12. Juli 2017

Distanzierung hier und dort

von Benedikt Kaiser / 51 Kommentare

Die Krawalle in Hamburg und das zynische Verhalten antifaschistischer Kreise gehen zeitlich einher mit Absetzbewegungen innerhalb der AfD und ihrer Jugendorganisation Junge Alternative (JA). Wer handelt souveräner?

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Über die Antifa- und Autonomen-Exzesse in Hamburg muß an dieser Stelle nichts mehr geschrieben werden. Die Fakten sind größtenteils bekannt, und der Rechtsstaat zeigt sich nicht unbedingt von seiner besten Seite. Aufschlußreich sind indes einige Sachverhalte, die direkten oder indirekten Bezug zur Thematik aufweisen.

Zum einen ist hervorzuheben, daß die größeren relevanten Organisationen und Zusammenschlüsse, die zu "Welcome to Hell" und ähnlichen Veranstaltungen aufriefen, bemerkenswert standhaft bleiben, was die Legitimierung ihrer eigenen Strukturen und Vorgehensweisen anbelangt. Bei den "postantideutschen" Antifas vom "... ums Ganze"-Bündnis war das zu erwarten, bei den Mainstream-Linksextremen der "Interventionistischen Linken" vorauszusetzen, bei den Steinzeit-Antiimps um "Roter Aufbau" und Konsorten selbsterklärend. Während dies die – groben – drei Strömungen der in Hamburg vertretenen bundesdeutschen "harten" Linksszene wiedergibt, die im Schanzenviertel die eigene Wohlfühlzone zerlegte (mit der Folge des temporären Liebesentzugs durch das ortsansäßige linksliberale Milieu), muß doch auch zum anderen konstatiert werden, daß die eher "weichen" linken Kreise dem in nichts nachstehen.

Damit ist freilich nicht Ralf Stegners peinlicher und bildungsferner Versuch gemeint, die linke Geistestradition ihrer – von Sorel, Lenin oder auch den 68ern gar nicht erst bestrittenen – Verzahnung mit punktueller oder systematischer Gewalt zu berauben. Hier ist auch nicht an Wagenknecht und Co. gedacht, die antifaschistischen Gewalttätern schlichtweg das Etikett "links" verweigerten. Gemeint ist vielmehr die lässige, vielleicht frecht anmutende, in jedem Falle aber souveräne Antwort etwa von Attac-Vertretern, die entspannt meinten, Distanzierung bringe eh nichts, führe nicht weiter – wozu das Ganze?

Bevor besonders bieder-konservative Gemüter nun ihre FAZ oder ihre Eintrittskarten für die Elbphilharmonie aus der Hand fallen lassen: Das ist keine Apologie der Gewalttaten (die zumindest von klügeren Linken bereits im Vorfeld befürchtet wurden), keine Apotheose eher gemäßigterer G20-Gegner aufgrund fehlender Distanzierung (zumal sie, auch das gehört zum Hamburger Wochenende, dem antifaschistischen Mob eine anonymisierende Rückzugs- und Aufmarschfläche boten), beileibe aber auch kein Plädoyer für den umgehend reaktivierten Law-and-Order-Fetisch der Etablierten, die sich so aus der Affäre ziehen wollen und zugleich – mit Rückendeckung der Boulevardpresse – längst vorbereitete Überwachungsvorhaben und -verschärfungen aus der Schublade holen.

Vielmehr muß konstatiert werden, welche Verhaltensmuster der gegenseitigen Schonung hier greifen, gleichwohl ein Attac-Linksbürgerlicher nicht besonders viel mit einem orthodoxen Antiimperialisten gemein hat, und dieser wiederum "... ums Ganze"-Aktive für bourgeoise Antideutsche hält, die – ihrerseits – alles andere als erpicht darauf sein dürften, mit maoistischen Kleingruppen in einer Einheitsfront zu stehen. Man distanziert sich nicht (nach außen), gibt sich keine Blöße (nach außen), läßt sich vom Gegner nicht die Agenda diktieren (nach außen). Dieses einschränkend wirkende "nach außen" ist jedoch hierbei der entscheidende Faktor.

Denn während die Linke in all ihren Schattierungen – einzelne panisch gewordene Sozialdemokraten wie die "Seeheimer" beiseitegeschoben – sich der Distanzierung auf Wunsch des Mainstreams oder gar der politischen Rechten verweigern, geht das Spiel im konservativen und rechten Feld munter weiter, ohne daß hier freilich auch nur ansatzweise Exzesse wie Hamburg als Katalysator vorlägen. Ein aktuelles Beispiel ist in Niedersachsen zu beobachten, ein anderes, um die Ost-West-Balance zu wahren, in Berlin.

Blicken wir zunächst nach Niedersachsen. Dort agiert mit dem AfD-Landesvorsitzenden Paul Hampel ein Akteur, der innerhalb der Partei, weshalb auch immer, als einigermaßen "rechts" gilt. Hampel gab nun der Lokalpresse den Hinweis, daß er die Zusammenarbeit mit der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative in Niedersachsen beenden wird. Der für die Jungalternativen organisatorisch und strategisch schmerzhafte Grund ist nicht, wie man nun annehmen könnte, daß die JA beispielsweise einzelne Mitglieder zu einer extremistischen Demo schickte, wo es zu Angriffen auf Polizisten kam, nicht, daß der Landesvorstand unverzeihliche politische Fehler begangen hätte, und auch nicht, daß der Landesverband oder zumindest der Vorstand andersweitig krimineller Machenschaften verdächtigt würden.

Der Grund heißt – neben kleineren, gewiß peinlichen bis dummen verbalen Fehltritten einer Handvoll JA-Mitglieder – vor allem Lars Steinke, seines Zeichen neuer Vorsitzender der JA Niedersachsen, und Hampels Motiv besteht darin, daß dieser Steinke, der in Göttingen bereits wiederholt Opfer militanter Linker wurde, Kontakte zur Identitären Bewegung (IB) pflegen würde. Es ist bedauerlicherweise gar nicht zu erwarten, daß Hampel sich hinter Steinke stellt und ihm die umfassende Solidarität der Mutterpartei angesichts der Übergriffe versichert (was zweifellos die einzige anständige Option gewesen wäre). Aber mindestens erwarten dürfte man schon, daß nicht ein ganzer Landesverband abgeschossen wird, nur weil sich Steinke nicht von Antifa und Geheimdienstverlautbarungen diktieren lassen will, mit welchen Menschen er verkehrt, welche Freundschaften oder auch nur lose Bekanntschaften er pflegt.

Das Berliner Beispiel ist ähnlich gelagert; auch hier ist die Identitäre Bewegung Streitpunkt. Wer eine Anstellung bei der AfD im Roten Rathaus möchte (aber auch der, der bereits über eine solche verfügt), muß unterzeichnen, so munkelt man längst nicht mehr nur, daß man mindestens ein Jahr kein direkten Kontakt zur IB hatte, daß man ihre Stammtische oder Demos nicht besuchte etc. pp. Auch hier regiert die Herrschaft des Verdachts. Der IB wird gerade nicht vorgeworfen, inhaltlich extremistische Thesen zu vertreten. Auch wird niemand der Berliner Verantwortlichen ernsthaft davon ausgehen, die IB goutierte Gewalt oder wende sie gar selbst an.

Es geht darum, daß dem Mainstream, für dessen Abschaffung man einst angetreten war, prophylaktisch Lämmer geopfert werden, so daß man Antifa-Aktivisten und der mit ihnen – besonders in Berlin – bisweilen verzahnten Journaille "beweisen" kann – hier gibt es kein Kuscheln mit IB und Konsorten, also glaubt uns doch: Wir wollen nur mitspielen, unser Widerspruch kennt Grenzen, den, so fair sind wir, ihr festlegen dürft. (Es wird an dieser Stelle darauf verzichtet, anklagend darzulegen, daß bei Mandatsträgern der Linkspartei in Kommunen, Ländern und Bund selbstverständlich zahllose Mitarbeiter angestellt sind, die aus radikalen Zusammenhängen stammen, ja daß es speziell in Universitätsstädten einen fließenden Übergang von Antifa und Linksjugend in Richtung gut dotierter Stellen in Linksparteibüros gibt.)

Man sollte sich das vergegenwärtigen: Hier, bei willkürlich ausgesuchten, tagesaktuellen Beispielen für den Abgrenzungsfetisch im konservativen und rechten Beritt, geht es nicht um Gewalt, nicht um Militanz, nicht um die offensive Verzahnung "Neue Rechte"-IB-JA-AfD (die tatsächlich ausgesprochen unsinnig wäre, wie ich hier ausführte), sondern um vorauseilenden Gehorsam gegenüber einer ohnehin feindlichen linken Umwelt, die ein solch larmoyantes Verhalten niemals würdigen und wertschätzen wird, sondern erst recht als Ansporn betrachten dürfte, solcherart geleugnete (oder geradezu verbotene) Verbindungen offenzulegen und, hat man einen Übeltäter erwischt, zu skandalisieren. Das eigentlich Skandalöse sind jedoch der Akt der Distanzierung (nach außen), die gewährte Blöße (nach außen) und das gegnerische Diktieren der Agenda (logisch: von außen).

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Kommentare (51)

Ralf Beez Ofw d. R.
12. Juli 2017 17:05

Einwandfreier Beitrag! Mir wurde auch die Mitgliedschaft in der AfD verweigert, wegen Nähe zur IB, obwohl ich ein Rechtschaffener Bürger bin, Sportschütze, Aktiver Reservist und Arbeit habe. Bei über cirka 12 AfD-Veranstaltungen, wo ich mit IB-Shirt aufgetreten bin, bin ich auf Symphatien und Zustimmung  gestoßen und nicht nur ich frage mich, WAS für Leute wollen die in der AfD ?

Auch der Last Minute Ausschluß von Ellen K. und Götz K. spricht ja Bände! Die AfD ist die erste Partei in Deutschland, die reihenweise auf ihre größten Unterstützer und Symphatisanten verzichtet, wegen PC ! Es ist einfach unglaublich und unfassbar, welche Leute wollen die?

Der_Jürgen
12. Juli 2017 17:17

Ich kannte Benedikt Kaiser bisher nur als scharfsinnigen politischen Analytiker und wusste nicht, dass er auch ein Satiriker von Format ist. Sein köstlicher Satz, der Rechtsstaat habe sich in Hamburg "nicht unbedingt von seiner besten Seite gezeigt", rief bei mir unbändige Heiterkeit hervor. Genau so gut hätte er schreiben können, Graf Dracula und Jack the Ripper gehörten "nicht unbedingt zu den grössten Humanisten, welche die Geschichte kennt"...

Zum leidigen Thema "Abgrenzeritis im rechten Lager". Bei allem Respekt vor Höcke, Poggenburg und vielen anderen ehrlichen AFD-Mitgliedern frage ich mich nach der Lektüre dieses Textes, ob ich, wäre ich deutscher Staatsbürger, mich im September überhaupt der Mühe unterziehen würde, den Gang ins Wahllokal anzutreten.

Wenn eine derart gemässigte und strikt gewaltlos operierende patriotische Gruppierung wie die Identitären einem komischen AFD-Onkel in Niedersachsen schon so radikal erscheint, dass er der Jugendorganisation seiner Partei jeden Kontakt mit ihr verbietet, fragt man sich, was für eine Art Opposition von solch lächerlichen Schiessbudenfiguren bloss zu erwarten ist. Eine AFD, der es nur darum geht, an den Fleischtöpfen des Systems mitschmausen zu dürfen und der CDU die eine oder andere kosmetische Korrektur ihrer Einwanderungspolitik abzutrotzen, ist so überflüssig wie ein Kropf.

 

Franz Bettinger
12. Juli 2017 17:18

Sie haben völlig recht, Herr Kaiser. Der vorauseilende Gehorsam ist der AfD schon häufiger zum Verhängnis geworden. Auch das Zurück-Rudern nach vermeintlich anrüchigen Statements (Schießbefehl, die 1000 Jahre, Denkmal der Schande). Das Über-Stöckchen-Springen sollten wir nicht tun. Man gewinnt mit dieser Strategie keinen Blumentopf. Vorwärts-Verteidigung muss das Motto sein. Man sollte nie auf die Koalitions-Fähigkeit schielen. Die ergibt sich aus der Mathematik und zwar ausschließlich. Das hat die FDP vielfach bewiesen.

donna_alta
12. Juli 2017 17:58

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, dass es manchem “Funktionär“ der AfD wirklich um diese Partei gehen könnte, darum, dass sie für den “kleinen Mann“ wählbar ist/bleibt/wird? Das frage ich Sie als IB-Unterstützerin und AfD-Wahlkämpferin. 

Vielleicht ist Ihnen nicht entgangen, welche Turbulenzen die Äußerungen von Petr Bystron zur Nähe von IB und AfD ausgelöst hatte. 

Glauben Sie mir, diese Debatten um die reine Lehre interessieren den “kleinen Mann“ nicht die Bohne. Im Gegenteil, sie schrecken ihn ab. Aber ihn müssen wir gewinnen und wir haben nicht mehr viel Zeit.

Roman.U
12. Juli 2017 18:04
Ein Grund mehr nicht zur Wahl zu gehen. Welchen Sinn hätte es gehabt bei der letzten Wahl Lucke über die Hürde zu helfen? Es ist ja nicht so als müsste man auch so sehr viel Wohlwollen gegenüber etlichen Eskapaden der AfD aufbringen. Da ist mir der Sonntag einfach zu Schade für.
Neffe Mannheims
12. Juli 2017 18:06

Abgesehen davon, dass die Verhalten würdelos ist, wird man sich die Gunst der Herrschenden ohnehin nicht erkaufen können, indem man einen ihnen Gefährten zum Frass vorwirft. 

Dieses Verhalten ist mir schon bei den Islamkritikern übel aufgestossen. Die Kommunikations-Taktik funktioniert in etwa so: "Meine Islamkritik ist berechtigt. Ihr dürft mich nicht in die rechte Ecke stellen. Aber guckt mal den Islamkritiker XY an, der ist tatsächlich ein Rechtsradikaler. Den dürft ihr gerne kapputt schlagen. Und ich helfe euch dabei sogar. Aber MICH müsst ihr bitte am Leben lassen...."

Das ist alles so widerlich...

Frieda Helbig
12. Juli 2017 18:39

Super Benedikt. Aus dem Herzen gesprochen.

Freu mich schon, wenn wir gemeinsam auf das von Maasi organisierte "Rock gegen Links"-Konzert gehen.

Harald
12. Juli 2017 19:37

Die AfD entpuppt sich mehr und mehr als Teil des Systems !

Olaf
12. Juli 2017 19:40
 

Das Problem in der AfD ist nicht, dass die IB vielen zu extrem ist, sondern der Kontakt lediglich nicht opportun ist, um an die Fleischtöpfe zu gelangen.

Speziell ein Hampel ist ein Opportunist ersten Ranges (unfähig dazu) der sich auch sehr flexibel zeigt, wenn es um Lagerwechsel geht. Den sollte man nicht überbewerten.

Es wird nach der BTW die wichtigste Aufgabe sein, sich von diesen Opportunisten zu trennen. Die derzeitige Schonung ist einem in Köln halbwegs gezimmerten Burgfrieden zu verdanken, wenigstens noch lebend die 5% Marke zu erreichen. Danach wird es im Gebälk krachen. Gerade Höcke und Co. tun derzeit gut daran, dieses Spiel mitzuspielen und nicht dem schwächelnden Gesindellager eine Angriffsfläche zu bieten und damit ein Wiedererstarken zu ermöglichen.

E.
12. Juli 2017 19:46

Der vorauseilende Gehorsam, wie manche AfD-Politiker die IB stigmatisieren, steht in merkwürdigem Kontrast dazu, wie SPD, Grüne und Linke ihr Kind "Antifa" hätscheln. Zur Unvergleichbarkeit einer militanten, gewaltsamen, hochgradig durchorganisierten und mit Steuermitteln alimentierten "Antifa" und der in ihren Aktionen eher an Greenpeace erinnernden "Identitären Bewegung" ein sehr guter Artikel auf "Tichys Einblick":

https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/linksextremismus-oh-schreck-oh-schreck-der-fleck-muss-weg/

 

MelAmann
12. Juli 2017 20:01

"Aber mindestens erwarten dürfte man schon, daß nicht ein ganzer Landesverband abgeschossen wird, nur weil sich Steinke nicht von Antifa und Geheimdienstverlautbarungen diktieren lassen will, mit welchen Menschen er verkehrt, welche Freundschaften oder auch nur lose Bekanntschaften er pflegt."

Ihre Darstellung erscheint mir lückenhaft: Wieso erwähnen Sie nicht, dass Steinke als JA-Vorsitzender frisch gewählt war? Hier wurde also gerade nicht ein "ganzer Landesverband" wegen einer missliebigen Person mutwillig "abgeschossen", sondern Hampel reagierte auf die Wahl, die verdeutlicht, dass der JA-Landesverband Steinke mehrheitlich unterstützt. Unerwähnt bleibt bei Ihnen auch, dass es nicht nur um Steinkes Freunde bei der IB geht, sondern dass er "Demos mit dem rechtsextremen Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen organisierte"(so die Lokalzeitung), und dass gegen ihn schon Parteiordnungsverfahren anhängig sein sollen - mit seiner Wahl hat der JA-Verband sich also auch in einer AfD-internen Debatte positioniert. Unabhängig davon, wie man Hampels Entscheidung bewerten will - ist das nicht Lückenpresse?

calculus
12. Juli 2017 20:05

@Der_Jürgen

... frage ich mich nach der Lektüre dieses Textes, ob ich, wäre ich deutscher Staatsbürger, mich im September überhaupt der Mühe unterziehen würde, den Gang ins Wahllokal anzutreten.

In einem Beitrag zum Text des Hausherren Die Rolle der AfD – zehn Antworten (https://sezession.de/57228/) hatte ich ähnlichen Zweifeln bereits Ausdruck verliehen. Wenn ich mich einmal selbst zitieren darf:

Kaum mehr vorstellen kann ich mir, daß ich im Herbst mit meiner seit Jahren geübten Zurückhaltung breche und zur Wahl gehe. Denn nur wenn man nicht wählt, ist es aktenkundig. Wenn man wählt, egal was, kann man hinterher nicht mehr geltend machen, das Betrugssystem nicht legitimiert zu haben.

Es sind zwei mir als voneinader unabhängig erscheinende Einflüsse, die mich vor zwei Jahren zu diesem Blog geführt haben. Zum einen waren das die hervorragenden Reden des Hausherren Anfang 2015 auf der LEGIDA/PEGIDA, und ich wollte wissen, wer das ist. Auch der zweite Einfluß, der mich hat hierbleiben und nicht gleich wieder abwandern lassen, ist meiner steten Neugier geschuldet. Diese Neugier hatte mich bereits zuvor 2010 (erst so spät!) auf die Ungereimtheiten im Zusammenhang mit 9/11 gebracht. Dann bin ich 2014/15 der Frage nachgegangen, was denn wohl einen Horst Mahler von seiner Unterstützung der extremen Linken zum Umdenken gebracht hat. Die vefügbaren Videos mit Vorträgen von ihm haben mich nicht wirklich erreicht. In einem der Vortäge spach er allerdings davon, man müsse sich im englischspachigen Internet umsehen. Das war genau der Weg, den ich bereits von 9/11 her kannte. Was ich da dann entdeckt habe, hat mich umgehauen. Vor allem die Argumentation eines französischen Literaturprofessors hat mich überzeugt. Schlagartig wurde mir klar, zeitlebens über den Tisch gezogen worden zu sein, zunächst von den Kommunisten im Osten (keine sonderliche Überraschung) und dann von den Liberalen im Westen. Inzwischen ist mir klar, daß Kommunismus und Liberalismus Zwillingsbrüder sind, zwei Seiten derselben Medaille. Inzwischen sollte das jeder mit unvoreingenommenem Blick sowieso sehen, der Libearlismus vertitt genau densleben Egalitarismus (Gleichmacherei auf niedrigstem Niveau) , wie der Kommunismus. Wie Alain de Benoist es in der sehr empfehlenswerten Textsammlung Kulturrevolution von rechts (https://antaios.de/buecher-anderer-verlage/aus-dem-aktuellen-prospekt/40825/kulturrevolution-von-rechts?c=19) kurz und bündig auf den Punkt bringt: Liberalismus ist Kommunismus ohne Gulag. Hinzuzufügen ist noch, basierend auf denselben historischen Lügen.

Franz Bettinger
12. Juli 2017 20:11

@Ralf Beez und @Jürgen, beide gegen Ausgrenzung im rechten Lager.

Vollkommen einverstanden. Die AfD sollte spätestens nach der BTW die peinliche Gesinnungs-Prüfung und -Schnüffelei hinsichtlich der Aufnahme strafrechtlich unbescholtener Bürger in die Partei aufgeben. Das ist unlogisch, unnötig und unwürdig. Weg mit den Pseudo- Sauberfrauen und -männern!

F. Donandt
12. Juli 2017 20:39

Dass es auch anders geht zeigt die benachbarte Bremer AfD. Dortigen JA-Mitgliedern wurde erfolgreich durch "investigativen Journalismus von Links" nachgewiesen, auf der IB-Demo in Berlin dabei gewesen zu sein. Auf entsprechende Nachfragen der Journaille bei der Landes-AfD zuckte man nur mit den Schultern: "Na und?"

Franz Bettinger
12. Juli 2017 21:01

@Donna Alta: Nein, Sie müssen nicht den kleinen Mann gewinnen. Wenn das Ihr Ziel ist, werden Sie selber klein. Der "kleine Mann" ist ohnehin meist vernünftiger als der Durchschnitts-Gymnasiast - und auf unserer Seite.

@Roman: "Welchen Sinn hätte es gehabt bei der letzten Wahl Lucke über die Hürde zu helfen?" Oje, da bleibt mir die Spucke weg. Glauben Sie denn, mit einer AfD im Bundestag hätte es all die Verfassungsbrüche gegeben? Die AfD wäre klageberechtigt gewesen und hätte getan, was Horst Seehofer nicht tat: Sie hätte geklagt. Ob es was genutzt hätte? Ich glaube ja. Aber zumindest die Peinlichkeit eines weiteren historischen Schand-Urteils wäre dem BVerfG dann nicht erspart geblieben.

@Harald: Ja, die AfD ist dabei, sich zu entpuppen. Aber nicht als Teil dieses Systems, sondern als Kraft, als einzige Kraft, die das System, diesen Beute-Staat der Parteien, diese pseudo-demokratische Ein-Frau-Diktatur, zu Fall bringen könnte. Viel mehr in den Vordergrund gehört deshalb das große AfD-Wahlziel einer Direkten Demokratie. Das ist für mich eine verheißungsvolle Vision trotz aller Wenn und Aber. 

@Mel Aman:  Wegen mir kann der Teufel auf Demos mitlaufen, solange er für die richtige Sache mitläuft. Eine Sache wird nicht deshalb gut, weil die "Guten" hinter ihr herlaufen, und nicht plötzlich schlecht, weil auch vermeintlich Schlechte sie unterstützen. Auf die Sache allein kommt es an. Nie auf die Person. 

@Calculus:  Sie wollen sich also nur von zertifizierten Lebensrettern aus dem reißenden Strom retten lassen? Na, dann machen Sie's gut, schwimmen Sie weiter, und verzeihen Sie meine saloppe Sprache. No harm intended! - Dem Rest ihres Beitrags stimme ich zu, insbesondere dass Kommunismus und Liberalismus Zwillingsbrüder sind, und zum 9/11-Komplott. Darauf sollte man immer wieder hinweisen, gerade weil bei den MSMedien 9/11 als größtes Tabu gilt. Nie wurde die Srupellosigket des herrschenden Systems besser unter Beweis gestellt als durch die Inszenierung von 9/11.

RMH
12. Juli 2017 21:36

Einmal ketzerisch dagegen gefragt:

Warum muss man denn unbedingt Mulitaktivist sein und sowohl bei der IB als auch bei der AfD mitmischen?

Die IB täte gut daran, von ihren Aktivisten eine Partei-Askese und eine Partei-Karenzzeit von mindestens 2 Jahren zu verlangen, bevor hier jemand mitmischen darf. Die Reinheit eines Ordens wäre der Aufgabe würdig - ergo keine Sprungbrettmöglichkeit in irgendein bequemes Parteibett oder sonstige Profilierungsmöglichkeiten für Karrieren.

Wie auch immer, erinnere ich mich richtig daran, dass G. K. einmal (sinngemöß) sagte (oder schrieb), dass er mittlerweile nicht einmal mehr Mitglied bei der AfD werden würde, wenn sie ihn um einen Mitgliedsantrag bitten würden? Er hat seinen Weg offenbar OHNE Parteimitgliedschaft für richtiger (und wichtiger) gehalten. Sein Erfolg gibt ihm recht.

Ich sehe mithin hier weniger Abgrenzeritis, als eher klare Routenbestimmung. Jeder seinen eigenen Weg - wenn das Ziel das Gleiche ist oder zumindest eine große Zielübereinstimmung vorhanden ist, sehe ich kein Problem darin, wenn dann nicht jeder mit jedem kann und verschiedene Wege im Sinne des alten Spruchs "viele Wege führen nach Rom" beschritten werden.

marodeur
12. Juli 2017 21:50

Ohje, was muss man hier lesen. Oben ein sehr guter Beitrag zur grassierenden Distanzeritis und unten zahlreiche Kommentatoren, die sich von der ganzen Partei distanzieren. Was unterscheidet Euch eigentlich von den neuen FDP-Anhängern, die Höcke irgendwie zu "völkisch" finden? Die Botschaft muss doch bitte klar sein: Wir schließen die Reihen. Solche Eier wie Hampel gab es schon immer und wird es immer geben. Die AfD war aber schon immer mehr als die Summe ihrer Mitglieder. Ein paar schwache Charaktere werden nichts an dieser Tatsache ändern. Ich mache mein Kreuz bei der Wahl und fördere die IB so viele andere Mitglieder. Schluckt Euren Stolz bitte mal runter. 

Monika L.
12. Juli 2017 21:58

Wo man sich auf der linken Seite zuwenig distanziert, distanziert man sich auf der rechten Seite zuviel. Das ist ärgerlich. Trotzdem sollten wir uns davon nicht beirren lassen. Drei Gedanken:

1. " Eine militant linke Jugendzeit stellt im Unterschied zu einer rechtsradikalen Vergangenheit für Politiker ein eher geringes Karrierehemmnis dar". Schreibt ein Matthias Micus im focus ( G20 Krawalle: Waren sie das wahlentscheidende Ereignis, 12.7.1607)

Das heißt: Ein Martin Sellner wird kein Außenminister von Österreich werden. Oder: Einige  potentielle AfD-Funktionäre räumen schon jetzt Karrierehemmnisse aus. Das ist übel, aber menschlich.

2. Nachdem die Linken  kurz die Bösen waren, werden sie schon bald wieder die Guten. Spätestens nach der Wahl. Denn den guten Linken geht es um edle Ziele, etwa um die " Aufhebung der Ungleichheit". " Die Ideologie dahinter macht den Unterschied" Sonja Thomaser dort:

http://www.fr.de/politik/meinung/kommentare/g20-protest-endlich-sind-die-linken-wieder-die-boesen-a-1310648

Nach der Wahl muß sehr viel Ungleichheit aufgehoben werden. Merkel wird noch linker. Linksliberal. 

3. Auch wenn liberalkonservative Publizistinnen verstört sind vom "Messen mit zweierlei Maß" , stellen sie ihrem Beitrag im Tagesspiegel " Wer politische Doppelmoral an den Tag legt, verliert. Egal, ob links oder rechts" , die Selbstdistanzierung voran:

"Das, was folgt, ist keine Gleichsetzung der linksextremen Gewalt mit Fehlverhalten im konservativen Lager". L.B.

Man soll nicht mit zweierlei Maß messen und  ist vermessen ? Linksextremes Fehlverhalten und rechtsextreme Gewalt. Ich halte Frau Bednarz zugute, daß sie auf ihrem Twitteraccount den Identitären Gewaltfreiheit zugesteht. Immerhin. Der Bericht über die Identitären heute auf arte von Manuel Gogos " Mit den Waffen einer Frau" war in altbekannten Stil, den Martin Lichtmesz bereits seziert hat. Bis zur Wahl wird es vermutlich noch einige Aufregungen geben. Über die man sich nicht aufregen sollte.

Solution
12. Juli 2017 22:06

Da ja immer wieder - mit einiger Berechtigung - behauptet wird, die AfD sei die "letzte Chance, mit demokratischen Wahlen" den Niedergang zu stoppen, sollten wir endlich aktzeptieren, daß diese Partei das große Ziel nie schaffen wird. 

Auch ich kenne viele gute Leute, die die AfD nicht aufnehmen will. Dies ist einer der Gründe, warum sie personell so schlecht aufgestellt ist: Man verzichtet auf Tausende, die qualifiziert und motiviert sind. Jenseits der AfD gibt es ein großes Potential für uns.

Erarbeiten wir einen Plan B, in dem Bewußtsein, daß nach der Bundestagswahl die Ernüchterung eintreten wird.

Vielleicht ist die IB-Frage, die entscheidende Frage, wie wir mit dieser Partei zukünftig umgehen werden.

Roman.U
12. Juli 2017 22:30
@Franz Bettinger: Der Rechtsruck nach der verlorenen Bundestagswahl kam durch die Niederlage. Glauben sie wirklich, dass ein Herr Lucke mit einem Sieg in der Tasche, die Reihen nicht gesäubert hätte? Auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu hoffen ist liberal und daher witzig. Zunächst einmal wären die meisten Klagen auch ohne die AfD möglich gewesen, nur ohne Aussicht auf Erfolg. Dumme Entscheidungen sind nicht zwangsläufig verfassungswidrig. Dann sind die Richter keine seelenlosen Puppen in Roben. Sie befinden sich an der Stelle gerade weil sie bestimmten Ansichten teilen. Vor dem Hintergrund ist es eher witzig, dass die CSU gegen die Schwuilenehe klagen "möchte". Die "Lebenspartnerschaft" ist durch Richterurteile schon zuvor faktisch auf den Stand der Ehe entschieden worden. Ich kann mir vielleicht vorwerfen lassen, dass ich Defätismus betreibe, wenn ich mich auf den Standpunkt stelle. dass eine Partei von 5% den Trend nicht ändern wird und man auf andere DInge setzen soll. Was nützen aber die Hoffnungen, wenn man sich schon jetzt an den vorherrschenden Trend anbiedern möchte? Der "kleine Mann" sitzt bereits im Bundestag und ich verspüre wenig Interesse sie gegen andere kleine Männer auszutauschen. Aber keine Angst, die PI-Fraktion wird dieses Mal die 5-8% auch ohne mein Gekritzel ermöglichen. Mehr ist auch bei einem wohlwollenden Blick nicht zu wünschen. Dafür ist die Personaldecke zu dünn.
Martin Lichtmesz
12. Juli 2017 22:43

@MelAmann

Die Details, die Sie ergänzen, ändern Null an der Aussage Kaisers.

Gerhard Vierfuß
12. Juli 2017 23:16

Vollständige Zustimmung! Eine kleine Anmerkung zur Situation bei der AfD Niedersachsen: Die hiesigen Querelen haben tatsächlich wenig mit der jeweiligen Verortung der Akteure auf der Rechts-links-Skala zu tun (Hampel ist, da weitgehend frei von Überzeugungen, dort gar nicht zu verorten), sondern hauptsächlich mit Machtspielen und Ambitionen auf Listenplätze. Die Rechtsextremismus-Keule wird von Hampel und seinesgleichen inzwischen völlig sinnfrei geschwungen, zuletzt gegen eine außerordentlich aktive gewählte Direktkandidatin für Osnabrück, der man vielleicht nachsagen könnte, daß sie zu bunt, gewiß aber nicht, daß sie zu braun sei.

Abronsius
13. Juli 2017 00:51

In praktischen Fragen ist das IfS-Umfeld einfach untauglich.

Dort ist irgendwann einmal die Hoffnung entstanden, die AfD wäre jetzt "unere Bewegunspartei", der parlamentarische Arm von was auch immer. Das ist aber nicht der Fall. Es ist auch völlig unmöglich. Die AfD ist eine Partei und funktioniert nach den Gesetzmäßgikeiten einer solchen. Parteien agieren innerhalb eines bestimmten Ordnungsrahmens, und Staatsknete, Macht und Einfluß korrumpieren. Es gab Zeiten, da solche Einsichten in Schnellroda vermittelt wurden.

Wenn die AfD wegen der IB im Verfassungsschutzbericht landet, wird sie einen Aderlaß an Mitgliedern und Funktionären erleiden, den sie nicht überlebt ("NPD-Falle"). Ohne Mitglieder und Funktionäre, die Zugang zur öffentlichen Verwaltung haben, ist praktische politische Arbeit nicht möglich. Man sieht das besonders in den Kreisverbänden und Kommunalvertretungen, in denen solche Leute fehlen. Wenn du formulieren willst, was bei Polizei, Justiz, Verwaltung oder in der Schule falsch läuft, mußt du Leute fragen, die dort sind. Die anderen haben nämlich keine Ahnung.

Was die AfD tun muß, um eine Erwähnung im VS-Bericht zu vermeiden, hat der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz gegenüber der dpa in einer Pressemeldung mitgeteilt:

... Zuletzt hatte es aus mehreren Bundesländern Berichte über Kontakte der „Identitären Bewegung“ zu Politikern der AfD gegeben. Maaßen sagte, dazu habe er keine Erkenntnisse. Für den Verfassungsschutz seien mögliche Kontakte dieser Art erst ab einem bestimmten Zeitpunkt relevant. „Es kommt darauf an, ob die jeweilige Partei - in diesem Fall die AfD - durch bestimmte Personen, die extremistisch sind, ihre Zielrichtung ändert und so extremistisch wird. Ausschlaggebend ist also, ob solche Personen steuernden Einfluss auf die Partei haben.“ ...

Daran hält sich Armin Paul Hampel. Wer das nicht haben kann, sollte sich einen anderen Rahmen für seine Betätigungen suchen. Eine Partei ist dann nichts für ihn.

Diese dpa-Meldung ist bis heute auf der Netzseite des Bundesamtes nachzulesen. Was hat die IB bisher dagegen unternommen?

Heinrich Brück
13. Juli 2017 00:56

Der Kapitalismus raubt jeden aus, bis am Schluß nur noch die ganz Reichen etwas haben; der Kommunismus läßt nur die Nomenklatura zu etwas kommen, ist also der schnellere Weg zum Ziel. Beide Wege sind falsch. Die Soziale Marktwirtschaft ginge als Ordnung eines homogenen Volkes den gesünderen Weg, wurde in einer Zeit vor der BRD entwickelt, aber als gezwungenermaßen dagegengestelltes Einwanderungsregime torpediert und zunichtegemacht.

 

Ein globaler Krieg gegen Ausbeutung. Was die Kommunisten in Hamburg nicht verstehen, sind sie doch mit den Kapitalisten lediglich die andere Seite der Medaille, in einer globalkommunistischen Ideologie gewinnen immer die Kapitalisten, auch und besonders wenn die Vermischungsorgie der Völker weitergehen mag, wodurch die Kommunisten zu den nützlichen Idioten von Merkel und Soros verkommen und das Bedingungslose Grundeinkommen (Umsetzbare Idee in einem Hochintelligenzland: Zwanzigstundenwoche, mehr Netto vom Brutto; vorausgesetzt die Banken würden zurechtgestutzt) vergessen können. Die nationale Komponente ist in beiden Fällen nur noch Mittel zum Zweck.

 

Ich möchte Regierung und Staat nicht verwechseln, aber die machen es einem auch zu leicht. Deshalb ist Gewalt gegen einen Verbrecherstaat legitim, und wird es auch immer bleiben. Hamburg war ein Symptom der Krankheit. Und wie schwach dieses Regime inzwischen ist, nur zwanzigtausend Polizisten zur Rettung des Abendlandes (Grundgesetzes!) konnten bereitgestellt werden, was die Stimmung nicht gerade trübt. So langsam träume ich von einem Land, in dem ein Thor von Waldstein Reichskanzler werden könnte, genug geträumt!

 

calculus
13. Juli 2017 05:14

@Franz Bettinger

Na, dann machen Sie's gut, schwimmen Sie weiter, und verzeihen Sie meine saloppe Sprache. No harm intended!

Die Auflösung liefert Ihnen @RMH:

Wie auch immer, erinnere ich mich richtig daran, dass G. K. einmal (sinngemöß) sagte (oder schrieb), dass er mittlerweile nicht einmal mehr Mitglied bei der AfD werden würde, wenn sie ihn um einen Mitgliedsantrag bitten würden? Er hat seinen Weg offenbar OHNE Parteimitgliedschaft für richtiger (und wichtiger) gehalten. Sein Erfolg gibt ihm recht.

Solange die Stimmung nicht gekippt ist, ändert sich sowieso nichts. Wenn es allerdings gelingt, die Stimmung zum Kippen zu bringen, hat das sowieso erdrutschartige Konsequenzen. Dann brauche ich erst recht nicht nicht mehr zu dieser Witzveranstaltung zu gehen. Die Demokratiegläubigen funktionieren dann automatisch wie gewünscht. Das Zauberwort heißt Kulturrevolution von rechts (https://antaios.de/buecher-anderer-verlage/aus-dem-aktuellen-prospekt/40825/kulturrevolution-von-rechts), und die IB ist auf dem besten Wege, die Meinungsführerschaft zu übernehmen:

http://defendeurope.net/
https://twitter.com/hashtag/defendhalle?src=hash

donna_alta
13. Juli 2017 06:58

Tut mir leid, aber ich habe es im Kollegenkreis und im Gespräch mit Freunden und Bekannten meist mit dem “kleinen Mann“ zu tun und sehe die Dinge mit diesem Pragmatismus und nicht aus einer “intellektuellen Blase“ heraus. All die Vorbehalte der Wähler gegen die AfD werden nicht aufgelöst, wenn man mit “mehr“ Björn Höcke oder der IB innerhalb der AfD argumentiert. Wer mir hier das Gegenteil beweisen kann, möge es tun - aber bitte am Wahlkampfstand! Das ist genauso Tatsache, wie die Nichtvereinbarkeit der Programminhalte der AfD mit denen der FDP. Ich finde es auch unangemessen, wenn hier immer wieder der verallgemeinerte Vorwurf der Gier von AfD-Funktionären nach den Fleischtöpfen der Macht vorgetragen wird. Auch wenn es solche Machtmenschen immer gibt und gab, kenne ich unzählige Leute in der Partei, nicht nur an der Basis, denen es in keiner Weise um “mehr Fleisch“ geht, die im Gegenteil alles in die Waagschale werfen und dafür beinahe nur getreten werden. Es ist meiner Meinung nach eine Form von Arroganz, sich im Angesicht dessen als “mutiger Nichtwähler“ zu outen und damit die einzige mögliche Oppositionspartei im Bundestag NICHT zu unterstützen. Da frage ich mich: Was schadet und trennt uns mehr?

Benedikt Kaiser
13. Juli 2017 08:13

@ MelAmann:

Wieso erwähnen Sie nicht, dass Steinke als JA-Vorsitzender frisch gewählt war?

Was hätte das an der Grundintention des Blogbeitrags geändert? Steinke ist natürlich austauschbar, und um seine Person geht es mir auch überhaupt nicht. Es geht ums Prinzip, das so auch in (fast) jedem anderen Landesverband vorstellbar wäre.

Hier wurde also gerade nicht ein "ganzer Landesverband" wegen einer missliebigen Person mutwillig "abgeschossen", sondern Hampel reagierte auf die Wahl, die verdeutlicht, dass der JA-Landesverband Steinke mehrheitlich unterstützt.

Das schwächt meine Position nicht ab, sondern verstärkt sogar meinen Argwohn gegenüber dem Verhalten des AfD-LV Niedersachsen: Ich kann doch als Mutterpartei nicht derart drastisch eingreifen, wenn ich mit einer personellen oder auch inhaltlichen Entscheidung der Jugendorganisation nicht einverstanden bin. Mehrheitsentscheid ist Mehrheitsentscheid, und Steinke hat sich mit seinem Vorstand in einer Abstimmung durchgesetzt. (Bei SPD oder Linkspartei gibt es zum Teil noch größere inhaltliche Differenzen zwischen einem Jugendverband und der Mutterpartei; auch dort würde es skandalisiert, würde ein Politiker die Parteijugend "abschalten", weil sie Positionen oder Personen favorisierte, die dem derzeitigen Vorstand unangenehm erscheinen mögen.)

Unerwähnt bleibt bei Ihnen auch, dass es nicht nur um Steinkes Freunde bei der IB geht, sondern dass er "Demos mit dem rechtsextremen Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen organisierte"(so die Lokalzeitung), und dass gegen ihn schon Parteiordnungsverfahren anhängig sein sollen - mit seiner Wahl hat der JA-Verband sich also auch in einer AfD-internen Debatte positioniert.

Nun, ich schrieb explizit, daß es zu "kleineren, gewiß peinlichen bis dummen verbalen Fehltritten einer Handvoll JA-Mitglieder" gekommen ist. Da ich den Artikel verlinkt habe, wo ebendiese Dinge aufgezählt wurden, kann sich jeder selbst die angeblichen und tatsächlichen Verhaltensfehler durchlesen. Hier wird also nichts unter den Teppich gekehrt, aber einzelne Vorfälle auch nicht dramatisiert und überbewertet. Was Ihren Einwand anbelangt, der JA-Verband habe sich durch die Wahl des eigenen neuen Landesvorstands in einer AfD-internen Debatte positioniert – also bitte: Ist das nicht eine genuine Aufgabe einer jeden Parteijugend? Sich einbringen, anecken, Debatten anstoßen, vorantreiben, Protest üben, als Korrektiv wirken usw. usf.?

Unabhängig davon, wie man Hampels Entscheidung bewerten will - ist das nicht Lückenpresse?

Meiner Meinung nach nicht, aus o. g. Gründen.

Valjean72
13. Juli 2017 09:23

@Olaf :

„Es wird nach der BTW die wichtigste Aufgabe sein, sich von diesen Opportunisten zu trennen. Die derzeitige Schonung ist einem in Köln halbwegs gezimmerten Burgfrieden zu verdanken, wenigstens noch lebend die 5% Marke zu erreichen. Danach wird es im Gebälk krachen.“

---

Nun, dieser Aspekt könnte mich doch noch dazu verleiten, tatsächlich zur Wahl zu gehen. Sollte die AFD allerdings nach der Wahl weiterhin vor mich hin „biedern“, dann war‘s das.

@Franz Bettinger @Calculus: 

„ … Dem Rest ihres Beitrags stimme ich zu, insbesondere dass Kommunismus und Liberalismus Zwillingsbrüder sind, und zum 9/11-Komplott. Darauf sollte man immer wieder hinweisen, gerade weil bei den MSMedien 9/11 als größtes Tabu gilt. Nie wurde die Skrupellosigkeit des herrschenden Systems besser unter Beweis gestellt als durch die Inszenierung von 9/11.“

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Nun, ich stimme Calculus auch in Bezug auf den französischen Literaturwissenschaftler zu und 9/11 ist beileibe noch nicht das Ende der Fahnenstange, wenn wir über Tabus sprechen.

 

MelAmann
13. Juli 2017 09:43

@Benedikt Kaiser: Der Punkt ist doch, dass Sie einen Vorgang so verzerrt und lückenhaft schildern, dass er schön in Ihr Narrativ passt – dafür sind doch eigentlich wir Mainstream-Journalisten zuständig! ;-) Sie verschweigen übrigens auch die nicht gerade nebensächliche Info, dass Hampel selbst gar nicht die Kooperation mit der Parteijugend beenden kann. Er hat nur angestoßen, dass der nächste Parteitag darüber basisdemokratisch entscheidet. Von einem "drastischen Eingriff" oder einem "abschalten" kann man also auch nicht gerade sprechen... 

Gerrit
13. Juli 2017 09:48

Herr Kaiser,

Sie haben natürlich völlig Recht und insbesondere ihre spöttischen Bemerkung zu den bieder-konservativen FAZ-Lesern und die irritierende Reaktion der Medien auf die G20-Ausschreitungen finde ich hervorragend.

Ich möchte aber anmerken, dass die konstatierte "Distanzeritis" auch auf der rechten Seite der Rechten zu finden ist (und damit meine ich nicht den Narrenrand). Das sieht man doch hier in den Bemerkungen. Ich finde es ebenfalls völlig idiotisch, dass die AFD sich selbst beschneidet. Die Rechte kann doch nur dann Erfolg haben, wenn sie als "Volkspartei" ein weites Spektrum abdeckt. Und dieses Spektrum müsste Mitglieder des IB grundsätzlich aushalten können. Aber so eine Volkspartei müsste ebenfalls aushalten können, dass der "linke Rand" aus liberal-konservativen Leuten wie früher Lucke und heute Driesang besteht, die eigentlich nur die CDU der 80er wieder haben wollen. Es gibt in der AFD Platz für die "Patriotische Plattform", aber halt auch für die "Alternative Mitte". So viel politische Vernunft und Weitsicht vermisse ich in der gesamten Rechten. Wer sich selbst radikalisieren und in die Berghütte zurückziehen will mag das tun (ich habe da großes persönliches Verständnis für), dann muss man aber eben der Gesellschaft den Rücken zudrehen und Deutschland aufgeben.   

Monika L.
13. Juli 2017 09:53

Bis zur Wahl werde ich mich von niemandem distanzieren ! Auch wenn die verschiedenen Richtungen  sich die Köppe einschlagen und Höcke kurz vor der Wahl noch "einen raushaut"  : Ich wähle AfD, verteile Flyer und Zettel , usw. Punkt. Aus. Ende. Danach sieht man weiter.

Warum ?

Die achtjährige Tochter meiner Nichte hat manchmal Angst und auch schon Alpträume. Seit kurzem muß sie auf ihrem Weg zur Schule " an vielen dunklen Männern vorbei, die komisch reden" und auch auf den Sportplatz in der Nähe ihres Hauses geht sie nicht mehr, weil da " die Jungs Fußball spielen". Meine Nichte ist sehr lieb, tolerant und natürlich besorgt, aber man muß die Angst des Mädchens durch "offen reden" nicht auch noch verstärken. Da wird der Tochter erklärt, daß die "fremden Leute" nichts Böses wollen, vor dem Krieg geflüchtet sind und auch nur Frieden wollen. Wenn das nicht hilft, wird auch mal ein Traumfänger über das Bett gehängt. Der Mann meiner Nichte hat der Tochter auch schon erklört, dass Frau Merkel sich um dieses " Problem" kümmert.

Ich: " Ja, warum wählt ihr nicht AfD ? " Nichte: " Was, diese Rechtsradikalen ?"

ES bricht in die Mittelschichtidylle ein.

Tja, ich würde gerne die böse Großtante spielen und der Großnichte sagen: Mach' dir keine Sorgen. Den Traumfänger hängen wir ab und beten stattdessen abends zum lieben Gott. Daß er uns behütet, wo wir nichts mehr tun können. Ansonsten gibt es auch sehr nette junge Männer, die gegen die bösen Politiker was tun. Und dir helfen wollen.

Von diesem Jungen muß sich niemand distanzieren:

https://m.youtube.com/watch?a=&feature=youtu.be&v=5_X8IvvulSk

Meyer Jan
13. Juli 2017 10:20

Zustimmung Herr Kaiser.

Ja ja, das sind die deutschen Rechten mit Bahnsteigkarte und "passt mir bloß auf meine Gartenzwerge auf"......

Martin Sellner hat das gut herrausgearbeitet. Die IB schlägt die Schneisen in den Wald und rodet vor, macht quasi das Feld frei, welches die AFD dann bestmöglich bearbeiten/beackern sollte um maximale Erträge zu erzielen. Das muss ja nicht Hand in Hand passieren. Die AFD braucht nur die vorgerodeten Wälder/Flächen abgreifen. So rein zufällig, nach dem Motto "jetzt sind sie halt da", also nutzen wir die auch.

Diener
13. Juli 2017 12:14

Abronsius weist m.E. zu Recht darauf hin, dass es sich bei der AfD um eine Partei handelt. Parteien existieren in erster Linie, um bei Wahlen anzutreten und möglichst viele Stimmen auf sich zu vereinen. Erst dann wird Politik gemacht, und zwar im Rahmen des rechtlich und politisch Möglichen. Bei der Abgrenzung von wasauchimmer geht es weniger um ein Signal an die Herrschenden als vielmehr um die Verringerung der Angriffsfläche, die den Herrschenden zur Verfügung steht. Das Hauptproblem der AfD sind die vielen FAZ-Leser, mittelalte bis alte maßlos enttäuschte Liberale und Konservative, die Wehrpflicht, Atomkraft und kulturelle Homogenität mögen und mindestens 20% des Wahlvolks ausmachen. Um die muß sie werben. Nicht um die 5 % Rechtsradikalen, Neu-Rechten, Konservativen Revolutionäre, IBler etc.. Die wählen die AfD gefälligst sowieso! Weil sie nämlich verstehen, daß sich eine Partei jedenfalls derzeit nicht zu ihnen bekennen darf. Sonst verschreckt sie die wesentlich größe Zielgruppe der Ex-Unioner. Das ist gar nicht ein so großes Geheimnis?

Franz Bettinger
13. Juli 2017 12:24

@calculus:
Wünschen Sie im Ernst, die AfD gäbe es nicht? Wenn Sie deren Existenz - auch wenn die Alternativen, um Ihrem Anspruch zu genügen, nicht auf allen Seiten  glänzend genug poliert sind - wenn Sie deren Existenz in der Parteienlandschaft dieser Republik aber für wünschenswert halten, sollten Sie diese Partei dann nicht argumentativ unterstützen? Oder wenigstens wählen? Ansonsten habe ich nichts gegen die Strategie des "getrennt marschieren, gemeinsam schlagen". Wie, Sie wollen erst ins Boot springen, wenn die Stimmung gekippt ist? - In empfehle dringend: Bleiben Sie nicht passiv, schaukeln Sie mit! Dann kippt die Stimmung früher. Ich sehe und bedauere immer wieder, dass es so viele gibt, die das Pferd (AfD) schon schlachten wollen, bevor sie es ins Rennen geschickt haben. Dies, weil sie glauben, dass alle Rennen abgekartete Spiele seien. Vielleicht ist es so. Ich jedenfalls sehe keine Alternative, als nach dem einzigen Strick zu greifen, den man mir ins Loch hinab lässt, auch wenn es ein untauglicher zerschlissener Strick wäre. Bin froh, dass er da ist!

@Donna Alta:
Welchen Punkt im AfD-Programm halten Sie für so schwer verdaulich, dass er dem "kleinen Mann" den Magen verderben könnte? Dem wenig informierten Bürger (und das sind leider die meisten) liegt nicht die AfD im Magen, sondern die Propaganda-Gülle, die man täglich über diese Partei ausgießt. Die Lügen zu widerlegen, darin sehe ich vor Ort und in Foren meine Aufgabe. Ihr Problem, Donna, ist, dass Sie die Lügen glauben und daher den Identitären oder Björn Höcke nichts Gutes abgewinnen können. Der 2. Hälfte Ihres Kommentars, der sich gegen das Bashing der AfD- Funktionäre und gegen die "mutigen Nicht-Wähler" wendet, stimme ich voll zu.

@Gerrit:
"Völlig idiotisch, dass die AFD sich selbst beschneidet. Die Rechte kann doch nur dann Erfolg haben, wenn sie als Volkspartei ein weites Spektrum abdeckt." Ja. Volle Zustimmung!

Der_Jürgen
13. Juli 2017 13:13

Zur Debatte über die AFD, an der sich die Gemüter erhitzen:

Natürlich ist es gut, dass es diese Partei gibt und dass sie, wenn nicht tolldreist betrogen wird (was ich technisch nicht für möglich halte), im September in den Bundestag einziehen wird. Dass in der AFD enorm viele echte Idealisten und Patrioten aktiv sind, denen es nicht darum geht, an den Fleischtöpfen mitschmausen zu können, steht ausser Frage, ebenso wie die Ehrlichkeit von Menschen wie Höcke oder Poggenburg ausser Frage steht.

Es sei aber eindringlichst vor Illusionen gewarnt. Zunächst einmal ist die Spitze um Petry und Pretzell ersichtlich nicht sauber, wie hier schon oft festgestellt wurde. Zweitens enthält das AFD-Programm immer noch grausige Dinge wie ein Bekenntnis zu Nato und Westbindung. Drittens wird die AFD für die Herrschenden zwar ein lästiger Stein im Räderwerk sein, sie aber nicht zu einer nennenswerte Aenderung ihrer Politik veranlassen können.

Eine im Bundestag vertretene AFD macht ausserparlamentarische Aktivitäten wie die der Identitären, von Schnellroda, Pegida und Einprozent in keiner Weise überflüssig. Dass die Rettung Deutschlands durch Wahlen bewerkstelligt werden könne, werden hier wohl nur die wenigsten glauben.

@Gerrit

Knallharter Widerspruch gegen Ihre These, die AFD brauche mehrere Flügel, darunter einen zentristischen und wirtschaftsliberalen. Solche Leute sind nur ein Klotz am Bein. Zentrismus und Wirtschaftsliberalismus haben ausgespielt, basta. Eine Opposition, die keine Fundamentalopposition ist, ist unter den heutigen Umständen überhaupt keine. Wie @Monika L. richtig festhält, werden wir nach den Bundestagswahlen klarer sehen. Dann wird sich die Spreu wohl schon bald vom Weizen scheiden.

ws
13. Juli 2017 13:43

Abronsius: In praktischen Fragen ist das IfS-Umfeld einfach untauglich

Gerrit: "Distanzeritis" auch auf der rechten Seite der Rechten zu finden“

Volle Zustimmung!

deutscheridentitärer
13. Juli 2017 18:18

"Was hätte das an der Grundintention des Blogbeitrags geändert? Steinke ist natürlich austauschbar, und um seine Person geht es mir auch überhaupt nicht"

Wobei noch zu ergänzen ist, dass Steinke ein ganz hervorragender und untadeliger junger Mann ist, was den ganzen Vorgang zusätzlich bitter macht.

"Die achtjährige Tochter meiner Nichte hat manchmal Angst und auch schon Alpträume. Seit kurzem muß sie auf ihrem Weg zur Schule " an vielen dunklen Männern vorbei, die komisch reden" und auch auf den Sportplatz in der Nähe ihres Hauses geht sie nicht mehr, weil da " die Jungs Fußball spielen". Meine Nichte ist sehr lieb, tolerant und natürlich besorgt, aber man muß die Angst des Mädchens durch "offen reden" nicht auch noch verstärken. Da wird der Tochter erklärt, daß die "fremden Leute" nichts Böses wollen, vor dem Krieg geflüchtet sind und auch nur Frieden wollen. Wenn das nicht hilft, wird auch mal ein Traumfänger über das Bett gehängt. Der Mann meiner Nichte hat der Tochter auch schon erklört, dass Frau Merkel sich um dieses " Problem" kümmert."

Wahnsinn. Einfach nur noch pervers. Aber gut, in anderen Familien werden Kinder vielleicht wegen solchen Empfindungen als Rassisten hingestellt, könnte ich mir gut vorstellen.

Paracelsus
13. Juli 2017 23:19

Vielleicht würde es Kräfte sparen, wenn man nicht wieder und wieder sich an der Ungerechtigkeit aufreibt, dass die "öffentliche Meinung" mit zweierlei Maß mißt. Es IST nun einmal so. Die Linken wollen nun schließlich das Gute, und wenn sie dabei Fehler machen, macht doch jeder. Die Rechten SIND aber einfach die Bösen, die Gewalttäter... Es ist eine reine MACHTfrage, und als machtlose Seite sich immer und immer wieder darüber aufregen...?

Angesichts der medialen Abschaltung der AfD - wann war der letzte AfDler in einer talkshow? wann wurde von Parteibeschlüssen und -zielen berichtet? - und der ganz überwiegenden Skandalisierungsberichterstattung, z.B.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article166601645/AfD-Abgeordnete-schlaegt-vor-Pluenderer-zu-erschiessen.html

verstehe ich grundätzlich das Bedürfnis, die Angriffsflächen für die Propagandisten möglichst klein zu halten. Was dann hinten rauskommt? Wer weiß, letztlich ist auch das abhängig davon, welches Nudging angewandt wird und ob das gelingt. Bekanntlich werden Behauptungen dann geglaubt, wenn man sie nur oft genug wiederholt.

Der SPIEGEL zitiert in seinem aktuellen Biografie-Heft Helmut Kohl, S. 130 "HK über den SPIEGEL":

"Es gibt in Deutschland Druckerzeugnisse, bei denen man sich immer, wenn man sie liest, fragen muss, wie es eigentlich möglich ist, dass es mich noch gibt." - Es wird nicht vermerkt, von welchem Jahr der Satz ist, aber ich lese ihn doch so, dass darin das Empfinden zum Ausdruck kommt, dieses Pressseorgan arbeite an der Auslöschung oder Vernichtung der betreffenden Persönlichkeit. - Hat er übertrieben? Oder gehört eine geistig-mörderische Arbeitsweise wesenhaft zur journalistischen Arbeit dazu ?

Nautilus
14. Juli 2017 00:43

es wird bei diesen Thema viel zu theoretisch argumentiert. Wenn man am Infostand der AFD steht, muss man den Bürger plausibel machen, warum man die AFD wählen soll und nicht diese Kartellparteien. Der ganz normale Bürger hat von diesen Themen keine Ahnung.  Am Abend sitzen die meisten Bürger vor der Klotze, und konsumieren  die Tagesschau und dann glauben sie diesen ganzen Rotz auch noch. Das was man hier auf Sezession bespricht und disktutiert, würde den normal Bürger völlig überfordern. Wenn hier jemand schreibt... Raus aus der Westbindung, raus aus der Nato. Es tut mir Leid aber das ist  dem Bürger nicht vermittelbar. Selbst der Austritt aus dem Euro würde in der Bevölkerung keine Mehrheit finden. Das eine ist die Theorie, die Praxis sieht aber ganz anders aus. Wir haben es mit einem Volk zu tun, das seit Jahrzehnten dumm gemacht wurde.. Das bitte ich hier einmal zu berücksichigen.

Monika L.
14. Juli 2017 09:15

@deutscher Identitärer

Ich bin froh um jede starke Frau in der AfD und bei den Identitären. Auch wenn versucht wird, diese Frauen als rechte Dummchen darzustellen Zuletzt in dem arte Beitrag von Manuel Gogos. Dort Paula Winterfeld und Melanie Schmitz als Zierrat  der Rechten Männer. Die Masseneinwanderung wird aber gerade die jungen Frauen in Deutschland und Europa vor massive Probleme stellen. Es macht mich nur noch wütend, wenn ich solche Beiträge in einer ehemals seriösen Zeitung lesen muß:

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/ein-flirtkurs-fuer-fluechtlinge-15097150-p3.html?printPagedArticle=true#pageIndex_3

Ein Flirtcoach will ' Flüchtlingen' helfen, deutsche Freundinnen zu finden ! Das Problem ist, dass die Frauen wenig Interesse haben. Weiteres Problem: Wenn die deutschen Frauen die gecoachte Anmache dennoch ablehnen, entsteht Frust.

Welches Frauenbild wird hier eigentlich propagiert ? Warum geht keine Feministin auf die Barrikade ? Bei mir kommt an: die triebgebeutelten jungen Männer lernen, wie man eventuell an eine deutsche Frau rankommt, ohne zu direkt vorzugehen. Nach zwei Jahren mit einer dummen Schlampe kommt dann sie eigene Sippe mit jungen Frauen nach. Und man  bekommt die Jungfrau. 

Und dann regt man sich über die " naiven" Frauen bei den Identitären auf ! Aber Hallo.

deutscheridentitärer
14. Juli 2017 10:14

@MelAmann

Schön, dass Sie sich hier zu Wort melden. Ihr Buch hat mir gefallen.

@donna_alta

"Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, dass es manchem “Funktionär“ der AfD wirklich um diese Partei gehen könnte"

Dem ein oder anderen vermutlich schon, aber die meisten Distanzierungen geschehen meiner Meinung nach schon aus Opportunismus und mangelnder Prinzipientreue (bzw. mangels Prinzipien).

"Tut mir leid, aber ich habe es im Kollegenkreis und im Gespräch mit Freunden und Bekannten meist mit dem “kleinen Mann“ zu tun und sehe die Dinge mit diesem Pragmatismus und nicht aus einer “intellektuellen Blase“ heraus. All die Vorbehalte der Wähler gegen die AfD werden nicht aufgelöst, wenn man mit “mehr“ Björn Höcke oder der IB innerhalb der AfD argumentiert"

Meine Erfahrung - wenn auch nicht am Wahlkampfstand -  ist eine etwas andere. Richtig scheint mir, dass insbesondere "Höcke" viel Schaden angerichtet hat. Allerdings nicht etwa etwas konkretes, was Höcke gesagt hat, sondern allein der Name Höcke als medial gebranndmarkter Vertreter der Rechtsextremen in der AfD, wegen derer man diese Partei als anständiger Mensch nicht wählen dürfte. Fragt man nach, was Höcke denn so rechtes gesagt hätte, kommt in den meisten Fällen gar nichts mehr. Wenn also Höcke sich auch in mir unverständlicherweise einige taktische Schnitzer geleistet hat (allerdings hat er auch als Einziger in konstruktiver Form Schadensbegrenzung betrieben), so liegt doch die Vermutung nahe, dass ein anderer an seine Stelle getreten wäre, wenn er sich hier und da zurück gehalten hätte. Dass den Medien die Dämonisierung Höckes so gelang, lag auch entscheidend an dem mangelnden innerparteilichen Rückhalt für Höcke, der den Eindruck vermittelt hätte, an dem medialen Dauerfeuer müsste dann ja schon etwas dran sein. Zudem gibt es mMn einen Unterschied zwischen manch unnötiger Höcke-Äußerung und der IB; ersteres waren unnötige Provokationen, die der IB sind taktisch kalkuliert.

"Vielleicht ist Ihnen nicht entgangen, welche Turbulenzen die Äußerungen von Petr Bystron zur Nähe von IB und AfD ausgelöst hatte. "

Welche Turbulenzen denn? Es gab eben den erwartbaren Sturm im Wasserglas. Gerade hier hat man doch sehen können, wie man aufrecht durch so einen versuchten shitstorm geht und ihm dadurch von vorneherein den Wind aus den Segeln nimmt. Bystrons Verhalten fand ich inhaltich und taktisch vorbildhaft.

@RMH

"Die IB täte gut daran, von ihren Aktivisten eine Partei-Askese und eine Partei-Karenzzeit von mindestens 2 Jahren zu verlangen, bevor hier jemand mitmischen darf. Die Reinheit eines Ordens wäre der Aufgabe würdig - ergo keine Sprungbrettmöglichkeit in irgendein bequemes Parteibett oder sonstige Profilierungsmöglichkeiten für Karrieren."

Sie haben völlig Recht. Danke, dass Sie das so klar formulieren. Man ist ja als Mitglied der einen oder anderen Organisation immer etwas in seiner Eitelkeit gekränkt, wenn eine andere Organisation, die man als weltanschaulich verwandt empfindet, nicht so will, wie man selber. Aber dass kann natürlich keine Grundlage sein.  Nichtmal die FPÖ hat sich zur IBÖ "bekannt".

Monika L.
14. Juli 2017 11:06

@Nautilus

Nicht so theoretisch argumentieren:                             

"Schreckliche Verfolgungsjagd an Essener S-Bahnhof – junge Frau wird in Grünanlage missbraucht" (hier); "Mitten in der Innenstadt: Junge Frau bei Überfall verletzt" (hier); "Mann von mehrköpfiger Personengruppe ausgeraubt" (hier), "Mann" schlägt und bedrängt junge Frau (hier); "Schülerin mit Messer bedroht und ausgeraubt" (hier); "Im Krankenhaus überfallen und beraubt" (hier); "17jähriger bei Messerattacke verletzt" (hier); "Südländer belästigt 66jährige sexuell" (hier); Drei Männer werfen Frau zu Boden und begrapschen sie (hier). Bemerkenswert auch dieser Fall: Mamadou G., 37. Stiefvater einer fünfjährigen Tochter, schlug das Kind mit Hammer, Stock und Gürtel, verbrühte es und bekam dafür vom Amtsgericht Berlin die drakonische Strafe von zwei Jahren Bewährung wegen "schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen, gefährlicher Körperverletzung und Fürsorgepflichtverletzung" aufgebrummt (immerhin hat er das deutsche Balg nicht umgebracht). Dem Richter versagte laut Bild bei der Urteilsverkündung fast die Stimme: "Die Fotos mit den Verletzungen des Kindes kriege ich nicht aus dem Kopf. Dazu die dramatischen psychischen Folgen. Angeklagter, was Sie getan haben, ist ein Verbrechen." Warum er das Schwein dann nicht eingesperrt hat? Vielleicht weil der Mann aus Gambia seine Stieftochter immer wieder rituell verprügeln musste, denn sie hatte "rote Dschinn in Menschengestalt mit Hörnern" herbeigerufen...

Sicherheit ist die soziale Frage dieser Zeit. Die sozial Schwachen sind dem importierten Gelichter hilflos ausgeliefert. Jeden Tag kommen ein paar hundert Opfer und ein paar tausend Eingeschüchterte hinzu, doch die staatliche Dressur sitzt. Außer der AfD (bei der CSU weiß man's nicht so genau) sind alle Parteien für eine Fortsetzung der Masseneinwanderung und gegen Obergrenzen. Trotzdem kann die Frau im Kanzleramt laut Umfragen bei der Bundestagswahl mit bis zu 40 Prozent der Stimmen rechnen. Die kollektive Irrsinnsgeneigtheit ist diesem Volk seit ca. 1918 fest in seine Mentalität, die natürlich nur ein soziales Konstrukt ist, eingeschrieben. 1944 waren die braven Deutschen ja auch fast alle sauer auf Stauffenberg, obwohl ihnen täglich Bomben auf die Städte geschmissen wurden und der Russe gefährlich näher kam."

aus Klovovsky , acta diurna Juli 17

Bei der " kollektiven Irrsinnsgeneigtheit" sollten die wenigen hier einen kühlen Kopf behalten . Keine Distanzierung mehr !

Heinrich Brück
14. Juli 2017 13:06

Eine letzte Anmerkung zur AfD, danach wird mich diese Partei nie wieder interessieren. Im September einen netten Spaziergang machen, ein Kreuzchen bei der AfD (sogar einige Verwandte und Bekannte dazu animieren können), und dem Idealismus vieler Mitglieder und Unterstützer ist entsprochen.

Klonovsky ist als barocker Ästhet durchaus zu genießen, aber politisch bleibt er im demokratischen System und seiner Funktionsweise desorientiert. Weil die AfD in der Oppositionsrolle gegen die Masseneinwanderung ist, so die Schlußfolgerung, ist sie es auch in Regierungsverantwortung. Und was wäre die Demokratie ohne Adolf? Und natürlich muß die Demokratie zu ihrem Recht kommen, auch wenn das Volk in die Hölle fährt. Wenn die Mentalität des Volkes undemokratisch ist, dann bin ich für die Bewahrung der Mentalität - in einer ihr gemäßen Form. Nicht in einer demokratischen Selbstmordform! Diese Dinge kapiert auch Klonovsky, aber es fällt ihm dazu nichts ein. Doch: Stauffenberg! Noch so ein Ästhet, diesmal in Uniform, und was für ein gelungenes Attentat er doch bewerkstelligen konnte...

Wahlen. Man muß es sportlich nehmen. Entweder Merkel und Genossen stellen die Regierung, dann werden sie weitermachen. Oder aus der Opposition wird die Regierung, natürlich erst nach gelungener Integrationsleistung ins System, dann geht es auch weiter im Drehbuch. Der Wahlberechtigte hat die Demütigung noch nicht verstanden, die komplette Instrumentalisierung (hier fällt mir ein passenderes Wort ein) seiner Person.

Franz Bettinger
14. Juli 2017 13:19

@Deutsch-Identitärer:
Ich stimme Ihnen zu und möchte eine Lanze für Höcke brechen, der auch auf diesem Forum unterschwellig immer wieder kritisiert wird. Es gibt (nach meinem Kenntnisstand) nichts, aber auch gar nichts an Höckes Aussagen, was ich für kritikwürdig halte. Es war von Anfang an ein Fehler, dem Shit-Sturm der MSMedien durch Wegducken , Zurücknehmen und Relativieren ausweichen zu wollen. Die AfD hätte zu Höcke stehen müssen, ihn konsequent verteidigen müssen, was nicht schwer gewesen wäre. Den Gegner immer wieder mit Sachfragen in die Enge treiben. Das wäre dem sehr unangenehm geworden. Die Linken hätten ja weiter mobben müssen, da wir nicht kapituliert hätten. Der "kleine Mann" hätte dadurch nichts abhaken können und allmählich gemerkt, dass die AfD standhaft ist und sachlich recht hat. Wenn wir zurückrudern und einknicken, geben wir den Diffamierern formal recht, und das darf nicht sein. Wie gesagt, der Wahlspruch muss sein, den Stier bei den Hörnern zu packen; nicht, ihm auszuweichen.

Nautilus
14. Juli 2017 15:10

@Monika L.

Sie haben mich missverstanden, den ich bin auch gegen diese ewigen Distanzierungen. Mein Kommentar bezog sich gegen Forderungen die nicht einmal im Ansatz mehrheitsfähig sind . Ich habe zuvor einige genannt. Um das geht es mir. Auf der einen Seite die Theorie und auf der anderen Seite die Praxis. Ich habe kein Wort von Distanzierung geschrieben.

calculus
14. Juli 2017 15:46

@Franz Bettinger

Wünschen Sie im Ernst, die AfD gäbe es nicht?

Merken Sie nicht selbst den inneren Widerspruch Ihrer Frage?

Der Verlag Antaois bewirbt Armin Mohler: Gegen die Liberalen (noch nicht gelesen, steht aber ganz oben auf dem Zettel, https://antaios.de/gesamtverzeichnis-antaios/reihe-kaplaken/1103/gegen-die-liberalen) mit

Eine treffsichere "Liberalenbeschimpfung" und ein typischer Mohler: Man liest und weiß, daß man rechts ist - oder eben nicht.

Hoffentlich steht alsbald ein Paradigmenwechsel ins Haus. Es sind die jungen Leute, die das vollziehen müssen und werden. Wir alten Räsonierer sind dann sowieso abgehängt. Eine Idee davon bekommt man, wenn man Herrn Sellner im direkten Dialog mit einem der Strauchdiebe sieht, die meinen, sie hätten ein Anrecht auf alles:

https://www.youtube.com/watch?v=4nG5WEE7m4s

Zugezogener Hesse
14. Juli 2017 16:57

Den Kernsatz - und damit das Wichtigste, trotz, aller gut gemeinten Beiträge, von "Flügeln" bis "kleiner Mann" - hat @deutscheridentitärer gesagt:

"Dass den Medien die Dämonisierung Höckes so gelang, lag auch entscheidend an dem mangelnden innerparteilichen Rückhalt für Höcke,..."

Es gibt nämlich nicht nur in der Öffentlichkeit zweierlei Maß für linkes und rechtes Handeln, sondern auch zweierlei Maß an Solidarität mit den politisch Nahestehenden auf der linken und der rechten Seite.

Deshalb ist der Artikel von Benedikt Kaiser notwendig und das Vorhaben von Paul Hampel im wahrsten Wortsinn "parteischädigend".

Abgesehen von der Berechtigung von Flügeln - auch bei der AfD - scheut sich nämlich gerade der kleine Mann, Parteien mit innerem Streit wegen Distanzeritis zu wählen.

So gesehen bin ich nunmal halt ein kleiner Mann. Und es ist anmaßend, vor der Wahl beurteilen zu wollen, ob fehlender Rückhalt oder Maistream-Hörigkeit mehr kleine Männer in ihrer Wahlentscheidung beeinflussen.

Bran
14. Juli 2017 20:00

Bemerkenswert, wie unter einem Artikel wie diesem noch immer Leute darüber hadern, dass dieser AfDler das und jenes falsch gemacht, die IB sich diesen Schnitzer geleistet und Höcke genau das Fettnäpfchen getroffen habe. Wäre das Alles nicht gewesen, ja, dann wäre die AfD schon lange anerkannt, die IB bewundert und die Neue Rechte Massentauglich...

Tut mir leid, Euch das als ehemals radikaler Linksautonomer sagen zu müssen, aber die Linke hat ihre Deutungshoheit eben genau nicht deshalb erreicht, weil sie sich mit solchem Gemäkel aufhielt. Sie hat sich mit turnschuhtragender Rotzigkeit à la "mit Verlaub Sie sind ein Arschloch, Herr Präsident.", militanten Aktionen, Aufdringlichkeit, einem völligen Mangel an Entschuldigungen und Distanzierungen etc. durchgesetzt. Die Linke war so schamlos wie man nur sein kann.

Mir ist bewusst, dass man als seriöser Rechter niemals die genau selben Mittel, diese Dummdreistigkeit und die ständige Attitüde des 16-jährigen Problemkindes pflegen kann. Aber aufhören, sich von den eigenen Schmuddelkindern zu distanzieren und sich jeweils gerade machen, wenn die BILD und der Spiegel aufheulen, das kann man durchaus.

Lotta Vorbeck
14. Juli 2017 22:49

@calculus - 14. Juli 2017 - 03:46 PM

...


Hoffentlich steht alsbald ein Paradigmenwechsel ins Haus. Es sind die jungen Leute, die das vollziehen müssen und werden. Wir alten Räsonierer sind dann sowieso abgehängt. Eine Idee davon bekommt man, wenn man Herrn Sellner im direkten Dialog mit einem der Strauchdiebe sieht, die meinen, sie hätten ein Anrecht auf alles:

https://www.youtube.com/watch?v=4nG5WEE7m4s

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Danke für den Link - ein Klasse Video!

Da hat sich der Martin Sellner (in einer Fremdsprache) am heutigen Tage auf RT International wahrlich wacker geschlagen!

Auch die inzwischen unter dem Video hinterlassenen Kommentare sind in überwiegender Mehrheit pro Martin.

Jürg_Jenatsch
14. Juli 2017 23:52

Ich bin der Ansicht, daß Bran vollkommen richtig liegt, denn genauso habe ich es unter den Linken erlebt. Im Zweifelsfall, wird über ideologische Gräben (die ohnedies nur Grade der Radikalität beinhalten) und organisatorische Grenzen hinweg, gemeinsam agiert. Differenzen werden untereinander geklärt und weniger im Licht der Öffentlichkeit. Die Linke kennt gegen den äußeren Feind soetwas wie Solidarität. Hinzu kommt die Möglichkeit auch ind der sogeannten bürgerlichen Mitte zu agieren und diese zu instrumentalisieren. Schon vor mehr als 10 Jahren hat mir ein Linksparteifunktionär lächelnd gesteckt, daß man ohnedies auch die Cuckservative von der CDU/CSU in der Tasche habe, da diese mehr als bereit sind, zusammen mit radikalen Linken gegen Rechts zu agieren. Um derart heterogene Bündnisse zu schmieden, müssen die Linken aber vor allem zunächst eine weitreichende Solidarität im eigenen Bereich herstellen, so daß schlußendlich auch die CDU/CSU anschlußfähig ist und sich in ein Bündnis mit Linkspartei, Antifa, Jusos, Falken und dergleichen mehr einreiht. Wie Kleine-Hartlage zu Recht festgestellt hat, praktiziert die Rechte seit 45 die Kultur die Spucken und des Bespucken. Andere, ein klein wenig radikalere Mitstreiter werden erbarmungslos der Linken zum Fraß vorgeworfen, obwohl dies letztendlich keine Erfolg zeitigt, da man nur das bereits vermutete Urteil in den Augen der Öffentlichkeit bestätigt. Obwohl die Anbiederungs- und Unterwerfungsstrategie mitsamt der Distanzertis von anderen Rechten seit Jahrzehnten erprobt und erfolglos war, wird sie vollumfänglich weiter praktziert. Man kann Höcke intern durchaus taktische Fehler vorwerfen, obwohl er in der Sache recht hat. Das Geraderücken der Geschichte sollte er aber besser den Historikern, wie Dr. Scheil überlassen, da diese parteiunabhängig und mit dem nötigen profunden Faktenwissen agieren können. Trotzdem darf man keine Angriffe von außen durch interne Distanzierungen verstärken und so den Eindruck erwecken, daß es sich bei ihm um einen ganz gefährlichen Zeitgenossen handelt. Das ist nicht nur menschlich unanständig, sondern auch im Hinblick auf eine erfolgreiche politische Taktik vollkommen kontraproduktiv. Es wird Zeit, daß die Rechte lernt, daß Solidarität unter weitgehend Gleichgesinnten die Grundlage erfolgreicher politischer Arbeit ist. Man kann ja durchaus getrennt marschieren, aber schlagen muß man vereint. Es ist daher notwendig Kameradschaft zu üben. Das ist unsere Form der Solidarität.

Klaus D.
15. Juli 2017 11:08

@Zugezogener Hesse, @Bran

"... mangelnden innerparteilichen Rückhalt für Höcke  ..."

Das Schlimme ist, diese Distanzeritis fängt ja oben schon an, bei der, na wie heißt sie noch gleich, ja richtig, Frauke Petry (wenn ich den Namen schon höre ... ). Und wenn diese Typen es nur aus Karrieresucht machen würden, könnte man es ja vielleicht noch verstehen, aber für mich es gibt nur einen Grund: Sie handeln im Auftrag, die AfD soll ins System eingefügt werden.

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