16. Dezember 2016

Haßpost. Ein Brief an Carolin Emcke

von Caroline Sommerfeld / 21 Kommentare

Sehr geehrte Frau B.,

auf der Homepage des Verlags fand ich Ihren Mailkontakt betreffs Presse und Autoren, und hoffe, daß Sie mein Mail weiterleiten können an Ihre Autorin Carolin Emcke. Sie hat in ihrem Buch Gegen den Hass und auch in Stellungnahmen immer wieder betont, daß sie den Dialog suche mit denjenigen, denen sie den "Hass" zuordnet. Diesen Dialog möchte ich ihr gerne anbieten.

 

 

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.

Dieser Beitrag hat mehrere Seiten:

  • Seite 1
  • Seite 2
  • Wenn Sie dies technisch ermöglich würden, wäre ich Ihnen sehr dankbar. Unten finden Sie meinen Brief an Frau Emcke. Vielen Dank!

    ––––

    Sehr geehrte Frau Emcke,

    ich habe Ihr Buch auf der Frankfurter Buchmesse in Händen gehalten und jetzt gelesen, und gehe als Autorin der Zeitschrift Sezession (www.sezession.de) davon aus, daß Sie just meinesgleichen (also: die intellektuelle politische Rechte) im Blick haben, wenn sie vom "Hass" und vom "Hassen lassen" sprechen und schreiben. Sie sprachen auch davon, den Dialog zu suchen, die Perspektive der anderen zu übernehmen und in Habermasscher Tradition den "herrschaftsfreien Diskurs" anzustreben.

    Adam Soboczinsky schrieb in der ZEIT über Ihr Buch: "Es fällt allerdings auch schwer, sich Leser aus dem linksliberalen, bildungsbürgerlichen oder gar intellektuellen Milieu vorzustellen, die den ethischen Normen, die hier kämpferisch vertreten werden, nicht zustimmten."

    Oh doch, die gibt es! Ich kann das "gar intellektuelle Milieu" nicht verleugnen, als promovierte Philosophin bin ich geradezu ein typisches Exemplar. Und genau dies bringt mich dazu, den Kontakt zu Ihnen zu suchen, weil ich Fragen an Sie habe.

    Pseudo-religiöse und nationalistische Dogmatiker propagieren die Lehre vom "homogenen Volk", von einer "wahren" Religion, einer "ursprünglichen" Tradition, einer "natürlichen" Familie und einer "authentischen" Nation.

    Wen meinen Sie damit? Ich mache jetzt nicht einen auf "Kannitverstan" (ahnen kann ich einen "Zeitgeist" ebenso wie Sie), sondern ich brauche, um argumentieren zu können, Adressaten, Kontexte, Personen, von denen Sie sich absetzen. Wo schreibt oder sagt jemand, nehmen wir beispielsweise die Identitäre Bewegung, der ich auch angehöre, etwa daß "alles Dynamische, alles Vieldeutige an den eigenen kulturellen Bezügen und Kontexten negiert (wird)"?

    Sie wollen uns einschüchtern, die Fanatiker, mit ihrem Hass und ihrer Gewalt, damit wir unsere Orientierung verlieren und unsere Sprache. Damit wir voller Verstörung ihre Begriffe übernehmen, ihre falschen Gegensätze, ihre konstruierten Anderen – oder auch nur ihr Niveau. Sie beschädigen den öffentlichen Diskurs mit ihrem Aberglauben, ihren Verschwörungstheorien und dieser eigentümlichen Kombination aus Selbstmitleid und Brutalität.

    Ich glaube vielmehr – und möchte dazu Ihre sicher diametral entgegengesetzte Meinung wissen –, daß die linke vernetzte Meinungselite (da nenne ich gern Namen von allen Redakteuren der großen Zeitungen und Zeitschriften, der Parteien, Parteistiftungen, der NGOs von Amnesty bis Open Society Foundations, der Rundfunkanstalten und vieler Künstler und Prominenter) den öffentlichen Diskurs beschädigt.

    Begriffe zu übernehmen, d.h. eine Diskurshegemonie aufzulösen, das Overton window zu verschieben, das Sagbare wieder zu vergrößern, das halte ich für bitter notwendig in diesen Zeiten, und nicht das genaue Gegenteil: mit denen, die "Hass und Gewalt" predigten, nicht zu sprechen und ihnen "keinen Fußbreit" öffentlichen Raum zuzugestehen.

    Was ist für Sie am Konzept der "Identität" falsch oder verwerflich? Könnte es sein, daß all das, was Sie ausgeschlossen sehen, also das Zarte, Undeutliche, Persönliche, Periphere, die Ängste und Nöte, das Zentrum der Identität bildet, diese aber gleichermaßen auch von starken positiven Begriffen wie Heimat, Stolz, christliche Kultur, Tradition, also "dem Eigenen" emphatisch geprägt ist?

    Von "Reinheit" ist rechterseits nie die Rede, auch „Homogenität“ ist eine Strohpuppe, die NS-Bezüge insinuiert ("Rassereinheit"), die aber im gegenwärtigen politischen Diskurs niemand vertritt.

    Und noch ein Gedanke ist wichtig, zu dem ich Ihre Vorstellungen gern hören würde: Empathie geht uns keineswegs ab, es ist ein gerüttelt Maß an Empathiefähigkeit nötig, um in Zeiten der Entstrukturierung, Dekonstruktion und handfester Disruption sich mit einem "Wir" zu identifizieren und für dieses Wir einzustehen und es vehement zu verteidigen.

    Zum Stellenwert des Homosexuellen im öffentlichen Diskurs glaube ich, daß es falsch ist, das große ausgeschlossene "Andere" dort zu suchen – Gender mainstreaming ist vielmehr zur dominanten Ideologie geworden, und es gehört doch ein seltsam verlogenes Pathos dazu, etwas längst Etabliertes immer noch täglich als das Ausgeschlossene zu verteidigen und besondere "Zivilcourage" oder besonderen Mut darin zu sehen, für etwas einzutreten, wofür man inzwischen einen hochdotierten Preis im Kulturbetrieb erhält. Sehen Sie diese Doppelmoral? Es ist derzeit riskanter, die Heimat zu verteidigen, als die Schwulenehe.

    Sie sagten, es gehöre nicht viel dazu, um etwas "gegen den Hass" zu tun: "etwas Haltung, etwas lachenden Mut und nicht zuletzt die Bereitschaft, die Blickrichtung zu ändern, damit es häufiger geschieht, dass wir alle sagen: Wow. So sieht es also aus dieser Perspektive aus."

    Ich habe Ihre Perspektive gesehen, soweit ich es als eine Ihnen fremde Person kann. Nun will ich wissen, ob Sie sich meine Perspektive anschauen wollen und können. Das "Wow!" erwarte ich nicht, ich bin ja keine Ideologin, die Sie aus Ihrem falschen Bewußtsein erlösen will, sondern ich erhoffe mir nur den ersten Schritt: eine Antwort, also einen offenen Dialog, eines Friedenspreises würdig.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Ihre Caroline Sommerfeld

    Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.

    Kommentare (21)

    Sven Jacobsen
    16. Dezember 2016 17:29

    Liebe Frau Dr. Sommerfeld,

    am 23.10.2015 erschien in der Süddeutschen Zeitung von Carolin Emcke eine Kolumne mit dem Titel „Schäbige Gefühle“. Die Verfasserin geht darin gewaltig donnerwetternd mit denen (wer wohl?) ins Gericht, die ihre Meinungen mit der Formulierung „Man wird ja wohl mal sagen dürfen“ einleiten. Besondere Aufmerksamkeit verdient aus gegebenem Anlass diese Passage:

    Wer vor diesem Hintergrund von "man wird ja wohl mal sagen dürfen" spricht und damit insinuiert, die eigene Meinung würde tabuisiert, scheut womöglich nur jene Sorte Auseinandersetzung, bei der es für die eigenen Ansichten auch Gründe anzuführen gilt, und bei der diese Ansichten oder ihre Begründungen selbstverständlich bestritten werden können.“

    Warum das zweifellos spannende Gespräch mit Carolin Emcke einfach nicht stattfinden will, weiß wohl nur sie selbst. Vielleicht hat sie einige ihrer oben zitierten Worte ernst genommen?

    16. Dezember 2016 18:49

    "Sie wollen uns einschüchtern, die Fanatiker mit ihrem Hass und ihrer Gewalt."

    Wir wahr, Frau Emke! Bei jeder friedlichen Antifa-Kundgebung erlebt man ja mit, wie die Demonstranten von Pegida- und AFD-Fanatikern sowie identitären Rabauken, deren hassverzerrte Fratzen Bände sprechen, mit Steinen und Molotow-Cocktails beworfen und wie die Autos der Antifa-Pazifisten von identitären Brandstiftern und AFD-Randalierern abgefackelt werden.

    Und wenn die Antifa einen Saal mieten will, um mittels einer friedlichen Veranstaltung auf den allgegenwärtigen Fremdenhass dumpfer Dunkeldeutscher hinzuweisen, wird der Besitzer prompt von der AFD und den Identitären massiv bedroht, damit er den Mietvertrag kündigt. Traurig, sehr traurig.

    Kaum minder erschüttert ist man über die erbarmungslose Hetzjagd auf linke, liberale, grüne und andere fortschrittliche Lehrer sowie die immer härtere Kontrolle linker Wortmeldungen im Internet durch die Büttel des rechtsradikalen Innenministers Maas.

    Dass die rechten Dumpfbacken keine Argumente haben, zeigt sich schon daran, dass die islamophobe, xenophobe und homophobe Modernisierungsverliererin und Verschwörungstheoretikerin Caroline Sommerfeld, die auf der rechtsextremen Website  sezession ungestraft ihre kruden Thesen verbreiten darf, das Dialogangebot Carolin Emkes einfach nicht annehmen will.

    Ja, der Sigi Gabriel hat ganz recht, wenn er sagt: "Das ist wirklich Pack und Mob, und was man da machen muss, man muss sie einsperren."

     

     

    Rainer
    16. Dezember 2016 19:26

    In diesem Zitat konstruiert sie einen imaginären Gegner, dem sie Unerbittlichkeit, Hass, Brutalität, Lügen und Irrationalität unterstellt. Gleichzeitig drückt es ihre große Angst vor der Begegnung und der Auseinandersetzung mit diesen Menschen aus, die ihr Weltbild und ihre Verankerung in einer Traumwelt, in der sie sich eingerichtet hat, auflösen könnte und denen sie sich wohl nicht gewachsen fühlt:

    "Sie wollen uns einschüchtern, die Fanatiker, mit ihrem Hass und ihrer Gewalt, damit wir unsere Orientierung verlieren und unsere Sprache. Damit wir voller Verstörung ihre Begriffe übernehmen, ihre falschen Gegensätze, ihre konstruierten Anderen – oder auch nur ihr Niveau. Sie beschädigen den öffentlichen Diskurs mit ihrem Aberglauben, ihren Verschwörungstheorien und dieser eigentümlichen Kombination aus Selbstmitleid und Brutalität."

    Für mich ist diese Frau ein pathologischer Fall, weil alles was sie hier geschrieben hat 1:1 auf ihre Gesinnungsgenossen und ihr Milieu zutrifft, ein Wahnbild, das sich in sich selbst spiegelt. Es ist hoffungslos, mit solchen Leuten diskutieren zu wollen, die Dämonen von denen sie besessen sind, müssen sie schon selbst los werden, mehr als bei ihren Krämpfen dabei zuschauen kann man nicht.

    Leonhard hagebucher
    16. Dezember 2016 20:12

    Das Duckspeak dieser Tui-Tante ist doch ein klarer Fall von Projektion. Wie auch fabrikmäßiges Herstellen von Fake-News das tägliche Kern-Geschäft derer ausmacht, die jetzt so vehement darüber klagen. Psychologisch interessant, aber nicht besonders überraschend. "Diskursiv" kommt man dagegen wohl kaum an. Den es fehlt schlicht die "Gutwilligkeit" bei den Gutmenschen; diejenigen, welche so entenhaft von "herrschaftsfrei" faseln, treibt letztlich nichts als der simple Wille zur Macht. (Bei manchen freilich fehlt zudem der Verstand, Frau CE scheint mir streng genommen ebenfalls dieser Fraktion anzugehören...kein Wunder, dass sie "Preise" für getretenen Quark einheimst.)

    quarz
    16. Dezember 2016 21:20

    "Auch "Homogentät" ist ein Strohpuppe, .... , die aber im gegenwärtigen politischen Diskurs niemand vertritt."

    Ich empfehle aber, Homogenität zu vertreten. Freilich nicht als 100%-Kategorie oder gar als "Rassenreinheit" (was von links notorisch unterstellt wird, weil sich solche Karikatur leichter kritisieren lässt), sondern als graduell anzustrebende kulturelle Verfasstheit. Und für ein solches Ziel lassen sich viele gute Gründe anführen. Diese beruhen auf einer überwältigenden Menge an empirsich gewonnenen Erkenntnissen über den in vielerlei Hinsicht schädlichen Einfluss zu großer ethnischer Heterogenität auf das Funktionieren einer Solidargemeinschaft. 

    muotis
    16. Dezember 2016 22:02

    Vielen Dank, Frau Dr. Sommerfeld, das ist ein wirklich schönes Gesprächsangebot. Wir alle dürfen gespannt sein, ob es angenommen wird.

     

     

     

    Der_Neugierige
    16. Dezember 2016 22:37

    Frau Sommerfeld, 

    erwarten sie hier ernsthaft eine Antwort auf ihren Brief? würde mich sehr wundern, wenn eine kommen würde.

    Am Anfang wollte keiner der Kartellparteien Politiker mit der AFD sich auf ein Gespräch einlassen. Ja das hat sich inzwischen geändert, aber alleine traut sich trotzdem keiner auf die Bühne mit einem AFD Vertreter.. Sie verweigern sich einfach, sie weichen aus, weil sie wissen das sie in einem Gespräch unterlegen sind.

    So denke ich Frau Sommerfeld wird es ihnen ergehen, und auf den Brief werden wir lange warten können. 

    Monika
    16. Dezember 2016 23:00

    "Wir könnten reich sein an Frieden, wenn wir uns nicht soviel um das kümmerten, was andere sagen und tun und was uns nichts angeht."

    Thomas von Kempen

    Liebe Frau Dr. Sommerfeld

    Ich meine, es geht uns nichts an, was Frau Dr. Emcke schreibt.  Es ist vergeudete Zeit, ihre Bücher zu lesen. Sich davon gar angesprochen zu fühlen. Diese etwas spröde Dame ist an keinerlei Dialog interessiert. Sie kreist um sich. Es ist verlorene Liebesmüh. Vergeben Sie mir. In diesem Falle hötten Sie Ihre kostbare Zeit besser mit Ihren Kindern verbracht. 

     

     

    Orwell
    16. Dezember 2016 23:58

    Liebe Carolein :D

    Es tut dem Hirne real weh ihre Grammatik und Ihren Ausdruck zu lesen, vor allem unter der Prämisse als Intellektuell gelten zu wollen. Titel hin oder her. Und wenn Ihre Qualifikatio nichts weiter ist als eine Geschwätzwissenschaft und Mutter sein - tja dann.... - seien Sie lieber Mutter.

    Inhaltlich bin ich mit Ihnen D´accord.

    Sie sollten die Sezession hier lieber nicht erwähnen, sie schädigen diese Zeitschrift ob Ihres nunja sehr gemäßigt intellektuellem Ausdrucks.

     

    Kommentar Caroline Sommerfeld: Gerade heute las ich vom Hans Rauscher, Kommentator im STANDARD, der gemeine Haßposter wäre männlich, älter, auf dem Land lebend mit viel Tagesfreizeit, weiters nett und für die Nachbarn unaufällig. Erklärlich ist sein Verhalten am ehesten dadurch, daß er verunsichert sei durch Frauen in "Spitzenpositionen".

    Werter Orwell, machen Sie's dem Rauscher doch bitte nicht so leicht.

    Dietrich Stahl
    17. Dezember 2016 08:48

    Liebe Caroline Sommerfeld, gut, dass sie diese Frau beim Wort nehmen. Ob sie Ihnen antworten wird, ist zu bezweifeln.

    Der Politik/Medien/Kultur Gang geht es nur noch um eines: Macht. Erhalt der gegenwärtigen Machtpositionen und Erweiterung Richtung NWO. Ihr Handeln und Tönen ist darauf ausgerichtet. Diese Leute kalkulieren auch mit neuen Gulags. Man kann ihnen kein Wort glauben, geschweige denn vertrauen.

    Trotzdem ist Ihr Versuch richtig. Unsere Positionen brauchen Gehör. Deswegen ist die AfD momentan so wichtig. Sie bringt die deutsche Stimme zu Gehör.

    Hölderlin
    17. Dezember 2016 09:52

    Ausnahmsweise mal nicht unter Klarnamen, man weiß ja nie.

    Homogenität = Harmonie.

    Man stelle sich nur einmal abends auf einen Platz in Italien - ein schönes Volk. Und bei uns? Keine bildliche Einheit mehr.

    Noch eindrucksvoller: Die Kinder eines Gymnasiums in Italien. Da muss man bei uns schon Klassenfotos der 50er Jahre heraussuchen. 

    Homogenität = Schönheit eines Volkes (das gilt für alle Völker, man sieht das auch in Finnland oder bei der Türken hier, ...)

    Der Wundertäter
    17. Dezember 2016 10:01

    Für mich ist diese Frau ein pathologischer Fall, weil alles was sie hier geschrieben hat 1:1 auf ihre Gesinnungsgenossen und ihr Milieu zutrifft, ein Wahnbild, das sich in sich selbst spiegelt. Es ist hoffungslos, mit solchen Leuten diskutieren zu wollen, die Dämonen von denen sie besessen sind, müssen sie schon selbst los werden, mehr als bei ihren Krämpfen dabei zuschauen kann man nicht.

     

    Lieber Rainer, 

     

    Sie sind voreilig und unterstellen, wo ggf. auch Frau Emcke unterstellt. Sie werden doch nicht etwa aus einem Stall sein! Nein - streichen Sie das. 

    Frau Emckes mutmaßliche Unterstellungen sind offenzulegen und nicht voreilig festzustellen. 

    Festzustellen ist zunächst einmal, dass sie den Menschen, die sie beschreiben möchte, eine sehr komplexe, tief wurzelnde Gefühlswelt zuschreibt; diese beinhalte abergläubische und verschwörerische Vorstellungen, sei von Selbstmitleid und Brutalität gekennzeichnet! Nun wird jedermann flugs bestätigen, dass er, wenn ihn denn eine solche Gefühlswelt plagen solle, er diese nur im Ausnahmefall offenbaren würde. Denn solche Gefühle lassen eine derartige Bandbreite an möglichem Verhalten zu, dass das andere darauf gewöhnlich irritiert reagieren. Es stellt sich also

    1. die Frage, wie die Empirie aussieht, auf die sich Frau Emcke stützt. 

    Sollte es eine solche geben (was nicht zu erwarten steht), so muss 

    2. die Frage beantwortet werden, ob diese irritierende Gefühlstiefe- und Breite nicht nur vorgespielt wurde; zu eben jenem Zweck, den Frau Emcke darstellt: Sie wollen uns einschüchtern! 

    Daran schließt sich schließlich 

    3. die letzte Frage an, warum man sich eigentlich von gespielten Gefühlen einschüchtern lässt. Als erwachsener Mensch!  

    Habe fertig. 

     

     

     

     

    Nemo Obligatur
    17. Dezember 2016 10:40

    Hallo Frau Sommerfeld,

    wozu arbeiten Sie sich denn an Frau Emcke ab? Die ist doch schon wenige Wochen nach ihrer Preisrede gut und gründlich vergessen. Nächstes Jahr wird keiner mehr ihren Namen kennen.

    Nichts für ungut.

    Nordlaender
    17. Dezember 2016 11:31

    Halte es für einen hagebüchenen strategischen Patzer, wenn die Identitäre Bewegung mit "0 Prozent Rassismus" in den Ring steigt. Der "ich bin kein"-Mucker hat doch schon verloren, bevor der Kampf beginnt.

    Wenn die BUNT-Bolschewisten von "Rassereinheit" sprechen, lauert dahinter doch schon ein Himmel-und-Hölle-Spielchen. Ich bin für eine weitgehende rassische Homogenität (ein Unterschied zur kulturellen Homogenität). Nicht etwa Parallelgesellschaften, sondern Integration und Assimilation von Heerscharen von Nichteuropäern ist wegen Exogamie in hohem Maße das größere Übel.

    Und ich überlasse es den artigen Konservativen, immer schön unter Rassismus das zu verstehen, was Ihnen Lew Bronstein ("Trotzky") und Magnus Hirschfeld darüber erzählt haben.

    Der_Jürgen
    17. Dezember 2016 13:35

    @Nemo Obligatur

    "Warum arbeiten Sie sich denn an Frau Emcke ab? Nächstes Jahr wird keiner mehr ihren Namen kennen."

    Dieser Einwand ist nicht sonderlich neu; schon oft wurde z. B. Martin Lichtmesz gefragt, weshalb er seine Zeit und seine Energie an irgendwelche Linken oder Liberalen verschwende, die ihm geistig hinten und vorne nicht das Wasser reichen können, so wie die Carolin Emcke ihrer Fast-Namensvetterin hinten und vorne nicht das Wasser reichen kann.

    Ich finde solche Repliken aber notwendig, weil sie die intellektuelle und moralische Erbärmlichkeit unserer Gegner immer wieder aufs neue zeigen. Noch nie stand der Kaiser so splitterfasernackt da wie in unseren Tagen, und immer weniger Menschen glauben den Lügenmedien von BILD bis SPIEGEL, die uns weismachen wollen, seine Majestät sei in herrliche Gewänder gehüllt.

     

    Arminius Arndt
    17. Dezember 2016 19:29

    Heutige Dialoge laufen ja leider nicht mehr als ernsthafte Gespräche und Debatten ab, bei denen es am Ende evtl. zu einem Erkenntnisgewinn kommen kann oder womöglich der eine vom anderen eine Position übernimmt oder es gar zu einer vermittelnden, Kompromissposition kommen kann. Diese Voraussetzungen sind bei öffentlich verfolgbaren Debatten nicht mehr vorhanden.

    Heutige, öffentliche Diskussionen laufen vielmehr fast immer so ab, dass jeder wie ein voll aufgetakelter Ritter mit gezogener Lanze vor seinem Heer die Heerschau abnimmt und mit seinem Gegockel und dem Schlagen auf das eigene Schild nur die Geschlossenheit der eigenen Truppe herleiten will. Zu einem echten Schlagabtausch auf der Stechbahn kommt es nicht mehr. Wichtig ist nur, dass man seinen Prunk und seine Waffen gezeigt hat und das eigene Lager damit zufrieden ist. Austausch oder gar echter Kampf ist unerwünscht. Jedes Lager hat nach so einer Diskurs-Show dann immer seine Superinterpreten parat, die als erstes das aus meiner Sicht mittlerweile abgedroschene Wort "Entlarven" mindest 10 mal verwenden müssen und betonen müssen, dass der andere "entlarvt wurde".  Überhaupt darf nur dann mit den bösen Rechten geredet werden, wenn es eine "Entlarvungsgarantie" vorher schriftlich und in dreifacher Ausfertigung gibt. Das Wort "Entlarvung" ist mittlerweile auf meiner persönlichen Blacklist bzw. ist für mich eine Art von Tumormarker für intellektuellen Krebs.

    Von daher: Vergebene Liebesmüh, aber so ein offener Brief erfüllt dann schon die Funktion, den anderen ein Stück weit vorzuführen, insofern: richtig gemacht.

    Waldgänger aus Schwaben
    17. Dezember 2016 21:19

    Glauben Sie im Ernst, dass Frau Emcke antworten wird?

    Es liegt eine assymmetrische Konstellation vor, Frau Emcke müsste sich erst zeitaufwändig einlesen, um die Argumente, mit denen sie konfrontiert wird, im Voraus zu kennen, während Sie, Frau Sommerfeld, ja schon wissen was von Frau Emcke kommt.

    Das rechnet sich für Frau Emcke nicht. Finanziell sowieso nicht und eine Verbesserung der Reputation ist mit einem solchen Dialog für sie auch nicht erwarten.

    Der Nutzen eines solchen Diskurses wäre für beide Diskutanten gering. Ein politischer Diskurs muss heutzutage als Mäeutik (Hebammenkunst) verstanden werden.

    Wer mit rechten Gedanken schwanger geht, dem können wir helfen niederzukommen.

    Um im Bilde zu bleiben: Was Frau Emcke, übrigens eine kinderlose Lesbe, anstrebt, ist die Empfängnis bei "Unaufgeklärten" zu verhüten, oder dort wo schon etwas gedeiht, die Leibesfrucht abzutöten.

    Dies und nicht das Überzeugen von Rechten ist der Zweck ihrer Bücher und Artikel. Einen Diskurs mit echten Rechten will die doch gar nicht.

    Rumpelstilzchen
    18. Dezember 2016 11:31

    Lieber eine kesse Mutter als eine kalte Schwester 

    Lieber ein anarchistisches Selbtsgespräch als ein herrschaftsfreier Diskurs.

    Caroline Sommerfeld
    19. Dezember 2016 22:54

    Danke an alle Kommentatoren!

    1.) Emckes Reaktion bleibt abzuwarten. Die Karten liegen auf dem Tisch.

    2.) Am Haß- und am Homogenitätsbegriff sollt ihr sie erkennen. Popanze sind leicht zu erledigen, aber an ihren leblosen Hüllen kann man dann nachschauen, woraus sie gemacht waren, und für die eigenen Begriffe nützliches Material aufklauben.

    3.) Und am Ende geht es doch nur wieder um die besseren Argumente, die man am besten an allem wetzt, was einem unterkommt.

    Dr. Ludwig Witzani
    20. Dezember 2016 05:20

    Auf der Preisverleihung erschien mir Frau Emke wie ein Gespenst, eine Untote, die zu anderen Untoten sprach, deren Zeit vergangen ist.  

    Rumpelstilzchen
    20. Dezember 2016 15:33

    Und nun warten wie alle auf eine Antwort. Und warten.......

    Ein netter Beitrag auch von einem kalten Krieger

    https://philosophia-perennis.com/2016/10/31/carolin-emcke-kistengaukelerin/

     

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