19. Juni 2017

Preußentum und Kapitalismus

von Felix Menzel / 20 Kommentare

Warum sehen die Deutschen gleichgültig dabei zu, wie die Bundesregierung jedes Jahr noch ein paar Milliarden Euro mehr für Rentner, Asylbewerber, Energiewende, EU und Co. ausgibt?

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

Wissen sie es vielleicht nicht, obwohl sich die Fakten (z.B. hier und hier) mit ein paar Klicks in Erfahrung bringen lassen? Oder liegt es an unserer Mentalität, daß wir bereit dazu sind, jedem Staat kritiklos zu dienen?

Fakt ist: Die Deutschen arbeiten so zahlreich und viel wie nie zuvor. Wolfgang Schäuble erhält dadurch Rekordeinnahmen und müßte eigentlich in Form einer Steuersenkung für die Mittelschicht „Danke“ sagen. Eine Mehrheit der Experten und die bürgerlichen Parteien fordern auch genau dies, streben aber nur kosmetische Änderungen an.

Eine Neuordnung der Beziehung zwischen Bürger und Staat schreibt sich dagegen niemand offensiv auf die Fahnen. Zu groß ist die Gefahr, dann als „neoliberal“ und „gefühlskalt“ abgestempelt zu werden, denn das deutsche Volk wünscht sich vermutlich gerade die Betreuung, Entscheidungsabnahme und Entlastung, die von der Bundesrepublik perfektioniert wurde.

Oswald Spengler lag 1919 also richtig, als er in Preußentum und Sozialismus feststellte:

Auch im Politischen gibt es keine Wahl; jede Kultur und jedes einzelne Volk einer Kultur führt seine Geschäfte und erfüllt sein Schicksal in Formen, die mit ihm geboren und die dem Wesen nach unveränderlich sind.

Und so ist der „Traumberuf“ (FAZ) des heutigen Studenten eben immer noch, nach dem Abschluß Beamter zu werden, um am großen Ganzen mitwirken zu können.

Nur aufgrund ihres preußischen Instinktes wählen die Deutschen auch weiter beharrlich Angela Merkel. Sie nehmen die Bundeskanzlerin als eine Organisatorin wahr, die par excellence jene Eigenschaften verkörpert, die uns seit Jahrhunderten als wesenseigen bekannt sind. „Wir schaffen das“ war dafür der perfekte Slogan. Er vereint praktischen Sinn mit Bodenständigkeit und macht deutlich, daß uns nur ein autoritativer Sozialismus an das Ziel bringen kann, das wir erreichen sollen.

Ob dies sinnvoll ist, fragt der antirevolutionäre, pflichtbewußte Deutsche nicht, weil er die Verwandlung der eigenen Elite verdrängt, um an die Richtigkeit des preußischen Organisationsprinzips wie bisher glauben zu können. In Sprechen wir über Preußen. Die Geschichte der armen Leute (1981) behauptet Joachim Fernau ziemlich am Schluß, wo er das Ende des real existierenden Preußens und den Übergang hin zum preußischen Stil, der subkutan wirkt, schildert:

Die Habenichtse waren preußisch, die Habeviel waren deutsch. Das scheint ein soziologisches Gesetz zu sein. Der arme Bayer ist nichts als Bayer, der reiche ist deutsch. Der bescheidene Deutsche ist deutsch, der reiche ist Europäer. Der superreiche Europäer ist nicht mehr Europäer, er ist Weltbürger. Die Geschichte Preußens ist aber die Geschichte der armen Leute. Die, die reich wurden, waren keine Preußen mehr.

Begriffen haben das die preußischen Deutschen bis heute nicht. Sie sind deshalb beim „Sozialismus als Lebensform“ stehengeblieben, haben jedoch das darin enthaltene „unendlich Starke und Freie“, von dem Spengler schwärmte, verloren. Obwohl die Deutschen inzwischen natürlich auch etwas von der Maximierungslogik des englischen Liberalismus übernommen haben, finden sie sich dennoch weiterhin unterbewußt damit ab, daß es nicht nur Profiteure geben kann, sondern vielmehr die Masse dienen muß, damit die Elite den Fortschritt verwirklichen kann.

Unter dem Vorzeichen der Moderne, die mit der Französischen Revolution und Industrialisierung anbrach, bedeutet dies allerdings, gerade den Wirtschafts- und Parteiführern zu folgen, die zugunsten einer globalen Orientierung aufgehört haben, preußisch zu sein.

Am prägnantesten hat dies Wilhelm Röpke 1945 in seinen „Betrachtungen eines Nationalökonomen über das Deutschlandproblem“ herausgearbeitet, die in der Aufsatzsammlung Marktwirtschaft ist nicht genug abgedruckt sind. Er skizziert darin, wie sich das Preußentum im 19. Jahrhundert mit dem Liberalismus der Großkapitalisten vermischte. Herausgekommen sei dabei ein „Monopolkapitalismus“ mit einer „neupreußischen Wirtschaftspolitik“.

Und diese Wirtschaftspolitik war als eine stark interventionistisch-subventionistisch-monopolistische so beschaffen, daß der wirtschaftliche Erfolg des einzelnen mehr und mehr davon abhing, ob er in Berlin die richtigen Fäden zu ziehen wußte oder nicht.

Ohne Zweifel war dieses Wirtschaftssystem gerade zu Zeiten des Kaiserreichs äußerst erfolgreich und sorgt noch heute dafür, daß Deutschland in der Weltwirtschaft so gut funktioniert wie kaum ein zweiter Staat dieser Größenordnung. Der gestiegene Volkswohlstand erlaubt es sogar, die Bürger viel effizienter zu disziplinieren und auszunehmen als jemals zuvor.

Während unter dem Soldatenkönig die ansonsten braven Untertanen begannen, die Steuern zu hinterziehen, als sie die Hälfte des Tages für den Staat schuften mußten, stellt dies für den aufgeklärten Bundesbürger kein Problem dar. Er hat sich in den „Kapitalismus als großbetriebliche Herrschaftsorganisation“ (Eduard Heimann) perfekt einpassen lassen und ist auch mit vergleichsweise wenig zufrieden, um die Projekte der Politik nicht zu gefährden.

"Preußisch bis in den Tod" könnte man dies nennen und von den Deutschen etwas mehr Egoismus verlangen, wenn nicht voraussehbar wäre, daß dies die Individualisierung nur noch mehr verschärfen würde, die wiederum dem Staat in die Karten spielt, der den vereinsamten Bürger dann unter dem Vorwand der sozialen Absicherung weiter an sich binden kann.

Röpke wollte deshalb neben einer „Dezentralisation im Sinne einer die Gebote der Wirtschaftlichkeit beachtenden Streuung des kleinen und mittleren Betriebes“ eine „Entmassung“ vorantreiben. Ihm war klar, daß jenseits des Staates sowie des Konglomerates aus etablierter Politik und Wirtschaft nur etwas zu wachsen beginnen kann, wenn es zum einen intakte Gemeinschaften gibt und zum anderen eine Form der nichtmaterialistischen Selbständigkeit. Was heißt das? Nur der Kleinbetrieb mit all seinen ökonomischen Mängeln bietet Freiheit.

Damit ist zugleich alles über die Verwirklichungsmöglichkeiten alternativen Wirtschaftens mit dem Ziel der politischen Befreiung gesagt. Positiv gewendet: Jeder kann sofort damit loslegen. Gerade in der gegenwärtigen Wissensgesellschaft stehen die Chancen auch wieder besser, sich mit seinen eigenen Ideen durchzusetzen. Ein kleiner Wissensbetrieb kann durchaus mit einem großen konkurrieren, wie die Entwicklung von Medienunternehmen in den letzten Jahren eindrucksvoll belegt. Im Industriezeitalter sah dies noch ganz anders aus.

Dennoch können die kleinen und mittleren Betriebe selbst bei einem weiteren Erstarken die gesellschaftliche Großmaschine nicht abschaffen. Eine tragfähige Alternative zum strafforganisierten, „neupreußischen“ Globalkapitalismus ist somit weit und breit nicht in Sicht. Die Konzentration von Macht und Kapital läßt sich vermutlich kaum anders überlisten als mit einem Zusammenbruch, der zunächst massenhaft Armut produzieren würde.

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

Kommentare (20)

Maiordomus
19. Juni 2017 09:23

Rolf Peter Sieferle nennt das, was  Felix Menzel hier unter dem Titel "Preussentum und Kapitalismus" bzw. die Spannung zwischen Habenichts und Habeviel charakterisiert, "Sozialdemokratismus". Eine sehr breit angelegte Ideologie, die man, wie das Schicksal des Büchleins "Finis Germania" zeigt, unter dem Gesichtspunkt des Neoliberalismus kritisieren darf, dem Sieferle offensichtlich nicht ganz ferne steht und insofern für die Mehrheitsmeinung hier im Blog kaum repräsentativ ist, aber nicht unter dem Gesichtspunkt der Kritik am "Antifaschismus" und am "Antigermanismus", welch letzterer Begriff zwar bei Sieferle wegen der Kürze und des aphoristischen Stils seines Opus nicht ausreichend analysiert ist. Oswald Spengler halte ich für einen grossen Geist, der aber aufgrund des zum Teil bei Goethe entwickelten Analogiedenkens eher ein zukunftsweisender Literat war, wie Marx und Engels an eherne "Geschichtsgesetze" glaubte, als dass man ihn als Wissenschaftler noch voll zum Nennwert nehmen könnte. Demgegenüber halte ich, zumal als Vertreter des Faches Historische Demographie und als Kulturkritiker, Sieferle für einen Wissenschaftler, wiewohl sein letztes, zwar schon vor mehreren Jahren abgefasstes Büchlein klar als eine Art Bekenntnis eines Wissenschaftlers zu lesen ist, nicht explizit als eine Fortschreibung des wissenschaftlichen Werks.

Hesperiolus
19. Juni 2017 10:11

Bei aller verdienten Nemesis über diese Jahrgänge, die Juxtaposition von Rentnern mit Asylbewerbern ist so nicht hinnehmbar, ist anstössig.

Hartwig aus LG8
19. Juni 2017 11:41

Als grundsätzlicher Verfechter eines Sozialstaates muss ich zur Kenntnis nehmen, dass die zunehmende Tribalisierung den Sozialstaat in ein Ausgleichssystem zwischen den Volksgruppen umformiert. In der Praxis bedeutet dies: Finanztransfer von Deutsch nach Nichtdeutsch, wobei diese Regel von einer nennenswerten Anzahl von Ausnahmen bestätigt wird. Es geht um die Tendenz.

Auch hier wie in vielen anderen Bereichen gilt: Wir leben in unnormalen Zeiten, in der viele alte und gute Regeln gegen UNS wirken.

Und um den Schlußabsatz von Menzel zu ergänzen, zitiere ich hier erneut Michael Mross, der auf die Frage antwortete, wie denn Widerstand machbar sei, "Hören Sie doch erstmal auf, zu arbeiten.".

Maiordomus
19. Juni 2017 12:17

@Hesperiolus. In Sachen Rentner, von denen wohl nicht wenige, zumal solche mit Hauptschulabschluss, um die 50 Jahre nicht zuletzt ausser für sich selber ebenfalls für ihr Land geschuftet haben: Es ist immer wieder mit Händen zu greifen, dass einige der zum Teil noch jüngeren Mitarbeiter von SiN kaum Erfahrungen in der praktischen Politik haben. Die gestandenen Arbeiter, teilweise sogar ehemalige Kommunisten, haben sich seinerzeit über die 68er aus analogen Gründen grün und blau geärgert. Selbst wohl bei der AfD würde man sich eine Kanalarbeiterfraktion wünschen, mag dieser Typus auch nicht mehr so repräsentativ für das "Volk" sein wie einst.

Dieter Rose
19. Juni 2017 12:48

ohne die Lebensleistung der Rentner könnte der Felix sicher nicht so glücklich sein. Grüße an die Blaue Narzisse und ade!

Detlef Neustadt
19. Juni 2017 14:06

"Warum sehen die Deutschen gleichgültig dabei zu, wie die Bundesregierung jedes Jahr noch ein paar Milliarden Euro mehr für Rentner, Asylbewerber, Energiewende, EU und Co. ausgibt?" Gegenmaßnahmen zum Aufmucken? Ich sehe keine. Schon keine, die uns unsere selbstauferlegte Schuldenfalle gestattet. Widerstand dauert nur bis zur nächsten Hypothek. "Und so ist der „Traumberuf“ (FAZ) des heutigen Studenten eben immer noch, nach dem Abschluß Beamter zu werden, um am großen Ganzen mitwirken zu können." Was ist in heutigen Zeiten attraktiver, als unkündbar und versorgt zu sein? Diesen Schmus vom Staatsdiener-Sein-Wollen glaubt doch hoffentlich heute niemand mehr!

Neander vom Thal
19. Juni 2017 15:53

Interessanter Beitrag.

Das Renter in der eher negativen Aufzählung auftauchen, hat mich irritiert. Ich will aber nicht weiter daruf rumreiten. Menzel hat sicherlich anderes gemeint als suggeriert wird.

Braunschweiger
19. Juni 2017 16:58

Mich hat die Einleitung ebenfalls irritiert ob der Erwähnung der Rentner und möchte diesbezüglich um Aufklärung bitten.

RMH
19. Juni 2017 17:20

Der Verlauf der Diskussion zeigt etwas, was die etablierten Parteien schon lange begriffen haben:

Die Demografie und der Umstand, dass ältere Bürger treuer an Wahlen teilnehmen als jüngere sorgt dafür, dass man Rentenpolitik mit Zukunftsbezug nur dann betreiben kann, wenn die aktuellen Rentner sowie die Generationen, welche die Rente schon in Sichtnähe haben (ab 55 aufwärts?), nicht von Einschnitten betroffen sind. Die einzigen und zugleich nennenswerte Einschnitte für aktuelle Rentner in den letzten Jahren, die mir bekannt sind, haben wir auch nicht der Politik zu "verdanken", sondern den Gerichten, die einen vermeintlichen Vorteil bei der Besteuerung und der Krankenversicherung von Rentnern im Vergleich zu Beamten nicht zulassen wollten (und damit - meiner Meinung nach - systemwidrig Ungleiches gleich behandelt haben wollten).

Dabei hat Menzel objektiv recht: Die Rente ist eben auch ein Transfersystem, welches bereits jetzt Migranten (man vergesse bitte nicht die enorme Migration aus den Ländern des ehem Ostblocks, deren Beschäftigungszeiten zum großen Teil voll und lukrativ in der Rentenversicherung anerkannt wurden), ehem. DDR Bürger aber auch alle übrigen Rentner massiv subventioniert und auch Dinge leistet, die diese Rentner noch nicht einmal selber erwartet haben, als sie arbeiteten und für die damaligen Rentner einzahlten (in der gesetzl. Rentenversicherung gilt schließlich: Man zahlt nie für sich selber ein, sondern nur für die aktuellen Rentner - das nennt sich Umlagesystem).

Es ist Teil unserer systemimmanenten Fehler, dass man, wenn man so etwas auch nur ansprechen will, Wahlen zwingend verliert und sich rasch unbeliebt macht - bis hier in der alternativen Politikszene von rechts, wie ersichtlich wurde. Die großen Parteien haben das schon lange erkannt und in dieser Legislaturperiode eigentlich überflüssige Geschenke an Rentner verteilt (zuletzt eine unnötige und übertriebene Erhöhung der Renten genau im Wahljahr - Nachtigall, ick hör Dir trapsen), die ich diesen Rentnern gönne, aber dafür von ihnen erwarte, dass sie sich davon bitte nicht kaufen lassen (was aber bei den meisten dann doch der Fall sein dürfte, leider!).

PS: Ich gehöre auch schon zu den Älteren hier und die Rente ist für mich noch nicht ganz auf Sicht, aber die Zeit bis dahin ist schon überschaubar geworden - ich mache mir hier nichts vor und gehe davon aus, dass mein "Renteneintrittsalter" sicher bis dahin nochmal oder mehrmals nach hinten verschoben wird.

Utz
19. Juni 2017 19:15

"Und so ist der „Traumberuf“ (FAZ) des heutigen Studenten eben immer noch, nach dem Abschluß Beamter zu werden, um am großen Ganzen mitwirken zu können." Was ist in heutigen Zeiten attraktiver, als unkündbar und versorgt zu sein? Diesen Schmus vom Staatsdiener-Sein-Wollen glaubt doch hoffentlich heute niemand mehr!

Wenn man nicht der Meinung anhängt, daß Frauen sowieso gar nicht arbeiten sollten, und Männer sich immer in der freien Wildbahn im harten, freien Wettbewerb beweisen sollten (anstatt sich in die staatliche Hängematte zu legen), dann könnte man das "Staatsdiener-Sein-Wollen" auch positiv sehen: als Möglichkeit sich als Frau und genauso als Mann (mit Wiedereinstellungsgarantie) ohne Angst eine Familie aufzubauen.

Wenn wir wollen, daß es nicht nur Migrantenkinder gibt sondern auch deutsche, dann sollten wir nicht über das Beamtentum herziehen ("versorgt sein wollen",  "am großen Ganzen mitwirken wollen"). Die Beamten sind weder mehrheitlich faule Säcke, noch links-grün-verblendete Idealisten.

In meinem Bekanntenkreis haben nur die Beamten mehr als 1-2 Kinder, weil die für die Zukunft planen können.

Curt Sachs
19. Juni 2017 19:58

Ich finde in diesem kurzen Aufsatz sehr viele Ansätze, die ich gern weiter ausgeführt sähe. Sehr einleuchtend finde ich z. B. die folgende Behauptung:

"Der gestiegene Volkswohlstand erlaubt es sogar, die Bürger viel effizienter zu disziplinieren und auszunehmen als jemals zuvor."

Ich kann dem "gefühlt" durchaus beipflichten. Aber existiert dazu eine schriftliche Studie, die das auch einem einfache Geist erläutert, der nicht Gesellschaftswissenschaften oder Wirtschaftswissenschaften studiert hat?

Martin S.
19. Juni 2017 21:11

"Aufgrund ihres preussischen Instinktes wählen die Deutschen Merkel und gehen daher jeden Tag brav zur Arbeit."

Häh? Preussischer Instinkt?

Nee, Herr Menzel.  Preussisch, das war einmal.  Anstand, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit,  Gottesfurcht,  Heimatliebe, Treue, Strebsamkeit: deswegen geht heute keiner mehr  auf Arbeit.  Der Hauptgrund ist ein  ganz einfacher:  Es ist der ganz unpreussische kleinbürgerliche  Größenwahn  und der damit verbundene maßlose Konsum.

Wer als kleines Angestelltenehepaar meint,  unbedingt ein eigenes  Haus haben zu müssen  und dann 300.000  Euro oder mehr Kredit aufnimmt,  wer  stets das neueste Handy und Auto braucht,  wer  dann noch  in  den  jährlichen Fernurlaub muss,  der MUSS  zum  Kreditsklaven  werden.  Der muss wie blöd Überstunden schieben,  weil  sonst  die Bank  das  Häuschen wegpfändet! 

Und die Wahl der ewiggleichen Kanzlerin ist sicher auch unbewusster Ausdruck der Angst,  dass das Bankensystem, der Euro und der damit verbundene eigene kreditfinanzierte Lebenstraum  schneller platzen könnte als gedacht.  

Fazit des deutschen Schlafmichels:  Augen zu und Kreditkarte durch!

Leo
19. Juni 2017 21:35

Ca. 50 Milliarden Euro jährlich(!) mehr für Menschen, die noch nicht so lange hier leben (aber vermutlich dann doch zumeist für immer hier weiter bleiben werden, mal mit, zumeist wohl ohne Gegen-Leistung) in denselben Topf zu werden wie Millionen/Milliarden(? ich kenne die Zahl nicht) Euro jährlich für Menschen, die schon lange hier gelebt und gearbeitet haben und denen kein Euro geschenkt wird: das ist mehr als schoflig!

'National' ohne 'sozial' wird eben auch nichts---! Solche Fauxpas kann sich keine Rechte, die ernst genommen werden will, leisten!!

Der_Jürgen
19. Juni 2017 22:05

"Rentner, Asylbewerber, Energiewende, EU und Co"?

Felix Menzel ist ein kluger und integrer Mann, den ich sehr schätze.  Aber diese Formulierung hat mich zutiefst schockiert. Lieber Herr Menzel, bitte seien Sie kein Revolver-Jimmy, der zuerst schiesst und dann anfängt nachzudenken!

Zum Artikel kann ich wegen ungenügender finanzpolitischer Kenntnisse keine qualifizierte Meinungsäusserung abgeben.

Heinrich Brück
19. Juni 2017 23:07

Wieso? Menzel nimmt die Demokratie ernst. Die Rentner haben ihre Renten verwählt, jetzt müssen sie mit weniger leben. Von Adenauer bis Merkel eine Fußnote der deutschen Geschichte. Woher kommt diese Bescheidenheit? Die Phantasie muß schon aufgebracht werden, auch wenn es nicht leicht fällt, daß diese Rentenverschleuderer in der Politik den kleinen Fleißzahler auslachen.

Außerdem gibt es noch eine hohe Produktivität, also auch die Möglichkeit fehlendes Geld zu drucken. Man könnte jedem Rentner einen Hunderter zusätzlich überweisen, würde keine Rolle spielen. Warum sollten die Politiker es tun? An ihrer Wiederwahl besteht kein Zweifel.

Und was die europäischen Nehmerländer nach der Septemberwahl noch alles brauchen werden; auf ein paar europäische Handaufhalter des "Sozialismus" wird es wohl auch nicht mehr ankommen. Deshalb keine Verwöhnung stattfinden darf. Was aber viel schlimmer in diese Fußnotengeschichte eingehen wird, nach der kommenden Wahl, einer Wiederwahl des Preußentums?, legitimiert das "Volk" die Grenzöffnung.

siegfried
20. Juni 2017 13:45

Rentner sind die loyalsten, zahlenmäßig stärkste Wählergruppe und diszipliniertesten CDU/SPD Wähler, haben faktisch alle Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte aktiv mitgetragen oder gleichgültig hingenommen und werden dementsprechend umgarnt. Witzig, nein, köstlich, (Haha) wie hier manche "irritiert" sind, oder "um Aufklärung bitten." Heilige Kühe gehören durchaus geschlachtet.

Wahrheitssucher
20. Juni 2017 14:25

Herr Menzel, auch mir ist die Einbeziehung der Rentner in den ersten Satz Ihrer Ausführungen sofort aufgestoßen und ich bitte um Erläuterung!

Lotta Vorbeck
20. Juni 2017 14:40

@Siegfried

20. Juni 2017 01:45PM

Rentner sind die loyalsten, zahlenmäßig stärkste Wählergruppe und diszipliniertesten CDU/SPD Wähler, haben faktisch alle Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte aktiv mitgetragen oder gleichgültig hingenommen und werden dementsprechend umgarnt. Witzig, nein, köstlich, (Haha) wie hier manche "irritiert" sind, oder "um Aufklärung bitten." Heilige Kühe gehören durchaus geschlachtet.

--------------------------------------

... und es ist ebenso legitim, die Profiteure der insgesamt desaströsen, zukunftsblinden Politik beim Namen zu nennen!

# Rentner sind die loyalsten Stützen des Merkel-Systems

# Rentner müssen sich nirgendwo als Praktikanten oder Ein-Euro-Sklaven verdingen

# Rentner brauchen sich nicht vom Arbeitsamt schikanieren lassen

# Rentner sind die treuesten Abonnenten der Lokalgazetten

# Rentner stellen den Großteil der Kundschaft zwangsgebührenfinanzierter GEZ-Medien

Wahrheitssucher
20. Juni 2017 16:21

@ Lotta Vorbeck

Selbst wenn Sie recht hätten und Sie haben zu einem Teil recht, verbietet sich nicht dennoch diese Nebeneinanderstellung?

griffon
21. Juni 2017 00:54

sehr verehrter herr menzel,

die ganze spannbreite schnellrodas zeigt sich in Ihren beiträgen, verglichen denen Ihres kollegen benedikt kaiser. Ihre geringschätzung, der menschen, die schon länger hier sind, ist regierungspolitik, und die muß nicht verdoppelt werden durch Ihre gleichsetzung der rentner mit dem asylanten. niemand schätzt die menschen, die schon länger hier sind, weniger, als die aktuelle regierung. niemand verachtet das lebenswerk der lebenden rentner mehr, als die liberalen sämtlicher parteien. rechte politik konnte zu ihren guten zeiten auch immer politik für den einfachen menschen sein. nur zu ihren miesen zeiten war rechte politk eine politik für die die dabei sitzen und zugucken.

hochachtung&vorzügliche grüße,
griffon

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.