29. August 2017

Jetzt erst recht: Sieferle lesen!

von Nils Wegner / 11 Kommentare

Seit gestern in der Auslieferung: Das "Sieferle lesen"-Sonderheft der Sezession antwortet auf eine konkrete Lage – und thematisiert das hochproblematische Verhältnis der Deutschen zu sich selbst. Worum geht es?

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Das Ende Juni, zum ersten Höhepunkt des "Skandals" um Rolf Peter Sieferles Finis Germania, erstmals angekündigte Sonderheft »Sieferle lesen« ist seit Montag auf dem Weg zu den Vorbestellern. Das sind bereits mehr als 900 an der Zahl – greifen auch Sie jetzt zur Themennummer mit Grundlagen und Hintergründen zur Causa!

»Sieferle lesen« umfaßt 52 Seiten und kostet lediglich 8,50 Euro. Was aber steckt drin in dieser »Aufbereitung einer bundesdeutschen Farce«?

+ In seinem Editorial wirft Erik Lehnert ein Schlaglicht auf die Fragen, die Sieferles postumes Werk an die Nachwelt stellt. Worum genau geht es, was sind die Folgerungen des offen zutage liegenden Migrationsproblems, und welche Prognosen bieten sich für das deutsche Volk?

+ Michael Wiesberg liefert eine systematische Werkschau. Rolf Peter Sieferle war zeitlebens ein ausgesprochen produktiver Publizist, dessen Denkarbeit sich von Karl Marx' Revolutionstheorie über die Denker der Konservativen Revolution als Protagonisten einer "Gegenmoderne" bis hin zu Fragen von Nachhaltigkeit, politisch-ökologischer Stabilität und kultureller Resilienz erstreckte. »Zwischen Behemoth und Leviathan« liefert eine dichte Einführung in Leben und Werk Sieferles, die auch und gerade vor dem Hintergrund der geplanten Sieferle-Gesamtausgabe aus dem Hause Manuscriptum von besonderem Wert für den Leser ist.

+ Eben diesen "Skandal" hat Benedikt Kaiser in einer Verlaufsschilderung noch einmal ausführlich nachgezeichnet. Alles begann mit den Verhandlungen zwischen den Hinterbliebenen und den Verlagen Antaios und Manuscriptum über die Drucklegungen der nachgelassenen Schriften Finis Germania und Das Migrationsproblem; zeitgleich erschienen einige positive Nachrufe auf den im September 2016 verstorbenen Historiker. Von diesem Zeitpunkt an sollte alles seinen vereinbarten Gang gehen – bis als erster Schritt Jan Grossarths als Nachruf getarnte postume Verleumdung in der FAZ sowie als endgültiger Dammbruch Andreas Speits aufgebrachtes Alarmgegacker in der taz Aufmerksamkeit, Aufregung und Bestellaufkommen in ungeahnte Höhen schnellen ließen. Kaisers Zeitschiene macht deutlich, wie das BRD-Feuilleton (und die Nachbeterei im nahen Ausland) funktioniert – Bilder eines Scheiterns.

+ Mit Regina Sieferle hat sich die Witwe des Universalhistorikers den Fragen Erik Lehnerts gestellt. Ausführlich geht es um die Studienzeit Sieferles im roten Heidelberg, seinen politischen Weg von dort bis hin zur Konservativen Revolution und dem Epochenwechsel sowie private Sichtweisen auf den Charakter und das Wesen des Autors. Nicht zuletzt Regina Sieferles Eindrücke von der infam-selbstherrlichen Pressekampagne gegen ihren verstorbenen Mann sind wichtig, um die ganze Tragweite des "Sieferle-Skandals" erfassen zu können.

+ Michael Klonovsky hat sich in seinem digitalen Tagebuch bereits mehrfach zur Sieferle-Hysterie zu Wort gemeldet. Im Sonderheft der Sezession findet sich sein endgültiges Verdikt über die braven Tinten- und Tastaturritter in den deutschsprachigen Redaktionsstuben, die ihre aus dpa-Meldungen und Satzbaukasten-Phrasen bestehende Deutungshoheit zerstieben sehen und ihre verbliebenen Brosamen nun mit Zähnen und Klauen selbst noch gegen einen Toten zu verteidigen suchen; wie alles aus Klonovskys Feder ein Lesegenuß.

+ Götz Kubitschek kommentiert aus Verlegersicht einige auch in der etablierten Berichterstattung über den "Fall Sieferle" oft gestellte – und in der Regel falsch beantwortete – Fragen zur Sache. Dort finden Kunden, sonstige Interessierte und auch die neugierigen Nasen der anderen Feldpostnummer denn auch endlich aktuelle Verkaufszahlen sowie die eine oder andere Andeutung hinsichtlich des nächsten Streichs, der gewiß wieder für eine Menge Rauschen im Blätterwald (und auf manchen Straßen) sorgen wird...

+ Auch Raimund Th. Kolb, der langjährige enge Freund der Sieferles und Autor des Nachworts zu Finis Germania (das es laut Gustav Seibt ja angeblich gar nicht gibt...), hat zur Feder gegriffen und zwei Grundlagenbeiträge zu Leben und Werk des Inkriminierten beigesteuert. Während ein umfassender Text den Stellenwert von Natur und Umwelt im politischen Denken Sieferles thematisiert, skizziert Kolb im zweiten Beitrag die psychologisch-publizistischen Mechanismen hinter den Kritiken, denen sich der Autor auch schon zu Lebzeiten ausgesetzt sah. Der Umgang der Presselandschaft mit dem unbequemen Denker Sieferle zeige demnach alle Züge des vom Historiker Richard Hofstadter erstmals beschriebenen "paranoiden Stils" in Politik und Propaganda.

+ Der Autor dieser Zeilen widmet sich prominenten Fällen der letzten Jahre und Jahrzehnte, in denen sich eigentlich etablierte und arrivierte Vertreter des politischen und akademischen Betriebs in Deutschland urplötzlich draußen vor der sprichwörtlichen Tür wiederfanden, nachdem sie einen falschen Satz geäußert (oder das nach allgemeiner Übereinkunft Richtige gerade nicht geschrieben) hatten. Hier wird ein weiterer Mechanismus erkennbar: Der psychologische Kompensationsmechanismus der kognitiven Dissonanz läßt nur zwei Möglichkeiten – die eigene Meinung oder die aller anderen zu ändern. Wo an die "Heiligen Kühe" des bundesrepublikanischen Selbstverständnisses gerührt wird, wird der meist einsame "Ketzer" zur Abschreckung aller öffentlichkeitswirksam geopfert; eine Strategie, die bei Rolf Peter Sieferle ebensowenig verfangen hat wie etwa zuvor bei Thilo Sarrazin.

+ Mit Thomas Hoof hat sich auch der Leiter des Manuscriptum-Verlags, in dem Das Migrationsproblem erschienen ist, zu einem Gespräch bereitgefunden. Es geht um das Werk des Denkers, Hoofs Stellung dazu und insbesondere die Bedeutung kultureller Nachhaltigkeit gerade in der jetzigen Zeit. Sieferle hat sein möglichstes getan, die »moralischen Nebelbänke« zu zerstreuen – nun geht es darum, frei nach Jan Grossarth weitere »Tunnel in die bürgerliche Intelligenz« zu bohren.

+ Als Biograph des streitbaren Historikers Ernst Nolte war Siegfried Gerlich geradezu berufen, sich dem großen Aufhänger der versuchten Sieferle-Erledigungen zu widmen: dem Gebrauch des Terminus vom "Mythos Auschwitz". Gerlich dokumentiert die Genese und den ständig weiter verengten Sinngehalt dieses Begriffs von seinen Anfängen in den 1970er Jahren über Singularitätsdebatte und Historikerstreit bis hin zu den zeitgenössischen, nüchternen Einlassungen gelehrter Stimmen wie des Politologen Norman Finkelstein oder des Schuldkult-Theoretikers Pascal Bruckner.

+ Die abschließenden Seiten gehören wiederum Erik Lehnert. Er betrachtet die literarische Gattung der "Nachtgedanken", in die etwa ein Rüdiger Safranski Sieferles nachgelassenes Werk einordnete. Doch ist dieses Etikett gerechtfertigt? Nicht nur unter Rückgriff auf die Ur-Nachtgedanken des englischen Dichters Edward Young, sondern auch mit Bezug auf Heinrich Heine weist Lehnert nach, daß die Reduktion von Finis Germania auf bloßen Pessimismus und Resignation weit danebengeht: Worum sollte es schon anders gehen, als darum, alle Erreichbaren (und, idealerweise: die Richtigen) zu erschüttern und aufzurütteln?

Die Bestellung sowie eine Einsicht in das Inhaltsverzeichnis sind hier möglich.

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Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Kommentare (11)

niekisch
17. August 2017 12:49

"Finis Germania"?

Wenn auch meine Lateinbemühungen Jahrzehnte zurückliegen, so wundere ich mich doch jetzt ganz spontan: das Ende Deutschland? Ist Deutschland das Ende für andere Menschen oder Nationen? Das kann Rolf Peter Sieferle doch nicht gemeint haben, vielmehr "Finis Germaniae", das Ende Deutschlands.

Da er sich in die Große Armee der Vielen begeben hat, die mit Herzblut oder Blut um Deutschland rangen, lassen wir seinen reinen Willen unangetastet.

Wegner:

Offenbar sollten Sie das Sonderheft besonders dringend lesen. Oder einen der zwei Dutzend Blogbeiträge zum Thema aus den letzten zwei Monaten.

Harm Wulf
17. August 2017 19:39

So, die Bestellung ist raus..

Mal was anderes: Mir ist aufgefallen, wenn man bei Google "Sezession" eingibt, erhält man einige allgemeine Begriffserklärungen und die obligatorischen linken Seiten, die gegen Schnellroda und das IfS hetzen.

Aber kein Link zu diesem Forum mehr. Man muss schon bisschen suchen und direkt SiN eingeben. Heute Vormittag war das noch anders. Seltsamer Zufall, oder?

Wegner:

Das Problem gibt es immer mal wieder, allerdings nur mit Google. Was ist die Lösung? Kein Google benutzen. Zur derzeit nächstliegenden Alternative geht es hier entlang: https://duckduckgo.com/?q=sezession&t=h_&ia=web

niekisch
17. August 2017 20:13

"Offenbar sollten Sie das Sonderheft besonders dringend lesen. Oder einen der zwei Dutzend Blogbeiträge zum Thema aus den letzten zwei Monaten."

@ Nils Wegner:

Bisher habe ich den Scholdt - Aufsatz in Nr. 79 gelesen. Mal sehen, welchen weiteren Texten ich mich noch zuwende. Darf ich um Aufklärung bitten, warum das Lesen des Sonderheftes für mich besonders dringlich sein soll?

Wegner:

Die "Frage" des Buchtitels wurde hier und anderswo über Monate diskutiert und wird mit dem Sonderheft hoffentlich endgültig beigelegt.

@ Harm Wulf:

Das habe ich heute auch festgestellt. Sonst kam unter "Sezession" immer ganz oben die Hauptseite, jetzt nur bei Eingeben von "Sezession.de"

Harm Wulf
17. August 2017 22:07

@Nils Wegner: Danke für den Tip

Der Feinsinnige
17. August 2017 23:29

Auf das Sonderheft bin ich sehr gespannt und werde es selbstverständlich bestellen und lesen. Vielen Dank schon im voraus dafür!

Zum Problem der heute wieder einmal zeitweise nicht auffindbaren Sezession im Netz:

Das Problem existiert(e) nicht nur bei Goggle, sondern auch bei der meinerseits meist benutzten Suchmaschine „Mozilla Firefox“. Dem Wikipedia-Eintrag zufolge dürfte Mozilla Firefox eigentlich nicht mit Google zusammenhängen (aber ich habe insoweit keinerlei konkrete Kenntnisse). Gibt es eine Erklärung für diese zeitweisen Ausfälle der Auffindbarkeit von Sezession im Netz? Mir ist am heutigen Tag eine solche Phase der Nichtauffindbarkeit in diesem Jahr bereits zum zweiten oder dritten Mal aufgefallen. Jedes Mal habe ich gedacht, entweder in Schnellroda ist das System abgestürzt oder politische Gegner könnten das System gehackt haben. Nicht auszudenken... Zum Glück war offenbar beides nicht der Fall.

Wegner:

Firefox ist keine Suchmaschine, sondern ein Browser. Und da es sich bei Google um die meistgenutzte (und, zugegebenermaßen, effizienteste) Suchmaschine handelt, ist sie bei Firefox als Standardsuchmaschine eingerichtet – Sie nutzen also so oder so Google. Um Abhilfe müssen Sie sich selbst bemühen: https://support.mozilla.org/de/kb/suchmaschinen-in-firefox-hinzufuegen-oder-entfernen

Olaf
18. August 2017 13:51

https://duckduckgo.com/?q=sezession&t=h_&ia=web

Bin auch vor einigen Monaten von Google auf DuckDuckGo umgestiegen. Soweit so gut, gelegentlich muss man Google noch benutzen, weil es einfach noch effektiver und besser ist, aber es ist trotzdem sinnvoll, von diesem Monster so gut wie möglich wegzukommen.

Richard87
20. August 2017 03:09

In der Gefahr, ebenfalls eine Frage zu stellen, die im Heft beantwortet wird, würde mich doch auch interessieren, inwiefern allein die Verkaufszahl des Buches und mögliche Folgebestellungen dem Verlag einen Schub bereitet haben. Sind jetzt neue Projekte möglich, die vorher nicht möglich gewesen wären? Oder stellt dies ein Geschäftsgeheimnis dar, was ich ebenso verstehen könnte. Jedenfalls ein befriedigenes Gefühl, daß dieses Projekt weiter wächst.

antwort kubitschek:

wir bleiben, wie wir sind, haben zwei neue mitarbeiter, zwei große neue buchprojekte und ein schön arroganter auftritt auf der frankfurter buchmesse. vielleicht schon mal vormerken: am freitag, den 13. 10. sind lichtmesz, sommerfeld. lehnert und ich auf messeforen präsent, danach ist dann umtrunk am stand; am 14. 10. lesen sellner, müller und pirincci - danach wiederum umtrunk.

Braunschweiger
21. August 2017 08:10

Seltsame Sache. Hier wird mir nach wie vor bei Eingabe von "sezession" bei Tante Google ganz brav an erster Stelle https://sezession.de/ ausgegeben.

Schlachthof Agnus Dei
31. August 2017 14:00

Eine kleine Anekdote sei erlaubt, die mir den heutigen Tag versüßt hat und zeigt, dass Sieferle auch schlichten kann. Ein Kundengespräch begann ungemütlich, da ein vorger Termin verpasst wurde und auch dieses Mal gewartet werden musste. Da kramte er etwas aus einer Tasche und dabei lugte unverkennbar der Einband des Kaplaken-Bändchens hervor. Darauf angesprochen nahm das Gespräch eine erfreuliche Wendung. Der Groll war vergessen und wir verabschiedeten uns mit der Gewissheit, dass überall Verbündete "lauern".

Patrick Molau
03. September 2017 09:05

Eine kleine Anmerkung auch von mir dazu: Den eigentlich undiskutablen, mindestens beschämenden Umgang mit dem bewussten Buch dokumentiert auch ein Blick in die gängigen Bibliothekskataloge (am besten gleich in den KVK): Mit ganz wenigen Ausnahmen hat kaum eine wissenschaftliche Bibliothek das Bändchen angeschafft. Wie will man aber wissenschaftliche Forschung ermöglichen, wenn die dafür nötige Primärliteratur gar nicht erst zur Verfügung gestellt wird ? (Gut, man will es gar nicht - geschenkt.) Das ist noch verrückter als in der früheren DDR, da gab es die berühmten "Giftschränke" für Bücher, die man nur für ganz bestimmte, von entsprechender Stelle bestätigte Zwecke nutzen durfte. Aber immerhin: Sie waren da. Ich weiß, wovon ich rede - ich bin selbst für die Literaturbeschaffung in einem geisteswissenschaftlichen Fach an so einer Unibibliothek zuständig. Bei uns gibt es seit Jahren eine Blacklist von "extremen" Verlagen, von denen nichts gekauft wird. Schnellroda ist darauf mit vertreten, neben Ares, Karolinger, Grabert usw. usf.. Diese Liste ist rein willkürlich zusammengestellt und umfasst selbstredend nur Verlage des rechten Spektrums. Sie wurde bei einer entsprechenden Sitzung der dafür zuständigen Personen diskutiert bzw. besser gesagt: man bekam sie aufoktroyiert, mein Einwand, dass dies doch sehr an sozialistische Zeiten erinnere und was eigentlich mit Publikationen linksradikaler und islamistischer Verlage sei, mit denen müsse man ja dann im Zeichen der Gleichbehandlung ähnlich verfahren, fand naturgemäß keinen Beifall und seither habe ich einen entsprechenden Ruf weg. Von etwa zwanzig Kollegen unterstützte mich einer.

Cacatum non est pictum
04. September 2017 01:42

@Patrick Molau

Das ist noch verrückter als in der früheren DDR, da gab es die berühmten "Giftschränke" für Bücher, die man nur für ganz bestimmte, von entsprechender Stelle bestätigte Zwecke nutzen durfte. Aber immerhin: Sie waren da.

Die BRD scheint sich der DDR - in ihren negativen Eigenschaften - immer stärker anzunähern. Das ist wirklich krass. Und die meisten Leute hierzulande glauben immer noch, sie lebten im freiesten deutschen Staat aller Zeiten; und dass man hier so aufgeklärt, modern und voll demokratischer Gesinnung sei, dass sich eine Diktatur nie wieder etablieren könnte. Was für Traumtänzer! Was für hirngewaschene, umerzogene, unpolitische, hedonistische Opfer! Solch ein Volk wünscht sich jeder Despot: eines, das er versklaven und demütigen kann und das dafür auch noch dankbar ist. Es lebe das TV-Duell!

Ich weiß, wovon ich rede - ich bin selbst für die Literaturbeschaffung in einem geisteswissenschaftlichen Fach an so einer Unibibliothek zuständig. Bei uns gibt es seit Jahren eine Blacklist von "extremen" Verlagen, von denen nichts gekauft wird. Schnellroda ist darauf mit vertreten, neben Ares, Karolinger, Grabert usw. usf.. Diese Liste ist rein willkürlich zusammengestellt und umfasst selbstredend nur Verlage des rechten Spektrums. Sie wurde bei einer entsprechenden Sitzung der dafür zuständigen Personen diskutiert bzw. besser gesagt: man bekam sie aufoktroyiert, mein Einwand, dass dies doch sehr an sozialistische Zeiten erinnere und was eigentlich mit Publikationen linksradikaler und islamistischer Verlage sei, mit denen müsse man ja dann im Zeichen der Gleichbehandlung ähnlich verfahren, fand naturgemäß keinen Beifall und seither habe ich einen entsprechenden Ruf weg. Von etwa zwanzig Kollegen unterstützte mich einer.

Respekt für und Dank an Sie, dass Sie in diesem Haifischbecken so standhaft bleiben. Ich war kürzlich in der Universität meiner Heimatstadt, um dort in der Bibliothek zu recherchieren. Die geistige Elite von morgen habe ich da nicht gesehen. Aber dafür Unmengen von Antifa-Spruchbändern und Wandschmierereien. Wahrlich: Man hat das geistig-kulturelle Erbe unserer stolzen Nation binnen weniger Jahrzehnte auf den Müllhaufen befördert. Da haben die Kulturmarxisten blitzsaubere Arbeit geleistet.

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