02. November 2016

Als syrischer Christ in Deutschland – ein Gespräch mit Kevork Almassian

von Benedikt Kaiser / 17 Kommentare

Die Lage in Syrien ist für Beobachter kaum noch zu überschauen. Wer mischt mit, wie wird desinformiert, wie geht es weiter mit Syrien? Eine Tagung der »Gesellschaft für Internationale Friedenspolitik e. V.« (GIF), ging am 22. und 23. Oktober genau diesen Fragen auf den Grund (Bericht der SEZESSION hier und hier). Einer der Referenten war Kevork Almassian, Syrer mit armenischen Wurzeln, Christ, in Deutschland lebend. Am Rande der Tagung führten wir ein Gespräch mit dem Analysten und Politikwissenschaftler, das nun im folgenden wiedergegeben wird.

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

SEZESSION: Bitte erzählen Sie uns etwas über Ihren biographischen Hintergrund.

KEVORK ALMASSIAN: Ich bin 29 Jahre alt, stamme aus Aleppo, bin dort aufgewachsen, dann zur Ausbildung nach Damaskus gezogen und habe in der Hauptstadt meinen Bachelor-Abschluß in Internationalen Beziehungen und Diplomatie mit dem besten Durchschnitt der Universität abgeschlossen; von der Uni gings in Austauschprogramm für zwei Semester, und zwar studierte ich an der Pariser »Sciences Po« Europäische Politik – dort erhielt man auch einen guten Einblick in den Aufbau und die Funktion der EU. Nach meiner Rückkehr in die Levante wollte ich mein Master-Studium in Beirut beenden, hatte aber leider wegen des aufflammenden Kriegs keine Möglichkeit zur Abschlußarbeit. Ich mußte mir meinen Lebensunterhalt verdienen, weil das Geschäft der Eltern von »Rebellen« ausgebombt wurde; ja, und jetzt bin ich in Deutschland und plane, nächstes Jahr mein Studium fortzusetzen und abzuschließen.

SEZESSION: Sie kommen aus Aleppo. Was ist zu dieser großen Kultur- und Handelsstadt zu sagen? Worin liegt ihre Bedeutung für die aktuellen Kämpfe und langfristig für den Krieg in Syrien an sich?

ALMASSIAN: Zunächst ist Aleppo eine höchst geschichtsträchtige Stadt. Der heutige Kampf um Aleppo ist auf mehreren Ebenen von Bedeutung: die Stadt liegt an der Grenze zur Türkei, die sie für eine ideale Plattform zum Ausbau ihres Einflusses im Mittleren Osten hält, wie es die Ottomanen, »Erdogans Urahnen«, taten; zweitens ist Aleppo eine sehr wichtige Industriestadt und stellt eine direkte Konkurrenz für die türkische Wirtschaft dar – auch deshalb soll sie geschwächt, ausgeschaltet oder annektiert werden; drittens wissen alle Beteiligten: Wenn die syrische Regierung unter Assad, die Russen und die libanesische Hisbollah Aleppo erobern, könnten zwei Drittel des Kriegs vorüber sein; der Westen und seine Alliierten wissen das, und genau deshalb sind wir mit einer beispiellosen hysterischen Berichterstattung gegen Assad und Putin als Kinder- und Frauenmörder konfrontiert... Ohne Aleppo, ohne Damaskus, ohne Latakia, ohne Hama, Homs: Was bliebe den Islamisten von IS bis Nusra und FSA? Raqqa...

SEZESSION: … nur noch Wüste.

ALMASSIAN: Genau. In Syrien redet man vom »wichtigen Syrien«, d. h. Damaskus, Aleppo, Homs, Latakia usw.; Idlib und Raqqa hingegen – die eine Stadt hält Nusra, die andere der IS – haben sich nun außerhalb der UN-Charta und -Resolutionen gestellt, deshalb ist es durchaus legitim, diese zu bombardieren. Daß Nusra und IS unzweifelhaft Terrororganisationen sind, kann noch nicht mal die internationale Gemeinschaft bestreiten. Was bleibt ihnen also? Aleppo bleibt; sie glauben, die sogenannten Rebellen, islamistische Allianzen, könnten gewinnen, aber die sind von allen Seiten eingeschlossen und können wenig Nachschub hereinbringen, den sie zum militärischen Überleben benötigen; daher ist es, meiner Meinung nach, nur noch eine Sache von drei oder vier Wochen, ehe ganz Aleppo unter Regierungskontrolle gerät.

SEZESSION: Glauben Sie, daß die Schlacht um Aleppo eine Entscheidungsschlacht ist?

ALMASSIAN: Ja, dieser Kampf wird aus etlichen Gründen entscheidend sein. Erstens wird die zweitgrößte Stadt Syriens in der Hand der Regierung sein; zweitens, gesellschaftlich gesprochen, umfaßt Aleppo und sein weitläufiges Umland einen großen Block sunnitischer Moslems, es sind fast 4 Millionen, die – wenngleich nicht alle pro Assad orientiert sind – zumindest gegen die ominöse Revolution eingestellt sind, also sozusagen nicht direkt, aber mittelbar auf Seiten der Regierung stehen... Wissen Sie, die Menschen in Aleppo sind Händler, Geschäftsleute, die einfach ihre Leben weiterleben wollen... Nungut: Durch die Einnahme dieser Stadt wird also der Türkei Einhalt geboten und – ich übertreibe nicht – zwei Drittel des Kriegs werden gewonnen sein. Strategisch gesehen wird es für die Aufständischen fast unmöglich sein, Aleppo zurückzubekommen. Alleine die Kosten für die Aufrüstung der islamistischen Fraktionen! Es handelt sich hier um Milliarden von Dollar für Katar und Saudi-Arabien, um ihre Rebellen neu zu organisieren und zu bewaffnen – der ganze Prozeß könnte bis zu fünf oder zehn Jahre dauern.





SEZESSION: Halten Sie es für möglich, daß die syrische Regierung und ihre Alliierten in der Schlacht um Aleppo all in gehen, oder glauben Sie, das wäre zu kräftezehrend? Denn auch im Umfeld des Präsidenten weiß man natürlich, wie wichtig dieser Sieg wäre.

ALMASSIAN: Die halbe Stadt ist bereits unter Kontrolle der Regierung, dort leben 1,5 Millionen Menschen; in der »rebellischen« anderen Hälfte maximal 300 000 Menschen, also selbst das nominelle Kräfteverhältnis der Bevölkerung ist auf Seiten der Regierung. Für die syrische Regierung wäre die Einnahme-um-jeden-Preis dieses östlichen, von Rebellen gehaltenen Gebiets freilich so verlustreich, infrastrukturell und bezüglich der Menschen, daß sie es lediglich eingekreist haben und gewissermaßen belagern. Aber nicht ohne Ausweg: den einheimischen Terroristen wurde eine Amnestie angeboten, wenn sie ihre Waffen niederlegen, sie können aber auch nach Idlib gehen, wo ihresgleichen regiert...

SEZESSION: Natürlich drängen sie, wenn überhaupt, nicht nach Frieden, sondern nach Idlib.

ALMASSIAN: Natürlich. Außerdem: Gerade vor ein paar Tagen öffnete die Regierung mit russischer Unterstützung mehrere humanitäre Korridore, um wenigstens Zivilisten abziehen zu lassen, woraufhin die vom Westen mit Sympathien betrachteten Rebellen die Korridore mit Mörsern und Raketen beschossen haben; sie benutzen Zivilisten als menschliche Schutzschilde und beschießen Krankenwagen, um sie am Abzug zu hindern; sie haben sogar sechs Mitglieder eines Wiederversöhnungskomitees in Ostaleppo umgebracht, ihre eigenen Leute, weil die sie aufgefordert haben, die Zivilisten gehen zu lassen und wie Männer zu kämpfen, d. h.: ohne Geiseln!

SEZESSION: Was Aleppo angeht: Vielfach heißt es, daß es dabei nur um die Wirtschaft ginge. Welche Rolle spielen für Sie im Norden Syriens die Türkei, der IS und das Ölgeschäft?

ALMASSIAN: Die Türkei spielt eine herausragende Rolle, wie auch Katar und Saudi-Arabien; die drei sind die eigentlichen Kriegstreiber gegen die syrische Regierung; die Türkei ist vernetzt mit zahlreichen Anti-Assad-Gruppen: al-Nusra, al-Qaida, IS, FSA, Ahrar al-Sham, Islamische Armee... Diese Investition in diverse Gruppen dient in jedem Fall türkischen Interessen. Es ist klar, daß die eine oder andere Gruppe irgendwann zusammenbrechen wird. Deshalb stellt man durch Unterstützung diverser Gruppen sicher, daß man am Ende definitiv die Oberhand in den zwangsläufigen Konferenzen behalten wird, daß man in jedem Falle am Verhandlungstisch sitzen wird. Erdogan und seine islamisierte Türkei haben viel investiert, doch die Rebellen haben dennoch zuwenig Manpower, was beweist, daß die Mehrheit des syrischen Volks keinen bewaffneten Aufstand will.

Genau deshalb müssen sie fremde Kämpfer ins Land bringen, die auf lange Sicht die eingeborenen Kämpfer dominieren, weil sie mehr Kampferfahrung aus Tschetschenien und Afghanistan haben. Wenn der Kampf beigelegt wird, wenn die Regierung fällt, wenn Assad fällt, werden diese extremen Leute über die politische Zukunft Syriens entscheiden, und wenn man ihre Hintergründe prüft, zeigt sich, daß sie sich kaum vom IS unterscheiden, höchstens marginal ideologisch. Also Sie müssen sich das so vorstellen: daß die einen ein islamisches Kalifat und die anderen einen islamischen Nationalstaat wollen, daß die einen überhaupt keine Wahlen akzeptieren, während die anderen eine von Scharia-Richtern stark eingeschränkte Demokratie dulden könnten usw. usf.

SEZESSION: Ich denke, wir müssen hier auch über die weltweit aktive Muslimbruderschaft sprechen. Was denken Sie, welche Rolle spielt sie heute, welche Rolle spielte sie 2011, als die sogenannte Revolution begann?

ALMASSIAN: Historisch gesehen sind wir hier mit einer offensichtlichen Unvereinbarkeit zwischen den Systemvorstellungen konfrontiert. Die Baath-Regierung unter Assad hat einen säkularen, nationalistischen Charakter, während die Muslimbruderschaft eine sunnitisch-islamische Ordnung will. Da kann es keinen Kompromiß geben, nur A oder B. Anfang 2011 hat sich die Muslimbruderschaft im übrigen im Hintergrund gehalten und ihre Ressourcen für später aufgespart, weil sie wußten, daß sie zu einem späteren Zeitpunkt intervenieren und die Lorbeeren des anvisierten Regime change ernten könnten; also warteten sie ein Jahr lang und waren dann 2012 beteiligt, Jabhat al-Nusra und Dschaisch al-Fatah zu gründen, finanziert von Katar... Gewiß: Die Muslimbruderschaft hat sich nicht dem IS angeschlossen, ihre Fußtruppen kämpfen vereinzelt gegen den IS, aber untersucht man ihre Ideologie, ihre fanatische Religionsauslegung, kommt man rasch zu dem Ergebnis: sie unterscheiden sich nur marginal von ihnen. Heute ist die Bruderschaft besonders in der Region um Aleppo das Rückgrat der Rebellentruppen: Die Operation zur »Befreiung« Aleppos war sogar nach einem früheren Führer der Muslimbruderschaft benannt. Heute arbeiten sie nicht nur auf militärischer, sondern auch medialer Ebene; viele Aktive der MB-Führungsschicht sitzen in Europa, in Deutschland, in Großbritannien, in Frankreich. Sie wurden und werden ausgebildet und umsorgt von liberalen NGOs; in den Medien treten sie modern auf, mit schicken Anzügen, ohne Bärte, und sie lächeln die ganze Zeit, ja, sie lächeln; sie wissen, wie man mit den modernen Massenmedien spielt, sie reden von Demokratie und Menschenrechten und allem, was Liberale eben so hören wollen. Tja: In Wahrheit zwingen sie ihren Frauen die Verschleierung auf, schlagen sie, wenn sie unerlaubt ausgehen, schließen zur Gebetszeit ihre Geschäfte und all das, was der IS eben auch tut.

SEZESSION: Sie sind die sunnitischen Muslimbrüder so radikal wie die das sunnitisch-wahabitische Saudi-Arabien?

ALMASSIAN: [Lacht] Es gibt einen Unterschied: Die saudischen Wahabiten sind ehrlicher und sagen ganz offen: »Unser Urvater hat uns befohlen, Schiiten, Christen und Alawiten zu vernichten«. Die Muslimbruderschaft ist da anders: Ihre geschulten Kader behaupten, friedliche Koexistenz und die Einhaltung der universellen Menschenrechte anzustreben, während ihre Kämpfer Andersgläubige und Andersdenkende verfolgen, bekämpfen, töten.

SEZESSION: Was ist aber mit Ägypten? Dort spielten die Brüder eine wichtige Rolle, unter Mursi hatte man die Regierungsmacht, ehe sie vom Militär zerschlagen wurde. Glauben Sie, daß Ägypten und Syrien in bälde ein besseres Verhältnis haben könnten, weil sie einen gemeinsamen Feind, sunnitische Extremisten, haben, oder wird Ägypten – soweit möglich – neutral bleiben?

ALMASSIAN: Ganz konkret: Seit Sisi an der Macht ist, wurden die Beziehungen Ägypten-Syrien wiederbelebt, zunächst mit sehr gutem geheimdienstlichen Austausch. Das alles erfolgt jedoch unter der Hand und nicht öffentlich... Man hat schließlich nicht nur die Muslimbruderschaft als gemeinsamen Feind. Vergessen sie die ersten IS-Zellen auf der Sinai-Halbinsel nicht! Aber ansonsten wird die syrisch-ägyptische Kooperation vertieft werden. Im Nahen Osten kursiert wieder ein altes Sprichwort: »Die Sicherheit Ägyptens ist die Sicherheit Syriens«. Wenn Syrien fällt, fällt irgendwann auch Ägypten; Sisi weiß das und arbeitet sicherheitspolitisch mit der syrischen Regierung zusammen. Ein Beispiel: Erst vor einigen Tagen hat der Leiter des syrischen Sicherheitsapparats zum ersten Mal seit mehreren Jahren Ägypten besucht, ganz offiziell, um die Zusammenarbeit zu vertiefen; es ist doch sehr wahrscheinlich, daß Sisi und Assad irgendwann ihr Verhältnis wieder verbessern, weil es keinen Grund gibt, weshalb sie es nicht tun sollten. Unterm Strich: Ägypten kann eine stabile, funktionsfähige Regierung und ein ebensolches politisches System in Syrien nur gutheißen. Den sunnitischen Hardlinern muß Einhalt geboten werden, ob in Kairo oder in Damaskus.

SEZESSION: Nun sind Sie ein Journalist, der in Deutschland über diese Themen spricht. Wenn Sie nun ein deutscher Kritiker fragte, warum Sie als Syrer nicht in Syrien auf Seiten der Regierung kämpfen, was würden Sie antworten?

ALMASSIAN: Nunja, der Krieg in Syrien, gegen Syrien, wird ja nicht nur auf militärischer, sondern auf vielen Ebenen geführt, z. B. auch wirtschaftlich, medial, gesellschaftlich. In diesem Krieg brauchen wir jeden, der Fachkenntnisse irgendeiner Art hat, an seinem Platz. Man kann schließlich auch keinen Arzt aus seiner Praxis holen und an die Front schicken; er dient der Sache besser, wenn er sich um Verwundete kümmert. Und so handelt auch die Regierung, weshalb es, das sollte man nicht vergessen, nur eine Teilmobilmachung gab und gibt.

SEZESSION: … deshalb geht die syrische Regierung nicht all in, setzt nicht alles auf eine Karte.

ALMASSIAN: Genau! Assad sagte: »Wir wollen nicht, daß jeder loszieht und kämpft, dieses Land muß stabil bleiben«, wirtschaftlich, gesellschaftlich, es braucht Lehrer, jemand muß auch Gegenpropaganda machen, denken Sie insbesondere an Social Media, man kann nicht jedermann einziehen und in die Schlacht werfen, das würde Syrien nichts nützen... Wenn man häufig in den Medien auftritt und die Falschdarstellungen der Situation in Syrien korrigiert, sieht das ganz anders aus – man dient Syrien, indem man die öffentliche Meinung im Ausland nicht den Feinden des Landes überläßt. Immerhin sind im Westen alle Mainstreammedien gegen Assads Syrien und Rußland. Man dämonisiert Assad schlichtweg. Es braucht also fähige Leute für die Öffentlichkeitsarbeit, denn eigentlich sind Westler ja intelligente Menschen und wollen von ihresgleichen hören, wie die Lage ist. Deshalb konzentrieren sich Mainstreammedien, wenn sie Assad-Sympathisanten überhaupt erwähnen, auf Idioten. Wenn ein Syrer vor einer Kamera fordern würde – und glauben Sie mir, so denken viele Syrer, selbst entschiedene Assad-Kritiker, die Angst vor Islamismus und Scharia-Staat haben –; wenn also nun ein solcher Syrer fordern würde »Let Assad nuke them all!«, würden sich die westlichen Medien sofort darauf stürzen und ihn in den Mittelpunkt rücken, die besonnenen, intelligenten Medienvertreter und Politiker aber ausblenden, weil sie seit Beginn des Propagandakriegs gegen Syrien die Pro-Assad-Syrer als ungebildet und gewalttätig darstellen wollen.

SEZESSION: Auch um nonkonforme geopolitische Meinungen sachlich zu vertreten, sind Sie Mitbegründer des German Center for Eurasian Studies des deutschen Journalisten und Konfliktreporters Manuel Ochsenreiter geworden. Was ist das für eine Institution, und was erwarten Sie von ihrer Arbeit?

ALMASSIAN: Das German Center ist eine neue Denkfabrik mit verschiedenen Funktionen und Zielen; ich bin dort Experte für den Nahen Osten. Bislang trägt sich alles durch ehrenamtliche Arbeit, trotzdem führen wir Untersuchungen und Analysen durch, besuchen verschiedene Länder zur Wahlbeobachtung oder für die Organisation von Kampagnen und Konferenzen. Es braucht heute alternative Strukturen, in denen man nicht Gefahr läuft, mit einschlägigen politischen Stigmata belegt zu werden, gerade auch in Deutschland. Fürs German Center kann ich offen schreiben, was ich denke, etwa wie die deutsche Regierung im Interesse ihrer Bürger handeln sollte. Wissen Sie, weltweit steht die Wahrnehmung nationaler Interessen ganz selbstverständlich an erster, unverrückbarer Stelle – außer offenbar für Deutsche, für Europäer. Die arbeiten sogar gegen ihre eigenen Interessen, verhängen Sanktionen gegen Rußland, wodurch ihre Wirtschaft Verluste einfährt, liefern Waffen an unterschiedlichste Terroristenbanden in Syrien, die dann irgendwann in Frankreich und Deutschland Anschläge verüben...

SEZESSION: Dann heißt es: Radikalisierte Syrer.

ALMASSIAN: Ja. Das ist doch absurd, wie die Anti-Assad-Fraktion in der deutschen Politik, in den deutschen Medien direkt oder indirekt die islamistischen Mörder deckt und stützt. Ich fordere daher jeden Unterstützer der »Revolution«, aus Deutschland oder sonstwo in Europa, auf, mir einen einzigen Assad-Anhänger zu zeigen, der auch nur darüber nachdenkt, eine solche Bluttat wie im Bataclan oder in Nizza zu begehen! Einhundert Prozent der Attentäter in Europa sind Assad-Gegner. Sie kommen aus Zusammenhängen, die von westlichen und den Golf-Staaten finanziert und ausgehalten werden! Es gibt keinen Assad-Anhänger, der auf den Gedanken käme, sich in Deutschland in die Luft zu sprengen. Nein, das ist krank, auf solche Ideen kommen nur islamistische Terroristen. Dennoch gilt ihnen, den Islamisten unterschiedlicher Spielart, die Sympathie der Mainstreammedien ...

SEZESSION: ... solange sie in Syrien weiterbomben und weitermorden – und nicht in Europa.

ALMASSIAN: Genau.

SEZESSION: Dabei gibt's ja auch Gegenbewegungen zum Islamismus. Gerade auch in Syrien. Ich las beispielsweise im einflußreichen US-Magazin Foreign Policy über die Syrische Sozial-Nationale Partei (SSNP). Dort hieß es, diese alte Partei sei heute besonders bei jungen Syrern säkularer und nationaler Ausrichtung beliebt. Denken Sie, die SSNP wird beim Wiederaufbau Syriens eine wichtige Rolle spielen, oder sehen Sie das als kurzzeitiges Phänomen der christlichen Minderheit in den größeren Städten?

ALMASSIAN: Tatsächlich ist eine der wenigen positiven Auswirkungen des Kriegs die Wiedergeburt der SSNP. Der Grund ist klar: Zum einen werden sie belohnt werden, weil sie sich zum aktiven Eingreifen in den Krieg auf allen Ebenen entschlossen haben – und wer mitkämpft, wer leidet, wer hilft, das Land und die Menschen zu retten, wird wohl nach Kriegsende ein Stück der Macht abbekommen. Außerdem wurde die SSNP in Syrien zu einer weitläufig respektierten Partei. Selbst ihre regierende Konkurrenz, die Baath-Partei Assads, zeigt Respekt vor der Leistung der Sozialnationalen, die marginalisierten Kommunisten im übrigen ebenfalls. Wichtigster Boost für das Revival der SSNP, für ihre Beliebtheit in den syrischen Jugendmilieus, ist aber die heutige Wut und Frustration der meisten Syrer darüber, daß arabische Muslime all diese Waffen und Terroristen in ihr Land schleusen, um sie umzubringen... Wenn man heute einen syrischen Bürger auf der Straße fragt, was er vom Panarabismus oder auch nur von einer arabischen Identität hält, dann wird er fluchen und sagen: »Was haben wir denn von dieser Identität gehabt? Schau dich um, sie, unsere arabischen Brüder, versuchen, uns umzubringen!«

SEZESSION: Man orientiert sich identitär um: »Wir sind Syrer, keine Araber.«

ALMASSIAN: Ja, ganz genau. Viele jugendliche Syrer, häufig junge Akademiker, ob in Aleppo oder in Latakia, vertreten solche Standpunkte wie: »Machen wir uns doch nichts mehr vor über panarabische Träume, die in den 1950er Jahren zirkulierten. Wir haben keinerlei Gemeinsamkeiten mit Saudis, Kataris oder Mauretaniern. Wir wollen Syrer sein.« Und wenn jemand Syrer sein will, dann ist die SSNP seine Partei. Es ist richtig: Die meisten von ihnen sind jung, sehr jung, aber die SSNP-Basis besteht nicht nur aus Christen, sondern aus all denjenigen, die sich einbringen wollen für ein säkulares nationales Syrien, die aber zugleich kein "Weiter so" der Baath-Regierung dulden möchten – zumal das Ansehen der Baath-Partei in Syrien nicht sonderlich hoch ist, selbst unter den Unterstützern der Regierung. Assad ja, Baath-Partei nein. Diese Haltung ist weitverbreitet.

SEZESSION: Also ist der Panarabismus out und ein »Großsyrien« im Geiste Antun Sa'adas könnte ein Entwurf für die Zukunft sein?

ALMASSIAN: Auf dem Papier ja, aber nicht in der Praxis. Derzeit ist Baath die stärkste Partei und kontrolliert alle Institutionen und das Militär; die Regierung wird nicht von ihrem Panarabismus lassen, den ich persönlich in Syrien nicht fortgesetzt sehen möchte... Am Ende geht es aber nicht um Wunschträume, sondern darum, wer stark ist und führen kann; das ist derzeit eben die Baath-Partei und wird es vorerst bleiben. Veränderungen sind nur langfristig möglich. Immerhin strömt die Jugend nun zur SSNP, wodurch sich die Reihen von Baath lichten werden...

SEZESSION: Schauen wir in die Bundesrepublik: Deutsche spenden vor allem in der Vorweihnachtszeit gern ihr Geld an Stiftungen, NGOs, Kirchen usw. In deutschen Städten sieht man nun auch öfters junge Syrer, die Geld für ihre Heimat sammeln. Kann man grob schätzen, was das für Leute sind?

ALMASSIAN: Ich kann die Deutschen dafür nicht verurteilen, weil Leute von NGOs usw. sehr intelligent sind. Wer aber wirklich etwas für Syrien tun will, sollte Geld sammeln und es an die syrische Regierung schicken, denn die kümmert sich um 70 Prozent des syrischen Volks! Man sehe sich doch nur diese Heuchelei an: Europäische Staaten verhängen Sanktionen gegen die Regierung, die 70 Prozent des syrischen Volks in ihren Gebieten versorgt, und sammeln dann Geld, um es den Jihadisten zukommen zu lassen, die die anderen 30 Prozent kontrollieren!? Diese Groteske wäre ja noch in Ordnung, wenn das Volk etwas von dem Geld hätte, aber das hat es nicht! Teilweise benutzen Islamisten das Spendengeld sogar, um sich nach Europa abzusetzen... Wenn man in einem Flüchtlingslager lebt, weiß man, was für Menschen da nach Deutschland kommen, und das sehen Journalisten auf ihren Stippvisiten nicht. Dafür wird das deutsche Volk irgendwann einen hohen Preis bezahlen. Ich hoffe, daß sich das noch verhindern läßt. Aber viele meiner Landsleute, die hierher strömen, sind potentielle Gefährder; meine Einblicke in die Flüchtlingsheime in Deutschland haben mir jedwede Illusion, jedwede Sympathie geraubt. Ich vertraue niemandem, der sein Land an den Feind verkauft hat. Wer für sein Heimatland nichts geleistet hat, kann auch nichts für Deutschland leisten, oder?

SEZESSION: Was haben Sie denn in den Flüchtlingslagern erlebt, in denen sie gearbeitet haben?

ALMASSIAN: Nun: Die meisten auskunftsbereiten Flüchtlinge stehen radikal entschlossen auf der Anti-Assad-Seite, und ich kenne keine einzige Gruppe, die gegen die Regierung kämpft und keine Terrororganisation ist. Nicht eine einzige. Wer also hier die Rebellen unterstützt oder mit ihnen sympathisiert, steht auf der Seite der Terroristen. Das ist keine unzulässige Verkürzung. Schauen Sie: Wenn hier in Deutschland ein einziger Imam fünf bis zehn Gläubige aufhetzt und diese fünf bis zehn Typen nun fünf bis zehn Anschläge an verschiedenen Orten verüben, wird im ganzen Land Panik ausbrechen. Panik gab es schon wegen geringeren Vorfällen. So banal ist es manchmal. Ich habe es schon vor einem Jahr gesagt und sage es erneut: die Sicherheit in Deutschland ist eine Illusion! Jedermann kann mit einem Rucksack voller Sprengstoff zum Hauptbahnhof gehen, sich in die Luft sprengen und Hunderte Menschen töten. Die Islamisten sind nicht untätig, und die Flüchtlingsherbergen bieten genug Rekrutierungspotential.

SEZESSION: Was wäre hier zu tun?

ALMASSIAN: Es braucht in jedem Fall ein besseres Durchleuchten der Neuankömmlinge. Flüchtlinge aufzunehmen ist eine Sache; mit ihnen zurechtzukommen, eine andere. Wenn nur 5 Prozent der Flüchtlinge in Deutschland mit Ideen und Taten der Islamisten sympathisieren, was noch defensiv geschätzt ist, dann sind das schon sechs- bis siebentausend potentielle Terroristen. Verstehen Sie den Ernst der Lage? Das würde reichen, um Aleppo einzunehmen!

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Eine Sammelrezension zu verschiedenen Syrien-Büchern ist in der 74. Sezession (Oktober 2016, hier bestellen) abgedruckt.

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Kommentare (17)

Der_Jürgen
02. November 2016 14:53
Ob sich nun abermals die Berufsnörgler und Besserwisser zu Wort melden und behaupten werden, es sei unmöglich, die Lage in Syrien zu beurteilen? Ich war nie in Syrien, kann kein Arabisch und beziehe all meine Informationen aus russischen und westlichen Medien, wobei ich unter letzteren die Zeitschrift "Zuerst" besonders hervorheben würde. Trotzdem halte ich mich für kompetent, einzuschätzen, welche Seite hier im Recht und welche im Unrecht ist; dieses dankenswert ausführliche Interview Benedikt Kaisers mit Kevork Almassian ist da nur ein willkommenes Tüpfchen auf dem i.

Ja,
@ Raskolnikow
wir wissen, dass Syrien ein Schachbrett ist, auf dem die morsche Alte Weltordnung, die sich selbst als Neue Weltordnung sieht, und ihr mächtigster Herausforderer Russland ihre Figuren schieben. Für einen Sympathisanten des Herausforderers ist es aber sehr erfreulich, dass dieser im vorliegenden Fall (wie auch in der Ukrainekrise) auch moralisch im Recht ist. Dies erspart es einem, vollends zum kalten Macchiavellisten zu werden.
Gustav Grambauer
02. November 2016 21:39
"Ich vertraue niemandem, der sein Land an den Feind verkauft hat."

Bei uns in der Straße leben seit drei Monaten Syrer, ein Ärzteehepaar mit sechs Kindern, das alles verloren hat. Alle finden sie so "nett", aber bei mir haben die Alarmglocken geschrillt. Irgendwie riechen die faulig, schmierig, nach westlicher Konsummentalität mehr als jeder andere hier in der Straße, nach Business (als Ärzte mit fünf Firmen am Briefkasten?!), nach schmutzigem Geld und nach britischem Liberalismus. War noch nie so auf meinen Instinkt zurückgeworfen wie jetzt gegenüber den Geflüchteten, aber der funktioniert wie geölt: siehe da, im Coop, an der Kasse gleich vor mir, zückt sie ihre Kreditkarte, von der HSBC.

Und wenn sie nur 200 Pfund drauf hat, allein mit der Wahl ihrer Bank steht eine unsichtbare Barrikade zwischen mir und ihr.

- G. G.
Karl Brenner
03. November 2016 00:52
Die grundsätzliche strategische Lage sollte den Bürger nahe gebracht werden.

Syrien dient al Brücke zwischen dem Iran und der libanesischen Hisbollah
Syrien hat massiv im Libanon mitgeholfen, die Hisbollah aufzubauen und zu unterhalten. Die Syrer haben zwar Assad mit großer Mehrheit wiedergewählt- Assad spielt da nur eine Nebenrolle. Wenn er sich geweigert hätte, wäre er über den Haufen geschossen worden. Wie hier in Deutschland, so auch in Syrien. Nur hier werden unerwünschte Politiker öffentlich-rechtlich Hingerichtet.

In Syrien gibt es Stützpunkte der Russen. Die Russen wollen diese halten, die USA wollen ihren berühmt-brüchtigten Regime-Change. Wie in der Ukraine, Libyen und im Iran hat man Scharfschützen eingesetzt, um die Sache escalieren zu lassen. Die Handschrift ist allzudeutlich. Nun werden Waffen geliefert um das Feuer in ganz zu halten.

In den Medien tobt ein Propagandakrieg. Man übertrifft sich mit Lügen. Die Medien haben sich für alle Zeiten ihre Glaubwürdigkeit verspielt.
Stil-Blüte
03. November 2016 01:39
Vielen Dank für dieses informative Interview. Endlich bekomme ich mal einen Überblick über die Lage in Syrien und die Gefahren in unserem Land. Auch die brennende Frage, warum ausgerechnet so viele kampffreudige jungen Syrer ihre Heimat verlassen und somit ja eigentlich ihre Sache, egal auf welcher Seite sie auch immer stehen, verraten, beantwortet sich hier.

@ Der_Jürgen
Ich lese Ihre Antwort an @aRskolnikow, doch seinen Beitrag sehe ich nicht.

@ Danke für den Hinweis so ganz nebenbei auf die HSBC. Das Googeln über deren Firmenprofil hat sich gelohnt.
Heidelberger Akif
03. November 2016 03:34
Interessanterweise hat sogar mein alter Herr, zeitlebens ein Feind des syrischen Militärs und Baathismus, seine Meinung mittlerweile von: “Assad muss weg, das ist das erste“ geändert zu “Assad soll erst weg nachdem er das wahabitische Pack ausradiert hat, und er ist derzeit nicht nur zu tolerieren, sondern zu unterstützen“.

Das Interview ist zwar auffallend tendenziös, und als meinerseits syrischstämmiger Politologe sehe ich in dem Interview keinen großen Unterschied in der Tiefe und Wahrhaftigkeit zur Gegenseite (es handelt sich um freimütig vorgetragene Propaganda), aber die Grundtendenz ist natürlich richtig !
Raskolnikow
03. November 2016 08:31
Dank an Kaiser,

für dieses bemerkenswerte Gespräch! Männer wie Almassian, Ochsenreiter, und andere ungenannte Wissenschaftler, Geschäftsleute und Künstler, die heimliche oder offene Verbindungen knüpfen, sowie auch die europäischen Freiwilligen im Donbass und in Syrien sind die unverzichtbaren Scharniere zwischen den verschiedenen Kulturen des eurasischen Blocks, der, so wage ich, laut zu werden, an Gewicht zulegen wird.

Besonders spricht mich der frische Optimismus des Gesprächs an. Denn die Realitäten auf dem Gefechtsfeld sind für einen Europäer, und erst recht für Einen, der im deutschen Militär erzogen wurde, oft mehr als ernüchternd. Sobald man sich außerhalb der SAA, der russ. Streitkräfte und der privaten Unternehmen befindet, springt einen der hochmotivierte Dilettantismus an. Ein geradliniger dt. Offizier, z.B. wie Kubitschek, würde ob der räuberartigen Zustände verzweifeln ... Aber ja, Aleppo wird fallen, ob in drei Wochen oder in drei Monaten ... Und dann noch Slavjansk!

Ich gestatte mir, aus einem solid gegründeten Selbstgefühl heraus, nur eine ergänzende Anmerkung, eine die ich für wesentlich halte. Der Kampf in Syrien ist, anders als Kriege um entscheidende Geländeabschnitte in Europa, beinahe ausschließlich ein Kampf um Verkehrswege. Manchmal mag es scheinen, es ginge nur um Strassen, Kreuzungen und Grenzübergänge ... In Aleppo treffen einige der wichtigsten Verkehrswege der Region aufeinander. Wer diesen Knoten beherrscht, ist der Herr des Nordens ...

Lieber Jürgen! (Ich mag den Sabaka nicht!)

In Ihrer Keckheit schätzen Sie mich und meine vorangegangenen Auslassungen falsch ein. Ich bin, was die süblimen Empfindungen angeht, ein vollendetes Mädchen. Aber gerade derowegen auferlege ich mir den Zwang zum kalten Urteil. Ich halte die persönliche Erfahrung für wertvoll in den Bezirken der Poesei; bei Lagebeurteilungen und Befehlsausgaben aber hat sie eine gefährliche Wirkung. Einen Machiavellisten mich zu nennen, käme mir nicht in den Sinn!

Sollten Sie je einem von Granatwerfern schwerverletzten Kleinkind in seinen letzten Minuten auf Erden die Hand gehalten haben, wird dieses Ereignis keine geringe Rolle in Ihrem Leben spielen. Richteten Sie aber Ihre Urteile und Handlungen an diesem Ereignisse aus, hätten Sie den ersten Schritt zum Monstrum getan ...

Oder profaner in einen bundesdeutschen Kontext gestellt: Würden Sie eines Unfalls in Leipzig gewahr, in dessen Verlauf ein nordafrikanischer Einwanderer von einem Lieferwagen überrollt würde, kämen Sie, davon gehe ich aus, Ihrer Pflicht nach und hülfen entsprechend Ihrer Fähigkeiten dem schwarzen Unglücksmenschen. Bezeugten Sie aber anderntags in Bautzen, wie ein paar Dunkle frech zu einheimischen Mädchen wären, würden Sie ebenfalls Ihrer Pflicht gemäß handeln und freizügig mit Maulschellen und Backpfeifen sein. Beide Ereignisse haben aber wiederum nur indirekt und wenig mit Ihren Entscheidungen als neugewählter dt. Innenminister und den politischen Dimensionen der Massenmigration nach Europa zu tun.

Mehr wollte ich mit meinen unbeholfenen Kritzeleien nicht ausdrücken.

Und natürlich haben Sie recht, mir als sensiblem Mädchen, von Karl May erzogen und an das Edle glaubend, ist es auch recht, die Sache des Guten vertreten zu können, da es sich hervorragend mit den Interessen unserer Heimat verträgt. Wer wäre das nicht? Aber ich bin auch immer auf der Hut vor dem Monstrum ...

Grambauer,
Sie operieren ja wie ein Agent!

Pax vobiscum!

R.
ALD
03. November 2016 09:58
Damit die Informationslücke nicht allzu sehr aufklafft:

Entwicklung in Nordsyrien seit Ende August: http://www.stratejikortak.com/2016/10/cerablus-haritasi.html

Kurzinfos zum Aleppo-Deal zwischen Erdogan und Assad (Verhandlungen führt eine Geheimdelegation): http://www.aydinlik.com.tr/erdogan-ile-putin-arasindaki-halep-anlasmasinin-ucuncu-ortagi
Gustav
03. November 2016 09:58
@ Der_Jürgen

"..wir wissen, dass Syrien ein Schachbrett ist, auf dem die morsche Alte Weltordnung, die sich selbst als Neue Weltordnung sieht, und ihr mächtigster Herausforderer Russland ihre Figuren schieben."

Ich glaube, dass das Ost/West-Paradigma teilweise verwendet wird, um die Kooptierung der freiheitlichen Elemente zu erreichen.

Freiheitliche Elemente WOLLEN glauben, dass Putin irgendwie gegen die Globalisierung ist, dass er der Obama-Administration irgendwie moralisch überlegen ist, und dass Russland auf der Seite des Rechts im Kampf gegen den Islamischen Staat und gegen das böse westliche Imperium steht.

Sie wollen dies glauben, da sie Angst haben – sie haben Angst, dass sie allein im Kampf gegen die NWO sind. Sie haben Angst, dass sie persönliche Opfer bringen und einen Kampf gegen einen starken, technologisch überlegenen Gegner führen müssen. Sie haben Angst, dass sie allein die Verantwortung für das Schicksal tragen müssen und dass kein großer Anführer auf einem weißen Pferd kommt, um den Weg vor ihnen zu bereiten.

Wegen dieser Angst begehen sie manchmal das Verbrechen der kognitiven Dissonanz, um ihren falschen Glauben an und in einen heroischen Putin zu schützen. Sie werden die Tatsache ignorieren, dass Putin ein langjähriger Freund von Henry Kissinger ist, der der meist veröffentlichte Verfechter der Neuen Weltordnung ist, und dass Putin Kissinger als seinen „größten außenpolitischen Berater“ beschreibt.

Sie werden die Tatsache ignorieren, dass Russlands Hauptwirtschaftsberater kein anderer als der Auftragskiller des internationalen Bankenkonsortium ist: Goldman Sachs. Und sie werden es ignorieren, dass Goldman Sachs mindestens seit 1992 – kurz nach dem Fall der Sowjetunion – tief in der russischen Wirtschaft involviert ist.

Sie werden die Tatsache ignorieren, dass Putin und Russland eng mit dem IWF (eine Institution, die angeblich von den USA dominiert wird) verbündet sind. Putin und der IWF sind so miteinander verflochten, dass es Putin war, der verlangte, dass der IWF die Leitung über die Finanzen der Ukraine übernimmt, nachdem dort die regionale Krise begann. Und es war der IWF, der eklatant Putins Forderungen nach einer Änderung des Status der ukrainischen Anleihen von „privat“ nach „öffentlich“ unterstützte. Russland forderte auch, dass die Ukraine die Schulden in Form der Sonderziehungsrechte bezahlen sollte. Jene Sonderziehungsrechte des globalen Währungskorbs, die der IWF plant einzusetzen, um sie als Weltreservemechanismus zu verwenden und somit die Funktion des US-Dollars übernehmen werden.

Sie werden auch mit Sicherheit die Tatsache ignorieren, dass Putin und der Kreml bei mehreren Anlässen den IWF aufgefordert haben das globale Management der Weltfinanzsysteme zu übernehmen, in dem es die Umsetzung der Sonderziehungsrechte als neue Weltreservewährung implementiert.

Und natürlich stört die Tatsache nicht, dass Russland Mitglied der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich ist und dass die BIZ der richtungsweisende Diktator ALLER zentralen Banken ist und somit die Zugehörigkeiten und Absichten von Russland als Ganzes klar sind. Die Beweise sagen, dass Putin genauso ist wie Obama: Eine weitere Hure für die Internationalisten.

Während die falsche Ost/West-Konfrontation wächst, wird der eigentliche Zweck einer solchen Krise deutlich. IS-Kämpfer wurden zweckmäßigerweise aus Syrien unter Millionen von „Flüchtlingen“ herausgebracht, bevor die russischen Streitkräfte schließlich beschlossen loszulegen. Und diese IS-Kämpfer werden Chaos in den westlichen Nationen anrichten. Wirtschaftliches Chaos wird sich weiter ausbreiten. Die USA werden ihren Petro-Dollarstatus verlieren, während der Osten Eurasien subsummiert. Die Angst vor einem neuen Weltkrieg wird die öffentliche Wahrnehmung bestimmen. Die immer ungebildetere und verängstigtere Massenmehrheit wird weit weniger tolerant gegenüber intelligentem Dissens werden. Und die Fabiansozialisten, die die globalen Institutionen heimsuchen, werden eine clevere Lösung für das Problem, das sie geschaffen haben, vorschlagen: Die Auflösung aller souveräner Staaten und die vollständige Zentralisierung der Verwaltung in den Händen der wenigen Auserwählten, um die Menschheit von solchen zerstörerischen Spaltungen zu retten.

Wenn man versteht, dass ein Hauptziel der Globalisten die vollständige Abschaffung des durch die Verfassung gegebenen Schutzes in Amerika und die Durchsetzung eines totalitären Rahmens ist, dann muss man zugeben, dass ein Konflikt mit Russland eine ausgezeichnete Gelegenheit dafür und für die Globalisten selbst ist. Kriegsfieber versetzt die Menschen ins Delirium und macht sie formbar und Bedrohungen von außen machen internen Despotismus weitaus erträglicher.

Die Illussion, dass mit einem Ende der USA/des westlichen Systems auch eine Neue Weltordnung sein Ende finden wird, ist genau das: eine Illusion.

In Wahrheit ist der Fall der USA ein wichtiger Baustein auf dem Weg hin zu einer Neuen Weltordnung. Schon 1988 lesen wir im Finanzmagazin The Economist, das sich im Besitz der Rothschild-Familie befindet, von einer benötigten wirtschaftlichen „Harmonisierung“. Der Artikel Get Ready For A World Currency By 2018 (Macht euch bereit für eine Eine-Welt-Währung bis 2018) beschreibt die Schaffung einer globalen Währung namens „Phoenix“ über den Zeitraum von drei Jahrzehnten.

Die BRICS-Staaten, inklusive Russland, haben sich alle für die Bildung eines globalen Reservewährungssystem unter der direkten Kontrolle des IWFs ausgesprochen, beruhend auf der Methodik und Systematik des Korbs der Sonderziehungsrechte.

Und auch China ist ein Unterstützer der gleichen Agenda einer IWF-gesteuerten Weltwirtschaft.

Ist es reiner Zufall, dass die Wünsche der BRICS-Staaten mit den Entwürfen der internationalen Bankenmafia übereinstimmen?
Jim Knox
03. November 2016 13:48
Wir könnten alle diese Krisenländer in aller Ruhe betrachten und würden Hunderte Milliarden einsparen, die nur unseren Schuldenturm weiter erhöhen . Es gibt nur noch eine Lösung , die die zukünftige deutsche Katastrophe verhindert : Raus aus der EU, raus aus dem Euro, raus aus der NATO und unsere Grenzen zuverlässig selbst genau kontrollieren . Letzten Endes heißt das Selbstbestimmung und Freiheitsrechte für den eigenen Staat .

Und endlich mit der unsäglichen Einmischung in andere Staaten aufhören, was besonders eine Spezialität der Westmächte ( USA;F;GB) ist . Wenn sich ausländische Staaten selbst zerlegen wollen , bitte schön, aber nicht auf Kosten unserer eigenen Sicherheit und Zukunft.

Wenn einzelne Staatsvölker streiten, Kriege und Revolutionen ausrufen , dann laßt sie kämpfen, aber zeigt denen klar, dass wir deren Überbevölkerungen und tödliche Verantwortungslosigkeiten nicht ausbalancieren werden. Am Ende solcher Streitigkeiten wird einer gewinnen und dann ist für lange Zeit wieder Ruhe im "Stall".
Dietrich Stahl
03. November 2016 14:50
@Gustav

Lieber Gustav,
Danke für Ihre klare Analyse. Viele der recherchierten Fakten sind mir neu.

Und die Fabiansozialisten, die die globalen Institutionen heimsuchen, werden eine clevere Lösung für das Problem, das sie geschaffen haben, vorschlagen: Die Auflösung aller souveräner Staaten und die vollständige Zentralisierung der Verwaltung in den Händen der wenigen Auserwählten, …


Mit anderen Worten geht es um die Durchsetzung der schönen neuen Welt der NWO.

Ganz klar, es ist ein gigantischer Kampf im Gange, von dem der in Syrien nur ein Schlachtfeld von vielen ist.

Doch dieser Kampf ist keineswegs entschieden. Vieles ist möglich. Es liegt bei uns – nicht nur hier beim SiN Forum.

Zu Putin:

Eine ambivalente Figur.
Ist er ein Freund des Deutschen? Zumindest scheint er, Deutschland zu schätzen.

Sicher ist er in globale Machtspiele involviert. Ansonsten wäre er nicht Präsident Russlands. Es gibt ja diese, zumindest vom Szenarium her, witzige Theorie, dass sich die US-SU [man beachte die spiegelbildlichen Kürzel, die auf Tieferes verweisen] Kontrahenten im Kalten Krieg unter dem Ewigen Eis der Arktis in Atom U-Booten getroffen haben. In denen sie dann das weitere Vorgehen abgestimmt haben sollen. Was da dran ist? Wer weiß das schon?
Immerhin haben sich Gorbatschow und Reagan zu einem ersten Treffen nach dem Fall der Mauer auf einem US Kriegsschiff getroffen.

Die Eliten sind verquickt. Fidel Castro, ein sehr hoher Freimaurer, und dito Mitterand waren enge Freunde. Da gibt es unzählige Beispiele.
Aber sie sind nicht homogen und marschieren nicht im Gleichschritt.
Ganz im Gegenteil. Der Kampf bis aufs Messer liegt ihnen im Blut, insbesondere auch der untereinander. Es geht um Macht und Karriere im Orden oder der Blutlinie.

Die Welt ist ein Schachbrett. Aber mehr wie das, das im Star Treck Universum gespielt wird – mehrdimensional.

Vor allem aber gibt es immer wieder Lichtgestalten [unter ihnen], die etwas bewirken oder es versuchen. Erinnert sei an die Kennedy Brüder und weitere Teile des Clans. John F. war dabei, etwas Großes für das amerikanische Volk und die Welt zu vollbringen. Er hatte die Macht dazu; und er wollte sie gebrauchen. Panische Reaktion der Dunkelmänner – mit den bekannten Folgen. Das Trauma haben sie bis heute nicht überwunden.
So eine Lichtgestalt kann auch Erfolg (mehr oder weniger) haben – Siegfried, Hermann, Jeanne d’Arc, Martin Luther, Abraham Lincoln – um nur einige zu nennen.
Und so eine Lichtgestalt kann jederzeit wieder wie aus dem Nichts auftauchen.


Putin ist zumindest für eine Überraschung gut.

Das Offensichtliche und das Verborgene:

Sie beschreiben, das Offensichtliche, das die letzte Ebene im oben angesprochenen Kampf ist. Sie ist wichtig, exekutiert oder manifestiert das, was auf den anderen Ebenen vorangegangen ist.



Die innerste Ebene ist die der Ideen …
t.gygax
03. November 2016 16:13
@dietrich stahl
Abraham Lincoln eine Lichtgestalt?
Er führte einen barbarischen Krieg gegen die Konföderierten.
Kennedy eine Lichtgestalt?
Er wußte vor der Schließung der Mauer am 13.8.1961, was kommen wird. Deutsche waren ihm völlig gleichgültig.
Maxx
03. November 2016 17:03
Immerhin haben sich Gorbatschow und Reagan zu einem ersten Treffen nach dem Fall der Mauer auf einem US Kriegsschiff getroffen.

Aber Reagan war zu diesem Zeitpunkt längst abgewählt (Bush war im Amt) und Gorbatschow war eine "lame duck", die Sowjetunion stand kurz vor dem Zerfall.

Allgemein: Politiker treffen pragmatische Entscheidungen, die im Normalfall den Interessen ihrer Nation dienen, um deren Fortbestehen und damit auch das eigene Überleben zu sichern ... Nichts anderes macht Putin.

...witzige Theorie, dass sich die US-SU [man beachte die spiegelbildlichen Kürzel, die auf Tieferes verweisen] Kontrahenten im Kalten Krieg unter dem Ewigen Eis der Arktis in Atom U-Booten getroffen haben. In denen sie dann das weitere Vorgehen abgestimmt haben sollen.

Na ja, gut, wenn man auf diesem Niveau weiterdiskutieren will, dann mal Tschüss...
Raskolnikow
03. November 2016 19:08
Den ganzen Nachmittag,

widmete ich mich den Hantierungen des Schneemannbaus. Und jetzt lese ich Gustavens Einwurf.

Dessen Argumentation erfordert ein gehöriges Maß an Chuzpe, das muß man schon sagen ... Ich glaube, sie, die Argumentation verdient eine Replik, nicht weil sie besonders originell daherkommt, sondern aufgrund ihrer perfiden Konstruktion.

Die ersten vier gustavschen Absätze können wir getrost überspringen, derartige Strohpuppenbastelei und Angstsuggestion scheint heute zwar zum guten Ton zu gehören, aber damit beeindrucken Sie, Gustav, nur junge Studentinnen, die beim Lesen die Lippen bewegen und mit dem Finger unter der Zeile entlangfahren ... Hier sind Sie damit falsch!

Besitzen Sie eine Maestro-Karte? Vielleicht auch eine Kreditkarte? Wenn ja, sind Sie dann nicht auch eine Hure der Internationalisten? Ich würde dieses harte Wort nicht wählen, dessen Sie sich befleißigen; weil wir alle unter einem Zwang stehen; ausgeübt von einem System international operierender Finanzakteure. Was sollen wir tun?

Unter diesem Zwang stehen auch Präsidenten. Anders als uns die Propagandamaschinerie weismachen möchte, obliegt es "dem Putin" nicht, zu obwalten wie es ihm beliebt. Im Gegenteil: aus dem Inneren beschossen von den "Westlern" (Oligarchen, Medwedjews Kreise, wirtschaftlich stark und gut vernetzt im Ausland), ökonomisch unter Druck (Sanktionen, private Zentralbank, Mittelstandskrise, Rohstoffpreise) und mil-strategisch mit den zerfallenden USA konfrontiert, ist sein Spielraum recht eng.

... Putin ein langjähriger Freund von Henry Kissinger ist, ... und dass Putin Kissinger als seinen „größten außenpolitischen Berater“ beschreibt ...


Offensichtlich sind Sie mit den Gepflogenheiten der diplomatischen Sprachbenutzung nicht sehr vertraut, denn einen alten Staatsmann als "langjährigen Freund" zu bezeichnen bedeutet vor allem Respekt und Freundlichkeit, auch für evtl. Gegner. Kissinger hat Putin 2012 in Moskau auf drastische Weise bedroht. Putin blieb betont freundlich und hielt den Amerikanern immer die Hand hin. Mittlerweile scheint Kissinger ein Pragmatiker in Bezug auf Rußland geworden zu sein, vielleicht weil er verstanden hat, was geschehen ist ...

Auch jetzt, wo Samantha Power, Vicci Nuland, Hillary Clinton, J. Kerry oder J. Biden, W. Putin bis zum Hitlervergleich beschimpfen, sprechen die Russen immer noch von Partnern und Freunden. Das hat Methode. Warum sollte der Kreml sich zu aggressiver Rethorik verleiten lassen? Sie, Gustav, können darin gern eine Konspiration wittern ...

... Russlands Hauptwirtschaftsberater kein anderer als der Auftragskiller des internationalen Bankenkonsortium ist: Goldman Sachs ...


Schönes Beispiel für eine auf Rechte zugeschnittene Dramaturgie. Hauptwirtschaftsberater, Donnerwetter! Was ist das denn? Goldman Sachs soll ausländische (westliche) Investoren für den russischen Markt requirieren. GS hat eben die Ausschreibung gewonnen, wen hätten Sie denn gern? Rosbank? Sberbank? Sparkasse? Müssen Sie da nicht lachen? Der in der RF umstrittene Vertrag (Selbst Kiseljow, Russlands Claus Kleber, äußerte sich vorsichtig kritisch!) läuft 2017 übrigens aus ...

Und Ihr Argument bezüglich der ukrainischen Schulden, das ist doch nicht Ihr Ernst? Russland wurde vom IWF über den Tisch gezogen. Der IWF hat der Ukraine Kredite gewährt, obwohl die Schulden in Moskau nicht getilgt waren. Der Kreml hat auf eine Klage/Rückzahlung verzichtet, weil die Ukraine bankrott gewesen wäre. Die Rechnung hätten dann nicht die Kiewer Oligarchen oder der IWF beglichen, sondern die Babuschkas, die am Pasaschirski Filzsocken verkaufen, um zu leben. Mit der von Ihnen postulierten Verflochtenheit der RF mit dem Fonds scheint es nicht weit her zu sein.

Moskau versucht den IWF von einem amerikanischen Erpressungswerkzeug zu einer internationalen Finanzaufsichtsbehörde zu machen. (Ich persönlich halte das für ein gefährliches Vabanque, aber wer bin ich?) Das ist auch bei den Valdai-Gesprächen vor ein paar Tagen thematisiert worden. Halten Sie davon, was Sie wollen, es schwächt, sollte es gelingen, jene Unnennbaren an der Wallstreet, wenn auch China, Venezuela, Russland oder Indien im IWF ein Wörtchen mitzureden haben ...

Eben diese Unnennbaren sind es auch, die alle, wirklich alle, Zentralbanken der Welt kontrollieren, ja besitzen. Deren Aktivitäten zerstören die Völker, ohne Frage. Aber wie soll der Einfluß russischer Politiker hier aussehen? Gleiches gilt für die BIZ.

Obwohl; wem gehört die nordkoreanische Zentralbank?

Mag sein, daß jene, denen der Sprung aus Frankfurt und London über den Atlantik gelang, einen neuen Sprung von der US-Ostküste nach China planen, aber ob der Stunt noch einmal klappt, bleibt abzuwarten. Nimmt man Ihrem Beitrag die Spekulationen, die Strohpuppen und die Halbfakten, bleibt nicht viel übrig als ein Artikel im "Economist" ...

Die BRICS-Staaten, inklusive Russland, haben sich alle für die Bildung eines globalen Reservewährungssystem unter der direkten Kontrolle des IWFs ausgesprochen, beruhend auf der Methodik und Systematik des Korbs der Sonderziehungsrechte.


Das ist die Welt, in der wir leben. Was wollen Sie? Peng! und alles ist gut? Das Dasosein in der Welt schon als Indiz der Konspiration?

Ihre Grundaussage ist ohne Frage richtig und dieser Punkt wird in den nächsten Monaten bzw Jahren genau zu beobachten sein: der Sturz des US-Imperialismus bedeutet nicht das Ende jener, die ich oben als Unnennbar bezeichnete. Sie sind die einzig wirklich Wurzellosen auf dieser Erde. Die Zapparonis. Darüber wird aber an berufener Stelle und hinter verschlossenen Türen schon seit längerem beraten, auch unter vermeintlichen "Feinden".

Ich bin einfach gestrickt, ich will vor allem keine fremden Atomwaffen und Soldaten in meinem Land, und ich will Politiker, die deutschen Interessen dienen, Diplomaten, die unser Land würdig, respektvoll aber bestimmt vertreten und Soldaten, die ihre Heimat schützen. Deshalb, ich kann es Euch nicht ersparen, muß das amerikanische Weltreich fallen! Deshalb muß Assad siegen!

Mir ist die Naivität des Geschrieben durchaus bewußt, aber wären wir nicht herzlose Lumpen, sähen wir die Dinge anders?

Ob die Chinesen bzw die Russen mit den Zapparonis Geschäfte machen oder sie im Pazifik versenken, was schert´s mich ...

Stets der Eure,

R.
Der_Jürgen
03. November 2016 19:18
@Stilblüte

Der Beitrag von Raskolnikow, auf den ich in meiner ersten Wortmeldung anspielte, findet sich am Ende dieses Strangs:

http://www.sezession.de/56218/brandherd-syrien-teil-2.html

@Gustav

"Der Fall der USA ist ein Baustein auf dem Weg zu einer neuen Weltordnung".

Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Hier die Gründe dafür:

Die Funktion der USA im globalistischen Weltsystem besteht nicht nur darin, mittels ihrer NGO, ihrer Medien, ihrer Filmindustrie etc. weltweit Subversion und Kulturzerfall zu verbreiten. Sie erfüllen auch die Rolle eines militärischen Rammbocks, der widerspenstige Staaten, die sich nicht mit Orangenrevolutionen etc. in die Knie zwingen lassen, zerstört. An Beispielen in den letzten beiden Jahrzehnten fehlt es mitnichten.

Welcher andere Staat könnte diese Aufgabe erfüllen? Keiner. Warum sollten die Globalisten ihren Rammbock dem Zerfall preisgeben und riskieren, dass in Washington ein Antiglobalist ans Ruder kommt, der mit dem ganzen Spuk flugs Schluss macht? Es würde reichen, an einem einzigen Tag alle grossen Fernsehsender und Zeitungsredaktionen zu besetzen und einige tausend führende Globalisten wegen Hochverrats verhaften zu lassen, und das globalistische Monstrum wäre enthauptet. Seine Trümpfe sind Geld und Propaganda - Papier und Worte. Ein Staatschef, der die Armee und die Polizei auf seiner Seite hat und entschlossen einsetzt, kann dem Monstrum im Nu den Garaus machen.

Halten Sie Trump für einen willfährigen Diener der Globalisten, der seine vorgegebene Rolle spielt? Das ist er offensichtlich nicht. Die grenzenlose Panik der Ostküstenclique über seine Erfolge ist echt, nicht gespielt. Kein gehorsamer Lakai würde eine Rede halten wie diejenige, die Trump am 13. Oktober in Florida hielt. Es war eine Kriegserklärung an ein bis ins Mark korruptes System und seine Hintermänner.

Offensichtlich gibt es innerhalb der amerikanischen Elite viele Menschen, die ihren Verstand nicht ganz verloren haben und keinen Atomkrieg gegen Russland im Interesse islamistischer Halsabschneider wollen. Deshalb die Freigabe von Informationen, die für Hexe Hillary hoffentlich tödlich sein werden.

Sicher, falls Trump gewählt wird, wird man immensen Druck auf ihn ausüben, und keiner kann ausschliessen, dass er einknickt. Sein Programm kann er ohnehin nur durchsetzen, wenn er schon bald nach seiner Wahl einen Putsch durchführt und eine Diktatur errichtet. Gegen rund um die Uhr hetzende Medien und gegen ein Oberstes Gericht, das jeden seiner Entscheide blockiert und sogar lupenrein demokratische Volksentscheide für ungültig erklärt, wenn sie der Ideologie der Neuen Weltordnung widersprechen (in Wisconsin, Kansas und Kalifornien sprach sich jeweils eine Volksmehrheit gegen die Schwulenehe aus, aber in allen drei Fällen entschied der Oberste Gerichtshof die Volksabstimmungen für verfssungswidrig), kann Trump nicht regieren.

Als Rechtfertigung für einen Putsch reicht schon die öffenliche Enthüllung der Wahrheit über den 11. September. Das amerikanische Volk wird dann jede noch so harte Abrechnung mit den Führern des Verbrechersystems begrüssen.

Zu Russland. Ja, der globalistisch-zionistische Einfluss ist in Russland sehr stark, da haben Sie leider völlig recht. Um ihn auszuschalten, müsste Putin den Rubikon überschreiten wie Stalin in der zweiten Hälfte der dreissiger Jahre, als er die Vorherrschaft einer nichtrussischen Elite in der UdSSR durch die grosse Säuberung (der natürlich auch zahllose Unschuldige zum Opfer fielen) brach. Er müsste analog zu Trump eine nationale Diktatur errichten, die von der überwältigenden Mehrheit der Russen unterstützt würde. Davor schreckt er bisher zurück. Er ist ein vorsichtiger Mann.

Es wäre unendlich naiv, Putin als Marionette des Westens zu sehen, der freiwillig die Rolle eines Buhmanns spielt. So wenig wie die gigantische Hetze gegen Trump ist diejenige gegen Putin vorgetäuscht. In Syrien hat er die USA ausmanövriert. Handelt eine Marionette so? In der Ukraine hat er entschlossen gehandelt, die Krim heimgeholt und durch seine Unterstützung der Volksmilizen verhindert, dass der ganze Donbass von der ukrainischen Armee niedergewalzt wurde. Man kann ihm allerdings vorwerfen, dass er nicht noch mehr getan und den Milizen nicht geholfen hat, auch den westlichen Teil des Donbass zu befreien. Dieser Vorwurf wird von Nationalisten wie Dugin, Prochanov und Girkin in der Tat gegen Putin erhoben.

Lieber Gustav, den Grossen Plan gibt es, aber es lässt sich eben nicht alles planen. Der Mensch ist kein Roboter, seine Handlungen sind nicht durchwegs lenkbar und voraussehbar. Wer den menschlichen Faktor übersieht, handelt auf eigene Gefahr. Darum stimme ich den Ausführungen von

@Dieter Stahl

zu.
Gustav
03. November 2016 23:50
@ Raskolnikow

"Ob die Chinesen bzw die Russen mit den Zapparonis Geschäfte machen oder sie im Pazifik versenken, was schert´s mich …"

Genau um diese Zapparonis geht es doch. Deren Machtbasis verschiebt sich nach Osten, wie immer von langer Hand vorbereitet. Zum Wechsel gehört die Zerstörung Europas und Amerikas, und was die Wurzellosen mit Russland bereits einmal angerichtet haben......

Ich würde den Geschäften das Versenken vorziehen.
A. Norath
04. November 2016 00:33
raskolnikov:
"dank an männer wie"usw...und die frau, welche diese konferenz erst möglich machte?
Benedikt Kaiser
04. November 2016 10:08
Danke an alle, speziell an Raskolnikow!

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