10. September 2017

Sonntagsheld (28) – Der Löwe hat gesiegt!

von Till-Lucas Wessels / 20 Kommentare

Europa wird am Euphrat verteidigt und Deir ez-Zor ist frei!

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

Während Merkel und Schulz ihre Banalitäten austauschen und Alice Weidel den Bosbach macht, werden im Osten Syriens 150 000 Menschen nach drei Jahren IS-Belagerung durch die Truppen der syrischen Regierung befreit.

Unterstützt werden sie dabei von der russischen Luftwaffe, die die Stellungen der Terroristen und selbige gleich dazu zu Asche zerbombt. Den meisten Medien ist das neben amerikanischen Wirbelstürmen und Bundestagswahl nur eine Randnotiz wert – mir nicht.

Aus diesem Grund kommt unser Sonntagsheld heute aus dem Nahen Osten und heißt Issam Zahreddine, genannt „Löwe der republikanischen Garde“. Während viele seiner Kollegen zu Beginn der Krise in Syrien desertierten und zu aufständischen Milizen überliefen, hielt Zahreddine Assad die Treue, inzwischen ist er Generalmajor der 104. Brigade der Republikanischen Garde, einer Eliteeinheit.

Als der Oberbefehlshaber der Truppen im ostsyrischen Deir ez-Zor Ende 2013 einem Attentat zum Opfer fällt, wird er in die umkämpfte Stadt am Euphrat beordert.

Im Frühjahr 2014 schließt sich der Belagerungsring um die Bewohner der Stadt, der IS hält zu diesem Zeitpunkt beinahe 100 % der Region um Deir ez-Zor, nur noch wenige Stadtteile sind unter Kontrolle regierungstreuer Truppen.

In den folgenden Monaten versuchen die Islamisten wiederholt, auch die letzten Viertel einzunehmen, doch Assads Truppen leisten erbitterten Widerstand. Im Herbst 2014 starten sie eine erfolgreiche Offensive und können wichtige Stützpunkte in der Stadt zurückerobern.

Der Flughafen von Deir ez-Zor ist in dieser Zeit einer der umkämpftesten Orte in ganz Syrien und wird von Zahreddines 104. Brigade gehalten.

Als Reaktion auf die Erfolge der syrischen Armee startet der Islamische Staat eine großangelegte Offensive mit dem Ziel, den Flughafen endgültig einzunehmen.

Die folgenden drei Tage tobt die Schlacht, sie kostet bis zu 51 Soldaten der syrischen Streitkräfte das Leben, die Verluste des Islamisten sind fast viermal so groß. Durch die Tapferkeit der Gardisten kann der Flughafen verteidigt werden, der IS muß sich zurückziehen.

Im Januar 2015 beginnt der IS schließlich damit, die Stadt endgültig abzuriegeln: Alle Straßen, die in die von den regierungstreuen Truppen gehaltenen Viertel führen, werden blockiert, elektrische Leitungen werden gekappt, die Versorgung der Bevölkerung ist nur noch aus der Luft möglich.

Im Herbst des selben Jahres versucht der IS, auch diese Unterstützung zu unterbinden, regelmäßige Artillerieangriffe auf den Flughafen sind die Folge.

Inzwischen hat sich die Versorgungssituation in der Stadt zugespitzt. Während die ganze Welt im „Merkelherbst“ auf Deutschland schaut, das alle nur denkbaren Hebel in Bewegung setzt, um Millionen an Glücksrittern unterzubringen, verhungern in Deir ez-Zor Menschen, und der Islamische Staat bereitet eine Großoffensive vor.

Im Januar bringen die Islamisten schließlich mehrere tausend Kämpfer in Stellung und beginnen den Sturmangriff auf Deir ez-Zor. In den eroberten Stadtteilen wird umgehend mit terroristischen Säuberungen begonnen: Mehrere hundert Familienangehörige syrischer Soldaten werden verschleppt, gefoltert und geköpft.

Unter großen Verlusten kann der Vormarsch der IS-Truppen aufgehalten werden, in den folgenden Monaten versuchen beide Seiten, mit Offensiven eine Entscheidung herbeizuführen.

Die Truppen der syrischen Armee werden dabei von russischen Kampfflugzeugen unterstützt und können so ihre Stellung in der Stadt sichern. Doch auch der Islamische Staat bekommt unverhoffte Hilfestellung aus der Luft: Am 17. September bombardieren die von den USA geführten Koalitionstruppen eine Stunde lang syrische Stellungen und töten über 100 Soldaten.

Direkt nach dem Angriff beginnt der IS eine großangelegte Offensive und überrennt wichtige Stellungen der Regierungstruppen, die zuvor durch das Bombardement massiv geschwächt wurden. Ob es sich dabei um einen schwerwiegenden Fehler handelte oder um einen kalkulierten Akt der Aggression, läßt sich nicht endgültig klären, die Folgen allerdings sind verheerend:

Monatelange diplomatische Bemühungen der Russen um einen syrienweiten Waffenstillstand sind innerhalb einer Stunde vollständig gescheitert, Dutzende syrischer Soldaten sind tot, der IS verzeichnet wichtige Gebietsgewinne und kann seinen Gürtel um Deir ez-Zor wieder ein Loch enger schnallen.

Die Folgemonate sind geprägt von blutigen Gefechten, besonders der Flughafen ist Schauplatz anhaltender Kämpfe, doch Zahreddines Truppen halten durch.

Obgleich sie inzwischen länger als zwei Jahre in der belagerten Stadt eingeschlossen sind, verteidigen sie ihre Stellung unerbittlich. Der Flughafen ist der Schlüssel zu Vorherrschaft in der Region, und in welchen Gräueltaten sich der Zorn der Islamisten in frisch eroberten Gebieten entlädt, ist jedem Soldaten schmerzlich bewußt.

Am Ende haben sie es geschafft: Nach drei Jahren Belagerung, seit Januar ohne Versorgung aus der Luft, geplagt von Wassermangel, Unterernährung und zermürbenden Gefechten, treffen Zahreddine und seine Truppen am vergangenen Dienstag auf die Befreiungstruppen der syrischen Armee, die sich der Stadt von Westen nähern.

Was sie mit ihrem Einsatz an Mord und Terror verhindert haben, kann nicht in Zahlen beziffert werden.

Wie sie das alles durchgehalten haben? Man weiß es nicht. Aber Issam Zahrredine und seine Helden werden den Löwenanteil an der Rettung der Stadt haben. Zu verdanken haben sie das vielleicht auch der Philosophie ihres Anführers.

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

Kommentare (20)

Der Starost
10. September 2017 11:15

Nun, es liegt doch auf der Hand, dass unsere "Systemmedien" brav ihrem Auftrag folgen, über eine nicht nur für uns so positive Meldung zu berichten, weil sich sofort Jedem die Frage aufdrängen würde, warum denn nun die hier von uns ausgehaltenen jungen Männer aus Syrien nicht in ihre Heimat zurückkehren.     

Klaus D.
10. September 2017 12:06

Vielen Dank für diesen Artikel, der den Blick auf einen weltpolitisch bedeutsamen Schauplatz richtet. Denn die Zukunft Europas wird nicht durch die nächste Bundestagswahl entschieden, sondern durch geopolitische Entwicklungen zwischen den Großmächten China/Rußland und den USA. Und hier ist der derzeitige (noch einzige) Welthegemon auf dem Rückzug. Leider wird dazu in den hiesigen Mainstreammedien nichts berichtet. Wer sich über militärische Entwicklungen in Syrien hautnah informieren will, ist hier richtig

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/

In Fragen Geopoltik ist dieser Blog zu empfehlen

http://vineyardsaker.de/2017/09/04/dies-und-das-die-bibel-der-ewitschi/

ALD
10. September 2017 13:43

Guter Artikel! Nach Jahren des taktischen Durcheinanders in Syrien, kristallisiert sich nun folgende klare Frontstellung heraus:

Syrien/Iran/Türkei/Russland

VS.

USA/Israel/PKK/Saudi-Arabien

Die ursprünglichen Pläne des us-imperialismus in Syrien wären nur noch durch einen (atomaren?) Weltkrieg zu erreichen, nicht zuletzt deshalb, weil die Türkei seit 2 einhalb Jahren auf eine nationale Politik, die auf Kooperation und Ausgleich mit den regionalen Mächten und Russland setzt, umgeschwenkt ist. 

niekisch
10. September 2017 18:01

"Europa wird am Euphrat verteidigt"...nö, am Rhein - Herne - Kanal.

Tom Prox
10. September 2017 19:07

Nein , Europa wird weder am Euphrat noch am Hindukusch verteidigt. Europa mit seiner von den Deutschen willfährig finanzierten EU und dem Euro  ist eine verrückt gewordene, zerbröselnde Wohlstandsinsel . Wie lange noch ?

Deutschland sollte aus der NATO austreten, sich neutralisieren und die Bundeswehr wieder echt kampffähig machen sowie sich nicht mehr in ferne und fernste Konflikte als Anhängsel der USA und der kriegslüsternen Westmächte überall einmischen, sondern nur das eigene Land verteidigen , wenn es bedroht wird und dazu gehört auch eine effektive Grenzsicherung mit dichten Grenzen     ( notfalls mit hohen Elektrozäunen ) für illegale Eindringlinge ohne Pass und aus gewaltaffinen Religionen und Kulturen, die nicht zu uns passen, weil nicht integrierbar.

Uns sollte nicht interessieren , was in Syrien oder gar in Afghanistan oder noch weiter östlich oder südlich  passiert. Die sollen sich selbst massakrieren , wenn sie wollen . Was dort existieren soll, möchten  die Weltmächte bitte unter sich ausmachen.                                                                                            

Man hat ja im Irak , in Syrien , in Lybien und anderen Ländern gesehen , welche Gewaltkulturen entstehen , wenn der Westen versucht , seine sogenannte Demokratie und sein dekadentes Moralsystem auch noch mit Bombardierungen  zu exportieren .

Curt Sachs
10. September 2017 20:53

Danke, Herr Wessels, für Ihre Rubrik und auch die frische Art, wie Sie sie ausfüllen. Vergelt’s Gott! :)

Hartwig aus LG8
10. September 2017 20:55

@ Wessels

"Gebet, Ackerbau und Krieg sind mannhafte Tätigkeiten." (wird Davila zugeschrieben.)  Als mitteleuropäischer Städter habe ich von allen Dreien wenig Ahnung, und bin daher über die größten Defizite von mir und meinesgleichen gewiss. Ich weiss zwar nicht, ob sich Ihre Kriegsberichterstattung über die Verteidiger Deir ez Zors streng mit den Fakten deckt, aber die Geschichte gefällt mir!

Lotta Vorbeck
10. September 2017 21:27

@Tom Prox - 10. September 2017 - 07:07 PM                                                                                     

"... Man hat ja im Irak, in Syrien, in Lybien und anderen Ländern gesehen, welche Gewaltkulturen entstehen, wenn der Westen versucht, seine sogenannte Demokratie und sein dekadentes Moralsystem auch noch mit Bombardierungen  zu exportieren."

Ging es je darum das hochgradig verlogene, dekadente, westliche Moralsystem in ferne Länder zu exportieren, oder ist dies nur die Tausendundeinenacht-Version der vom 'Deep-State' gescripteten Story, welche dem hiesigen, konsumsedierten Fernsehpublikum aufgetischt wird, während es in Wirklichkeit um etwas gänzlich Anderes geht?

Gerhard Vierfuß
10. September 2017 22:39

 Vielen Dank, Till-Lucas Wessels, für diese Berichterstattung von einem Kriegsschauplatz, der für die Systemmedien nicht mehr zu existieren scheint, und für Ihr Beharren darauf, daß es Helden sind, die Geschicke zu wenden vermögen, Menschen mit Mut, Charakter und Liebe zu ihrem Volk. Vielleicht kann man das berühmte Zitat Heideggers so interpretieren: Nur ein Gott kann uns noch retten, der uns Helden schickt, das Volk wachzurütteln. Der erste Teil dieser Hoffnung, o Wunder, ist bereits - auf welchem Weg auch immer - in Erfüllung getreten. Ein Ansporn für jeden, weiter daran zu arbeiten, auch den zweiten Teil wahr werden zu lassen

Cacatum non est pictum
10. September 2017 23:22

Ein sicher würdiger Sonntagsheld, den Sie hier ehren. Was den IS und die ihm verwandten Terrorbanden angeht, lässt sich nicht oft genug darauf hinweisen, dass es sich dabei um reine Geheimdienstgeschöpfe handelt. Internationaler Terorrismus ist Geheimdienstmetier und sonst nichts. Wenn also Trump, Putin oder sonstwer den Kampf gegen den IS propagiert, dann handelt es sich um politische Nebelkerzen. Der IS könnte innerhalb von Wochen ausgetrocknet und zur Untätigkeit verdammt werden, wenn die maßgeblichen Leute an ihren Strippen ziehen wollten. Wollen sie aber nicht. Terrorismus ist einfach zu nützlich: als Angstmacher für die europäischen Völker, die sich damit bequem zur Einwilligung in die Totalüberwachung drängen lassen; als geopolitischer Rammbock in Nahost, um die letzten Aufhalter der vordringenden zionistischen NWO zu beseitigen; und wer weiß: vielleicht bald auch als Bürgerkriegspartei in Deutschland - wenn die nationale Opposition mit Einsetzen der zu erwartenden Katastrophen zu starken Auftrieb bekommen sollte und alsdann anderweitig beschäftigt werden muss (die potentiellen Kombattanten hat man ja seit spätestens 2015 massenhaft bei uns einsickern lassen - die strafrechtliche Aufarbeitung dessen [Grüße an Frau Merkel und Konsorten] wird noch zu folgen haben).

Raskolnikow
11. September 2017 10:26

Sehr ordentlich, Wessels, sehr ordentlich!

Erbaulich zu sehen, daß die SiN-Familie sich dem außenpolitischen Blick nicht verweigert und Verständnis für die Gesamtlage aufbringt. Denn anders als Prox, Niekisch und nicht wenige andere lebt und schreibt Wessels eben in der Lage und nicht im Gummibärchenland, von dem wir zugegebenermaßen alle daselbst gern träumen.

Es ist aber tatsächlich so, daß in der gegenwärtigen Situation die Vorgänge um Deir-Ezz und Hawija auch für unsere Geschicke schwerwiegender sind als die Clownsveranstaltung am 24. September oder die Abenteuer der schönen Alice im Lügenpresseland. Das wird Liesel Müller nimmer fassen, aber das schert hier in diesen Hallen bei Gott niemanden. Mag das Liesel deklamieren, wie es ihm beliebt und soll es weiter durch die Geschichte purzeln wir nur irgendwer, aber wir, die wir zum Genie-Corps gehören, wissen´s halt einfach besser...

Der iranische Einfluß auf Baghdad, die Russen im Hafen von Tartus, der Ausgang des Referendums in Kurdistan, das Schicksal der US-SOF in Al-Tanf, die Kämpfe um Rakka, Hawija, Mosul, DeirEzzor usw... sind Ausdruck des Ringens dreier Großmächte dessen Ausgang auch über unser Wohl und Wehe entscheidet.

Es beteiligen sich an diesen Auseinandersetzungen übrigens viele Freiwillige aus Europa, die diesen Zusammenhang erkannt haben (und "an Temperaturerhöhung leiden"), bedauerlicherweis´ nicht sehr viele Deutsche. Dort kämpfen Franzosen, Engländer, erstaunlich viele Dänen, Polen, Russen, Serben ... in den verschiedensten christlichen, jazidischen, kurdischen, schiitischen und säkularen Formationen.

Der Wert dieser Konflikte für uns besteht ja, außerhalb der operativ-taktischen Dimension, auch darin, daß es Rückkehrer und Vektoren giebt, die eine Vorstellung von Heldentum und Opferbereitschaft im Herzen haben, die sich nicht allein auf Demonstrationen, Mittelmeerfahrten und sonstige "Aktionsformen" beschränkt, sondern diese einschließt und noch darüber hinaus geht. In diesem Sinne!

[Anfangs schien mir Wessels ja als Kubitscheks Kammermohr, voziert, um dem Capt´n ein beschauliches Wochenende unter Gottes Sonnenschein zu vermachen... Im Widerscheine der letzten Episteln bleibt mir nur zu constatieren: wahrlich, wahrlich, ich habe mich geirrt; der "Minenhund" ist am Werke, verfasst zu unserem Vergnügen sein sonntägliches Wochen-Postskript und schreckt die Eichhörnchen in der Kommentarspalte auf!]

Dies als Lebens- und Liebeszeichen an Euch!

Stets der Eure,

R.

Nur Ali Qalandar
11. September 2017 13:00

Schöner Artikel, und der Link am Abschluß mit dem Hinweis auf die Philosophie des Sheikhs - er zitiert niemanden anders als Imam Ali (Friede sei mit ihm) - ist besonders hervorzuheben. DAS ist der wahre Islam. Und dieser taugt nicht  nur, um einen Sonntagshelden der SiN hervorzubringen, sondern ganz allgemein als Freund und Verbündeter Deutschlands und jedes wahrhaft Traditionalen und Konservativen.

RMH
11. September 2017 13:40

Ist das jetzt ein verdeckter Konter von SPON auf den Artikel hier bei SiN?

http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-krieg-top-general-issam-zahreddine-droht-fluechtlingen-a-1167093.html

Bestätigt nur das Vorurteil, dass viele "geflüchtete" Syrer offenbar Drückeberger sind und als solche in ihrer Heimat gesehen werden. Dennoch, werter Sonntagsheld Issam Zahreddine, die werdet ihr schön wieder zurücknehmen müssen ... ;)

PS: Evtl. wurde das ganze auch tendenziös übersetzt.

Gerrit
11. September 2017 14:29

@ALD: Mir scheint Israel in ihre Frontenstellung nicht ganz rein zu passen. Der Staat Israel hat an dem Syrienkonflikt eigentlich nur ein (völlig legitimes) Interesse: Die Erhaltung der Sicherheit des eigenen Staates und Volkes. Beide Fraktionen in Syrien sind Israel feindlich gesonnen, da erhöht es doch die eigene Sicherheit, wenn diese sich gegenseitig bekriegen. Am besten auf ewig. Israel hat wohl kaum Interesse an einem Sieg des IS. Zumal der Krieg auch Ressourcen des Irans bindet und das neue Entstehen einer "arabischen Allianz" gegen Israel dauerhaft verhindert. Die Israelis beherrschen die "Verteidigung des Eigenen" perfekt. Auch nur ein Bruchteil dieser isralischen Staatsräson und Europa bräuchte sich keine Sorgen machen. Natürlich auch innenpolitisch und im Kampf zur Bewahrung der eigenen Kultur gegen die Feinde im Inneren.

Obi Wan Kenobi
11. September 2017 19:01

Und am 5. September dieses Jahres hat die syrische Fußball-Nationalmannschaft durch ein 2:2 gegen den Iran nun auch noch die WM-Play-Offs erreicht, einige Stunden, nachdem der Ring um Deir ez-Zor gesprengt wurde. Sportlich ist das eine Sensation, die wie eine Kombination des 54-er-Wunders von Bern mit dem isländischen EM-Viertelfinaleinzug des letzten Jahres anmutet - viele Spieler kommen aus einer Liga, die seit sechs Jahren den Spielbetrieb eingestellt hat und alle "Heimspiele" musste man im fast 8.000 Kilometer entfernten Malaysia austragen. Es spricht übrigens für die Klugheit des regierungstreuen syrischen Fußballverbandes, dass sich unter den Spielern auch einige Assad-Kritiker befinden, was die Mannschaft nur um so stärker zu einem Symbol für die Landeseinheit macht. Am 5. und 10. Oktober heißt es dann Daumen drücken, wenn die Ausscheidungsspiele gegen Australien anstehen!

Bran
11. September 2017 20:16

Wenn man im Netz die Bilder dieses Mannes sieht, von denen es viele gibt, stellt sich die Frage, ob es sich nicht bis zu einem gewissen Masse um eine Kunstfigur handelt, erschaffen, um die Moral der syrischen Armee zu stärken. Aber egal. Mythen, Sagen und Legenden sind auch dann wahr, wenn sie erfunden sind. In diesem Sinne: Ein Held nicht nur für den Sonntag.

Lotta Vorbeck
12. September 2017 01:04
@Raskolnikow - 11. September 2017 - 10:26AM
 
Privjet Raskolnikow,
 
wunderbar mal wieder ein paar - leider selten gewordene - Sentenzen aus Ihrer Feder hier lesen zu dürfen!
Cubist
12. September 2017 08:47

@RMH: Egal, ob das vom Spiegel falsch oder tendenziös wiedergegeben wurde, es ist auch letztlich egal, ob der Spiegel das fabriziert hat, um das Ausharren all der syrikschen Ingenieure, Ärzte oder inzwischen auch nur noch Altenpfleger in spe in Deutschland schon mal geistig vorzubereiten -- das schon vor dem Krieg sehr dicht besiedelte Syrien (schauen Sie sich mal auf Wikipedia die Bevölkerungsverteilung an! Und schauen Sie sich mal an, wer in Deutschland aufschlug ... .) wäre doch schlicht irre, wenn es all die Personen, die man mehr oder meist eher minder elegant los geworden ist, die nun im Ausland verköstigt werden und im besten Fall Devisen ins zerstörte Land spülen werden, wieder Heim ins Reich holt. Mehr Wohn- und Siedlungsraum ist im Bürgerkrieg wohl auch nicht entstanden. Die Drohungen des Generals sind ökonomisch und politisch schlicht rational.  Stichwort: Youth Bulge. Lassen wir uns also nichts vormachen: Nichts und niemand wird uns die "geschenkten" Syrer zurück nehmen. (Würde mich nicht wundern, wenn Syrien, die Abgehauenen irgendwann flott ausbürgert ... dann würde eine dt. Abschiebung rechtlich praktisch unmöglich werden.) Sie werden und auf Ewigkeit bereichern.

Der_Jürgen
13. September 2017 09:54

Sehr lesenswerter Beitrag; mein Kompliment, Herr Wessels. Wenn Sie, wie  Raskolnikow unterstellt, je "Kubitscheks Hausmohr" waren, so haben Sie sich mittlerweile längst emanzipiert; Sie sind jetzt der Mohr Othello, der ja ein fähiger Truppenführer war. Kompliziert wird die Lage in Syrien dadurch, dass Donald Trump, der während des Wahlkampfs versprochen hatte, im Gegensatz zu seinen Vorgängern keinen "regime change" in fremden Weltteilen mehr zu betreiben und mit den Russen gegen den islamischen Terrorismus zusammenzuarbeiten, ganz offensichtlich nicht tun darf, was er gerne möchte. Er ist fast schon zum Tanzbären der Lobby geworden, an die er sich vor seiner Wahl anbiederte (seine speichelleckerische Rede vor AIPAC war schlicht ekelerregend). Noch ein zweiter Schlag gegen Syrien - ein Vorwand in Gestalt des nächsten erlogenen Giftgaseinsatzes durch Assads Truppen lässt sich leicht konstruieren -, und die Russen werden nicht umhin kommen zu reagieren. Mitleid empfindet man mit den Kurden, die von der Geschichte dazu verurteilt scheinen, ewiger Spielball fremder Mächte zu sein. Sie müssen wohl oder über mit jedem paktieren, der ihnen den erhofften Nationalstaat verspricht, doch wenn sich zuvor verfeindete regionale Mächte untereinander verständigen, ist der Kurde stets der dumme August. So geschehen beispielsweise anno 1974, als sich der Schah von Persien, der die aufständischen nordirakischen Kurden zuvor unterstützt hatte, mit Bagdad arrangierte und seine Schützlinge dann alsbald fallen liess. Und diesmal dürften die Kurden die Leidtragenden der Verständigung zwischen Ankara, Teheran und Moskau sein.

Der_Jürgen
13. September 2017 10:19

@Gerrit

Sie irren sich. Israel steht auf der Seite der IS-Halsabschneider. Bezeichnenderweise haben diese bisher nur ein einziges Mal ein kleines Terroranschlägchen auf israelischem Territorium verübt und sich dann prompt für diesen bedauerlichen Irrtum entschuldigt. 1982 entwarf der israelische Journalist Oded Yinon ein Projekt, das vom Antizionisten Israel Shahak unter dem Titel "The Zionist Plan for the New East" ins Englische übersetzt wurde; Sie finden den Text leicht im Netz. Yinon warb für die Zerstückelung erst des Irak, den er als Hauptfeind einstufte, und anschliessend Syriens. Beide Staaten sollten zerstört und in einen ethnischen und religiösen Flickteppich verwandelt werden, in einen Tummelplatz verfeindeter ethnischer und religiöser Gruppen verwandelt werden, die sich auf immer und ewig bekriegen würden. Der Nutzen einer solchen Entwicklung für Israel wäre offensichtlich gewesen. Im Fall des Irak hat es zunächst gut geklappt, aber jetzt erweist es sich, dass Teheran immer mehr Einfluss auf die Regierung in Bagdad gewinnt. Die Israelis und ihre Handlanger in Washington haben die Rechnung also ohne den Wirt gemacht. Dank der russischen Intervention, der iranischen Hilfe sowie der Tapferkeit syrischer Soldaten wie des in Wessels Artikel gewürdigten scheint die Rechnung der Zionisten und ihrer Satrapen im Weissen Haus auch in Syrien nicht aufzugehen. Hoffen wir das Beste.

@ALD

Die von Ihnen gezeichnete Frontstellung ist im Prinzip richtig, wird jedoch dadurch kompliziert, dass Syrien und die Türkei ja nicht gerade Freunde sind. Erdogan ist zwar - für wie lange? - ins russisch-iranische Lager übergegangen, weil er weiss, dass ihm die USA nichts Gutes wünschen, was heisst, dass er nicht mehr offen gegen Assad Stellung beziehen kann. Andererseits würde er die ersehnte Wiederherstellung des Osmanischen Reichs nur zu gerne in Nordsyrien beginnen, wo das Turkvolk der Turkomanen (auch "Turkmenen" genannt, was einer Verwechslung mit den viel weiter östlich lebenden Bewohnern Turkmenistans Vorschub leistet) lebt. Ich kann mir nur schlecht vorstellen, dass die Russen es Ankara erlauben werden, sich einen Teil Syriens unter die Nägel zu reissen, denn dadurch würden sie als Schutzmacht Syriens unglaubwürdig.

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