29. November 2012

Aus den Chroniken der ksa: Chemnitz - die Mutter aller Aktionen

von Götz Kubitschek / 28 Kommentare

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Ich kann nachvollziehen, daß es Leute gibt, die lieber schlecht tanzen wollen, anstatt Scheiße zu reden. Wenn der Tanz-Schlag Hemmungen zu überwinden hilft und es den Identitären darauf ankommt, Hemmungen zu überwinden, dann mögen sie tanzen. Die konservativ-subversive aktion (ksa), die wir 2008 aus der Taufe hoben, ist allerdings unter anderem gerade deshalb in einen Winterschlaf verfallen, weil ihr sehr konservative, sehr respektable Hemmungen innewohnten: laut zu sein, Ordnungen zu stören, respektlos zu agieren, etwas kaputt zu machen.

Es ist kein Zufall, daß ein typischer 68er-Slogan wie "Macht kaputt, was Euch kaputtmacht" allen neurechten, konservativen Addaptionsversuchen widerstand: Denn er ist im Grunde nichts anderes als die billige Legitimierung, gegen Ordnungen, Einrichtungen, Meinungen, Organe mit dem Ziel ihrer Zerstörung vorzugehen. Vor allem ist er die Verlagerung der eigenen Kaputtheit in die Verantwortung anderer.

Wenn ich meine Kinder vor dem Fernseher verrotten, bei McDonals verfetten und mit ihren Geschichtslehrern allein ließe - wer wäre Schuld? Die Zeit, die dies alles anbietet? Würde mich das legitimieren, die bedrängenden, möglicherweise subtilen, sicherlich hinterfotzigen Transmissionsriemen einer schlechten Gegenwart anzugreifen und - vielleicht auch nur symbolisch oder pars pro toto - kaputtzumachen?

Ich denke nicht. Was im Eigenen, also im innersten aller konzentrischen Lebenskreise geschieht, liegt in der Hand jedes Einzelnen. Es gibt keine Ausrede dafür, die Erziehung der eigenen Kinder so ganz und gar an fremde Leute, Institutionen und Programme abzugeben, es sei denn, man will gar nicht das Eigene (oder auch "identitäre"), sondern bloß eine reibungslose Gegenwart.

Die kürzeste Formel, die ich einmal für die schlechteste Form rechter Zukunftsvisionen hörte, lautet: "Konsumieren, aber ohne Neger an der Kasse." Ich war platt über diese ebenso dreiste wie vermutlich massenkompatible Minimalforderung. - Aber ich schweife ab und mache große Fässer auf (das vom Öko-Rechten, der mir der liebste und seiner Heimat am nächsten ist, während ihm die Identität aus allen Poren quillt, ohne daß er sie beschreiben könnte).


Eigentlich will ich in diesem kurzen Beitrag nur noch einmal hinweisen auf die Wandbild-Aktion der ksa in Chemnitz: Ich halte diesen Einsatz für die "Mutter" aller konservativ-subversiven Aktionen, für das beste Beispiel dafür, wie man als ein in jeder Hinsicht ordnend, bauend und formend tätiger Rechter nach einem Widerstandsakt ohne schales Gefühl von dannen ziehen kann.

Chemnitz war konstruktiv, war eine Schutzaktion: Wir wollten zunächst nur mit einem Mahnfeuer gegen die geplante Übermalung eines Wandbilds von Benjamin Jahn Zschocke protestieren, fanden aber beim Rundgang um das Schulgebäude ein offenes Fenster, stiegen ein und verrammelten die Tür zu jener Mensa-Wand, an der das Bild prangte.

Dieses Bild war künstlerische Identität: eine Stadtansicht von Chemnitz, flächig und farbenfroh gearbeitet, in die Zschocke graue Schatten zerbombter Kirchen und anderer Denkmäler integriert hatte - eine subtile Mahnung und Erinnerung, ein Werk, das den jungen Maler über Monate beanspruchte. Der Beschluß, das fertige Bild nicht "der Öffentlichkeit" zu übergeben, sondern grau zu übermalen, fiel, nachdem sich die Gegner auf ein vermeintliches Keltenkreuz auf der Spitze eines Kirchturms eingeschossen hatten: groß wie eine Euromünze, gar nicht klar ausgearbeitet, man kann das alles nachlesen.

Wir verschanzten uns jedenfalls in dieser Schulmensa, um einen politisch-barbarischen Akt zu verhindern, hielten zwei, drei Stunden stand, widersetzen uns der Festnahme nicht, kamen am Nachmittag wieder frei und zahlten ein ordentliches Bußgeld. Auch das kann man alles nachlesen.

Wenn nicht fünf, sondern 200 Leute im Raum gewesen wären - als Sitzblockade, als renitente, unbewegliche Masse, die sich immer wieder neu vor das Bild würde geschoben haben: Wer weiß, wie lange diese Hausbesetzung aus besten Gründen hätte andauern können?

Hier war alles vorhanden: der Schutz von Kulturgut, der Widerstand gegen eine klar politisch motivierte Ungerechtigkeit, das konkrete, verortete, identitätstiftende Thema, eine unentschiedene Meinungslage im Volk, eine gewaltfreie Protestform. Es war, wie es immer sein sollte, wenn neurechte, konservative Leute ihre Arbeit liegenlassen, um auf die Straße zu gehen: nicht aus Jux und Tollerei, nicht aus Langeweile und für irgendeinen Lebenskitzel, sondern weil es ganz konkret und konstruktiv etwas zu tun gibt.

Daß der Puls nach oben geht, das subversive Moment ein Lebenselexier ist und Widerstand gegen hysterische Übermacht eine wahre Freude , wiegt dabei nicht gering. Wäre ja auch komisch, wenn man ganz rational durchrechnete, wann man sich verhaften läßt.

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (28)

Kurt Schumacher
29. November 2012 23:00
Nur ganz kurz: der Öko-Rechte gerät quasi ins Fadenkreuz! Ich las soeben, "Bioland" positioniert sich aus heiterem Himmel "gegen rechts". Ich weiß nicht, ob ich direkt auf deren Netzseite verweisen darf. Daher Google: "Bioland-Resolution gegen Rassismus". Wie peinlich ist das denn?

ergänzung kubitschek:
wieso sollte man eine presse-erklärung nicht verlinken dürfen? hier ist sie.
Unke
29. November 2012 23:01
In aller Kürze sei ein Riesenlob und Dank der ksa ausgesprochen!
Das sind so Momente des "holla, es ist möglich!", wenn einem bräsigen Altkommunisten und Maulaufreißer wie Daniel Cohn-Bendit in die Parade gefahren wird.
Hesperiolus
29. November 2012 23:14
Stelle mir vor, einer der vereinnahmten Verfallsdiagnostiker hätte im Jahr 1913 über das saeculum hinweg in visonärer Vorschau diesen kulturretterischen "Flashmob" erschaut. Was hätten Spengler oder George dazu gesagt? Nächtens die Kuppel aus dem Reichstag sprengen oder jede einzelne der weissgetünchten Holocaust-Stelen mit dem Dollarzeichen signieren. Gäbe es eine Wucht des Aufbegehrens, sie liesse es an wuchtigen Zeichen und Taten nicht fehlen. Etliche sind vorstellbar. Doch was sollte dies? Das in der Neuen Rechten sich kultivierende Unbehagen würde weitergrummeln vor sich hin, mangels Masse würde das ehrenwerte Wagnis Einzelner nichts zünden. An einen Vorbürgerkrieg kann ich nicht glauben Man pflegt seine Szene, gut das es sie gibt. Verdienstlich. Ein paar Hundert oder Tausende späterer Entscheider werden infiziert und auf Kurs gebracht. Sie lesen die richtigen Bücher, halten in ein paar Jahren brauchbare Vorlesungen, sprechen aus etwas konservativerem Empfinden heraus Recht, in dies und jenes, das sie verantworten, wird ein kleiner rechter Schlenker hineinkommen. Und auf das Unabsehbare hin wird eine polit-pastorale Propädeutik geleistet. Schaden kann das nicht.
Manfred Kleine-Hartlage
30. November 2012 02:32
Ich schätze die KSA-Aktionen, aber sie haben einen Nachteil: Sie zeigen, für welche Werte man einsteht, aber sie sind keine Antwort auf den kalten Bürgerkrieg, der gegen uns geführt wird. Sie zeigen, wofür man ist, aber nicht, gegen wen man ist.

Die Aktionen der Identitären enthalten auch in ihrer gegenwärtigen, noch unausgereiften Form eine Symbolik, die dieser Lage gerecht wird und diesen Bürgerkrieg in symbolisch verdichteter, zugleich aber abgeschwächter Form annimmt und gegen seine Urheber kehrt:

Laute Musik dröhnen zu lassen statt Pamphlete zu verlesen spiegelt exakt die Argumentverweigerung der anderen Seite. Der Lärm, der dabei gemacht wird, spiegelt den gedankenverhindernden Störgeräuschteppich, den die Gegenseite rund um die Uhr auf allen Kanälen sendet. Dass Veranstaltungen gestört werden, entspricht exakt der gegnerischen Strategie, unsere Veranstaltungen zu verhindern (nur eben in abgeschwächter Form: Sie werden von den Identitären ja nicht verhindert, nur minutenweise gestört). Kurz und gut: Solche Aktionen senden die Botschaft: Eure Kriegserklärung ist angenommen.

(Und die chaotische Formlosigkeit der Aktionen ist genau das, was die Betroffenen uns in jedem anderen Zusammenhang als "kreativ" und "emanzipatorisch", gar als "Kunst" verkaufen würden, enthält mithin einen guten Schuss Satire und zwingt die Leute, die "Pussy Riot" zu Freiheitskämpferinnen verklären, sich lächerlich zu machen.)

Wahrscheinlich fällt es mir leichter als anderen Rechten, solche Aktionen gutzuheißen, weil meine Auffassung davon, wie Politik gemacht werden muss, sozialisationsbedingt von dem aggressiven und militanten Stil der Linken geprägt ist. Dass nicht Jeder diesen Stil goutiert, liegt in der Natur der Sache. Nur wird er eben vom Feind erfolgreich praktiziert. Man muss aufpassen, dass man nicht den Fehler jener preußischen Generäle macht, die eisern an den Methoden Friedrichs des Großen festhielten - bis zum Debakel von 1806.
Asenkrieger
30. November 2012 07:42
Alles nicht prinzipiell neu: Das erinnert mich irgendwie an die Sponti-Aktionen. Da gab es TEACH-INs, SIT-INs, GO-INs, usw. Die Spontis hatten aber einen Nachteil: Sie waren nur teilweise politisch, was ihnen die Kritik der Linken eingebracht hat und sie nicht über ein Randphänomen hinaus kommen ließ.

Aufmerksamkeit erregen ist heute noch wichtiger als damals, weil wir in einer Welt der Bilder und Symbole leben. Das Auffällige prägt sich ein und "arbeitet" in den Köpfen - bewußt und unbewußt, sofern es sich tatsächlich von allem abhebt.

Das Symbol der Identitären ist schlicht und gut. Ihre ersten Aktionen erscheinen noch etwas infantil, doch das Echo darf nicht unterschätzt werden.

Es ist so, wie es Manfred Kleine-Hartlage und andere geschrieben haben: Der Gegner ist verunsichert und muß erstmals seit Jahrzehnten wirklich bei jeder Veranstaltung sich die bange Frage stellen, ob er nicht durch eine Gegenaktion gestört wird.

Die Störung des Gegners in seinem bisher unangefochtenen Raum - ohne Gewalt - ist der erste Schritt, selbst in die Offensive zu gehen und diese Räume wieder zu besetzen. Das bedeutet nicht nur Gebäude, auch die Straße.

Wer angreift, wer die Initiative übernimmt, bestimmt letztlich den öffentlichen Diskurs.
Kurt Schumacher
30. November 2012 10:56
Man müßte eine Zeitmaschine haben und in das Jahr 1968 zurückkehren, um Rudi Dutschke, Marcuse, Cohn-Bendit, und wie sie alle heißen, schon damals "wegzubassen", bevor sie sich ausbreiten konnten! Die linke 68er-Bewegung gleich am Anfang lächerlich machen und überspielen. Wenn damals die Frontgeneration des 2. Weltkriegs nicht so schrecklich ehrbar gewesen wäre. Man schluckte den Schmerz um den Tod Deutschlands hinunter und stellte sich dem amerikanischen Kunstgebilde "BRD" zur Verfügung. Denn Ordnung muß sein, dachte man, das Leben geht immer irgendwie weiter, also "packen wir's". Das war vielleicht zu anständig - und vielleicht auch ein kleines bißchen denkfaul. Denn während die deutschen Alten in harter Arbeit das Land wieder aufbauten (was davon halt übrig war), träufelten die Amerikaner das süße Gift der Anarchie in die jungen deutschen Hirne, und die verwöhnten Jungen saugten sich voll damit und sprengten 1968 den Kokon. Wie im Film "Alien"! Damals schon hätten sich Männer finden müssen, die "mehr mit überlegenem Lachen als mit Gewalt die Linken vom Marktplatz verscheuchen" (das schrieb übrigens Julius Evola; ich glaube, in "Männer inmitten von Ruinen", ich zitiere es aus dem Gedächtnis).

Teach-in, Sit-in usw. waren "natürlich" typisch linke Aktionsformen, aber warum eigentlich "natürlich"? Warum hat nicht damals schon irgend jemand den Witz aufgebracht (an Mut fehlte es der Frontgeneration gewiß nicht!), sich den Linken mit einem Lachen entgegenzustellen...? Man stelle sich vor: Rudi Dutschke gegen Jochen Peiper!
Toni Roidl
30. November 2012 11:13
Gerade dass die Linken sich furchtbar darüber ärgern und empören, dass man ihnen »ihre« Protestformen wegnimmt (»pervertiert« schrieb irgendeine Zeitung), macht die Sache so lustig! Ich finde, davon kann man gar nicht genug adaptieren. Schon die altbekannten Sprüche, z.B. »Unter langen Haaren der Muff von 40 Jahren« oder »Erst wenn die letzte Frau verschleiert, das letzte Mädchen zwangsverheiratet und der letzte Ungläubige getötet ist, werdet ihr merken, dass Multikulti zu Scharia führt«, etc. etc.
Martin Höfer
30. November 2012 11:31
Man mag mich naiv nennen, aber ich bin davon überzeugt, daß die KSA massentauglich wäre, wenn Name und Symbolik stimmten. Der Name ist zwar als Persiflage gemeint, doch kommt er so juvenil daher wie Rainer Langhans in einer Talkshow. Und die Biene (oder Wespe?) als Symbol mag zwar treffend sein, doch kommt ihr keinerlei identitätsstiftender Effekt zu. Die Identitären greifen ebenfalls daneben, wenn sie ernsthaft die Aktionsform des Bassflashmobs (was für ein Wort!) wählen. Zudem ist das Lambdazeichen nicht nur für uns Deutsche nichtssagend, auch für Franzosen erscheint es untauglich und ist bei näherer Betrachtung sogar lächerlich. Spielen da junge Erwachsene "300" nach? Sind wir jetzt alle Spartaner? Ein Symbol, das rein gar nichts mit unserer Identität gemeinsam hat, soll unsere Identität symbolisieren? Kommt schon, das können wir doch wesentlich besser!

Die Aktionsform muß sich zwingend an der KSA orientieren, eben weil es für etwas steht! Allein die Symbolik muß sitzen, angelehnt an das antios-Wappen und auf die deutsche Identität bezogen. Zeigen wir den hypnotisierten Konsumenten im Lande, wofür wir eintreten und was wir erhalten wollen! Negativabgrenzungen überlassen wir der Pro-Bewegung, ihr Mißerfolg spricht für sich. "Der OB gegen die Moschee"? Großer Gott!

Und schließlich zum Stil: Selbstredend übernehmen wir nicht das schlechte Benehmen der Antifa-Brüllaffen, das haben sich schon die autonomen Nationalisten angeeignet mit der Folge, daß sie von ersteren nicht mehr zu unterscheiden sind. Herzlichen Glückwunsch dafür! Wir sind nicht umsonst stolz auf die Jahrhunderte währenden Traditionslinien underes Volkes. Transportieren wir sie in die Gegenwart und stiften unsere Identität inmitten von Masse und Konsum endlich neu! Zum Donnerwetter!

Und noch eins: Wenn hier allgemein die Behäbigkeit der Konservativen/Rechten beklagt wird, kann ich das nicht ganz nachvollziehen. Gibt es nicht die Seminare des IfS, die Treffen in Schnellroda und jüngstens den Zwischentag? Ist da nicht schon unsere ureigene Aktionsform? Wenn wir uns noch zustäzlich auf der Straße einfinden und Bürger Schulz mit der Nase auf unser Anliegen stoßen, ist das schon sehr viel mehr, als überhaupt zu erwarten wäre. Allein die Außendarstellung hapert noch ein wenig. Aber wir sind schon auf einem guten Weg, wie mir scheint.
Inselbauer
30. November 2012 14:19
Die Parole "Konsumieren ohne Türken" ist so ohne weiteres gar nicht von der Hand zu weisen; es wäre sicher angenehm, einen hohen Lebensstandard und tolle Mode für die Frau angesichts einer kräftigen Wendung nach Rechts zu genießen (...) Zumindest müsste es möglich sein, ein Leben nach der Demokratie ohne selbst gestrickte Socken und sorgfältig gehäufelte Kartoffeln zu denken. Von der Armut und dem asketischen Biobauerntum darf man auch als Rechter die Nase voll haben!
Ich bin der Ansicht, dass sich die Öko-Subkultur spätestens dann überlebt, wenn es ernsthaft um die soziale Wurst geht. Konsum ist sinnlos und schön; ich brauche ihn nicht, habe aber auch nichts dagegen, wenn Leute, anstatt linke Scheiße zu reden, konsumieren.
Cicero
30. November 2012 15:44
Die Störaktionen der Identitären durch die sog. Hardbass-Flashmobs begrüße ich uneingeschränkt. Die eitlen und blasierten Einlassungen einiger Kommentatoren zu dieser Aktionsform finde ich hingegen schwer erträglich. Um Breitenwirkung zu erzielen, müssen die Aktionsformen so schlicht wie nur irgend möglich gehalten werden, schon um das Mitmachen für politisch nicht so versierte Sympathisanten attraktiv zu machen. Aktionen, Happenings oder Sit-ins sind nun wahrlich nicht der Ort für gesteigerte Ästhetik, guten Benimm oder ausgefeilte Argumentation. Hier sollte man sich im übrigen auch nicht zu Schade dafür sein, vom Gegner zu lernen. Sonst scheitert die konservative "Revolution" am Ende noch am "Betreten verboten"-Schild auf dem Rasen.

Überhaupt scheint mir ein Hauptproblem auf konservativer Seite die mangelnde Kampagnenfähigkeit zu sein. An Erkenntnissen mangelt es doch nun wirklich nicht. Zur Erkenntnis gehört aber auch, dass Welterklärungen wie hier auf der Sezession oder in Büchern von Thorsten Hinz, Günter Zehm oder anderen - so richtig und notwendig dies auch ist - immer nur eine verschwindend kleine Minderheit erreichen und somit zumindest unmittelbar keinerlei politische Wirkung entfalten werden.

Um Wirkung zu erzielen, braucht es einfache, klare Ziele. Um mal ein Beispiel zu geben:

Die größte Umverteilung von Vermögen seit dem 2. WK - und das in Friedenszeiten! - findet gerade zur Zeit statt. Durch die diversen Euro-Rettungsmaßnahmen wird das Vermögen der Deutschen unter begeisterter Mitwirkung unserer "Volksvertreter" nach Südeuropa und weiter in die anglo-amerikanischen Finanzzentren betrieben. Dies geschieht äußerst wirkungsvoll durch den ESFS, den ESM, das Target 2 - System, die kommende Inflation usw.
Warum regt das nur eine kleine Minderheit auf? - Weil's nur eine kleine Minderheit auch nur halbwegs versteht. Es ist auch vollkommen aussichtslos, dies einer größeren Menge von Menschen erklären zu können, dies wird unter gar keinen Umständen funktionieren. Das Mobilisierungspotential geht also gegen Null! Erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen und die Misere (extremer Wohlstandsverlust) da ist, werden es die Leute merken. Da werden die Propaganda-Medien aber auch noch Schuldige finden, die mysteriös-ominösen Märkte oder am Ende vielleicht doch die bösen "Rechten".

Was ist also zu tun? Man sollte Schwachstellen im System finden, die für jeden nachvollziehbar sind. Für unserer Zwecke könnte dies das Gold der Deutschen sein. Die Bundesbank hält mindestens 2/3 der Goldreserven der Deutschen - ja es ist das Gold der Deutschen! - angeblich in physischer Form bei der FED in New York. Es gibt mannigfaltige Indizien dafür, dass das gelogen ist und die Bundesbank darauf in Wirklichkeit keinen Zugriff hat. Die Aktion "Holt unser Gold zurück." gibt es schon und lässt das System ins Schwitzen kommen, so dass es sich genötigt sah, seine Schreiberlinge bei SPIEGEL, FTD und in der ZEIT loszuschicken (besonders schön: Mark Schieritz in der ZEIT v. 31.10.2012: "Werft die Reserven der Bundesbank in New York einfach ins Meer.")

Hier sollte eine konservative Kampagne ansetzen:

Das Sujet "Unser Goldschatz" ist einfach, die mangelnde Souveränität Deutschlands kann daran kenntlich gemacht werden und das System wird nicht liefern können. Und Geld spricht die Leute nun mal an (schon Bismarck: "Beim Geld hört die Gemütlichkeit auf."), aber auch hier ist eben darauf zu achten, die Dinge so einfach wie möglich zu halten.
Die Steinbrücks dieser Republik stolpern nicht darüber, dass sie das deutsche Volksvermögen zu hunderten und tausenden Milliarden Euro verschleudern, sondern über Dienstwagen-Affären, Bonusmeilen-Affären oder hohe Rednerhonorare bei den Stadtwerken in Bochum.

Fazit: Schwachstelle ausfindig machen, Kampagne starten und immer wieder auf die selbe Stelle hauen!
Nihil
30. November 2012 16:03
Die neurechte Praxis braucht dringend Lockerungsübungen um die bürgerliche Sozialisation zu überwinden. Und wenn es nur das ist, ist es schon gerechtfertigt. Die aktionistische Rechte in diesem Anfangsstadium niederzumachen ist unfair und - in Anbetracht der Lage, die jeden Versuch als Chance rechtfertigt - dumm.
Nils Wegner
30. November 2012 16:48
@ Asenkrieger & Kurt Schumacher:

Die Sponti-Aktionsformen stammen in keinster Weise von links. Urheber dieser Vorgehensweisen in der BRD waren die Hepp-Brüder Marcel und Robert mit ihrer »Katholischen Front« an der Universität Tübingen, Ende der 1950er Jahre.
Martin Höfer
30. November 2012 17:14
"Eitel" und "blasiert" schimpfen und sich selbst den Decknamen eines römischen Schönredners verleihen zeugt von einem ausgeprägten Sinn für Humor. Die Mär von Massentauglichkeit und Hardbassflashmobs glaube ich nicht, damit kann man höchstens ein paar Quartalsirre der Grünen Jugend zur Tanzveranstaltung am Karfreitag locken. Aber warum sollten wir so etwas wollen? Biedert sich die Sezession auf Bildzeitungsniveau den Massen an? Nein, natürlich nicht. Ich habe überhaupt nichts gegen reißerische Aktionen (siehe Störung des Linkenkongresses durch die KSA), aber man sollte schon den Widerspruch erkennen zwischen identitärer Zielsetzung und spastischem Rumgehampel zu völlig nihilistischer Akustikdröhnung. Die Aktion funktioniert nur, wenn die Botschaft darin klar wird. Bislang lautet die Botschaft: "Wir sind laut und die Schuld liegt irgendwie bei den Linken." Ein wenig mehr darf es schon sein.
Asenkrieger
30. November 2012 18:48
@ Nils Wegener
Lesen Sie bitte noch einmal, was ich geschrieben habe. Wie Sie es darstellen, wurde das nie behauptet. Fest steht aber, daß die Linken die Sponti-Bewegung vereinnahmen wollten und die Linken diese Formen imitiert haben - teilweise auch als Sponti-Aktionen. Das war mir aber nicht wesentlich.

Wichtig ist, diese alten Protestformen zu analysieren und daraufhin zu überprüfen, was wir davon übernehmen können, da es überhaupt nur eine begrenzte Palette solcher Aktivitäten bis zur Grauzone der Militanz gibt.

Wichtig ist auch: Handeln und nicht nur Labern. Ich bin dabei! Und Sie?
Kurt Schumacher
30. November 2012 19:33
@ Nils Wegner

Danke für die Information über die Hepp-Brüder. Von denen hatte ich noch nie gehört; ich habe eben in der Wikipedia nachgelesen. Ich muß allerdings sagen, daß mir Katholiken, Bayern und Strauß-Anhänger nicht sonderlich sympathisch sind. Auf solche Leute würde ich ein sehr strenges preußisches Auge werfen! Bayern geriert sich immer als selbsternannte "Ordnungszelle" und ist in Wahrheit...aber das wäre wieder ein anderes Thema. Vielleicht eröffnet die Sezession ja mal eine Debatte zum Thema "Deutscher Regionalismus: Fluch oder Segen?"
Martin
30. November 2012 19:49
Denn während die deutschen Alten in harter Arbeit das Land wieder aufbauten (was davon halt übrig war), träufelten die Amerikaner das süße Gift der Anarchie in die jungen deutschen Hirne, und die verwöhnten Jungen saugten sich voll damit und sprengten 1968 den Kokon.


Sorry, Herr Schumacher,

aber ich habe selten so einen Schmarrn gelesen. Die konservative Mehrheitsbevölkerung der USA der 60er Jahre hatte ziemlich genau so die Schnauze voll von diesen kiffenden "Give-Peace-A-Chance-Hippies" wie der hiesige Landwirt oder die nicht studierende deutsche Bevölkerung und die waren damals die absolute Mehrheit im Land. Im Übrigen haben auch die Generationen, die erst nach dem Krieg groß wurden, das Land maßgeblich aufgebaut und eine falsche Idealisierung der Kriegsgenerationen hilft keinem weiter. Studierende Müßiggänger, die auch noch politisieren konnten, gab es damals, prozentual zur Bevölkerung gesehen, nur sehr wenige - um so erstaunlicher im Nachhinein, wie diese dann später den Ton angeben konnten.

Außerdem bin ich der Meinung, dass es tatsächlich ein Skandal war, dass viele Nazi-Wendehälse den fast schon naht- und bruchlosen Übergang in die Ämter und Pfründe Nachkriegsdeutschlands schafften (ja sogar in der DDR gab es dieses Phänomen), so dass eine Unzufriedenheit der Jugend in diesem Punkt sogar gerechtfertigt war.

Das Phänomen 68 kann man nicht mit dem hier so üblichen à la mode "USA ist an allem Schuld" fassen. Während dort die weiße jugendliche Mittelschicht sich in Vietnam verheizen hat lassen und zum Dank am Schluss die Linken unter Ausblendung dieses Umstandes nur sagten, "dafür waren die Neger ja gut", kam bei uns der "Normalo" eben sehr schnell zu einer Sattheit, die ihn die "Spinnereien" der "Studenten" erst einmal ertragen liesen.

Es wäre ja auch vieles als Spinnerei und Modeerscheinung durchgegangen, wenn nicht der Hauptteil dieser Generation dann - ganz spießig und da waren sie dann doch so richtig schön "deutsch" und auch "konservativ" - den Gang zu den Fleischtöpfen und durch die Institutionen angetreten hätte und damit die Zügel der Macht und des Zeitgeistes in die Hand bekommen hätte (der idealistischere Teil der 68er ging im Drogensumpf unter oder einige wenige davon haben sich als Geheimdienstmarionetten benutzen lassen oder wurden sogar zum (Neo)-Nazi oder zum Eso-Freak und Körnerfresser).

Wie auch immer, um jetzt auch etwas zum Thema zu schreiben, das "Identitäre" kommt vom Franzmann (wie auch ein starker Impuls für 68 von Frankreich ausging) und es ist derzeit besser als nichts. Meine "moralische" Unterstützung hat es, auch wenn ich bereits das Wort "identitär" als ziemliche Wortverrenkung ansehe und es nicht für Deutschland (wozu ich Österreich zähle) hundertprozentig passend finde. Da mir aber selber nichts besseres einfällt, sage ich dazu "ok" und hoffe aber, dass es die KSA bei passenden Anlässen dennoch weiterhin gibt ...
Heinrich Heidmann
30. November 2012 19:52
(...)oder jede einzelne der weissgetünchten Holocaust-Stelen mit dem Dollarzeichen signieren(...)


Potzblitz, Hesperiolus, was da so in einem Nebensatz dahingesagt ist, hat verteufelt Charme. Das würde einschlagen wie eine Bombe.

Intellektuell auseinandergefieselt könnte ich selbst heftig dagegen argumentieren, aber der Knalleffekt würde alles überstrahlen. Mehr als nur eine Überlegung wert!
Kurt Schumacher
30. November 2012 21:31
@ Martin

Ich glaube, wir reden aneinander vorbei. 1968 war der Krieg noch nicht so lange her wie heute! Damals lebten noch Menschen, die eine Vergleichsmöglichkeit kannten. Wenn damals jemand konservativ fühlte, dann, weil er vielleicht sogar noch das Kaiserreich real miterlebt hatte (denken Sie an Ernst Jünger). Dann stand man natürlich den Parolen der Umerzieher ganz anders gegenüber. Heute leben ja alle Deutschen von Geburt an in der künstlichen Blase "Bundesrepublik".

Das Gift des Amerikanismus sind auch nicht allein die Hippies, sondern es ist die Umerziehung überhaupt: die Ent-Deutschung der deutschen Seele. "Nie wieder Deutschland" - die Umerzieher selbst haben das auch immer offen ausgesprochen.

Vielleicht können wir die Diskussion ja später mal unter einem anderen Thema fortsetzen, ich will Herrn Kubitschek nicht seinen KSA-Artikel "zumüllen".
Cicero
30. November 2012 21:45
@Martin Höfer

Herr Höfer, ich bezog mich mit meinen Zuschreibungen nicht auf Ihren Beitrag, sondern auf Kommentierungen zu dem Artikel von Julian Fosfer, die ich jetzt aber nicht genauer benenne, weil ich es damit gut sein lassen will. Sorry, wenn Sie sich dadurch beleidigt fühlten.

Cicero war übrigens keineswegs nur ein römischer Schönredner, obwohl er sicher schön reden konnte. Er hat es als "homo novus", also Nicht-Patrizier, ins höchste politische Amt, das des Konsuls, gebracht und war insgesamt über einen langen Zeitraum eine der bestimmenden Figuren der späten römischen Republik. In dieser Zeit wurde das politische Spiel mit äußerster Härte gespielt, Bestechungen und Kauf von Wählerstimmen waren der Normalfall, üble Nachrede, Verleumdungen und Anklagen unter falschen Tatsachenbehauptungen keine Seltenheit, in einigen Phasen der späten Republik ging es sogar bis zu Mord und Totschlag. Von solchen Zuständen sind wir - und bleiben es hoffentlich - glücklicherweise weit entfernt.

Nun aber ein Wort zu Ihrem Wort vom "Bildzeitungsniveau" gegen das Sie sich verwahren möchten. Nun, ich glaube gerade im Gegenteil, dass das genau das Niveau ist, welches eine erfolgreiche politische Kampagne auszeichnet - leider, ich wünschte, es wäre anders.

Auch dafür möchte ich ein Beispiel geben:

Ende der 1990er Jahre machte in Hamburg ein Strafrichter namens Ronald Barnabas Schill durch einige besonders harte Urteile auf sich aufmerksam. Er gründete dann 2000 eine Partei, die eigentlich nur ihn selbst als bekanntes und markantes Gesicht hatte. Dann prangerte er in Hamburg offensichtliche Missstände wie eine offene Drogenszene, mangelnde Verfolgung von Straftaten - nicht durch die Polizei, sondern vielmehr durch die Justiz - etc. an. Hierbei erhielt er freundliche Unterstützung vor allem - und eigentlich fast nur - durch die Bildzeitung. Das übrige politisch-mediale Establishment lehnte ihn als "Rechtspopulisten" ab. Bei der Bürgerschaftswahl 2001 holte er aus dem Stand fast 20% der Stimmen und stellte zusammen mit der CDU und der FDP die Regierung, wobei er Innensenator und 2. Bürgermeister wurde.

Soviel zur Kampagnenfähigkeit der Bild-Zeitung - damals jedenfalls noch.

Was ich damit sagen möchte ist folgendes: Eine Kampagne muss schlicht sein bis hin zur Eindimensionalität. Und Sie muss vor allem Aufmerksamkeit erregen. Wenn einem die publizistischen Mittel einer Bild-Zeitung nicht zur Verfügung stehen, muss die Aufmerksamkeit eben auf andere Weise erregt werden - und dafür ist (fast) jedes Mittel recht. Guter Geschmack oder ein Fehlen desselben ist jedenfalls kein Kriterium, wenn man mitmischen will in der politischen Arena. Eine weitgehend totgeschwiegene und marginalisierte bzw. diffamierte Minigruppe wie die identitäre oder patriotisch-konservative kann sich derlei Etepetete-Einstellungen jedenfalls nicht leisten.
Martin Höfer
01. Dezember 2012 11:59
Cicero, schon in Ordnung, ich nehme hier nichts persönlich. Aber es geht nicht um "Etepetete", es geht hier um Sinn oder Unsinn. Ich erkenne die Schwierigkeiten hinsichtlich der geringen Anzahl der Anhängerschaft, aber das darf keine Entschuldigung für nihilistischen Aktionismus sein. Im Gegenteil glaube ich, daß die Wahl der richtigen Mittel geeignet ist, durch Symbolkraft und Effektivität Aufsehen zu erregen und die Masse anzusprechen, gerade weil sie nicht Ortlosigkeit und Leere ausstrahlt wie hilfloses Rumgehopse zu dicken Beats.

Um das klarzustellen: Ich respektiere jeden, der sich auf die Straße wagt und etwas tut und nicht wie ich sich nur den Kopf darüber zerbricht, was denn getan werden könnte. Ich sehe ferner ein, daß man nonkonform agieren muß, um sich Gehör zu verschaffen. Mit Plakaten durch Einkaufstraßen zu spazieren und trillerpfeifend höhere Pendlerpauschalen zu verlangen hilft erkennbar nicht weiter. Aber nochmals: Identität und Loveparade in geschlossenen Räumen sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Wer die eigene Botschaft schon mit Baßgetöse erstickt und sich hinterher erklären muß, was das ganze überhaupt sollte, hat verloren, bevor es für ihn überhaupt angefangen hat.
Martin Höfer
01. Dezember 2012 13:29
Nachtrag: Aktionsformen dienen nicht allein der Selbstbestätigung, sondern haben stets einen handfesten Grund. Da verbietet sich von vornherein jede Inhaltsleere.
Kurt Schumacher
01. Dezember 2012 14:07
@ Cicero

Korrekt! Nur so erzielt man politische Erfolge. Ohne das Volk geht es nicht. Adolf Hitler - von dessen Verbrechen und Diktatur ich mich selbstverständlich DEUTLICH DISTANZIERE! - sagte auch mal (von mir aus dem Gedächtnis zitiert):

"Jawohl, ich gestehe: Ich habe vom Kommunismus unendlich viel gelernt. Nicht von dieser verlogenen marxistischen Heilslehre natürlich. Aber von ihren Methoden! Die roten Plakate, die schreienden Überschriften, die Massenaufmärsche, die schlagenden Parolen!

Du lieber Gott, wie die braven Bürger zusammenzuckten, wenn unsereins mal ohne Krawatte auf die Rednerbühne kletterte... Für die begann der Mensch doch erst beim Oberstudienrat. Daß aber auch die deutschen Arbeiter legitime Interessen hatten: das sahen sie nicht. Beim Stapellauf eines Kriegsschiffes sah man immer nur Zylinder feierlich herumstehen - aber die deutschen Arbeiter fehlten, die doch diese Schiffe überhaupt erst gebaut hatten. Unter "Volk" verstanden diese feinen Herren immer nur sich selber. Deshalb haben sie ihre Wählerstimmen dann ja auch alle an die Sozialdemokratie und den Marxismus verloren. Ich sage daher: Alles für das Volk, alles mit dem Volk, alles durch das Volk. Falsche Hochnäsigkeit führt nur in die parlamentarische Sackgasse."

Das habe ich irgendwann einmal in einer Broschüre der "Bundeszentrale für politische Bildung" gelesen, wofür ich mich bei den Herausgebern herzlich bedanke.
Weltversteher
01. Dezember 2012 16:34
Lieber Inselbauer,
die Generationen nach dem Krieg hatten von Armut und Kartoffelhäufeln auch genug. Das hat zu dem geführt, was wir heute erleben!
Selbstgestrickte Socken und gehäufelte Kartoffeln, mithin Spartaner-Leben, das erzieht und hält aufrecht. Und zwar jedes Geschlecht aufs Neue!
FFlecken
01. Dezember 2012 19:58
Weitgehende Unterstützung meinerseits bezüglich der Aussagen Cicero`s zur debattierten Thematik. Eine gewisse Massenkompatibilität muss, bei Beachtung grundsätzlicher und theoretischer Positionierungen, schon vorhanden sein. Da hat man sich zu entscheiden und es geht ab einem gewissen Grad auch schlicht um die Verbreiterung und Intensivierung der eigenen politischen Wirkung. Einer, zumindest im deutschsprachigem Raum, in den Anfängen liegenden Bewegung wie jener der Identitären, sollte man nicht mit detailliert-destruktiver Kritik begegnen. Erstmal machen lassen. Sie unterstützen zumindest nicht den politischen Gegner, sondern attackieren ihn, Form der Aktionen hin oder her, und dies ist heutzutage schon etwas wert. Außerdem sind diese Leute nunmal von ihrer Zeit und Umgebung geprägt, diverse Elemente dieser Aktionen gehören wohl auch zu den sich jeweils ausformenden Persönlichkeiten und man lebt nun mal in der Zeit in der man lebt - grundlegend überzeitliche Einsichten vorbehalten.

P.S. Der alltägliche Verrat unserer politischen Klasse am eigenen Volk infolge des Euro-Wahnsinns, sollte, auch wenn es nervt, unentwegt benannt werden! (wieder und immer wieder)
Inselbauer
01. Dezember 2012 21:53
Lieber Weltversteher! Ich will nicht von Biobauern erzogen werden, sondern ein flottes Leben führen! Nach meiner Auffassung sind dieser Armutsvisionen nichts anderes als sozialistische Komplexe, die man nicht einmal in Nordkorea jemals ernst genommen hat - nur in Deutschland!
Enickmar
02. Dezember 2012 17:53
Und nun die Geister wieder zerreden, die man ausdrücklich rief (Linken-Kongress, Grass-Lesung) ?

Das Prinzip „Macht kaputt, was Euch kaputt macht“ liegt jeder Notwehrhandlung zugrunde. Auch der Krieg , das „Handwerk des Soldaten“ basiert auf diesem Prinzip.

Es findet ja auch im „Begriff des Politischen“ seinen klaren Ausdruck.

Carl Schmitt machte übrigens auch sehr klar, daß die Entscheidung darüber, ob das (physische) Negieren (Krieg, „kaputt machen“) des Feindes, also desjenigen, der einen selbst existenziell in Frage stellt, weil er das eigene „Seinsmäßige“ (Identitäre) negiert, folgerichtig ist, nur dem unmittelbar Betroffenen und entsprechend Handelnden selbst, und keinem Dritten zusteht.

Es ist zu bezweifeln, ob es am Ende einen Unterschied macht, ob man als ein schwaches Volk von belesenen Selbstversorgern, dem vor lauter Gärtnern keine KSA-Aktion mehr eingefallen ist, oder als ein verfettetes Volk vor der Glotze aus der Welt scheidet.

Nicht zufällig war die Grass-Aktion wohl die bisher medienwirksamste KSA.
Kurt Schumacher
02. Dezember 2012 21:14
@ Enickmar

"Medienwirksam", das ist so eine Sache. Wer kontrolliert denn die Medien? Wer entscheidet, was gesendet wird (und was totgeschwiegen wird)? Wer hat das Recht, seine Trauer um seine Opfer zu publizieren? Wer entscheidet darüber, wem ein Gedenkstein gewidmet wird? Und wem wird das Gedenken verweigert? Und nebenbei, wer schützt die einen Steine vor Schändung, macht gleichzeitig die anderen aber vogelfrei?

Um in beinahe aussichtsloser Lage auf sich aufmerksam zu machen, muß man schon Knüller liefern! Und die besten Knüller sind eben, wenn man den Linken vor laufenden Kameras eine lange Nase dreht. Eine rein konservative Aktion würde von den linken Medien einfach totgeschwiegen. Es muß schon etwas Salz in die Suppe!
niekisch
05. Dezember 2012 21:50
"nicht aus Jux und Tollerei, nicht aus Langeweile und für irgendeinen Lebenskitzel, sondern weil es ganz konkret und konstruktiv etwas zu tun gibt."

Und zu tun gibt es fast jeden Tag, weil immer und überall durch die Scheindemokraten und ihre Helfershelfer Gelegenheit gegeben wird, z.B. an jedem Kindergarten über die Volkshochschulen bis zu den Unis.

Immer geben sie durch ihr PC - Gesülze Anlaß zur Gegenwehr.

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