08. Oktober 2017

Prekäre Schichten oder Professoren – wer wählte AfD?

von Benedikt Kaiser / 31 Kommentare

Normalerweise kommentiert man Leserzuschriften nicht öffentlich. Zwei hervorhebenswerte Bemerkungen gingen aber jetzt aufgrund vergangener Beiträge (1, 2, 3) bei mir ein, Thema: Wer wählte AfD?

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Ein Leser schrieb beinahe empört, daß es nun aber mal gut sei mit der Ausrichtung am Willen irgendwelcher Unterschichten, die "alltäglich" ein "trauriges Bild" böten und über "keinerlei schöpferische Gestaltungskraft" verfügten, weiter: Daß doch auch ich trotz meiner "staatsgläubigen [...] naiven sozialen Orientierung" endlich erkennen müßte, wer das "tragende Gerüst unseres Vaterlandes" stelle: das Bürgertum, große Unternehmer, "traditionsreiche Familien".

Und alles, was die AfD tun müsse, sei es doch, diese vermögende und wertschaffende Schicht zu erreichen und auf sie zu bauen, weil eben das obere Bürgertum von der Überfremdung hart getroffen werde, es ansonsten doch aber "unser Land und unsere Gesellschaft ganz passabel finde und passabel gestalte". Erkenne man dies, könne die AfD klare Kante gegen links (bzw. Sozialpopulismus) und rechts (bzw. Rechtspopulismus) zeigen und die Klippe der Diabolisierung umschiffen. Wenn das obere Bürgertum mit der AfD gehe, könnte auch Medienhetze nichts am langfristigen Erfolg ändern, dann wäre man am Ziel, hätte Finanzstärke und könnte Deutschland vom rotgrünen freiheits- und wirtschaftsfeindlichen Ungeist befreien.

Ein anderer Leser schrieb mir, in fast gegenteiliger Stimmungslage, es sei schön, daß das konservative Milieu endlich begonnen habe, sich von dem "Ruch des Besserverdiener-Wessis" wegzubewegen. Die Wahl habe wiedermal gezeigt, daß die Hoffnung nicht nur aus dem Osten käme, sondern vor allem auch "aus den sogenannten prekären Milieus, wo man die Merkel-Politik auszubaden" habe, ob es nun um Leiharbeitsproblematik oder die Überfremdung in sozial schwächeren Wohngebieten gehe. Hätte die AfD im Lucke-Petry-Pretzell-Still einseitig auf bürgerliche Schichten gesetzt, wäre man baden gegangen, hätte die AfD keine solide Perspektive.

Soweit, zwei Leser derselben Zeitschrift, zwei Wähler derselben Partei, zwei Personen, die sich beide als "konservativ" beschreiben und verstehen. Man darf durchaus annehmen – als empirische Basis kann ich leider nur die hiesige Kommentarspalte angeben –, daß diese beiden Leser gar nicht so alleine mit ihren jeweiligen Meinungen stehen. Beide dürften Zustimmung und Widerspruch finden.

Weil solche Themen innerhalb der politischen Rechten häufig schnell emotional diskutiert werden, und weil diese Positionen nur schwer konstruktiv ausgefochten werden können, genügt uns heute eine nüchterne Zusammenfassung dessen, was man wenige Tage nach der Bundestagswahl an Informationen besitzt.

  1. Die AfD erhielt in Ostdeutschland 20,5 Prozent, in Westdeutschland 10,7 Prozent der Stimmen (jeweils gerundet). Das spricht für eine starke Ostverortung der Parteiwählerschaft, zugleich gilt es aber zu bedenken, daß die Stimmen aus dem Osten alleine nicht gereicht hätten: Man wäre knapp an der Fünfprozenthürde gescheitert.

  2. Das Gefälle besteht nicht nur im Verhältnis Ost-West, sondern auch Südost-Nordwest. Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein sind die schwächsten Länder für die AfD mit Ergebnissen zwischen 7,8 und 9,1 Prozent, Sachsen mit 27 Prozent Spitzenreiter. Weiter: Bayern ist relativ stark (12,4), desgleichen Baden-Württemberg (12,2). Aber selbst diese beiden Süd-Bundesländer bleiben unter dem Bundesschnitt, der nur dadurch gehoben wurde, daß neben Sachsen auch Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg knapp unter 20 bis knapp unter 23 Prozent erreichen konnten. Die stärksten Landesverbände sind, dies wertfrei, jene, die zugleich den politisch konsequentesten Kurs fahren.

  3. Die AfD ist ein Demokratiemotor. Fast 1,5 Millionen Nichtwähler wurden von der Partei an die Urnen gebracht, und es ist davon auszugehen, daß die Partei auch dafür verantwortlich ist, daß die Grünen entgegen einer weit verbreiteten Stimmung im Lande mit Gewinnen aus der Wahl hervorgingen: Ihr Milieu wurde durch die Anti-Rechts-Hysterie motiviert.

  4. Neben Nichtwählern gewann die AfD v. a. von Schwarz und Rot. 980 000 Stimmen kamen von CDU und CSU, 470 000 von den Sozialdemokraten und 400 000 von der Linkspartei. Rein quantitativ hat man zwar von der Union am meisten Stimmen gewinnen können, doch muß bedacht werden, daß die Linke (und auch die SPD) insgesamt viel weniger Wähler hat als CDU/CSU, d. h.: In der Relation zu Wählerschaft/Abwanderung zur AfD litten die linken Parteien stärker als die Merkel-Union, wanderten Linkswähler von Rot und Dunkelrot relativ häufiger zur AfD ab.

  5. Allgemein ist die AfD die Partei der Unzufriedenen. Nach Daten von Infratest Dimap und der Forschungsgruppe Wahlen sind 80 Prozent der AfD-Wähler mit der Funktionsweise der Demokratie in unseren Tagen unzufrieden, 68 Prozent empfinden die herrschenden Verhältnisse als ungerecht (Wähler anderer Parteien: 39), doch nur 39 Prozent fühlen Nachteile durch Flüchtlinge. Das zeigt: Die Krise, wie sie durch AfD-Sympathisanten interpretiert wird, ist keine ausschließliche Zuwanderungskrise, wie Leser 1 meinte (er verzeihe mir diese öffentliche Widerrede), sondern eine grundsätzliche Krise der repräsentativen Demokratie und der von ihr nur unzureichend verwalteten Zustände. 

  6. Die stärksten Milieus für die AfD waren Arbeiter und Arbeitslose. Jeweils 21 Prozent stimmten aus ihren Reihen für die Alternative. Selbst gewerkschaftsgebundene Arbeiter, eine Spezies, von der man meinen könnte, sie wäre durch fortwährende DGB-Propaganda antifaschistisch-dogmatisch geprägt, wählten zu 18,6 Prozent AfD. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung verweist auf die Verluste der Linken in diesem Segment sowie auf die Verankerung der AfD im Gegenzug, und kommt zum Resümee: "Das zeigt, dass Die Linke den Kampf um ihr früheres Kernmilieu der Prekären bereits weitgehend verloren hat."

  7. Im Jargon der Sinus-Geo-Milieus, der ja der aktuellen Bertelsmann-Studie zugrundeliegt, erzielte die AfD insgesamt 28 Prozent im Lager der "Prekären" – also einschließlich der abstiegsbedrohten unteren Mittelschicht, um es umgangssprachlich zu formulieren. Die sog. Bürgerliche Mitte (nicht: die Oberschicht), ein weiteres Sinus-Milieu, wählte zu 20 Prozent AfD. Daraus folgt: Prekäre und Bürger der (unteren) Mittelschichten sind das doppelte Standbein der AfD. "Traditionelle" folgen dann mit 16 Prozent im Mittelfeld; schlecht schneidet die AfD erwartungsgemäß bei anderen Milieus ab, etwa den "Hedonisten", "Liberal-Intellektuellen" und den "Expeditiven".

  8. Die Autoren der Bertelsmann-Stiftung formulieren es in ihrem typischen Sound so: "Damit ist die AfD bei der Bundestagswahl 2017 von unten in die Mitte eingedrungen, und hat sich dort als rechtspopulistische Protestpartei der sozial-kulturell Abgehängten und der sich sozial-kulturell bedrängt fühlenden Mitte etabliert." Und: "Je mehr Haushalte aus der Unter- und Mittelschicht in einem Stimmbezirk wohnen, umso besser schneidet die AfD ab." Die Lucke-Petry-Pretzell-Blaue-Kanal-Sehnsucht nach der Akzeptanz und Zuneigung durch die materielle Oberschicht ist somit als Traumgebilde von der Wirklichkeit negiert worden.

  9. Vor der Wahl fand eine beispiellose Hetzkampagne gegen die AfD und ihre Funktionsträger statt. Der gesamtgesellschaftlich angenommene Sympathiewert der Partei sank dementsprechend von Minus 1,4 auf Minus 2,8. Dennoch wählten 12,6 Prozent AfD, was bedeutet, daß dieser Ansehensverlust viele Menschen entweder nicht mehr stört oder aber gerade mobilisiert hat, erst recht Protest zu zeigen. Addiert man hierzu die o. g. Unzufriedenheitsrelationen, wird deutlich, daß die AfD zunächst eine Partei des Protests ist, die Unzufriedene und von den Verhältnissen Irritierte anzusprechen vermag. Das sind im Regelfall Arbeiter, Arbeitssuchende, Angestellte, Kleinunternehmer, Selbständige. Dies ist zugleich das "tragende Gerüst unseres Vaterlandes", wie es der erwähnte, langjährige Leser formulieren würde. Dies ist zugleich und vor allem jene Bevölkerungszusammenstellung, die am meisten unter den Krisen der Wirtschaft, des Staates, der Überfremdung und des Sozialen leiden muß – wohl weniger jene Kreise, die in der FDP (oder in bälde: in einer Union ohne Merkel?) ihr Revival verkörpert sehen.

  10. Es geht, so meine ich, in den kommenden Monaten für AfD und das kämpferisch-konservative Milieu zunächst um dreierlei:

    – Um eine Forcierung einer authentisch sozialen Ausrichtung bei dem Bewußtsein für die Bedeutung der popularen Klassen und des tatsächlichen Mittelstandes (hier droht mittelfristig eine Kollision mit dem Parteiprogramm)
    – Um eine Vermeidung geschichtsbezogener, privater oder scheinbar politischer Skandale (hier droht stets der mediale Wille, solche auch dann zu konstruieren, wenn man sie nicht offensiv herbeiführt)
    – Um eine solidarische Umgangsweise im eigenen Beritt, die nach Innen das Signal sendet: Es geht nur vereinigt, es steht zu viel auf dem Spiel. Und die nach Außen das Signal sendet: Bei allen Widersprüchen innerhalb unseres Lagers wissen wir doch, daß wir gemeinsame Gegner und gemeinsame Ziele haben. Beides ist uns wichtiger als euer Wohlwollen, als scheinheilige Gesprächsangebote ("Wenn die AfD ..., dann ...), als der Platz am Katzentisch.  (Hier droht das Politikersyndrom, geliebt werden zu wollen, koste es auch die Standfestigkeit oder alte Loyalitäten.)

    Der Anspruch sollte also lauten: Wir sind gekommen, um zu bleiben. Im besten Falle: gemeinsam. Im zweitbesten Falle: mit Abgängen, aber geschlossen.

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Kommentare (31)

Solution
08. Oktober 2017 10:23

Ich bin seit Mai 2013 dabei und stimme dem Artikel voll zu.

Die AfD muß im sozialen Bereich "linker", aber vor allem beim Kampf um die Erhaltung unseres Volkes "rechter" werden. Vergessen wir nicht, daß die AfD leider immer noch eine Partei der explizit propagierten Einwanderung ist.

Da, wo das Nationale und das Soziale miteinander verbunden werden können, wird es brisant. 

Karlemann
08. Oktober 2017 11:14

Ich sehe eine Möglichkeit darin, die gescheiterten Alt-Parteien mit ihrer extremen Politik einfach in der Mitte zu überhohlen.

Da gibt es eine Menge an möglichen Hebeln: Asylpolitik, Energiepolitik, Währung, EU-Zentralstaat, Krieg in der Ukraine, Wirtschaft, Technik (Diesel/Verbrennungsmotor), Gender, Zensur/Internet, Strukturen der Staatsmedien, Lobbyismus, ...

Gotlandfahrer
08. Oktober 2017 11:29

Als kleiner Beitrag zu diesem spannenden Artikel hier ein Link auf den 'Süddeutschen Beobachter' (MK :-), mit einer aufschlußreichen Kartographierung:

http://www.sueddeutsche.de/politik/bundestagswahl-von-afd-hochburgen-und-welkenden-spd-landschaften-1.3653498

Vom Ruhrgebiet abgesehen (ein Gebiet, das deswegen seinerseits aufschlußreich für die weitere Entwicklung Deutschlands ist) lässt sich ablesen, dass eine AfD-Affinität dort am wenigsten ausgeprägt zu sein scheint, wo der Protestantismus in sozialdemokratischen Atheismus übergegangen war und hierin weiter verharrt, also ohne - wie im 'Osten', durch die Erfahrung des realen Sozialismus bereits überwunden worden zu sein. Sozis hingegen sind dort noch stark, wo man diese Restresonanz weiter ungestört als puhvogelige Komfortzone wahrnimmmt.

CDU wird gem. der Farbgebung offenbar dort noch stark gewählt, wo es keine Hauptbahnhöfe gibt. Also dort, wo es weniger Menschen gibt, die glauben ihre unterbezahlten aber hippen Jobs in Agenturen und 'eCommerce' seien Ausdruck ihrer Teilhabe an der also nur in dieser Form wünschenswerten Globalisierung.

Charles Makumbi
08. Oktober 2017 11:31

Sehr geehrter Herr Kaiser,

Dankeschön für Ihre lesenswerte Analyse der AfD-Wähler. Ihre drei Kernthesen, was jetzt Priorität genießen sollte, kann ich nachvollziehen und möchte den ersten Punkt (" . . . Forcierung einer authentisch sozialen Ausrichtung bei dem Bewußtsein für die Bedeutung der popularen Klassen und des tatsächlichen Mittelstandes (hier droht mittelfristig eine Kollision mit dem Parteiprogramm)" wie folgt kommentieren.

Niemand braucht eine weiter sozialdemokratische Kraft im aktuellen Parteiengefüge. Die beste "soziale Ausrichtung" der AfD besteht für mich in der Betonung vernachlässigter sozialer Themen wie (1) einem kreativen Umgang mit den unvermeidlichen Folgen der demographischen Entwicklung sowie (2), damit eng einhergehend, ein Plan, wie die Digitalisierung weit produktiver als bisher politisch gefördert und genutzt werden kann.

Beide Entwicklung sind unvermeidlich, bestimmen ebenso wie Euro und Einwanderung das tägliche Leben des sozialen und wirtschaftlichen Mittelstandes in unserem Land auf die nächsten 20 Jahre - und nirgendwo sehe ich überzeugende Konzepte bei den Alt-Parteien, hier aktiv zu werden.

Darum mein Plädoyer, sozial weniger als Mittelverteilungsspiel an die eigene Klientel zu definieren, sondern als innovative Steuerung der Folgen dieser beiden unausweichlichen gesellschaftlichen Entwicklungen. Mit anderen Worten, eine "authentisch[e] soziale[] Ausrichtung"der AfD umfaßt für mich auch prominent herausgestellte Lösungen für die Digitalisierung und den Themenkomplex Demographie.

Und gerade weil das keine "sexy" Themen aus der Sicht des eabtlierten Konservativen sind, braucht es Kreativität und Mut, sie zu eigenständigen rechten Positionen zu machen.

Ein gebürtiger Hesse
08. Oktober 2017 12:48

Weitblickendere Tipps als die Ihren, Herr Kaiser, kann die AfD dieser Tage nicht bekommen. Man kann nur wünschen, daß sie gehört und beherzigt werden.

"Kämpferisch-konservatives Milieu" ist ein guter Begriff, der über alle Typenunterschiede (von denen Lehnert/Mann in ihrem neuen Buch schreiben dürften) hinweg das Wesentliche trifft, sollte man beibehalten.

CJD
08. Oktober 2017 13:01

Als milieu-übergreifender gemeinsamer Nenner der AfD-Wähler wird gerne die "Unzufriedenheit" mit den herrschenden Zuständen hervorgehoben. Nicht zuletzt dadurch wird der AfD-Wählerschaft ein primär negatives Denken unterstellt. Ein mindestens gleichgewichtiger, positiver Nenner ist "das Rückgrat zu haben, sich eine eigene Meinung zu bilden". Vor dem Hintergrund der gleichgeschalteten Leitmedien, des omnipräsenten gesellschaftlichen Gruppenzwangs und der Noelle-Neumannschen Schweigespirale verläuft - meines Erachtens - der innerdeutsche Hauptgraben zwischen dem fußlahmen Lager der angepaßten, harmoniebedürftigen, Scheuklappen-Selbstanleger und dem sportlichen Lager der berückgrateten Verfechtern der Meinungsfreiheit. Deshalb wäre die AfD gut beraten, diesen Aspekt im Rahmen sämtlicher Diskurse in den Vordergrund zu rücken. Wenn man die umfassende, nahezu totale Meinungsfreiheit endlich wieder in ihr Recht setzte, wäre es innerhalb kürzester Zeit möglich, sämtliche Sprachkorsette und Argumentationsschablonen der System-Meinungsmacher als solche zu entlarven und ad absurdum zu führen. Die hohe Parteiführungskunst würde darin bestehen, diese eigentlich eine zersplitternde Zentrifugalkraft entfaltende Vielfalt von Meinungen (Gauland: "gäriger Haufen") in ihr Gegenteil, nämlich eine einende und das Parteizusammengehörigkeitsgefühl stärkende Zentripetalkraft zu verwandeln. Selbsterklärend sollte es der AfD v.a. um die freie Benennung solcher Meinungen gehen, die sich auf den Bestand, das Wohl und den Vorteil der Deutschen Nation beziehen. Die nationale, positive Selbstvergewisserung ist heutzutage der Lackmustest für die Meinungsfreiheit schlechthin, da im Hinblick auf sämtliche anderen Ideologien und Lebensentwürfe ohnehin schon eine nahezu totale Meinungsfreiheit herrscht. Als zu begrüßender Nebeneffekt könnten dadurch besonders "krasse" oder "grenzlastige" Positionen, wie sie beispielsweise Hr. Höcke unterstellt werden, genau andersherum beurteilt werden - nämlich als Gütesiegel für die echte und umfassende Meinungsfreiheit innerhalb der Partei. Mir ist klar, daß allein auf Basis eines möglichst weit gefaßten Meinungsfreiheit-Begriffs noch lange keine gute Politik gemacht werden kann. Jedoch sollte man diesen Vorzug vor den auf Linie getrimmten und auf Claqueur-Niveau reduzierten etablierten Parteien aktiv als Alleinstellungsmerkmal der AfD benennen. Das wäre das Einfallstor, um in die mit Sprach- und Denkverboten zubetonierten deutschen Durchschnittsköpfe endlich wieder den Samen eines nationalen Selbstbewußtseins zu pflanzen.

Der Feinsinnige
08. Oktober 2017 15:17

Antwort auf die Überschrift: Beide – und das ist bei jeder Partei mit dem Anspruch zur Volkspartei normal. Eine Volkspartei braucht akademisch und nichtakademisch gebildete Intelligenz (die die AFD nun wirklich überreichlich vorweisen kann) genauso wie breite Zustimmung aus allen Schichten, wozu gerade auch Bürger gehören, denen es weniger gut geht und die weniger formale Bildung aufweisen können. Aufgabe des Führungspersonals einer Volkspartei ist es, eine Programmatik (und eine Rhetorik) zu entwickeln, welche geeignet ist, verschiedene Milieus anzusprechen. Dabei muß eine Partei wie die AFD das auf der Hand liegende Thema der Gegenwart und der unmittelbaren Zukunft thematisieren: Massenzuwanderung, Islamisierung. Dieses Thema hat den Vorteil, daß es wirklich das Leben aller betrifft, das Leben der Professoren und der wohlhabenden Unternehmer und ihrer Familien genauso wie das Leben einfacher Angestellter, Arbeitsloser, Rentner, das Leben von Schülern und Studenten, der Ostdeutschen und der Westdeutschen. Die massenhafte Zuwanderung aus fremden Kulturkreisen ist ein Überthema, welches sich in fast alle anderen Lebensbereiche und damit fast alle anderen Politikfelder auswirkt (innere Sicherheit, Bildung, Sozialleistungen, Gesundheitsversorgung, Mietpreise, Fragen des alltäglichen Zusammenlebens usw.). So kommt es, daß es etablierten Medien und Politikern immer wieder gelingt, den Eindruck zu erwecken, die AFD sei monothematisch aufgestellt, was aber nicht stimmt. Vielmehr stößt man in fast jedem Politikfeld immer wieder zwangsläufig auf die Migrationsproblematik. Das ist auch der Grund, warum die AFD angesichts der weitgehenden Einigkeit aller Etablierten gute Aussichten hat, mehrheitsfähig zu werden.

Die Einordnung „Unzufriedenheit mit der Demokratie“ bedeutet noch lange nicht allgemein unzufrieden bzw. „abgehängt“. Dieses Phänomen gibt es natürlich auch, kann aber nicht der einzige und auch nicht der Hauptgrund für den Erfolg der AFD sein. Langsam beginnt es auch diversen Journalisten etablierter Medien zu dämmern, daß es eine einfachere Erklärung für die AFD-Wählerschaft gibt, nämlich eine (unter demokratischen Gesichtspunkten völlig legitime) andere Meinung. Zwei Beispiele aus der letzten Zeit, die so vor kurzem noch schwer denkbar gewesen wären:

http://www.tagesspiegel.de/politik/bundestagswahl-2017-kann-man-afd-waehlen-ohne-eine-macke-zu-haben/20416936.html.

Und Mariam Lau von der „Zeit“ hat die Erkenntnis gewonnen, es gebe eben „Leute“, die „sagen, wir wollen nicht mehr Zuwanderung“ (https://www.youtube.com/watch?v=YnQtoIpe9Ic, ab Minute 15.00) – die Wirklichkeit läßt sich inzwischen selbst in der ARD nicht mehr ausblenden. Bis aber solche Erkenntnisse (wenn überhaupt jemals) bei Kauder, Nahles, Özdemir & Co ankommen, wird wohl noch einige Zeit vergehen.

Abschließend verweise ich auf folgende Reportage:

http://www.spiegel.de/video/kein-schoener-land-die-republik-nach-der-wahl-video-1803176.html

Trotz des gewohnt diffamierenden Tonfalls in Anmoderation und Film ist sie sehenswert. Sie läßt zahlreiche einfache Bürger durchaus erfreulich ausführlich zu Wort kommen und zeigt, daß die Erfolge der AFD sehr wohl im Kern direkt und nachvollziehbar mit der Zuwanderungsproblematik zusammenhängen, und zwar nicht nur in den Brennpunkten Westdeutschlands, sondern auch in Ostdeutschland, wo (nicht nur) AFD-Wähler entsprechende Verhältnisse gar nicht erst entstehen lassen wollen (was in der Doku endlich einmal ausgesprochen werden darf, als Antwort auf die übliche Dümmlichkeit, im Osten gebe es doch kaum Ausländer). Was allerdings auch in dieser Doku nicht thematisiert wird: Die hohen Wahlerfolge insbesondere in Bayern sind in den Grenzgebieten zu verzeichnen, die 2015 im Brennpunkt der illegalen Massenzuwanderung standen (Grund ist also offenkundig mitnichten nur eine einzelne Erstaufnahmeeinrichtung in Deggendorf). Die Etablierten werden erfahren, daß sie Wähler von Professoren bis zu prekären Schichten mit ihrer Politik der offenen Grenzen, die sie fortzusetzen beabsichtigen, nicht wieder zurückgewinnen können, ja weitere verlieren werden. Blendende Aussichten für die AFD, wenn sie ihre Chance zu nutzen versteht!

Lotta Vorbeck
08. Oktober 2017 16:32

Für interessierte SiN-Foristen hier mal die Links zu drei, seit der zurückliegenden BTW von der 'Thüringer Allgemeinen' veröffentlichte Beiträge:

# Zeigt Alice Weidel dem rechten AfD-Lager die kalte Schulter? | Thüringer Allgemeine - 27.09.2017


# In Thüringer AfD formiert sich Widerstand gegen „Personenkult" um Höcke | Thüringer Allgemeine - 05.10.2017


# Höcke soll in den Bundesvorstand der AfD | Thüringer Allgemeine - 07.10.2017


Insbesondere der Beitrag vom 05.10.2027 illustriert anschaulich, daß sich nunmehr abermals, frei nach Björn Höcke "Luckisten" zusammentun, um der AfD in einem ihrer Kernbundesländer, offenbar von innen heraus, massiven Schaden zuzufügen. Inwieweit diese Maulwürfe aka "Luckisten" von außen gesteuert sind, oder lediglich ihrer eigenen Eitelkeit frönen, läßt sich momentan nicht beurteilen.

Bei der 'Thüringer Allgemeinen' handelt es sich um die auf BRD-Mainstream gebürstete, einstige Bezirkszeitung der SED für den seinerzeitigen DDR-Bezirk Erfurt.

Siehe auch: Tageszeitungen der DDR [Wikipedia]


 

Dirk Ahlbrecht
08. Oktober 2017 17:17

Ich halte nichts davon, Solution, dass die AfD noch "linker" wird. Sie können bspw. doch heute schon kaum noch einen Mitarbeiter mehr entlassen bzw. müssen, im Falle ihnen brechen Kunden oder auch Projekte weg, diesbezüglich eine unsinnige Sozialauswahl treffen.

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Dies ist keine Erfindung von irgendwelchen Linken oder Kapitalisten, sondern dies ist ein Naturgesetz. Und Oskar Lafontaine hat völlig Recht, wenn er (auch) den ungebremsten Zuzug von gering- bis gar nicht-qualifizierten mit den niedrigen Löhnen, die in D in diesen Lohnsegmenten gezahlt werden, in Verbindung bringt.

Der Staat sollte sich um das Kümmern, was er wirklich kann: Innere- und äußere Sicherheit, Justiz sowie eine maßvolle Verwaltung. Darüber hinaus: Götz Kubitschek hat hier einmal geschrieben, dass er jedem Staatsdiener eine Parteimitgliedschaft verbieten würde, da man nicht zwei Herren dienen kann. So ist es. Hier stimme ich ihm vollumfänglich zu.

Alles andere regelt ein funktionierender Markt besser. Und bevor Sie damit kommen: Die EURO-Krise ist keine Banken, sondern vor allem eine politische Krise. Denn den EURO gibt es einzig nur deshalb, weil die Poltik ihn geschaffen hat. Volkswirtschaftlich gesehen gibt es für den EURO null Berechtigung. Er wäre nicht da, hätten wir einen funktionierenden Markt. Gleiches gilt bspw. für die sog. Energiewende und anderes.

Es grüßt herzlich ein "Minimalstaatler" aus Überzeugung, der aus Notwehr und mit beiden Stimmen AfD gewählt hat.

PS: Ein Unternehmer, der seine Mitarbeiter schlecht behandelt und bezahlt, ist ein Idiot und wird alsbald vom Markt verschwinden. Dafür braucht es keine linke Politik.

Franz Bettinger
08. Oktober 2017 19:09

@ CJD: Ins Schwarze getroffen:

"Wenn man die umfassende, nahezu totale Meinungsfreiheit (wie es sie etwa in den USA gibt) endlich in ihr Recht setzte, wäre es in kurzer Zeit möglich, die Sprach-Korsette und Argumentations-Schablonen der MSM zu entlarven und ad absurdum zu führen." Sagen, was ist. "Das wäre das Einfallstor, um in die mit Denkverboten zu-betonierten Durchschnitts- Köpfe wieder den Samen eines nationalen Selbstbewusstseins zu pflanzen." Ja. Das halte auch ich für die wichtigste Aufgabe der AfD: zu sagen, was ist! 

Nautilus
08. Oktober 2017 19:25

Herr Kaiser, ich stimme Ihnen völlig zu. Die AFD muss sozialer werden. Wir wissen doch alle, dass die Digitalisierung erhebliche Opfer fordern wird und darauf braucht man Antworten. Man darf dieses Thema nicht der Partei die Linke und den Grünen überlassen. Nicht umsonst sagte ja Björn Höcke, dass er eine soziale Heimatpartei will. Ob das mit Weidel, Storch und co machbar ist liegt in den Sternen.

RMH
08. Oktober 2017 20:16

Ist jetzt nicht ganz am Kernthema des Beitrags, aber meiner Meinung nach durchaus interessant, für die hier Lesenden und Debattierenden. Ausgelöst durch Ziff. 7 des Beitrags machte ich mich auf die Suche, ab wieviel Euro im Monat oder im Jahr man wohl zu den Prekären, der bürgerlichen Mitte etc. gem. den Sinus-Geo-Milieus gehört und dazu habe ich dann, den links im Beitrag folgend, diese Broschüre durchgelesen:

https://www.sinus-institut.de/fileadmin/user_data/sinus-institut/Bilder/downloadcenter/Sinus-Milieus_und_microm_Geo_Milieus.pdf

Fündig im Sinne meiner Fragestellung wurde ich nicht, aber es offenbarte sich eine Datenkrake ungeahnten Ausmaßes. Ich kenne zwar bereits seit längerem die sehr detaillierten Infos von Creditreform, Schufa & Co und habe mich schon immer gefragt, wie das mit unseren bundesrepublikanischen Datenschutz konform geht, bei dem man eigentlich für alles und jedes eine schriftliche Einwilligungserklärung geben muss, aber das, was dieses Sinius Institut hier anpreist, ist schon echt heftig, denn hier wird bis zur einzelnen Wohnung heruntergebrochen (siehe Seite 10 der oben verlinkten Broschüre) eine entsprechende Milieu-Einteilung vorgenommen.

Wo haben die all diese Daten her? Das unser sog. Datenschutz ein ziemlicher Papiertiger ist, der allenfalls als kleine Retourkutsche für gemobbte Arbeitnehmer taugt, die ihren Chef ob seiner Videokamera am Eingang seines Lagers bei der zuständigen Behörde verpfeifen, hatte ich schon geahnt, aber das hier ist mal wieder der Beweis dafür, wie gläsern wir alle mittlerweile sind.

Auch ein Thema, bei dem sich die AfD profilieren könnte.

PS: Ich bin ferner immer wieder erstaunt, mit welchem Selbstbewusstsein diese sog. Institute die Validität ihrer Ergebnisse verkaufen. Wenn ich nur daran denke, was ich für Fake-Angaben mache, wenn ich mich mal (was selten vorkommt) an einer Umfrage beteilige und einmal kurz hochrechne, dass ich mit diesem Verhalten bestimmt nicht der einzige bin, dann kommen mir erneut Zweifel. Ich möchte im Übrigen hiermit jeden dazu aufrufen, sich an Umfragen zu beteiligen und dabei zukünftig das Blaue vom Himmel zu erzählen...

Cacatum non est pictum
08. Oktober 2017 20:49

Ein Leser schrieb beinahe empört, daß es nun aber mal gut sei mit der Ausrichtung am Willen irgendwelcher Unterschichten, die "alltäglich" ein "trauriges Bild" böten und über "keinerlei schöpferische Gestaltungskraft" verfügten, weiter: Daß doch auch ich trotz meiner "staatsgläubigen [...] naiven sozialen Orientierung" endlich erkennen müßte, wer das "tragende Gerüst unseres Vaterlandes" stelle: das Bürgertum, große Unternehmer, "traditionsreiche Familien".

Wenn ich an große Unternehmer und traditionsreiche Familien denke, dann löst das bei mir immer folgende Assoziationen aus: Freimaurerei, Globalisierung, billige Arbeitskräfte, Befürwortung der Masseneinwanderung. Man studiere nur aufmerksam die Tagespresse (ich weiß: das ist widerlich, aber hin und wieder von Nutzen) und lese nach, was die Herrschaften zum Thema Einwanderung zu sagen haben. Klar: Diese Leute könnten das tragende Gerüst unseres Vaterlandes sein, aber nach Stand der Dinge sind sie es nicht. Warum also sollten wir uns an ihnen ausrichten?

Und alles, was die AfD tun müsse, sei es doch, diese vermögende und wertschaffende Schicht zu erreichen und auf sie zu bauen, weil eben das obere Bürgertum von der Überfremdung hart getroffen werde, es ansonsten doch aber "unser Land und unsere Gesellschaft ganz passabel finde und passabel gestalte". Erkenne man dies, könne die AfD klare Kante gegen links (bzw. Sozialpopulismus) und rechts (bzw. Rechtspopulismus) zeigen und die Klippe der Diabolisierung umschiffen. Wenn das obere Bürgertum mit der AfD gehe, könnte auch Medienhetze nichts am langfristigen Erfolg ändern, dann wäre man am Ziel, hätte Finanzstärke und könnte Deutschland vom rotgrünen freiheits- und wirtschaftsfeindlichen Ungeist befreien.

Klingt etwas nach Alice im Wunderland. Wenn die Überfremdung das obere Bürgertum juckte, dann würde es sich politisch anders positionieren. Dass unser Land passabel gestaltet wird, kann ich derzeit nirgends erkennen. Klare Kante gegen links und rechts bedeutet, bewegungslos in der Mitte zu verharren und unser Schicksal zu schlucken. Die Klippe der Diabolisierung umschifft man am besten, wenn man sich permanent distanziert und damit einen Keil ins eigene Lager treibt - eine Verliererstrategie. Und was die Befreiung vom Ungeist anbelangt: Die wird - siehe oben - sicher nicht von den Kreisen dieser Wirtschaftsegomanen ausgehen. Amen.

S. J.
08. Oktober 2017 21:37

Dass die Parteiprogrammatik der AfD Intellektuelle fasziniert, wussten wir schon anhand früherer Erhebungen. Erfreulich an der Wahl ist deshalb vor allem die Festigung einer breit angelegten Wählerbasis bis weit in die Arbeiterschicht hinein. Die etablierten linken Parteien machen nun die schmerzhafte Erfahrung, dass ihr Bild völlig diffus ist, wer eigentlich z.B. „die da unten“ sind, wer dazugehört, wer zur Gesellschaft etwas beisteuert (und deshalb auch beizeiten etwas erwarten kann) oder für eine gewisse Zeit auf Hilfe angewiesen ist. Eine Gesellschaft muss auch für jeden überschaubar bleiben, um Halt zu vermitteln, was zwangsläufig mit zeitlich gewachsener, kultureller Zugehörigkeit zu tun hat. Die große Aufgabe lautet nun, diese Sachverhalte noch weiter bewusst zu machen. Das alles wurde in den letzten zwei Jahren von der politischen Linken aus den Angeln gehoben.

Cacatum non est pictum
08. Oktober 2017 22:02

@Charles Makumbi

Niemand braucht eine weiter sozialdemokratische Kraft im aktuellen Parteiengefüge. Die beste "soziale Ausrichtung" der AfD besteht für mich in der Betonung vernachlässigter sozialer Themen wie (1) einem kreativen Umgang mit den unvermeidlichen Folgen der demographischen Entwicklung sowie (2), damit eng einhergehend, ein Plan, wie die Digitalisierung weit produktiver als bisher politisch gefördert und genutzt werden kann.

Beide Entwicklung sind unvermeidlich, bestimmen ebenso wie Euro und Einwanderung das tägliche Leben des sozialen und wirtschaftlichen Mittelstandes in unserem Land auf die nächsten 20 Jahre - und nirgendwo sehe ich überzeugende Konzepte bei den Alt-Parteien, hier aktiv zu werden.

Unvermeidlich ist nur der Tod. Demographie und Digitalisierung lassen sich steuern. Ersteres u.a. mit einer harten Einwanderungs-, Ausbürgerungs- und Rückführungspolitik. Letzteres dadurch, dass man auf die Bremse tritt und dann peu a peu die Schraube zurückdreht, bevor irgendwann das Gewinde auseinanderbricht. Wenn ich lese, dass Industrie 4.0 drastisch Arbeitsplätze kosten wird: Dann ist das in meinen Augen ein Drehbuch für Massenaufstände. Und für dieses Szenario haben die etablierten Parteien des linken Spektrums sehr wohl einen Lösungsvorschlag: das bedingunglose Grundeinkommen. Wenn der Digitalisierungswahnsinn wirklich so ins Werk gesetzt wird, dann bleibt uns vermutlich auch nichts anderes mehr übrig. Der dann riesige unproduktive Bevölkerungsteil wäre eben zwingend auf Umverteilung angewiesen, also auf planwirtschaftliche Lenkungsmaßnahmen.

Ihrem Beitrag entnehme ich aber, dass Sie das ablehnen würden. Meiner Meinung nach führt kein ethisch vertretbarer Weg daran vorbei, die globalisierte Wirtschaft wieder zu entflechten. Wirtschaft ist für den Menschen da, nicht andersherum. So wird ein Schuh draus.

Schenkendorf
09. Oktober 2017 01:08

 Die mittelfristige Koillision mit dem Parteiprogramm sehe ich nicht. Die Aussagen dort sind wenig mehr denn Stückwerk, das der systematisierenden Entwicklung zu einer stimmigen Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik harrt. Was uns blüht, wenn die unaufhaltsame Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt durchschlägt, kann da noch gar nicht eingearbeit werden, müßte aber mindestens für die Schublade vorbereitet sein.

Ohne weitere Hilfe von Fachleuten und eine breite Diskussion wird das nicht abgehen. Ob die Struktur der parteiprogrammatischen Arbeit in den Fachausschüssen das (allein) leisten kann, weiß ich nicht. Es wäre aber allemal klüger und allein schon aus Gründen der Waffengleichheit dringend angebracht, nun mit der Etablierung einer parteinahen Stiftung zu beginnen. Dort könnte zusätzlicher Sachverstand zu Rate gezogen und der Ort für die notwendigen Diskussionen bereitgestellt werden.

Bin ich auch verhalten optimistisch in bezug auf das Vermeiden von Skandalen aller Art, so gilt das keineswegs für das Entstehen des Bewußtseins, nur gemeinsam könne der Erfolg erreicht werden. Da müßte schon erstmal "Erfolg" gemeinsam definiert werden. Es hapert womöglich auch an der Erkenntnis, daß wegen der Unterschiedlichkeit der Verhältnisse evt. mehr als eine einzige Strategie notwendig ist, um eine maximale Stimmenanzahl zu erreichen.

tOm~!
09. Oktober 2017 06:27

"Die AfD muß im sozialen Bereich "linker", aber vor allem beim Kampf um die Erhaltung unseres Volkes "rechter" werden."

Eine Aussage, die, je länger man darüber nachdenkt, umso unsinniger und unlogischer wird. 

Ein überzeugt "rechter" Blog mag die falsche Anlaufstelle sein, werde dennoch nicht müde zu betonen, wie Grundfalsch diese Denkweise ist.

Vielleicht geht dem ein oder anderen nochmal ein Licht auf, in welchem Netz des Irrsinns er sich verfangen hat, wenn er die von den globalistisch-demokratischen Massenmedien seit vielen Jahrzehnten gepflegte Rechts/Links-Teilung weiter an- und aufnimmt.

Brutus schrieb:

*Ich mache jetzt einen letzten Versuch, ***** und ***** davon zu überzeugen, das Rechts-Links-Schema in die Rumpelkammer zu stecken und das politische System nach folgenden Polaritäten zu ordnen:

Oben-Unten,

Arm-Reich,

Stark-Schwach,

vor allem aber,

das ist jetzt das wichtigste Kriterium,

Nationalistisch-Internationalistisch.*

Es gibt noch andere Spaltungen, geht man aber nurmal nach diesem wichtigsten Kriterium, spielt es überhaupt keine Rolle, ob man "links" oder "rechts" ist, das ist Nonsens.

Stattdessen kann man davon ausgehen, wer Nationalismus wollte, wählte hauptsächlich die AfD. Die anderen 87%, zu denen sich LINKE und GRÜNE so stolz zählen, wählten den Globalismus, oder aber wie es Adel Tawil in seinem neuen Lied singt "Eine Welt eine Heimat".

So einfach geht die Rechnung. Capiche?

(...)

Kositza: Mann, Ihr Ton geht mir dermaßen auf den Senkel!

Valjean72
09. Oktober 2017 09:10

Zitat aus obigen Artikel:  >>zum Resümee: "Das zeigt, dass Die Linke den Kampf um ihr früheres Kernmilieu der Prekären bereits weitgehend verloren hat."<<

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Benedikt Kaiser hat ja unlängst bereits auf das Dilemma der Linken hingewiesen, welches auch von Oskar Lafontaine thematisiert wurde. Die LINKE (und die Grünen sowieso) punkten zunehmend weniger im Milieu der Angestellten, Arbeitern und Arbeitssuchenden.

Das ist aber alles andere als überraschend, wenn man sich mit den Thesen der Frankfurter Schule auseinandersetzt. Die ethnischen, religiösen und sexuellen Minderheiten sind für diese „Linken“ in den Vordergrund gerückt und im Gegenzug haben die aus der Lebensrealität geborenen Probleme der autochthonen, heimatverbundenen Arbeiter und Angestellten an Bedeutung verloren.

Mir erscheint diese Links-Rechts-Aufteilung zunehmend unzureichend, um die Herausforderungen der Gegenwart zu meistern, so man es denn will. Im Grunde liegt diesem anachronistischen, politischen Antagonismus das alte Teile-und Herrsche-Spiel zugrunde.

Sozial ausgerichtet zu sein, bedeutet nicht die Umverteilungsmaschine von oben nach unten anzuschmeißen. Eine wahre Volkspartei kann meiner Überzeugung nach allerdings nicht einfach zusehen, wie eine kleine „Elite“ leistungslos(!) durch Kapitalerträge immer reicher wird (sich mitunter von gesellschaftlicher Verantwortung abkoppelt) und sich ein immer grösser werdendes, millionenfaches Prekariat manifestiert, welches mit Zugang zu billigem Alkohol, Thrash-TV und Infotainment ruhiggestellt wird.

Folgendes Zitat von solution mag für manchen provakant wirken, aber meiner Erachtes trifft er den Nagel auf den Kopf.

 „Die AfD muß im sozialen Bereich "linker", aber vor allem beim Kampf um die Erhaltung unseres Volkes "rechter" werden.“

Klaus D.
09. Oktober 2017 10:27

Eine Zusammenfassung und Handlungsempfehlung, kurz und knackig, die sich jeder AfD-Politiker unters Kopfkissen legen sollte, am besten zusammen mit der Dresdner Rede Björn Höckes! Ein paar Anmerkungen noch zu Punkt 1 und 2. Die unterschiedliche Denk- und Gefühlswelt in den deutschen Ländern ist vielleicht auch historisch bedingt. Nach jahrhundertelanger Kleinstaaterei entstand ja erst 1871 ein einheitlicher deutscher Staat. Und noch 20 Jahre später schrieb Theodor Fontane: "Wem eine Sommerreise von der guten Stadt Berlin aus in die Provinzen führt, westlich bis an den Rhein und die Eider, der wird sich der Wahrnehmung nicht verschließen können, daß er in fremden Gegenden reist und daß die Herzen eine total andere Sprache führen". Dazu kommt die total andere Sozialisierung der Menschen in Ost und West nach 1945. Die Westler sind ja nach ihrem "Sieg" vor 28 Jahren immer noch überzeugt davon, in der weltbesten Gesellschaftsform zu leben, kennen nichts anderes als unbegrenzten Überfluß. Warum sollten sie da was ändern? Die Menschen im Osten haben ihren alten Anzug gegen einen neuen getauscht und stellen fest, daß dieser auch nicht recht paßt, sind also zu neuerlichen Änderungen eher bereit. Die AfD braucht allerdings den Erfolg in ganz Deutschland und die Bevölkerungsanteile sprechen eine deutlich Sprache. Es wird nicht einfach, aber: Auf gehts "Es geht nur vereinigt, es steht zu viel auf dem Spiel. "

Dirk Ahlbrecht
09. Oktober 2017 11:04

Bei diesen Kapitalerträgen, Valjean72, handelt es sich in der Regel um Geld, das bereits einmal versteuert wurde. Das, was Sie hier vorschlagen, ist die "gute" alte Enteignung. Enteigung mit dem Anspruch, dass Geld besser verwalten zu können als jene, die es vor der Enteignung besessen haben. Nur: Was veranstaltet denn die politische Elite letztlich mit all dem (geraubten) Geld? In der Regel doch nur unsinniges. Es werden Projekte ins Leben gerufen, die kein Mensch braucht. Projekte, die in den allermeisten Fällen dazu dienen, verdiente Parteigenossen zu versorgen. Viel Geld wandert nach Brüssel zur EU-Bürokratie, die ebenfalls niemand braucht. Ich bin sehr im Zweifel, dass von Rechts diesbezüglich Gutes zu erwarten ist. Sicher, es wäre ein guter Anfang, wenn man die Alimentierung der Invasoren beenden würde, keine Frage. Nur: Ob das eingesparte Geld am Ende dort landet, wo es denn hingehört, ziehe ich, wie gesagt, in Zweifel. Einmal unterstellt, wir haben es mit einem systemischem Problem zu tun (Staat), weshalb sollte es mit der anderen Feldpostnummer besser werden? Beste Grüße!

Detlef Neustadt
09. Oktober 2017 11:34

Grundsätzlich habe ich mir die Frage gestellt, ob der Konservatismus überhaupt auch für mich gemacht wurde oder eine Klassenfrage ist. Wenn ich mich jedoch auf meine Kindheit zurück besinne, so weiß ich, daß diese Frage nichtig ist. Auch ich (Jahrgang 69) bin grundsätzlich konservativ aufgewachsen. Vater Beamter, Mutter Hausfrau, Erziehung (ja, auch das heutzutage verachtete "Bitte", "Danke"). Ich bin sogar bereit, dem 1. Leser zuzustimmen, was die staatstragende Schicht betrifft und es fällt auch mir nicht schwer, mich zwischen einer Studienabbrecherpartei (Grüne) oder einer Akademikerpartei, wie halt der AfD, zu entscheiden; nur wird diese bei einer Wahl nie ausreichen. Heißt, daß man auch das 'einfache' (wie blöde dieser Ausdruck ist!) Volk mitnehmen muß; vor allem auch den Erhalt der Mittelschicht im Auge behalten muß.

Starhemberg
09. Oktober 2017 11:41

Eine interessante Diskussion - ich warne aber davor, die AfD als "rechte SPD" am Markt zu platzieren. Vor allem sollte die AfD im Kern zweierlei sein - anti-egalitär und anti-internationalistisch. Und die einzige Partei gegen Steuerverschwendung sowie die einzige Partei gegen die verlogene Durchideologisierung der "Gesellschaft" (Stichwort Genderwahn). Eine Partei eben, welche die persönliche Freiheit, die persönliche Verantwortung und die Ausgewogenheit von Rechten und Pflichten eines jeden Staatsbürgers betont. "Gleichheit" hingegen ist strikt abzulehnen. Niemand braucht rechte Sozis!

tOm~!
09. Oktober 2017 13:30

"Kositza: Mann, Ihr Ton geht mir dermaßen auf den Senkel!"

Teuerste, einige Formulierungen wurden sogar noch von mir entschärft. Sie dürfen bei mir nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, denn mich treiben keine egoistischen Motive, sondern nur die Besorgnis um das deutsche Volk. 

Utz
09. Oktober 2017 17:08

Sicher, es wäre ein guter Anfang, wenn man die Alimentierung der Invasoren beenden würde, keine Frage. Nur: Ob das eingesparte Geld am Ende dort landet, wo es denn hingehört, ziehe ich, wie gesagt, in Zweifel. Einmal unterstellt, wir haben es mit einem systemischem Problem zu tun (Staat), weshalb sollte es mit der anderen Feldpostnummer besser werden? 

Einem Staat, dem wir kein Geld gönnen, ist wie armamputiert. Er kann nichts machen. Eine jahrzehntelange Volksumerziehung durch Schulen und Medien, in denen mit immer neuen Projekten "Toleranz" in die Kinderhirne gehämmert wurde, hätte, würde man alles einfach so weiter laufen lassen, keinerlei Gegengewicht. Ein Gegengewicht können wir nur von der Politik erwarten. Wenn wir das dem sogenannten freien Markt überlassen, dann übernehmen das eben Soros und Co.. Nur weil es dann keinen handlungsfähigen Staat mehr gibt, ändert sich nichts.

Valjean72
09. Oktober 2017 17:21

@Dirk Ahlbrecht: "Bei diesen Kapitalerträgen, Valjean72, handelt es sich in der Regel um Geld, das bereits einmal versteuert wurde. Das, was Sie hier vorschlagen, ist die "gute" alte Enteignung."

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Zunächst einmal hatte ich überhaupt nichts vorgeschlagen und schon gar keiner Enteignung das Wort geredet. Meine Aussage war schlichtweg, dass nach meiner Auffassung, eine wahre Volkspartei dieser Unwucht der zunehemden gesellschaftlichen Spreizung hinsichtlich der ökonomischen Verhältnisse nicht einfach nur zusehen könne. Punkt. Eine Volkspartei, die einer Verelendung und einer geistigen Abstumpfung weiter Teile des Volkes nur passiv zusieht, bzw. diese Dynamik sogar noch befeuert, kann nach meinem Verständnis keine Volkspartei, keine Partei des Volkes sein. Und in eben dieser Anteilslosigkeit an der Lebenswirklichkeit der eigenen Leute, liegt auch ein(!) Schlüssel zur Erklärung, wie das Phänomen der Masseneinwanderung überhaupt erst möglich wurde. Und Sie, für was treten Sie ein -  für eine patriotische FDP? Nun, der Lindner-Bubi ist nun offenbar vom Team der Welcome-Refugees-Hascherl zu den liberalen "Patrioten" gewechselt. Ansonsten schön mit den verschiedensten Lobbyisten verbandelt. Wäre das nichts für Sie?

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Nachtrag in eigener Sache. Ich griff in meinem voran gegangenen Beitrag ein Zitat auf, dass die AFD sowohl "linker" als auch "rechter" werden müsse. "Solution" hatte diese Begriffe ja in Anführungszeichen gesetzt und sich gewiss etwas gedacht dabei. Dass dieses Begriffspaar auch kontroverse Reaktionen hervorrufen könnte, war abzusehen. Vielleicht passt "sozialer" besser als "linker" und "konsequenter" oder "unbeirrter" besser als "rechter". Sei's drum. Man wird sehen, welche Entwicklung die AFD nehmen wird. Ich für meinen Teil bin bereit, mich für eine soziale und ernsthaft und konsequent  patriotische Partei einzusetzen aber gewiss nicht für einen Abklatsch von FDP und Union (SPD natürlich auch nicht).

Franz Bettinger
09. Oktober 2017 22:25

@ Kositza:

Danke, dass Sie Tom's Beitrag - trotz des unnötigen cappiche - drin gelassen haben. Die Problematik der Begriffe Rechts (national) und Links (international) anzusprechen, fand ich gut und berechtigt. Eigentlich würde ich gerne mal mehr darüber hören. Sie selbst haben ja schon einiges Erhellendes dazu gesagt.

@ Valjean72:

Leistungsloses Einkommen - also ererbten Besitz, Vermögen, Geld und Aktien - ist nicht zu rechtfertigen. Wieso nicht? Was hat der Schöne denn für seine Schönheit geleistet? Der Gesunde für seine Gesundheit? Der Intelligente für seinen IQ? Was haben die Liebenswerten dafür getan, dass man sie liebt? Sie kamen mit Gaben auf die Welt und nutzten sie. Warum ein Detail wie den Reichtum herausgreifen und ihn zurechtstutzen wollen, aber die vielen anderen "ungerechten" Details, die angeborene Schönheit, Gesundheit, Klugheit, den Humor, die Sportlichkeit, musische Begabtheit und die Liebenswertheit nicht? Weil man's kann? Nur deshalb? Man kann jemanden auch krank machen und dumm halten und ihm die Geige weg nehmen. Man kann einen Jauch in die Jauchegrube und einen Gottschalk auch aufs Feld zum Arbeiten schicken. Man kann Talente verschwenden der Gerechtigkeit halber. Das hat es gegeben. Mao, Honecker, Pol Pot. Das bringt die Gesellschaft nicht weiter. Schon heute hat jeder Neugeborene, nicht nur in Deutschland, tausend mal mehr Chancen, satt, gesund und sogar reich zu werden als noch vor 100 Jahren. Nicht durch den Kommunismus. Nur durch den Fortschritt! Der Starke und der Fleißige muss einen Vorteil haben, so denke ich, und er muss diesen Vorteil nicht nur genetisch, sondern auch durch Vererben seiner erworbenen Güter an die Kinder weiterreichen dürfen. Warum? Weil es ihn motiviert! Sonst könnte er denken 'Nach mir die Sintflut' und alles am Ende verjubeln.

Franz Bettinger
09. Oktober 2017 22:30

Darf ich das Thema erweitern, Frau Kositza? Wenn nicht, streichen!

Geburtsrecht, gibt es das? Sollte es das geben? Ich denke gerade darüber nach. In mir meldet sich eine Doppelmoral. Beide Seiten dieser Moral haben ihre Berechtigung. Es ist doch nichts als ein verdammter Zufall, dass der Schöpfer oder wer immer mich ins schöne Saarland runtergeschmissen hat, und nicht nach Ghana oder Bangladesch. Würde ich auf mein Geburtsrecht pochen, wenn ich nicht in einem der reichsten, sondern im ärmsten Land der Erde geboren wäre? Was will ich konkret? Ein Grundeinkommen für jeden wie es die Piraten fordern, und wie es die Schweizer gerade abgelehnt haben? Das ist keine falsche Forderung. Doch sollte man zweimal darüber nachdenken: Gibt es Nebenwirkungen?

Kinderreiche (Moslems und Afrikaner) würden dann allein durch den Kinderreichtum reich. Ihre Gene würden sich noch viel schneller als ohnehin durchsetzen. Will ich das? Meiner Idee liegt die Vorstellung von Gerechtigkeit zugrunde. Die gibt es nicht. Das ist gut so. Es gibt sie ja nirgends in der Natur. Nur der Mensch, besonders der linke Mensch, bildet sich ein, die Natur in dem Punkt verbessern zu sollen. Was ist aus solchen Ideen geworden, dort, wo man versucht hat, sie zu verwirklichen, in der UDSSR, China, der DDR, Kuba, Nord-Korea, Albanien? Mehr muss man nicht sagen.

Starhemberg
10. Oktober 2017 10:45

Volle Zustimmung für Franz Bettinger - "der Starke und Fleißige muss einen Vorteil haben" - und nicht einen Nachteil, wie im derzeitigem sozialdemokratisiertem Vollkaskosystem.

Solution
10. Oktober 2017 12:55

@ Dirk Ahlbrecht

Bei dem von Ihnen angeführten Beispiel können wir uns ja noch einigen. Wenn der Staat mit flankierenden Maßnahmen eingreift, um z.B. eine pronatalistische Geburtenpolitik zu treiben, wäre manches einfacher. Wie sollen die jungen Leute ohne solche Hilfen Familien gründen, wenn sie nur Praktika und Zeitverträge bekommen? Worum es mir aber geht, ist vor allem die große Linie. Erst jüngst hat Wolfgang Hetzer mit "Bankendämmerung" die Mißstände des Kapitalismus am Beispiel der "Deutschen" Bank analysiert. Wenn Geldgeier mit asozialem Ansatz ein Unternehmen plündern und ruinieren, muß eingegriffen werden. So sollte auchn ein George Soros in seine Schranken verwiesen werden, der seine ökonomische Macht nutzt, um antiweiße Politik zu betreiben. Von oben nach unten müssen Mißstände beseitigt oder durch andere Maßnahmen ausgeglichen werden. Es wäre auch ein Schritt in die richtige Richtung, wenn z.B. bestimmte Ausländer aus den deutschen sozialen Sicherungssystemen ausgegliedert würden. Eine Umlenkung von Tranferleistungen hin zu den Deutschen kann es natürlich auch nicht alleine sein. Mir ist klar, daß es auch zu verhindern gilt, daß die deutsche Unterschicht sich auf Kosten der anderen vermehrt. Hier bin ich ganz bei Sarrazin und Weiß. Man kann es auch so ausdrücken: Wir brauchen eine Stärkung der K-Strategie, sollten sie aber mit r-Elementen anreichern.

Utz
10. Oktober 2017 14:28

Warum ein Detail wie den Reichtum herausgreifen und ihn zurechtstutzen wollen, aber die vielen anderen "ungerechten" Details, die angeborene Schönheit, Gesundheit, Klugheit, den Humor, die Sportlichkeit, musische Begabtheit und die Liebenswertheit nicht? Weil man's kann? 

Ja, weil man's kann! An einer Stelle mehr Gerechtigkeit schaffen, das ist es wert, wenn schon sonst so viel Ungerechtigkeit nicht gemildert werden kann. Warum? Weil es unser Volk ist, und weil es nicht gescheit sein kann,  "einer Verelendung und einer geistigen Abstumpfung weiter Teile des Volkes nur passiv zuzusehen", wie Valjean 72 schrieb. Es geht nicht darum, allen alles Erbe wegzunehmen, und damit eine Nach-mir-die Sintflut-Reaktion zu produzieren, sondern auszugleichen, nicht komplett, so daß alle gleich viel haben. Aber so wie es jetzt ist, haben wir eine Spaltung der Gesellschaft, wie es sie noch nie gab seit Kriegsende. Als einzelner, der besonders gut gestellt ist, muß man nicht für Umverteilung plädieren. Das nicht zu wollen ist nachvollziehbar. Aber für eine Partei wie die AfD sieht die Sache anders aus. Allein schon aus taktischen Gründen wäre es klug, wenn sie mit einem (gemäßigten) sozialen Programm den Gegnern den Wind aus den Segeln nähme.

Heinrich Brück
10. Oktober 2017 14:51

@ Franz Bettinger

Das Geburtsrecht ist auch eine Frage des Genmaterials. Die Deutschen sind normalerweise begabt und fleißig, sie wollen schaffen. Schaffen nicht nur im Sinne von Arbeiten. Als homogenes Volk sind ihnen Dinge gegeben, dafür bräuchten sie nicht um Erlaubnis zu fragen (bei welcher Instanz auch), die andere Nationen einfach nicht haben und auch nicht können. Es gibt dazu keine Formel, keine Lehre, weil wirtschaftliche Autarkie im gegenwärtigen Finanzsystem nicht vorgesehen ist. Abseits dieser ausgetretenen Pfade könnten einige Spekulationen angestellt werden, besonders auf dem Wege der Induktion. Man sollte nicht immer zuerst auf die Theorie warten, und sich dann von dieser deduktiv aufs Kreuz legen lassen. Marxismus, Kapitalismus, einerlei, solange die Finanzmächte im Hintergrund den Kurs bestimmen und das Falschgeld drucken. Sich von dieser Internationale zu verabschieden, einer organischen Wirtschaftsmethode den Vorzug geben, könnte in einem souverän-autarken Kreislauf dem Eigenen dienen und leben. Das Bedingungslose Einkommen wäre nicht für Afrika und den Orient gedacht, sondern gegen den Gedanken der Arbeitslosigkeit und Rentenarmut. Es gäbe für alle Arbeit und Geld ohne Probleme, sofern die Erziehung den germanischen Ehrbegriff in das System einbaute, dem mörderischen Gleichheitswahn der Linken widerspricht, und eine organisch nicht starre Hierarchie ins natürliche Recht setzte. Diesem Vorhaben standen schon immer mächtige Feinde gegenüber, repräsentiert durch die Multikulturalismusideologie der Gegenwart, abgewickelt durch Parteiendemokratie und Menschenrechtsversklavung. National und sozial, zusammen, ist eh klar.

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