Robert Misik läßt die Neue Rechte trommeln

Erst in der kommenden Woche setzt der österreichische Staatspreisträger Robert Misik seine nun im Heimatland begonnene Lesetour in Deutschland (u.a. Hamburg, Berlin, Weimar) fort.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Sein aktu­el­les, im Auf­bau-Ver­lag erschie­ne­nes Buch hin­ge­gen kann man jetzt schon lesen. Muß man ande­rer­seits aber nicht wirk­lich – auch wenn es zen­tral um die Neue Rech­te geht. Die Lek­tür­emp­feh­lun­gen bleibt aus, denn Misik lei­det – über­deut­lich, und auch sei­nen Twit­ter-Nach­rich­ten zufol­ge - unter Wör­ter­grip­pe. Nein, Misik ist kein Schwein, son­dern ein Mensch des Wortes!

Über­haupt – nichts gegen Schwei­ne, die gel­ten als über­aus intel­li­gen­te Tie­re. Misiks Neue-Rech­te-Schau ist, naja, semi-intel­li­gent. Zumin­dest macht ihn das nach sei­ner Welt­sicht über­bor­den­de Neue-Rech­te-Dings ganz durch­ein­an­der. Misik schreibt, daß sich die poli­ti­sche Lin­ke ste­tig zu Posi­tio­nen der Mit­te bewe­ge, wäh­rend die Kon­ser­va­ti­ven sich „scharf nach rechts” ori­en­tie­ren. Schön: Mal eine neue Mei­nung! Er hört „seit Jah­ren” „neu­rech­te Poli­ti­ker und Agi­ta­to­ren trom­meln” und warnt vor der „ste­tig anschwel­len­den kon­ser­va­ti­ven Publizistik”.

Was war noch mal „rechts?” Ah ja, hier: Kai Diek­mann, Götz Aly etwa, und die inter­na­tio­na­len Finanz­netz­wer­ke. Misik mit mes­ser­schar­fer, ori­gi­nell-kri­ti­scher Zun­ge: „Der Tur­bo­ka­pi­ta­lis­mus fährt gegen die Wand, und die Zeche zah­len die klei­nen Leu­te.” Neu-Rechts: Das sind die da oben, die Bestim­mer und Geld­ha­ber, die Chef-Ideo­lo­gen. Die sind für ihn „gaga” oder „zum Schrei­en komisch”, vor allem wider­sprüch­lich. Weil: Wie kann man für die Todes­stra­fe sein (Diek­mann? Aly? Eva Herr­mann? Udo di Fabio? Nor­bert Bolz?) und zugleich gegen Abtrei­bung? Wie für Fami­li­en­wer­te und gleich­zei­tig gegen tür­ki­sche Familienclans?

Oh ja, Misik hat uns voll ertappt. Gott­sei­dank men­schelts auch bei Misik: Die ultra­kon­ser­va­ti­ve, aus­ge­spro­chen isla­mo- und homo­pho­be US-TV-Grö­ße Ann Coul­ter fin­det er „rich­tig gut”, denn die Pole­mi­ke­rin hat „end­los lan­ge Bei­ne”, und über­haupt: „Sie ist eine gut­aus­se­hen­de Frau und er (der neu­rech­te Kai Diek­mann) ein häß­li­cher Mann.” Femi­nis­mus und Anti­fa a´la Öster­reich! Felix Aus­tria! ‑Kei­ne hei­le Welt, aber wenigs­tens simp­le Lösungen!

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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