08. Dezember 2015

Kein X mehr für ein U: Warum AfD und PEGIDA "Ossi"-Phänomene sind

von Gastbeitrag / 81 Kommentare

70862,1298148111,willkommen06von Roland Woldag

Als ich nach über vier Jahren Ausreiseantrag in den deutschen Anglowesten kam, begegnete man mir mit Respekt, angesichts der Zumutungen und Gefahren, über welche man sich durch Fernsehsendungen wie z.B. "Kennzeichen D" informiert fühlte. Ich hatte in der Ausreisezeit ein Tagebuch geführt, dessen Anekdoten selbst mich heute überraschen und die ich ohne Niederschrift schon verdrängt hätte.



Es hatte sich ergeben, daß ich gebeten wurde, Teile dieses Tagebuches vor Jugendlichen in der konservativen Hermann-Ehlers-Akademie in Kiel vorzutragen, was wieder andere Vorträge z.B. beim Landfrauen-Verein oder Lions-Club nach sich zog. Der erste Vortag bei Lions wurde so wohlwollend aufgenommen, daß man mich nach der Wiedervereinigung bat, einen Vortrag über die Wende zu halten. Zum Termin war die Willkommenskultur aber bereits verpufft, aus dem Respekt zwischen "Zonis" und "Bundis" war das offene Ressentiment der "Wessis" gegenüber
den "Ossis" geworden, welches mir nun unvermittelt entgegenschlug.

Offensichtlich waren die Dachböden bereits ausgerümpelt, die Kleiderschränke ausgemistet, die Schrottautos verhökert und die Gratisgroßzügigkeit erschöpft. Ich sah mich überraschend mit der Situation konfrontiert, daß mir mit teilweise unangemessener Aggressivität während des Vortrags begegnet wurde, als sei ich ein Abgesandter der SED-PDS. Dabei hatte ich nur versucht, die Ursachen des sich offenbarenden ostdeutschen Eigensinns zu erklären, der aber nur als das Ergebnis kommunistischer Indoktrinierung abgetan wurde.

Die Hybris, die mir diesen Abend vergällte, gab es spiegelbildlich auch bei den Profiteuren des autoritären Systems in der Ostzone. Den Wenigsten von denen, die sich im System eingerichtet hatten und welche vollkommen von seinem Fortbestand abhängig waren, kam es überhaupt in den Sinn, mit seinem abrupten Ende zu rechnen. Ich habe einen tragischen Fall im persönlichen Umfeld erlebt. Einem ganz und gar mit dem System verwobenen, jedoch hochgebildeten Geschichtswissenschaftler in hoher Position, welcher für mich immer eine wandelnde Bibliothek des historischen Wissens war, jedoch schizophren genug, dieses Geschichtswissen nicht auf die Wirklichkeit zu übertragen, verschlug es nach der Wiedervereinigung buchstäblich die Sprache.

Dieser immer eloquente und energisch seinen "Klassenstandpunkt" vertretende Mann war nicht mehr in der Lage, auch nur einen Satz zu vollenden, und bot ein Bild des Jammers und der Hilflosigkeit. Er hatte den gesellschaftlichen Schock nicht verwunden und starb wenige Jahre später an Nierenkrebs. Auch diese Krankheit war symbolisch: Es hatte ihm auf die Nieren geschlagen.

Dieses Beispiel mag verdeutlichen, daß es vielen Menschen nicht gelingt, sich eine radikale Änderung ihres gesellschaftlichen Kontextes auch nur vorzustellen. Sie sterben eher, oder drehen durch. Bei anderen führt die Schocktherapie dazu, daß sie ein für alle Mal von der Vorstellung geheilt sind, ein staatliches Ordnungs-, Ideologie- und Wertesystem sowie eine Geschichtsinterpretation könnten ewig gelten. Diese Menschen stellen nach meinen Beobachtungen bei den indigenen "Ossis" heute die Mehrheit, ganz im Gegensatz zu den autorassistischen Selbstverletzern im Westen, denen nicht einmal auffällt, daß sich die ihnen eingebleute deutsche Geschichtsmär von der Kriegspropaganda der Westalliierten nicht unterscheidet. Diese kann daher nur falsch, nicht Grundlage des Selbstverständnisses sein und bedarf natürlich einer Revision.

Kriegspropaganda ist immer eine Lüge, das verifizieren gegenwärtig die Lügenpreßler täglich. Daß weltliche Kategorien vergänglich sind, wußte meine Großmutter (1910–2003) noch ganz genau:

  1. Sie verbrachte ihre Kindheit unter dem Kaiser – der hatte die Macht von Gottes Gnaden,

  2. die Jugend in der Weimarer Demokratie – die hatte es für jetzt und in Zukunft vom Volke,

  3. ihre Mutterschaft im Sozialismus Hitlers – der hatte es für tausend Jahre von der Vorsehung,

  4. als Kriegerwitwe im Kommunismus – der "höchsten und letzten Form der historischen
    Entwicklung",

  5. und starb als Rentnerin in der BRD-Sozialdemokratie – der alternativlosen
    Gesellschaftsordnung.


Für diese hatte meine Oma nur noch ein müdes Lächeln übrig, während sie sich wehmütig an ihre Jugend erinnerte.

Nachgewachsen ist eine westdeutsche Nachkriegsgeneration, die nichts anderes kennt, als die 70jährige Behaglichkeit der geschichtsvergessenen Bundesrepublik – und für die die Wiedervereinigung nur eine vorübergehende Irritation darstellte, welche ohne spürbare negative Folgen für sie blieb. Ich erinnere mich noch mit Grausen an die Zeit, als die zweite und dritte Garnitur Westdeutschlands hagestolz in den "Busch" zog, um den "Ossis" die Zivilisation zu bringen und sich dort mangels Empathie auf unabsehbare Zeit diskreditierte.

So ist Deutschland immer noch tief gespalten. Im Osten dominiert nun jener Menschenschlag, welcher seine vor 25 Jahren gewonnene Freiheit verteidigt und willens ist, den Kampf gegen die Allianz aus SED-Linken und linksgrünen Westextremisten zu organisieren und ihn mit AfD und PEGIDA auf die Straße zu tragen. Für Ostdeutsche ist kein System mehr sakrosankt, wenn sie realisieren, daß es sich gegen sie richtet. Die ostdeutsche Erfahrung hat auch diesen Blockparteienstaat sachlich korrekt als Feind identifiziert. Im Westen zieht es die Mehrheit nicht einmal in Betracht, daß eine fremdgesteuerte, verbrecherische Parteikamarilla bewußt gegen die Lebensinteressen des deutschen Volkes arbeiten könnte.

Westdeutsche glauben immer noch ernsthaft, ihr Staat sei über die etablierten Parteien von innen heraus zu reformieren. Das haben die ostdeutschen Sozialismusverbesserer 1989 auch gedacht, bevor es ihr System mangels Substanz wie trockenes Herbstlaub auseinanderblies. Im Westen hält man sich aus satter und realitätsblinder Saturiertheit heraus für schwergewichtig genug, um als nasses, faules Laub jedem Sturm zu trotzen, und leugnet überwiegend die Möglichkeit eines zivilisatorischen Kollaps mangels Vermehrungs- und Verteidigungswillens. Als Beweis kann der Umstand gelten, daß die Mehrheit immer noch ungerührt die parasitären Blockparteien wählt.

Ich saß gerade mit einem von mir sehr geschätzten Westkollegen beim Bier, und wir diskutierten darüber. Beim Thema AfD/PEGIDA trat der Bruch zutage: Ihm sei der Aufstand »da drüben« fremd, die »Ossis haben wohl zu viel Trabi-Mief geschnuppert«, war der Kommentar. Ich entgegnete, daß mir der den Westdeutschen bevorstehende Schock, wenn sich auch ihre vertraute Ordnung über Nacht auflösen werde, eine gewisse Genugtuung bereiten würde. Den Begriff „Genugtuung“ hat er mir aus dem Gesicht gelesen, bevor ich ihn aussprach. Wir haben beide gelacht, immerhin, da ist noch Hoffnung…

Die Herrschaft nutzt nun diesen Unterschied zwischen ostdeutschem Selbstbehauptungswillen und westdeutscher Selbstherrlichkeit dazu, die Emanzipationsbestrebungen der Ostdeutschen dadurch einzudämmen, indem man die alten Ressentiments reaktiviert. Das Bild-Titelblatt »Ost-Rente viel zu hoch« vom 1. Dezember 2015 ist hier einzuordnen. Die linksgrüne Kanaille versucht durch das Schüren überwundengeglaubter Ressentiments, die Autonomiebestrebungen des deutschen Volkes auf den Osten einzugrenzen und dort durch Inländerdiskriminierung, Kriminalisierung und Propaganda zu vernichten.

Die 70jährige Konditionierung der Westdeutschen zu nihilistischen Volldemokraten macht es den wenigen Widerständlern im Westen fast unmöglich, nennenswerten Protest gegen den Destruktivismus der Pathokraten auf die Straße zu bringen, da ist die von den "breiten Bündnissen" gedeckte und finanzierte, gewalttätige rote Sturmabteilung davor. Wie groß das totalitäre Potential war, welches 1990 von der Kette des Antikommunismus gelassen werden konnte, wird gerade in Berlin deutlich. Hier kam es zur Kernfusion zwischen zwei ultralinken Milieus: der faulen Westberliner Subkultur und der Ostberliner Konzentration an Stasi-, Partei- und Armeekadern auf engstem Raum. Wäre das bürgerliche Bonn Bundeshauptstadt geblieben, wäre das Desaster überschaubarer.

Wie geht der antizivilisatorische Generalangriff auf uns Deutsche nun aus? Die Realitätsverweigerung wird auch im Westen der Katharsis weichen, wenn genau in dem Moment bewußt die unterste Karte aus dem Kartenhaus des Finanzsystems gezogen wird, an dem es ohnehin schon Spitz auf Knopf steht. Eines ist jedoch sicher: Am Ende des Prozesses wird es keine Linken mehr geben. Entweder, weil sie zum Islam konvertiert sind, oder weil sie »schon immer christliche deutsche Patrioten« waren.

Kommentare (81)

Belsøe
08. Dezember 2015 09:28
Danke. Ich freue mich immer über den Austausch mit intelligenten Menschen aus den NBL. Ist bislang immer sehr fruchtbar gewesen, übrigens ungeachtet der politischen Verortung desjenigen.

Das einzige was mir manchmal fehlt ist die Anerkennung, dass es auch im Westen Menschen und ganze Milieus gab/gibt, die keineswegs das verwöhnte Leben eines Systemprofiteurs führen oder führten. Da dieses Profitieren sich eher ökonomisch zeigt, ist seine politische Dimension nicht so leicht zu erkennen wie siees in den Funktionärseliten der DDR war.

Man könnte eigentlich viel voneinander lernen.
Harald de Azania
08. Dezember 2015 09:30
Touche !! Die Wohlstandsverwahrlosung bestens analysiert!

HdeA
Der Gutmensch
08. Dezember 2015 10:18
Ist die AfD ein "Ostphänomen" oder ist sie bloß eines, dass auf die Schubkraft ostdeutscher Probleme setzt? Ich bin mir da nicht sicher. Woher kommen denn eigentlich die Mandatsträger der AfD?

Diese komische Bild-Überschrift war ein schönes Beispiel für politische ...! Es soll wohl so sein, dass die Rentenbescheide tatsächlich eine zu hohe Rentenhöhe im skandalösen Centbereich auswiesen; ein Fehler der Software. Aber die Zahlbeträge waren korrekt, nämlich niedriger. Aber wen interessiert´s?
Der_Jürgen
08. Dezember 2015 10:31
Ausgezeichnete und realistische Darstellung. Sie entspricht dem, was mir ein Freund in München, der fast jeden Montag zu den Spaziergängen geht und dort stets nur dieselben paar vertrauten Gesichter sieht, am Telefon immer wieder klagend berichtet.

Dieser Gastbeitrag stellte keine Widerlegung des Artikels von Martin Sellner dar, sondern eine notwendige Ergänzung. Auch dieser Autor glaubt ja an die kommende Katharsis. Ich glaube ebenfalls daran, auch wenn ich, da nicht mit prophetischen Gaben gesegnet, nicht völlig überzeugt bin, dass Deutschland (und Europa) überlebt. Wenn die Geschichte nicht vorausbestimmt, sondern ein offenes Buch ist, ist das Verschwinden der Deutschen und Europäer eine denkbare Variante - oder besser gesagt das Verschwinden der Mittel-, West- und Nordeuropäer, denn die Russen und andere osteuropäische Völker werden überleben. Dort gibt es zwar Probleme in Hülle und Fülle, aber eine Bereitschaft, sich von farbigen und muslimischen Landnehmnern verdrängen zu lassen, besteht nicht.

Aber ich bleibe auch in bezug auf Deutschland und die westliche Hälfte Europas Optimist. Der unvermeidliche wirtschaftliche Kollaps wird die träge und selbstzufriedene Masse aufrütteln.
Hartwig
08. Dezember 2015 10:50
Ein bemerkenswerter Beitrag. Ich hoffe, dass die Begriffe Mehrheit und Minderheit im Text betont wahrgenommen werden, unabhängig davon, ob der Autor darauf einen gesonderten Wert legte. Denn Pauschalisierungen sind fehl am Platz.

Ich selbst beobachte, dass es vor allem das ostdeutsche Bildungsbürgertum (das Jetzige und das Kommende) ist, was sich in die gutmenschliche Phalanx der Westintellektuellen einreiht; gerade jene, die in der DDR eine nischenhafte Distanz zum Regime wahren wollten. Man könnte dies konsequent nennen, denn die kommunistischen Regime verfolgten entgegen aller Sprechblasen eine Politik, in der Homogenität, Nation, Wehrhaftigkeit eine erhebliche Rolle spielten - durchaus Faschismen ähnlich. Im Übrigen ist die materielle Basis mit der der westdeutschen saturierten Schichten vergleichbar - man wird sich die Nische kaufen können.

Beim Wahlverhalten sind die Unterschiede zwischen Ost und West größer, als es in den Ergebnistabellen den Anschein hat. Die Union ist für viele CDU-Wähler des Ostens noch die Partei des Helmut Kohl (Wiedervereinigung, Reisefreiheit, "Deutschland ist kein Einwanderungsland", Europa der Vaterländer). Die SPD ist keine Volkspartei - dümpelt vielfach um die 10 bis 15 Prozent. Die PDS (Die Linke) gilt nach wie vor als ostdeutsche Lokalvertretung. FDP und Grüne spielen kaum eine Rolle.

Den Zusammenbruch eines Systems erleben zu können, welches als die überlegene Endstufe der menschlichen Entwicklung teils sogar glaubhaft dargestellt werden konnte, ist, wie der Autor richtig schreibt, eine Zesur, die Horizonte eröffnen kann und dazu zwingt, auf geistige Suche zu gehen.
Ich als Ossi möchte aber diese Trennung in Ossi und Wessi hinter mir wissen. Der Wessi konnte diese Erfahrung nicht machen. Ihm das vorzuwerfen, wäre Unsinn. Nach der Wende habe ich eine Reihe von Wessis kennengelernt, die sich davor hüteten, den Ossis vorzuwerfen, das kommunistische Regime nicht viel eher abgeschüttelt zu haben, eine nicht konkurenzfähige Industrie hinterlassen zu haben oder nicht zu den "Bürgerrechtlern" gehört zu haben. Aber natürlich gab es diese Vorwürfe, zweifellos, - gepaart mit paternalistischem Gehabe. So, wie es heute den PEGIDA-Ossi gibt, der am liebsten die innerdeutsche Mauer wieder haben will, ohne die Konsequenzen auch nur angedacht zu haben, geschweige denn, sie tragen zu wollen.
Feuerturm
08. Dezember 2015 11:14
Hochinteressanter Artikel, Dank dafür!

Meine seit mehr als 2 Jahrzehnten in Ungarn gemachten Erfahrungen decken sich in vielem mit dem, was der Autor hier über ostdeutsche Befindlichkeit äußert (Selbstbehauptungswille der Bevölkerung größer, mentale Wehrhaftigkeit vorhanden usw.).

In Ungarn habe ich mir als BRD-Deutscher das BRD-Denken abgewöhnt.

Für BRD-ler ist keine Kur heilsamer! BRD-ler gibt es auf dem Gebiet der ehemaligen DDR und auf dem der klassischen ehem. BRD. Das entscheidet sich im Kopf.

Auch in meinem Kopf hat sich die Devise national = normal durchgesetzt (in Ungarn die Grundeinstellung der großen Mehrheit).

Das heißt: ohne gründliche Prüfung werden keine Aussagen geschluckt und als Fakten hingenommen, die das eigene Land/Volk in irgendeiner Weise negativ darstellen (auch nicht, wenn sie berechtigt sind).

Auch hier in Ungarn gibt es Utopisten (in Deutschland sind das die Blockparteien + Gutmenschen), doch die Realisten sind zum Glück in der Überzahl (Demokratie kann auch gut ausgehen!).
EatsMeetsWets
08. Dezember 2015 11:22
Schon die alten Bolschewiken liebten den Verrat aber nicht den Verräter. Deshalb könnte es auch so ausgehen, dass der Islam die Linken, oder jedenfalls ihre Rädelsführer, physisch beseitigt. Schliesslich werden linksgrüne Kamarillioten ohne vernünftige Berufsausbildung und -erfahrung nichts als unnütze Esser sein, wenn der Laden erst einmal übernommen ist. Überhaupt sollte das patriotische Lager angesichts der Kräfteverhältnisse, wie sie sich darbieten, über eine Allianz mit gewissen islamischen Kräften nachdenken: Deutschland wird balkanisiert, der Islam bekommt einen grossen Teil und dafür befreit uns der Islam von allem und vielleicht auch allen Grünen und Linken. Das würde einem strategischen Rückzug auf eine vielleicht noch zu haltende Verteidigungslinie gleichkommen. Aber es wäre immer noch besser, als wie wenn Deutschland ganz unterginge. Restdeutschland könnte ungefähr deckungsgleich mit der alten DDR minus Ost-Berlin sein. Es könnte für Polen und Russland einen Pufferstaat gegen ein islamisiertes Westeuropa darstellen und daher seine Rückendeckung beziehen. Am Tag nach der islamischen Conquista waren es Gebiete in Nordspanien, die der Einvernahme trotzten und von denen die Reconquista ausging. Das wäre das historische Vorbild hierfür.
EatsMeetsWets
08. Dezember 2015 11:47
@Hartwig

"So, wie es heute den PEGIDA-Ossi gibt, der am liebsten die innerdeutsche Mauer wieder haben will, ohne die Konsequenzen auch nur angedacht zu haben, geschweige denn, sie tragen zu wollen."

Was wären die Konsequenzen? Verarmung? Immer noch besser als Kopf ab.
Ein Fremder aus Elea
08. Dezember 2015 11:48
Ich fürchte, die Linken werden noch gebraucht. Linke Strukturen mögen zerschlagen werden, aber linkes Denken wird bleiben, denn es besitzt das größere revolutionäre Potential, wie der TTIP-Protest in Berlin zuletzt bewies.

Der revolutionäre Prozeß geht munter weiter.
Exmeyer
08. Dezember 2015 12:05
Ich fasse den Artikel so zusammen: Mit dem Zusammenbruch des Ostregimes erledigte sich auch das Ostgeschichtsbild, das wiederum nur Sowjetproganda war.
Im Westen herrscht als Geschichtsbild noch die US-/UK-Propaganda vor.

Ergänzung:
Und hier funktioniert der Konsum einfach besser. Vergleichen Sie einen Mercedes SLS mit einem Wartburg. Und jeder kann ein bißchen SLS fahren, wenn man sich 'nen Baby-Benz kauft. Oder man legt auf Aida-Kreuzfahrten wert ...

Das Ostimperium brach durch den Kreditentzug Reagans an die Sowjetunion zusammen. Wodurch wird das Westimperium zusammenbrechen?
Durch einen US-Chinesischen Krieg? - Den wird es nicht geben. Den hätten sie längst führen müssen. Staat dessen rüsten die Chinesen täglich auf. Und die Chinesen erringen die Dominanz ohne Krieg. Und dann sind die Russen an die Seite Amerikas gezwungen, die beiden Zweiten. Deswegen sind Hoffnungen auf eine Russifizierung als Gegenpol und Hoffnungsanker nur kurzfristig von Relevanz

Alles was uns als Hoffnung bleibt, ist daß die Rüstung, die in den drei Großmächten zu beobachten ist, wirtschaftlich solche Schäden hervorruft, daß es zu ineren Verwerfungen kommt.

Bis dahin bleibt das Entwickeln einer Alternative! Geistig zuerst. Ein Mittel, zuerst individuell, sich gegen die Westalliierten-Propaganda jeden Tag in Zeitung und TV zu wehren, sich gegen den Konsumismus, als die zentrale Schwäche eines jeden Individuums, zu verteidigen. Angst und Ungewissheit in Härte und Geradlinigkeit umzuwandeln, Passivität und Festklammern in Aktivität.

Es entsteht bereits eine Grundhaltung, die im Falle der äußeren Schwäche des Westhegemons zur Kraftentfaltung kommen wird. Wer sich die aktuelle Militärdoktrin angeschaut hat (ich weiß, nur 0,001%, selbst hier) sieht, daß die USA genau eine solche Entwicklung eingeplant haben und das Mittel dazu kennen: Siehe Syrien. Diversifikation der Kräfte.

Das Fundament entwickelt sich gerade in Deutschland. Möglichst viele Völker und Nationen. Diversifikation der Kräfte Kräfte, zudem links und rechts. Natürlich, Querfront ist für die das schlimmste.
Der_Jürgen
08. Dezember 2015 12:33
@Exmeyer
"Deshalb sind Hoffnungen auf eine Russifizierung als Gegenpol und Hoffnungsanker nur kurzfristig von Relevanz."

Mir scheint, Sie dreschen da auf einen Strohmann ein, denn meines Wissens hat kein einziger Forist eine "Russifzierung" verlangt. Ich gebe aber gerne zu, dass mir eine militärische Besetzung Deutschlands durch die Russen - nur bitte ohne vorherigen Einsatz von Kernwaffen! - im Vergleich zu dem jetzigen Horror als sehr viel kleineres Uebel erschiene. Erstens wäre sie nur vorübergehender Natur, zweitens wäre dann flugs Schluss mit Multikulti, Schwulenehe und Gender Mainstreaming, und drittens würden die Deutschen von russischen Besatzern nicht als "Tätervolk" gebrandmarkt und moralisch verkrüppelt. Die Geschichtsforschung würde mit grösster Wahrscheinlichkeit freigegeben werden, und dann brächen die Dämme rasch.

Zugegeben, auch in der DDR wurde die Geschichte massiv verfälscht, aber auf andere, weniger perfide Weise. Der "Faschismus", wie man den Nationalsozialismus unzutreffenderweise nannte, wurde so dargestellt, als seien die "Faschisten" Eroberer aus dem All gewesen, die das deutsche Volk versklavt und in den Zweiten Weltkrieg gezwungen hätten. Die aus den USA importierte Variante der Geschichtsfälschung war heimtückischer: Die Deutschen hätten sich in ihrer überwältigenden Mehrheit durch ihre Unterstützung des Nationalsozialismus schuldig gemacht und müssten dafür auf unabsehbare Zeit büssen. Die freudige Bereitschaft vieler Deutscher zum ethnische Suizid ist die letzte Konsequenz dieser Gehirnwäsche.

(Eine dritte Variante der Geschichtsfälschung praktiziert bis heute Oesterreich, wo es heisst, das Land sei das erste unschuldige Opfer des Hitler-Imperialismus gewesen. Die Bilder jubelnder österreichischer Massen im März 38 zeigt man lieber nicht.)

Gerade darum, weil die kommunistische Diktatur den Deutschen in der DDR keine systematischen Schuldkomplexe aufoktroyiert hat, ist das Denken der Menschen im Osten bis heute viel weniger korrumpiert als in der alten BRD, und der Widerstand gegen ihre geplante Auslöschung ist sehr viel energischer als im Westen. Hier,
@Feuerturm
ist auch der Grund dafür zu suchen, dass die allermeisten Ungarn (wie auch die meisten sonstigen Osteuropäer) immun gegen die Multi-Kulti-Propaganda sind.
Ulli
08. Dezember 2015 12:37
Der Artikel ist eine ausgezeichnete Analyse deutscher Befindlichkeiten.
Und es stimmt: der Ostdeutsche, der die DDR noch bewusst erlebt hat, steht dem heutigen Regime in der Mehrzahl äußerst kritisch, besser oppositionell gegenüber. Opposition hieß damals, außer seine Verachtung für das System zu leben, Friedensgebete, runde Tische, kleine Gruppen Gleichgesinnter, Montagsdemonstrationen. Das ist heute wieder auferstanden, von den Heuchelleien einer zum linksgrün- politischen Arm mutierten Systemkirche einmal abgesehen. Der Ostdeutsche erkennt eine Diktatur, wenn sie da ist.
Der Westdeutsche tut sich damit noch schwer, selbst wenn er täglich auf breiter Front in allen Lebensbereichen mit immer stärkeren Einschränkungen seiner demokratischen Gewohnheiten klarkommen muss.
Eveline
08. Dezember 2015 12:43
Um aus dieser Konsumbrummkreisel Ideologie Ost wie West auszusteigen macht Finnland Hoffnung.
Bedingungsloses Grundeinkommen... 800 Euro. Ein guter Anfang.
Das schafft Freiheit im Kopf.
Und jeder Deutsche ,ob Ost oder West, wird sich sicher nach einem Jahr Grundeinkommen Fragen, was war das eigentlich die letzten 70 Jahre, wie und womit haben wir uns so verschaukeln lassen... als Mensch, als Volk?
der Gehenkte
08. Dezember 2015 13:43
Sehr produktiver, ausgewogener Artikel, in dem Ratio und Empirie Hand in Hand gehen! Als ebenfalls Ostsozialisierter kann ich vieles bestätigen. Es ist tatsächlich so: Kommt man irgendwo hin, dann finden die „Ossis“ fast magisch zueinander – die Differenz zwischen Sachse und Thüringer oder Preuße ist in der Regel geringer, als die zwischen Ost und West. Sprache, Mimik, Gestik, der ganze subkutane Bereich, scheint für diesen Magnetismus zuständig zu sein – man versteht sich einfach, kann sich besser lesen.

Interessante Ausnahme: Schnellroda. Ob es nun an der Mimikry nach einem Dutzend Jahre in der anhaltinischen Provinz liegt oder „der Rechte“ tatsächlich ein anderer Mensch ist oder liegt es am Zweckbündnis …? Auch auf der Konferenz habe ich diese Distanz ansonsten kaum gespürt …

Ganz so optimistisch wie Herr Woldag sehe ich die Lage freilich nicht und auch das läßt sich historisch erklären. Das jetzige System wird nicht so einfach fallen, wie die DDR. Warum? Auch wenn es die beschriebenen systemkonformen Menschen gab, so waren sie doch in der deutlichen Minderheit und selbst unter dieser Minderheit war den meisten wohl bewußt, daß da etwas ganz fundamental falsch läuft – insofern war der Sturz nicht so unvorhersehbar wie hier beschrieben und deshalb ist es auch den meisten gelungen, sich ziemlich schnell mit der neuen Lage zu arrangieren. Es fehlte sozusagen an Schwungmasse, an Schwere. Und genau die ist im Moment gigantisch, nahezu spiegelverkehrt zur DDR-Situation. Dort gab es geschätzte 80% Zweifler, bewußt oder unbewußt, heute haben wir 80% träge Masse und die wird den Kollaps des Systems verhindern oder aber enorm verlangsamen: Trägheitsgesetz. Am 9. November 1989 liefen fast alle mit einem Male über die Grenze, zumindest geistig – die DDR wurde sofort aufgegeben, der Stöpsel war gezogen, die Sogwirkung unwiderstehlich. Das wird es nun nicht geben, allein schon, weil es keine bessere Alternative gibt. Damals winkte der Wohlstand, jetzt der materielle Niedergang – wer schließt sich dem freiwillig massenweise an?

Zur Frage, warum der Osten AfD/Pegida-affin, bisher unübertroffen die Analyse von Peter Feist:

https://www.youtube.com/watch?v=0sA5f2M2ZU0
Exmeyer
08. Dezember 2015 13:46
@ der Jürgen: Ich selbst verlange eine russisch-deutsche Ausrichtung, sei es als BRD, deren Regierung dies halbherzig beschritten hatte, bis zum Fall Ukraine. Oder sei es als politische "Bewegung". Zumindest ist die derzeitige innere Entwicklung Rußlands eine Blaupause für jeden Staat, der sich den weichen Einflüssen internationalistischer/transatlantischer Art zu entziehen. Im kleinen Maßstab auch von Ungarn vollzogen.
Der Hebel Rußland würde eine deutsche faktische Neutralität und das politische Gewicht der BRD drastisch erhöhen. Dazu hat man sich nicht getraut.
Bis dahin halte ich eine pro-russische Grundposition für eine Selbstverständlichkeit. - Meine Anmerkung basieren erst darauf.

Alle anderen Ansichten, es könnte selbst im innenpolitischen Kampf um Einfluß Neutralität in außenpolitischen Bezügen geben, ist so naiv, daß ich dies nicht in Betracht ziehe. Wer sich amerikanisch anlehnen möchte, den sehe als Gegner. Die amerikanische Dominanz über Deutschland ist die Ursache der gesamten Scheiße!

Es bsteht derzeit eine klar antiamerikanische Ausrichtung, nennen wir es die russische Vorwärtsverteidigung. Dies ist gerichtet gegen Amerikas Vorgehensweise, den schwächsten der beiden derzeitigen Widersacher zuerst zu zerlegen.
Allerdings wird diese Strategie relativiert werden. Und zwar unter der von mir aufgeführten denkbaren Entwicklung, daß China für Rußland die größere Bedrohung wird. Derzeit sind die beiden Zweiten zur Kooperation gezwungen, weil Amerika sonst den einen gegen den andern ausspielen würde. Nach einem Aufstieg Chinas zum Stärksten der drei, wird Rußland wieder, wie BIS zum Georgien-Fall, die Nähe zur USA suchen. Und das bedeutet, daß deren heute zu beobachtender Gegensatz, der Streit um den psychologischen Einfluß in Europa, an Bedeutung verliert. Da Deutschland keine eigene aktive Partei ins Felde führt, kann sich auch eine innenpolitische Bewegung nur an einen der beiden Pole orientieren. Unter dieser zumindest sehr möglichen Entwicklung, würde eine Unterstützung einer pro-russisch ausgerichtet innenpolitischen Kraft durch Rußland in Deutschland an Unterstützung verlieren, um dann einen russisch-amerikanischen Gegensatz in Europa zu minimieren.

Halten Sie es eigentlich für einen Zufall, daß die Antifa pro-amerikanisch und -israelisch geworden ist?
Das ist so wenig zufällig, wie England "fritzisch" gesinnt war, während der Kolonialauseinandersetzungen mit Frankreich. Schließlich hat Friedrich der Große die Franzosen im Vorgarten ganz schon beschäftigt. Und genau das war der Grund für die britische Unterstützung, die natürlich in der Sekunde beendet war, als sie Frankreich geschlagen hatten. Was fast zur preußischen Niederlage geführt hätte, wenn nicht ein anderer Monarch in der Zerstörung Preußens seinen Nachteil gesehen hätte.

Selbstverständlich bleibt derzeit einer "patriotischen" Partei nur die Wahl, in Rußland Anlehnung zu suchen. Vor allem dann, wenn die Lage sich verschärfen sollte.
Ich bezweifle lediglich, daß Putins Werben um die BRD, das beendet zu sein scheint, weil es aussichtslos ist (Frankreich springt traditionell in diese Lücke), ein dauerhaftes Interesse Rußlands darstellt.

Noch sind die Auseinandersetzungen lediglich solche, die um das Weltbild gehen. Ein genuin deutsches Weltbild kommt dabei überhaupt nicht vor. Außer ein wenig in Ostdeutschland. Erst wenn daraus eine Kraft entsteht, die in der innenpolitischen Auseinandersetzung eine Rolle spielt, wird sie automatisch für die Großen interessant.

Zudem: Aufgrund der zu erwartenden Bevölkerungsstruktur, wird es - von wem auch immer - ein leichtes sein, physische Unruhen zu stiften oder organisierte Kriminalität zu fördern (als Beispiele: siehe Dönermorde oder Albaner-Kriminalität zur Finanzierung des Kosovoskrieges). Sicher, die Ohrensesselkonservativen! schließen sich dann in den Kirche ein. Aber wer sich nicht in sein Pseudo-Schicksal ergeben will, wird überlegen müssen ... Jetzt schon!
Desprecio
08. Dezember 2015 13:52
Herzlichen Dank für die Schilderung der Befindlichkeiten in den "alten" und "neuen" Bundesländern ! Zu dieser Thematik habe ich selten (oder nie) etwas zielführenderes gelesen. Als nunmehr fast siebzigjähriger "Wessi" habe ich die politische Entwicklung im Westen der BRD von Anfang an miterlebt. Bei mir persönlich hat die Umerziehung der Besatzer und deren verräterischer deutscher Anbiederer in den Nachkriegsjahren wohl versagt.
Dies lag wohl vor allem daran, daß auch im weiteren Kreise meiner Familie seit den ersten Nachkriegsjahren nie von "Befreiung" sondern ausdrücklich von deutscher Niederlage und dem Unrecht der Besatzer sowie der damit einhergehenden vollständigen Zerstörung unseres Vaterlandes die Rede war. Meine Heimatstadt, die ich in den ersten Nachkriegsjahren schon sehr bewußt wahrnahm, war durch Fliegerbomben zu achtzig Prozent zerstört.
Jahrelanges intensives Studium (privater Art) von Geschichtsliteratur überwiegend ausländischer Verfasser haben
mein Geschichtsbild soweit verfestigt, daß die große Schar der Lügenmedien daran nicht mehr rütteln kann.
Die Irreführung und gezielte Umerziehung blieb den ehemaligen DDR-Bürgern offensichtlich erspart. Sie dürften daher mehrheitlich in der Lage sein, den Lauf der Geschichte in Restdeutschland besser verstanden zu haben und infolgedessen die besseren Rückschlüsse daraus zu ziehen als die westlichen Bundesbürger, deren Lebensziele sich weitgehend an übermäßigen Konsum und hedonistischer Lebensführung orientierten.
WolfgangG
08. Dezember 2015 13:59
antizivilisatorische Generalangriff

gutes Wort. Und ja, am Ende werden alle gute Moslems sein, oder
ausgewandert oder massakriert.
Die guten (Neu)Moslems werden dann 180%tige sein, wie man das
aus DE schon gewohnt ist.

Eine Rückkehr zum Nationalstaat, nicht eher bis das böse Imperium kollabiert ist, das noch über unabsehbare Macht- und Geldmittel verfügt,aber dann ist es wohl schon zu spät.
Friedhelm
08. Dezember 2015 14:00
@Der_Jürgen

Interessanter Beitrag, das gibt einem zu denken, vielen Dank. Leicht OT: Laut der englischen Wikipedia ist Japan zu 98,5% homogen, und soweit ich weiß, hat Japan 2014 nur 14 (!) Flüchtlinge aufgenommen, zudem handelte es sich hier wohl nicht um Moslems, sonder ethnisch nähere Menschen. Wie sehen Sie Japan? Japan soll eine sehr politisch korrekte Gesellschaft sein, wenn es jedoch um Einwanderung geht, sind die Japaner erfrischend Anti-PC. Das verstehe ich jedoch nicht. Woher kommt das?
Exmeyer
08. Dezember 2015 14:04
@ der Jürgen

Das Gemeinsame der beiden Kommentare: Es bedarf eines EIGENEN - und sogar zutreffenden - Welt- und Geschichtsbildes. Ich besitze das. Und ihre Aussagen lassen ebenfalls darauf schließen, daß Sie eins besitzen. - Mein Geschichtsbild ist so klar deutsch, daß es selbst hier nicht ansprechbar ist. Und komme ich mal zu einer strengen Kritik, so ist sie aus DEUTSCHER Sicht gedacht.

Dieses Bild muß sich eben aus DEUTSCHEM Rundumblick ergeben. Dieser ist quasi nichtexistent und die Normaldeutschen saugen förmlich angelsächsische Literatur auf, die ausnahmsweise mal bemüht ist, objektiv an die Sache heranzugehen, siehe Clark.

Das ersetzt aber keine Beurteilung aus DEUTSCHER Sicht.
Westfale4711
08. Dezember 2015 15:12
Guter Artikel.

ich würde das mit den Ossi-Witzen nicht so ernst nehmen, schließlich gibt es ja auch Bayern- und Ostfriesen-Witze.

Vermutlich denken ungefähr 25% der Wessis ganz ähnlich, wie die Ossis. Nur kann man es hier im Westen nicht so zeigen.

Wenn ich im größeren Kreis, bei einer Zigarettenpause vor dem Betrieb,
über Masseneinwanderung, Fachkräftemangel, Willkommenskultur oder über "Zuwanderung brauchen wir, es ist eine Bereicherung und eine Chance für Deutschland ..." rede.
Wenn ich meine Meine Meinung vertrete und behaupte, dass das Blödsinn und verdrehte Vernunft sei, so schauen alle betreten auf den Boden. Niemand hat den Mut sich zu äußern.
Aber ich fühle, dass alle so denken wie ich.

In 2-er Gesprächen werden die Menschen offener. Natürlich bin ich auch vorsichtig, ich fange so ein Gespräch über Umwege an, weil ich ja nicht weiß, ob meine Gesprächspartner ebenfalls patriotisch gesinnt ist.
Es werden Türen geschlossen und man sieht zu, dass niemand zuhören kann.
Das Klima der Angst ist fast so, wie in finstersten Sowjet-Kommunismus-Zeiten.
Die älteren Ossis, die noch die DDR erlebt haben, wissen wovon ich schreibe.

Viele Wessis sind nicht so blöd, wie die Ossis glauben. Es herrscht hier nur die nackte Angst. Deswegen gehen hier nur 200 oder 300 Leute auf PEGIDA-Demonstrationen.

Unter der Oberfläche brodelt es allerdings.
OJ
08. Dezember 2015 15:15
"Und jeder Deutsche ,ob Ost oder West, wird sich sicher nach einem Jahr Grundeinkommen Fragen, was war das eigentlich die letzten 70 Jahre, wie und womit haben wir uns so verschaukeln lassen… als Mensch, als Volk?"

Nach einem Jahr Grundeinkommen wird der Deutsche vor allem danach trachten, es auch weiterhin ausbezahlt zu bekommen. Nichts gibt der Deutsche unlieber her als einmal gewonnene Pfründe.
Matthias Grund
08. Dezember 2015 15:16
Luhmann würde die Freiheit der Ostdeutschen darin sehen, dass sie sich die Fähigkeit zur Kontingenz bewahrt haben, also zu wissen, dass alles immer auch anders sein kann, dass nichts ohne Alternativen ist.

Wir leben eben nicht in der besten aller möglichen Welten, sondern in genau der Welt, die der aktuell herrschende politische Wille zulässt. Ostdeutsche scheinen aus eigener Erfahrung ein feines Gefühl dafür entwickelt zu haben, durch wie viel Herrschaft, Machtwille und Eigeninteressen jedes System angetrieben wird, selbst der so genannte freie Westen. Deshalb haben sie viel stärker als in Westdeutschland erkannt, dass sich die vermeintlich freie Demokratie nicht auf weniger Herrschaftsinstrumente stützt - sie werden nur subtiler eingesetzt.

Wurde als Staatsräson der Demokratie immer die Selbstbestimmung der Menschen verkauft, dämmert es den Bürgern jetzt, dass es wieder nur die Anderen sind, die über sie herrschen. Pegida treibt noch der Hunger nach Freiheit zur Selbstbestimmung. Im Westen hingegen genügt man sich mit der Konsumfreiheit.
Matt Eagle
08. Dezember 2015 15:18
Ich lese hier immer wieder von der These, dass die Umerziehung und die Propaganda der Alliierten an den heutigen Zuständen schuld sein soll. Daher mal die Frage: Warum herrschen dann in beispielsweise Frankreich oder Schweden ähnliche Zustände? Ich bezweifle ja gar nicht, dass es so etwas wie feindliche Propaganda gab oder gibt, aber mir scheint, das Problem liegt viel tiefer. Es fällt mir schwer zu beschreiben, aber es scheint mir eher eine tief sitzende Suizidalität zu sein die in ganz Europa herrscht. Die Menschen wollen den Kampf des Lebens nicht (mehr). Man geht Konflikten aus dem Weg. Traut sich nicht die GEZ zu ärgern. Traut sich nicht AfD zu wählen Fordert immer mehr Sicherheit (Waffenverbote, bedingungsloses Grundeinkommen) Verlässt das Multikulti-Viertel. Kriegt lieber keine Kinder mehr. Sagt, dass man nach Australien geht wenn hier die Flüchtlingskrise eskaliert. Singt "Imagine" von John Lennon nachdem die Freunde von Terroristen abgeschlachtet wurden. Ich kenne ernsthaft Leute, die mir gesagt haben, dass sie lieber Selbstmord begehen würden als sich gegen Terroristen zu wehren, weil "in so einer brutalen Welt will ich nicht leben". Was soll man dazu noch sagen? Wie soll man damit umgehen?
Stil-Blüte
08. Dezember 2015 15:24
@ der_Jürgen

..., weil die kommunistische Diktatur den Deutschen in der DDR keine systematischen Schuldkomplex aufoktroyiert hat, ist das Denken der Menschen in Ostdeutschland weniger korrumpiert...


Äußerst wichtige Feststellung! Hinzu kommt, daß die russische Besatzungsmacht ungeübt in psychologischer Kriegsführung war, die im Westen als 'reeducation' durchgezogen wurde.

Eines möchte ich ins Feld führen: Deutschland ist seit dem 'Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation' ein Gebilde der Pfalzen, später der Kleinstaaten, noch später der Bundesländer. Greifen wir darauf zurück! Stichwort: Regionen! Die Animositäten bis hin zu Feinseligkeiten sind erstaunlich zählebig: Bayern - + Preußen, Fischköppe - + Weimeraner, Karneval - + Fasching, Laubwald - + Nadelwald, Ostsee - + Mittelgebirge, Meißner Porzellan - Haushaltporzellan Villeroy & Bosch , Bergbau - + Fischfang, Strom - + Bächlein, katholisch - protestantisch, Heide - Weingegend, Drei-Felder-Wirtschaft - + Alm, Kadssler -+ Gemüseeintopf, Kölsch -+ Berliner Weiße, Taxi -+ DB, Kartoffel -+ Nockerl, Hitler -+ Friedrich der Große (2 x) ...

Diese organisch gewachsenen Strukturen liegen unter dem Ost-West-Schema, das nur über 40 Jahre alt ist.

Widmen wir uns unseren eigenen Angelegenheiten, zu denen Unterschiede, Differenzen, Abgrenzungen (ganz wichtig!), aber auch Affinitäten, Nachbarschaft gehören. Ich wünschte, Schiller hätte uns Deutschen diesen Schwur geschenkt:

Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern
in keiner Not uns trennen noch Gefahr.
Wir wollen frei wie wie die Väter waren
eher den Tod als in Knechtschaft leben.
Monika
08. Dezember 2015 15:46
"Dieses Beispiel mag verdeutlichen, daß es vielen Menschen nicht gelingt, sich eine radikale Änderung ihres gesellschaftlichen Kontextes auch nur vorzustellen. Sie sterben eher, oder drehen durch. Bei anderen führt die Schocktherapie dazu, daß sie ein für alle Mal von der Vorstellung geheilt sind, ein staatliches Ordnungs-, Ideologie- und Wertesystem sowie eine Geschichtsinterpretation könnten ewig gelten. Diese Menschen stellen nach meinen Beobachtungen bei den indigenen „Ossis“ heute die Mehrheit, ganz im Gegensatz zu den autorassistischen Selbstverletzern im Westen, denen nicht einmal auffällt, daß sich die ihnen eingebleute deutsche Geschichtsmär von der Kriegspropaganda der Westalliierten nicht unterscheidet. Diese kann daher nur falsch, nicht Grundlage des Selbstverständnisses sein und bedarf natürlich einer Revision."


Vielen Dank für diesen hochinteressanten Beitrag. Auf solche Beiträge aus dem "Osten" warte ich schon seit der Wende !
Als Wessi habe ich mich vor der Wende auch beruflich mit dem beschäftigt, was hinter dem Eisernen Vorhang los war.
Sprich: Meine Landsleute in der DDR haben mich interessiert. Auch ohne Ostverwandtschaft. Ich wollte einfach wissen, was dort hinter der Mauer los ist.

Die Linke, aber auch die "ideologische Rechte" , aber auch CDU, SPD hat das damals nicht weiter interessiert. Der Westen war auf den Status Quo eingerichtet.
Die Wende kam für viele Wessis eher störend .
Und leider halten viele die Menschen im Osten immer noch für Den
Doofen Rest ( DDR).

Hier ein besonders perfider Beitrag.
Herr Lichtmesz übernehmen Sie die Analyse !
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/rechtsextremismus/alternative-fuer-deutschland-die-voelkische-bewegung-stellt-sich-vor-13950691.html

Um es kurz zu machen:
1. ich entschuldige mich für meine doofen Landsleute im Westen
2. Sehe die Widerstandsbewegungen im Osten grundsätzlich positiv

Möchte trotzdem zu bedenken geben:
Es ist anders als zur Zeit der Wende 1989. da muß noch etwas genauer hingeschaut werden.
Ich weise auf einen Beitrag von Felix Menzel in der Blauen Narzisse hin
Was leistet der Widerstand ?
Menzel beschreibt, wie er nach einem Jahr wieder bei Pegida teilnimmt und was sich verändert hat.
Er schreibt zum Weihnachtssingen bei Pegida 2014

" Doch als es meiner damals dreijährigen Tochter besser gelang, die Weihnachtslieder zu singen, als 95 Prozent der Anwesenden, stellte sich mir die Frage, wohin das alles führen soll.


Der überwiegende Teil der Menschen aus der ehemaligen DDR ist nicht mehr religiös sozialisiert worden. Fand zur Wendezeit aber noch Heimat in der Kirche.
Diese Heimat findet er heute dort nicht mehr. Ja, dem Widerständler wird abgesprochen, dass er die Werte des Abendlandes überhaupt verteidige.
Schlimmer noch:
Er hat gar nicht mehr das Recht, diese Werte zu verteidigen.
Als hätte er nie am eigenen Leib erfahren, was das bedeutet.
Welch ungeheure Arroganz der westlichen Intelligenzija.

Das finde ich traurig. Und empfehle das Büchlein von Pater Reinhard Körner ( ein Ossi) "Weisheit - die Spiritualität des Menschen

Es könnte einer weiteren Annäherung dienen:

Vielleicht
Sind wir doch - Brüder.
Wir werden sehen.

Häuptling Seattle
Coon
08. Dezember 2015 17:06
Exmeyer:
Halten Sie es eigentlich für einen Zufall, daß die Antifa pro-amerikanisch und -israelisch geworden ist?

Chapeau! Das ist der Witz des Tages oder ich habe das falsch verstanden. Mein zum grossen Teil linkes Hamburger Polit-Umfeld inklusive Antifa-Bekanntschaften vermittelt mir eher vordergründige Neutralität zum Thema Israel und eine klare antiamerikanische Position, aus der heraus die alte Leier angestimmt wird: Die böse Plutokratie jenseits des Kanals/Atlantik bei gleichzeitiger Identifikation mit den Abziehbildern des SED- und Stalinstaates! Dazu die unverbrüchliche Sympathie mit den Mühseligen und Beladenen, die in erster Linie durch die armen Palästinenser dargestellt werden. Auf Nachfrage stösst man dann recht schnell auf die üblichen Anti-Israel-Klischees, die man sich augenblicklich aber für später aufhebt um nicht unangenehm aufzufallen. Man weiss ja nie.
Hugo Treffner
08. Dezember 2015 17:46
@ Stil-Blüte

Greifen wir darauf zurück! Stichwort: Regionen!

Dazu ein Blick auf Liechtenstein. Das Bruttoinlandsprodukt pro Erwerbstätigen beträgt sagenhafte 132.000 EUR und liegt damit in der absoluten Weltspitze, nahezu doppelt so hoch wie Deutschland mit 68.000 EUR. Liechtenstein hat kaum Kriminalität und ist weltweit eines der wenigen Länder ohne Staatsverschuldung. Es muss also irgendetwas richtig machen. Allein daher lohnt ein Blick auf das politische System des Landes.

Je größer und anonymer eine Gesellschaft ist, desto eher wird sich ein Wasserkopf von Politikern, Beamten und Lobbyisten um die Zentrale bilden und desto eher besteht ein Anreiz, persönlich nicht bekannte Mitmenschen auszubeuten und weltfremde Entscheidung zu treffen. Echte Subsidiarität bedeutet, dass die Mehrheit der Entscheidungen auf Gemeindeebene getroffen werden. Man kennt sich und, kann die Auswirkung seines Tuns direkt beobachten.

Verglichen mit Deutschland ist Liechtenstein ein Musterbeispiel für Systemrobustheit oder Antifragilität. Ein antifragiles System ist eines, das weniger Ausschläge (auch nach oben) aufweist, dafür über ein weit längeren Zeitraum stabil und letztlich erfolgreicher ist. Den Gegensatz dazu bilden fragile Systeme, die eine Zeit lang gut aussehen, dann aber in regelmäßigen Abständen katastrophal zusammenbrechen. Bis zum Jahr 1866 waren Liechtenstein und das heutige Deutschland im Deutschen Bund vereint. Der Deutsche Bund war ein Staatenbund souveräner deutschsprachiger Staaten, der im wesentlichen eine gemeinsame Verteidigung zum Gegenstand hatte. Ähnlich wie heute der intellektuelle Mainstream und die politische Klasse einen europäischen Bundesstaat anstrebt, war seinerzeit die Schaffung eines einheitlichen deutschen Staates das Maß der Dinge. Als nach der Schlacht von Königgrätz klar wurde, dass Preußen, welches den Fortbestand des Deutschen Bundes ablehnte, das Zentrum dieses neuen Staates sein würde, wurde von den Mitgliedsstaaten seine Aufhebung beschlossen. Ein einziges Land stimmte damals übrigens dagegen: Liechtenstein.

Was in der Folge mit Deutschland geschah ist bekannt: Einigungskriege, Kolonialismus, Erster Weltkrieg, zwei Millionen eigene Kriegstote, Verlust von einem Viertel des Staatsgebietes, Revolution, Hyperinflation, Währungsreform mit Verlust nahezu alle Ersparnisse, nationalsozialistische Diktatur, Zweiter Weltkrieg, sechseinhalb Millionen eigene Kriegstote, Verlust eines weiteren Drittels des Staatsgebietes, fast alle Städte zerbombt, Vertreibung von zwölf Millionen Deutschen, Teilung des Landes in Besatzungszonen, erneute Währungsreform mit Verlust nahezu aller Ersparnisse, sozialistische Diktatur im Ostteil, dort Revolution und erneute Währungsreform. Insgesamt gab es sage und schreibe vier Systemzusammenbrüche seit 1870. Demgegenüber in Liechtenstein: null.

Heute verfügt Liechtenstein über ein weit höheres Pro-Kopf-Einkommen als Deutschland, ist ein stabiles Land mit wenig Kriminalität und ohne Staatsschulden. All dies wurde erreicht ohne einen einzigen Krieg, ohne eine einzige Revolution und ohne einen einzigen Anschluss an ein großes und mächtiges Gemeinwesen. Wenn dieser Erfolg nicht am politischen System und an der Kleinheit des Landes liegt, woran dann?

Liechtenstein hat eine Verfassung, die uns fehlt.

Es gibt im liechtensteinischen System -neben einer unabhängigen Justiz- seither eine Vielzahl von Checks and Balances, welche machtbegrenzend wirken:

1.)Gleich drei Organe haben das Recht, Gesetzesinitiativen einzubringen (Fürst, Landtag, Volk).
2.)Regierungsmitglieder dürfen nicht gleichzeitig Parlamentsabgeordnete sein.
3.)Jedes Gesetz unterliegt der Volksabstimmung, sofern der Landtag oder drei Gemeinden oder mindestens 1.000 Bürger dies verlangen.
4.)Jeder Staatsvertrag (etwa Beitritt zu supranationalen Organisationen) unterliegt der Volksabstimmung, sofern der Landtag oder vier Gemeinden oder mindesten 1.500 Bürger dies verlangen.
5.)Der Fürst kann gegen Gesetze durch Nichtausfertigung sein Veto einlegen, auch wenn diese aufgrund von Volksabstimmungen zustande gekommen sind.
6.)Der Fürst kann einzelne Regierungsmitglieder oder die Regierung insgesamt ohne Angabe von Gründen entlassen.
7.)Das Volk kann das Parlament auflösen.
8.)Das Volk kann dem Monarchen das Misstrauen aussprechen oder die Monarchie insgesamt abwählen.
9.)Die Richter werden von einem Gremium aus Fürstlichen Mitgliedern und Landtagsabgeordneten dem Landtag zur Wahl vorgeschlagen. Lehnt dieser ab, entscheidet eine Volksabstimmung.
10.)Jede Gemeinde kann jederzeit aus dem Staatsverband austreten, wenn die Mehrheit der Gemeindeeinwohner dies beschließt.

Liechtenstein als Vorbild für Deutschland?

http://www.deutscherarbeitgeberverband.de/aktuelles/2015_09_21_dav_aktuelles_liechtenstein.html?q=gebel%20liechtenstein
Der_Jürgen
08. Dezember 2015 17:47
Der kluge und fundierte Beitrag des Hern Roland Woldag (den ich bisher nicht kannte; gut, dass man immer dazulernt), seinerseits hervorgerufen durch einen stilistisch geradezu genialen Artikel von Martin Sellner, gibt erfreulicherweise Anstoss zu einer Debatte von hohem Niveau. Man gestatte mir, auf die Bemerkungen und Fragen einiger Foristen kurz zu antworten.

@Friedhelm
Sie stellen die Frage, warum Japan, wie Deutschland ein Besiegter des 2. Weltkriegs, einen anderen Weg einschlug und keine nennenswerte Immigration zulässt. Ich war nie in Japan, kann kein Wort Japanisch und bin deshalb in keiner Hinsicht ein Fachmann für dieses Land, kann aber dank meiner Bekanntschaft mit einigen Japanern und Japan-Kennern dazu doch etwas sagen:

Schon bald nach der Hinrichtung der beim Tokioter "Kriegsverbrecherprozess" zum Tode verurteilten Offiziere besuchte der Tenno deren Schrein. Damit war die Sache für jeden Japaner klar. Japan musste den Siegern und Okkupanten Konzessionen machen, war jedoch niemals bereit, sich aus freien Stücken schuldig zu bekennen. Eine Einstellung, die man gut begreift, wenn man weiss, dass im März 1945 bei dem mörderischen und militärisch völlig sinnlosen Bombardement Tokios weit über 100.000 Menschen verbrannten, mehr als später in Hiroshima und Nagasaki.

Dies heisst nicht, dass die Japaner selbst keine Verbrechen begangen hätten; davon gab es in China (Nanking-Massaker) und Korea mehr als genug. Aber die Japaner waren und sind der Ansicht, eine Macht, die Tokio vernichtete und bald darauf Atombomben auf ein bereits kapitulationswilliges Land abwarf, habe jedes Recht zum Moralpredigen verwirkt. Damit treffen sie den Nagel auf den Kopf.

Das durchschnittliche Alter der Japaner beträgt heute 41 Jahre - alarmierend, da muss die Geburtenrate schleunigst erhöht werden. Doch man hat fast keine Immigranten, und die wenigen, die es gibt, gehören meist der gelben Rasse an, sind keine Moslems und darum integrierbar. Multikultipropaganda wirkt da nicht. Kein geistig gesunder Japaner käme auf die Idee, Millionen Schwarze, Araber oder Inder ins Land holen zu wollen.

@Der Gehenkte
Vielen Dank für den Hinweis auf dieses Video. Peter Feist ist ein guter Mann und ein Befürworter der Querfront, die unsere hauptsächliche Chance ist.

@Matt Eagle
Sie stellen die berechtigte Frage, warum in Frankreich und in Schweden geradezu fanatisch Multikulti betrieben wird. Ich kenne beide Länder sehr gut, Frankreich noch besser als Schweden, und halte mich deshalb für befugt, Ihnen zu antworten.

In Frankreich werden die Schuldkomplexe in erster Linie mit der (angeblichen) Schuld der Vorväter an der "kolonialistischen Ausbeutung Afrikas" begründet, aber auch mit der "Mitschuld Vichys am Holocaust". In beiden Fällen operiert das System mit grober Geschichtsklitterung. Man erzählt den Franzosen oft, die Kolonialmacht habe "eine Million Algerier" umgebracht, während die wirkliche Zahl einige zehntausend betrug. Ausserdem haben die Franzosen in Algerien und in ihren anderen Kolonien Strassen, Schulen und Krankenhäuser gebaut, sie haben eine Infrastruktur geschaffen, von denen die betreffenden Länder bis heute profitieren. - Zum "Holocaust" äussere ich mich hier nicht, um den Betreibern der Website keine unnötigen Schwierigkeiten einzubrocken. Wer will, kommt so oder so an die nötigen Informationen heran.

Der Fall Schweden ist beängstigend. Ein Land ohne NS-Vergangenheit, ohne kolonialistische Vergangenheit, begeht vor unseren Augen Selbstmord; ob der Untergang Schwedens noch abzuwenden ist, wird die Zukunft zeigen. Die Gehirnwäsche erreicht dort ein Ausmass, das dasjenige in der BRD noch übertrifft und fast schon nordkoreanische Dimensionen erreicht. Von Kindheit an trichtert man den Schweden ein, dass die abscheulichste aller Sünden der "Rassismus" ist und dass jeder, der meint, ein Schwede und ein Somali seien vielleicht doch nicht gleich, sich eben dieser Sünde schuldig macht. Auch hier wird massiv mit der Holocaust-Keule operiert. Als eine nationale Partei in Norrköping eine Kundgebung gegen die Masseneinwanderung durchführte, liess die Stadtverwaltung vor- und nachher die Rathausglocken die Titelmelodie aus "Schindllers Liste" spielen - gewissermassen als Requiem auf das schwedische Volk.

@Exmeyer
Ich lebe mit meiner weissrussischen Frau in Russland, verfolge täglich die Nachrichten und kann Ihnen versichern, dass sich hier nicht einer unter tausend Gedanken darüber macht, ob Russland irgendwann in Zukunt mit den USA gegen ein erstarkendes China zusammenspannen muss. Der Feind ist Amerika, basta. Die Amis beweisen das Tag für Tag. Die Chinesen sitzen mit den Russen im gleichen Boot. Sie schliessen einen Vertrag nach dem anderen mit Moskau ab und werden ebenfalls von den USA bedroht.

Ob sich die Konstellation in zwanzig oder zwanzig Jahren anders darbieten wird, interessiert kaum einen. Wie die Welt aussehen wird, wenn die USA infolge ihres Zusammenbruchs von der weltpolitischen Bühne abgetreten sein werden, ist eine Frage für Hellseher und Politologie-Doktoranden. Im Moment geht es darum, wie dieser Abgang beschleunigt werden kann, und dann sehen wir weiter.

Wie sagte es doch der verstorbene Franz Josef Strauss: "Wenn die Marsmenschen kommen, werden die Amerikaner Seite an Seite mit der Roten Armee marschieren." Er hatte recht.
Belsøe
08. Dezember 2015 18:23
Um aus dieser Konsumbrummkreisel Ideologie Ost wie West auszusteigen macht Finnland Hoffnung.
Bedingungsloses Grundeinkommen… 800 Euro. Ein guter Anfang.
Das schafft Freiheit im Kopf.


Frei durch Staatsknete? Ich will mich nicht aufschwingen, vorherzusagen wie die stolzen Finnen das handhaben werden. Ich bin mir aber absolut sicher: in Deutschland endet das binnen weniger Jahre mit einem prekären Kombilohnmodell für alle. Hartz IV minus Bedingungen wird nicht passieren. Das jetztige Gehalt plus 800€ wird nicht passieren. Freiheit im Kopf wird schon gar nicht passieren.
Hugo Treffner
08. Dezember 2015 18:25
@ Exmeyer

".....daß China für Rußland die größere Bedrohung wird. Derzeit sind die beiden Zweiten zur Kooperation gezwungen, weil Amerika sonst den einen gegen den andern ausspielen würde."

Doch wir sollten hinter den Spiegel blicken. Einen Blick, den auch die meisten politischen und wirtschaftlichen Analysten und „Über-den-Tellerrand-Blickende“ nicht wagen. Dabei wäre es so wichtig zu erkennen, dass das falsche globale Paradigma von Ost und West allein durch die zueinander konkurrierenden Handlungen und Stellungnahmen ein und desselben Akteurs (egal, wer das nun im konkreten Fall genau ist), dass genau dieses Paradigma dadurch ad absurdum geführt wird.

Viele wollen einfach glauben, dass mit Putin ein Gegenspieler auf der Bühne steht, der dem Westen in seinem Tun Einhalt gebietet und erkennen dabei nicht, dass dieser „Ost-West-Konflikt“ kein legitimer ist und ein bewusst gesteuerter.

http://www.konjunktion.info/2015/12/nwo-ost-und-west-spielen-das-gleiche-spiel-der-versuch-eines-blicks-hinter-den-spiegel/
Der Gutmensch
08. Dezember 2015 18:40
Kommt es tatsächlich darauf an, wie es mal zu irgendwelchen Unterschieden kam? Was die derzeitige Situation angeht, hilft wohl eher ein Blick auf die praktischen Konsequenzen - also die funktionalen Zusammenhänge und objektiven Interessenlagen. Es ist ja kein Zufall, dass wir nicht mal eine Verfassung haben, sondern vielmehr Ausdruck eines Problems. Derzeit haben wir davon aber noch ein dringlicheres: Nämlich die Bedrohungslage durch den IS. Ein gemeinsamer Feind ist natürlich tröstlich, weil man wohl zwangsläufig an einem Strang wird ziehen müssen, wenn man damit überhaupt fertig werden will - und wer nicht mal das einsieht, der ist ohnehin nicht gemeinschaftsfähig. Aber danach muss es anders weitergehen, denn kollektives Smartphonedrücken und Gendertoiletten bilden ja noch keine tragfähige Basis. Es wird sich dann aber von ganz alleine zeigen, wozu sonst wohl noch reichen mag.
Coriolan
08. Dezember 2015 18:43
"Im Osten dominiert nun jener Menschenschlag, welcher seine vor 25 Jahren gewonnene Freiheit verteidigt und willens ist, den Kampf gegen die Allianz aus SED-Linken und linksgrünen Westextremisten zu organisieren"

Mit Verlaub...aber das ist Käse. Eine solche Allianz existiert nicht, und wird nicht existieren, solange die Linkspartei nicht ihre bündnis- und sicherheitspolitischen Positionen denen des Mainstreams anpaßt.
Mir scheint, Sie pflegen, ohne Rücksicht auf die Realitäten, ihre persönlichen Feindbilder und vergessen darüber, die SPD und die vermerkelte CDU, deren Vorsitzender und Kanzlerin wir den jüngsten Schlamassel zu verdanken haben, auch nur beim Namen zu nennen. Wenn die Linkspartei zum bösen Spiel des juste milieu gute Miene macht, so liegt es daran, daß diese Partei sich, wie vor ihr die SPD, am westlichen Linksliberalismus, wie er in der Parteipolitik idealtypisch von den Grünen verkörpert wird, längst infiziert hat. Daß auch aus der Ecke der Plattform-Kommunisten kaum Widerworte zu vernehmen sind, ändert daran nicht das Geringste: Diese Leute sehen sich als Opposition in einem bürgerlichen Staat, und als solche befürworten sie, wovon sie irrigerweise annehmen, daß es die herrschenden Zustände destabilisieren könnte. Für die simple Wahrheit, daß die Politik der offenen Grenzen eine Waffe in der Hand der internationalen Hochfinanz ist, fehlt ihnen offenbar das Organ; woraus folgt, daß diese vermeintlichen Traditionskommunisten, mag der Mainstream sie auch noch so hart mit der Antisemitismuskeule züchtigen, den Virus der linksliberalen Rückenmmarkserweichung längst in den Knochen haben. Leonid Breshnev z.B. hatte kurz vor seinem Tode den Vorsatz gefaßt, bei einem anstehenden Gipfeltreffen mit den Führern der "freien Welt" das "Überleben der weißen Rasse" zum Thema zu machen. Solange die DDR existierte, haben ihre Propagandisten sich gerne über "neonazistische und revanchistische Tendenzen" in der BRD empört; die DDR war aber war von einer Politik, wie sie in der BRD mit der Anwerbung von Gastarbeitern ihren Anfang nahm, zeitlebens weit entfernt.
Wie die DDR mit den Fremdarbeitern aus befreundeten sozialistischen Staaten umsprang, wenn jene sich nicht an die Spielregeln hielten, ist mir neulich aus dem Munde eines Kollegen namens Silvio zu Ohren gekommen. Silvio verbrachte seine Jugend in einer Kleinstadt in Sachsen-Anhalt, in deren Leichtindustrie einige hundert Algerier tätig waren. Irgendwann eskalierten die Spannungen zwischen Fremdarbeitern und Einheimischen, und die Algerier zogen in Rotten durch das Zentrum und stachen mit ihren Messern auf alles ein, was ihnen in die Quere kam. Soweit kommt einem das Szenario bekannt vor.

Tags darauf war kein einziger Algerier mehr da. Greifertrupps der Staatssicherheit hatten die marodierenden Araber windelweich geprügelt, einige Stunden später saßen die Algerier, blutverkrustet, mit
verschwollenen Gesichtern in den Flugzeugen, die sie schnurstracks in die Heimat zurückflogen.

Ein anderes Beispiel: Die einzigen Geheimdienstler und Diplomaten, die sich während der achtziger Jahre in Beirut frei bewegen konnten, ohne befürchten zu müssen, entführt zu werden, waren die der Sowjetunion. Es hatte sich etwas herumgesprochen: 1983, kurz nach dem Anschlag auf einen Stützpunkt des US Marine Corps in der Stadt, der das US-Militär mehrere hundert Menschenleben kostete, hatten Angehörige der schiitischen Amal-Miliz einen hohen sowjetischen Diplomaten entführt. Was tat der KGB ? Er entführte postwendend den Sohn des Anführers der Miliz. Tags darauf ging, statt einer Lösegeldforderung, bei Herrn Amal ein Päckchen ein, darin der abgehackte kleine Finger von Amal Junior, ergänzt um die Drohung: Entweder ihr laßt SOFORT unseren Mann frei, oder wir schicken Dir Deinen Sohn in kleinen Stücken zurück. Die Reaktion ließ nicht auf sich warten. Noch am selben Tag war der Diplomat auf freiem Fuße, und danach ist nie wieder einem Mitarbeiter der diversen sowjetischen Residenzen im Libanon ein Haar gekrümmt worden.--

Nein, wer wissen möchte, warum der Mainstream der BRD sich so entwickelt hat, der muß seinen Blick in eine ganz andere Richtung wenden. Was nun die Linkspartei anbetrifft, so hat sie, allen Bemühungen von Leuten wie Gysi zum Trotze, den BRDistischen Lackmustest nicht bestanden, solange sie sich nicht zur NATO und überhaupt zur Westbindung bekennt. Das wird, wie die Dinge liegen, aber erst der Fall sein, wenn die alten SED-Kader abgetreten sind und die Partei sich geschlossen zur Politik des Antideutschtums bekennt. Dessen Avancieren von einer randständigen Polit-Sekte zu einer Strömung, deren Einfluß bis in die Organe der bürgerlichen Presse und in die Jugendorganisationen der SPD vernehmlich ist, ist ohne massive finanzielle und sonstige Schützenhilfe gar nicht zu erklären. Mithilfe der Antideutschen ist es den Transatlantikern gelungen, immer größere Segmente der Linken auf einen pro-westlichen, pro-kapitalistischen Kurs zu vergattern. Wer sich an die Freund/Feind-Konstallationen in der Bundesrepublik der 80er Jahre erinnert , kann eigentlich nur den Kopf darüber schütteln, daß es binnen von nicht einmal 25 Jahren gelungen ist, große Teile der extremen Linken zur Planke einer "antifaschistischen Plattform" zu machen. JETZT begreife ich, was ein CDU-naher Kommentator wie dieser Spreng gemeint haben könnte, als er Ende der 90er Jahre in einem Interview mit der JF eine Lanze für den Antifaschismus brach. Heute ist die militante Linke, oder doch große Teile davon (das globalisierungskritische Spektrum ausgenommen), objektiv die Prätorianergarde des herrschenden Systems. Diese, ihrem Ursprung nach "westliche" Linke, deren Übergänge zum hegemonialen Linksliberalismus der Medien fließend sind, findet mit dem politischen und medialen Mainstream nicht allein in sog. "breiten Bündnissen" sporadisch zueinander. Seit dem sog. "Anstand der Aufständigen" wird sie bekanntlich von diesem Mainstream ausgehalten. Leute wie Jürgen Elsässer und seine Mitstreiter waren zunächst nichts anderes, als "boat people" dieser mit Geld und Einflußagenten auf den Weg gebrachten Wende innerhalb der radikalen Linken.
Andererseits ist diese Tendenz so neu nicht: Die im Halbdunkel der frühen sechziger Jahre liegenden Anfänge der "Neuen Linken" in der BRD kannten, neben quasi nationalrevolutionären Ansätzen, eben auch einen im Sinne der damals angesagten Konvergenztheorie geförderten "linksbürgerlichen Aufklärungs-Marxismus", in dem bereits alles enthalten war, was bei den Antideutschen der 2000er Jahre wiederzufinden ist.
Frederick van Portshoven
08. Dezember 2015 19:25
Matt Eagle schrieb:
Man geht Konflikten aus dem Weg. Traut sich nicht die GEZ zu ärgern. Traut sich nicht AfD zu wählen Fordert immer mehr Sicherheit (Waffenverbote, bedingungsloses Grundeinkommen) Verlässt das Multikulti-Viertel. Kriegt lieber keine Kinder mehr. Sagt, dass man nach Australien geht wenn hier die Flüchtlingskrise eskaliert. Singt „Imagine“ von John Lennon nachdem die Freunde von Terroristen abgeschlachtet wurden. Ich kenne ernsthaft Leute, die mir gesagt haben, dass sie lieber Selbstmord begehen würden als sich gegen Terroristen zu wehren, weil „in so einer brutalen Welt will ich nicht leben“.

Solche Eindrücke durfte ich auch schon des Öfteren sammeln. Bei den meisten autochthonen Männern herrscht ein Mangel bzw. ein Nichtvorhandensein von Wehrhaftigkeit, Selbstbehauptungswillen und Kampfbereitschaft vor. In diesem Zusammenhang kann ich nur immer wieder auf das Leben an deutschen Universitäten verweisen. Hier trifft man diesen Weichei-Typus überproportional häufig an. Gern werden Sätze immer wieder kolportiert wie "Gewalt ist keine Lösung", "Wer mit Worten nicht mehr weiter weiß, schlägt zu", "Gewalt ist die Sprache der Dummen" etc. Diese Liste ließe sich beliebig variieren.
Fakt ist aber auch - sofern man ein von der Realität gestütztes und nicht ein normatives Weltbild hat -, dass einem Argumente wohl in den seltensten Fällen weiterhelfen, wenn das Gegenüber wild entschlossen ist, einem - mit Verlaub - auf die Fresse zu hauen oder zu enthaupten/erschießen, was auch immer. Während meines Studiums kam ich in den Genuss mehrerer Aufenthalte im sehr ländlich geprägten Texas. Dort zeichnete sich ein gänzlich anderes Bild der Uni-Klientel ab. Auch dort gab es entmännlichte Studenten, die man auf Neudeutsch als "Lauchs" und/oder "Opfer" bezeichnen könnte. Stärker vertreten war aber der athletische Typus, dessen Körper trainiert war, dessen Selbstbehauptung nicht zur Disposition stand, und der in der Regel im Umgang mit Schusswaffen versiert war. Undenkbar bei deutschen Studenten.
Gebildet zu sein, argumentieren zu können usw. - das sind mitnichten Gegensätze zur Wehrhaftigkeit. Björn Höcke sprach in einer seiner jüngsten Reden davon, dass wir unsere Männlichkeit wiedererlangen müssten. Dies wäre ein solides Fundament für alles Weitere.
Stil-Blüte
08. Dezember 2015 19:40
@ der_Jürgen

..., weil die kommunistische Diktatur den Deutschen in der DDR keine systematischen Schuldkomplex aufoktroyiert hat, ist das Denken der Menschen in Ostdeutschland weniger korrumpiert...


Äußerst wichtige Feststellung! Hinzu kommt, daß die russische Besatzungsmacht ungeübt in psychologischer Kriegsführung war, die im Westen als 'reeducation' durchgezogen wurde.

Eines möchte ich noch ins Feld führen: Nicht nur Europa, sondern Deutschland ist seit dem 'Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation' ein Gebilde der Pfalzen, später der Kleinstaaten, noch später der Bundesländer. Stichwort: Regionen! Die Animositäten bis hin zu Fein(d)seligkeiten sind erstaunlich zählebig: Bayern +- Preußen, Fischköppe +- Weinbauern, Spree-Athen +- Elbflorenz, Karneval +- Fasching, Laubwald +- Nadelwald, Ostsee +- Alpen, Meißner Porzellan +- Bunzlauer Steingut, Bergbau +- Fischfang, Strom +- Bächlein, katholisch +- protestantisch, Heide +- Weingegend, Drei-Felder-Wirtschaft +- Alm, Kassler +- Bückling, Kölsch +- Berliner Weiße, Taxi +- DB, Kartoffel +- Nockerl, Autobahn +- Wanderweg, Wiener Walzer +- Seemannslied, platt +- bairisch, rheinländisch +- ostelbisch, Adenauer +- Ulbricht.

Greifen wir zu!

Einiges davon ist übrig geblieben, beileibe nicht nur Reste, sondern organisch gewachsene jahrhundertealte Tradition. Aber auch als einfaches Ost-West-Muster, wenngleich beschnitten, hat Deutschland Tradition (s. Nationalhymne), die durch die Teilung nur verstärkt und die Vereinigung lediglich abgeschwächt wurde.

Unterschiede, Differenzen, Animositäten, Affinitäten, Gemeinwohl gehören zum deutschen Charakter. Ich wünschte, Schiller hätte auch uns Deutschen diesen Schwur geschenkt: Immerhin ist er deutschsprachig.

Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern
in keiner Not uns trennen noch Gefahr.
Wir wollen frei wie wie die Väter waren
eher den Tod als in der Knechtschaft leben.
ingres
08. Dezember 2015 19:47
Die AfD ist kein Ostphänomen. Die Mitglieder hier im Kreis wissen genau Bescheid was los ist, bzw. lassen es sich erklären. Es müssen nur Leute dabei sein, die wissen was gespielt wird. Aber in der Praxis wissen die meisten auch selbst Bescheid.
Wir setzen nicht auf die Schubkraft ostdeutscher Probleme. Wir warten einfach ab, wie die Prozente parallel zur Bereicherung der Bevölkerung durch die Invasion steigen. Man kann das dem Volk nicht klar machen. Es muß die Erfahrung schon selbst machen. Aktionen bringen nichts und sind lediglich gefährlich. Aber die Bevölkerung wird ja die Erfahrungen nachen und weiß dass jemand da ist. Dafür war natürlich die Präsenz auf der Straße wichtig. Wenn die Bevölkerung die Prozente nicht hochtreibt trotz Bereicherung durch die Invasion; ja dann kann man auch nichts aufklären.
Karl Blomquist
08. Dezember 2015 20:04
Die den Westdeutschen eingebleute deutsche Geschichtsmär
ist Kriegspropaganda der Westalliierten

Mit der Invasion könnten die Mitteldeutschen schon noch fertig werden
,
und die Westdeutschen wohl auch, sobald sie das von Besatzern und Kollaborateuren wie Fischers Fritze auf den Kopf gestellte Geschichtsbild wieder auf die Füße stellen.

Allerdings:
Die von den VSA und dem perfiden Albion orchestrierte Invasion in Mitteleuropa wird zusätzlich von der realen Gefahr eines großen Krieges überlagert.
Die Angelsachsen wollen einen großen Krieg, sozusagen das Halbfinale, gegen Russland führen, solange sie es noch können. Denn ihre Zeit läuft ab. Ziel der Angelsachsen ist die Einkreisung Chinas, ihres Hauptkonkurrenten, wodurch sie China unterwerfen und das Endspiel gewinnen wollen.

Die Weltherrschafts-Planungen der VSA begannen lange vor WKI, dem Achtelfinale, dem gleich anschließend das Viertelfinale WK II folgte:
"In den Washingtoner Führungszirkeln wurde das Deutsche Reich schon seit langem … als dunkle Bedrohung des eigenen Anspruchs, einzige Weltmacht zu sein, empfunden. Man war auf amerikanischer Seite überzeugt, dass das britische Weltreich sich Stück für Stück … übernehmen ließe, dieser Prozess war überdies längst im Gang. Von Deutschland nahm man das nicht an. Der finsteren Thematik entsprechend hatte man diesem Land deshalb in den Militärakten schon kurz nach der Jahrhundertwende den Code-Namen "Black" gegeben."
(Mitten im Frieden überfällt uns der Feind, Scheil)

Aber was tun?
Leistung (vorübergehend) herunterfahren?
Oder schon Evakuierung (vorübergehend), um wenigstens die Substanz des Volkes u erhalten, wenn das Land schon zerstört weden soll?
Bernhard
08. Dezember 2015 20:14
Ich glaube, daß die Analyse nur auf eine kleine Minderheit zutrifft. Was ist z.B. mit dem viel größeren Personenkreis der LINKEN? Und der Mehrheit der völlig Unpolitischen?

Glaubt hier wirklich jemand, daß z.B. 25.000 Pegidianer bei (ursprünglich) fast 17 Millionen Mitteldeutschen überhaupt eine signifikante statistische Größe seien?
Anja
08. Dezember 2015 21:45
@Der_Jürgen

"Hier ist auch der Grund dafür zu suchen, dass die allermeisten Ungarn (wie auch die meisten sonstigen Osteuropäer) immun gegen die Multi-Kulti-Propaganda sind."

Das ist sicher richtig, aber was ist bisher mit den Schweden los!?
Unke
08. Dezember 2015 22:55
Herr Woldag,
schön von Ihnen auch an dieser Stelle zu lesen!
Und wie immer: bitte mehr davon!
Und ja: Sie haben -als Ossi- "den" Wessi selbstverständlich nicht begriffen.
Macht aber nix, ich verklar es Ihnen - habe nur gerade keine Zeit.
Richtig ist: der Wessi ist degeneriert - aber eben auch unterdrückt (und, latent, immer auf dem Sprung zum Auswandern bzw. sich zu verpissen). Wie gesagt, später dazu mehr.
Sören
09. Dezember 2015 00:14
"Das ist sicher richtig, aber was ist bisher mit den Schweden los!?"

Einige Faktoren, warum die Schweden sich das alles so sehr gefallen lassen:

* Am meisten unterschätzt weil für Ausenstehende am verborgensten ist die Grundehrlichkeit der einfachen Schweden. Das einfache Volk vor allem auf dem Lande kommt aus einer Geschichte, wo es sehr homogen, christlich und vertrauensvoll gegenüber Seinesgleichen war. Die Leute können sich einfach nicht vorstellen, dass jemand, zum Beispiel ihre eigene Elite, ihnen Böses will. Traurig und vielleicht sehr schwer zu verstehen, aber wahr. (Es git interessante Theorien, die diese Mentalität aus den sehr harten Lebensverhältnissen und der sehr niedrigen Bevölkerungsdichte im Skandinavien nach dem Ende der letzten Eiszeit herleiten.)

* Es gibt auch noch viele althergebrachte Institutionen, die teilweise vom Kulturmarxismus zwar schon spürbar unterwandert sind, die aber mit ein bisschen Augen-Zumachen auf jeden Fall noch zu funktioneren _scheinen_, ablenken und eine _Schein_sicherheit vermitteln: Da sind vor allem die schwedische Kirche zu nennen, aber auch der Sport, die Jagd, das nationale Hobby, amerikanische Oldtimer zu halten, die in Schweden sehr verbreitete Pferdehaltung und alles, was damit zusammenhängt, die Sommerhäuser und einiges mehr.

* Schwedens weitläufige Geographie erlaubte es lange Zeit, die Einwanderermassen zu verstecken. Diese Strategie bricht zur Zeit zusammen, da es einfach zu viele geworden sind. Entsprechend haben die Altparteien zumindest ihre Rhetorik verhärtet.

* Die gute Wirtschaftslage der letzten Jahre tat ein Übriges. Schweden hatte das Geld, sich vom unvermeidlichen Kollaps verübergehend freizukaufen. Auch diese Strategie findet jetzt ihr Ende.

* Die enorm hohe Privatverschuldung des schwedischen Volkes. Die Leute sind Vollzeit damit beschäftigt, ihre Hypotheken zu bedienen, und haben eine Heidenangst davor, arbeitslos zu werden, und dann sofort ihr trautes Heim zu verlieren. Das diszipliniert ungemein.

* Drogen, Drogen, Drogen. Die Schweden sind ein Volk unter Drogen, daran ändert auch das staatliche Alkoholmonopol nichts. Das fängt mit der enorm hohen Rate an Jungen an, denen wegen angeblichem ADHD Ritalin verschrieben wird. Es geht weiter mit Cannabis und chemischen Drogen für die Jugend und jungen Erwachsenen und endet mit einer einer tief verankerten, traditionellen Trinkkultur für so ziemlich alle. TV, Internet und Gaming runden die Sache ab.

* Die Linke konnte über viele Jahrzehnte eine kulturelle Hegemonie aufbauen, die sich jetzt bitter rächt.

* Die Pressekonzentration in den Händen einiger weniger, links ausgerichteter Grossverlage lässt in den Müllstreammedien praktisch keine alternativen Standpunkte zu. Die politische Landschaft Schwedens befindet sich im Würgegriff dieser Presse. Mächtiger als jeder Politiker in Schweden ist Peter Wolodarski, seines Zeichens Chefredakteur von Dagens Nyheter.

* Die Unterwanderung wichtiger Institutionen durch Kommunisten und Einwanderer. An erster Stelle sind hier der staatliche Rundfunk und die Gewerkschaften zu nennen, wo die Entwicklung schon weit gediehen ist. Von Einwanderern unterwandert sind auch Parteinen des Bürgerblocks, vor allem die Liberalen, die linken Parteien sowieso.
Sascha
09. Dezember 2015 00:16
@Exmeyer, "Und dann sind die Russen an die Seite Amerikas gezwungen, die beiden Zweiten."

Glaube ich nicht. Beide können ganz gut miteinander, weil beide, im Gegensatz zu Amerika, nicht die ganze Welt nach der eigenen Ideologie umformen wollen. Sie brauchen einander wirtschaftlich, militärisch arbeiten sie gegen die Amis zusammen. Wenn das irgendwann nicht mehr nötig ist, sind die Russen ein neutrales Bindeglied zwischen China und Europa. An die Seite Amerikas kann man sie kaum noch zwingen. Die Zeiten am Ende des Kommunismus, wo Amerika dort positiv besetzt und Vorbild war, sind lange vorbei.
Rosenkranz
09. Dezember 2015 00:49
@Matt Eagle

Es ist gut, daß sie das Dilemma der europäischen Völker ansprechen. Um es mit Lisson (sinngemäß) zu sagen: "Der weiße Mann, ist der große Verlierer des 21. Jahrhunderts. Er hat alles erreicht und nun räumt er freiwillig das Feld."

Nicht wenige hübsche Frauen wissen schon, wer die neuen Herrenmenschen im Lande sind und haben sich schonmal einen "edlen Wilden" geschnappt.

Zum Artikel: Ich merke aber auch, daß der Ostdeutsche von heute nicht der von 1990 ist. Auch er ist zahm geworden. Wer traut sich den noch Sätze zu sagen wie: "Ich möchte als Deutscher in einem Land leben, in dem die Deutschen leben." Die DDR konnte mir das noch ermöglichen, die BRD hat mir dieses Grundrecht genommen. Die Demonstranten von 1989 haben dieses leider nicht bedacht. Ich mache ihnen aber keinen Vorwurf.

Auch ich stand als 12-jähriger mit meinen Eltern in West-Berlin nach dem Begrüßungsgeld an. Mir war sehr unwohl, habe aber aus Respekt vor den Eltern nicht rebelliert. Die D-Mark hatte gewonnen, nicht die Freiheit.
Mathias
09. Dezember 2015 02:27
@Bernhard
Ich glaube, daß die Analyse nur auf eine kleine Minderheit zutrifft. Was ist z.B. mit dem viel größeren Personenkreis der LINKEN?

Mann sollte die radikalen Linken, die das ganze Programm von Gender Mainstreaming, politischer Korrektheit bis Multikulti durchsetzen wollen, zahlenmäßig nicht überschätzen. Sie wirken vor allem durch hohe Aktivität.
Wenn SPD, Die Linke, DGB, Grüne und Kirchen in Berlin(!) gemeinsam nur etwas mehr als 1000 Leute gegen eine AfD-Demo auf die Straße bringen, dann steht keine Macht durch Masse mehr dahinter.
In ihren Auffassungen unterscheiden sich Linke in Ost und West. Die ehemaligen SED-Mitglieder und Reformsozialisten, die ich kenne, halten nichts von dem ideologischen Unfug aus dem Westen.

Und der Mehrheit der völlig Unpolitischen?

Nach meiner Erfahrung sind völlig Unpolitische die Minderheit.

Glaubt hier wirklich jemand, daß z.B. 25.000 Pegidianer bei (ursprünglich) fast 17 Millionen Mitteldeutschen überhaupt eine signifikante statistische Größe seien?

Ja. Sonst würde der politisch-mediale Komplex sie nicht so verbissen bekämpfen.
Olaf
09. Dezember 2015 05:44
"Viele Wessis sind nicht so blöd, wie die Ossis glauben. Es herrscht hier nur die nackte Angst. Deswegen gehen hier nur 200 oder 300 Leute auf PEGIDA-Demonstrationen."

So ist es, man muß doch nur mal rechnen, wer nicht zu den Anti-Demos geht, zu denen immerhin alle Parteien, Verbände und Kirchen aufrufen!

Zum Beispiel gab es in meinem Ort in Hessen, 15000 Einwohner, eine Anti-Pegida Demo, gegen Dresden oder den Mond, was auch immer, zu der eine linke Spinnerin aufgerufen hatte, obwohl es in dem Ort nichts Pegida-mäßiges gibt. Alle Parteien, Verbände und Kirchen haben sich dem Demo-Aufruf dieser Dame angeschlossen, in der Regionalzeitung wurde Propaganda gemacht, und wieviel kamen zur Demo?
Weniger als 100. Darunter viele Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die bestimmt nicht freiwillig dort waren. Die schweigende Mehrheit betrug also 99%.
Trinks
09. Dezember 2015 07:31
@Bernhard

"Glaubt hier wirklich jemand, daß z.B. 25.000 Pegidianer bei (ursprünglich) fast 17 Millionen Mitteldeutschen überhaupt eine signifikante statistische Größe seien?"

Doch, unter den Bedngungen des BRD/NWO-Kryptototalitarismus sind die 25000 politisch signifikant. Man darf sich aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass trotz all der Hetze, der PEGIDA ausgesetzt ist, PEGIDA immer noch ein pseudodemokratisches Feigenblatt darstellt, auf das das System verweisen kann.
Eveline
09. Dezember 2015 08:37
OJ
Nach einem Jahr Grundeinkommen wird der Deutsche vor allem danach trachten, es auch weiterhin ausbezahlt zu bekommen. Nichts gibt der Deutsche unlieber her als einmal gewonnene Pfründe.

Geld entsteht nur über Schulden, so das jetzt ein bedingungsloses Grundeinkommen entsteht, ohne Schuld und Zins.
Es wird immer nur über die Schulden geredet, auf der anderen Seite stehen aber die Gewinne. Keine Schulden - keine Gewinne.

Es erhalten und erhielten die Millionäre auch ein bedingungsloses - hier nennt man es Zinsen - Grundeinkommen,und zwar vom kleinen steuerzahlenden Arbeiter .... da haben die Millionäre sich auch ganz doll dran gewöhnt.
Sascha
09. Dezember 2015 09:43
@der Gehenkte: Danke für den Link zu Peter Feist, schon erstaunlich, wie der sich entwickelt hat. Eine der wenigen Ausnahmen von der Regel links = dumm.

Den kannte ich von 1988/89 aus einem Pro-Perestroika Clubs der FDJ. Der hat mir dann an einer Stelle zu meinen kritischen Gedanken zum Marxismus gesagt, das sei Antikommunismus. Seit dem betrachte ich mich als Antikommunist.

Was er in https://www.youtube.com/watch?v=usiOGO5HtpI erzählt, kann ich einigermaßen bestätigen, insbesondere dass er 48:30 anspricht, dass wir die Wichtigkeit der nationalen Frage schon vorher diskutiert haben. Und ich erinnere mich an einen Abend, wo ich mit einem Freund aus diesem Club nach Hause gingen, und dabei die Variante diskutierten, dass einfach alles zusammenbricht und dann vom Westen übernommen wird.
Der Gutmensch
09. Dezember 2015 10:00
Korrekt, ingres, da habe ich mich falsch ausgedrückt. Es geht nicht bei der AfD nicht um ostdeutsche Probleme. Nur um ostdeutsche Schubkraft, weil man dort noch mehr Bereitschaft findet, Probleme (die natürlich überall bestehen) noch als solche wahrzunehmen. Doch Menschen, die Probleme wahrnehmen, wollen auch bald eine Lösung und da beginnt dann der schwere Teil.
Kiki
09. Dezember 2015 11:01
Vielleicht ist Ursache der geistig-kulturelle Verschonung der unterworfenen Deutschen in der Sowjetzone einfach der etwas andere Charakter der dortigen Besatzer.

So bösartig, ja satanisch, daß man wie die Angelsachsen - um es biblisch zu sagen - auch gezielt und planvoll die Seelen seiner Opfer mordet und sie dem ewigen Tod überantwortet, so teuflisch sind Russen eben doch nicht (ob dieses Unvermögen nur an den mangelnden psychotechnischen Kenntnissen lag, kann diskutiert werden; mir scheinen dabei auch andere Eigenschaften eine Rolle zu spielen, denn gewisse gesitige Perversionen der Moderne sind am russischen Charakter einfach abgeperlt, während sie in den europäischen Völkern teife Wurzeln geschlagen und vieles altehrwürdige zerfressen haben).

Aus alteuropäischer Sicht sind daher DDR-Deutsche, Spätaussiedler und vergleichbare Deutsche die einzig normalmenschlichen Wesen im Konstrukt namens BRD - der bekennende BRDling dagegen ist nur noch ein widerwärtiges Scheusal.
Hartwig
09. Dezember 2015 11:05
@ Eveline
Bedingungsloses Grundeinkommen: Mit dieser Idee habe ich mich ausführlich beschäftigt (rein interessemäßig und keineswegs beruflich). Ein weites Feld mit vielen Aspekten. Und deshalb ist das hier nicht die Stelle, um es auch nur annähernd zu diskutieren. Vielleicht versuche ich einmal, einen Gastbeitrag darüber zu verfassen. Andererseits wäre das angesichts der Lage im Vaterland ein theoretisches Austoben in peripherer Zone ...
Der_Jürgen
09. Dezember 2015 11:21
@Sören
Danke für Ihre ausführliche Antwort bezüglich Schwedens. Sie widerspricht meiner Erklärung nicht, zählt aber noch eine Reihe anderer wichtiger Gründe für die unfassbare Passivität der Schweden auf. Jedes Wort ist richtig.

Wer Schwedisch lesen kann, dem sei die Lektüre des dünnen, aber inhaltsschweren Buchs "Hur Sverige blev en maangkultur" (Wie Schweden zur Multikultur wurde), erschienen bei Logik Förlag, von M. Eckehart empfohlen.
Deutscher EU-Austritt
09. Dezember 2015 12:15
Der Verfasser schreibt zuerst:

Die linksgrüne Kanaille versucht durch das Schüren überwundengeglaubter Ressentiments, die Autonomiebestrebungen des deutschen Volkes auf den Osten einzugrenzen und dort durch Inländerdiskriminierung, Kriminalisierung und Propaganda zu vernichten.


Und dann sofort:

Die 70jährige Konditionierung der Westdeutschen zu nihilistischen Volldemokraten


Das ist wenigstens ein Rohrkrepierer, bedenkt man dass die AfD - laut offiziellen Umfragen - inzwischen in NRW (!) auf 9% der Stimmen kommt. Sowieso sind 10.000 Menschen in Erfurt (wo eine kommunistische Regierung herrscht!)
und 20.000 Menschen in Dresden nicht repräsentativ für den "Osten", d.h. Mitteldeutschland. Die Grünen haben in Sachsen mehr Wähler als in Dresden Deutsche auf die Straße gehen.

Die Realitätsverweigerung wird auch im Westen der Katharsis weichen, wenn genau in dem Moment bewußt die unterste Karte aus dem Kartenhaus des Finanzsystems gezogen wird, an dem es ohnehin schon Spitz auf Knopf steht.


Und dieses Moment werden Sie, werter Autor, nie erleben, da durch das Schwindelgeld-System der EZB eine Finanzierung sichergestellt ist, bis der letzte Deutsche ausgestorben ist. Sehen Sie sich einmal die Staatsschulden Japans an.

Also, vielen Dank für den üblichen "Ost"/West-Artikel ohne Erkenntnisgewinn. Wie wäre es mal wieder mit Mann/Frau oder Preuße/Bayer?

PS: Was ist eigentlich ein "Volldemokrat"? Jemand, der immer CDU wählt, weil er immer schon CDU gewählt hat, oder immer SPD wählt, weil Mama und Papa auch schon immer SPD gewählt haben? Vgl. "Osten" und SED/Linke. Die hat nämlich auch Deutsche unterdrückt und in den Ruin getrieben, erfreut sich dort trotzdem aber großer Beliebtheit. So groß dass der Westen bei Bundestagswahlen mitbereichert wird.
Heinrich Brück
09. Dezember 2015 13:46
Ein Volldemokrat liebt den Hamster seiner Kinder; er gehört zur anständigen Mittelschicht, weiß von Krieg und Politik weniger als sein Hamster; und weil das Leben so schön war - bezahlt er die ganze Zeche!
Die Gelddemokraten bezahlen für ein bequemeres Leben auch gerne Tribut, Hauptsache die Störungen sind nicht allzu groß, und man hat
letztendlich auch noch etwas von der Rente. Hurra!
In den nächsten zehn Jahren wird jeder in diesem Land ärmer. Auch die Volldemokraten.
Exmeyer
09. Dezember 2015 14:54
@ Sascha:

1. "Glaube ich nicht."
Es geht nicht ums Glauben. Es geht darum den einen - realistischen - Pol der möglichen Entwicklungen auszuleuchten.

2. "Beide [Rußland und China] können ganz gut miteinander, weil ... "
Das "Weil" richtet sich langsfristig nur nach dem eigenen Interesse. Egal, wer an der Macht ist, egal welche Ideologien dahinter stehen. Das Interesse richtet sich im Wesentlichen nach Faktoren, die kaum veränderlich sind.
Interessen können aber verschieden ausgeprägt sein. Das kann also zum einen eher defensiv verstanden werden. Dann sind beide Staaten Machtkonkurrenten auf der "Weltinsel" Asien. Das kann aber auch eher offensiv verstanden werden, Dann kann eine Kooperation der beiden jede weitere (See-) Macht vom Kontinent ausschließen und Eurasien wird komplett jeweils von einer der beiden Mächte dominiert werden, bei den großen Brocken von beiden. Historisch ist das übrigens DIE Anleitung zum Konflikt zwischen den beiden. Weil sich dann die Frage nach des Bären Haut ergeben wird.

3. Amerika, das "... die ganze Welt nach der eigenen Ideologie umformen" will.
Das ist falsch und richtig. Die USA versuchen die Welt nach dem eigenen definierten Interesse zu formen und benutzen dazu die Ideologie als Deckmäntelchen für die Naiven an der Heimatfront und in der ganzen Welt. Die Hauptideologie, die sie unterschwellig verbreiten, ist das Erzeugen von Bedürfnis nach Konsum und Wohlstand.

4. "Sie brauchen einander wirtschaftlich, militärisch arbeiten sie gegen die Amis zusammen."
Seit kurzem. Davor hat sich auf der ganzen Welt niemand argwöhnischer betrachtet als China und Rußland.

5. "Wenn das irgendwann nicht mehr nötig ist, sind die Russen ein neutrales Bindeglied zwischen China und Europa."
"Bindeglieder" sind schwach. Den Eindruck vermittelt Rußland sicher nicht, sich mit der Schwäche der Vergangenheit abzugeben. Wenn die Kooperation nicht mehr nötig ist, also die USA nicht mehr in der Lage sein sollten, beide Mächte zu begrenzen und an deren Peripherien Konkurrenten zu unterstützen, was sollte China und Rußland so zusammenschweißen, daß deren natürliche Konkurrenz auf der Weltinsel, die die letzten Jahrzehnte andauerte, außer Kraft gesetzt wäre? - Nur die Vernunft, sich gemeinsam nicht zu zerfleischen. Das ist wohl auf längere Sicht utopisch.

6. "An die Seite Amerikas kann man sie kaum noch zwingen."
Unfug. Die Macht des Stärkeren der beiden zwingt den Schwächeren immer an die Seite des Nächststärksten.

7. "Die Zeiten am Ende des Kommunismus, wo Amerika dort positiv besetzt und Vorbild war, sind lange vorbei."
Das ist die Sprache der Naivität. Es geht nämlich nie um "positiv besetzt". Aber das zu verstehen, ist vielen nicht möglich. Beispiel: In Vietnam ist die USA gewiß nicht positiv besetzt. Aber die USA sind die einzige Macht, die die Unabhängigkeit Vietnams beträchtlich befördert. "Positiv besetzt"?

8. Viele Entwicklungen sind möglich. Weder wäre für ein nach Unabhängigkeit strebendes Deutschland eine russisch-amerikanische Verbindung ungefährlich, noch auf Dauer eine russisch-chinesische mit abstinenter Dritter Weltmacht, USA.

Niemand kann die Entwicklung voraussagen. Aber man kann mögliche Entwicklungen aufzeigen. Und man kann vielleicht die Entwicklungen zwischen zwei deutlichen Polen eingrenzen.

Welchen Belang das für die Entwicklung einer inneren Opposition hat?
Auch in der Innenpolitik entwickeln sich die außenpolitischen Sympathien an gewissen Polen. Einige besitzen ein Bauchgefühl, das zumindest je nach Großwetterlage schwankt. Das richtet sich, teils unbewußt, nach dem realen Grundinteresse aus, wie es MOMENTAN empfunden wird.
Andere lassen sich sogar von kurzfristigen Ereignissen, bspw. Krim u.ä. beeinflussen. Für die meisten allerdings geht es um Moral und Ethik, oder irgendeine objektive Ordnung. Das ist leider ziemlich deutsch und enddämlich.
Die meisten Amerika-Befürworter stehen auf dieser Stufe. Aber auch unter Rußland-Befürwortern gibt e sdiese Spezies zuhauf: "Die Russen sind die Guten."

Außenpolitische Gedanken - oder Gefühle, wie zumeist - bestimmen die innnenpolitischen Sympathien relevant.
Matt Eagle
09. Dezember 2015 15:10
Danke erst mal für die Antworten auf meine Frage. Frederick van P. schrieb etwas von den verweichlichten Männern, besonders an den Universitäten. Das kann ich so nicht bestätigen, die besagten körperlichen Waschlappen existieren zwar, aber auf der anderen Seite existieren mindestens genauso viele körperlich bestens Trainierte. Das ist natürlich keine Studie, sondern nur meine persönliche Statistik. Das Problem mit allen, ob körperlich trainiert oder nicht ist jedoch die geistige Wehrlosigkeit, welche viel schlimmer ist. Ich hatte vor Jahren mal ein Erlebnis, das sah folgendermaßen aus: Ein entfernter Bekannter wurde von zwei oder drei Bereicherern in einem Jugendhaus gedemütigt. Ich war der einzige seiner Leute, der die Situation überhaupt wahrnahm und beobachtete in ca vier Meter Entfernung die Situation, bereit ihm zu helfen, falls er sich wehren sollte. Aber da kam nichts. Ich hab mir dann gedacht, dass in so einer Situation Hilfe sinnlos ist und hab mich irgendwann angewidert abgewendet. So ähnlich fühle ich mich heute auf einer Meta-Ebene. Keiner meiner Freunde und Familie nimmt die Bedrohung war, bei niemandem bemerke ich Verteidigungsbereitschaft. Was leider dazu führt, dass mir das kommende Schicksal anderer zunehmend egal ist. Ich trainiere viel und verbessere meine Fähigkeiten auf den verschiedensten Gebieten, aber habe es aufgegeben andere animieren zu wollen. Wie heißt es doch: "Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen es in sich selbst zu entdecken." (Galileo Galilei) Es muss also erst mal etwas da sein.
Matt Eagle
09. Dezember 2015 15:22
@Rosenkranz. Das mit den Frauen und den angeblichen neuen Herrenmenschen sehe ich anders, ich kenne keine einzige Frau, noch nicht mal vom Hörensagen, die einen "Neuankömmling" zum Partner hat. Neulich hab ich aber eine gesehen, im Park vor der Erstaufnahmeeinrichtung. Typische Gutmenschin, eher durchschnittlich attraktiv aber dafür umso verstrahlter grinsend, mit einem zugegebenermaßen ziemlich attraktiven Syrer oder Araber oder was auch immer. Ansonsten seh ich nur Tussen, die so fett sind, dass sie Krücken brauchen, mit "Neuankömmlingen" als Partner. Die kriegen also wenn dann nur die Unterschicht und die Linken ab, mit taktischer Partnerwahl hat das nichts zu tun, eher mit einem echten Dachschaden oder Mangel an sonstigen Möglichkeiten. Also kein Problem. Dafür kenne ich auch deutsche Männer mit Frauen mit Migrationshintergrund. Hält sich also alles die Waage denke ich.
Valjean72
09. Dezember 2015 15:27
@Kiki:

So bösartig, ja satanisch, daß man wie die Angelsachsen – um es biblisch zu sagen – auch gezielt und planvoll die Seelen seiner Opfer mordet und sie dem ewigen Tod überantwortet, so teuflisch sind Russen eben doch nicht


Zustimmung zu den Angelsachsen, wobei hier nicht den Menschen der Vorwurf zu machen ist, sondern jenen Kräften, die seit Jahrzehnten (Jahrhunderten?) dort die Strippen ziehen und seit Kriegsende auch bei uns im Versteckten dominierend die Weichen stellen.

Die Russen sehe ich ganz und gar nicht teuflisch, vielleicht grob und hart, wenn sie gereizt und herausgefordert werden. Rufe ich mir beispielsweise die Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Sotchi zurück in Erinnerung, mit ihrem Schwerpunkt auf klassischer Musik und klassischer Literatur, so gehöre ich zu jenen Deutschen, die durchaus eine Seelenverwandtschaft mit den Russen verspüren.

Auf jeden Fall empfand ich diese Themensetzung auch als ein Buhlen um kerneuropäische (deutsche) Aufmerksamkeit und Wertschätzung, was angesichts der moralisch und charakterlich verkommenen deutschen Medienlandschaft ein beinahe hoffnungsloses Unterfangen war.

Als deutscher Patriot (nicht rechts, nicht links, nicht in der Mitte) sehe ich die womöglich einzige Chance auf ein Weiterbestehen Deutschlands darin, dass es Russland - zusammen mit seinen Verbündeten - schafft die angelsächsische Vorherrschaft in Europa zu brechen und zu bannen.

In Deutschland wiederum setze ich meine Hoffnungen auf die älteren Mitbürger, auf die 40- bis 80jährigen, zwischen Erzgebirge und Rügen. Die jüngeren und verbildeten sind in ihrer Masse meines Erachtens genauso zombiehaft auf dieses System des übersteigerten, entsolidarisierten Individualismus und des hemmungslosen Konsums geeicht, wie ihre westlichen Gegenparts.

AfD und PEGIDA wiederum sehe ich mit Skepsis und halte es für eine inszenierte Opposition, wobei sich gerade bei PEGIDA offensichtlich eine Eigendynamik entwickelt hat, insofern sehe ich diese Bewegung nicht negativ!
Exmeyer
09. Dezember 2015 15:35
@ Hugo Treffner

Man kann keinen einzigen Imperialismus erklären, ohne hinter den Spiegel zu blicken oder wenigstens anzuerkennen, daß es den Raum hinter dem Spiegel gibt.
Insofern ist ihnen zuzustimmen.

Zu ergänzen ist:
Dennoch funktionieren Mächte und Kräfte auf der (vordergründigen) Ebene des Politischen so, wie sie es immer getan haben. Zwar nicht nach zwingenden Gesetzen, wohl aber nach erkennbaren Leitlinien verläuft eine Entwicklung. Begreifbar sind die konkrete Leitlinien bestenfalls aus der ex-post-Sicht.

Die ökonomische Ströme alleine erklären zwar nicht die Funktionsweise hinter dem Spiegel, jedoch zeigen sie die Existenz des Spiegels und den Bezug zu den politischen Ebenen auf.

Dumme Völker sind dumm und intelligente und naive Völker lassen sich belügen, charakterschwache ablenken. Das ist das Wesen der USA. So einfach ist das.
Und: Das dürfte die letzten beiden Weltkriege ganz gut erklären.

Übrigens: Diesen Spiegel gib und gab es immer und überall. Entscheidend ist natürlich, wer dahinter sitzt. Und in einigen Ländern kann man das wohl recht gut erahnen. Selbst bei uns und heute sitzen die nicht bei uns hinter dem Spiegel. Allerdings sitzen sie bei denen hinter dem Spiegel, die bei uns dahinter sitzen. Das ist allerdings, siehe Rußland, da war es ähnlich, nicht das gleiche. Oder glaubt jemand, die Milliarden zum aufsammeln der russischen Werte kamen aus dem Nichts? Nee, die kamen von denen, die sie haben. Und die Oligarchen waren nichts weiter als Strohmänner. Bei einem Soros oder Springer dürfte es - anzunehmender Weise - die gleiche Geschichte sein.
Mithras
09. Dezember 2015 15:52
"Das ist wenigstens ein Rohrkrepierer, bedenkt man dass die AfD – laut offiziellen Umfragen – inzwischen in NRW (!) auf 9% der Stimmen kommt. Sowieso sind 10.000 Menschen in Erfurt (wo eine kommunistische Regierung herrscht!)
und 20.000 Menschen in Dresden nicht repräsentativ für den „Osten“, d.h. Mitteldeutschland. Die Grünen haben in Sachsen mehr Wähler als in Dresden Deutsche auf die Straße gehen."

Und? Gehen diese Grünen etwa auf die Strasse? Es besteht ein Unterschied zwischen gewählt werden und Mobilisierungsfähigkeit. Ein noch grösserer Unterschied besteht zwischen Mobilisierungsfähigkeit für systemkonforme Deutschland-Verrecke-Demos auf der einen und GIDA-Demos auf der anderen Seite.

""Die Realitätsverweigerung wird auch im Westen der Katharsis weichen, wenn genau in dem Moment bewußt die unterste Karte aus dem Kartenhaus des Finanzsystems gezogen wird, an dem es ohnehin schon Spitz auf Knopf steht.""

"Und dieses Moment werden Sie, werter Autor, nie erleben, da durch das Schwindelgeld-System der EZB eine Finanzierung sichergestellt ist, bis der letzte Deutsche ausgestorben ist. Sehen Sie sich einmal die
die Staatsschulden Japans an."

Die Staatsschulden Japans sind (noch) durch eine erstklassige Wirtschaft gedeckt. In dieser Liga spielt nur eine Minderheit der Eurostaaten und mindestens zwei davon, Deutschland und Österreich, werden durch die Einwanderungsinvasion in Kürze in einem Masse unter sozialen Verwerfungen leiden, dass dieser Status in Frage gestellt sein wird.
Valjean72
09. Dezember 2015 21:06
Das TIME MAGAZINE kührt Angela Merkel zur Persönlichkeit des Jahres.

Aus der Begründung sticht folgender Satz heraus: "It is rare to see a leader in the process of shedding an old and haunting national identity"
freie Übersetzung: "Man kann nicht oft einem Anführer bei dem Unterfangen zusehen, eine alte und belastende nationale Identität abzulegen"

Wollen die Deutschen das in ihrer Mehrheit, empfinden sie ihre Nationalität als (gespenstisch) quälend? Sicher, unter den Grünen mag das verbreitet sein. Ich denke Angela Merkel - die Gouverneurin des US-Bundesstaates Germany - hat sich diese Auszeichnung aus Sicht ihrer transatlantischen Mentoren mehr als verdient.

Platz 2: Abu Bakr a-Bagdadi - Kalif des Islamischen Staates (Quelle: http://time.com/time-person-of-the-year-2015-angela-merkel-choice/)
Peter
09. Dezember 2015 22:23
Halt stop:

"Für Ostdeutsche ist kein System mehr sakrosankt, wenn sie realisieren, daß es sich gegen sie richtet."

Hier werden durch ein eingeschmuggelte englisches Verb (to realize) vier deutsche Vollverben (erkennen, mitkriegen, einsehen, bemerken) eleminiert. Damit verschwinden entscheidende cognitive Nuancen. Das ist die spezifische Art von Sprachverfall, die ihre Wurzeln im national-nihilistischen Westen hat.

Ansonsten: Zustimmung!
Nemo Obligatur
09. Dezember 2015 22:47
Vielen Dank. Herr Woldag.

Das ist eine der besten Analysen zur Lage Deutschlands, die ich bislang gelesen habe. Ich kann zwar nicht an den raschen Untergang des jetzigen Systems glauben, zu stark erscheint es mir einstweilen, zu flexibel, zu wenig attraktiv die möglichen Alternativen. Aber Ihre Argumente sind nicht von der Hand zu weisen. Es ist vielleicht besser, man bleibt wachsam und bereit sich auf Eventualitäten vor.

Davon unabhhängig: Ich würde mich freuen, künftig von Ihnen öfter an dieser Stelle zu hören.
Gustav Grambauer
10. Dezember 2015 00:38
Zugfahrt von Zürich nach Jena vorige Woche. Die Schweizer sind ja "herzig", aber in Freiburg wird`s auf einmal voll mit fremden, atomisierten Wesen aus aller Welt, viele mit offensichtlichen Psycho-Ticks, die wie Autisten in ihre Smartphones hineinschwatzen, großteils auf Englisch, und gedankenlos ihren sonstigen Müll und sonst keinerlei Spuren hinterlassen. Der Zug fährt nach Hamburg weiter, wir steigen in Göttingen um. Der nächste ist ein Zug, in dem Ossis, die im Westen arbeiten, in die Heimat fahren. Der Gegensatz ist kaum beschreibbar. Kaum einer kennt den anderen, und doch ist das gesamte Großraum-Abteil mit einem unsichtbaren Band verbunden, nicht nur weil ein Orchester im Zug mitfährt. Dementsprechend geht es verbindlich zu. Ein Polizist springt sofort drahtig auf als er sieht, daß wir wohl gern zwei Plätze beisammen hätten. Es wird von allen Beteiligten gut geschaut, ob die Koffer Platz haben. Der Schaffner sagt zu einem "Zwuller"

http://echt-gothsch.de/pages/schimpfwoerter.php

mit einer roten Mütze: "No, fänggst achemol bei dor Aesnboohn an, ge!", die "Muddi" antwortet: "abor wenn donn nor ols Logfirorr, ge!" - und alle die es hören lachen köstlich. Ein junger Mann mit geschnürten Leder-Breeches, der von seinem Antlitz her einem Cranach-Gemälde entstiegen sein könnte, liest Bach-Noten auf seinem Macbook. Dann raunt es um uns herum: "de Wartburch", und die Köpfe wenden sich den Fenstern zu. Jedem in unserem Umfeld ist nicht nur klar, daß er in einem sehr tiefen Sinne nach Hause kommt, sondern auch mehr oder weniger - und wenn nur auf MDR-Figaro-Niveau - als Kulturträger einen Kulturraum repräsentiert.

Exmeyer, Apropos "Wartburch" / SLS. Heute kostet es 300,00 EUR, eine Sophitte am Auto wechseln zu lassen, Mercedes-Benz war DER Vorreiter dieses Trends.

In der DDR konnte jeder zwölfjährige Bengel Vergaser, Spritpumpe und noch anderes reinigen, aber eben nur am Wartburg, und wenn Sie etwas subtilere Augen haben, dann sehen sie hier die Seele von Hans Sachs im Jahre 1972:

https://www.youtube.com/watch?v=aYezJ5oD6-k

- G. G.
Der Gutmensch
10. Dezember 2015 10:01
Lieber Gustav Grambauer,

das aber beim Namen zu nennen, wendet sich gegen uns: Von der einen Seite wird das Schwert Frau Merkel genannt und Stasi, die die BRD übernommen hat - und es wäre brandgefährlich, sich da irgendwelchen Illusionen hinzugeben, selbst wenn man selber 89 noch am Daumen gelutscht hätte. Und von der anderen Seite heißt man es dann eben Nazi-AfD-Pegida-Dumm-Wendeverlierer! Also - gleichviel ...

Das nicht beim Namen zu nennen, wendet sich aber erfahrungsgemäß auch gegen uns, denn dann sind wir Vogelfreie, wie uns beispielsweise das Arbeitsgericht Stuttgart unnachahmlich logisch nachwies: Jedermann kann man in der BRD diskriminieren, nur den Ostler nicht, denn Ostler gibt es nämlich gar nicht - so haben wir das beschlossen und verkündet, weil ein Ostler drauf geklagt hat! Und der Intellektuelle weiß nicht einmal, ob er Ihnen dafür am Ende nicht noch dankbar sein sollte: Oh, in der Tat - wir haben keinen Platz in Eurem Gleich-Diskriminierungs-Wahnsystem!

An dieser ungemütlichen Situation können wir wohl derzeit mangels Masse schlicht nichts ändern, außer uns von der allgegenwärtigen Furcht nicht völlig korrumpieren zu lassen und klammheimlich bei Verstand zu bleiben, so lange wir das eben schaffen.

Mit Exmeyer zu rechten, der m. E. sehr ehrliche und verständige Versuche unternimmt, den verdammten Spinnweben, die zwischen uns und der Wirklichkeit kleben, Herr zu werden, hilft uns dabei aber nicht. Am Ende zappelt er nämlich im selben Netz wie wir.

Der Gutmensch.
Exmeyer
10. Dezember 2015 12:33
@ Gutmensch

... das ist ja das Dumme. Man kommt nur bis zu einem bestimmten Maße aus diesen verdammten Spinnenweben heraus (manchmal mehr, manchmal weniger), aber man befreit sich nicht. Denn dann ist mangels der mangelnden Anzahl an Mitstreitern in 3D Feierabend. Um sich sich irreversibel aus dem Spinnennetz zu befreien, muß eine Gegenseilschaft geben. Diese nichtvirtuellen Gegenseilschaften sind noch nicht oder nicht eng genug zum Gegennetzwerk gewoben.

Ich beharre so sehr auf reale Schritte, weil ich selbst dadurch, die wenigen realen Seilschaftler finden konnte. Zu wenig. Beides: kühle Tatsache.
Ich beharre so deutlich auf reale Schritte, weil sie funktionieren. Jeder, der diese Schritte geht, wird davon berichten können. Und jeder, einschließlich mir - und zwar an dieser Stelle - kann auch davon berichten, daß es eine dauerhafte Aufgabe ist. Sprich: Es läuft nicht von selbst! Es kostet immer wieder Energie, immer wieder neu, immer wieder gegen eine Art Gummiwand. Und doch ist es besser geworden, als noch 2002. Und auch damals gab es bereits eine kleine Gruppe von Leuten, die schon sehr weit geschaut haben - und gehandelt. Und sich weiterentwickelt.
Kiki
10. Dezember 2015 18:01
@Valjean 72
In den letzten zwei - drei Jahren habe ich das letzte Quentchen Optimismus verloren und bin gewissermaßen zur Überzeugung genötigt worden, daß die Deutschen (ebenso wie die gegenwärtigen Reste der alten abendländischen Großvölker) überhaupt nicht mehr staatsfähig sind, will sagen, daß sie zu Souveränität und derlei ebensowenig in der Lage sind wie irgendwelche Volksstämme auf dem Balkan oder im Kaukasus.

Freilich gibt es dafür viele Gründe - die wichtigsten davon werden in diesem Forum wiederholt aufgegriffen und diskutiert - an der Tatsache der Staats- und Kulturunfähigkeit ändern alle klugen wie schönen Worte aber nichts.

Die Geschichte lehrt, daß sich ein kleines bzw. kleingemachtes Volk nur im Schatten, oder besser Fittichen, einer funktionstüchtigen Großmacht behaupten und fortbestehen kann (man denke da zB. an all die kleinen Völkerchen unter dem Schirm des alten Österreich). Und da die Russen heutzutage das einzige Volk der Christenheit (dieser pathetisch anmutende Ausdruck sei mir gestattet) ist, welches noch einen Willen zur Identität, zum Leben hat und eine höhere Vorstellung von sich selbst als Volk hat - nennen Sie es wie sie wollen - halte ich es für das einzig sinnvolle in diesen Tagen, sich nicht bloß als Deutscher, sondern auch als nichtsatanistischer Abendländer an die Russen zu halten.

Mir ist klar, daß man mit einer solchen Haltung sowohl unter NATO-Kläffern als auch UdSSR-Verheerten alles andere als Zustimmung erntet, doch ich habe die augenblickliche Lage nicht so gefügt. Ich reagiere nur auf das, was mich umgibt. Und wenn die Russen die einzigen sind, die sich eben nicht verkaufen, sich (wie die Westintellellen seit gut 300 Jahren) von gutbezahlten Aftersophisten nicht um das letzte bißchen Hühnerverstand quasseln lassen und lieber zu den Waffen greifen statt klimaverträglich auszusterben, dann ist das nun einmal so und nicht anders.
Hartwig
10. Dezember 2015 22:23
@ Exmeyer
Sie sagen es!
Ich bin zwar später dran als Sie, aber schon beim Aufkeimen der IB habe ich immer wieder geschrieben, dass die virtuelle "Aktion" nicht wirklich zählt. Der Akt im realen Leben ist nicht zu ersetzen, so erbarmungswürdig er auch sein mag. Die IB ist da wohl auf gutem Weg (Beurteilung aus der Ferne).
Ich begrüße es ausdrücklich, dass auch Sie hin und wieder Überwindungen und innere Widrigkeiten andeuten. Solch ein Eingeständnis ermuntert den einen oder anderen eher zum ersten "Liegestütz", als die pur demonstrierte Stringenz.
Der erste Schritt ist der schwerste. Einfach beginnen. Und nochmal und nochmal.
Ich erinnere mich an meine ersten Aufkleber. Nach vorn und nach hinten schauend, versuchte ich mich abzusichern. Dann eigens entworfene Flugblätter - auch das hielt ich für besonders. Flugblätter mache ich übrigens immer noch, einfach aus innerem Antrieb. Dann die Demos in Dresden. Und die in Leipzig, die potentiellen Körpereinsatz, oft auch tatsächlichen "Feindkontakt" bereit hielten. Alles nichts besonderes. Alles Kleinigkeiten. Aber ein Weg.
Man muss sich auf den Weg machen. Im richtigen Leben; das Web kann nur die zusätzliche Schiene sein ... schreibt ein Familienvater. Es geht!
blechtrommler
10. Dezember 2015 23:13
Aus 100% der Ossis wären auf der andern Seite der Mauer 100% Wessis geworden - wetten! Wer wenig zu verlieren hat, ist sicher leichter aufsässig; aber da kommt "der Westen" auch noch hin!
Der Gutmensch
11. Dezember 2015 12:17
Tatsache, lieber Exmeyer?

Natürlich gibt es immer Dinge zu tun, die Liste ist mittlerweile endlos. Nach meiner Erfahrung sind es aber meistens nur kleine Dinge, für die die Bewegungsfreiheit noch ausreicht und die man bewirken kann, bevor einem schon wieder jemand in die Suppe spuckt, nur weil er es kann. Liegt vielleicht an mir, kann ja sein. Aber etwas kaputt zu machen war schon immer einfacher als etwas zu erhalten; vom Aufbau von etwas Gemeinsamem will ich mal gar nicht erst sprechen - wenige Kilometer von mir entfernt prangt eine prominente Investmentruine wie ein Menetekel - statt an der Wand eben auf dem Acker, dafür mit Flutlicht, damit es auch ja keiner übersieht!

Also entweder, ich nehme diesbezüglich eine ausgesprochen hasenfüßige Perspektive ein, oder das Schleifen der Standards in sämtlichen (jedenfalls öffentlichen) Bereichen ist mittlerweile tatsächlich zum okkulten Breitensport aufgestiegen.

Für den (natürlich sehr unwahrscheinlichen) Fall, dass ich mit diesen meinen kleinen Beobachtungen auch im großen Maßstab richtig liegen sollte, muss man das erstmal auf sich wirken lassen und ein paar Überlegungen anstellen: Wie wollte man dem eigentlich noch beikommen? Und wann ist denn wohl der rechte Zeitpunkt dafür gekommen und welches gemeinsame Ziel wäre denn erstrebenswert?

Jetzt dürfen Sie mich defaitistisch nennen. Aber mir rinnen alte Gewissheiten mittlerweile wie Sand durch die Finger. Nehmen Sie nur den alten Ost-West-Konflikt: Daran habe ich, ungelogen, viele Jahre nicht einen Gedanken verschwendet, wenn ich nicht gerade musste. Das war zwar nie völlig neutral - aber doch immer gerade so weit weg, dass man hoffen durfte, es ginge dereinst schlicht den Weg alles Irdischen und dann - morgen oder übermorgen vielleicht - würde man gemeinsam wieder nach vorne und nicht nur permanent nach hinten ... aber nein - nichts gewesen, außer Spesen! Wir werden ja nicht einmal die zwölf dunklen Jahre los; der Tod sämtlicher Beteiligten vermag daran offensichtlich nichts zu ändern. Vielleicht dauert deshalb auch die Strafe der so empfundenen Teilung weiter an?


Der Gutmensch.
Stil-Blüte
11. Dezember 2015 21:41
@ Sören
Kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen

Ergänzen möchte ich dieses 'schwedische' Phänomen mit folgenden Fragen:

- Was passiert in einem Land, in dem permanent seit Hunderten Jahren Frieden 'herrscht'?
- Was passiert in einem Land, welches innerhalb kürzester Zeit von bitterster Armut in ein - sicht-, fühl-, lebbar für a ll e - wohlhabendes Land mutiert (Schwedenstahl ab der Dreißiger Jahre an a l l e Kriegsbeteiligten)
- Was passiert in einem Land, daß seit Jahrhunderten von der Affinität zum Deutschen (juristisch, geistig, materiell {z. B. Bergbau} profitiert hat und nun 1945 gezwungen wird festzustellen, daß es auf der falschen Erdkugel lebt: es amerikanisiert in Windeseile
- Was passiert in einem Land, daß das eherne Gesetz der Wikinger, Jäger, Fischer Bauern sehr rasch in eine Industriegesellschaft verwandeln mußte?
- Was massiert mit einem Land, daß einen Staatsmann hat, der schlau, allzuschlau, umgebracht wird?
- Was passiert mit einem Land, in welchem die protestanische Kirche und die sozialistische Front eine Allianz eingegangen ist?
- Was passiert mit einem Land, daß Rußland als permanente Bedrohung ansieht, obwohl doch Schweden mit Carl, d. XII als 1. Herrscher (Vor Napoleon und Hitler) Moskau hat einnehmen wollen?
- Was passiert in einem Land, in welchem die meiste Zeit des Jahres Dunkelheit herrscht?
Exmeyer
12. Dezember 2015 12:14
@ Gutmensch

Investmentruinen gibt es viele. Investmentruinen sind sie deshalb geworden, weil das Blendwerk teurer war, als der eigentliche substantielle Sinn und Bedarf. Ich denke sogar, daß es davon mehr gibt (nicht alle verfallen, sondern dümpeln mehr schlecht als recht vor sich hin) als es Kunstwerke der sinnvollen Zerstörungen gab, deren Ziel es doch ist, die Bausubstanz zu erhalten und das rotte Zier- und Blendwerk.

Die Frage, die sich jeder stellt, der ein altes Haus erworben hat und nutzen will, ob man es vollständig so belassen will, vielleicht ein bißchen Blendwerk ab- oder neues bzw. ursprüngliches wieder auftragen möchte, oder schaut, ob mehr als nur der Gewölbekeller echte Bausubstanz hat. Um dann, vielleicht im protestantischen Zen-Stil, die Mauern zu entfernen, welche nicht tragen. So kann man Räume schaffen, in denen mehr Menschen Platz haben. Denn die nichttragenden Mauern sind ja häufig auch erst später eingezogen worden oder dienten Zwecken, die sich aus den Erfordernissen der damaligen Zeit ergeben haben. (Ich persönlich lege auch an süddeutsche Bauernhäuser den Maßstab der norddeutschen Langhäuser an.)
Ich unterscheide zwischen musealen Erhaltungs- und Nutzwert und funktionellem.

Nehmen wir das Beispiel einer Festung aus dem späten 19. Jahrhundert. Dieses Gebäude kann der ursprünglichen Bedeutung heute nicht mehr gerecht werden. Dennoch ist ein Kern davon, mit 'verschobenem' Zweck nutzbar.

Dieser Vorgang ist auch bezüglich der Zwölfjahre anwendbar. So wird man den "dunklen" Anteil recht schnell los (den kalten natürlich nicht), insoweit natürlich die sachliche Betrachtung den Staub auf diesem Bild nicht eh schon weggewischt hat, der das Bild auf den ersten Blick zudem mächtig verdunkelt hat. (An dieser Stelle könnte man sich auch zur eigentlichen KR auslassen.) Und: Das gilt wohl für das Bismarck'sche entsprechend; auch für Potestantismus und Katholizismus.

Ich sehe derzeit die Vorteile der deutschen Teilung. Das Kraftfeld kommt heute eindeutig aus dem östlichen Teil der Republik. Nun ist die Teilung aber älter, als 1945. Sie gab es schon am Limes und als Sprachgrenze, sowie als frühe Religionsgrenze und fast identische spätere Bekenntnisgrenze.
Teilungen gab es zuvor - zumindest bei den Sachsen sehr streng - auch horizontal.
Diese horizontale Grenze halte ich für EINEN Zukunftsansatz; selbes Ziel wie die Sachsen. Auch wenn es die Brahmanen nicht vollständig von der Verfärbung geschützt hat, so kann man sie häufig noch äußerlich Unterscheiden. Und diese horizontale Grenze setze ich nicht nur einfach, sondern - wie das Vorbild - mehrfach an. Exklusivität, ggf. in Stufen.

Da mir nichts so schwer fiel, Martin van Crevelds These über Ursache und Wirkung von Krieg, Streitmacht und Staat zu akzeptieren, vermute ich, daß es anderen mindestens genauso schwer fällt. Aber er hat nunmal recht. Selbstverständlich bedeutet das, daß Sie insofern kein Defaitist sind, sondern die lange Tendenz sehen.
(Defaitisten sollten auch bloß schweigen. Und sich Gedanken machen, welche Sigfriedlinien man einnehmen muß. Strukturelle natürlich. Und die sollten sie forcieren. Ich mache einem Defaitisten nicht den Vorwurf, daß er Unausweichliches - wenn es denn unausweichlich ist - sieht. Sondern, daß er durch das Aussprechen die Lage verschärft und selbst keine haltbaren Strategien verfolgt, die Erfolg versprechen. Die gibt es immer und liegen selten in irgendeinem Mittelweg. Alles was die Lage sogar noch schwächt, kann allerdings ist niemals duldbar sein.) Die Frage lautet also, was sind unsere Siegfriedlinien!

Auf der Suche nach Konsistentem bin ich zum Ergebnis gelangt, daß ein kleiner, exklusiver Neubau, leicht zu erweitern, bedeutend leichter zu bewerkstellen ist, als die vielen musealen Ruinen zu ertüchtigen. Ich sehe nicht den kleinsten Trend dazu, letzteres anzugehen. Keiner kann von seinen Lieblingsruinen lassen. Man klammert sich daran. Würde man nur den Zierrat wieder herstellen, würde die Substanz schon halten, sagen sie. Sie sehen nicht, daß der Zierrat gerissen ist, weil die Substanz Risse hat. Und der Grund der Risse ist vielfältig.

Der Neubau ist (im sehr Kleinen) längst auf dem Weg. Und ich versuche auf zwei Wegen vielleicht den einen oder anderen dazu zu bewegen, diese zu beschreiten. Die meisten können es nicht und schließen sich nach meinem Dafürhalten selbst aus der Zukunft aus. Viele kleine Ansätze sind derzeit der beste Ansatz. Und der kleine Ansatz, den Schwarzdornbüschen des Heidedichters sehr nahekommend, wie auch sonst einer gewissen Veröffentlichung aus seiner Hand.

Es gibt natürlich auch viel technokratischere Literatur dazu. Die ersetzt den Sinn nicht. Aber sie setzt den Sinn ungefragt voraus!
Mathias
14. Dezember 2015 05:44
Zitat von Matt Eagle:
Ich lese hier immer wieder von der These, dass die Umerziehung und die Propaganda der Alliierten an den heutigen Zuständen schuld sein soll. Daher mal die Frage: Warum herrschen dann in beispielsweise Frankreich oder Schweden ähnliche Zustände? Ich bezweifle ja gar nicht, dass es so etwas wie feindliche Propaganda gab oder gibt, aber mir scheint, das Problem liegt viel tiefer. Es fällt mir schwer zu beschreiben, aber es scheint mir eher eine tief sitzende Suizidalität zu sein die in ganz Europa herrscht. Die Menschen wollen den Kampf des Lebens nicht (mehr). Man geht Konflikten aus dem Weg. Traut sich nicht die GEZ zu ärgern. Traut sich nicht AfD zu wählen Fordert immer mehr Sicherheit (Waffenverbote, bedingungsloses Grundeinkommen) Verlässt das Multikulti-Viertel. Kriegt lieber keine Kinder mehr. Sagt, dass man nach Australien geht wenn hier die Flüchtlingskrise eskaliert. Singt „Imagine“ von John Lennon nachdem die Freunde von Terroristen abgeschlachtet wurden. Ich kenne ernsthaft Leute, die mir gesagt haben, dass sie lieber Selbstmord begehen würden als sich gegen Terroristen zu wehren, weil „in so einer brutalen Welt will ich nicht leben“. Was soll man dazu noch sagen? ...


Wir erleben das Scheitern eines gegenwärtig bei uns vorherrschenden Menschentyps, der von Nietzsche beschrieben wurde:

Wehe! Es kommt die Zeit, wo der Mensch keinen Stern mehr gebären wird. Wehe! Es kommt die Weit des verächtlichsten Menschen, der sich selber nicht mehr verachten kann.
Seht! Ich zeige euch den letzten Menschen.
»Was ist Liebe? Was ist Schöpfung? Was ist Sehnsucht? Was ist Stern« – so fragt der letzte Mensch und blinzelt.
Die Erde ist dann klein geworden, und auf ihr hüpft der letzte Mensch, der Alles klein macht. Sein Geschlecht ist unaustilgbar, wie der Erdfloh; der letzte Mensch lebt am längsten.
»Wir haben das Glück erfunden« – sagen die letzten Menschen und blinzeln.

Wegen dem Scheitern dieses Typs scheitert nicht zwangsläufig die abendländische Kultur. Zerfall und Schwäche des Systems eröffnen zugleich Möglichkeiten, die Gesellschaft von Fehlentwicklungen zu befreien.
Exmeyer
14. Dezember 2015 15:29
Zerfall und Schwäche "der Gesellschaft" liegen daran, daß der "Letzte Mensch" meint, an den Entscheidungsprozessen mittelbar-formell beteiligt zu sein und diese langfristig in sein Glück führen bzw. unglück vermeiden. Daß Meinungen und Verhalten der Letzten Menschen von anderen bestimmt werden, mag er noch ahnen. Das ist aber fast belanglos. Denn seine Wünsche sind es, die dadurch erst entstehen.
Es zu ändern, kommt ihm nicht in den Sinn, weil er an der Hoffnung nach Glück hängt.

Die heutige abendländische Kultur ist das Ergebnis brutaler Machtverhältnisse nach dem WK I und II und der ganzen psychischen Einflußmaschinerie.

Es erfordert Einsicht, Energie, Beharrlichkeit und Selbstdisziplin, sich dagegen zu wehren. Die einzige Hoffnung besteht darin, daß sich diejenigen, denen es weitestgehend aus eigener Kraft gelingt, nicht zum Letzten Menschen zu werden, sich dem Gegenpol zuwenden, zusammenschließen und alle anderen konsequent ausschließen.

Ausschließen. Das ist das Stichwort.

@ Hartwig: Meine Antwort an Sie ist leider hängengeblieben. Sie haben aber alles gesagt.
Der Gutmensch
14. Dezember 2015 18:48
Lieber Exmeyer,

Ihre Antwort habe ich jetzt erst gesehen. Pragmatische Antwort zu den Sigfriedlinien: Man muss m. E. mit der Gefahr des weltweiten Terrorismus fertig werden, zu allererst, denn dieser Hintergrund degradiert das Leben zum Überleben. Aber dafür wird wohl eine gemeinschaftliche Anstrengung vonnöten sein, haha.

Im übrigen habe ich den Eindruck, dass unser Land von dem Zustrom wie von einer Indikatorlösung geflutet wird und sich zeigt, wer wo genau steht. Da noch längst nicht ausgemacht ist, wie die Angelegenheit ausgehen mag, ist mir bei diesem Vorgang eher seekrank als optimistisch zumute.

Ihre Worte zur Substanz, die man nutzt (oder eben nicht), kann ich gut nachvollziehen. Da verlaufen mitunter kuriose Bruchlinien: Hier wohnen und arbeiten viele Vietnamesen; natürlich i. d. R. im Handel und der Gastronomie. Dort haben sie stets die Substanz genutzt und erhalten; sich aber überflüssiger Eingriffe immer enthalten. Mir erschien das schon immer weniger als geizig als vielmehr als eine praktische Art, der Leistung anderer eine Art Reverenz zu erweisen: Die alten Fliesen wurden eben weiter gefegt und gewischt und trugen nun auch die Veränderung in Form von Regalen mit exotischen Konserven (die sich dort nicht einmal deplatziert ausnahmen). Das beinhaltete nach meinem Empfinden weitaus mehr Verbindlichkeit als ein neu errichteter Supermarkt.

Neulich nun wehte mich erstmals auch aus dieser Nische ein Wandel an: Es wurde ein neues Restaurant von einer neuen Generation eröffnet. Drinnen war alles professionell gestaltet, sauber und übersichtlich und überall war mit schnellwachsendem Bambus gearbeitet worden. Und gleichzeitig war das völlig beliebig: Nach einer Weile wurde mir bewusst, dass ich wohl ebenso gut in einem McDonalds hätte sitzen können; das exotische Flair konnte die Sache irgendwie nicht reißen, sondern war Bestandteil einer Kulisse geworden, hinter der die von Hause aus tüchtigen Vietnamesen nicht mehr auf einem Zettel zusammenrechneten, sondern einem die Rechnung professionell und nunmehr akzentfrei auf einem tablet präsentierten. Alles Anziehende, alles Authentische war zusammen mit der dünnen Schicht Gemeinsamkeit wegrationalisiert worden und übrig blieb etwas, dass bei mir den Eindruck erzeugte, hier als vollständige Person wirklich fehl am Platze zu sein. Darüber half das (gute) Essen nach vietnamesischer Art nicht hinweg; da esse ich lieber woanders eine angebrannte Bratwurst!

Allerdings, lieber Exmeyer, bin ich eine von wenigen, die das so sieht, da gebe ich mich keinen Illusionen hin. Die Bratwurststände sind fast ausgestorben (Fleisch! Schwein!! Tod und Teufel!!!); neulich habe ich mich überwunden, auf einen Weihnachtsmarkt zu gehen und bekam da nicht mal einen kandierten Apfel, was mich echt kaum mehr hätte verdrießen können, wäre ich erst vier Jahre alt. Stattdessen - ach, ich habs vergessen.

Der Gutmensch.
Exmeyer
15. Dezember 2015 11:38
@ Gutmensch

Ihnen und Kubitschek in seinem Beitrag "Was verteidigen wir eigentlich" antworte ich hier das gleiche: Das Wie einer Verteidigung ergibt sich aus der Übermächtigkeit des Gegners. Ob es nun das napoleonische Frankreich, das Stalin-Sowjetreich, der amerikanische Liberalismus oder der IS ist. Wenn man strukturell überlegen ist, stellt sich die Frage nicht. Ist man strukturell unterlegen, so bleibt einem nur übrig: Den Gegner kopieren (siehe Preußen unter den Reformern) oder eine entgegengesetzte Strategie zu wählen. Wenn ein Arminius wußte, daß sich ungeordnete Germanenverbände sich in der offenen Feldschlacht nicht stellen können, ohne völlig aufgerieben zu werden, so blieb der Weg, einzelne Teile des römischen Marschverbandes von den Flanken zu anzugreifen, den vermeintlich Stärkeren in die Wälder zu locken, wo eine geordnete Gegenwehr nicht möglich ist. Ähnliches könnte man über die spanische Guerilla gegen Napoleon oder Vietnam gegen die USA sagen.

Der übermächtige Gegner gibt einem die Struktur vor: Positiv oder negativ.

Das Eigene, das "Verteidigungswürdige", bspw. der Bratapfel, mögen dabei den Bach runter gehen. Das Deutsche ist eine vom Gegner festgestellte Einheit. Wir Deutschen nehmen sie kaum wahr. Diese Wahrnehmung des Gegners formt die Schicksalsgemeinschaft.

1. Man kann nicht erhalten durch Verteidigen oder verteidigen mit dem zu Erhaltenden.
2. Man kann das Gegebene nehmen, nicht um es zu erhalten, sondern den Anforderungen - seiner Art gemäß - verteidigbar zu gestalten.
3. Man nicht nur verteidigen wollen. Jeder Angriff des Gegners muß diesen selbst entscheidend schwächen. Oder die Verteidigung ist auf Dauer chancenlos. Das heißt, daß in einer echten Verteidigung ein Angriffswille stecken muß.
4. Die deutsche Lösung einer strukturellen Verteidigungsaufgabe lag stets im Angriff.

Jedes Gefecht bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts war in der Wahrnehmung brutaler (nicht tödlich-effizienter) als jedes Gefecht heute oder das bißchen Kopfabscheiden des IS: Grenadiere im Bajonettkampf Mann gegen Mann.

Der Bratapfel bekam seinen Zuckerguß, weil die Äpfel aus vergangener Zeit sauer waren. Heute ist der Zuckergehalt hochgezüchtet und die Zuckerschicht nicht mehr erforderlich. Dadurch ist selbst ein heutiger Bratapfel amerikanisiert.

Deshalb lautet meine Antwort auf die Frage des zu Verteidigenden: Das, was zur Verteidigung selbst beiträgt. Alles andere ist Folklore. Nett, aber nichts anderes als die Bambusdekoration einer vietnamesischen Fastfoodkette.

Das wichtigste: Unsere Traditionen sind voll davon.
Exmeyer
15. Dezember 2015 12:59
PS: Und alle diese deutschen Traditionen, die zur Verteidigung beitragen würden, sind mit dem Grundgesetz natürlich nicht in Einklang zu bringen. Das Grundgesetz ist dessen Gegenentwurf.
Der Gutmensch
15. Dezember 2015 15:33
Der Bratapfel bekam seinen Zuckerguß, weil die Äpfel aus vergangener Zeit sauer waren. Heute ist der Zuckergehalt hochgezüchtet und die Zuckerschicht nicht mehr erforderlich. Dadurch ist selbst ein heutiger Bratapfel amerikanisiert.


Oh Du schreckliche ... freudenlohose .... Lichterfestzeit!

Lieber Exmeyer, ich weiß nicht ganz, ob ich nicht noch dankbar dafür sein sollte, dass Sie immerhin meinen unziemlichen Wunsch nach einer nicht-veganen Bratwurst unkommentiert ließen und charmanter Weise auch keinen ordinären Glühweinkonsum meinerseits argwöhnten (trinke ich übrigens nie auf Märkten. Dort trinke ich, wenn überhaupt, einen Lumumba. Aber den haben sie auch abgeschafft.)

Aber eines weiß ich nun - die alten Zeiten sind endgültig vorbei. Hieß es früher noch "Ohne Mampf keinen Kampf" (das habe ich, glaube ich, hier mal gelesen) so setzt man heute offenbar ganz auf die Motivation durch unbefriedigte Leidenschaften, die daraus resultieren, dass die Männer des Landes in zähnefletschend mit den Frauen um das kalorienärmste Salatblatt konkurrieren.

Es möge nützen!

Ihr Gutmensch.
Exmeyer
16. Dezember 2015 10:35
Statt vieler Worte: Ich habe gerade vom vorletzten Wochenende einen ganzen zerwirkten Überläufer in der Tiefkühlkiste und noch ein paar andere Reststücke. Und die schmeissen alle die Rippen weg ...
Daraus können Sie schließen, daß das Ignorieren der Bratwurst gar keins war. Ähnliches dürfen Sie über den Lumumba annehmen. Auch wenn das definitiv nichts für mein Vater sein Sohn ist. Aber ehe man verdurstet ...

Klar: Männer sollten nicht mit Frauen und Frauen nicht mit Männern konkurrieren.

Und: "Ohne Mampf kein Kampf" ist nicht ganz falsch. "Ohne Kampf kein Mampf" gilt allerdings auf Dauer.

Ein Irrtum: Bei den Salatblattfressern vermute ich nicht unbefriedigte Leidenschaften sondern gar keine. Totale Abwesenheit von Feuer und Kälte.
Hartwig
16. Dezember 2015 15:37
Habe erst mal recherchiert, was ein Lumumba ist. Na dann, prost. Und denkt ja nicht, dass ihr beiden in diesem absterbenden Strang allein seid.
Der Gutmensch
16. Dezember 2015 16:41
Nachtrag:

In einem bekannten Nachrichtenmagazin hat man Pegida schon lange interessiert verfolgt. Nun fragt man sich besorgt (Feststellungen wären so angreifbar wie Betrachtungen zum Damenbart einer Prominenten), ob Helmut Kohl weiland nicht doch etwas falsch gemacht hat.

Ein Fehler wäre es auf alle Fälle, das zu kommentieren. Ein Fehler aber leider auch, es so stehenzulassen! Wohlan, mit Laborhandschuhen und Schutzbrille:

Wenn ich das richtig verstanden habe, lautet der der obigen Beinahe-Schluss inspirierende, zentrale Satz sinngemäß:

Der „Osten“ kritisiert nicht die Flüchtlingspolitik, sondern deren Ergebnis in Form der Flüchtlinge.

Wenn ich mich richtig erinnere, lautete der Satz im selben Magazin noch sinngemäß:

Der „Osten“ kritisiert die Flüchtlingspolitik, obgleich er gar nicht mit dem Ergebnis in Form von Flüchtlingen konfrontiert ist.

Und der aristotelische Satz vom Widerspruch lautet sinngemäß: Zwei einander widersprechende Aussagen können nicht zugleich zutreffen.

Zum Beinahe-Schluss, der aus diesem Widerspruch entsprang, möge sich jeder geneigte Leser seinen eigenen Kopf zerbrechen, während ich das Labor nun verlasse.
Schlesische Fachkraft
16. Dezember 2015 17:53
Es gibt wieder Neues von den ehemaligen U-Booten des "BRD"-Systems in der AFD. Diesmal der Jazz-Fan über die "rechte Bedrohung":

http://www.welt.de/politik/deutschland/article150026615/Im-rechten-Spektrum-steckt-gewaltige-Energie.html

Dieser Typ ist nicht nur lächerlich, sondern auch "unerträglich" ("Die Sprache der BRD" lässt grüßen) und mittlerweile bestenfalls auf dem Niveau der Schundpresse, die er mit seinen geistreichen Entdeckungen versorgt. Der transatlantische "Philantrop" muss seinen persönlichen "Schuldkomplex" abarbeiten und will wieder sein Geld in Luckes Kasperletheater investieren.

"Gewaltige Energie im rechten Spektrum" - das hört sich doch gut an! Na also, nicht jammern, weiter machen! ;-)

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