Psychokrieg unter Anwesenden

Es ist etwas grundsätzlich Verschiedenes, ob politische Differenzen im Nahebereich ausgetragen werden oder in einer öffentlichen Auseinandersetzung.

Caroline Sommerfeld

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.

Der “Psy­cho­krieg” kann in glei­chem Maßen hart sein, unter Abwe­sen­den folgt er ande­ren Spiel­re­geln als unter Anwesenden.

Poli­ti­sche Geg­ner­schaft trägt sich ja nicht nur in Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tun­gen, Zei­tungs­de­bat­ten, Demons­tra­tio­nen, Par­la­men­ten und Twit­ter­plän­kelei­en zu. In den aller­meis­ten Fäl­len han­delt es sich gar nicht um Kon­fron­ta­tio­nen mit expo­nier­ten Vertretern.

Wer sich poli­tisch an die Öffent­lich­keit wen­det, muß damit rech­nen, auch ange­fein­det, kri­ti­siert, ja, ver­nich­tend kri­ti­siert zu wer­den. Wer nicht öffent­lich expo­niert ist, dem soll­te die­se Rol­le nicht zuge­mu­tet werden.

Han­delt es sich um eine anony­me Öffent­lich­keit wie das Inter­net, darf man nicht so tun, als hand­le es sich um „Inter­ak­ti­on unter Anwe­sen­den“, wie sie schon vor einer Gene­ra­ti­on der Sys­tem­theo­re­ti­ker André Kie­ser­ling beob­ach­te­te. Aus der Ober­schich­ten­se­man­tik des 17. und 18. Jahr­hun­derts, der „Gesel­lig­keit“, habe sich ein Ver­ständ­nis von kon­flikt­re­du­zier­ter Inter­ak­ti­on erge­ben, das aus­blen­det, daß jedes Indi­vi­du­um auch noch ande­re Rol­len spielt als die gera­de gesel­lig aktua­li­sier­te im „Freun­des- und Bekanntenkreis“.

Sowohl Öffent­lich­keit als auch Inti­mi­tät erschei­nen vor dem Hin­ter­grund die­ser Gesel­lig­keits­se­man­tik selt­sam kon­flikt­fern. Die „inter­ak­ti­ons­freie“ Kom­mu­ni­ka­ti­on per Mas­sen­me­di­en erlaubt nun, daß man sich nicht mehr an den Geg­ner wen­det, son­dern „an prä­sum­tiv Unent­schlos­se­ne, und dies in der erklär­ten Absicht, sie in das Sche­ma der Geg­ner­schaft selbst hin­ein­zu­zie­hen“, wofür der Ideo­lo­gie­be­griff die pas­sen­den Zuschrei­bun­gen bereithält.

Auf dem Fel­de der Ideo­lo­gie kann aus­ge­foch­ten wer­den, was in der Inter­ak­ti­on nicht statt­haft ist. Ideo­lo­gie­kri­tik ist sozu­sa­gen Kom­mu­ni­ka­ti­on unter Abwe­sen­den, man adres­siert dort kei­ne frei­en Indi­vi­du­en, son­dern deren „fal­sches Bewußt­sein“, deren Ver­strickt­heit, womög­lich deren Kol­lek­tiv­pa­tho­lo­gien. Wir befin­den uns in einem offe­nen Psy­cho­krieg mit der glo­ba­li­sier­ten Lin­ken, des­sen Akteu­re und Stra­te­gien beschrie­ben wer­den müs­sen, und deren Stra­te­gien sich gegen sie zurück­wen­den lassen.

Der ame­ri­ka­ni­scher Alt­Right­ist Micha­el Trust, auch bekannt unter dem Pseud­onym Anony­mous Con­ser­va­ti­ve, hat ein Lebens­hil­fe­buch geschrie­ben: How To Deal With Nar­cis­sists (als eBook bei Cas­ta­lia House erhält­lich). Dar­in ver­knüpft er die zer­stö­re­ri­schen Ver­hal­tens­wei­sen im kli­ni­schen Sin­ne nar­ziß­tisch gestör­ter Mit­men­schen mit der poli­ti­schen Ver­hal­tens­wei­se der Linken:

Sin­ce nar­cis­sists and lef­tists are all the same, in elu­ci­da­ting the weak­ne­s­ses of the nar­cis­sist, this work will also pro­vi­de stra­te­gies to attack the weak­ne­s­ses of lef­tists, and rea­ders inte­res­ted in free­dom should be awa­re of that.

Trust geht davon aus, daß Nar­ziß­ten die Welt stets mit hyper­sti­mu­lier­ter Amyg­da­la wahr­neh­men. Die­ser soge­nann­te „Man­del­kern“ ist in jedem mensch­li­chen Gehirn dafür zustän­dig, das Angst­er­re­gungs­le­vel zu regeln. Nar­ziß­ten kön­nen nicht anders, als im Modus des Ange­grif­fen­seins ope­rie­ren, ihr Kon­troll­wahn regiert stän­dig in ande­re Per­so­nen hin­ein, sie zim­mern sich ihre fal­sche Rea­li­tät zurecht, um sich zu schützen.

Zwi­schen ihrem zur Schau gestell­ten mora­li­schen Gut­sein und demü­ti­gen­den Angrif­fen liegt nur ein unkal­ku­lier­ba­rer inne­rer Umschal­ter. Nar­ziß­ti­sches Ver­hal­ten äußert sich in emo­tio­na­lem Dau­er­krieg. Wer es mit einem sol­chen Mit­men­schen zu tun hat, lan­det irgend­wann im Wahn­sinn. Auf dem Wege dahin gibt der Nar­zißt sei­nem Gegen­über sub­til oder offen zu ver­ste­hen, die­ser sei die eigent­li­che Quel­le aller Pro­ble­me des Nar­ziß­ten. Trust rät zum fina­len Befrei­ungs­schlag in die­sem Psychokrieg:

The nar­cis­sist is a mir­ror, reflec­ting back the types of beha­vi­or which would most irri­ta­te them.

Man kann jede ein­zel­ne nar­ziß­ti­sche Stra­te­gie umdre­hen und als Waf­fe ver­wen­den, davon han­delt Trusts gan­zes Buch. Ist im Kampf gegen Links jedes psy­cho­tech­ni­sche Mit­tel recht? Recht­fer­tigt die Dimen­si­on, die Uner­träg­lich­keit und die Gefähr­lich­keit ihrer fal­schen Rea­li­tät, wie Trust es aus­drückt, ihre Amyg­dalae zu „über­fal­len“ (amyg­da­la hijack­ing)?

Jared Tay­lor hat in einem Vor­trag im Jah­re 2008 schon fest­ge­hal­ten, daß Lin­ke ratio­na­len Argu­men­ten wenig zugäng­lich sind, sie sei­en viel­mehr Gefan­ge­ne ihrer Emo­tio­nen. Gera­de weil sie glau­ben, Rech­te sei­en böse, müs­sen wir mora­lisch ein­fach bes­ser sein als sie. Wir dür­fen nie auf­ge­bracht und belei­di­gend sein und angrei­fen, wir müs­sen im Gegen­teil ehr­lich, ver­trau­ens­wür­dig und stand­haft sein.

Mei­ne „Eth­no­ma­so­chis­tin“ hat mich durch Patho­lo­gi­sie­ren ange­grif­fen, dies aber nicht als Kriegs­er­klä­rung gemeint, son­dern gedacht, es hand­le sich um die Fort­set­zung der Gesel­lig­keit mit ande­ren Mit­teln. Ich habe zurück­ge­schla­gen, dann die Inter­ak­ti­on unter satis­fak­ti­ons­fä­hi­gen Anwe­sen­den ver­las­sen, um sie in die ideo­lo­gi­sche Are­na der Kom­mu­ni­ka­ti­on unter Abwe­sen­den zu zer­ren. Ich hät­te mora­lisch bes­ser sein sollen.

Freun­de bau­en ihre sehr per­sön­li­chen Inter­ak­tio­nen auf der wech­sel­sei­ti­gen Respek­tie­rung sons­ti­ger sozia­ler Ver­hal­tens­zu­mu­tun­gen auf,

for­mu­lier­te Niklas Luh­mann wei­land. Die „sons­ti­gen sozia­len Ver­hal­tens­zu­mu­tun­gen“ sind freund­schafts­zer­stö­rend gewor­den. Wor­an liegt das? Mei­ne Ver­mu­tung ist, daß der Freund­schafts­be­griff ero­diert. Para­dig­men­wech­sel funk­tio­nie­ren so, daß eine bestimm­te his­to­ri­sche Semantik

[…] teils in Unter­schei­dun­gen die Gegen­be­grif­fe aus­wech­selt, und den Term, auf den es ihr ankommt, kon­stant hält. Teils fusio­niert sie eine Mehr­heit von Unter­schei­dun­gen nur zu einer.

Der poli­ti­sche Code Freund/Feind ent­hält als Posi­tiv­wert „Freund“, und der Code der gesel­li­gen Inter­ak­ti­on ent­hält eben­falls „Freund“, setzt die­sen Wert jedoch gegen den undif­fe­ren­zier­ten Rest der Gesellschaft.

So muß­te es kom­men, daß über „Freund­schaft“ ein Amal­gam codiert wur­de, das poli­ti­sche Zuge­hö­rig­keit zu „uns“ und Inti­mi­tät (im Sin­ne der empha­tisch auf­ge­la­de­nen Freund­schaft seit der Deut­schen Klas­sik und Roman­tik) ver­schmol­zen wur­den. Die Gegen­be­grif­fe wur­den aus­ge­tauscht bzw. fusio­niert, übrig blieb ein ziem­lich stö­rungs­an­fäl­li­ger Freund­schafts­be­griff mit Nei­gung zur Einseitigkeit.

Mit ande­ren Wor­ten: In die­sem Ver­ständ­nis ist ein Freund nur der, der poli­tisch gleich­ge­ar­tet ist. Ist er es nicht, ist er sogleich: Feind. Es gibt noch kei­ne Wei­ter­ent­wick­lung, in der seman­tisch mög­lich ist, was ich von mei­ner poli­ti­schen Geg­ne­rin erwar­tet habe und was ich ihr zuge­mu­tet habe: maxi­ma­le Geg­ner­schaft bei Intimitätserhalt.

„Fri­ends don’t sti­mu­la­te their fri­ends’ amyg­dalae“, befin­det Trust klipp und klar. Das tun nur Nar­ziß­ten, aggres­si­ve Lin­ke und die­je­ni­gen, die gegen sie kämp­fen mit umge­kehr­tem Spieß. Das Gegen­teil des Amyg­dala­über­falls ist: Höf­lich­keit (Gesel­lig­keits­se­man­tik, mit Luh­mann und Kie­ser­ling zu sprechen).

Lin­ke schaf­fen es erstaun­lich oft, unse­ren ele­men­ta­ren Höf­lich­keits­trieb gegen uns zu ver­wen­den, indem sie pro­vo­zie­ren, mob­ben, denun­zie­ren, patho­lo­gi­sie­ren und wei­ter erwar­ten, daß man dafür doch Ver­ständ­nis haben soll. Sie gehen dabei davon aus, daß man mit uns alles machen darf, weil sie Rech­te für vogel­frei erklä­ren, die wech­sel­sei­ti­gen Respekt nicht ver­dient hät­ten. Der poli­ti­sche Feind ist aus­ge­schlos­sen aus den Nor­men der Geselligkeit.

Müs­sen wir unse­re Höf­lich­keit, das tay­lor­sche mora­li­sche Bes­ser­sein, auf­recht­erhal­ten, oder müs­sen wir vol­les Rohr zurück­feu­ern? Trust ist da uner­bitt­lich – wenn man glaubt, mit Gut­sein irgend­et­was aus­zu­rich­ten, pro­ji­ziert man nur sein eige­nes Gut­sein auf den ver­ruch­ten Geg­ner. Den Kampf gegen Links als Psy­cho­krieg auf­zu­neh­men, macht uns im schlimms­ten Fal­le gemein mit lin­ken Metho­den, ihn aber nicht auf­zu­neh­men, bedeu­tet im Zwei­fels­fall, ihn zu ver­lie­ren. Die Inter­ak­ti­on unter Anwe­sen­den hält das alles nicht aus.

Caroline Sommerfeld

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.

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Kommentare (10)

Gotlandfahrer

28. März 2017 19:00

 In einer österreichischen Arztpraxis hing letztens eine Vortragsankündigung:

'Kränkung als Ursache von Destruktivität'.

Ohne den Vortrag gehört zu haben entnahm ich dem Titel bereits eine hervorragende Erklärung für die assymmetrische Diskursführung Linker und finde diese im obigen Artikel voll bestätigt: Es ist bei vielen Linken (nicht bei allen, nicht bei denen, die das Gefälle bewusst für sich nutzen) der Mangel an tieferem Selbstbewußtsein, der sie zu seelischen Anpassungspygmäen macht. Aus dem Wissen um die so errungene soziale Anerkennung schöpfen sie Selbstbewusstsein auf einer oberflächlichen Ebene, das ihnen aber nicht hilft, in sich selbst zu verwurzeln.

Dieser Befung trifft dabei auch auf hochintelligente, sonst aufs Äußerste um Rationalität Bemühte zu (was im Grunde erneut nur ein Zeichen ihrer Unsicherheit ist, denn sich stets nur ein Urteil zuzutrauen, wenn jede theoretische Unwägbarkeit beseitigt ist, spricht nicht für einen selbstbewussten Geist).

Das Erschreckende daran ist, dass mit Worten der seelisch geschwächten Mehrheit unseres Volkes nicht beizukommen ist. Es bleiben nur Auftritt und Tat, die diesen Geschöpfen zeigen, dass wir es sind, die die Sicherheit bieten und verkörpern, nach der sie sich sehnen. 

marodeur

28. März 2017 19:26

Ein kluger und besonnener Beitrag Fr. Sommerfeld.

"Sie gehen dabei davon aus, daß man mit uns alles machen darf, weil sie Rechte für vogelfrei erklären, die wechselseitigen Respekt nicht verdient hätten."

Das ist der springende Punkt. Eine offene Konfrontation unter Anwesenden führt sofort in eine Situation, auf die der Gesprächspartner jahrelang vorbereitet wurde. Jetzt muss nämlich "Zivilicourage" bzw. "Haltung" gezeigt werden. Das heißt konkret, dass der ertappte Rechte sozial und argumentativ zu lynchen ist. Die vermeintliche Debatte ähnelt dann eher einer hochnotpeinlichen Befragung. Im ersten Schritt gilt es herauszufinden, in wie weit der Angeklagte bereits in den rechten Sumpf abgerutscht ist. Die Emotionalität entsteht teils durch echtes Entsetzen über das tatsächliche Ausmaß der Verstrickung und gleichzeitig durch Angst, man könnte die Kontrolle über den richtigen Ablauf des Verfahrens verlieren. Anschließend sind die Instrumente zur Läuterung einzusetzen. Schwört Caroline ab? Zeigt sie Reue. Schlussendlich muss die soziale Beziehung beendet werden. Im linken Freundeskreis ist die Situtation noch mal aufzuarbeiten. Man hat sich bewährt  - "Kante gezeigt". Man ist erschüttert, dass Caroline so abgedriftet ist. Es mußte leider sein.

Ich verstehe die echte Trauer über den Verlust der Freundschaft und den Ärger über mögliche taktische Fehler. In Teil 1 hatten wir schon festgehalten, dass guter Rat teuer ist. Mein Tipp gilt weiterhin. Das Tribunal übersteht man aus meiner Sicht nur dann ohne Bruch, wenn man an realistischen Zielen arbeitet. In erster Linie muß der Gesprächspartner dazu gebracht werden, abweichende Meinungen überhaupt erst mal zu akzeptieren. Dazu sollte man Brücken bauen bzw. Verständnis und Interesse entwickeln für die abstrusesten Standpunkte, aber auch deutlich sagen, dass man komplett andere Werte hat. Bestenfalls geht man dann als exotischer Kautz durch, ala "Ich kenne jetzt auch mal einen Rechten - weiß noch nicht, was ich davon halten soll".

Fanatische Linke wird es immer geben. Missionieren kann nicht unser Ziel sein. Unsägliches wieder in den breiten gesellschaftlichen Diskurs zu bringen, das muss Prio 1 sein. 

Ein gebürtiger Hesse

28. März 2017 19:43

Extrem toller letzter Absatz, der in punkto Tapferkeit vor dem Freund einen jeden, der Leuten wie uns Gefühlskälte & co. vorwirft, längs hinschlagen lassen sollte. Denn er müßte erkennen: SO geht Differenzierung und Redlichkeit.

Betreffs "maximale Gegnerschaft bei Intimitätserhalt": kriegt man das nicht immer wieder hin, ohne daß es NUR EIN Bild ergibt? Es haben so viele Dinge in einem Platz, die widersprüchlich nur im akademischen Sinne sind. Die Ambivalenzen, mit denen man im Stillen zu leben gelernt hat, nach außen zu geben und zu rechtfertigen - darin liegt die Schwierigkeit. Solange man das nicht hinbekommt, muß man es vielleicht auch nicht thematisieren und damit zuspitzen. Denn wer braucht eine einzige Warte, wenn er zu zweien fähig ist?

Utz

28. März 2017 20:23

Caroline Sommerfeld schrieb:

Müssen wir unsere Höflichkeit, das taylorsche moralische Bessersein, aufrechterhalten, oder müssen wir volles Rohr zurückfeuern? Trust ist da unerbittlich – wenn man glaubt, mit Gutsein irgendetwas auszurichten, projiziert man nur sein eigenes Gutsein auf den verruchten Gegner. Den Kampf gegen Links als Psychokrieg aufzunehmen, macht uns im schlimmsten Falle gemein mit linken Methoden, ihn aber nicht aufzunehmen, bedeutet im Zweifelsfall, ihn zu verlieren.

Heißt "Höflichkeit bewahren" und "moralisch gut sein" gleichzeitig auch lahm und untätig sein? Heißt das "rechte Wange hinhalten"? Wir müssen kämpfen mit all unseren Mitteln, aber wir müssen deshalb doch nicht blöde werden wie die Antifa.

Psychokrieg? Ja, warum nicht? Muß man, nur weil man sich mit Psychologie auskennt, perfide sein? Nein! Es gilt doch auch hier: wenn man massiv angegriffen wird, muß man sich intelligent wehren. Was mir nicht gefällt, ist diese psychologische Diagnostiziererei an der Linken. Es ist noch gar nicht so lange her, daß eine Untersuchung "herausgefunden" hat, daß die Rechten hauptsächlich von Angst regiert würden. Wir sollten nicht dasselbe machen. So wie wir das als plumpen Angriff entschlüsseln können, gelingt das den intelligenteren unserer Gegner auch. Es gibt bessere Methoden.

Sven Jacobsen

28. März 2017 21:24

Mein intellektueller Beitrag in der Sache ist arg bescheiden: Offensichtlich wird diese Internetpräsenz von erstaunlich vielen Menschen gelesen und Ihre Entschuldigung, Frau Dr. Sommerfeld, wird zumindest zur Kenntnis genommen.

AlbertZ

28. März 2017 21:51

Der Titel "Die Ethnomasochistin" ließ mich mehr auf ein sado-masochistisches Schema schließen. Das Schema projizieren diese Personen auf ihre Umwelt. Sie versuchen die erlittene Mißhandlung durch Selbst-Tuen oder neues Erleiden zu kompensieren.

Es wäre jetzt schade, wenn sie sich durch diese Projektion zu einer Bedienung derselben hätten hinreißen lassen. Trotzdem wäre das menschlich, denn sie können nicht jede Projektion erkennen, und das Gegenüber hat genauso Verantwortung, seine Projektion zurückzunehmen und kenntlich zu machen.

Dieter

28. März 2017 22:02

https://www.youtube.com/watch?v=rUmTpkww7MY

Und was schützt mich davor, dass mein Mandelkern von sowas hier gehijackt wird?

Schneekette

28. März 2017 23:03

Auf den Wirkmechanismus habe ich bereits hier hingewiesen:

https://sezession.de/57086/

@marodeur ist zuzustimmen, dass der inquisitorische Bruch für diese Personen sehr lustvoll sein wird. Ergo kann es gar keine taktische Fehler gegeben haben. Im Gegenteil: Kein Verlust, sondern Befreiung. Immer Befreiung.

Und was werden diese Personen mitluafen, falls sich die Zeichen wider erwarten noch einmal ändern sollten. Und was wird es mich ekeln. WIR werden unsere Gegner dann nicht verfolgen, wie sie es jetzt mit uns tun. DIESE Personen, zu uns dann überlaufen, schon. Darauf wird zu achten sein.

Falls sich die Dinge aber nicht ändern sollten, nun, dann ist eh alles Wurscht. Ich gebe zu, Befriedigung darin zu finden, dass für die meisten der Hansjürgens und Utes dann kein Platz in den gated communities sein wird, die unweigerlich die Zukunft sein werden. Mögen sie lange leben um es zu erleben.

quarz

29. März 2017 00:41

Eine Krankheit unserer Zeit: zu leichtfertiges Beleidigtsein. Mir fällt eine Szene aus Woods Russell-Biografie ein, die vermittelt, wie souverän mitunter die Trennung von Freundschaft und Sachdialog gehandhabt wird.

"Wittgenstein mit seinem ausgeprägten teutonischen Ernst fand Russell und Moore mitunter ganz unbegreiflich. Als sie einmal alle zusammen Kaffee tranken und sich unterhielten, wandte sich Russell plötzlich zu Moore und sagte: 'Nicht wahr, Moore, Sie haben mich nicht gern?' Moore dachte gründlich nach und sagte dann: 'Nein'. Sie plauderten weiter über andere Sachen und Wittgenstein war völlig verblüfft und entrüstet, wie Moore und Russell sich trotzdem suchen und gern zusammen sein konnten. Dieser kleine Zwischenfall war typisch für alle drei Männer."

Sarotti-Mohr

29. März 2017 01:03

@Caroline Sommerfeld: "Die "Ethnomasochistin" hat den Kontakt abgebrochen."

... demnach liest die 'Ethnomasochistin' hier auf SiN mit.

@Caroline Sommerfeld: Meine „Ethnomasochistin“ hat mich durch Pathologisieren angegriffen, dies aber nicht als Kriegserklärung gemeint, sondern gedacht, es handle sich um die Fortsetzung der Geselligkeit mit anderen Mitteln.

Auf die Fortsetzung dererlei Art von Geselligkeit sollte es sich leichten Herzens verzichten lassen.

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