Neue Slowenische Kunst (NSK)

PDF der Druckfassung aus Sezession 62 / Oktober 2014

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek leitet den Verlag Antaios

Die Indus­tri­al-Band Lai­bach (sie trägt den deut­schen Namen der slo­we­ni­schen Stadt Ljublja­na) war in den 1980er Jah­ren des vori­gen Jahr­hun­derts unter Rech­ten ein Geheim­tip, zur Wen­de­zeit Kult, und immer schon ist der Name der Band so etwas wie ein Code-Wort dafür, daß man sich mit meta­po­li­ti­schen Ansät­zen aus­ken­ne und den Sub­text unter der pop­kul­tu­rel­len Oberflä­che zu dechif­frie­ren ver­ste­he. Denn Lai­bach war und ist Teil des Künst­ler­kol­lek­tivs Neue Slo­we­ni­sche Kunst (NSK), und die­ses Pro­jekt wie­der­um basiert auf einer kom­ple­xen, nur schwer nach­voll­zieh­ba­ren Theorie.

Die Neue Slo­we­ni­sche Kunst bil­de­te sich 1984 aus dem Zusam­men­schluß der Ein­zel­grup­pen Lai­bach (Musik), Irwin (Bil­den­de Kunst), Noor­dung (Thea­ter) und der Desi­gner­grup­pe Novi Kolek­ti­vi­zem. Die­se vier Pro­jek­te waren kurz zuvor in einer Pha­se ent­stan­den, in der slo­we­ni­sche Künst­ler, Intel­lek­tu­el­le und Phi­lo­so­phen Dis­kus­sio­nen über das poli­ti­sche Sys­tem des jugo­sla­wi­schen Viel­völ­ker­staa­tes und die Ideo­lo­gie des Sozia­lis­mus anstie­ßen. Der Dis­kurs ziel­te auf die Befrei­ung des Indi­vi­du­ums aus den Klau­en des Macht­staa­tes und der sozia­lis­tisch for­mier­ten Mas­se. Die avant­gar­dis­ti­schen Strö­mun­gen aus dem Beginn des Jahr­hun­derts und die Punk-Bewe­gung des Wes­tens und post­mo­der­ne Theo­rien waren die ent­schei­den­den Bezugs­grö­ßen. Von die­ser slo­we­ni­schen Alter­na­tiv­kul­tur setz­te sich Lai­bach jedoch sogleich in einem Mani­fest ab, das die eige­ne Arbeit bewußt in den Dienst des Staa­tes stell­te und zu einer »Über­iden­ti­f­zie­rung« mit der Ideo­lo­gie und ihrer mani­pu­la­ti­ven Macht aufrief.

Dazu gehör­te es, sich selbst als je ein­zel­nen Künst­ler, Musi­ker, Schau­spie­ler oder Autor zurück­zu­neh­men und im Kol­lek­tiv – frei vom Wunsch, ori­gi­nell zu sein – eine Art selbst­auf­er­leg­ten Diens­tes zu erfül­len und das Plan­soll der staat­lich geför­der­ten Kunst über­zu­er­fül­len. Für das Ver­ständ­nis wich­tig ist dabei, daß es sich bei der »Über­iden­ti­f­kat­i­on« nicht um eine »kri­ti­sche Distanz« han­del­te, son­dern um eine Art uner­wünsch­ten Über­ei­fers – jedoch ohne des­sen Nai­vi­tät. Denn: »Wer mate­ri­el­le Macht hat, hat geis­ti­ge Macht, und jede Kunst ist poli­ti­scher Mani­pu­la­ti­on unter­wor­fen, außer der­je­ni­gen, die die Spra­che eben die­ser Mani­pu­la­ti­on spricht.«

Dies wur­de mit einer Metho­de umge­setzt, für die die NSK den Begriff eines »orga­ni­schen Eklek­ti­zis­mus« präg­te: Slo­we­ni­en sei als kon­kre­tes Gebil­de viel zu klein, um eine eigen­stän­di­ge, also nur-slo­we­ni­sche Kunst aus­bil­den zu kön­nen. In einem Text aus dem Jahr 1992 stell­te Irwin (das Kol­lek­tiv der bil­den­den Künst­ler in der NSK) das »Zusam­men­tref­fen der ger­ma­ni­schen und sla­wi­schen Kul­tu­ren« als cha­rak­te­ris­ti­sches Moment der slo­we­ni­schen Kul­tur her­aus und gab einen ent­schei­den­den, psy­cho­ana­ly­ti­schen Hin­weis: »Die viel­fa­che Ver­wen­dung der deut­schen Spra­che und deut­scher Bezeich­nun­gen in den Arbei­ten der NSK ist auf die spe­zi­fi­sche evo­ka­ti­ve Qua­li­tät die­ser Spra­che zurück­zu­füh­ren, die auf Nicht-Mut­ter­sprach­ler ent­schie­den, abge­hackt, domi­nie­rend und beängs­ti­gend wirkt und auto­ma­tisch tief in der Geschich­te und im Unter­be­wuß­ten ver­an­ker­te Trau­ma­ta akti­viert. Mit der Akti­vie­rung des ger­ma­ni­schen Trau­mas wird auch der undif­fe­ren­zier­te, uniden­ti­f­zier­te, pas­si­ve und mit Alp­träu­men gefüll­te Traum des Sla­wen­tums aktiviert.«

Die deut­sche Namens­ge­bun­gen NSK, Lai­bach oder auch Noor­dung bekom­men vor die­sem Hin­ter­grund einen tie­fe­ren Sinn, und man muß der­lei an den Theo­rien des slo­we­ni­schen Phi­lo­so­phen Sla­voj Žižek geschul­te Äuße­run­gen als den exis­ten­ti­el­len und sehr erns­ten Ver­such der Neu­en Slo­we­ni­schen Kunst wer­ten, der eige­nen Her­kunft nicht nur nicht zu ent­kom­men, son­dern die Gewich­te von einer auto­no­men Kunst in die Rich­tung einer zeit­ge­mä­ßen Hei­mat­kunst zu ver­schie­ben. Die­se Ver­schie­bung liegt in der Logik der NSK, sich selbst zurück­zu­neh­men und sozu­sa­gen par­al­lel zu den staat­li­chen Struk­tu­ren eben­die­se Struk­tu­ren auf ent­lar­vend glän­zen­de Wei­se zu bedie­nen und die Zeit und den Raum der his­to­ri­schen Situa­ti­on abzu­bil­den. Irwin, wie­der­um 1992: »Domi­niert die Hei­mat, so ist der Künst­ler das Medi­um, durch wel­ches sich das Vater­land repräsentiert.«

Drei Haupt­kri­te­ri­en also kenn­zeich­nen die Arbei­ten: ein pro­gram­ma­ti­scher Eklek­ti­zis­mus, das Pri­mat der Grup­pen­iden­ti­tät vor der per­sön­li­chen Iden­ti­tät und die erwähn­te Affrma­ti­on des Loka­len und des Natio­na­len. Die Kol­lek­ti­ve der NSK grif­fen (und grei­fen bis heu­te) nach Ver­satz­stü­cken aus dem rei­chen Fun­dus der euro­päi­schen Avant­gar­den, der Folk­lo­re des deutsch­spra­chi­gen Rau­mes, der Sys­tem­kunst tota­li­tä­rer Staa­ten und der Form­spra­che der öst­li­chen Ortho­do­xie. Sie beleg­ten durch die Kom­bi­na­ti­on die­ser Erb­stü­cke, daß kein Kunst­werk (sei es abs­trakt, sei es ideo­lo­gisch, sei es auto­nom) ohne einen Sitz in einer kon­kre­ten his­to­ri­schen Situa­ti­on (die­ser Kom­bi­na­ti­on aus Raum und Zeit) aus­kom­me, son­dern viel­mehr von dort­her stets in Anspruch genom­men werde. 

Dies nicht wahr­ha­ben zu wol­len, füh­re nach­ge­ra­de zu einer Schi­zo­phre­nie im Umgang mit den künst­le­ri­schen Vor­stö­ßen aus dem Beginn des 20. Jahr­hun­derts. So fand die Ver­wei­ge­rung des kri­ti­schen Blicks auf die eige­ne Kunst­ge­schich­te im West­teil Deutsch­lands ihren fol­ge­rich­ti­gen Gegen­pol in der Fixie­rung auf die inter­na­tio­na­le Abs­trak­ti­on. In der vor­geb­lich apo­li­ti­schen, kris­tal­li­nen Rein­heit abs­trak­ter Kunst erhol­te sich die Künst­ler­gil­de für Jahr­zehn­te von der pro­pa­gan­dis­ti­schen Eng­füh­rung der Zeit davor und such­te den erneu­ten Anschluß an die ver­meint­lich unschul­di­ge, poli­tisch kor­rek­te Früh­zeit der deut­schen Moder­ne, die mitt­ler­wei­le zu einer inter­na­tio­na­len gewor­den war.

Daß etli­che Künst­ler nun zu Werk­zeu­gen des Kal­ten Krie­ges gewor­den waren und spä­ter zu sol­chen einer lin­ken Revo­lu­ti­on, ver­dräng­ten sie eben­so wie die poli­ti­schen Unter­tö­ne und das pro­ble­ma­ti­sche Sen­dungs­be­wußt­sein eben­je­ner ers­ten Moder­ne von 1900 bis 1920: Die Avant­gar­den hat­ten sich tat­säch­lich in nicht uner­heb­li­chem Umfang den natio­na­len oder den inter­na­tio­na­len tota­li­tä­ren Uto­pien ange­nä­hert, deren Ver­su­che einer Mas­sen­for­mie­rung grund­sätz­lich in eine Mas­sen­ver­nich­tung mün­de­ten. Die NSK ver­such­te im Gegen­satz zu ande­ren Künst­lern oder Kunst­theo­re­ti­kern gera­de nicht, die­se fata­le Kom­pli­zen­schaft zwi­schen künst­le­ri­scher und poli­ti­scher Uto­pie zu leug­nen oder aus­zu­blen­den. Sie ziel­te auch nicht mit­tels Iro­nie,  Par­odie oder Sati­re auf die Über­win­dung die­ser Par­al­le­li­tät ab. Sie ver­mit­tel­te viel­mehr mit künst­le­ri­schem Ernst und gro­ßem Ver­ant­wor­tungs­be­wußt­sein, daß die Sehn­sucht nach dem Kol­lek­tiv, nach dem Tota­len, nach den ver­bin­den­den und ver­bind­li­chen Zei­chen nie­mals über­wun­den wer­den kön­ne, son­dern allen­falls gehegt.

Der Name für die Kunst, die aus die­sen Über­le­gun­gen ent­ste­hen muß­te, ist »Retro­avant­gar­de«. Die NSK hat mit die­sem Begriff gespielt und ihn zu »Retro­prin­zip« oder »Retro­gar­de« abge­wan­delt, aber den Inhalts­kern nicht vari­iert: Retro­avant­gar­dis­tisch zu arbei­ten bedeu­tet, in das Arse­nal des wirk­mäch­ti­gen, avant­gar­dis­ti­schen Erbes zurück­zu­grei­fen, Tabui­sie­run­gen auf­zu­he­beln und der Sehn­sucht nach dem gro­ßen Gan­zen einen Aus­druck zu geben. Daß dies kei­ne For­de­rung nach einer poli­ti­schen Umset­zung sei, hat die NSK aus­drück­lich zu erklä­ren nie für nötig befun­den. Daß der­lei aber stets gesche­hen kön­ne, hat sie von Anfang an behaup­tet, und dies ist der denk­bar größ­te Gegen­satz zu jenen »auto­no­men« Künst­lern, die sich zwar for­mal aus dem avant­gar­dis­ti­schen Erbe bedie­nen, nie jedoch nach dem see­li­schen und poli­ti­schen Dyna­mit fra­gen, das in die­ser Kunst steckt.

Daß die­se Theo­rie sub­ver­siv war und zur Demas­kie­rung des Sys­tems füh­ren konn­te, ver­deut­licht der ers­te gro­ße Skan­dal, den die NSK insze­nier­te. Die Desi­gner­grup­pe Novi Kolek­ti­vi­zem reich­te zum Pla­kat­wett­be­werb für den »Tag der Jugend« 1987 eine Arbeit ein, deren Grund­la­ge, Richard Kleins »Alle­go­rie des Hel­den­tums« aus dem Jahr 1936, sie nur leicht an die jugo­sla­wi­sche Sym­bol­spra­che ange­paßt hat­te. Der »Bund der sozia­lis­ti­schen Jugend Jugo­sla­wi­ens« sprach die­ser Arbeit den ers­ten Platz zu. Zwei Tage spä­ter ver­öf­fent­lich­te eine Zeit­schrift die lan­cier­te Ori­gi­nal­vor­la­ge aus dem Drit­ten Reich. Der Skan­dal führ­te letzt­lich zur Abschaf­fung des Tages der Jugend, der immer­hin zum Geden­ken an Tito ein­ge­führt wor­den war.

Es ist in die­sem einen Pro­jekt der Ansatz der NSK gebün­delt vor­han­den: Über das Mit­tel der Kunst wur­de die ideo­lo­gi­sche Nähe des jugo­sla­wi­schen zum natio­na­len Sozia­lis­mus in Deutsch­land frei­ge­legt. Die NSK kri­ti­sier­te dies kei­nes­wegs, sie kri­ti­sier­te nur die Staats­dok­trin, als anti­fa­schis­ti­sches Sys­tem selbst in Fra­gen der Mas­sen­for­mie­rung jede Par­al­le­le zu den faschis­ti­schen, mit ähn­li­chen Mit­teln sehr erfolg­rei­chen tota­li­tä­ren Sys­te­men zu leug­nen. Damit stand – um es im Sin­ne des Künst­ler­kol­lek­tivs aus­zu­drü­cken – eine Fra­ge im Raum, kei­nes­falls jedoch eine Ant­wort. Die­se Fra­ge rich­te­te sich an jeden, der für die Auto­no­mie der Kunst plä­dier­te und ihren mög­li­chen Einfluß auf die Macht, ihre Mani­pu­lier­bar­keit durch die Ideo­lo­gie und ihre wohl­ge­nähr­te Exis­tenz im Diens­te des Staa­tes nicht wahr­ha­ben wollte.

Es ist frei­lich immer frag­wür­dig, die Bedeu­tung der Kunst aus ihrer Wirk­sam­keit her­aus zu beur­tei­len. Aber auch zu die­sem Sach­ver­halt hat sich die NSK sehr direkt geäu­ßert: Die Kunst sei in der spe­zif­schen his­to­ri­schen Situa­ti­on (im sozia­lis­ti­schen, gesamt­staat­lich ein­ge­sperr­ten, jedoch erwa­chen­den Slo­we­ni­en) »gebo­ten« gewe­sen, »weil es ein Publi­kum gab, das sie zum Über­le­ben brauch­te – zum spi­ri­tu­el­len, geis­ti­gen, intel­lek­tu­el­len Über­le­ben. Es gab einen Bedarf an Kunst.« Was da in einem Inter­view aus dem Jahr 2000 gesagt wur­de, klingt wahl­wei­se ein wenig weh­mü­tig oder sogar kul­tur­kri­tisch, ist aber gedeckt durch die Erfah­rung, die die NSK in den frü­hen neun­zi­ger Jah­ren und inner­halb der neu­en Mög­lich­kei­ten nach der Wen­de machen muß­te. Man weiß instink­tiv, was mit die­sen ent­täusch­ten Erwar­tun­gen gemeint ist: Die Rele­vanz der Kunst geht ver­lo­ren, wo sie zum Schweiß­tuch für die Bür­ger (Nietz­sche) wird, zum Spe­ku­la­ti­ons­ob­jekt gar – wäh­rend ihr das see­lisch und exis­ten­ti­ell aus­ge­hun­ger­te Publi­kum abhan­den­kommt. Wie sehr die NSK sich an die eige­ne Nati­on und die Hei­mat gebun­den sah, zeig­te sich just in die­sen frü­hen neun­zi­ger Jah­ren. Die Bedro­hung für das Kol­lek­tiv kam aus zwei Rich­tun­gen: Man war sich zum einen der Gefahr der Auflö­sung durch die neue, ins Inter­na­tio­na­le wei­sen­den Frei­heit bewußt.

Zum ande­ren brach­te das Schick­sal der bos­ni­schen Teil­re­pu­blik nur den Künst­lern zum Bewußt­sein, inwie­fern der Staat als eine schüt­zen­de Insti­tu­ti­on in der ver­meint­lich gren­zen­lo­sen Welt von­nö­ten blieb. Es ist bezeich­nend, daß es die NSK war, die die­se Renais­sance der Kern­kom­pe­ten­zen des Staa­tes nicht aus welt­an­schau­li­chen Grün­den über­sah (wie sovie­le lin­ke »avant­gar­dis­ti­sche« Grup­pen), son­dern eine wie­der­um künst­le­ri­sche Ant­wort auf die Her­aus­for­de­rung durch den jugo­sla­wi­schen Bür­ger­krieg fand: Man grün­de­te den »NSK-Staat in der Zeit« und ent­ging durch die­se nicht an einen Ort gebun­de­ne Simu­la­ti­on eines ber­gen­den und hegen­den Staa­tes zugleich der Gefahr einer Auflö­sung des Kol­lek­tivs. Legen­där sind die Ein­rich­tung einer Bot­schaft in einer Mos­kau­er Pri­vat­woh­nung für die Dau­er eines Monats, die Rekru­tie­rung von Sol­da­ten aus Kroa­ti­en, Alba­ni­en, Öster­reich, Tsche­chi­en und wei­te­ren Natio­nen in die NSK-Streit­kräf­te für die Dau­er einer Pho­to­gra­phie oder das Aus­stel­len von Per­so­nal­aus­wei­sen, die welt­weit bean­tragt wer­den konnten. 

Spä­tes­tens in dem Moment, als nach der Jahr­tau­send­wen­de eine gro­ße Zahl Nige­ria­ner den Paß des NSK-Staa­tes bean­trag­te und ihrer Hoff­nung Aus­druck gab, mit die­sem Doku­ment nach Slo­we­ni­en oder in die EU ein­rei­sen zu dür­fen, griff die Kunst in die poli­ti­sche Rea­li­tät über. In der Ana­ly­se des Vor­gangs zeig­te sich, daß den meis­ten Antrag­stel­lern der sym­bo­li­sche Cha­rak­ter der Akti­on klar­ge­we­sen war, daß sie aber wie­der­um sym­bo­lisch ihrer Hoff­nung auf ein bes­se­res Leben Aus­druck hät­ten ver­lei­hen wollen.

Es läßt sich für das eige­ne Ver­hält­nis zur deut­schen Gegen­wart und für ein ange­mes­se­nes Ver­hal­ten in ihr aus den Ver­fah­rens­wei­sen der NSK eini­ges ler­nen. Der Kern ist dabei der Spa­gat zwi­schen einer Wür­di­gung des Staa­tes in sei­ner ord­nen­den, hegen­den Funk­ti­on für das Volk auf der einen und der Ent­lar­vung sei­nes ver­lo­ge­nen Selbst­bil­des und sei­ner mani­pu­la­ti­ven Spra­che auf der ande­ren Sei­te. Die Nach­ah­mung kann eben­so ori­gi­nell sein wie das Ori­gi­nal selbst, auch das hat die NSK vor­ge­macht.

Wenn wir nun – um es ein­mal her­un­ter­zu­bre­chen – die Schwie­rig­keit ernst näh­men, im öffent­li­chen Raum mit kon­ser­va­ti­ven, rech­ten Pro­jek­ten prä­sent zu sein (man den­ke nur an das Dra­ma um die Suche nach Vor­trags- oder Aus­stel­lungs­räu­men in Ber­lin und anders­wo), könn­ten wir auf­hö­ren, mit dem Kopf durch die Wand zu wol­len und das immer­glei­che Spiel von Anmie­tung und Kün­di­gung mit­zu­spie­len. Wir könn­ten viel­mehr im Sin­ne das NSK-Staa­tes eine Par­al­lel­struk­tur auf­bau­en und über das gan­ze Land ver­teilt Pri­vat­leu­te zu gewin­nen suchen, die ihre Woh­nun­gen für Vor­trä­ge, Dis­kus­sio­nen und Aus­stel­lun­gen zur Ver­fü­gung stell­ten, unter einem etwas über­eif­ri­gen Mot­to viel­leicht. Ist es nicht so, daß die­ses Netz die Trä­ger der Kno­ten­punk­te sogar eupho­risch machen könn­te, geis­tig und poli­tisch eupho­risch, wenigs­tens für den Dau­er der Aktion?

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek leitet den Verlag Antaios

Nichts schreibt sich
von allein!

Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintellektuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren. Wenn Sie diesen Federn Zeit und Ruhe verschaffen möchten, können Sie das mit einem Betrag Ihrer Wahl tun.

Sezession
DE58 8005 3762 1894 1405 98
NOLADE21HAL

Kommentare (0)

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.