03. Dezember 2016

Zagreb und Magdeburg

von Götz Kubitschek / 67 Kommentare

Kositza und ich sind in Zagreb. Das studentisch getragene Magazin Obnova hat uns eingeladen, wir tauschen seit gut zwei Jahren unsere Publikationen aus, und man interessiert sich dort sehr für die Frage, wie lange Deutschland noch mit seiner hypermoralischen Politik die kleineren europäischen Nationen vor wiederum nicht moralische, sondern handfeste Probleme stellen kann. Gibt es Hoffnung auf einen Umschwung in der deutschen Politik?

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Wir sind seit gestern Abend in Zagreb, fanden gleich in einen der gesanglich stets schönen katholischen Gottesdienste und spazierten danach durch die kalte Innenstadt, bevor wir in einem Fisch-Restaurant Suppe, Dorsch und gegrillte Sardinen verzehrten. Auf dem Rückweg zur Unterkunft kamen wir an einem Regierungsgebäude vorbei, vor dem rauchend zwei Polizisten Wache standen. Es war das Innenministerium.

Dieses Wort erinnerte mich an die Auseinandersetzung, die seit zwei Tagen um die Einladung und Absage des Theaters Magdeburg geführt wird: Innenminister Stahlknecht und ich auf demselben Podium? Undenkbar für viele.

Im Hotel klappte ich den Rechner auf und sah die Zusammenstellung durch, die mir meine Mitarbeiter zugeschickt hatten. Vor allem aber wollte ich lesen, in welchen Punkten unser Rechtsanwalt letztlich den außer Rand und Band argumentierenden SPD-Landesvorsitzenden Lischka zu einer Unterlassung aufgefordert hatte. Lischka hatte wörtlich geäußert:

Ich bin einigermaßen fassungslos, dass sich Sachsen-Anhalts Innenminister, immerhin Chef des Verfassungsschutzes im Land, mit einem vom Verfassungsschutz beobachteten Rechtsextremisten gemeinsam auf ein Podium setzen will. Kubitschek ist der intellektuelle Kopf der Neuen Rechten, der Spindoctor des rechten Flügels der AfD. Auf seinem Rittergut treffen sich regelmäßig rechte Burschenschaftler, Identitäre, Holocaustleugner und Neonazis. Wer glaubt, man könne solche Leute wie Kubitschek und Co. in einer öffentlichen Diskussion stellen, ist ihnen bereits auf den Leim gegangen. Diesen Rechtsextremen darf man keine Bühne bieten, sie müssen mit allen rechtsstaatlichen Mitteln bekämpft werden. Daher verbietet sich eine politische Aufwertung, wie sie Innenminister Stahlknecht praktizieren will, von selbst.

Es stecken darin entweder zwei Lügen oder aber ein Geheimnisverrat und eine Lüge. Denn weder werde ich vom Verfassungsschutz beobachtet noch treffen sich in Schnellroda Holocaustleugner und Neonazis, weder regelmäßig noch überhaupt.

Gute Nachricht: Die Unterlassungsaufforderungen sind unterwegs, und nun muß Herr Lischka entweder unterschreiben und ein Stängelchen Geld in die Hand nehmen oder aber er muß beweisen, daß er nicht gelogen hat, was im zweiten Punkt nicht möglich ist, im ersten hingegen die Straftat des Geheimnisverrats nach sich zöge: Denn der VS in Sachsen-Anhalt weiß nichts von einer Beobachtung, und der Bundes-VS hat sich - sollte von dort aus beobachtet werden - noch nicht geäußert.

Es ist ja bloß eine Einladung zu einem öffentlichen Disput gewesen, aber seit er abgesagt ist (in der Art, in der diese Absage zustandekam, ein Politikum in der Tat für die Koalition in Magdeburg) dürfen wir wie in einem Lehrbuch die unterschiedlichen Formen des Umgangs mit einem überkochenden Topf studieren:

    • Da haben sich ganz viele unwichtige, selbstreferentielle, oftmals staatlich gefütterte Gruppen und Einzelpersonen auf den Deckel gesetzt, um die "braune Suppe" für nicht-existent zu erklären.
    • Da gibt es neben Lischka andere, die alles aufbieten, was ihnen zu Gebote steht, um unsere leckere Mahlzeit, die endlich verteilt werden will, zu einer Giftbrühe für die in sich unentschiedene CDU zu machen.
    • Und dann gibt es die ganz Schlauen, die in den schlauen Blättern der Republik den Beweis anzubringen versuchen, es handle sich bei unseren Ingredienzien um abgelaufene Zutaten und bei der Suppe um ein Gebräu, das weder neu, noch zeitgemäß sei, sondern ein Aufguß, den man in Deutschland schon bis zur Neige ausgeschlürft habe.
    • Und zuletzt gibt es doch nicht wenige, die den großen Fehler in all diesen Verhinderungsstrategien erkennen und zweierlei wissen: Erstens gilt die Weisheit, daß nichts so heiß gegessen wird, wie es vom Herd kommt. Zum anderen gilt, wenn etwas überkocht, doch immer noch das chinesische Strategem Nr. 19: "Unter dem Kessel das Brennholz wegziehen."


Punkt 4 war jetzt ein Tip. Ich frage mich das ganz ernst:

Glaubt von den Lischkas, Haseloffs oder Kaubes dieser Welt tatsächlich einer, er müsse vor uns die Verfassung schützen? Was, das wäre meine erste Frage an Innenminister Stahlknecht, ist den schlimmstenfalls aus "unserer" Richtung zu erwarten? Die Einhaltung der Gesetze trotz billig zu erntenden hypermoralischen Lorbeers? Die Wertschätzung und Förderung des wirklich produktiven Teils unseres hart arbeitenden Volkes und die Eindämmung der sinnlosen Verschleuderung des nicht vorhandenen Vermögens in Gesellschaftsexperimente? Wirkliche Ökologie, echter Konsumverzicht anstelle dieser verlogenen better-world-Mentalität der Grünen, denen ihr kleines unbeherrschtes Ich stets wichtiger ist als die dringend notwendige Askese? Mehr Achtung vor dem Staat und seinen Staatsdienern, ob in Polizei, Armee, Lehrkörper oder Verwaltung?

Ich wage mal die nicht unbegründete Behauptung, daß mit uns die Selbstbedienungsmentalität ein Ende nähme, und vermutlich hätte Holger Stahlknecht zuvorderst eines festgestellt (und vor allem jener Teil der quasselnden Klasse, der diesen Innenminister nun schurigelt): daß es bei "uns" einen sehr weit reichenden Respekt vor jenen gibt, die tatsächlich politisch handeln müssen, weil sie politische Verantwortung tragen, und daß wir Theoretiker wissen, wieviel Kompromiss in jeder politischen Entscheidung steckt, daß es also einen Verarbeitungs- und Realisierungsweg gibt zwischen Metapolitik und Politik.

Meine Prognose: Beschädigt aus diesem Tanz werden Haseloff und Lischka gehen, Holger Stahlknecht nicht. Die Lage ist zu ernst, es muß gesprochen werden, und die politische Elite wird ergänzt, wo nicht in teilen ersetzt. Alles läuft ganz normal.

Das müßte vor allem Ministerpräsident Haseloff wissen, der sich nun ziemlich billig geäußert hat. Es ist ein paar Jahre her, da kam er mit einem kleinen Troß an den Stand meines Verlags auf der Leipziger Buchmesse. Wir plauderten ein wenig, dann griff er zielsicher nach dem bei uns in Neuauflage erschienen Essay Elite. Erziehung für den Ernstfall aus der Feder des konservativen Vordenkers Gerd-Klaus Kaltenbrunner. Er hatte es früher schon gelesen und freute sich, daß es wieder lieferbar war.

Wenn ich wieder zuhause bin, werde ich nachsehen, ob Haseloff Kunde meines Verlags ist. Ich glaube schon.

-- -- -- -- --

P.S.: Hier ist der Vortrag, den ich in Zagreb hielt
auf deutsch
auf englisch

 

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (67)

Nero
05. Dezember 2016 07:16
@ Monika

Wir haben noch nicht einen Sieg errungen und schon kommen die ersten Belehrungen und Warnungen. Typisch.
Die von Ihnen genanten Politiker sind keineswegs starke Charaktere in unserem Sinne. Palmer will Einwanderung, aber nur soviel, dass die Deutschen nichts merken und nicht mucken. Wagenknecht ist eine Kommunistin. Nur weil sie hier und da Halbwahrheiten verbreitet und so tut als ob sie auf unserer Seite wäre, heißt das noch lange nicht, dass sie auch nur annähernd Deutsche, Weisse oder Europa retten will.

Monika, wie lange sind sie hier schon im Forum aktiv? Warum haben Sie es immer noch nicht kapiert? Was ist los mit Ihnen?
Wenn wir untergehen, dann geht damit auch die stärkste Bastion des Christentums unter. Das freut mich. Diese abartige, kranke Religion ist die Pest auf dieser Erde. Dann sind wenigstens die anderen Menschen befreit von derart auto-aggressiven Ansichten wie der Ihren, verehrte Monika.
deutscheridentitärer
05. Dezember 2016 08:38
@Jürgen

Wie immer ein Beitrag von Ihnen, der die Dinge unprätentios auf den Punkt bringt.

Allerdings bleibt die deprimierende, doch letztlich realistische Erkenntnis, dass eine Wende im großen Stil insgesamt unwahrscheinlich bleibt - eine Volkserhebung traue ich unserem alt und müde gewordenem Volk nämlich leider nicht mehr zu.
Der_Jürgen
04. Dezember 2016 11:16
@Schneekette

Da Sie mich um eine Reaktion auf den Beitrag des Liberalkonservativen

@Arminius Arndt

(den ich als intelligenten und ehrlichen Menschen schätze)
gebeten haben, will ich mich zu dessen Argumenten sehr kurz äussern.

Den idealen Staat gibt es natürlich nicht; insofern hat Arndt recht, wenn er nicht an den "guten Staat" glaubt und Beamten ein gewisses Mass an Misstrauen entgegenbringt. Ich will auf historische und philosophische Darlegungen verzichten, da diese den Rahmen einer kurzen Antwort sprengen würden, und mich auf die heutige Situation und die Alternativen zu der jetzigen Katastrophe beschränken.

Das alles überragende Ziel ist für mich die Erhaltung der weissen europäischen Menschheit im allgemeinen sowie des deutschen Volkes in besonderen. Beiden droht durch Geburtenrückgang und aussereuropäische Masseneinwanderung der demographische Tod. Schon vor Jahrzehnten sprach der Soziologe Robert Hepp von der "Endlösung der deutschen Frage" (Buchtitel). Seither hat sich die Lage drastisch verschlechtert.

Ich glaube, wie ich auf diesem Forum mehrmals festhielt, nicht an eine Rettung Deutschlands auf parlamentarischem Wege und fühle mich auch nicht verpflichtet, mich als "Demokraten" zu bekennen. Der notwendige Wandel kann nur durch einen (in der BRD allerdings reichlich unwahrscheinlichen) Militärputsch oder durch eine Volkserhebung bewerkstelligt werden. Ich will Trump keine Vorschusslorbeeren erteilen, aber seine Wahl eröffnet den Nationalisten (oder, wie Sellner sagen würde, Identitären; für mich sind die Begriffe Synonyme, da ich den Nationalismus rein defensiv interpretiere) sicherlich neue Chancen.

Eine patriotische Regierung wird die Einwanderung radikal stoppen und die Mehrheit der aussereuropäischen Immigranten repatriieren müssen (wie gross diese Mehrheit sein wird, weiss ich nicht, aber bei den Muslimen und den Afrikanern gehe ich von ca. 90 % aus). Zugleich wird sie die Abtreibung untersagen (ausser in klar definierten Ausnahmefällen) und die Geburtenrate der Deutschen durch familienfreundliche Massnahmen heben.

Dies alles geht nicht im Rahmen eines Systems, in dem die Lügenmedien rund um die Uhr den Volkstod predigen, sei es in sanfter Form (Deutschland muss bunter werden) oder in brutaler (Nie wieder Deutschland; Deutschland verrecke). Es geht auch nicht in einem System, in dem linke Gewalttäter Narrenfreiheit geniessen und selbst die Abschiebung krimineller Ausländer oft kaum noch möglich ist. Es geht nur ein einem autoritären System, das die Meinungsfreiheit einschränken müssen wird. Auf Jahrzehnte hinaus.

"Das Schlimme ist nicht das Autoritäre, das Schlimme ist die tägliche, aufgezwungene Lüge", schrieb Solschenizyn 1974 in seinem "Offenen Brief an die sowjetischen Führer". Was mich an der "Demokratie" heutigen Stils anwidert, ist ihre Heuchelei. Man schwatzt von "Menschenrechten", meint damit aber nur die Rechte von Ausländern, Schwulen und Transvestiten, nicht die normal veranlagter Einheimischer. Man faselt von "Meinungsfreiheit" und zerrt Menschen, darunter 88-jährige, wegen ihrer Meinung zu historischen Fragen vor Gericht. Man beschwört die Werte der "Aufklärung" und tut sein Bestes, um wissenschaflichte Erkenntnisse auf dem Gebiet der Genetik, der Zeitgeschichtsforschung u. a. zu unterdrücken.

In einem nationalen Staat, wie er mir vorschwebt, wird sauber definiert sein, welche Meinungen öffentlich nicht geäussert werden dürfen. Es wird z. B. verboten sein, in Schulen zu propagieren, dass Mädchen und Jungen nicht als solche geboren, sondern durch die Gesellschaft dazu gemacht werden. Ebenso werden Schwulenparaden verboten sein (während einvernehmliche homosexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen straffrei bleiben).

Wer die Spielregeln nicht akzeptieren will, dem wird man die Möglichkeit bieten, in ein Land auszuwandern, das seinen Idealen eher entspricht.

Der nationale Staat wird niemandem eine Ideologie aufzwingen und nicht totalitär sein. Er wird die christlich geprägte europäische Kultur wahren und, sofern möglich, weiterentwickeln, aber selbstverständlich kein Bekenntnis zum Christentum verlangen, denn, wie der Protestant Hans-Dietrich Sander einmal schrieb: "Man könnte die Menschen vielleicht zwingen, in die Kirche zu geben, aber der verlorene Glaube käme dadurch nicht zurück."
Kaliyuga
04. Dezember 2016 23:52
Referendum Italien

Parallelen: „Seelisch und politisch ausgehungert“ auch die Italiener, „gegen sie sprechend die Geburtenschwäche“, Spiegel schlaff gewordener Seelen.

Unterschiede: Das „Establishment“ wurde allerdings letzte Nacht doch nervös und versandte SMS mit „sì“-Hinweisen. Zudem: Auch von links wehte im Wahlkampf kräftiger Widerstand.

Es scheint nichts geholfen zu haben, nach den ersten Hochrechnungen zeichnet sich eine deutliche Niederlage Renzis ab:

Der Corriere della Sera berichtet noch vor Mitternacht:

"Referendum, exit poll: stravince il No, la riforma non passa. Renzi parla a mezzanotte".

http://www.corriere.it/

Renzi wird um Mitternacht sprechen.
Arminius Arndt
06. Dezember 2016 00:28
Bin letzthin mal etwas örtlich abseits von den üblichen Routen in eine mir unbekannte Gegend gefahren und dabei - ohne dass ich zuvor Kenntnis davon hatte - urplötzlich hier

https://de.wikipedia.org/wiki/St._Achatius_(Gr%C3%BCnsfeldhausen)

vorbei gekommen. Ich traute meinen Augen nicht, musste anhalten, kehrt machen und das mir bis dato unbekannte Objekt anschauen (später fand ich dann heraus, dass es in der Region noch 2 weitere Kirchen ähnlicher Art gibt).

Bei wem bei so etwas es nicht automatisch "Klick" macht und er die tieferen Zusammenhänge zwischen Abendland und Christentum nicht sofort, fast instinktiv bemerkt, dem ist einfach nicht mehr zu helfen (meine Meinung).

Und dann sind diese ganzen Käßmanns, Bedford-Strohms und Franziskusse mir mit einem mal ziemlich egal. Da gibt es eben etwas, was über den Menschen und ihrem Geschwätz steht.

So, dass war mein Wort zum Beginn der Woche. Im Übrigen möchte ich den berühmten Satz von Michel Houellebecq, dass von allen Religionen der Islam die dümmste sei wie folgt ändern, Nein, der Islam ist nicht die dümmste, die dümmste ist der Atheismus (intellektuell redlich kann von allen Formen des Ungläubigen meiner Meinung nach nur der Agnostizismus sein).
Monika
04. Dezember 2016 10:39
daß es bei „uns“ einen sehr weit reichenden Respekt vor jenen gibt, die tatsächlich politisch handeln müssen, weil sie politische Verantwortung tragen, und daß wir Theoretiker wissen, wieviel Kompromiss in jeder politischen Entscheidung steckt, daß es also einen Verarbeitungs- und Realisierungsweg gibt zwischen Metapolitik und Politik.


Diese Passage bedarf doch einer näheren Betrachtung. Siehe die oben genannten Vorbehalte, die auch ich teile.
Zum " Unfug der Antiquariate" ( Jürgen Kaub im verlinkten FAZ-Artikel) zähle ich neben Carl Schmitt, Arnold Gehlen auch Oswald von Nell-Breuning, hier vor allem Grundsätzliches zur Politik . Dort heißt es im Vorwort:
Politik fordert vom Politiker viel, sogar sehr viel, an allererster Stelle Charakter; sie fordert einen redlichen Willen, seinen uneigennützigen Einsatz. Der Politiker geht nicht nur einen schweren, sondern einen gefährlichen Weg, der ihn immer wieder in Versuchungen führt, denen nur ein starker Charakter gewachsen ist; ein starker Charakter aber bewährt sich in ihnen und erstarkt dadurch noch mehr.


Die starken Charaktere sind in allen politischen Parteien und Richtungen vertreten. Es sollte dem Eindruck entgegen getreten werden, wonach die "stärkeren" Charaktere sich gehäuft bei der Rechten befänden.
Macht korrumpiert. Und noch sind "wir" nicht an der Macht.
Können noch hehre Absichten haben.
Redlichen Willen, Charakterstärke sehe ich somit etwa bei folgenden Vertretern etablierter Parteien: Boris Palmer ( Grüne) , Sarrazin ( SPD),
Vera Lengsfeld ( CDU), Sarah Wagenknecht ( Linke) , da sind sicher noch andere zu finden.
Herrn Haseloff und vielen anderen Politikern empfehle ich dagegen das Buch: Grundsätzliches zur Politik
Das ist wesentlich "unverfänglicher" als die
Erziehung für den Ernstfall.
Olle
05. Dezember 2016 00:08
@Caroline Sommerfeld.
Ich verstehe Kubitschek so, daß er sich hier sehr abstrakt zum Wesen der politischen Entscheidungsfindung als solcher äußern wollte, wohl schon im Hinblick auf künftige konstruktiv motivierte Entscheidungsträger.Das finde ich nicht unerheblich.
Sie äußern nun Zweifel, die sich auf das konkrete Handeln der destruktiv orientierten aktuellen Machthaber beziehen und werden damit der Perspektive Kubitscheks vielleicht nicht ganz gerecht.
Ihr Diskussionspartner H scheint sich noch weiter als Sie von der abstrakten Betrachtungsebene zu entfernen. Sie sollten ihn oder sich selber fragen, ob er sein Hohelied auf Kompromiss- und Mehrheitsfähigkeit und ruhigen Ausgleich mit prinzipiellem Anspruch anstimmt oder aber nur auf die gegebene politische Machtlage bezogen. Im ersten Fall wäre er ein politischer Ästhet oder Stilist und somit in Gefahr, unpolitisch zu werden, im zweiten von unausgesprochenen konkreten politischen Interessen geleitet. Würde er auch im Falle einer real existierenden konstitutionellen Monarchie, sagen wir mal, für " abgefederte Kompromißbereitschaft" eintreten wollen? Oder geriete er unter solchen Zuständen in politisches "Feuer"?
Johann Felix Baldig
04. Dezember 2016 10:45
Das werden Sie nicht unbedingt veröffentlichen wollen, weil Off Topic: Böhmer hatte noch eher Kontur. Haseloff als MP, nicht im Schlepptau, wird derlei nicht wagen. Der MdL Farle hat gestern übrigens in Helbra auf einer Veranstaltung mit Frauke Petry unter dem Eindruck der Stahlknecht-Absage die Meinungsfreiheit beschworen und sich bei dieser Gelegenheit Ihnen anverwandelt. Er nahm Ihren Namen ganz zutraulich in den Mund, den er in Mitgliederversammlungen und endlosen Monologen sonst nur als Synonym für den Antichristen zu gebrauchen pflegt. Vielleicht behalten Sie ja Recht mit "echte politische Wende". Gruß aus Breitungen/Südharz.
Winston Smith 78699
04. Dezember 2016 00:03
@ Caroline Sommerfeld
Deswegen ist eine bis zur Fadheit heruntergekommene Kompromißbereitschaft des immer „Koalitionsfähigen“ und „Mehrheitsfähigen“ so fürchterlich unerquicklich und regt mich auf!

Sie als unheimlich kluge Frau wissen ja, dass nach Verflüchtigung aller zivilisatorischen Regeln - und das ist es, wo die multikulturelle NWO-Gesellschaft von der SPD hingetrieben wird, ihre Erfüllung in der Kesselschlacht aller gegen alle, die unvorbereiteter eintreten könnte als von vielen denkbar - das Florett des streitenden Arguments seine Kraft letztlich allein rücklings vom leitend bestrahlenden Widerschein der unbesiegten Sonne aus der Steitaxt jenes Berserkers empfängt, der so einen dann gerne auch weiblichen Florettisten beschützt. Sie haben den "Überzeugungs"-Freundeskreis schon hinter sich versammelt oder sind selbst Amazone?
Brettenbacher
04. Dezember 2016 00:57
@Sommerfeld

doch, doch, Kubitschek hat recht, wenn er dem Amts-Politischen vom Meta-Politischen her die Reverenz erweist. Das Schlingen und Ringen, das Kreuchen und Fleuchen, das Zicken und Rücken, aus dem sich das bildet, was wir dann das Konkrete nennen, wär ganz ein dumpfes Ding ohne die obere Leitung des Ideals. Dieses aber bliebe leer ohne jenes. Und dem, der in jenem steckt und durch den es geht und mit dem es geschieht, gebührt unser Respekt, auch dürfen wir mit-leiden.
Vielleicht ein wenig spät - tageszeitlich -für "humanisierten Hegel".

Aber weil wir grad so schön dabei sind, möchten wir noch den Friedrich
Schlegel des Athenäums paraphrasieren:
Der Auftritt des "Busfahrer" Radke bei der Maischberger und die Magdeburger Invitationsquerelle machen die großen Tendenzen des Zeitalters.
Eveline
04. Dezember 2016 09:13
@Caroline Sommerfeld

Ähnlich wie @Coon glaube ich das auch nur bedingt. Mein Glaube ist beschädigt durch das ubiqiutäre Rollenverhalten der Berufspolitiker – das ist nicht „Verantwortung tragen“, was sie tun.

Was bedeutet für Sie Verantwortung tragen?

Mir fällt dazu folgendes Bild ein. Ein Gärtner nimmt einen Apfelkern und pflanzt ihn in die Erde. Dann hört er Mutter Erde zu, die da feststellt :"das ist Fleisch von meinem Fleisch, das nähre ich."

Und in drei Jahren könnte der Gärtner Früchte ernten, ohne auch nur einen Handschlag getätigt zu haben.

So stelle ich fest, das Politiker immer Entscheidungen treffen , die gegen das Leben gerichtet sind. Steuern, egal wie sie heißen, wir müssen immer mit deren Entscheidungen gegen den Strom schwimmen, also so wie Mutter Erde feststellte - du bist Fleisch von meinem Fleisch- so tragen die heutigen Politiker schwer daran, uns eine nur vom Verstand regierte künstliche Welt schmackhaft zu machen.
Und uns so von unserer Natur zu entfremden.


Herr Kubitschek

Ihr Vortrag hat mir sehr gut gefallen, auch finde ich es gut, das die Europäer feine Netze zueinander spinnen.
Ein gebürtiger Hesse
03. Dezember 2016 11:16
"This is truly an exciting time to be alive; there's been no time like it" sagte Trump gestern bei einer öffentlichen Ansprache: http://www.pi-news.net/2016/12/thank-you-tour-2016-trumps-rede-in-ohio/ . Angesichts dessen, was bei uns derzeit geschieht - und eben, wie GK sagt, nicht nur im eigenen Milieu -, was da hüben sprießt und drüben bröckelt, darf man den gleichen Eindruck, das gleiche Gefühl haben.

Gute Reise noch!
Peter Merbitz
03. Dezember 2016 11:20
Ich empfehle dringend die letzten drei Nummern der "Volksstimme". Die Absage der Diskussion hat offenbar zu einer handfesten Regierungskrise geführt. In der heutigen Ausgabe finden sich vier große Beiträge zum Thema.
Laut MP Haseloff ist "Herr Kubitschek ... kein kleiner unbedeutender Verleger. Er ist inzwischen der Vordenker des fanatischen Rechtsextremismus in Deutschland. Aus seinen Ideen ziehen viele, auch Verfassungsfeinde, ihren Nektar."
Offenbar ist die Bläßlichkeit dieses MP doch nur eine Fassade.
Sowohl interessant als auch abstoßend die Reaktionen von SPD und Grünen. Deren Weltbild gerät ganz offensichtlich in gefährliche Schieflage. Ich kenne das - ich war auch mal so.
PM
H. M. Richter
03. Dezember 2016 11:37
Ginge es nicht um Grundsätzliches, könnte es als das abgetan werden, was es nicht zuletzt ist, eine Magdeburger Provinzposse.

Da es aber inzwischen längst um mehr geht, ist in der causa Kubitschek - Stahlknecht / Haseloff - Lischka die volle juristische Bandbreite notwendig, vorzüglicher Weise mit einem Rechtsbeistand namens von Stahl.
Sven Jacobsen
03. Dezember 2016 11:46
Diese Stellungnahme sollte hier für längere Zeit schön deutlich und ganz oben platziert bleiben. Es ist die einprägsam formulierte Quintessenz dessen, was diejenigen gedanklich verbindet, die diese Internetseite wohlwollend aufsuchen. Ich wüsste nicht, was an der Haltung, wie sie explizit in diesen Zeilen dargestellt wird, staatsgefährdend oder verfassungsfeindlich sein sollte. Wenn vielen die Bereitschaft verloren gegangen ist, anderen zuzuhören, wenn Unduldsamkeit mit abweichenden Meinungen zur Tugend erklärt wird oder wenn Assoziationen mit etwas am Ende ganz konkrete Begriffe oder Inhalte ersetzen (indem z.B. eine „konservative“ oder meinetwegen auch in der Wortwahl der 70er Jahre „stockkonservative“ Haltung zu „rechtspopulistisch“, „rechtsextrem“ oder gar Schlimmeres umgedeutet wird), dann werden unsere Demokratie und ihre Bürger verzwergt, ob nun wissentlich oder unabsichtlich.
Dietrich Stahl
03. Dezember 2016 11:50
Werter Herr Kubitschek,
In „Schleusenzeit“ stellten Sie „Der Vater“ vor. Inzwischen lese ich das Buch. Sehr inspirierend.

Gleiche Muster wie in den alten Zeiten sind heute erkennbar.
Reeducation hat es immer gegeben. Die Umerziehung der Nordmänner von Thing und Ambet zu demütigen Christen konnte aber nie vollendet werden. Auch die Geringschätzung des Eigenen gegenüber zum Beispiel französischer höfischer Kultur sehen wir heute gespiegelt.
Das Frankreich von heute ist Amerika.

Das Eigene! Das Eigene! Nochmal das Eigene!

Wir haben soviel davon. Und es ist groß. Tief. Mächtig und demütig zugleich.

Männer wie „Der Vater“ wussten das. Sie dienten dem Eigenen, dem Einen und dem eigenen Volk.
Sie wussten Kairos zu nutzen.

Damit komme ich zu Ihrem Lagebericht in Ihrem Zagreber Vortrag. Sachliche Analyse.

Vielleicht eines: Ein ordentlicher Schuss Kreativität, Innovation und Humor ist sehr anziehend.
Das Eigene.
Arminius Arndt
03. Dezember 2016 11:55
Vollkommen richtig liegen Sie mit der Feststellung, dass nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird.

Mehr Gelassenheit täte den "Offiziellen" mithin gut - aber auch uns allen.

Ganz grundsätzlich teile ich Ihren offenbaren Glauben an die Möglichkeit eines "guten Staates" nicht. Auch wenn "Rechte" an der Regierung wären, würde ich dem Leviathan immer nur mit Skepsis gegenübertreten und ich halte bspw. die Grundrechte, wie sie im Grundgesetz ursprünglich formuliert waren, unter dem klassisch liberalen Aspekt der Abwehrrechte des Bürgers gegen den Staat für unabdingbar. Ebenso wie eine strenge Gewaltenteilung. Als steuerzahlender Bürger ist es mir persönlich letztlich gleich, ob mir ein Polizist als einer von einer Linken-Regierung kontrollierten Exekutive gegenübertritt oder von einer Rechten- oder AfD-Regierung. Solange diese Damen und Herren sich mir ohne Namensschilder und persönliche Vorstellung in den Weg stellen, mir den Weg zu einer Demonstration verwehren (wie mir bspw. bei einer Pegida Demo im Westen passiert), dann haben wir keinen echten Rechtsstaat.

Ich werde nie 100% Vertrauen in Beamte haben. Den Beamte schauen nur nach oben, nie nach unten, dass ist das Wesen des Beamtentums. Als Bürger ist man für diese immer nur unten - egal wie viele tausend Schulungen, Dienstleistungsoffensiven etc. man durchführt. Nur wenn/weil man als Bürger mit durchsetzbaren, unveräußerbaren Rechten ausgestattet ist, kommt eine anständiger Umgang der Staatsdiener mit den Bürgern zustande und kann es ein friedliches Zusammenleben geben.

Dieser rechtsliberale Aspekt ist im Übrigen die große Überlegenheit liberaler Vorstellungen gegenüber Rechten und Linken, die im Liberalismus immer nur die Ursache allen Übels sehen aber nicht begreifen, dass sie sich, in dem sie Anzeigen erstellen können, Mitmenschen auf Unterlassung verklagen etc. letztlich nur wie Fische im großen Teich des Liberalismus bewegen.

An der Auseinandersetzung mit diesem Staat erkennt man den Wert eines wahren Liberalismus, der eben nicht darin besteht, dass jeder mit jedem und Party ohne Ende sein Sinn ist. Diese Symptome sind nur Nebenwirkungen.

Ich möchte nie auf einen liberalen Rechtsstaat verzichten. Unser heutiger Staat hat hier enorme Defizite an Rechtsstaatlichkeit und Liberalität, wie sich auch Umgang mit Ihnen deutlich zeigt.

Viele Grüße aus dem heute sonnigen Deutschland,
A.A.
schneekette
03. Dezember 2016 16:36
"Ich werde nie 100% Vertrauen in Beamte haben. Den Beamte schauen nur nach oben, nie nach unten, dass ist das Wesen des Beamtentums. Als Bürger ist man für diese immer nur unten – egal wie viele tausend Schulungen, Dienstleistungsoffensiven etc. man durchführt. Nur wenn/weil man als Bürger mit durchsetzbaren, unveräußerbaren Rechten ausgestattet ist, kommt eine anständiger Umgang der Staatsdiener mit den Bürgern zustande und kann es ein friedliches Zusammenleben geben".


Der Beitrag von Arminius Arndt berührt einen wesentlichen Punkt. Mich würde eine Reaktion beispielsweise von der Jürgen oder Exmeyer extrem interessieren.
Gralsritter
03. Dezember 2016 12:36
Ein sehr gelungener Text Herr Kubitschek, herzlichen Dank dafür ! Passend dazu möchte ich Sie aus Tristesse Droite (S.121) zitieren:

"Die Durchsicht unserer Kartei, unserer Abonnenten spricht eine andere Sprache, da sind wir definitiv keine Außenseiter. Wenn man sich anschaut, wer uns alles liest, das ist schon fein, daß das aber verdeckt geschieht, weil die Leute Angst haben, daß sie also im Prinzip eine doppelte Lektüre pflegen, das ist schockierend: Tags lesen sie den ganzen Scheiß, den sie offiziell lesen müssen, und abends lesen sie inoffiziell mit einem Glas Wein in der Hand die guten Sachen. Das sagt mehr über unser Land aus als manche Statistik, die erscheint. Daß sie das verdeckt tun müssen, daß sie das nicht offen tun können, und daß sie trotz ihrer privilegierten Stellung, trotz ihrer Kunst, die sie betreiben und ihrer finanziellen und geistigen Unabhängigkeit, die sie unanfechtbar machen sollte, nicht in der Lage sind für uns zu schreiben, weil es Ärger und Ungemach bringen würde, mit dem sie nicht leben wollen. Und das alles sagt auch sehr viel über über unsere Position und die Mechanismen im Lande aus
Sehr interessant, daß Haseloff sich wohl auch Ihrer Kartei wiederfindet.
Johann Felix Baldig
03. Dezember 2016 12:41
War es nicht Böhmer, der an den Messestand kam?

antwort kubitschek:
ja, aber hasloff war im schlepptau - in welchem amt, habe ich vergessen.
Ernst-Fr. Siebert
03. Dezember 2016 13:23
Lieber Herr Kubitschek,
schön ist es in Zagreb und gut essen kann man dort bei angenehmer Atmosphäre. Wir waren vor kurzen dort.
Bitte teilen Sie mir mit, wann und wo Lischka das unter sich gelassen hat:
"...Auf seinem Rittergut treffen sich regelmäßig rechte Burschenschaftler, Identitäre, Holocaustleugner und Neonazis. "
Ich beabsichtige, eine Anzeige wegen Verleumdung, Herabsetzung, Rassismus oder weiß der Teufel, oder der bearbeitende Staatsanwalt, was auch immer, zu stellen.
Schließlich bin ich als Gast in Schnellroda betroffen.
Gruß an Sie
und E.K.
Ihr
Ernst-Fr. Siebert
Marcus Junge
03. Dezember 2016 14:36
"Mehr Achtung vor dem Staat und seinen Staatsdienern, ob in Polizei, Armee, Lehrkörper oder Verwaltung?"

Theoretisch richtig, praktisch falsch. Denn für eine Rückkehr der Achtung müßten die zu achtenden auch Achtenswert sein.
Linke Lehre_Innen, Hauptaufgabe Kinder indoktrinieren, achte ich nicht.
Knüppelbüttel, die mit der Antifa kuscheln und normalen Deutschen eins überziehen, achte ich nicht.
Eine gegenderte, verschwulte, islamisierte, für lauter ungebildete Fremde geöffnete Buntewehr, die achte ich auch nicht.
Verwaltungskräfte, die nicht wissen von wem sie bezahlt werden, für wen sie arbeiten sollen und linken Ideologen / Ideologien in den Arsch kriechen, achte ich nicht.

Falls jemand zu jedem Punkt Beispiele / Links will, einfach schreiben.

Verbrecher, Idiotologen, Witzfiguren und die soll ich achten? Sicherlich nicht. Und diese Leute ändern sich nicht über Nacht, selbst wenn dei AfD plötzlich 50,1% bekäme. Diese Leute müßten ersetzt & bestraft, damit die Ämter als neu / gereinigt und achtenswert wieder erscheinen können.
Andreas Walter
03. Dezember 2016 14:46
Wir werden nicht vom VS überwacht? Da fällt mir jetzt aber ein Stein vom Herzen. All meine Furcht also umsonst, mit der ich seit 2008 lebe, seit dem ich durch Zufall nach dem Tod meiner Oma über die Wahrheit gestolpert bin. Dabei sehe ich die Zeichen mittlerweile überall, sie sind und waren nämlich schon immer da. Bekanntlich kann man jedoch nichts finden, was man nicht sucht. Oder von dessen Existenz man gar nichts weiß. Es lohnt daher auch bei jedem mal etwas genauer nachzusehen, der gerade besonders furchtsam und hysterisch auf die Deutsche Emanzipation vom Despotismus reagiert. Denn wo Rauch ist, da ist auch Feuer. Oder warum gibt es auch zu diesem Thema keinen Artikel in Deutsch auf Wikipedia? Zeichen!

https://en.wikipedia.org/wiki/Mass_killings_under_Communist_regimes
XX
03. Dezember 2016 19:11
Zur Denunziation gegenüber anders Denkender sei gesagt:

"Es gibt mittlerweile genügend Aufklärer aus den eigenen jüd. Reihen"

Dazu gehört Bernard Menuhin mit seinem Buch *tell the truth and shame the devil*

und auch Evelyn Hecht Galinki mit ihrer Seite *vom Hochblauen*

und last but not least einer der wichtigsten Aufklärer unsere Zeit:

Dirk Schröder *tikkun.ch* Seine Schrift: "Die Weltformel* u.*Kybernetik* und und.
Erster und einziger nichtjüdischer Kabbalameister und Megareformator.

Wenn Sie den Inhalt der Schriften von D.S. kennen, sind Sie jedem
Schubladenschieber und undifferenzierenden Lügenmaul gewachsen.

Grüße
XX
Coon
03. Dezember 2016 19:13
"Daß es bei „uns“ einen sehr weit reichenden Respekt vor jenen gibt, die tatsächlich politisch handeln müssen, weil sie politische Verantwortung tragen, und daß wir Theoretiker wissen, wieviel Kompromiss in jeder politischen Entscheidung steckt, daß es also einen Verarbeitungs- und Realisierungsweg gibt zwischen Metapolitik und Politik."

Genau das ist zuviel der Ehre. Auf allen staatlichen Ebenen sammeln sich vorwiegend die Latscherten wie Strauss sie seinerzeit nannte: Diejenigen, die weitgehend risikolos den allergrössten Blödsinn zur Geltung bringen, ohne in irgendeiner Form Verantwortung zu übernehmen. Wie übernimmt denn eine A. Merkel persönlich Verantwortung für irgendetwas? Wo sind die Konsequenzen ihres Handelns für sie persönlich? Die Arme hat es auch nicht leicht, ich weiss..., obwohl, nein, sie hat es leichter als die meisten Mitleser hier. Rundum versorgt mit Garantien für Geld und Gut bis ans Lebensende hat sie nicht nur die Zeit für die grotesken Richtungsentscheidungen der letzten Jahre, sondern lässt es auch nicht an Ermunterung und Ratschlägen fehlen: Ihr macht das schon, in Griechenland gibt es auch schöne Hotels, spielt doch mal wieder Blöckflöte zu Weihnachten usw usf. Achselzuckend. Desinteressiert. 100% folgenlos für sie selbst. Mein Respekt für sie und ihresgleichen hält sich in Grenzen.
Metall-Hahn
03. Dezember 2016 19:18
"Glaubt von den Lischkas, Haseloffs oder Kaubes dieser Welt tatsächlich einer, er müsse vor uns die Verfassung schützen?"

Naja, wahrscheinlich glauben diese eher, sie müssten ihre Verfassungs- und Rechtsbrüche vor ihnen schützen, zumindest auf Bundesebene wurde da in den letzten Jahren schließlich so einiges gebogen und gebrochen, und nicht nur dort. Mithin scheint man diese ganzen staatsbürgerlichen Tugenden, für die das rechtskonservative Milieu steht, nicht mehr zu wollen, als Bedrohung zu empfinden, da nicht kompatibel mit der Art von Gesellschaft, die unsere international und in alle möglichen konspirativen Kreise vernetzten Funktionselitem zu errichten gedenken, und ja, es ist der von diesem Geist noch vorhandener Restbürgerlichkeit in unserem Lande beseelte Widerstand, der gerade dabei ist, jenen Herren und Damen in den Arm zu fallen. Da muss man sich über diese nachgerade panisch anmutende Ausgrenzeritis nicht unbedingt wundern. Eben die dritte Stufe der von ihnen postulierten Abwehrschlacht des Establishments.

Sollte es, so wie scheinbar im Falle Haseloffs, eine größere Zahl von relevanten Entscheidungsträgern im Räderwerk des bundesrepublikanischen Systems geben, die insgeheim einem, sagen wir mal solideren als dem gegenwärtigen Staatsverständnis zuneigen, könnte bei steigendem Druck von Innen und von Außen (morgen sind Bundespräsidentenwahlen in Österreich) manches schneller gehen, als derzeit noch absehbar scheint. Da ist es dann doch eher weniger klug, jetzt noch ganz besonders lautstark den Sytemkonformen zu mimen. Wird der Herr MP vielleicht noch bereuen.
Julius Fischer
03. Dezember 2016 19:43
Bitte NICHT veröffentlichen:

Zum Thema Holocaust fallen mir immer wieder die Namen des Chemikers Germar Rudolf und des französischen Literaturwissenschaftlers Robert Faurisson ein. Zunächst bin ich davon ausgegangen, dass die Ungeheuerlichkeiten, die beide behaupten, falsch sind. Nun habe ich hier und da in den letzten Jahren von beiden etwas gelesen und ich kann heute nicht komplett ausschließen, dass Rudolf und Faurisson mit ihrer Behauptung um die nicht existenten Gasmorde vielleicht doch recht haben. Nun bin ich keine Chemiker und kann die Schriften beider Autoren nicht immer komplett verstehen, aber ich hoffe natürlich immer noch, dass sich
beide irren.
Caroline Sommerfeld
03. Dezember 2016 21:14
„Daß es bei „uns“ einen sehr weit reichenden Respekt vor jenen gibt, die tatsächlich politisch handeln müssen, weil sie politische Verantwortung tragen, und daß wir Theoretiker wissen, wieviel Kompromiss in jeder politischen Entscheidung steckt, daß es also einen Verarbeitungs- und Realisierungsweg gibt zwischen Metapolitik und Politik.“


Ähnlich wie @Coon glaube ich das auch nur bedingt. Mein Glaube ist beschädigt durch das ubiqiutäre Rollenverhalten der Berufspolitiker - das ist nicht "Verantwortung tragen", was sie tun. Politikerschelte ist andererseits auch nicht meine Sache, weil mir doch zu viel von Webers "Politik als Beruf" und einem gewissen antiken Ideal vor Augen steht.
Und der Kompromiß ... hach ja. Gerade gestern mit H lange über den Kompromiß und das Parlamentarische gesprochen. Er hält alle institutionelle und diskursive Vermittung für eine hohe Kulturleistung, je abgefederter und breiter und "demokratischer", desto klüger und besonnener ist für ihn eine Regierungsform oder eine konkrete Entscheidung.
Doch da fehlt mir das Feuer, das, was politisches Kämpfen und Streiten und Dagegenhalten überhaupt ermöglicht. Deswegen ist eine bis zur Fadheit heruntergekommene Kompromißbereitschaft des immer "Koalitionsfähigen" und "Mehrheitsfähigen" so fürchterlich unerquicklich und regt mich auf! Was mir H wiederum als antidemokratisch, rechtsextrem und als "Mangel an Versöhnung" auslegte. Und genau da sind wir an dem Punkt, den GK so fein herausgearbeitet hat.
Unke
03. Dezember 2016 22:07
Sehr schön, Herr Kubitschek! Keinen Fussbreit den [...]!
Man könnte sinnlich werden, hätte man ein paar Milliönchen und eine kleine Heerschar an Anwälten. Dem [...] würde man das Laufen schon beibringen!
Ostler
03. Dezember 2016 22:16
Sehr geehrter Herr Kubitschek,

wenn Sie von Zagreb sprechen, könnten Sie nicht zumindest in Klammern den dt. Namen dieser Stadt, nämlich Agram, erwähnen? Im Sinne der Pflege des dt. Kulturerbes, dem wir uns ja verpflichtet fühlen.

Viel Erfolg bei Ihrer Klage gegen den SPD-Linksaußen Lischka ! Diffamieren und stigmatisieren, das ich die Methode, deren sich die Herren bedienen.
Hartwig aus LG8
03. Dezember 2016 22:21
""Er tat etwas, das getan werden konnte, genausogut aber hätte ungetan bleiben können.""

Für mich der Schlüsselsatz Ihres Vortrages - auf UNS bezogen.
Heinrich Brück
03. Dezember 2016 22:48
Die jährlichen Ausgaben der Magistrate liegen doch offen, jedermann kann sich die Zahlen anschauen. Das Versagen der Arbeitsweise bundesrepublikanischer Politiker wird in Milliardenhöhe ausgebügelt.
Der Berliner Flughafen ist auch so ein Beispiel. Von einer Genossentasche in die andere. Ich habe inzwischen mehr Respekt vor Straßennutten!
thotho
03. Dezember 2016 23:33
Richtig, Frau Sommerfeld. Ich bin diese ganzen faulen Kompromisse leid, die - etwa in Familienagenden - doch trotzdem auf lange Sicht stets für die Linke ausgefallen sind.

Ich will kein Kitten, nein. Hier muss Zunder rein, es braucht Politisierung, um gegen diese kühle, glatte Mechanisierung unserer Politik vorzugehen. Ich bin noch immer fassungslos, wie gut geölt die ÖBB im Sommer 2015 Illegale durch das Land chauffierte. Alles lief perfekt und nichts wurde politisch besprochen oder mit dem Volk diskutiert. Das erinnert mich an den Leitartikel von Böckelmann in TUMULT zu diesem Thema.
Gustav Grambauer
03. Dezember 2016 23:37
Daß in der Thüringer CDU nach Merkels Auftritt bildlich gesprochen die Barrikaden lichterloh brennen (har mir ein kleines Vögelchen ins Ohr geflüstert), ist diese Woche noch die kleinste Kleinigkeit.

Der Vorsitzende der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe des Bundestages Volker Beck wird aus vorgeschobenen Gründen (Drogen-Affärchen, Pädo-Geschichtchen) kaltgestellt während gegen Netanjahu im Zusammenhang mit den U-Boot-Geschenken der Bundesregierung in Israel ermittelt wird. Offenbar sollen in Zukunft US-Firmen die digital-geschöpft-subventionierten Aufträge bekommen, aber vor allem liegt darin ein inzidenter Angriff auf den Gründungsmythos der BRD und ein, neudeutsch gesprochen, In-die-Tonne-Treten ihrer Staatsräson.

Die gegenwärtigen Angriffe aus allen Rohren zielen aber nicht nur gegen die BRD, sondern gegen Deutschland:

Die FAZ zeigt vorgestern mit dem Offenlegen einer bereits länger geübten, aber bisher der Öffentlichkeit verheimlichten US-Politik der deutschen Wirtschaft Trumps Waffen im Wirtschaftskrieg gegen Deutschland, deren breitere Anwendung die Angriffe auf die Deutsche Bank, VW, Bosch usw. wie eine kleinere Vorübung zum Lockern der Muskeln erscheinen ließe:

http://www.faz.net/aktuell/politik/deutscher-auf-usa-terrorliste-wegen-exporten-nach-iran-14552747-p4.html?printPagedArticle=true#pageIndex_4

DAS (!) ist der Druck im Kessel, unter dem Schnellroda in Magdeburg als eine gehörige Portion Zunder benutzt werden sollte, zumal das Juste Milieu sich fast geschlossen jahrzehntelang so unsäglich prostituiert hat, daß es jetzt, kollektiv gesehen, nicht mehr aus dem Kessel heraus kann, etwa Allianzen zum Schutz gegen diese Angriffe aufbauen oder sich solchen anschließen kann - bzw. Schnellroda als eine - ECHTE (ein Seitenhieb gegen Stahlknecht*) - Brücke in eine tragfähigere Zukunft begreifen kann.

*):

http://www.mz-web.de/mitteldeutschland/holger-stahlknecht-im-interview--sachsen-anhalt-kann-bis-zu-15-prozent-auslaender-verkraften--1324530

http://www.pi-news.net/2016/09/cdu-minister-moscheen-bauen-aber-nicht-jetzt/

- G. G.
Einar von Vielen
04. Dezember 2016 11:25
Dass die Gegenseite auf verlorenem Posten steht bringt der eine Satz aus dem von GK verlinkten Artikel der FAZ wunderbar auf den Punkt, dort heisst es:

Wer so verzagt ist, scheint vergessen zu haben, dass die repräsentative Demokratie, die Grundrechte und der kulturelle Pluralismus nicht auf Wertbekenntnisse angewiesen sind, sondern über Argumente zu ihren Gunsten verfügen.


Nur falls der Sonntagskater noch den Blick vernebelt hier das Offensichtliche: Wer glaubt irgendetwas Öffentliches, erst gar die 'Demokratie', sei 'nicht auf Wertbekenntnisse' angewiesen, hat seine eigene Disqualifikation enttarnt.
Realist
04. Dezember 2016 20:42
Sehr geehrter Herr Kubitschek,

in diesen Minuten werden Ihnen im Ersten Deutschen Propagandakanal die Instrumente gezeigt. Das soll wohl einem Rechten blühen, wenn er den Fehler macht, nicht nur rechts, sondern auch noch eloquent und kultiviert zu sein.

Schon ein wenig gruselig, wie wenig man sich inzwischen Mühe gibt zu kaschieren wer gemeint ist.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie von ganzem Herzen eine friedvolle und besinnliche Vorweihnachtszeit.
Oswaldo
04. Dezember 2016 21:02
Herr Haseloff ist ein Musterbeispiel für politische Schizophrenie.

Ist das nicht derselbe Mitbürger, der bei jeder sich bietenden Gelegenheit die - aus Sicht der Union an sich - richtige Strauß`sche Diktion, dass der Platz der demokratischen Rechten in Deutschland in der Union sei statt rechts daneben?

Umso bezeichnender, dass er, der sich immerhin noch zum Lippenbekenntnis gegen den globalistischen und stellenweise (Art. 16a) postrechtsstaatlichen Linksliberalismus merkelzentralratsstaatlicher Endausprägung aufraffte, hier wider besseres Wissen handelte.

Nicht dass der Zug für die Union nicht längst abgefahren wäre. Sie hat ihren rechten Flügel einer deutsche Hoheitszeichen vermülltonnenden, tiefenfehlsozialisierten Unfruchtbarkeitsgöttin auf dem Altar der Invasorenselfies geopfert, was unser Milieu der Union tiefer entfremdet hat als die bloß materiell verkehrte Politik der Sozialdemokratie gegen ihren linken Flügel in der Schröderzeit.

Dass Haseloff, der um das sach- und staatspolitische Verhängnis der organisierten Linksverschiebung der Union immerhin weiß, sich so verhält, lässt zwei Rückschlüsse zu:

Erstens: Er ist zu schwach, politisch zu schmalbrüstig, sich einem Kurs der Korrektur durchzusetzen.

Zweitens: Wenn er das schon nicht schafft, will er wenigstens die volksfernen Schnappatmer (starrt die SPD in Magdeburg nicht auch in Richtung 5%) in seiner "Kenia-Koalition" beruhigen. Denn zwei Bürger sich friedlich versammeln und miteinander diskutieren, das geht ja nun wirklich nicht.

Damit fällt er seinem Innenminister, der politisch hellsichtiger ist als der Technokrat an der Spitze der Landesregierung - mit einem Paukenschlag in den Rücken, der aus Sicht der Union symbolisch schlimmer ist, als plötzliche grüne Ideologenpolitik zu machen.

Deswegen hat Haseloff etwas ganz verheerendes gemacht. Er erklärt die demokratische Rechte gewissermaßen in die Union wieder eingemeindet, ohne inhaltlich auch nur ein Alibithema in der Union zurück nach rechts zu drücken. Weder will man - Don´t all lives matter? - von der Politik der Massenabtreibung ungeborener Staatsbürger noch von den offenen Grenzen für "Aysl!"-Rufer noch vom Säbelrasseln im Osten lassen (und, und, und). Nichts. Gar nichts. Niente.

Er weiß, dass die Union den Kurs korrigieren müsste (ähnlich der CSU), schafft es aber nicht, hat vielleicht politiphilophisch auch nicht den Horizont dazu (obgleich er kein ganz schlechter Sachpolitiker in irgendwelchen wirtschaftspolitischen Angelegenheiten) tut dann aber so - der wichigste Punkt - als wäre sein Einsames und leeres Bekenntnis zu Strauß gleichbedeutend mit der Pflicht der Rechten, zu den buntgeschminkten Voilkerbeckfreunden in die Union zurückzukehren. Weil er die Union ja als offen für die Rechte erklärt, ohne ein Jota ihrer Politik im Bund verändern zu können, sie also nur als Partei der Rechten halluziniert (und in Umfragen gilt sie ja inzwischen nicht zufällig als "eher links"), muss als, was "immer noch" rechts davon steht, wie Kubitschek, des Teufels sein. Ist ja qua Definition so. Nur hat Strauß es geschafft, den Einzug linken Denkens in die Union wirksam zu verhindern, während Haseloff selbst längst ein Exekutor desselben ist, ohne es recht zu merken.

Und so Stahlknecht hat exakt das versucht, was Haseloff ja eigentlich immer predigt. Nicht dass es mit einem Talk im Theater zu Magedburg gleich final gelungen wäre, aber diesen Kurs des Ernstnehmens und der Selbsthinterfragung trotz des Geschreis der Chystal-Meth-Päderasten ein paar Jahre durchgehalten, die Programmatik an wesentlichen entgrünt und wiederverrechtsstaatlicht (immer wieder Art. 16a) und die AfD hätte, was die Union doch will, Probleme.

Auch das staatloyale Theater hat versucht, was ihm das politmediale Bonzentum ja täglich vorgibt: Es hat dem "Demokraten" Stahlknecht den Ball zugespielt, den "Antidemokraten" Kubitschek (die Sprache ist verräterisch, in Wahrheit sind das einfach Mitbürger) zu "entlarven" wie es im Abdankungsangstsprech der bundesdeutschen Fidelcastrobetrauerer heißt. Auch das "entlarven" spricht für sich, es wird seitens der Taumelnden öffizös ausgeschlossen, dass GK auch nur einen folgerichtigen Gedanken formulieren kann, was nachweislich falsch ist.

Fazit: Haseloff ist vom marxistischen"Vorwärts immer, rückwärts nimmer" keineswegs frei. Er scheint trotz besseren Wissens erstlich zu glauben, dass die Union falsche Politikansätze, die sie im Wahn der "Modernisierung" reichlich dummstolz übernommen hat, einfach weil der rosarotee Aufkleber "progressiv" drauf klebte, nicht mehr rückgängig machen kann. Aber genau diese seine Prägung macht seine Straußtum zum Lippenkenntnis. Ein Konservativer ist, wenn die Eskalationen des Progressismus fröhliche Urständ' feierten und der Darkroom auf dem Lehrplan der Grundschule auftaucht, nämlich ganz notwendigerweise nicht "Maß und Mitte", sondern bis diese wiederhergestellt sind, erst einmal Reaktionär.

Aus Haseloff tropft die DDR-Sozialisation. Er ist anders als Merkel nicht vorsätzlich verräterisch und rechtsbrecherisch, aber er ist naiv und das ist er, wiewohl nicht eigentlch dumm, weil er im Lichte betrachtet doch ziemlich bildungsfern ist.
Arminius Arndt
04. Dezember 2016 22:22
Auch wenn das OT ist, möchte ich sagen, dass ich es gute finde, wenn hier - ggf. an anderer Stelle zu einem anderen Thema etc. - einmal diskutiert wird, wie man sich denn einen Staat vorstellen würde, wenn man das Sagen hätte.

Der Beitrag von Der_Jürgen geht schon einmal in die richtige Richtung, sprich Formulierung von Lösungen, Anwendungen, Visionen.

Es liegt in der Natur der Opposition, erst einmal zu analysieren, den Gegner zu zerlegen und damit zu entlarven. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem man sagen muss, was man eigentlich konkret will - auch über das Metapolitische hinaus.
Dietrich Stahl
05. Dezember 2016 10:17
@ Eveline @ Caroline Sommerfeld & @ Monika

Drei Frauen, ein Thema Verantwortung.
Danke, die Damen, für das Ansprechen dieses so Wichtigen. Verantwortung ist ein goldener Schlüssel.

Deutlich erkennbar wird heute, dass es einen Unterschied gibt zwischen Verantwortung tragen und verantwortlich handeln.

Jede Funktion, auf welchem Gebiet des menschlichen Ausdrucks auch immer, ist mit Macht verknüpft, an die Verantwortung gebunden ist.

Konkret verfügt jeder Politiker über die Macht, die mit dem Amt/der Funktion verbunden ist, das er übernimmt und ausübt. Mit der Übertragung dieser Macht wird er in die Verantwortung genommen, die Macht zum Wohle des Volkes zu nutzen.

Jeder Politiker in einer staatlichen Funktion trägt Verantwortung. Ohne wenn und aber.

G.K. drückte aus

Daß es bei „uns“ einen sehr weit reichenden Respekt vor jenen gibt, die tatsächlich politisch handeln müssen, weil sie politische Verantwortung tragen,


Dieser angemessene „weitreichende Respekt“ gilt dem Tragen politischer Verantwortung.

„Politisch handeln“ bedeutet aber nicht automatisch, der übertragenen Verantwortung gerecht zu werden. Ganz im Gegenteil haben die meisten heutigen Politiker den goldenen Schlüssel Verantwortung achtlos weggeworfen für wertloses $ Papier und für die Befriedigung aller nur denkbaren egoistischen Gelüste.

Deutsche Politiker in staatlichen Funktionen handeln mehrheitlich verantwortungslos. Schlimmer noch sie handeln entgegen der ihnen übertragenen Verantwortung. Sie brechen das Recht. Sie führen Krieg gegen das eigene Volk.

Was sie nicht wissen, ist, dass sie der Verantwortung, die sie übernommen haben, nicht entkommen können. Sie werden bezahlen müssen. So will es das Gesetz.

Es gab eine Zeit, da Verträge per Handschlag geschlossen wurden, und man sich auf ihre Erfüllung verlassen konnte.

Wie können wir die Verantwortung wieder in ihr Recht einsetzen?

Richard Maybury studierte die Rechtssysteme und die Ökonomien der Vergangenheit. Er destillierte aus den vielen Systemen zwei Gesetze [Richard Maybury, What ever happened to justice]:


1. Halte dein Wort.
Englisch: Do all you have agreed to do.
2. Verletze nicht den Freiraum oder das Eigentum anderer Personen.
Englisch: Do not encroach on other persons or their property.



Sehr einfach. Für manche vielleicht zu einfach. Maybury fand in seinen Studien heraus, dass Gesellschaften, in denen die Menschen nach diesen Gesetzen leben, prosperieren und dass es in ihnen ein Höchstmaß an Freiheit gibt.

Nur mit Appellen ist nicht erreichbar, dass diese Gesetze befolgt werden. Deswegen hier drei Vorschläge, wie diese Gesetze praktisch umgesetzt werden können.

Vorschlag 1: Jede Person, die ein öffentliches Amt anstrebt, unterschreibt einen Vertrag mit der Selbstverpflichtung, die beiden Gesetze zu befolgen. Eine Verletzung des Vertrages hat entsprechende Konsequenzen.
Vorschlag 2: Die beiden Gesetze werden in eine vom deutschen Volk frei zu bestimmende Verfassung aufgenommen.
Vorschlag 3: Die beiden Gesetze werden in eine von den europäischen Völkern frei zu bestimmende Europäische Verfassung aufgenommen.

Mein Dank noch mal an die Damen, die den goldenen Schlüssel Verantwortung erinnerten.
Verantwortung ist der Schlüssel zu höchster Freiheit.
Der_Jürgen
05. Dezember 2016 11:17
@Nero

Hinsichtlich Ihrer kompromisslosen Ablehnung der Umvolkung kann man Ihnen nur zustimmen. Ich bin auch mit Ihrer Aussage einverstanden, dass die von

@Monika

erwähnten Systempolitiker keineswegs glaubwürdig sind (am ehesten noch Sarrazin, der immerhin einen Klassiker schrieb, auch wenn er die wirklich grossen Tabus nicht antastet; an Sahra Wagenknecht ist zwar ihre Ablehnung der Russlandhetze zu loben, aber den Genderwahnsinn trägt sie zumindest durch ihr Schweigen mit, und ihre Kritik an Merkels Immigrationspolitik ist so lendenlahm formuliert, dass man darüber nur müde lächeln kann).

Hingegen werden Ihre masslosen Attacken auf das Christentum bei vielen Foristen, nicht nur bei Monika, betretenes Kopfschütteln auslösen.

Zunächst einmal: Kein Mensch zwingt Sie hier, sich zum Christentum zu bekennen. Ich selber bin Christ, habe aber neuheidnische und agnostische Freunde, die ich als ehrliche und intelligente Menschen respektiere. Denselben Respekt verlange und erhalte ich freilich auch von diesen Freunden. Ihre groben Angriffe auf Monika und ihren Glauben sind schlicht und einfach ein Verstoss gegen die Gebote der Höflichkeit. Sie, Nero, können Ihre Kritik auch in zivilisierter Form vorbringen.

Die Vorstellung, das Christentum habe Europa so geschwächt, dass er zu seiner Verteidigung nicht mehr fähig sei, ist in rechten Kreisen sehr verbreitet, aber meines Erachtens leicht zu widerlegen. Halten Sie sich bitte folgendes vor Augen:

- Unter dem Christentum gedieh Europa; seit seinem Abfall geht es mit ihm rasant abwärts. Blosser Zufall? Wohl kaum.

- Unter dem Banner des Christentums wurden die grossen Abwehrschlachten gegen den Islam geführt und letztlich gewonnen. Als historisch gebildeter Mensch sind Sie zweifellos über Karl Martell, die Reconquista, die beiden Belagerungen Wiens und Lepanto informiert.

- Die von manchen Nationalisten, vermutlich auch von Ihnen (allerdings schreiben Sie das nicht ausdrücklich, so dass ich mich vielleicht irre) verfochtene Meinung, das talmudistische Judentum benutze das Christentum als Werkzeug zur Schürung von Schuldkomplexen und somit zur Unterminierung Europas, ist augenscheinlich falsch, weil diese Kreise das Christentum, und namentlich die Katholische Kirche, stets als Hauptfeind betrachtet haben. Dass es ihnen gelungen ist, im Vatikan immer mehr Einfluss zu gewinnen, bis hin zur Wahl eines mittelmässigen Papst-Darstellers namens "Franziskus", ist kein Argument gegen das Christentum an sich, sondern nur gegen die Leute im Vatikan.

Wenn Sie von der europäischen Kultur alle christlichen Elemente abziehen, bleibt zwar noch sehr viel übrig, nicht aber die gotischen Dome, die christlich geprägte darstellende Kuns und zahllose Wunderwerke der Musik. Vorchristliche germanische Kultur? Ja, es gibt die grossartigen Sagas, die Götter- und Heldenlieder des alten Skandinavien, die der griechischen Mythologie fast - nicht ganz, aber fast - ebenbürtig sind. Bei aller Ehrfurcht vor diesen literatischen Leistungen kann man aber festhalten, dass die grössten Werke der germanischen Kultur durch das Christentum geprägt sind.

Ich werde mich zu diesem Thema nicht mehr äussern, da ich hierzu das Nötige gesagt habe (u.a. in einer frühere Replik an Sie) und weder Zeit noch Lust habe, mich endlos zu wiederholen. Wenn andere Foristen dieses Thema vertiefen wollen, werde ich ihre Beiträge mit Interesse lesen.
Jürg Jenatsch
05. Dezember 2016 13:01
@Der_Jürgen und @Nero. Ich denke, daß der Unterschied in der Einschätzung des Christentums vor allem eine Epochenbetrachtung. Sicherlich war die Kirche lange Zeit weitaus militanter und abwehrbereiter als sie sch heute gibt. Nur ist der heutige Zustand der dominierenden Kirchen in Deutschland einer jahrzehntelangen Entwicklung geschuldet und kein plötzliches Ereignis des letzten Jahres. Leider ist aber die heutige Interpretation des NT durch die real existierenden Kirche, eine, die im NT bereits angelegt ist. Sicherlich ist die europäische Kultur seit 1.500 Jahren christlich inspiriert, aber auch die nichtchristlichen Römer und Griechen haben beeindruckende kulturelle Zeugnisse hinterlassen. Insofern vermute ich mal, daß auch ein nichtchristliches Europa (als Gedankenspiel) seit dem Mittelalter beträchtliche kulturelle Leistungen zuwege gebracht hätte. Das heutige offizielle Christentum ist nicht mal bedingt abwehrbereit, es hat alle spirtuellen und religiösen Fundamente niedergerissen und fungiert nur mehr karitative Organisation u.a. zur Betreuung der Siedler/Invasoren. Ich halte es aber trotz des bemitleidenswerten Zustands der Kirchen für falsch, wenn wir in unserem Lager Konflikte zwischen Christen und Nichtchristen austragen.
Kirche im Dorf
05. Dezember 2016 13:12
Wenn ich wieder zuhause bin, werde ich nachsehen, ob Haseloff Kunde meines Verlags ist. Ich glaube schon.


Ich kann Kubitscheks Frust nachvollziehen, aber als deutscher Geschäftsmann halte ich es auch in solch einer Situation für angebracht, Kundenbeziehungen nicht zu veröffentlichen. Muss man in Zukunft fürchten, bei Dissens oder Streit hier die Liste meiner Bestellungen eingestellt wird?

antwort kubitschek:
jetzt spielen Sie bitte nicht den blödmann, Sie sind der dritte, der allen ernstes denkt, wir veröffentlichen kundendaten nach belieben. haben Sie mal gesehen, wie weit sich haseloff aus dem fenster lehnt? sind Sie auch ministerpräsident mit einer verurteilungsfähigen stimme?
Nero
05. Dezember 2016 13:23
@ Der_Jürgen

Warum soll ich etwas respektieren, was mir schadet?
Wenn Kirchen und Christen in Deutschland die Neubefruchtung der alten Europa feiern als ob hier ein neuer Heiland geboren werden soll und gleichzeitig die alt-verdienten Völker abschreiben, so ist das für mich ein physischer und psychischer Angriff.

Die Kreuzzüge waren ein Desaster und als der Mongolensturm im Osten tobte, hatten die Ritterorden nichts besseres zu tun als gegen die Osteuropäischen Reiche zu marschieren und sie zu schwächen.
Byzanz, ein weiteres ruhmreiches Beispiel für christlichen Verrat.

Und dann der Typus des modernen Christen: Tolerant bis zur Selbstaufgabe. Und immer schön inkonsequent.
Wenn es dann mal zur Sache geht, den eigenen Leuten in den Arm fallen um dem Feinde eine weitere Möglichkeit zum Angriff zu verschaffen.

NÄCHSTENLIEBE!!! NÄCHSTENLIEBE!!! Oh... wir wurden verraten... VERGEBT IHNEN IHRE SCHULD!!! VERGEBT IHNEN IHRE SCHULD!!!
und auf ein neues... NÄCHSTENLIEBE!!!


Und wenn es wirklich Christlichen Leistungen gegeben hat, nun gut. Deswegen muss man aber nicht am Christentum festhalten.

Jürgen, vielleicht überdenken Sie mal ihre Position zum Christentum.

Und auch für mich gilt, dass ich meinen Punkt gemacht habe und nichts weiter dazu sagen oder schreiben will. Daher brauchen wir uns auch gar nicht weiter darüber unterhalten, ich werde meine Position nicht verlassen.

In dieser Endzeit Deutschlands und Europas, indem die Völker und Kulturen zu einer unkenntlichen Masse verschmelzen erfüllt mich eines mit Freude: Ihr Christen werdet niemals das Paradies erreichen. Das Christentum selbst wird zu einer Art Voodoo und keiner wird sich mehr an das erinnern wollen und können was mal war.

Gott sei dank!
Kirche im Dorf
05. Dezember 2016 15:01
@Kubitschek: Von Belieben hatte ich nichts geschrieben. Bestellungen, gerade jene von Büchern, sind etwas sehr intimes. Haseloff mag es verdient haben, aber es ist für mich (und offenbar auch andere) nicht gerade ein Vorgang, der die Kauflaune im Antaois-Laden fördert. Kein Grund, ausfällig zu werden.
Gustav Grambauer
05. Dezember 2016 16:12
Kirche im Dorf

Verstehen Sie`s mal so: Herr Kubitschek muß jetzt seine kostbare Zeit dem Investigativ-Journalismus hingeben, weil die Mitteldeutsche Zeitung und der MDR dieser Aufgabe nicht nachkommen, auch der Sachsen-Anhaltinische Verfassungsschutz scheint ja das rechtsmotivierte - oder sollte man sagen: rechtsextreme - Treiben des Ministerpräsidenten zu verpennen. Man sollte mal die demokratische Kultur pflegen und der Antifa einen Wink geben, unter Beifügung der Privatadresse.

Chuzpe, Leute!!!

Hab`s neulich schon geschrieben: auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Wissen Sie eigentlich, was die BRD-Polit-Kaste für ein Hinterzimmer-Haifischbecken ist, brutaler, niederträchtiger, verschlagener, verlogener (siehe hier ...), ehrloser als die Stasi, mit deren Methoden sie arbeitet?! Und vergessen Sie bitte keine Sekunde, daß uns diese Kaste vernichten will, wieviele Beispiele soll ich Ihnen dafür bringen?!

Was meinen Sie, wie weit Sie denen gegenüber mit einer Margerite im Knopfloch bzw. mit Beißhemmungen im entscheidenden Augenblick kommen?!

- G. G.
Stil-Blüte
05. Dezember 2016 17:59
@ Nero

Ihr Christen werdet niemals das Paradies erreichen.

Nomen est omen! Wer hätte das gedacht! 'Nero' ist keine Tarnkappe - Sie sind ja wirklich ein Nero!
Diese... {hätten Sie sich wirklich sparen können} Religion ist die Pest auf Erden.


Und doch ist die Pest ausgestorben. Sie war eine schlimme Krankheit. Aber - man konnte sie heilen. Wie wäre es damit:
Diese Religion ist krank geworden.


Wissen Sie, daß es inzwischen nichts mehr auf dieser Gottes weiten Erde gibt, was nicht krank ist? Krankheit ist unser und der Natur natürlicher Zustand geworden. Die Bäume sind krank, aber sie leben. Der Mensch hat Krankheiten ohne Ende, ab er er lebt. , das Meer ist krank, aber es lebt. Der Himmel ist krank (Chem-Trails), aber er lebt.

Tödlich wird es doch erst dann, wenn Tod&Teufel ('Waldsterben') siegt. Wozu ist den das Heilige da? Um zu heilen. Gelingt das? Nein, Sie sagen es ganz deutlich: Es gibt kein Paradies. Eben. Und dennoch leben und streben wir, Sie ebenso wie alle anderen Menschen, es zu erreichen. Dumm? Naiv? Nein, menschlich. Das Christentum ist nicht besser und nicht schlechter als andere Religionen. Und doch unterscheidet sie sich von anderen allein dadurch, daß sie m e i n e geworden ist. Können Sie Ihre Mutter austauschen, nur weil sie in Ihrer Erziehung so viele Fehler gemacht hat? Ebenso wenig sollten wir dem Christentum vorwerfen, daß es die 'Nächstenliebe' ernster genommen hat als den Zweifel am Kreuz 'Vater, warum hast Du mich verlassen?' Jetzt hör ich mal auf, denn jetzt ist die Weihnachtsgeschichte von dem 'Kindelein' dran, Sie Ignorant.

@ Der _Jürgen
Ich werde mich zu diesem Thema nicht mehr äußern, da ich hierzu das Nötige gesagt habe...


Warum bauen Sie nicht auf Ihre Überzeugungskraft? Bitte, Sie über-zeugen, legen Zeugnis ab. Das ist wichtig. Wiederholung ist nicht unnütz, langweilig. Wiederholung schafft Struktur, stärkt wie das Amen in der Kirche wie das tägliche Frühstück, wie die Gewohnheit. Bitte lassen Sie nicht nach. Das Vorbildliche beruht darauf, daß es sich unentwegt wiederholt. Bitte, wiederholen Sie sich. Es hilft. Es tut gut. Nicht nur ich Ich baue auf Sie.

@ Nero
In dieser Endzeit Deutschlands und Europas...


Vorschlag: Ein schönes heißes Hühnersüppchen. Haben Sie schon Ihre Rosen abgedeckt? Sie haben keine Rosen? Haben Sie Ihrer Liebsten schon einen Mistelzweig geschenkt? Ist doch heidnisch!
Westpreuße
05. Dezember 2016 18:33
Herr @ Nero,

ich werde, mit Verlaub, den Teufel tun (!) und Ihnen etwas einzureden oder auszureden versuchen. Ihre Art des Umgangs mit @ Monika hat mir einfach mißfallen. Billigen Sie mir das zu. Ansonsten können Sie absondern, was Sie wollen. Ich habe nichts dagegen...Ihr Kommentar trieft vor Unkenntnis, Haß und falscher Höflichkeit.
Nur soviel: Sie "argumentieren" wie ein "Tropf"; bei Arthur Schopenhauer genauer nachzulesen...

Mir sind in meiner therapeutischen Arbeit viele Menschen begegnet, die so oder ähnlich wie Sie..."in sich verkrümmt und verbogen" waren, "homo incurvatus in se"; tut mir ja nun leid für Sie, daß das ausgerechnet Martin Luther sagte, in Anlehnung an Augustinus...
Nein, ich bin beruflich kein Theologe, zu Ihrer Beruhigung, habe aber u.a. auch Theologie studiert....

Wie auch immer:
Alles, was jemand über einen anderen sagt oder schreibt, verrät in erster Linie etwas über den Sprechenden oder Schreibenden...
Insofern sitzen wir hier ALLE in einem Boot: Sie und ich und ALLE anderen auch...
Und berufe mich auf Sie mit Ihrem Zitat, Herr @ Nero: "Gott sei dank"...
Das wär's meinerseits!
: Grüße von der Weichsel
Desprecio
05. Dezember 2016 18:38
@ "Nero" / 05.Dez. 2016, 13.23 Uhr

Von meiner Seite besondere Zustimmung ! Wer mich kennt und viel-
leicht sogar meine eher spärlich fließenden Kommentare in diesem
Forum, weiß, daß Sie mich bei all Ihren heutigen Aussagen ganz auf
Ihrer Seite haben.
Sie zeigen als einer der wenigen in diesem Forum klare Kante.

Mittlerweile sollte jeder verstanden haben, wo unsere Feinde sitzen.
Dazu gehört selbstredend auch das Christentum. Wenn die heutigen
Leitfiguren, ob katholische oder evangelische, ihre Aufgabe nur noch darin sehen, die europäischen Restchristen von den Vorteilen eines
gemeinsamen Suizids zugunsten einer neuen Wüstenreligion zu über-
zeugen, kann unsere Antwort nur der Fehdehandschuh sein.

Es gibt Foristen, die sich offensichtlich bemüßigt sehen, die christlichen
Errungenschaften, christliche Kultur bis hin zu zugegebenermaßen er-
habenen christlichen Bauwerken anzupreisen.

Wer sagt diesen Leuten eigentlich, was unsere germanischen Vorfah-
ren in all ihrer Vielfalt ohne die zwangsweise Christianisierung, begin-
nend mit Bonifatius und Karl dem Großen, möglicherweise aus unserer
gemeinsamen Heimat, dem späteren Deutschland gemacht hätten.
Wieviele der fortschrittlichsten Geister mußten nicht zuletzt für neue
("ketzerische") Ideen im Namen einer rückständigen Wüstenreligion
ihr Leben lassen ?

Wem verdanken wir denn das finstere Mittelalter mit all seinen Spät-
folgen ?

Die heutige europäische Wissenschaft und noch verstärkt die westeu-
ropäische Politik ist offensichtlich nicht bereit,, die These "EX ORIENTE
LUX" aufzugeben. Die Lösung aller europäischen Probleme scheinen
sie daher im Verein mit den Verrätern des christlichen Glaubens darin
zu sehen, einen Wüstenglauben gegen einen anderen einzutauschen.
Der einzige Pluspunkt für den Neuen scheint die ihm innewohnende
Wehrhaftigkeit zu sein.

Mehr Dekadenz der Verantwortlichen und derer die diese ohne Wider-
stand gewähren lassen, ist einfach nicht mehr möglich.

Möglicherweise täte es dem einen oder anderen in "unserem" Lande
gut, sich auch ein wenig mit den Gedanken zu "EX NOCTE LUX" aus-
einanderzusetzen !
Magnus Göller
05. Dezember 2016 18:53
Der Herr Kaube von der F.A.Z. hat - bei all seinem herabsetzenden Geschwurbel (fast hätte ich gesagt "Raunen") - immerhin gemerkt, dass die Absage der Veranstaltung in Magdeburg keineswegs eine Niederlage für Götz Kubitschek bedeutet, damit auch nicht für die bösen Rechten, sondern für Seinesgleichen.

Die Kommentare unter dem Artikel dieses Herrn waren weit überwiegend erfrischend. Man diagnostizierte gewissermaßen Feigheit vor dem Feind: Kubitschek sei intellektuell so hochkarätig, dabei so schwer aufs Glatteis zu führen, dass die guten Demokraten eben praktisch keinen wüssten, den sie in einer fairen Debatte zum sicheren Siege wider ihn setzen könnten.

Kein Tausendmeilenstein das Ganze, aber schon eine Art Wegmarke.
Meier Pirmin
05. Dezember 2016 22:14
Wollen wir in der fortlaufenden Debatte reflexiven Abstand gewinnen, wobei freilich von Magdeburg nicht einfach zur Tagesordnung geschritten werden kann, bleibt der Buchtitel ganz oben von Kaltenbrunner zu bedenken "Elite - Erziehung für den Ernstfall", vom selben Autor dazu noch sein grossartiges und sozusagen ultimatives Buch über Dionysios. Dem Thema Abstand von der Gegenwart, um uns derselben umso wieder verbindlicher zu nähern, ist das von Herrn @Schlenger bereits in der letzten Serie kurz kommentierte Gespräch zwischen dem Schweizer Politiker und Redakteur Dr. Ulrich Schlüer und mir in einer Stiftsbibliothek gewidmet, https://www.youtube.com/watch?v=85B8Fg4AUvo Wir führten das Gespräch innerhalb einer Serie, die sonst in Schweizer Umgangssprache erfolgt, für die Kommunikation auch auf Blogserien in Deutschland und Österreich auf Hochdeutsch. Eines der wesentlichsten Motti aus der Stiftsbibliothek lautete: "Also möget ihr schauen, dass ihr einander gehorsam seid." (Klaus von Flüe) Damit war das Aufeinanderhören gemeint, also genau das, was in Magdeburg offenbar nicht zustandegekommen ist. Insofern aus dem SiN-Kreis bis anhin ein ansprechendes Echo erfolgt ist, erlaube ich mir abermals darauf hinzuweisen. Dies nicht im Sinne von aufdringlicher Selbstpräsentation, sondern zumal weil die Kontroverse zwischen Christen und Nichtchristen hier zum Teil wieder mal einen gehässigen Ton anzunehmen droht.
Dietrich Stahl
05. Dezember 2016 23:13
Die Diskussion hat ziemlich Fahrt aufgenommen. Obwohl es vordergründig doch nur um die Absage eines Gespräches ging.

Mit @ Stil-Blüte stimme ich darin überein:

Das Christentum ist nicht besser und nicht schlechter als andere Religionen.


Die Sucherin hatte einen Traum:

Sie erstieg mit ihrem Meister einen heiligen Berg. Auf dem Gipfel schauten sie die Berge, die den ihren brüderlich umstanden. Auf jeder Höhe sahen sie einige andere Seelen, die ihnen fröhlich zuwinkten.


Nach dem Aufwachen wunderte sie sich, was ihr Traum wohl bedeuten möge. Sie bat den Meister um eine Erklärung:

Die Berge sind die verschiedenen Religionen, Wissenschaften, Philosophien … Die Menschen auf den Gipfeln sind die mit dem goldenen Herzen. Das ist die wahre Brüderschaft.


Das Christentum ist nicht mein Weg. Aber alle Religionen sind für mich Wege zu Gott. In jeder Religion gibt es einen spirituellen Kern.
Im Christentum sind es heute vielleicht Mönchsorden, wie die Trappisten. Im Islam sind es die Sufis.
Jeder der den Geist seiner Religion lebt, ist auf dem Weg zum Gipfel.

Das ist die eine Seite. Aus einer anderen Perspektive ist ersichtlich, dass das Christentum auch der Versuch war, die wilden Nordmänner zu zähmen, zu kontrollieren und schließlich zu beherrschen. Das hat nie so richtig funktioniert.
Heute will man den großen Austausch.

Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma? Vielleicht. „Ein heißes Hühnersüppchen“ ist da nicht die schlechteste Idee.

Anderen vorschreiben zu wollen, wie sie sich verhalten müssen, scheint mir nicht der richtige Weg.

Das Eigene. Verantwortung übernehmen. Eigenverantwortung.
Das ist zumindest die Idee eines Weges. Zitat des Beitrages weiter oben:


1. Halte dein Wort.
Englisch: Do all you have agreed to do.

2. Verletze nicht den Freiraum oder das Eigentum anderer Personen.
Englisch: Do not encroach on other persons or their property.


kommentar kubitschek: jetzt weiß ich endlich, wer Sie sind! paulo coelho.
Bernhard
05. Dezember 2016 23:18
Vor @ Nero, @Desprecio und Konsorten graut mir!

Christen und Nichtchristen mögen auf der rechten Seite zusammenstehen können, Christen und Christenhasser nicht! Sollten sich hier letztere in nennenswerter Zahl tummeln, will ich lieber nicht dazugehören als in solcher Gesellschaft sein. Wer die Erhabenheit der christlichen Bauwerke gerade noch zugesteht, im übrigen aber das finstere Mittelalter wie der letzte Fortschrittler ohne Anführungsstriche setzt, ist da, wo ich stehe, genauso wenig integrierbar wie die zugereisten Christenhasser.
CCCED
05. Dezember 2016 23:41
Mir ist niemand bekannt, der aus dem Christentum seine Motivation zum Widerstand gegen die derzeitigen Verhältnisse gewinnt.

kubitschek: nehmen Sie zuerst einmal mich.

Ich kenne allerdings viele, die christliche Argumente für eine Umvolkungspolitik ins Feld führen. Ich bin bei Nero und Desprecio. Es gibt kein anderes Christentum als das, welches wir jetzt haben. Das real existierende. Hört auf, von einem anderen zu träumen.

kubitschek: natürlich gibt es das, da muß ich noch nicht einmal träumen.

Ja, das westeuropäische christliche Abendland hat großartige Leistungen vollbracht. Eher trotz und nicht wegen des Christentums. Diese Diskussion wurde schon, wie einigen wohl bekannt, in extenso in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts geführt.
Arminius Arndt
06. Dezember 2016 00:30
Nachtrag: Der link scheint nicht zu funktionieren, es war die St.Achatius Kapelle in Grünsfeldhausen gemeint.
Winston Smith 78699
06. Dezember 2016 08:13
@ Magnus Göller

dass die Absage der Veranstaltung in Magdeburg keineswegs eine Niederlage für Götz Kubitschek bedeutet, damit auch nicht für die bösen Rechten


Dann versuche ich es jetzt mal weniger verklausuliert zu sagen als in meinem vorherigen Kommentar zu Sommerfeld. Stahlknecht und Haseloff haben dem Widerstand eine in Wirklichkeit sehr tiefe Lektion erteilt, die dieser noch nicht begreift. Es ist ebenso Selbstauskunft der Mächtigen über sich wie auch Botschaft darüber, wie sie Kubitschek und die Rechten sehen wollen: als harmlos (... womit sie irgendwo auch richtig liegen, und das ist gar nicht so schlecht). Letztlich geht es hier um ein Mißverständnis über Konventionen wie die des Diskurses und der Rationalität in deren Verhältnis zur nackten, konkreten Gewalt und deren Ersatz durch Mittelbarkeit, durch die "Drohung" wie in einer Konstellation auf den Schachbrett. Die einseitig überlegene Macht hat es auch in der Hand, Konventionen fallen zu lassen ("einseitig aufkündigen" oder so), und das zeigt sie gerade. "Gewalt" im abstrakten, philosophischen Sinn ist eigentlich schon das falsche Wort, wenn es darauf hinausläuft, daß die Macht zeigt: wir haben die Gewehre und damit auch die Wörter. Vielleicht ist auch der Stellvertreterkampf (wie in der Bibel David gegen Goliath - den meinte ich im Kommentar an Sommerfeld) ein hilfreiches Bild. Die beiden Stellvertreter müssen von beiden Seiten beobachtet werden, damit die Situation regelgerecht (und wenn auch nur minimal, eben "1-zu-1") bleibt. Sofern diese konventionellen Regeln verletzt werden, setzt der ungeregelte Kampf aller wieder ein. Hinter jedem der beiden Stellvertreter steht also die konkrete Drohung des ganzen Heeres der Kriegspartei. Ein politischer Diskurs mit Worten ist ein solcher Stellvertreterkampf. Haseloff und Stahlknecht zeigen gerade ziemlich archaisch die Gewehre, und zwar durch die despotische Diskursverweigerung. Kubitschek mit seiner Rechten ist dagegen natürlich ein wehrloser, braver Bub auf dieser Ebene des Spiels. Damit will ich gerade nicht andeuten, dass man auf dieser Ebene Abhilfe (etwa durch Bestrebungen zur Wiederherstellung von Symmetrie) suchen sollte, denn genau das soll ja hier provoziert werden. Ich will nur, daß das ganze Spiel benennbar im Diskurs erscheint. Noch einmal: der Rückzug Haseloffs und Stahlknechts ist nicht deren Niederlage, sondern eine vorzivilisatorische Gewaltandrohung.
Alexander
06. Dezember 2016 08:44
Desprecio:
Wem verdanken wir denn das finstere Mittelalter mit all seinen Spätfolgen ?


Was war denn das Finstere am Mittelalter? Und was waren/sind dessen Spätfolgen?

Kubitschek: Eine gute, mutmachende Rede haben Sie in Zagreb gehalten. Und wie Magnus Göllner schon anmerkte: Man merkt bei der anderen Feldpostnummer selbst, daß man mit Magdeburg eine Schlacht verloren hat.
Monika
06. Dezember 2016 09:18
@Nero
Ihr Christen werdet niemals das Paradies erreichen


20 Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man's beobachten kann; 21 man wird auch nicht sagen: Siehe, hier ist es!, oder: Da ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.

Lk 17,20
Th. Wawerka
06. Dezember 2016 11:47
Absonderlich, wie & wohin sich die Diskussion hier entwickelt. Eine Hysterisierung keimt hier auf, fast so schön wie in der Hauptstrom-Presse. Es fehlen nur noch GROSSBUCHSTABEN und möglichst viele !!!!!!
Seufzend gedenke ich der früheren Tage, da man als Sezessionist noch Angehöriger eines elitären Zirkels gleich dem "geheimen Deutschland" Georges war ...
Geschrey, Geschrey und abermals Geschrey. Vorschlag: Alle halten mal für ein paar Tage die Klappe, gehen in die Stille und versuchen, einen wichtigen Gedanken zu fassen und zu formulieren. Das ist gar nicht so einfach! Und dann setzt sich jeder hin und schreibt ein Gedicht und sendet es Kositza. Und die macht dann, so die Ergebnisse denn etwas taugen, ein schön gestaltetes Buch draus.
Meier Pirmin
06. Dezember 2016 11:50
@Monika. In einem kirchlich approbierten katholischen "Studiengang Theologie", erschienen im katholischen Strang NZN im Theologischen Verlag Zürich (2009) wird unterdessen, so dümmlich wie selten in den letzten 2000 Jahren, den Studierenden der katholischen Theologie eine "Reich-Gottes-Verträglichkeitsprüfung" an den Kopf geschmissen, die mit der abschliessenden siebenten These in der Empfehlung des Theologen Urs Eigenmann gipfelt: "Eine Kirche ist so weit Reich-Gottes-verträglich, wie sie mit all jenen Gruppen, Bewegungen und Institutionen zusammenarbeitet, die auf eine solidarisch-egalitär-offene Gesellschaft und Welt im Sinn des Reiches Gottes hinaurbeiten, auch wenn sie dies nicht explizit biblisch oder religiös begründen." Die Kirche als Bestandteil eines globalen Narrenschiffs. Wenn ich das so lese, beruhigt es mich schon beinahe, dem Reich Gottes fern zu stehen, es in diesem Fall lieber, wenn schon, mit dem wenigstens geistvollen und oft sogar witzigen Teufel zu halten, der gemäss "Faust" einerseits zur christlichen Tradition gehört, andererseits klar den intelligenteren Teil der Schöpfung verkörpert, worauf schon Thomas von Aquin, "der grösste christliche Theologe" (Thomas Hürlimann), aufmerksam gemacht hat. Dazu ergänzt Goethe als "dezidierter Nichtchrist" zur Theologie des Teufels:

Ich bin ein Teil des Teils, ein Teil von jener Kraft,
Die stets das Böse will und doch das Gute schafft.


Ferner ultimativ:

"Bedenkt, der Teufel, der ist alt! Drum werdet alt ihn zu verstehn!"


Zu den Erfindungen des Teufels gehören gemäss Faust das Papiergeld auf der Basis des auf Flüchtigkeit beruhenden merkurialischen Wechselkurses, und im Zusammenhang mit dem Kapitalismus das sulfurische Prinzip Investition, generell das Kapital und das Wachstumsprinzip, wie es Hans Christoph Binswanger in seinem Buch "Geld und Magie - Deutung und Kritik der moderen Wirtschaft" (1985) auf der Basis von Faust und Paracelsus ausgeführt hat. Natürlich sollte man den Kapitalismus weder überbewerten noch überschätzen. Intelligent und rational wirkt er ja eigentlich fast nur im Vergleich zu vulgärlinker und noch dazu dümmlich christianisierter Kritik. Es gab indes auch intelligente christliche Denker über Wirtschaft und Gesellschaft, auch wenn dieselben klugerweise von einer Reich-Gottes-Kompatiblitätsprüfung abgesehen haben, nämlich, @Monika, Ihr einstiger hundertjähriger Lehrer Pater Oswald von Nell-Breuning. Von grösster Bedeutung für den Christen scheint mir aber, dass man die eigenen Dummheiten betreffend Politik und Wirtschaft selber verantworten soll und dieselben nicht noch dem Evangelium und der Bergpredigt in die Schuhe schieben. Letzteres gehört zu den bedeutsamsten Mahnungen auch des Theologen Karl Barth. Ob man wie früher die Glocken um 11 Uhr gegen die Islamisierung läuten lässt, eine immerhin 500 Jahre lang gehandhabte Praxis, oder ob man heute die Umvolkung als Gebot des Evangeliums sieht, Jesus Christus kann für das eine noch für das andere etwas dafür. Ein Christ ist, wer in Lebens- und Todesnöten auswendig und mit Andacht das Vaterunser zu beten fähig bleibt. Ein Katholik ist, wer noch dazu das Avemaria dem Herrengebet hinzufügen kann. Das bedeutendste philosophische Gebet der Menschheitsgeschichte ist aber meines Erachtens das "Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, wie es war im Anfang und jetzt und alle Zeiten und in Ewigkeit Amen". Darauf kommt es an und gewiss nicht auf die im Desaster beendigten Kreuzzüge, die aber zivilisatorisch immer noch unendlich mehr gebracht haben als zum Beispiel die Kriege der Vereinigten Staaten und zum Teil der Nato im Nahen, Mittleren und Fernen Osten.
Desprecio
06. Dezember 2016 11:56
@ "Bernhard" / 05.12.16, 23:18

"Vor Nero. Desprecio und Konsorten graut mir !
Christen und Nichtchristen mögen auf der rechten Seite zusammen-
stehen können, Christen und Christenhasser nicht................."

Sie scheinen, wie so viele, ja sogar viele in diesem Forum, einem
stark limitierenden, den eigenen Horizont erheblich einschränkenden Schwarz-Weiß-Denken unterworfen zu sein.
(Immer getreu dem Motto : Willst Du nicht mein Freund sein, dann
hau ich Dir den Schädel ein !)

Wenn ich mir meinen obigen Text, der Ihrer Distanzierung mir (und
wohl auch anderen) gegenüber zugrunde liegen dürfte, nochmals ansehe, komme ich zu der Überzeugung, daß ich in erster Linie die
"heutigen Leitfiguren"der katholischen und evangelischen Kirche" an-gesprochen habe.
Davon werde ich auch kein Wort zurücknehmen !

Nennen Sie mir bitte ein Beispiel in der Geschichte, in der sich Reli-
gionsführer den Gäubigen und Kirchenanhängern der eigenen Kir-
che so schäbig und verräterisch gegenüber verhalten haben, wie es
die derzeitigen Kirchenfürsten tun.

Diesen Figuren gegenüber empfinde ich keinen Haß, Dies wäre zuviel
Ehre. Aus meiner Sicht heraus ist hier nur die tiefst mögliche Verach-
tung (Desprecio) angebracht !

Wenn ich das "Kirchenvolk" bei dieser Gelegenheit ebenfalls kritisiere,
dann doch wohl deshalb, weil diese Schafsherde ihren Oberhirten kri-
tiklos in den selbstgewählten Untergang folgt.
Möglicherweise ist mir da ja etwas entgangen. Aber haben Sie bisher
jemals Worte der Erklärung der christlichen Kirchenführer, dieser
Verächter der eigenen Religion vernommen, die Sie oder einer ihrer Mitchristen einordnen oder verstehen könnten ?
Als klares Zeichen der Unterwerfung legen diese bei Treffen mit der
anderen Wüstenreligion nun sogar schon ihr Kreuz vorher ab.

Was anderes,außer Verachtung kann man für diese Figuren noch em-
pfinden ?

Weiterhin sehe ich es als legitime hypothetische Frage, was wohl aus
uns und unseren germanischen Vorfahren ohne die, ebenfalls oben
erwähnte, gewaltsame Christianisierung geworden wäre.
Haben wir uns nur deshalb zu einer Hochkultur entwickelt, weil wir
eine Injektion des heiligen Geistes einer Wüstenreligion erhalten ha-
ben, die mit dem Denken und Handeln, den Sitten und Gebräuchen,
der damaligen Kultur unserer Ahnen nicht das Geringste zu tun hatte?
Eveline
06. Dezember 2016 12:08
Ich würde meinen ohne Jakob Fugger keinen Martin Luther.
Th. Wawerka
06. Dezember 2016 13:57
Desprecio:

Weiterhin sehe ich es als legitime hypothetische Frage, was wohl aus
uns und unseren germanischen Vorfahren ohne die, ebenfalls oben
erwähnte, gewaltsame Christianisierung geworden wäre.


Die Germanen fielen seit dem 4. Jahrhundert dem Christentum zu wie reife Äpfel. Wenn es so wilde Krieger waren, dann wärs doch ein Leichtes für sie gewesen, sich gegen eine gewaltsame Christianisierung zu wehren. Aber die gewaltsame Christianisierung war eben die Ausnahme.
Sie zeichnen ein sehr populäres, aber sehr tendenziöses Bild. Können Sie sich gar nicht vorstellen, dass die Germanen freiwillig Christen wurden? Aus Überzeugung?
Meier Pirmin
06. Dezember 2016 14:13
@Desprecio. Ich merke, dass Sie sich nie näher mit dem Missionsbüchlein des heiligen Pirmin aus dem 8. Jahrhundert und der Kultur der Abtei St. Gallen befasst haben, auch nicht mit den irischen Mönchen. Und wie der heilige Patrick das Kleeblatt erklärt hat. Ich bedaure Sie um Ihrer wohl kaum auf genauer Sachkenntnis beruhender Ressentiments willen. Die europäische Christianisierung können Sie nun mal nicht mit dem Modell einer Wüstenreligion auch nur annähernd ausreichend erklären. Selbst noch Nietzsche, lesen Sie mal dessen von seiner Schwester Elisabeth aufgezeichnete Bildungsgeschichte, können Sie fast nur von seinen christlichen Ursprüngen her in Wesenstiefe deuten. Es wäre noch gut, Sie würden das Leben zum Beispiel von Kaiser Heinrich II. oder dasjenige der Staufer und der frühen Habsburger mal nach den vorhandenen Quellen Tag für Tag verfolgen. Oder das Leben des heiligen Godehard von Hildesheim. Es ging damals noch bei allem Christentum viel germanischer zu als bei den germanischen Neuheiden der Neuzeit. Was Sie sagen, beruht gewiss nicht auf jahrelanger Mittelalterforschung, sondern wohl noch stark auf einem eigenen, vom Christentum des 20. Jahrhunderts möglicherweise verletzten Gefühl. Ihren Abscheu vor heutigen Kirchenführern kann ich im übrigen recht gut nachvollziehen, wiewohl es ab der Intelligenz von sagen wir mal Ratzinger schon wieder etwas anders aussieht.
Dietrich Stahl
06. Dezember 2016 14:17
@ Th Wawerka

Wenn die Schleusenzeit vorbei ist, werden die Karten neu verteilt. Die nächste Elite steht schon in den Startlöchern und wird den Narren, Heiligen und Partisanen, die ihnen den Weg geebnet haben, kräftig in den Hintern treten – wenn sie sich denn nicht anheuern lassen.


Ja, so läuft es mindestens seit Jahrhunderten.
Vor Jahrzehnten enthüllte das Rolf Ludwig auf geniale Weise am Berliner Ensemble. Einfach indem und wie er sich als neuer König auf den Thron setzte.

es ist das Kennzeichen einer Epoche, die mit der französischen Revolution und dem Untergang des Reichs begann. Auch diese Epoche wird enden, aber wann und auf welche Weise, das kann sich keiner vorstellen.


Dazu ist hier ein Ort: Es sich vorzustellen.

Die Kreativität, die Imagination, die Fähigkeit, gänzlich Neues zu denken und eine ordentliche Prise Humor und vielleicht Narretei – ermöglichen:

Lösungen zu imaginieren, wie dieser Teufelskreis, der scheinbar ewiges Schicksal ist, durchbrochen werden kann.

Kein: „Die sind so stark“, „Oh, wie schlimm!“ oder „Kismet.“

Das Eigene.

1989 hat es vorgemacht:

Als die DDR Bürger ihre Identität realisierten, was sich im Mantra „Wir sind das Volk“ manifestierte, waren sie frei. Sie nahmen sich nur noch das, was ihnen zustand.

Eines wurde in der übergroßen Freude vergessen. Freiheit muss täglich neu errungen werden.

Es gab entsprechend nicht nur einen „kräftigen Tritt in den Hintern“. Und die sogenannten Dissidenten [mit einer grandiosen Ausnahme: Bärbel Bohley] ließen sich nur zu gerne anheuern. Ein Thomas Krüger sei zum Gruseln genannt.

Und dennoch: Paradigmenwechsel war erst kürzlich im SiN Forum Thema.

Die heutige Zeit ist einmalig in der Geschichte. Mit den Erfahrungen, die seit den 1960igern gemacht wurden, und mit Realisationen über Zusammenhängen und Prinzipien wie nie zuvor.
Problem: Mittendrin ist oftmals der Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen.

Ich bin nicht sicher, ob dieser Mechanismus des Machtkarussels, in dem die gestrigen Revolutionäre die neuen Diktatoren werden, vor der heutigen Zeit so klar gesehen und vielfach formuliert wurde. [Das ist auch eine Frage mit Bitte um Antwort an die ideengeschichtlich bewanderten Foristen – Pirmin Meier?]

Die neuen, klaren Sichtweisen bedeuten neue, nie dagewesene Möglichkeiten.
1989 ist geschichtlich nur einen Wimpernschlag entfernt. Wir können und MÜSSEN aus den Fehlern von damals lernen.

Geben wir dem Möglichen wieder seinen rechtmäßigen Platz: dann wird die Entwicklung etwas ganz anderes als die Verwirklichung eines Programms; die Pforten der Zukunft öffnen sich ganz weit, ein unbegrenztes Feld eröffnet sich der Freiheit.
Henri Bergson
Maxx
06. Dezember 2016 16:04
Ein guter, wohlüberlegter Vortrag, den Sie dort in Zagreb gehalten haben, Herr Kubitschek. Hab den Text gerade noch einmal gelesen. Würde mich mal interessieren, wie Ihre Worte dort aufgenommen wurden (Sie haben sicher die engl. Version vorgetragen?). Zumal ich sowieso finde, daß gute Beziehungen zu gleichfalls heimatliebenden Osteuropäern für uns Deutsche in der derzeitigen Lage dringend (u. vielleicht dringender als je zuvor) nötig sind und auch sonst nur ein Gewinn sein können.
Desprecio
06. Dezember 2016 19:33
@ Th. Wawerka /06. Dez. 2016, 13:57

"Können Sie sich gar nicht vorstellen, daß die Germanen freiwillig
Christen wurden ? Aus Überzeugung ?"

Herr Wawerka, ich denke, ich kenne Ihren persönlichen Werdegang,
soweit er hier im Forum bekannt gemacht wurde.
Von daher kann ich Ihre Reaktion auf meine Worte verstehen und
akzeptieren. Es ist die Reaktion eines Menschen, eines Theologen,
eines Pfarrers, der, wenn er meinen Standpunkt vertreten würde,
nie diesen Beruf hätte ausüben können bzw. dürfen.

Sie haben, wenn ich dies alles richtig verstanden habe, schon wahre
Standhaftigkeit bewiesen, warum dann nicht auch in Dingen, die Ihren
christlichen Glauben betreffen?

Als einer, der einige Jahre in Südamerika gelebt hat, weiß ich einiges
darüber, wie die spanischen Konquistadoren und in deren Gefolge
die Vertreter der christlichen Kirche den dortigen Ureinwohnern den
christlichen Glauben "nahegebracht" haben.
Grundlegend anders wird es sich bei der Zwangschristianisierung der
Germanen auch nicht zugetragen haben. Auch gibt es dazu entspre-
chende Literatur.

Aber an dieser Stelle will ich mir selbst Einhalt gebieten. Ich will diese
freiwillige oder auch unfreiwillige Christianisierung in aller Welt hier
nicht zum Dauerthema machen. Die Probleme, die mir und anderen
die derzeitigen Kirchenführer bereiten, bieten schon mehr als ausrei-
chenden Gesprächs- und Diskussionsstoff.
Die schändliche und verachtungswürdige Rolle, die die christlichen Kir-
chen in der BRD und Westeuropa bei ihrer offensichtlich beabsichtig-
ten Konversion zum Islam spielt, sollte nach wie vor, gerade auch in diesem Forum immer wieder thematisiert werden.
Götz Kubitschek
06. Dezember 2016 20:20
badeschluß.
gruß! kubitschek

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.