16. Februar 2017

Gewaltlose Disziplin

von Martin Sellner / 47 Kommentare

Über den Vorfall am „Shootentor“ in Wien sind die meisten Details wohl bekannt. Die Attacke einiger vermummter Antifas auf mich wurde in den Gegenmedien bereits beschrieben und die Lügen richtiggestellt. Ich will hier auf etwas eingehen, das ich bisher nirgends erwähnt habe.

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Am Abend des 3. Februar war ich am Schottentor, um mich mit einem Bekannten zu treffen, und geriet dann in ein Gespräch mit einem Passanten. Kurz bevor ich den Ort verlassen wollte, fand der Überfall statt. Mein Plan für diesen Abend bestand eigentlich darin, nach Hause oder in ein Café weiterzufahren, um dort an einem Vortrag zu arbeiten. Das Thema des Vortrags lautete ausgerechnet „Gewaltlosigkeit“.

Stattdessen mußte ich an diesem Abend Fäuste und Pfefferspraypistolen sprechen lassen, und nur deswegen kann ich morgen ohne blaues Auge ans Rednerpult in Schnellroda treten. Dies war nicht der erste Überfall, und es war auch nicht der erste Fall, in dem sich Identitäre entschieden gegen Antifa-Terror zur Wehr setzten. Ob in Wien, Halle oder in Lyon.

Linke, die uns abseits von Demos und Aktionen überfallen, mußten oft genug merken, daß unsere kompromißlose Gewaltfreiheit nicht Wehrlosigkeit bedeutet. In einem kleinen Vorgriff auf meinen Vortrag und den kommenden Sezessionsartikel möchte ich auf diesen scheinbaren Widerspruch eingehen. Er ist scheinbar, weil er nur in den Augen und der Berichterstattung der Medien besteht. Wie oft haben mich Journalisten schon gefragt, ob die Ästhetik der Spartaner, oder Facebook-live-Boxkämpfe am identitären Sommerlager nicht im Widerspruch zu unserer klar kommunizierten politischen Gewaltlosigkeit stehen. Das Gegenteil ist der Fall.

Unsere Entscheidung zur Gewaltlosigkeit ist nur deswegen bewußt und freiwillig getroffen, weil wir Gewalt anwenden könnten. Sie ist keine Tugend, die wir aus der Not der Wehrlosigkeit machen, sondern ein echter Ausdruck von Charakterstärke oder wie Gene Sharp, der Papst der Nonviolent resistance sagt: „gewaltlose Disziplin.“

Das von Gene Sharp inspirierte Canvas Institute, das vom Arabischen Frühling bis zur Orangenen Revolution überall seine Finger im Spiel hatte, formuliert es gar im militärischen Duktus so:

When we use the term nonviolent, we do not mean passive or pacifistic. The people who organize and manage nonviolent movements see themselves as active combatants, as committed to their cause as any soldier in an army. Nonviolent activists use the language of warfare – terms like strategy, campaigns, actions, and tactics – but they make the strategic decision not to deploy physical violence.

Und es stimmt. Insbesondere im Infokrieg der westlichen Gesellschaften, in dem die politische Macht fast vollkommen in der Metapolitik aufgeht, ist die nackte, physische Gewalt prinzipiell kontraproduktiv. In der Gesellschaft des Spektakels geht die Aktion in ihrer medialen Repräsentation auf. Geht man davon aus, daß heute jede Aktion von Besetzungen bis Störungen bloß Symbolcharakter hat und ihr Ziel die Gewinnung von Aufmerksamkeit und Sympathie ist, dann ist jede Gewalttat völlig sinnlos und kontraproduktiv.

Sie richtet sich nur intern an einen kleinen, harten Kern an Überzeugten, den sie befriedigt und anstachelt, schreckt aber in der medialen Breitenwirkung sowohl Neutrale als auch Sympathisanten ab, die beiderseits in solche Vorfälle nicht persönlich involviert sein wollen, egal auf welcher Seite. Die gewaltlose Aktion lädt hingegen zum Nach- und Mitmachen ein und läßt der metapolitischen Botschaft den nötigen Raum. Das ist der Grund, warum die linken Medien permanent die Gewalt in IB-Aktionen „hineinschreiben“ und linke Straßentruppen versuchen sie in unsere Strukturen „hereinzutragen“. Gottseidank prallt beides bisher an der gewaltlosen Disziplin der Aktivisten ab.

Die Militärwissenschaftlerin Erika Chenoweth listet folgende Vorteile der Gewaltlosigkeit für politische Bewegungen auf:

  • Sie hat geringe physische, psychische und logistische Grenzen und erfordert kein konspiratives Vorgehen.
  • Sie ermöglicht damit, Gesichter und Menschenmassen zu zeigen, was mehr Leute anzieht.
  • Armee, Polizei und Verwaltung können viel eher mit der Bewegung sympathisieren, da sie sich nicht verhält wie ihr „Trainingsfeind“.
  • Repression und Verfolgung wirken oft förderlich, da sie gegen gewaltlose Gruppen unfair wirken.
  • Gewaltlose Aktionsformen erfordern weniger Kontrolle und können eine „Meme“-artige Eigendynamik entwickeln.
  • Gewaltlose Bewegungen sind im Unterschied zu paramilitärischen Strukturen kostengünstig und brauchen keine finanzielle Unterstützung aus dem Ausland, sondern können sich selbst tragen.
  • In Gewaltlosigkeit geschulte Aktivisten kann man schlecht für eine „Strategie der Spannung“ mißbrauchen und in inszenierten Terror verwickeln.
  • Schulung in gewaltlosem Vorgehen erzeugt eine langfristige metapolitische Wehrhaftigkeit und Autonomie der Bevölkerung.

Diese Prinzipien und Schlüsse zeigen, daß Gewaltlosigkeit die  konsequente Methode für den metapolitischen „Kampf um die Köpfe“ ist.  Ich sehe darin allerdings nicht nur eine strategische Entscheidung. Anders als im Mindset der vom CIA gesteuerten und oft radikal-islamischen Regime-change-Handlanger geht es identitären Aktivisten zuletzt immer um Einheit und Versöhnung. Wir kämpfen nicht gegen einen militärischen Gegner von außen, sondern gegen eine selbstzerstörerische Ideologie, deren Träger immer noch unsere Landsleute sind.

Ich will sie am Ende nicht „besiegen“, sondern überzeugen. Jede ideologisch motivierte  Anwendung von Gewalt in einem Volk schlägt fast unheilbare Wunden und erzeugt Rachekreisläufe, denen man - jeder der es erlebt hat, weiß, wovon ich spreche - kaum entgehen kann. Man muss versuchen diese Teufelskreise  soweit es geht zu brechen. Auch die Erfahrung des medialen Umgangs mit linker Gewalt legt das nahe. Mein Erlebnis in Wien zeigt lehrbuchartig, wie man als Patriot auch in Notwehr zum „Täter“ wird, wenn man in Gewalt verwickelt wird. Die Presse zeigt immer nur einen, bewusst gewählten, Teil der Auseinandersetzung.

Doch sowohl bei unserer Demo in Wien als auch in diesem Fall erweist sich die Täter-Opfer-Umkehr der Presse als medialer Bumerang. Auch beim "shootentor" ist ihr Narrativ gekippt, wie nicht nur die Kommentarspalten beweisen. Zwar schaden krass verzerrenden Schlagzeilen dem eigenen Ruf mittelfristig schon. Langfristig setzt sich aber ein anderes Bild durch. Von Wien über Leipzig bis Berkeley ist es immer die Antifa, die Gewalt systematisch als politisches Mittel anwendet. Das ist definitionsgemmäß Terrorismus. Sie gestaltet es ihren eigenen linksliberalen Verbündeten immer schwieriger, sie öffentlich zu verteidigen. Polizei und Armee hat sie ohnehin schon unheilbar vergrault und sich damit in die Rolle einer militant-revolutionären Miliz begeben, die sie real niemals erfüllen kann. Sie macht sich selbst zu einer isolierten, in sich geschlossenen, konspirativen Gruppe, und diejenigen, die sie attackiert, zu „Märtyrern der Meinungsfreiheit“.  

Jeder Kampf auf der Straße hat immer auch eine Wirkung für die wahre Ebene der Macht: die öffentliche Meinung. Hier werden wir auf Dauer siegen. Weit vor der Islam- und Einwanderungskritik, gibt es im liberalen Westen einen Punkt dem jeder zustimmt: es braucht eine offene und angstfreie Debatte über diese Themen. Genau das will die Antifa verhindern. Diese Position ist unhaltbar, weswegen der einzige Ausweg der linken Medien das Totschweigen der Antifa-Gewalt ist. Dagegen müssen wir mit eigenen Medien den Skandal des politischen Terrorismus anprangern und ihn Angriff für Angriff abweheren und entlarven.
In einer klaren Entscheidung wird sich immer eine Mehrheit auf die Seite der gewaltlosen Dialogbereiten und gegen die gewalttätigen Dialogverweigerer stellen. Je wichtiger dieser Dialog wird, also je brennender die Fragen nach Identität, Einwanderung und Islamisierung und je begehrter unserer Antworten werden, desto stärker wird die Isolation der linksextremen Gewalttäter. In veränderten politischen Bedingungen wie in den USA werden sie auch relativ bald als das erkannt, benannt und behandelt werden was sie sind: Terroristen. Je stärker rechte Medien und Parteien in Europa werden, desto näher rücken auch wir diesem  Punkt. Es braucht nur ein paar ehrliche liberale "Überläufer" und einen konkreten Anlassfall um die überfällige und unausweichliche Debatte über Linksextremismus in den Mainstream zu bringen. Das provokante Beharren auf dem eigenen Recht auf den öffentlichen Raum, eine Demo, oder einem Vortrag an einer Uni wird genug "Material" liefern. Die Antifa-Gewalt ist auch ein unfreiwilliges Werzeug zur Fragmentierung und zum Abbau der linken Machtpositionen. Solbald sie gefallen sind, und die öffentliche Meinung sich gedreht hat, wird es auch mit der Terrororganisation Antifa ein Ende haben.
Jede offene, gewaltsame "Anti-Antifa"-Aktion, sabotiert hingegen diese Meinungswende und stärkt die linke Solidarität. Andere Methoden der Abwehr, Ausforschung und Destabilisierung sind, soweit sie zum Selbstschutz nötig sind, geboten. Doch das "Phänomen Antifa" als solches kann man nicht "auf der Straße" besiegen. Die Antifaist ein Ausfluss der herrschenden Ideologie, oder wie Kaiser schreibt: "Fußtruppe des herrschenden Mainstreams"  Sie kann nur mit ihm fallen.

Alles kommt darauf an, daß die Identitäre Bewegung unbeeindruckt von den Provokationen der Antifa und Illusionen des Verfassungsschutzes den Weg der Transparenz und der gewaltlosen Disziplin weitergeht. Diese bewußte Entscheidung, die von den Aktivisten sogar mehr abverlangt als ihr Gegenteil, bedeutet aber keinesfalls Wehrlosigkeit. Bei unseren ästhetischen Interventionen und symbolischen Okkupationen gibt es keine Gewalt. Wer allerdings unsere Veranstaltungen oder Aktivisten im Privatleben angreift, muss seine Grenzen aufgezeigt bekommen. Jeder Identitäre und Patriot hat daher auch die Pflicht, sich verteidigen zu können, wissend, daß jeder Angriff auf einen immer die ganze Bewegung meint. 

Setzen sich im gesamten patriotischen Lager die „gewaltose Disziplin“ durch, so kann der Terror der Antifa uns sogar nützen. Er demaskiert in seiner staatlichen Duldung und medialen Akzeptanz den sanften Totalitarismus. Daß sie immer panischer, aggressiver und gewalttätiger werden, zeigt die Schwächung ihrer wahren, metapolitischen Macht. Wir müssen die Kontrastfolie zu islamischen und linken Extremisten sein. Mit dem feinen Degen der Provokation stoßen wir genau in diesen Kernbereich vor. Im Film Ghandi lässt Richard Attenborough den Hauptdarsteller sagen:

Man muß die Ungerechtigkeit sichtbar machen. Und bereit sein, dafür wie ein Soldat zu sterben. […] Nicht nur Generäle sind in der Lage, Feldzüge zu planen. Die Aufgabe eines Bürgerrechtlers besteht darin, zu provozieren. Und wir werden so lange provozieren, bis sie irgendwann reagieren oder das Gesetz ändern. Nicht sie kontrollieren uns, sondern wir sie. Darin liegt die Stärke des unbewaffneten Widerstandes.

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Kommentare (47)

Gotlandfahrer
16. Februar 2017 13:10

Immer erneut Hochachtung vor Eurem persönlichen Einsatz.

Ich weiß es wäre ein zusätzlicher Aufwand, aber ein Vorschlag:

Verkürzt die Videobeiträge etwas und unterlegt sie mit englischen Untertiteln. Nur auf deutsch verbreitet hat das aus Sicht der Verbrecher etwas häusliches, a la 'na und, wird  bei uns schon niemanden interessieren'. Aber eine ggf. internationale Berichterstattung wird einer Lokalregierung nicht gleichgültig sein, jedenfalls nicht so gleichgültig wie das Unrecht ggü. Rechten.

deutscheridentitärer
16. Februar 2017 14:24

Sellner, und nur ihm, habe ich zwei Einsichten zu verdanken:

1. Dass ein Bekenntnis zum NS kein Zeichen von Radikalität, sondern mindestens Dummheit, im verschärften Fall der Existenz einer radikalen politischen Alternative wie eben der IB ethisch schlecht und strategisch Verrat ist.

2. Dass gewaltloser Widerstand wie oben ausgeführt keine Feigheit ist (bzw.: jedenfalls nicht sein muss).


Allerdings bin ich jedesmal aufs Neue darüber irritiert, wie unverfroren und v.a. erfolgreich die Medien (oft "echte" Antifajournalisten) "die Gewalt in die IB hineinschreiben". Am krassesten waren diesbezüglich die frei erfundenen Vorwürfe, Aktivisten der IB hätten die Bewohner von Frauenhäusern bedroht. Auch jetzt lange Zeit, nachdem diese Lüge in die Welt gesetzt wurde, taucht sie noch manchmal in Kommentarspalten auf.

Starhemberg
16. Februar 2017 15:38

Als Österreicher fiel mir vor allem die Bemerkung mit dem "Ö3-Journalisten" auf. Ich kenne Ö3 (leider) beruflich von innen, und es ist ein typisch linksgrünversiffter Dreckshaufen von Systemerhaltern, wie man es sich übler kaum vorstellen kann. Gemästet durch eine Zwangsabgabe, gehätschelt durch die rotschwarze Pest. Das nur so nebenbei. Bester Martin Sellner - Sie sind ein kluger Kerl und ein mutiger Bursche. Machen Sie weiter so, Ihre Kampftheorien zum gewaltlosen Widerstand sind hervorragend. Alles Gute für Sie!

Cacatum non est pictum
16. Februar 2017 19:16

@Caroline Sommerfeld

Wer aus der rechten Szene würde ein selbsterfundenes Logo mit Pistole einfach ins Netz stellen? Vielleicht gibt es da welche, die ich nicht kennenlernen will. Aber dazuzuschreiben, diese Pistole symbolisiere (ist ja Kunst!), daß "es auch der praktischen Intervention bedarf, um konstruktiv Einfluss auf gesellschaftliche Vorgänge zu nehmen", das können (und dürfen) nur Antifas. "Konstruktiv" ist das Schlüsselwort, das Du ernstnimmst, lieber Martin, und das auf dieser Antifaseite nur Hohn und Spott ist (ich lese den Text nicht als Satire, die meinen das bitterernst).

Natürlich meinen sie das ernst, so wie sie überhaupt alles mit Ernst betrachten. Aber wie stabil ist ihr Fundament? Ihre Ideologie fußt doch auf Geschichtslügen, Selbstverachtung und Gewalt. Das ist nicht sonderlich attraktiv, möchte ich behaupten. Wenn es sich eines Tages mal zuspitzen sollte: Wie viele werden dann noch mit Überzeugung auf ihrer Seite stehen und bereit sein, ihr Leben einzusetzen für derlei "Ideale"?

Das KuK-Logo enthält übrigens Freimaurersymbolik. Nur dass ich es mal erwähnt habe.

Nemo Obligatur
16. Februar 2017 19:45

Friedlich heißt nicht wehrlos. Sie haben alles richtig gemacht, Herr Sellner.

Übrigens habe ich von dem Vorfall nur in den sog. "alternativen Medien" erfahren. In Deutschland war es - natürlich - kein Thema.

 

Der_Jürgen
16. Februar 2017 19:51

Lieber Martin Sellner, es ist alles richtig, was Sie schreiben. Ich will gar nichts kritisieren, sondern einfach eine Frage stellen, und zwar keine rhetorische, weil ich die Anwort wirklich nicht kenne.

"Ich will sie am Ende nicht besiegen, sondern überzeugen", schreiben Sie über die gewalttätige Antifa. Ihr Wort in Gottes Ohr, doch glauben Sie wirklich, dass es unter diesen verblendeten Fanatikern noch sonderlich viele Saulusse gibt, die sich zu Paulussen wandeln werden? Dialogbereitschaft, den Willen, dem anderen überhaupt zuzuhören, kann man bei diesen Leuten nicht voraussetzen. 

Das Fatale ist, dass diese Kriminellen vom Staat gedeckt, ja sogar finanziert werden. Die Linke ist, wie ich in meinem Kommentar zum Poensgen-Artikel festhielt, zur Hilfs- und Schlägertruppe des volksfeindlichen Systems geworden. Man kann Ihnen und Ihren Mitkämpfern und Mitkämpferinnen nur raten, sich warm anzuziehen. Sie werden bei all Ihrer Gewaltlosigkeit leider zu den ersten gehören, die man einkassieren wird, wenn wir tatsächlich eine offene Diktatur bekommen. Sie sind intelligent genug, um das Risiko zu kennen, und dass Sie es eingehen, ehrt Sie. Aber wer nichts riskiert, gewinnt nichts.

sophia_
16. Februar 2017 20:44

Mut und Ehrlichkeit wird sich durchsetzen.

Die Antifa hat nur das Glück dass Dummheit nicht wehtut. Soviel Häme und Hass. Und natürlich Dummheit, das sieht man am besten in den Kommentarspalten ihrer Fans. Entweder Lügen oder haltlose Beschimpfungen, Argumente und Fakten sind nicht aufzufinden.

Es stehen bereits viele Menschen hinter Euch und es werden noch viel mehr werden.

Inhaltlich kann man nur "ja" zu diesem Text sagen und mitmachen, es gibt viele Möglichkeiten dafür.

Finanzielle Unterstützung, Rücken stärken, Stammtisch besuchen, Pickerl kleben, aufrecht sein, sich zu informieren .. vieles ist möglich.

Miteinander, zusammen, Vernetzung - dann ist es zu schaffen.

P.S. Wie gesagt inhaltlich 1a, gegen die Tippfehler im Text wäre gegenlesen lassen vorher gut.

 

Maiordomus
16. Februar 2017 21:45

@Martin Sellner. Habe Sie früher gelegentlich kritisiert, noch unter anderem Namen. Nunmehr kann ich vor Ihnen nur noch den Hut ziehen.

Hugo
17. Februar 2017 00:02

Für uns seid ihr Identitären unsere Helden. Mutige Kämpfer. Aber unsere Herzen, Köpfe (und Brieftaschen oftmals auch) habt ihr ja schon. 

Der große, unwissende, unschlüssige und leider kaum interessierte Teil der Bevölkerung denkt da leider anders. Für den sind alle, wirklich alle, die dieses verbrecherische Regime nicht mit Wohlwollen betrachtet, schlicht und einfach: NAZIS. Da könnt ihr so friedlich sein wie Gandhi. Trotzdem: NAZIS. Da könnt ihr in derem ureigensten Interesse reden und kämpfen. Egal: NAZIS. Ihr könnt auch intellektuell auf einer Höhe mit Sloterdijk, Schopenhauer, Kant und Hegel argumentieren (sie verstehen es ohnehin nicht): NAZIS. Und Nazis sind braunes Pack und Schläger und immer extrem gewalttätig.  So wie die SA im "Großen Diktator". So haben sie es gelehrt bekommen.

Die Antifa dagegen sind schlimmstenfalls "junge Leute mit dem Herzen am rechten Fleck, die sich schon noch die Hörner abstoßen werden, aber die ja eigentlich schon gegen das richtige (also Euch!) kämpfen". 

Gegen dieses, in 72 Jahren in die Köpfe eingemeißelte Narrativ ist kaum anzukommen. 

Ich nehme in meinem patriotischen Bekanntenkreis etwas anderes wahr. Da erkennt man an, daß sich AfD und Pegida und Identitäre nicht auf Straßenschlachten mit den "Ungewaschenen" einlassen. Edel. Bürgerlich. Gehört sich so. Aber viele trauen sich nicht mehr auf die Straße! Petrys Haus beschmiert. Bachmann aus dem Land getrieben. Von Storch das Auto angezündet. Gäste des Opernballs belästigt und bedroht. Ein Pegida-Gänger auf dem Nachhauseweg mit Eisenstangen verprügelt. Gewaltlosigkeit mag ja schön und gut sein, aber mangelnder Schutz (!) vor Gewalt schreckt das Bürgertum ab und zieht Zecken an - die sind nämlich zumeist feige und suchen sich "Feinde" ohne Schutz aus. 

Engagiert Security-Firmen. Oder betreibt gleich Security-Firmen! Mir egal. Aber erweckt nicht den Eindruck, die Neue Rechte sei wehrlos. Der Eindruck besteht aktuell schon. Wehrlosigkeit ist uncool und schreckt ab.

Übrigens soll Hitler Churchill den Rat gegeben haben "Erschießen Sie Gandhi!". Wenn Churchill das getan hätte, und gewalttätig genug war er ja, dann wäre wohl einfach Schluß gewesen, mit der Bewegung. Charismatische Führer sind selten, und fast nie zu ersetzen. 

Die Alliierten haben Deutschland auch nicht durch ihre Gewaltlosigkeit besiegt. Gewaltlosigkeit ist eine Taktik. Als Strategie ist sie nur etwas für Religionen und Schafherden. 

 

Gustav Grambauer
17. Februar 2017 00:25

Martin Sellner

"... warum die linken Medien permanent die Gewalt in IB-Aktionen „hineinschreiben“

deutscheridentitärer

"Allerdings bin ich jedesmal aufs Neue darüber irritiert, wie unverfroren und v.a. erfolgreich die Medien (oft "echte" Antifajournalisten) "die Gewalt in die IB hineinschreiben"

Dazu muß man sich den zugrundeliegenden Begriff von Gewalt bzw. Gewaltfreiheit klarmachen.

Gewaltfreiheit heißt bei denen: Relativismus (wie z. B. Kulturrelativismus) und ultimative Subjektivität. Hingegen Anmaßung eines Zugangs zur Wahrheit und Bemühung um Objektivität, womöglich noch auf Basis der eigenen Urteilskraft  "apodiktisch kommuniziert" heißt bei denen bereits: brutale Gewalt.

Man muß verstehen, daß dahinter die maslowsche (marxistische) Bedürfnispyramide steckt. Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg, eine Methode aus der Klientenzentrierten Gesprächsführung, dort legitim oder nicht, mit der die Open-Society-Ideologen auf die gesamte öffentliche Sphäre ausgegriffen haben, bedeutet, immer nur individuelle Bedürfnisse zu kommunizieren, etwas darüber hinaus wird dem Affenkäfig nicht zugestanden. Wer das Sensorium dafür hat, hört bei den wirklich trainierten SJW immer an Feinheiten der Argumentation heraus, wie tief sie die GfK internalisiert haben, übrigens auch bei Merkel, sogar bei von der Leyen. Steinbrück ist seinerzeit als Kanzlerkandidat genau daran gescheitert, cherchez la femme.

Jedwede Verständigung auch in kleinsten Alltagsangelegenheiten muß mit dieser Methode in vier Schritte zergliedert werden: (1.) Mitteilen der Beobachtung von (Sprach-)Handlungen, (2.) Äußern der diesbezüglichen Gefühle möglichst mit ihren körperlichen Symptomen, (3.) Äußern eines kausalen Bedürfnisses, (4.) "Handlungsbitte" oder "Beziehungsbitte" in "positiver Handlungssprache". Wer diese Abfolge in ihrer Rigidität mit auch nur kleinsten Devianzen mißachtet, gilt als Gewalttäter. Dafür wurde von Rosenberg das Modell von Giraffe und Wolf ("du hast mich wieder gewolft") geschaffen. Es gibt einen ganzen Industriezweig, in dem man sich die vier Schritte ankonditionieren lassen kann. In entsprechenden Workshops geben sich höhere und mittlere Angestellte - meist unter dem Zwang der Teilnahme - der Lächerlichkeit von stundenlangen infantilen "Rollenspielen" mit Plüsch-Giraffen und Plüsch-Wölfen (in den USA sogar mit Ganzkörper-Plüsch-Kostümen) preis. Um den Orwellismus von Rosenberg zu erfüllen, einzig die GfK sei "konvivale Kommunikation" und die althergebrachte Verständigung auf Basis des gesunden Menschenverstandes sei die "lebensfremde", geht es bei dem ganzen Rummel eigentlich nur darum, die Kafkaeske im Alltag möglichst wenig kafkaesk aussehen zu lassen. Wer jahrelang GfK wie einen Leistungssport trainiert hat, kann diese Hard-Core-Form des elitären, affektierten, zynisch-gehässigen Herrschaftsdiskurses ausspielen.

Mit der GfK soll uns die Urteilskraft abgesprochen und dämonisiert werden, wir sollen in die Harmlosigkeit hinein niedermoderiert und hegemonial paralysiert werden. Uns soll damit jede Möglichkeit der Unberechenbarkeit abkonditioniert werden. Unser Denken soll vermittelt über die Manipulation unseres sprachlichen Ausdrucks schablonisiert und damit verkrüppelt werden. Wir sollen verlernen, aus einer Position der mit Objektivität gegebenen Stärke je wieder taktisch aufzutreten; außerdem, uns barbarischer Horden mit Wort und Tat wirksam zu erwehren. Wir sollen niemals wieder wagen, irgendeinen Sachverhalt objektiv zu beurteilen oder auch nur zu werten oder auch nur abzuwägen und stattdessen nur noch "von uns selbst" sprechen, d. h. nur noch von unseren subjektiven "Wahrnehmungen" (genau in diesem Sinne hat die Kommunikationsmafia den Begriff "Wahrnehmung" zum Popanz gemacht), ausgehend von unseren Gefühlen, zu denen sich nebenbei allerhand Institutionen gern den Zugang verschaffen wollen. Der gesamte Schulunterricht basiert heute auf dem Hineinschleichen in die Gefühle der Kinder, deren Ausspitzelung, Manipulation und Ausnutzung z. B. zur Kanalisierung von Konflikten in die gewünschte (kunterbunte) Richtung.

Im Hinblick auf unsere Bedürfnisse sollen wir in die Position des Bittstellers gebracht werden. Wer auf GfK konditioniert ist, weiß gar nicht mehr, was eine Rechtsposition ist. (Und genau aus diesem Grund hat sich auch an den Gerichten und bei den Anwaltsverbänden die Mediatoren-Industrie eingenistet.) Das Rechtsbewußtsein mit seiner Formel "Das Recht braucht dem Unrecht nicht zu weichen" soll ausgerottet werden. Viele Richter in Zivilsachen sagen bereits offen: "Bei mir geht keiner ohne Vergleich raus", und mit Maslow-Rosenberg haben wir genau die ideologische Grundlage dafür, daß das Notwehrprinzip bereits nicht nur völlig ausgehebelt sondern sogar völlig umgekehrt worden ist.

Um den Begriffe "Gewalt" bzw. "Gewaltfreiheit" einmal plastisch zu machen: die Mutter, die zu ihrem Kind in einer Gefahrensituation im Straßenverkehr "Halt! Bleib stehen!" sagt, steht im Prinzip bereits mit einem Bein als "Gewalttäterin" vor dem Jugendamt, denn sie hat nicht die 4-Schritt-Abfolge der GfK bzw. den subjective approach beachtet, d. h. nicht ihre "Wahrnehmung" beschrieben, nicht ihre Gefühle und Bedürfnisse geäußert und keine "Handlungs- oder Beziehungsbitte" an das Kind gerichtet.

Hier wird besonders deutlich, daß die GfK, entgegen ihrer vordergründigen anarchistischen Verbrämung, das Gewaltmonopol des Staates hintenrum gerade systematisch zementieren soll! Eine unfaßbare Farce, die aber so gut wie niemand je bemerkt hat, meist nicht einmal die "Betroffenen" selbst, und schon gar nicht die "Aktivisten".

Die GfK steckt in zweierlei Hinsicht im Dilemma: erstens beim Schwarzen Block. Damit wissen wir, warum es systemideologisch nötig war, uns durch Gauck, Gabriel, Steinmeier und Maas offiziell entmenschlichen zu lassen, außerdem, wo das Gesäusel "sich wehren gegen Nazis" seine systemideologische Nötigkeit an Stringenz hat: wir verletzen die Bedürfnisse, in dem Fall Sicherheitsbedürfnisse, also Grundbedürfnisse, der Linken, die noch dazu für die weltweite Erfüllung aller Grundbedürfnisse aller kämpfen. Wer kämpft für das Recht, der hat immer recht,

https://www.youtube.com/watch?v=JZ3_d0unago

und wer ein Rittergurt oder eine von Putin gesponserte Zitroänne besitzt, hat kein Notwehrrecht gegen SJW. 

Das zweite Dilemma der GfK ist unauflösbar, wir sehen es hier versinnbildlicht

http://www.google.de/search?q=police+meditation&hl=de&gbv=2&prmd=ivns&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwjzl9bu5JXSAhUDOBoKHb-qBvQQ_AUIBQ

und es würde theoretisch darin gipfeln, daß Richter den Urteilstil

https://de.wikipedia.org/wiki/Urteilsstil

aufgeben und von ihren Wahrnehmungen und Gefühlen ausgehend gemeinsam mit den Angeklagten bzw. Parteien im Kreis im Lotossitz auf dem Fußboden sitzend Recht sprechen. Mit diesem Sinnbild sollten Lebenslüge und Zynismus der GfK als in der Wolle gefärbtes Systemideologie-Element  ausreichend illustriert sein.

- G. G.

tOm~!
17. Februar 2017 05:11

Wie hier bei "Sezession im Netz" das Prinzip von Divide-et-Impera unreflektiert und mit Wollust mitgespielt wird, kann einen nur tief traurig machen. Vieles von dem was Herr Sellner in seinem Beitrag ausgeführt hat, ist sicherlich begrüßenswert. Es ist richtig, den Verzicht auf Gewalt nicht mit Wehrlosigkeit zu verwechseln. Zum Glück ist ihm bei dem hier nochmals erwähnten Übergriff nichts passiert. Dennoch gibt es viele Punkte, denen zu widersprechen wäre. Der große und fatale Denkfehler liegt aus meiner Sicht darin begründet, daß sehr viele selbsternannte Patrioten aus Deutschland und Österreich nach wie vor unfähig sind, ihre wahren Feinde, die tatsächliche Bedrohung zu erkennen. Ebenso scheinen sie nicht zu bemerken, in welche Richtung sie sich treiben lassen. Wer für den Erhalt des deutschen Volkes und der deutschen Kultur eintritt, sollte zunächst einmal erkennen, wer seit jeher radikal dagegen ankämpft. Und das ist nun einmal nicht der Islam. Dazu wäre er nie im Stande gewesen. Muslime sind ein Mittel zum Zweck. Die Todfeinde der Deutschen findet man seit 1871 in Großbritannien und den USA, teilweise damals auch noch in Frankreich, bzw. Russland und, vor allem nach dem ersten Weltkrieg auch bei den Gegenreformatoren in Polen. Aufgrund der imperialen Machtfülle Großbritanniens und der Vereinigten Staaten von Amerika, ging aber von diesen beiden Ländern maßgeblich die Initiative aus, das Deutsche Reich zu zerschlagen. Wie immer man die Geschichte deutet, es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß es vor allem die Briten waren, denen Deutschland als wirtschaftlich unabhängiger Konkurrent ein Dorn im Auge war. Bis zum heutigen Tage hat sich das nicht geändert, im Grunde hat man Deutschland, mit einer kurzzeitigen Unterbrechung, seit 1914 nur bekämpft, missbraucht und erniedrigt. Dafür war diesen Ländern keine Lüge zu schade, keine Propaganda zu billig. Speziell ein Land im Nahen Osten, 1948 gegründet, hat davon in unglaublicher Weise profitiert. Natürlich haben sich die Deutschen damals noch gewehrt, das steht außer Frage. Gewiss wurden außenpolitische Fehler begangen. Das ist nicht der springende Punkt. Aus meiner Sicht als bekennender Revisionist, war Deutschland an beiden Weltkriegen unschuldig, denn nur die Deutschen zeigten immer Friedensbereitschaft. Und diese historische Tatsache ist das Entscheidende. Letztlich jedoch wurde jedes Zugeständnis von deutscher Seite aus immer nur als Schwäche betrachtet. Schon die Briefe von Bismarck waren voller Mahnungen und Klagen darüber. Die Demokratisierung und "Reedeucation" der Deutschen/Österreicher hatte schließlich zur Amerikanisierung geführt. Selbstverständlich konnte dem kaum jemand entgehen. Hier liegt der Hase im Pfeffer. Die dogmatische Ankettung an den Westen hält bis heute vor. Statt sich aber endlich davon - wenigstens geistig - zu emanzipieren, sich beispielsweise der europäischen Kulturgeschichte zuzuwenden, glauben die "Patrioten" heutzutage, ihr Feind sei der Islam und die Antifa. Sie fürchten und bekämpfen die Islamisierung. Das Kernproblem Deutschlands und Europas besteht aber in der Unfreiheit, die Widerstand gegen das System nur verbunden mit einer Bündnistreue zu dem westlichen Konglomerat aus USA/GB/Israel möglich erscheinen lässt. Daß es aber die USA selbst waren, vorher schon die Briten, und also Vertreter des "liberalen" Westens, die die Muslime zu Terroristen machten, wird dabei krampfhaft ausgeblendet. Man muss in diesem Zusammenhang von Scheuklappen sprechen. Welche Rolle spielte ein Aufwiegler wie Lawrence von Arabien in der Geschichte? Wer hat die Taliban in Afghanistan aufgebaut? Wer steht hinter dem DAESH? Oder aber anders gefragt, ist es realistisch anzunehmen, daß der Islam eine Bedrohung für die westliche Welt wäre, wenn deren Geheimdienste, Militärs und demokratische Politiker nicht gezielt dafür gesorgt hätten? Hier gilt es Ursache und Wirkung zu erkennen und dann zu verstehen, was damit bezweckt wird. Teile und Herrsche. In Westeuropa lässt man sich gegen eine Weltreligion aufhetzen, die weit über eine Milliarden Menschen unter ihrem Dach vereint. Um der besseren Verständlichkeit willen, sei angefügt, daß ich nicht davon begeistert bin, zu sehen, wie diese Religion in Europa mehr und mehr Fuß fasst. Dennoch sehe ich keinen Grund, warum ich mich einerseits an einer Islamisierung, oder plump formuliert an einer Vernegerung stören sollte, wenn ich gleichzeitig die Amerikanisierung und Besatzung der BRD nicht beklage. Autoren wie Martin Lichtmesz, Nils Wegner oder eben Martin Sellner, berufen sich bei ihrem Widerstand immer wieder auf den Kampf um das Eigene. Bis auf ein paar französische Quellen, wovon wohlgemerkt aus meiner Sicht nur der Monarchist Jean Raspail erwähnenswert ist, haben sie ihre geistige Heimat jedoch überwiegend bei englischsprachigen Autoren. Und korrigieren Sie mich, wenn ich spinne, aber wieso wirkt es bei deutschen "Patrioten" heute vielmals eher so, als wollten sie den Türkenverbänden, libanesischen Familienclans und anderen Gruppen in der multikulturellen Gesellschaft absprechen, für ihre eigene Kultur, für die eigenen Interessen einzutreten? Fehlt es letztlich an Willen oder der Fähigkeit deutsche Interessen klar und deutlich auszuformulieren? Die umerzogene, oder meinetwegen angepasste Haltung der SiN-Autoren konnte man auch daran erkennen, wie euphorisch sie auf den "Trump-Train" aufgesprungen sind. Als wäre Trump ein Heilsbringer. Es geht aus dem hier vorliegenden Beitrag von Herr Sellner auch wieder ganz deutlich hervor, worauf man sich bezieht. Grundsätzlich wäre das kein Problem. Wenn man zu dem Schluß kommt, der globale Demokratismus nach angloamerikanischem Vorbild sei es wert verteidigt zu werden, dann ist dies eine Meinung, die ich akzeptieren muss. Nur sollte sich jeder, der sich weder mit Monarchie, Faschismus, Kommunismus oder dem Nationalsozialismus identifizieren kann, vielleicht einmal die Frage stellen, warum er permanent mit den Antifaschisten aneinandergerät. Immer wieder beobachtet man bei Twitter, wie die Herren Lichtmesz und Sellner sich dem Vorwurf ausgesetzt sehen, "Nazis" zu sein, obwohl sie genau das partout nicht sein wollen, und darüber hinaus gar nicht sind. Bei mir, aufgewachsen mit Hip-Hop und Michael Jacksons "Black and White", haben solche Vorwürfe, mit denen ich seit September 2015 mehrmals konfrontiert wurde, sehr schnell zu einem Umdenken geführt. Seit vielen Monaten schon, macht es mir überhaupt nichts mehr aus, als Faschist oder "Nazi" bezeichnet zu werden. Eine viel schlimmere Beleidigung wäre es, sollte jemand auf die Idee kommen, mich Demokrat zu schimpfen. Während der Lektüre von Herrn Sellners Beitrag kam mir spontan Mahatma Gandhi in den Sinn. Wirklich verblüffend war es daher nicht, ihn am Schluss erwähnt zu sehen. Peinlich und unverfroren ist es nur, ihn im Kontext mit Attenborough zitiert zu sehen. Aber es ist letztlich typisch und bestätigt nur worauf ich hier hinauswill. Indien hat neben vielen anderen Völkern so sehr unter der britischen Krone gelitten, daß man sich eigentlich schämen sollte, ihn in Bezug auf Gewaltlosigkeit für den "liberalen" Westen sprechen zu lassen, er hätte sich dagegen sicherlich auch verwehrt. Winston Churchill soll mindestens 4 Millionen Inder ausgehungert haben, einfach weil dieses Volk für ihn zu den "Untermenschen" zählte. Gandhi selbst hatte sich vor dem zweiten Weltkrieg, im Juli 1939, an Adolf Hitler gewandt, nicht an Roosevelt, nein. Adolf Hitler traute er als einzigem Stastsmann zu, die Zivilisation zu beschützen. Nach dem Krieg fällte er ein vernichtendes Urteil über die Siegermächte. Die entsprechenden Zitate dazu, wären überall im Internet zu finden. Alleine anhand dessen, wäre es für mich mal eine Überlegung wert, ob es wirklich so toll ist, sich im Sinne der GB/USA/Israel-Hochfinanz gegen den Islam aufhetzen zu lassen. Eines möchte ich als Deutscher, Christ und Europäer mit Leib und Seele, an die Adresse von Herrn Sellner zu verstehen geben. Es mag zweckdienlich und notwendig erscheinen, sich gegenüber Angloamerika und Israel kollaborierend und unterwürfig zu verhalten. Doch für mich und meine Überzeugungen, kämpfen sie und ihre Leute als "Rechte" und "Patrioten" nicht.

Frederic
17. Februar 2017 06:40

Gewaltfreiheit ist die einzig richtige Strategie, um größere Bevölkerungsschichten zu gewinnen. Martin Sellner macht das völlig richtig.

Valjean72
17. Februar 2017 07:53

@Cacatum non est pictum:

„Das KuK-Logo enthält übrigens Freimaurersymbolik. Nur dass ich es mal erwähnt habe.“

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Das ist in dieser Offensichtlichkeit tatsächlich erstaunlich! Vielen Dank für den Hinweis, ich hätte sonst diese Seite gewiss nicht besucht.

Valjean72
17. Februar 2017 08:24

@tOm~!

„Der große und fatale Denkfehler liegt aus meiner Sicht darin begründet, daß sehr viele selbsternannte Patrioten aus Deutschland und Österreich nach wie vor unfähig sind, ihre wahren Feinde, die tatsächliche Bedrohung zu erkennen…

Bis auf ein paar französische Quellen, …, haben sie ihre geistige Heimat jedoch überwiegend bei englischsprachigen Autoren.“

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Werter tOm~! ich teile Ihre Auffassungen (auf jeden Fall im Kern) und es ist schon seit geraumer Zeit meine Überzeugung, dass die Masseneinwanderungswelle junger, hauptsächlich männlicher Muslime von nichtmuslimischen Kreisen angeschoben wurde und wird.

Aber ja, wahrscheinlich muss man als ein in der Öffentlichkeit stehender Patriot gewisse Kompromisse eingehen und auch taktisch versiert vorgehen (das ist, was ich zumindest D. Trump einräume)

Den Kern einer Patriotischen Bewegung wie durch einen Tunnel schauend allein auf die Auseinandersetzung mit dem Islam zu reduzieren,  ist unzureichend, um das mindeste zu sagen.

Der_Jürgen
17. Februar 2017 08:52

@tom 

Ich kann Ihrem Geschichtsbild in grossen Zügen zustimmen, auch wenn ich im Gegensatz zu Ihnen nicht so weit gehe, Deutschland von jeglicher Mitschuld an den Weltkriegen freizusprechen. Dass es beide Male nicht die Hauptschuld, geschweige denn die Alleinschuld trug, lässt sich anhand der Qundellen leicht nachweisen; dies wird bezüglich des 1. Weltkriegs heute auch von sehr vielen Mainstreamhistorikern und hinsichtlich des 2. Weltkriegs beispielsweise von Patrick Buchanan eingeräumt ("Churchill, Hitler und der unnötige Krieg"), der ganz  gewiss kein "Nazi" ist. Aber das ist hier nicht das Thema, und ich bitte Sie, hierzu keine Debatte zu starten.

Wie schon bei Ihrem gestrigen masslosen Angriff auf Poensgen begehen Sie auch diesmal den Fehler, aus der Hüfte zu schiessen und dem Autor Ansichten zu unterstellen, die er nicht hat. Sellner ist sicherlich kein Islamophobe und intelligent genug, um zu kapieren, dass der Islam nicht der wahren Feind ist.

Dieses Thema wurde auf diesem Blog schon recht oft zur Sprache gebracht; vor meiner Zeit als Leser und Forist erschien, wenn ich mich recht erinnere anlässlich eine Debatte zwischen Weissmann und Stürzenberger, ein fundamentaler Artikel von Lichtmesz über das "Elend der Islamkritik", auf den ich erst lange nach seinem Erscheinen aufmerksam wurde und in dem Lichtmesz sich klar von den Islam-Bashern von PI und ähnlichen Gruppen distanzierte. 

Von den Sezessionisten will keiner den Islam in seinem eigenen Kulturkreis bekämpfen. Andererseits ist es eine simple Tatsache, dass die illegalen Eindringlinge in ihrer grossen Mehrheit Muslime sind und dass vor allem unter den jungen Mohammedanern in Deutschland, auch den hier geborenen, nicht der gemässigte, sondern der radikale Islam an Boden gewinnt. Dies ist verständlich, als Mittel der Rückbesinnung auf die eigene Identität.

Der Islam ist mit deutschen und europäischen Werten nicht vereinbar, mögen es nun die von uns hochgehaltenen traditionellen Werte sein oder die neumodischen unserer Widersacher. Diesen widerspricht er sogar noch stärker als den unseren; in Bezug auf Gender mainstreaming, Schwulenehe und Abtreibung würden wir mit einem Salafisten weit eher eine gemeinsame Sprache finden als mit einem Linksgrünen. Man wundert sich deshalb nicht schlecht über die abgrundtiefe Stupidität der Linken und Liberalen, die in ihrem Hass auf Deutschland, auf Europa, auf traditionelle europäische Werte  den Zustrom von Trägern einer Religion willkommen heissen, die ihren eigenen "Idealen" förmlich ins Gesicht schlägt. Sollte es tatsächlich einmal zur Errichtung eines islamischen Staates in Deutschland kommen (nicht wahrscheinlich, aber durchaus nicht unmöglich), so würden diese Trottel zu den ersten gehören, die um einen Kopf kürzer gemacht würden. Es wäre nicht schade um sie.

Ich gebe Ihnen recht, dass das zentrale Problem der Grosse Austausch ist und nicht die Islamisierung und dass auch die Masseneinwanderung nichtislamischer Nichteuropäer, und seien es auch fleissige und gesetzestreuesee Koreaner oder Chinesen, dezidiert abzulehnen wäre. Auch diese Koreaner und Chinesen wären Fremde. Aber: Die Folgen des Zustroms von Muslimen und Afrikanern sind aus den bekannten Gründen ungleich schlimmer, als es die Konsequenzen einer Masseneinwanderung von Fernasiaten wären.

Es besteht also kein Grund, Sellner und die Identitären zu attackieren, wenn sie sich gegen die "Islamisierung" wenden. Islamophobe sind sie deshalb nicht. Auch jene würdelose Kriecherei gegenüber Israel, die bei PI und bei anderen koscheren Konservativen, bei der FPÖ und manchen AFD-Leuten so unangenehm auffällt, habe ich bei den Identitären nie gefunden.

Dass die Identitären aus reinem Selbstschutz gewisse heissen Themen meiden müssen, werden auch Sie begreifen. Man darf von ihnen allerdings verlangen, dass sie zu diesen Themen einfach schweigen und nicht, wie es selbst Sellner ein- oder zweimal getan hat, ohne jede Not Behauptungen aufgreifen, von denen sie selber wissen, dass sie nicht stimmen. Sympathie beim Feind gewinnen sie dadurch ohnehin nicht; sie gelten diesem auch weiterhin als "Nazis in Nadelstreifen" und fiese Dunkelösterreicher und Dunkeldeutsche.

Also ein bisschen weniger Aufgeregtheit an den Tag legen, lieber @tom. Auch wenn es in diesen Zeiten schwer fällt, kaltes Blut zu bewahren.

Maiordomus
17. Februar 2017 08:56

@tOm. Als ich als Gymnasiast zur Zeit des Kalten Krieges eine antikommunistische und konservative "abendländisch" orientierte Zeitschrift mitbegründete, sagte mir ein früherer Saalwächter der Nationalen Front Schweiz, Sektion Baden,  von 1933: Schon gut, aber ihr getraut euch nie den Namen des wahren Feindes in eure Zeitschrift zu schreiben. So kommen Sie mir vor. Dabei vergessen Sie, dass schon die Hegelsche Rechte wgen Antisemitismus bzw. Antijudaismus, womit das eigene Lager paralysiert wurde,  in die Wirkungslosigkeit verpuffte und dass einige der bedeutendsten deutschen Patrioten Juden waren, auch Deutschfreunde in den angelsächsischen Ländern und bedeutende Mitglieder des George-Kreises. Die Teilwahrheit ist nun mal auch schon ein Bestandteil der Falschheit. Auf dieser Basis lässt sich keine vernünftige und erfolgreiche Politik machen.

Dieter Rose
17. Februar 2017 09:21

@ cacatum non est pictum*

noch ein Hinweis zur Erläuterung des Logo durch KuK

"Die Pistole in der rechten Hand verweist darauf, dass Bewusstsein allein nicht viel verändert, sondern dass es auch der praktischen Intervention bedarf, um konstruktiv Einfluss auf gesellschaftliche Vorgänge zu nehmen."

Das klingt allerliebst. Frage mich, was passieren würde, wenn solch eine Aussage woandersher käme...

Gotlandfahrer
17. Februar 2017 09:56

Unter Umständen ein spannender Hinweis darauf, warum sich die Menschen verbohren, witziger Weise dort zu finden, wo man soweit ist, dass man mit dieser selbst vorgetragenen Erkenntnis gar nichts mehr anzufangen weiß:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/warum-luegen-mit-der-zeit-dreister-werden-a-1117990.html

RMH
17. Februar 2017 10:03

@Gustav Grambauer,

wie so oft, sind Sie hier ein Solitär in einer Diskussion, die zu oft schon immer wieder Gehörtes bringt. Sie sollten irgendwann auch den Sprung vom Kommentator zum eigenen Beitrag machen. Sie schaffen es immer wieder, eine (für mich) neue Sicht auf bekannt Geglaubtes zu eröffenen.

@tOm~!

Was sind denn ihre konkreten Vorschläge und Handlungsempfehlungen?

Das, was Sie schreiben, habe ich schon in den frühen 80ern lesen können und selbstredend auch schon in Quellen aus langen Zeiten davor - geändert oder irgend etwas bewegt hat dieser vermeintliche Stein der Erkenntnis nichts, gar nichts. Der letzte, der seine aus seiner Sicht vermeintlich richtigen Konsequenzen daraus aktiv umgesetzt hat, hat das Land vernichtet, aber ich weiß, auch der Kommunismus wurde bislang ja nur falsch umgesetzt und nie richtig verstanden und gelebt.

Da sind mir ein Herr Sellner oder all die anderen, die mit den Karten, die ihnen das Schicksal zugeteilt hat, spielen und das beste daraus machen, deutlich lieber. Dieses Raunen mit vermeintlichen Welterklärungen bringt nicht weiter. Im Hier und Jetzt wird der legale Aktionsrahmen von kleinen Bewegungen wie die IB maximal ausgenutzt. Die große Stroßbewegung in Richtung Parlamente zerlegt sich hingegen - leider - gerade selber.

Nils Wegner
17. Februar 2017 10:27

@ tOm~!:

Seien Sie ruhig mal ein bißchen bescheiden und urteilen Sie nicht über Bücher und Kreise, die Sie offenkundig nicht kennen. Was hier und dort in der AltRight diskutiert wird, ist offener und profunder als alles, was im europäischen Raum zu gewissen Themen seit den 1920ern publiziert wurde.

Und daran, daß ein übergroßer Teil der deutschsprachigen "Szene"-Publikationen stinklangweilig ist und von irgendwelchen Mimosen stammt, die gern die BRD der 1950er unter anderem Staatsnamen und in anderen Grenzen zurückhätten, kann ich auch nichts ändern. Mir ist meine Zeit dafür jedenfalls zu schade, und ich habe auch gar nicht den Anspruch, alles und jeden irgendwo "abzuholen" oder für ihn/es zu "kämpfen". Sorry, not sorry.

quarz
17. Februar 2017 10:53

@ tOm~!

"Selbsternannte Patrioten"

Bei welchem Amt muss man denn um Ernennung zum Patrioten (so richtig mit Urkunde und Stempel) ansuchen, damit man nicht Ihren Unmut erregt?

Utz
17. Februar 2017 11:12

@ Hugo

Ihre Erklärung der Situation fand ich sehr erhellend und sehr anschaulich. Das paßt wie die Faust aufs Auge. Wenn Sie aber am Ende Ihres Kommentars schreiben:

Die Alliierten haben Deutschland auch nicht durch ihre Gewaltlosigkeit besiegt. Gewaltlosigkeit ist eine Taktik. Als Strategie ist sie nur etwas für Religionen und Schafherden. 

dann begeben Sie sich meines Erachtens auf ziemliches Glatteis. Security hört sich zwar noch halbwegs harmlos an, aber da läßt sich auch problemlos "Gewalt hineinschrieben". Wenn man vielleicht die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich hat, aber sicher nicht die Mehrheit der Medien, muß man vorsichtiger agieren.

Der_Jürgen
17. Februar 2017 11:36

@tom

Ich war offenbar nicht der einzige, den Ihre völlig überflüssige Aggressivität gegen Sellner (und gestern gegen Poensgen) befremdet. Damit wir uns recht verstehen: Sie sind mein Verbündeter, und ich halte Ihren Patriotismus für über jeden Verdacht erhaben, aber manchmal muss man auch unter Verbündeten und Freunden ein paar offene Worte sagen und darf ihnen nicht alles durchgehen lassen.

Hier noch zwei von mir in meiner ersten Antwort nicht erwähnte, jedoch wichtige Punkte:

Dass die USA, solange kein radikaler, auch unter Trump nicht zu erwartender Kurswechsel erfolgt, der Feind Deutschlands und Europas sind, liegt auf der Hand; hier haben Sie völlig recht. Dies heisst jedoch nicht, dass man allem, was von jenseits des Grossen Teiches kommt, von vorne herein ablehnend gegenüberstehen soll.

Ich begreife nicht, warum Sie rechten Intellektuellen wie Lichtmesz oder Wegner vorwerfen, dass sie Inspirationen in amerikanischer politischer Literatur finden. Kennen Sie beispielsweise den "Occidental Observer?" Wenn nein, gehen Sie ab und zu mal auf seine Website; es lohnt sich, zumal die Amerikaner dank dem First Amendment eine Meinungsäusserungsfreiheit geniessen, von der wir nur träumen können.

Kennen Sie die fundamentalen Bücher von Prof. Kevin MacDonald, von denen vier auch auf Deutsch verfügbar sind (eines, "Absonderung und ihr Unbehagen", leider - wie schon der Titel zeigt - in einer so schauderhaften Übersetzung, dass man hier wirklich nur auf das Original verweisen kann; die anderen drei sind ordentlich bis sehr gut übersetzt)? Kennen Sie das eine oder andere Buch von Patrick Buchanan, z. B. "Der Tod des Westens"?  Wenn nein, würde ich Ihnen raten, sich hier kundig zu machen. Warum sollen diese Amerikaner, die ähnlich denken wie wir, denn unsere Feinde sein?

Zu Trump: Vermutlich war jeder Autor und Forist dieses Blogs heilfroh, dass Trump und nicht Hexe Hillary die Wahl gewann, aber dies heisst nicht, dass wir ihn idealisieren. Er mag uns in mancher Hinsicht noch herb enttäuschen. Das hat ja auch Lichtmesz bei der kürzlichen Fernsehdiskussion zum Ausdruck gebracht.

Also bitte kein Eindreschen auf Strohmänner mehr, lieber @Tom! 

Heinrich Brück
17. Februar 2017 13:41

Im Vergleich zu ihren Kontrahenten schneidet die IB nicht nur besser ab, sie gewinnt das vorpolitische Rennen auch. Manchen zu langsam, aber wenigstens richtig.

Wer nur den Fernseher einschaltet, sieht eine unglaubliche Deformation. Vorbilder im TV? Fehlanzeige! Eine vorbildhafte Filmfamilie gab es wann zum letztenmal zu sehen? Irgend etwas muß immer kaputt sein. Es muß krank sein, damit es normal erscheint.

Keine Hektik auf hoher See...

Georg Mogel
17. Februar 2017 14:04

@@tOm~! 17.2. 17/ 5:11 h

Leben ist der einzige Wert des modernen Menschen.

Sogar der moderne Held stirbt nur im Namen des Lebens.

Davila

 

Nautilus
17. Februar 2017 22:22

Die Gewaltlosigkeit ist eine Waffe,die hohes Gewicht hat. Natürlich werden diese Antifas alles daran setzen,dass diese aufgegeben wird. Was besseres könnte diesen Medien nicht passieren, um endlich diese IB zum schweigen zu bringen.Martin Sellner hat vollkommen Recht.

 

 

tOm~!
17. Februar 2017 23:01

Zitat von der Jürgen:

@tOm~!

Was sind denn ihre konkreten Vorschläge und Handlungsempfehlungen?

"Wo der Hase im Pfeffer liegt

 

verfasst von Monterone, 18.11.2016, 11:03

Welche Mittel hätten die Menschen, erst recht, wenn sie Deutsche sind, zu erkennen, wie bösartig dieses System ist?

Stell Dir bitte mal vor, ein anderes Land, sagen wir Polen, stünde 70 Jahre lang unter deutscher Besatzung.

Alles, was Agnieszka und Andrzej von der Wiege bis zur Bahre vorgesetzt bekämen, stammte aus deutschen Quellen und erzählte ihnen rund um die Uhr von der Überlegenheit der nationalsozialistischen Weltanschauung.

Schulbücher, Lehrpläne, Studieninhalte, Medien, Geschichtsbücher und Unterhaltung würden in unendlichen Variationen immer nur einen Gedanken verbreiten, daß Polen seinem Schicksal und der schwarzen Madonna von Tschenstochau dankbar sein muß, so großmütige Sieger gefunden zu haben wie Adolf Hitler und die Nationalsozialisten. 

Radio, Fernsehen und Kino brächten kaum etwas anderes als Variationen darüber, wie menschheitsbeglückend die nationalsozialistische Weltanschauung doch sei. Wer das nicht gut findet oder gar wagt, an den Lehren der deutschen Besatzer Kritik zu üben, wird mit gesellschaftlichem Ausschluß, existenziellem Ruin und Gefängnis bestraft.

Da Polen dank der nationalsozialistischen Wirtschafts- und Finanzpolitik eine große wirtschaftliche Blüte erlebt, haben sich die Menschen mit der Besatzung nach und nach abgefunden; halten sie größtenteils sogar für die beste aller möglichen Welten.

So hätte es noch einmal 70 Jahre weitergehen können, hätte das in immer mehr kriegerische Konflikte verwickelte Berlin das besiegte Warschau nicht zu immer höheren Tributleistungen gezwungen und die Folgen seiner Expansionspolitik nicht in Polen abgeladen.

An Weichsel und Oder wurde das Leben immer unangenehmer. Die Menschen begannen jeden Tag unzufriedener zu werden und dachten nach 70 Jahren dösender Sattheit, daß es vielleicht nicht schlecht wäre, die deutschen Besatzer loszuwerden.

Offener Widerstand war unmöglich, dazu waren die Hakenkreuzler noch zu stark. Außerdem hatten sie das ganze Land von Regierung, Parlament, Militär, Geheimdiensten, Polizei und Justiz völlig im Griff. Praktisch überall, wo man hinkam, sogar bei Post, Ämtern und Behörden konnte man sicher sein, auf einen Nazi zu treffen. 

Es kam also erst mal darauf an, einen gewissen Widerstandsgeist zu wecken. Den Polen mußte klar gemacht werden, daß sie ein völlig falsches und viel zu positives Bild von Deutschland und dem Nationalsozialismus haben.

Aber alles, was sich an kritischen Ansätzen finden ließ, war, daß es im täglichen Leben immer öfter Aua gemacht hat.

Dabei blieb es dann auch, denn Alternativen zum menschheitsbeglückenden nationalen Sozialismus hatte Andrzej Normalpole an politischer Theorie nie kennengelernt und wenn, dann wurde ihm das auf eine Art und Weise vermittelt, daß er nur tiefsten Abscheu vor diesen völlig anders gearteten und menschenfeindlichen Ansichten empfinden konnte.

Sobald er versuchte, die Situation Polens einer kritischen Analyse zu unterziehen, landete er jedesmal an einem Punkt, daß die Probleme nur daher kämen, weil Polen nicht nationalsozialistisch genug sei. 

*Wir brauchen schlicht und einfach mehr Nazismus, nur so kann es besser werden. Nazismus jetzt, muß unsere Devise sein!*

Und wenn er nicht gestorben ist, so hofft Andrzej noch viele weitere Jahrzehnte, daß es besser werden wird, wenn sein ganzes Denken, Reden, Fühlen und Handeln den Vorgaben der deutschen Besatzer folgt.

Ähnlich aussichtslos wie in dem fiktiven Polen ist meiner Meinung nach die deutsche Situation.

Zuerst muß man sich von einem gegebenen Herrschaftskonzept gedanklich und seelisch verabschieden, bevor man daran geht, es zu kippen.

So lange man sich innerhalb eines Systems der Besatzerherrschaft bewegt, bleiben nur zwei Möglichkeiten der Befreiung. Entweder die Besatzungsmacht geht von selbst in die Knie, oder das besetzte Land schmiedet neue Allianzen, um sich aus dem Würgegriff zu befreien. 

Beide Möglichkeiten führen das Risiko mit sich, daß die Befreiung nur eine sehr kurze und vorübergehende sein wird, sofern ihr nicht ein tragfähiges theoretisches Konzept zugrundeliegt.

Um wieder das polnische Beispiel aufzugreifen. Angenommen, Warschau suchte hintenrum nach neuen Verbündeten, stünden sich die Polen auch noch selbst im Weg und drohten über ihre eigenen Füße zu stolpern, weil sie ja nach wie vor von der alleinseligmachenden Richtigkeit des Nationalsozialismus überzeugt wären, womit der Kreis möglicher Bündnispartner erheblich eingeschränkt wäre.

So lange wir nicht aufhören, uns und die Welt durch eine Brille zu betrachten, die uns die USA aufgesetzt haben, werden wir so hilflos bleiben wie in meinem Beispiel dargestellt."

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Zitat von Der Jürgen:

Ich begreife nicht, warum Sie rechten Intellektuellen wie Lichtmesz oder Wegner vorwerfen, dass sie Inspirationen in amerikanischer politischer Literatur finden. Kennen Sie beispielsweise den "Occidental Observer?"  

Nicht wenige Artikel habe ich von dort übersetzt und für Politikforen bereitgestellt. Keiner der Autoren, die von Ihnen aufgezählt wurden, ist mir gänzlich unbekannt.

Es geht hier aber nicht darum, daß man ruhig mal über den Tellerrand blicken sollte, um sich "Inspiration" zu holen. Sondern darum, daß man damit unbedingt hausieren gehen sollte. Ist es wirklich nötig, sich in jeder Abhandlung auf die geistigen Quellen unserer Besatzer zu stützen?

PS. Es gefällt mir, hier solche Reaktionen auf meinen Beitrag vorzufinden, schönen Gruß an Herr Wegner.

 

Gustav Grambauer
18. Februar 2017 06:56

RMH

Allerbesten Dank für die Lorbeeren, aber es ist mir immer wieder eine große Ehre, auf Sezession zu schreiben, was mir gerade bei diesem Beitrag von Martin Sellner wieder klar wird.

Habe seit der Lektüre nach einer Formel für unsere Haltung zur Gewalt gesucht. Es gibt sie wohl nicht. Alles was gesagt werden kann, läuft auf althergebrachte Grundsätze, ritterlicher Tugenden, die Bemühung um Charakterstärke und weise Abwägungen von Nutzen und Schaden hinaus. Wie bei Liebe zur Natur vs. Klima-Schwindel, wie bei einem gewissen Spartanertum vs. franziskanisch-bergogloanischem Armutskult usw. gilt es auch in der Frage der Gewalt, nicht in die extremistische Karikatur zu kippen. Hätte das, was viele inzwischen zu Ausdruck gebracht haben, gleich vorgestern noch schreiben sollen: selbstverständlich hat Martin Sellner alles richtig gemacht!

- G. G.

Balduin B.
18. Februar 2017 10:43

@Hugo: Sie haben recht: Wir stecken in einem Dilemma. Gewaltlosigkeit zeugt von Größe; allein, es bekommt niemand so recht mit. In der Presse werden Ereignisse einfach umgekehrt. Greift die Antifa, wie so oft, eine Demo oder Veranstaltung von AfD oder Pegida an, heißt es bei DPA sinngemäß: Am Rande einer Pegida-Demonstration kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Die Presse greift es gerne auf.

Die breite Öffentlichkeit "informiert" sich noch immer aus den üblichen Quellen. Dort kommt die Realität nicht an. Diesen Mechanismus aufzubrechen ist unsere vordringliche Aufgabe, aber es ist wirklich schwer. Als aktiver in der AfD müssen meine Kollegen und ich uns auch gerade lächerliche Nazi-Vorwürfe unserer regionalen Presse und einen Blockade-Aufruf des Oberbürgermeisters gefallen lassen und können uns nicht adäquat zur Wehr setzen. Dieser Umstand ist natürlich frustrierend. Ich sehe im Moment auch noch nicht, wie wir die vorhandene, überwältigende mediale Gegenmacht wirksam angereifen können. Uns bleibt nur publizistische Guerillatechnik und Basisarbeit am Bürger. Was wir brauchen sind zündende Ideen, wie wir den Wandel beschleunigen können.

Wenn ich sehe, wie in Berlin an der endgültigen Abwicklung unseres Landes gearbeitet wird, derzeit unter Federführung der SPD (Ösoguz) wir mir schlecht; die Zeit rennt davon.

Der_Jürgen
18. Februar 2017 11:09

@tom

Leider scheinen Sie mich ebenso misszuverstehen, wie Sie Poensgen und Sellner missverstanden haben. Da Sie offensichtling intelligent sind, finde ich dies ehrlich gesagt rätselhaft. Was von dem, was Sie in Ihrer letzten Wortmeldung schreiben, widerspricht Poensgens oder Sellners oder meinen Ausführungen? Ja, Deutschland ist von einer Feindesmacht okkupiert; ja, die Regierenden sind Kollaborateure. Die Frage ist doch nur, wie wir das zu ändern versuchen. Wenn Sie von mir ein Zauberrezept erwarten, muss ich Sie enttäuschen. Wüsste ich eines, so hätte ich es längst angewendet.

Wir können nur aufklären und parallel dazu gewaltlosen Widerstand leisten wie die IB, Einprozent und Pegida. Der parlamentarische Weg geht nicht, erst recht jetzt nicht, wo die AFD unter dem U-Boot Petry als ernstzunehmende oppositionelle Kraft ausgeschaltet wird. Und eine Siegesgewähr besteht in keiner Hinsicht.

 

 

Utz
18. Februar 2017 15:53

@ Balduin B.

Sie schreiben: 

Uns bleibt nur publizistische Guerillatechnik und Basisarbeit am Bürger. Was wir brauchen sind zündende Ideen, wie wir den Wandel beschleunigen können.

Ja, genau, das ist es doch! Wir müssen mit Kreativität punkten. Wir müssen als frisch rüberkommen.

Wenn ich an die Kommentare zum Brexit denke, da haben die Zeitungen geschrieben: Nur die alten und die ungebildeten waren dafür, die jungen und die gebildeten waren gegen den Brexit.

Es gibt immer Bilder in den Köpfen der Menschen. Die Rechte wird zur Zeit leider zu oft als alt, engstirnig, phantasielos wahrgenommen, sozusagen, der Autofahrer mit Hut, der auf der Ablage eine Klopapierrolle mit Häkelkleid liegen hat. Und irgendwie gehören dazu dann noch Junge mit Springerstiefel und ohne Hirn. Die Flüchtlingshelfer sind zwar tatsächlich alt, fühlen sich aber wahnsinnig jung und weltoffen.

Die Aktionen der Identitären wirken dem schlechten Image gut entgegen und in die Richtung müssen wir weitermachen.

Stil-Blüte
18. Februar 2017 18:14

@ Der_Jürgen       tOm~!

'...Die Frage ist doch nur, wie wir das zu ändern versuchen.'

Ich erinnere mich an den Bericht eines hochintelligenten, von der Stasi geschassten Dissidenten. In den Verhören, die eher einem gediegenen Austausch der gegeneitigen Positionen ähnelte, was die Verurteilung des Deliquenten nicht verhinderte, erklärte er, der Verhörer mit höherem Dienstgrad, sinngemäß: 'Sie sind unser idealer Klassenfeind. So einen Gegner können wir gut gebrauchen. Sie dienen uns mehr, als Sie glauben. Wir brauchen Sie. Sie liegen genau auf unserer Linie/Ebene.'

Dieser Erwartungshaltung eines Feindbildes gilt es mit List und Tücke zu unterwandern.

 

 

 

tOm~!
18. Februar 2017 18:19

@Der_Jürgen 

Es könnte ja vielleicht auch sein, daß sie mich mißverstehen?

Um es klipp und klar zu sagen, ich habe für die Besatzer, also die Mordamerikaner, nichts übrig, nur pure Verachtung; Haß. Die Briten und ihr Anhang können mir ebenso gestohlen bleiben. Im Grunde jeder, der sich auf völkermordene, westliche Demokratien und Republiken beruft.

Haben Sie das Buch "Höllensturm - Die Vernichtung Deutschlands 1944 - 1947" gelesen? 

Gibt es, mit sehr aussagekräftigen Bildern untermalt als Dokumentation bei You Tube:

"https://www.youtube.com/watch?v=mZsPBVS2oWA"

In den USA gibt es sicherlich gute Menschen, die ebenfalls erkannt haben, was sie in der Welt alles angerichtet haben. Könnte man darin erkennen, wie David Talbots Buch "Das Schachbrett des Teufels" durch Mundpropaganda zum Bestseller wurde, obwohl es von den Leitmedien völlig ignoriert wurde. 

Das war es dann aber schon. Donald "Mr. Money" Trump gab bereits bei den Fernsehdebatten zu verstehen, "Germany" solle mehr für seinen Schutz zahlen. Fragt sich nur vor wem die Mordamerikaner uns schützen, oder je geschützt haben.

Im großen Interview mit der BILD-Zeitung warf Trump der BRD vor, sie habe die USA immer nur ausgenutzt und sei nicht "fair" gewesen. Man könnte meinen, Deutschland habe einen amerikanischen Automobilkonzern kürzlich mit einer Milliardenklage ausgepresst.

Dabei handelt es sich nur um die Spitze des Eisbergs.

Im Grunde kann man nur beten, daß dieser Möchtegern-Populist nicht alles noch schlimmer macht, als seine Vorgänger.  Sonst könnte es nämlich durchaus sein, daß das Thema "Gewaltlose Disziplin" zum Rohrkrepierer wird.

 

 

Cacatum non est pictum
18. Februar 2017 19:21

@tOm~!

Mein umfangreicher letzter Beitrag ist leider nicht angenommen worden, deshalb hier der Versuch einer Kurzversion:

1. Ihre Feindbestimmung ist unzureichend. Die "USA" oder "Großbritannien" taugen nicht als Chiffre für die Strippenzieher des politischen Elends in Deutschland und anderswo. Die Hintergrundakteure sind international vernetzt. Sie benutzen die Außenpolitik der jeweiligen Staaten nurmehr als Vehikel, um das ins Leben treten zu lassen, was sie im Geheimen (und über Regierungsgrenzen hinweg) längst ersonnen haben.

2. Wir können es uns nicht leisten, zuerst und ausschließlich den "Primärfeind" zu bekämpfen. Unsere anderen Gegner stehen in Schlagdistanz zu uns und bedrängen uns Tag für Tag mehr. Die Zeit verrinnt.

3. Wirkungsvolle Gegenwehr kann es nur im Verbund geben. Wenn Sie sogar Leute wie Martin Sellner als Weggefährten ausschließen, dann schwächt das unsere ohnehin ungewissen Erfolgsaussichten beträchtlich.

4. Davon abgesehen gehe ich mit dem, was Sie schreiben, absolut konform. An einigen Stellen Ihrer Texte sprechen Sie mir geradezu aus dem Herzen.

RMH
18. Februar 2017 20:46

"nur pure Verachtung; Haß."

Haß ist in diesen Angelegenheiten der denkbar schlechteste Berater.

Der_Jürgen
18. Februar 2017 21:11

@tom

Verschwenden Sie Ihre Zeit nicht darauf, nach dem Motto "viel Feind, viel Ehr" oder "Rambo allein gegen die Mafia" Menschen, die Ihre Auffassungen weitgehend teilen, wegen (wirklicher oder auch nur eingebildeter) Meinungsverschiedenheiten in Detailfragen zu attackieren. Sonst wird es um Sie herum bald sehr einsam werden.

"Wir war'n die grösste der Parteien", schrieb ein ehemaliges Mitglied des Kommunistischen Bundes Westdeutschlands im nachhinein ironisch über das Sektierertum dieser Splitterpartei, die überall, selbst unter anderen Maoisten, nur Klassenfeinde witterte. Ein Rechter, der Lichtmesz, Kubitschek oder Sellner wegen (möglicherweise sogar legitimer) Kritik in Einzelpunkten als Feinde einstuft, stellt sich selbst ins Abseits. Er sollte sich übrigens fragen, ob er eigentlich etwas geleistet hat, was auch nur annähernd an die Leistungsbilanz der erwähnten drei heranreicht.

Im Gegensatz zu Ihnen verwende ich meinen äusserst bescheidenen Einfluss darauf, zwischen der neuen und der alten Rechten Gräben zu kitten, statt noch neue auszuheben.  Und nun genug davon; das Thema ist für mich abgeschlossen.  

Solution
18. Februar 2017 22:39

Ich schließe mich dem_Jürgen mit seinen Beiträgen an.

Die USA sind genauso "besetzt" und fremdgesteuert, wie die BRD. In den USA ist der heftig umstrittene Begriff "ZOG" geprägt worden (ihn verwendet sogar Israel Shamir).

Zumindest kann man sagen, daß der medial-industriell-militärische Komplex dort entscheidend ist. Dahinter steckt die Hochfinanz mit ihrer Globalisierung ("amerikanische Globalisierung", wie Peter Scholl-Latour es nannte).

Ich empfehle einen orthodoxen Kommunisten zu lesen: James Petras (ehemaliger Professor in den USA): Zum Einstieg: "Rulers and Ruled in the US-Empire" und "The Power of Israel in the United States".

Seit einer Weile kommen aus den USA nahezu unüberschaubar viele gute Theoriebeiträge. Wir sollten uns mit denen verständigen und gut vernetzen. 

 

Der Feinsinnige
18. Februar 2017 23:36

@ Der Jürgen

 

Sie schreiben am 16. Februar, 19.51 h als Antwort, an Martin Sellner gerichtet:

""Ich will sie am Ende nicht besiegen, sondern überzeugen", schreiben Sie über die gewalttätige Antifa. Ihr Wort in Gottes Ohr, doch glauben Sie wirklich, dass es unter diesen verblendeten Fanatikern noch sonderlich viele Saulusse gibt, die sich zu Paulussen wandeln werden? Dialogbereitschaft, den Willen, dem anderen überhaupt zuzuhören, kann man bei diesen Leuten nicht voraussetzen."

Bezüglich derjenigen, die sich selbst als "Antifa" bezeichnen und den Schreibtischtätern in Politik und Medien, die aktiv, organisatorisch und finanziell hinter der "Antifa" stehen, hege ich Zweifel, ob diese überzeugt werden können (bzw. halte ich dies für gänzlich unwahrscheinlich). Ich frage mich jedoch, ob Sie in diesem einen Punkt den Text Martin Sellners wirklich korrekt auslegen, wenn Sie das "sie" auf die gewalttätige Antifa beziehen. Martin Sellner hat geschrieben:

"Wir kämpfen nicht gegen einen militärischen Gegner von außen, sondern gegen eine selbstzerstörerische Ideologie, deren Träger immer noch unsere Landsleute sind. Ich will sie am Ende nicht „besiegen", sondern überzeugen."

Ich lese das "sie" auf "...deren Träger immer noch unsere Landsleute sind" bezogen. Mit dem "sie" dürften - jedenfalls nach meinem Verständnis - nicht (zumindest nicht allein) die sogenannten und sich selbst so nennenden "Antifas" gemeint sein, sondern gerade auch die "Normalbürger", die durch ständige Indokrination, Unwissenheit bzw. Gleichgültigkeit ebenso zu Trägern dieser Ideologie geworden sind. Diese sind meines Erachtens sehr wohl zu überzeugen, und zwar nur und ganz ausschließlich durch gewaltlose politische und öffentlichkeitswirksame Arbeit. Auch ich gebe Herrn Sellner voll und ganz recht, auch und gerade zu seinen Ausführungen, daß Gewaltlosigkeit nicht Wehrlosigkeit bedeutet. Das Notwehr- und Nothilferecht steht selbstverstänlich jedem zu und es ist wichtig, zur Ausübung dieses Rechts auch in der Lage zu sein (wie schwierig das mitunter sein kann, ist in Götz Kubitscheks Artikel vom 26.1.2017 "Die Enthemmung der Auseinandersetzung" eindrucksvoll nachzulesen).

Von der Notwehr- bzw. Nothilfesituation abgesehen ist meines Erachtens einzig und allein die intellektuelle, mediale und friedlich-aktionistische Auseinandersetzung sinnvoll, die sich grundsätzlich im Rahmen der bestehenden Rechtsordnung bewegt, angereichert durchaus durch gezielte gewaltfreie Regelverstöße (Beispiel: Sitzblockade vor der CDU-Zentrale im Dezember 2016 u.v.m.), genauso wie es die "68er" vorgemacht haben und woran heute die Identitären wohl durchaus bewußt anknüpfen. Einer gewaltfreien Nadelstichtaktik wie derjenigen der IB ist für die herrschende Gutmenschenideologie im Ergebnis viel schwieriger zu begegnen als jeglicher Form von Gewalt, die lediglich die von den Gutmenschen in Regierungen und Behörden gewünschten Vorwand für (noch stärkere) Repression geben würde.

Ich hege uneingeschränkte Bewunderung für die Strategie und die Aktionen der Identitären Bewegung. Es muß darum gehen, der Mehrheit klarzumachen, daß die Rechtsbrecher und die Verantwortlichen für die katastrophale Situation Deutschlands (und Europas) in den Regierungen (nicht nur in Deutschland) sitzen und daß dies geändert werden muß, und zwar - aus Überzeugung und um die Situation nicht noch zu verschlimmern - ohne Gewalt. Besser als Martin Sellner kann man es wohl kaum audrücken:

"Jede ideologisch motivierte Anwendung von Gewalt in einem Volk schlägt fast unheilbare Wunden und erzeugt Rachekreisläufe, denen man ... kaum entgehen kann. Man muss versuchen diese Teufelskreise soweit es geht zu brechen."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dietrich Stahl
18. Februar 2017 23:48

 

@ tOm~!

 

Sie bringen frischen Wind in die Diskussion, das ist ganz gut gegen eingefahrene Gleise.

 

@ Der_Jürgen, @ Cacatum non est pictum, @ Nils Wegner, um nur einige zu nennen, sind auf Ihre Beiträge für meine Begriffe in angemessener Weise eingegangen.

 

Es ist zu spüren, daß Sie ein deutscher Patriot sind. Das sind die Foristen hier, bis auf gelegentliche Trolle und U-Boote, die wohl unvermeidlich sind, auch. Die Liebe zu Deutschland, die Verteidigung des Eigenen; und die Suche nach Wegen zu Freiheit und Wahrheit, sind das einigende Band des SiN Forums.

Wer ist der Feind?

So lange wir nicht aufhören, uns und die Welt durch eine Brille zu betrachten, die uns die USA aufgesetzt haben, werden wir so hilflos bleiben

Ich glaube, das macht hier so keiner. Doch ich gebe Ihnen recht, der oftmalige, extensive Bezug auf angloamerikanische Quellen ist auch mir manchmal zuviel.Wenn ich es richtig gelesen habe, ist der Feind für Sie die angloamerikanische Elite. Zustimmung. Die meisten hier kennen die geschichtlichen Hintergründe, die zum ersten WK führten. Oder die Morgenthau/Kaufmann/Hooten-Pläne, die Re-education, den Haß bestimmter angloamerikanischer Kreise auf Deutschland, ja ihren Willen, das deutsche Volk auszulöschen.

Doch es gibt immer eine Wahrheit hinter der Wahrheit. Und hinter der gibt es eine weitere. Die angloamerikanische Elite ist nur der Handlanger von Kräften hinter ihr. ... Die im Dunkeln sieht man nicht. Schon gar nicht kennt man ihre Namen.

Wie können wir Deutschland wieder zu seinen Rechten helfen? Wie kann die Essenz des Deutschseins bewahrt und entfaltet werden? Wie kann das Joch abgeschüttelt werden?Darum geht es doch. Das braucht die vereinte Anstrengung aller Patrioten. Gegenseitige Vorwürfe helfen nicht viel weiter, Kritik muss selbstverständlich möglich sein. Wie überall braucht es hier das rechte Maß.

 

Marc_Aurel
19. Februar 2017 00:37

Ein komplexes Thema, dass Martin Sellner hier auf den Tisch gebracht bzw. im Kommentarbereich angestoßen hat, ich versuche mich kurz zu fassen.

Zunächst einmal teile ich seine Ansichten in Bezug auf den gewaltlosen (aber in Not auch verteidigungsfähigen) Widerstand. Wenn man es genau nimmt, ist das nicht nur ein sehr vernünftiger, sondern vermutlich auch so ziemlich der einzig gangbare Weg.

Eine Abgrenzung vom Nationalsozialismus halte ich ebenso für vernünftig, der ist einfach das falsche Vorbild. Ich stelle hier voran das mir völlig klar ist, dass das Geschichtsbild das uns heute vermittelt wird, natürlich von den Siegern des 2. Weltkrieges stammt und unter dem Blickwinkel objektiver, faktenorientierter Wissenschaft entsprechend wertlos ist, ohne jetzt auf die einzelnen Aspekte eingehen zu wollen. Auch gibt es keinen Grund die deutschen Soldaten und Zivilisten, die in diesem Krieg ihr Leben lassen mussten, als Opfer dritter Klasse zu betrachten oder unter den Teppich zu kehren/ihrer nicht zu gedenken, wie das die BRD permanent praktiziert.

Ich möchte kurz begründen warum ich so denke, in Bezug auf meine Ablehnung des Nationalsozialismus: wenn man sich mal ein Original Schulbuch aus der NS Zeit zur Hand nimmt, dann läuft das Bild das dort vermittelt wird, schon auf "Wir waren und sind die Besten, die Größten usw." hinaus. Eine solche Vermessenheit ist eines Kulturvolkes unwürdig, auch wenn das jetzt etwas schwulstig klingt, das ist ja einer der Aspekte, die wir an den US-Amerikanern immer kritisieren: diese Kombination aus arroganter Selbstüberschätzung und starkem Sendungsbewusstsein, um mal mit einem der harmloserer Dinge zu beginnen. Dazu diesen ständigen Versuche die gesamte deutsche Geschichte rückwirkend braun anzumalen und plumpe Propaganda in Dauerschleife, aber lassen wir das…es hatte schon seinen Grund, warum Ernst Jünger mit dem NS-Staat nichts anfangen konnte.

Kommen wir zu den kritischeren Dingen: der unzweifelhaft rabiate Umgang mit der politischen Opposition und anderen als Gegner markierten Gruppen, Förderung des Denunziantentums, Gleichschaltung und Gesinnungsterror – das ist nicht der Staat in dem ich nach der BRD leben möchte, davon wollen wir ja weg und ich hoffe nicht nur deshalb, weil wir momentan die leidtragenden dieser Politik sind.

Dazu dann noch diese hitzköpfige, von fixen Ideen getriebene Außenpolitik, eine (vor allem in Osteuropa) unsäglich dumme Besatzungspolitik, schwere Fehler in Rüstungsfragen und so weiter und so weiter, dass ließe sich jetzt noch eine ganze Weile fortführen, spare ich mir jetzt. Das die NS-Clique, besonders ihr Anführer, jetzt nicht besonders deutschfreundlich waren, sondern, wie ich in anderen Artikeln bereits ausführte, nur ein Vehikel zur Durchsetzung ihrer Ideologie suchten, sieht man unter anderem am Nerobefehl oder auch an dem Verbot der (äußerst aussichtsreichen) Fernnachtjagd gegen England, um nur mal 2 Beispiele heraus zu greifen.

Die deutsche Geschichte besteht doch nicht nur aus diesen 12 Jahren, es gibt so viel anderes an das man anknüpfen kann, um sich historisch zu verorten.

Was den Islam betrifft: der gehört ganz bestimmt nicht ins Abendland. Ich möchte keine Moschee in meiner Stadt und ich will auch nicht, dass das Viertel in dem ich lebe in 30 Jahren aussieht, wie der Bakara Markt in Mogadischu. Dem Islam aber grundsätzlich das Existenzrecht absprechen, also auch in jenen Regionen in denen er seit Jahrhunderten heimisch ist, warum und mit welchem Recht?

Heinrich Brück
19. Februar 2017 12:56

"Eine Abgrenzung vom Nationalsozialismus halte ich ebenso für vernünftig, ..."

In der Rede kann jede Abgrenzung stattfinden, auch in der Tat? Welche Taten können den Islam auf Distanz halten?

Wer definiert die Interessen einer Nation? Würde ein autoritärer Nationalstaat gegen das Demokratieprinzip verstoßen?

"Die deutsche Geschichte besteht doch nicht nur aus diesen 12 Jahren, es gibt so viel anderes an das man anknüpfen kann, um sich historisch zu verorten."

Nostalgie. Wir können Friedrich der Große spielen, aber wir können der Weltgeschichte nicht aus dem Weg gegen. In diesen 12 Jahren ging es ums Ganze, und ich werde die Opfer nicht aus den Augen unserer Feinde sehen. Diese Perspektive kann als Parteinahme gedeutet werden; ohne diese eine Politik stets im Beziehungsstreit endet.

Den Aufbruch der Identitären sehe ich positiv, ohne Einschränkung.

Stil-Blüte
19. Februar 2017 13:34

@ Marc Aurel

'...Die deutsche Geschichte besteht doch nicht nur aus diesen 12 Jahren, es gibt so viel anderes, an das man anknüpfen kann, um sich historisch zu verorten...'

Ja, da haben Sie Recht. Aber genau das, was Sie einklagen, tun Sie selbst nicht.

'...Dem Islam aber grundsätzlich das Existenzrecht absprechen, also auch in jenen Regionen, in denen er seit Jahrhunderten heimisch ist, warum und mit welchem Recht?...'

Ich kann mich nicht erinnern, dass das jemand hier getan hätte.

tOm~!
19. Februar 2017 13:51

 Zitat von Marc Aurel:

"Ich möchte kurz begründen warum ich so denke, in Bezug auf meine Ablehnung des Nationalsozialismus: wenn man sich mal ein Original Schulbuch aus der NS Zeit zur Hand nimmt, dann läuft das Bild das dort vermittelt wird, schon auf "Wir waren und sind die Besten, die Größten usw." hinaus. Eine solche Vermessenheit ist eines Kulturvolkes unwürdig, auch wenn das jetzt etwas schwulstig klingt, das ist ja einer der Aspekte, die wir an den US-Amerikanern immer kritisieren: diese Kombination aus arroganter Selbstüberschätzung und starkem Sendungsbewusstsein, um mal mit einem der harmloserer Dinge zu beginnen."

[ Hervorhebung von mir ]

Man muss diesbezüglich aber dann bitte in Rechnung stellen, wo diese Vermessenheit herkam.

In Zeiten, in denen sich Briten und Franzosen längst über ihren Imperialismus definierten, verstanden sich die Deutschen immer nur als Kulturnation. Das galt bis vor dem ersten Weltkrieg, noch 1907 kamen deutsche Historiker zu dem Schluß, daß sich in der Auseinandersetzung zwischen Frankreich und Deutschland Staatsnation und Kulturnation gegenüberstehen. Wobei dies auf die eigene Definition gemünzt war, niemand würde den Franzosen ihre kulturellen Leistungen absprechen wollen.

Die unter böswilligem Betrug von Präsident Wilson erzwungene Niederlage des Deutschen Reichs im ersten Weltkrieg, die im Vertrag von Versailles mündete, führte jedoch zu einer völligen Demütigung und Herabsetzung des deutschen Volkes.

Während sich im wundervollen Paris der "Goldenen Zwanziger Jahre" die künstlerische und intellektuelle Elite aus Europa versammelte, auf der „Rive Gauche“ Künstler wie Marc Chagall anzutreffen waren, herrschten in Deutschland Hunger, Massenarbeitslosigkeit und Rachitis-Epidemien. In der Weimarer Republik gab es damals die höchste Säuglingssterblichkeitsrate in ganz Europa. Die heute gefürchteten "Haßreden" führten zu Anschlägen auf Politiker.

Ohne diese Entwicklung wären die Nationalsozialisten doch nie ein Thema geworden.

Marc_Aurel
19. Februar 2017 17:47

@Heinrich Brück:

"In der Rede kann jede Abgrenzung stattfinden, auch in der Tat? Welche Taten können den Islam auf Distanz halten?"

Also wenn wir von einer Bedrohung durch den Islam reden, dann ja in der heutigen Zeit nicht mehr in Form eine militärischen, sondern es geht um Einwanderung. Ohne in Detail zu gehen, würde ich behaupten das sich diese Thema, inklusive Remigration, in den Griff bekommen lässt, ohne das wir dafür ein neues deutsches Sparta benötigen, der entsprechende politische Wille natürlich vorausgesetzt.

"Wer definiert die Interessen einer Nation? Würde ein autoritärer Nationalstaat gegen das Demokratieprinzip verstoßen?"

In einem autoritären Staat leben wir doch schon, in dem irgendwelche Gestalten hinter den Kulissen entscheiden, was gut oder schlecht ist für uns. Ich hätte lieber einen, in dem ich direkt gefragt werde, ob ich dieses oder jenes möchte, ohne korrupte Parteiapparate als Zwischenschicht. Natürlich kann so etwas nur unter bestimmten Vorrausetzungen funktionieren, aber das möchte ich jetzt nicht ausbauen.

@Stil-Blüte:

"Ja, da haben Sie Recht. Aber genau das, was Sie einklagen, tun Sie selbst nicht."

Das war ja auch nicht das Ziel meines Kommentars - ich wollte nur zum Ausdruck bringen, warum ich das eine nicht will.

Cacatum non est pictum
19. Februar 2017 21:45

Alles kommt darauf an, daß die Identitäre Bewegung unbeeindruckt von den Provokationen der Antifa und Illusionen des Verfassungsschutzes den Weg der Transparenz und der gewaltlosen Disziplin weitergeht.

So ist es. Gehen Sie diesen Weg weiter und schlagen Sie immer breitere Breschen. Die IB wirkt. Man fürchtet sich vor ihr, weil man genau weiß, dass ihr nur schwer beizukommen ist, solange sie friedlich agiert. In den manipulativen Presseartikeln knarzt und knirscht es im intellektuellen Gebälk, wenn der Versuch unternommen wird, die IB-Aktivisten als brandgefährliche Verfassungsfeinde darzustellen. Das merkt irgendwann jeder Volldepp.

@Hugo

Übrigens soll Hitler Churchill den Rat gegeben haben "Erschießen Sie Gandhi!". Wenn Churchill das getan hätte, und gewalttätig genug war er ja, dann wäre wohl einfach Schluß gewesen, mit der Bewegung. Charismatische Führer sind selten, und fast nie zu ersetzen.

Das ist ein wichtiger Hinweis! Herr Sellner, ich schaue mir regelmäßig Ihre Videos auf YouTube an. Als Sie (war es im Dezember?) von Ihrem Autounfall berichteten, ist mir zunächst das Blut in den Adern gefroren. Sofort musste ich an politische Oppositionelle denken, die in den vergangenen Jahren bei "Unfällen" ums Leben gekommen sind. Nun hoffe ich, dass da keine lenkende Hand im Spiel war, aber Sie sollten wirklich auf sich achtgeben. Zweifelsohne sind Sie die Identifikationsfigur der deutschsprachigen IB, und es gibt im Ränkespiel der Macht wahrlich gewissenlose Akteure. Übrigens möchte ich Ihnen (und natürlich auch Ihren Mitstreitern) meine allergrößte Hochachtung entgegenbringen für Ihren Mut und Ihre Beharrlichkeit!

Sie machen mir Hoffnung in Zeiten, da man eigentlich nur verzweifeln kann. Als Vater von jungen Kindern fühle ich mich für deren Zukunft verantwortlich. Aber jedes Mal, wenn ich eine Zeitung aufschlage, wird mir klar: Man arbeitet mit kaum erklärlichem Eifer an der Zerstörung ihrer Zukunft. Bisweilen schlägt mich das nieder, aber meistens ruhe ich doch in mir - ich weiß, dass ich im Notfall bis zum Äußersten gehen werde, und mehr kann ich eben nicht tun.

Die Zeichen der Zeit stehen gegen uns, aber die Hoffnung auf eine Wende zum Guten möchte ich nicht vorschnell aufgeben. Vielleicht stellt sich eines Tages heraus, dass unser übermächtig scheinender Gegner doch nicht mehr war als ein Papiertiger. Um diesen Hoffnungsschimmer zu untermalen, füge ich eine Liedstrophe aus dem englischsprachigen Vietnamkriegs-Musical "Miss Saigon" an:

On silent feet it came
Breathing a sheet of flame, it came
Closing in on its rightful prey
Burning a hundred years away

The morning of the dragon truth lit up the street
The tiger we were stalking walked on paper feet
And in the clear white heat of dawn
Was gone

In diesem Sinne!

Jürg_Jenatsch
20. Februar 2017 00:12

Ich verstehe warum Martin Sellner diesen Weg geht. Ein anderer ist derzeit nicht möglich. Im übrigen natürlich meine Gratulation für so manche gelungenen Provokationen des Gegners. Provokation ist die meist einzige Waffe des medial Schwachen, um Gehör zu finden.

@ tOm~!

Ich verstehe Ihren Ärger, den auch ich teile. Die VSA und das leider immer noch vereinte Königreich waren und sind auf Staatsebene 2 der ärgsten Widersacher Deutschlands. Andere gibt es auch. Das sollte uns aber nicht daran hindern, auch die dortigen Gesinnungsgenossen miteinzubeziehen. Was Trump angeht, so kann es durchaus sein, daß er es schlimmer macht, als es ohnedies ist. Entweder weil er, oder seine Hintermänner, es wollen, das System nicht mehr zuläßt, oder weil er zu patschert ist. USW. Im Ergebnis kommt es auf dasselbe hinaus. Um die Besatzungsmächte loszuwerden, müssen wir, da haben Sie recht, einmal den Amerikanismus abschütteln und zum zweiten die Besatzungsmächte loswerden. Für das zweitere benötigen wir aber eine entsprechene Regierung, die neue Allianzen sucht und eingeht. Diese haben wir leider nicht. Dumpfe Islamophobie halte ich auch in der Tat für deplaziert und die Erlösung des Nahen Ostens vom Islam steht nicht auf meiner Agenda. Was die Geschichtsbetrachtung der letzten 100 Jahre angeht, bin ich weitgehend bei Ihnen.

Marc_Aurel
20. Februar 2017 08:58

Ich möchte noch anfügen, dass der Weg der Identitären beschreiten, mit anderen europäischen patriotischen Gruppen zusammen zu arbeiten, auch wieder die richtige Entscheidung ist. Nehmen wir mal an es gelingt, die jetzigen Verhältnisse zu überwinden, eine patriotische Kraft an die Macht zu bringen und den großen Austausch zu verhindern. Ja, und wie soll es dann weitergehen, welche strategische Ausrichtung soll das Ganze dann haben? Und jetzt schließt sich der Kreis: mit einer ideologischen Grundlage die uns zwangsläufig in Konflikt bringt mit unseren Nachbarn und möglicherweise nach Revanche strebt kommen wir sicher nicht weit, das ist eine Sackgasse.

Eine enge Zusammenarbeit mit anderen patriotischen europäischen Kräften, mit dem Ziel ein Europa der Vaterländer zu schaffen und den EU-Moloch zu überwinden, ist sinnvoller. Das ist ja auch der Grund warum das jetzige System die IB schärfer ins Visier nimmt als Bewegungen die viel weiter rechts stehen bzw. die radikaler sind, weil die IB aussichtsreicher und damit gefährlicher ist und weil man sich die anderen als Feindbild besser eignen.

Denken wir das Ganze weiter: zieht man George Friedman heran um einen Einblick in das strategische Denken der angloamerikanischen Mächte zu gewinnen, so hat Deutschland 2 Probleme: a) seine geographische Lage und seine wirtschaftliche Stärke, die es stets zwingen sich zu entscheiden b) seine wirtschaftliche Ausrichtung, als rohstoffarmer, aber geschickter Endproduktfertiger, der zwingend auf externe Rohstoff- und Absatzmärkte angewiesen ist. Die Strategie der Seemächte basiert also darauf, diese Umstände ausnutzend, Deutschland gegen Osten zu isolieren, um uns zwangsweise an die Seemächte zu binden. Daraus ergibt sich ja ganz klar die Gegenstrategie, basierend auf einem stabilen Europa der Vaterländer, das die künstliche Barriere der Seemächte überwindet, mit dem wir intensiv Handel treiben können, kann man hier die ausgestreckte Hand Russlands ergreifen und sich Richtung Eurasien ein zusätzliches, starkes wirtschaftliches Standbein aufbauen, das bis nach China reichen kann. Ein europäisch-russisches Verteidigungsbündnis macht uns dann auch immun gegen die Bedrohung durch die Seemächte. Das heißt nicht das wir mit den Seemächten zwangsläufig auf Konfrontationskurs gehen müssen oder dass wir keinen Handel mit ihnen treiben sollten, es geht nur um weitergehende Unabhängigkeit von diesen, militärisch, politisch, wirtschaftlich. Wird dies erreicht, können sich die SM auf den Kopf stellen und vor Wut mit den Beinen wackeln, wir haben dann Ruhe vor ihnen.

Aus diesem Blickwinkel heraus ergeben sich auch anknüpfenswerte historische Bezüge, wie etwa die Ära der Befreiungskriege und die Ära Bismarck.

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