Sezession
28. April 2015

Institut Iliade tagte am 25. April in Paris – SiN vor Ort

Benedikt Kaiser

Hauptredner war Alain de Benoist („Die europäische Kunst – Eine Kunst der Vergegenwärtigung“), der einen Streifzug durch die nichtmonotheistischen Religionen der Welt bot, denen es gemeinsam war, ihre Götter bildlich darzustellen. Diese Kulte der Repräsentationen stellte er dem christlichen Verbot (vgl. Exodus 20, 4) entgegen, sich ein Gottesbild zu machen, ging aber ebenso auf die dem partiell entgegenstehende Entstehung der Ikonenmalerei im Christentum ein.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Auf Benoist folgte der serbisch-schweizerische Fotograf und Schriftsteller Slobodan Despot. Der sehr persönliche und beeindruckende Bildvortrag gab einen Einblick in sein eigenes Schaffen, das insbesondere dem Zusammenhang zwischen Natur und Kultur, Natur und (antiker, slawischer und hellenischer) Religion gewidmet ist. Die Suche nach der Natur und der bewußten Abkehr vom hektischen Dasein in der spätkapitalistischen Realität nannte er – unter Bezugnahme auf Julius Evola – eine tatsächliche „Revolte gegen die moderne Welt“.

Anschließend sprach Duarte Branquinho aus Portugal über den Turm von Belém. Dieses Wahrzeichen in der Hafeneinfahrt Lissabons sei einer der wichtigen Erinnerungsorte für die europäische Geschichte. Es repräsentiere das seefahrende, erkundende, schöpferische Europa.

Als ein solcher Erinnerungsort gilt auch der Palatin, einer der sieben Hügel Roms. Adriano Scianca referierte über die Geburt der Weltstadt aus diesem ältesten Viertel der Stadt heraus. Der Kulturbeauftragte der Bewegung CasaPound Italia machte den „Mythos Rom“ nachdrücklich verständlich, der so kulturstiftend und prägend für die großen Zeiten Europas gewesen ist. Er bezeichnete abschließend Rom als Abbild des sakralen Einklangs von Verwurzelung und der gleichzeitigen Öffnung zur Welt.CDgXfMkW0AARPop

In der Pause präsentierten die wichtigsten rechtsintellektuellen Verlage und Zeitschriften Frankreichs ihre Publikationen. Neben den éléments und der Nouvelle Revue d’Histoire zog vor allem der Stand des Kultur- und Literaturmagazins livr’arbitres die Besucher an. Das Sonderheft zum Kolloquium enthält gekürzte Fassungen der meisten Vorträge, war rasch ausverkauft und wird nachgedruckt.

Ebenfalls Zeit blieb für die Würdigung zweier die Bühne flankierender Wandgemälde, die drei Schwestern aus der Teilnehmerschar in Heimarbeit mit ihren 19 Kindern fertigstellten. Auf dem Podium erklärten die Künstlerinnen im Anschluß ihre Motive.


Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Kommentare (0)

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.