Mensch also die Selbsterschaffung der Wahrheit, die er von sich heraus gestalten kann? Sein Selbstdasein in positiver Erfüllung? Keine Erlösung mehr, nur noch den Tod, und danach nichts mehr.
Mit solchen Gegenwartsfanatikern ist Humor nicht die schlechteste Waffe. Die Vergegenwärtigung der subjektiven Lüge, wenn sie gegen die objektive Wahrheit verliert.
Dietrich Stahl
16. Oktober 2016 14:44
@WederNoch

Unsere Themen mit Lockerheit rüberzubringen, halte ich nicht für so kompliziert. Die Widersprüche in der Tagespolitik häufen sich derart extrem, dass es schwerfällt, darüber keine Witze zu machen.


Das ist der Punkt. Wir haben das Momentum auf unserer Seite und brauchen es nur zu verstärken – kreativ, innovativ, kraftvoll, mit Humor und Spaß (nicht im Sinne der Spaßgesellschaft, das ist das Gegenteil)

Im Umgang mit Mitmenschen hat man die größten Erfolge, wenn man ihnen zuhört


Dazu eine Buchempfehlung: Brenda Ueland, Strength to Your Sword Arm

Eine Essay Sammlung mit passendem Titel. Darin eine Betrachtung über die Kunst des Zuhörens. Gehört für mich zum Besten, das über das Thema geschrieben wurde.

Die Autorin hat auch ein Standartwerk für Autoren, egal ob „Anfänger“ oder gestanden, geschrieben:

If You Want to Write: A Book about Art, Independence and Spirit – „Fünf Sterne“!

indem man durch (unproblematische) Scherze Spannung abbaut, indem man verbindlich, ehrlich und vor allem höflich ist.

Die Tür steht sperrangelweit offen…


Ist es nicht besser, mutig ins Leben zu treten?

Wir können nicht tiefer fallen als in Gottes Arme.


@s0litud3

nur ein auf der Wahrheit gebautes politisches Programm entwickelt Strahlkraft. Es muss doch gar nicht ausgeschlossen sein, dass sich aus oder trotz der Nüchternheit ein neuer Idealismus entwickelt. Politisch wirksame Rechte sollten Optimisten sein, schon weil ihre positive Ausstrahlung anziehender wirkt.


Auf diesen „neuen Idealismus“ setze ich auch Hoffnungen. Der deutsche Idealismus vom Anfang des 19. Jahrhunderts, mit Fichte und Schelling als Höhepunkt, wurde ja nicht vollendet. Danach gab es einen Bruch.
Vielleicht ist es ja Teil der geschichtlichen Aufgabe der Deutschen, den lebendigen Impuls dieses Idealismus erneut aufzunehmen, und mit den dazugewonnenen Erfahrungen etwas nie Dagewesenes zu schaffen.

Trump und Hillary (Beiname: „Die Hexe“) sind übrigens verwandt. Egal wer die Wahl gewinnt, …

Trump ist aber sicher das geringere Übel. Und es besteht immerhin die Hoffnung, dass er positiv überrascht.

@Monika

Lachen ist gesund. Das meine ich ganz ernst.

„Gesunder Humor“!
Meier Pirmin
16. Oktober 2016 17:36
Hoffentlich versöhnliche Reflexion über das Ende der Geschichte und die Frage nach der Wahrheit sowie Disraeli "wie es sich anfühlt" i.d. Politik.

@Brück. Sie sind mir schon letztes oder vorletztes Jahr als kluger Philologe aufgefallen. Wo genau steht Ihr Zitat von Novalis "Der Prozess der Geschichte ist ein Verbrennen" ? Diese Sicht der Geschichte taucht, ohne als Zitat kenntlich zu sein, in "Winter in Wien" von Reinhold Schneider (1958) wieder auf. Im Vergleich zu Oswald Spenglers und Johann Gottfried Herders organischer Geschichtsschau ist es eher eine christlich-eschatologische. Also in einem engen Zusammenhang stehend mit der Offenbarung des Johannes. So sah es einigermassen überraschend auch Friedrich Engels. In seiner "Dialektik der Natur" schreibt er, "unser Gestirn werde dereinst verbrennen" und wir, seine Population, mit ihm. Es bleibe jedoch "die Gewissheit, dass die Materie in allen Wandlungen ewig dieselbe bleibt, dass keins ihrer Attribute je verloren gehen kann und dass sie daher auch mit derselben eisernen Notwendigkeit, womit sie auf der Erde ihre höchste Blüte, den denkenden Geist, wieder ausrotten wird, ihn anderswo und in anderer Zeit wieder erzeugen muss", so der Glaube von Friedrich Engels, der sich hier überraschend auf der Linie von Novalis bewegt. Hoffe dies bei der Bombastus-Gesellschaft in Dresden noch näher ausführen zu können.


Über den im scholastischen Verständnis "Transzententalbegriff" der Wahrheit sind Sie @ Brück aber möglicherweise philosophisch nicht auf einem neueren Stand, gemeint die Aussagefunktion nach Frege und die Unterscheidung zwischen Wahrheit und Gewissheit bei Popper, wobei die Wahrheit mit Blick auf das eindeutig Falsche im wissenschaftlichen Fortschritt stets weiterfluktuiert und als transzendentale Perspektive im Sinn von Kant insofern auch heute nicht preisgegeben werden kann. Es ist ein vergleichsweise nicht rechthaberischer Wahrheitsbegriff, für den wir dem Verfasser von "Logik der Forschung" (1934) dankbar sein sollten. Weiteres über den funktionalen Wahrheitsbegriff in "Logische Propädeutik" von Prof. Wilhelm Kamlah und Paul Lorenzen aus der guten deutschen Schule von Scholz. Ihre Vorstellung von objektiver Wahrheit als "Vergötzung des menschlichen Verstandes" beruhen auf Vulgärskeptizismus, von dem sich der kritische Rationalismus mit guten Gründen abgrenzt. Immerhin dachte der gebildete britische Premierminister Benjamin Disraeli ähnlich wie Sie, als er - im Zusammenhang mit der Politik - ähnlich wie @Lutz Meyer in seinem obigen Essay dem Gefühl dem Vorrang vor dem Vorstand zuwies mit dem Hinweis, dass von den Kreuzzügen bis zu den grossen Revolutionen nicht der Verstand, sondern das starke Gefühl den Ausschlag gegeben habe. Meines Erachtens beweist dies jedoch wenig gegen Verstand und Vernunft, wiewohl Disraeli auf der politischen Ebene nicht Unrecht haben mag. Gewiss hätten die Nationalsozialisten und Faschisten in diesem Punkt einem jüdischen Politiker und Denker recht geben müssen.


Was freilich, auch an die Adresse der nichtakademischen Blogteilnehmer, unbedingt zurückgewiesen werden muss, zusätzlich an die Adresse von Bundespräsident Gauck, der die überlegene Vernünftigkeit der rein parlamentarischen Demokratie behaupten, aber nicht beweisen konnte, ist der Satz des von mir sonst hochgeschätzten Goethe: "Die Wahrheit hätte unter uns Akademikern bleiben sollen." Ich glaube, der Alte von Weimar schrieb es an Wilhelm von Humboldt, als Kritik an Aufklärung und Französischer Revolution. Im Kontext legte Goethe Wert darauf, dass es falsch sei, wenn "zwischen Esoterischem und Exoterischem kein Unterschied mehr gemacht" werde. Er spielte dabei wohl auf freimaurerisches Geheimwissen an. Dafür habe ich Verständnis, aber nicht in einem dünkelhaft abgrenzenden Sinne.
Rumpelstilzchen
16. Oktober 2016 17:37
Für die Nostalgiker

Da war die Welt noch in Ordnung. Und man konnte abends in den Stadtpark gehen:

https://m.youtube.com/watch?v=k7uPpGXb2Po
Winston Smith 78699
16. Oktober 2016 21:36
@ Meier Pirmin

Kamlah und Lorenzen unternehmen vor allem eine operationalistische (dialogische) Lösung der Gödelproblematik ohne logisches tertium. Da ist theoretisch mal gar nix vulgär - im Gegenteil könnte man da auch eine kopernikanische Wende zeichnen - , nur dass der Bestand an Kernschriften eben recht überschaubar ist, was man als mürrisch wortkarge Art auslegen kann. Besonders in Sachen Diskursivität ist da m.E. einiges zu holen, was den Vergleich mit Habermas nicht scheuen braucht. Man muss die Konstruktivisten (SPD-nah, sektiererisch) nicht mögen, aber man neigt zum Ausschütten des Kindes mit dem Bade, wenn man die Ausgangslage und die Leistung ausblendet.
Ellen Kositza
16. Oktober 2016 21:48
Danke, Ende!

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