30. März 2016

Es dämmert. Im Bildungswesen. Mit Kositza.

von Nils Wegner / 46 Kommentare

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Bemerkenswert viele Teilnehmer der Staatspolitischen Akademien und Kongresse des IfS sind Lehramtsstudenten oder bereits fertige Lehrer. Daß Angehörige gerade der politisch umhergeworfenen, staatsbediensteten Berufsgruppe Interesse an alternativen Betrachtungsweisen unserer gesellschaftlichen Malaise zeigen, verwundert – allerdings nur auf den ersten Blick. Sezession-Literaturredakteurin Ellen Kositza macht auf eine Analyse der Ursachen aufmerksam: die Lehrerdämmerung.



Das besprochene Buch des 2014 emeritierten Leipziger Philosophieprofessors Christoph Türcke verspricht im Untertitel, zu ergründen, was die neue Lernkultur in den Schulen anrichtet. Um die Vernachlässigung des Forderns zugunsten des Förderns geht es da, um "Kompetenz-" statt Wissensvermittlung und um die ununterbrochene, hochwissenschaftlich unterfütterte Rücksichtnahme auf angenommene Befindlichkeiten der "lieben Kleinen", die man nicht mit harten Benotungen und strikter Fehlerkorrektur traumatisieren dürfe.

Lehrer sind den jeweiligen Bildungsplänen ihrer Bundesländer unterworfen; diese gilt es zu studieren, um über die neuesten Tendenzen der de-formierten Gesellschaft auf dem Laufenden zu sein. Wohin der Weg führen wird, ist ungewiß, doch können sich spätestens nach dieser feinsinnigen Analyse der Bildungsmisere weder Eltern noch Lehramtsanwärter herausreden, sie hätten von all dem nichts gewußt.

Wenn, wie in der filmischen Rezension geschildert, etablierte high brows dem Autor und seinem Werk ein Beschwören »reaktionärer« Bildungsprinzipien vorwerfen, dann zeugt das vor allem von einer Gefühlslage: der Angst davor, daß die in Gesetzesentwürfen und ministeriellen Richtlinien offen nachzulesenden, aber ignorierten Mechanismen der Indoktrination und Ver-Bildung (endlich) ans Licht einer breiten Öffentlichkeit gezerrt werden könnten. Allein deshalb lohnt es bereits, Türckes Buch zur Hand zu nehmen – hier entlang zur Bestellung! Unten nun das Video.

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Kommentare (46)

Lehrkraftzersetzer
30. März 2016 15:20
Sehr geehrte Frau Kositza,

vielen Dank für Ihr Aufgreifen dieses Themas.
Der neue Lehrplan 2016 für die "Gesellschaftswissenschaftlichen Fächer" in Rheinland-Pfalz hat als Zielsetzung "Demokratiefähigkeit" (S. 1). Leider ist der Lehrplan nicht zur Unterrichtung der Landesregierung gedacht, die sich vor der Wahl z.B. durch mangelnde Diskursfähigkeit und Verleumdung auszeichnete. Die Kompetenzorientierung gipfelt jetzt darin, dass am Ende der oftmals einstündigen Klassenstufe 8 (7, 9 und 10 dann zweistündig) die Reichsgründung 1871 erreicht sein soll. Wenn man bedenkt, dass die Schulbuchausleihe sowie der Lehrerwechsel von Klasse 8 nach Klasse 9 ein Sabotieren des Lehrplans erschwert und dass die Mehrheit der Lehrer auch im Jahr 2016/17 in Klassenstufe 7 nicht anders unterrichtet als bisher - man kann froh sein, wenn die meisten im frühen Mittelalter die Klasse 7 beenden -, dann weiß auch der eingefleischte SPD-Funktionär, dass die Stoffverteilung für Klasse 8 eine Idiotie ist. Derselbe Funktionär nickt trotzdem den Lehrplan ab, da ihm dann in Klasse 9 und 10 endlich genug Zeit zur Verfügung steht, um nach einem Jahr Inkompetenzorientierung die Schüler wenigstens in deutscher Verbrechensgeschichte, der besten psychologischen Grundlage für den Großen Austausch, ausgiebig zu unterweisen. Als ideales Hilfsmittel wählen verblendete oder blendende Lehrer "Das waren Zeiten 2" http://www.ccbuchner.de/titel-1-1/vom_19_jahrhundert_bis_zur_gegenwart-3025/ für Klasse 9/10 aus. Das Titelbild mit einem dunklen, ernsten Kaiser Wilhelm II. und einer weißgewandeten Anne Frank, erhöht und lächelnd dahinter, bildet den bisherigen Höhepunkt an Geschmacklosigkeit (Instrumentalisierung von Anne Frank usw.). "Täter - Opfer", "Schuld - Sühne" und v.a. "Dunkeldeutschland - Helldeutschland" sollten sich nach zwei Jahren Indoktrination eingeprägt haben. Und vieles, vieles mehr... Der Lehrplan durfte übigens nicht "im Zeitraum von sechs Monaten vor einer Wahl zum Zweck der Wahlwerbung verwendet werden" (S. 168). :)))
Falkenauge
30. März 2016 16:05
Ein sehr sehr wichtiges Thema!
Man muss dazu wissen, dass diese ganzen Lehrplanveränderungen im Sinne des Neoliberalismus von der EU ausgegangen sind, die für die Bildung formal nicht zuständig ist.

Man entwickelte daher listig einen indirekten Weg, den der "Offenen Methode der Koordinierung". Die Mitgliedstaaten werden propagandistisch über politische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Kanäle veranlasst, sich mit den von der EU gewünschten Zielen zu identifizieren, sie gemeinsam zu vereinbaren, mit Unterstützung der EU zu realisieren und ihr Erreichen gemeinsam zu überprüfen. Man überlässt den Mitgliedstaaten dabei die Formulierung und Umsetzung der scheinbar eigenen Politik, erreicht aber auf diesem Wege letztlich dasselbe wie auf dem Verordnungswege. Die Methode bietet also die Möglichkeit der politischen Steuerung ohne eine EU-Rechtssetzung, zu der man hier die Kompetenz (noch) nicht hat.

So verständigte sich folgerichtig der EU-Rat der Bildungsminister auf Vorschlag der EU-Kommission im Februar 2002 auf ein detailliertes gemeinsames „Arbeitsprogramm 2010 für die allgemeine und berufliche Bildung“, durch das in allen Mitgliedsländern „eine einzige umfassende Strategie angewandt“ werden soll, so dass „die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung untereinander kompatibel“ sind. Die europäischen Bildungssysteme sollen dadurch einheitlich „in ihrer Qualität und Wirksamkeit“ so erhöht werden, dass sie „höchste Qualität“ erzielen und Europa in dieser Beziehung „als eine Bezugsgröße mit Weltgeltung anerkannt“ wird. Das bedeutete die Einebnung der Vielfalt der europäischen Bildungssysteme auf das Niveau einer gemeinsamen wirtschaftsorientierten Ausbildung.

Siehe dazu:
http://fassadenkratzer.wordpress.com/2014/01/03/der-marktradikale-griff-der-eu-nach-der-schulischen-bildung/
niekisch
30. März 2016 16:56
Hier in NRW ist es besonders schlimm mit der Indoktrinierung schon von Grundschulkindern. Ich mußte miterleben, daß meine 9-jährige Enkelin zur Vorbereitung auf den Religionsunterricht muslimische rituelle Gebetswaschungen zu Hause üben sollte, den Namen Allah in aerabischen Buchstaben aufschreiben und eine fingierte Postkarte aus Mekka mit ihren Eindrücken von der Hadsch und der Kaaba schreiben mußte.

Wohin soll das noch führen und vor allem: was können wir dagegen überhaupt noch tun? Neben einem Meer von Frermdem leben wir auch in einem Ozean von Propaganda und Desinformation.

Statt endloser Diskussionen sollten wir einmal ganz konkret noch durchführbare Schritte besprechen und dann Aktionsnetzwerke bilden, die den Gegenangriff starten.
Herr K.
30. März 2016 17:13
Sehr geehrte Frau Kositza,

zuerst einmal meinen vollen Respekt, sieben Kinder und politisches Engegement, da machen Sie ein enorm gutes Vorbild allerseits. Als Psychotherapeut und Paarberater maße ich mir einfach mal an, das ein wenig einschätzen zu dürfen. Ich bin mir sicher, dass Sie besonders auf langer Sicht von ihren Früchten werden zehren können, auch wenn es vielleicht einer gewissen "Ausdauer" bedarf.

Nun zum Buch: schon im Unibetrieb fiel mir Hr. Türcke als fachkompetente Person auf, die allerdings hin und wieder der Schwierigkeit ausgesetzt war, zwischen technokratisch verabsolutierten Bildungstheoremen und pragmatischem Realitätsbezug zu vermitteln. Der Spagat zwischen Anspruch und Realität, zwischen PC-orientierter Utopie und Nützlichkeit. Immerhin hat der Autor es geschafft, sich der Nützlichkeit für das Wohl der Sprösslinge zu verschreiben, ein Umstand dem nicht jeder Lehrer nachkommt. Nichtsdestotrotz kann beruhigend gesagt werden: Wenn erst einmal das Referendariat anbricht, ist bis jetzt noch so gut wie jeder auf ein Normalmaß an Vernunft zurückgeschrumpft. Die lebendige Praxis bleibt also das kritische Maß für Wahrheit. Das wiederum entlarvt die politisch verklausulierten Bildungspläne, als das, was sie sind: bestenfalls Schaumschlösschen.
Auch die wahnhafte Inklusion kann letztlich gelassener betrachtet werden, die eigentliche "Bildungsarbeit" findet meiner Meinung ohnehin in der (hoffentlich) liebevollen Eltern-Kind-Beziehung statt. (Oder anders: Sprich nicht zum Kind, sprich MIT dem Kind.) Nur dort werden Persönlchkeiten maßgeblich geformt, verformt oder wie auch immer man das nennen will. Auch eine intakte Paarbeziehung der Eltern kann auf schulische Leistung mehr Einfluss haben als so manche noch so ambitionierte Lehrerleistung, besonders mit Hinblick auf die analog zu Scheidungsprozessen einsetzenden Symptome der Kinder.
Aber letztlich haben Sie natürlich recht: der motivierte, emotional engagierte Lehrer ist im regelorientieren Leistungswettkampf irgendwie fehl am Platz, er kann sich nicht voll einbringen oder wird bestenfalls in einem am geringsten Widerstand orientierten Kollegiat verheizt. Die Eltern tragen sich meist nur mit der Sorge der zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit ihres Nachwuchses auf dem Arbeitsmarkt (eine völlig nachvollziehbare Einstellung), statt auf die Potentiale und Wünsche zu achten.
Bildungsarbeit bleibt letztlich immer doch noch Elternsache.
Heiko Sprang
30. März 2016 17:55
@niekisch
Das ist wirklich schlimm, was Sie schildern; kommen Sie zu uns nach Sachsen, früher oder später kommt eh die Segregation/Sezession; je mehr wir sind desto besser.
In dem Zusammenhang vermisse ich im Leitantrag der Programmkomission der AfD in Betreff Schule: dem Bürger Mittel an die Hand zu geben gegen staatliche Indoktrination.
Die Buchvorstellung macht sehr neugierig, besonders wegen der kolportierten Reaktionen des linken Feuilletons. Was an der Kompetenzorientierung im Gegensatz zur Wissensvermittlung das Schlechte sein soll, erschließt sich mir weder aus dem Filmchen noch aus den bisherigen Kommentaren; vielleicht weiß ich es nach der Lektüre.
Werner Ulrich
30. März 2016 18:48
Liebe Frau Kositza,
jedesmal eine Freude, Ihre Beiträge, dankeschön. Trotz mit Dativ, wie es gute alte Sitte war, das hört und liest man sonst nur noch in der Schweiz...

Nur ein kleiner Einwand: Der Kompetenz- und Inklusionswahn, den Sie natürlich nur eben andeuten konnten, scheint mir weniger "neoliberal" (auch so'n Keulenwort), eher ein später Durchmarsch der 68er und ihrer linksgrünen gleichmacherischen Reformideologie. Nivellierende Pädagogik samt Gendergaga, wie sie heute den Ton von Kindergarten bis Uni angibt, würde von ernst zu nehmenden Liberalen gewiß abgelehnt.

Kositza: Türckes Etikett "neoliberal" erschien mir auch viel zu schwammig, aber er führt wirklich sehr stimmig & stringent darauf hin, wie er dieses leicht ausgelaugt wirkende Schmähwort begreift. Dem Buch könnte man sich ohnehin viel länger als vier, fünf Minuten widmen. Trotz plus Dativ, ich? Echt? Da muß ich in den nächsten Videos aufpassen. Bemerke bei mir eine Reproletarisierung. Sage häufiger "dem seine Mutter" u.ä., geschah zunächst in karikierender Absicht (also mit " " gesprochen), ist mir wohl aber in den Redefluß übergegangen...
Caroline
30. März 2016 18:54
die eigentliche „Bildungsarbeit“ findet meiner Meinung ohnehin in der (hoffentlich) liebevollen Eltern-Kind-Beziehung statt.


Das ist wohl wahr! Weswegen konkrete Lehrplaninhalte bei guten Eltern höchstwahrscheinlich weniger tiefe Spuren bei den Kindern hinterlassen, als wir manchmal befürchten (siehe fremdreligiöse Gebete oder drei Schuljahre lang immer wieder die NS-Zeit).
Was ich an unserer Waldorfschule beobachte, stimmt mich froh: die Lehrer sind fast völlig unbeeinflusst von tagesaktuellen und meinungsbildenden Lehrinhalten (klar gibt es einen Waldorflehrplan, aber der sieht Epochenthemen nach Altersstufen vor, und lässt dem Lehrer inhaltlich freie Hand). Die Geschichte wird in den Volksschulklassen 1-4 anschaulich aus der Religion heraus entwickelt: die Schöpfung, der Heilige Franziskus, Handwerker, die nordische Mythologie, Runen, Kurrentschrift, meine Heimatstadt und ihre Geschichte, usw. - immer abstrakter, immer historisch-informativer, aber stetig in Form von Gedichten, Sagen, Bildern, Spielszene, Sinnsprüchen sich entwickelnd.
Nun kann nicht jeder seine Kinder in eine Waldorfschule schicken, aber diese sind durchaus erstaunlich modellbildend für andere Schulen, und außerdem eine Nische für den bildungspolitischen Notstand!
Waldgänger
30. März 2016 19:40
Danke, Frau Kositza, für die Empfehlung!

Allerdings kann ich aus eigener praktischer Erfahrung sagen, dass eine Vielzahl dieser zeitgeistigen Bestimmungen in der Praxis von vielen Lehrern ignoriert werden.

Ignoriert wird vieles allein schon deshalb, weil Schule sonst nicht mehr stattfinden und funktionieren könnte.
Man kennt ja die Drohung mit "Dienst nach Vorschrift".

Während etwa im Steuerrecht davon auszugehen ist, dass eine neue gesetzliche Regelung umgehend auch angewandt wird, kann von einem solchen Automatismus im Schulwesen nicht ausgegangen werden.
Die Annahme, dass ein Lehrer tatsächlich nach Lehrplan unterrichtet oder sog. "Kompetenzen" überhaupt beachtet, ist schon ziemlich gewagt ...
Auch jüngere Lehrer erleben ja bald einen heilsamen Schock.

Das ist ein Glück und wenn unsere Schulen heute trotz allem Reformunsinn immer noch halbwegs(!) akzeptable Ergebnisse vorzeigen können, so liegt es eben daran, dass verantwortungsbewusste Lehrer sich einen feuchten Kehricht um derartige Bestimmungen scheren.
Auch die zeitgeistigen Schulbücher sollte man nicht zu ernst nehmen, sie werden weniger eingesetzt als viele glauben.

Lehrerdämmerung lässt sich auch so verstehen, dass es manchen Lehrern eben doch irgendwann dämmert, dass sie eine große Freiheit haben, doch das Richtige zu tun ...

Nein, allen Reformquatsch kann man auf diese Weise leider nicht neutralisieren ... die Inklusion etwa, die Beschulung nicht beschulbarer Kinder ohne Deutschkenntnisse in Regelklassen oder die Abschaffung des Geschichtsunterrichts in den Klassen 5 und 6 wie jüngst in Berlin und Brandenburg beschlossen.

Und natürlich gibt es auch jene ängstlich-angepassten Dummies im Lehrerkollegium, die alles ganz ernst nehmen und die gierig nach Fleißpunkten sind.
Caroline
30. März 2016 19:44
Was an der Kompetenzorientierung im Gegensatz zur Wissensvermittlung das Schlechte sein soll


Kompetenzorientierung ist etwas für Hochbegabte! Die anderen (deren es immer mehr gibt) brauchen Wissensvermittlung. Wohlgemerkt: WissensVERMITTLUNG, nicht "Bulimielernen" von Stoffmassen zu nächsten Schularbeit.
Kompetenzorientierung setzt Wissensgrundlagen voraus, ein Beispiel für ein Kompetenzenmodell wäre:


Also müssen die meisten Schüler Wissen ganz klassisch (also nicht: durch Arbeitsblätterausfüllen, Lernspiele am PC, Wissenssendungen, sofortige Meinungsbildung) kleinschrittig erlernen und verinnerlichen.
Das bedeutet: Übung, Übung, Übung. Und alles in den Körper überführen, das bedeutet: handschriftlich, am besten in Schreibschrift, längere Texte niederschreiben, Texte in Reimform auswendig lernen (gern auf peripatetische Art und Weise :-)), Inhalte inszenieren, eigene Bücher besitzen und mit dem Bleistift in Besitz nehmen, auch motorisch anspruchsvolle Arbeitstechniken (Handarbeit, Werken, Kunst, polytechnischer Unterricht) erlernen.
Winston Smith 78699
30. März 2016 20:45
@ Caroline

Didaktik war immer ideologisch, vielleicht nicht immer in demselben Ausmaß und mit gleichermaßen verheerendem Ziel. Weil aber die jetzige eine Katastrophe ist, war noch lange nicht jede frühere Gold. Ihre Liste rechtfertigt den dumpfen Drill nicht der Jahrzehnte vor dem jetzigen Irrsinn, sondern noch davor. Allein die esoterische Floskel vom Überführen in den Körper macht mir Angst - auch diese kann mit demselben pädagogischem Lächeln und Leuchten vorgebracht werden, wie das Kompetenzgeschwurbel. Darin ist eine bestimmte Sorte Lehrer einsame Spitze.
Winston Smith 78699
30. März 2016 20:50
@ Caroline

Korrektur: Ich hatte noch nicht gesehen, dass Sie all dies im Rahmen von Waldorfpädagogik nennen. Diese ist zwar nicht mein Ding, aber das ändert bezüglich der Konzepte alles. Ich hatte mir dieselben eben aus staatlichem Munde vorgestellt und als von staatlicher Hand umgesetzt. Dabei kamen düstere Erinnerungen hoch.
Winston Smith 78699
30. März 2016 21:15
SiN rührt hier an einen Teil des Monstrums, der sich als viel größer und mächtiger erweisen könnte, als man sich es zunächst vorstellen will. Und an einen Menschenschlag, der auch ganz anders sein könnte, als er wahrgenommen wird. Einen Versuch, mich einer Erläuterung vorsichtig zu nähern, will ich mit dem Hinweis auf eine jüngere Artikelserie bei PI wagen:

http://www.pi-news.net/2016/03/dormagen-schueler-hetzen-gegen-baecker/

http://www.pi-news.net/2016/03/leben-wir-hier-in-der-ddr-herr-schulleiter/

http://www.pi-news.net/2016/03/projekt-fuer-ideologiefreies-lernen-gestartet/

http://www.pi-news.net/2016/03/karlsruhe-schule-reimt-sich-die-welt-schoen/

In den Kommentaren erwähnte jemand ein ein Problem für die Aufklärer,, dass man nämlich Außenstehenden die wahren Zustände an den Schulen gar nicht erklären könne, da jene die Aussagen schlichtweg nicht glauben würden. Von einer Freundin, selbst Lehrerin, hörte ich jüngst wieder, dass eine Bekannte ihr versicherte, dass sie diese Schilderungen nur akzeptierte, weil sie einander lange kennten und jene die andere ansonsten für gestört oder zur Lügnerin erklärt hätte.

In den Artikeln bei PI geht es um Denunziantentum, hier um verheerende Didaktik. Aufregung herrscht bislang allenfalls punktuell und agiert wird gewissermaßen auch mit eingeschränkter Perspektive. Ich behaupte: das eine hat mit dem anderen durchaus eine Menge zu tun, und wir sollten lernen, den ganzen Elefanten zu erkennen. Dieser hat garantiert noch weitere Gliedmaßen, die wir gar nicht ahnen können.

Ausmaß und Aufwand an Diskretion sind in diesem Sektor des gesellschaftlichen Lebens wohl ähnlich unvorstellbar wie die genannten Zustände. Und dieser Sektor hat fürt den Untergang oder Austausch oder kommenden Krieg oder was auch immer meiner Meinung nach eine zentrale vorbereitende Bedeutung. Diese Vorbereitung aber läßt sich zeitlich erstaunlich weit zurückverfolgen.
kolberg
30. März 2016 21:28
@niekisch:"was können wir noch konkret tun...?"
was haben sie denn konkret getan, da in nrw und ihrem miterleben der zumutung, der ihre enkeltochter ausgesetzt war? haben sie angefangen, aktionsnetzwerke zu schaffen?
für den anfang würde es ja schon genügen, wenn sie ein "cooler opa" sind, von dem das kind eine menge lernen kann und will...(siehe carolines beitrag). mit diesem grundvertrauen in ihre kompetenzen ausgestattet (und die der eltern) kann doch die lehrerin dem kind von mekka erzählen was sie will...es nutzt ihr nicht so viel...
niekisch
30. März 2016 22:29
"kommen Sie zu uns nach Sachsen, früher oder später kommt eh die Segregation/Sezession; je mehr wir sind desto besser."

@ Heiko Sprang: neulich hatte ich überlegt, mich auf die ehemalige germanisch/keltische Fliehburg Almerskopf im Westerwald zurückzuziehen. Und nun die freundliche Einladung nach Sachsen. Was tun?
Erst mal: vielen Dank! Und dann nachdenken. Waren unsere hessischen Chatten nicht mit Euch Sachsen im Jahre 9 gegen Varus verbündet und haben ihn geschlagen? Sind nicht Hessen und Sachsen mit Napoleon gen Moskau marschiert? Im Hessischen gibt es Sachsenansiedlungen, z.B. Sachsenhausen in Frankfurt. usw, usw. Ergo: ich flüchte erst auf den Almerskopf und wenn ich diese Stellung aufgeben muß, dann sehen wir uns im Sächsischen, um von dort aus der Rückhand zurückzuschlagen.
niekisch
30. März 2016 22:43
"was haben sie denn konkret getan?"

@kolberg: der armen Lehrerin habe ich kein Leid zugefügt,weil sie eh am Rande des Nervenzusammenbruchs stand angesichts der Zusammensetzung ihrer Klassen. Vielfältige Aktionen gegenüber Schulverwaltung und Ministerium blieben ergebnislos. Politisch motivierte Netzwerke oder Parteien nahmen sich der Sache nicht an. Es blieb mir nichts anderes, als Kopien des Schulmaterials zu fertigen und privat samt Kommentar zu verteilen. So fand ich Zustimmung und ein paar Unterstützer.

Das Seelheil der inzwischen 16 - jährigen Enkelin ist gerettet: einen muslimischen Grabscher hat sie dank mutiger Aussage in den Knast befördert, sie will mit jeglicher Art von Insurgenten rein garnichts zu tun haben und hört "Freiwild" Zufrieden, verehrter kolberg?
Herr K.
30. März 2016 22:55
@caroline

ja, ich glaube die Beziehung ist sowohl im therapeutischen als auch im pädagogischen Arbeit das zentrale Element. Vielleicht sogar im künstlerischen.
Eine gute Wissensvermittlung findet in der Regel recht schnell statt, vorausgesetzt, man koppelt das zu Erlernende an die Nützlichkeit der aktuellen Lebenswelt der Kinder. Das war auch der Grund warum ich die Schule (als Lehrer) verlassen habe und Therapeut wurde: die sture Bindung an einen Lehrplan ohne Rücksicht verdreht das Individuum zum Funktionsobjekt; Folge: die Beziehung bricht ab. Die Kinder wollen nicht funktionieren müssen (will niemand), das ist eine gesunde Reaktionsweise. Von daher auch von mir Daumen hoch für Waldorff-Schulen. Die gelten ironischerweise in einigen linken Kreisen als rechts...um so besser, mehr Platz für "unsere" Kinder.
Monika
30. März 2016 22:59
Kritik an der inklusiven Bildung auch in der Schweiz ein Thema:
http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/bildung-schiffbruch-einer-schoenen-idee-ld.8786
Werner Ulrich
30. März 2016 23:14
Danke für Ihre Antwort, Frau Kositza!

Trotz plus Dativ, ich? Echt? Da muß ich in den nächsten Videos aufpassen.

Das war doch ein Lob! Endlich redet mal jemand richtig. "Der Duden ist unser Unglück." (Nicht von mir.)

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Klar ist Türcke kein Reaktionär, sondern altlink geprägter Gegner des "Neoliberalismus", und dessen finstere Machenschaften sieht er nun selbst in Lehrplänen am Werk. Aber so einer Verschwörungstheorie zu folgen wäre doch kurzsichtig. Viel wichtiger ist das, worauf Sie am längsten eingehen: Die Kompetenzfalle. Nix wissen, nix überblicken, aber alles wikipediamäßig begreifen können, d.h. im Klartext: falls dazu aufgefordert, überall dumm rumtappen ohne Sachverstand, also demutfreie Pfuscherei. Die Resultate sitzen inzwischen an den Unis und spielen König Kunde. Kein Wunder, daß Türcke so ein Buch erst als Emeritus herausbringen mochte...
Gustav Grambauer
30. März 2016 23:21
Das Paradigma ist ein noch viel tieferes:

"Niemand wird in die Neue Weltordnung eintreten, bevor er oder sie sich nicht dazu bereiterklärt hat, Luzifer zu verehren. Niemand wird in das Neue Zeitalter eintreten, ohne eine luziferische Initiation durchlaufen zu haben." - David Spangler

Wo findet diese "luziferische Initiation" statt? In den UNESCO-Transformationscamps ("Schulen"), die weltweit durch ein unsichtbares Netz verbunden sind, hinter welchem eine enorme satanische Macht steht. Diese Macht sagt selbst verständlich nicht "Guten Tag, ich bin Luzifer", aber die Suggestionskraft dürfte in jeder Lehrer-Sitzung - wenn auch unsichtbar - anwesend sein, im Unterricht sowieso.

Keine Schule, auch wenn frei gegründet, könnte sich als solche diesem Sog entziehen, schon da sie immer noch indirekt über "staatliche" Vorgaben zur Unterwerfung unter die UNESCO verpflichtet wäre. Die Waldorf-Schulen waren eigentlich einmal von Rudolf Steiner dazu gegründet worden, genau diesem Sog standzuhalten - aber gerade die haben sich als besonders windig erwiesen.

Woher denn die "ununterbrochene, hochwissenschaftlich unterfütterte Rücksichtnahme auf angenommene Befindlichkeiten der 'lieben Kleinen'"?:

Die Fürstenerziehung der NWO soll nicht mehr elitär sondern vor Ort inmitten der Masse stattfinden ("Think global - act local"). Da die künftigen Fürsten (die sog. "Indigo-Kinder", bitte googeln) althergebrachte Schulformen als für sich zu miefig und zu eng ansehen, müssen die Schulen nach deren Bedürfnissen "transformiert" werden, woran vor allem sehr viele Apparatschiks eifrig hinter den Kulissen arbeiten. Manche Funktionäre werden es als "Seva" ansehen, dabei einer künftigen spirituellen Meister-Kaste bereits die Kinder-Stiefel zu lecken. Alle anderen Kinder werden bei dieser "Transformation" nach dem Motto "Friß oder stirb" mitgeschleift, die dabei gegebene darwinistische Auslese ist entgegen aller Heuchelei strukturell gewollt. Es arbeiten Neoliberalismus und Hippie-Bolschewismus Hand in Hand - wie immer, was oft nur nicht so klar wie hier sichtbar ist.

Nebenbei gesagt maßt sich das System das Leibeigentum an den Kindern an. Es wird seine Maske in den nächsten Jahren fallen lassen und die bisher noch halb-verdeckte Sklaverei in aller Offenheit demonstrieren. Wer das für Spinnerei hält, sollte sich den Begriff "Erziehungsberechtigte" juristisch auf der Zunge zergehen lassen, es handelt sich um ein Privileg (welches verliehen wird und grundsätzlich jederzeit bei Mißliebigkeit wieder entzogen werden kann).

Wir dürfen unserer Tochter nicht mal eine Sultanine zum "Znüni" in den Kindergarten mit dazugeben: weil sie kariesverursachend ist, der Staat betrachtet auch die Zähne der Kinder als sein Eigentum. Nach unserer Einschätzung sehen das mehr als 80 % der "Lehrpersonen" von denen, die wir kennen, so. Auch wenn sie der Meinung sein mögen, der familiäre "Umgang" sei dem "Kindeswohl" förderlich, so sehen sie das Kind doch auf juristischer Ebene als eine Art sozialistisches Volkseigentum (à la Göring-Eckart, die über die Zivilokkupanten gesagt hat: "Jetzt bekommen wir neue Menschen geschenkt").

Deshalb kann es bis auf weiteres keinen institutionellen Ausweg aus der oben geschilderten Misere geben. Man kann nur einzelne Kinder vor dem Versuch der Schändung ihrer Seelen schützen.

- G. G.
Hans
30. März 2016 23:38
Schule ohne Rassismus...
ich kenne eine solche Schule von Innen. Mobbing in den Klassen. Mobbing unter den Lehrern. Die meisten Lehrer unfähig, seelische und körperliche Gewalt zu beenden. Der Schulleiter unfähig und unwillig, die Intrigen und die Denunziation durch Kollegen zu unterbinden, statt dessen Unterstützung der eigenen Unterstützer.
Aber das Schild am Sekretariat, die Artikel in der Presse und die Bürgermeister als Paten.
Ein Problem des Charakters, oder der Ausbildung? Schule ohne Rassismus ist einfach eine Möglichkeit der positiven Außendarstellung, so wie Adventsbasar, Schulkonzert oder Theaterbesuch.
Die persönliche Beziehung bedeutet wenig und ist durch Plan und Ordnungsmaßnahmen im Hintergrund.
Einem solchen System noch Kompetenzorientierung zu verpassen bedeutet Zynismus mit Idiotie zu verlängern.
Winston Smith 78699
31. März 2016 00:36
@ Herr K.

Die Erziehung zum Funktionieren und die Vorgaben durch Lehrpläne haben sich aber gewandelt. Zudem unterscheiden sich die Bundesländer hierin schon lange, je nach Weltbild der regierenden Partei. Allerdings zeigt sich die Tendenz, dass die im vormerkelschen Sinn "konservativen" Bundesländer mit Verzögerung nachziehen und sich denen mit "progressivem" Schulwesen angleichen, während dort bereits eine weitere Stufe des Wahnsinns erklommen wurde.

Grob könnte man aber umreißen: Wo vormals mit dem Leitbild des Ingenieurs gedankenloses und rein leistungsorientiertes Schuften eingeübt worden ist, wird nun, auch in der Notengebung, ein absurd hohes Gewicht auf Soft-Skills gelegt und auf bunte Art alle Objektivität abgeschafft, während zugleich, wohl aus Gründen des Wählerfangs, das inhaltliche Niveau radikal gesenkt worden ist. Vieles wird bemäntelt durch Technikeinsatz und absurde Vorverlagerungen von Stoffen. Manche Eltern begrüßen dies zugunsten ihrer eigenen Kinder, andere (vor allem die hiermit an der Wahlurne geköderten Eltern, die selbst keine höhere Schule besuchen konnten) können diesen Niedergang und vor allem dessen gesellschaftliche Folgen nicht beurteilen: Egalitarismus, Volksverdummung. Den schwächeren Schülern und deren Eltern wird Lernfortschritt nur vorgegaukelt, die stärkeren werden ärgst vernachlässigt.

Leistung und Bemühung um die Inhalte lohnt sich nicht, nur Bemühung um vorteilhaften Anschein im Sinne der "Kompetenzen" - und hier spielt natürlich die politische Ideologie kräftig mit rein. Ein Abitur für alle und somit ohne Auszeichnungswert benachteiligt nun aber vor allem die begabteren oder fleißigeren Schüler aus sozial schwächerem Elternhaus, denn danach zählen wieder nur Vermögen und Parteibuch der Eltern.

Funktionieren müssen Schüler hingegen durchaus, und zwar indem sie stets engsten Handlungsanweisungen (mit sog. "Operatoren" zu formulieren) folgen, und dies zudem immer an konkreten Alltagsaufgaben. Sie sollen also vor allem nicht mehr fragen (lernen) und nachdenken (lernen) und schon gar nicht Aufgaben erkennen und "lösen" (im Sinne von Rätseln). Alles schöne Gerede von der Erziehung zur Selbständigkeit wird in der Praxis ad absurdum geführt. Vor allem die jüngeren Lehrer stören sich an diesem Horror nicht und setzen neue Vorgaben eifrig und obrigkeitshörig um, selbst bereits nicht mehr an Zusammenhänge und Folgen denkend (oder denken wollend). Politisches Bewußtsein, Demokratiefähigkeit? Fehlanzeige! Besonders bei Lehrern für Geschichte und Sozialkunde.

Die Lehrpläne sind mitunter unklar und vermeintlich offen formuliert, zusammen mit den Kompetenz-Vorgaben aber voller innerer Widersprüche und fachlich jenseits von allem vernünftigen Wissensaufbau, eher mit dem Charakter eines wild zusammengeflickten, erlebnisorientierten Happenings. Dadurch aber kann die Lehrkraft auch zu keinem Zeitpunkt alles richtig machen und ist jederzeit veknackbar, denn irgendeine Vorgabe wird stets verletzt. Übrigens wissen dies mitunter auch Eltern und Schüler und nützen es für sich aus - ganz zu schweigen von den Vorgesetzten und manchen ehrgeizigen Kollegen.

Überhaupt weist alles in die Richtung, dass es keine verbindlichen Regeln mehr gibt und alles in eigenem Interesse verhandelbar ist, auch mit grenzwertigen Druckmitteln. Schüler kennen sich zusehends in dem, was sie dürfen und der Lehrer nicht darf, weitaus besser aus als in irgendeinem Inhalt - eine von vielen Folgen des Abbaus von Autorität. Leider läßt sich auch der hieraus langfristige Nachteil für die Schüler nur jenen erklären, die dies ohnehin nicht nötig haben. Schulen sind Horte des Hauens und Stechens nach allen Seiten und eines jeden gegen jeden geworden, gerne auch mit Gruppenzwang, Aufwiegelung, Unterstellung, Spitzelei und Denunziation. Man vergleiche dies mit der Entwicklung der Gesellschaft und stelle sich einen linken Politiker vor mit dem Kommentar, dass eben auch Schulen nur ein Abbild der ... usw.

Besonders übel erscheint mir, dass heutzutage viele Lehrer (vor allem jene auf der Karriereleiter) sich gar nicht mehr bemühen, dagegen ein Vorbild an Tugend abzugeben. (Vordergründig und nach außen die scheinheiligsten Saubermänner, erziehen sie natürlich in Wirklichkeit durch Verhalten.) Im Gegenteil scheinen manche ihre Schüler geradezu in diese Richtung zu verführen. Diese Gruppe überlappt sich auch mit der jener Lehrer, denen der Niedergang der inhaltlichen Bildung gar nichts ausmacht.

Man könnte noch viele weitere Aspekte anfügen, aber ich fasse mal verfrüht zusammen: Verblödung und moralische Verrohung in einem rasant steigenden Ausmaß, welches die meisten mittlerweile deutlich sehen und heimlich bestürzt beklagen, während mache strahlend das Lied von dieser wunderbaren neuen Schulwelt und der Partei singen.
Luise Werner
31. März 2016 08:00
Den gewiss allgemein richtigen Feststellungen von Türcke kann man dennoch konkret andere Beöbachtungen entgegenstellen. Folge ich den Klagen meines Großen (12. Klasse, Sachsen), so befindet sich "träge Wissensvermittlung, Lehrerzentrierung und Wissensballast" wohl nach wie vor gut im Rennen. Kein "Abholen, wo die Kinder/Jugendlichen stehen", viel Fordern, wenig Fördern. Das kann dann privat auf eigene Rechnung betrieben werden.
Keine elitäre Schule, lediglich kirchlicher Träger (an der auch der hier schon besprochene Gottfried Böhme (Stein und Zeit) Kurse gibt).
Der Gutmensch
31. März 2016 08:34
Deshalb kann es bis auf weiteres keinen institutionellen Ausweg aus der oben geschilderten Misere geben. Man kann nur einzelne Kinder vor dem Versuch der Schändung ihrer Seelen schützen.


Das sehe ich auch so. Und ich bin jedem Lehrer und jedem Erzieher sehr dankbar, der die Folgen für die Kinder abmildert und - wenn keiner so genau hinschaut - eben doch frontal unterrichtet oder lesen lässt oder diktiert oder rechnet oder ein schüchternes Kind vor einem frechen in Schutz nimmt. Vor dem Hintergrund der offiziellen Anforderungen, denen das Schulpersonal heute gerecht werden muss, ist das alles andere als eine Kleinigkeit.
Hans
31. März 2016 09:07
@ Luise Werner - "viel Fordern, wenig Fördern"
Das ist doch in einer Gruppe von 20-30, die zu einem von Außen vorgegebenen Ziel geführt werden soll, gar nicht anders möglich. Da braucht es Selbstkontrolle, Respekt damit es untereinander funktioniert.
Das fordert vielen Kindern und Jugendlichen schon viel ab.
Inhaltlich ist der Betrieb auf regelmäßige vergleichende Leistungskontrollen angelegt. Das erfordert die inhaltliche Ausrichtung und das Absehen von eigenen Themen. Außerdem die Anpassung des eigenen Arbeitstempos - entweder sich Beeilen oder Warten.
Das alles ist uralt und in der Diskussion um Reformpädagogik immer wieder neu aufgelegt worden. Ein Fördern hin zu individuellem Lernen im individuellen Tempo braucht Ressourcen, die wir gar nie ins Bildungssystem zu stecken gedenken. Außerdem gibt es keine Garantie, dass der Mensch sich in größerer Freiheit eher selbst entdeckt und sich nicht in einer Vermeidungshaltung einrichtet.
Eine eins zu eins - Unterrichtung hatten die alten Griechen, aber nur für die Oberschicht. Die hat den Jungen einiges abgefordert.
Fazit: eine Gruppe von A nach B zu bringen wo Teile gar nicht hinwollen ist immer fordernd. Den Weg kann man etwas leichter machen, aber letztlich muss jeder selber laufen.
Aristoteles.
31. März 2016 11:33
Auch hier legt 'Sezession' den Finger in die Wunde.

Die BeeRDigung Deutschlands findet vor allem im Bildungssystem statt.
Mit Begriffen wie Sozialkompetenz, Integrationsförderung, Themenprojekt, Medienworkshop, Projektvielfalt, Genderworkshop, Interaktionsfluidum werden die Sprengsätze gelegt, die die Kinderseelen zerfasert und zertrümmert zurücklassen und möglicherweise für's Leben ruinieren.
Ohne korrigierendes Umfeld zu Hause oder in einem (selten) vernünftigen Freundeskreis bleiben chaotisierte Jugendliche zurück, die vom Staat schließlich im Aktionsbündnis gegen Rächts aufgefangen werden.

So gut wie alles wird privatisiert, pluralisiert, individualisert - nur bei einer Sache behalten die Völkermörder den Deckel auf dem Topf: Bildung.

Angesichts der großen Umvolkung ist die Forderung nach Volksabstimmungen in Kürze als obsolet zu betrachten. Erwogen werden muss vielmehr, wie die übrig gebliebenen sechs Millionen Deutschen, die deutsch bleiben wollen, durch die Diaspora gerettet werden können. Und dazu gehört in erster Linie die Etablierung von Schulen, in denen deutsche Kultur und Religion von Kleinauf gelernt wird, ähnlich wie in den Koranschulen.
Hier sollte der Hebel so schnell wie möglich angesetzt werden mit der Forderung nach Minderheitenschutz, der durch das EU-Recht gewährleistet wird (tatsächlich steht geschrieben: Schutz der nationalen Identität!).
pasquill
31. März 2016 16:50
Christoph Türcke ist übrigens ein später Kritischer Theoretiker, hat früher im Geiste Adornos geschrieben, auch schon sehr gut. Aber er hat schon sehr früh politisch inkorrekt argumentiert und beispielsweise in den 90ern ein tolles Buch über Nietzsches Erkenntnistheorie geschrieben. Ich habe ihn mal auf einem Kongress in Hamburg erlebt, als er sich erlaubte von verschiedenen Rassen und "Dunkelhäutigen" zu sprechen, was dazu führte, dass Jutta Ditfurth - wie sie das gerne und oft gemacht hat - quer durch den Zuhörerraum gebrüllt hat, was denn dieser Rassist da oben auf dem Podium soll. Seinen Vortrag musste er daraufhin abbrechen und anschließend wurde ein schwaches antirassistisches Sponti-Vortragsprogramm improvisiert. Zuhörerinnen wie ich, die dort waren um Türcke zu hören, mussten in die Röhre glotzen.
Schön, dass ein Linker der späten Frankfurter Schule hier rezensiert wird.
Ich habe das Buch nicht gelesen, doch stimme ich als geplagte Mutter einer Gymnasiastin im achten Schuljahr auf der Grundlage der Besprechung Ellen Kositzas in allem zu.

Ich bin jede Woche sehr gespannt auf den Buch-Vlog von Frau Kositza.

Herzliche Grüße

Pasquill
ene
31. März 2016 18:05
... man koppelt das zu Erlernende an die Nützlichkeit der aktuellen Lebenswelt der Kinder.

Herr K.,

ich habe noch eine recht gute Erinnerung an mich selbst als Kind.
Darf ich Ihnen sagen, daß mich seinerzeit nichts so wenig interessiert hat, wie das, was in meiner Lebenswelt "nützlich" gewesen wäre?
Vorzugsweise habe ich mich für Dinge und solche Fächer interessiert, die in meiner Lebenswelt überhaupt nicht vorkamen - gerade dafür!
Solche Pädagogen, die sich in mich "einfühlen" wollten (gab's seinerzeit zum Glück nicht allzu viele) - habe ich gar nicht ernstgenommen. Ich wollte von denen war lernen, die sollten ihr Fach vertreten, dann haben sie mich beeindruckt.)

"Motivation" ist übrigens auch so eine sehr fragwürdige Sache. Mir erzählte mal jemand, daß er für eine sehr wesentliche Angelegenheit in seinem Leben die stärkste Motivation dadurch empfing, daß ihm jemand (der wichtig war -) einfach sagte: "Das willst du machen?! dafür bist du ja viel zu blöd!" -
(Genau das wurde dann sein Beruf...)
Andreas Walter
31. März 2016 19:11
Dem Bild nach zu urteilen schwebt den deutschen Kulturmarxisten der Gegenwart wieder so etwas wie eine unberührte, unschuldige, paradiesische Gesellschaft auf dem Entwicklungsstand indigener Völker im Amazonas oder wie teilweise auch noch auf Borneo oder auf manchen Archipelen im Indischen Ozean vor. Sehr romantisch, doch irgendwie auch verklemmt, auch nicht konsequent. Würden zumindest die alten Griechen und Caligula sagen.

https://jungefreiheit.de/?attachment_id=171104&postidd=171103

Es zeigt aber auch, wie weltfremd, wie sehr von der wirklichen Welt entrückt diese Menschen tatsächlich sind, die Kokovoren des 21. Jahrhunderts.
enricolevi
31. März 2016 20:29
Sehr geehrte Frau Kosita,

ein Klassiker, der bei Ihrem Thema so richtig auf den Putz haut ist der Wiener Philosopheprofessor Konrad Paul Liesmann mit zwei schönen Bändchen:

a) Theorie der Unbildung
b) Geisterstunde. Praxis der Unbildung

Vortrag in Feldkirch / Voralberg:
https://www.youtube.com/watch?v=vV74Qn5hEzI

hat mir der Prior eines Benediktinerkloster mit angeschlossenem Gymnasium in Graubünden ans Herz gelegt. Kann ich nur empfehlen.

Ich unterrichte jetzt an einer deutschen Schule in einer Stadt, in der die Scharia gilt. Ca. die Hälfte der Schüler sind Nichtdeutsche. Wenn das, was hier los ist, demnächst auch in Deutschland läuft, dann kann sich der Wirtschaftsstandort Deutschland innerhalb von ein zwei Jahrzehnten verabschieden.

Übrigens hat sich auch unsere geliebte Frau Reschke mit dem Thema befasst; die richtigen Einsichten in der Flüchtlingsfrage sind ihr aber noch nicht aufgegangen.
https://www.youtube.com/watch?v=vV74Qn5hEzI

Kositza: Mit Liesmann laufen Sie bei mir offene Türen ein! Ein wahrer Philosoph!Nicht nur in der Bildungsfrage!
Winston Smith 78699
31. März 2016 22:46
@ Der Gutmensch

Und ich bin jedem Lehrer und jedem Erzieher sehr dankbar, der die Folgen für die Kinder abmildert und – wenn keiner so genau hinschaut


Das können nur Unangreifbare, d.h. ältere Verbeamtete ohne weitere Karriereabsichten oder von den Jüngeren die Unberührbaren (etwa aus Parteifamilien oder kuschelnd und somit Mittäter mit einer bereits im Gesetzeswidrigen agierenden Schulleitung). Vor allem aber die Junglehrer und Referendare müssen generell verstärkt auf gesetzliche Vorgaben achten und werden daraufhin geprüft. Will man seinen Laden nun politisch „sauber“ halten und sich die Hände nicht schmutzig machen, braucht man im Grunde nichts weiter tun, als bei den Neuen, die nicht stramm reinpassen oder Ansätze zu Eigenständigkeit zeigen, einfach nur genau hinzuschauen, dass diese auch so unterrichten wie offiziell vorgegeben. So einfach geht politische Selektion, denn die didaktischen Methoden und korrektes Vorhehen für sich allein führen dann bereits zu so viel Unmut, dass man damit über Bande (Schüler, Eltern, Stimmungsmache) unliebsame Leute mobben kann. Ich kann mir übrigens vorstellen, dass das in anderen staatlichen Bereichen, etwa bei der Polizei, irgendwie so ähnlich laufen könnte: Widersprüche und Absurditäten innerhalb der verschränkten Gesetze, Verordnungen und Erlasse (vgl. die berühmte Regel in Joseph Hellers „Catch22″) sorgen für Aporien und Spielräume für viel despotische Willkür. Und selbst dies ist wohl nur ein Teilaspekt der an Kriminalität zumindest grenzenden - ich möchte mich hier zurückhalten - andauernden Vorgänge im Bildungswesen. Wie gesagt: das alles hat Ausmaße und Abgründe, an deren Erfassung sich jemand Unbedarftes wohl erstmal langsam herantasten muss.
bussard
31. März 2016 23:41
Porno, Peitsche, Pädophilie – Perversion im Klassenzimmer
https://youtu.be/7jSOzUZ0mms

Das ist ein Film, den die Junge Freiheit gedreht hat, über das Thema.
Hoffentlich darf dieser Link stehen bleiben.
Es ist einfach erschütternd, wie viele Eltern wahrscheinlich mit den Erziehungsmassnahmen, denen ihre Kinder ausgesetzt sind, einverstanden sind.
Bildungswesen?
Kaliyuga
31. März 2016 23:48
„Lehrerdämmerung“? Nach so langen Jahren? Ausgehend von denen, die selbst schon mitten im Niedergang schulische Ausbildung erhielten, die emanzipiert warm duschen und denen Kabel aus den Ohren hängen, wenn sie auf Rollschuhen unter eigens angelegtem Asphalt verbissen Runden ziehen? Ein nochmals kurzes Aufflackern im Verglühen!

Kollege Liesmann wirkt innen und außen erfrischend kernig und gesund, just bis dort, wo er (in der 22. Minute des von enricolevi bereitgestellten Vortrags) auf den Bologna-Prozess zu reden kommt und abschmiert. Als ob denkerische Leistung je Mobilität und nivellierende Angleichung über Grenzen erfordert hätte; und heute nun bei diesen Massen, die, von Ausnahmen abgesehen und im empirischen Befund vielfach erhärtet, allenfalls zu studieren wähnen, und das Niveau bei ihrem Gewicht naturgesetzlich notwendig nach unten ziehen.

Ein Lob übrigens auf jene Frauen, die in Schürzen gekleidet, Böden Wissen vermittelnder und erforschender Anstalten wischen, Papierkörbe leeren und Staub von Daten exhibierenden Bildschirmen wischen: Sie legen den Grund frei, sie haben Weisheit parat, und damit regieren sie, insgeheim, ohne dasz ihr Potenzial je erfasst würde, von Grundschulen bis zu Forschungsinstituten; von ihnen kann man lernen, mit ihnen soll man reden. Sie erweisen sich, wenn der Besucher seiner alten scuola elementare oder der an seinem nächtlichen Schreibtisch sinnende „Arbeiter“ im Forschungsbetrieb sie recht anspricht, meist als sehr gut gelaunt und reden gern und übrigens ganz ohne Honorar. Weise Weiber, eben weil sie nicht studiert haben. Den Putzlappen auswringend erzählen sie etwa, noch west zuviel Bäuerliches in ihnen, als dasz sie nicht auch dabei heiter sein könnten, dasz nun selbst dort, wo ehemals konservative Bildungspolitik galt, die Sechs- bis Achtjährigen nun erst einmal zwei Jahre lang so schreiben, wie sie eben meinen, dasz es richtig sei. Ein falsches Gaudium für die kleinen Rotznasen im entmännlichten Regnum.
Urwinkel
01. April 2016 00:41
Eine stilistische Bemerkung zum Vlog: Mir gefällt das Schreibmaschinengehacke im Intro. Kenne ich aus der Kindheit. Mein Vater war so ein Wüterich. Der musste beruflich bedingt viel schreiben und hat die Maschine entsprechend malträtiert: Ratsch, ratsch.. so gings akustisch am laufenden Band... Der Klang der Vergangenheit weckt Erinnerung. Heute geht das eleganter. Gut gemacht! Das Thema im Speziellen interessiert mich nicht weiter.
Sozi
01. April 2016 02:15
Natürlich wäre es sinnvoll, wenn tatsächlich mehr "Kompetenzen" gefördert würden, statt das sture Auswendiglernen. Kompetenzen eben verstanden als Grundfähigkeiten, wie z.B. die Kompetenz, sich überhaupt ausdauernd länger und intensiv mit etwas zu beschäftigen. Aber natürlich auch Fertigkeiten, sich Information zu beschaffen und angemessene Methoden, diese zu verarbeiten. Ich halte es auch für sinnvoll, dafür Kindern Freiräume zu lassen, um auch gerade ohne Eingriffe, ohne Störung von Pädagogen sich weiterzuentwickeln, den eigenen Interessen nachzugehen etc.

Die Problematik ist doch eine andere: Diese Worthülsen wie "Kompetenzförderung" werden ja in Wirklichkeit für ganz andere Zwecke verwendet.

Es sind ja leider ideologisch verwendete, missbrauchte Worte, und alles mögliche kann damit verkauft werden, wenn man es mit diesen Worten schmückt.

Die pädagogische Realität sieht hingegen völlig anders aus: Seit über dreißig Jahren beobachte ich eine Entwicklung in den Schulen und Universitäten (und hier besonders), die ein Zunahme des reinen Paukens mit sich bringt. Besonders an den Hochschulen zu beobachten. Die frühere akademische Freiheit, auch der Studenten, hat sich immer mehr verringert. Die Freiheit/ der Freiraum eines Studenten, sich selbstgewählten Inhalten zuzuwenden, wurde immer mehr verringert. Stattdessen wurden die Hochschulen immer stärker "verschult", im negativen Sinne. Und das heißt eben, es ging immer mehr um das Fressen sturer "Fakten", statt der selbständigen und wirklich Kompetenz fördernden Auseinandersetzung mit Themen.

An den Schulen wird eben nicht die wirkliche freie und selbstbestimmte Auseinandersetzung mit Themen gefördert.

Dies ist ja eben nur die Propaganda ! Stattdessen werden per Lehrplan die "Ziele" genannten Ergebnisse vorgegeben.

Dazu fällt mir folgende Episode ein: Als im Geschichtsunterricht die Schüler palästinensischer Herkunft nicht so reagierten, wie der Lehrplan es vorsah, also nicht pro-zionistisch (!) sondern offen und klar anti-israelisch, wie es ja für jeden nicht ideologisch verbohrten Menschen nachvollziehbar sein sollte, ließ sich die betroffene Lehrerin natürlich (!) nicht auf eine offene, ergebnisoffene Diskussion mit diesen Schülern ein, sondern verließ fluchtartig ihr "Waterloo" um dem Schuldirektor von diesem "entsetzlichen" Vorfall von "Antisemitismus" zu berichten und es wurden strafrechtliche Schritte eingeleitet.

Ich muss in diesem Forum sicher auch nicht ausführen, wie die „kompetenzfördernde“ Auseinandersetzung mit Themen wie „Migration nach Deutschland“ bzw. „Leben in Deutschland mit Menschen aus aller Welt“ aussieht. Das perfide hierbei, das besonders perfide ist hierbei, dass diese „Pädagogik“ auch noch vorgibt, sie wäre natürlich nicht ideologisch. Manipulierend, einseitig, irrational etc. sind natürlich immer nur die bösen anderen.
Urwinkel
01. April 2016 02:18
Eines bestätigt mir dieser Vlog: es lohnt sich nicht immer, nur positivitisch gestimmt zu sein, sondern auch mal den Minuspol zu triggern. Ein Minus, symbolisch, trifft tiefer als das Plus. Mir gefällt der Vlog. Aber werdet bloß nicht chronisch depressiv. Davon kann bisher aber auch gar nicht die Rede sein.
Waldgänger
01. April 2016 11:39
Kompetenzen zu beherrschen ist ja an und für sich richtig, doch hat man natürlich auch früher schon Kompetenzen nötig gehabt und unterrichtet.
Die Lüge der Bildungspolitik besteht eben darin zu suggerieren, dass im traditionellen Schulunterricht die Kompetenzen - fachspezifische wie allgemeine - zu kurz gekommen seien. Das ist aber Unsinn!

Ein kompetenzzentrierter Unterricht vernachlässigt allerdings die Inhalte.
Er macht sie (oft) beliebig oder reduziert sie viel zu sehr.
Inhalte laufen aber auf Wissensbestände hinaus.
Im kompetenzorientierten Unterricht lernen die Schüler also weniger Wissensbestände - und beherrschen gleichzeitig auch nur jene Kompetenzen, die man früher ohnehin schon konnte.

Bildung erfordert aber nicht nur Kompetenzen, sondern auch Wissen.
Da ein bestimmter Wissenskanon nicht mehr gewünscht ist, wird (unausgesprochen) die Bildung an sich beerdigt.
Dumme Untertanen als Ziel.

Im Ergebnis ist ein kompetenzzentrierter Unterricht für die Schüler natürlich leichter, weil der Nachweis, eine bestimmte Kompetenz (z.B. eine Problemlage zu beschreiben; einen Sachtext auswerten zu können)irgendwie geschafft zu haben, nicht so schwer fällt.
Die Folge ist, dass das Erreichen einer guten Note rascher gelingt.

Die Kompetenzmasche hat also auch damit zu tun, dass man auf diese Weise das tatsächliche Schul- und Bildungsversagen verheimlichen will.
Winston Smith 78699
01. April 2016 13:31
@ Waldgänger
Freitag, 1. April 2016, 11:39 (URL) | Kurz-URL

Ganz meine Meinung - und ich möchte noch eins draufsetzen.

Mir fiel bei Ihrem Kommentar die jüngste Abfolge von Rechtschreibreformen ein. Da wurde viel kritisiert. Richtig war unter anderem, daß dies eine Form von das Denken vereinfachendem und verzerrendem Neusprech enthält, und von Sprachverflachung zugunsten von Nicht-Muttersprachlern. Auch nachvollziehbar ist, dass hier über Lobbyismus künstlich Absatz für Verlage (Kinderbücher, Schulbücher) geschaffen werden konnte, denn bei immer weniger Kindern brach damals ein Ansatzmarkt weg. (Daß Markt und Lobbies im Schulwesen eine große Rolle spielen, zeigt ja ganz deutlich das Thema um die desaströs schädlichen neueren Taschenrechner.) Nie aber hörte man den Einwand, dass damit der elterliche Bücherschrank und die Stadtbücherei gewissermaßen taubu wurden, denn in alten Büchern finden die Kinder als falsch erklärtes Deutsch. Ich hatte damals schon Assoziationen zu Bradburys Fahrenheit.

Wenn heute "selbständiges Recherchieren" erlernt werden soll, stellt der Lehrer im Idealfall (der "zeitgemäßen" Methodik) einen Materialpool zur Verfügung und die Schüler lernen dabei, sich bei der Wissensbeschaffung wieder nur innerhalb des bequem gesteckten und erlaubten Rahmens zu bewegen. (Wenn er es nicht tut, gibt's auch mal Ärger.) Sie lernen nicht, veraltetes Wissen als solches zu erkennen oder altes Wissen schätzen zu lernen, sie lesen nie Fraktur oder nebenbei auch mal lateinische oder griechische Wörter. Sie bekommen auch nie einen Eindruck davon, was Anforderungen sein können. Im Studium allerdings (dem alten vor Bologna) mußte man dann auch mal erst erkennen, worin eigentlich die Matheaufgabe überhaupt besteht, oder man las schnell mal einen Aufsatz in einer recht fremden Sprache und bastelte sich das Italienisch dabei eben aus Französisch und Latein zusammen. Wie sollen sie den Umgang mit solchen Situationen in der schulischen Scheinwelt denn lernen?

Auch inhaltliches Lernen wird ja mit als "Kompetenz" ausgewiesen, als das Teilfeld der "inhaltsbezogenen" eben. Uns geht es aber jetzt um die anderen, nicht inhaltlichen Kompetenzen, und ich mutmaße, dass diese sich eben gar nicht direkt oder gezielt über gewisse Sozialformen unterrichten lassen, ja dass dies ihre Herausbildung geradezu behindert. Der Versuch erscheint mir widersinnig, paradox und im Tempel der Bildung irgendiwe blasphemisch, ein Tanz ums goldene Kalb. (Hier könnte man vielleicht philosophisch werden mit Laotse, Nietsche oder Bateson: das Wahre ist manchmal nicht direkt beschwörbar. Die Musik behält ein Geheimnis, das nicht zu unterrichten ist. In den Sozialexperimenten hingegen wirkt der fabianische Zauberlehrling innerhalb einer entgöttlichten, entzauberten Welt ohne Tabus. Der homo faber will keine Grenzen des Machbaren anerkennen und lebt gerade daher innerhalb der Grenzen seiner Scheinwelt der Grenzenlosigkeit.)

Wie etwa kann Sozialverhalten und Kooperation unterrichtet werden? Die Spiele im Klassenzimmer sind Unfug, Augenwischerei. Die Schüler lernen nur, sich in der Situation im Klassenzimmer zu verhalten. Gib den Studenten ehrliche Aufgaben, die so schwer sind, dass man sie alleine eher nicht schafft, und Kooperation ist sofort und problemlos da. Der Lehrer oder Professor muß dabei eben von seiner Eitelkeit abrücken und vom Bedürfnis, von den Schülern oder Studenten auch noch besonders gemocht zu werden, der Lehrer muß raus aus der widerlichen Rolle von Ersatzeltern oder Kindergärtnern.

Ehrlichkeit, das wär's doch mal. Leider lassen sich zwar viele Kinder blenden, aber mehr, als den Oberen lieb ist, durchschauen die albernen Illusionen auch. Kositzas Kinder scheinen solche zu sein, und meine sind es auch. Ich glaube sogar, dass man viel mehr Kinder dorthin aufwecken könnte, wenn man mal konsequent ehrlich mit ihnen wäre. Vielleicht sind sie einfach noch nie ernstgenommen worden, vielleicht weil die Obrigkeit wieder ihre Verführbarkeit ausnützt. Heutige Kinder werden im pädagogischen Umfeld deutlich infantilisierender behandelt als die vor Jahrzehnten. Wie ist es mit den Erwachsenen?
Der Gutmensch
01. April 2016 16:31
Ach, Winston, die Sachen sind am Ende allesamt janusköpfig. Wenn man die Willkür regieren lässt, richtet sie sich irgendwann gegen einen selber, und im Bildungsbereich passiert das regelmäßig, wenn man es so weit getrieben hat, dass die Abschlussquoten sinken (weil man übereifrig war, während die offiziellen Anforderungen noch gar nicht nach unten angepasst wurden). Das dauert natürlich und auf dem Weg dorthin gibt es zahlreiche Opfer. Da kann es helfen, wenn Frau Kositza mit ihrer Literaturempfehlung junge Menschen an die Hand nimmt und ihnen zeigt, dass nicht sie nicht alleine die Dinge als unerfreulich empfinden, sondern sich bestimmte Fehlentwicklungen auch auf einen systematischen Fehler zurückführen lassen. Das entlastet. Aber wie man nun damit fertig werden soll, kann einem doch keiner sagen.

Die isolierte Betrachtung des Bildungssektors habe ich auch lange betrieben und man kann da schon etwas lernen, das sich bis zu einem bestimmten Grad vielleicht auch übertragen lässt. Aber wenn man schon einen Schritt zurücktreten will, dann kann man sich auch gleich mit der Gesamtmisere beschäftigen: Eine ganze Reihe von Dingen sind nicht zum Nutzen der Gesellschaft, sondern nur zum Nutzen weniger organisiert. Aber daran stören sich ja die meisten nicht. Sie haben das verinnerlicht und setzen ihre Maßstäbe, bis sie das Ende der Fahnenstange erreicht haben werden - und bis dahin ist man schon gut dabei, wenn man sie schnell erkennt. Ich will Ihnen mal ein Beispiel nennen:

Ich stehe also samstags, wie man bei Ihnen sagt, in einer Schlange vor einem Geschäft. Es gibt in der Umgebung zahlreiche andere Geschäfte, in denen man vergleichbare Waren erwerben könnte; würde man unsere guten Wissenschaftler in die Spur schicken, kämen -zig dicke Gutachten dabei heraus, die allesamt belegen, dass die Waren des einen so gut wie die des anderen ... geschenkt, also: die (diversen, wie man heute sagt) Menschen stehen da also Schlange, aus bisher nicht kategorisierten Gründen, was schon schockierend genug ist. Und wenn sie dann dran sind, werden sie schnell bedient und kaum einer verlässt den Laden ohne einen freundlichen Gruß oder wenigstens ein Lächeln. Inmitten der diversen Menschen, die sich vielleicht vom Sehen kennen, aber ansonsten eben bloß anstehen, steht eine Nichtzudiskriminierende. Und sie wird auch richtig angesprochen, und auch noch von einem Mann. Sehr freundlich, sehr belanglos und unter einem offensichtlichen Vorwand; nämlich wegen ihres Hundes. Natürlich erkennt sie den Vorwand, aber sie erkennt eben nicht die Absicht dahinter. Oder sie interpretiert auf eigene Faust. Hätte sie so unbefangen reagiert, wie das einem Schlangesteher am frühen Morgen ansteht, hätte sie dazu gehört, zum Club der Schlangesteher, was immer einem sowas wert sein mag. Aber - sie war lieber höflich auf der Hut.

So leise und schnell unterscheiden sich die Dinge mitunter, während woanders Progressive dafür lärmen, die Schlangesteher zu bilden. Ich kann das nicht ändern; die müssen sich heiserlärmen.

d.G.
Nero
01. April 2016 17:03
Frankfurter Schule.
Alles zerstören um dann aus den Trümmern die neue Weltordnung zu errichten.

The World Core

The world will not change and find peace if there is not a new education.

U. Thant, former Secretary-General of the United Nations

Deswegen auch der Angriff auf die Familie. Frühsexualisierung um die Bindung zum Elternhaus frühzeitig zu stören. Der Überstaat soll die einzige Bezugsgröße sein.



In the final analysis… the main function of education is to make children happy, fulfilled, universal human beings.


Der universelle Ansatz... kennt man irgendwoher...

THE WORLD CORE CURRICULUM

http://www.unesco.org/education/tlsf/
http://www.unesco.org/education/tlsf/mods/theme_c/popups/mod18t01s03.html


Wie jemand schon vor mir schrieb, Kompetenzen können beliebig definiert werden. Daher kann man sie auch mit allerhand NWO Bullshit füllen. Und genau das soll hier passieren.

Das Ziel soll natürlich das pure Glück sein!
http://amazingdiscoveries.org/S-deception_United_Nations_Muller_UNESCO_U-Thant

http://sgreport.worldhumanitariansummit.org/


Herr Lichtmesz hat es hier perfekt beschrieben:
http://www.sezession.de/51808/fluechtlings-krise-die-globalistische-perspektive.html
Hansi Dampf
01. April 2016 17:44
Die Erkenntnisse, die in diesem Forum zu erhalten sind,
sind bedrückend und belastend.
Ich frage mich, warum unsere Mitbürger
von diesen Tatsachen den Bildungsplan betreffend
nicht mehr informiert sind, bzw. warum kein größerer
Aufschrei durch die Republik geht und sich die Ablehnung
nicht in den Wahlergebnissen spiegelt - 30% für die Grünen.
Kann man diesen Bildungsbereich ausblenden, wenn
es um eine Regierungsbildung geht.
Das gilt auch für die "C"DU, die anscheinend nur nach
den Fleischtöpfen der Macht giert.

Der Gutmensch
01. April 2016 18:43
und PS: Ich wolle gerade schreiben, dass ich vom Heller bloß den IKS-Haken kenne. Gut, dass ich nochmal im Internet nachgesehen habe, sonst wär´s noch peinlicher. Aber im übrigen ist die Lektüre zu lange her, als dass mich da noch genaue Erinnerungen plagen würden. Als ich sowas las, war ich 17.

Schöne Grüße von der Oma.
Helgi Knartr
01. April 2016 21:00
Werner Ulrich schrieb am Mittwochabend „Trotz mit Dativ, wie es gute alte Sitte war, das hört und liest man sonst nur noch in der Schweiz…“ Sie, Frau Kositza, haben’s offenbar als humorvoll verpackte Kritik aufgefaßt. Später schrieb Werner Ulrich, daß er es eher lobend gemeint habe.

Ich hatte es von vornherein so aufgefaßt. Recht hat er! „Trotz“ mit Dativ ist „gute alte Sitte“ (ist aber nicht nur in der Schweiz im Schwange). Im Laufe der Zeit hat der Genitiv allerdings den älteren und sprachhistorisch richtigeren Dativ ins Hintertreffen gebracht. Es heißt aber auch heute noch „trotzdem“ und „trotz alledem“ – also „trotz“ mit Dativ.

„Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod.“ Wie zu sehen ist, wird auch umgekehrt ein Schuh daraus.

In manchen Fällen kommt man um den Dativ bei „trotz“ aber gar nicht herum, man MUSS ihn nehmen. Es heißt – mit Genitiv – z.B.: „Trotz sexueller Übergriffe schritt die Kölner Polizei nicht ein.“ Fehlt das Adjektiv, muß man den Dativ nehmen, z.B.: „Trotz Übergriffen seitens der Gegendemonstranten behauptete die Polizei, alles sei friedlich verlaufen.“ Dasselbe gilt z. B. auch für „wegen“. Mit Genitiv: „Murat E. wurde wegen zahlreicher Wohnungsaufbrüche zu zwei Wochen Sozialarbeit verurteilt.“ Und mit Dativ: „Hans-Werner K. wurde wegen vier Wohnungsaufbrüchen zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt.“
Dipl.Ing.Ing. Bernd Letz
01. April 2016 21:04
Sehr geehrte Frau Ellen Kositza,

mit Neoliberalismus hat das alles alleine, nichts zu tun - a und b bildet nur das Fundement, auf das der (Neo)liberalismus dann sich drüber legt, als nächste Schicht.

Es geht für Eltern Heute in der Kinder-Erziehung nur um diese Frage:
Nach welchem Prinzip, erziehe ich meine Kinder ?

Es gibt da 2 wichtige und treibende Wege:

a)
Den Weg des Wohlwollens und Wohlgefallens, des Fürsten / Kaisers -
Eltern erziehen ihre Kinder für die Gunst des Fürsten -
und die Kinder werden nur in diesem System ggf. erfolgreich -
SOLANGE es dieses SYSTEM gibt und Platz für diese Kinder DA ist !

Die Kinder werden schon von früh an, auf Dummheit und ANTI- oder
Propaganda-gedrehten-ANTI-DUALISMUS illussioniert und neurobiologisch hypnotisiert / programmiert. Das ist das Angebot, welches in KITA und Schulen hier aktuell meist staatlich angeboten wird.

b)
Den Weg des Wissens / Bewusstseins über alles -
Eltern erziehen ihre Kinder auf die Kunst des Wissens und könnens -
die Kinder werden somit zukunftsfähig, selbst mündig und stark -
es ist dann EGAL WELCHES SYSTEM EXISTIERT - denn diese Kinder
werden darin später Erfolg haben !

Allerdings werden dann auch diese Kinder / deren Eltern, von den Kindern / Eltern / Lehrern, der Dummen und Illussionierten, meist hart angegriffen - jedoch werden genau diese Wissens-Kinder, später die Einzigen sein, die überhaupt noch in der Lage sein werden, die ganz großen Brocken an Mißstände angehen zu können und menschlich-würdevolle Lösungen anbieten zu können - und genau deshalb wird später der Kampf um diese Talente sehr hart ausgefochten werden,
wie wir dies jetzt schon sehr langsam sehen in D und schnell wachsend um D / in Europa herum und global.

Diesen Weg können Kinder und deren Eltern, meist nur AUßERHALB DER
SCHULE GEHEN, denn es bedarf dazu gebildeter und aufgeklärter Eltern, die sich und ihren Kindern diesen Weg erlauben und professionell begleiten - das können leider nur sehr wenige Eltern persönlich (und finanziell sich) leisten - denn diese Eltern müssen erst mal ihre eigenen Defizite aufarbeiten, um die (Denk-/)Systemfehler dann bei sich und ihren Kindern abstellen zu können !

Ich habe früher mal einen längeren Kommentar auf der contra-magazin.de - Webseite hinterlassen, der auch für Sie (Frau Kositza) ggf. interessant sein könnte ?
https://www.contra-magazin.com/2015/09/der-fremdbetreuungswahn-schadet-unseren-kindern/

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Was die Schulen angeht,
weiß man bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts, das Pädagogen nun mal keine Lehrer sondern nur Beruhiger sind - sonst wären sie ja wirkliche Lehrer. Der Begriff Pädagoge wird genauso gedreht im ANTI-DUALISMUS, wie der Begriff Demokratie Diktatur, nach dem Motto, es kann nicht sein, was nicht sein darf.
(Eine Demokratie kann und darf niemals eine Diktatur sein, als Weltbild - und so kann eine Demokratie Diktatur dann sich voll austoben, weil niemand diese dann infrage stellt.)
Genauso gilt dies dann für den Begriff Pädagoge = Lehrer - und so kann und darf es dann nicht sein, das ein Pädagoge kein Lehrer ist (egal ob dieser fähig oder unfähig ist Wissen zu vermitteln). Es gibt übrigends sehr gute reale Lehrer, welche definitiv sich verweigern, als Pädagoge benannt zu werden, denn sie wollen nur richtige Lehrer sein - und diese richtigen Lehrer sind meist auch die sehr erfolgreichen Lehrer - und darum werden diese von der Pädagogewelt / Politik, dann auch hart bekämpft (und aus den Schulen entfernt) .


Und so wird dann in dem Schulbereich auch ganz locker mal aus einem Pädagoge ein Lehrer definiert - ohne das der Pädagoge diese Befähigung überhaupt hat.

Des weiteren ist noch ein anderes Übel erkennbar - das Stoppen der Wissensvermittlung auf der Stufe 2 (von den 6x (Lesens-)Stufen des Wissen) :

Es ist normal, das viele Text-Inhalts-Seiten mehrmals lesen müssen, weil:
1. Lesen => Text wird von Psyche und Weltbild als Voll-Angriff fehl-interpretiert, es kommt gar nichts zum Verstand / Gehirn durch - es greift nur der eigene Verfasstheitsschutz, der Psyche, der alles abblockt.
Eine (bei Schülern/Studenten/Bürgern/Menschen) bekannte Lern-Blockade, entsteht.
2. Lesen => Erster Schock ist vorbei - Start der sehr oberflächlichen Leseprobe.
3. Lesen => Erste A-HA Effekte greifen - und regen Interesse, an Details, an.
4. Lesen => Gezieltere Klärung der Details und erste Verständnisse.
5. Lesen => Die Chance sich geben, das Prinzipien-Verständnis zu Lernen
und das Gelernte, als festes Wissen, verstehen zu können.
6. Lesen => Wichtig für die (Lehrenden / Vermittelnden), die Lern-Aufarbeitung. Erst ab hier beginnt die Vermittlung des Meisters / wirklichen Lehrers, an den Schüler - und dieser Schüler bekommt seinem Lerntyp entsprechend, dies vermittelt.

Das ist übrigends, einer der wichtigsten Aspekte, warum Eltern nicht verstehen, warum ihre Kinder so schlecht in der Schule/Lehre/Studium sind - weil diese nach Punkt 1. / 2. schon stoppen oder es so vorgegeben wird und deshalb verdummen.

Die meisten Bürger, Eltern, Lehrer, Schüler/Studenten, (Aufklärer), Politiker usw. scheitern (staatlich vorgegeben) am 1./2. Punkt - und wundern/ärgern/deklarieren dann das Gegenüber (Bürger/Kinder/Schüler/Eltern usw.) als dumm/unmündig/unfähig.

- - - - - - - - - -

Der Begriff KOMPETENZ (entsprach früher mal bis in die 90er Jahre dem Begriff KOMPETENT). Heute hat man aus beiden Begriffen LEERE WORTHÜLSEN gemacht, genau wie beim Begriff Verantwortung, der zerstört und entsorgt wurde.

Wobei KOMPETENT meint - jemand KANN selbsterfahrene Praxis, Erfahrung, Expertise und das Verständnis zum weitervermitteln dieses realen Wissens vorweisen, nachweisen und ggf. sogar durch Dritte, belegen. Diese Fähigkeit ist in der Lage, sehr detailliert angeben zu können, zu WANN, WAS VORLIEGT - es herrscht recht hohe Zuverlässigkeit.

KOMPETENZ meint - jemand KÖNNTE in ggf. in der Lage sein, sich Etwas anzueignen (aus Wikipedia abschreiben) oder ggf. einen Text lesen, um ggf. dann was zu verstehen und ggf. umsetzen zu können - also eine Fähigkeit mit sehr vielen Fragezeichen und unklarem Zeit- und Ergebnis-Faktor, zu wann denn nun genau ein (positiv erwartbares) Ergebnis vorliegen KÖNNTE - es herrscht Chaos und die Unzuverlässigkeit. Und genau da wollen einige Wenige, diesen Planeten und seine Menschen, hin haben - weil diese sich persönliche Vorteile erhoffen oder sichern.


Wir sehen daraus, es reicht aus, EINEN Buchstaben zu ändern (T => Z), um grösstes Chaos, Unwissenheit, Unzuverlässigkeit und Desorientierung zu erzeugen.

Und das leider oft genannte Argument, jemand der Kompetenz hätte, wäre ein Hochbegabter, ist einer der Selbst-Illussionen, denen solche selbst unterliegen - oft wird die Wissens-Schlankheits-Ideal-Lern-Bullemie, mit wahrem Können verwechselt denn es geht dort nicht um Kompetenz und Hochbegabung, sondern Talente, Gaben, Fähigkeiten, Merkmale, Bewusstsein, Achtsamkeit, Wahrnehmung, Analyse und Wissen, zu und über Wissen und andere Neuronale Strukturen.

Sowie der Erkenntnis, das nicht die Intelligenz die Kreativität beherrscht, sondern die (Bewusstseins-) Kreativität weit über die (Sach-emotionale-) Intelligenz steht.
Da werden auch viele KI-Forscher noch lange dran zu knabbern haben, bis diese das zulassen werden - denn diese Alt-Ontologie baut sich nur sehr langsam um.

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Was Ihre Aussage zum Problem, der Art und Weise, wie Diskurse geführt werden, angeht - hier mal meine Meinung und Erfahrung dazu:

(Foucault) Diskurs - die Falle für alle daran Beteiligten -
wenn man nicht die wirkliche richtige Frage und dazu wirklich richtige EINZIGE Antwort generiert hat - denn der daraus resultierende Fehler kann NICHT beseitigt werden - sondern er wird als Wahrheitslösung manifestiert - und somit kann der so fehlgeleitete Beteiligte, nie die reale Wahrheit erreichen - denn alle werden für diese LÜGE zu sterben bereit sein - das ist das wirklich fatale in den Gesellschaften auf dieser Welt.
(...)
Nero
01. April 2016 21:33
Nachtrag:

Hier stehts nochmal genau:
http://amazingdiscoveries.org/S-deception_Muller_Huxley_UNESCO_education

Ich übersetze das mal ein wenig frei aus dem Bauch:

Julian Huxley war 1962 Humanist des Jahres. Ein Mitglied des kommunistischen Kolonialamtes der britischen Fabian Society . 1948 schrieb Huxley folgendes:
Das Lehrprogramm der UNESCO kann ausschlaggebend für die weltweite politische Einigkeit sein und die Völker daran gewöhnen ihre volle Souveränität von der der Nation zu trennen und sie einer Welt-Organisation zu übertragen...Die politische Vereinigung wird eine Weltregierung notwendig machen.

Was steht im Wege: das Christentum. Es lehrt Vater und Mutter zu ehren und erzeugt somit ein hierarchisches System, welches mit der Weltregierung konkurriert. Die Vaterlandsliebe soll bereits im frühen Kindesalter verhindert werden. Kindergarten und Schule sollen Familienwerte bekämpfen, damit das Kind von nationalistischen Einflüssen durch die Eltern befreit ist. (Von mir zusammengefasst)

Dieser Julian Huxley ist niemand geringeres als der Bruder von Aldous Huxley der die Dystopie Schöne neue Welt schrieb.

Da hat Aldous wohl von der UNESCO plagiiert.

Auch wenn der Link von einer Verschwörer Page stammt, so ist das alles sehr plausibel. Auch der Lebenslauf und die anderen Aussagen von Huxley passen in das Muster. An anderen Stellen redet er auch immer von einer weltweiten, universellen Regierung. Es stimmt.

Ich hatte wirklich Gänsehaut als ich diesen Kommentar verfasst habe...

The shit has hit the fan!

Ich.
Der Gutmensch
02. April 2016 11:31
Nero, Sie geben es sich aber auch wirklich mit aller Gewalt. Da man angesichts der sich heuschreckenartig ausbreitenden Antialkoholiker und kindersicheren Grünen noch nicht mal mehr Schnaps oder das Atmen in eine Alditüte zum Runterkommen empfehlen darf, lege ich Ihnen einen Spaziergang im Frühlingssonnenschein ans ängstliche Herz. Am besten in der Nähe einer Seniorenresidenz. Finden Sie eine nette Oma, die schon viel erlebt hat, schenken Sie ihr einen Kasten mon cherie und plauschen Sie eine Runde mit ihr.

Und dann vergegenwärtigen Sie sich bitte wieder: Dystopien und Utopien funktionieren doch gar nicht und sich davor zu ängstigen ist ganz sinnlos, versprochen! Denn wir sind keine Götter und unsere Aufgabe ist es nicht, neue Welten zu errichten, sondern mit der klarzukommen, in der wir nunmal leben. Fürchten Sie sich lieber vor Leuten, die (wenn sie ganz gemeine Exemplare sind, auch noch mit voller Absicht) irgendwelche Visionen vertreten, um uns arme Schafe damit besser in den nächsten Schlachthof scheuchen zu können. Und sorgen Sie stets für inneren Abstand zu den größten Hammeln; die trampeln Sie nämlich nieder, wenn Sie denen im Wege stehen.

Atmen Sie ruhig und übernehmen sie eine Betreuung. Oder eine Lesepatenschaft. Und seien sie großherzig mit anderen Ängstlichen.


d. G.
Baldur
02. April 2016 19:46
Werter Herr K.

Meine letzte Lebensgefährtin war Absolventin der Waldorfschule, ebenfalls Psychotherapeutin und für die gemeinsame Familienplanung kam nur wieder eine derartige Schulbildung in Frage, womit ich erstmal absolut in Konsens ging, da ich dies noch für eine Art Insel innerhalb der Schullandschaften hielt.
Nun stellten sich aber eben zunehmend Differenzen in unseren gemeinsamen Ansichten heraus und am schrecklichsten hat mich die von ihrer Seite bedingungslos positiv bewertete Gender-Ideologie inklusive der aktuellen Lehrpläne nebst Frühsexualisierung getroffen, neben den üblichen sonstigen als "linksgrün" bekannten Aspekten, welche ebenfalls mitnichten hinterfragt wurden.
Dabei hatte ich selbst eben nicht damit gerechnet, daß dieser Gender-Schwachsinn positiv besetztes Thema an Waldorfschulen sein würde, und was soll man sagen, er scheint es eben doch zu sein.
Diese Zeitschrift, aus welcher der folgende Artikel stammt, ist stets auf dem Zeitschriftenstapel bei uns präsent gewesen, nur habe ich selbst zu selten hineingesehen, sonst wäre meine Illusion zu den Waldorfschulen (heute) wohl schon eher zu Staub zerfallen:
http://www.erziehungskunst.de/artikel/zeichen-der-zeit/die-sexualkunde-gehoert-entruempelt-eine-polemik/

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