11. November 2016

In Echos Kammer

von Lutz Meyer / 44 Kommentare

Das Modell der Echokammer beschreibt einen kulturell-politischen Zustand, in dem die hermetisch von der Außenwelt abgeschlossenen Diskutanten nur noch ihre eigenen Worte vernehmen, die endlos wiederholt werden. Dieser Verstärkereffekt erzeugt vor allem negatives Feedback. Es dröhnt und schrillt immer lauter, jeglicher Sinn bleibt auf der Strecke.

Lutz Meyer kommt aus der linksanarchistischen Szene, seine Themen findet er auf der Straße.

Kaum ein anderes Modell kann die derzeitige Situation besser beschreiben als die Echokammer – ob rechts oder links, man redet nicht miteinander, sondern untereinander oder gar im Selbstgespräch. Das dafür aber um so lauter, denn es dient schließlich dem Zweck der Selbstvergewisserung und Selbstbestätigung. Und nur das ist erwünscht – man berauscht sich am Klang der eigenen Worte. Doch die anschwellende Lautstärke in der Echokammer fördert den Hall, nicht aber die Verständigung.

Das Internet ist das ideale Medium für die Kultivierung eines solchen politischen Solipsismus – Meinungen werden mit Volldampf herausgeblasen, zirkulieren aber im Wesentlichen nur in den jeweiligen Follower-Gruppen, wo sie nicht selten üble Dünste verursachen. Eine nennenswerte Außenwirkung im Sinne einer konstruktiven, problemlösungsorientierten Debatte haben sie nicht. Dafür geschieht etwas anderes: Der permanent in den verschiedenen Echokammern abgelassene heiße Dampf führt, wie sowohl in Deutschland als auch in den USA derzeit gut zu beobachten ist, zu einer Überhitzung des politischen Klimas.

Eine solche politische Klimaerwärmung hat Folgen: Die Kultur der Debatte verdorrt, die Wüste wächst. Daß in Wüsten vor allem Religionen wie der Islam gedeihen, ist kein Zufall und treibt die kulturell-politische Erhitzung weiter voran – es wird heißer werden als jemals zuvor. Der Islam ist ein Musterbeispiel dafür, wie es sich anfühlt, wenn nur das ewige Echo der eigenen Worte gilt und alles andere Gotteslästerung ist. Im säkularen Maßstab und derzeit noch etwas milderer Form vollzieht sich Ähnliches seit einigen Jahren in unseren Medien und Parlamenten: Nur das eigene Wort zählt – und sei es auch noch so verworren oder gar erwiesenermaßen falsch.

Gibt es einen Ausweg aus der Echokammer? In der Spieltheorie der 60er und 70er Jahre gab es die sogenannte Drehpunktperson (Pivot player). Solche Drehpunktpersonen sorgen zwischen der Hauptkultur und der Subkultur für einen Ideenaustausch. Auf diese Weise wurden linke Utopien gegen allen anfänglichen Widerstand nach und nach salonfähig – in Politik, Wirtschaft, Medien und Kirchenkreisen. Der anfängliche Widerstand bröckelte und brach bald auf breiter Front ein. Auf heutige Verhältnisse übertragen heißt das: Jemand, der konservative bzw. rechte Ansichten hegt, als solcher in einer sezessionistischen Subkultur verkehrt, beruflich aber beispielsweise als Unternehmensberater tätig ist, kann – persönliche Integrität, einen gewissen Charme und ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit vorausgesetzt – durchaus Einfluß auf Unternehmerkreise ausüben.

Es ist das Prinzip der Schleuse: Wasser fließt von der einen in die andere Kammer, es findet ein Ausgleich statt, bis Subkultur und Hauptkultur einander auf Augenhöhe begegnen und der eigentliche, vom Vermögen her durchaus fruchtbare Austausch beginnt. Natürlich könnte es sein, daß die heutige linksgrüne Hauptkultur sehr viel spießiger, neurotischer und verklemmter auf solche Drehpunktpersonen reagiert als die damalige konservative Hauptkultur – was immerhin einen guten Witz abgäbe.

Sollte diese friedliche Durchdringung heute nicht mehr funktionieren, bliebe wahrscheinlich nur die Gewaltlösung. Wohlgemerkt nicht die Gewalt des zu allem entschlossenen Partisanen, sondern die weitaus stärkere Gewalt der Fakten. Diese Gewalt der Fakten überschallt jedes Echo, knackt jede Echokammer wie ein Bunker buster.

In der griechischen Mythologie war die Echo übrigens eine äußerst begabte Geschichtenerzählerin. Sie unterhält die Zeus-Gattin Hera aufs Trefflichste, währenddessen Zeus seinen erotischen Abenteuern nachgeht – ein klassisches Ablenkungsmanöver. Als Hera dahinterkommt, beraubt sie Echo der Sprache – Echo ist fortan nur noch in der Lage, das letzte an sie gerichtete Wort zu wiederholen.

Sollte es nicht unser Anliegen sein, die Echo von ihrem Bann zu erlösen und wieder zu einer begabten Geschichtenerzählerin zu machen? Gut erzählte Geschichten haben anders als Meinungen den Vorteil, daß sie sehr anschaulich, geradezu sinnlich nacherlebbar und lebensweltlich verankert sind. Deshalb hört man ihnen viel lieber zu als reinen Meinungsäußerungen. Gut erzählte Geschichten können die Welt verändern.

Lutz Meyer kommt aus der linksanarchistischen Szene, seine Themen findet er auf der Straße.

Kommentare (44)

Winston Smith 78699
11. November 2016 10:20
Aber wo denn die guten Geschichten erzählen? Die Echokammern werden ja mit Fleiß erzwungen. Foren für Querdenker verschwanden. Auf den großen Jedermann-Austauschplattformen wie Facebook und youtube wurde man auf den Kanälen der Etablierten allenfalls noch beleidigt, wenn nicht gar gleich, still und heimlich, ganz gelöscht, und zwar dies sogar durchgereicht unter offiziell vermeintlichen Gegnern.

Ich hatte mir vorurteilsfreie Diskussion mit vor allem Fragehaltung vorgenommen und wurde recht bald ausgeblockt, schrittweise immer mehr. Pöbler hingegen blieben sichtbar - ein Indiz für Desinformation und Psychopolitik: die Löschung und Blockade auf den Kanälen der Verantwortlichen ist nicht nach innen gerichtet im Sinne einer Selbstvergewisserung, sondern als Illusion nach außen, als Vorspiegelung von Meinungsfreiheit und Inszenierung eines bösen autochthonen Volkes unter gutwilliger, kluger, toleranter Regierung für die internationale Öffentlichkeit. Daher betone ich wie immer: die Vorbereitung der Vorgänge reicht weiter zurück, im Internet war massive politische "Tätigkeit" zu spüren, welche nicht als solche erkannt werden wollte.

Übrig blieben SiN, PI, Tichy, Achgut, Compakt, eine zeitlang noch Kopp und dann noch kleinere. Ehrlich gesagt landete ich hier erst nach Rauswurf überall sonst. Mag man diese Portale als Echokammer bezeichnen, so wurden sie doch dazu durch Abschottung von den anderen aus.
Der_Jürgen
11. November 2016 10:47
Wunderbar. Mehr habe ich nicht zu sagen.
Arminius Arndt
11. November 2016 11:42
Danke für diesen Beitrag - Bzgl. der Echo-Kammer kann man sich auch hier an die eigene Nase fassen.

Eine Bußpredigt zur rechten Zeit, bevor die allgegenwärtigen Wahrnehmungsblasen zu dicke Häute bekommen. Wie geschrieben, Danke!
Arkanthus
11. November 2016 12:37
Hallo Herr Meyer.

Der Autismus, den Sie beschreiben, trifft auf "die Rechte" so nicht zu. Mein Eindruck jedenfalls ist, dass "unsere Seite" durchaus zuhört und der anderen Seite mit Argumenten begegnen will. Oder zumindest wollte, denn "die Linke", die ja bis jetzt die kulturelle Oberhoheit in der westlichen Welt seit spätestens den 80ern innehat, reagierte stets mit Ad-Hominem-Antworten und herrschaftlicher Arroganz. Wozu also reden mit den Pfaffen der Political Correctness, wenn sie nur "revoco!!" zurückbrüllen ? Luther jedenfalls wählte lieber die Sezession.
cherusker69
11. November 2016 13:22
das Problem ist aber, das linke nicht bereit sind zu Reden. Man macht immer die gleichen Erfahrungen..Kaum erwähnt man Wörter wie deutsches Volk,Patriotismus, Identität, kommen sofort die üblichen Kampfbegriffe wie Nazi und ähnliches... Die Verhinderung der Debatte ist ja das Bollwerk dieser linken Ideologen..Es ergibt sich kaum ein wirkliche gutes Gespräch.. Das sind zumindest meine Erfahrungen mit den politischen Gegner.
Diese Gutmenschen besitzen keine offenes Ohr für Menschen die anders Denken und genau darum, bleiben wir in dieser Echokammer gefangen..
ulex
11. November 2016 14:03
Nunja,

die Diskursverweigerung geht ja nicht von Unsereiner aus - zumal sich der Nicht-Diskus dann auch noch meist noch in den Kommentar-Strängen der Web- und Facebook-Seiten der etablierten Medien und Politiker abspielt, wo sicherlich fast jeder schonmal die Erfahrung gemacht hat, dass völlig harmlose Kommentare zensiert wurden, Diskussion gleich ganz geschlossen oder Account fürs Posten gesperrt werden.

(Irgendwelche "Hetzkommentare" oder "Hasspostings" oder bewussste Falschmeldungen begegnen mir hingegen extrem selten)

Ähnliches gilt natürlich auch für den Umgang mit Journalisten.

Es gibt sicherlich diverse Dinge die man selbstkritisch hinterfragen muss und sollte, grad auch was Diskussionskultur und Kompetenz im Umgang mit sozialen Medien auf der Rechten angeht - aber Diskursverweigerung gegenüber dem politischen Gegner gehört hier eigentlich nicht zu.
deutscheridentitärer
11. November 2016 14:14
Danke für diesen Beitrag – Bzgl. der Echo-Kammer kann man sich auch hier an die eigene Nase fassen.


Nein, kann man nicht.

Nicht nur, dass hier regelmäßig auf die Ansichten der anderen Seite eingegangen wird, wir (Noch-)Außenseiter sind ja permanent von der linksliberalen Realitätskonstruktion umgeben.

Wie sollen wir hier in eine Blase geraten?

Ich habe außerhalb politischer Aktivitäten fast ausschließlich mit Nicht-Rechten zu tun.

Ich vermute, den Meisten geht es ähnlich.


Abstrakt gesprochen lebt natürlich jeder Mensch, bedingt durch seinen subjektiven Zugang zu den Dingen, in einer "Bubble", immer und überall und unentrinnbar.

So gesehen geht es vielmehr darum, die Blase der Anderen zum Platzen zu bringen und sie in unsere Blase zu holen.

Selbstkritik ist eine Tugend, aber wie alle Tugenden ist sie relativ zu ihrem Preis zu sehen.


Entgegen der landläufigen Meinung ist das patriotische Lager selbstkritisch und von Zweifeln besessen bis zur Lähmung; wir müssen Selbstkritik aber als Mittel zu einem starken Selbstbewusstsein verstehen.

Wir sind im Krieg, nicht an der Uni, und an der Uni sind wir natürlich erst recht im Krieg.
Ein gebürtiger Hesse
11. November 2016 14:15
Sehr guter, raumschaffender Ansatz. Möge er aufgegriffen werden und gute Ergebnisse zeitigen. Danke für den Beitrag, Herr Meyer - einen Ihrer besten.
Leif
11. November 2016 15:49
Gerade wer im Krieg ist, sollte sich nicht gegenseitig die hochpolierte Waffe vor die Nase halten, sondern sich um sinnvollen Einsatz bemühen

Ich habe am eigenen Beispiel erlebt, wie schnell man sich mit änhnlich Denkenden einen einrühert. Ist ja auch bequem und erweckt die Illusion, mal ganz klar und kompromisslos gewirkt zu haben. Warum sollte das bei der einen Gruppe auch anders sein als bei der anderen, wenn es ein allgemeiner gruppenpsychologischer Effekt ist.

Dass man sich bei aller konstruktiver Selbstkritik da keinen durchaus zweckdienlichen Selbstzweifeln unterwerfen sollte, stimmt natürlich. Und dass es gemeinsamer Phasen des Austausches oder des Wundenleckens bedarf, ebenso.

Danke für den Artikel, Herr Meyer, mit dem Bild von der Echokammer nehme ich wieder etwas mit in den nächsten Tag.
Arminius Arndt
11. November 2016 16:09
Wie sollen wir hier in eine Blase geraten?


Hier wird bekanntermaßen bei den Kommentaren auch nicht alles veröffentlicht - auch ohne dass es dafür auch nur einen Ansatz von Verfänglichkeit für die Seitenbetreiber gab (eigene Erfahrung).

Gerade die ganze Compact- und in sehr geringem Maße auch die "Szene" hier, hat schon eine kleine Gefahr des Sektenmäßigen an sich (natürlich bei weitem nicht in dem Ausmaß, wie bei NPD & Co und ich will das jetzt wirklich nicht dramatisieren - bitte nicht in den falschen Hals bekommen).
Heinrich Brück
11. November 2016 16:45
Es geht doch nicht um Verständigung zwischen Echo und Hera, sondern Ablenkung von Zeus und seinen amourösen Machenschaften. Echos Sprachlosigkeit als Heras Bestrafung.
Interessant natürlich die Episode zwischen Echo und Narziß. Das Schockerlebnis dürfte in der Erkenntnis liegen, daß Narziß sein eigenes Spiegelbild Echos Antlitz vorzieht. Auch für ihn eine Strafe.
Die Positionen sind klar und bestimmt. Ihre Sprachführungen bedingen die Handlungen. Eine gute Geschichte handelt vom Tod der Sprachlosen und Selbstverliebten.
Für Echo und Narziß gibt es keinen Ausweg. Sie müssen sterben.
Wer ihre Rollen nachspielen muß, wird auch sterben. Vielleicht gibt es in den germanischen Wäldern erzählerische Äquivalente, die einen anderen Tod vorziehen und nicht in der falschgesteuerten Nachahmung ihren Untergang suchen?
An einen Kulturumsturz der Hauptkulturen mag ich nicht so recht glauben; eher an ein Verlassen des Kulturraumes. Diesen Kulturraum zu vergrößern, ihn nicht Echo und Narziß zu überlassen, wäre eine Geschichte wert.
Lots Salzsäule hörte die Warnung, aber die Neugierde triumphierte. Auch eine gute Geschichte. Komisch, bei mir enden alle guten Geschichten mit dem Tod...
Milarepa
11. November 2016 17:22
Laut "Spiegel" werden an einer kalifornischen Universität bereits"Trump-Trauma" Behandlungen für verweinte Realitätsgeschockte angeboten.
masseltov
11. November 2016 17:35
@Winston Smith
dieselbe erfahrung: bis vor über einem jahr glaubte
ich noch an eine diskussionsmöglichkeit auf den kommentar-
seiten der "welt".
unter meinem "nome de guerre" spießte ich die größten
propagandisen, irrungen & Wirrungen der welt-Sschreiberlinge auf
- und das war wahrlich keine kunst: die artikel erreichten damals
schon den zustand totalen gagas, speziell bei themen
wie russland und "immigration". ich formulierte scharf,
ironisch, sarkastisch - aber nie vulgär.
folge: totalsperrrung auf den kommentarseiten der "welt".
ich fühlte mich geehrt.
;-)
Dietrich Stahl
11. November 2016 17:45
Brücken bauen – Mit Donald Trump

In seiner Rede nach der Wahl betonte Trump, dass er der Präsident aller Amerikaner sein möchte. Und dass er Brücken zu denen, die ihn nicht gewählt haben, bauen möchte.

Schock, Irritation, Ratlosigkeit – das ist hierzulande greifbar im Lager der Selbstgerechten.

Ein Modell für die NR – Brücken bauen!
Das kann ich üben, in dem ich versuche, innerlich die entsprechende Haltung einzunehmen. Eine innerlich ausgestreckte Hand wird es dem „Feind“, der irritiert ist, bei dem sich Zweifel regen, ermöglichen, aus seiner Echobox auszubrechen.
Nero
11. November 2016 18:06
Klasse Artikel, Herr Meyer.
In der Tat haben Sie recht. Eine Geschichte hört sich immer schöner an als die pure Meinungsäußerung. Außerdem verleiht man dem Inhalt durch Empirie einen zusätzlichen Status. Das werde ich in Zukunft berücksichtigen. Danke.

Die Gewalt der Fakten ist allerdings die unmittelbare physische und psychische Gewalt. Alles andere wird relativiert, verharmlost und lächerlich gemacht, dass man selbst Fakten nicht mehr verwenden kann.
Wen interessiert denn, dass Flüchtlinge ein riesen Kostenfaktor sind?
Nein, alles Fachkräfte. Fakt: ungebildet, unverschämt, unbrauchbar.
Wen interessiert es, dass die Kriminalität immer weiter steigt, besonders Sexualstraftaten? Aber die Deutschen sind auch so! Fakt: Köln.
Wen interessiert es, dass jede noch so exotische Gruppe als Volk anerkannt wird und besonderen Schutz in Deutschland genießt und das deutsche Volk hingegen als niemals existent oder Bevölkerung abgestempelt wird.
Aber die Jesiden werden verfolgt! Wir müssen sie schützen! Fakt: Vergewaltige Frauen werden von den Jesiden verachtet und ausgesetzt. Und diese Jesiden sind also schützenswert.
Deutschland wird überflutet von fremdem Völkern die sich einen Scheiß für uns interessieren und uns nur als Verteiler von Geld und Bequemlichkeiten missbrauchen wollen. Aber wir sind doch auch so! Fakt: ein Sozialstaat nach deutscher Ordnung gibt es kein zweites Mal. Nordische Länder auch noch aber im Süden wird es schon eng. Arabische, türkische oder afrikanische Staaten haben so etwas nicht. Und sie haben es auch nicht vor. Das würde nicht gehen, wenn die Europäer solche Egoisten wären wie die anderen auch.

Herr Meyer, das sind alles Fakten und sie bewirken NICHTS!
Diese Leute werden sich beim Ober noch ein Bier auf Steuergeld bestellen
während die Titanic schon Schlagseite hat und die Rettungsbote abgelassen werden.
Diese Leute werden untergehen. Warten wir darauf, dass die sich durch Fakten überzeugen lassen, gehen wir mit unter.

MfG
Karl
11. November 2016 18:16
Hallo Herr Meyer!
Vielen Dank für diese Einsichten! Ganz großartige Bilder:
• Echokammer/politischer Solipsismus/Hall/ (gilt - wie Sie ja auch schreiben - sowohl für uns wie für die Linken und die Medien incl. "der Politik").
• Klimaerwärmung – Wüste - Islam
• Drehpunktperson – Schleuse
• Echo – Geschichten erzählen
Damit gebe ich Ihre Bilder wie ein Echo wieder. Also Bestätigung Ihrer Theorie: wir befinden uns in einer Echokammer. Wie herausfinden? Drehpunktperson/Schleuse? Ich vermute wie Sie, dass das „Prinzip Schleuse“ bei den links-grün Verstörten nicht funktioniert, da das utopische Weltbild einen Damm eingebaut hat, gegen den Hinweis auf reale Gegebenheiten, der verhindert, dass sauberes Wasser die Kloake zunehmend reinigt. Die Hirnverschmutzung ist derart vorangeschritten, dass sie aus inbrünstiger Überzeugung wie die Lemminge absaufen. Damit sind zunächst der feste Glaube und die Beratungsresistenz grün-linker Utopisten ihre derzeitige Stärke. Dieser Damm wird erst - wie Sie ja auch schreiben - durch die Entwicklung des Faktischen brechen. Sind Brexit und USA/DT erste Dammbrüche? Wird es (hoffentlich) weitergehen mit Österreich, Niederlande, Frankreich? Und D?
Der_Jürgen
11. November 2016 19:42
Ich schrieb zwar in meiner ersten Wortmeldung, ausser "wunderbar" gebe es hier nichts mehr zu sagen, aber nachdem ich den in der Tat wunderbaren Text noch ein zweites und ein drittes Mal gelesen habe, möchte ich doch etwas hinzufügen.

Zunächst einmal: Das ist ein ungewöhnlicher Meyer. Im allgemeinen sind Lutz Meyers Texte in funktionaler Sprache abgefasst; sie bestechen durch ihre Solidität, nicht aber durch kühne Bilder. Von diesen gibt es aber hier gleich mehrere, wie

@Karl

richtig festhält. Bitte so weitermeyern (mit y, nicht mit i).

Nun aber zum eigentlichen Thema, der "Sprachlosigkeit" zwischen den beiden Lagern, von denen das eine, das man als "links-liberal" oder "gutmenschlich" bezeichnen könnte, die offizielle und alleinseligmachende Ideologie des Staates und seiner Medien vertritt.

Ja, die Rechten sind in der Tat weit eher dialogbereit als die Linken, wie mehrere Foristen unterstreichen. Doch wozu sollte einb Dialog eigentlich gut sein? Unsere Gegner wollen Deutschland, Europa, die abendländische Menschheit mitsamt der von ihr geschaffenen grossartigen Kultur abschaffen und den Alten Kontinent in eine Mischung aus Nigeria und Afghanistan verwandeln - im Namen einer irrsinnigen Ideologie. Wir wollen diese Abschaffung verhindern. Im Grunde gibt es keinen Mittelweg. Wer die Einwanderung "in geordnete Bahnen lenken" will, ist ebenfalls für den Volkstod, nur eben in verlangsamter Form.

Wer von unseren Gegnern den Weg nach Schnellroda findet, den wird man dort bestimmt willkommen heissen. Kluge Köpfe wie Jürgen Elsässer und Lutz Meyer waren ja Linke, Elsässer sogar Antideutscher. Andererseits ist mir spektakulären Konversionen in grosser Zahl nicht mehr zu rechnen. Ja, es wird immer neue Opportunisten und Trojanische Pferde a la Nikolaus Fest geben, die sich ins rechte Lager einschleichen, um dort den Cuckservatismus zu verbreiten (siehe dazu das neuste Video mit Fest bei PI), aber vor denen hüte man sich wie vor der Pest.

Wer heute noch "Nie wieder Deutschland" schreit, der wird - von Ausnahmen abgesehen - bis zu seinem bitteren Ende in seiner Ideologie verharren.

Es geht vor allem darum, jene, die insgeheim schon auf unserer Seite stehen, vom System wegzuführen. Laut Meinungsumfragen sollen rund zwei Drittel der Deutschen die Einstellung der Masseneinwanderung aus Afrika und dem Nahen Osten fordern, und zu diesen zwei Dritteln kann man weitere zehn bis fünfzehn Prozent zählen, die dies insgeheim wünschen, aber angesichts des Meinungsterrors nicht zu sagen wagen.

Der Druck der Realität wird, wie Meyer am Schluss seines Artikels festhält, sein Werk tun. Ich bleibe vorsichtig optimistisch.

@Nero

Stimmt alles, was Sie schreiben, aber geht es nicht auch ohne das Sch...-Wort?
Trouver
11. November 2016 20:17
Sollte diese friedliche Durchdringung heute nicht mehr funktionieren, bliebe wahrscheinlich nur die Gewaltlösung. Wohlgemerkt nicht die Gewalt des zu allem entschlossenen Partisanen, sondern die weitaus stärkere Gewalt der Fakten. Diese Gewalt der Fakten überschallt jedes Echo, knackt jede Echokammer wie ein Bunker buster.


Apropos, die Fakten.

Nach dem jüngsten KO hat die Grüne endlich einiges gelernt:

Trump-Versteher: Wenn Sie verhindern wollen, von denen in naher Zukunft regiert zu werden, vor denen Sie sich fürchten, sollten Sie als erstes das Wort „Abgehängte“ einmotten. Egal ob Brexit, AfD oder Trump: Rechte werden nicht nur von Männern mit Bomberjacke und ohne höheren Schulabschluss gewählt. Die Wählerschaft der Rechten zieht sich – wenn die Datenerheber sich nach der Wahl nicht genauso irren wie vor der Wahl – einmal quer durch alle, vorwiegend weiße Gesellschaftsschichten. Der Wähler ist offensichtlich der Überzeugung, dass er einfach auch mal wieder dran ist. Nicht, weil ihm irgendwas fehlt, sondern, weil ihm irgendwas nicht passt.
deutscheridentitärer
11. November 2016 20:36
Ein Modell für die NR – Brücken bauen!
Das kann ich üben, in dem ich versuche, innerlich die entsprechende Haltung einzunehmen. Eine innerlich ausgestreckte Hand wird es dem „Feind“, der irritiert ist, bei dem sich Zweifel regen, ermöglichen, aus seiner Echobox auszubrechen.


Vergessen Sie's.

Im besten Fall kommt es zu einer zivilisierten Unterhaltung, an deren Ende ein "let's agree to disagree" steht.

Die Zeit für das Ausstrecken der Hand ist nachdem man einen großen Sieg eingefahren hat.

Dann sollte man sich nicht kleinlich nachtragend, sondern großmütig geben.

Aber im Gegensatz zu Trump, der sich mit seinem Sieg in die erste Liga der großen Staatsmänner katapultiert hat, haben wir dergleichen noch nicht vorzuweisen.
deutscheridentitärer
11. November 2016 20:37
Herr Meyer, das sind alles Fakten und sie bewirken NICHTS!


Der Umstand, dass uns die Gegenseite mit allem Augenschein nach absoluter Selbstgewissheit gerade uns ein Ausblenden der Fakten vorwirft, verleiht dem ganzen Geschehen eine surreale Färbung.
Gustav Grambauer
11. November 2016 21:11
Milarepa

Eine neue Ausdrucksform der Zivilkultur etabliert sich mit Trump: das sogenannte Cry-In. Miley Cyrus fehlt es dabei noch ein wenig an "Attitude", sie reicht auch noch nicht ganz an professionelle sizillianische Piagnoni heran, dafür kontextualisiert sie ihre Empathie-Kompetenz:

https://www.youtube.com/watch?v=PjZoljZcVcw

-G. G.
Wolfgang
11. November 2016 22:22
@der gebürtige Hesse: Muss das eigentlich sein? Sich ständig bedanken, gefühlt in jedem Kommentar 2x "Danke" zu schreiben und alles immer fulminant, fabelhaft, hervorragend oder geistige Kraft schöpfend zu finden?
Aristoteles
11. November 2016 22:34
Das Bemerkenswerte ist v.a., dass diese Echokammer in einem Milieu entstanden ist, das sich die
"Streitkultur" und die
"Diskursfähigkeit" und die
"Diskussionsbereitschaft" und die
"Kunst des Debattierens" und die
"demokratische Pluralität" und den
"Respekt vor dem Andersdenkenden"
usw.
auf die Fahnen geschrieben hat.
Ben
11. November 2016 23:49
"Hermission, ein leiser, beinahe unscheinbarer Mann, redet den Delegierten von der Parteitagsbühne herab ordentlich ins Gewissen: "Wir müssen raus aus der Blase und unseren eigenen Facebook-Echokammern. Wir müssen mit Andersgesinnten Kontakt suchen, sonst sind wir selbst Teil des Problems.""

Der Gutmensch
12. November 2016 00:21
Mag man diese Portale als Echokammer bezeichnen, so wurden sie doch dazu durch Abschottung von den anderen aus.


Die Frage ist wohl eher, warum diese letzten Echokammern überhaupt noch existieren; sie zu schließen wäre sehr leicht. Also - welchen Zweck Echo erfüllt. Die Ablenkung war wohl eher die Folge von Echos Existenz. Aber hätte es Echo nicht gegeben - wäre Zeus dann etwa nicht fremdgegangen? Das ist unwahrscheinlich. Nur hätte sich Hera dann nicht so einfach ausmanövrieren lassen. Es hätte Zank gegeben - und Sterbliche hätten entschieden, zwischen Hera und ihren diversen Konkurrentinnen.

Wenn die letzten Echokammern schließen, wird es also genau dazu kommen. Zu einer Entscheidung. Zwischen der Macht und ...
Eveline
12. November 2016 09:01
Epidauros vor gut 2 500 Jahren. Wir befinden uns im Heiligtum des Asklepios.
Der große Heiler geht durch das Heiligtum und betrachtet es mit allen Sinnen.
Kommt sein Gehilfe Tinolino angerannt, Meister ruft er ungewöhnlich heftig, da sind zwei Kranke angekommen, die sehen aus als wären sie aus der Zeit gefallen, so fremd.

Nun es sind zwei Menschen aus dem Jahre 2016, der eine politisch links, der andere rechts.

Wie wirken diese auf den großen Heiler?
Er lauschte deren Unterhaltung und fand sich nicht zurecht. Warum diese Aggressivität, keiner ging auf die Argumente des anderen ein, sie kämpften mit Worten ... einen Krieg ... spiegelfechterisch.

Er fuhr nach Delphi um sich von dem Orakel Hinweise geben zu lassen.

Sie konnte ihm helfen. Telepathisch sandte sie ihm Bilder aus dem Jahre 2016.
Er sah eine Frau mit Hosen, die Kanzlerin eines Landes Deutschland ist und murmelte .... das ist gegen die Ordnung.
Dann hörte er Gespräche und war erstaunt, das alle Menschen mit ihrem ich identifiziert sind.... "ich denke" sagen sie, ist als würden sie sagen "Ich verdaue" und sich das noch einbilden.

Nun er hatte genug gesehen, ging wieder in das Heiligtum.

Er setzte die Fremden aufs Fasten 14 Tage lang , jeder für sich. Bei klarem Wasser, Massagen und Wickel.

Als die Zeit vergangen war setzten sie sich zusammen.

Asklepios fragte den Rechten, was ist von deinem Durcheinander im Kopf an Gedanken übrig geblieben?

Er antwortete : 1. eine wunderschöne Sängerin sehr angenehm, sie sang mir oft alte Kinderlieder vor 2. Eine Fee, die mich durch die Träume begleitet 3. ein Dämon, der mir immer Schuldgefühle eingibt und 4. ein Kommentator, ein Sprecher... mit dem ich mich immer unterhalte.

"Bist du das?" fragte der Heiler .
Ich weiß es nicht.

Asklepios : "Schau auf die Kinder.... sie sprechen in der 3. Person zu sich, das ist die Basis."

Beim Linken war es übrigens ähnlich, ist ja auch ein Geschöpf Gottes.

Wie mag die Geschichte ausgehen?
Werden alle weiterhin den Spiegel anreden oder sich auf ihre eigene göttliche Quelle besinnen?
Ein gebürtiger Hesse
12. November 2016 11:09
@ Wolfgang

@der gebürtige Hesse: Muss das eigentlich sein? Sich ständig bedanken, gefühlt in jedem Kommentar 2x „Danke“ zu schreiben und alles immer fulminant, fabelhaft, hervorragend oder geistige Kraft schöpfend zu finden?

Tja, das können Sie jetzt freillich bedauern, daß auf dieser Seite regelmäßig Beiträge stehen, die so gut sind, daß Leser wie ich sie entsprechend kommentieren. Aber welches Interesse hätten Sie daran?
Der Gutmensch
12. November 2016 12:21
Liebe Eveline,

die Frau in Hosen ... gegen die Ordnung ... also, herzlichen Glückwunsch, Sie sind Echos Nemesis. - Flieht, ihr Narren ...
Stil-Blüte
12. November 2016 17:20
@ Eveline
Daß Sie das, was Meyer selbst nicht tut, sondern andere dazu auffordert, nämlich Geschichten zu erzählen, hat mich gefreut. Gratuliere!

Ich verfalle in dieselbe alte Sünde: Wer erzählt eigentlich seit Jahrtausenden Geschichten? Diejenigen, die zur Ruhe gekommen sind, sei es auch nur zeitweilig um ein Lager auf Wander- und Handelswegen.

Wie nun, wenn sich die Jungen, die unentwegt twittern, mehr den Geschichten ihrer Omas und Opas Geschichten lauschten, um sie dann ins Netz zu stellen?

Der Bogen von Orpheus, David's Harfe, Scheherazade mit langem Atem zum stoßweisen, hektischem Zwitschern fehlt. Wem, der älter ist, erscheint Gewittertes nicht oft nur als unverständliche Laute, als Bebrabbel, Gebabbel? Es ist doch so, Spatzen verstehen nur Spatzen, Nachtigallen nur Nachtigallen. Aber beim Twittern aller Vögel - Kakophonie.

Spottverse, Short-Stories, Fabeln, Witze, Alltagsgeschichten leider Mangelware. Die Einzige und Einzigartige hier: Ellen Kositza.
Eveline
12. November 2016 19:10
@ Stil Blüte

Vielen Dank. Ich habe bis vor kurzem selber gefastet, zuzüglich Internet und Computer für 10 Tage weggeschlossen.
Das befreit und schafft Ordnung . Was einem da wieder für Einfälle einfallen.... unbedingt liebeswert und lesenswert Ellen Kositzas " Das wars"

@ der Gutmensch

Mein Antrieb ist die Muse Mnemosyne , die Erinnerung. Links fließt das dunkle Wasser der Lethe, rechts das helle Wasser der Erinnerung. Ist die Göttin anwesend, hellt sie das dunkle Wasser der Lethe, Lethargie auf.
Monika
12. November 2016 20:12
Aber der Humor einer gesamten Generation verändert sich nur, wenn sich eine ganze Kultur verändert. Die derzeit grassierende Unsitte des umfassenden Argwohns ist ein schlechtes Omen. Die sich ausbreitende Korrektheit zeugt von Humorlosigkeit. Diese ist die Schwester der Intoleranz und die Tante des Extremismus. Zu befürchten ist, dass eine der kommenden Generationen den Humor wieder einmal ganz verliert. Wir hören es, wenn nicht mehr gelacht, sondern geschossen wird.

Andreas Thiel , NZZ, Fürchtet die humorlosen Zeiten 8.10.16



Natürlich könnte es sein, daß die heutige linksgrüne Hauptkultur sehr viel spießiger, neurotischer und verklemmter auf solche Drehpunktpersonen reagiert als die damalige konservative Hauptkultur – was immerhin einen guten Witz abgäbe.

Lutz Meyer

Ich fürchte in der Tat, die Linke ist viel spießiger und humorloser als die Rechte es je war.
Wenn Humor im Anschluß an Jean Paul ( Vorschule der Ästhetik) sich an der Diskrepanz zwischen hohem Entwurf und mickriger Ausführung ergötzt, kann die Linke eigentlich nur humorlos sein.
Der Rechte weiß um die endliche Wirklichkeit, die im Hinblick auf die Unendlichkeit lachhaft ist.

uch ein Donald Trump ist natürlich lachhaft, aber möglicherweise das kleinere Übel....
So machte ich mir am 9.11. nach Trumps Sieg nicht Klonovskys Motto
" Schweig und tanze" zu eigen, sondern ich schwieg und dachte:
"Wie ist doch die Erde so schön, so schön".....

https://m.youtube.com/watch?v=G8nsEpgVQo8
Der Gutmensch
12. November 2016 20:18
Meine liebe Eveline,

es tut mir leid, es so brutal sagen zu müssen: Aber bleiben Sie mir bloß mit ihren Erinnerungen vom Hals! Sie haben keine Kontrolle darüber, was immer Sie preisgeben, wird interpretiert und gedreht und verwurstet, bis es Ihnen endgültig aus den Händen und aus dem Kopf gewunden wurde und als Mühlstein um ihrem Hals hängt! - Ich gehe lieber Nyx um Schutz bitten.

Gute Nacht.

d. G.
Stil-Blüte
12. November 2016 20:52
@ Eveline
Über diesen Block hinaus würde ich mich gern über Ihren beeindruckenden Text austauschen. Wollen Sie? Er sollte hier nicht einfach im Orkus verschwinden. Er könnte sich im Detail noch steigern. Meine E-Mail-Adresse erfahren Sie über unser 'Weißes Haus' in Schnellroda.
Keats
12. November 2016 23:17
Filterblase, Echokammer..., die nächste Stufe ist das Rollenspiel, Live Action Role Playing (LARP). Leute mit "Identität Links" oder "Identität Rechts" nehmen nicht nur die Informationen entsprechend wahr, sie reden und handeln auch so. Mit der allgegenwärtigen Hetze gegen "alte weiße Männer" prasselt zur Zeit der übliche Dreiklang aus Rassenhaß, Sexismus und Agismus besonders penetrant auf die Deutschen ein und macht die Bigotterie des herrschenden Systems unübersehbar. Es sind diesmal in der Regel weiße Männer, die gegen weiße Männer hetzen, aber das "Alles Nazis außer mir"-Schutzdenken funktioniert auch hier. Der Zwang, in der Rolle bleiben zu müssen, übertrumpft alle politischen Prinzipien und sogar den Selbsterhaltungstrieb. Wer in seiner Rollenwelt lebt, kann durch Diskussionen nicht erreicht werden.

Trump hat nicht gewonnen, indem er gegen Sozialisten gewettert und klassische rechte Utopien versprochen hat. Trump hat die Probleme des Globalismus angesprochen, zu dessen Opfern in erster Linie die Wählerschichten der klassischen Linken zählen. Trumps Wahlkampf war politisch zielgenau ausgerichtet, kein Steuersenkung-gegen-Sozialleistungen-Rollenspiel. Das ist bei vielen rechten LARPern nicht angekommen. Sie sehen nur, daß ein als "Rechter" bezeichneter Trump die Wahl gewonnen hat, und glauben jetzt, mit einer rechten Partei die Vorherrschaft der Linksgrünversifften zu brechen. Es sind keine politisch denkenden Menschen mit realen Zielen, sie leben in ihrem Rollenspiel. Solche LARPer schaffen es, in einem Staat, der ihnen offiziell die Existenzberechtigung abspricht, die Wiedereinführung der Todesstrafe zu fordern. So verlangt es ihre Rolle.

Wenn der Vorsitzende einer rechten Winzpartei die Abschaffung von Hartz IV und die Einführung von Arbeitsdiensten fordert, entspricht er damit völlig der klischeehaften Vorstellung von einem 'rechten Politiker'. Er will nicht die Menschen erreichen, er will nur spielen. In Deutschland werden vor allem ältere Männer gezielt aus ihren Jobs in Hartz IV und dann in sinnlose Maßnahmen und Billigjobs getrieben. Trump hat den Arbeitslosen neue Jobs durch staatliche Schutzmaßnahmen versprochen, die Rollenspieler der 'Democrats' übergießen sie mit Hohn und Spott: Zurückgebliebene, Abgehängte, Dumme, Jämmerliche...

Auf Dauer verlieren Rollenspieler immer. Seifenblasen bieten keinen Schutz.
Man kann Leute nicht aus ihren Echokammern herausholen. Politisch gesehen sind sie immer eine Belastung und keine Hilfe.

"All I ever wanted / All I ever needed / Is here in my LARP ..." - frei nach Depeche Mode.

"It's the end of the world as we know it (And I feel fine)" - Titelparole der aktuellen Spiegel-Ausgabe. Na dann!
Eveline
13. November 2016 09:00
@Stil Blüte

Gerne.

Somit meine Bitte an das Haus in Schnellroda, mir Stil - Blütes elektronische Anschrift zuzusenden.

Dankeschön und einen schönen sonnigen Sonntag.

@ der Gutmensch

Das ist richtig was Sie anmerken, darum Lutz Meyers Genie dieses in Geschichten zu verpacken.
Zum Analysieren benötigen wir die linke Hirnhälfte,(Spalten, Differenzieren, Störendes einfach unterm Tisch fallenlassen, ) für die Geschichten die rechte , die weibliche Hirnhälfte. Eine Geschichte bleibt rund.

Im Sozialismus gab es eine Zeit, wo Pädagogen sich nicht zu schade waren, Märchen umzuschreiben. Das "Grausame " sollte weg.
Man merkte aber schnell, das die Kinder nach dem Genuss der neuen Märchen aggressiv wurden..... irgendwo mußte das Böse ja bleiben.
Winston Smith 78699
13. November 2016 10:07
@ Monika
Auch ein Donald Trump ist natürlich lachhaft, aber möglicherweise das kleinere Übel ...

Für mich ist Trump so "lachhaft" wie ein Komiker oder Entertainer, der nach den Regeln des Metiers spielt, nämlich gar nicht. Ob er ehrlich spielt oder nicht gar noch ein zweites Spiel hinter dem Spiel, das wird sich zeigen müssen. Eine lebhafte Diskussion gibt es schon hier (derzeit an die 500 Kommentare).
Gustav Grambauer
13. November 2016 11:30
Die wahren Liberalen und die wahren Bolschewiken sind in keiner Echokammer sondern haben allen anderen sogar ihre enorme Viskosität sowie einerseits Integrations- und andererseits Spaltpilz-Kraft voraus. Bei denen wächst jetzt institutionell zusammen, was zusammengehört: die seit mindestens 1789 bestehende liberalbolschewistische Krypto-Querfront hat sich jetzt die gleich auf mehreren Ebenen folgerichtige Farbe Violett gegeben und tritt erstmals als einheitliche Formation vor die Öffentlichkeit:

http://1nselpresse.blogspot.ch/2016/11/die-clintons-und-soros-gaben-den.html

- G. G.
Der Gutmensch
13. November 2016 11:47
Man kann Leute nicht aus ihren Echokammern herausholen.


Nein, das kann man nicht, oder vielmehr: Nur im Ausnahmefall (wie auch immer man den ausfindig machen soll!) Die anderen kann man wohl bestenfalls in andere Echokammern sperren, wo sie der nächsten Generation nicht mehr schaden, sondern zufällig etwas Sinnvolles vor sich hin seiern. Das werden die auch widerstandslos leisten - denn ein routinierter Seifenblasenbewohner hat kein Interesse am Inhalt. Es kann im Groben also nur noch darum gehen, Mr. Smith´nebenan beschworene "Roboter" irgendwie wieder sinnvoll einzustellen - aber dort liegt ja der Hund begraben: Mit einem "ab jetzt alles rechts herum" ist es da jedenfalls nicht getan, das würde den Schaden vielmehr erst komplettieren. Und daran wird gerade gearbeitet: Es soll jetzt dargestellt werden, dass an allem, was seit Gründung der BRD angelegt wurde und irgendwann aus dem Ruder lief - die aktuelle Regierung "schuld" sein soll. Und damit die "DDR". Das ist - nach meinem Dafürhalten - gefährlich kopfkrank. Den Teufel würde ich tun, noch das geringste bißchen von meiner inneren Heimat preiszugeben - nur, damit es von denselben Verrückten unter neuem Vorwand als Popanz ans Kreuz genagelt wird? Für den Verlust von zwei Weltkriegen herhalten muss, wie derzeit beobachtbar beim "Rassismus"? Oder vielleicht für die flächendeckenden Segnungen mit Kindergärten?! - Also, wer das als Erwachsener (!) nicht langsam mal begreift und damit aufhört, der ist eben - nichts als der nächste Judas.

d. G.
Nero
13. November 2016 12:32
@ Keats

Hochinteressant. Danke.

Ich habe da allerdings folgende Fragen:

1. woher weiß ich, dass meine Vorstellung von der Welt eine rechte Utopie ist?
Was sind denn diese klassisch rechten Utopien?

2. Wir sind alle immer Rollenspieler. Die Rolle des Arbeitnehmers, des Vaters, des Ehemannes usw. Auch mein Deutschland ist eine Blase.
Deutschland gibt es nur in meinem Kopf. Woran erkenne ich Blasen?


Ihr Text liest sich klasse, nur löst es in mir ein Unbehagen aus.
Wenn Sie recht haben, dann sind 99% aller Menschen keine Menschen.
Es sind Container deren inneres von Massenmedien befüllt und programmiert wird. Uns begegnen diese ferngesteuerten dann wenn sie ihr Programm abspulen und dann reflexhaft auf Buzzwords reagieren: rechts, Nazi, Ausländer...
Das sind dann einfach Roboter. Dann könnte ich auch einer davon sein...
Ist dann dieses Deutschland auch eine Blase? Eigentlich ja. Warum sich dann für diese Blase einsetzen?

Sie haben den Mechanismus korrekt beschrieben, die Schlussfolgerung, dass Rollenspieler immer verlieren irritiert mich jedoch.

Könnten Sie bitte weitere Ausführungen zu Ihren Gedanken machen?
Ich finde das wirklich sehr interessant.
Der Gutmensch
13. November 2016 18:14
Eveline,

ich verbitte es mir ganz ausdrücklich, dass Sie meine Herkunft aus der DDR und "Aggressivität" in einen Zusammenhang stellen, ob das nun über Pädagogen oder über Märchen oder über sonst etwas erfolgt. Es ist historisch falsch: Die NVA hat sich widerstandslos entwaffnen lassen. Und es ist auch individuell-psychologisch offensichtlich - falsch: Wenn das Aggressionspotential im Osten aus irgendeinem Grunde höher läge als im Westen, dann hätte im Rahmen des Konkurrenzsystems, in dem wir uns befinden, der Osten schon längst finanziell aufholen müssen. Die großen Vermögen sind aber nach wie vor im Westen zu finden; man hat dort seinen Vorteil also erfolgreich verteidigt.

Was Sie da in den Raum stellen, ist demnach nichts als die Mär vom aggressiven Ostler, der falsch erzogen wurde. Wie Norbert Laschet das eben auch behauptet http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik/tv-kritik-zum-hart-aber-fair-talk-ueber-demos-in-dreden-14475646.html. Diese Mär gilt einem Zweck; man setzt den anderen herab, um sich selber moralisch zu erhöhen.

Ich habe leider schon sehr oft erlebt, dass gerade auch Menschen aus dem Osten, die sich an der Wende beteiligt haben (oder meinen, daran beteiligt gewesen zu sein) aus schlechtem Gewissen (meine Generation hat nämlich den Preis gezahlt) die Rhetorik und den Vernichtungs- und Auslieferungswillen der kalten Krieger zu eigen gemacht haben. In dem Zusammenhang muss ich auch an Freya Klier denken, die uns neulich erst wieder allesamt als rassistisch und behindertenfeindlich dargestellt hat. Ich möchte mit so etwas nicht für Geld und gute Worte zu schaffen haben.

Vielen Dank für das Gespräch.

d. G.
Heini
13. November 2016 20:01
Vielen Dank für diesen teils sehr aufschlussreichen Artikel, auch wenn ich nicht alle Schlussfolgerungen teile.

Überhaupt nicht teile ich die Meinung vieler Kommentatoren, dass die Rechte vor der Echokammer gefeit ist. In der Regel finden sich unter AfD-kritischen Facebook-Posts ebenso nahezu ausschließlich unterstützende Kommentare wie unter Flüchtlings-kritischen. Auch in dieser Diskussion hier gibt es Beiträge, die sicher nicht zu einer sinnvollen Diskussion betragen: so sind z.B. Neros "Fakten" in dieser Form komplett falsch und somit garantiert keine sinnvollen Grundlage für eine Diskussion die aus der Echokammer führen.

Interessant wäre auch die Frage was ein gutes Forum für solche Diskussionen wäre. Sehr erhellend fand ich zum Beispiel den Briefwechsel zwischen Armin Nassehi und Götz Kubitschek. So sieht zivilisierten Dialog aus.
Eveline
13. November 2016 20:37
@ Der Gutmensch

Ich komme selber aus der DDR und habe jetzt große Schwierigkeiten, Sie zu verstehen.

Ist so wie es ist.
s0litud3
15. November 2016 05:51
Die Wände der von Lutz Meyer beschriebenen Echokammern bestehen aus sprachlichen, politischen bzw. kognitiven Tabus. Diese Tabus aufzudecken, zu entlarven und möglicherweise aufzulösen ist in der Tat eine Herkulesaufgabe, die es gleichwohl zu bewältigen gilt.

Ich selbst befinde mich in der wenig komfortablen Position, mich dereinst für die politische Linke engagiert zu haben, vor einem Jahr jedoch mit ihr gebrochen und mich seit dem fortlaufend auf mich selbst und meine eigentliche Weltsicht besonnen zu haben. Auf "Facebook" bin ich jedoch nach wie vor durch damals geschlossene "Freundschaften" mit politisch damals ähnlich engagierten Menschen verbunden. Hier schwebe ich als Teilchen im links-grün dominierten Hauptstrom der Meinungen und wenn ich es einmal wage, neben oder gegen den Strom zu schwimmen, schlagen die allseits bekannten Wellen der Empörung über mir zusammen. Eine provokante Aussage unter eigenem Namen zu veröffentlichen, wird so zur antizipierten seelischen Qual, die freilich - Gott sei Dank - immer von wenigstens einigen anderen freundlich aufgenommen wird. Die Lektion habe ich also ganz im Sinne der Meinungswächter verinnerlicht: Äußere Dich nicht gegen uns, Du wirst es sonst bereuen. Die Wände der Kammer halten stand.

Dies ist indes nur der sichtbare Teil der Auseinandersetzung. Unbewusst nehmen die Menschen - auch in der Kammer - die Zweifel, Kritik und Gegenpositionen zumindest wahr, auch wenn sie zunächst entrüstet lospoltern oder betroffen schweigen. Der abweichende Gedanke ist damit in der Welt und damit die Saat des Zweifels (vgl. den Film "Inception") gesät. Dies geschieht freilich nicht immer und nicht bei allen und ist sicherlich abhängig davon, dass derjenige
persönliche Integrität, einen gewissen Charme und ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit
besitzt. Ich kann allerdings beobachten (ohne mir derlei Tugenden anmaßen zu wollen), dass selbst bei geäußertem Widerspruch und zur Schau gestellter Ablehnung, manch ein Gedanke beim Gegenüber verfängt und sich möglicherweise weiterentwickeln wird.

Genau dies ist der Gedanke der von Thor von Waldstein umschriebenen Ebene der . Es ist eine mühselige, teilweise qualvolle Aufgabe, vor die sich die Rechte gestellt sieht. Aber sie soll sich lohnen. Als (im Grunde meines Herzens schon immer) rechts denkender Mensch sehe ich den Menschen mit all seinen Schwächen, Unzulänglichkeiten und natürlichen Grenzen, weiß aber zugleich, dass er durch wahrhaftige Vorbilder sein Potenzial im guten Sinne entfalten kann. Und deswegen möchte ich nicht verzagen und die vermeintlichen Kammern nehmen, wie sie sind, sondern alltäglich meinen bescheidenen Beitrag leisten, etwas durch die Wände hindurch diffundieren zu lassen.

Die Natur funktioniert nicht anders: Ein Baum stößt im Frühjahr zahlreiche Samenkörner ab und entlässt sie scheinbar achtlos in die Welt. Auch wenn zahllose Samenkörner auf unfruchtbaren Boden fallen mögen – die Voraussetzung, dass die Saat aufgehen kann, ist geschaffen. Und deshalb blüht´s dort draußen jedes Jahr, auf dass ein kleiner Spross sich einst erhebt und gliedert in der Erde Schoß.
Winston Smith 78699
16. November 2016 11:51
Zu dem Vorschlag mit dem Unternehmensberater

Wie das bei gelernten Profis läuft weiß ich nicht - die wollten mich als Studienanfänger zwar mal anwerben, aber ich wollte erst noch viel mehr lernen. Ich jedenfalls bin wegen IT-Problemen geholt worden, die sich nach ein paar Gesprächen mit der Belegschaft in meinen Augen nicht unwesentlich als Struktur- und Ablaufsprobleme (und mehr) entpuppt haben. Weil ich mich vorher schon im Rahmen systemischer Psychologie und Beratung mit allerlei Denkansätzen zum "allgemeinen Problemlösen" (ein sehr interessantes Feld!) beschäftigt hatte, nahm ich mir dem Unternehmen zuliebe die Freiheit, in diese Richtung weiterzudenken. Im Rahmen der Untersuchungen und Maßnahmen kam ich dann auch unter Softwareentwicklern und anderen Unternehmern in der Branche rum.

Ich kann also nur über den minimalen Rahmen berichtenn, den ich kenne. (Hab zwar ein paar weitere Angebote, aber das ist nicht meine Welt - ich kann mich nicht wirklich darauf konzentrieren, wenn zugleich mein Land und Volk im Krieg ist und verliert. Es wäre Lüge.) Das spannende daran ist für mich gleichwohl, welcher Reichtum an Typen in so einer Branche, die mir wesensmäßig sehr fern liegt, unterwegs ist und wie verschieden die alle ticken, obwohl sie doch nahezu dasselbe tun. Ich kam mir vor wie Jack Kerouac auf einer taumelnden Reise durch die Jazz- und die Beatnikszene.

Dem einen oder anderen erzähle ich durchaus was, aber immer nur durch dezenten Aufgriff von Impulsen seinerseits - weil man mit jeder Dosis an Wahrheit aus dem Gesamtbild noch immer Gefahr läuft, zu überfordern und vor den Kopf zu stoßen. Es herrscht (Stand vor ca. einem halben Jahr) einiges Unverständnis über gewisse Entwicklungen. Manche sind in ihren punktuellen Aussagen, z.B. über Bildung und Überfremdung, dann dezidierter als mancher sogenannte Rechte, auch weil sie dies dürfen - außerhalb des Ideologiesystems. Dabei scheinen sie mir im Kopf und der Kommunikation gewissermaßen in China und Afrika und Litauen zugleich unterwegs, also praktisch echte Kosmopoliten zu sein.

Bei anderen bemerke ich, dass sie die Auswirkungen der Lage bereits heftig persönlich abbekommen und ihr Leben (z.B. Wohnraum, Sicherheit der Kinder) nicht unwesentlich darauf einrichten und sich heftig einschränken, aber keine Ursachenforschung betreiben und noch immer in erster Linie den altehrwürdigen Lokalzeitungen vertrauen. Man muß auch sehen, dass dies Persönlichkeiten sind, die viel arbeiten, aber vor allem viel riskieren können, und dann am Feierabend ein Abschalten und Ablenkung bevorzugen, zumal ja sogar bis in die Nacht noch Nachrichten aufs Spartphone springen - und der Chef kann im Regelfall noch weniger ausschalten. Das Weltgeschehen (auch das inländische) betrachten sie aus einer eingefleischten Sicht, die Schlagwörter wie "economy, stupid!" oder "follow the money" völlig überflüssig macht. Vielmehr ist dort die Ebene von Politik jenseits von letztlich Ökonomie schwer ansprechbar. Die sind auch keine Kapitalisten oder das Gegenteil oder rechts oder links, die sind für mich wie Marsianer. Ich habe da nicht mal Ressentiment gegenüber einem Freak mit Künstlermentalität wie mir gespürt. Eine solche Unvoreingenommenheit war nach meinem jahrelangen Horrortrip durch gewisse Bereiche des Staatswesens eine frische Dusche. Möglicherweise haben die ja mit ihrer merkantilistischen Weltsicht recht. Das zu beurteilen steht einem als Berater nicht zu, und ebensowenig Belehrung oder Agitation, dafür wurde ich nicht geholt. Für mich waren diese Unternehmer auch zu weit weg, um die politische Ebene mal anzusprechen, außer ganz spät beim Cocktail am Grillfeuer, aber immer neutral, etwa indirekt mit dem Gedienten z.B. über die Sicherheitslage oder Krieg und Überbevölkerung, immer äußerst vorsichtig, damit man nicht für verrückt erklärt wird.

Vor allem bleibt die Abwägung hinsichtlich des Nutzens von Agitation, so lange solche nicht bei VW oder Siemens stattfindet. Sollen diese kleinen Chefs dann etwa ihn ihren Unternehmerkreisen für die AfD werben und sich damit rausschießen? Undenkbar.

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