05. Dezember 2016

Das Narrenschiff

von Lutz Meyer / 47 Kommentare

Wollte man das von Hieronymus Bosch entworfene Szenario auf heutige Verhältnisse übertragen, wäre das Narrenschiff wahrscheinlich eine etwas in die Jahre gekommene, leicht verrottete Luxusyacht, nennen wir sie „MS Berlin“. Die Insassen würden sich wie bei Bosch durch Maßlosigkeit und Liederlichkeit auszeichnen, nur trügen sie die vertrauten Züge des gegenwärtigen politmedialen Machtkartells. Doch nicht sie sind die eigentlichen Narren. Die namensgebende Figur hockt etwas abseits und hat mit dem Treiben an Bord nichts zu tun. Er, der Narr, ist der einzige, der sich nicht wie ein Narr verhält. Dieser Narr sind wir.

Lutz Meyer kommt aus der linksanarchistischen Szene, seine Themen findet er auf der Straße.

Lenkbar ist der Kahn auf dem Gemälde von Bosch nicht, denn er hat kein Steuerruder. Der Insasse, der da wie ein Mahnmal der Hilflosigkeit einen riesigen Kochlöffel ins Wasser hält, könnte allenfalls dafür sorgen, daß die Nußschale sich unentwegt im Kreis bewegt. Was, wenn ein Sturm aufkommt? Oder wenn eine Strömung das plumpe Gefährt erfasst? Klippen und Riffs sind wahrscheinlich nah. Der rah- und segellose Mast mündet in eine Baumkrone, aus dessen Krone ein Dämon auf das Treiben unter ihm herabblickt. Doch, dieses Bild passt in die heutige Zeit. Mehr noch als das der „Titanic“.

Schauen wir uns ein wenig an Bord unserer Luxusyacht „MS Berlin“ um, aus der Perspektive eines Narren. Es gibt keinen Zweifel, daß die Schiffsführung nicht Herr der Lage ist. Sie gibt sinnlose Kommandos aus, sämtliche Instrumente zur Positionsbestimmung und zur Kursabsteckung sind verschwunden oder funktionsunfähig. Gleichzeitig gibt man sich munter-sorglos, man genießt das Dasein an Bord bis zum Erbrechen. Da wird selbst ein Berufsnarr griesgrämig. Oder?

Schauen wir uns nun den Narren einmal näher an – schauen wir uns selbst an. Der im Abseits sitzende Narr nimmt nicht teil an den Narreteien der Passagiere. Er würdigt das Treiben keines Blickes mehr. Vielleicht wartet und hofft er darauf, daß die Besatzung das Schiff verlässt und Leute anderen Schlages sich an Bord einfinden?

Gut, gestatten wir uns einen Szenenwechsel. Leute vom Schlage Trumps übernehmen das Kommando auf dem Narrenschiff. Sie entfalten sofort einen unüberseh- und unüberhörbaren Aktivismus, kernige Kommandos ertönen bis in den letzten Winkels des angeschlagenen Schiffs. Der Narr hebt seinen müden Blick, betrachtet das Geschehen eine Weile – und wendet sich wieder ab. Denn was da geschieht, ist wohl ein Kurswechsel, doch das Narrenschiff bleibt ein Narrenschiff. Das Machenschaftliche, der über allem wachende Dämon des Politischen, übersteht jeden Kurswechsel. Macht korrumpiert. Was wird von einem Volkstribunen Trump übrig bleiben, dessen designierter Finanzminister ein altgedienter Goldman-Sachs-Mann ist? Wie wird eine AfD sich verändern, wenn sie erst als Anhängsel eines pfründeverliebten CDU-Klüngels in die Nähe der Macht kommt?

Wir unterscheiden zwischen dem unter allen Umständen närrischen Treiben der Besatzung und der Passagiere und dem Narren. Dieser Narr ist Nietzsches heiliger Narr, der bei hellichtem Tag mit der Lampe nach Gott sucht, ist ein Eulenspiegel, der den anderen den Spiegel vorhält. Er ist ein Exzentriker – ein Exzentriker der Macht, der zwar die Macht oft aus nächster Nähe beobachtet, jedoch nie an ihr teilhaben wird, niemals einen Platz im Zentrum einnehmen wird. Diese närrischen Exzentriker sind wir. Klingt das nicht alles ein wenig defätistisch, jetzt, mittendrin im politischen Paradigmenwechsel? Müsste der Narr nicht seine Narrenkappe abstreifen, die Ärmel hochkrempeln und zum Teil der Mannschaft werden, sich einfügen, zum Ruder greifen?

Folgendes wird innerhalb der nächsten drei Jahre kommen: Der Paradigmenwechsel wird europaweit stattfinden (in Deutschland vielleicht zuletzt), manches wird sich ändern, vieles wird bleiben – unter sogenannten realpolitischen Zwängen. Auch wir werden bleiben: als distanzierte Narren, den Spiegel stets in Reichweite, um ihn jedermann vor die Nase zu halten. Das hat nichts mit Resignation zu tun, sondern ist eher eine Hoffnung. Heilige Narren und Exzentriker werden auch künftig ebenso unverzichtbar wie unbeliebt sein. Daher bin ich sicher: Das Spiel der Ausgrenzung wird sich auch im kommenden Establishment wiederholen. Nicht umsonst meint das Wort Sezession ja das Abseitsgehen. Mag jemand die Wette halten?

Lutz Meyer kommt aus der linksanarchistischen Szene, seine Themen findet er auf der Straße.

Kommentare (47)

Spielhahn
05. Dezember 2016 08:42
Wie hoch ist der Einsatz?
Eveline
08. Dezember 2016 08:17
Ich behaupte mal jeder kann zum Narren werden, jeder kann von heute auf morgen sich um 180 Grad drehen, vielleicht ist dies auch eine Art von Erleuchtung.

Und Klaus Kleber verkündet dann, "heute hat ein Professor für Rechnungswesen die Universität verlassen.... wir freuen uns für ihn, weil er die alten auf Raub existierenden Geld Strukturen erkannt hat,"

Nur Klaus Kleber kann es nicht verkünden, weil er keinen Bildungsauftrag vom Volk hat und das Spiel ohnehin nicht durchschaut.

Aber es gibt sie, diese Narren, die auf eine Kariere verzichtet haben, dafür mit viel Geduld uns aufklären.

Ihnen sei hiermit gedankt.
Kaliyuga
08. Dezember 2016 00:56
Ver-narrt

wie versunken die Toren, die redselig nach Forenmanier das Wort vom Christentum bemühen, die es, ohne zu wissen, was sie tun, ins Politische, Soziologische und Chthonisch-Geschichtliche ziehen, ohne daß daraus Erkennen des Christus ablesbar wäre. Und jede Aversion ist doch nur Reaktion und bezieht sich unweigerlich auf seit jeher Gesetztes.

„Gott weicht nicht“, weiß die Mystikerin aus Avila. Das „Unhinterfragbare“, das diesen Namen verdient, läßt sich nicht isolieren.

Gesetz der Resonanz: Das Auge entspricht dem Geschauten nicht und kann es folglich „nie erblicken“. Noch Goethe wußte darum und sein Schüler Spengler, der vom Ros, das entsprungen ist, Tieferes sagte als die modernen weltgewordenen (Anti-)Theologen und die Lämmer, die ihnen folgen.
Langsax
05. Dezember 2016 09:55
Dazu das passende Lied:
https://www.youtube.com/watch?v=8Lz_qPvKCsg

Im übrigens hatte ich gestern die Gelegenheit mit einer ziemlich hochgestellten Persönlichkeit ausführlich politisch zu diskutieren. Man ist inzwischen auch in diesen Kreisen sehr verwirrt. Nur die "politischen Ränder" wird man nicht wählen, weil man weder Hitler noch Stalin will. Ergo: Die Hetze der Main stream Medien funktioniert. Man hat es gestern auch in Österreich gesehen .... Es kommen sehr dunkle Zeiten auf das deutsche Volk zu.
Hartwig aus LG8
05. Dezember 2016 10:21
Herr Meyer,
ob Ihr Bild vom Narrenschiff eine glückliche Wahl ist, scheint mir fraglich. Aber ich will mich darauf einlassen.
Eine Gegenwette werde ich nicht anbieten. Ich möchte aber auf einen anderen Punkt hinweisen.
Vor ein paar Tagen schrieb ich hier, die Deutschen werden nicht über das Thema Überfremdung zu packen sein. Das zeichnet sich jetzt gerade ab, wenn man die Reaktionen auf den Freiburger Mordverdächtigen sieht. Ich schrieb aber auch, dass die Deutschen über das Thema Geld (also Euro) zu packen sein werden. Immerhin war das vor drei Jahren schon der Anlass einer Parteigründung.
Gesetzt den Fall, die EU gerät in Seenot (so wie das Narrenschiff in einem heraufziehenden Sturm) und der Euro wird in seiner jetzigen Form nicht mehr zu halten sein ... , dann kommt es darauf an:
Kann das Establishment glaubhaft den Eindruck erwecken, einen sicheren Hafen ansteuern zu können?
Und: mit oder ohne Hilfe der sezessionistischen "Narren"?
Oder wird man tatsächlich nur noch den "Narren" zutrauen, aller Leute Pfründe zu sichern?
Beim Geld hört die Freundschaft auf. Beim heutigen Deutschen wohl NUR beim Geld.

So sehr es mir widerstrebt, beim Volks- und Kulturkampf die materielle Schiene zu reiten, so sehr empfehle ich, gerade auch den Parteipolitikern der AfD, dieses Thema nicht aus dem Auge zu verlieren.
KW
05. Dezember 2016 11:15
Nun, der alles regulierende Dämon bleibt auch bei wechselnden Besatzungen. Allmählich wird er aber sichtbar, er handelt schon sehr lange, nur im letzten und diesem Jahrhundert zunehmend aggressiv, so daß er sichbar wurde, auch durch das Internet. Ich habe in der aktuellen JF den Nachruf von Dieter Stein an Herbert Fleissner gelesen. Dort fiel ein Verlagsname Suhrkamp. Cornelsen ist ein Ableger. Nach der Schlechtschreibreform 1996 sprossen Verlage und neue Schulbücher aus dem Boden und mit ihnen die ihnen innewohnende kranke Ideologie von Globalisierunf, Menschenzoo und NGOs. Wirklich methdisch gut aufbereitet, nur eben kranken, weil widernatürlichen Inhalts. Schaut man sich die Gründung des Verlges genau an, kommt man wieder zu den Wurzeln und deren Helfern. Suhrkamp, der eingesprungene Helfer, lebte es vor: xmal geschieden, Feind des Nationalsozialismus mit internationalen Kontakten, der von den Siegern nach 1945 natürlich richtig aufgebaut wurde, wie alles Kranke in heutiger Zeit gefördert wird. Und dieses immer schon vorhandene Übel bewegte sich bis heute auf leisen Katzenpfoten vorwärts. Nun ja, der Autor der Fälschung der Protokolle des Waisen von Zion muß eine Glaskugel gehabt haben. Solange das Boot und der Ort der Geschehnisse dieselben bleiben, werden weder Besatzung, Narren oder närrische Passagiere etwas ändern, denn über ihnen wacht der Dämon, man sah es an dem Treiben in Österreich und Italien. Man spielt wieder ein Spiel mit großem Theaterdonner, wie 1989-das Ziel: Der Weg wird vielleicht anders, vielleicht ohne EU, auf die verzichtet werden kann, das Ziel, der Menschenzoo, muß bleiben, siehe den Sieg von dem wurzellosen Grünen Bellen. Das ist ihnen wichtiger als die EU (siehe auch Brexit). Man opfert ein Ziel zugunsten des zweiten. Nicht umsonst sind alle neu bewohnten Kontinente wurzellose und kulturlose Einheiten, die vom Materialismus eingenommen wurden und die ihre Ursprünge zur Natur verlieren mußten. Alles Natürliche wird vom Dämon bekämpft, auch bei uns. Es wird Zeit, das unwürdige Spiel zu erkennen.
Der_Jürgen
05. Dezember 2016 11:31
Lutz Meyer ist wie ein guter Wein. Er wird mit dem Alter immer besser... Ich finde das Bild vom Narrenschiff äusserst zutreffend und halte auch die relativ pessimistische Schlussfolgerung des Autors für durchaus realistisch, schliesse jedoch eine andere, bessere Entwicklung keinesfalls aus.

Wenn eine gewaltige Erschütterung eintritt, die dazu führt, dass es dem Durchschnittsbürger tatsächlich über Nacht ans Eingemachte geht, wird das deutsche Volk, so hoffe ich, endgültig aus seinem Kyffhäuserschlaf erwachen und tabula rasa fordern. Falls Erdogan ab März tatsächlich anderthalb Millionen neue Kulturbereicherer auf Europa loslässt, wie er unlängst gegenüber Wladimir Schirinowski ankündigte, wird die zurzeit leicht schwankende, aber immer noch ziemlich fest im Sattel sitzende antinationale Ordnung gewaltig ins Schleudern geraten. Meyer hat sicher recht, wenn er meint, der Umsturz werde nicht in Deutschland beginnen, aber die Vorbildfunktion eines Paradigemenwechsels in einem anderen europäischen Land (am besten Frankreich) wäre enorm.
Harald de Azania
05. Dezember 2016 11:42
Verehrter LM,


Huebsch formuliert. Die BRD ist ein irrenhaus da dort jeder im establishment sich fuer normal haelt.

Bei DT bin ich optimistischer.

Ich stimme "Hartwig" zu, beim Geld hoert sich die Gemuetlichkeit auf ....

Bei den "bundesdeutschen' duerfte der Grad der "Verhaussschweinung" im Sinne Konrad Lorenz sehr hoch sein.

Herzlichst HdeA
Jürg Rückert
05. Dezember 2016 11:47
Nicht nur die Politik sitzt auf diesem Narrenschiff, auch die derzeit unter dem Bergoglio-Papst stark mutierende katholische Kirche.

Ein päpstlich gelobtes universales (biologisches) Mestizentum (12.11.16 Osservatore Romano) wird ergänzt um ein geistliches, das in Assisi begann. Babylon ist keine Hure mehr, Babylon ist eine edle Dame!
Wir stehen heute vor ihr wie geblendet … Die Babylonisierung unseres Landes, eine ultimative Globalisierung, geht gerade auch vom Klerus aus. Predigte Jesus nicht immer „mehr Hellenismus braucht das Land“?
Ein Aufstand der Anständigen gegen diesen Kurs besteht im klaren Wort und in der Verweigerung der Teilhabe am kollektiven Suizid. Eine unehrenhafte Verwischung dieser Position mit brauner Gewalt ist leider tägliche Praxis.

Quelle: http://www.katholisches.info/2016/11/21/rassenvermischung-marxismus-politik-der-revolutionaer-franziskus-im-gespraech-mit-eugenio-scalfari/
>Scalfari: Ich nenne es das universale MESTIZENTUM [Rassenvermischung] im positiven Sinn des Wortes.
Papst Franziskus: Bravo, das ist das richtig Wort. Ich weiß nicht, ob es universal sein wird, aber es wird in jedem Fall verbreiteter sein als heute. Was wir wollen, ist der Kampf gegen die UNGLEICHHEIT. Das ist das größte Übel, das es in der Welt gibt.<

Kommentar hierzu: Oben steht ein Führer, dann folgen Fürstbischöfe, Generäle, Offiziere, Unteroffiziere (Diakon, Subdiakon, Akolyth …), ganz unten das Gesinde. Es ist die perfekte Hierarchie, nur der Himmel ist noch perfekter.
Die Ungleichheit sei das größte Übel? Dann werden Ihre Heiligkeit doch als Erstes das eigene Haus zertrümmern!
Die Welt ist irre, auch in Rom.
Jürg Rückert
05. Dezember 2016 11:50
Weiterer Report aus dem Narrenschiff:

Spiele als kapitalistischer Exerzierraum

Fußball ist rassistisch, da darauf ausgerichtet, anderen Beute zu entreißen, um sie, ja ganze Völker zu demütigen.
Fußball ist imperialistisch und kolonialistisch. Ihm wurden alle Nationen und Kulturen unterworfen.
Fußball ist sexisitsch-patriarchal, da nur geschlechtshomogen angeboten. Quotierte, gemischte Frau-Mann- * -schaften existieren nicht. Maskuline Testosteronstöße unterjochen freundliches Östrogen. Ein Wechsel der Geschlechtsidentität ist den Spielern verboten.
Fußball verherrlicht gewaltbereite, soldatische Konfliktlösungen. Es stärkt monarchistisch-militaristische Denkstrukturen. Es hat festgefügte Spielfiguren, die von einem Häuptling kommandiert werden.
Sein bipolares Freund-Feind-Denken wirkt sich zerstörerisch auf unsere Wertegemeinschaft aus.
Unser emanzipiertes Weltbild wird von archaischen Strukturen bedroht. Es herrschen kleinbürgerliche, chauvinistischer Horizonte. Fußball zementiert in den Köpfen weitester Teile der Bevölkerung eine einseitige, von Vorurteilen verzerrte Wahrnehmung gesellschaftlicher Wirklichkeiten. Große Täuscher wie die Merkel als Klatsch-Tanten bei Meisterschaften plustern sich populistisch auf, um ihre Wähler mit Spieleopium voll zu pumpen und sodann zu missbrauchen!
Ein festgefügtes Fußballfeld mit unveränderlichen Regeln, Grenzen und Torgrößen, mit Schiedsrichtern, die standrechtliche Urteile fällen können, kurzum ein Exerzierraum, der sich jeglichen Veränderungen verweigert, kann nur ein Reich des Bösen sein.
Das Gesagte gilt im wesentlichen auch für die olympischen Spiele.

Quelle: https://sciencefiles.org/2016/11/28/schachverbot-maennlich-hegemonial-gewaltverherrlichend-schach-soll-an-der-uni-hannover-verboten-werden/#comment-77878
Großstadtpauker
05. Dezember 2016 12:12
vdB gepusht mit Bargeld und der freundlichen Unterstützung des ORF und anderer Systemmedien ; alle Herrenclubs machen Überstunden - dennoch nur 4 % Vorsprung vor Hofer.

Interessant ist auch der Wahltermin - mal angenommen die Wahl hätte unmittelbar nach der für den 8.12. geplante OSZE - Konferenz stattgefunden - der Hofer hätte vermutlich deutlich besser abgeschnitten .( ist nur eine Vermutung - wenn aber - wie vom Linksterrorismus angekündigt - eine europäische Großstadt zerlegt werden soll könnte eine unmittelbar folgende Präsidentschaftswahl in Österreich ganz andere Ergebnisse liefern ) .


relevant ist aber nur Italien - durch und durch korrupt ; von Herrenclubs und den nachgeordneten Agenturen seit Jahrzehnten geplündert - wird demnächst mit EU Anleihen "gerettet" - danach wird es spannend . Prognose : bail out in Italien unmittelbar nach der Bundestagswahl
Bert
05. Dezember 2016 12:21
48 Prozent obwohl der Hofer die Leute mit Zahnbürsten das Trottoir
schrubben lässt. Das lässt Schlimmes ahnen.
marodeur
05. Dezember 2016 12:35
Die Tatsache, dass das Bild bereits im 15./16. Jahrhundert entstand und trotz dessen so perfekt unseren Zustand beschreibt, spricht ja eher für ein zeitloses Phänomen. Wir können also locker davon ausgehen, dass unser Dasein als Narren eher einem Dauerzustand gleicht. Möglicherweise verwandelt sich eine Gesellschaft beinah zwangsläufig von einem anfangs vitalen Zustand in dieses Narrenschiffstadium. Daran wird sich wohl nichts ändern, es sei denn, die Freiheit wird dann doch "ab und zu mit dem Blut von Patrioten gedüngt" (Jefferson).

Daher meine Frage: Was will denn der Narr eigentlich? Wollen wir denn wirklich die blutige Revolution oder reicht es nicht auch, wenn das Schiffspersonal sich erst mal aus unseren Kabinen, Bücherschränken und Seekisten fernhält. Das wäre ja schon mal ein Anfang. Es geht in zweiter Linie auch um Respekt. Es muss erst mal jedem an Board klar werden, dass ein Schiff einen Narren braucht. So weit sind wir noch nicht.
Eveline
05. Dezember 2016 12:36
Vor fast auf dem Tag genau 15 Jahren besuchte ich - während einer 4 wöchigen Reinkarnationstherapie - in München die Alte Pinakothek und traf so auf H. Bosch.
Jetzt in meinem Zustand - die Tore zum Unterbewusstsein waren ziemlich weit offen- betrachtete ich seine Bilder.

Sie ekelten mich an. Tags drauf fragte ich meinen Therapeuten, warum?

"Es geht um die zu unterdrückende Weiblichkeit in der Gesellschaft" so seine Antwort, die irgendwie immer stimmt. Nur warum?

Heute sehe ich es.

Auch beim Narrenschiff fallen die offen weiten Rundungen(weiblich) hier das BOOT oder die Schöpfkelle auf und dann die feinen äußerst geraden Linien, (männlich) womit seine Bilder durchzogen sind, auf.
Auf manchen seiner Bilder habe ich das Gefühl, diese Linien sollen auf eine unterbrochene Geometrie deuten, meine Augen suchen immer danach.

Aber werden nicht fündig.
Es ist das Chaos.
Der Konflikt Heilige natürliche Ordnung(Erde) contra männliche Denke. (Himmel)

Vor 500 Jahren malte er es, falls die Zeit stimmt. Also muß es damals genauso närrisch zugegangen sein, wie heute.

Zum heutigem Narrenschiff mit dem Narr Trumpf. Und den jetzt Heiligen Narren.

Ich stelle mir einen großen Indianerhäuptling Sitting Bull vor, was er wohl zum Narrenschiff feststellen täte. Sein Blick bleibt dunkel.

Vielleicht ist dies der Ausgang, alles nicht mehr so ernst zu nehmen, uns von den alten gesellschaftlichen Verpflichtungen lösen, der Spiegel, ob jetzt als Plasmabildschirm am Himmel oder der Handspiegel, der die Buchstaben spiegelt und somit alles auf eine Sprache zurückspiegelt, ein Aufräumen ist angesagt, und wir werden vieles wiederfinden....

Ein Narr hat keine Angst.... er bringt die Geschichte wieder ins Rollen.... wenn sie feststeckt.
der Gehenkte
05. Dezember 2016 13:05
Wer denkt da nicht an Hans Blumenberg:

"Ein Paradebeleg für die Art, wie Metaphern dirigieren, führen und verführen, jedenfalls die bloße Fortsetzung einer Gedankenkette antreiben und anleiten." (Schiffbruch mit Zuschauer, S. 13)


Ich schlage vor, Sie stellen den Artikel am 5.12.2019 schon mal ein - dann erst lohnt es, darüber zu diskutieren. Wohlfeile Prognosen sind leicht gemacht, aber erst im Rückblick von Wert.
Nero
05. Dezember 2016 14:11
Frage Herr Meyer:

Wieso bleiben wir eigentlich immer noch die Narren wenn es Ihrer Meinung nach einen Paradigmenwechsel geben wird?

Wohin soll denn dieser Paradigmenwechsel führen? Von? Nach?

Meyer: Die Narren bleiben wir, weil wir die abseits Stehenden bleiben werden - nicht geschaffen, um an die Tröge der Macht zu drängen. Sezession ist Abspaltung, ist Abseits. Nur so kann man sauber bleiben, denke ich...
Rumpelstilzchen
05. Dezember 2016 14:14
Zur Verteidigung des Eigenen
aus dem Narrenschiff von Sebastian Brant, 1494

Seiner selbst vergessen

Wer große Müh und Ungemach
Hat, um zu fördern fremde Sach',
Sucht, wie er andern Nutzen schaffe,
Der ist mehr als ein andrer - Affe,
Wenn er nicht in der eignen Sache
Schaut, daß er fleißig sei und wache.
Der Narren Büchlein billig liest,
Wer klug ist und sein selbst vergißt.
Wer rechte Liebe will gewinnen,
Der soll bei sich zuerst beginnen,
Wie auch Terentius ermahnt:
"Ich bin mir allernächst verwandt !"
Ein jeder schau auf seine Schanze,
Bevor er sorg', wie ein andrer tanze.
Der will verderben, sobald es geht,
Wer andern schneidet und sich nicht sät
Und wer eines andern Kleid gerne putzt
Mit Fleiß und seins derweil beschmutzt.
Wer löschen will eines andern Haus,
Wenn ihm die Flamm schlägt oben aus
Und seines brennt mit aller Macht,
Hat seines Nutzens wenig acht.
Wer vorwärts bringt eines andern Karren
Und hindert sich, der wird zum Narren.
Will einer fremde Sachen laden
Und sich versäumen, der hab' Schaden.

Wer darin Überredung leidet,
Was Schaden ihm und Spott bereitet,
Der kann die Länge sich nicht wehren:
Der Narr erwischt ihn bei den Geren,
Wird Weisheit ihn mit Schaden lehren.
Den kommt der Tod am härtesten an,
Den sonst erkannte jedermann
Und der an seines Lebens End,
Stirbt, ohne daß er selbst sich kennt.
Kay-Uwe Klepzig
05. Dezember 2016 14:42
Glück Auf, Herr Meyer!


Das Gleichnis des Narrenschiffes und des nimmer-immermüden Narren, es mundet mir.

Allerdings sehe ich seine Funktion als eine völlig Andere und weniger düstere.

Ohne den Narren, den ewig resignierten, am Mensch verzweifelnden und doch sich nur abseits, nicht abschiffs stellenden Mahner wird das Schiff dem Sturme längsseits gehen, kentern und zerbrechen.

Mit dem Narren wird es von links nach rechts schlingern, im Großen und Ganzen Bugs voran die Wellen reiten.

Des Narren Arbeit ist unermüdlich - aber nicht sinnlos.

Sinnlos aber wäre der Narr ohne Schiff und ohne seine zwei Steuermänner.
Alle haben ihre Funktion.

Ich hoffe, sie ein wenig ermuntert zu haben.

(in Bezug auf die AfD - diese ist weniger Steuermann, denn Lotsenboot. Und hat gleichfalls Narren und verschiedene Steuermänner an Bord. Im größeren, systemischen Kontext - sie alle sind nötig.)
Arminius Arndt
05. Dezember 2016 15:32
@Großstadtpauker,

was verstehen Sie bitte unter "Herrenclubs"?
Einar von Vielen
05. Dezember 2016 16:24
Werter Herr Meyer,
ich sehe es so, natürlich zusammengesetzt aus einem bekannten und bunten Allerlei:

Der Aufstieg wie auch der sich abzeichnende Untergang des Westens speisen sich aus derselben Quelle: Der Aufklärung im Zeichen der ‚Vernunft' in Verschränkung mit der christlichen Sündenidee. Je mehr Entfremdung die Vernunft von den Entstehungszusammenhängen ermöglicht (Wohlstand durch funktionale Spezialisierung und Versorgung), als desto übergeordneter wird sie von vielen gegenüber dem Unhinterfragbaren erlebt. Selbstredend meine ich hier mit Unhinterfragbarkeit nicht Denkverbote im heutigen Stil, sondern eine Haltung, die die eigene Existenz nicht qua Dekonstruktion und Sündendoktrin nihilisiert. Hierdurch entstehen Beutepotenziale für die, die die Aufklärung in den Relativismus zu treiben verstehen. Das wird hier ja hinlänglich seit Jahren analysiert.

Diese Erfolgstaktik ist robust monodirektional und kann, wenn das Unhinterfragbare erst einmal vollständig isoliert ist, nicht über verstandesgemäße Abwägungen zurück entwickelt werden, da sich dies ab diesem Punkt selbst widerspräche.

Dass sich die närrische Szene von vor 500 Jahren auf das Heute übertragen ließe, sehe ich daher nicht. Ich glaube nichts am Heute ist angesichts des ‚Fortschritts‘ des Relativismus mit irgendeiner historischen Konstellation vergleichbar. Allenfalls mit Phasen der Kulturrevolution Chinas, in denen es vorgekommen sein soll, dass Eltern ihre Kinder mit anderen tauschen umso das bürgerliche Prinzip von Eigentum zu überwinden. Aber dieser Vergleich ist nicht hilfreich, denn innerhalb eines Dorfes ausgetauschte chinesische Kinder bleiben immer noch chinesische Kinder und der heute praktizierte Kommunismus lässt trotz aller kultureller Deformation immerhin noch eine chinesische Zukunft Chinas zu.

Die Frage ist doch, ob der Relativismus-Prozess noch reversibel gemacht werden kann, also ein wieder Mehr an Unhinterfragbarkeit gelingt. Die Antwort habe ich nicht, aber sie wird vermutlich nicht darin bestehen, dass wir uns auf nur auf eine überzeitliche Narrenrolle festzulegen haben. Wenn das Schiff auf Riff läuft, nützt die vorherige Sezession an Bord nichts. Man sollte sich stattdessen auf die Kollision vorbereiten oder meutern, wenn es Aussicht auf Erfolg hat. Zum letzteren kommt es auf den genauen Zeitpunkt an, nicht zu früh, nicht zu spät und wenn man Pech hat gibt es ihn nicht, es dann aber nie versucht zu haben ist auch schlecht. Es ist: Schwierig. Na und?

Meine Wette - folgendes wird innerhalb der nächsten drei Jahre daher aus meiner Sicht kommen:

Es wird zunächst keinen Paradigmenwechsel geben, den es nicht schon gibt. Selbst wenn die EU sich auflöst wird in Deutschland das Borderline-Syndrom die Deutschen in einer 70:30 links vs rechts Lock-in Situation halten. Ja es brachen einige auf und schlossen sich Gedanken an, die ihnen zuvor unzugänglich waren. Der Bauch unter der Verteilungskurve will aber gar nicht denken, der will geleitet werden von seinen Ängsten und seiner Gier. Daher bleiben sie eher mehr links, denn je unruhiger das Umfeld, desto harmoniesüchtiger, durchhaltewilliger, obrigkeitshöriger und leidensfähiger die Deutschen. Schon jetzt las sich die Traueranzeige der Freiburger Eltern sublim wie ein ‚unendlicher Stolz, unser Führerin das denkbar größte Opfer gebracht haben zu dürfen‘.

Von realpolitischen Zwängen und Einsichten zu träumen machte nur Sinn, wenn man davon ausgehen könnte, dass der erträumte Lösungsraum für die Entscheider überhaupt begehbar wäre. Aber auch Hitler hätte im März 45 nicht einfach auf Kommunist gemacht.

Die AfD wird, wenn es dem Mainstream nicht gelingt, sie erfolgreich zu dämonisieren, ihre Bellprozente einstreichen. Was bereits ein großer Erfolg ist und eine professionaliserte Basisarbeit ermöglicht, es ist keinesfalls unwichtig oder vergebens! Aber sobald dieses Potenzial ausgeschöpft ist und die Gegenseite weiß, dass sie hier kein Terrain zurückgewinnen kann, wird die nur oberflächliche Korrektur-Rhetorik der CDU wieder nachlassen.

Die Angst als Sünder ausgegrenzt zu werden, wird die Deutschen solange in Kadavertreue verharren lassen, bis eine neue Macht den Kanzlerbunker ausräuchert. Das werden nicht wir sein, denn dies widerspräche unserem Anspruch an Recht und Ordnung. Es werden andere Kräfte sein, vielleicht noch nicht in drei Jahren, aber in zehn spätestens. Welche Macht es sein wird weiß ich nicht, aber es wird eine geben, denn der Weg unseres bisherigen Westens kommt zu seinem Ende.
Waldgänger
05. Dezember 2016 16:57
Geht das eine Narrenschiff unter, macht sich das nächste bereits auf die "Fahrt". Kein Fortschritt, nirgends.
Ist doch der naive (und linke) Glaube an die menschliche Vernunft selbst bereits etwas Närrisches!

Die Frage ist aber, ob jene Ordner und Gesetzgeber vom Typ des spartanischen "Lykurg", die in in besonders närrischen Zeiten immer mal wieder auf der historischen Bühne erscheinen, wenigstens ein gewisses Maß an Verbesserung erreichen können - oder ob auch das bloß Illusion ist.

Die weitere Frage ist, unter welchen Voraussetzungen es heute den lykurgischen Ordner geben kann - und wenn, wo?
deutscheridentitärer
05. Dezember 2016 17:04
@Einar von Vielen

Sehr treffend und klug herausgearbeitet, was der Kern des Problems ist.


Diese Erfolgstaktik ist robust monodirektional und kann, wenn das Unhinterfragbare erst einmal vollständig isoliert ist, nicht über verstandesgemäße Abwägungen zurück entwickelt werden, da sich dies ab diesem Punkt selbst widerspräche.


Es scheint so.

Zwar kann man verstandesmäßig durchaus einiges Zerschlagenes wieder zusammensetzen, aber es bleibt eine im Vergleich armselige Konstruktion, ganz ohne die urwüchsige Kraft, die einstmal hinter unserem Eigenen stand.
Großstadtpauker
05. Dezember 2016 17:19
re : Arminius Arndt :

Herrenclubs sind Clubs in denen Herren herrliche Dinge erörtern und im Namen höherer Werte Weltverbesserungskonzepte entwerfen .

Sie haben die Diskursgrenze erreicht - bitte kehren Sie um - hier gibt es nix zu sehen .

" wir sind als Herrenclub völlig unpolitisch " .

( O-Ton Herrenclub )

; also : Pfarrer , Apotheker , Staatsanwalt , Richter , Lehrer , Kaufmann Oberschichtsohnemann ... alle unpolitisch ....

muss man wissen .
paul
05. Dezember 2016 18:14
Ich finde das Narrenschiff genial. Der Vergleich ist aber garnicht so neu. Schon Strauss sprach Anfang der 80er vom rot-grünen Narrenschiff Utopia. Auch er dürfte Bosch im Hinterkopf gehabt haben.
Der_Jürgen
05. Dezember 2016 18:31
@Einar von Vielen

Ein wunderbarer Kommentar, der beste von vielen guten auf diesem Strang. Der Schluss erinnert mich an Miguel Serrano und seine Prophezeiung vom "wilden Heer", das kommen und die verfaulte Ordnung mit eisernem Besen hinwegfegen werde. Es ist wirklich spannend, Zeuge weltgeschichtlicher Umwälzungen zu sein, auch wenn man riskiert, bei diesen böse unter die Räder zu geraten.
cherusker69
05. Dezember 2016 19:19
Ja das liebe Narrenschiff

Heute war ich mal auf der Facebook Seite der SPD...Ein Junges Mädchen schrieb auf den grausamen Mord in Freiburg folgendes..Wir( die Bürger) sollten sich doch nicht so aufregen,das gibts doch auch bei deutschen Männern .......und dann gings weiter mit den rääääächtspopulisten...
Meine Güte kann ich da nur sagen..Das Narrenschiff fährt mit Vollgas in den Abgrund und diese linken Ideologen schieben noch kräftig mit an..
Stil-Blüte
05. Dezember 2016 20:29
Velásquez - der Hofmaler, der den Narren als Krüppel verstörend und verstört malt und im Selbstbildnis wiederzuerkennen ist: Die Königsebene als Narrenebene (Narrenschiff) und umgekehrt.

P.S. August der Starke behandelte seinen Hofnarren besser als die Preußen den ihren. Friedrich Wilhelm I. erlaubte sich böse Scherze mit seinem Hofgelehrten. Und machte ihn zum Narren. Der wiederum ließ es geschehen. Typisch. Typisch deutsch?
Trouver
05. Dezember 2016 20:35
Das zeichnet sich jetzt gerade ab, wenn man die Reaktionen auf den Freiburger Mordverdächtigen sieht.


Lieber Hartwig, uns wurden schon Repressionen angedroht, so, daß wir nicht einmal Sache mit Namen benennen könnten, ohne mit der Polizei zu rechnen, geschweige denn...hier mäßige sich artiger deutscher Mann.

Meine Bahnsteigkarte bleibt noch immer uneingelöst.
Trouver
05. Dezember 2016 20:45
Nur so kann man sauber bleiben, denke ich…


Lieber herr Meyer, man muß unglaublichen Zynismus entwickeln, um nur halbwegs bei Sinnen zu bleiben.

ich sehe um mich rum nur wahrlich etwas verrücktes: darunter die vor ohrenbetäubendem Gram versteinerten Marias Eltern und irgendwelche Teufel, welche diese Eltern anmahnen, daß es ihnen nirgendwann besser ging, als jetzt und daß sie, die Eltern, jetzt erst recht aufpassen müßen damit, was sie, vielleicht daraufhin zu sagen pflegten.
Heinrich Brück
05. Dezember 2016 21:00
Die Habgier, die Sucht, und die fehlende Selbstbeherrschung. Jeder nimmt sich, was er kriegen kann. Die Handlungen sprachlich zu erfassen, Erfolg und Selbstwert zu generieren, auch wenn es langfristig eitel Untergang darstellt, dem Widerspruch ist nicht beizukommen.
Die Weltvernunft formulierte es vor fast 2000 Jahren:
"Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben. Auch dem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt, dem wird nicht vergeben, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt." - Jesus von Nazareth, Matthäus 12,31-32
Der deutsche Individualismus wurde zusammengehalten durch den alttestamentlichen Ethnozentrismus, über die christliche Bibel kulturell anerzogen.
Die Post-Demokratie ist gleichzeitig nichts anderes als Blasphemie. Deshalb auch der Frieden nicht vom Kriege befreit werden kann.
Anders gefragt: Wenn das Christentum tot ist, was geschieht dann politisch mit den Christen? Werden sie in der Arena verbrannt? Ihre demographische Dekadenz kann unmöglich christlich geprägt sein.
Der ökonomische Dämon ist doch Vorsitzender der Politischen Korrektheit. Er überwacht die Strategie des Niedergangs. Denn er dient nicht dem Volke, wie eine Volkswirtschaft dies tun sollte, er nützt es nur aus. Der Lebenskampf wird, weil durch die Rundumversorgung und vorgegaukelt-demokratischer Hierarchielosigkeit, zu einem Todeskampf.
Das Bild des Volkes hat das Individuum nicht vollständig zur Verfügung. Die Deutung gelingt nicht. "Denn das Leben ist die Liebe // Und des Lebens Leben Geist" - Goethe.
Nicht Geld. Nicht Macht. Geld und Macht sind Werkzeuge.
Das Narrenschiff ist Phantasie. Die Ordnung hat kein Ziel. Wenn die AfD sagt, was sie alles für Deutschland tun würde, treten sofort die Nichtdeutschen auf den Plan. Dann wird verlogen von Populismus geschwafelt, und die Postdemokraten schicken sich zur Rettung des Narrenschiffes an.
Disziplin auf dem Narrenschiff? Eher Egalitarismus. Politisch paßt das Schiff, demographisch sind mehrere Schiffe unterwegs. Und mich bekommt kein Narr auf dieses Schiff; dann schon lieber auf dieses: https://www.youtube.com/watch?v=qT3uqhFfLhg
eulenfurz
05. Dezember 2016 21:55
Der Paradigmenwechsel wird europaweit stattfinden (in Deutschland vielleicht zuletzt) ...


Irgend so ein ehemaliger Propagandaminister soll seinerzeit selbstsicher getönt haben: "Der Deutsche lernt spät, aber dann richtig", doch im weltweiten Internet sind wir die einzige Quelle für dieses Zitat. Vielleicht haben wir's auch nur geträumt oder gelesen oder gehört, aber wahr ist's ja doch: Deutsche Biedermeierlichkeit, gepaart mit Nibelungentreue und Pedanterie, das ergibt einen fanatischen Untertanen, der - wenn er doch irgendwann einen Paradigmenwechsel vollzieht, weil der Gehorsam an die Substanz geht - diesen auch übereifrig und kompromißlos vollzieht.

Die BRD gerät als treibende Kraft mit einigen kleinen Vasallenstaaten weiter auf einen Sonderweg und es sollte niemanden wundern, wenn Verblendung, Machtarroganz und Weltbeglückungswahn der deutschen Eliten des sich von Deutschland abwendende Europa et al zu einem Militärschlag (oder wenigstens zu einer Besatzung) provozieren.

Narrenkappe auf: Der Endsieg - ein abgehörtes Telefonat aus dem Führer*innenbunker
(vor einem Jahr bereits ließen wir die Kanzler*in den Trump-Sieg ahnen und Wien fast in die Hände des "Feindes" fallen, die anderen Tendenzen sind womöglich ebenso naheliegend)
Nordlaender
05. Dezember 2016 22:02
@ Jürg Rückert

"Spiele als kapitalistischer Exerzierraum

Fußball ist rassistisch, da darauf ausgerichtet, anderen Beute zu entreißen, um sie, ja ganze Völker zu demütigen.
Fußball ist imperialistisch und kolonialistisch. Ihm wurden alle Nationen und Kulturen unterworfen.
Fußball ist sexisitsch-patriarchal, da nur geschlechtshomogen angeboten. Quotierte, gemischte Frau-Mann- * -schaften existieren nicht. Maskuline Testosteronstöße unterjochen freundliches Östrogen."

Leider kennt Witzechkeit keine Grenzen. Finde diesen Spassantrag vor dem Studierenden-Parlament überaus unwitzech. Meine schon seit Jahren, daß der allgemeine Würgerinnen-und-Würger-Schwachsinn einfach nicht satirewürdig ist.
Und warum der Rassismusdefinition der Kulturmarxisten (Bronstein, Hirschfeld und Co.) artig die Referenz erweisen? Ein Rassist ist jemand, der lieber mit Seinesgleichen zusammen ist, Rassismus ist der kollektive Selbsterhaltung eines Volkes.

Finde, daß das besser zu PI-News paßt, wo der Konservative brav und beflissen den Vorgaben des Feindes hinterherhinkt und diese bedient.
Monika
05. Dezember 2016 22:41
Im späten 19. Jahrhundert entstand unter dem Einfluss der Erkenntnisse von Psychologie und Psychiatrie in der Literatur eine völlig neue Auffassung des Narren in Christus. So weist Dostojewskijs Idiot als ein wirklich Geisteskranker eine besondere Befähigung zur Erfahrung des Göttlichen auf. Mit seinem einfältigen Wesen verkörpert er in einer verdorbenen Gesellschaft das Gute. Dabei wird er nicht von einem Sendungsbewusstsein angetrieben, sondern wird durch sein Charisma zum Anziehungspunkt seiner Umwelt. Diese Gestalt wirkte auch auf die Konzeption von Gerhart Hauptmanns Roman Der Narr in Christo Emanuel Quint ein.

in https://www.heiligenlexikon.de/Glossar/Narren_um_Christi_willen.html

kein "rechtes Sendungsbewußtsein", sondern anziehend durch Charisma-
wäre doch mal ein Thema unter den Foristen....

Danke an Jürgen, Westpreusse, Stil-Blüte ( siehe Forum Zagreb und Magdeburg)
Aristoteles
05. Dezember 2016 22:44
Hat Nietzsche die Suche nicht einfach nur umgedreht?

War der heilige Narr nicht der Mann aus der Tonne,
der am hellichten Tage nach einem Menschen suchte?

https://de.wikipedia.org/wiki/Diogenes_von_Sinope#/media/File:Diogenes_looking_for_a_man_-_attributed_to_JHW_Tischbein.jpg
Stefan Fischer
06. Dezember 2016 00:30
Wie die AfD sich verändern wird wenn sie sich von der CDU bändigen lässt? Sie wird im Orkus verschwinden, eine CSU 2.0 ist keine Alternative.
Balduin B.
06. Dezember 2016 09:09
Natürlich wird Trump ausgebremst; das Establishment lässt sich die Macht nicht so ohne Weiteres nehmen. Wer Anderes glaubt, ist ein Illusionist. Trump ist zwar Millionenschwer, aber ein kleines, ja winziges Licht angesichts einer erdrückenden Übermacht des weltweiten Finanzkartells. Die Frage ist nur, was wird man Ihm gestatten um die Lage im Land ruhig zu halten und die laufenden Geschäfte nicht zu gefährden.
Was die Lage bei uns anbelangt, kann ich nur jedem der sich hier auf der Seite tummelt auffordern, die Separation zur rechten Zeit aufzugeben, um sich in das Geschäft der Realpolitik zu begeben. Der kritische Blick von außen, geschweige der kritische Unterton aus dem Off wird nicht wesentlich zu einer Veränderung der Lage in unserem Sinn beitragen.
Jeder aus meinem Freundeskreis kennt mich mit dem bereits etwas abgedroschenen Spruch: “Politik ist ein schmutziges Geschäft“ Und dennoch habe ich mich dieses Jahr dort hinein begeben und ich fordere besonders die Kritiker dieses schmutzigen Geschäftes auf, es mir gleich zu tun. Wie sonst sollten wir die Dinge sonst ändern.
Dass die AfD als Bettvorleger der CDU endet, eine Gefahr die ich sehr deutlich sehe, kann nur verhindert werden, wenn es von möglichst vielen „Sauberen“ in der Partei verhindert wird.
Den Durchbruch im Land, da gebe ich mich keinen Illusionen hin, können wir nur mit millionenfacher Unterstützung der Bevölkerung auf der Straße erreichen. Sollten wir mit all diesen Bemühungen dennoch scheitern, können wir uns jederzeit in die Sezession zurück begeben.
Der Gutmensch
06. Dezember 2016 12:07
@Monika

Die Frage ist also, wer uns und wozu genau er uns zum Narren hält. Wären wir in der Tat einfältige Gimpel, so täten wir wohl auch besser daran, keinen Dominanzwillen zu entwickeln. Denn dann würden wir uns von anderen vorschicken lassen; das "Charisma" eines Narren ist eine bitterböse Farce und seine Anhänger sind nichts als feige Hunde; sie versuchen ihre eigene Charakterschwäche dahinter zu verstecken, dass sie der böse Teufel schließlich in Versuchung geführt habe (was der Narr natürlich nicht kann; mit dem würden sie um keinen Preis tauschen - mit dem Teufel schon!)

Das ist also das alte Problem. Wie kriegt man seine Eitelkeiten in den Griff. Bestimmt nicht, indem man sich selber hemmungslos schmeichelt, indem man dem Narren (in sich) huldigt; das erinnert mich an den "veil of ignorance" ...

So wir aber selber die Genarrten sind, weil wir nunmal einiges nicht wissen, müssen wir der Rolle wohl oder übel gerecht werden, artige Fratzen dazu schneiden, fein im Kreis hüpfen und immer hübsch den Spiegel vor uns halten, wie es sich für unseren Stand geziemt. Denn vielleicht - aber das wäre wohl ein Thema für Pirmin Meier - ist ja etwas dran an dem uralten vorchristlichen und teilweise Aberglauben, dass bestimmte Bosheiten mit Spiegeln so ihre Schwierigkeiten haben.

Insoweit interpretiere ich Boschs Narrenschiff noch um einiges düsterer, als hier geschehen. Der Narr dort wird seiner Rolle nicht gerecht; er ist nicht nur Genarrter, er narrt sich auch noch selbst, indem er so tut, als könne er dem Schiff noch den Rücken kehren. Und weit und breit kein - Spiegel ...

d. G.
Th. Wawerka
06. Dezember 2016 12:08
Das Machenschaftliche, der über allem wachende Dämon des Politischen, übersteht jeden Kurswechsel.

Darauf ein Amen, Herr Meyer. Oder meinetwegen auch ein Howgh!
Ich teile Ihre Vermutungen. Wenn die Schleusenzeit vorbei ist, werden die Karten neu verteilt. Die nächste Elite steht schon in den Startlöchern und wird den Narren, Heiligen und Partisanen, die ihnen den Weg geebnet haben, kräftig in den Hintern treten - wenn sie sich denn nicht anheuern lassen.
Sicher werden ein paar Teile des Narrenschiffs ausgetauscht und erneuert werden, sodass es wieder halbwegs seetüchtig wird. Ist ja auch schon was. Aber Narrenschiff bleibt Narrenschiff, und der Dämon des Politischen ändert nur ein paar Vorzeichen, und die nächste politische Religion bahnt sich ihren Weg, um die Gesellschaft von Neuem zu spalten - mit ideologischen Versatzstücken aus der Zeit seit 1789, neu gemixt.
Das ist nicht das allgemein Menschliche und auch nicht das spezifisch Postmoderne oder das deutsche Elend seit 1945, es ist das Kennzeichen einer Epoche, die mit der französischen Revolution und dem Untergang des Reichs begann. Auch diese Epoche wird enden, aber wann und auf welche Weise, das kann sich keiner vorstellen.
Der Dämon dieses Äons - das ist schon wieder biblisch ...
Th. Wawerka
06. Dezember 2016 12:12
Was lernen wir daraus? Ich lerne daraus, dass es wichtig ist, Inseln zu suchen, über die der Dämon keine Herrschaft hat - Bereiche, die nicht durchs Politische gespalten und entseelt werden können. Das können heutzutage, da die Kirchen nicht standgehalten, sondern sich instrumentalisieren lassen haben, wirklich nur Inseln sein.
Meier Pirmin
06. Dezember 2016 12:31
@Monika, Erik von Kuehnelt-Leddihn, dessen Porträt im Buch "Tristesse Droite" aus dem Antaios-Verlag enthalten ist, schrieb in späten Jahren das Buch "Narrenschiff auf Linkskurs", eine kritische Auseinandersetzung zum wachsenden Linksabdriften eines Mainstreams der Theologie. Wie weit dies unterdessen in Theologie-Lehrbücher eingegangen ist, u.a. mit einem Modell der "Reich-Gottes-Verträglichkeitsprüfung", der Pervertierung Kirche zum Bestandteil linker NGO-Bewegungen, habe ich im unteren Teil des Strangs "Zagreb und Magdeburg" dargetan. Theologische Tagesmoden, selbst wenn sie ein Jahrhundert zu prägen vermochten, waren nie mit dem gleichzusetzen, was Hegel den "Geist des Christentums und sein Schicksal" nannte. Noch gut finde ich, dass hier von Monika, Stilblüte und noch anderen auf das Motiv des christlichen Narren verwiesen wird. Darüber hat der Schweizer Theologe Walter Nigg vor etwa 50 Jahren ein umfangreiches Buch geschrieben. Aber wohl keiner hat das Motiv literarisch auf höherem Niveau vertieft als Erasmus von Rotterdam in seiner vorreformatorischen Schrift "Lob der Torheit". Zu beachten bleibt, dass zur Zeit der Renaissance und der Reformation in der Regel und oftmals die intelligentesten Repräsentanten einer Zivilisation sich der Theologie zuwandten, was heute mit dem besten Willen wohl nicht unterstellt werden kann. Persönlich neige ich dazu, Erasmus sowohl der damaligen von ihm kritisierten Scholastik als auch der Reformation gegenüber als geistig überlegen einzuschätzen, zu schweigen von seiner stilistischen Überlegenheit als zwar doch sehr elitärer Lateiner. Wer hier das Christentum kritisiert, soll wenn möglich nicht irgendwelche Idioten kritisieren, Kässmann u. Co. nun mal nicht mit Augustinus und Pascal verwechseln, sondern wenn möglich von Erasmus von Rotterdam als Blüte der christlichen Kulturhöhe ausgehen. Erasmus, der Frühpazifist, hat ausdrücklich die Legitimität des Abwehrkampfes gegen den Islam betont, auch aus kulturell orientierter Rechtfertigung des Verteidigungskrieges. Zu den fundamentalsten Irrtümern über das Christentum gehört die Unterstellung, politisches Handeln "wenn dir einer auf die rechte Wange schlägt, halte ihm auch die linke hin" usw. könne sich im Ernst nach der Bergpredigt orientieren. Das ist, wie wenn einem ganzen Volk von einem kriminellen Herrscher das Martyrium befohlen würde. Gegen diesen Irrtum hat sich schon vor mehr als 40 Jahren der Philosoph und Theologe Peter Berglar gewandt, der u.a. zusammen mit Prof. Josef Ratzingern in Freiburg in Breisgau Vorträge über den christlichen Pazifisten Reinhold Schneider gehalten hat.
Meier Pirmin
06. Dezember 2016 12:47
@Wawerka. Der Rückzug auf das Unpolitische setzt, wie Sie selber bemerkt und wohl auch schmerzlich erfahren haben, jedoch einen Kampf bzw. eine stark umstrittene Auseinandersetzung im Bereich des Politischen zunächst einmal voraus. Wie schön wäre es, den eigenen Kindern lediglich von den Segnungen gläubiger Existenz, auch von theologisch geprägter Weltlichkeit, erzieherisch mitteilen zu dürfen! Dazu wäre die Adventszeit an und für sich ein geeigneter Kairos. Aber "von der stillsten Zeit im Jahr" (Karl Heinrich Waggerl) kann heute im Ernst wohl kaum mehr die Rede sein. Das Adventliche war freilich mit seinem Bezug zum Eschatologischen nie ganz unpolitisch.

@Balduin B. Zur Einschätzung von Trump, den Sie nicht mit einem strategischen Denker der amerikanischen Rechten verwechseln sollten, empfehle ich Ihnen das Schweizerzeit-Magazin, vergleiche noch die Kolonne "Zagreb und Magdeburg" sowie Ellen Kositzas letztpublizierte Blog-Serie.
Der_Jürgen
06. Dezember 2016 14:31
@Meier Pirmin

Ich nahm mir heute die Zeit, das Video mit Ihnen und Dr. Ulrich Schlür im "Schweizerzeit"-Magazin anzusehen, und habe es nicht bereut. Danke für den Hinweis.

Danke auch für die Richtigstellungen zum Thema der im vorigen Strang geführten Debatte über das Christentum. Es gibt hier in der Tat etliche Leute, die wähnen, für einen Christen müsse sich "politisches Handeln an der Bergpredigt orientieren", oder das Christentum könne an den Ergüssen von Kässmann und Konsorten gemessen werden.

Ebenfalls sehr passend Ihr Hinweis auf Erasmus als "Blüte der christlichen Kulturhöhe". Diesen Denker habe ich in der achten Gymanasialklasse auf Latein lesen müssen oder, besser gesagt, dürfen. Dass der grosse Humanist Verteidigungskriege gegen den Islam ausdrücklich rechtfertigte, mögen bitte jene Foristen zur Kenntnis nehmen, die das Christentum als Synonym für "Schwächlichkeit" fehldeuten, darunter jener Sezessionist, der sich nach einem gewissen römischen Kaiser des 1. Jahrhunderts nennt, welcher meinte, mit ihm sei ein begnadeter Künstler zugrunde gegangen.

@Thomas Wawerka

Ja, es wäre schön, wenn wir uns ins Unpolitische zurückziehen könnten. Aber hier kann man einmal Berthold Brecht zitieren, der (sinngemäss) sagte, es gebe Zeiten, in denen ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen sei, weil es ein Schweigen über so viele grosse Verbrechen mit einschliesse. Ich bringe es nicht fertig, mich auf eine der von Ihnen erwähnten "Inseln" zurückzuziehen, und beneide Menschen, die das können, irgendwie.

Man kann heute ja nicht einmal die Website der Bundesliga aufsuchen, ohne etwas von Aktionen von Fussballfans gegen "Rassismus" oder "Homophobie" zu lesen. Die Politisierung seitens des Systems ist total; sie lässt uns immer weniger Nischen. Oder, um bei Ihrem Fachgebiet zu bleiben: Wenn in den Medien noch ein Geistlicher zu Worte kommt, dann wohl fast nur noch unter der Bedingungen, dass er seinen Kniefall vor dem Götzen der allseligmachenden politischen Wahrheit vollzieht. Sie gehören nicht zu diesen Opportunisten und werden deshalb nie in der Lügenpresse erwähnt werden, es sei denn als Buhmann, als bigotte Kuttenkrähe, die stur an antiquierten Lehren festhält.
Schlesische Fachkraft
06. Dezember 2016 14:56
Der Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer, gelang es erst im dritten Anlauf, das Wort zu bekommen. Merkel bekam etwas mehr als 11 Minuten Dauerapplaus - und es wirkte, als hätten die Delegierten noch länger durchgehalten, hätte Kramp-Karrenbauer nicht ums Wort gebeten. Der Applaus war jedenfalls deutlich länger als beim letzten CDU-Bundesparteitag.


Sinnbildlich für das "Narrenschiff BRD": Der Merkel-Wahlverein kann sich in seinem fast schon krankhaften Wahnsinn noch weiter steigern. Die CDU schon wieder in Sportpalast-Stimmung und "Merkels Gäste" treiben ihr Unwesen weiter. Gestern Freiburg, heute Bochum und Silvester steht schon vor der Tür. Und der Parteitag in Essen steht unter dem Motto "Unsere Werte. Unsere Zukunft."...
Coon
06. Dezember 2016 15:28
Unsere Werte, unsere Zukunft: „So – werf ich den Brand/ in Walhalls prangende Burg.“
Bürgerkrieg
06. Dezember 2016 15:57
Alles was den Saustall BRD noch zusammenhält ist der Wohlstand! Noch gehet es zu vielen Leuten nicht wirklich schlecht genug! Die Nutznießer des System, angefangen von der herrschenden politischen Klasse, die Manager und Filmclowns sowie Sportdiven werden nie die Fahne der Revolution tragen. Sie werden das System stützen bis zu seinem Untergang. Die Dinge sind allerdings im Rollen. Der Euro ist im Taumeln und wird künstlich am Leben erhalten durch künstliches Geld mit programmiertem Verfallsdatum. Der Verlust der Heimat mittels illegaler Masseneinwanderung wird dann die Dämme zum Brechen bringen in Zusammenhang mit der Zerstörung des Sozialstaates und der inneren Sicherheit. Beides Kinder der Globalisierung!
Der Gutmensch
06. Dezember 2016 18:10
@schlesische fachkraft
Der Merkel-Wahlverein kann sich in seinem fast schon krankhaften Wahnsinn noch weiter steigern.

Ach, nein, schlesische Fachkraft, das sehen Sie zu optimistisch. Im Merkelwahlverein herrscht - ich habe mir das selber angesehen - nämlich Konsens, dass man keinen Menschen am Tragen einer ihm individuell kleidsam dünkenden Kappe hindern sollte; allenfalls daran, für das Tragen einer solchen auch noch staatliche Autorität in Anspruch zu nehmen.

Im anderen Wahlverein, da man sich nicht mal auf eine Bestimmung des Grundwortes des insgesamt zusammengesetzten Substantiv einigen kann, kann man sich aber immerhin darauf einigen, dass der Respekt und das Amt ganz der Kappe gebührt, nicht dem Träger oder Nichtträger.

Wer der wohl der Narr ist und wie er sich entscheiden soll - das müssen Sie wissen.

d. G.
Jürg Rückert
07. Dezember 2016 11:12
@ Bürgerkrieg:
Sehe ich auch so. Der Wohlstand ist noch unser einziger gemeinsamer Nenner. Sein baldiges Ende ist sicher. Dann flackern die Feuerchen des Bürgerkriegs in Europa auf. Die Südstaaten wird es besonders treffen, aber auch uns. Die Antifa ist gut vorbereitet. Vermutlich kommt dann der Umschlag in einen Weltkrieg. Danach sind die Verbliebenen so mit dem Überleben beschäftigt, dass sie keine Zeit haben, die Überlebenden zu zählen.
Nach Auschwitz wurde die Frage aufgeworfen, ob es da noch einen Gott geben könne.
Wäre ein neuer Krieg Ausdruck eines leeren Himmels oder altbiblisch als strafende Hand Gottes zu sehen? Darüber werden die Überlebenden streiten. Hoffentlich gibt es dann nicht noch mehr Tote.

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