14. Dezember 2016

Bilder der Vergangenheit

von Johannes Konstantin Poensgen / 17 Kommentare

Die praktische Bedeutung der Geschichtsschreibung liegt in jenem Bilde der Vergangenheit, das sie für die Gegenwart malt. Das Vereinfachte, das Unterkomplexe ist die feste Basis jeder Wahrnehmung. Dies gilt selbst für die vergeistigste Persönlichkeit, wie viel mehr für jede Art von Kollektiv.

 

Johannes Konstantin Poensgen studiert Politikwissenschaft und Geschichte.

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  • Obwohl Historiker, wie alle Wissenschaftler, über Streitfragen aneinander geraten können, die dem Laien unverständlich sind und/oder nur ein Achselzucken abringen können, besteht dieses Bild auf der Ebene der Gesellschaft meist aus wenigen groben Pinselstrichen, die eine Handvoll Porträts und Ereignisse für die Nachwelt festhalten.

     

    Es ist deshalb keine Zurschaustellung der eigenen Ignoranz, wenn das Magazin The Atlantic in seiner aktuellen Ausgabe (November 2016) die Ergebnisse folgender Leserfrage präsentiert: „Wer ist der einflußreichste Politiker der Geschichte?“

    Es wird sich auf diese Weise zwar schwerlich eine Rangliste historische Bedeutung erstellen lassen, ein Unterfangen, das sowieso weit über die Möglichkeiten der Geschichtswissenschaft hinausgriffe, dennoch sind diese Einschätzungen der großen Toten aufschlußreich. Nicht für die Vergangenheit, sondern für die Gegenwart.

    Eingereicht werden sollten ein Name und eine kurze Begründung. Von den eingereichten Antworten der breiten Leserschaft wurden jedoch nur zwei veröffentlicht. Die restlichen acht stammen aus jenem Segment der Gesellschaft, welches mangels einer anderen (neutralen) Bezeichnung als die kulturtragende Schicht zu identifizieren ist.

    Zu diesen Kulturträgern zählen nun: ein Komiker (Hasan Minhaj), ein Geschichtsprofessor (Mark. D. Steinberg) und ein Schauspieler (Tony Goldwyn). Die übrigen fünf werden uns als Autoren vorgestellt, zusammen mit dem Titel ihres offenbar bedeutendsten Werkes.

    Hinter der Bezeichnung „Autor“ verbergen sich: ein Auslandsjournalist (Adrew Scott Cooper), zwei Populärhistoriker (Rick Beyer und Jane Hampton Cook), der Historiker, TIME-Redakteur und geschäftsführende Vizepräsident von Random House Jon Meacham und ein Professor für Kriegsgeschichte (Andrew Roberts). Diese acht sind also den beiden Lesern, der Vox populi gegenübergestellt.

    Ordnet man die Antworten, so fällt zunächst auf, daß es ganze drei Gründerväter der Vereinigten Staaten in diesen Olymp der veröffentlichten Wichtigkeit geschafft haben. Diese peinliche Unfähigkeit, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken, findet sich jedoch bei den Kulturträgern und nicht bei der einfachen Leserschaft.

     

    George Washington ist übrigens nicht unter den Glücklichen. Nicht nur war dieser aristokratische Feldherr offenbar nicht nach Geschmack, seine Bedeutung für die junge Republik ist viel zu offensichtlich. Denn John Adams und James Madison werden von den beiden Populärhistorikern Beyer und Cook ins Feld geschickt. Ihre Begründungen sind wenig mehr als die Zurschaustellung ihres Detailwissens über einen kleinen Abschnitt der Weltgeschichte, warum gerade dieser Mann solch eine entscheidende Rolle spielte.

     

    Der dritte Gründervater wird von Hasan Minhaj nominiert. Der Komiker indischer Abstammung sieht in dem aus Britisch-Westindien eingewanderten Waisenknaben eine Inspiration für sich selbst „und so viele andere Migrantenkinder“.

     

    Diese Interpretation der Figur Hamiltons ist nicht auf Minhajs Mist gewachsen. Sie stammt aus dem von der Kritik über den grünen Klee gelobten Broadwaymusical „Hamilton“, das vor allem durch die Besetzung von Rollen aus dem Unabhängigkeitskrieg mit farbigen Schauspielern von sich reden machte und kürzlich dem zukünftigen Vizepräsidenten, Mike Pence, die amerikanische Diversity öffentlich ins Gedächtnis rief.

     

    Johannes Konstantin Poensgen studiert Politikwissenschaft und Geschichte.

    Kommentare (17)

    Der_Jürgen
    14. Dezember 2016 10:50
    Nach der Lektüre dieses sehr inhaltsreichen Textes kann man nur sagen: WIllkommen im Club, Johannes Konstantin Poensgen. Sie werden für Sezession sicherlich ebenso eine Bereicherung darstellen wie Caroline Sommerfeld. Zum Thema des Beitrags: 1978 erschien aus der Feder des amerikanisch-jüdischen Autors Michael Hart ein Buch mit dem Titel "The hundred most influential persons in history", das später auch auf Deutsch übersetzt wurde. Als einflussreichste Person der Geschichte ortete Hart Mohammed, noch vor Jesus Christus (der übrigens noch von Newton auf den dritten Rang verwiesen wurde...) Gegen Schluss seiner Hitparade führt Hart noch einen ägyptischen Pharao an - dessen Name ist mir im Moment nicht erinnerlich -, von dem manche Ägyptologen bezweifeln, dass er überhaupt eine historische Figur war. Anders gesagt, der Hartschen Liste ging jeder rationale Kern ab. (Nebenbei ist Hart inzwischen "weisser Nationalist", der bei Jared Taylors "American Renaissance" mitwirkt und die Teilung der USA in einen rein weissen, einen rein schwarzen und einen "toleranten" gemischtrmiassigen Staat vorschlägt. Ähnliche Konzepte gibt es auch seitens anderer weisser Nationalisten. Die Idee scheint mir zumindest diskutabel.) Würde man mich nach den einflussreichsten Politikern des 20. Jahrhunderts fragen, würde ich ohne Zögern Hitler und Stalin nennen. (Natürlich ohne jede moralische Wertung.) Andere würden statt Stalin Lenin erwähnen, ohne den Stalin ja nicht denkbar gewesen wäre. Aber wäre Lenin ohne Marx denkbar gewesen? Man kann das Spiel fast endlos weiterführen. Einen rationalen Ansatz gibt es hier kaum. Man kann nur festhalten, dass, wie Poensgen zu Recht hervorhebt, die Vox Populi hier vernünftiger urteilt als irgendwelche verschrobenen Intellektuellen oder Komiker. Noch eine kleine Ehrenrettung für Nelson Mandela. Für den Niedergang Südafrikas, der sich vor allem in der krebsartig wuchernden Kriminalität äussert, ist der Mann nicht verantwortlich (es sei denn, man kreide ihm an, dass er die schwarze Mehrheit an die Macht bringen wollte, was aber unfair wäre, denn welcher selbstbewusste Schwarze wollte unter weisser Herrschaft leben?). Mandela hat durch seine Versöhnungspolitik dazu beigetragen, ein grosses Massaker an den Weissen gleich nach dem Machtwechsel zu vermeiden. Leider trägt sich dieses Massaker nun doch zu, wenn auch in kleinen Raten (rund ein Prozent der verbliebenen Weissen wurden seit dem Ende der Apartheid von Schwarzen ermordet). Dass es die Schwarzen nicht fertigbringen würden, das wirtschaftliche, soziale und zivilisatorische Niveau des von Weissen geschaffenen und regierten Staates zu wahren, hat - auf politisch korrekte Leser braucht man hier wohl keine Rücksicht zu nehmen - genetische Gründe; mit einem durchschnittlichen IQ von ca. 70 kann eine Bevölkerungsgruppe keine moderne Gesellschaft schaffen oder auch nur erhalten. Als Mensch verdient Mandela unbedingt Respekt, was aber nicht heisst, dass er einer der einflussreichsten Politiker der Gegenwart war.
    Aristoteles
    14. Dezember 2016 11:52
    Die genannten Intellektuellen schlafen garantiert auch nicht in einem Bett, weil Adolf Hitler in einem Bett geschlafen hat. @Der_Jürgen "Nebenbei ist Hart inzwischen "weisser Nationalist", der [...] die Teilung der USA in einen rein weissen, einen rein schwarzen und einen "toleranten" gemischtrmiassigen Staat vorschlägt." Ich halte diesen Vorschlag für sehr bedenkenswert. Als gemischtrassige Territorien schlage ich in Mitteleuropa NRW und die Schweiz vor. Für die regenbogenbunten Freunde der Migration dürfte das Auswandern dorthin kein Problem sein. Vielleicht auch noch Hamburg: https://eulenfurz.wordpress.com/2016/12/13/vertrauen/ Die 5 Prozent Hamburger, die noch deutsch bleiben wollen, werden Heimattreue beweisen müssen, indem sie nach Preußen oder Sachsen umsiedeln.
    Polybios
    14. Dezember 2016 12:20
    Sehr interessanter Artikel, danke dafür! Statt Pontius Pilatus und Caesar sollte man aber wohl Alexander den Grossen nennen, dessen Führerschaft allen antiken Nachfolgern zum Vorbild gereichte und sein Erorberungsfeldzug erst das Entstehen des Christentums möglich machte, wie wir seit Droysen wissen.
    Fredy
    14. Dezember 2016 12:57
    In der Lesart moderner Historiker war Hitler nicht der einflußreichste Politiker sondern der bekannteste Verbrecher. Die moralische Wertung steht heute über allem.
    Meier Pirmin
    14. Dezember 2016 13:48
    @ Polybios. "Wie wir seit Droysen wissen". Im Gegensatz zu Faktenbeweisen haben Urteile, auch wenn sie von Droysen stammen, keinen Beweischarakter. Da bringen zum Beispiel Indizien von Carsten Peter Thiede (1952 - 2004) , wiewohl sie dünn angelegt sind, zur früheren Datierung zum Beispiel der Evangelienüberlieferung und damit der Historizität der dortigen Berichte eher mehr, um nur ein Beispiel für das Verständnis der Antike zu bringen. @_DerJürgen. Würde auf monokausale Erklärungen des Niedergangs Südafrikas verzichten, das war rein politisch voraussehbar. Auf der Basis des derzeitigen Sozialstaates kann man sich analog den Niedergang von Ländern via diesbezügliche Umvolkungsprozesse vorstellen, ohne automatisch davon auszugehen, dass Landnehmer automatisch dümmer sein müssen als diejenigen, die sich zur Eroberung preisgeben. Zumindest dasjenige, was Schopenhauer den "Willen" nennt, gemeint die Vitalität, dürfte auf der Gegenseite oft der Fall sein. Dieser "Wille" ist am Ende auch ein Intelligenzfaktor. Vielleicht wäre es gut, Sie auch mal ausserhalb dieses Blogs zum Gespräch zu treffen.
    Gustav Grambauer
    14. Dezember 2016 16:26
    Wer mal die Berliner Museumsinsel besucht hat, erkennt die Büste aus dem Alten Museum wieder, früher stand sie im Bode-Museum und war für mich als Kind ein Fascinosum. Daß Hamilton jetzt "ins Spiel" gebracht wird, sehe ich als Symptom. Obama hat bei seiner Inauguration noch einen Budenzauber mit Lincoln veranstaltet, wir erinnern uns an den Rummel um die Mandeltörtchen, da war Hamilton noch gar nicht wieder ins breitere kollektive Gedächtnis der Amerikaner zurückgeholt. Aber das ist bzw. wird er jetzt. Es wird ab 20. Januar nicht nur darum gehen, Frau Yellen hinter Gitter zu bringen und dann die FED zu entmachten. Es wird mit Trump um den Bruch mit dem Paradigma des Monetarismus und hin zu einem realwitschaftsbasierten Kreditsystem gehen, womit erst wieder so etwas wie Nation (Re-)Building möglich wird und was, so es gelingt, auf vielen Ebenen von epochalerer Wucht sein wird als die Verwerfungen des 20. Jahrhunderts. Hamilton war nicht nur der Begründer der - wohlverstandenen - US-Notenbank und des Amerikanischen Systems der Politischen Ökonomie, er hat nicht nur maßgeblich geholfen, Amerika u. a. von der Freimaurerei zu emanzipieren. Er war auch der Freund und Inspirator von List - der bezeichnenderweise in seiner schwäbischen Heimat fast vergessen ist während in Sachsen immerhin die Älteren wegen der DDR-Verkehrshochschule noch den Namen im Ohr haben dürften -, welchen wir als Erschaffer der politökonomischen und infrastrukturellen Grundlagen des Bismarck-Reiches ansehen dürfen. Hamilton reicht in seiner historischen Wucht sicher nicht an Pontius Pilatus oder auch nur Julius Cäsar heran, aber es ist nicht übertrieben, ihn oder sogar List und erst recht Bismarck höher als Hitler zu hängen (natürlich nicht, wenn man für die Zukunft der Zivilisation schwarz sieht ...). Ich will nicht so weit gehen, daß ohne Hamilton, Carey, List und Bismarck heute keine Rakete fliegen würde, aber man sollte z. B. wissen, wie sorgfältig dero Doktrin seit 1989 z. B. in China studiert wird. Man kann H. durchaus als geistigen Urvater des Projekts der Neuen Seidenstraße ansehen. Damit komme ich auf die Frage der Sympathie bei der Würdigung zurück, und ich sage nicht, daß er die meine uneingeschränkt hat. - G. G.
    Arminius Arndt
    14. Dezember 2016 16:42
    Diese komischen "Top Ten" oder Hitlistenbildung hatte doch irgendwer schon mal ganz treffend aufs Korn genommen ... kann mich nicht mehr erinnern, wer war das denn? Beim ersten Lesen des Artikels kamen mir aus meiner typisch deutschen und subjektiven Sicht bezogen auf Deutschland in chronologischer Reihenfolge Arminius, der Cherusker, Karl der Große, Otto I, der Große, Bismarck, in den Sinn ... überhaupt, vor 90 Jahren, wäre aus deutscher Sicht klare Nummer 1 Bismarck gewesen, gar keine Frage - wie kann er nur übersehen werden? Aber denn hab ich noch einmal genauer gelesen und dann steht doch in der Frage das Wort "Politiker". Und damit ist dann mein Liste zusammengebrochen - Feldherrn, Kaiser, Könige, Fürsten. Keiner von ihnen war ein "Politiker". Ich denke, auch Bismarck, der den Begriff schon gekannt haben dürfte, hätte ihn, in ehrender Erinnerung an Friedrich Wilhelm den IV, als aus Dreck und Letten geboren, zurückgewiesen, da er sich allenfalls mit der Beschreibung Staatsmann, Diener seines Volkes, Kanzler zufrieden gegeben hätte. Als Bismarck aufhörte, gab es die berühmte Zeichnung "Der Lotse geht von Bord" - nicht, ein Politiker tritt zurück oder hört auf. So ändern sich die Zeiten ... Und wenn einem als Deutscher bei solchen Fragen sofort der ewige "Untote" (der Dank für diese Bezeichnung geht an den Teilnehmer früherer Debatten "Nordlaender") A.H. einfällt, dann sollte man schon ein bisschen ins Nachdenken geraten.
    Michael Schlenger
    15. Dezember 2016 00:23
    Herr Poensgen, in Ihrem Artikel, an dem mir vor allem das darin eingebundene Bild gefallen hat, schreiben Sie: „Zum einflußreichsten Politiker der Geschichte kürt sie jenen Mann, den sie am Anfang dieses Textes bewundern können, obwohl sie ihn vermutlich nicht erkannt haben. Das Bild zeigt seine am wenigsten idealisierte Porträtbüste, den „grünen Caesar“ …“ Ich nehme an, dass Sie mit dem zweiten „sie“ eigentlich ein „Sie“ meinten und auch dem möchte ich widersprechen. Die grandiose römische Büste, die als Porträt Caesars gilt, ist nämlich als eines der eindringlichsten antiken Bildnisse wohlbekannt. Die Wirkung des Originals ist kolossal, doch – auch hier erlaube ich mir Widerspruch – möglicherweise bloß Resultat einer Idealisierung Caesars als Asketen. Denn: Woher wollen Sie wissen, dass ausgerechnet dieses zufällig erhaltene Meisterwerk Caesar „am wenigsten idealisiert“ darstellt? Sie haben ja kein Vergleichsstück, nicht wahr? Der gealterte Soldat oder Politiker, der sich im Dienst für’s Vaterland sichtlich verzehrt, ist geradezu ein Standard in der griechisch-römischen Porträtkunst, von daher könnte dieses herrliche Stück auch irgendeinen anderen Vertreter der spätrepublikanischen Eliten zeigen. Noch etwas: Wenn sie Caesar „die Lösung einer Frage, an der das Jahrhundert vor ihm gescheitert war“ zuschreiben, meinen Sie vermutlich eher seinen politisch instinktsichereren Nachfolger Augustus. Erst er – der von den Zeitgenossen anfänglich Unterschätzte - hat dafür gesorgt, dass „aus dieser Einzelleistung eine Tradition entsprang, die dauert.“ Ich würde die historische Leistung Caesar eher in seiner bewundernswerten und wohl einzigartigen schriftstellerischen Selbstvermarktung sehen – politisch folgte er wie etliche Vorgänger und Epigonen einer in der Luft liegenden Tendenz…
    Archiereus
    15. Dezember 2016 00:54
    Daß Julius Caesar zweifellos der einflußreichste Politiker der Geschichte ist – Jacob Burckhardt nannte ihn "den größten der Sterblichen" – zeigt sich z.B. daran, daß sein Name zum Titel der höchsten weltlichen Herrscher wurde: Kaiser, Zar. Auch der moderne Kalender, der julianische, wurde von ihm eingeführt und gilt, mit geringer Modifikation, noch heute. Außerdem war Caesar auch Pontifex Maximus, also Papst, und seine Nachfolger in dem Amt nennen sich immer noch so. Weniger bekannt ist, daß Caesar nach seiner Ermordung und der Exposition einer Wachsfigur seiner Leiche an einem Tropaeum bei seiner Beisetzung als Parens Optime Meritus und Divus Julius zu den Göttern erhoben wurde, aus tiefster Überzeugung des Volkes, wie Sueton berichtet (De vita Caesarum I,88): "[...] in deorum numerum relatus est, non ore modo decernentium, sed et persuasione volgi", Wenn man dann noch die Arbeit von Francesco Carotta kennt, welche erdrückende Beweise dafür liefert, daß der lange gesuchte historische Jesus niemand anders als eben jener zum Gott erhobene Pontifex Maximus war, kann die Wahl des einflußreichsten Politikers der Geschichte wohl nur auf Caesar fallen. Wer gerne hochkarätige religionsarchäologische Forschung lesen will, findet hier mehr: www.carotta.de
    Dietrich Stahl
    15. Dezember 2016 13:06
    Werter J.K.Poensgen, es hat mich überrascht, was Sie aus dieser Umfrage herausgekitzelt haben – beeindruckend. Die informative Diskussion bewegt sich auf entsprechendem Niveau. Eine Anmerkung zu Trump mit Bezug auf @ Gustav Grambauer und @ Der_Jürgen [Danke für Ihre Beiträge]: Ivanka, die Tochter Trumps, besuchte zum Höhepunkt der Wahlkampagne das Grabmal des Gurus der Chassidim, der messianinischen Endzeitsekte: http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/26881 Manchmal möchte man sich ratlos den Kopf kratzen und fragt sich: Was wird hier gespielt? Andererseits habe ich bei Trump ein gutes Gefühl. Seine Wahlreden und die Dankesrede nach der Wahl vermitteln den Eindruck von Integrität. Ich muss wohl abwarten, wie sich die Dinge nach dem 20. Januar entwickeln.
    Hartwig aus LG8
    15. Dezember 2016 13:36
    Und so komme auch ich vom Thema ab, wenn ich @Der_Jürgen mit seiner Antwort auf @Grambauer aufgreife. Erstens: Ich finde diesen Beitrag von Poensgen beachtlich - und vor allem unterhaltsam. Zweitens: Auch mich hatte die Grambauersche Hellsicht Mitte September beeindruckt. Und zwar erst im Nachhinein; nach der Wahl Trumps habe ich den Kommentar nochmal herausgesucht. Er las sich wie das Statement aus den innersten Zirkeln, der unaufgeregt den Fortgang der Dinge beschrieb und kaum Widerrede zuließ. Drittens: Die Personalpolitik Trumps: Trump ist noch nicht Präsident. Er hat im Moment keine Mittel in der Hand, die es erlauben würden, Kriege zu erklären. Man wird ihn nach 100 Tagen messen. Sinnvoll wird es wohl erst, ihn nach einigen Jahren zu messen, um feststellen zu können, ob er ein Rohrkrepierer, ein Revolutionär, ein weiterer Verbrecher, ein weisser Ritter der Völker etc. ist bzw. war.
    Aristoteles
    15. Dezember 2016 13:51
    Ich weiß zwar nicht, wer unter meinem Kommentar die Antwort @Poensgen gegeben hat oder wie man einen Einzelkommentar extra kommentieren kann, aber immerhin interessant. Dazu die These des Freimaurers Blumenbach: https://de.wikipedia.org/wiki/Kaukasische_Rasse 'Weiße' werden in den USA, so habe ich gelesen, oft schlicht 'Caucasians' genannt. Da weiß man wohl, wohin der Hase läuft. Auch wer die Rahmenhandlung des ARD-Tatorts von vergangengem Sonntag angemessen einordnet, hat wohl eine Ahnung ...
    Ein Fremder aus Elea
    15. Dezember 2016 19:10
    Schwer da eine Ordnung rein zu bringen. Ich würde aber in jedem Falle Karl den Großen, Heinrich VIII, Dschingis Khan, Alexander den Großen und Damaskios nennen.
    Gustav Grambauer
    15. Dezember 2016 22:39

    Final in Geschichte an einer US-Highschool, sagen wir: an der Westküste. Der Graduate, easy-going-Typ, Surfbrett unterm Arm, wird gefragt, wer vor Obama Präsident der USA war. Er nennt Justin Bieber. Quite OK, but not the entire truth. Er nennt Kayne West. Oh, cool guy, but not really the match. Er nennt Jay Z. Sie fangen an, mit den Fingern zu schnalzen, auf ihren Stühlen zu wippen und Rap-Brocken von Jay Z zu singen. Almost correct, feel encouraged. Like in the XY Game Show we give you the joker. Es wird gejohlt. Go to the fridge, there you`ll find the answer. (Es wird auf die Biersarte "Bush" angespielt.) Er kommt zurück, schnalzt jeweils dreimal mit den Fingern und singt "General Electric - General Electric - General Electric".

    "You are the champion bro, you have made the difference. Everyone is welcome in our world".

    http://www.google.de/search?hl=de&source=hp&biw=&bih=&q=make+a+difference&gbv=2&oq=make+a+difference&gs_l=heirloom-hp.3..0l10.935.4820.0.5293.17.10.0.7.7.0.97.647.9.9.0....0...1ac.1.34.heirloom-hp..1.16.687.IDFDOf1BiNY

    - G. G.

    Gustav Grambauer
    16. Dezember 2016 00:58

    @Dietrich Stahl

    Sie dürfen sich Trumps Auftritt vor der AIPAC getrost noch einmal in dem Bewußtsein anschauen, daß es sich um eine Komödianten-Nummer auf Ifflandring-Niveau handelt. Schauen Sie, ein Jude darf einen Goj anlügen, dagegen hilft nur äußerster Zynismus. Trump, der das genau verstanden hat, dreht den Spieß einfach herum, er lügt denen die Taschen so voll, daß sie vor geschwollenem Kamm nicht mehr durch die Tür kommen. Letztlich macht er aber was er will. Anders geht`s auch nicht. Es spielt ihm in die Karten, daß die mit einem solchen Kaliber an Mißachtung und insgeheimer Verhöhnung niemals rechnen würden. Für mich hat sich erst seit der Wahl so richtig gezeigt, was er für ein Meister der Taktik ist. Lesen Sie das hier:

    http://vineyardsaker.de/2016/12/03/dies-und-das-aussichten-neblig/

    Inzwischen hat der Economist die lange erwartete Front Page "The World in 2017" geliefert. Sie trägt das Motto "Planet Trump", was überraschend ist, wenn man weiß, das dieses Magazin Rothschild (aber andererseits z. B. auch den kryptokatholischen Eigentümern des Fiat-Konzerns und Club-of-Rome-Sponsoren Agnelli) gehört. Schauen Sie sich das Bild mit Trump sehr genau an, es ist allerdings, so wie ebenso die Sterne, etwas schräg. Es wäre noch zu sagen, daß, anders als in früheren Zeiten, in den letzten Jahren nicht mehr viel von den jährlichen Andeutungen dieser Titelbilder eingetreten ist. Mir kommt es auch nicht auf das prophetische Element an, vielmehr will ich Ihnen die höchst bemerkenswerte Konzedenz von Rothschild an Trump aufzeigen, wobei der Economist inzwischen sowieso verblüffend durchgängig von der "Trump era" schreibt und in der heutigen Ausgabe sogar den Krugmannschen Topos "Pax Trumpiana" aufgreift. (Verfallen Sie also nicht in das Mißverständnis, bei dem Turm im linken oberen Bild würde es sich um den Trump-Tower handeln, diese Bilder sind bis zum Exzeß vielschichtig und ambivalent.) Soviel kann man allerdings sagen: für die rudimentäre Rothschild-Hausmacht Mörköl - Lagarde - Ölhande sieht es nicht gut aus, Mörköl trifft grad` der Blitz:

    https://ukshop.economist.com/products/the-world-in-2017?_ga=1.27624575.2128088090.1481845136

    - G. G.

    Hohenstaufer
    17. Dezember 2016 12:21

    Charles Darwin!

    Observer
    17. Dezember 2016 12:57

    Herr Poensgen ist hier eine Bereicherung und ein Korrektiv (Seine Antwort auf Herrn Sellner in der Szession 75 ist überzeugend).

    Wir sollten nicht so viel von Trump erwarten, sondern uns mehr an der Altright orientieren, die in seinem Windschatten zu wachsen begann. 

    Die Altright, und die Neue Rechte - von Counter Currents Publishing  bis Arktos - liefern immer mehr Inhalte (mit einer wachsenden Zahl an gewichtigen Büchern) für die geistige Auseinandersetzung, während in der BRD schon die geringe Bandbreite der erlaubten Themen uns hinterherhinken läßt.

    Wer heute keine englischsprachigen Internetseiten aufsucht und keine englischen Bücher liest, bleibt argumentativ zurück. Immerhin dürfte zu erwarten sein, daß der Nachschub dank der Wahl Trumps nicht so schnell unterbrochen wird.

    Die IB muß aufpassen, daß sie sich nichts selbst vormacht. Wer von "Biologismus" spricht (Sellner), übernimmt die Sprache des Gegners, der diese scharfe Waffe fürchtet und daher umso mehr verächtlich zu machen versucht.

    Die Altright - nicht die der "Altrigth light" Zugerechneten von Vox Day bis zu Yiannopoulos - hat gerade im Bereich der modernen Humanwissenschaften von Jensen, Rushton über Lynn bis zu MacDonald ein ausreichendes geistiges Waffenarsenal, das vom Gegner nicht auf Dauer ignoriert werden kann. Hier haben gerade noch die meisten deutschen Konservativen nachzurüsten.

     

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