05. Oktober 2017

Die Amadeu Antonio Stiftung auf der Messe - ein offener Brief

von Ellen Kositza / 42 Kommentare

Sehr geehrter Robert Lüdecke,
als Pressesprecher der Amadeu Antonio Stiftung sind Sie der richtige Empfänger für meinen "offenen Brief".

Es ist so: Ich kenne Sie gar nicht, niemand aus unserem Verlag kennt Sie, Sie aber behaupten, uns zu kennen. Deshalb wollen Sie auf der Frankfurter Buchmesse gegen uns Stellung beziehen, konkret: den Stand schräg gegenüber betreiben.

Zwei, drei Dinge, die wir von Ihnen wissen: Sie zeigen Zähne und "berichten" (so steht's!) in Ihrer Funktion als Pressesprecher Ihrer Chefin Anetta Kahane, die wiederum die Gründerin der Amadeu Antonio  Stiftung ist.

Frau Kahane nun (Sie wissen das ja, aber ich schreib's trotzdem auf, ist ja ein offener Brief) hat von 1974 bis 1982 unter dem Decknamen „Victoria“ dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR als Inoffizielle Mitarbeiterin (IM) zugearbeitet. Laut ihrem Führungsoffizier hat Kahane eine „ausgeprägte positive Haltung zu den Sicherheitsorganen“ gezeigt. Es soll „Kaffee, Zigaretten, Schnaps und Kuchen“ als kleines Dankeschön gegeben haben, auch mal einen goldenen Füllfederhalter. In einem Bericht heißt es: „Sie belastete Personen und sprach über persönliche Verbindungen“. So habe sie über Personen berichtet, die „potentiell für staatsfeindliche Handlungen, besonders illegales Verlassen“ in Frage gekommen seien.

Gut, Schwamm drüber, Frau Kahane war damals jung, von sich und der Staatsidee überzeugt, korrumpierbar (war nicht jeder Überzeugte), naiv (sind manche weit über die 20 hinaus), und überhaupt: Wer, wenn nicht wir Rechten, kennte die generelle Schwäche des Individuums und wüßte von dem Einfluß, den die offizielle Meinung auf unselbständige Geister ausüben kann (und offiziell war das damals, zweifelsohne).

Nun lesen und hören wir also, daß die Leitung der Frankfurter Buchmesse irgendeinen Verlag schräg gegenüber von unserem Stand davon überzeugt habe, den Platz aufzugeben, damit Sie/Ihre Stiftung uns auf die Pelle rücken könnten. „Mit großer Freude“ seien Sie der „Einladung“  gefolgt, um über unseren angeblichen „Rechtsextremismus“ und „Rassismus“ aufzuklären.

Nun, Herr Lüdecke, die Freude ist beiderseits. „Nur kein fauler Friede, besser kein Leben!“ (Christian Morgenstern dixit.) 

In einem Interview sagen Sie, daß wir uns „im Grunde gut zuwinken" könnten. Lassen wir die „Winkelemente“ doch lieber im Notfallkasten, auch wenn Sie uns als Notfall betrachten, und Spaß beiseite nun: Wenn wir es richtig verstanden haben, sehen sie uns als Vertreter einen Neuen Rechten als brandgefährlich, borniert und dialogunfähig an. Denn ich lese dies:

"Die reden eher nicht mit uns", berichtet Lüdecke von Erfahrungen ähnlicher Konstellationen aus der Vergangenheit im Gespräch mit hessenschau.de. "Gängige Klischees und Stammtischparolen entkräften, das können wir gut", zeigt sich Lüdecke zuversichtlich.

Nun hatten Sie eine solche „Konstellation“ mit uns definitiv noch nie. Und: Gängige Klischees und Parolen entkräften, das können wir auch, und zwar besser als Sie sich das im Traum vorstellen können. Und entgegen Ihrer Annahme reden wir gern. Mit jedem! Nur zu!

Na, was halten sie davon? Eine faire Diskussion auf Augenhöhe! Das wär’s doch! 

Sie gegen Lichtmesz oder Ihre Chefin gegen Caroline Sommerfeld oder zwei Leute aus Ihrem Laden im munteren Gespräch mit zwei Leuten aus unserem Verlag? Wie wär’s? Auf einen irgendwie neutralen Moderator könnten wir und Sie uns sicher einigen, und die Buchmessenleitung würde diesem "aktiven Umgang mit unseren Inhalten" sicherlich Raum geben, oder?

Was denken Sie? Ja? Nein? Und wenn nein, warum eigentlich nicht? Ist Ihnen nicht hart, aber fair genug? Sind Sie nicht gewohnt, zwei gegen zwei, wo es in den wechselnden Fernseh-Talkrunden doch stets vier gegen einen zu Ihren Gunsten organisiert ist, oder noch besser: Sie und Ihre Kumpels im Monolog gegen Null?

Ihre Stiftung verfügte 2014 über einen Haushalt von rund 1,65 Millionen Euro. Allein 880 000 € stammten aus staatlicher Förderung. Zwischen 20 12 und 2016 wurden Sie vom Bundesfamilienministerium mit 1,77 Millionen Euro gefördert. Und zwischen 2011 und 2014 vom Bundesministerium des Innern mit mehr als 420.000 Euro. Und auch von anderen staatlichen Behörden wie der Bundeszentrale für politische Bildung oder dem Bundesjustizministerium sind Gelder in Projekte Ihrer Stiftung geflossen.

Also wieder: mittendrin, Mainstream, wieder von der Staatsidee überzeugt und wieder unterwegs, um zu denunzieren, diffamieren, an den Pranger zu stellen, zu verfolgen. Frau Kahanes Profession, jaja.

Aber wenn schon. Goliath Amadeu gegen David Antaios, eine nachgerade biblische Aufstellung. Wir wissen jetzt schon, wer gewinnt! Wir werden, versprochen, keine Schleudern oder andere Waffen bei uns tragen.

Also: Unser Angebot steht. Keine Ausflüchte, Herr Lüdecke.

Und Gruß aus Schnellroda!
Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (42)

Ein gebürtiger Hesse
05. Oktober 2017 10:40

Brillant. Die Ansage steht wie eine Eins. Würde die Gegenseite auf das Angebot eingehen und ein moderiertes Gespräch auf Augenhöhe tatsächlich stattfinden, könnte man sich nur darauf freuen.

Starhemberg
05. Oktober 2017 11:27

Ganz hervorragend!

Die Linken werden sich zukünftig darauf einzustellen haben, erstmals seit etwa 40 oder so Jahren nicht mehr automatisch als die Guten beklatscht zu werden. Nein, diese Leute brauchen in Zukunft Argumente statt der richtigen Gesinnung und dem erhobenen Zeigefinger, das wird schwierig. Und jetzt, mit den netten Patrioten von der AfD im Bundestag, werden auch die Geldströme für die linken Leute, die es ja nicht gewohnt sind für Geld richtig zu arbeiten, eher ausdünnen. Ohje, die armen, armen Linken. Plötzlich sind sie nicht mehr sakrosankt. Und die Rechten sind plötzlich nicht mehr automatisch die pösen Buben und Mädels. Tja, wenn es nicht so wunderschön wäre, würde ich ja ein paar Tränen für die Linksrotgrünversifften rausdrücken. Obwohl - das wären dann ja Freudentränen.

Ich wünsche dem nicht von Steuergeldern unterstützten und nicht von unlauteren Förderungen gemästeten, aber sich am freien Markt robust behauptenden Verlag Antaios einen erfolgreichen und kurzweiligen Messeauftritt!

marodeur
05. Oktober 2017 11:40

Dialogangeboten werden verhallen. Das liegt in der Natur der Sache. Diese Stiftung überlebt augenscheinlich nur durch parasitäres Verhalten - schön zu sehen, an der Umzugsaktion. Der Schmarotzer wanzt sich ran an den Wirt, um dem größeren und stärkeren Organismus etwas Aufmerksamkeit abzusaugen. Die politische Botschaft erschöpft sich darin, lästig und aufdringlich zu sein.

Richtet Euch mal darauf ein, dass die Journalisten abwechselnd vom Antaios-Stand aus zum Parasiten ziehen, um eine angemessene "Einordnung" Eurer Aussagen zu erzielen. 

Freu mich schon auf den Besuch.

Sturmfeder
05. Oktober 2017 11:48

Bravo, Frau Kositza, Bravo!

RMH
05. Oktober 2017 11:50

Der Ball ist gut ins Spielfeld gebracht - schätze aber, er wird nicht angenommen werden, da der Gegner dafür gerade nicht bezahlt wird.

Die Damen und Herren vom Stand gegenüber wurden da doch nur deshalb hingesetzt, damit sie ihrer gelernten Profession nachgehen können, sprich, mindestens ein halbes dutzend Fotos von wirklich jedem Verlagsmitarbeiter und jedem Standbesucher, einschließlich der Putzfrau, machen, dazu noch irgendwelche "Hintergrundberichte" tippen und damit soll dann der Feind "aufgeklärt" werden und im Nebeneffekt der gemeine, nicht abgebrühte, Otto-Normal-Messebesucher abgeschreckt werden (= Werkzeuge zeigen).

Das ist ja das schöne an unserer Marktwirtschaft: Geld bekommt man nur und ausschließlich, wenn man eine dringend benötigte Profession oder neudeutsch "Kompetenz" hat und entsprechend "liefern" kann - aus Idealismus oder gar, weil man tatsächlich Leute evtl. eines "Besseren" belehren oder überzeugen will/könnte, bekommt diese "Stiftung" sicher kein Geld und keine vermeintlichen Wunschplätze an einer Messe. Gelernt ist schließlich gelernt ...

Ich wünsche dem Antaios-Stand daher eine sehr, sehr hohe Besucherzahl - die Stasi ist am Ende ja auch am Informationsüberfluss erstickt.

Monika L.
05. Oktober 2017 12:05

Toll , Frau Kositza,

ich würde es mit zwei, drei von denen im gespräch aufnehmen. Werde da sein!

destijl
05. Oktober 2017 12:08

Haha, das ist doch mal was. Natürlich werden die sich NIEMALS darauf einlassen. Offiziell, weil man "den Rechten nicht eine noch größere Bühne bieten möchte", inoffiziell weil man sich in die Hose macht und ahnt, dass das eigene Schießpulver alt und feucht und unbrauchbar ist. "Sie und Ihre Kumpels im Monolog gegen Null" ist die einzige Aufstellung die sich bewährt hat. Nicht an den Urnen, aber so vom Selbtsgefälligkeitsfaktor her. Alles andere wäre viel zu riskant für die Überversorgten. Die haben nämlich richtig was zu velieren (immer ein primärer Angstfaktor). Danke dafür, dass sie die dazugehörigen Summen noch einmal exakt gelistet haben. 

Maiordomus
05. Oktober 2017 12:29

@Es erstaunt mich, dass Monika Leiser offenbar auch für öffentliche Auftritte kompatibel wäre, in der Tat, eine positive Überraschung. Dass sie einen tieferen Hintergrund hat als zum Beispiel Frau Petry, wusste ich schon, als letztere noch längst als relativ anerkannte Parteiführerin im Betrieb war. Allerdings haben Auftritte vor Publikum ihre eigenen Gesetze, nicht immer liegen sie den Klügsten.

Desprecio
05. Oktober 2017 12:45

Ist es Mut oder Übermut, dass diese vom Bundesjustizminister-Darsteller gepamperten, intellektuell stark limitierten Gestalten, diese miesen Stasi-Erben, sich daran wagen, die Köpfe des Geisteslebens rechten/neurechten Denkens dort tatsächlich herausfordern zu wollen.

Diese Stiftler leben vom Verrat, von der Denunziation. Dies könnte bei labilen Persönlichkeiten ohne weiteres auch zur eigenen Überbewertung und Selbstüberschätzung geführt haben. Vielleicht wird ihnen ja in der räumlichen Umgebung der sie umgebenden Verlags-Stände doch noch rechtzeitig bewußt, daß ihr Messestand und sie selbst die kleinsten und dunkelsten Kerzen sind, die man in diesem Umfeld brennen läßt.

Klaus Grow
05. Oktober 2017 12:57

Diese Stiftung will nicht diskutieren sondern diffamieren.

Was nun bewiesen wäre.

Simplicius Teutsch
05. Oktober 2017 13:26

Super Schachzug! Die „Organisatoren der Frankfurter Buchmesse setzen ein Zeichen!“ – „Schachzug gegen Rechtsextreme auf Buchmesse“. Ich bekomme Lust, mal wieder Schach zu spielen. Aber eigentlich müsste doch Weiß den ersten Zug haben?

Das linke Establishment eröffnet provokant das Spiel mit seinem roten Stasi-Bauern. Doch überraschend springt die weiße Dame im nicht vorhergesehenen Schnellrodaer Doppelsprung nach vorne und schnappt sich den Bauern.

Offenbar haben die Linken in ihrer medialen Machtbesoffenheit eine alte, einfache Schachweisheit völlig vergessen: „Ein Stasi-Bauer am (Bücher-)Stand bringt Kummer und Schand.“

Aber aufgepasst! Jetzt steht die weiße Dame, die wichtigste Figur neben dem König, etwas ungeschützt auf dem Feld und braucht gute Deckung. Wie reagiert die linke Gegenseite; traut sie sich in die Offensive? – Und die Weißen? Bringen sie ihren berühmt-berüchtigten Wiener Läufer als Begleitschutz für die Dame ins Spiel? – Spannend!

Vadomar Tuonawa
05. Oktober 2017 13:34

Was soll man dazu noch sagen, Frau Kositza?

Meisterlich geplante Herbstoffensive, die den selbstgefälligen, betrunkenen Gegner im Schlaf überraschen und wie eine Dampfwalze über ihn hinwegrollen wird. Erinnert mich an 'Bannon the Cannon's Kriegserklärung gegen das Establishment -nur in Preussisch und mit Präzision, absolutely.

Gustav Grambauer
05. Oktober 2017 13:40

Das Beziehen des Standes gegenüber ist schon ganz großes Kino äh, DDR-Fernsehen - Schnellroda ist das "Archiv des Todes", wo per Knopfdruck die Leichen in der Bodenklappe versenkt werden, und die sind Renate Blume und Gojko Mitic! Für den Frieden der Welt steht die Menschheit auf Wacht! Mit Fallschirm im Operationsgebiet abgesetzt! Auf Sicherungsposten! Einsatz unter höchster Lebensgefahr! Mit Kampfauftrag! Kein Schtritt des Klassenfeindes darf von uns unbemerkt bleiben! 

https://www.youtube.com/watch?v=K6M3PsAA9oc

Nur - Georg, Boris, Heiner, Hauptmann Ernst und Janek haben nie gekniffen wenn es ernst wurde ...

- G. G.

Nautilus
05. Oktober 2017 14:13

Bravo Frau Kositza, 

auch ich denke aber, dass diese linken Ideologen kneifen werden, weil sie nur im abgesicherten Modus diskutieren. Eins gegen Eins sind diese politischen Heckenschützen nicht gewohnt.  

quarz
05. Oktober 2017 14:16

En garde!

Umdenker
05. Oktober 2017 14:54

Hervorragend!
Das wäre doch die lang ersehnte Gelgenheit, die Neurechten auf offener Bühne zu entlarven! Das werden Sie sich doch wohl nicht entgehen lassen, oder, Herr Lüdeke?

Monika L.
05. Oktober 2017 15:10

@Maiordomus

Ich dachte nicht an einen öffentlichen Auftritt, sondern eher an aufklärende Gespräche mit Vertretern der Amadeu Antonio Stiftung und den neugierigen Besuchern, die hin und hergerissen sind zwischen beiden Ständen. Aber  natürlich würde ich ganz privat mit Frau Kahane ein seelsorgerliches Gespräch führen und ihr meine kleine, völlig unbedeutende Stasi-Akte zeigen. Denke aber - da besteht kein Interesse. 

Öffentlich auftreten tue ich nicht - mir langt mein Frauengesprächskreis in der Kirchengemeinde, der sich dem Ende neigt, da von 20 Teilnehmerinnen inzwischen 15 gestorben sind. 

Hartwig aus LG8
05. Oktober 2017 15:35

@ G. Grambauer

Da Sie von großem Kino schreiben. Ich war gestern nach vielen vielen Monaten mal wieder im Kino. Film nicht der Rede wert. Aber der 35 minütige Werbeblock im Vorfeld hatte es in sich. Dagegen war unser DDR-"Augenzeuge" seichtes Machwerk.  Ich muss konstatieren: Dreiste und geschickt gemachte Agitation. Zwei Propaganda-Clips von irgendwelchen Bundesministerien; plump, da erwartet man nichts anderes. Viel  suptiler kommt die Gehirnwäsche in kommerziellen Werbespots daher. Die großen Player "CocaCola", "Microsoft" werben sowieso seit Jahren mit Globalisierungskitsch.  Dann: je einmal "BILD" und "BAMS", dann noch WELT, also Springerpresseprodukte. Suuuper gemacht, einnehmende jugendlich-weibliche Stimme mit optimistischen Timbre, "du willst dich zurechtfinden in unserer schnelllebigen Welt und suchst nach Verlässlichkeit; willst Wahrheit von Lüge unterschieden können; versuchst das Richtige zu tun; suchst die Mutigen und die Leute, die zu dir passen ... blabla" - so ähnlich, in dieser Manier. Dazu schnell geschnittene Bilder. Und immer zum passenden Triggerwort das passende Bild. Lüge-Trump, Mut-Regenbogenfahne, das Richtige-Merkel, passende Leute-gemischtrassige Gruppe mit Sonnyboys und -girls, ... Verlässlichkeit-BILD .  Zielgruppe dieses Subtextes ist u30 .

Solution
05. Oktober 2017 19:41

Netter Versuch, aber mit diesen Typen ist nach allen meinen Erfahrungen keinerlei Dialog möglich. Die sind auf Ausmerzung der Rechten aus.

S. J.
05. Oktober 2017 20:07

Das liest sich doch ganz erfrischend. Man muss natürlich skeptisch sein, dass ein solches Gespräch in die Gänge kommt, aber auch das spräche ja für sich. An Ihnen hätte es jedenfalls nicht gelegen. Wie heißt es so schön in den Worten des Meisters:

Ich bin bei dir; du seist auch noch so ferne,

Du bist mir nah!

Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.

O, wärst du da!

 

Der_Jürgen
05. Oktober 2017 21:05

Die Kahane-Leute können, wie die allermeisten Linken, wunderbar debattieren - aber nur untereinander, wenn sie sich die Bälle zuspielen und sich gegenseitig die Stichwörter liefern können. Sobald sie einem Kontrahenten gegenüberstehen, der ihre ideologische Grundlagen nicht akzeptiert, sind sie völlig hilflos, da sie nur ihre abgedroschenen Phrasen dreschen und nicht kontroversiell diskutieren können.  Dies verbindet sie mit einer Figur wie Angela Merkel, die sich während ihrer ganzen Amtszeit nie auf eine wirkliche Debatte eingelassen hat. Das Scheingefecht gegen Schulz vor der Wahl war für sie ungefährlich, weil beide "Widersacher" ideologisch auf derselben Linie lagen und sich deshalb hüteten, wirklich brennende Themen wie den Grossen Austausch anzuschneiden. Deshalb wird es die Diskussion, die Ellen Kositza dem Herrn Lüdecke anbietet, nie und nimmer zustande kommen. Irgendeine faule Ausrede wie "Ich diskutiere nicht mit Faschisten" wird er schon finden, um sich vor einer Auseinandersetzung zu drücken, bei der er, wie er genau weiss, den Kürzeren ziehen würde.

Zeitgeist-Guerillero
05. Oktober 2017 21:16

Eigentlich zieht mich kaum etwas zur Buchmesse. Aber jetzt bin ich doch am nachdenken...

Rex Regum
05. Oktober 2017 21:17

Ich bin gespannt, wie das Fachpublikum den Lichtmesz/Sommerfeld-Vortrag aufnimmt. Schade, dass am Sonntag, dem Verkaufs- und Publikumstag keine Veranstaltungen von Antaios stattfinden.

Kositza: Publikumstag ist allerdings bereits Sonnabend. Bestellungen dürfen wir da auch aufnehmen.

dome
05. Oktober 2017 21:39

Werde wohl mein Säckel packen und euch besuchen. Werde aber erst nächste Woche mein Ticket lösen. Heutzutage weiß man ja nie, ich will es nicht beschwören, aber kurzfristige Absagen sind ja leider nicht mehr die Ausnahme. Falls die Messe mit euch stattfindet, wird es bestimmt lustig. Bis denne!

Thorsten B
05. Oktober 2017 22:19

Der Stand der Linken gegenüber mit waschechter Stasi Tussi. Eine spannendere Attraktion hätte man sich doch nicht erdenken können. Werde da sein und freue mich das erleben zu können. „Darf man hoffen, das man noch ins Feuer kommt?“

Marc_Aurel
05. Oktober 2017 22:44

Ich glaube nicht, das man auf den Vorschlag von Ellen Kositza eingehen wird, aber vielleicht gibt es nach der Messe stattdessen ein kleines Filmchen aus der steuergeldfinanzierten Fabrik von Frau Kahane, Titel vielleicht "Auf Tuchfühlung mit den Rassisten - ein Bericht von der Buchmesse" oder "2m vor den Rechtsextremisten - die Amadeu Antonio Stiftung stoppt Nazis". Musik: irgendwas aus einem Horrorfilm, evtl. zusätzlich verstärkt durch einen Farbfilter, der das "Kunstwerk" düsterer wirken lässt. Dann werden in Zeitlupe einzelne Akteure des Antaios-Standes, in für sie ungünstigen Momentaufnahmen gezeigt, vorzugsweise in Posen die man entweder als aggressiv oder berechnend-hinterlistig interpretieren kann. Aus evtl. vorhandenem Interview-Material, pickt man sich jene Passagen heraus, die sich zweideutig auslegen lassen und reißt diese aus dem Zusammenhang, um sie hier und da zwischendurch einzublenden. Der Rest des "Berichtes" wird dann von einem Sprecher mit dramatischer Stimme kommentiert, Inhalt: der übliche Singsang, bestehend aus eine Aneinanderreihung politischer Kampfbegriffe im typischen, pseudowissenschaftlichen Stil der Stiftung. Garniert wird das Ganze vielleicht noch mit ein paar bezahlten Störern, die eine "spontane Demonstration besorgter Bürger" simulieren sollen. Da die Stiftung die Steuergelder natürlich lieber selbst verprasst, anstatt sie irgendwelchen Statisten in den Rachen zu werfen, werden es nicht viele sein, dennoch wird man aber versuchen, durch geschickte Wahl des Aufnahmewinkels, es so wirken zu lassen, als wäre es eine größere Menge.

Theophrastus Bombastus
06. Oktober 2017 00:01

Frau Kositza et al.:

Leider ein aussichtsloses Bemühen ... Wenn die angesprochenen Damen und Herren es in Papierform erhalten, würden sie es wohl lachend, aber innerlich vor Angst zitternd, in den Papierkorb werfen. Zumindest kann man später immer darauf verweisen, daß man zu einem Gespräch (Diskussion) eingeladen hat.

Vielleicht finden sie ja aber doch einen "Dummen" der denkt, jemandem von Ihrem Stand "bekehren" zu können. Das wäre sicherlich sehr erheiternd für uns/Sie und ernüchternd für den Gegenüber.

Worauf sie sich aber sicherlich einstellen können, ist, daß Sie des Öfteren provoziert (natürlich nur verbal) und so unvorteilhaft wie nur möglich dargestellt werden dürften. Also: Immer schön aufrecht und lächelnd dastehen und alle Gehäßigkeiten seelenruhig ertragen. Da werden die "guten Menschen" schwer die Contenance bewahren können und sich von ihrer "besten" Seite zeigen. Dann können Sie den Spieß mal rumdrehen ...

Herr K.
06. Oktober 2017 00:58

Genau dafür mag ich Sie beide (K&K). Stopfen Sie den verlogenen "Menschen freunden" die Gehörgänge mit Argumenten bis die nur noch stammeln können...

...aber beachten Sie bitte auch: falls überhaupt, dann werden die nur mit Ihnen reden, um Sie vorzuführen, zu provozieren. Man wird also ganz ungeniert an Ihren schwachen Stellen kitzeln, denn nur so kann man einer Sachdebatte entgehen. Und das soll auch so sein, denn dann kann man sich im Kreise anderer Salon-Kommunisten als mutiger Recke gegen rechts präsentieren. Es geht denen nicht um Argumente, die wollen nur ihr Revier verteidigen, sonst nix. Die wollen nur den bösen "Menschenfeind" herzeigen, der sich wütend im Ton vergreift!

Aber Sie machen das charmant, da bin ich mir sicher...

Detlef Neustadt
06. Oktober 2017 07:14

Was für eine wunderbare Frau Sie doch sind! Was ich mich aber frage: Was hat die Amadeu-Antonio-Stiftung auf der Frankfurter Buchmesse eigentlich verloren? Reicht das Verfassen ideologisch festigender Schriften dafür schon aus?

Kositza: Auf der Messe sind auch immer Betriebe, die bspw. Mülleimer oder Aktenschredder herstellen.

Harm Wulf
06. Oktober 2017 09:40

Den Linken ein 1:1 anzubieten wird nicht funktionieren, davor werden sie sich feige drücken.

Mich hat mal einer in Frankfurt angepöbelt, als ich eins jeder hübschen Hemden von Phalanx Europa trug. Gezielten Nachfragen meinerseits, natürlich höflich formuliert und mit freundlich, amüsierten Lächeln garniert, was genau er denn mit Nazis, Faschisten und Rassismus meine und vor allem, was dies mit der IB zu tun haben könnte, reagierte er erwartungsgemäss mit hilflosem Gestammel und wurde von Sekunde zu Sekunde hysterischer und aggressiver.

Hatte aber andererseits auch nicht den Mumm, den Konflikt auf die non-verbale Ebene zu verlagern.  Wenn ein paar seiner lumpigen Genossen dabei gewesen wären, hätte dies sicher anders ausgesehen.

Ich jedenfalls freue mich auf die beiden Messetage und bin schon sehr gespannt.  

Franz Bettinger
06. Oktober 2017 09:42

"Man würde sich mit den Linken ja gerne geistig duellieren, aber diese kommen - in der Hinsicht - meist völlig unbewaffnet." Ja, hat das nicht der gute Klonovsky gesagt? - Jedenfalls denke ich nicht, dass man K+K Gefechts-Anweisungen geben muss. Die haben's im Blut. Die zwei (man verzeihe mir den Vergleich) erinnern mich oft an Joschka Fischer und Danny le Rouge, was ihre geistige Bewaffnung angeht. Josch und Danny waren früher (!) unschlagbar, heute forgettable. Sorry to say so, aber Englisch (und manchmal auch Französisch) passt halt manchmal besser. Im Englischen lasse ich aber auch gern deutsche Worte fallen ("Wahnsinn"), wenn sie treffender sind.  

Schenkendorf
06. Oktober 2017 10:48

Schön, daß Sie es sportlich sehen, Frau Kositza. Aber es wird auch Nerven kosten, stundenlang zum Objekt oppositionellen Treibens gemacht zu werden, um es einmal vorsichtig zu formulieren. Womöglich wird es nicht bei im weitesten Sinne diskursiver Opposition bleiben, gerne wird da mit "witzigen" oder "kreativen" Aktionen gearbeitet. Mögen Sie die notwendige Stärke beweisen können und den Auftritt auf der Messe gut überstehen - ich bin in Gedanken bei Ihnen, Ihrem Mann und Ihrer Truppe.

Martin Himstedt
06. Oktober 2017 11:02

Nun. Ich bin nur drei Minuten (!) ziellos auf der Website einer linksintellektuellen Wochenzeitung, die nicht näher genannt werden möchte, gesurft. Ein Auszug:

"Sag mal, stören dich die Brüste nicht beim Operieren? … und 31 weitere sexistische Sprüche, die Frauen am Arbeitsplatz zu hören bekommen haben"

Klick

"Der dumpfeste Rausch von allen: Alkohol bis zum Umfallen, für die konservativsten Politiker des Landes ist das Leitkultur. Die sanfteren, geselligeren, interessanteren Drogen bleiben verboten."

Klick

"Sexismus ist ein Werkzeug, mit dem Männer ihre Macht sichern"

Klick

"Ich lebte mit zwei Identitäten: Mit Kopftuch wurde Zarah bei Bewerbungen immer abgelehnt. Deshalb arbeitete sie neun Jahre lang ohne. Dann hat sie sich selbständig gemacht."

Klick

"Der Justin Bieber der Rechtsradikalen: Martin Sellner war mal Neonazi, jetzt gibt er sich als intellektuell, postet Selfies und hat 20.000 Abonnenten auf YouTube. Sein Projekt: Rechtsradikalismus hip machen."

Jetzt mal ehrlich: Sie glauben nicht ernsthaft, dass man mit denen diskutieren kann?

Dietrich Stahl
06. Oktober 2017 11:49

Liebe Frau Kositza, Sie und Ihre Mitstreiter werden unsere Sache gut in der Höhle des Löwen vertreten. Alles Gute dafür.

@ Der_Jürgen.

„Sobald sie [die allermeisten Linken] einem Kontrahenten gegenüberstehen, der ihre ideologische Grundlagen nicht akzeptiert, sind sie völlig hilflos, da sie nur ihre abgedroschenen Phrasen dreschen und nicht kontroversiell diskutieren können.“

Genau das habe ich vor ein paar Wochen bei einer Art philosophischem Salon erlebt. Thema Populismus. Einige links-liberale Intellektuelle gedachten, sich dort gegenseitig auf die Schultern zu klopfen und ihren Haß zu versprühen. Erstens kommt es anders … Nachdem ich mir die Einführungsvorträge eines Geschichtsprofessors im Ruhestand und des Hausherrn, eines Psychotherapeuten, sowie den Beginn der Diskussion, geduldig angehört hatte, reichte es mir. Ich hinterfragte die Nicht-Argumente des Professors. Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Schließlich meinte der Professor, es sei wohl besser, die Veranstaltung zu schließen. Zum Schluß richtete ich aber noch deutliche Worte direkt an die Anwesenden bzgl. der Vergewaltigungen deutscher Frauen und der Ermordungen von Deutschen durch Ausländer. Betretenes Schweigen. Nur ein dummes Akademiker-Mädchen meinte noch, ihren Geisteszustand kundtun zu müssen: „Ich wurde aber nicht vergewaltigt.“

Wenn der Schock, den die Salonbesucher erlitten haben [deutlich ersichtlich aus Mimik und Körpersprache], nur bei einem etwas zum Guten in Gang setzt, reicht das völlig. Diesen Salon werde ich aber zukünftig meiden.

Geschichte sind Nahrung für die Seele – und hilfreich beim Einstehen für das Eigene.

Dietrich Stahl
06. Oktober 2017 11:52

Werter Franz Bettinger, zu "Josch und Danny" könnte man einiges mehr sagen. Nur soviel: Beide gehören vor Gericht gestellt.

Maiordomus
06. Oktober 2017 11:56

Es ist durchaus möglich, wenn k e i n  P u b l i k u m  da ist, mit einzelnen Linken der höheren Niveauklasse bis zu einem gewissen Grade ein konstruktives Gespräch zu führen, dessen Minimalergebnis sein könnte, dass man den jeweils anderen nicht kriminell finden muss und dessen geistige Hintergründe zu verstehen beginnt, zu schweigen davon, dass es immer wieder unfreiwillige Schnittmengen gibt. So bald es aber öffentlich wird, die massenpsychologische Feindbilddynamik mitspielt, hört es auf. Da darf man sich keine Illusionen machen. Selber führte ich schon mit Stalinisten und auch Islamisten nicht fruchtlose Debatten, es handelte sich aber durchwegs um untypische originelle Randfiguren. Man darf sich aber keine Illusionen machen, dass Rechte, die sich schon über die Darstellung gewisser historischer Perspektiven berechtigte Zweifel machen (nicht zu verwechseln mit denen, die wie die Linken rein parteiisch alles besser wissen wollen), bereits als kriminell gelten. Auf dieser Basis wird der Dialog schwierig, und wenn Kameras und Mikrofone eingeschaltet sind, schnell völlig unfruchtbar bis hin zu sinnlos.

H. M. Richter
06. Oktober 2017 19:00

Ich befürchte, das Ständerücken hat vor allem einen Grund: einen Brückenkopf zu bilden, - für die angekündigte Handarbeit

Zeugenschaft herstellen, erscheint mir deshalb sinnvoll, - durchaus durch ganz konkrete Einladungen an den Stand. Nicht zuletzt an Leute, die noch wissen, wie das damals lief in der DDR. 

Spontan fallen mir Namen ein wie Lutz Rathenow oder Vera Lengsfeld.

Ersterer könnte ja gar mit einer dicken, alten Aktenmappe erscheinen.

Es soll ja Leute geben, die der Anblick einer solchen Mappe noch immer das Fürchten lehrt: Sie haben sich inzwischen - als neue Diener der neuen Staatsmacht - die Verfügungsgewalt über Wikipedia-Einträge und vieles andere gesichert, können aber bisher nie ganz sicher sein, ob sich in den Katakomben der Stasi-Unterlagenbehörde nicht doch noch das eine oder andere, ganz und gar unschöne Aktenstück findet, - beispielsweise unter der Rubrik Kaa - Kah ...

Cacatum non est pictum
06. Oktober 2017 22:32

@Dietrich Stahl

Nachdem ich mir die Einführungsvorträge eines Geschichtsprofessors im Ruhestand und des Hausherrn, eines Psychotherapeuten, sowie den Beginn der Diskussion, geduldig angehört hatte, reichte es mir. Ich hinterfragte die Nicht-Argumente des Professors. Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Schließlich meinte der Professor, es sei wohl besser, die Veranstaltung zu schließen. Zum Schluß richtete ich aber noch deutliche Worte direkt an die Anwesenden bzgl. der Vergewaltigungen deutscher Frauen und der Ermordungen von Deutschen durch Ausländer. Betretenes Schweigen.

Das haben Sie gut gemacht! Ich hätte dem Schauspiel gern beigewohnt.

Ullrich
07. Oktober 2017 07:13

Sobald Lüdecke und Kahane kein Geld mehr von Mama Merkel bekommen, können sie sich beim Jobcenter melden. Einfach nur peinlich.

silberzunge
07. Oktober 2017 10:41

Nur nicht aus der Ruhe bringen lassen. Kahane et al. werden provozieren und sich als Opfer inszenieren, das zur Not natürlich auch in den Medien so dargestellt wird.

Wohlgesinnte Beobachter, die schnell zum Handy greifen und Videos machen können, wären vermutlich nicht unnütz.

Rainer Gebhardt
07. Oktober 2017 11:08

Als Moderator wünsche ich mir Jürgen Habermas. Das wird dann bestimmt ein herrschaftsfreier Diskurs.  

Karlemann
08. Oktober 2017 11:24

Das alles ist ein wenig unfair. Die so genannte "Amadeu Antonio Stiftung" wird mit Steuergeldern der Bürger finanziert, welche von der SPD dorthin gelenkt worden sind.

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