Alternativen für Deutschand – Präsentation und Diskussion in Berlin

Unser Sonderheft "Alternativen für Deutschland" geht über die Theke wie warme Semmeln. Nun präsentieren wir es im Rahmen....

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek leitet den Verlag Antaios

des 3. Staats­po­li­ti­schen Salons in Ber­lin: Dr. Erik Leh­nert (Geschäfts­füh­rer des Insti­tuts für Staats­po­li­tik) und ich selbst wer­den über das Heft, die Par­tei AfD und die Iden­ti­tä­re Bewe­gung eini­ge The­sen vor­tra­gen und mit den (maxi­mal 40!) Gäs­ten des Salons diskutieren.

Ort des Staats­po­li­ti­schen Salons sind die Räum­lich­kei­ten des Insti­tuts in Köpe­nick, Ter­min ist Frei­tag, der 24. Mai, Beginn ist um 19.30 Uhr mit offe­nem Ende. Wer teil­neh­men möch­te, wen­det sich an Dr. Leh­nert: institut(at)staatspolitik.de.

Wer nicht vor Ort sein kann, kann lesen: “Alter­na­ti­ven für Deutsch­land” umfaßt 44 Sei­ten und kann hier für 8 € zzgl. Por­to bestellt wer­den. Das Son­der­heft ist in drei the­ma­ti­sche Blö­cke unterteilt:

1. Poten­ti­al: Um den Sog zu erklä­ren, den die bei­den nicht-lin­ken Pro­jek­te IBD und AfD ent­wi­ckelt haben, muß man ihre Poten­tia­le klä­ren und die Mecha­nis­men der poli­ti­schen Ver­dich­tung an sich beschrei­ben. Letz­te­res leis­tet Karl­heinz Weiß­mann mit sei­nem Bei­trag über die „Inten­si­tät“: Ent­schei­dend sei „die glau­bens­ar­ti­ge Über­zeu­gung davon, daß das kol­lek­ti­ve wie das indi­vi­du­el­le Schick­sal in eins fallen“.

Felix Men­zel stellt die Ansät­ze der AfD und der IBD ein­an­der gegen­über und stellt die Fra­ge, wel­cher Weg über­haupt die Bezeich­nung „Alter­na­ti­ve“ ver­die­ne. Er wei­tet damit mei­ne eige­nen Über­le­gun­gen aus, mei­nen deskrip­ti­ven Blick auf die Din­ge, die in Bewe­gung gera­ten sind. Im Gespräch stützt zudem der Chef­re­dak­teur der Jun­gen Frei­heit, Die­ter Stein, argu­men­ta­tiv sei­ne skep­ti­sche Hoffnung.

2. Iden­ti­tä­re Bewe­gung: Mir ist seit Mona­ten nicht klar, ob der IBD klar ist, wel­ches Poten­ti­al sie hat. Wenn sie es aus­schöp­fen will, muß sie an ihren Grund­la­gen arbei­ten, an ihren Akti­ons­for­men fei­len und in Zeit­räu­men den­ken, in denen der Vater die­ser Bewe­gun­gen, der fran­zö­si­sche Bloc Iden­ti­taire denkt und han­delt (wir haben ein Gespräch mit einem der dor­ti­gen Prot­ago­nis­ten, Phil­ip­pe Var­don, geführt).

Grund­la­gen schaf­fen Alain de Benoist (mit einem Bei­trag über den Begriff der Iden­ti­tät an sich) und Mar­tin Licht­mesz, des­sen Buch Die Ver­tei­di­gung des Eige­nen zu den Schlüs­sel­wer­ken der Iden­ti­tä­ren Bewe­gung gehört und der fol­ge­rich­tig den kämp­fe­ri­schen Aspekt der Iden­ti­täts­fra­ge und –kri­se thematisiert.

Mit Patrick Len­art kommt ein Iden­ti­tä­rer aus Öster­reich zu Wort – dort ist die Bewe­gung sta­bi­ler als in Deutsch­land. Len­art beschreibt die Akti­ons­for­men, die euro­pa­weit für Auf­se­hen sor­gen und in ihrem krea­ti­ven Poten­ti­al noch längst nicht aus­ge­reizt sind.

3. Wahl-Alter­na­ti­ve: Bleibt die Alter­na­ti­ve für Deutsch­land. Es ist mehr als ver­blüf­fend, daß die­se Par­tei von den Medi­en durch­ge­wun­ken wird. Ich habe dafür zwei unter­schied­li­che Erklärungen:

+ Der best­mög­li­che Grund wäre, daß die­se Ansamm­lung von Exper­ten und hono­ri­gen Bür­gern für die Medi­en so irri­tie­rend ist, daß der Knüp­pel im Sack bleibt.

+ Die schlech­te Vari­an­te setzt ein Min­dest­maß an stra­te­gi­schem Gespür vor­aus: Sicher­lich han­delt es sich bei der AfD um eine Aus­wei­tung der Kampf­zo­ne und um die Öff­nung eines zusätz­li­chen Reso­nanz­raums. Dies ist jedoch zugleich die Zemen­tie­rung einer Mau­er: Wer jetzt nicht mit dabei ist, son­dern von rechts kri­ti­siert, ist gründ­li­cher außen vor als bis­her. Denn er ist selbst an die­se Bewe­gung nicht mehr anschluß­fä­hig. Inso­fern käme der AfD im Sys­tem des Macht­er­halts und des Eli­ten­wech­sels der Mit­te die Rol­le des Staub­saugers und zugleich der Kan­ten­sche­re zu. Unter­füt­tert wird die­se The­se dadurch, daß sich die AfD in ihrem raschen Auf­wuchs auf Leu­te stützt, die kei­ne Angriffs­flä­chen bie­ten: lie­ber einen ehe­ma­li­gen CDU-Mann an der Spit­ze eines Bezirks- oder Orts­ver­ban­des als einen fri­schen Kopf, der zuviel Non­kon­for­mes gele­sen hat und (meta)politisch auf­fäl­lig war.

Nils Weg­ner jeden­falls skiz­zier­te die AfD für unser Son­der­heft, und Man­fred Klei­ne-Hart­la­ge for­mu­liert das Mini­mal­pro­gramm einer ech­ten Alter­na­ti­ve: bezo­gen auf die Exis­tenz­fra­gen unse­res Vol­kes und nicht nur unse­res Volks­ver­mö­gens. Karl Albrecht Schacht­schnei­der schließ­lich kreist in sei­nen Ant­wor­ten auf Erik Leh­nerts Fra­gen um den für ihn zen­tra­len Begriff der Sou­ve­rä­ni­tät, den er – das hat mich gewun­dert – nicht im Sin­ne Carl Schmitts, son­dern zivil­ge­sell­schaft­lich definiert.

 

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek leitet den Verlag Antaios

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