16. Januar 2017

Die Bezahlschranke – eine Erläuterung

von Götz Kubitschek / 20 Kommentare

Seit heute kann auf unserer Netz-Präsenz nicht mehr jeder alles lesen. Ein Fünftel der Beiträge verschwindet hinter der Bezahlschranke. Warum?

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Die Arbeitsweise von Publizisten und Journalisten ist durch das Internet einer dreifachen Nivellierung ausgesetzt: Da ist zum einen die völlig ungeordnete Konkurrenz der Vielen, zum zweiten die Erwartung der Leser, daß das Angebotene selbstverständlich kostenlos sei, zum dritten die Notwendigkeit, immer rascher und auf immer mehr Kanälen mitzustrampeln: Druckausgabe, Internet-Präsenz, Facebook, Twitter undsoweiter.
 
Kurz: Immer mehr soll immer rascher geleistet und gegen eine immer weniger deutlich abgesetzte Konkurrenz an den Leser gebracht werden.
 
Es gibt drei Möglichkeiten, auf dieses Mehr an Arbeit bei immer schlechterer Entlohnung zu reagieren, wenn es einer Redaktion nicht egal ist, was mit ihren Mitarbeitern geschieht:
  • Wenige stark besuchte Seiten können über Werbeeinnahmen ihre Redaktion bezahlen;
  • andere ergänzen ihre Netz-Präsenz durch eine Druckausgabe, zuletzt hat das Tichy gemacht;
  • die dritte Möglichkeit ist die Bezahlschranke. Dafür haben wir uns entschieden.
Sezession unterscheidet ab sofort frei zugängliche Beiträge von sogenannten Premium-Artikeln, die nur lesen kann, wer entweder die Druckausgabe abonniert hat oder einen halbjährlichen online-Beitrag leistet. Etwa ein Fünftel der Beiträge wird hinter diese Bezahlschranke gestellt.
 
Das Verfahren ist einfach: Jeder Abonnent der Druckausgabe hat mit der Jahresrechnung 2017 einen Zugangscode erhalten. Jeder Neuabonnent (ob Druck- oder online-Abo) erhält diesen Zugangscode ebenfalls, und zwar sofort nach Abschluß seines Abonnements. Mit diesem Code kann jeder Leser ein Leserkonto erstellen und ein Paßwort vergeben. Der Code dient diesem einmaligen Vorgang. Ist er abgeschlossen, erfolgt die Anmedung nur noch über ePost-Adresse und Paßwort. Der Code wird nicht mehr benötigt.
 
Wir sind überzeugt davon, daß unsere aufwendige publizistische Arbeit an unserem in Deutschland einmaligen rechtsintellektuellen Autorenblog diese Form der Honorierung verdient:
  • Wer die Druckausgabe abonniert, bezahlt 50 € im Jahr (ermäßigt sogar nur 35 €), kann sich auf 6x60 Seiten freuen und erhält darüber hinaus sofort einen kostenlosen Zugang zu rund 250 online-Beiträgen, die wir Jahr für Jahr zusätzlich verfassen.
  • Wer nur im Netz lesen will, bezahlt 9 € fürs Halbjahr, das sind sechs Bier in Schnellroda, drei in Frankfurt oder eines auf dem Oktoberfest.
  • In summa bedeutet es für unsere Autoren eine Verdoppelung der online-Honorare – wir bewegen uns also auf den Stundenlohn eines guten Handwerkers zu …
Abonnieren Sie hier, online oder Druck, oder legen Sie hier Ihr Leserkonto an, wenn Sie über Ihren Code bereits verfügen. Wir sind es zweifelsohne wert!

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (20)

Sarotti-Mohr
16. Januar 2017 17:23

@Götz Kubitschek:

Abonnieren Sie hier, online oder Druck, oder legen Sie hier Ihr Leserkonto an, wenn Sie über Ihren Code bereits verfügen. Wir sind es zweifelsohne wert!

Ja, Sie, die gesamte Sezessions-Mannschaft, sind es wert. Ein sturmumtoster Leuchtturm in dunkler (End-)Zeit!

Julius Fischer
16. Januar 2017 17:38

Einzig die Bezahlung eines einzelnen Artikels unter Möglichkeit 2 leuchtet mir noch nicht ganz ein. Wer bezahlt für einen Artikel einen geringen Betrag, wenn er für nur neun Euro ein ganzes Halbjahresabo bekommt? Wohl nur wenige. Gibt es eigentlich bald ein Sezessions-E-Paper-Abo? Oder auch die Möglichkeit die aktuelle Ausgabe als E-Paper per Paypal unbürokratisch zu bezahlen und herunterzuladen, wie man es bspw. bei der Jungen Freiheit und der Preußischen Allgemeinen machen kann? Ich finde zwar Papier auch schöner, aber ab und an ist das eine praktische Möglichkeit.

Julius Fischer
16. Januar 2017 17:51

Vielleicht noch ein inhaltliche Anmerkung: Welche Rolle spielt eigentlich das Christliche in Ihrer publizistischen Arbeit? Schließlich war diese Weltsicht für konservative Presse und Denken (siehe bspw. früheres Leitmedium R.Merkur:CuW) einmal elementar. Bisher decken Sie dieses Feld aber meines Wissens nicht ab.

Kositza: Also, das herauszufinden sollte doch die allergeringste Mühe machen!!

Sven Jacobsen
16. Januar 2017 17:55

Das ist alles in Ordnung so und fügt sich in die allgemein üblichen Gepflogenheiten ein. Der Arbeitsaufwand ist hoch, die Qualität ist es auch. Viel Erfolg!

Ein gebürtiger Hesse
16. Januar 2017 18:02

Na gut, jetzt darf man rechnen - 9 € im Halbjahr für das SiN-Lesen der Nicht-Abonnenten im Halbjahr läuft auf sechs Biere in Schnellroda hinaus ... Köstritzer, gell? Wie viele Gläser macht das für uns andere, die wir die beste rechtsintellektuelle Zeitschrift des Landes (inzwischen nicht nicht mehr nach, sondern gleichauf mit oder auch schon vor Criticón) frei Haus beziehen? Oha! Schluck. Aber die Birne soll ja schließlich unvernebelt bleiben, allemal fürs Lesen. Daher - paßt schon!

Oliver
16. Januar 2017 19:14

Sie sind es wirklich wert. Und ich habe die Bezahlschranke zum Anlass genommen, nach Jahren einer Lesepause wieder einmal ein Abonnement der Sezession zu zeichnen. Gut, dass es Ihre Zeitschrift gibt!

calculus
17. Januar 2017 03:13

Vielleicht sind wir selbst mit unserem Widerstand bereits im großen Plan vorgesehen. Vielleicht ist das Schicksal ausgehebelt. Vielleicht lassen wir nichts weiter als Dampf ab, selbst oder gerade dann, wenn wir provozieren.

aus Götz Kubitschek Postpragmatismus oder "Im Jungen Salon" in Die Spurbreite des schmalen Grats

Dr. Michael Müller
17. Januar 2017 08:15

Ich finde diese Entscheidung richtig. In einem muss ich Herrn Kubitschek allerdings widersprechen: Für € 9,00 gibt es auf dem Oktoberfest schon lange kein Bier mehr. Aber da lohnt auch kein Besuch.

Im Übrigen habe ich letzte Woche Thorsten Hinz' "Zurüstung zum Bürgerkrieg" ein weiteres Mal gelesen. Das Buch scheint vergriffen zu sein. Hier lohnte sich eine Neuauflage mit Ergänzungen.

Monika L.
17. Januar 2017 08:22

Auch ich habe die Bezahlschranke zum Anlass genommen, die Sezession zu abonnieren. Wollte eigentlich kein Papier mehr zuhause ansammeln. Werde die Sezession nach dem Lesen in Cafés liegen lassen oder verschenken.

Aus Monika wurde jetzt Monika L.! Nennt mich weiter @Monika.

Fernmelder
17. Januar 2017 10:16

Auch ich finde diesen Schritt richtig. Jedem Patrioten muss die Arbeit der Sezession wichtig sein und daher sind die 50 Euro gut angelegtes Geld.

Rapid 1899
17. Januar 2017 11:08

Richtig so. Sezession leistet sehr gute Arbeit ab.

stettecento
17. Januar 2017 12:58

Auch ich bin völlig mit diesem Schritt einverstanden und es freut mich zu lesen, dass dies die anderen Leser auch so sehn. Der Preis für diese journalistische Qualität ist, angesichts des einen Oktoberfestbieres -bei nicht gefülltem Glase- fast geschenkt. Bravo zu diesem Schritt.

Henrik Linkerhand
17. Januar 2017 17:06

Habe jahrelang ohne Abo kostenlos mitgelesen. Ab heute mit...

O. Boessmann
17. Januar 2017 17:23

Gute Entscheidung. Meiner Ansicht nach sollten Sie erwägen, mittelfristig komplett auf eine Online-Ausgabe zu reduzieren und mehr Artikel "einzusperren". Das spart sehr viel Aufwand und Kosten, ohne Qualitätseinbußen mit sich zu bringen.

Kositza: Interessante Meinung, aber defintiv: never! Kennen Sie die Druckausgabe? Da gibt's durchaus einen gewichtigen Unterschied. Und bedenken Sie ferner: Wir, die 70er-Jahrgänge, kommen aus dem papiernen Zeitalter. Die wichtigen Sachen sollen schon greifbar sein...

Wer Qualität und Unabhängigkeit habe will muss dafür bezahlen. Wer das nicht möchte kann sich ja bei der BZfpB informieren:-)

Inzwischen hat praktisch jeder einen PC, Laptop oder Tablet, mit dem sich alles bequem lesen lässt.

Konservativ sein bedeutet ja nicht, dass man an ineffizienzen Dingen (Kositza: was die Druck-Sez. eindeutig nicht ist...) festhält. Der Maßstab Ihrer Arbeit ist die Botschaft, nicht die Verpackung...

Albi aus America
17. Januar 2017 20:29

Hallo, nun habe ich mich auch angemeldet, weil es die online only Option gab. Ich lese hier seit circa 2 Jahren mit, kommentiere aber selten.

Nun wohne ich seit über 13 Jahren in den USA und bin es gewöhnt, alles und überall per Karte zu zahlen, gerade online. Habe mich soeben angemeldet (wie man an diesem Kommentar sieht) und hatte erwartet, sofort über Karte zu zahlen. Wie immer halt. Doch in der email steht "schicken wir Ihnen die Rechnung demnächst zu". Au weia, und jetzt? Kann mich bitte jemand über meine bekannte email Adresse kontaktieren und mir sagen, wie ich weiter vorgehen soll?

Ganz allgemein möchte ich noch anmerken, daß ich an einem generellen Abo der Zeitschrift Secession interessiert bin, aber nur online. Wenn ich es richtig sehe, gibt es das noch nicht, oder? Meine €9 sind nur für den Onlinezugang dieses Blogs, nicht für pdf Ausgaben der Zeitschrift, korrekt? Da ich in Übersee wohne, will ich nicht 3 Monate auf die physische Zusendung einer Druckausgabe warten, die dann vielleicht auch gar nicht ankommt oder in zerschlissenem Zustand.

Ich möchte so eine Zeitschrift online auf meinem Tablet lesen, und ich bin gerne bereit, das auch zu bezahlen. Vielleicht nicht gerade €50, denn es braucht in dem Falle ja keinen Druck, kein Papier, keine Verpackung, kein Porto. Wurde diese Idee in der Redaktion oder im Vertrieb schon 'mal angedacht/diskutiert?

Noch 'was ganz Triviales am Schluß: ich habe bei der Anmeldung wohl nicht aufgepaßt, da gab es wohl eine Anredeform zur Auswahl, habe ich wohl übersehen. Und jetzt laufe ich unter "Herr", obwohl ich doch so unbeschreiblich weiblich bin ;-))  Kann ich das noch ändern (also die Anrede jetzt, nicht mein Geschlecht, haha)

Und jetzt echt als Letztes: toll, daß Akif nun hier mitschreiben darf, eine ganz neue Farbe auf der Palette, finde ich gut! Erfrischend und manchmal schockierend, aber er hat ja immer recht.

Das Blaue Quadrat
17. Januar 2017 20:59

Danke, Frau Kositza, für die deutlichen Worte @O.Boessmann. Heimat, auch politische, läßt sich nicht mit Begriffen wie "Effizienz" fassen, wohl aber beschädigen. Kaum gefunden, schon ein Stück wieder weggebrochen, das wäre doch schade. Ich möchte dieses Stück weiterhin auch in den Händen halten können.

Karlmann
18. Januar 2017 08:47

Richtig so, Qualität gibt es nicht kostenlos

Vince
18. Januar 2017 16:29

Geht völlig in Ordnung.

Besser als mit online-Werbung belästigt zu werden.

Waldmeister
20. Januar 2017 10:30

Ich finde die Bezahlschranke ebenfalls sehr gut und ich hoffe, dass die Selbstadministration auch noch auf den heutigen Stand gebracht wird. Dazu gehört mindestens auch mal die Anzeige einer Rechnung und wie bspw. das Abo für den Onlinezugang ausgeglichen werden kann. Rechte appellieren gerne an den Idealismus, aber in einer Zeit in der aus gutem Grund User Experience zu einer Wissenschaft geworden ist, wird man sich nicht  mit einem "Mission Statement" wie "Sezession arbeitet nicht in die Breite, sondern die Spitze" begnügen können.

Der_Jürgen
21. Januar 2017 14:39

Bin seit gestern auch wieder als Kommentar dabei. Für den neuen Bezahlungsmodus habe ich volles Verständnis. Schliesslich können auch Idealisten nicht von der Luft leben.

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