13. August 2015

Die 4. Generation der Menschenrechte: Prostitution, Abtreibung, Grenzöffnung

von Thomas Schmidt / 25 Kommentare

Thomas Schmidt stammt aus dem Rheinland und arbeitet als Sicherheitsberater, Themen: Innere Sicherheit, Zuwanderung.

  • share_economy_1983205Die Ideologie der Menschenrechte hat sich in mehreren Schüben entwickelt. Gegenwärtig bildet sich im Rahmen von Initiativen Amnesty Internationals und anderer Akteure eine vierte Generation der Menschenrechte heraus, in deren Zusammenhang unter anderem ein universeller und unveräußerlicher Anspruch des Menschen auf Prostitution, Abtreibung und offene Grenzen behauptet wird.

    Diese Entwicklung, die auch manche Vertreter der Ideologie mittlerweile zu beunruhigen scheint, bestätigt konservative Kritik, die seit der Schaffung dieser Ideologie gegen sie vorgebracht wird.

    Die erste Generation der Menschenrechte bewegte sich noch relativ nahe am konservativen Konzept des Naturrechts und enthielt etwa die Vorstellung eines Rechts auf Leben oder eines Rechts auf Schutz der Familie. Das Konzept des Naturrechts geht im Wesentlichen auf Thomas von Aquin zurück, betrachtet den Menschen als Teil einer göttlichen Schöpfung und nimmt an, daß aus dieser moralische Schlußfolgerungen über im Menschen angelegte, jenseits von ihm liegende Ziele und die Voraussetzungen eines daran gemessen gelungenen Lebens und einer dem förderlichen politischen Ordnung gezogen werden können.

    Der staatliche Schutz von Ehe und Familie, das prinzipielle Verbot der Tötung ungeborener Kinder oder die normative Verpflichtung des Staates zum Schutz der Identität des Staatsvolkes etwa, die zumindest auf dem Papier auch in der Bundesrepublik weiterhin gelten, beruhen auch auf dem Naturrecht.

    Die erste Generation der Menschenrechte teilte diese Inhalte noch weitgehend. Ihre im Geist der Aufklärung argumentierenden Vertreter lehnten aber ihre als irrational wahrgenommene Begründung ab und behaupteten stattdessen, daß der Mensch sich seine Ziele selbst setze. Menschenrechte seien im Gegensatz zum Naturrecht rational und daher als überlegen zu betrachten, weil sie im Sinne der Idee des Gesellschaftsvertrags durch den Nutzen für die Mehrheit der Menschen begründbar seien. Diese Vorstellung hat sich bis auf reaktionäre Teile der katholischen Kirche und einige Denker der Rechten in westlichen Gesellschaften weitestgehend durchgesetzt.

    Die konservative Kritik an dieser Ideologie warnte jedoch schon früh davor, daß ihre Grundlage fragwürdig sei. Aufgrund der Aufgabe von organisch entwickelter Tradition und dem Bezug auf Transzendenz als Fundament würden gutgemeinte Menschenrechtsvorstellungen sich spätestens dann zum Bösen wenden, wenn ihre Rationalisierung durch Nutzenkalkül entfiele, sich dieses Kalkül wandele oder wenn es nicht mehr durch das Gegengewicht traditioneller Ordnung kontrolliert werde und sich vor ihm rechtfertigen müsse. Die Ideologie der Menschenrechte würde auf lange Sicht nicht in eine menschlichere Welt führen, sondern ins Chaos.

    Nietzsche stellte im Zusammenhang mit der „Tötung Gottes“, also dem Versuch des Ausschlußes des Transzendenten aus der modernen Gesellschaft, die Frage: "Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt sie sich nun? [...] Stürzen wir nicht fortwährend? [...] Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht?"


    Diese Frage haben die Vertreter der Menschenrechtsideologie mit ihren neuesten Forderungen überaus deutlich bejaht. Eine grundsätzlichere Bestätigung konservativer Warnungen als eine Ideologie, welche die Tötung ihrer Kinder, die Prostitution ihrer Töchter und die Auflösung der ihr unterworfenen Völker nicht nur zum Ausdruck gesellschaftlichen Fortschritts, sondern zu einem universellen Anspruch erklärt, könnte es vorläufig kaum geben.

    Die sich abzeichende vierte Generation der Menschenrechte richtet sich dabei nicht nur gegen die Restbestände traditioneller Ordnung, sondern vor allem auch gegen ihre erste Generation. Die Vorstellung der Würde des Menschen ist mit einem „Recht auf Prostitution“ ebensowenig vereinbar wie es ein Recht auf Leben mit einem „Recht auf Abtreibung“ ist. Trotz des überaus raschen und deutlichen Verfalls dieses sich gegenwärtig selbst abschaffenden Konzepts ist das Ende der Entwicklung aber wohl noch lange nicht erreicht.

    Die diese Entwicklung vorantreibenden Kräfte argumentieren schließlich, daß man „gesellschaftliche Realitäten“ anerkennen müsse, und daß die neuen Menschenrechte ein realistischer und daher gebotener Ansatz zu deren Bewältigung seien. Sie unterschlagen dabei jedoch, daß diese Realitäten nicht zufällig entstanden sind, sondern in vielen Fällen das erwünschte Ergebnis vorangegangener progressiver Gesellschaftspolitik darstellen. Die Forderung nach „Anerkennung gesellschaftlicher Realitäten“ verschleiert dabei die Forderung, diese Verfallserscheinungen zum neuen moralischen Maßstab und zur Grundlage für weitere Auflösungsanstrengungen zu machen. Eine Stufe des Niedergangs bedingt dabei die nächste, und die laufende Welle der Auflösung wird zweifellos noch obszönere Formen der normativen Anerkennung noch üblerer Realitäten nach sich ziehen.

    Auch wenn die Ideologie der Menschenrechte ihre eigenen Grundlagen zerstört, bedeutet das jedoch nicht, daß sie zwangsläufig verschwinden muß. Die ihr folgenden Staaten, Völker und Menschen werden die von ihr bewirkten Auflösungs- und Verfallsprozesse zwar kaum überleben, aber die Ideologie hat sich wie andere Produkte der Moderne als sehr anpassungsfähig erwiesen. Nietzsche und Huxley haben diesbezüglich eine Welt letzter Menschen im Endstadium postmoderner Zivilisation beschrieben, deren Bewohner sich als glücklich wahrnehmen, weil sie zu einem über sie selbst und und die Befriedigung ihrer materiellen Bedürfnisse hinausreichenden Gedanken nicht mehr fähig scheinen.

    (Bild von Toonpool)

    Thomas Schmidt stammt aus dem Rheinland und arbeitet als Sicherheitsberater, Themen: Innere Sicherheit, Zuwanderung.

  • Kommentare (25)

    Kein Konservativer
    13. August 2015 17:04
    Prostitution ist in der BRD schon seit ihrer Gründung legal und erwachsene Frauen dürfen selbstbestimmt darüber entscheiden, ob sie sich prostituieren wollen oder nicht. Die Rechte auf sexuelle Selbstbestimmung und freie Berufswahl sind sogar grundgesetzlich garantiert. Was ändert sich jetzt also durch das Amnesty-Papier? Wieso gefährdet die Ideologie der Menschenrechte jetzt irgendwelche Töchter? Und inwiefern erklärt sie die Prostitution zu einem universellen Anspruch? Was meinen Sie überhaupt damit? Sind Sie dagegen, daß Ihre Töchter, sobald sie erwachsen sind, oder erwachsene Freuen generell, über ihr Leben und ihre Berufswahl selbst entscheiden dürfen? Kositza: Cooler freudscher Versprecher, Frauen im Zshg. mit "Sexuellen Dienstleistungen" als "Freuen" zu schreiben. Daß Frauen an Prostitution "Spaß haben": Männerphantasien... Komischerweise hab ich gleich eine ziemlich exakte Vorstellung von jenen, die hier Prostitution als "Handel unter Gleichen" verstehen. Haben Sie denn Töchter? Wenigstens: Eine Frau?
    Faber
    13. August 2015 17:13
    Sehr guter Artikel, Thomas Schmidt.

    Leider verkünden selbst die von Ihnen so genannten "reaktionären Teile der katholischen Kirche" ein Recht des Menschen, Gott auszutauschen (Religionsfreiheit). Dass sie das als ein gottgegebenes Naturrecht ausgeben, macht die Sache nicht besser. Ein Gesetzgeber, dessen erstes Gesetz lautete: Sucht euch euren Gesetzgeber selbst aus, wäre eine Witzfigur und kein Gesetzgeber.

    Dementsprechend wird die Sodomiesynode den Gott des neuen Pfingsten durch den von Walter Kasper austauschen:

    „Der Gott, der als unveränderliches Wesen über der Welt und der Geschichte thront, stellt eine Herausforderung an den Menschen dar. Man muss ihn leugnen um des Menschen willen, weil er die Würde und Ehre, die an sich dem Menschen gebühren, für sich beansprucht. […] Gegen diesen Gott muss man sich aber nicht nur um des Menschen willen, sondern auch um Gottes willen wehren. Er ist gar nicht der wahre Gott, sondern ein kümmerlicher Götze. Denn ein Gott, der nur neben und über der Geschichte ist, der nicht selbst Geschichte ist, der ist ein endlicher Gott. Wenn man ein solches Wesen als Gott bezeichnet, dann muss man um des Absoluten willen A-theist werden. Ein solcher Gott entspricht einem starren Weltbild; er ist der Garant des Bestehenden und der Feind des Neuen.“
    Aus: "Gott in der Geschichte, Aufsatz von Walter Kasper, erschienen in Gott heute, 15 Beiträge zur Gottesfrage von Norbert Kutschki, Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz, 1967" (zitiert aus dem Netz)
    Matthias Grund
    13. August 2015 18:27
    Sophie Elmenthaler von der Zeit hat den Vorstoß von AI heute offenherzig mit Erfordernissen des Marktes erklärt und gleichzeitig unterstützt:

    Wir leben in einem kapitalistischen System, und Menschen werden ständig dazu gezwungen, ihre Arbeitskraft, ihre Zeit und Gesundheit dem Geldverdienen zu unterwerfen. Ist es wirklich ein so großer Unterschied, ob jemand seinen Körper in der Altenpflege oder auf dem Bau kaputtarbeitet oder denselben Körper für sexuelle Handlungen zur Verfügung stellt? In welchem Jahrhundert leben wir, dass wir Sexualität noch immer mit anderen Maßstäben messen?

    http://www.zeit.de/kultur/2015-08/prostitution-legalisierung-amnesty-international-kommentar

    Dank der traurigen progressiven Gleichsetzung von Marktliberalisierung und Befreiung verfügt die Frau nun also über die Freiheit, ihren Körper gegen Geld "kaputt zu arbeiten". Nicht mehr vor Ausbeutung geschützt zu sein, wird als persönlicher Zugewinn definiert.

    Voraussetzung für diese tiefgründige Befreiung war die Dekonstruktion des "patriarchalischen Machtinstrumentes der Schlampe".
    Seltsamerweise ist genau diese Einteilung von Frauen in "Schlampen" und "anständige Mädchen" ein wichtiges Machtinstrument in patriarchalen Gesellschaften, um die Sexualität von Frauen zu kontrollieren. Es ist ein sexistisches Argument.


    Die wahre Errungenschaft des Feminismus ist also die Bereitstellung der Frau für den Markt und seine Regeln, also eine Unterwerfung unter dem Banner der Befreiung.

    Lohntechnisch zahlt sich der durch Befreiungsfeminismus und offene Grenzen erreichte unerschöpfliche Nachschub für die "Sex-Dienstleisterinnen" leider nicht aus, aber Freiheit hat nun mal ihren Preis.
    marodeur
    13. August 2015 18:59
    Vielen Dank für den sehr guten Beitrag. Die kommenden Ereignisse werden Ihnen rechtgeben. Die Menschenrechte verwandeln sich mehr und mehr in eine absurde Utopie. Beschäftigt man sich mit den Rechtsquellen, sieht man deutlich, dass Universalität und Egalität eine einseitige Angelegenheit geworden sind. Jüngere Konventionen wurden erstaunlich oft ratifiziert. Prüft man dann mal nach, wie es denn nun beispielsweise mit der Gleichstellung der Frau weltweit aussieht, dann findet man nur in westlichen Nationen eine übereifrige Blüte in der Umsetzung. Es scheint aktuell sehr leicht zu sein, weitere hart erkämpfte Bürgerrechte und gutmenschliche Wunschträume in universelle Rechte für alle zu verwandeln. Der Tag wird kommen, an dem die deutche Botschaft im Senegal den Hartz4-Satz proaktiv an alle Einwohner auszahlen muss.
    Georgio Corroder
    13. August 2015 19:12
    @Matthias Grund Der Beitrag von Sophie Elmenthaler wäre durchaus einen ausführlicheren Beitrag wert, weil er nicht nur den Nexus zwischen Liberalismus und Feminismus anschaulich illustriert, sondern auch manche für den Feminismus typische angreifbare Position besonders deutlich herausstellt, darunter auch die von Ihnen hervorgehobene Behauptung die "Bereitstellung der Frau für den Markt" stelle eine "Befreiung" dar. Das ergänzt hinsichtlich des dahinter stehenden Menschenbilds sehr passend die feministische Position, welche die Tötung des eigenen Kindes bislang als Höhepunkt feministischer Befreiungstaten darstellte, zu der man sich stolz auf Magazintiteln bekannte. Wenn zudem gerade eine Frau (natürlich ohne Argument sondern nur mit dem Verweis auf mutmaßliche zeitliche Überholtheit) behauptet, dass Sexualität als Aspekt menschlicher Identität nicht mit besonderen Maßstäben zu messen sei, dann widerspricht das in einer so zugespitzten Weise der Natur des Menschen und auch allen wissenschaftlichen Erkenntnissen gerade zur Sexualität der Frau, die kaum noch zu steigern ist. Ich glaube es war Martin Lichtmesz, der den Feminismus einmal als kollektiven "Shit Test" bezeichnete, mit dem von der Schwäche des westlichen Mannes enttäuschte Frauen durch offenkundig absurde Behauptungen doch noch eine vitale Reaktion provozieren wollen.
    Schopi
    13. August 2015 19:58
    ...Amnesty setzt sich im Bereich der „Weißen Sklaverei“ (wie die Prostitution international genannt wird) nicht etwa für die Opfer ein, sondern für die Täter. Diese Entscheidung sei „ein historischer Tag“, erklärte der ai-Generalsekretär Salil Shetty. Wohl wahr. Denn damit ist die Geschichte der 1961 gegründeten Menschenrechtsorganisation endgültig an ihrem unrühmlichen Ende angelangt.....


    Trouver
    13. August 2015 20:11
    Mit Verlaub, werter Autor, was einvernehmlich geschieht, ist die Sache einer freien Wahl. Da halte ich mich komplett raus, ob es Sex gegen Geld ist, oder Konsum von Heroin.

    Solange Dritte nicht zu Schaden kommen.

    Die weit schreienden Sachen, aber, sind eben gegen Menschen gerichtete Taten - zum Beispiel, Verbrechen.

    Grenzöffnung selbst ist an sich neutral - Ordnungsgedanken hin oder her.

    Wahnsinnig ist Nicht-Unterbindung deren Folgen - die Straftaten. Verübt von den eingereisten VerbrecherInnen. Vergewaltigungswelle über ganz DE, Übergriffe mit Raub und Körperverletzung (welch ein kesses Wörtchen um die Krüppelmachung euphemich zu bezeichnen), aber besonders flagrant - die verbrecherische Unterlassung von alledem seitens "Deutscher" Behörden.

    "Der Syrer" von Dirmingen, der einen 60-Jährigen Deutschen brutalst verprügelt hat, wurde, lapidar ausgedrückt, wieder auf freien Fuß gesetzt.

    Mich interessiert nur EINS - warum regt sich keiner wegen des BEAMTEN, deutschen Beamten mit stahlblauen Augen und goldenen Haaren samt dem Namen wie "Hans-Olaf", der den Täter freigelassen hat?!

    -- nachdem ich über kurz oder lang die Antwort erhalte, stelle ich keine Fragen mehr.
    Hugo
    13. August 2015 20:42
    Herr Schmidt, wie kommen Sie dazu, Prostitution und Abtreibung in einen Topf zu werfen? Sie setzen einen Frisör mit einem Mörder auf eine Stufe!
    Es gibt Frauen, die es freiwillig machen. Es gibt Frauen, die dazu gezwungen werden. Dazwischen ist streng zu unterscheiden, wie zwischen einvernehmlichen Geschlechtsverkehr und Vergewaltigung. Wer sich nicht die Mühe macht, begibt sich auf das Niveau einer Alice Schwarzer.
    Arminius Arndt
    13. August 2015 20:54
    Wer ungebremst vor allem junge Männer ins Land lässt, der muss zwangsläufig auch die - bereits seit über 10 Jahren legale - Prostitution weiter fördern und sogar ausbauen. Insofern war der vor einiger Zeit heftig kritisierte Vorschlag des evang. Pfaffen, der quasi offene Puffs für Asylanten bzw. Besuche von gewerblichen Damen für diese forderte,

    http://www.merkur.de/lokales/muenchen-lk-sued/pfarrer-schlaegt-vor-prostituierte-asylbewerber-4791059.html

    ziemlich nah am berühmten Puls der Zeit bzw. (leider) realistisch oder schlicht und einfach, vom Standpunkt der Bejahung der Immigration aus betrachtet, konsequent.
    Bernhard
    13. August 2015 21:13
    Lieber Herr Schmidt,

    Sie wollen doch nicht ernsthaft die Prostitution verbieten? Die hat es immer gegeben und wird es weiter geben, solange es Männer und Frauen gibt.

    Das einzige, was hier wichtig ist, ist eine strikte staatliche Kontrolle, Einschränkungen von der Werbung bis zur Wahl der Lokalitäten und das Ausschalten von kriminellen Profiteuren.

    Das Thema ist viel komplexer, als hier angesprochen. Ich möchte nur daran erinnern, daß es Frauen gibt, denen die Prostitution Spaß (sic!) macht.

    Wer sich ein differenziertes, umfassendes Bild über alle relevanten Aspekte der Prostitution aus rechter Sicht machen will, sollte das neueste Buch von Guillaume Faye "Sex and Deviance" lesen:

    http://www.amazon.de/Sex-Deviance-Guillaume-Faye/dp/1910524190/ref=sr_1_1?s=books-intl-de&ie=UTF8&qid=1439493111&sr=1-1&keywords=sex+and+deviance
    Schmidt
    13. August 2015 22:41
    @Hugo, @Bernhard Die Frage der Bewertung freiwilliger Prostitution beantwortet sich rasch, wenn man das Beispiel aus der Abstraktion ins Konkrete holt und sich fragt, wie man in diesem Fall wohl die freiwillige Prostitution der eigenen Tochter bewerten würde. Würden Sie vor dem Hintergrund immer noch einen Vergleich mit einer Tätigkeit als Friseuse anstellen oder sich besser fühlen, wenn die Tochter Spaß als Motiv angeben würde? Es ist ja im Grunde der Kern der liberalen Moral, daß sie davon ausgeht, daß ethisch in Ordnung ist, was niemandem Schaden zufügt und aus freier Entscheidung getan wird. Ich wage aber zu bezweifeln, daß selbst überzeugte Liberale im konkreten Fallbeispiel den Forderungen ihrer eigenen Ideologie gemäß zu handeln bereit wären. Robert Putnam hat es in diesem Zusammenhang einmal als die große Verlogenheit der weißen Oberschicht in den USA bezeichnet, daß sie sich nach Außen liberal gebe, aber konservativ lebe, und orientierungslose Unterschichten, die sich die liberale Oberfläche zum Vorbild nahmen, damit ins moralische Elend des Liberalismus trieb.
    Joachim Kuhnle
    13. August 2015 22:43
    Manchem Ideologen genügt es nicht, seine Ansichten gesetzlich durchzusetzen. In einer ersten Stufe soll die Ideologie verfassungsrechtlich abgesichert werden, damit man große Mehrheiten benötigt, um den Unsinn wieder abzuschaffen. Noch besser ist die Erhebung zum Menschenrecht. Damit kann jeder Opositionelle als Menschenrechtsverbrecher bestraft werden. Das ist der totale Machtanspruch totalitärer Despoten. Wer kämpft noch für die Freiheit?
    Bernhard
    13. August 2015 23:12
    @ Schmidt

    meine beiden Töchter, auch nicht mein Sohn, gehen der Prostitution nach. Normalerweise gehen "normale" Frauen nicht der Prostitution nach. Es gibt aber auch hier Ausnahmen. Sie erscheinen mir etwas lebensfremd mit Ihrem auf die Spitze getriebenen Beispiel.

    Frauen wollen bei ihren Männern primär Status und Geld. Das ist auch schon immer so gewesen und kann evolutionsbiologisch gut begründet werden. Wenn sich junge hübsche Frauen wenig attraktive Männer suchen, können Sie gerne raten warum. Eigentlich fängt hier schon die Prostitution an.

    Möglicherweise haben Sie ein idealisiertes Frauenbild aus dem vorherigen Jahrhundert. Ich empfehle Ihnen die folgenden Bücher, die Ihnen die Augen öffnen werden:


    http://www.amazon.de/Sexual-Utopia-Power-Roger-Devlin/dp/1935965891/ref=sr_1_1?s=books-intl-de&ie=UTF8&qid=1439500293&sr=1-1&keywords=f+roger+devlin

    http://www.amazon.de/The-Way-Men-Jack-Donovan/dp/0985452307/ref=pd_sim_14_5?ie=UTF8&refRID=1EMJ2SG92TED2K55FCJ7
    Schmidt
    13. August 2015 23:40
    @Bernhard Ich wollte Ihnen nicht zu Nahe treten, sondern die Diskussion nur ins Leben zurückholen, weil das liberale Argument m.E. eben nur abstrakt nachvollziehbar erscheint. Das Beispiel ließe sich ja genausogut auf mich übertragen. Was ich damit sagen wollte ist, daß die Bewertung ethischer Normen gemäß "Goldener Regel" besser funktioniert, wenn man dabei nicht abstrakt argumentiert, sondern die eigene Person oder auch die eigenen Kinder als Beispiel wählt. Was die Partnerwahl angeht: Die weibliche Präferenz für Männer mit hohem sozialen Status findet ja offenbar auch vor der Hintergrund des Wunsches nach Sicherheit für die eigenen Nachkommen bzw. nach tauglichen eigenen Nachkommen statt. Die Prostituierte handelt aber bei der Partnerwahl (wobei eigentlich ja keine Partnerwahl im biologischen Sinne stattfindet) aus ganz anderen Motiven, und solange sie durch ihr Handeln nicht das Überleben ihrer Kinder finanziert, kann auch eine biologische Ethik dieses Handeln nicht stützen, da es wohl kaum die Qualität oder die Perspektiven des eigenen Nachwuchses verbessert. Prostituierte scheinen unter den Vertreterinnen der in Europa bislang erfolgreichen Fortpflanzungsstrategie (Monogamie und hoher Aufwand bei der Aufzucht der eigenen Nachkommen bei vergleichsweise geringer Nachkommenzahl) insgesamt eher unterrepräsentiert zu sein. Ich finde es interessant, wie die Naturwissenschaft der Gegenwart diesezüglich nachträglich den Wert traditioneller Konzepte bestätigt.
    M. M.
    14. August 2015 00:28
    Robert Putnam hat es in diesem Zusammenhang einmal als die große Verlogenheit der weißen Oberschicht in den USA bezeichnet, daß sie sich nach Außen liberal gebe, aber konservativ lebe, und orientierungslose Unterschichten, die sich die liberale Oberfläche zum Vorbild nahmen, damit ins moralische Elend des Liberalismus trieb.


    @Schmidt
    Kleinigkeit, eine Verwechselung: Obiges ist Charles Murrays Meinung, (er ist selbst eher konservativ) ob der liberale (aber zurechnungsfähige) Putnam sich dem anschließt, weiß ich nicht, sie kennen und schätzen sich. Was die Karikatur betrifft, gut gemeint aber schlecht gezeichnet. Ansonsten Zustimmung. Murray habe ich übrigens vor einiger Zeit in Berlin gehört, die Veranstaltung hatte ca. 30 Besucher. Einige Wochen davor war der drittklassige Denker Tarik Ramadan in der Kongresshalle - ca. 5000 Zuhörer, Veranstaltung ausverkauft. O tempora...
    P.E.H
    14. August 2015 01:24
    @Schmidt

    Lassen Sie sich bitte mit mir auf folgende Konkretion ein: Ein Mann mit Unterleibsbedürfnis steht vor der Wahl entweder eine wehrlose junge Frau auf ihrem nächtlichen Heimweg ins Gebüsch zu zerren oder für einen überschaubaren Teil seines Monatsbudgets ein selbstbestimmtes Freudenmädchen aufzusuchen. Welche der beiden Frauen hätten Sie lieber zur Tochter?

    Etwas obszön? Mag sein.

    Ich weiß nicht ob diese Frage ein Prüfkriterium für die Goldene Regel darstellt, so wie sie das für Ihr Beispiel postuliert haben. Ich hoffe einfach mal...
    Natürlich taugt Ihr Beispiel, um einerseits die Verlogenheit liberaler Prostitutionsapologeten aufzudecken und andererseits den rationalen Gehalt christlicher Sittenlehre zu verdeutlichen. Ich hoffe in diesem Sinne war es gemeint; und so passt es auch in Ihre Kritik an der postmodernen Menschenrechtsexpansion.

    Und wenn man(n) nun über Prostitution als solche streiten will, dann bitte nicht manichäisch. Um ein totales Verbot sollte es nämlich nicht ernsthaft gehen. Wer wissen will, wie sich sowas in der Praxis "bewährt", möge nach Schweden schauen.

    Prostitution ist nach christlicher Ethik Sünde; aber die Sünde zu hassen und den Sünder zu lieben ist es eben auch christliche Ethik.

    Was heißt das verantwortungsethisch? Prostitution darf nicht normalisiert - sprich: "vermenschenrechtlicht - aber eben auch nicht per se kriminalisiert werden. Welche Tendenz sich durchzusetzen scheint und welcher entgegengewirkt werden muss, darüber können nur die Verhältnisse Aufschluss geben.
    Genau das tut der Beitrag.
    Andreas Walter
    14. August 2015 03:41
    Es gibt zwei Tabuthemen in so gut wie jeder menschlichen Gesellschaft: Sexualität und Gewalt. Beide haben mit Grenzen und Grenzüberschreitung zu tun, aber auch mit der Kontrolle und Kanalisierung, Sanktionierung und Reglementierung dieser zwei doch sehr leidenschaftlichen Impulse, welche eher der animalischen Natur des Menschen entspringen. Nirgendwo gehen darüber aber auch die Meinungen deshalb so weit auseinander wie speziell in der Sexualität und in keinem Bereich belügen wir uns darum auch selbst so sehr. Und zwar automatisch um so mehr, je mehr wir unsere Bestialität oder die Bestialität an sich als jederzeit potenzielle Möglichkeit unseres Daseins ablehnen. Das ist der Bereich, in dem Wölfe über Schafe lachen und sich die Lämmer über die Löwen beschweren. Auch Religionsgemeinschaften haben es hier daher schon immer verstanden, die Libido in weniger "primitive" Kanäle zu lenken, umzulenken in Bahnen, die ihnen am sinnvollsten aber auch am lukrativsten und produktivsten erschienen. Kontrolle der Libido, auch die der gewalttätigen Variante, war daher schon immer auch ein Gegenstand von Herrschaftsdiskurs, Deutungshoheit. Leider auch zwischen Mann und Frau selbst. Steht ihr also eher auf keusche Betschwestern, oder auf heisse Bräute, auf handzahme Pantoffelhelden, oder auf böse Jungs? Abtreibung ist ein genauso schwieriges Thema, das auch vom Einzelfall abhängt, zumindest in so einer Gesellschaft wie der derzeit auch Unseren, die ja keinerlei Kontinuität und Sicherheit, Überschaubarkeit, Absehbarkeit der Zukunft mehr bietet.
    Schmidt
    14. August 2015 06:40
    @M.M. Sie haben natürlich Recht bzgl. Murray, danke für die Korrektur. Er hat aber m.E. auf jeden Fall sehr anschaulich herausgearbeitet, daß die demonstrative Liberalität der oberen Mittelschicht nur daher für die Praktizierenden glimpflich ausgehen kann, weil dies oft auf einem bürgerlich-konservativen Fundament stattfindet und man in vielen Fällen trotz der nach Außen hin kultivierten Lässigkeit z.B. seinem Ehepartner treu bleibt, auf den Umgang der eigenen Kinder achtet und sie nicht an eine Schule mit zuviel Buntheit schickt. Das Elend beginnt meist dort, wo das konservative Fundament nicht (mehr) da ist. Armin Mohler hat dazu einmal gesagt: "Das eigentliche Problem des Liberalismus ist, daß eine liberale Praxis nur möglich ist, wenn gewisse Traditionsbestände an Gewohnheiten und tief eingerasteten Sitten noch vorhanden sind, mit deren Hilfe die Gesellschaft ihre Schwierigkeiten meistert. Salopp gesprochen: sechs konservative Jahrhunderte erlauben es zwei Generationen, liberal zu sein, ohne Unfug anzurichten." Ebenfalls am Beispiel der USA hat ein Autor aktuell herausgearbeitet, wie vielen aus besserem Hause stammenden 68ern die Folgen ihrer Revolution langsam unheimlich werden: http://www.theamericanconservative.com/dreher/sexual-revolution-sans-la-terreur/
    Schmidt
    14. August 2015 07:08
    @P.E.H. Das von Ihnen geschilderte Motiv spielt bei Vergewaltigungen allenfalls eine untergeordnete Rolle, weshalb ein "Menschenrecht auf Prostitution" die Zahl der Vergewaltigungen vermutlich nicht signifikant reduzieren würde. Wenn man aber davon ausgeht, daß so ein Zusammenhang existiert, dann würde Ihre Forderung bedeuten, bewusst Verelendungmilieus wie das der Prostitution unter Vortäuschung eines angeblichen Rechts der betroffenen Frauen auf ihr Elend zu fördern oder zumindest zu dulden, um die eigenen Frauen und Töchter zu schützen. Ethisch wäre das m.E. aber schwierig, weil es zum einen Betrug wäre, und zum anderen würde man Unbeteiligte bewusst opfern, um sich diesen Vorteil zu verschaffen. Ansonsten stimme ich Ihnen vollkommen zu, weil ich nicht glaube, daß ein Staat eine defekte Kultur vor sich selbst retten kann. Mir ist nur daran gelegen, daß die Vorstellung, es gehe bei Prostitution vor allem um ein "Recht" der Betroffenen, nicht ins eigene Umfeld einsickert. Der Liberalismus stellt ja zuweilen ein sehr süßes Gift dar, weil er das Nachgeben gegenüber menschlichen Schwächen zum praktischen Ausdruck seiner Moral aufhübscht, und wer hätte die liberale Rationalisierung des Nachgebens gegenüber dieser Schwäche nicht schon einmal dankbar angenommen, weil sie dadurch akzeptabler erschien.
    Götz Kubitschek
    14. August 2015 08:45
    badeschluß. wundert mich stets, wenn der unterleib herz und kopf zu ersetzen scheint. schmidt hat doch alles gesagt!
    gruß und weiter! kubitschek
    Weserlotse
    14. August 2015 08:03
    Also, das finde ich nun ein wenig abwegig:

    Lassen Sie sich bitte mit mir auf folgende Konkretion ein: Ein Mann mit Unterleibsbedürfnis steht vor der Wahl entweder eine wehrlose junge Frau auf ihrem nächtlichen Heimweg ins Gebüsch zu zerren oder für einen überschaubaren Teil seines Monatsbudgets ein selbstbestimmtes Freudenmädchen aufzusuchen. Welche der beiden Frauen hätten Sie lieber zur Tochter?


    Hier wird eine Handlungsalternative aufgezeigt, die so nicht besteht: läßt denn das "Unterleibsbedürfnis" nur die Wahl zwischen Aufsuchen einer Prostituierten und Vergewaltigung? Muß man nicht von einem Menschen zuvörderst erwarten können, daß er seine Triebe soweit unter Kontrolle hat, um sich das Bedürfnis schlicht und einfach zu verkneifen (oder vielleicht auch "mit Bordmitteln" zu beheben)? Wer das nicht kann, der wird kaum durch einen Bordellbesuch zu zivilisieren sein.

    Darüber hinaus bezweifle ich, daß eine Vergewaltigung sich aus der momentanen Nichtverfügbarkeit einer alternativen Triebabfuhr ergibt; vielen Tätern geht es weniger um den Geschlechtsverkehr als solchen, sondern um das Ausleben von Macht.

    Somit glaube ich nicht, daß die Zahl der Vergewaltigungen mit der Möglichkeit der Prostitution in einem ursächlichen Zusammenhang steht.
    Hartwig
    14. August 2015 08:07
    Wo bin ich?
    Prostitution hat es immer gegeben und wird es immer geben. Aber muss sie deshalb "erlaubt" sein. Nein, muss sie nicht!
    Muss man sie verbieten und strafbewehren? Nicht zwingend. Prostitution und deren Inanspruchnahme muss verächtlich sein und bleiben. Eine gesellschaftliche Norm.

    Ein Mann mit, wie hiess das, Unterleibsbedürfnis, hat nur die Wahl zwischen Vergewaltigung und der Prostituierten? Mit fallen auf Anhieb ein halbes Dutzend Alternativen ein ...

    Es geht um die zu setzende Norm. Bei der Prostitution ebenso wie bei fast allen anderen Dingen. Und im Beitrag von T.Schmidt geht es um das gezielte Schleifen dieser Normen, an der sich nun auch AI beteiligt.
    Das die Norm nicht immer, nicht von allen, nicht überall eingehalten wird, versteht sich von selbst. Auch das war schon immer so und spricht nicht gegen die Norm.
    Die politische Linke nennt das Heuchelei und hat damit vielleicht nicht ganz unrecht. Aber hält nicht der, der Tugendhaftigkeit heuchelt, die Tugend zumindest in der Welt?
    Waldgänger
    14. August 2015 08:26
    Sehr geehrter Herr kubitschek,

    es ist verständlich, dass Sie für diese Debatte "Badeschluß" verkündet haben - und Ihre Begründet verständlich und angebracht.

    Und ist es dennoch schade, denn die von Herrn Schmid angerissene Dimension des Themas - das Verkommen der aus dem Naturrecht abgeleiteten Menschenrechte zu einer immer mehr politisch instrumentalisierten Menschenrechtsideologie - ist ja ein äußerst wichtiges Thema.
    Ich empfand Schmids Beitrag als sehr gelungen!

    Da die links-liberale Gegenseite bemüht ist, mittels Menschenrechtsideologie so ungefähr alles durchzusetzen was sie will - und nebenbei auch die "Menschenrechte" gegen die Demokratie in Position bringt - lohnt eine weitere Beschäftigung mit diesem ideologischen Schlüsselbegriff.

    Die "Menschenrechte" haben in der Propaganda inzwischen den nicht hinterfragbaren Begründungscharakter gewonnen, den bei den Islamisten der Koran hat oder bei den Jesuiten des 17. Jahrhunderts die katholische Dogmatik hatte.

    Sofern man der Meinung ist, dass eine intellektuelle Auseinandersetzung heute überhaupt noch Sinn hat - denn diese Annahme setzt ja rationale und diskursfähige Gegner voraus - ist der Diskurs über die Menschenrechte ein Kernthema.
    Nirgendwo ließe sich besser die geistige Leere zeigen ... !

    +++

    Insofern verstehe ich auch nicht recht, warum so viele Leser sich hier auf einen ganz kleinen Teilaspekt verrannt haben.
    Das Thema umfasst aber längst nicht nur den Unterleib!
    Monika
    14. August 2015 08:40
    Ansonsten stimme ich Ihnen vollkommen zu, weil ich nicht glaube, daß ein Staat eine defekte Kultur vor sich selbst retten kann. Mir ist nur daran gelegen, daß die Vorstellung, es gehe bei Prostitution vor allem um ein „Recht“ der Betroffenen, nicht ins eigene Umfeld einsickert. Der Liberalismus stellt ja zuweilen ein sehr süßes Gift dar, weil er das Nachgeben gegenüber menschlichen Schwächen zum praktischen Ausdruck seiner Moral aufhübscht, und wer hätte die liberale Rationalisierung des Nachgebens gegenüber dieser Schwäche nicht schon einmal dankbar angenommen, weil sie dadurch akzeptabler erschien.


    Schmidt

    Danke für den rechtzeitigen Badeschluß , vor allem auch durch einen Mann !
    Es tut weh, wenn in rechten Kreisen die "liberale Rationalisierung des Nachgebens gegenüber einer Schwäche" in die Kommentare einsickert.
    Diese kann man gut in den Leserkommentaren des von Herrn Schmidt verlinkten Zeitartikels " Amnesty will Prostitution weltweit legalisieren" nachlesen ( eine kleine Sammlung):
    - jede Arbeit ist Prostitution
    - was moralisch ist und was nicht, hat jeder für sich selbst zu entscheiden
    - höchste Zeit, von diesem primitiven Opfer-Täter Stereotyp Abstand zu nehmen,
    -jede Frau prostituiert sich,
    - immer dieses selbstgerechte Freier-Bashing
    - Bedarf wir es immer geben
    etc. etc.

    Die liberalistische Dekadenz des aufgeklärten Westens zu universalisieren hat mit Menschenrechten nichts mehr zu tun !



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